Gegen Vo u eile und Rassismus
-
T anskul u elle Kompe enz und assismusk i isches
Leh en und Le nen in geog aphischen Bildungsme-
dien und Rahmenplänen.
Disse a ion
zu E langung des Dok o g ades
de Ma hema isch-Na u wissenscha lichen Fakul ä
de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel
o geleg on
Tina Ak as
Kiel, im Sep embe 2024
E s gu ach e *in: P o . D . Wil ied Hoppe
Zwei gu ach e *in: P o . D . And eas Keil
Tag de mündlichen P ü ung: 19.11.2024
1
Zusammen assung
Die Beschä igung mi Kul u und Kul u en is sei jehe Bes and eil de Geog aphie. Wäh-
end die Humangeog aphie in den le z en Jah zehn en einen Wandel zu neuen Kul u -
geog aphie du chlau en ha , haben sich gleichzei ig auch in de Pädagogik und den Sozi-
alwissenscha en iele neue Konzep e zum kul u ellen Le nen en wickel . Neben zahl ei-
chen Neue ungen im in e kul u ellen Le nen sind es o allem das anskul u elle und das
assismusk i ische Le nen, welche sich als zen ale Ansä ze ü alle Schul o men und
Schul äche e ablie und die bes ehende Lei maxime des in e kul u ellen Le nens nach
und nach abgelös haben. T o z diese wei eichenden En wicklungen sind nu wenige ge-
og aphiedidak ische Fo schungsa bei en zum anskul u ellen Le nen zu inden und auch
im Geog aphieun e ich (zum Beispiel in Rahmenplänen ode Bildungsmedien) sind diese
neuen Ansä ze noch nich e ablie .
Diese A bei nimm diese These zum Anlass, um Konzep o schläge ü anskul u elles
und assismusk i isches Le nen im Geog aphieun e ich zu en wickeln und diese in Hin-
blick au de en In eg a ion in Bildungsmedien und Rahmenpläne zu e aluie en. De empi-
ische Teil se z sich dahe aus e schiedenen Baus einen zusammen: Die Analyse aus-
gewähl e Cu icula und Schulbüche , eine quan i a i -s anda disie e Um age un e Leh -
k ä en und Mi a bei enden an de Schulbuchges al ung sowie meh e e quali a i e In e -
iews mi Ve e e *innen de Bildungsmedien e lage sowie Bildungsak eu *innen des
Landes Schleswig-Hols eins dienen als G undlage ü eine Analyse des ak uellen Is -Zu-
s ands des anskul u ellen und assismusk i ischen Le nens im Geog aphieun e ich so-
wie ü die Diskussion übe eine mögliche Implemen ie ung de o ges ell en Konzep e in
geog aphische Bildungsmedien und Rahmenpläne. Die gewonnenen E kenn nisse zeigen
deu lich die Disk epanz zwischen No wendigkei und a sächliche Umse zung de neuen
Konzep e. Zudem konn en e schiedene U sachen ü die au gezeig en Lücken sowohl
au indi iduelle Ebene de Ak eu *innen als auch au s uk u elle Ebene de Ve lage,
Schulen und Minis e ien au gedeck we den. Da übe hinaus wu den die e schiedenen
Beda e sowohl on Leh k ä en und Schulen als auch on Bildungsak eu *innen deu lich.
Die da aus abgelei e en Chancen und Risiken können zukün ig als Basis ü eine mögli-
che Implemen ie ung in Bildungsmedien und Rahmenpläne dienen und so die konk e e
Umse zung e leich e n. Insgesam konn e gezeig we den, dass insbesonde e die bil-
dungspoli ischen Ak eu *innen die Rahmenpläne en sp echend anpassen müssen, dami
die Po en iale des anskul u ellen und assismusk i ischen Le nens ü die Ges al ung on
Bildungsmedien und die Un e ich sp axis ollum änglich genu z we den können.
2
Abs ac
The engagemen wi h cul u e and cul u es has always been a componen o geog aphy.
While human geog aphy has unde gone a ans o ma ion owa ds he new cul u al geog-
aphy in ecen decades, many new concep s o cul u al lea ning ha e simul aneously
de eloped in pedagogy and social sciences. Alongside nume ous inno a ions in in e cul-
u al lea ning, i is especially anscul u al and an i- acis lea ning ha ha e es ablished
hemsel es as cen al app oaches o all ypes o schools and subjec s, g adually eplacing
he exis ing guiding p inciple o in e cul u al lea ning. Despi e hese a - eaching de elop-
men s, only a ew didac ic geog aphical esea ch s udies on anscul u al lea ning can be
ound, and hese new app oaches ha e no ye been es ablished in geog aphy educa ion
(e.g., in cu icula o educa ional media).
This wo k akes his hesis as an oppo uni y o de elop concep ual p oposals o anscul-
u al and an i- acis lea ning in geog aphy educa ion and o e alua e hem ega ding hei
in eg a ion in o educa ional media and cu icula. The empi ical pa is he e o e composed
o a ious componen s: he analysis o selec ed cu icula and ex books, a quan i a i ely
s anda dized su ey among eache s and s a in ol ed in ex book design, as well as se -
e al quali a i e in e iews wi h ep esen a i es o educa ional media publishe s and edu-
ca ional s akeholde s o he s a e o Schleswig-Hols ein. These se e as a basis o ana-
lyzing he cu en s a e o anscul u al and an i- acis lea ning in geog aphy educa ion and
o discussing he possible implemen a ion o he p esen ed concep s in geog aphical ed-
uca ional media and cu icula.
The indings clea ly show he disc epancy be ween he necessi y and he ac ual imple-
men a ion o he new concep s. In addi ion, a ious causes o he iden i ied gaps we e
unco e ed bo h a he indi idual le el o he ac o s and a he s uc u al le el o publishe s,
schools, and minis ies. Mo eo e , he di e en needs o eache s and schools as well as
educa ional s akeholde s became appa en . The de i ed oppo uni ies and isks can se e
in he u u e as a basis o a possible implemen a ion in educa ional media and cu icula,
hus acili a ing conc e e implemen a ion. O e all, i was shown ha especially he educa-
ional policy ac o s need o adjus he cu icula acco dingly so ha he po en ials o ans-
cul u al and an i- acis lea ning can be ully u ilized o he design o educa ional media and
eaching p ac ice.
3
Abbildungs e zeichnis
Abbildung 1: Ve gleich des klassischen (in e kul u ellen) und anskul u ellen Kul u beg i s ...... 13
Abbildung 2: Ve eilung de Be a ungsan agen an die ADS 2022 ................................................ 28
Abbildung 3: De elopmen Model o In e cul u al Sensi i i y (DMIS) ............................................. 38
Abbildung 4: Ein Modell zu Fö de ung in e kul u elle Kompe enz im Geog aphieun e ich ....... 39
Abbildung 5: „Magisches Vie eck“ des globalen und in e kul u ellen Le nens ............................... 41
Abbildung 6: Da s ellung de deu schen Be ölke ung mi Einwande ungsgeschich e 2022 ......... 43
Abbildung 7: Topic a eas o Global Ci izenship Educa ion ............................................................ 81
Abbildung 8: Ziele des DIALLS-P ojek es ...................................................................................... 83
Abbildung 9: Das DIALLS-Rad ....................................................................................................... 85
Abbildung 10: Modell des anskul u ellen Le nens im Geog aphieun e ich ................................ 88
Abbildung 11: Kompe enzbe eiche des anskul u ellen und assismusk i ischen Le nens im
Geog aphieun e ich ............................................................................................................. 92
Abbildung 12: In eg a ion de Kompe enzbe eiche in das Modell des anskul u ellen Le nens ... 95
Abbildung 13: Fo schungsdesign ................................................................................................. 100
Abbildung 14: An o de ungska alog ü disk iminie ungsk i isches Un e ich sma e ial .............. 116
Abbildung 15: Da s ellung on G undbedü nissen on Jugendlichen ......................................... 133
Abbildung 16: A bei ssch i e zu Un e suchung on Klischees .................................................. 135
Abbildung 17: Doppelsei e “Eine Wel – ungleiche En wicklung“ ................................................. 149
Abbildung 18: A bei sbedingungen im Ve gleich ......................................................................... 150
Abbildung 19: E näh ungssi ua ion au de E de .......................................................................... 151
Abbildung 20: Leben in zwei Wel en ............................................................................................ 154
Abbildung 21: Einlei ungs ex und Au gabe .................................................................................. 156
Abbildung 22: Meme eines Einwohne s on Nai obi ................................................................... 158
Abbildung 23: AU 15: Welche G undlagen nu zen/nu z en Sie ü die E s ellung Ih e
Un e ich sinhal e? ............................................................................................................... 169
Abbildung 24: AU 16: Nennen Sie die ü Sie wich igs en Themen elde des Faches Geog aphie.
Beg i e mi mind. Zwei Nennungen ..................................................................................... 170
Abbildung 25: AU18: Wie wich ig inden Sie die olgenden „neuen“ geog aphischen bzw.
geog aphiedidak ischen Themen ü die Ges al ung on Bildungsmedien? ....................... 170
Abbildung 26: AU20: Welche Ansä ze und P inzipien soll en Ih e Meinung nach allgemein bei de
Ges al ung on Bildungsmedien besonde s be ücksich ig we den? .................................. 171
Abbildung 27: TT1: Aus dem Bauch he aus, was bedeu e Kul u ü Sie? ................................. 172
Abbildung 28: TS1: Bi e o dnen Sie die olgenden Aussagen hinsich lich Ih e Rele anz ein. .. 174
Abbildung 29: TS2: Bi e o dnen Sie die olgenden Konzep e hinsich lich de ü Sie gel enden
Rele anz ü den Geog aphieun e ich ein. ........................................................................ 174
Abbildung 30: Eins iegsimpuls – Ak uelle Schlagzeilen und Diag amme ................................... 179
Abbildung 31: Impuls 3 - Kompe enzmodell anskul u elles und assismusk i isches Le nen ... 181
Abbildung 32: P äsen a ions olie - Auszug aus de Schulbuch-Analyse ..................................... 182
Abbildung 33: Da s ellung de zug undeliegenden K i e ien ........................................................ 183
4
Tabellen e zeichnis
Tabelle 1: Eigenscha en in e kul u ell kompe en e Pe sonen. ..................................................... 37
Tabelle 2: Denkans öße ü ein assismussensibles Handeln ....................................................... 51
Tabelle 3: Dimensionen in e kul u elle Kompe enz. ...................................................................... 53
Tabelle 4: Kompe enzen im Kompe enzbe eich Fachwissen de Sekunda s u e I ........................ 64
Tabelle 5: Kompe enzen im Kompe enzbe eich Räumliche O ien ie ung de Sekunda s u e I ..... 65
Tabelle 6: Kompe enzen im Kompe enzbe eich E kenn nisgewinnung/ Me hoden de
Sekunda s u e I ...................................................................................................................... 65
Tabelle 7: Kompe enzen im Kompe enzbe eich Kommunika ion de Sekunda s u e I .................. 66
Tabelle 8: Kompe enzen im Kompe enzbe eich Beu eilung/Bewe ung de Sekunda s u e I ...... 67
Tabelle 9: Kompe enzen im Kompe enzbe eich Handlung de Sekunda s u e I ........................... 67
Tabelle 10: Kompe enzen im A bei sschwe punk C de Sekunda s u e II .................................... 69
Tabelle 11: Kompe enzen im A bei sschwe punk D de Sekunda s u e II .................................... 69
Tabelle 12: Kompe enzen im A bei sschwe punk E de Sekunda s u e II ................................... 70
Tabelle 13: An o de ungen an kompe enzbasie e globale Le na angemen s ............................. 82
Tabelle 14: T ansk ip ions egeln ü die compu e un e s ü z e Auswe ung ................................ 107
Tabelle 15: K i e ien ü den assismusk i ischen Umgang mi Quellen, Bilde n und Sp ache .... 117
5
Inhal s e zeichnis
ZUSAMMENFASSUNG ........................................................................................ 1
ABSTRACT .......................................................................................................... 2
ABBILDUNGSVERZEICHNIS .............................................................................. 3
TABELLENVERZEICHNIS ................................................................................... 4
1 EINLEITUNG ..................................................................................................... 8
2 FACHWISSENSCHAFTLICHE UND FACHDIDAKTISCHE HINFÜHRUNG....10
2.1 De Kul u beg i im Wandel .................................................................................................. 10
2.1.1 De adi ionelle Kul u beg i in de Geog aphie ............................................................... 13
2.1.2 De Cul u al Tu n und die Neue Kul u geog aphie ............................................................ 17
2.1.3 Vom Umgang mi dem F emden: Pos kolonialismus und O he ing .................................. 19
2.1.4 Von S e eo ypen und Vo u eilen zu Disk iminie ung und Rassismus ............................. 24
2.2 Konzep e des kul u ellen Le nens im Wandel ..................................................................... 32
2.2.1 Die Lände kunde und die Kul u e d eile ............................................................................ 32
2.2.2 In e kul u elles Le nen und in e kul u elle Kompe enz ...................................................... 35
2.2.3 Globales Le nen ................................................................................................................ 40
2.2.4 K i ik an dem Konzep de In e kul u ellen Kompe enz ..................................................... 42
2.2.5 T anskul u elle Kompe enz ............................................................................................... 44
2.2.6 Rassismusk i isches Le nen ............................................................................................. 48
2.3 Ve anke ung des anskul u ellen und assismusk i ischen Le nens im Fach
Geog aphie .................................................................................................................................... 51
2.3.1 Ve anke ung au Bundesebene gemäß de KMK ............................................................. 51
2.3.2 Ve anke ung au Bundesebene gemäß de Bildungss anda ds ....................................... 55
2.3.3 Ve anke ung au Landesebene gemäß de Fachan o de ungen ...................................... 62
2.3.3.1 Ve anke ung in de Sekunda s u e I .......................................................................... 63
2.3.3.2 Ve anke ung in de Sekunda s u e II ......................................................................... 68
3 ZWISCHENFAZIT .............................................................................................71
4 KONZEPTVORSCHLÄGE FÜR EINE ADÄQUATE EINBETTUNG ................73
4.1 An o de ungen au inhal liche Ebene und mögliche Anknüp ungspunk e .................... 73
4.1.1 Die Rolle des Raumes: Vom e leb en Raum zum Raume leben ...................................... 73
4.1.2 Mul ipe spek i i ä und Pe spek i wechsel ....................................................................... 77
4.1.3 Die Rolle de Sp ache: Inhal , Le nziel und Medium ......................................................... 78
4.1.4 T ans o ma i e Bildung und Global Ci izenship Educa ion ............................................... 80
4.1.5 Einbezug on in e kul u ellen Kompe enzen nach DIALLS .............................................. 83
6
4.2 En wicklung eines Modells zum anskul u ellen Le nen im Geog aphieun e ich ....... 86
4.3 Kompe enzbe eiche ............................................................................................................... 90
5 EMPIRISCHER TEIL - METHODIK ..................................................................96
5.1 Vo gehen und Fo schungsdesign ........................................................................................ 97
5.2 S ichp obene s ellung ......................................................................................................... 101
5.3 Auswe ungsme hoden ........................................................................................................ 105
5.4 Me hodenk i ik ...................................................................................................................... 109
6 EMPIRISCHER TEIL - AUSGANGSLAGE: TRANSKULTURELLES LERNEN
IN BILDUNGSMEDIEN ......................................................................................112
6.1 O izielle Emp ehlungen und Vo gaben ü Bildungsmedien .......................................... 112
6.2 K i e ien ü geeigne es Un e ich sma e ial ..................................................................... 115
6.2.1 Bes ehende Hand eichungen .......................................................................................... 115
6.2.2 Eigene K i e ien ............................................................................................................... 117
6.3 Analyse ausgewähl e Leh we ke ....................................................................................... 119
6.3.1 Leh we ke de Sekunda s u e I ....................................................................................... 120
6.3.1.1 Die cke Geog aphie 1 .............................................................................................. 121
6.3.1.2 Te a Geog aphie 1 .................................................................................................. 124
6.3.1.3 Die cke Geog aphie 2 .............................................................................................. 128
6.3.1.4 Seydli z Geog aphie 7/8........................................................................................... 132
6.3.2 Leh we ke de Sekunda s u e II ...................................................................................... 137
6.3.2.1 Fundamen e Geog aphie Obe s u e ........................................................................ 137
6.3.2.2 Te a Geog aphie Obe s u e .................................................................................... 141
6.3.2.3 Die cke Geog aphie Obe s u e Schleswig-Hols ein ................................................ 144
6.3.3 Wo s -P ac ice-Beispiele ................................................................................................. 148
6.3.3.1 Die cke E dkunde NRW Band 3 .............................................................................. 148
6.3.3.2 Die cke P axis Geog a ie 7/8 Gymnasium Be lin/ B andenbu g ............................. 153
6.3.4 Bes -P ac ice-Beispiele ................................................................................................... 155
6.3.4.1 Te a 7/8 E dkunde Gymnasium Baden-Wü embe g ............................................ 155
6.3.4.2 Te a Geog aphie 7 Obe schule Sachsen ............................................................... 156
6.3.5 Zusammen assung de Schulbuchanalyse ..................................................................... 159
6.4 Expe *innen-In e iew ......................................................................................................... 161
6.5 Schluss olge ungen aus Schulbuchanalyse und Expe *innen-In e iew ..................... 164
7 EMPIRISCHER TEIL - VERTIEFUNG: AKTUELLER STELLENWERT DES
TRANSKULTURELLEN LERNENS ..................................................................165
7.1 Um age ................................................................................................................................. 165
7.1.1 Vo be ei ung und Ablau ................................................................................................. 165
7
7.1.2 Auswe ung de quan i a i -s anda disie en F agen ...................................................... 168
7.2 Fokusg uppen-In e iews .................................................................................................... 177
7.2.1 In e iew mi schleswig-hols einischen Bildungsak eu *innen ........................................ 179
7.2.2 In e iew mi Ve e e n on Bildungsmedien e lag 1 ..................................................... 182
7.2.3 In e iew mi Ve e e n on Bildungsmedien e lag 2 ..................................................... 184
7.3 E gebnisse ............................................................................................................................ 184
7.3.1 Ak uelle S ellenwe des anskul u ellen und assismusk i ischen Le nens (TRL) ....... 185
7.3.1.1 Ak uelles Zei geschehen und (gesellscha liche) Rele anz..................................... 185
7.3.1.2 De neue Kul u beg i & die Rele anz on Rassismus ........................................... 187
7.3.1.3 Von Pos koloniale Theo ie bis C i ical Whi eness .................................................. 190
7.3.2 Von S ä ken und Chancen: Gegenwä ige und zukün ige Ve anke ung ....................... 193
7.3.2.1 Me hodische und achdidak ische Ansä ze.............................................................. 194
7.3.2.2 Begegnungen scha en: Schulübe g ei ende P og amme und auße schulische
Le no e ................................................................................................................................ 196
7.3.2.3 Die Rolle de Vo gaben und Rich linien ................................................................... 197
7.3.3 Von Schwächen und Risiken: He aus o de ungen bei de Umse zung de Konzep e ... 199
7.3.3.1 Die F age nach de achlichen Zugehö igkei und die Rolle de Rahmenpläne ...... 200
7.3.3.2 Von Beg i lichkei en und Schubladen: Mögliche inhal liche Schwie igkei en de
Konzep e .............................................................................................................................. 202
7.3.3.3 In e ne Fak o en: Die Vo ausse zungen in Schule und Ve lagen ........................... 203
7.3.3.4 Die un e ich lichen Vo ausse zungen ..................................................................... 207
7.4 Diskussion de E gebnisse ................................................................................................. 209
7.4.1 Ak uelle und zukün ige Rele anz ................................................................................... 209
7.4.2 U sachen ü die es ges ell en De izi e und da aus abgelei e e Beda e de Be eilig en 210
7.4.3 Mögliche Umse zung de en wickel en Modelle und Kompe enz as e .......................... 211
8 FAZIT UND AUSBLICK..................................................................................212
9 ANHANG ........................................................................................................215
10 LITERATURVERZEICHNIS ..........................................................................265
11 EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG .............................................................279
14
übe die emden Kon inen e und de en Bewohne *innen in die Heima impo ie . So wu -
den Bilde aus e nen Lände n mi ande em Klima, unbekann e Vege a ion und Menschen
mi ande em Aussehen und ande e Lebensweise gescha en und e b ei e .
Die da au olgende Kolonialisie ung de Wel du ch die eu opäischen Lände (Belgien,
Deu schland, England, F ank eich, Niede lande, Po ugal, Spanien) e s ä k e das Au -
kommen eu ozen isch gep äg e Menschenbilde und kann dahe als neuzei liche G und-
lage des Rassismus be ach e we den (Budke e al. 2018, S. 124). De neuzei liche (eu-
opäische) Kolonialismus gil dabei als He scha ssys em, das mi kul u elle Dominie ung
einhe geh (Ecka d , F.; Hoe ning, J. 2012, S.266). Be ei s in Zei en de Au klä ung wu de
ein Menschenbild en wickel , welches die olgende Kolonialisie ung mi de Bese zung on
Te i o ien in La einame ika, A ika und Asien und de dami einhe gehenden Un e we -
ung, Ve eibung, Ve skla ung und zum Teil soga E mo dung de Be ölke ung beg ün-
de e und dahe als Legi ima ion e wende wu de. Bis heu e hochangesehene Philoso-
phen wie Immanuel Kan ode F ied ich Hegel p äg en dieses Bild. So en wickel e Kan in
seine „Menschenkunde“ eine Rassen heo ie, in de die Menschhei in ie spezi isch cha-
ak e isie e, abe nich gleichbe ech ig e „ aces“ einge eil wu de (Willaschek 2023, S.212,
El-Ma alaani 2021, S.29). Die indigene Be ölke ung Ame ikas beleg e hie beispielsweise
den le z en Pla z de menschlichen En wicklungske e. Auch Hegel we e e die Geschich e
und En wicklung de Kon inen e, indem e den Kon inen A ika als „geschich slosen Kon-
inen “ mi keine Aussich au En wicklung aus eigenem An ieb bezeichne e (El-Ma alaani
2021, S.29 .). Beide Aussagen müssen aus heu ige Pe spek i e als assis isch be ach e
we den und ugen zu einem Bild nich -weiße Menschen bei, welches zu Legi ima ion
de Kolonisie ung ande e Völke genu z wu de. Die da in en hal ene Ideologie beinhal e
die kul u elle und assische Übe legenhei de Eu opäe sowie eine Übe legenhei des
Ch is en ums (Budke e al. 2018, S. 124). In diesem Zusammenhang en s and de an h-
opologische Rassebeg i , welche zu Ein eilung de Wel be ölke ung in un e schiedliche
En wicklungss u en benu z wu de – die Eu opäe *innen wu den als kul u ell übe legen
gegenübe den emden „Na u ölke n“ de inie (El-Ma alaani 2021, S. 16; Hund 2007,
S.14 .). Auch wes lich-eu opäische Wissensbes ände gal en als dem Wissen de koloni-
sie en Gesellscha en übe legen. Somi gal im Legi imie ungsdisku s de Kolonialmäch e
de Kolonialismus als zi ilisa o ische Mission. Die da aus en s andenen poli ischen und
ökonomischen Mach s uk u en wi ken bis heu e (Ecka d , F.; Hoe ning, J. 2012, S.266).
Auch die An änge de Kul u geog aphie im 18. und 19. Jah hunde wu den o nehmlich
du ch die damalige Ä a de E kundungen beein luss (Ande son 2010, S.14). Neben de
geog aphischen E kundung neue , bishe unbekann e Te i o ien wa es o allem das
Ziel damalige Geog aphen die lee en S ellen de Landka en zu üllen und so di ek ode
15
indi ek den eu opäischen G oßmäch en bei ih e Kolonialisie ung zu hel en. Du ch die
wachsende Mach diese S aa en un e s ü z üh en die Geog aphen de damaligen Zei
die e s en Feld o schungen du ch und besch ieben neben den landscha lichen Gegeben-
hei en de neuen Te i o ien auch die do lebenden Völke : die Gebu ss unde de Kul u -
geog aphie (Ande son 2010, S.15 .).
Doch du ch die zunehmenden E kenn nisse übe die Wel und ih e Bewohne *innen wan-
del e sich das Fo schungs eld: Geog aphen begannen nun Hypo hesen übe die Bezie-
hungen zwischen Mensch und Umwel zu e s ellen, eine Fo schungs ich ung, die man als
Posi i ismus bezeichne .
Als Folge aus diesem Wandel wu den Geog aphen on bloßen E kunde n au G und ih e
Theo ien zu Expe en au ih em Gebie . Auße dem bo en die neuen Theo ien Anlässe zu
Feld o schungen, um die au ges ell en Hypo hesen zu übe p ü en (Ande son 2010, S.15).
Ein Vo ei e diese wissenscha lichen Rich ung wa de Biologie und Bo anike Cha les
Da win, dessen Theo ie zu Beziehung on Lebewesen und Umwel sich au Kul u en
übe agen ließ. Dies üh e dazu, dass sich die Geog aphen e meh de Kul u geog a-
phie zuwand en, um die Va ia ion de Kul u en au de E de zu e klä en.
Aus de Anwendung on Da wins Theo ie schluss olge e man, dass die Kul u en du ch
die Umwel de e minie , also bes imm we den: „En i onmen al de e minism … e-
p esen ed he i s a emp … a gene alisa ion by geog aphe s su ing he mode n pe iod.
Ins ead o me ely p esen ing in o ma ion in an o ganised manne ; ei he opically o by
a ea, geog aphe s sough explana ions o he pa e ns o human occupa ion o he ea h's
su ace. Thei majo ini ial sou ce o explana ions was he physical en i onmen , and a
posi ion was es ablished a ound he belie ha he na u e o human ac i i y was con olled
by he pa ame e s o he physical wo ld wi hin which is was se “ (Johns on and Sidaway
2004, S. 46 zi ie nach Ande son 2010, S. 16).
Doch die De e minis en e klä en nich nu die En s ehung on Kul u en, sonde n sie be-
we e en diese auch ausgehend on ih e eu ozen ischen Sich : Ande sa ige Völke de
neuen Wel wa en ihnen zu olge nich nu ande s, sonde n ba ba isch und unzi ilisie .
Man s ell e soga die Theo ie au : Je opische die Umwel , des o wilde die Kul u en, die
in ih Leben (Ande son 2010, S.17).
Die Bedienung de wes lichen Vo u eile dien e de Poli ik und de Ki che gleichzei ig als
mo alische Rech e igung ü ih „soziales“ P ojek Kolonialisie ung, da den wenige en -
wickel en Völke n gehol en we den müsse.
Ein Beispiel da ü is de deu sche Geog aph F ied ich Ra zel, de den aus dem Sozial-
da winismus s ammenden Umwel de e minismus nu z e, um die Mach e häl nisse on
Na ionals aa en zu e klä en. Ihm zu olge wa en einige S aa en kul u ell s ä ke als ande e
16
und ha en olglich auch einen Beda nach meh Ressou cen. In seine Lebens aum he-
o ie e klä e e , dass die Kolonisie ung ein no wendige P ozess sei, de s a ken S aa en
e laub sich auszub ei en und so schwache S aa en kul u ell übe o m we den. Ra zel
e klä dami nich nu die Expansion einige Mäch e, sonde n legi imie sie gleichzei ig
(Ra zel 1901). So kann man sagen, dass die An änge de Kul u geog aphie nich nu dazu
üh en, neue E kenn nisse übe ande e Völke nach Eu opa zu b ingen, sonde n auch
dazu dien en, die Wel ü die Ausb ei ung de wes lichen Kul u zu ö nen (Ande son 2010,
S.17).
Im Gegensa z zu diese Fo m de Geog aphie, dem Umwel de e minismus, s eh de Um-
wel possibilismus de anzösischen Schule um Elisée Reclus. Nach diese Theo ie des
ühen 20. Jah hunde s is die Umwel nu ein Fak o , de die En s ehung on Kul u en
beein luss . De Lebens aum bie e den Menschen lediglich Möglichkei en, nach denen
die Kul u g uppen ih e eigenen Ak i i ä en und P ozesse e scha en können. Folglich sind
Menschen nich nu passi und on de Umwel de e minie , sonde n können ei und
a ional übe ih Handeln en scheiden und sind somi in de Lage als ak i e Agen en, ih e
Kul u zu e scha en und ih e physische Umwel zu beein lussen. Die E o schung diese
Ein lussnahme hinsich lich Um ang und A und Weise wa eine zen ale Fo de ung Reclus
(Lippune & We len 2011: 690 ; Heinebe g 2007: 22 ).
Des Wei e en bedien en die Umwel possibilis en keine Vo u eile übe die Un e - ode
Übe legenhei eine Be ölke ungsg uppe. Ande e Kul u en sind ih e Meinung nach an-
de s und nich als besse ode schlech e einzuo dnen (Ande son 2010, S.18).
Ein bekann e Ve e e dieses Fo schungszweiges is de F anzose Paul Vidal de la Bla-
che, de die e schiedenen kul u ellen G uppen F ank eichs ka alogisie e. E keh e dami
zu empi ischen Me hoden zu ück, indem e ähnlich wie Humbold e such e, e schiedene
Lebenss ile du ch das Dokumen ie en on A e ak en, Hauss ilen ode Kleidungs ypen zu
iden i izie en. Diese auch als „Desc ip i e Cul u al Geog aphy“ bezeichne e S ömung
blieb nich nu au Eu opa beg enz , sonde n schlug auch in de no dame ikanischen Ge-
og aphie Wu zeln und beein luss e de en geog aphischen Vo ei e Ca l Saue s a k. E
und seine Be keley School wa en die ein luss eichs en Geog aphen wäh end de so ge-
nann en „klassischen Epoche de Cul u al Geog aphy“ in den 1930e bis 1950e Jah en
(Be nd ; Pü z 2007, S.12). Kennzeichnend ü die Be keley School wa en un e ande em
eine Be onung des Menschen als en scheidende Fak o ü Umwel e ände ungen sowie
die E o schung ma e ielle kul u elle A e ak e, insbesonde e im ländlichen Raum sowie
in nich -wes lichen beziehungsweise nich -indus iell gep äg en Gesellscha en (F ey ag
17
e al. 2016, S.8). Dabei wu den o allem das Besonde e, Fa bige und Einmalige des Fo -
schungsgegens andes he o zuheben (ebd.).
2.1.2 De Cul u al Tu n und die Neue Kul u geog aphie
Inspi ie du ch einen Wandel de sozialwissenscha lichen Fo schung und als Folge de
zunehmenden K i ik am „al en“ Kul u e s ändnis mach en sich in den 1980e und 1990e
Jah en angloame ikanische Geog aphen au , die Kul u geog aphie neu zu denken. De
kul u elle Wandel, besse bekann un e dem Beg i „Cul u al Tu n“, beschä ig e die Geis-
eswissenscha en be ei s sei den 1970e Jah en (Sah 2003, S.232). Die ie g ei enden
Ve ände ungen des sozialen und poli ischen Sys ems sei dem zwei en Wel k ieg ück en
die Kul u in den Mi elpunk de Gesellscha . Dami einhe gingen Ve ände ungen in Be-
zug au die Iden i ä , die Zugehö igkei und die Ge ech igkei in de Wel (Sco 2004, S.24).
Zu diese Zei gab es auch eine e s e Wende, de so genann e „in e p e a i e u n“ ode
auch „linguis ic u n“. Hie bei wandel e sich de Kul u beg i zu einem semio ischen, be-
deu ungso ien ie en Ve s ändnis on Kul u und es e ablie e sich die Me aphe de „Kul-
u als Tex “. Au bauend au diesem e s en Wandel en s anden di e se kul u heo e ische
Ve zweigungen, die auch als „Cul u al Tu n“ bezeichne we den (Be nd ; Pü z 2007, S.15).
Auch wenn gene ell on einem „Cul u al Tu n“ gesp ochen wi d, handel e es sich hie bei,
um eine Vielzahl on P ozessen, die zum Ziel ha en die Disziplin gene ell on ih en s a -
en G enzen zu be eien und das Ve s ändnis des Kul u ellen und des Sozialen zu hin e -
agen (Be nd ; Pü z 2007, S.7).
Wo zu o indi iduelle Ak eu *innen und isolie e Gemeinscha en be ach e wu den, ging
es nun um Ne zwe ke, die sich zum Teil übe den ganzen Globus e s ecken, und wo zu o
aumlose, ökonomische und soziale Modelle gescha en wu den, wa en nun komplexe
P ozesse im Raum on Bedeu ung (Jackson 1989, o ewo d). En sp echend diese En -
wicklungen wa es nun ü iele Geog aphen no wendig, die geog aphischen Vo s ellun-
gen zu e wei e n und neue Pe spek i en ü die kul u geog aphische Fo schung zu e ab-
lie en.
Eine de bedeu ends en Fö de e eine „Neuen Kul u geog aphie“ wa Pe e Jackson, de
mi seine Publika ion „Maps o Meaning: an in oduc ion o cul u al geog aphy“ aus dem
Jah 1989 einen G unds ein ü ein Neu e s ändnis de Disziplin leg e. Lau Jackson ha e
die Kul u geog aphie zu diesem Zei punk be ei s begonnen, einen zen alen Pla z in de
sich e o mie enden Humangeog aphie einzunehmen, weshalb eine Besch änkung au die
In e p e a ion on his o ischen und ländlichen Landscha en sowie das Ka ie en on Kul-
u elik en nich meh aus eich e. S a dessen o de e Jackson meh Bezug zu Sozial he-
o ie und den Cul u al S udies (Jackson 1989, S.1 .).
18
Als Vo bild nann e e un e ande en das „Cen e o Con empo a y Cul u al S udies a he
Uni e si y o Bi mingham“ un e dem Wissenscha le S ua Hall, welches Kul u en als
Bedeu ungska en, „Maps o Meaning“, e s eh und nich nu als bloße Bedeu ungs- und
We esys eme im Kop eines Einzelnen au ass . E s du ch die soziale O ganisa ion eine
G uppe wi d Kul u konk e :
„Cul u e is he way he social ela ions o a g oup a e s uc u ed and shaped: bu i is also
he way hose shapes a e expe ienced, unde s ood and in e p e a ed“ (Cla ke e al.1976,
S.11 zi ie nach Jackson 1989, S.2).
En sp echend diese These begannen zu de Zei auch die Kul u geog aphen ih e Fo -
schungsansä ze zu übe denken: Sie ingen an, die Plu ali ä on Kul u en und die Bedeu-
ung on sozialen Beziehungen und P ozessen inne halb einzelne G uppen wah zuneh-
men. Zudem anden die Konzep e de menschlichen Indi iduali ä , Subjek i i ä und K e-
a i i ä g öße e Beach ung (Jackson 1989, S.20 .).
Gene ell kann man die Fo de ungen des Cul u al Tu ns wie olg zusammen assen: De
an h opologische, ölke kundliche Ansa z soll e zu Guns en de Sozialwissenscha en als
Inspi a ionsquelle au gegeben we den, wo un e auch die In eg a ion eminis ische ode
pos mode ne Themen äll . Des Wei e en soll e die Kul u nich länge als Agen be ach-
e we den, welche die Landscha e ände , sonde n die Ak i i ä nun dem Menschen
übe agen we den. Dami sind die Menschen in de Neuen Kul u geog aphie ak i e P o-
duzen en on Kul u p oduk en und Kul u p ozessen und e schiedene Kul u en en s ehen
dann, wenn Indi iduen zusammen kommen, um ih Leben au eine bes imm e, abe un-
e schiedliche A und Weise zu leben (Ande son 2010, S.27).
