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Völkisch nach Rudolf Jahn

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Völkisch nach Rudolf Jahn

Author: Klement, Martin
Publisher: Univerzita Karlova, Filozofická fakulta,Praha
Year: 2022
Source: https://dspace.cuni.cz/bitstream/20.500.11956/177949/1/Martin_Klement_77-92.pdf
Völkisch nach Rudol Jahn1
Ma in Klemen – Masa yk ‑Ins i u und A chi de Tschechischen
Akademie de Wissenscha en
ABSTRACT
Völkisch by Rudol Jahn
Sude endeu sches Tu ne um is he i le o awo k in which i s publishe Rudol Jahn de‑
sc ibed in de ail he de elopmen o he Deu sche Tu n e band and a his occasion also
analysed he ölkisch wo ld iew held by his gymnas ic o ganiza ion. The pape deals
wi h Jahn’sin luen ial and s ill used in e p e a ion o his complex ideology and sea ches
o mo i s ha go Jahn o pe cei e he ölkisch wo ld iew in he Deu sche Tu n e band
as an ou da ed and ime ‑limi ed phenomenon. The conclusions o he esea ch a e based
on ab oad base o his o ical sou ces, which consis mainly o p in ed documen s o he
Deu sche Tu n e band, o o me gymnas ic o ganiza ions as well as o g oups o gymnas s
who we e expelled om he Czechoslo akia a e 1945.
KEYWORDS
Rudol Jahn; Deu sche Tu n e band; ölkisch wo ld iew
1. EINFÜHRUNG
Auße einigen Mi gliede n de Sude endeu schen Landsmannscha kennen heu zu age
den Namen on Rudol Jahn wohl nu noch diejenigen, die sich ü die Geschich e
des Deu schen Tu n e bandes, eine zwischen 1919 und 1938 in de Tschechoslowakei
exis en en Masseno ganisa ion, in e essie en und in den en sp echenden geschich s‑
wissenscha lichen Publika ionen au me ksam die Anme kungen e olgen. Doch
um die Mi e des e gangenen Jah hunde s gal diese 1911 im wes böhmischen Asch
gebo ene und 1989 im wes deu schen Sinzheim e s o bene Philosophiedok o ins‑
besonde e un e den heima e iebenen Deu schen als wissenscha liche Au o i ä
und e eu e sich dank seine um ang eichen publizis ischen Tä igkei und dank
seines Geschich sna a i es ih e g oßen Ane kennung. Mi manchen seine Thesen
gelang es ihm soga übe das Ne zwe k de Landsleu e hinauszuwi ken.
Zu Jahns bedeu ends en We ken gehö in e s e Linie eine pa adigma ische Übe ‑
sich sda s ellung de Geschich e des Deu schen Tu n e bandes. In ih leg e e un e
ande em au eigen ümliche A und Weise das ölkische Gedankengu aus, das im
Deu schen Tu n e band jah elang gep leg wu de. Die olgenden Abschni e e leuch en
1 Diese S udie en s and mi de ins i u ionellen Un e s ü zung des Masa yk ‑Ins i u es und A chi s de
Tschechischen Akademie de Wissenscha en, RVO: 67985921.
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das Wesen sowie die G ünde und die Nachwi kung diese In e p e a ion. Sie leis en
dadu ch nich nu einen Bei ag zu Diskussion übe den Inhal de ölkischen Wel ‑
anschauung, sonde n sie e möglichen auch ie e e Einblicke in die Gedankenwel
meh e e Tu no ganisa ionen. Nich zule z zeigen sie, wie bes imm e Ansich en
on Jahn Einzug in ande e We ke anden.
Die ölkische Wel anschauung in den ehemaligen mi eleu opäischen Tu n e ‑
bänden wi d beinahe sei einem halben Jah hunde genaue un e die Lupe genom‑
men. Be ei s in de 1978 abgeschlossenen Disse a ion übe den Deu schen Tu ne bund
in de E s en Republik Ös e eich beschä ig e sich Roland Schmidl eingehend mi
dem „We klima de ölkischen Tu ne “ (Schmidl 1978: 55) dieses Ve bandes. Au
die Wel anschauung des 1889 geg ünde en Deu schen Tu ne bundes, aus dem sich
1919 de Deu sche Tu ne bund de Zwischenk iegszei en wickel e, konzen ie e
sich im Jah e 1991 F anz Benda eben alls in eine Disse a ion (Benda 1991). No be
Pe e sen, And eas Luh, Dunja Be hold, Tomáš Kaspe und Michal Bu ian be ass en
sich in ih en S udien mi de Wel anschauung des Deu schen Tu n e bandes (Pe e sen
1980; Luh 1988; Be hold 1988; Kaspe 2007; Bu ian 2012), wäh end Ha mu Becke
das sukzessi e Du chd ingen de an isemi ischen Ideen in die Deu sche Tu ne scha ,
einen übe wiegend eichsdeu schen Ve band, analysie e (Becke 1980). Thema isch
schließ sich somi de o liegende Au sa z eine um ang eichen Fachli e a u an, e
heb sich abe on den ühe en Publika ionen g undsä zlich dadu ch ab, dass e sich
neben de Wel anschauung, die in eine Tu no ganisa ion e b ei e wu de, e s ä k
auch mi ih e spä e en In e p e a ion auseinande se z .