In de Folge en s and die „Neue Kul u geog aphie“, welche die wissenscha lich-geog a-
phische Pe spek i e au den Raum und dessen Rolle e ände e. Nun wu de de Raum
nich meh nu als „Con aine “ be ach e , sonde n auch als soziale, ökonomische und po-
li ische In e p e a ion und Kons uk ion (Gebha d e al. 2007, S.574 .)
Ebenso ück e de Zusammenhang on Raum und Mach in den Fokus de kul u geog a-
phischen Fo schung. Demnach is unse Wel bild „kein objek i es [,] sonde n ein Spiegel-
bild des sich imme neu kon igu ie enden D eiecks on Gesellscha , Raum und Mach “
(Gebha d e al. 2003: 8). In de äumlichen Ano dnung on Dingen lassen sich also ge-
sellscha liche Mach s uk u en e kennen (F ey ag e al. 2016, S.91).
Dami einhe geh eine kons uk i is ische Wendung de Be ach ung on Kul u und Ge-
schich e. Die al e Di e enzie ung zwischen dem Eigenen und dem F emden wi d abgelös
du ch eine inne e Di e enz und Viel al (Hall 1999, S.83 .). In Folge des „Cul u al Tu n“
en wickel e sich die E kenn nis, dass ein ealis isch-objek i e Blick au die iel äl igen As-
pek e on Kul u unmöglich is . S a dessen en wickel en sich e schiedene Konzep e wie
Kul u als disku si e Kons uk ion (z.B. Foucaul 1991 ode Hall 1999), Kul u als Fo m
19
sinnha en menschlichen Handelns (z.B. We len 1995) ode Kul u als Kommunika ion
(z.B. Lu hmann 2002). All diese geog aphischen Konzep ionen beinhal en eine s ä ke e
Fokussie ung au kommunika i e und sinns i ende P ozesse und be ach en dabei die
Rolle des Räumlichen zu S uk u ie ung on Kul u und Gesellscha . Die Ve o ung des
Eigenen und F emden dien dabei gleichzei ig als Näh boden ü Auseinande se zungen
übe Raum und Mach . (F ey ag e al. 2016, S.91, Gebha d e al. 2007, S. 574 .).
In diesem Zuge ände e sich auch die Sich weise au den Beg i de Iden i ä . Lange Zei
gal Iden i ä als angebo en und un e ände ba . Eine kla e soziale und äumliche Zuo d-
nung e schien somi möglich. In de heu igen „Neuen Kul u geog aphie“ is de Iden i ä s-
beg i komplexe . Die Iden i ä eines Indi iduums is ieldimensional und e ände lich.
Iden i ä en we den poli isch und sozial kons uie und we den s ändig neu ausgehandel .
In Abg enzung zum he kömmlichen Iden i ä sbeg i e ügen Indi iduen übe mul iple
Iden i ä en, welche abhängig on sozialen Kon ex en sind und somi si ua i di e enzie
au e en können. Du ch diese pe manen e soziale He s ellung im Kon ex on Selbs - und
F emdbesch eibung wi d die Uneindeu igkei on Iden i ä en o ensich lich (Po 2007,
S.28 ., gl. F ey ag e al. 2016, S.91).
In Anlehnung an die Ansä ze de „Neuen Kul u geog aphie“ en s anden zahl eiche Wei-
e en wicklungen wie beispielsweise die „Cul u al S udies“, die „ eminis ische und pos -
eminis ische Theo ie“ ode de „Pos kolonialismus“, welche wich ige Impulse ü die Fo -
schung zu Kul u und Raum im geog aphischen Kon ex se zen (Be nd ; Pü z 2007, S.18).
2.1.3 Vom Umgang mi dem F emden: Pos kolonialismus und O he ing
Im Zuge de Dekolonisa ion des 20. Jah hunde s sowie in Folge des Cul u al Tu ns in den
Geis eswissenscha en en s anden e s e pos koloniale Theo ieansä ze zunächs in den
Li e a u wissenscha en, welche sei den 1970e Jah en im anglophonen Sp ach aum und
wenig spä e auch in den deu schsp achigen Geis eswissenscha en iel äl ig disku ie
und adap ie wu den (Ha 2014, S. 28). Als ansdisziplinä es he e ogenes Disku s eld
um ass de Pos kolonialismus eine Vielzahl an Fachbe eichen, Sp echposi ionen und
Pe spek i en. Nach Blun und Mc Ewan is de Pos kolonialismus und die geog aphische
Disziplin „eng mi einande e bunden“ (Blun & Mc Ewan 2002, S. 1 zi ie nach: Jazeel
2019, S. 21).
De Beg i des Pos kolonialismus is seh komplex, plu alis isch und ums i en, sodass
es schwe is , eine kla e De ini ion zu inden. Nach Jazeel (2019) soll e de Pos kolonialis-
mus dahe als „Bündel on Pe spek i en und In e en ionen“ be ach e we den, welches
das heu ige Wissen in F age s ell und gleichzei ig dazu au o de dessen his o ischen
Hin e g und zu un e suchen (Jazeel 2019, S. 1 .).
20
Dabei we den zwei Bedeu ungsebenen un e schieden: Die Vo silbe „Pos “ deu e dabei
zum einen au die his o ische Pe iode hin und e weis dami au „nachkoloniale Gesell-
scha szus ände“. Zum ande en bezeichne de Beg i heo e ische Ansä ze, welche sich
zwischen den d ei Themen elde n Pos s uk u alismus, Ma xismus und Feminismus an-
siedeln. Gu ie ez Rod iguez (2003) un e scheide inne halb de pos kolonialen Theo ien
zwischen de sozialhis o ischen und eine gesellscha lich-pos s uk u alis isch- eminis i-
schen He angehensweise (Sch öde 2019, S.35). Le z e e be ach e koloniale Mach hin-
sich lich ih e Bedeu ung ü Selbs - und Wel bilde sowie ü die P oduk ion on Wissen.
Dabei we den in einem in e disziplinä en Feld un e Zuhil enahme iel äl ige me hodolo-
gische Ansä ze Themen wie Rassismus, Mach und Kul u k i isch be ach e . Pos kolo-
niale Ansä ze wu den beispielsweise in Teilen de e ziehungswissenscha lichen Diskus-
sion um Di e enz und In e kul u ali ä und in Konzep ionen on Kul u , Iden i ä und Raum
in de Neuen Kul u geog aphie he angezogen (Sch öde 2016, S.11).
Als zen ale Ve e e de pos kolonialen Theo ie gel en S ua Hall, Homi K. Bhabha,
Gaya i C. Spi ak sowie Edwa d Said (ebd, S.36). Le z e e gil als Beg ünde des Pos -
kolonialismus als allgemeine Theo ie und sein We k „O ien alism“ aus dem Jah 1978 als
„G ündungsdokumen ü den Pos kolonialismus“ (Cas o Va ela; Dhawan 2020, S. 101).
Im Rahmen dieses Buches un e such Said e schiedene eu opäische und no dame ika-
nische akademische sowie li e a ische und jou nalis ische Tex e sowie Reisebe ich e aus
dem 19. und ühen 20. Jah hunde hinsich lich de Da s ellung des sogenann en „O i-
en s“ (Cas o Va ela; Dhawan 2020, S. 107). Said is dabei de e s e, de eine koloniale
Disku sanalyse du ch üh und dami de pos kolonialen Theo ie eine neue Me hode zu
Ve ügung s ell .
Saids S udie nimm dabei zwei Themen in den Fokus: Zum einen die Kons uk ion des
O ien s du ch Eu opa, zum ande en die Nu zung de Rep äsen a ionspoli iken zu S abili-
sie ung de kolonialen He scha ss uk u en. In diesem Zusammenhang bezeichne Said
das P oduk o ien alischen Denkens als „imagina i e Geog aphie“, die den O ien als ho-
mogenes Objek da s ell , welches sich on de aumbezogenen Vo s ellung übe den
Wes en, den sogenann en „Okziden “, deu lich un e scheide . Dabei we den o ien alische
Menschen als das exak e Gegenbild des Eu opäe s und somi als „die Ande en“ da ge-
s ell , was den na ionalis ischen und assis ischen Disku s des O ien alismus deu lich
mach (Cas o Va ela; Dhawan 2020, S. 105 .).
Diese T ennung zwischen O ien und Okziden dien als G undlage ü koloniale He -
scha ssys eme und de inie das geopoli ische Te i o ium de Kolonialisie ung. In diesem
Kon ex be on Said die Ve an wo ung de wes lichen akademischen Wissenscha , da
diese ih Wissen übe den O ien aus eine übe legenen und eu ozen is ischen Posi ion
21
he aus p oduzie und somi die Mach ausüb , um den O ien als einen un e wo enen
Raum zu kons uie en (Cas o Va ela; Dhawan 2020, S. 110). Au G undlage dessen ge-
ne ie das Wissensa chi übe den O ien nich nu eine wes liche, kul u elle, mili ä ische
und ökonomische Dominanz, sonde n legi imie und s abilisie dami auch koloniale
Mach - und He scha s e häl nisse (ebd., S.103 .).
In de pos kolonialen Theo ie gil Saids We k nach wie o als ein bedeu ende Rep äsen-
an inne halb de sogenann en „pos kolonialen Wende“. Das Ve s ändnis, den O ien alis-
mus als einen hegemonialen eu opäischen Disku s au zu assen, e laub e de Wissen-
scha die Anwendung eine neuen Me hode, welche die Analyse on kul u ellen Fo men
und Rep äsen a ionen koloniale und impe iale Ideologien e möglich e und auch in de
Gegenwa noch on Bedeu ung ü die pos koloniale Fo schung is . Ania Loomba be on :
„Colonial discou se ... is no jus a ancy new e m o colonialism; i indica es a new way
o hinking in which cul u al, in ellec ual, economic o poli ical p ocesses a e seen o wo k
oge he in he o ma ion, pe pe ua ion and disman ling o colonialism. I seeks o widen
he scope o s udies o colonialism by examining he in e sec ion o ideas and ins i u ions,
knowledge and powe ” (Loomba 1998, S. 54, zi ie nach: Blun 2005, S. 177). Die u -
sp ünglichen Ansä ze des Pos kolonialismus wu den somi au eine disku si e Ebene an-
gehoben, die Mach e häl nisse und Rep äsen a ionsp oduk ionen in wes lichen Wissens-
sys emen k i isch analysie (Blun 2005, S.176 .).
In diesem Zusammenhang e olgen pos koloniale S udien in Anlehnung an Said eine k i-
ische Re lexion on ex uellen P oduk ionen und de Ve wendung de Sp ache inne halb
diese Tex e. Dabei ungie Sp ache als bedeu endes Medium in Bezug au die Scha ung
und Au ech e hal ung on hie a chischen Mach s uk u en und nimm somi eine Schlüs-
sel olle hinsich lich koloniale Un e d ückungssys eme ein. Die du ch Sp ache p oduzie e
Da s ellung des „ emden“ O ien s sag nach Said nich s übe die wi kliche Bescha enhei
dieses Raumes aus, sonde n dien de wes lichen Kul u o allem als Un e scheidungs-
sys em, wodu ch diese ih e eigene Kul u e s de inie (Siou i e al. 2022, S. 8.). Neben
Said is hie Gaya i C. Spi ak zu nennen, welche den Beg i des „O he ing“ e ablie e. In
ih em Essay „The Rani o Si mu “ analysie sie die e schiedenen Dimensionen des O -
he ing, welche im A chi ma e ial de b i ischen Kolonialmach in Indien o kommen. Im
Fall de Rani is de P ozess des O he ing lau Spi ak au Rasse, das Geschlech und die
gesellscha liche Klasse bezogen (Siebe 2012, S. 98 .).
In de pos kolonialen Fo schung is das Konzep des „O he ing“ g undlegend und be-
sch eib eine be on e Un e scheidung und Dis anzie ung om Ande en. Dabei we den An-
de e au G und on als ande s wah genommenen Me kmalen als ande sa ig beziehungs-
weise emd einges u . Eng dami e bunden is de Beg i de Iden i ä , wobei Iden i ä en
aus pos koloniale Pe spek i e als si ua i e Posi ionie ungen „in einem o enen Feld on
22
Rela ionen“ e s anden we den (Baque o To es 2012, S.320, zi ie nach Sch öde 2019,
S.37). Du ch diesen ela ionalen Cha ak e de Iden i ä sbildung wi d deu lich, dass das
Ande e ü das eigene Ich on en scheidende Bedeu ung is . „Die Vo s ellung, Iden i ä
habe e was mi Menschen zu un, die alle gleich aussehen, au dieselbe Weise ühlen und
sich selbs als Gleiche wah nehmen, is Unsinn. Iden i ä als P ozeß [sic], als E zählung,
als Disku s wi d imme on de Posi ion des Ande en aus e zähl “ (Hall 1994, S. 74, zi ie
nach Sch öde 2019, S.36).
Es gib iel äl ige wissenscha liche S udien, die nachweisen, dass Menschen dazu neigen
sich selbs und ih e Eigeng uppe on ande en Indi iduen und G uppen abzug enzen. Dies
se z Zugehö igkei se ah ungen o aus, wobei diese Beg i den Vo gang bezeichne ,
dass Indi iduen ih e Posi ion im sozialen Zusammenhang e ah en und dami Rück-
schlüsse au ih e Iden i ä ziehen. Dabei sind e schiedene Zugehö igkei sdimensionen
möglich wie beispielsweise Gende , sexuelle O ien ie ung ode die ü diese A bei en -
scheidende na io-e hno-kul u elle Zugehö igkei sdimension (Sch öde 2019, S.38).
In diesem Kon ex kann O he ing als ele an e P ozess e s anden we den. Die Kons uk-
ion und Rep äsen a ion on Indi iduen und G uppen als „Ande e“ mi els soziale Bedeu-
ungszusch eibungen e olg in Abg enzung zum „Eigenen“. Dabei wi d au gesellscha li-
che Wissensbes ände zu ückgeg i en und du ch eine Wiede holung gesellscha lich o -
he schende Bilde wi d das e mein liche Wissen ge es ig , sodass Indi iduen ode
ganze G uppe als „Ande e“ es gesch ieben we den (ebd. S.39 .). Eine solche Ma kie ung
de „Ande en“ geh mi de E ablie ung eine dominan en Posi ion einhe , die als no mal
bezeichne wi d. Du ch das O he ing sind die Be o enen s ändig sich ba , wäh end die,
die ausg enzen, unsich ba bleiben (Canales 2000, S. 16 .).
Dies läss sich eben alls au den Raum übe agen. Aus pos koloniale Pe spek i e läss
sich Raum als „Elemen soziale (Rep äsen a ions-)P ak iken“ de inie en (Lossau & Lip-
pune 2004, S.207). Im Gegensa z zu Vo s ellung des Raums als kla abgeg enz e und
inhal lich de inie e Con aine lieg diesem Raum e s ändnis die Annahme zug unde,
dass de geog aphische wie auch de soziale Raum ein Kons uk is , welches nich o -
gängig und o ausse zungslos, sonde n e klä ungsbedü ig is . So wi d eine scheinba
objek i e Ano dnung on Dingen im Raum zu eine imagina i en Geog aphie, wie Said sie
be ei s besch ieben ha (ebd., S. 207). G undlage dessen sind lau Said disku si e Ab-
g enzungen on Räumen des „Ande en“ on Räumen des „Eigenen“. Die hie s a in-
dende Ve o ung se z kul u elle Iden i ä en mi Räumen gleich, sodass diese Kons uk ion
geog aphische Wi klichkei en zu eine Übe agung on Zugehö igkei sun e scheidungen
in äumliche es zumachende Un e scheidungen üh (Sch öde 2019, S.48 .). De „P o-
zess de Ve o ung e mag dabei nich nu die Übe zeugung he zus ellen, die e o e en
23
Objek e und Iden i ä en, das Eigene und das Ande e, exis ie en in einem objek i en Sinn.
E so g auch da ü , dass die gesam e (Raum-) O dnung als eine O dnung e schein , die
so und nich ande s is “ (Lossau & Lippune 2007, S.207). Die hie kons uie e geog aphi-
sche Wi klichkei wi d als na ü lich wah genommen, da de P ozesse de Ve o ung als
U sache de Un e scheidung ausgeblende wi d. Dadu ch dass Raum meis als eine o-
angehende, subs an ielle En i ä au ge ass wi d, e scheinen so beispielsweise Kul u -
äume als Einhei en on Kul u und Raum als na ü lich (Sch öde 2019, S. 49 .).
Imagina i e Geog aphien und die dami einhe gehenden O he ingsp ozesse sind alle -
dings nich nu au eine indi iduellen Ebene, das heiß in de Vo s ellung on Menschen,
exis en . Im Zusammenspiel mi Wissen und Mach we den bes imm e, hegemoniale kon-
s uie e Geog aphien imme wiede ep oduzie und so in das gesellscha liche Denken
eingesch ieben (ebd., S.51). Inne halb de adi ionellen Geog aphie ug das p oduzie e
geog aphische Wissen maßgebend zu Au ech e hal ung koloniale Mach s uk u en bei
(Lossau 2012, S. 358). Im kolonialen Kon ex wu de Raum als e was e s anden, das be-
se z und eingenommen we den kann, wodu ch eu opäische Kolonialmäch e das Bild e -
a en, eine Vo mach s ellung gegenübe ande en Na ionen einnehmen zu können. Die
geog aphischen P ak iken des Ka ie ens ode Ka og aphie ens ( e-)p oduzie en und i-
xie en diesen mach bese z en kolonialen Raum (Lossau 2012, S. 358; Jazeel 2019, S.
52). Somi kann de geog aphische Disku s als ein zen ale Bes and eil inne halb des
kolonialen Mach - und He scha sge üge be ach e we den und geog aphische P ak iken
können als Konsequenzen eine wes lichen Sich weise au die Wel eingeo dne we den
(Jazeel 2019, S. 20). So g ei beispielsweise De ek G ego y in seine Ve ö en lichung
„Geog aphical Imagina ions“ (1994) die A gumen a ion Saids eine imagina i en Geog a-
phie des O ien s au und en wickel e das Konzep eine „imaginä en Geog aphie“, welche
gesellscha lich kons uie e Raum o s ellungen k i isch e lek ie (Schlo mann & Winze
2019, S.238 .). Die Vo s ellung, dass Menschen du ch ih Handeln Räume und O e p o-
duzie en und diesen Bedeu ungen zu sch eiben, is ü die heu ige Kul u - und Sozialgeo-
g aphie nach wie o g undlegend. Wäh end die adi ionelle Kul u geog aphie im Zuge
die Kon olle übe den kolonialen Raum ö de e, en wickel e sich diese im Zuge des Cul-
u al Tu n zu einem O , welche Raump oduk ionen des Kolonialismus k i isch disku ie
(Vgl. 2.1.2). Inne halb de k i ischen Geog aphie we den die mach ollen P ozesse e lek-
ie , in denen sowohl die Aushandlung des Raumes e olg als auch s e eo ypenbasie e
Iden i ä skons uk ionen en wickel we den (Schlo mann & Winze 2019, S. 242).
30
sensme kmale zugesch ieben we den, welche als gegeben angesehen sind. Die Me k-
male, en lang welche G uppen hie a chisie we den, sind heu zu age nich meh nu phy-
sische , sonde n auch kul u elle Na u . Aus diesem G und wi d sei Jah zehn en die Aus-
wei ung assis ische Ka ego isie ungen en lang on Bedeu ungs äge n wie „E hnie“,
„Kul u “ ode auch „Religion“ in de in e na ionalen wie na ionalen Rassismus o schung
disku ie (FdBzdRdI 2020, S.62). Baliba (1997) ha in diesem Kon ex den Beg i „Neo-
Rassismus“ e wende , um die Ve schiebung on Bedeu ungskons uk ionen zu benen-
nen. E beobach e e, dass im pos kolonialen Zei al e neben den biologischen und kö pe -
lichen Me kmalen des „klassischen“ bzw. „kolonialen“ Rassismus auch zunehmend au
die Kul u als Un e scheidungsme kmal zu ückgeg i en wi d (Baliba 1997, S. 32 ., zi ie
nach Sch öde 2019, S. 60). Im Zen um diese , auch als Kul u -Rassismus bezeichne e ,
Vo s ellung s ehen die als un e einba kons uie en G uppenzugehö igkei en, welche zu-
dem als un e ände liche und unweige liche P ägung o ges ell we den (Sch öde 2019,
S.60).
De P ozess de assis ischen Kons uk ion on G uppen sowie die Zuweisung on Men-
schen zu diesen e mein lich e schiedenen G uppen wi d auch als Rassi izie ung be-
zeichne , wobei e schiedene Dimensionen un e schieden we den können (Sch öde
2019, S. 55). Anknüp end an Rommelspache (2011) und Egge s (2005) un e scheide
Bi e Sch öde (2019) ün Dimensionen de Rassi izie ung:
1. Homogenisie ung: Menschen we den in homogenisie e G uppen zusammen-
ge ass .
2. Ma kie ung: als „ande e“ de inie e soziale G uppen we den mi Eigenscha en
beleg
3. Pola isie ung: den „Ande en“ we den Di e enzme kmale zugesch ieben, die zu
denen de „Wi -G uppe“ gegensä zlich sind.
4. Na u alisie ung: Die Di e enzme kmale we den als unübe windba und on de
Na u gegeben be ach e .
5. Hie a chisie ung: Die „Ande en“ we den in Rela ion zu „Wi -G uppe“ als un e -
geo dne posi ionie .
In Bezug au die Un e scheidungs- und Zugehö igkei skons uk ionen is Rassismus im-
me auch eng mi dem Raum e bunden. So we den den „Ande en“ O e wie beispiels-
weise Kon inen e ode Na ionals aa en als „de ini o ische Me kmale“ zugewiesen (Po
2008, S.188).
Rassismus is da übe hinaus mi Mach e häl nissen und gesellscha lichen Dominanz-
e häl nissen e bunden, da aus assis ischen Ideologien He scha s e häl nisse de
Übe - und Un e o dnung abgelei e we den und so die Un e d ückung und Ausbeu ung
on G uppen legi imie wi d (Kle 2023, S.8). So de inie eine on de Bundes egie ung
31
beau ag e Fachkommission zu den Rahmenbedingungen de In eg a ions ähigkei
(2020) den Beg i Rassismus olgende maßen: „Rassismus in all seinen Face en (…)
Übe zeugungen und P ak iken, die au de sys ema ischen Abwe ung und Ausg enzung
sowie Benach eiligung bes imm e G uppen de Be ölke ung be uhen, denen biologisch
ode kul u ell kons uie e, nich e ände ba e und angeblich minde we ige Eigenscha en
und Ve hal ensweisen zugesch ieben we den“ (FdBzdRdI 2020, S.61). Dabei mani es ie
sich Rassismus au e schiedene Weise, „zum Beispiel in Fo m on (unbewuss en) Vo -
u eilen und S e eo ypen, Ausg enzung und Disk iminie ung bis hin zu Hass ede und
Hassk iminali ä “ (BdB MFuI 2023, S. 15).
Rassismus geh dabei übe die indi iduelle Ebene hinaus. Die oben besch iebenen Be-
deu ungskons uk ionen können als Bes and eile eines sozial kons uie en Wissens be-
ach e we den, sodass die zi kulie enden Wissensbes ände auch imme ein Ausd uck
de gesellscha lichen Mach e häl nisse sind (Sch öde 2019, S. 57). Rassismus wi d
also nich als gesellscha liches Randphänomen e s anden und is somi auch nich au
indi iduelle Handlungen eduzie ba . S a dessen is es ein gesellscha liches Ve häl nis,
in welches alle Mi gliede de Gesellscha eingebunden sind (ebd. S.59). „Rassismus is
wei aus meh als ein indi iduelles Vo u eil: Die ihm zug undeliegenden Denkmus e sind
his o isch ie e anke , sodass sie die Wel sich de Menschen iel ach auch unbewuss
p ägen können; Rassismus du chzieh dahe die gesam gesellscha lichen S uk u en.“
(BdB MFuI 2023, S.17). Ve gleichba mi de Disk iminie ung inde Rassismus also eben-
alls au de indi iduellen, de ins i u ionellen und de gesellscha lichen Ebene.
All diese Fo men de Ausg enzung wi ken zusammen und üh en zu Seg ega ionslinien
inne halb de Gesellscha . Wäh end sich die ökonomische Seg ega ion o allem in de
hohen A mu s- und A bei slosenquo e Zugewande e zeig , basie die poli ische Seg e-
ga ion au de Ungleichbehandlung du ch den Gese zgeben beispielsweise du ch hohe
Hü den bei de E langung de de deu schen S aa sbü ge scha . Au de gesellscha li-
chen Ebene spiel die soziale Seg ega ion eine en scheidende Rolle, welche sich im Um-
gang mi einande zeig . Beispiele sind hie die Anzahl bina ionale Ehe ode F eundscha -
en zwischen Kinde n un e schiedliche e hnische He kun . Dies is eng e bunden mi
de kul u ellen Seg ega ion, also de Ve mi lung bes imm e Bilde om Eigenen und dem
„Ande en“ (Rommelspache 2009, S. 30). Diese kul u elle Seg ega ion is gesellscha lich
gep äg und wi d du ch E ah ungen und E lebnisse, abe auch du ch die Medien ode
Familie und F eunde beein luss . Eine en scheidende Rolle bei de He ausbildung on
Bilde n übe die „Ande en“ spiel auch de Bildungsbe eich, welche im Lau e de Jah e
e schiedene Ansä ze zum Le nen übe Kul u und Kul u en, hie als kul u elles Le nen
bezeichne , du chlau en ha .
32
2.2 Konzep e des kul u ellen Le nens im Wandel
Schon lange o de En s ehung des In e kul u ellen Le nens in den 1970e Jah en wa
die Ve mi lung on Wissen übe Kul u en Bes and eil des Geog aphieun e ich s. Ähnlich
wie die Kul u geog aphie selbs wandel e sich auch die Zielse zung des Le nens übe Kul-
u en. Au G und de iel äl igen Ansä ze in de Pädagogik und Fachdidak ik kann hie nu
ein Auszug da ges ell we den, welche nach einem ku zen his o ischen Exku s den
Schwe punk au die ü die spä e en Konzep o schläge und die da aus esul ie ende
Fo schung ele an en Konzep e leg .
2.2.1 Die Lände kunde und die Kul u e d eile
In de deu schen Bildungslandscha wa en die Landscha und die dazugehö ige Lände -
kunde ein Jah hunde lang die Ke nbe eiche des Geog aphieun e ich s. Bes imm on
de gesellscha lichen En wicklung wandel e sich auch die T adi ion de Lände kunde, wel-
che die E kenn nisse de Wissenscha au be ei e e. So s and bis Ende des 1. Wel k iegs
beispielsweise Deu schland als Va e land im Zen um des E dkundeun e ich s und da-
au olgend bis Ende des 2. Wel k iegs die ölkische E dkunde (Rinschede 2005, S.18).
Hie zeig sich die ideologische Ve ze ung, welche häu ig mi de Lände kunde einhe ging
(Baue 1976, S.117).
Diese lände kundliche P ägung bes and auch nach Ende des 2. Wel k iegs o , jedoch
soll e nich meh die Übe legenhei gewisse Kul u en, sonde n ielmeh die k i ische Re-
lexion übe Vo u eile und übe die Rolle de eigenen Kul u e mi el we den. Zei gleich
wu de in Folge de G ündung de Eu opäischen Gemeinscha ü Kohle und S ahl im
Jah e 1951 sowie dem spä e en Zusammenschluss de Eu opäischen Union 1993 e -
s ä k eine „Eu opae ziehung“ in Schulen o gegeben. Im Rahmen diese soll e „zu einem
besse en Ve s ändnis bzw. zu besse en gegensei igen We schä zung und zum Abbau
on Vo u eilen gegenübe den eu opäischen Nachba n [beige agen we den]“ (Budke
2008, S. 12 .)
Bis in die 1960e Jah e wa die achdidak ische Diskussion s a k on de Lände kunde
gep äg und möglichs um ang eiche Kenn nisse de Schüle *innen übe ande e Lände
und Kul u en wa en das Bildungsziel (T öge 1994, S.8). In diese Zei anden sich be ei s
e s e Hinweise au eine e wünsch e Beein lussung de Schüle *innen in Rich ung eine
wenige eu opäisch-selbs ge älligen Hal ung. So soll e beispielweise du ch aus eichende
Kenn nisse übe die Völke de ehemaligen Kolonien de Eigenwe diese Kul u en und
e kann und de en Bewohne somi als gleichbe ech ig ane kann we den (ebd. S.8 .).
Zudem e such e man die E de in so genann e Kul u äume zu gliede n, welche du ch ih e
spezi ische Ve bindung on Na u und Kul u cha ak e isie wu den. Diese Ansa z wu de
33
un e ande em on Al ed Kolb (1962) in Fo m de „Kul u e d eile“ wei e ge üh und dien e
im Folgenden beispielsweise als G undlage ü das Konzep „Allgemeine Geog aphie am
egionalen Faden“ on Newig, Reinha d und Fische im Jah 1983 (Budke 2008, S.16).
Un e Rückg i au die Lände kunde wu de die Wel hie in egionale, subkon inen ale
Einhei en einge eil , wobei diese Kul u e d eile en sp echend ih e kul u spezi ischen Be-
sonde hei en wie z.B. Religion, We o s ellungen, Hau a be ode Sp ache di e enzie
we den. Gemeinsame eligiöse, geis ige ode wel anschauliche T adi ionen sind dabei
g undlegend ü die Abg enzung und das Beg i spaa „Lei sys em/ Religion“ dien als be-
s immende Me kmalskomplex ü einen Kul u e d eil (Rinschede 2005, S.127 .)
Die gesellscha lichen Schlüsselp obleme nach dem Kul u e d eilkonzep sind F iedenssi-
che ung und Völke e s ändigung sowie de Umgang mi Minde hei en beziehungsweise
de Umgang zwischen Einheimischen und Auslände n in Gas lände n (Rinschede 2005,
S.161 .). Dabei sollen die Schüle *innen du ch ih Wissen übe kul u spezi ische Beson-
de hei en zu meh Tole anz au de Basis eines nich -we enden Nebeneinande s e mun-
e we den. Tole anz wi d hie bei mi indi e en e Neu ali ä gleichgese z (Newig e al.
1983, S.152 .). Das Konzep de Kul u e d eile mi seinem P inzip „ om Nahen zum Fe -
nen“ and in ielen Bundeslände n Einzug in die Rahmenleh pläne des Faches Geog a-
phie (Budke 2008, S.16).
Dennoch wu de in Folge des Pa adigmenwechsels in de Geog aphie in den 1980e Jah-
en zunehmend K i ik an de Lände kunde und den Kul u e d eilen lau . So k i isie e bei-
spielsweise Ha d (1982), dass die Lände kunde keine Gesam be ach ung de Regionen
ans ebe, sonde n du ch eine Be ach ung ausgewähl e Aspek e zu eine Übe akzen u-
ie ung de Indi iduali ä und des Exo ischen üh e (Ha d 1982, S.146 .).
Gleichzei ig wu de die Bedeu ung des Faches Geog aphie ü die in e na ionale Ve s än-
digung be on . So wies Rice (1984) da au hin, dass die Inhal e de Geog aphie en schei-
dend seien. Die Humangeog aphie könne als Basis ü in e na ionale Ve s ändigung die-
nen. De Ve band de ame ikanischen Geog aphen sch ieb 1982: „Geog aphie kann zu
einem in o mie en Wel bild bei agen und so ein güns iges in e na ionales Klima ü die
iedliche Lösung on Kon lik en und ü kons uk i e Ak ionen zu Besei igung on Wel -
p oblemen leis en“ (Ve band de ame ikanischen Geog aphen 1982, zi ie nach Haub ich
1998, S.105 .).
Auch in de deu schsp achigen Fachdidak ik gal die Lände kunde zunehmend als e al-
e , missgedeu e und ideologisch e ze . S a dessen sei es die Au gabe de Geog aphie
Räume zu besch eiben, das Zusammenspiel de äumlichen Komponen en zu deu en und
äumliche P ozesse zu analysie en, sodass eine Neuo ien ie ung in Fo m de egionalen
Geog aphie sinn oll sei (Baue 1976, S.117). Ein K i ikpunk am Konzep de Kul u e d eile
wa en die zu De ini ion de Kul u e d eile he angezogenen Kul u elemen e, welche sich
34
nich eindeu ig de inie en lassen. So k i isie un e ande em S öbe 2001, dass die kul u -
e d eilspezi ischen Kombina ionen de K i e ien öllig willkü lich e scheinen. Dies is be-
sonde s k i isch zu be ach en, da in den Geog aphieschulbüche n und A lan en die Kul-
u e d eile meis nich als gedankliche Abs ak ionen, sonde n als Da s ellung eal exis ie-
ende Gegebenhei en da ges ell we den (Budke 2008, S.19).
Des Wei e en wu den die Kul u e d eile als Gebie e mi eine einhei lichen und ela i s a-
ischen Kul u gedach . Somi wi d das Konzep de a sächlichen kul u ellen Reali ä in
mode nen Gesellscha en nich ge ech und dien lediglich dazu, bes ehende S e eo ypen
und Vo u eile bei den Schüle innen und Schüle n zu e s ä ken. Ein wei e es Beispiel
da ü is de „Clash o Ci iliza ions“ on Samuel P. Hun ing on, welche in Anlehnung an
die Kul u e d eile on Kolb eine kul u ell agmen ie e Wel en wi , die du ch dominan e
Kon lik linien zwischen „dem ch is lichen Wes en“ und „dem islamischen O ien “ gep äg
is (Budke 2008, S.20 .). Beide Konzep e be onen die kul u elle Ve schiedenhei de Men-
schen, welches die Ge ah bi g , dass diese Un e schiede „nich als Be eiche ung, son-
de n als Ge ah wah genommen we den und als A gumen e ü Rassismus und Disk imi-
nie ung on Auslände n ins umen alisie we den (Budke 2008, S.20).
K i ike (zum Beispiel S öbe 2001) o de n dahe eine Au gabe des Kul u e d eilkonzep s
und s a dessen die k i ische Behandlung on geopoli ischen Lei bilde n im Geog aphie-
un e ich . Gleichzei ig soll e de Schwe punk im Geog aphieun e ich au de Thema i-
sie ung on kul u ellen Ähnlichkei en liegen und wenige au kul u ellen Di e enzen und
Kon lik en (Budke 2008, S. 20).
In Folge dieses Umb uchs ück neben den behandel en achlichen Themen auch de Um-
gang mi ande en Kul u en wiede in den Fokus de deu schen Geog aphiedidak ike *in-
nen. Im Zuge de Globalisie ung und den dami einhe gehenden Neue ungen de In o -
ma ions- und Kommunika ions echnologien sch ump en die Dis anzen und die Kon ak e
mi und In o ma ionen übe ande e Lände nehmen zu. Da aus en s ehen Chancen wie
beispielsweise Koope a ionen alle Na ionen und eine ge ech e Wel o dnung du ch in e -
na ionale Ve s ändigung. Um diese, nach wie o nich e eich en, Ziele zu ö de n, müs-
sen auch die Le nziele angepass we den. Haub ich (1998) benenn diese olgende ma-
ßen:
- Be ei scha sich übe ande e Na ionen zu in o mie en und diese zu e s ehen
- Fähigkei , iel äl ige In o ma ionen übe ande e Na ionen zu sammeln, (k i isch) zu be-
we en und zu geb auchen
- Be ei scha , Vo u eile und Eu ozen ismus zu e u eilen
- Fähigkei , Koope a ionsmöglichkei en wah zunehmen
- Ach ung o ande en Lebens o men (Haub ich 1998, S.105 .).
35
Die hie on Haub ich genann en Le nziele des Faches Geog aphie zeigen deu lich den
Pa adigmenwechsel de Geog aphie, insbesonde e de Humangeog aphie ( gl. 2.1.1).
Pa allel dazu wandel e sich die Be ach ung on Kul u (en) und de Umgang mi diesem
Thema im Bildungsbe eich in ielen wissenscha lichen Disku sen wie z.B. de Pädagogik,
ielen Fachdidak iken ode den E ziehungswissenscha en. Es en s anden neue Ansä ze
wie das Konzep des in e kul u ellen Le nens.
2.2.2 In e kul u elles Le nen und in e kul u elle Kompe enz
Das Konzep de in e kul u ellen Kompe enz en s amm de in e kul u ellen Pädagogik,
welche sich e s nach Ende des zwei en Wel k ieges in Folge de Gas a bei e bewegung
und de da aus en s andenen mul ikul u ellen Gesellscha en wickel e. Dabei gil in e kul-
u elle Bildung in de e ziehungswissenscha lichen Diskussion als Pa adigma pädagogi-
schen Handelns in de mig a ionsgep äg en Gesellscha (Meche il 2015, S.28). Ziel wa
dabei lange Zei die „Völke e s ändigung“, wobei schnell e kann wu de, dass ein ein
dekla a i es Wissen übe den kul u ellen Hin e g und eine Pe son nich aus eichend is
(Reimann 2017, S.11). In de wei e en wissenscha lichen Auseinande se zung mi in e -
kul u elle Kompe enz wu den zudem die adi ionellen Beg i e wie „Na ion“, „E hnie“ ode
„Volk“ als eindimensional und dami nich meh zu e end ü die De ini ion on Kul u en
e kann (Weidemann e al. 2010, S.16). De adi ionelle Kul u beg i wu de somi du ch
den mode nen Kul u beg i abgelös ( gl. 2.1).
En sp echend de Viel al an Kul u de ini ionen gib es auch ü die in e kul u elle Kompe-
enz keine ein ache und ku ze De ini ion, so en häl sie doch eine a iable Anzahl on
Komponen en mi komplexen Me kmalen, Eigenscha en, Wissensbes änden, Fähigkei en
und Fe igkei en (Weidemann e al. 2010, S. 17).
Häu ig wi d in e kul u elle Kompe enz als Wei e en wicklung on kommunika i e Kompe-
enz sowie In e ak ionskompe enz e s anden, wobei hie de Fokus au in e kul u elle Be-
gegnungen geleg wi d. Dabei bedien sich die in e kul u elle Pädagogik – auch im Kon ex
de in e kul u ellen Bildung - lange Zei dem Modell de in e kul u ellen Kommunika ion,
welche sich als p agma isch o ien ie e Wissenscha szweig in den USA de 1960e Jah e
als S a egie ü wi scha lichen und diploma ischen Nachwuchs en wickel e. Die Ziele
wa en hie o allem wi scha liche und de Fokus lag au empo ä beg enz en in e kul-
u ellen Begegnungen und nich au lang is igen in e kul u ellen Beziehungen, wie sie in
eine mul ikul u ellen Gesellscha ele an sind. Hie zeigen sich die G enzen dieses An-
sa zes ü den Bildungsbe eich (Takeda 2010, S.2). S a dessen gil in de ak uellen pä-
dagogischen Fo schung in e kul u elle Kompe enz als Handlungspo en ial on Pe sonen
36
ü das lang is ige Zusammenleben on Menschen mi e schiedenen kul u ellen Zuge-
hö igkei en (Weidemann e al. 2010, S.20). Die Fö de ung in e kul u elle Kompe enz
du ch in e kul u elles Le nen gil dabei als Schlüsselquali ika ion unse e Gesellscha und
wi d im schulischen Bildungsbe eich als äche übe g ei endes und lebenslanges Le nen
e s anden. Auch wenn das in e kul u elle Le nen als Que schni au gabe alle Schul ä-
che be ach e we den kann, nimm das Fach Geog aphie einen besonde en Pla z ein, da
es au G undlage de langen T adi ion de Kul u geog aphie ( gl. 2.1.1) die Thema isie-
ung on Kul u und Kul u en als Un e ich sgegens and behandel und somi die in e kul-
u elle Kompe enz nich nu als Konzep zum Umgang mi Di e enz im Klassen aum an-
wende , sonde n auch als Un e ich sp inzip (Sch öde 2019, S.71). Be ach e man die
Ve mi lung kul u elle O ien ie ungssys eme und de en Auswi kungen au Wah nehmun-
gen und ( aumwi ksames) Handeln als wich igen Sch i des in e kul u ellen Le nens, wi d
deu lich, dass die Geog aphie einen wesen lichen Bei ag dazu leis e (Sch ü e 2010, S.
103). Bis in die 1980e Jah e wa das Konzep alle dings nu seh zu ückhal end in de
Geog aphiedidak ik e e en. E s Ende de 1980e Jah e and das Thema Einzug in die
Leh pläne (Rinschede 2005, S.195). Zudem s and in de Didak ik de einzelnen Schul ä-
che – insbesonde e in den F emdsp achen – bis in die 1980e Jah e das Wissen übe
Kul u en wie beispielsweise kul u elle P ak iken, Ri uale und Besonde hei en de Kleidung
ode E näh ung im Mi elpunk de in e kul u ellen Kompe enz. Alle dings wu de zuneh-
mend deu lich, dass diese kogni i e Ebene des Wissens und Ve s ehens alleine nich aus-
eichend is . Das Wissen, Denken sowie die Re lexion und k i ische Auseinande se zung
mi eben diesem Wissen übe z.B. un e schiedliche Wel bilde , Lebens o men, Denk- und
Handlungsweisen sind wich ige Fe igkei en ü den E we b in e kul u elle Kompe enz, sie
s ellen abe nu einen Bes and eil da . Neben de kogni i en is auch die emo ionale Ebene
zen al. Ge ühle wie Ängs e, Be ü ch ungen, Wünsche und Sehnsüch e machen das in e -
kul u elle Le nen so komplizie . Hie zeig sich, wie mühsam in e kul u elle Le np ozesse
ablau en, da sie die Tie enschich en de kul u ellen und psychosozialen Iden i ä eines
Menschen be üh en. So sind unbewuss e Mo i e o s ä ke als das e le n e Wissen, so-
dass o z in e kul u ellen Le nens o unbewuss e hnozen isch, in ole an ode disk imi-
nie end gehandel wi d. Die Le nbe ei scha is da übe hinaus eben alls abhängig on
be ei s gemach en ode zumindes o s ellba en E ah ungen und gil nu dann als will-
kommene E wei e ung des eigenen Handlungspo en ials, wenn die Le nenden da on aus-
gehen können, dass sich in e kul u elles Le nen i gendwann lohn (Weidemann e al.
2010, S. 20 .). Zusammen assend läss sich also es s ellen, dass die Ziele des in e kul-
u ellen Le nens in d ei Dimensionen einge eil we den können: kogni i , emo ional/ a ek-
i sowie p axisch/ beha io al (Weidemann 2007, S.494 .). Jede diese Dimensionen en -
37
häl dabei eine Vielzahl an zu ö de nden Kompe enzen bzw. Eigenscha en, die eine in-
e kul u ell kompe en e Pe son besi zen soll e. Eine solche Au lis ung, wie sie Tabelle 1
zeig , is dabei eine gu e Möglichkei , sich de Vielschich igkei des in e kul u ellen Le nens
zu nähe n. Alle dings muss es gehal en we den, dass iele diese Lis en empi isch nich
aus eichend beg ünde ode wissenscha lich hin eichend du chdach sind. Sie dienen le-
diglich als Au s ellung mögliche Eigenscha en und dami zu Visualisie ung und olglich
zu Annähe ung an dieses komplexe Thema.
Kogni i e Dimension
Emo ional/ a ek i e Dimension
P axisch/ beha io ale Dimen-
sion
Ve s ändnis des Kul u phäno-
mens
Empa hie e mögen
Kommunika ionswille und - be ei -
scha
Wissen und Ve s ändnis zu
emdkul u ellen Lebens o -
men, Denk – und Handlungs-
weisen
O enhei & Tole anz
Kommunika ions ähigkei
Wissen und Ve s ändnis zu ei-
genkul u ellen Lebens o men,
Denk – und Handlungsweisen
Respek / Akzep anz gegenübe
ande en Kul u en
Soziale Kompe enz wie z.B. Bezie-
hungen au bauen können
Ve s ändnis und Wissen übe
Kul u un e schiede
Flexibili ä
Be ei scha zu Selbs e lexion und
Selbs e ände ung
Wissen übe (in e kul u elle)
Kommunika ionsp ozesse
F us a ions ole anz
Me akommunika ions ähigkei
Selbs e auen
Ge inge E hnozen ismus & Ambi-
gui ä s ole anz
In e kul u elle Le nbe ei scha
Tabelle 1: Eigenscha en in e kul u ell kompe en e Pe sonen (eigene Da s ellung nach
Weidemann e al. 2010, S. 19; Bol en 2006, S.63).
Dabei wi d deu lich, dass die Le n heo ien und achdidak ischen Ansä ze diese Viel-
schich igkei des Beg i s ge ech we den müssen. Es is unmöglich jede zei alle Dimen-
sionen zu be ücksich igen, sodass in e kul u elles Le nen selek i und sukzessi ablau en
muss (Weidemann e al. 2010, S.34). Fü den schulischen Kon ex bedeu e dies eine
Akzen uie ung, welche du ch eine geziel e Auswahl de zu ö de nden Kompe enzen so-
wie eine Fokussie ung au bes imm e Kompe enzen in ausgewähl en Handlungs elde n
e olgen soll e.
38
Neben den so ie en Au lis ungen gib es auch wei e e Modelle, welche den P ozess des
in e kul u ellen Le nens da s ellen. Das wohl bekann es e is das „De elopmen Model o
In e cul u al Sensi i i y (DMIS)“ on Mil on Benne aus dem Jah 1993, in welchem e die
En wicklung kul u elle Sensi i i ä om E hnozen ismus hin zum E hno ela i ismus in
sechs S u en da s ell .
Abbildung 3: De elopmen Model o In e cul u al Sensi i i y (DMIS) (Applis
2015, S.7).
Wie au Abbildung 3 zu e kennen is , en wickel sich die in e kul u elle Sensi i i ä eines
Indi iduums in de e hnozen ischen Phase on eine Un ähigkei , kul u elle Un e schiede
zu e kennen (S u e 1) übe eine s a ke Pola isie ung in das Eigene und das F emde, häu ig
e bunden mi eine nega i en Bewe ung des F emden (S u e 2) hin zu eine obe lächli-
chen Wah nehmung on Un e schieden, e bunden mi eine ausgep äg en Tole anz
(S u e 3). Viele Leh pläne knüp en an diese S elle an und sehen die ausgep äg e Tole anz
als wich igs es Ziel des in e kul u ellen Le nens. Doch s ell Tole anz nu einen wesen li-
chen Sch i hin zu in e kul u elle Kompe enz da . „Um die Schüle innen und Schüle a -
sächlich zu be ähigen, in eine globalisie en Wel e olg eich und ü alle Be eilig en zu-
ieden s ellend handeln zu können, soll e de Un e ich nich in de Phase de Minimie-
ung s ehen bleiben“ (Sch ü e 2010, S.104). Bei de Tole anz handel es sich lediglich um
eine Akzep anz des Ande sa igen. Diese Duldung des F emden üh zwa zu einem ied-
lichen Nebeneinande leben, alle dings is ein wi kliches Zusammenleben nu dann mög-
lich, wenn die Wah nehmung und die Handlung de Ande en e s anden wi d (Applis 2015,
S.7). Im schulischen Kon ex is es dahe wich ig, übe die e hnozen ische Phase des
Modells hinauszugehen.
In de e hno ela i is ischen Phase we den kul u elle Un e schiede zunächs ane kann und
we geschä z (S u e 4), da au au bauend e kenn das Indi iduum dann die Du chlässig-
kei kul u elle G enzen, wodu ch ein Pe spek i wechsel möglich wi d (S u e 5). In de le z-
en S u e (In eg a ion) e olg dann die E kenn nis, dass Iden i ä nich nu au eine Kul u
basie und sich das Indi iduum in einem lebenslangen Le np ozess be inde .
39
Im schulischen Kon ex is in diese zwei en Phase besonde s wich ig, den Schüle innen
und Schüle n den Ein luss on Kul u au Denken, Wah nehmen, U eilen und Handeln
deu lich gemach wi d. Nu so kann ihnen bewuss gemach we den, dass Phänomene
imme inne halb des jeweiligen kul u ellen Kon ex es zu in e p e ie en sind und nich aus
eine e hnozen ischen Sich weise (Sch ü e 2010, S.106). Dies zeig das Modell zu Fö -
de ung in e kul u elle Kompe enz im Geog aphieun e ich on Gab iele Sch ü e , wel-
ches in Anlehnung an Benne die e schiedenen S u en de in e kul u ellen En wicklung
sowie un e ich liche Impulse da s ell .
Abbildung 4: Ein Modell zu Fö de ung in e kul u elle Kompe enz im Geog a-
phieun e ich (Sch ü e 2009, S.170)
Hie is de e s e Sch i wie in ande en Modellen auch das Au me ksam-Machen au F em-
des, wodu ch das In e esse an ande en Kul u en geweck we den soll. Schon Benne
(1993) mach e dabei au die Ge ah de Pola isie ung on „Wi e sus Ih “ au me ksam.
Um diese Sich weise au zub echen und die Schüle *innen zu Tole anz und Solida i ä zu
be ähigen, müssen im Anschluss o allem Gemeinsamkei en be on we den. Eine genaue
Analyse und Rela i ie ung de eigenen No men und We e üh dabei zum Abbau on
Vo u eilen und e hnozen ischen Eins ellungen. Die eben be ei s e wähn e In e p e a ion
on Gemeinsamkei en und Un e schieden inne halb des jeweiligen kul u ellen Kon ex es
und de dami einhe gehende Pe spek i wechsel sollen schließlich zu eine e höh en Am-
bigui ä s ole anz sowie eine e s ä k en kul u ellen Selbs e lexion üh en. Die dadu ch
anges eb e Ve ände ung im E leben und Ve hal en soll schließlich au de E gebnisebene
46
T ans o ma ion on Iden i ä und Kul u kann nich als Umschal en e olgen. Es is ein
komplexe , o lau ende P ozess, de au pe o ma i e Ebene abläu (Göhlich 2006, S.
7.). Die Pädagogik muss demnach nich nu an P ozessen de Iden i ä sbildung, sonde n
auch an de Wei e en wicklung on Kul u mi wi ken.
In de Geog aphiedidak ik wi d de Beg i des T anskul u ellen Le nens (noch) wenig e -
wende . Zwa wi d das Konzep des In e kul u ellen Le nens in Bezug au beispielweise
den zug undeliegenden Kul u beg i hin e ag ( gl. 2.2.4), jedoch wi d da aus abgelei e
meis on eine E wei e ung des Konzep s im Sinne eine T anskul u ali ä nach Welsch
gesp ochen (z.B. Budke 2008, ebd. 2013). So sei es un e Be ücksich igung des mode -
nen Kul u beg i s nich meh sinn oll, die Begegnung mi dem F emden im Geog aphie-
un e ich zu okussie en, um so eine höhe e Tole anz zu e eichen. „Die Au gabe des
Geog aphieun e ich s is es dann, bei de „ anskul u ellen“ Iden i ä s indung de Schüle-
Innen in eine Umgebung, die un e schiedliche kul u elle Angebo e mach und du ch ein
Nebeneinande e schiedene We e cha ak e isie is , zu hel en“ (Budke 2008, S.21).
Ziel des Geog aphieun e ich s is es des Wei e en, den Schüle *innen bei ih e indi idu-
ellen „We indung“ zu hel en. Als G undlagen da ü können die Menschen ech e, das Kon-
zep de Nachhal igkei ode demok a ische G undwe e wie Tole anz und Gleichbe ech-
igung dienen. Zudem is es besonde s sinn oll, den Schüle *innen ih e eigene T anskul-
u ali ä o Augen zu üh en, indem beispielsweise gesellscha liche U sp ünge de eige-
nen Iden i ä zu ück e olg we den. So kann Rassismus und F emden eindlichkei en ge-
gengewi k we den (T öge 2002, S.34 .).
Es läss sich also es s ellen, dass de Beg i de T anskul u ellen Bildung, obwohl e wis-
senscha lich undie und on gesellscha liche Rele anz is , (bishe ) kaum Einzug in die
Geog aphiedidak ik ge unden ha . Dabei gib es meh e e Anknüp ungspunk e, die einen
beg i lichen Wandel om In e kul u ellen Le nen hin zum T anskul u ellen Le nen sinn oll
e scheinen lassen.
Wie de „Cul u al Tu n“ und die da au olgende Neuo ien ie ung de Kul u geog aphie im
Sinne eine Neuen Kul u geog aphie zeigen, is die essen ialis ische Sich weise au
Räume und Kul u (en) übe hol . Be ach e man beide Konzep e und ih e Zusammen-
hänge aus kons uk i is ische Pe spek i e, wi d schnell deu lich, dass das au In e kul u-
ali ä beg ünde e Konzep de mul ikul u ellen Gesellscha nich meh zu e end is . Die
zunehmende globale Ve ne zung on Wi scha , Poli ik und Gesellscha übe Na ional-
g enzen hinaus, die Du chlässigkei zu o es gesch iebene kul u elle G enzen sowie die
da aus en s andene Hyb idi ä on Gesellscha en und Indi iduen beein luss die Lebens-
wel de Schüle innen und Schüle . Social Media, Musik, Filme und Se ien sowie wei e e
47
Be eiche des äglichen Li es yles sind nu einige Beispiele ü die Übe sch ei ung de he -
kömmlichen kul u ellen G enzen. Die Schüle *innen wachsen in iel äl igen, sich s ändig
e ände nden Gesellscha en au , welche du ch Mig a ionsp ozesse und die (kul u elle)
Globalisie ung gep äg sind. Dahe is es no wendig, eine neue Sich weise au Kul u und
kul u elle Iden i ä zu e mi eln. Die adi ionell e ablie en Da s ellungen on Kul u in
Fo m eines s a ischen Con aine aums we den du ch Al e na i en e gänz , welche anhand
anskul u elle Phänomene auch unkon en ionelle Kul u aum o s ellungen ü die Schü-
le innen und Schüle sich ba machen. „Die Schüle innen und Schüle sollen angelei e
we den, kul u äumliche Ein eilungen und Ve o ungen, die o an geopoli ische G enzen
gebunden sind, zu hin e agen sowie sich da übe bewuss zu we den, dass di ek e und
eindeu ige Zuo dnungen nich imme umse zba sind“ (Ege 2018, S.143).
Dabei geh es bei de In eg a ion des T anskul u ellen Le nens in den Geog aphieun e -
ich nich da um, den Ansä zen des In e kul u ellen Le nens den Rücken zu keh en. Äl e e
Ziele de In e kul u ellen Pädagogik wie Tole anz, Empa hie, Disku s- und Re lexions e -
mögen und Ve mi lung e schiedene Wel en we den nich au gegeben. Sie we den in
das Ziel eine anskul u ellen Iden i ä sbildung in eg ie (Göhlich 2006, S.6).
Ähnlich wie im „Modell zu Fö de ung in e kul u elle Kompe enz im Geog aphieun e ich “
on Gab iele Sch ü e ( gl 2.2.2) lieg das Po en ial des anskul u ellen Le nens im Sich -
ba machen on Gemeinsamkei en und Un e schieden. Dabei geh es nich um die Un e -
scheidung on Eigenem und F emden in Fo m na ionals aa liche Kul u en, sonde n um
die E kenn nis, dass die Schüle *innen eine eigene hyb ide Iden i ä besi zen, welche
du ch beispielsweise die kul u elle Globalisie ung iele kul u elle Gemeinsamkei en zu an-
de en Indi iduen au weis . Ein anskul u elles Ve s ändnis on Raum und Gesellscha
en häl da übe hinaus Konzep e ü al e na i e Denk- und Handlungsmus e (Ege 2018,
S.142). Eine S udie on Bi e Sch öde (2019) zu O ien ie ungen on Jugendlichen ha
alle dings gezeig , dass eine alleinige O ien ie ung on Bildungskonzep en an de Thema-
isie ung on T anskul u ali ä nich ziel üh end is . S a dessen is eine Ve knüp ung des
anskul u ellen Le nens mi ande en Konzep en wie de pos kolonialen Theo ie ode dem
assismusk i ischen Le nen no wendig, um einen e kenn nisk i ischen und dekons uk i-
en Zugang anzubie en (Sch öde 2019, S.528). Das Zukun s ach Geog aphie mi seine
Maxime „Gegenwa und Zukun de E de nachhal ig ges al en le nen“ bie e da ü einen
passenden Rahmen.
48
2.2.6 Rassismusk i isches Le nen
Ein wei e e Ansa z, de als Wei e en wicklung des in e kul u ellen Le nens o geschlagen
wi d, is das assismusk i ische Le nen (z.B. Mön e 2008, Budke 2008, Aue nheime
1995, 2003). In Deu schland wu de das Thema Rassismus in gesellscha lichen Deba en
nach Ende des 2. Wel k iegs lange Zei gemieden, da e im engen Zusammenhang mi
dem Na ionalsozialismus s eh (Rommelspache 2009, S. 33). S a dessen wu den Be-
g i e wie „F emden eindlichkei “ genu z (ebd., S.9). Zudem s öß de „Rasse“-Beg i
heu zu age au s a ke K i ik, da die Annahme, es gäbe un e Menschen e schiedene
„Rassen“ wie in de Tie wel längs wissenscha lich wide leg is (Kle 2023, S.8.).Aus
diesem G und lau e ein Au ag des Maßnahmenka alogs des Kabine ausschusses zu
Bekämp ung on Rech sex emismus und Rassismus und auch aus dem Koali ions e ag
2021–2025, dass de Beg i aus dem A ikel 3 des G undgese zes ges ichen we den soll
(BdB MFuI 2023, S. 16). Du ch einschneidende E eignisse wie beispielsweise die assis-
isch mo i ie en Anschläge in Hanau ode Halle ück e das Thema Rassismus alle dings
wiede in den Fokus de Ö en lichkei .
Au G und diese langjäh igen Ablehnung des Rassismusbeg i s im deu schsp achigen
Raum blick die Pädagogik au eine ehe ku ze Geschich e an i assis ische Ansä ze und
de en assismusk i ische Wei e üh ung zu ück (Meche il & Mel e 2011, S.13).
De Beg i „Rassismusk i ik“ is zudem nich kla de inie ba . Wie bei den ande en Kon-
zep en des kul u ellen Le nens geh es abe nich nu um Wissen, sonde n auch um Hand-
lung und Hal ung (El-Ma alaani 2021, S. 141). Aladin El-Ma alaani de inie den Beg i
olgende maßen: „Rassismusk i ik e s ehe ich als soziale Posi ionie ung, als Pe spek i e
au die Wel und als soziale P axis de Re lexion.“ (El-Ma alaani 2021, S. 141) Dabei be-
nenn e d ei zen ale Fak o en. Zunächs is die E kenn nis wich ig, dass Rassismus in
Kul u und Gesellscha s uk u ell e anke is . Dies üh dazu, dass jede Mensch auch
imme pe sönlich ode o ganisa o isch in ol ie is . Wäh end de Beg i An i assismus
sugge ie , dass es aus eich gegen Rassismus zu sein, mach de Beg i Rassismusk i ik
deu lich, dass es kein auße halb gib (El-Ma alaani 2021, S. 142). Rassis ische Fo men
beein lussen, üh en und lei en alle Gesellscha smi gliede in seh un e schiedliche A
und Weise (Meche il & Mel e 2011, S.14). Als Zwei es is es wich ig, den Rassismus zu
hema isie en, sich abe gleichzei ig dessen bewuss zu sein, dass man dadu ch imme
auch Rassismus ep oduzie . Eine Thema isie ung is also in sich wide sp üchlich, abe
dennoch no wendig (El-Ma alaani 2021, S. 143). D i ens muss Rassismusk i ik imme
mul ipe spek i isch au ge ass we den. Es wi d also eine Pe spek i ene wei e ung no -
wendig, welche nich nu die Benach eilig en, sonde n auch die P i ilegie en in den Fokus
ück . Dies geschieh be ei s in wissenscha lichen A bei en de k i ischen Rassismus o -
49
schung ode de k i ischen Weißseins o schung (z.B. Mo ison 1992, Egge s 2005, Tiß-
be ge e al. 2006, Ma z 2022). Eine solche Pe spek i ene wei e ung bezieh sich dabei
au die Inhal e, die Fo m und die Rep äsen anz, also um die F age „We sp ich ?“ (El-
Ma alaani 2021, S. 143 .). Es geh also zusammenge ass um mach - und selbs e lexi e
Be ach ungsweisen on Handlungen, Disku sen, Ins i u ionen und S uk u en (Meche il &
Mel e 2011, S.14).
All diese E kenn nisse lassen sich auch au das assismusk i ische Le nen übe agen. In
de Pädagogik gib es bislang keine b ei angeleg e empi ische Wi kungs o schung zu as-
sismusk i ischem Un e ich , alle dings gib es zahl eiche undie e und e lek ie e P a-
xise ah ungen, aus denen d ei Ansä ze ü assismusk i isches Le nen he ausgea bei e
we den können. Angelehn an den assismusk i ischen Ansa z on Paul Meche il (2004)
können olgende Be eiche benann we den: Im Be eich des kogini i en Wissense we bs
e a bei en sich Schüle innen und Schüle neues di e enzie es Wissen, wodu ch ihnen
ein k i isches Hin e agen on S e eo ypen sowie eine analy isch- e lek ie ende Wide le-
gung diese möglich wi d (Ouesla i 2019, S.23). Alle dings ha die p ak ische E ah ung
gezeig , dass dies nich aus eichend is , sonde n im Gegen eil soga Vo u eile e s ä ken
kann. Aus diesem G und is eine zusä zliche e ah ungs- und emo ionsgelei e e Sensibili-
sie ung wich ig. Dabei sollen du ch Au gaben zu Pe spek i -, Empa hie- und Solida i ä s-
ähigkei (z.B. Rollenspiele, biog a ische Me hode) die Bewuss machung und Re lek ion
ge ö de we den (Ouesla i 2019, S.23). Hie kann zudem eine Thema isie ung on Zuge-
hö igkei se ah ungen und Zusch eibungsmus e e olgen (Quehl 2011, S.228). De d i e
Ansa z de Dekons uk ion on S e eo ypen, welche de Pos kolonialen Theo ie en -
s amm ( gl. Kapi el 2.1.3), is noch ech neu und dahe auch noch ums i en. Au de
einen Sei e e schein es ziel üh end, den Schüle *innen den Kons uk ionscha ak e on
S e eo ypen o enzulegen. „Die Ho nung is , dass S e eo ype so ielleich nich nu als
unums ößliche mach olle Reali ä e scheinen, sonde n als Bilde , die jede* ode eine
Gesellscha e ände n kann.“ (Ouesla i 2019, S.24). Au de ande en Sei e bi g diese
Ansa z das Risiko de Ve unsiche ung, wodu ch die Ge ah en s eh , dass Schüle *innen
in de Pube ä „komplexe und übe o de nde indi iduelle und gesellscha liche Ve häl -
nisse angeblich eindeu ig und wide sp uchs ei au lösen möch en, indem sie e s ech
Rassismus als o dnungs e sp echendes Mus e au g ei en“ (Ouesla i 2019, S.24). Da
diese Uneindeu igkei alle dings de gesellscha lichen Reali ä en sp ich , is es no wen-
dig, dass Schüle *innen den Umgang mi diese e le nen. Dazu is ein siche es Le num eld
mi e auens ollen emo ionalen Beziehungen no wendig. S a in Kon lik en ode bei
(un) e lek ie en Hal ungen on Schüle *innen mo alisch und angs e üll zu eagie en und
assis ische Aussagen zu deckeln und somi zu un e d ücken, soll e eine e auens olle
A mosphä e im Un e ich Räume de Bea bei ung e möglichen (Ouesla i 2019, S.25). Nu
50
so e hal en die Le nenden die Möglichkei , Reak ionen au assis ische Äuße ungen zu
e hal en und da au au bauend, die eigene Hal ung zu e lek ie en. Gleichzei ig bes eh
die No wendigkei , Schu z äume zu scha en, um Be o ene mi Mig a ionse ah ungen
bei Beda zu schü zen und ihnen Raum zu E wide ung zu geben (Ouesla i 2019, S.26).
Hie zeig sich die g oße He aus o de ung, welche Leh k ä e im Kon ex assismusk i i-
schen Le nens gegenübe s ehen. Eine P o essionalisie ung und Fo bildung de an
Schule Tä igen is d ingend no wendig, um ein selbs e lexi es Ve hal en de Leh enden
zu ö de n, welches als Vo bild ü Schüle *innen dienen kann. Gleichzei ig is „Re lexi i ä
eine de zen alen Ansp üche an das Handeln on Leh e n und Leh e innen in plu alen
gesellscha lichen Kon ex en“ und somi „die G undlage p oduk i en und kons uk i en pä-
dagogischen Handelns“ (Meche il 2012, S.23 .). Auch Rudol Leip ech (2005) benenn
die (Selbs -) Re lexion de be eilig en Pädagog*innen als zen alen Punk eine an i assis-
ischen A bei . Da übe hinaus is die Auseinande se zung mi Ideologien, Disku sen und
Aspek en des ins i u ionellen Rassismus genauso en scheidend wie die Be ücksich igung
on Wide sp üchlichkei en sowie die Fö de ung eine agenden Hal ung (Queh 2011, S.
228). Die A bei sg uppe „K i ische Geog aphien globale Ungleichhei en“ de Uni e si ä
Hambu g schläg ü Leh ende und Leh am ss udie ende dahe olgende Sch i e in ih en
„O ien ie ungshil en ü eine assismusk i ische Un e ich sges al ung“ o : Re lexion on
eigenen Posi ionen und S e eo ypen du ch beispielsweise Wo kshops zu den Themen
Rassismus, Weiß-sein ode Empowe men , die k i ische Be ach ung geog aphische Un-
e ich sma e ialien sowie die Einbeziehung auße schulische Le n- und Begegnungso e,
an denen eigene E ah ungen du ch das gemeinsame Raume leben e lek ie und du ch
neues Wissen be eiche we den können (AG KGGU 2022, S. 21 .). Um Leh k ä e da -
übe hinaus ü ein assismussensibles Handeln zu sensibilisie en we den ach Denkan-
s öße o ges ell :
Zuhö en
Nimm E ah ungen on Be o enen on Rassismen e ns . Hö e nich
zu, um zu ela i ie en, sonde n um zu le nen.
Wei e bilden
Nimm deine Ve an wo ung als Leh e *in wah und bilde dich selbs
wei e .
P i ilegien
e kennen
Mach di bewuss , dass du au g und deines Weiß-Seins ode deine
Posi ion als Leh e *in in ielen Si ua ionen p i ilegie bis .
Sich engagie en
Nu ze als Leh e *in deine Ressou cen ü Wandel und se ze dich im
Schulum eld da ü ein, Rassismen zu benennen.
Empowe n
S elle Möglichkei en des Empowe men s ü BiPoCzu Ve ü ung.
Lade Expe *innen ü Wo kshops u.ä. ein.
51
Sich einse zen
Wenn du Rassismus in de Klasse wah nimms , dann se ze dich mu-
ig dagegen ein. Schau nich weg, sonde n we de ak i und misch
dich ein.
Sensibilisie en
Sensibilisie e dein Um eld: Füh e Diskussionen, sei s ei ba , eile
dein Wissen und gewinne wei e e Ve bünde e.
D an bleiben
Hö e nich au , sich ü Solida i ä und Gleichbehandlung einzuse -
zen.
Tabelle 2: Denkans öße ü ein assismussensibles Handeln (eigene Da s ellung nach
AG KGGU o.J. o.S.)
Ausgehend on diesen G undsä zen und Denkans ößen is eine disk iminie ungsk i ische
Le numgebung die G undlage ü assismusk i isches Le nen. Hie zu gehö , dass Viel al
als No mali ä da ges ell wi d und so un e schiedliche Lebens eali ä en (de Schüle *in-
nen) be ücksich ig we den (Lu z 2023, S.120 .). Gleichzei ig müssen auch die Leh inhal e
und das Un e ich sma e ial k i isch hin e ag we den (ebd. 2023, S.97 .). Hie is eben-
alls die Bedeu ung on Rahmenplänen und Cu icula zu be onen, da diese im Sinne eine
Kompe enzo ien ie ung die Vo ausse zung ü einen assismusk i ischen Un e ich bilden.
2.3 Ve anke ung des anskul u ellen und assismusk i ischen Le nens im
Fach Geog aphie
Im heo e ischen Teil wu den de Wandel des Kul u beg i s sowie de Wandel des „Kul u-
ellen Le nens“ da geleg . Die Aus üh ungen haben die Vielschich igkei de Beg i lichkei-
en insbesonde e in de Pädagogik und im Bildungsbe eich au gezeig . Auch wenn diese
A bei das anskul u elle und assismusk i ische Le nen als mode nes und lebenswel be-
zogenes Le nmodell in den Fokus ücken will, soll in de olgenden Analyse de Rahmen-
pläne zunächs das gesam e Themenspek um des „Kul u ellen Le nens“ be ach e we -
den, um den Is -Zus and abzubilden und da aus no wendige Ände ungen abzulei en.
2.3.1 Ve anke ung au Bundesebene gemäß de KMK
Um de Bedeu ung on in e kul u ellen Kompe enzen als Schlüsselquali ika ion in eine
globalisie en Wel Rechnung zu agen, ha die Kul usminis e kon e enz (KMK) be ei s am
25.10.1996 eine Emp ehlung mi dem Ti el „In e kul u elle Bildung und E ziehung in de
Schule“ e ö en lich , welche im Dezembe 2013 neuge ass wu de.
In diesem O ien ie ungs ahmen wu de „wu de in e kul u elle Bildung als Que schni sau -
gabe on Schule de inie “ (KMK 2013, S.2). Im Angesich wachsende sozio-kul u elle
52
Viel al benenn die KMK „in e kul u elle Ö nung und de Abbau s uk u elle Disk iminie-
ung“ als zen ale He aus o de ungen ü die Siche s ellung eine gleichbe ech ig en ge-
sellscha lichen Teilhabe (KMK 2013, S.2). Dahe sei es die Au gabe de Schule, pädago-
gische Handlungskonzep e zu e s ellen und umzuse zen, die diese Si ua ion Rechnung
agen (KMK 2013, S.2).