Fü die beabsich ig e ideengeschich liche Un e suchung wu den zahl eiche, wenig
bekann e ode soga gänzlich une schlossene D ucksch i en e wende , wie bei‑
spielsweise das übe Jah zehn e in Wes deu schland he ausgeb ach e Pe iodikum
Sude endeu sche Tu ne b ie , eine Schlüsselquelle ü die E assung des Ne zwe kes
de aus den böhmischen Lände n zwangsausgesiedel en Tu ne und Tu ne innen.
Von e gleichba g oße Bedeu ung wa en die einzelnen Jah gänge de Tu nzei ung
des Deu schen Tu n e bandes und ande e wel anschauliche Sch i en aus de P o e‑
nienz de ölkischen Tu no ganisa ionen. Dank diese Quellen läss sich nämlich die
Wel anschauung ekons uie en, mi de sich Jahn in seinem We k übe den Deu schen
Tu n e band beschä ig e. Seine diesbezügliche Abhandlung s and im Mi elpunk
de ausgewe e en Un e lagen und sie gab auch Anlass zum u sp ünglichen Ti el
de o liegenden S udie: Die Geschich e eines Buches. Von diese Übe sch i wu de
schließlich abgesehen, denn das, was Jahn zum Deu schen Tu n e band he ausgab,
s eng genommen aus zwei Büche n bes eh .
2. SUDETENDEUTSCHES TURNERTUM– TEIL IUND II
Gleichwohl Rudol Jahn e s an eine ande en S elle dieses Bei ages nähe o ges ell
wi d, sei be ei s einlei end o ausgeschick , dass e selbs ein ak i es Mi glied des
Deu schen Tu n e bandes (nach olgend nu DTV) wa . Bei seinem En schluss, diese
O ganisa ion zum Objek eine geschich swissenscha lichen Un e suchung zu ma‑
chen, we den also neben dem bloßen In e esse an de his o ischen Ma e ie eben alls
die Emo ionen eine en scheidende Rolle mi gespiel haben. Mi dem Ve assen de
Geschich e des DTV begann Jahn An ang de 1950e Jah e im Rahmen eines on ihm
79MARTIN KLEMENT
gelei e en Teamp ojek es, dessen E gebnis eine Publika ion zum Thema des deu schen
Tu nens in den böhmischen Lände n zwischen 1848 und 1945 sein soll e. Es wa be‑
absich ig , das Manusk ip im He bs 1952 abzuschließen und ein Jah da au he aus‑
zugeben (Eine sude endeu sche Tu ngeschich e, 1952). De geplan e He ausgabe ‑Te min
e wies sich abe als zu ambi ionie . Auch im Jah e 1954 lag de e ige Tex imme
noch nich o , weil Jahn inzwischen beinahe ödlich e unglück e. Von einem Vo ag
in Geisenheim zu ückkommend soll e au dem Bahnho om Unwohlsein be allen
wo den sein und s ü z e di ek o einen ein ah enden Zug, on dem e mi geschli ‑
en und schließlich abges oßen wu de (Unse Rudl 1954: 13). Nach einigen Mona en
muss e ihm angesich s de schwe en Ve le zungen de linke Fuß ampu ie we den
(Den Fuß e lo en 1954: 14). S a gegen Mi e de 1950e Jah e e schien deswegen das
We k un e dem Namen Sude endeu sches Tu ne um e s Ende de 1950e Jah e, und
zwa in zwei Teilen. Beide üh en Rudol Jahn als He ausgebe an. Ku iose weise
wu de zunächs – Ende No embe 1957– de zwei e Teil (Begeis e e Au nahme de
Tu ngeschich e 1958:2) he ausgeb ach und e s ein halbes Jah spä e – im Augus
1958– olg e de e s e Teil (F ank 1958: 7). G und da ü wi d wohl da in gelegen haben,
dass de zwei e Teil kü ze und li e a isch wenige ansp uchs oll is .
De 128 Sei en zählende zwei e Teil on Rudol Jahns Sude endeu schem Tu ne um
ähnel o mal den mi elal e lichen Annalen und wu de on Jahn selbs e ass . So
seh de Ti el auch anmu e , es wü den in de Publika ion alle deu schen Tu no gani‑
sa ionen de eins igen Tschechoslowakei gleiche maßen beach e , we den in de Ta
bei jedem Jah zwischen 1919 und 1938– abgesehen on wenigen Ausnahmen– lediglich
die mi dem DTV zusammenhängenden E eignisse au gelis e und ku z kommen ie .