Ziel is eine Schule de Viel al , welche ei on o ene und e s eck e Disk iminie ung is
und es allen Schüle *innen unabhängig ih es sozio-kul u ellen Hin e g undes e möglich ,
einen Schulabschluss zu e eichen. Gleichzei e mi el Schule in e kul u elle Kompe en-
zen, welche G undlage ü ein e olg eiches Be u sleben und lebenslanges Le nen sind
(KMK 2013, S.3). Dabei we den olgende G undsä ze benann :
- Schule nimm Viel al zugleich als No mali ä und als Po enzial ü alle wah (KMK
2013, S.3)
- Schule äg zum E we b in e kul u elle Kompe enzen im Un e ich alle Fäche
und du ch auße un e ich liche Ak i i ä en bei. (KMK 2013, S.4)
- Schule is zen ale O ü den E we b bildungssp achliche Kompe enzen. (KMK
2013, S.5)
- Schule ges al e ak i Bildungs- und E ziehungspa ne scha en mi El e n. (KMK
2013, S.5)
Wäh end es bei dem e s en und le z en Punk o allem um die Ges al ung de Le num-
gebung in Schule und in de Zusammena bei mi El e n und E ziehungsbe ech ig en geh ,
s ehe bei den G undsä zen 2 und 3 die un e ich lichen Inhal e im Fokus. Ein o enes und
ole an es Um eld kann zu eine En wicklung anskul u elle Kompe enz bei agen und im
Sinne eines assismusk i ischen Le nens soga als unabdingba ü die indi iduelle Aus-
einande se zung mi Viel al und das k i ische Re lek ie en on Disk iminie ung und Ras-
sismus be ach e we den. So o mulie die KMK: „Die Schule e s eh sich als Le n- und
Lebenso ü alle, sie begegne allen Schüle innen und Schüle n mi We schä zung und
en wickel eine in e kul u ell sensible Dialog- und Kon lik kul u einschließlich des Aushan-
delns gemeinsame G undlagen ü das Schulleben, so dass sich alle Mi gliede de Schul-
gemeinscha einbezogen ühlen.“ (KMK 2013, S.3). Auch wenn die hie ge o de e Dia-
logkul u als G undlage ü anskul u elles Le nen gil , soll de Schwe punk diese A bei
au dem zwei en G undsa z und dami au den un e ich lichen Inhal en liegen.
Die KMK un e eil den E we b in e kul u elle Kompe enzen in d ei Dimensionen, welche
sich gegensei ig bedingen.
Wissen und E kennen
Kul u en als sich e ände nde kollek i e O ien ie ungs- und Deu-
ungsmus e wah nehmen
En s ehung und Wandel soziokul u elle Phänomene und S ö-
mungen analysie en
53
Ein luss kollek i e E ah ungen aus Ve gangenhei und Gegen-
wa au in e kul u elle Begegnungen e kennen, insbesonde e
hinsich lich de En s ehung on F emdbilde n
Re lek ie en und Bewe en
eigene kul u gebundene P ägungen und Deu ungsmus e sowie
gegensei ige soziale Zuo dnungen und S e eo ypisie ungen e-
lek ie en
O enhei gegenübe Ande en und ande en Deu ungsmus e n
en wickeln
Wide sp üche zu eigenen Deu ungsmus e n in de Kommunika-
ion mi Ande en aushal en sowie soziokul u elle En wicklungs-
p ozesse aus meh e en Pe spek i en be ach en
Handeln und Ges al en
Mi e an wo ung ü die En wicklung gleichbe ech ig e Teilhabe
im pe sönlichen, schulischen und gesellscha lichen Be eich übe -
nehmen
bewuss gegen Disk iminie ung und Rassismus ein e en
in de Kommunika ion und Zusammena bei mi Ande en sozio-
kul u elle, in e essen-beding e ode sp achliche Ba ie en übe -
winden
In e essen espek oll aushandeln und Kon lik e iedlich aus a-
gen
Tabelle 3: Dimensionen in e kul u elle Kompe enz (eigene Da s ellung nach KMK 2013,
S.4)
In e essan is hie , dass o z de Ve wendung des Beg i s „in e kul u ell“ iele Ansä ze
eines mode nen, anskul u ellen Kul u beg i s en hal en sind. So wi d on „sich e än-
de nden Deu ungs- und O ien ie ungsmus e n“ gesp ochen sowie on einem „Wandel so-
ziokul u elle Phänomene und S ömungen“. Dies mach deu lich, dass hie kein s a i-
sche , un e ände ba e und an Na ionalkul u o ien ie e Kul u beg i zug unde geleg
wi d, wie es übliche weise im Konzep de In e kul u ali ä de inie wi d. Gleichzei ig wi d
im Sinne eines assismusk i ischen Le nens de Be eich de Re lexion be on , welche das
k i ische Hin e agen on S e eo ypen und Bedeu ungszusch eibungen beinhal e . Zu-
dem sollen Schüle *innen zum Handeln be ähig we den, welches du ch eine Be onung
de Mi e an wo ung sowie dem Engagemen gegen Rassismus und Disk iminie ung den
G undsä zen des assismusk i ischen Le nens ( gl. Ouesla i 2019, El-Ma alaani 202) en -
sp ich .
54
Da übe hinaus schläg die KMK olgende Maßnahmen zu E eichung de oben genann-
en Ziele o :
- P ü ung de Leh -/Le nma e ialien im Hinblick da au , ob die ielschich ige, auch he -
kun sbezogene He e ogeni ä de Schüle *innen be ücksich ig is und gg . E gänzung de
Ma e ialien
- Fö de ung de Selbs e lexion, de k i ischen Beobach ung des eigenen S andpunk s und
des eigenen Handelns du ch Einbeziehung un e schiedliche Pe spek i en bei de E a -
bei ung de Un e ich sinhal e de Fäche . Insbesonde e de Un e ich in ande en Sp a-
chen kann dazu bei agen, in e kul u elle Handlungskompe enzen zu en wickeln
- Ve deu lichung un e schiedliche O ien ie ungen, We ungen und Denkmus e , ohne Kin-
de und Jugendliche da au zu eduzie en und du ch die Zusch eibung spezi ische Eigen-
scha en zu e ike ie en. Schule kann Gemeinsamkei en e ah ba machen und Schüle *in-
nen e mu igen und un e s ü zen, Di e enz selbs bes imm zu a ikulie en und sich nich
au emdbes imm e Zusch eibungen es legen zu lassen
- Mul ipe spek i i ä bei de E schließung on Le ninhal en, o schendes und koope a i es
Le nen sowie Fö de ung eine demok a ischen Gesp ächskul u als P inzipien im (Fach-)
Un e ich
- Ges al ung on in e kul u ellen Le nanlässen im Un e ich , in P ojek en und T ainings,
du ch Einbeziehung de El e n sowie auße schulische Pa ne bzw. du ch in e na ionale
Schulpa ne scha en und Schüle aus ausch. Dabei nu zen Schulen die Bandb ei e des
in e na ionalen Schulaus ausches on kleinen i uellen Pa ne scha en bis hin zu g oßen
mul ila e alen P ojek en, on indi iduellen Auslandsau en hal en ih e Schüle innen und
Schüle bis zu in e na ionalen Fo bildungen de Leh k ä e. Dabei is es wich ig, die in e -
na ionalen und in e kul u ellen Le nangebo e mi dem achlichen Le nen und den schuli-
schen Cu icula eng zu e knüp en.
- Angebo e in den Be eichen Eu opabildung, Demok a iee ziehung, Globales Le nen und
Bildung ü nachhal ige En wicklung (KMK 2013, S.8).
Auch wenn all diese Maßnahmen äche übe g ei end bzw. schulbezogen o mulie sind,
lassen sich hie e schiedene Anknüp ungspunk e ü das Fach Geog aphie inden. Im
Be eich de Kommunika ionskompe enz sowie de Bewe ungskompe enz spielen Mul i-
pe spek i i ä sowie Selbs e lexion eine en scheidende Rolle bei de Diskussion und Be-
we ung geog aphische S uk u en und P ozesse. Da bei ielen Themen un e schiedliche
Ak eu e mi un e schiedlichen S andpunk en be o en sind, is die Ve deu lichung diese
un e schiedlichen O ien ie ungen und Denkmus e genauso ele an wie eine demok a i-
sche Gesp ächskul u . Ein besonde s wich ige Punk is de Be eich de in e kul u ellen
55
Le nanlässe, welches in de Geog aphie beispielsweise übe das Raume leben au Ex-
ku sionen e olgen kann. De hie o ges ell e O ien ie ungs ahmen bie e da übe hinaus
eine G undlage ü die E s ellung de Bildungss anda ds in den einzelnen Fäche n, da
in e kul u elle Bildung explizi „als Schlüsselkompe enz und Que schni sau gabe in den
Bildungsplänen“ ausgewiesen wi d (KMK 2013, S.10).
2.3.2 Ve anke ung au Bundesebene gemäß de Bildungss anda ds
Die Kul usminis e kon e enz (KMK) übe nimm ü iele Schul äche die En wicklung on
Bildungss anda ds zu Quali ä ssiche ung und inhal lichen Wei e en wicklung, ü das
Fach Geog aphie alle dings nich . Aus diesem G und ha die Deu sche Gesellscha ü
Geog aphie (DG G) gemeinsam mi Fachdidak ike *innen, Fachwissenscha le *innen so-
wie Leh e *innen die En wicklung na ionale Bildungss anda ds übe nommen, welche die
Kompe enzen es legen, die Schüle *innen am Ende eines bes imm en Ausbildungsab-
schni es besi zen sollen (DG G 2020, S. 2 .).
Als B ücken ach zwischen Na u - und Geis eswissenscha en leis e das Fach Geog aphie
einen speziellen Bei ag zu Wel e schließung, indem die Wechselwi kungen zwischen
Na u und Gesellscha be ach e we den (DG G 2020, S.5). Neben einem allgemeingeo-
g aphischen Ansa z, de un e ande em ein „ein Ve s ändnis gesellscha liche Sys eme
in ih en wesen lichen aumbezogenen G unds uk u en“ e mi el , sollen Schüle innen
und Schüle egionalgeog aphische Kenn nisse übe e schiedene Räume e langen sowie
„die Möglichkei (e hal en), im Spannungs eld zwischen lokal und global ein e lek ie es
Heima bewuss sein, ein Bewuss sein als Eu opäe sowie Wel o enhei zu en wickeln“
(DG G 2020, S. 6). Neben de Lei maxime „Bildung ü nachhal ige En wicklung“ we den
auch Globales sowie In e kul u elles Le nen als wich ige Anliegen des Faches benann
(DG G 2020, S.7).
Auch wenn de Themenbe eich des „Kul u ellen Le nens“ im allgemeinen Bildungsau ag
du ch die eben genann en Bezüge zu inden is , ehl hie de Bezug zu ak uellen En wick-
lungen wie dem anskul u ellen ode dem assismusk i ischen Le nen. Zudem läss sich
es s ellen, dass be ei s im einlei enden Teil Hinweise au ein zug undeliegendes essen i-
alis isches Kul u e s ändnis mi seinem s a ischen Kul u beg i zu inden sind. So wi d
mi de Au zählung „den Heima aum, Deu schland, Eu opa und ausgewähl e auße eu o-
päische Regionen“ (DG G 2020, S.6) als Maßs absebenen des Geog aphieun e ich s so-
wie dem Sa z eil „ein e lek ie es Heima bewuss sein, ein Bewuss sein als Eu opäe “
(ebd.) als Ziel eine eu ozen is ische Pe spek i e angedeu e . Ähnliches zeig sich im wei-
e en Ve lau in de Gegenübe s ellung on Heima aum und ande en Regionen de E de.
So wi d das Beispiel „Men al Maps de Heima ode on A ika“ (DG G 2020, S.13) ge-
nann , was eine Abg enzung de beiden Räume andeu e und somi den Heima beg i so
62
ele an ü das anskul u elle Le nen is dabei de Be eich K1, welche un e ande em
die Analyse de He kun , Quali ä und Ve auenswü digkei on Quellen ö de n soll
(DG G 2023, S.35). Diese Fähigkei des k i ischen Hin e agens is zen ale Bes and eil
anskul u ellen Le nens ( gl. Budke 2008, Takeda 2020).
Im Be eich U eilen bleib die Un e eilung in Sachu eil und We u eil wie in den Bildungs-
s anda ds de Sekunda s u e I e hal en. Analog zum Be eich Kommunika ion wi d alle -
dings ein s ä ke e Fokus au das k i ische Re lek ie en on U eilen geleg (DG G 2023,
S.40).
Im sechs en und le z en Kompe enzbe eich Handlung en äll de Bezug zu Zielen des
In e kul u ellen bzw. Globalen Le nens. S a dessen wi auch hie de Fokus meh au BNE
geleg (DG G 2023, S.40 .). Lediglich im Be eich H4 wi d das Thema „kul u elle Viel al
und gesellscha liche Plu ali ä eine S ad “ als Beispiel ü einen geog aphisch ele an en
Kon ex ü ein e an wo ungs olles Handeln gewähl (DG G 2023, S.43).
Zusammen assend läss sich es hal en, dass die Bildungss anda ds ü die Sekunda -
s u e II einigen Neue ungen wie beispielsweise de zunehmenden Digi alisie ung Rech-
nung agen. Dies is auch ü das anskul u elle Le nen on g oße Bedeu ung. Ange-
sich s de ak uell global bedeu samen Themen wie Ene giewende, Ressou cenknapphei
ode Vulne abili ä als Folge de Globalen E wä mung is de Fokus au Bildung ü nach-
hal ige En wicklung und die Mensch-Umwel -Beziehungen im An h opozän nach ollzieh-
ba und sinn oll. Alle dings wu de de Be eich des kul u ellen Le nens kaum be ücksich-
ig . Angesich s on Globalisie ung und zunehmende Mig a ion is dies abe on g oße
Bedeu ung. Da es sich bei dem o liegenden Dokumen um die Anhö ungs assung han-
del , bleib zu ho en, dass diese wich ige Be eich in die inale Fassung eingea bei e wi d.
2.3.3 Ve anke ung au Landesebene gemäß de Fachan o de ungen
Die Fachan o de ungen Geog aphie des Landes Schleswig-Hols eins sind im Juli 2015
e schienen und „besch eiben die didak ischen G undlagen de jeweiligen Fäche und den
spezi ischen Bei ag de Fäche zu allgemeinen und achlichen Bildung“ ü die Sekun-
da s u e I und II (M SuBSH 2015, S.6). Neben eine g undlegenden Kompe enzo ien ie-
ung wi d im allgemeinen Teil die Auseinande se zung mi Ke np oblemen des gesell-
scha lichen Lebens als Ziel des Un e ich s de inie (M SuBSH 2015, S.8). Demnach we -
den Schüle *innen „du ch die Auseinande se zung mi Ke np oblemen des soziokul u el-
len Lebens in die Lage e se z , En scheidungen ü die Zukun zu e en und dabei ab-
zuschä zen, wie sich das eigene Handeln au ande e Menschen, au kün ige Gene a io-
nen, au die Umwel ode das Leben in ande en Kul u en auswi k “ (M SuBSH 2015, S. 8).
Dabei we den olgende gesellscha liche He aus o de ungen als Ke np obleme de inie :
63
1. G undwe e menschlichen Zusammenlebens: Menschen ech e, das iedliche Zusam-
menleben in eine Wel mi un e schiedlichen Kul u en, Religionen, Gesellscha s o men,
Völke n und Na ionen
2. Nachhal igkei de ökologischen, sozialen und ökonomischen En wicklung: E hal de
na ü lichen Lebensg undlagen, Siche ung und Wei e en wicklung de sozialen, wi scha -
lichen und echnischen Lebensbedingungen im Kon ex de Globalisie ung
3. Gleichs ellung und Di e si ä : En al ungsmöglichkei en de Geschlech e , Wah ung des
Gleichbe ech igungsgebo s, We schä zung gesellscha liche Viel al
4. Pa izipa ion: Rech alle Menschen zu e an wo ungs ollen Mi -Ges al ung ih e so-
ziokul u ellen, poli ischen und wi scha lichen Lebens e häl nisse (M SuBSH 2015, S.8 .)
Insbesonde e das e s e und das d i e Ke np oblem s ellen di ek e Bezüge zu den G und-
lagen des anskul u ellen sowie des assismusk i ischen Le nens he . Alle dings e zeug
die Au zählung de Un e scheidungsk i e ien „Kul u en, Religionen, Gesellscha s o men,
Völke n und Na ionen“ im e s en Ke np oblem die Assozia ion eines adi ionellen Kul u -
beg i s, welche beispielsweise Kul u und Na ionals aa mi einande e knüp .
Fü die Sekunda s u e I wi d – e gleichba mi den Bildungss anda ds de DG G- die be-
deu ung als B ücken ach be on . Zudem sollen die Schüle *innen im Geog aphieun e ich
„mul ipe spek i isches, sys emisches, p oblemlösendes und in e kul u elles Denken, kon-
k e es Handeln und die Übe nahme on Ve an wo ung im Sinne eine Bildung ü nach-
hal ige En wicklung“ e le nen (M SuBSH 2015, S. 12). Ausgehend on den Vo gaben de
KMK und de Bildungss anda ds wi d auch hie das Globale Le nen als Bildungsau gabe
benann (M SuBSH 2015, S.13).
2.3.3.1 Ve anke ung in de Sekunda s u e I
Nachdem in Kapi el 2.3.2 die mögliche Einbe ung on anskul u elle Kompe enz in die
sechs Kompe enzbe eiche au gezeig wu de, sollen im Folgenden die einzelnen Kompe-
enz o mulie ungen jedes Kompe enzbe eichs au eine mögliche Ve anke ung un e such
we den. G undsä zlich we den Kompe enzen nach de Sekunda s u e I und II un e schie-
den und dahe oneinande ge enn . Deshalb we den zunächs die Kompe enzen de Se-
kunda s u e I o ges ell , mi denen eine Fö de ung de anskul u ellen Kompe enz bzw.
die Umse zung eines assismusk i ischen Le nens möglich wä e. In einem zwei en Sch i
sollen k i ische Fo mulie ungen im Sinne eine e al e en Sich weise de in e kul u ellen
Kompe enz au gezeig we den.
De Kompe enzbe eich Fachwissen beinhal e die „Fähigkei , Räume au den e schiede-
nen Maßs absebenen als na u - und humangeog aphische Sys eme zu e assen und
64
Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwel analysie en zu können“ (M SuBSH
2015, S. 18). Hie läss sich ü die Sekunda s u e I nu wenig In eg a ion kul u geog aphi-
sche Themen es s ellen.
F3
Fähigkei , Räume un e schiedliche A und G öße als humangeog aphische
Sys eme zu e assen: Schüle innen und Schüle können…
S10
e gangene und gegenwä ige humangeog aphische S uk u en in Räumen besch ei-
ben und e klä en
S12
den Ablau on humangeog aphischen P ozessen in Räumen (zum Beispiel wi scha -
liche S uk u wandel, Ve s äd e ung, wi scha liche Globalisie ung) besch eiben und
e klä en
S13
das Zusammenwi ken on Fak o en in humangeog aphischen Sys emen (zum Beispiel
Wel handel und Globalisie ung, Mig a ion und Me opolisie ung) e läu e n
S14
die ealen Folgen poli ische (zum Beispiel K iege, Mig a ion), soziale und wi scha -
liche (zum Beispiel Tou ismus) Raumkons uk ionen e läu e n
S15
humangeog aphische Wechselwi kungen zwischen Räumen (zum Beispiel S ad –
Land, sogenann e En wicklungslände – [Pos -]Indus ielände beziehungsweise Län-
de des Südens, Lände des No dens) e läu e n
Tabelle 4: Kompe enzen im Kompe enzbe eich Fachwissen de Sekunda s u e I (eigene
Da s ellung nach M SuBSH 2015, S.18 .)
K i isch zu be ach en is hie die Ve wendung de e al e en Klassi ika ion de En wick-
lungslände sowie die Ein eilung in Lände des No dens und Lände des Südens als Le n-
gegens and. Auch in de Kompe enz F4 S24 „Räume nach bes imm en Me kmalen kenn-
zeichnen und sie e gleichend gegeneinande abg enzen (zum Beispiel sog. En wick-
lungslände – [Pos -]Indus ielände beziehungsweise Lände des No dens und Südens,
Ve dich ungs- und Pe iphe äume in Deu schland und Eu opa)“ auch dies e neu au
(M SuBSH 2015, S.19). Dies implizie eine Legi ima ion diese Beg i lichkei en ohne sie
k i isch zu hin e agen. Aus pos koloniale Sich weise soll e alle dings ehe die F age ge-
s ell we den, ob eine solche eu ozen ische Sich weise noch e e ba is , ans a diese
als zu le nende Beg i lichkei en in die Fachan o de ungen zu in eg ie en.
De Kompe enzbe eich Räumliche O ien ie ung besch eib die „Fähigkei , sich in Räumen
o ien ie en zu können ( opog aphisches O ien ie ungswissen, Ka enkompe enz, O ien ie-
ung in Real äumen und die Re lexion on Raumwah nehmungen)“ (M SuBSH 2015,
S.20).
65
O3
Fähigkei zu einem angemessenen Umgang mi Ka en (Ka enkompe enz):
Schüle innen und Schüle können…
S3
Manipula ions-Möglichkei en ka og aphische Da s ellungen (zum Beispiel du ch
Fa bwahl) besch eiben
O5
Fähigkei zu Re lexion on Raumwah nehmung und –kons uk ion: Schüle in-
nen und Schüle können…
S15
anhand on Ka en (zum Beispiel kogni i en Ka en/men al maps) e läu e n, dass
Räume s e s selek i und subjek i wah genommen we den (zum Beispiel Ve gleich
de men al maps deu sche und japanische Schüle on de Wel )
S16
anhand on Ka en e läu e n, dass Raumda s ellungen s e s kons uie sind (zum Bei-
spiel zwei e schiedene Ka enne zen wü e; zwei e schiedene Ka en übe soge-
nann e En wicklungs- und [Pos -]Indus ielände )
Tabelle 5: Kompe enzen im Kompe enzbe eich Räumliche O ien ie ung de Sekunda -
s u e I (eigene Da s ellung nach M SuBSH 2015, S.20)
Im Kompe enzbe eich E kenn nisgewinnung/ Me hoden soll die „Fähigkei , geog a-
phisch/geowissenscha lich ele an e In o ma ionen im Real aum sowie aus (Geo-)Me-
dien gewinnen und auswe en sowie Sch i e zu E kenn nisgewinnung in de Geog aphie
besch eiben zu können“ ge ö de we den (M SuBSH 2015, S.21).
M2
Fähigkei , In o ma ionen zu Behandlung on geog aphischen/geowissenscha -
lichen F ages ellungen zu gewinnen: Schüle innen und Schüle können…
S4
p oblem-, sach- und zielgemäß In o ma ionen zum Beispiel aus Ka en, Tex en, Bil-
de n, Tabellen, Diag ammen auswählen
M3
Fähigkei , In o ma ionen zu Behandlung geog aphische /geowissenscha liche
F ages ellungen auszuwe en: Schüle innen und Schüle können…
S6
geog aphisch ele an e In o ma ionen aus klassischen und echnisch ges ü z en In o -
ma ionsquellen sowie aus eigene In o ma ionsgewinnung s uk u ie en und bedeu -
same Einsich en he ausa bei en
S7
die gewonnenen In o ma ionen mi ande en geog aphischen In o ma ionen zielo ien-
ie e knüp en
Tabelle 6: Kompe enzen im Kompe enzbe eich E kenn nisgewinnung/ Me hoden de Se-
kunda s u e I (eigene Da s ellung nach M SuBSH 2015, S.21)
De Kompe enzbe eich Kommunika ion soll die Schüle *innen dazu be ähigen, „geog a-
phische Sach e hal e zu e s ehen, zu e sp achlichen und p äsen ie en zu können sowie
sich im Gesp äch mi ande en da übe sachge ech aus auschen zu können“ (M SuBSH
2015, S.22).
66
K1
Fähigkei , geog aphisch ele an e Mi eilungen zu e s ehen und sachge ech
auszud ücken: Schüle innen und Schüle können…
S3
bei geog aphisch ele an en Aussagen zwischen Ta sachen es s ellungen, Meinungen
und Bewe ungen un e scheiden
K2
Fähigkei , sich übe geog aphische/geowissenscha liche Sach e hal e auszu-
auschen, auseinande zuse zen und zu eine beg ünde en Meinung zu kommen:
Schüle innen und Schüle können…
S5
im Rahmen geog aphische F ages ellungen die logische, achliche und a gumen a i e
Quali ä eigene und emde Mi eilungen kennzeichnen und angemessen eagie en
S6
an ausgewähl en Beispielen achliche Aussagen und Bewe ungen abwägen und in
eine Diskussion (zum Beispiel Rollenspiele, Simula ionen) zu eine eigenen beg ün-
de en Meinung und/ode zu einem Komp omiss kommen
Tabelle 7: Kompe enzen im Kompe enzbe eich Kommunika ion de Sekunda s u e I (ei-
gene Da s ellung nach M SuBSH 2015, S.22)
De Kompe enzbe eich Beu eilung/ Bewe ung ö de die „Fähigkei , aumbezogene
Sach e hal e und P obleme, In o ma ionen in Medien und geog aphische E kenn nisse
k i e ieno ien ie sowie o dem Hin e g und bes ehende We e in Ansä zen beu eilen
zu können“ (M SuBSH 2015, S.23).
B1
Fähigkei , Sach e hal e im Raum un e Anwendung geog aphische Kenn nisse
zu beu eilen: Schüle innen und Schüle können…
S1
achbezogene und allgemeine K i e ien des Beu eilens (wie zum Beispiel ökologische/
ökonomische/soziale Angemessenhei , Gegenwa s- und Zukun sbedeu ung, Pe -
spek i i ä ) nennen, geog aphische Kenn nisse und die oben genann en K i e ien an-
wenden
S2
um ausgewähl e geog aphisch ele an e Sach e hal e (zum Beispiel Mig a ion, En -
wicklungszusammena bei , Flächennu zungskon lik e, Ressou cenkon lik e) zu beu -
eilen
B2
Fähigkei , ausgewähl e geog aphisch/geowissenscha lich ele an e In o ma io-
nen aus Medien k i e ienges ü z zu beu eilen (Medienkompe enz): Schüle in-
nen und Schüle können…
S4
zu Beein lussung de Da s ellungen in geog aphisch ele an en In o ma ions äge n
du ch un e schiedliche In e essen k i isch S ellung nehmen (zum Beispiel ou is ische
Anlagen in Reisep ospek en, S ad ka en ü Kinde , Da s ellungen on Wi scha sun-
e nehmen, Da s ellungen on NGO).
B3
Fähigkei , ausgewähl e geog aphische/geowissenscha liche E kenn nisse und
Sich weisen hinsich lich ih e Bedeu ung und Auswi kungen ü die Gesellscha
angemessen zu beu eilen: Schüle innen und Schüle können…
67
S5
zu den Auswi kungen ausgewähl e geog aphische E kenn nisse in his o ischen und
gesellscha lichen Kon ex en (zum Beispiel e schiedene Wel bilde , Be ich e on En -
deckungs eisen) k i isch S ellung nehmen
B4
Fähigkei , ausgewähl e geog aphisch/geowissenscha lich ele an e Sach e -
hal e/P ozesse un e Einbeziehung achbasie e und achübe g ei ende We e
und No men zu bewe en
Tabelle 8: Kompe enzen im Kompe enzbe eich Beu eilung/Bewe ung de Sekunda -
s u e I (eigene Da s ellung nach M SuBSH 2015, S.22 .)
Im sechs en und le z en Kompe enzbe eich Handlung sollen die Schüle *innen die Be ei -
scha und Fähigkei e le nen, „au e schiedenen Handlungs elde n Gegenwa und Zu-
kun au de E de nachhal ig ges al en zu können“ (M SuBSH 2015, S.23).
H1
Kenn nis poli ische und no ma i e Vo gaben und nachhal ige Handlungsop i-
onen: Schüle innen und Schüle kennen...
S3
De e minan en des eigenen Handelns (zum Beispiel Ich-zen ie e Wohls andso ien ie-
ung, gesellscha liche Zwänge)
H3
Fähigkei zu Re lexion und Selbs bes immung im Nachhal igkei shandeln:
Schüle innen und Schüle e lek ie en...
S9
in k i ische Auseinande se zung mi Eins ellungen und Rahmenbedingungen ih Han-
deln und das Handeln ande e
S10
We eo ien ie ungen on Pe sonen de Ö en lichkei , Poli ik, Wi scha und Gesell-
scha o dem Hin e g und de Nachhal igkei s o gabe
Tabelle 9: Kompe enzen im Kompe enzbe eich Handlung de Sekunda s u e I (eigene
Da s ellung nach M SuBSH 2015, S.23)
Insgesam läss sich es s ellen, dass die Fachan o de ungen des Landes Schleswig-Hol-
s ein iele Kompe enzen beinhal en, welche ü ein anskul u elles und assismusk i i-
sches Le nen on Bedeu ung sind. Dies be i insbesonde e g undlegende Fe igkei en
de Reche che, Auswe ung und Analyse on Medien (M2, M3, O3, O5) sowie die Kom-
munika ion übe sowie die Bewe ung und Beu eilung on geog aphisch ele an en S uk-
u en und P ozessen (K1, K2, B1, B2, B3, B4). Des Wei e en we den e schiedene Kom-
pe enzen e mi el , die es den Schüle *innen e möglichen, mul ipe spek i isch und k i-
isch e lek ie end mi In o ma ionen und Meinungen umzugehen (O3 S3, O5 S16, K1 S3,
B2 S4). Alle dings bleib es bei eine Ve mi lung diese au iele Themen übe agba en
Kompe enzen. K i isch zu be ach en is dahe o allem die ehlende Benennung kul u el-
le Themen in Fo m on Beispielen. Insbesonde e in den Kompe enzbe eichen Fachwis-
sen und Handlung sind hie keine bzw. nu e al e e Bezüge zu inden. Im Be eich Fach-
wissen wä e es beispielsweise no wendig, den (hyb iden) Kul u beg i zu de inie en, um
68
so in allen da au au bauenden Themen mi kul u ellem Bezug au dieses G undlagenwis-
sen zu ückg ei en zu können. Des Wei e en ehlen wich ige Themen wie Rassismus ode
Disk iminie ung, welche im Sinne eine anskul u ellen und assismusk i ischen Bildung
be ei s in de Sekunda s u e I hema isie we den soll en. Auch wenn anskul u elle Kom-
pe enz als Bes and eil on Bildung ü nachhal ige En wicklung be ach e we den kann,
wü de eine explizi e Kennzeichnung ( ans)kul u elle Themen im Kompe enzbe eich
Handlung die Rele anz anskul u elle und assismusk i ische Bildung deu lich machen.
Eine Implemen ie ung de on de KMK ge o de en in e kul u ellen Kompe enzen in den
d ei Dimensionen „wissen und e ne zen“, „bewe en und e lek ie en“ sowie „handeln und
ges al en“ wä e mi Blick au die sechs Kompe enzbe eiche de Geog aphie du chaus
möglich. E kennba sind sie in den hie o liegenden Fachan o de ungen ü die Sekun-
da s u e I alle dings nich .
2.3.3.2 Ve anke ung in de Sekunda s u e II
Im Folgenden soll nun die Einbe ung des anskul u ellen und assismusk i ischen Le -
nens in de Sekunda s u e II analysie we den. Die Fachan o de ungen des Landes
Schleswig-Hols ein benennen als zen alen Un e schied zwischen de Sekunda s u e I
und II, dass in de Obe s u e e s ä k de Umgang mi aumbezogene Komplexi ä in den
Mi elpunk ge ück we den soll. Da ü we den zunehmend die un e schiedlichen Maß-
s absebenen ((indi iduell, lokal, egional, na ional, global) be ach e (M SuBSH 2015,
S.32). Gleiches i au die Kompe enzbe eiche Beu eilung/Bewe ung und Handlung zu
(M SuBSH 2015, S. 32). Eine In eg a ion anskul u elle Themen sowie die Fö de ung
assismusk i ischen Le nens scheinen dahe g undsä zlich möglich. Inwie e n diese bei-
den Ansä ze in den Kompe enzen de Sekunda s u e II zu e kennen sind, zeigen die ol-
genden Tabellen. Diese sind, ande s als im o he igen Teil, nich nach den Kompe enz-
be eichen so ie , sonde n nach den e bindlich o gegebenen Halbjah es hemen de
Obe s u e. Dabei we den die d ei Halbjah e be ach e , welche Kompe enzen en hal en,
die sich dem Be eich des „Kul u ellen Le nens“ zuo dnen lassen. In den ande en d ei Halb-
jah en gib es keine e kennba en Bezüge. Die in den Tabellen o ma kie en Fo mulie un-
gen sind k i isch zu be ach en, da diese e al e ode übe hol sind ode in de wissen-
scha lichen Diskussion k i isie we den.
Thema C: Wi scha s äumliche Dynamiken und ih e Auswi kungen in Eu opa
Schüle innen und Schüle können…
F S17
Mig a ion in Eu opa au Basis on Mig a ionsmodellen (z. B. Push-and-Pull-Fak o en)
e läu e n
69
M S11
In o ma ionen zu inne eu opäischen Mig a ion zielge ich e eche chie en und den
hie zu s a indenden Disku sen zuo dnen
K S6
in de A gumen a ion s ingen und un e Ve wendung de Fachsp ache Disku se zu
inne eu opäischen Mig a ion e ö e n.
B S9
eigene Posi ionen zu inne eu opäischen Mig a ion we eo ien ie en wickeln und be-
g ünden.
Tabelle 10: Kompe enzen im A bei sschwe punk C de Sekunda s u e II (eigene Da s el-
lung nach M SuBSH 2015, S. 38 .)
Thema D: F agmen ie ung in de einen Wel
Schüle innen und Schüle können…
F S18
Ein eilungen de einen Wel indika o enges ü z e läu e n
F S19
den En wicklungss and und sozioökonomische En wicklungen on Lände n/Lände -
g uppen au Basis demog aphische , soziale , wi scha liche und ökologische K i e-
ien e läu e n
F S22
In e na ionale und na ionale Mig a ion au G undlage on Mig a ionsmodellen (z. B.
Push-and-Pull-Fak o en) e klä en
F S24
U sachen ü En wicklungsun e schiede im Kon ex geoökologische , demog aphische
und his o ische Zusammenhänge auch modello ien ie (z. B. geoökologische Benach-
eiligung de T open, Dependenz heo ie, Weal h-Flow- heo ie) disku ie en
O S4
g undlegende Raummus e zu Di e enzie ung de einen Wel (z. B. Ein eilung nach
HDI, Kul u e d eile, agmen ie e Wel ) besch eiben und auswe en
M S13
Raummus e zu Di e enzie ung de einen Wel aus e schiedenen Pe spek i en und
o dem Hin e g und un e schiedliche Wah nehmung e läu e n und e lek ie en
K S7
die Di e enzie hei de einen Wel da s ellenden Raumo dnungsmus e (z. B. e s e
Wel , D i e Wel , Kul u e d eile, F agmen ie ung nach Scholz) und Beg i lichkei en (z.
B. En wicklungslände , Schwellenlände , [Pos -]Indus ielände , Lände des Südens,
Lände des No dens, Raum agmen e nach Scholz) disku ie en
B S10
die Aussagek a on En wicklungsindika o en und Raumo dungsmus e zu einen
Wel in ih e Di e enzie hei e lek ie en
B S12
Maßnahmen de En wicklungszusammena bei bewe en
B S13
eigene Posi ionen zu En wicklungszusammena bei en wickeln und beg ünden
H S5
e p oben In o ma ionshandeln, gegebenen alls auch in Ve bindung mi poli ischem be-
ziehungsweise bü ge scha lichem Handeln in einem P ojek de En wicklungszusam-
mena bei .
Tabelle 11: Kompe enzen im A bei sschwe punk D de Sekunda s u e II (eigene Da s el-
lung nach M SuBSH 2015, S. 40 .)