Das Wo ‚ ölkisch‘ komm dabei im ganzen zwei en Teil ehe spo adisch o und
auch höchs ens in den on Jahn e wähn en Buch i eln, in den Namen de einzelnen
Tu n e eine, in den Zi a en ode in es en Wo wendungen au . So is au den einzel‑
nen Sei en om „Deu sch ölkischen Tu n e ein Saaz“, om „Völkischen Me kbla “
und om „ ölkischen Wissen“, on den „Deu sch ölkischen Meis e scha en“, on de
„ ölkischen Rich ung“ ode on de „ ölkischen Bewegung“ die Rede (Jahn 1957: 8 .,
28, 43, 69, 72). Was in allen diesen und ähnlichen Fällen un e ‚ ölkisch‘ zu e s ehen
is , wi d alle dings an keine S elle sys ema isch e klä . Dank de knappen Sp ache
und dem minimalen Ansp uch, das Gesch iebene in einen b ei e en his o ischen und
sp achwissenscha lichen Kon ex einzube en, kann de zwei e Teil om Sude en‑
deu schen Tu ne um au den e s en Blick als eine ockene, objek i e Reihung on
Fak en wi ken. Die Auswahl und die Fo mulie ung de einzelnen E eignisse sind
abe keineswegs zweck ei.
In die Augen s ich o allem, wie häu ig Jahn in seinem Tex den Namen on
Kon ad Henlein e scheinen läss . Henlein is allgemein bekann als Leade de e ‑
olg eichen Sude endeu schen Pa ei und als spä e es NSDAP ‑Mi glied, das sei 1939
S a hal e im Reichsgau Sude enland wa und das sich nach dem Zwei en Wel k ieg
in ame ikanische Ge angenscha das Leben nahm. Be o Henlein abe im Jah e
1933 seine poli ische Ka ie e s a e e, ha e e sich mi g oßem Einsa z im DTV en‑
gagie und hie zahl eiche hoch angige Funk ionen bekleide : Au dem Gebie e des
Jeschken ‑Ise ‑Tu ngaus wa e zue s im Am des sogenann en Die wa es ü die
wel anschauliche Schulung zus ändig, im Jah e 1925 siedel e e nach Asch um, wo e
sich als Tu nleh e im do igen Tu n e ein, dem äl es en und g öß en on allen DTV‑
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Ve einen (Jahn 1977: 418, 445), den Namen mach e, schon ein Jah spä e a ancie e
e zum Tu nwa des wes böhmischen Ege land ‑Jahnmal ‑Tu ngaues und 1932 wu de
e als Ve bands u nwa eine de mäch igs en Am swal e im DTV. T o z seine
o angigen S ellung in den S uk u en des DTV is sein Name in Jahns Ch onologie–
e glichen mi ande en Ve bands unk ionä en– doch e was übe ep äsen ie . Noch
eind ingliche wi d Henlein als eine p ägende Figu des DTV in de Bilde beilage des
zwei en Teiles om Sude endeu schen Tu ne um da ges ell . De DTV de 1920e Jah e
wi d in ih explizi nu mi zwei Fo og a ien e e en. Zu den zahl eiche en Bilde n
aus den 1930e Jah en lei e symbolisch Henleins Po ai übe , dessen Besch i ung
mi den Wo en beginn : „Von 1926 bis 1933 nahm das Tu nen un e Kon ad Henlein
einen ungeahn en Au schwung.“ (Jahn 1957: nich paginie e Bilde beilage).
Dass Henleins Wi ken als eine Zäsu in de Geschich e des DTV zu e s ehen is ,
dass also übe eine Zei o Henlein und nach Henlein ge ede we den soll e, bilde
auch die G undlage on Jahns Na a i im e s en Teil des Sude endeu schen Tu ne ‑
ums. Wäh end sich de zwei e Teil nu au den DTV bezieh , is de e s e Teil eine A
Kollek i monog aphie und bes eh aus insgesam ün Bei ägen zu Geschich e des
Tu nens au dem Gebie de heu igen Tschechischen Republik o 1945. F eilich nimm
Jahns as 150 Sei en zählende Tex übe den DTV einen übe aus dominan en Raum
im Buch ein. Nu zum Ve gleich– Alois Ullmanns Abhandlung übe den A bei e ‑Tu n‑
und Spo e band zähl 21 Sei en, Gus l Domesle b auch e ü seine Aus üh ungen
zu Ch is lich ‑Deu schen Tu ne scha lediglich 16 Sei en. Ande s als im zwei en Teil
des Sude endeu schen Tu ne ums komm Jahn im e s en Teil de aillie e au das
Völkische im DTV zu sp echen. Seine E zählung e ö ne e mi dem Hinweis da au ,
dass sich de DTV im Jah e 1919 aus den Tu no ganisa ionen en wickel e, die zu Zei
de Habsbu ge mona chie in den böhmischen Lände n gewi k ha en. Jahn zu olge
übe nahm de DTV on den eins igen Tu no ganisa ionen die al ös e eichischen
„Denk o men und Leh en“ (Jahn 1958: 137) und sei dahe in de Tschechoslowakischen
Republik „in al en Gleisen“ (Jahn 1958: 142) ge ah en. Mi al ös e eichischen „Denk‑
o men und Leh en“ mein Jahn ge ade die ölkische Wel anschauung, die de DTV
seinen Mi gliede n mi hil e on ielen E ziehungsmaßnahmen beizub ingen e such‑
e. Die Haup me kmale de ölkischen Wel anschauung im DTV sah Jahn zum einen
in „Ge manen e eh ung [und] Reinhei s ana ismus“ (Jahn 1958: 144), zum ande en
im Kamp gegen „Büche schund und schlüp ige Bühnenkuns , gegen olks emde
Tänze und Si enlosigkei , gegen Rausch‑ und Rauchgi en“ (Jahn 1958: 144). In Jahns
In e p e a ion wa en es alles „ ückwä sgewand [e] und e gangenhei sbezogen[e]“
(Jahn 1958: 145) Ansich en, die ü die ak uelle Lage des Sude endeu sch ums in de
Tschechoslowakischen Republik keinen Nu zungspo en ial ha en und zu Isolie ung
des DTV im Rahmen des Sude endeu sch ums üh en.
Hin e diesen angeblich k isenha en Jah en, die im Buch mi äuße s e Ge ing‑
schä zung au keinen zehn Sei en abge an we den, mach e nach Jahn eben Kon ad
Henlein den Schlusss ich. E soll einen P ozess eingelei e haben, de den Ve band
g undsä zlich e ände e. Die dami einhe gehende neue Ve bandswel anschauung
wi d on Jahn abe nu seh age skizzie . Das, was das gedankliche P o il de DTV
nunmeh ausmach e, seien o allem die Ideen on Füh ung und Ge olgscha , on
solda ische Lebensweise und on eigena ige sude endeu sche Volksg uppe ge
‑
wesen (Jahn 1958: 156–161). In de Um o mung des Ege land ‑Jahnmal ‑Tu ngaues,
81MARTIN KLEMENT
die Henlein im Jah e 1926 als ischgebackene Gau u nwa nach diesen wel an‑
schaulichen G undlagen ini iie e, glaub e Jahn den An ang on Henleins ‚Ve bands‑
E neue ungsa bei ‘ zu inden (Jahn 1958: 155). Allmählich wu den– so imme noch
Jahn– übe all die Tu n e eine nach dem Füh ung ‑Ge olgscha s ‑P inzip umgebilde
(Jahn 1958: 158–162), das Tu nen dien e in ihnen neulich auch als E ziehungsmi el zu
„Geho sam, Pünk lichkei , Selbs behe schung, Kame adscha lichkei und Op e be‑
ei scha “ (Jahn 1958: 216 .) und ande s als ühe wa eben alls die geis ige E ziehung.
Sie habe meh mi de kö pe lichen E ziehung in de Ve bindung ges anden und ih
Sinn sei da in gesehen wo den, die Tu ne ü den Einsa z in den O ganisa ionen de
suden enden Volksg uppe o zube ei en (Jahn 1958: 185 .).
Au dem legendä en Ve bands u n es in Saaz 1933 wa es nach Jahn schon so wei ,
dass sich de gesam e DTV als eine s a o ganisie e, disziplinie e und „handlungs‑
ähige Gemeinscha “ (Jahn 1958: 171), ja „Keimzelle de Volksgemeinscha “ (Jahn 1958:
169) de Ö en lichkei o s ellen konn e. Wie Rudol Jahn im e s en Teil des Sude en‑
deu schen Tu ne ums übe zeug is , wa es somi Henleins Ve diens , dass aus einem
eingekapsel en ölkischen Tu n e band eine Masseno ganisa ion en s and, die sei
1933 als eine E ziehungss ä e p o o ypische Sude endeu sche ungie e, bis sie 1939
in den Na ionalsozialis ischen Reichsbund ü Leibesübungen eingegliede und in ihm
gleichgeschal e wu de (Jahn 1958: 259 .).
3. DTV UND SEINE WELTANSCHAUUNG
Die on Rudol Jahn im zwei eiligen We k Sude endeu sches Tu ne um e zähl e Ge‑
schich e, lau de es im DTV zu E se zung des ölkischen Gedankengu es du ch ein
zei gemäßes Ideenkomplex kam, wi k au den e s en Blick seh einleuch end. Eine
ie e e, meh quellenk i ische Analyse de wel anschaulichen En wicklung im DTV
zeig jedoch, dass alles e was komplizie e wa . Um in die schwe zu e assende und
sich imme e ände nde Gedankenwel des DTV ein auchen zu können, müssen zu‑
alle e s die wel anschaulichen Wu zeln dieses Ve bandes sowie sein En s ehungs‑
p ozess ausge üh we den.