70
Thema E: Globalisie ung und Regionalisie ung
Schüle innen und Schüle können…
F S28
Wesensme kmale, Hin e g ünde und die Dynamik on Globalisie ung e läu e n
F S36
Globalisie ung in ih e Raumwi ksamkei au lokale und egionale Maßs absebene
beg ünden
O S7
Lei agen- und p oblemo ien ie in Räumen des In e ne s (z. B. Google ea h, S ee
View) eche chie en
K S9
Chancen und Risiken on Globalisie ung äumlich di e enzie end und aus un e schied-
lichen Pe spek i en disku ie en
Tabelle 12: Kompe enzen im A bei sschwe punk E de Sekunda s u e II (eigene Da s el-
lung nach M SuBSH 2015, S. 42 .)
Auch in de Sekunda s u e II läss sich es s ellen, dass es einige g undlegende Kompe-
enzen gib , welche als Vo ausse zung ü ein anskul u elles und assismusk i isches Le -
nen be ach e we den können. Dazu gehö en Reche che- und Analyse ähigkei en (M
S11, S13, O S17), die Fö de ung de Diskussions ähigkei bzw. de du chgängigen
Sp achbildung (K S6, S7, S9) sowie die kon inuie liche Wei e en wicklung de Bewe -
ungs- und Beu eilungskompe enz bis hin zu eigenen Posi ionie ung in gesellscha lich
ele an en Disku sen (B S9, S10, S12, S13). Auch im Be eich des Fachwissens lassen
sich in de Obe s u e iele ak uelle Themen wie beispielsweise Mig a ion, Globalisie ung
ode globale und egionale Dispa i ä en inden, welche eine Implemen ie ung des ans-
kul u ellen und assismusk i ischen Le nens e möglichen. Au G und de gesellscha li-
chen Rele anz diese Themen is eine solche Bildung soga als no wendig zu be ach en.
Ta sächlich gib es in den Fachan o de ungen abe keine Hinweise au eine solche In-
eg a ion de genann en Konzep e. Wich ige Beg i e wie „Kul u “, „Rassismus“ ode „Dis-
k iminie ung“ allen hie nich . Zugleich we den e al e e Beg i lichkei en wie „d i e Wel “
ode „En wicklungslände “ genauso im Cu iculum genann wie übe hol e Konzep e wie
die Kul u e d eile. Auch wenn die Kompe enz K S7 eine Diskussion „de Di e enzie hei
de einen Wel da s ellenden Raumo dnungsmus e “ o de , geh es dabei um eine Ab-
wägung de Beg i lichkei en hinsich lich ih e inhal lichen Bedeu ung und Eignung
(M SuBSH 2015, S. 42). Dies zeig sich auch im Lei aden zu den Fachan o de ungen,
welche die Kompe enz as e um e bindliche Themen und mögliche Inhal e e wei e und
da aus einen Vo schlag ü ein schulin e nes Fachcu iculum ablei e . Hie wi d in beiden
Be eichen on „Wel wei e Dispa i ä en – Indika o en und Klassi izie ungen“ gesp ochen
(M SuBSH 2016, S. 57). Eine Diskussion übe die Legi ima ion eine solchen Ein eilung
ode übe die his o ischen Wu zeln diese Klassi ika ionen wi d an keine S elle ge o de .
Auch in den Halbjah es hemen Globalisie ung und Mig a ion ehl jegliche Bezug zu ans-
kul u ellen ode assismusk i ischen Kompe enzen.
71
3 Zwischen azi
De Umgang mi Mig a ion nach Deu schland, de K ieg zwischen Is ael und Paläs ina,
zunehmende Wahlan eile de AFD bei den Kommunal- und Land agswahlen. Dies sind
nu einige ak uelle Beispiele da ü , dass de Umgang mi ande en Menschen und de en
T adi ionen, We en und kul u ellen Hin e g ünden eine wich ige gesellscha liche He aus-
o de ung de ak uellen Zei da s ell .
Mi Blick au die achlichen und die didak ischen Hin e g ünde läss sich es s ellen, dass
in de Wissenscha ein g oße Wandel im Be eich de Beschä igung mi Kul u und Kul-
u en s a ge unden ha . Die Abkeh om adi ionellen, s a ischen Kul u beg i und die
dami einhe gehende Neube ach ung on gesellscha lichen S uk u en ha auch in de
Pädagogik zu eine K i ik des Modells des In e kul u ellen Le nens ge üh . Aus diese
K i ik sind zahl eiche neue Ansä ze en s anden wie beispielsweise das T anskul u elle Le -
nen und das Rassismusk i ische Le nen. Im T anskul u ellen Le nen s eh in Anlehnung
an Welsch (19994) die adikale Indi iduali ä des Indi iduums im Zen um des In e esses,
wo aus eine Plu ali ä mögliche Iden i ä en unabhängig on na ionale ode e hnische
He kun he o geh . Demnach en s ehen Iden i ä en du ch iel äl ige (kul u elle) Begeg-
nungen und E lebnisse. Ziel eines anskul u ellen Un e ich s soll e es dahe sein, dass
Schüle innen und Schüle ih e eigene anskul u elle Iden i ä e kennen und au ih e En -
s ehung hin e lek ie en, um schließlich Kul u en unabhängig on Na ionals aa en und Ei-
gen- und F emdkul u be ach en zu können. K i isch zu be ach en is dabei, dass die
Möglichkei sich als anskul u ell zu posi ionie en und in diese Posi ionie ung ane kann
zu we den in de Gesellscha nich gleichmäßig e eil is . Zudem bes eh die Ge ah ,
dass du ch eine Loslösung on F emd- und Eigenbilde n P ozesse wie Rassismus und
O he ing nich hema isie und somi auch nich k i isch e lek ie und hin e ag we den
(Sch öde 2019, S. 526 .). Dahe e schein es sinn oll, anskul u elles Le nen mi assis-
musk i ischem Le nen zu e knüp en.
Im assismusk i ischen Le nen geh es o allem da um, Rassismus zu hema isie en, um
den Schüle *innen zu e deu lichen, dass diese in Gesellscha und Kul u s uk u ell e -
anke is (z.B. El-Ma alaani 2021). Da übe hinaus sollen in einem assismusk i ischen
Un e ich Handlungen, Disku se, Ins i u ionen und (Mach -)S uk u en meh pe spek i-
isch und selbs e lek i be ach e we den.
Auch wenn es sich um zwei un e schiedliche Konzep e handel , zeig sich hie eine e s e
Übe schneidung des anskul u ellen und des assismusk i ischen Le nens. Beide Ansä ze
en hal en Konzep e ü al e na i e Denk- und Handlungsmus e . Da übe hinaus gib es
wei e e Schni mengen de beiden Le n heo ien.
78
dessen Folgen und da übe , was sich am Denken, Fühlen und Handeln bzw. an de Be-
we ung eine Si ua ion ände , wenn sie aus e schiedenen Pe spek i en be ach e , be-
sch ieben und bewe e wi d,“ ange eg (D a h & Woppowa 2023, S.134). Dies inde o
allem in Un e ich sgesp ächen ode disku si en Phasen s a und ha das di e enzie e
A gumen ie en sowie eine Pe spek i ene wei e ung du ch Re lexion des eigenen S and-
punk s zum Ziel. Beide P inzipien g ei en ineinande und sind ü den mode nen kul u be-
zogenen Geog aphieun e ich im Kon ex on T anskul u ali ä und Rassismusk i ik on
g oße Bedeu ung. Auch wenn de Beg i Pe spek i wechsel eine lange T adi ion in den
Konzep en des globalen Le nens, de Kul u e d eile ode auch des in e kul u ellen Le nens
ha , gel en Pe spek i wechsel und Vielpe spek i i ä nach wie o als Schlüsselwö e de
Geog aphiedidak ik, welche im Sinne eine pos mode nen Geog aphiedidak ik die eine
allgemeingül ige, wissenscha liche Meinung du ch die Plu ali ä und Meinungs iel al im
Kon ex indi iduelle Lebenswel en und E ah ungen e se z (Rinschede & Siegmund
2022, S.45). Pe spek i wechsel de inie sich im Sinne eines mode nen, anskul u ellen
und assismusk i ischen Geog aphieun e ich s e ie end als eine A E leben on Le-
benswel en. Mi Blick au die adikale Indi iduali ä de T anskul u ali ä muss Abs and ge-
nommen we den on Pe spek i en au Na ionalkul u en wie es beispielsweise im in e kul-
u ellen Le nen ode dem Konzep de Kul u e d eile angebahn wu de. S a dessen müs-
sen Schüle innen und Schüle Pe spek i en au indi iduelle Lebenswel en e langen, in-
dem sie du ch eale ode i uelle Begegnungen sowie eine en sp echende un e ich liche
Inszenie ung mi un e schiedlichen Biog a ien in Kon ak geb ach we den.
Die Basiskonzep e des Faches Geog aphie bie en hie ü be ei s einige Ansä ze wie die
oben e wähn en Raumkonzep e. Alle dings wi d de Pe spek i wechsel nich explizi be-
nann ode be on . Neben de be ei s e wähn en no wendigen E gänzung im Basiskonzep
de Raumkonzep e ( gl. Kapi el 4.1.1) kann auch das Basiskonzep de Maßs absebenen
einen s ä ke en Fokus au Biog a ien und Lebenswel en se zen. Da ü wä e eine E wei e-
ung au beiden Sei en um eine indi iduelle Maßs absebene sinn oll. Du ch dieses Wo d-
ing wi d deu lich, dass Schüle innen und Schüle bei de Nu zung e schiedene Maß-
s absebenen imme bei ih e eigenen indi iduellen Iden i ä und Lebenswel anse zen, um
dann übe die e schiedenen Ebenen wiede um au ande e Indi iduen mi ih en spezi i-
schen Biog a ien und Lebenswel en zu s oßen.
4.1.3 Die Rolle de Sp ache: Inhal , Le nziel und Medium
Die Sp ache spiel im Themen eld des anskul u ellen und assismusk i ischen Le nens
eine en scheidende Rolle. Zum einen ück die Sp ache im Zuge de Neuen Kul u geog a-
phie sowie de pos kolonialen Theo ie in den Fokus des geog aphischen In e esses, da
diese als eine Fo m all äglichen Handelns eine zen ale Rolle ü die Kons uk ion on
79
Raum und Kul u spiel (Win ze & Was l-Wal e 2016, S.283 .). Dabei nehmen sp ach-
heo e ische Konzep e in de Kul u geog aphie bishe o allem die Kons uk ion on Räu-
men in den Fokus (Win ze & Was l-Wal e 2016, S. 285 .). Au inhal liche Ebene sind
dahe die Bedeu ung und o allem auch die Mach on Sp ache bei de Be ach ung und
(De)Kons uk ion on Räumen sowie de Kommunika ion übe aumbezogene S uk u en
und P ozesse im Kon ex kul u elle Viel al zen al. Geh man im Zuge des anskul u ellen
Le nens da on aus, dass Kul u en hyb id sind und einem s e igen Wandel un e liegen, so
müssen auch diese als ein Ge lech on Bedeu ungszusch eibungen be ach e we den.
Da dies meis in Fo m on symbolischen In e ak ionen en s eh , komm de Sp ache eine
zen ale Rolle ü die E möglichung on Kul u zu (Mülle 2018, S. 27). Im un e ich lichen
Kon ex gil es diese P ozesse au zudecken und zu e lek ie en.
Zum ande en is Sp ache gleichzei ig in ih e Funk ion in un e ich lichen P ozessen zu
be ach en. Dabei un e scheide man in die Funk ion als Le nziel und die Funk ion als Me-
dium (Wey 2022, S.24). Be ach e man Sp ache als Le nziel, so läss sich diese im Kom-
pe enzbe eich Kommunika ion de Bildungss anda ds und de Fachan o de ungen inden.
Alexand a Budke und Mi iam Kuckuck (2017) un e scheiden dabei in die d ei Be eich
Kommunika ions ezep ion (Auswe ung, Ve s ändnis und Bewe ung on geog aphischen
Ma e ialien), Kommunika ionsp oduk ion (mündliche und sch i liche Da s ellung on geo-
g aphischen S uk u en und P ozesse) sowie die Kommunika ionsin e ak ion (Aus ausch
on mindes ens zwei Pe sonen übe geog aphische Themen) (Budke & Kuckuck 2017,
S.16). Alle d ei Be eich sind ü den Umgang mi kul u ellen Themen on en scheidende
Bedeu ung, sodass de Kommunika ionskompe enz eine zen ale Rolle zukomm (Vgl.
4.3). Gleichzei ig is Sp ache als Medium in allen Kompe enzbe eichen wiede zu inden
und is dahe als das zen ale Medium des Geog aphieun e ich s zu be ach en. Sie dien
als G undlage ü den E we b „ achliche Inhal e und gleichzei ig die zu e we bende
G undlage, um achlich angemessen zu kommunizie en“ (Wey 2022, S.27). In de Geo-
g aphiedidak ik wu de bishe o allem im Be eich de A gumen a ionskompe enz ge-
o sch . Da die Meinungsbildung und die Pa izipa ion an gesellscha lichen ele an en
Aushandlungsp ozessen als eines de p imä en Ziele des Geog aphieun e ich s bezeich-
ne wi d, sind A gumen a ionen besonde s ele an (Budke & Kuckuck 2017, S.16). Dies
i eben alls au das anskul u elle und das assismusk i ische Le nen zu. Demnach
muss Sp ache auch hie gleiche maßen als Le ninhal und als Medium des Un e ich s
behandel und zusä zlich um die inhal liche Ebene als Un e suchungsgegens and e gänz
we den. Man kann also on eine d ei achen Rolle de Sp ache im anskul u ellen Le nen
sp echen.
80
4.1.4 T ans o ma i e Bildung und Global Ci izenship Educa ion
Aus den komplexen Zusammenhängen und den ebenso komplexen He aus o de ungen
eine sich s e ig wandelnden, he e ogenen Gesellscha esul ie en wei e e An o de ungen
an die Rahmenbedingungen eines au anskul u elle Kompe enz und assismusk i isches
Le nen bezogenen Un e ich s. Wenn das Ziel da in bes eh , Le nende au den Umgang
mi komplexen und kon o e sen P oblemen o zube ei en und diese dahe Fähigkei en
ü den Umgang mi globalen gesellscha lichen He aus o de ungen e we ben sollen, um
ak i an de Ges al ung eine zukun s ähigen Wel und Gesellscha mi zuwi ken, müssen
Un e ich ss uk u en ans o ma i ges al e we den. In Folge de Agenda 2030 wu de
ans o ma i e Bildung im Sinne eine quali a i hochwe igen Bildung sowie de Fö de-
ung lebenslangen Le nens als eines de Ziele nachhal ige En wicklung (SDGs) de inie .
Schüle innen und Schüle sollen dabei zum Umgang mi den komplexen He aus o de un-
gen bzw. den g oßen T ans o ma ionen des 21. Jah hunde s be ähig we de (Lang-
Woj asik 2019, S.35). Angelehn an den Beg ünde de ans o ma i en Le n heo ie Jack
Mezi ow (1978) s ell sich die F age, wie emanzipa o isches Le nen gelingen kann, wel-
ches Schüle innen und Schüle dazu be ähig , die bishe igen Sich weisen au die Wel und
au sich selbs k i isch zu hin e agen (Singe -B odowski & Taigel 2020, S.358). Die Ve -
ände ung on indi iduellen We en, Wah nehmungen und Handlungen machen ein Cha-
ak e is ikum ans o ma i e Bildung aus. Mi ih e Hil e soll ein s ä ke e schulische Be-
zug au die no wendigen T ans o ma ionsp ozesse und da aus abgelei e e T ans o ma-
ionsop ionen he ges ell we den, um globale He aus o de ungen lösen zu können (Lang-
Woj asik 2019, S.35 .). Dahe is das anges eb e E gebnis nich die Du chd ingung eines
spezi ischen Inhal es, sonde n eine ges eige e Re lexi i ä , welche die Schüle innen und
Schüle zu adäqua e en S a egien im Umgang mi Komplexi ä und zu In eg a ion e -
schiedene Pe spek i en be ähigen soll (Singe -B odowski & Taigel 2020, S.359). Zu die-
sem Zweck o mulie Mezi ow d ei au einande au bauende Phasen des ans o ma i en
Le nens: Dekons uk ion (z.B. du ch Auseinande se zung mi einem (un e ich lich kon-
s uie en) Dilemma), Rekons uk ion (Teilen on E ah ungen sowie eine gemeinsame
k i ische Re lexion zum Au bau und zu E p obung neue Pe spek i en) sowie In eg a ion
(Au nahme neue Bedeu ungspe spek i en zu kons uk i en Lösung des an änglichen Di-
lemmas) (Pe ig 2021, S.8 .).
Den Schüle innen und Schüle n müssen demen sp echend o ene und lösungso ien ie e
Le nse ings angebo en we den, welche komplexe gesellscha liche P oblems ellungen
wie beispielsweise Rassismus dekons uie en, k i isch e lek ie en und schließlich kon-
k e e Lösungss a egien okussie en. Sowohl P oblems ellungen, als auch Lösungen soll-
en dabei die globale Maßs absebene be ücksich igen. Hie ü is das Konzep de ans-
o ma i en Global Ci izenship Educa ion besonde s geeigne , welches be ei s in Kapi el
81
2.2.3 ku z o ges ell wo den is . Dabei e s eh sich GCE als poli ische Bildung im glo-
balen Maßs ab. „Sie e mi el Wissen und Fähigkei en, um globale He aus o de ungen
zu e s ehen und ihnen ak i zu begegnen. Le nende sollen in die Lage e se z we den,
ein Zugehö igkei sge ühl zu Wel gemeinscha zu en wickeln, sich zu engagie en und
eine ak i e Rolle in de Gesellscha zu übe nehmen, um einen Bei ag zu leis en zu eine
iedlichen, ge ech en Wel , in de ökologische Ressou cen bewah we den“ (DUK o.J.
o.S.). Ziel is es, „im Um eld eine komplexen und globalisie en Wel u eils-, en schei-
dungs- und handlungs ähig zu sein. Dazu b auch es Kompe enzen zu Analyse und Be-
u eilung gesellscha liche Ve häl nisse, auch zu Beu eilung on Mach e häl nissen,
zu Re lexion de eigenen, pa ikula en Wel sich sowie de eigenen Posi ion in de Ge-
sellscha , zu Auseinande se zung mi den eigenen We hal ungen und den We hal un-
gen Ande e sowie mi e schiedenen We esys emen“ (SGCE 2019, S.14).
Im Zuge de zunehmenden Ve b ei ung des Konzep s des Globalen Le nens sei den
1980e und 1990e Jah en ( gl. Kapi el 2.2.4) wu de die GCE auch in ielen eu opäischen
Lände n in die Rahmenpläne in eg ie (z.B. KMK 2016) (Knech elsdo e e al. 2022,
S.56). Die d ei in diesem Zuge de inie en Ke nkompe enzen des Globalen Le nens E -
kennen, Bewe en und Handeln bilden hie bei die G undlage ü e an wo ungs olles
Handeln, ak i e Teilhabe und das gemeinsame Aushandeln on Lösungss a egien in ei-
ne komplexen und he e ogenen Wel (Sch ü e & B endel 2018, S.17). Die UNESCO be-
nenn dazu eine Auswahl an Themen, welche den d ei A ibu g uppen „In o med and c i-
ically li e a e“, „Socially connec ed and espec ul o di e si y“ sowie „e hically esponsible
and engaged“ zugeo dne wu den, welche den zu e we benden Kompe enzen en sp e-
chen.
Abbildung 7: Topic a eas o Global Ci izenship Educa ion (UNESCO 2015,
S.25)
82
Diese Themen o schläge sind zum G oß eil de kogni i en Dimension beziehungsweise
dem Wissense we b zuzuo dnen. Die UNESCO e weis dabei da au , dass dem Aspek
on Sachkompe enz und achlichen Kompe enzen in Zukun mi Blick au eine sozialöko-
logische T ans o ma ion e höh e Au me ksamkei zukommen müsse (SGCE 2019, S.16).
Da übe hinaus wi d Re lexionsp ozessen eine g oße Bedeu ung zugemessen. Globales
Le nen im Sinne de GCE beinhal e beispielsweise e hische Re lexion, k i ische Selbs e-
lexion sowie die Re lexion übe die G undlagen on Kul u und Gesellscha (Sch ü e &
B endel 2018, S.17 .). Hie an anknüp end lassen sich wei e e An o de ungen an kompe-
enzbasie e Le na angemen s ü das anskul u elle und assismusk i ische Le nen he -
aus il e n. Diese lassen sich in ie Ebenen ein eilen:
äumlich
E möglichung on Pe spek i wechseln du ch eine en sp echende Le -
numgebung
zei lich
E ah ba e Gelegenhei en zu eigenen O ien ie ung und E p obung al-
e na i e Lösungen im Spannungs eld on gewiss e scheinende Ve -
gangenhei und ungewisse Zukun
sachlich
Sinngebende Auswahl on In o ma ionen;
Un e s ü zung suchend-en deckende Hal ung;
kon inuie liche Ve bindung on Kogni ion und A ek i i ä ;
E möglichung sys ema ischen Ausp obie ens
sozial
Tole anz gegenübe al e na i en S a egien;
Soziale ah ungen als Indi iduum in eine solida ischen Gemeinscha ;
Möglichkei en de (Selbs -) Re lexion on Viel al und Hie a chie
Tabelle 13: An o de ungen an kompe enzbasie e globale Le na angemen s (eigene
Da s ellung nach Lang-Woj asik 2019, S.36)
Geh man da on aus, dass Schüle innen und Schüle im Zuge des anskul u ellen und
assismusk i ischen Le nens im Umgang mi einem s ändigen gesellscha lichen Wandel
geschul we den sollen, spiel da übe hinaus das lebenslange Le nen eine wich ige Rolle,
welches eben alls ein zen ale Bes and eil de GCE is . Da s ändig neues Wissen gene-
ie wi d und neue In o ma ionen im digi alen Zei al e jede zei und übe all e ügba sind,
müssen Le nende dazu be ähig we den, „selbs s ändig (wei e ) zu le nen, um den He -
aus o de ungen eine sich s ändig wandelnden Wel gesellscha sou e än en gegen e en
zu können“ (Sch ü e & B endel 2018, S. 18).
Im Zuge eine zu ö de nden Selbs kompe enz wandel sich dami auch die Rolle de Leh-
e innen und Leh e . Es sind F ei äume ü selbs bes imm es Le nen sowie kollabo a i e
83
Le nsi ua ionen nö ig. Leh e innen und Leh e übe nehmen dabei zunehmend eine be a-
ende und beglei ende Rolle (Sch ü e & B endel 2018, S. 18).
4.1.5 Einbezug on in e kul u ellen Kompe enzen nach DIALLS
Das P ojek „Dialogue & A gumen a ion o Cul u al Li e acy Lea ning in Schools“, ku z
DIALLS, wa ein d eijäh iges P ojek , das im Mai 2018 s a e e und om Fo schungs- und
Inno a ions onds Ho izon 2020 de EU-Kommission un e dem Thema „Inklusi e, inno a-
i e und e lek ie ende Gesellscha en“ inanzie wu de (DIALLS o.J. o.S.). Ein Team aus
Expe *innen ü Kul u wissenscha en, poli ische Bildung und Leh e *innenbildung,
Psycholog*innen und Spezialis *innen ü Lese- und Sch eibkompe enz on zehn Uni e -
si ä en in neun Lände n e s ell e in diesem Zei aum Ressou cen und Ma e ialien ü Leh -
k ä e und Fo schende.
Ziel des P ojek es wa es, Schüle innen und Schüle be ei s im jungen Al e zu einem
wachsenden Bewuss sein ih e eigenen kul u ellen Iden i ä zu be ähigen. Zudem sollen
die Le nenden ein Ve s ändnis ü die Kul u und Iden i ä on ande en en wickeln (DIALLS
o.J. o.S.). Dazu soll en Lei linien und Ma e ialien en s ehen, welche Leh e innen und Leh-
e bei de Ve mi lung diese kul u ellen Kompe enzen un e s ü zen ( gl. Abb. 8).
Abbildung 8: Ziele des DIALLS-P ojek es (DIALLS 2018, o.S.; URL: h ps://di-
alls2020.eu/de/uebe -das-p ojek -de/, Zug i : 24.9.2024)
84
Im Ve lau des P ojek zei aumes en s anden neben iel äl igen Ma e ialien und eine
meh sp achigen Sammlung ansk ibie e Diskussionen auch ein P og amm zu Fö de-
ung kul u elle Kompe enz, das Cul u al Li e acy Lea ning P og am (ku z CLLP), sowie
die dazugehö igen Fo sch i sskalen (SPCLL = Scales o P og ession o Cul u al Li e acy
Lea ning). Hie bei wi d in eine Fo sch i sskala zu dialogischen Kompe enz und eine
Skala zu kul u ellen Kompe enz un e schieden. E s e e okussie o allem da au , „wie
de Dialog es e möglich , ole an , empa hisch und inklusi zu handeln“ sowie au die Zu-
sammena bei in eine dialogischen Gemeinscha (DIALLS o.J. o.S.). Die Fo sch i s-
skala ü kul u elle Kompe enz o ien ie sich an den Rahmenplänen des Eu opäischen
Ra s zu demok a ischen Kul u (Council o Eu ope 2018) sowie den Cu icula de Global
Ci izenship Educa ion de UNESCO (2015) sowie on Ox am (2015). Die da in au ge üh e
En wicklung kul u elle Kompe enzen is in die dialogische Kompe enz eingebe e (Maine
e al. 2021, S.4). Hie zeig sich be ei s die Bedeu ung de Kommunika ion, insbesonde e
des Dialogs ü die Ausbildung kul u elle Kompe enzen. Das DIALLS-Konzep be ach e
den Dialog dabei als „a wide concep o engagemen wi h cul u es, alues, he i ages and
iden i ies o bo h sel and o he people. This engagemen opens up a ‘dialogic space’
whe e an ‘I-Thou’ ela ionship builds owa ds accep ance o mul iple iewpoin s” (Maine &
V ikki 2021, S.4). Kommunia ion im Sinne on Dialog und A gumen a ion we den als
Schlüsselkompe enzen be ach e , welche junge Menschen ü ih e Teilhabe an eine plu-
alis ischen Gesellscha e le nen soll en. Dazu gehö en beispielsweise das Zuhö en, die
Re lexion eigene und emde Meinungen sowie de k i ische, abe espek olle Umgang
mi un e schiedlichen Sich weisen (Maine & V ikki 2021, S. 4).
Die Fo sch i sskala de kul u ellen Kompe enz o ien ie sich am DIALLS-Rad ( gl. Abb.
9), welches de Ausgangspunk alle A bei en des CLLP-P og amms is . Im Zen um s e-
hen zen ale Übe legungen zum Kul u e be, zum kul u ellen Ausd uck und kul u ellen We -
en sowie zu kul u ellen Iden i ä en und kul u ellem Bewuss sein, welche G undlage on
Diskussionen übe um assende kul u elle Themen sind. Da au au bauend können die DI-
ALLS-Themen soziale Ve an wo ung, Zusammenleben und Zugehö igkei sowie de en
Un e hemen be ach e we den (Maine e al. 2021, S.3 .). Bei de nähe en Be ach ung
de Un e hemen allen die hema ischen Übe schneidungen zu den Ke n hemen des Ge-
og aphie-Un e ich s au . So gehö en zum Be eich Soziale Ve an wo ung das g oße
Thema Nachhal ige En wicklung/ Klimawandel sowie wei e e Themen, die in den Cu icula
des Faches Geog aphie beispielsweise als Kompe enzen zu inden sind. Hie sind Ak i e
Pa izipa ion sowie Bü ge scha zu nennen, welche als bü ge scha liches Handeln im
Be eich de Handlungskompe enz beispielsweise in den Fachan o de ungen des Landes
85
Schleswig-Hols ein zu inden sind (M SuBSH 2016, S.8). Un e dem Obe hema Zusam-
menleben lassen sich des Wei e en geog aphische Themen wie Globalisie ung ode Men-
schen ech e inden.
Abbildung 9: Das DIALLS-Rad (Maine e al. 2021, S.4)
Diese Themen we den on den Beg i en Empa hie, Tole anz und Inklusion um ahm , wel-
che als g undlegende kul u elle Kompe enzen de inie we den. Sie sind dahe kein ge-
sonde au ge üh e Bes and eil de Fo sch i sskala, sonde n we den implizi du ch den
E we b ande e Kompe enzen ge ö de (Maine e al. 2021, S.4).
Die Fo sch i sskala g ei s a dessen die Themen des DIALLS-Rades au und o mulie
zu jedem Un e hema spezi ische Kompe enzen ü jünge e Kinde (4-11 Jah e) und äl e e
Kinde (11-15 Jah e). Diese Kompe enzen o ien ie en sich an den oben genann en Rah-
menplänen und lassen sich g ob in kogni i e Kompe enzen bzw. Wissen und sozial-emo-
ionale Kompe enzen wie Selbs kompe enz bzw. Eins ellungen & We e, Me hoden-/Kom-
munika ionskompe enz bzw. k i isches Hin e agen sowie Handlungskompe enz bzw.
Ve hal en ein eilen (Maine e al. 2021, S.6 .). Dies en sp ich in allen Punk en de Ziel-
se zung on anskul u ellem und assismusk i ischem Le nen, denn auch in diesen bei-
den Konzep en gil de kogini i e Wissense we b als G undlage ü die He ausbildung und
Fö de ung wei e e Kompe enzen wie k i isches Hin e agen und Re lexion on eigenen
und emden Meinungen. Schluss olge nd können die Kompe enzen nach DIALLS als Ve -
ie ung de ech allgemeinen Zielse zung de beiden Konzep e be ach e we den und da-
he als G undlage ü die E s ellung eines eigenen Konzep s bzw. de da aus abgelei e en
Kompe enzen dienen.
86
4.2 En wicklung eines Modells zum anskul u ellen Le nen im Geog aphie-
un e ich
Wie in Kapi el 2.2.5 besch ieben haben das anskul u elle Le nen sowie die Fö de ung
eine anskul u ellen Kompe enz bishe kaum Einzug in die Geog aphiedidak ik gehal en.
Angelehn an Modelle des In e kul u ellen Le nens wie beispielsweise on Mil on Benne
ode Gab iele Sch ü e ( gl. 2.2.2) soll an diese S elle ein Modell en wickel we den, wel-
ches die e schiedenen Ansä ze des kul u ellen Le nens au g ei und diese um die E -
kenn nisse des anskul u ellen Le nens e wei e .
Das hie en wickel e Modell des anskul u ellen Le nens im Geog aphieun e ich be ach-
e das Au einande e en e schiedene Indi iduen, sei es eal ode ik i beispielsweise
übe einen Un e ich sinhal . Im Zen um s eh de Schüle ode die Schüle in (das „Ich“),
welche/ übe bes imm e indi iduelle E ah ungen, E lebnisse und Eins ellungen e üg .
Dabei we den kul u elle Hin e g ünde und äumliche Gegebenhei en des „Ich“ als wei e e
Hin e g undin o ma ion be ücksich ig . Gespiegel dazu e ügen auch die ande en Indi i-
duen übe indi iduelle E ah ungen, E lebnisse und Eins ellungen sowie übe ih e spezi i-
schen kul u ellen Hin e g ünde und äumlichen Gegebenhei en. Die Be onung des „Ich“
äg de adikalen Indi iduali ä Rechnung, welche die G undlage de T anskul u ali ä is
(z.B. Welsch 1994).
G und o ausse zung ü ein anskul u elles Le nen au Basis on Begegnungen is das
Wissen de Schüle innen und Schüle übe ih e eigene anskul u elle Iden i ä au de
einen und das Wissen übe hyb ide Kul u en und Iden i ä en au de ande en Sei e. Dieses
anskul u elle Ve s ändnis on Raum und Gesellscha sowie die da in beinhal e en al e -
na i en Denk- und Handlungsmus e sind die Folge des sich wandelnden Kul u beg i s
und de gesellscha lichen He e ogeni ä im Zei al e de Globalisie ung (Sch öde 2019,
S.89; Ege 2018, S.142). Da es das Ziel eines anskul u ellen Geog aphieun e ich s sein
soll e, den Schüle innen und Schüle n bei ih e anskul u ellen Iden i ä sbildung zu hel en,
is diese Rahmen als wich ige G undlage des Le np ozesses und -zuwachses zu benen-
nen (Budke 2008, S.21). Auch wenn in de Wissenscha au die nach wie o p äsen e
gesellscha liche Rele anz eine Ein eilung in homogene G uppen („Die Deu schen“, „Die
Tü ken“ e c.) hingewiesen wi d, welche auch in de Lebenswel de (bikul u ellen) Schüle-
innen und Schüle eine Rolle spiel , so is es ge ade aus diesem G und wich ig, kul u elle
Zugehö igkei en zu „en schema isie en“, das heiß das Denken in e ein ach en Ka ego-
ien und Schema a zu übe winden. Denn du ch diese s a en Ka ego ien „en s eh bei
ihnen die Tendenz, eine T ennung bzw. Spal ung zwischen zwei Iden i ä en zu e leben
ode sich un ollkommen o zukommen. Im Zuge dessen ge a en sie mi un e in einen
Zwischen aum bzw. Nich -Raum zwischen Kul u en: en wu zel , o mlos, unde inie und
ze s ö . Solange man Kul u en als s a isch e s a e G ößen beg ei , bie e sich einem als
87
Iden i ika ionsmodell nu ein En wede -ode an, abe kein Sowohl-als-auch, und umso hö-
he s eig die Ge ah , in einem Wede -noch zu enden“ (Takeda 2010, S.4). Du ch das
Sich ba machen on Kul u und Raum als unabhängige Pa ame e , können „kul u elle Di -
e enzie ungsmechanismen“ (Sch öde 2016) und de en Auswi kungen e inge we den.
Dies üh zunächs zu eine kogni i en E wei e ung des Kul u ( aum) e s ändnisses de
Le nenden und kann somi einen g undlegenden T ans o ma ionsp ozess des Ve s ehens
in Gang se zen ( gl. Sch öde 2016, Ege 2018). Mi Rückbezug au das Modell de in e -
kul u ellen Sensi i i ä nach Benne se z dieses Modell demnach nich in de Phase des
E hnozen ismus, sonde n in de Phase des E hno ela i ismus an ( gl. 2.2.2).
Eine wich ige E kenn nis, welche in den zu o genann en Modellen on Benne und Sch ü-
e nich da ges ell wu de, is die P ozessha igkei des anskul u ellen Le nens. Beide
be ei s genann en Modelle sind s a isch au gebau , haben also einen kla de inie en S a -
und Zielpunk . Gemein haben beide Modelle, dass ü in e kul u elles Le nen eine Ab olge
on Le ns u en bewäl ig wi d, bei welche häu ig eine ex e nale Ve ände ung (beobach -
ba es Ve hal en) zu eine in e nalen Ve ände ung (in e ne O ien ie ung) üh (Dobbe kau
e al. 2016, S.72).
Dabei sugge ie en die gewähl e Da s ellungs o m und die besch iebenen S u en bzw.
Phasen, dass am Ende de En wicklungss u en eine in e kul u elle Sensi i i ä bzw. die
in e kul u elle Kompe enz e eich wi d. Angesich s de ak uellen gesellscha lichen Zu-
sammenhänge, welche du ch iele Zei diagnosen als kul u ell plu al und dynamisch be-
sch eiben we den, e schein eine solche Ab olge mi es em Zielpunk eali ä s emd
(Sch öde 2019, S. 89). S a dessen is die He ausbildung anskul u elle Kompe enz ein
o lau ende und dynamische P ozess, welche abhängig on gesellscha lichem Wandel
und indi iduellen E lebnissen und Begegnungen is (Dobbe kau e al. 2016, S. 72).