In dem ein Jah nach dem E s en Wel k ieg kons i uie en DTV and sich o de ‑
g ündlich ein Teil jene Tu n e eine zusammen, die ühe dem Tu nk eis Deu sch‑
Ös e eich angehö en, eine sei 1904 im cislei hanischen Teil de Habsbu ge mo‑
na chie wi kenden G oßo ganisa ion mi Si z in Wien (K eis u n a 1905). Da die
Tu n e eine in de Tschechoslowakei wegen de neuen Rech slage nich meh on
diesem ausländischen Ve band übe dach we den du en, a en sie 1919 aus ihm
kollek i aus und g ünde en den DTV (T un schka 1925: 111–113). Vieles blieb o zdem
beim Al en. Vom DTV wu de die im Tu nk eis Deu sch ‑Ös e eich übliche Gliede ung
in Tu ngaue übe nommen und auch die Funk ionä seli e zeichne e sich du ch zahl‑
eiche Kon inui ä en aus. Zum Obmann des DTV, um konk e zu sein, wu de Jose
T un schka gewähl , de im ehemaligen Tu nk eis Deu sch ‑Ös e eich zum K eis u n‑
a , also zum lei enden O gan, gehö e. Eben alls de Ve bands u nwa und sei 1934
Ve bandsobmann Richa d Be nha d wa be ei s im Tu nk eis Deu sch ‑Ös e eich ein
wohlbekann e Am s äge – e zähl e nämlich zu den Mi gliede n des Tu n ach‑
ausschusses. Und diesem Ausschuss saß als K eis u nwa O o Voig o , dessen
Name mi dem Zusa z „Sch i lei e und Ve wal e “ on 1919 bis 1928 im Kop de

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Tu nzei ung des DTV egelmäßig e schien (K eis u n a [1917]: 41–64; T un schka
1925: 376, 378 ., 391–454).
Neben den Tu n e einen des ühe en Tu nk eises Deu sch ‑Ös e eich bes and de
DTV noch aus eine iel kleine en Zahl on Tu n e einen eine ande en 1919 au ge‑
lös en Tu no ganisa ion, nämlich des Deu schen Tu ne bundes. 1889 in Wien aus de
Tau e gehoben (Edelmülle 1889) e s eck e sich de Deu sche Tu ne bund sukzessi
au dem ös e eichischen, eichsdeu schen und böhmischen Gebie . In Böhmen
wa en abe seine Tu n e eine im Un e schied zu den Tu n e einen des Tu nk eises
Deu sch ‑Ös e eich schwe punk mäßig nu im Wes en des Landes konzen ie . Hie
bilde en sie den sogenann en Os änkischen Tu ngau, de e s 1923 seine Zugehö
‑
igkei zu de ös e eichischen Nach olgeo ganisa ion des Deu schen Tu ne bundes
au gab und um d ei Jah e spä e un e dem Namen Jahnmalgau mi dem Ege landgau
des DTV usionie e (Zenke /K auß 1923; Ri inge 1926). Das wa de U sp ung des
oben be ei s zweimal e wähn en Ege land ‑Jahnmal ‑Tu ngaues mi Kon ad Henlein
im Am des Gau u nwa es.
Sowohl dem Tu nk eis Deu sch ‑Ös e eich als auch dem Deu schen Tu ne bund wa
gemein, dass sich in ihnen Ideen e b ei e en, die in ande en mi eleu opäischen
Tu n e bänden en wede ga nich ode nu e einzel ein Thema wa en. Die Übe ‑
zeugung, es gäbe on Na u he ungleichwe ige Menschen assen, eine quasi sak ale
Ve eh ung de deu schen Sp ache, die Begeis e ung ü die K iege gegen die e mein ‑
lichen E z‑ und E b einde, die Visionen eines mi s a ke Hand egie en, alle Deu ‑
schen um assenden Reiches, die K i ik am angeblich deu sch eindlichen Sozialismus,
ul amon anen Kle ikalismus und an de ma e ialis isch ausge ich e en Gesellscha
sowie de Wunsch nach eine , a eigenen‘ Religion und Lebensau assung– mi all
dem üll en be ei s in den 1890e Jah en die ein luss eichen Mi gliede des Deu schen
Tu ne bundes, allen o an de Ama eu ‑Heima o sche F anz Xa e Kießling (Benin
‑
ge 1940), ih e Tex e (Edelmülle 1890; Kießling 1895; Sonnenwende 1894) und üg en
die einzelnen Gedankenkomponen e in eine hochkomplexe Wel anschauung zu‑
sammen, die sich alle Ve bandsmi gliede anzueignen ha en. Da übe , mi welchem
passenden Adjek i dieses Ideenge üge e ike ie we den soll e, wa en sich an angs
selbs dessen U hebe nich im Kla en. Die spezi ischen Eins ellungen p leg en sie in
ih en Sch i en und Au sä zen mi Wö e n wie „un e älsch deu sch“, „ech deu sch“,
„s amm na ional“ ode „deu sch ‑ olklich“ zu bezeichnen, solange sich Ende de 1890e
Jah e au An egung des Ge manis en He mann on P is e ‑Schwaighusen und mi
Un e s ü zung des Sch i lei e s de Tu ne bund ‑Zei ung Leopold Slepiza nich de
Ausd uck ‚ ölkisch‘ e ablie e (P is e ‑Schwaighusen 1897; Slepiza 1897).
Um die ölkische Wel anschauung im Deu schen Tu ne bund kla zu um eißen,
wu de 1909 das Mo o ‚Rassen einhei – Volkseinhei – Geis es eihei ‘ e sonnen
(En wu 1909: 184), in dem sich die Quin essenz des sei Jah en ge o m en Ideen‑
komplexes e ba g. De damals ge ade ün Jah e bes ehende Tu nk eis Deu sch‑
Ös e eich mach e sich die om Deu schen Tu ne bund de inie e T iade zwa o i‑
ziell nich zu eigen, lehn e sich dennoch wel anschaulich s a k an den ölkischen
Tu ne bund. Da on zeug am bes en de , a ische‘ Passus in den Sa zungen beide
Ve bände: Dem Deu schen Tu ne bund du en jene Tu n e eine angehö en, „welche
nu aus Deu schen (a ische Abkun ) bes [anden]“ (G undgese ze 1889: 162), und
de Tu nk eis Deu sch ‑Ös e eich akzep ie e lediglich solche Ve eine, „welche nu
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Deu sche (a ische Abkun ) als Mi gliede au n[a]hmen“ (Schma da 1913: 42). Beim
genaue en Einblick in die li e a ische P oduk ion des Tu nk eises Deu sch ‑Ös e eich
wi d auße dem meh als deu lich, dass sich die on seinen Wo üh e n p opagie e
Wel anschauung aus Gedanken zusammense z e, die as iden isch wa en mi jenen
im Deu schen Tu ne bund und die p oblemlos mi Beg i en ‚Rassen einhei ‘, ‚Volks‑
einhei ‘ und ‚Geis es eihei ‘ sys ema isie we den könn en. Von einem Funk ionä
des Tu nk eises Deu sch ‑Ös e eich s amm e wa de Roman Au eue deu sche Wach ,
de einen Kon lik zwischen, assen ypischen‘ Deu schen und Tschechen besch eib
(Schild 1909), au dem 1905 im no dböhmischen Česká Lípa ausge agenen K eis‑
u n es wu de wiede um das Fes spiel Ky häuse p äsen ie , dessen Lei gedanke
die Volkse weckung „im Mo gen o e des geeinig en Deu schland“ (Das Fes spiel Ky ‑
häuse 1905: 42) wa , und im Pe iodikum des Tu nk eises Deu sch ‑Ös e eich e schien
eine ganze Menge Au sä ze übe die paganischen Fes e de Somme ‑ und Win e ‑
sonnenwende (Podzimek 1909).
Wenn bedach wi d, wie seh de DTV o ganisa o isch au den S uk u en des
gewesenen Tu nk eises Deu sch ‑Ös e eich und des Deu schen Tu ne bundes be uh e
und wie e mi beiden Ve bänden pe sonell iel äl ig e loch en wa , e wunde es
kein bisschen, dass auch die ölkische Wel anschauung, die on den 1919 au gelös en
Tu no ganisa ionen im sozialen, kul u ellen und wissenscha lichen Kon ex de
Habsbu ge mona chie ge o m wo den wa , in den DTV de Zwischenk iegszei ganz
selbs e s ändlich übe ging. Inso e n behaup e Rudol Jahn mi oll Rech , de DTV
sei zue s in den „al en wel anschaulichen Gleisen“ ge ah en. Au de ande en Sei e
simpli izie e im e s en Teil des Sude endeu schen Tu ne ums du chaus die Si ua ion
im DTV, denn die ölkische Wel anschauung dieses Ve bandes wa bei Wei em nich
nu mi de Ge manen ümelei und mi dem S eben nach Reinhei deu sche Si en
gleichzuse zen. Genauso wie im Deu schen Tu ne bund gal en nämlich die Beg i e ‚Ras‑
sen einhei ‘, ‚Volkseinhei ‘ und ‚Geis es eihei ‘ auch im DTV als „ ich ungsgebende
[…] G undsä ze“ (Allgemeine 1921: 25) eines ace en eichen Gedankengu es. Von sei‑
nem Inhal konn en sich die Tu ne und Tu ne innen anhand spezielle Beleh ungs‑
sch i en ein Bild machen. Als wah es Kondensa des ölkischen Wissens dien en o
allem die imme wiede neuau geleg en Behel e Deu sche Volkskunde und F auen‑ und
Mädchenspiegel, die den üblichen Thesenka alog des Deu schen Tu ne bundes und des
Tu nk eises Deu sch ‑Ös e eich ep oduzie en. Einige Abschni e wu den in ihnen
soga explizi mi ‚Rassen einhei ‘, ‚Volkseinhei ‘ ode ‚Geis es eihei ‘ übe sch ieben
(Deu sche Tu n e band 1921; Deu sche Tu n e band 1923).