Aus diesem G und wu de ü das Modell des anskul u ellen Le nens im Geog aphieun-
e ich eine D eh ü als Da s ellungs o m gewähl . Die e schiedenen Phasen lau en zwa
hin e einande ab, haben abe e schiedene Eins iegsmöglichkei en und da übe hinaus
keinen bes imm en Endpunk . S a dessen üh eine abgeschlossene Einhei übe die be-
inhal e e Re lexion zu einem e höh en In e esse, was ü wei e e Le np ozesse ö de lich
is beziehungsweise ü Un e ich seinhei en genu z we den kann. Dabei wi d das In e-
esse an ande en also nich wie im Modell on Sch ü e übe die Be onung des F emden
geweck , sonde n du ch eine we eie, e hno ela i is ische Sich weise au ande e Indi i-
duen und G uppen und eine kon inuie liche Beschä igung mi ( ans)kul u elle Viel al .
94
es dabei „de Kombina ion on Empowe men ü die „mach a men“ Pe sonen und Po-
we sha ing ü die Mach s a ken“ (AG KGGU o.J. o.S.). Schüle innen und Schüle sollen
„Mi e an wo ung ü die En wicklung gleichbe ech ig e Teilhabe im pe sönlichen, schu-
lischen und gesellscha lichen Be eich“ e kennen und übe nehmen sowie im Sinne eines
bü ge scha lichen Engagemen s „bewuss gegen Disk iminie ung und Rassismus ein e-
en“ (KMK 2013, S.4). Dabei lassen sich beispielsweise die d ei Be eiche „Powe sha ing“,
„Empowe n“ und „Allyship“ in den Geog aphieun e ich s in eg ie en. Im Be eich „Po-
we sha ing“ können F agen ges ell we den wie: „Was kann ich un, wenn ich on gesell-
scha lichen Ungleichhei en p o i ie e? Wie kann ich au p i a e und be u liche Ebene
meine P i ilegien (Mach ) eilen und dazu bei agen, gleichbe ech ig e und ge ech e Be-
ziehungen in F eundscha , Be u und Gesellscha zu scha en?“ (AG KGGU o.J. o.S.).
Im Be eich „Empowe men “ geh es um die Loslösung on Zusch eibungen, das Sich ba -
machen on ma ginalisie en S immen und Posi ionen sowie die Scha ung on Räumen
ei on Disk iminie ung, abe mi de Möglichkei zu En al ung und En wicklung des eige-
nen Po en ials ü ma ginalisie e ode disk iminie e G uppen. De d i e Be eich „Allyship“
e binde die beiden o angegangenen Be eiche, indem eine Pe son „in eine p i ilegie -
en und mach ollen Posi ion e such , in Solida i ä mi ma ginalisie en Pe sonen ode
G uppen zu handeln. Dazu gehö de Au bau on Beziehungen au de Basis on Ve -
auen, Bes ändigkei und Ve an wo lichkei , bei denen Ve bünde e als ak i e Pe sonen
gesellscha liche Mach e häl nisse im Klassenzimme , in Behö den und ande en p i a en
ode ins i u ionalisie en Räumen in F age s ellen“ (AG KGGU o.J. o.S.). Alle d ei Be eiche
können im Sinne de Handlungskompe enz in den Geog aphieun e ich ein ließen. Diese
de inie sich lau Fachan o de ungen als „die Fähigkei , po enziell in konk e en Hand-
lungs elde n we eo ien ie sach- und aumge ech ä ig zu we den und zu Lösungen on
P oblemen beizu agen“ (M SuBSH 2015, S.18). In diesem Sinne sind auch Disk iminie-
ung und Rassismus als zu lösende P obleme zu be ach en.
Se z man die hie da ges ell en Kompe enzbe eiche in Ve bindung mi dem Modell des
anskul u ellen Le nens, lassen sich iele Schni s ellen inden.
95
Abbildung 12: In eg a ion de Kompe enzbe eiche in das Modell des
anskul u ellen Le nens (eigene Da s ellung)
Wie in Abbildung 12 da ges ell , sind die Kompe enzbe eiche Reche chie en & Analysie-
en, Disku ie en und Re lek ie en in ie de sechs Phasen des Modells in eg ie . Da übe
hinaus bilde de Kompe enzbe eich G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen den
Rahmen de D eh ü . De le z e Kompe enzbe eich Engagie en e gib sich dann als Folge
aus de ge ö de en anskul u ellen Kompe enz und is dahe nich in dem Modell da ge-
s ell .
Mi Bezug au die Kompe enzbe eiche de Bildungss anda ds und Fachan o de ungen las-
sen sich eben alls iele Anknüp ungspunk e es s ellen. De neue Kompe enzbe eich
G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen en sp ich dem Kompe enzbe eich Fach-
wissen de Bildungss anda ds ü die Sekunda s u e I sowie de Fachan o de ungen des
Landes Schleswig-Hols ein. In den neuen Bildungss anda ds de Sekunda s u e II läss es
sich in die Be eiche Fachwissen und Fachkonzep e eino dnen.
De neue Kompe enzbe eich Reche chie en & Analysie en en häl iele Bes and eile de
Be eiche Me hodenkompe enz/ E kenn nisgewinnung und e wei e diese um meh pe -
spek i ische und mach k i ische Be ach ungsweisen. Die Be eiche Disku ie en und Re-
lek ie en haben iele Schni mengen mi den Kompe enzbe eichen Kommunika ion und
Beu eilung/ Bewe ung. Le z e e lenk den Fokus neben allgemeinen k i e ieno ien ie en
Bewe ungen geog aphische Sach e hal e auch zunehmend au die k i ische Be ach-
96
ung on S e eo ypen und disk iminie enden S uk u en. Da übe hinaus s eh die Selbs-
e lexion im Zen um des In e esses, was die klassische Beu eilungskompe enz au eine
neue Ebene b ing .
Auch de neue Kompe enzbe eich Engagie en kann in Bezug zu Handlungskompe enz
gese z we den. Hie lassen sich die d ei Fo men In o ma ionshandeln, All agshandeln und
bü ge scha liches Handeln auch im Be eich Engagie en nu zen (M SuBSH 2016, S.8).
Sowohl in den Bildungss anda ds, als auch in den Fachan o de ungen lieg de hema i-
sche Schwe punk alle dings au de Bildung ü nachhal ige En wicklung und dami au
dem Nachhal igkei shandeln. Im neuen Kompe enzbe eich lieg de Schwe punk au dem
Be eich des gesellscha lichen Engagemen s im Kon ex on anskul u ellen Begegnun-
gen und Rassismusk i ik.
Zusammen assend läss sich es s ellen, dass die hie o ges ell en Kompe enzbe eiche
kein on den bes ehenden Kompe enzen abweichendes No um, sonde n iel meh eine
E wei e ung da s ellen. Alle Kompe enzbe eiche ü ein anskul u elles und assismusk i-
isches Le nen sind p oblemlos in den bes ehenden Kompe enz-Kanon zu in eg ie en.
5 Empi ische Teil - Me hodik
Die o angegangenen Kapi el konn en die No wendigkei eine Implemen ie ung on
anskul u ellem und assismusk i ischen Le nen in den Geog aphieun e ich sowie be-
ei s o handene Ansä ze, abe auch De izi e in Rahmenplänen au zeigen. Zudem wu den
ein eigenes Modell sowie Kompe enz as e ü die In eg a ion de Konzep e in den Geo-
g aphieun e ich en wickel .
Im nun olgenden empi ischen Teil sollen die es ges ell en E gebnisse mi de a sächli-
chen Umse zung in Bildungsmedien, abe auch mi de Wah nehmung on Bildungsak-
eu *innen e glichen we den. Gleichzei ig sollen die en wickel en Modelle und Kompe-
enz as e au ih e Umse zba kei hin e aluie we den. Dabei geh es um die F agen:
- Inwiewei we den die Konzep e be ei s in den Un e ich sall ag bzw. die (zukün -
ige) Ges al ung on Bildungsmedien und Rahmenplänen in eg ie ?
- Welche Bedeu ung messen Leh e *innen sowie an Bildungsmedien Mi wi kende
den Konzep en bei?
- Welche U sachen gib es ü die es ges ell en De izi e im Be eich de Bildungsme-
dien sowie Rahmenpläne in Bezug au das anskul u elle und assismusk i ische
Le nen?
- Welche Beda e gib es on Sei en de Leh e *innen, abe auch de Au o *innen?
- Inwiewei sind das Modell sowie die Kompe enz as e ü anskul u elles und as-
sismusk i isches Le nen umse zba ?
97
Somi o dne sich die hie du chge üh e Fo schung in die beiden Be eiche de En wick-
lung sowie de anwendungsbezogenen Fo schung ein, da die en wickel en Kompe enzen
und Modelle in Hinblick au de en Einse zba kei bzw. Umse zba kei übe p ü we den,
sodass eine Wei e en wicklung de Cu icula sowie Bildungsmedien e eich we den kann
(Budke 2015, S.10). Im Kon ex de „ achdidak ischen En wicklungs o schung“ des Do -
munde Modells inde hie bei eine enge Ve knüp ung on Fo schung und En wicklung
s a . Die Zielse zung is dabei:
„1. Quali ä ss eige ung on Un e ich und das Bes eben nach P axis e ände ung du ch
En wicklung on Le numgebungen und Design-P inzipien.
2. Empi isch ges ü z e Wei e en wicklung de lokalen Theo ien zum Leh en und Le nen,
die länge is ig auch Bei äge zu globalen Theo ieen wicklungen leis en.“
(Hußmann e al. 2013, S.29)
Ein wich iges Cha ak e is ikum eine solchen Fo schung is zum einen eine En wicklung
on Un e ich skonzep en, die heo iegelei e is und sich du chgehend an den heo e i-
schen G undanlagen o ien ie . Zum ande en is die En wicklung und Fo schung p axis e-
le an , da die No wendigkei de Ve ände ung de ealen Un e ich swi klichkei als Mo o
ü die heo e ische und p ak ische En wicklungsa bei dien (ebd. S.29 .).
Be ach e man das Spek um geog aphiedidak ische Fo schungen genaue , läss sich
die hie o geleg e A bei in meh e e Be eiche eino dnen: Zum einen we den im Sinne
eine Eins ellungs o schung die „Eins ellungen, subjek i en Theo ien, In e essen, Mo i e,
Wel bilde und achbezogene Vo s ellungen on Leh e Innen“ sowie on Mi wi kenden an
de Ges al ung on Bildungsmedien und Rahmenplänen du ch Be agungen und Diskus-
sionen e hoben, um da aus das konk e e In e esse sowie die o handenen Kenn nisse
übe das anskul u elle und assismusk i ische Le nen sowie de en E ablie ung im Un-
e ich ablei en zu können (Budke 2015, S.23).
Zum ande en we den ausgewähl e Schulbüche im Sinne eine Medien o schung mi Hil e
on ex - und quellenanaly ischen Me hoden un e such . Um Aussagen da übe e en zu
können, welche Rolle die hie o ges ell en Konzep e de anskul u ellen und assismus-
k i ischen Le nens be ei s in de Konzep ion und En wicklung on Bildungsmedien und
Rahmenplänen spielen und welche Rolle diese in Zukun spielen könn en, we den zu-
sä zlich In e iews mi Ak eu *innen diese Be eiche du chge üh .
5.1 Vo gehen und Fo schungsdesign
In de Geog aphiedidak ik we den in einem G oß eil de ak uellen Fo schungsp ojek e e -
schiedene E hebungs- und Auswe ungsme hoden mi einande kombinie , um dadu ch
98
eine möglichs um assende und ie gehende Bean wo ung de Fo schungs agen zu e -
eichen (Budke 2015, S.29). Auch die hie o ges ell e Fo schung kombinie e schiedene
Me hoden de Sozial o schung mi einande , welche haup sächlich de quali a i en, abe
auch de quan i a i en Fo schung zuzuo dnen sind.
Eine solche Kombina ion quali a i e und quan i a i e Me hoden in einem Fo schungsp o-
jek läss sich sowohl den Ansä zen de T iangula ion, als auch dem Mixed Me hods-An-
sa z zuo dnen (ebd. S.28). Bei de T iangula ion soll die Einnahme un e schiedliche Pe -
spek i en ode die Ve wendung e schiedene Me hoden zu eine e ie enden und bes-
se en Bean wo ung de Fo schungs agen bei agen. Hie bei lieg de Fokus de T iangu-
la ion au Validie ung on Da en und kann somi als Pe spek i enbe eiche ung bezeichne
we den, da aus un e schiedlichen Quellen Da en e hoben und ausgewe e we den. Be-
sonde s bekann is dabei die so genann e Me hoden iangula ion (z.B. Denzin 1978), bei
welche du ch e schiedene Fo men beispielsweise die Anwendung on un e schiedli-
chen Auswe ungsme hoden au den gleichen Da ensa z (wi hin-me hod) ode die Kombi-
na ion e schiedene E hebungsme hoden (ac oss-me hod) eine Maximie ung de Validi-
ä on Da en und E gebnissen e eich we den soll (ebd. S.27 .). Alle dings s ell de
Ansa z de Me hoden iangula ion selbs kein me hodologisches Konzep ode Modell da ,
sonde n is ehe desk ip i e Na u .
De Beg i Mixed Me hods ha sei dem Ende de 1990e -Jah e als Teil de anglo-ame i-
kanischen Me hodendeba e in den Sozial- und E ziehungswissenscha en g oße P omi-
nenz e lang (Kelle 2022, S.163). Wäh end die un e schiedlichen Fo schungsziele und K i-
e ien de quali a i en und quan i a i en Fo schung eine jah zehn elange Kon o e se aus-
gelös haben, wu de in de sozialwissenscha lichen Fo schungsp axis und ielen Fo -
schungsa bei en mi g oßem E olg au Me hoden beide Ansä ze zu ückgeg i en (ebd.
S.166). Im Gegensa z zu T iangula ion bilde beim Mixed-Me hods-Ansa z ein komplexes
Fo schungsp oblem die G undlage, ü dessen Lösung die Kombina ion aus quali a i en
und quan i a i en Me hoden ziel üh end is (Kucka z 2014, S. 49 ).
Auch de Mixed Me hods-Ansa z e üg bislang noch übe kein allgemein akzep ie es
me hodologisches Modell zu Kombina ion quali a i e und quan i a i e Fo schung. Kon-
sens exis ie hie nu übe die g undlegende Idee, dass „die Fo schenden im Rahmen on
ein- ode meh phasig angeleg en Designs sowohl quali a i e als auch quan i a i e Da en
sammeln. Die In eg a ion beide Me hodens änge, d.h. on Da en, E gebnissen und
Schluss olge ungen, e olg je nach Design in de Schlussphase des Fo schungsp ojek es
ode be ei s in ühe en P ojek phasen“ (ebd. S.33). Au diesem Wege sollen sich die S ä -
ken und Schwächen de jeweiligen Fo schungsansä ze ausgleichen (Kelle 2022, S.168).
Alexand a Budke (2015) sieh in de Kombina ion on Me hoden iele Vo eile ü die ge-
og aphiedidak ische Fo schung. Insbesonde e in de Be eichen Eins ellungs o schung,
99
Medien o schung und Cu iculums o schung können die F ages ellungen mi dem Einsa z
eine einzigen Me hode nu unzu eichend bean wo e we den. Die Kombina ion aus quan-
i a i en Be agungen, Tex - und Bildanalyse sowie quali a i en In e iews sind im Gegen-
sa z dazu besse geeigne , um de Komplexi ä und dem g oßen Um ang geog aphiedi-
dak ische F ages ellungen ge ech zu we den (Budke 2015, S.29 .). Auch ü diese A -
bei schien de Einsa z eines Mixed Me hods-Ansa zes als gewinnb ingend, da de Kom-
plexi ä de F ages ellungen nich du ch eine einzige Me hode Rechnung ge agen we den
kann.
Als Fo schungsdesign wu de in diesem Rahmen ein quali a i - e ie endes Design ge-
wähl . Im klassischen Sinne - wie beispielsweise bei C eswell (2003) als "explana o y de-
sign" bezeichne - wi d ein Zwei-Phasen-Design genu z , „in dem zunächs die quan i a i e
S udie du chge üh und ausgewe e wi d. An diese schließ sich die quali a i e S udie an,
und zwa mi de In en ion, die Resul a e des quan i a i en Teils du ch die quali a i e Ve -
ie ung besse zu e s ehen“ (Kucka z 2014, S. 78). Häu ig dien die Auswe ung de
quan i a i en S udie als G undlage ü die E s ellung des Lei adens de anschließenden
quali a i en Fo schung.
Im Gegensa z dazu läss sich das Vo gehen bei diese Fo schungsa bei in ie E appen
ein eilen, die sequenziell ablau en. In de e s en Phase geh es zunächs da um, einen
Einblick in den Is -Zus and bei de Ges al ung on Bildungsmedien zu e hal en. Im Rah-
men de achdidak ischen Ve anke ung im heo e ischen Teil diese A bei wu den be ei s
ausgewähl e Rahmenpläne (KMK, Bildungss anda ds de DG G sowie Fachan o de un-
gen des Landes Schleswig-Hols ein) e aluie . Im nun olgenden Sch i we den zusä zlich
dazu ausgewähl e Geog aphie-Schulbüche au G undlage de Konzep e sowie de da -
aus esul ie enden K i e ien analysie ( gl. Kapi el 6.3). In einem zwei en Sch i wi d ein
Expe en-In e iew mi einem Schulbuch-Mode a o du chge üh , welches einen Einblick
in die Sch i e und Hin e g ünde de Schulbuch-Ges al ung bie en soll ( gl. Kapi el 6.4).
Au bauend au diese Vo a bei wi d im d i en Sch i eine explo a i e quan i a i -s anda -
disie e Um age ü Leh e *innen und Mi wi kende in de Schulbuchges al ung übe die
Online-Pla o m LimeSu ey e s ell und du chge üh ( gl. Kapi el 7.1).
Sowohl die E kenn nisse aus de Um age als auch die o angegangenen Analysen und
das Expe en-In e iew dienen dann als G undlage ü die Vo be ei ung de d ei quali a i-
en In e iews, welche in Fo m on Fokusg uppen du chge üh we den ( gl. Kapi el 7.2.).
100
Abbildung 13: Fo schungsdesign (eigene Da s ellung angelehn an Kucka z
2014, S. 79)
Hie zeig sich, dass das gewähl e Fo schungsdesign nich nu einem kla de inie en De-
sign yp zuzuo dnen is . Be ach e man die Ein eilung in Design ypen nach G eene e al.
(1989), welche gleichzei ig die Au gaben de Mixed Me hods-Fo schung da s ell , lassen
sich Ansä ze aus d ei Be eichen inden: Im Sinne de Komplemen a i ä („Complemen a-
i y“) ziel die Kombina ion de e schiedenen Me hoden au das besse e Ve s ändnis de
E gebnisse ab. Es geh also um die „Ve olls ändigung de Fo schungse gebnisse und
um eine e wei e e In e p e a ion“ (Kucka z 2014, S.58). Da übe hinaus sollen im Sinne
des Design yps En wicklung („de elopmen “) die E gebnisse eine Me hode benu z we -
den, um die Me hodik de olgenden S udie zu en wickeln bzw. zu e besse n (G eene e
al. 1989, S.259). Konk e wu den hie die E gebnisse de Schulbuch- und Cu iculumsana-
lysen sowie des Expe en-In e iews ü die E s ellung de Um age sowie die E gebnisse
alle d ei Fo schungsme hoden ü die E s ellung des Lei adens ü die Fokusg uppen-
In e iews genu z . Zudem läss sich auch de Design yp Ini ia ion in diese Fo schung
wiede inden. Hie is das Ziel „ o inc ease he b ead h and dep h o inqui y esul a s and
in e p e a ions by analyzing hem om di e en pe spec i es o di e en me hods and pa -
adigms“ (ebd. S.259). Fo schungs esul a e we den also neu be ach e , indem sie aus de
101
Pe spek i e eine ande en Me hode neu gelesen we den, um so mögliche weise neue
Schluss olge ungen e langen zu können. Mi Blick au die zug undeliegende Mo i a ion
de Fo schung läss sich dies nach Mo gan (2014) de Mo i a ion „addi ional co e age"
zuo dnen, welche dem Wunsch en sp ing , du ch e schiedene Me hoden eine e wei e e
Sich weise au das un e such e P oblem zu e hal en und zusä zliches, e ie endes Wis-
sen zu gene ie en (Kucka z 2014, S.69).
Wäh end wie bei Mixed Me hods-Ansä zen üblich Me hoden de quali a i en und de quan-
i a i en Fo schung kombinie wu den, läss sich mi Blick au die P io i ä die Be o zu-
gung quali a i e Fo schungsme hoden e kennen, wie es im Rahmen de geog aphiedi-
dak ischen Eins ellungs- und Medien o schung üblich is . Dies zeig sich in de Tex - und
Cu iculumsanalyse sowie den o enen F agen de Um age. Auch die Fokusg uppen-In-
e iews lassen sich de quali a i en Me hodik zuo dnen.
Neben de In eg a ion des Mixed Me hods-Ansa zes in de Da ene hebung, wu den eben-
alls Me hoden beide Fo schungsbe eiche in de Da enauswe ung genu z , wobei auch
hie ein Schwe punk quali a i e Me hoden zu e kennen is .
Au G und de ge ingen G undgesam hei und eine zu be ü ch enden ge ingen Teilnah-
mebe ei scha sei ens de Leh e *innen und Mi wi kenden an de Schulbuchges al ung,
wu den alle Teile de Fo schung, welche diese Zielg uppe be a en, als gemeinsame Fo -
schung zweie P omo ions o haben de gleichen A bei sg uppe du chge üh . Au diesem
Wege soll e die Be ei scha e höh we den, da nu eine Um age bean wo e beziehungs-
weise nu ein In e iew-Te min wah genommen we den muss e.
5.2 S ichp obene s ellung
Bei einem Mixed Me hods-Design sind au G und de Kombina ion e schiedene Fo -
schungsme hoden un e schiedliche Auswahl e ah en no wendig. Die hie da ges ell en
Auswahl e ah en beziehen sich au die Sch i e zwei bis ie des Fo schungsdesigns, bei
welche eine Pe sonenauswahl no wendig wa . Die Auswahl de un e such en Rahmen-
pläne und Schulbüche wi d in dem jeweiligen Un e kapi el nähe e läu e .
Im Rahmen eines Fo schungs o habens is die S ichp obene s ellung, das so genann e
Sampling-Ve ah en on g oße Bedeu ung. Dabei s ellen sich die zwei g oßen F agen:
Au welche A und Weise die Fo schungs eilnehmenden ausgewähl we den und wie iele
Pe sonen man auswähl (Kucka z 2014, S. 84).
Die Auswahl on S ichp oben un e scheide sich bei quali a i en und quan i a i en Fo -
schungsme hoden g undlegend. Wäh end es in quan i a i en S udien o allem da um
geh , eine möglichs genaue Abbildung de G undgesam hei zu e zielen, bedeu e Samp-
ling in de quali a i en Fo schung „die Ziehung de jenigen Subjek e, die sich als inhal lich
102
adäqua im Hinblick au die Fo schungs age e weisen und die eichhal ige In o ma ionen
zu diese zu lie e n e sp echen“ (Misoch 2019, S.199). Demnach wu den auch bei de
hie o liegenden Fo schung e schiedene Auswahl e ah en gewähl .
Allgemein un e scheide man zwischen d ei Fo men de Auswahl on S ichp oben: de
Wah scheinlichkei sauswahl, de bewuss en Auswahl und de willkü lichen Auswahl
(Kucka z 2014, S. 84). Gene ell gil , dass ü die quan i a i e Fo schung ypische weise
eine zu allsgep äg e Auswahl in Fo m de Wah scheinlichkei szu all gewähl wi d und ü
die quali a i e Fo schung häu ig eine bewuss e Auswahl ge o en wi d. In diesem Sinne
wu de auch beim hie gewähl en Mixed Me hods-Design eine zu allsges eue e Auswahl
eine hin eichend q oßen Zahl on P oband*innen ü die quan i a i e Um age und eine
zielge ich e e bewuss e Auswahl ü die quali a i en In e iews ge o en.
Fü die Um age wu de dahe zunächs e such , die G undgesam hei zu bes immen. Da
sich de Online-F agebogen an Leh e *innen sowie Mi wi kende an de Schulbuchges al-
ung ich en soll e, wu de in einem e s en Sch i eine Übe sich de ak uellen Geog aphie-
Schulbüche (E scheinungsjah ab 2020) sowie de da an be eilig en Au o *innen-Teams
e s ell . Da de Bildungsmedienma k des Schul aches Geog aphie on zwei Ve lagen,
dem E ns Kle Ve lag sowie dem Wes e mann Bildungsmedien Ve lag dominie wi d,
wu de sich au diese beiden Ve lage besch änk (Ve band Bildungsmedien e.V., o.J.,
o.S.). E gänz wu de diese Lis e um die Au o *innen on geog aphischen Kopie o lagen
sowie die Redak eu *innen und Mi gliede de wissenscha lichen Bei ä e de beiden üh-
enden geog aphiedidak ischen Fachzei sch i en „P axis Geog aphie“ sowie „Geog aphie
heu e“. Hie aus e gib sich eine G undgesam hei de Mi wi kenden an de Schulbuchge-
s al ung on 184 Pe sonen, was als ge inge G undgesam hei be ach e we den kann.
Fü die G uppe de Leh e *innen konn e eine solche G undgesam hei nich bes imm we -
den, da es keine o iziellen und ak uellen Zahlen dazu gib .
Als Auswahl e ah en wu de au die zu ällige Wah scheinlichkei sauswahl zu ückgeg i -
en, indem eine S euung des Um age-Links an alle möglichen P obanden angebahn
wu de. Da es sich um eine eiwillige Um age handel und somi eine Be eiligung alle
Ad essa *innen unwah scheinlich e schein , kann hie nich on eine Volle hebung ge-
sp ochen we den. Bei Online-Be agungen – wie hie o liegend – is eine ech e Zu alls-
s ichp obe alle dings nu schwe möglich, da keine ak i e S ichp obenziehung s a inde .
Die S ichp obe is s a dessen selbs selek ie end (A eslande e al. 2023, S.168 .).
Um dennoch eine möglichs g oße Zahl de G undgesam hei ü eine Teile hebung zu
e eichen, wu den e schiedene Kanäle gewähl . Zunächs wu den die beiden g oßen
Schulbuch-Ve lage kon ak ie , welche den Link zu Online-Um age an ih e Au o *innen
103
beispielsweise pe E-Mail ode als Link au de Homepage wei e gelei e haben. Des Wei-
e en wu de de Hinweis zu Um age übe das Fäche po al Geog aphie des Landes
Schleswig-Hols ein e ö en lich . Zusä zlich wu de au dem Landes ach ag Geog aphie
im Mai 2024 in sch i liche und mündliche Fo m au die Um age au me ksam gemach .
Da übe hinaus wu den ü beide Zielg uppen e schiedene bes ehende E-Mail-Ve eile
genu z . Au diesen Wegen wu de ü die Online-Um age eine S ichp obe on 69 Teilneh-
me *innen e eich .
Fü die quali a i en In e iews wu de au die geziel e bzw. zielge ich e e Auswahl („pu po-
si e sampling“) zu ückgeg i en, wie es häu ig in de quali a i en Fo schung genu z wi d
(Kucka z 2014, S.85). Dabei is die Auswahl de Fo schungs eilnehmenden nach dem
Fo schungsgegens and en sp echenden K i e ien on besonde e Bedeu ung: „The logic
and powe o pu pose ul sampling lies in selec ing in o ma ion- ich cases o s udy
in dep h. In o ma ion- ich cases a e hose om which one can lea n a g ea deal abou
issues o cen al impo ance o he pu pose o he esea ch, hus he e m pu pose ul sam-
pling“ (Pa on, 1990, S. 169, zi ie nach Misoch 2019, S.200).
Inso e n is die so genann e inhal liche Rep äsen a i i ä on en scheidende Bedeu ung,
was eine Auswahl de Pe sonen „nach ih em (zu e wa enden) Gehal an Neuem ü die
zu en wickelnde Theo ie au g und des bishe igen S andes de Theo ieen wicklung“ be-
deu e (Flick 2000, S.82; zi ie nach Misoch 2019, S.202).
Aus diesem G und wu de sich bei de Auswahl de In e iew-Pa ne *innen ü eine Va i-
an e des P o ilsamplings en schieden. Das P o ilsampling such geziel nach Pe sonen mi
bes imm en Me kmalsausp ägungen aus de G undgesam hei , die anschließend eine
ie e en Analyse un e zogen we den (Misoch 2019, S. 209). Sowohl bei dem e s en Ex-
pe en-In e iew als auch bei den abschließenden Fokusg uppen-In e iews wa de E -
ah ungsg ad de in e iew en Pe sonen ein en scheidendes K i e ium. Insbesonde e ü
das explo a i e Expe en-In e iew wa es on g oße Bedeu ung, dass die in e iew e
Pe son be ei s übe einen länge en Zei aum in de Schulbuchges al ung ak i is , um so
einen genaue en Einblick in die zug undeliegenden S uk u en und P ozesse geben zu
können.
Fü die Fokusg uppen wu den meh e e K i e ien es geleg . Zunächs wa es auch hie
wich ig, Pe sonen mi eine en sp echenden länge is igen E ah ung auszuwählen. Zu-
dem wu den Pe sonen ausgewähl , die übe ih e Au o *innen-Tä igkei hinaus übe eine
gewisse k ea i e En scheidungsbe ugnis e ügen und somi Posi ionen inne haben, wel-
che ihnen die In eg a ion on neuen Konzep en sowie eine inhal liche Neuges al ung on
Bildungsmedien und Rahmenplänen e möglichen. Gleichzei ig haben wi uns da ü en -
schieden, homogene Fokusg uppen zu wählen. Aus diesem G und bes and die e s e
110
Mi Blick au die in e ne S udiengü e des hie gewähl en Fo schungs o gehens is die
ehlende Audio-Au zeichnung des zwei en Fokusg uppen-In e iews k i isch zu be ach-
en, da die Mi sch i en und das Gedäch nisp o okoll keine olls ändige wo wö liche T an-
sk ip ion des In e iews e lauben. Wäh end des In e iews konn en lediglich einzelne wö -
liche Aussagen e sch i lich we den, die wäh enddessen au subjek i e Basis ü beson-
de s ele an e ach e wu den. So bes eh die Möglichkei , dass wei e e wich ige Aussa-
gen e lo en gegangen sind ode Sub ex e nich en sp echend analysie we den konn en.
Au G und de ehlenden Zus immung de Teilnehme *innen wa hie keine Al e na i e
möglich. Um die Genauigkei des In e iew-P o okolls zu e höhen, wu den jedoch pa allel
zwei Mi sch i en on den beiden anwesenden Mode a o innen ange e ig . Au diese
Weise soll en möglichs alle zen alen Ke naussagen des In e iews e ass we den.
Des Wei e en se z die gewähl e Me hode de quali a i en Inhal sanalyse nach Kucka z
ü die Auswe ung de Fokusg uppen-In e iews eine hohe „menschliche Ve s ehens- und
In e p e a ionsleis ung“ o aus (Kucka z 2012, S.39). Da die Analyse au G und de Fo m
diese wissenscha lichen A bei nich im Team du chge üh we den konn e, kann hie bei
die F age de Objek i i ä ges ell we den. Um diesem en gegenzuwi ken, wu de bei de
Ka ego ienbildung ein besonde es Augenme k au den heo e ischen Bezug geleg , wel-
che du ch bes ehende allgemeingül ige De ini ionen und K i e ien sowie da aus selbs
en wickel e Konzep e ges ü z wu de.
Mi Blick au die ex e ne S udiengü e muss zunächs die F age nach de ex e nen Vali-
di ä , also de Ve allgemeine ung de E gebnisse, ges ell we den. Da es sich bei de o -
liegenden Un e suchung um eine S udie mi eine kleinen G undgesam hei handel , kön-
nen die E gebnisse nich zu Ve allgemeine ung he angezogen we den. Alle dings i
dies au iele quali a i e Fo schungsa bei en nich zu: „Die in de quan i a i en Fo schung
üblichen Ve allgemeine ungss a egien kann die quali a i e Fo schung au g und ih e
Sampling e ah en und de no male weise ela i kleinen S ichp oben nich ode nu sel-
en einse zen“ (Kucka z und Rädike 2022, S.254). S a dessen soll e ü quali a i e Fo -
schungen ode Mixed Me hods-Fo schungen mi hohem quali a i en An eil - wie hie ge-
geben - de Beg i Übe agba kei genu z we den, da diesem „eine gewisse Beg enz hei
on Auswei ung inhä en is , wäh end Ve allgemeine ung G enzenlosigkei sugge ie “
(ebd. S.254). Diese Übe agba kei de E gebnisse muss du ch eine en sp echende Re-
lexion in de E gebnisdiskussion deu lich gemach we den.
Im Sinne de Übe agba kei muss die F age ges ell we den, ob insbesonde e die quan-
i a i -s anda disie e Um age ep äsen a i is , da die Um age nu an eine speziellen
Pe soneng uppe mi eine ge ingen Fallzahl du chge üh wu de. Zudem konn e be ei s im
111
Vo eld on eine ge ingen Teilnahmebe ei scha ausgegangen we den. Um die Allge-
meingül igkei ein S ück wei zu e höhen und die esul ie enden E ek e aus kleine S ich-
p obenzahl und spezi ische P obandeng uppe zu e inge n, wu de ein Mixed Me hods-
Designs mi meh e en Baus einen gewähl . Um eine Ve ie ung de E gebnisse zu e ei-
chen, wu den un e schiedliche E hebungsme hoden iangulie . Dabei handel e es sich
um die Kombina ion aus geschlossen-s anda disie en sowie quali a i -o enen F ages el-
lungen in de explo a i en Um age sowie de E hebung ein und desselben Fo schungs-
gegens andes du ch meh e e Fokusg uppen-In e iews. Au G und de zu e wa enden
ge ingen Be eiligung an de eiwilligen Online-Um age wu den zusä zlich neben Me ho-
den de desk ip i en S a is ik auch Ansä ze quali a i e Inhal sanalyse ü die Auswe ung
de E gebnisse genu z . Auch wenn so keine S eige ung de Rep äsen a i i ä e eich
we den kann, wi d dennoch die Anzahl de Meinungen und Posi ionen zu den e o sch en
Konzep en im Sinne eine Eins ellungs o schung e höh .
Des Wei e en kann die Auswahl de S ichp obe im Rahmen des Sampling-Ve ah ens k i-
isch be ach e we den, da es sich du ch die F eiwilligkei de Teilnahme an de Um age
um einen Ausschni de G undgesam hei handel , de du ch ein höhe es Engagemen
und In e esse de inie we den kann. Demnach handel es sich hie e mu lich um Pe so-
nen, die gene ell in e essie e an pe sönliche achliche Wei e bildung sowie eine Wei-
e en wicklung des Faches Geog aphie sind. Auch dies sch änk die Rep äsen a i i ä de
gewonnenen E kenn nisse ein. Au G und des gewähl en Pe sonenk eises und de no -
wendigen Koope a ion mi den Bildungsmedien e lagen is hie keine Al e na i e de
Du ch üh ung denkba . Aus diesem G und müssen diese Vo ausse zungen bei de Ana-
lyse und In e p e a ion de Da en wie oben besch ieben be ücksich ig we den.