Es d äng sich die F age au , ob die seh komplexe, sei dem 19. Jah hunde in
den Tu nk eisen gep leg e ölkische Wel anschauung an de Wende de 1920e und
1930e Jah e im DTV on einem Mann wie Kon ad Henlein komple e d äng und
mi einem neuen Gedankenbau e se z we den konn e, wie Rudol Jahn im e s en Teil
des Sude endeu schen Tu ne ums zu e s ehen gib . Man kann nich in Ab ede s ellen,
dass es Henlein und seinen Mi a bei e n gelang, dem Ve band den Hauch eine nach
dem Füh ung ‑Ge olgscha s ‑P inzip o ganisie en, pa amili a is ischen und ü die
Belange de eigenen Volksg uppe in e essie en Gemeinscha zu e liehen. In de
Ve wal ungs‑, Tu n‑ und E ziehungsp axis un e schied sich de DTV de 1930e Jah e–
haup sächlich dank Henlein– seh wohl on dem DTV de 1920e Jah e. In de wel ‑
anschaulichen T adi ion is jedoch ein ähnlich ma kan e B uch nich es zus ellen.
84 BRÜCKEN 29/1
Es eich , die on Henlein 1933 e ö en lich e und 1934 neu he ausgegebene
B oschü e Die ölkische Tu nbewegung (Luh 1988: 282) au zuschlagen. Als eine neue
wel anschauliche Bibel soll e sie die Ä a on de Deu schen Volkskunde und dem Mäd‑
chen‑ und F auenspiegel beenden, doch Vieles wa in ih ga nich so seh neu. Nach‑
dem Henlein im e s en Teil die G undlagen de Füh ung und Un e o dnung e klä
und im zwei en Teil un e schiedliche solda ische Eigenscha en als „Fo de ungen
unse es Bundes“ (Henlein s.d.: 22) es leg , komm e im d i en, als Von Volk und
Heima be i el en Teil au Themen zu sp echen, die im ühe en DTV und in seinen
Vo gänge o ganisa ionen einen es en Bes and eil de ölkischen Wel anschauung bil‑
de en und on den Obe beg i en, Rassen einhei ‘,Volkseinhei ‘ ode , Geis es eihei ‘
übe dach wu den: Henlein schwad onie hie on de E hal ung deu sche Kuns ,
on de Hü ung deu sche Sp ache, A und Si e, on de Ge ah de Ve mischung
zwischen Deu schen und „F emd assigen (Juden, Romanen, Nege n, Os ölke n u. a.)“
(Henlein s.d.: 40) und schließlich auch on de Ve eidigung de deu schen Heima ‑
e de (Henlein s.d.: 35–44). Was in Henleins Büchlein im Kleinen geschah, wu de au
den Sei en de Ve bands u nzei ung im G oßen be ieben. Noch im Jah e 1934 wu de
do de 75‑jä ige „Schöp e des A ie g undsa zes“ F anz Xa e Kießling he zlich
bejubel (F anz Kießling 1934) und um d ei Jah e spä e e eil e ein Bei äge in de
e s en Dezembe olge aus üh liche Ra schläge, wie die Win e sonnenwende eie im
ge manischen Sinne ges al e we den soll (Wie eie n wi unse Jul es ? 1937).
Schon No be Pe e sen wa 1980 in seine Hochschulsch i übe die DTV ‑Ideologie
om Fo bes ehen de ölkischen P inzipien in de wel anschaulichen G undhal ung
des DTV übe zeug (Pe e sen 1980: 62). Und auch Tomáš Kaspe , ein schechische
Expe im Be eich de E ziehungsgeschich e, kam 2007 in eine S udie zum Schluss,
de ölkische Kanon im DTV sei nich e auch , sonde n habe sich „zum gesellscha ‑
lichen und poli isch engagie en Konzep olkspoli ische E ziehung modi izie “
(Kaspe 2007: 192). Im Anschluss au diese Thesen kann nun esümie we den, dass
in olge on Henleins Wi ken zwa einige Elemen e de ölkischen Wel anschauung
im DTV e wo en, ande e wiede um he o gehoben und den Zei e häl nissen
angepass wu den. Diese e misch en sich mi den damals ak uellen Gedanken aus
di e sen ech so ien ie en, an idemok a ischen S ömungen und Ideensys emen,
o nehmlich aus de deu schen Jugendbewegung in de Tschechoslowakei und aus
de Leh e des ös e eichischen Soziologen und Philosophen O hma Spann übe den
au o i ä ge üh en S ändes aa (Kaspe 2007: 177). Im Ende ek e inne e die o i‑
ziell e e ene Wel anschauung des spä e en DTV an eine kun e bun e, aus Ideen
e schiedens e He kun gemisch e Melange, ü welche die Bezeichnungen wie
‚ ölkisch‘, ‚sude endeu sch‘, ‚na ionalis isch‘ ode ga ‚na ionalsozialis isch‘ ein ach
nich zu e en, beziehungsweise zu ku z g ei en.