112
6 Empi ische Teil - Ausgangslage: T anskul u elles Le nen
in Bildungsmedien
Wie sich in den o angegangenen Kapi eln gezeig ha , gib es iel äl ige Anknüp ungs-
punk e ü anskul u elles und assismusk i isches Le nen im Fach Geog aphie, sodass
eine Implemen ie ung on neuen Modellen ( gl. 4.2) sowie e wei e en Kompe enzen ( gl.
4.3) no wendig is . Neben den achdidak ischen Rahmenplänen is es abe o allem das
Un e ich sma e ial in Fo m on Bildungsmedien, welches den all äglichen Geog aphieun-
e ich ges al e .
Eine besonde e Rolle spiel dabei nach wie o das Schulbuch, welches on de Bildungs-
poli ik als e bindliches Un e ich smedium be ach e wi d (Niehaus e al. 2015, S.10). Die
Schulbüche o ien ie en sich an den bes ehenden Leh plänen und Fachan o de ungen de
Bundeslände und s ellen eine B ücke zwischen in endie em und implemen ie em Leh -
plan da (ebd. S.11). Fü iele Leh e *innen sind die Schulbüche das zen ale Medium im
Un e ich und dienen da übe hinaus als O ien ie ungs ahmen ü die Planung und dami
den Ve lau des Un e ich s. Man kann sie somi als „heimliches Cu iculum“ bezeichnen
(Niehaus e al. 2015, S. 11).
In eine Schulbuchs udie de Beau ag en de Bundes egie ung ü Mig a ion, Flüch linge
und In eg a ion, du chge üh on Inga Niehaus e al. aus dem Jah 2015, wu den e -
schiedene Schulbüche de gesellscha swissenscha lichen Fäche Geschich e, Geog a-
phie und Sozialkunde/Poli ik in Bezug au die Themen Mig a ion und In eg a ion un e -
such (Niehaus e al. 2015). Die S udie komm un e ande em zu dem E gebnis, dass ein
e lek ie e Umgang mi Di e si ä nu ansa zweise ange eg wi d. S a dessen wi ken ei-
nige Au gabens ellungen soga kon ap oduk i und e s ä ken Vo u eile und Disk iminie-
ung (Niehaus e al. 2015, S.62 .). Dabei ehl insbesonde e die Fö de ung de emo iona-
len und e hischen Kompe enz. Insgesam s ell die S udie es , dass „die (gelungene) Ve -
mi lung on Di e si ä als gesellscha lich all ägliche No mali ä jedoch in den Schulbü-
che n de d ei Fäche nich e kennba “ is (Niehaus e al. 2015, S.63).
Un e ande em aus diesem G und is es on zen ale Bedeu ung, dass Schulbüche und
wei e e Bildungsma e ialien bes imm e S anda ds e üllen.
6.1 O izielle Emp ehlungen und Vo gaben ü Bildungsmedien
Allgemein gil , dass Schulbüche und ande e Bildungsmedien an Schulen nu nach o he-
ige Genehmigung de zus ändigen Kul usminis e ien e wende we den dü en (KMK
113
1972). Schulbüche we den dann genehmig , wenn sie nich gegen allgemeine Ve as-
sungsg undsä ze und Rech s o sch i en e s oßen und da übe hinaus den An o de un-
gen und Rich linien inhal lich, didak isch und me hodisch en sp echen (KMK 1972).
Fü die En s ehung on Bildungsmedien gib es da übe hinaus e schiedene achliche
und didak ische S anda ds, an denen sich die Ve lage und dami auch die Au o *innen,
Redak eu *innen und wei e e Mi wi kende o ien ie en. Welche diese Emp ehlungen und
Vo gaben ü den Be eich des kul u ellen Le nens on Bedeu ung sind, soll hie nähe
be ach e we den.
Eine e s e G undlage ü die Wei e en wicklung on Bildungsmedien s ell die Lis e mi
Emp ehlungen de oben genann en Schulbuchs udie da . De en E gebnisse e deu lichen
die No wendigkei , di e si ä ssensible Schulbüche und ande e Bildungsmedien zu p odu-
zie en, in denen Viel al als No mali ä da ges ell we den und de en Chancen ü die Ge-
sellscha im Mi elpunk s ehen (Niehaus e al. 2015, S. 67). Da die Vo gaben de Fach-
cu icula die Schulbuchp oduk ion bes immen, sind sowohl die Leh plankommissionen de
Lände als auch die Bildungsmedien e lage au ge o de , kul u elle Themen wie Mig a ion
und In eg a ion ausgewogen und mul ipe spek i isch da zus ellen. Die Bildungsmedien-
e lage, so die Emp ehlungen de Au o *innen de S udie, soll en du ch eine höhe e ge-
sellscha liche Viel al in den Au o en eams sowie die sys ema ische Einbeziehung on
achwissenscha liche , achdidak ische , e ziehungswissenscha liche und bildungsp ak-
ische Expe ise eine s e s ak uelle, (selbs )k i ische und e lek ie e En s ehungsp axis
on Bildungsmedien ö de n (Niehaus e al. 2015, S. 67 .). Da übe hinaus soll en die
Au o *innen da au ach en, die demog a ische Reali ä in ih e Viel al da zus ellen. Kom-
plexe Themen wie Mig a ion und In eg a ion soll en in ih e Kon o e si ä und aus e -
schiedenen Pe spek i en be ach e we den. Dabei is es wich ig, dass auch „schwie ige“
Themen elde wie Rassismus, Disk iminie ung und s uk u elle P i ilegie ung hema isie
und k i isch hin e ag we den (ebd. 2015, S. 68).
Die Bildungsminis e ien soll en e gänzend dazu kul u elle Themen als Que schni s he-
men in den Cu icula e anke n. Zudem soll e eine Fö de ung empi ische Bildungs o -
schung zum Schwe punk Bildungsmedien s a inden, um so die P oduk ion di e si ä s-
sensible Bildungsmedien und Un e ich sma e ialien zu ö de n (Niehaus e al. 2015,
S.69). Im Be eich des kul u ellen Le nens is es zusammen assend wich ig, dass Bildungs-
medien „die gesellscha liche Viel al wide spiegeln und inklusi ges al e “ sind (ebd. S.11).
So o de auch die KMK be ei s in ih en Emp ehlungen zu In e kul u ellen Bildung und
E ziehung in de Schule die „P ü ung de Leh -/Le nma e ialien im Hinblick da au , ob die
114
ielschich ige, auch he kun sbezogene He e ogeni ä de Schüle innen und Schüle be-
ücksich ig is und gg . E gänzung de Ma e ialien“ (KMK 2013, S.8).
Um dies zu konk e isie en, haben die Kul usminis e kon e enz, die Mig an eno ganisa io-
nen und die Bildungsmedien e lage im Ok obe 2015 die gemeinsame E klä ung "Da s el-
lung on kul u elle Viel al , In eg a ion und Mig a ion in Bildungsmedien" e abschiede
(KMK 2015). Als Ve e e *innen de Bildungsmedien e lage i hie de Ve band de Bil-
dungsmedien e.V. in E scheinung, welche ein Zusammenschluss alle bekann en Bil-
dungsmedien e lage wie de E ns Kle Ve lag, die Co nelsen Ve lag GmbH ode die
Wes e mann Bildungsmedien Ve lag GmbH is . Die E klä ung be on die hohe Bedeu ung
on Bildungsmedien ü den E we b in e kul u elle Kompe enz, welche zu einem e lek-
ie en und posi i en Umgang mi Viel al bei agen kann (KMK 2015, S.2). Auch wenn hie
de Schwe punk e neu au den wich igen Themen Mig a ion, In eg a ion und gesell-
scha liche Viel al lieg , we den wich ige, oben be ei s genann e, P inzipien bzw. Kompe-
enzen wie Pe spek i wechsel und Mul ipe spek i i ä sowie de Umgang mi kon o e sen
Posi ionen und gesellscha lichen Diskussionen (Kompe enzbe eich Disku ie en) ge o -
de (KMK 2015, S.2 .).
Da übe hinaus we den Maßnahmen de e schiedenen Ak eu *innen o ges ell , welche
die zukün ige Bildungsa bei bzw. die En s ehung on Bildungsmedien p ägen sollen. Die
Lände sollen dabei, wie be ei s in de Schulbuchs udie emp ohlen, Que schni s hemen
in den Cu icula e anke n, die Viel al on allen an Schule Tä igen ö de n, sowie Bil-
dungsma e ialien k i isch übe p ü en (ebd. 2015, S.4).
Die Bildungsmedien e lage sowie de Ve band de Bildungsmedien e.V. e p lich en sich
dazu, eine di e enzie e Da s ellung on Lebenswi klichkei en in Wo und Bild zu e wen-
den. Dazu gehö en zum Beispiel:
- „ein k i isches Hin e agen on his o ischen und sozioökonomischen Kon ex en (z.
B. de Kolonialgeschich e, on Mig a ionsbewegungen in de Geschich e) und de
eu ozen is ischen Sich weise
- die Da s ellung de Viel al de heu igen Einwande ungsgesellscha und de jün-
ge en Mig a ionsgeschich e und Flüch lingsbewegungen
- die di e enzie e Da s ellung on Religionen und Wel anschauungen
- die Da s ellung on Vo bilde n mi de E möglichung eine posi i en Iden i izie ung
- die Thema isie ung on Meh sp achigkei als Kompe enz“ (KMK 2015, S.5).
Um dies zu e eichen, soll ein kons uk i e Aus ausch mi Leh k ä en, El e n, Schüle *in-
nen sowie Ve bänden s a inden. Gleichzei ig we den eine kon inuie liche Quali ä ssiche-
ung, die Sensibilisie ung de Au o *innen eams sowie die Fo bildung und Schulung on
Redak ionen und de en Mi a bei enden anges eb (KMK 2015, S.5).
115
Auch wenn zum Abschluss ein s e ige Aus ausch übe Fo sch i e sowie eine s ändige
Wei e en wicklung beschlossen wi d, is diese E klä ung die einzige Vo gabe ü die E -
s ellung on Bildungsmedien, welche sich explizi mi dem kul u ellen Le nen beschä ig .
Zwa we den wich ige Sch i e ü eine Wei e en wicklung on Bildungsmedien beschlos-
sen und e s e K i e ien ü eine di e enzie e Be ach ung on Kul u (en) p äsen ie , es
ehl alle dings auch hie an de In eg a ion ak uelle En wicklungen de Fachwissenscha -
en. Die Übe a bei ung und E wei e ung de K i e ien zu Ges al ung on Bildungsmedien
sind dahe d ingend no wendig.
6.2 K i e ien ü geeigne es Un e ich sma e ial
Wie im o angegangenen Kapi el be ei s he ausges ell wu de, gib es nu wenige und o
allem wenig ak uelle Vo gaben ü die E s ellung on Bildungsmedien mi Bezug zum
anskul u ellen und assismusk i ischen Le nen. Auch in de Pädagogik sowie in de Leh -
k ä ebildung gib es bishe nu einige wenige Hand eichungen zu dem Thema, weshalb
an diese S elle nach de Vo s ellung einige ak uelle Ra gebe ein eigene K i e ienka a-
log ü die E s ellung on anskul u ellem und assismusk i ischem Un e ich sma e ial ü
den Geog aphieun e ich e a bei e we den soll.
6.2.1 Bes ehende Hand eichungen
Die Hand eichung An i-Rassismus ü Leh k ä e. Handlung e lek ie en - Sensibili ä
scha en - Disk iminie ung o beugen on Anna Lena Lu z e al. aus dem Jah 2023 ha
p imä das Ziel, Leh e *innen sowie ande e pädagogische Fachk ä e au ih em Weg zu
eine an i assis ischen Hal ung zu beglei en. Die Au o *innen, welche selbs als Leh e *in-
nen ä ig sind, g ei en dabei zunächs wich ige Themen au wie ins i u ionelle Disk iminie-
ung in Schule, die Rolle de Sp ache dabei sowie Ra schläge zu En wicklung assismus-
k i ische Bildung und de eigenen Rolle dabei (Lu z e al. 2023, S. 3 .).
Ein eigenes Kapi el widme sich de E s ellung on disk iminie ungsk i ischem Un e ich s-
ma e ial. Anna Lena Lu z s ell dabei g undlegende F agen o , welche bei eine Bewe -
ung on Un e ich sma e ialien aus assismusk i ische Pe spek i e hil eich sein können:
- We sp ich ?
- We sp ich nich ?
- We wi d angesp ochen?
- Wie we den die Menschen besch ieben?
- Welche Lebens eali ä en we den als no mal da ges ell ?
- Wessen Geschich en we den e zähl ?
- We wi d abgebilde ? (Lu z e al. 2023, S.109 .).
116
All diese F agen zielen da au ab, ein di e enzie es Bild unse e Gesellscha zu zeich-
nen, Viel al in de Gesellscha als no mal da zus ellen, Schüle innen und Schüle ü un-
e schiedliche Lebenswel en zu sensibilisie en und somi eine mul ipe spek i ische Wei-
e a bei zu e möglichen (ebd. 2023, S. 110 .).
Abbildung 14: An o de ungska alog ü disk iminie ungsk i isches Un e -
ich sma e ial (Lu z e al. 2023, S. 115)
Anhand diese F agen können e schiedene K i e ien abgelei e we den ( gl. Abb. 14),
welche in Fo m eine Check-Lis e zu Bewe ung on Un e ich sma e ialien he angezo-
gen we den können. Dies is ein e s e , p ak isch nu zba e Ansa z, welche hie als
G undlage ü eine eigene K i e ienlis e dienen kann. Es ehl dabei de anskul u elle An-
sa z sowie de Bezug zu Geog aphie.
Eine wei e e Hand eichung mi Schwe punk au dem a ikanischen Kon inen is de Ras-
sismusk i ische Lei aden zu Re lexion bes ehende und E s ellung neue didak ische
Leh - und Le nma e ialien ü die schulische und auße schulische Bildungsa bei zu
Schwa zsein, A ika und a ikanische Diaspo a om Au o *innenKollek i Rassismusk i i-
sche Lei aden. Nach eine heo e ischen Ein üh ung we den hie zunächs einige The-
men o schläge gemach wie Mig a ion, Rassismus und Rassismusk i ik ode A ika-Bilde ,
welche alle dings ü meh e e Schul äche o geschlagen we den. Im Wei e en we den
die „Falls icke“ bei de A bei mi Tex - und Bildma e ial o ges ell , welche „zu eine k i-
117
ischen Re lexion on Sp ache, Bilde n und Quellen“ an egen sollen (Au o *innenKollek i
Rassismusk i ische Lei aden 2015, S.42). De Lei aden un e eil dabei in die d ei Be ei-
che Bilde , Sp ache und didak ische Beispiele, welche auch mögliche K i e ien ü geog a-
phische Bildungsmedien en hal en. Diese lassen sich wie olg zusammen assen:
Bilde
Mul i-Pe spek i i ä bzw. Plu ali ä bei de Abbildung, Sich ba machung eine ge-
sellscha lichen Reali ä
Thema isie ung on Mach e häl nissen anhand de A und Weise, wie Bilde
eingese z we den
Kon ex ualisie ung on assis ischen Bilde n in o handenen Leh ma e ialien
Sp ache
Auseinande se zung mi und Dekons uk ion on kolonialen Kons uk en und
Symbolen
Schwa ze Rep äsen a ion, Be ach ung schwa ze bzw. diaspo e Sich weisen,
S immen und Quellen
Ve wendung s e eo yp eie Da s ellungen on A ika ü allgemeine Themen-
komplexe
Didak ische
Beispiele
Pe spek i enwechsel du ch die Auswahl geeigne e Medien (Ca oons, Videos
e c.) sowie eine bewuss en Ve wendung on Sp ache
Tabelle 15: K i e ien ü den assismusk i ischen Umgang mi Quellen, Bilde n und Sp a-
che (zusammenge ass nach: Au o *innenKollek i Rassismusk i ische Lei aden 2015,
S.43 .).
6.2.2 Eigene K i e ien
Die K i e ien, die ü die olgende Analyse bes ehende Un e ich sma e ialien genu z we -
den sollen, esul ie en aus den in Kapi el 4 he ausges ell en inhal lichen An o de ungen
und we den in die dazugehö igen Kompe enzbe eiche un e eil .
Im Be eich G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen soll e geeigne es Un e ich s-
ma e ial die einsei ige Da s ellung on Kul u (en) sowie die Ve wendung s e eo ype und
klischeeha e Besch eibungen e meiden. Zudem soll e au eine alleinige eu ozen ische
Sich weise beispielsweise au den Kolonialismus sowie die Da s ellung eu ozen ische
Wel bilde und Mach s uk u en (z.B. Op e da s ellung de a ikanischen Be ölke ung) e -
zich e we den.
S a dessen soll en in diesem Kompe enzbe eich olgende K i e ien e üll we den:
G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen
K i e ium 1
Kul u wi d als hyb id und indi iduell e s anden (im Sinne de T ans-
kul u ali ä )
K i e ium 2
Da s ellung on (kul u elle ) Viel al , auch inne halb on Na ional-
s aa en
118
K i e ium 3
Ansä ze pos koloniale Theo ie und/ode C i ical Whi eness we den
hema isie
K i e ium 4
s e eo yp eie Da s ellungen in Tex und Bild
Im Kompe enzbe eich Reche chie en & Analysie en geh es o allem um die Auswahl
geeigne e und möglichs au hen ische Quellen sowie die He an üh ung an die Reche -
che und Analyse on iel äl igem Ma e ial. Dahe sind hie olgende K i e ien zu nennen:
Reche chie en & Analysie en
K i e ium 1
Ve wendung iel äl ige (au hen ische ) Medien als Quellen
K i e ium 2
Nich -Wes liche Sich weisen bzw. Quellen we den in eg ie
K i e ium 3
Die Schüle *innen we den zu eigens ändige Reche che angelei e
K i e ium 4
S uk u en und P ozesse we den meh pe spek i isch be ach e und
k i isch hin e ag
Dies be i eben alls den Kompe enzbe eich Disku ie en, welche die mul ipe spek i i-
sche Be ach ungsweise on Themen im kommunika i en Be eich o se z . Hie s eh ne-
ben de inhal lichen insbesonde e die me hodische Auswahl im Fokus. Dahe gil bei de
E s ellung on geeigne em Un e ich sma e ial Folgendes zu beach en:
Disku ie en
K i e ium 1
Es we den iel äl ige Me hoden zu Fö de ung de Kommunika ions-
kompe enz genu z .
K i e ium 2
Me hoden des Pe spek i wechsels we den ü kommunika i e P o-
zesse genu z (z.B. Rollenspiel, Podiumsdiskussion).
K i e ium 3
De Aus ausch mi ande en (auße schulischen) Ak eu en du ch ( i -
uelle) Begegnungen wi d angebahn .
Ein zen ale Kompe enzbe eich des anskul u ellen und assismusk i ischen Le nens
s ell das Re lek ie en da , welches sich au e schiedene K i e ien ü Un e ich sma e ial
übe agen läss :
Re lek ie en
K i e ium 1
Schüle *innen le nen, Gemeinsamkei en und Un e schiede mi an-
de en Menschen he auszua bei en.
K i e ium 2
Sensibilisie ung ü ande e Lebens eali ä en du ch Pe spek i wech-
sel (z.B. Lebensliniendiag amm, Rollenspiele)
K i e ium 3
( assis ische) Vo u eile und S e eo ype we den k i isch hin e ag
119
K i e ium 4
Au gaben und Ma e ialien egen zum k i ischen Hin e agen on
Quellen und Meinungen an (Dekons uk ion on Mach s uk u en)
K i e ium 5
Au gaben und Ma e ialien egen zu Selbs e lexion an
De le z e Kompe enzbe eich Engagie en ziel au die Fö de ung de Handlungskompe-
enz im gesellscha lichen bzw. kul u ellen Be eich ab. Diese Be eich is mi Siche hei
am schwe s en in Un e ich sma e ial zu in eg ie en, da es hie bei wenige um Medien-
ode Tex auswahl geh , sonde n meh im Sinne de Handlungskompe enz on de Au ga-
bens ellung sowie de Auswahl geeigne e Themenbeispiele abhäng . Dahe lassen sich
olgende K i e ien benennen:
Engagie en
K i e ium 1
Es we den Beispiele ü Engagemen im kul u ellen gesellscha li-
chen Be eich da ges ell .
K i e ium 2
Fö de ung des gesellscha lichen Engagemen s im kul u ellen Be-
eich du ch en sp echende Au gaben
Alle 18 au ge üh en K i e ien sind wich ige Ma ke ü geeigne es Un e ich sma e ial be-
ziehungsweise ü eine geeigne e Ges al ung on Bildungsmedien im Sinne eines ans-
kul u ellen und assismusk i ischen Geog aphieun e ich s.
6.3 Analyse ausgewähl e Leh we ke
Die on de Bundes egie ung in Au ag gegebene Schulbuchs udie aus dem Jah 2015
ha gezeig , dass die Schulbüche de gesellscha swissenscha lichen Fäche noch einige
Lücken im Be eich des di e si ä ssensiblen Un e ich s au weisen ( gl. Kapi el 5). Da diese
S udie zum einen ach Jah e al is und zum ande en den hema ischen Schwe punk au
die Themen Mig a ion und In eg a ion geleg ha , sollen an diese S elle ausgewähl e ak-
uelle Leh we ke in Bezug au die Thema isie ung on Kul u (en) hin un e such we den.
Als G undlage ü die Analyse dienen die im o angegangenen Kapi el o ges ell en K i-
e ien ü geeigne es Un e ich sma e ial.
Wie be ei s in Kapi el 5.2 benann , wi d de Bildungsmedienma k des Schul aches Geo-
g aphie on zwei Ve lagen dominie . Dies is zum einen de E ns Kle Ve lag, welche
die Geog aphiebüche Te a und Fundamen e publizie , und zum ande en de Wes e -
mann Bildungsmedien Ve lag, welche die Seydli z- und die Die cke-Reihe e eib (Ve -
band Bildungsmedien e.V., o.J., o.S.).
Die Auswahl de analysie en Geog aphiebüche de beiden Ve lage e olg e anhand des
Bundeslandes. Da sich die o liegende A bei mi den Fachan o de ungen des Landes
Schleswig-Hols ein beschä ig , e schein die Be ach ung alle ak uell in den Schulen
126
Reche chie en & Analysie en
K i e ium
1
Ve wendung iel äl ige (au hen ische ) Medien als Quellen
--
K i e ium
2
Nich -Wes liche Sich weisen bzw. Quellen we den in eg ie
--
K i e ium
3
Die Schüle *innen we den zu eigens ändige Reche che ange-
lei e
--
K i e ium
4
S uk u en und P ozesse we den meh pe spek i isch be ach-
e und k i isch hin e ag
--
Da das Schulbuch insgesam seh au Fachkompe enz und O ien ie ungskompe enz aus-
ge ich e is , sind au den be ach e en Sei en keine Ansä ze zu Fö de ung de Kommu-
nika ionskompe enz zu e kennen. Auch de Aus ausch mi ande en Ak eu *innen wi d
nich angebahn .
Disku ie en
K i e ium
1
Es we den iel äl ige Me hoden zu Fö de ung de Kommuni-
ka ionskompe enz genu z .
--
K i e ium
2
Me hoden des Pe spek i wechsels we den ü kommunika i e
P ozesse genu z (z.B. Rollenspiel, Podiumsdiskussion).
--
K i e ium
3
De Aus ausch mi ande en (auße schulischen) Ak eu en
du ch ( i uelle) Begegnungen wi d angebahn .
--
Im Kompe enzbe eich Re lek ie en lassen sich un e dem Obe hema „Die Wel en de-
cken“ Ansä ze ü eine Sensibilisie ung ü ande e Lebens eali ä en inden. So sollen die
Schüle *innen au den ie Doppelsei en zum Leben in ande en Regionen die Lebensbe-
dingungen de da ges ell en Kinde mi ih en eigenen e gleichen (E ns Kle Ve lag 2024,
S. 28 .). Auch im Einlei ungs ex de Un e einhei heiß es: „Siche wi s du Un e schiede
zu deinem Leben en decken. Abe ielleich indes du soga meh Ähnlichkei en, als du
zunächs e mu es “ (ebd. S.26). Me hoden des Pe spek i wechsels sind dahingegen
nich zu inden.
In Bezug au K i e ium 3 äll die Doppelsei e „Unse Nachba land Polen“ au . Hie heiß
es im Einlei ungs ex :
„“Wa um äh s du nich nach Polen in den U laub?“ wu de Pe e on Claudia ge-
ag . „Da is es schmu zig und da wi d so iel geklau .“ E ah e liebe nach I alien.
127
„Ach“, sag e Claudia, „in I alien is es doch auch schmu zig und es wi d iel ge-
klau !“ Da ha sich Pe e au ge eg , wie Claudia übe I alien denke. So is das mi
Vo u eilen: Man is empö , wenn man meh weiß als ande e“ (ebd. S.194).
Du ch diese Einlei ung sollen die Schüle *innen da au au me ksam gemach we den,
dass es wich ig is , sich übe ande e Lände zu in o mie en. In de Folge soll dann eine
P äsen a ion zu Polen e s ell we den.
Auch wenn die In en ion de Au o *innen e mu lich eine k i ische Be ach ung on S e e-
o ypen is , geling dies nu beding . S a dessen we den s e eo ype Bilde ep oduzie und
wede in diesem Tex noch in de wei e en Au gabens ellung wi d dies au geklä ode
k i isch e lek ie .
Posi i he o zuheben is die E läu e ung de e schiedenen Quellena en au de Dop-
pelsei e „Die Wel en decken“, bei de au die Manipula ionsmöglichkei en on Bilde n hin-
gewiesen wi d, da diese nu „Ausschni e aus de Wi klichkei “ sind und „eine bes imm e
Absich “ e olgen kann (ebd. S. 27).
Re lek ie en
K i e ium
1
Schüle *innen le nen, Gemeinsamkei en und Un e schiede mi
ande en Menschen he auszua bei en.
+
K i e ium
2
Sensibilisie ung ü ande e Lebens eali ä en du ch Pe spek i -
wechsel (z.B. Lebensliniendiag amm, Rollenspiele)
--
K i e ium
3
( assis ische) Vo u eile und S e eo ype we den k i isch hin e -
ag
--
K i e ium
4
Au gaben und Ma e ialien egen zum k i ischen Hin e agen
on Quellen und Meinungen an (Dekons uk ion on Mach -
s uk u en)
+
K i e ium
5
Au gaben und Ma e ialien egen zu Selbs e lexion an
--
Leide ehlen au den be ach e en Sei en Au gaben zu Fö de ung de Handlungskompe-
enz, sodass die K i e ien des Kompe enzbe eichs Engagie en nich e üll sind.
Engagie en
K i e ium
1
Es we den Beispiele ü Engagemen im kul u ellen gesell-
scha lichen Be eich da ges ell .
--
K i e ium
2
Fö de ung des gesellscha lichen Engagemen s im kul u ellen
Be eich du ch en sp echende Au gaben
--
128
Zusammen assend is das Te a Geog aphie 1 ein klassisches Schulbuch ü die Jah -
gänge 5 und 6, welches o allem au das Fachwissen und die O ien ie ungskompe enz
abziel . Leide we den du ch eine seh sachliche Da s ellung de Themen kaum Anknüp-
ungspunk e ü einen Pe spek i wechsel gegeben. Auch eine e s e He an üh ung an eine
(Selbs -)Re lexion ode die Fö de ung de Be eiche Disku ie en und Engagie en ehlen
hie .
6.3.1.3 Die cke Geog aphie 2
Im Schulbuch Die cke Geog aphie 2 ü die Jah gangss u en 7 und 8 we den in Anlehnung
an die Fachan o de ungen e schiedene Räume in den Blick genommen. Demen sp e-
chend gib es hema isch iele Möglichkei en, kul u elle Themen einzube en. Ta sächlich
lassen sich abe nu au 13 Doppelsei en ( on insgesam 234 Buchsei en) Bezüge zum
Themenbe eich Kul u inden.
In Bezug au den Kompe enzbe eich G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen äll
zunächs mi Blick au K i e ium 3 au , dass keine Ansä ze on pos koloniale Theo ie ode
C i ical Whi eness zu inden sind. Gleiches gil ü den in K i e ium 1 ge o de en Beg i
„T anskul u ali ä “. Die da ges ell en Kul u en we den meis ehe na ionals aa lich ode
nach dem klassischen Kul u beg i du ch kla e Abg enzungen e s anden. So wi d im Ka-
pi el „No dame ika – ökonomische und gesellscha liche Wandel und geoökologische
Kon lik e“ die S ad New Yo k als Mel ing Po bezeichne und „Na ionali ä en bleiben un e
sich“ (Junke a al. 2018, S.131). Diese klassische De ini ion on Kul u inde sich auch
im wei e en Ve lau zum Thema Mig a ion in den USA: „Von eine u sp ünglich „weißen“
Meh hei wandeln sich die USA zu eine mul ikul u ell gep äg en Gesellscha “ (ebd.
S.135). Es wi d also deu lich, dass Kul u nich als indi iduell und hyb id e s anden wi d
und K i e ium 1 somi nich e üll is .
Auch die in K i e ium 2 ge o de e Da s ellung on kul u elle Viel al is nu in Ansä zen zu
e kennen. Posi i he o zuheben sind die zwei Doppelsei en zum Thema „Indische Sub-
kon inen : Gesellscha im Umb uch – wie e ände n sich die Lebensbedingungen in In-
dien?“, au welchen die e schiedenen Lebens eali ä en inne halb de indischen Gesell-
scha da ges ell we den (Junke a al. 2018, S.14 .). Wei e e Ansä ze lassen sich auch
im wei e en Ve lau in den Themenkomplexen „A ika“ sowie „Südos asien“ inden. Au de
Doppelsei e „Wächs mi dem Wohls and die Be ölke ungszahl?“ we den die Schüle *in-
nen dazu ange eg , die Lebens eali ä en zweie a ikanische F auen aus Nige ia und
Bo suana und die da aus esul ie ende Fe ili ä s a e zu be ach en (ebd. S.40 .). Auch
wenn hie ein di e enzie e Blick au den a ikanischen Kon inen ange eg we den soll,
wi d diese Ansa z mi de pauschalisie enden Au gabens ellung de Doppelsei e zunich e
gemach . Diese lau e : „Beu eile, inwie e n das Be ölke ungswachs um eine Chance ode
129
ein Risiko ü A ika is “ (ebd. S.43). Die e allgemeine nde Be ach ung de Chancen und
Risiken ü den gesam en Kon inen A ika wiede sp ich einem anskul u ellen Ansa z
und ö de im Gegenzug bes ehende S e eo ype. Auch au de Doppelsei e „Wodu ch
un e scheiden sich die Lebensbedingungen in Südos asien?“ wi d eine di e enzie e Be-
ach ung de Region du ch den Ve gleich zwischen dem Leben in Myanma und au den
Philippinen anges eb (ebd. S.108 .). Alle dings ehl in beiden Fällen die Be ach ung de
kul u ellen Viel al inne halb de Na ionals aa en.
Insgesam wi d im Schulbuch Die cke Geog aphie 2 in Bezug au das ie e K i e ium au
s e eo yp eie Da s ellungen e zich e und s a dessen in Ansä zen au iel äl ige Da s el-
lung de Kul u en einzelne Räume geach e . Lediglich au de Doppelsei e „Was ha sich
in Dubai du ch das E döl e ände ?“ wi d ein pakis anische Gas a bei e als a bei slose
Va e zweie Kinde cha ak e isie und dien als Beispiel ü pakis anische Gas a bei e
im Allgemeinen (Junke a al. 2018, S.14). Somi wi d ü die Schüle *innen ein bes imm es
Bild e zeug , welches de Reali ä nich zwangsläu ig en sp ich .
G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen
K i e ium
1
Kul u wi d als hyb id und indi iduell e s anden (im Sinne de
T anskul u ali ä )
-
K i e ium
2
Da s ellung on (kul u elle ) Viel al , auch inne halb on Na io-
nals aa en
o
K i e ium
3
Ansä ze pos koloniale Theo ie und/ode C i ical Whi eness
we den hema isie
--
K i e ium
4
s e eo yp eie Da s ellungen in Tex und Bild
o
De zwei e Kompe enzbe eich Reche chie en und Analysie en läss sich angesich s de
ge ingen Anzahl kul u elle Themen nu in Ansä zen auswe en.
Au den be ach e en Sei en we den insgesam iel äl ige Medien wie Tex e, Ka en, Fo-
os, Diag amme ode Sa elli enbilde e wende . Alle dings handel es sich insbesonde e
in Bezug au die Tex e um didak isie es Ma e ial und nu wenig O iginalquellen. Dahe
läss sich mi Blick au K i e ium 2 es s ellen, dass haup sächlich die Sich weise de Au-
o *innen in die Inhal e ein ließ , sodass hie on eine wes lich gep äg en Pe spek i e
ausgegangen we den kann. Die au hen ischen Quellen wie Blog-Ein äge ode Zei ungs-
a ikel en s ammen eben alls deu schen und dami wes lichen Medien.
Au keine de be ach e en Sei en mi kul u ellen Themen we den die Schüle *innen zu
eine eigens ändigen Reche che ange eg . Auch S uk u en und P ozesse wie beispiels-
weise die Mig a ion und Be ölke ungsen wicklung in den USA we den wede meh pe -
spek i isch be ach e , noch k i isch hin e ag .
130
Reche chie en & Analysie en
K i e ium
1
Ve wendung iel äl ige (au hen ische ) Medien als Quellen
o
K i e ium
2
Nich -Wes liche Sich weisen bzw. Quellen we den in eg ie
-
K i e ium
3
Die Schüle *innen we den zu eigens ändige Reche che ange-
lei e
--
K i e ium
4
S uk u en und P ozesse we den meh pe spek i isch be ach-
e und k i isch hin e ag
--
Ande s sieh es im Kompe enzbe eich Disku ie en aus. Auch wenn nu wenig kul u elle
Themen zu inden sind, we den e schiedene Me hoden genu z , welche de Kommunika-
ionskompe enz zuzuo dnen sind. Ein Beispiel da ü inde sich au de Doppelsei e „Wa-
um is Sao Paulo eine Me opole mi zwei Gesich e n?“ (Junke a al. 2018, S.56 .). Hie
sollen die Schüle *innen zunächs einen ku zen Radiobei ag e s ellen und im Anschluss
einen Tagebuchein ag aus Sich de beiden Kinde aus Sao Paulo sch eiben.
Besonde s he o zuheben sind des Wei e en die Doppelsei en „Einwande ungsland USA
– ein E olgsmodell?“, au welchen zunächs A gumen a ionske en nach dem A gumen-
a ionsmodell on Toulmin en wickel we den sollen und im Anschluss ein Rollenspiel zu
Lei age ini iie wi d (ebd. S. 134 .).
Lediglich das d i e K i e ium, welches eine Anbahnung des Aus auschs mi ande en Ak-
eu *innen o de , wi d in den be ach e en Sei en nich e üll .
Disku ie en
K i e ium
1
Es we den iel äl ige Me hoden zu Fö de ung de Kommuni-
ka ionskompe enz genu z .
+
K i e ium
2
Me hoden des Pe spek i wechsels we den ü kommunika i e
P ozesse genu z (z.B. Rollenspiel, Podiumsdiskussion).
++
K i e ium
3
De Aus ausch mi ande en (auße schulischen) Ak eu en
du ch ( i uelle) Begegnungen wi d angebahn .