4. JAHNS LEBENSLANGES ENGAGEMENT FÜR DAS VOLKSTUM
Wieso sieh das on Rudol Jahn kons uie e Geschich sbild ande s aus? Aus welchem
G und woll e e on de Kon inui ä des ölkischen Gedankengu es in de Wel an‑
schauung des DTV nich s wissen? Fü die Bean wo ung diese F agen beda es eines
okussie en Blickes au Jahns Be ä igung in den Tu nk eisen o und nach dem
Zwei en Wel k ieg. „Sei seine Knabenzei “ (F ank 1961: 2) soll Jahn im Tu n e ein
85MARTIN KLEMENT
Asch ge u n haben. Als e 1925 ge ade 14 Jah e al wa , e leb e e nach eigene Aus‑
sage Henleins „Einzug als Tu nleh e in Asch“ (Jahn 1938: [6]). Von seine Jugendzei
au be and sich also Jahn in de Nähe eines um 13 Jah e äl e en Mannes, de ihn mi
seinem Cha ak e wohl seh ie beeind uck e. Zwischen beiden muss sich bald ein
e auliches Ve häl nis gebilde haben und Jahn wu de asch zu Henleins engs en
F eunden und Mi a bei e n. Nachweisba is zum Beispiel, dass Jahn mi Ra und
Ta an de Asche Tu nschule behil lich wa (F ank 1961: 2; Tins 1971: 29), heu e eine
in Ve gessenhei ge a enen, seine zei abe wei übe die G enzen des DTV hinaus
bekann en Ans al . In den Räumlichkei en des Asche Tu n e eins un e geb ach
und au Henleins Un e ich splanen au bauend ging die Asche Tu nschule sei 1930
zweie lei Zielen nach: In ganzjäh igen Ku sen wu den Tu nleh e in allen ele an en
„Wissens‑ und Fachgebie e[n]“ (Jahn 1955: 7) inklusi e Wel anschauung ausgebilde
und dann in die Tu n e eine geschick , in kü ze daue nden Leh gängen wu den
wiede um die in e essie en Fachk ä e aus den Tu n e einen in e schiedenen
u ne ischen und wel anschaulichen Aspek en geschul und zusammen mi den
Tu nleh e n zu Füh e schich des DTV gemach (Tu nleh e schulung in Asch 1930:
388 .; Ull ich 1931: 103 .; Jahn 1938: 105–107, 154–158; Jahn 1958: 223–228).
Sei 1934 zähl e Jahn zu den Mi gliede n des Ve bandsdie ausschusses (Jahn 1957:
82), in dem die wel anschaulichen Angelegenhei en des ganzen DTV be a en wu den.
Jahns Ein luss im Ve band schein jedoch ein iel g öße es Ausmaß e eich zu haben,
als on einem geläu igen Mi glied des obe s en Die ausschusses zu e wa en wä e.
Anlässlich Jahns 60. Gebu s ages wü dig e ihn sein gu e F eund Benno Tins, de
ehemalige Gaup essewa des Ege land ‑Jahnmal ‑Tu ngaues und auch ein Asche
Tu ne (Jahn 1968: 23), als einen „Sinne und Be ei e und Konzep o ü iele lei […],
was dann im Tu n e bande bis hinein in die Ve eine und Riegen in die Ta umgese z
wu de“ (Tins 1971: 28). Allem Anschein nach a bei e e sich Jahn allmählich zu eine
g auen Eminenz hoch, on de Henlein ü eigene Tä igkei im DTV genauso hil ei‑
che Ra schläge zuge lüs e bekam wie ü eigenes poli isches Engagemen . Nach‑
dem Henlein 1933 aus dem DTV ausgeschieden wa , um sich de Poli ik widmen zu
können, s and ihm nämlich Jahn wei e zu Sei e, sei 1935 soga als Sek e ä (Bu ian
2012:92). Aus de Nähe zu Henlein e moch e e nach E inne ungen eines ande en
DTV ‑Tu ne s „die poli ische En wicklung im sude endeu schen Volkskö pe “ (F ank
1981: 17) gedanklich mi zup ägen. Seine ei ige A bei zuguns en Henleins Poli ik be‑
leg am bes en de p opagandis isch ‑hagiog aphische, 1938 be ei s zum zwei en Male
au geleg e Lebenslau Henleins, in dem Jahn eine ganze Schale on Begeis e ung zu
seinem Idol auslee e (Jahn 1938).
Als 1938 die zwei e Ausgabe on Henleins Biog a ie au den Büche ma k kam,
ahn e wohl keine noch, was ü ein jähes Ende de DTV, iele seine P o agonis en
und die ganze on ihm un e s ü z e Poli ik bald nehmen wü den. Kaum wa de DTV
im Jah e 1939 als Gau 18 in die S uk u en des ‚D i en Reiches‘ eingegliede wo den,
wu de seine Füh ungseli e mi jene na ionalsozialis ischen e se z (Jahn 1958: 260 .).
Wäh end des Zwei en Wel k iegs ück en manche Tu ne des au gehobenen DTV ein
und keh en nie meh zu ück. Angeblich sei as de gesam e Ausbildungsjah gang
1938/1939 de Asche Tu nschule im K iegs eld geblieben (Die „Asche Tu ne “ heu e
1972: 2). Rudol Jahn selbs e li 1941 schwe e Ve le zungen au de ussischen F on .
Am Ende des K ieges wu de e e ha e , in de S a ans al Bo y es gehal en und
92 BRÜCKEN 29/1
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