--
Mi Blick au den Kompe enzbe eich Re lek ie en zeig sich ein gemisch es Bild. Posi i
he o zuheben sind die K i e ien 1 und 2, da im Schulbuch Die cke Geog aphie 2 iele
e schiedene Me hoden genu z we den, welche zu Sensibilisie ung ü ande e Lebens-
eali ä en bei agen. Beispiele da ü sind neben dem be ei s e wähn en Tagebuchein ag
zweie Kinde aus Sao Paulo (Junke a al. 2018, S.57) die Lebensliniendiag amme zu
131
einem pakis anischen A bei e in Dubai (ebd. S.14), zu eine mexikanischen A bei e in in
de Maquila-Indus ie (ebd. S.63) sowie zum Thema „Ba e oo College“ (ebd. S.186 .).
Wei e e Me hoden zum Pe spek i wechsel inden sich in Fo m de Me hode „Planen und
En scheiden“ zu Chinas Wande a bei e *innen (ebd. S. 84 .) sowie in Fo m de Außen-
sei e -Me hode zu New Yo ke S ad eilen (ebd. S.128 .). Auch au den Doppelsei en
„Gesellscha im Umb uch – wie e ände n sich die Lebensbedingungen in Indien?“ we -
den die Schüle *innen zum Pe spek i wechsel ange eg , indem sie ih eigenes Leben mi
dem de o ges ell en Bewohne *innen e gleichen sollen (ebd. S.170 .).
Obwohl hie eine Sensibilisie ung du ch die Schüle *innen angebahn wi d, ehl bei den
meis en Sei en die anschließende Re lexion de gewonnenen E kenn nisse. Abgesehen
on eine Au gabe zum Leben in Indien ehl bei den meis en Me hoden de Ve gleich zu
eigenen Lebenswel .
Auch das k i ische Hin e agen on Meinungen, Quellen ode da ges ell en S uk u en
und P ozessen bleib im G oß eil de Fälle aus. Eine Ausnahme bilde hie e neu die Dop-
pelsei e zum Leben in Indien, au welche de Beg i „Elends ie el“ aus Sich de Bewoh-
ne *innen k i isch hin e ag we den soll (Junke a al. 2018, S.185). Au de Doppelsei e
„Welches Bild habe ich on A ika?“ wi d zwa au die Manipula ionsmöglichkei en on
Fo os sowie die zum Teil einsei ige mediale Da s ellung des Kon inen s e wiesen, eine
k i ische Re lexion de hie da ges ell en Fak en ode eine al e na i e He angehensweise
de In o ma ionsbescha ung we den alle dings nich angebahn (ebd. S.32 .).
Re lek ie en
K i e ium
1
Schüle *innen le nen, Gemeinsamkei en und Un e schiede mi
ande en Menschen he auszua bei en.
+
K i e ium
2
Sensibilisie ung ü ande e Lebens eali ä en du ch Pe spek i -
wechsel (z.B. Lebensliniendiag amm, Rollenspiele)
++
K i e ium
3
( assis ische) Vo u eile und S e eo ype we den k i isch hin e -
ag
-
K i e ium
4
Au gaben und Ma e ialien egen zum k i ischen Hin e agen
on Quellen und Meinungen an (Dekons uk ion on Mach -
s uk u en)
-
K i e ium
5
Au gaben und Ma e ialien egen zu Selbs e lexion an
-
132
De le z e Kompe enzbe eich Engagie en is im Schulbuch Die cke Geog aphie 2 nich zu
inden. Wede we den Beispiele ü ein Engagemen im kul u ellen gesellscha lichen Be-
eich da ges ell noch wi d ein solches Engagemen du ch en sp echende Au gaben an-
gebahn .
Engagie en
K i e ium
1
Es we den Beispiele ü Engagemen im kul u ellen gesell-
scha lichen Be eich da ges ell .
--
K i e ium
2
Fö de ung des gesellscha lichen Engagemen s im kul u ellen
Be eich du ch en sp echende Au gaben
--
Zusammen assend läss sich es s ellen, dass das Schulbuch Die cke Geog aphie 2 nu
in Ansä zen die K i e ien des anskul u ellen und assismusk i ischen Le nens e üll . Ne-
ben dem ehlenden Kompe enzbe eich Engagie en zeigen sich g oße Lücken insbeson-
de e in den Be eichen G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen sowie Reche chie en
und Analysie en. Dies is o allem deshalb e wunde lich, da sowohl die Reche che als
auch die Handlungskompe enz in ande en Themenbe eichen be ei s häu ig e e en sind.
Eine g oße S ä ke ha das Buch au den Sei en mi kul u ellen Themen im Be eich de
me hodischen Viel al , sodass hie schon iele gelungene Ansä ze ü die Be eiche Disku-
ie en und Re lek ie en zu inden sind. Eine s ä ke e Fokussie ung au neue kul u geog a-
phische sowie achdidak ische En wicklungen im Sinne on T anskul u ali ä und assis-
musk i ischem Le nen sowie insgesam eine s ä ke e Einbe ung kul u elle Themen is
alle dings no wendig.
6.3.1.4 Seydli z Geog aphie 7/8
Im Schulbuch Seydli z Geog aphie 7/8 lassen sich au 14 Doppelsei en ( on insgesam
211 Buchsei en) Bezüge zum Themenbe eich Kul u inden.
Auch hie äll in Bezug au den Kompe enzbe eich G undlegendes Bewuss sein und
Fachwissen au , dass keine Ansä ze on pos koloniale Theo ie ode C i ical Whi eness
zu inden sind. Auch de Beg i „T anskul u ali ä “ wi d nich e wähn , s a dessen wi d
auch in diesem Schulbuch de klassische Kul u beg i und dessen na ionals aa liche Ein-
eilung e wende . Dies zeig sich beispielsweise im Kapi el „No dame ika – Ökonomi-
sche und gesellscha liche Wandel und geoökologische Kon lik e“.
Hie we den zunächs e schiedene Konzep e zu Be ölke ungsein eilung im Kon ex on
Mig a ionsgesellscha en wie de „Mel ing Po “, die „Salad Bowl“ ode das „Mosaic“ he-
ma isie und de Beg i „mul ie hnische Be ölke ung“ e wende , welche ehe in die
133
Rich ung eines hyb iden Kul u beg i s deu e (Bechmann e al. 2016, S.120 .). Au de
Doppelsei e „New Yo k – Global Ci y im Wandel“ we den alle dings e schiedene Pe so-
nen un e schiedliche He kun beispielsweise als „zwei e Gene a ion on dominikanisch
ode pue o- icanisch s ämmigen Einwande e n, die mi ih e Hei a zwei Kul u en e bin-
den“ o ges ell (ebd. S.124). Hie zeig sich deu lich, dass Kul u als in sich geschlossene,
na ionals aa liche Einhei en de inie wi d. In beiden Fällen we den wede de Kul u beg i
noch die o ges ell en Konzep e k i isch e lek ie .
Die Da s ellung kul u elle Viel al (K i e ium 2) is nu beding e kennba . Wäh end zu-
nächs au de Doppelsei e „Nahe und mi le e Os en- ein Übe blick“ ein seh allgemeine
und pauschale Blick au die „o ien alisch-muslimische Kul u “ mi dem Islam als kul u ell
e bindendem Elemen e mi el wi d (Bechmann e al. 2016, S. 10), we den in den The-
menkomplexen „B asilien- Land g oße Gegensä ze“, Regionale Dispa i ä en in China“
und „Russland – Moskaus Gegensä ze“ e schiedene Lebensbedingungen inne halb de
jeweiligen Lände be ücksich ig (ebd. S. 60 ., S.82 ., S.187). Alle dings we den hie o
allem sozioökonomische Fak o en in den Fokus genommen, de Blick au iel äl ige Kul-
u en ehl .
Zudem gib es einige Beispiele ü s e eo ype Da s ellungen in Tex und Bild. Ein beson-
de s nega i es Beispiel is die Quelle M4 „G undbedü nisse on Jugendlichen“ ( gl. Abb.
15).
Abbildung 15: Da s ellung on G undbedü nissen on Jugendlichen (Bech-
mann e al. 2016, S.41)
134
Hie we den e schiedene Jugendliche aus un e schiedlichen Lände n da ges ell , wobei
jeweils nu ein Beispiel p o Land gewähl wu de. Neben de Pauschalisie ung de Lebens-
eali ä en inne halb de Na ionals aa en is hie besonde s die Auswahl de Tex e au ällig.
Wäh end das deu sche Mädchen sich einen Compu e zum Gebu s ag wünsch und eine
Zukun mi ielen Möglichkei en o sich ha , is das Leben de d ei ande en Jugendlichen
on A mu , K ankhei , schlech e In as uk u , mangelnde Bildung und Pe spek i losig-
kei gep äg . Dies e zeug beziehungsweise e s ä k bes ehende S e eo ype in den Köp-
en de Schüle *innen.
G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen
K i e ium
1
Kul u wi d als hyb id und indi iduell e s anden (im Sinne
de T anskul u ali ä )
-
K i e ium
2
Da s ellung on (kul u elle ) Viel al , auch inne halb on Na-
ionals aa en
-
K i e ium
3
Ansä ze pos koloniale Theo ie und/ode C i ical Whi eness
we den hema isie
--
K i e ium
4
s e eo yp eie Da s ellungen in Tex und Bild
-
Auch de Kompe enzbe eich Re lek ie en und Analysie en is k i isch zu be ach en. Ähn-
lich wie die ande en Büche e wende das Seydli z Geog aphie 7/8 eine Vielzahl an Me-
dien wie Abbildungen, Diag amme, Fo os, Ka ika u en und Tex e als Quellen, wobei de
G oß eil da on didak isie es Ma e ial is .
Aus diesem G und lassen sich nu wenige au hen ische Quellen inden, welche alle dings
un e schiedliche He kun sind. Neben einem G oß eil wes liche Medien inden sich bei-
spielsweise au de Doppelsei e „Was bedeu e En wicklung?“ ein Tex des ehemaligen
ansanischen Minis e p äsiden en Julius Nye e e zu den „He aus o de ungen des Südens“
(Bechmann e al. 2016, S.40) ode zum Thema „Mel ing Po , Salad Bowl, Mosaic – die
Be ölke ung de USA“ Zi a e de ehemaligen US-P äsiden en Roose el und Obama (ebd.
S.121).
Eben alls posi i he o zuheben is die Doppelsei e „Wi un e suchen Klischees“ (ebd.
S.30 .).
135
Abbildung 16: A bei ssch i e zu Un e suchung on Klischees (Bechmann e
al. 2016, S.30).
Hie we den die Schüle *innen du ch e schiedene A bei ssch i e dazu angelei e , posi-
i e und nega i e Da s ellungen des Kon inen s A ika k i isch zu hin e agen sowie die
en hal enen Klischees mi Hil e eine eigenen Reche che zu wide legen ( gl. Abb. 16).
Da übe hinaus we den neben den im Buch gegebenen Ma e ialien au den ande en Sei-
en zu kul u ellen Themen keine wei e üh enden Quellen in eg ie und die Schüle *innen
we den somi nu au eine Doppelsei e zu eigens ändige Reche che angelei e . Gleiches
gil ü K i e ium 4, da eine meh pe spek i ische Be ach ung sowie eine k i ische Re le-
xion de da ges ell en S uk u en und P ozesse au einem G oß eil de be ach e en Sei en
ausbleiben.
Reche chie en & Analysie en
K i e ium
1
Ve wendung iel äl ige (au hen ische ) Medien als Quellen
o
K i e ium
2
Nich -Wes liche Sich weisen bzw. Quellen we den in eg ie
o
K i e ium
3
Die Schüle innen und Schüle we den zu eigens ändige Re-
che che angelei e
o
K i e ium
4
S uk u en und P ozesse we den meh pe spek i isch be ach-
e und k i isch hin e ag
o
Eine g oße Schwäche des Schulbuchs Seydli z Geog aphie 7/8 zeig sich in de ehlenden
me hodischen Viel al , welche mi eine s a ken Fokussie ung au Fachwissen einhe geh .
Aus diesem G und sind die d ei Kompe enzbe eiche Disku ie en, Re lek ie en und Enga-
142
Mi Blick au die e wende en Medien äll au , dass im Te a Geog aphie Obe s u e mi
iel äl igen Quellen gea bei e wi d, da un e Tex e, Diag amme, Ka en und Schaubilde .
Posi i he o zuheben is die häu ige Ve wendung on O iginal-Quellen beispielsweise
aus Zei ungsa ikeln, Reden ode Fach ex en.
In Bezug au die He kun de genu z en Quellen gib es zum Beispiel au de Doppelsei e
„Vie nam – in e na ionale Mig a ion als Wi scha simpuls“ einen Ausschni de ie name-
sischen News-Websi e Saigonee (Bie wi h e al. 2020, S.139). Da übe hinaus lieg de
Schwe punk au eu opäischen bzw. deu schen Quellen. So wu den auch bei de Vo s el-
lung on P ojek en de En wicklungszusammena bei ausschließlich P ojek e aus dem
wes lichen bzw. eu opäischen Raum wie du ch das BMZ, die Auma Obama Founda ion
ode Ä z e ohne G enzen ausgewähl (ebd. S. 142 ., S. 240 ., S.242 .).
De Kompe enzbe eich Reche chie en is da ü wenige e e en. Au den be ach e en
Sei en sind keine Reche che-Au gaben zu inden. Auch die meh pe spek i ische und k i-
ische Be ach ung on S uk u en und P ozessen wi d nich angebahn .
Reche chie en & Analysie en
K i e ium 1
Ve wendung iel äl ige (au hen ische ) Medien als Quellen
+
K i e ium 2
Nich -Wes liche Sich weisen bzw. Quellen we den in eg ie
o
K i e ium 3
Die Schüle *innen we den zu eigens ändige Reche che an-
gelei e
--
K i e ium 4
S uk u en und P ozesse we den meh pe spek i isch be-
ach e und k i isch hin e ag
--
Eine wei e e Schwäche zeig sich im Kompe enzbe eich Disku ie en. In den beiden Kapi-
eln we den wede Me hoden des Pe spek i wechsels, noch wei e e Me hoden zu Fö de-
ung de Kommunika ionskompe enz genu z . Die einzigen Au gaben aus dem Be eich
Kommunika ion o de n die Schüle *innen dazu au , einen Kommen a zu sch eiben. Auch
de Aus ausch mi ande en Ak eu *innen ehl .
Disku ie en
K i e ium
1
Es we den iel äl ige Me hoden zu Fö de ung de Kommuni-
ka ionskompe enz genu z .
--
K i e ium
2
Me hoden des Pe spek i wechsels we den ü kommunika i e
P ozesse genu z (z.B. Rollenspiel, Podiumsdiskussion).
--
K i e ium
3
De Aus ausch mi ande en (auße schulischen) Ak eu en
du ch ( i uelle) Begegnungen wi d angebahn .
--
143
Au G und de nich hema isie en Lebens eali ä en ande e Menschen en äll die Sensi-
bilisie ung ü diese. Die einzige Au gabe, die in Rich ung Pe spek i wechsel im Sinne des
K i e iums 2 geh , inde sich au de Doppelsei e „Wande ungsziel Eu opa“. Hie sollen
die Schüle *innen an einem Beispiel die Lebenssi ua ion on Flüch lingen in ih em Hei-
ma land besch eiben (Bie wi h e al. 2020, S.135). Welche G undlage da ü genu z we -
den soll und zu welchem Zweck dies passie , bleib o en. Hie zeig sich be ei s deu lich
eine wei e e Schwäche des Schulbuchs, da die Au gabens ellungen wede zum k i ischen
Hin e agen noch zu Selbs e lexion an egen. Da übe hinaus ehl die Anbahnung on
gesellscha lichem Engagemen im kul u ellen Be eich. Auch wenn in beiden be ach e en
Kapi eln eine Abschlusssei e zum „Kompe enzen e ne zen und übe p ü en“ au o de ,
ehl au beiden diese Sei en die Handlungskompe enz (ebd. S.147, S.263).
Re lek ie en
K i e ium
1
Schüle *innen le nen, Gemeinsamkei en und Un e schiede mi
ande en Menschen he auszua bei en.
--
K i e ium
2
Sensibilisie ung ü ande e Lebens eali ä en du ch Pe spek i -
wechsel (z.B. Lebensliniendiag amm, Rollenspiele)
--
K i e ium
3
( assis ische) Vo u eile und S e eo ype we den k i isch hin e -
ag
--
K i e ium
4
Au gaben und Ma e ialien egen zum k i ischen Hin e agen
on Quellen und Meinungen an (Dekons uk ion on Mach -
s uk u en)
--
K i e ium
5
Au gaben und Ma e ialien egen zu Selbs e lexion an
--
Engagie en
K i e ium
1
Es we den Beispiele ü Engagemen im kul u ellen gesell-
scha lichen Be eich da ges ell .
--
K i e ium
2
Fö de ung des gesellscha lichen Engagemen s im kul u ellen
Be eich du ch en sp echende Au gaben
--
Zusammen assend läss sich es hal en, dass das Te a Geog aphie Obe s u e du ch ei-
nen Mangel an kul u ellen Themen au äll . Zudem we den die behandel en Themen ein
au eine sachlichen und objek i en Ebene be ach e . Ein Pe spek i wechsel du ch die
Einbeziehung subjek i e Raumwah nehmungen ode indi iduelle Lebenssi ua ionen en -
äll dadu ch.
144
6.3.2.3 Die cke Geog aphie Obe s u e Schleswig-Hols ein
Das Schulbuch Die cke Geog aphie Obe s u e Schleswig-Hols ein is das einzige Obe -
s u enbuch, das explizi ü das Bundesland Schleswig-Hols ein und die do gel enden
Fachan o de ungen konzipie wu de.
Au insgesam 320 Sei en we den die sechs Halbjah es hemen de Ein üh ungsphase so-
wie de Quali ika ionsphase behandel . Da on sind ü diese Un e suchung insbesonde e
das Halbjah Q1 und die da in en hal enen Doppelsei en zum Thema „Mig a ion“ sowie
das Halbjah Q2 „En wicklungschancen in de Einen Wel “ ele an . Zudem gib es einige
wei e e in e essan e Doppelsei en im Halbjah es hema Q3 „Globalisie ung und Regiona-
lisie ung im Sinne de SDGs“.
Insgesam is das Schulbuch Die cke Geog aphie Obe s u e Schleswig-Hols ein hinsich -
lich de Kompe enzbe eiche, die Le np oduk e und die Auswahl de Medien seh abwechs-
lungs eich ges al e .
In Bezug au den Kompe enzbe eich G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen äll
au , dass de Beg i „Kul u “ in keinem de be ach e en Kapi el hema isie wi d. Dem-
en sp echend kann das zug undeliegende Kul u e s ändnis nich he ausgea bei e we -
den. Auch die Thema isie ung des Konzep s de T anskul u ali ä ehl demen sp echend.
Dem gegenübe s eh K i e ium 3, denn die Doppelsei e „Zeugen de deu schen Kolonial-
zei in Namibia – is die Globalisie ung eine neue Fo m des Kolonialismus?“ hema isie
die Folgen de Kolonialzei sowie den Umgang Deu schlands mi diesem Thema beispiels-
weise du ch die Umbenennung on S aßen (Junke e al. 2022, S.232 .). Hie lassen sich
Ansä ze de pos kolonialen Theo ie e kennen, auch wenn diese sowie C i ical Whi eness
nich explizi benann we den.
Eben alls posi i he o zuheben is die Da s ellung on Viel al , auch inne halb on Na io-
nals aa en ohne Ve wendung on S e eo ypen. Hie ü lassen sich iele Beispiele inden
wie die beiden Rumän*innen Da ia und I an au de Doppelsei e „Sollen Da ia und I an
ih Heima land Rumänien e lassen?“, die aus ganz un e schiedlichen G ünden übe eine
Mig a ion nach Deu schland nachdenken (ebd. S.174 .). Ein wei e es posi i es Beispiel
is die Doppelsei e „Wa um leben wi nich in „eine “ globalisie en Wel ?“, au de All ags-
si ua ionen in un e schiedlichen Raum agmen en o ges ell we den (ebd. S.192 .). Hie
wu den un e ande em zwei Pe sonen aus Indien ausgewähl , die o z gleichem Heima -
land un e schiedliche Lebensbedingungen haben. Auch au den Doppelsei en „Nai obi –
Wie können soziale Dispa i ä en e inge we den?“ wu den in de Quelle M5 zwei kon -
ä e Lebens eali ä en aus Kenia gewähl (ebd. S.202 .).
145
G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen
K i e ium
1
Kul u wi d als hyb id und indi iduell e s anden (im Sinne
de T anskul u ali ä )
/
K i e ium
2
Da s ellung on (kul u elle ) Viel al , auch inne halb on Na-
ionals aa en
++
K i e ium
3
Ansä ze pos koloniale Theo ie und/ode C i ical Whi eness
we den hema isie
+
K i e ium
4
s e eo yp eie Da s ellungen in Tex und Bild
++
Wie be ei s oben e wähn is die Medienauswahl im Die cke Geog aphie Obe s u e
Schleswig-Hols ein seh abwechslungs eich. Neben Tex en, Fo os, Diag ammen, Ka en,
G a iken und Schaubilde n en häl jedes Thema einen QR-Code mi wei e üh enden
Quellen in Fo m on In e ne sei en, Videos ode ande en Medien. Es äll alle dings au ,
dass die analogen Tex quellen au den Doppelsei en zum g oßen Teil didak isie sind. So
en häl das Kapi el Q2 beispielsweise nu d ei O iginalquellen ( gl. Tex quellen e zeichnis
in Junke e al. 2022, S. 317). Aus diesem G und sind auch keine nich -wes lichen Quellen
zu inden, auch wenn die Sich weisen de Bewohne *innen de jeweiligen Beispiel egionen
in didak isie e Fo m in eg ie sind.
Wenngleich die zusä zlichen In o ma ionen du ch die Einbe ung on QR-Codes eine wei-
e üh ende Reche che du ch die Schüle *innen anbahnen, wi d diese au den be ach e-
en Sei en nich du ch eine explizi e Au gabens ellung ode eine genaue e Anlei ung ge-
ö de . Dahingegen gib es di e se Me hoden wie beispielsweise die Denkhü e nach de
Bono zu Mig a ion aus Rumänien (ebd. S.174 .), welche eine meh pe spek i ische Aus-
einande se zung mi den S uk u en und P ozessen ö de n.
Reche chie en & Analysie en
K i e ium
1
Ve wendung iel äl ige (au hen ische ) Medien als Quellen
+
K i e ium
2
Nich -Wes liche Sich weisen bzw. Quellen we den in eg ie
-
K i e ium
3
Die Schüle *innen we den zu eigens ändige Reche che ange-
lei e
o
K i e ium
4
S uk u en und P ozesse we den meh pe spek i isch be ach-
e und k i isch hin e ag
+
146
Die be ei s genann e Viel al de Me hoden und Le np oduk e zeig sich auch im Kompe-
enzbe eich Disku ie en. Gelungene Beispiele da ü sind das Füh en eines In e iews zu
amiliä en He kun (Junke e al. 2022, S.171), die Ve wendung des A gumen a ionsmo-
dells on Toulmin au den Doppelsei en „Be ölke ungswachs um – die Wel an de G enze
de T ag ähigkei ? Das Fallbeispiel Uganda“ (ebd. S. 194 .) ode die Ve wendung eine
A gumen a ionswippe zu Diskussion de F ages ellung „En wicklung du ch Inno a ion –
Ho nung du ch S a -ups aus A ika?“ (ebd. S.214 .).
Auch wenn iele Me hoden genu z we den, um die Diskussions ähigkei de Schüle *in-
nen zu e besse n, inde dies meis au de sch i lichen Ebene s a . Zudem we den keine
Me hoden des Pe spek i wechsels im Sinne eines Rollenspiels ode Ähnlichem zu kul u-
ellen Themen genu z .
Posi i he o zuheben is alle dings, dass an meh e en S ellen de Aus ausch mi auße -
schulischen Ak eu *innen angebahn wi d, sei es du ch das be ei s e wähn e In e iew mi
Familienmi gliede n (ebd. S.171) ode du ch die Au gabens ellung „Nehmen Sie zu Kon-
ak zu eine ge lüch e en Pe son au , die Ihnen ih e E ah ungen schilde n kann“ (ebd.
S.177).
Disku ie en
K i e ium
1
Es we den iel äl ige Me hoden zu Fö de ung de Kommuni-
ka ionskompe enz genu z .
++
K i e ium
2
Me hoden des Pe spek i wechsels we den ü kommunika i e
P ozesse genu z (z.B. Rollenspiel, Podiumsdiskussion).
--
K i e ium
3
De Aus ausch mi ande en (auße schulischen) Ak eu en
du ch ( i uelle) Begegnungen wi d angebahn .
++
Hie zeig sich be ei s, dass de Pe spek i wechsel gene ell ein wich iges Thema des
Schulbuchs Die cke Geog aphie Obe s u e Schleswig-Hols ein is .
An ielen S ellen le nen die Schüle *innen, Gemeinsamkei en und Un e schiede mi an-
de en Menschen he auszua bei en und we den dabei ü ande e Lebens eali ä en sensi-
bilisie . Da ü wi d zum Beispiel das Lebensliniendiag am e wende , so zum Beispiel au
de Doppelsei e „Wo komme ich he ? Wo will ich hin?“ (Junke e al. 2022, S.170 .) und
au de Doppelsei e „Von A ghanis an nach Schleswig-Hols ein – wie konn e sich Moham-
med Negahi seinen T aum eines siche en und eien Lebens e üllen?“ (ebd. S.176 .).
Des Wei e en nu z das Schulbuch au beinahe jede Sei e eine ode meh e e, namen lich
o ges ell e Pe sonen, die du ch das Thema üh en. Du ch diese A de Einbe ung is ein
Pe spek i wechsel und dami auch das Kennenle nen ande e Lebens eali ä en deu lich
ein ache . Un e s ü z wi d dies auch in den Au gabens ellungen, welche häu ig Fo mulie-
ungen e wenden wie „aus de Sich on William Juna“ (ebd. S.217), „aus de Pe spek i e
147
de Einwohne /-innen on La O oya“ (ebd. S.209) ode „Ve se zen Sie sich in die Lage de
B üde Nguyen“ (ebd. S.179).
In diesem Zuge we den die Schüle *innen auch zu Selbs e lexion ange eg . Au den Dop-
pelsei en „Be ölke ungswachs um – die Wel an de G enze de T ag ähigkei ? Das Fall-
beispiel Uganda“ sollen beispielsweise die eigenen Lebensums ände mi denen de eige-
nen El e n und G oßel e n e glichen we den (ebd. S.197).
Im Gegensa z dazu ehl au den be ach e en Sei en de k i ische Blick sowohl au o -
he schende S e eo yp als auch au Quellen und Meinungen. De einzige Ansa z eine
Dekons uk ion on Mach s uk u en zeig sich in de Rede on D . Paula Seemann au
den Doppelsei en „P ojek : Wie kann En wicklungszusammena bei gelingen?“, indem das
„al e Bild de gönne ha en Gebe lände “ k i isch be ach e wi d (ebd. S.222 .).
Re lek ie en
K i e ium
1
Schüle *innen le nen, Gemeinsamkei en und Un e schiede mi
ande en Menschen he auszua bei en.
++
K i e ium
2
Sensibilisie ung ü ande e Lebens eali ä en du ch Pe spek i -
wechsel (z.B. Lebensliniendiag amm, Rollenspiele)
++
K i e ium
3
( assis ische) Vo u eile und S e eo ype we den k i isch hin e -
ag
--
K i e ium
4
Au gaben und Ma e ialien egen zum k i ischen Hin e agen
on Quellen und Meinungen an (Dekons uk ion on Mach -
s uk u en)
-
K i e ium
5
Au gaben und Ma e ialien egen zu Selbs e lexion an
+
De le z e Kompe enzbe eich Engagie en wi d eben alls im Die cke Geog aphie Obe s u e
Schleswig-Hols ein ge ö de . Zwa we den keine P ojek e o ges ell , die explizi den kul-
u ellen gesellscha lichen Be eich be e en, dennoch we den die Schüle *innen au den
oben genann en Doppelsei en zu En wicklungszusammena bei dazu au ge o de , übe
das Po al „Bildung i En wicklung“ Kon ak mi eine Pe son aus einem Land des „Glo-
balen Südens“ au zunehmen und eine Möglichkei zu inden, die Region zu un e s ü zen
(Junke e al. 2022, S.225).
Auch zum Themenbe eich Mig a ion sollen Ideen gesammel we den, wie eine noch bes-
se e In eg a ion im Heima o e möglich we den kann und im Anschluss soll die konk e e
Umse zung eine diese Ideen mi hil e de SMART-Me hode geplan we den (ebd. S.177).
148
Engagie en
K i e ium
1
Es we den Beispiele ü Engagemen im kul u ellen gesell-
scha lichen Be eich da ges ell .
--
K i e ium
2
Fö de ung des gesellscha lichen Engagemen s im kul u ellen
Be eich du ch en sp echende Au gaben
++
Zusammen assend läss sich es s ellen, dass das Schulbuch Die cke Geog aphie Obe -
s u e Schleswig-Hols ein in ielen Be eichen einen Bei ag zum anskul u ellen und as-
sismusk i ischen Le nen leis en kann. Besonde e S ä ken zeigen sich in den Be eichen
Bewuss sein & Fachwissen, Disku ie en und Re lek ie en. Dies lieg o allem da an, dass
die Themen alle pe sonenbezogen au be ei e wu den, sodass ein Pe spek i wechsel au
nahezu jede Sei e möglich und gewünsch is . Auch die Einbe ung iel äl ige (digi ale )
Medien sowie eine g oßen Bandb ei e an Me hoden scha iele Möglichkei en, die no -
wendigen Kompe enzen zu ö de n.
6.3.3 Wo s -P ac ice-Beispiele
Neben de Analyse de Schulbüche des Bundeslandes Schleswig-Hols ein wu den bei
de Sich ung ak uelle Schulbüche alle Bundeslände (E scheinungsjah ab 2020) Bei-
spiele ü eine besonde s ungeeigne e Umse zung kul u elle Themen ge unden. Diese
Doppelsei en sollen an diese S elle o ges ell und anhand de au ges ell en K i e ien un-
e such we den. Dabei we den nich alle K i e ien aus üh lich analysie , sonde n ein
Schwe punk au die besonde s au allenden Kompe enzbe eiche und de en K i e ien ge-
leg .
6.3.3.1 Die cke E dkunde NRW Band 3
Als e s es besonde s ungeeigne es Beispiel allen die Einlei ungssei en des e s en Kapi-
els mi dem Ti el „Eine Wel – ungleiche En wicklung“ des Schulbuchs „Die cke E dkunde
No d hein-Wes alen Band 3 – di e enzie e Ausgabe“ ü die Jah gangss u en 9 und 10
aus dem Jah 2021 au .
Das Kapi el e ö ne mi einem g oßen Fo o, welches die Begegnung eine F aueng uppe
aus Namibia mi eine deu schen Tou is *inneng uppe da s ell .
149
Abbildung 17: Doppelsei e “Eine Wel – ungleiche En wicklung“ (Bah e al.
2021, S.6 .).
P oblema isch is hie bei zum einen die bildliche Da s ellung on S e eo ypen: die eichen,
al en, weißen Tou is *innen au de einen Sei e und die a men, adi ionell gekleide en
schwa zen F auen au de ande en Sei e. Ve s ä k wi d dieses Ungleichgewich du ch die
Gesich sausd ücke und Kö pe hal ungen de namibischen F auen, insbesonde e de o -
de en F au.
E gänz wi d das Fo o du ch den Tex :
„F auen im Do Lizauli in Namibia (A ika) beg üßen deu sche Tou is en nach ih e
Vo üh ung adi ionelle Tänze und Gesänge. Die Lebens e häl nisse in Namibia
und Deu schland un e scheiden sich. Ve mu e, welche Un e schiede es geben
könn e“ (ebd. S.6).
Diese Au gabens ellung üh zu eine Ve s ä kung de da ges ell en Vo u eile, denn die
Schüle *innen we den du ch das da ges ell e Fo o be ei s in eine bes imm e Rich ung ge-
lenk . Ans a eine di e enzie e Be ach ung de Dispa i ä en du ch iel äl iges Ma e ial
anzu egen, wi d hie au die Rep oduk ion de inszenie en S e eo ype abgeziel . So läss
sich mi Blick au die K i e ien des Kompe enzbe eichs „G undlegendes Bewuss sein und
Fachwissen“ es s ellen, dass insbesonde e die K i e ien 3 und 4 als ungenügend bezeich-
ne we den müssen. S a zu C i ical Whi eness anzu egen ode Ansä ze pos koloniale
150
Theo ie zu in eg ie en, we den au diese Doppelsei e S e eo ype in Tex und o allem im
Bild da ges ell .
G undlegendes Bewuss sein und Fachwissen
K i e ium
1
Kul u wi d als hyb id und indi iduell e s anden (im Sinne
de T anskul u ali ä )
/
K i e ium
2
Da s ellung on (kul u elle ) Viel al , auch inne halb on Na-
ionals aa en
--
K i e ium
3
Ansä ze pos koloniale Theo ie und/ode C i ical Whi eness
we den hema isie
--
K i e ium
4
s e eo yp eie Da s ellungen in Tex und Bild
--
Auch im wei e en Ve lau des Kapi els lassen sich diese De izi e wiede inden. Neben de
du chgehenden Ve wendung de Beg i e En wicklungslände und Indus ielände sind o
allem die bildlichen Da s ellungen seh pauschal und e s ä ken S e eo ype und Vo u -
eile, ans a diese au zulösen. Ein Beispiel da ü sind die Quellen M3 und M5, welche die
un e schiedlichen A bei sbedingungen in En wicklungs- und Indus ielände n da s ellen
sollen.
Abbildung 18: A bei sbedingungen im Ve gleich (Bah e al. 2021, S. 11)
Du ch die Da s ellung zweie Kinde , welche au dem Boden si zend a bei en, sowie die
Gegenübe s ellung diese A bei sbedingungen mi einem hoch echnisie en A bei spla z
wi d die Reali ä e allgemeine und so ein o u eilsbeha e es Bild de Schüle *innen
on den globalen Dispa i ä en e zeug beziehungsweise e s ä k .
151
Gleiches gil ü die Quellen M1 und M3 zum Thema E näh ung, welche abgemage e,
au ig guckende Kinde in Indien mi eine lächelnden deu schen F au mi ollem Ein-
kau swagen gegenübe s ellen.
Abbildung 19: E näh ungssi ua ion au de E de (Bah e al. 2021, S.12).
Diese einsei ige Da s ellung läss sich auch im Kompe enzbe eich „Reche chie en und
Analysie en“ es s ellen. Das „Die cke E dkunde NRW Band 3“ a bei e iel mi didak isie -
em Ma e ial. Neben dem Fehlen nich -wes liche Quellen äll besonde s au , dass die
Au gabens ellungen haup sächlich desk ip i e Na u sind. So sollen die Schüle *innen au
de Doppelsei e „E näh ungssi ua ion au de E de“ diese mi Hil e on Ka en und In o-
Käs en zu e schiedenen Kinde n besch eiben und die Un e schiede he ausa bei en. Eine
U sachen o schung ode eine k i ische Be ach ung de zug undeliegenden S uk u en
und P ozesse wi d hingegen nich angebahn (ebd. S.12). S a dessen sind auch die Au -
gabens ellungen an ielen S ellen e allgemeine nd, so zum Beispiel die Au gabe: „Be-
sch eibe die Lebensbedingungen in En wicklungslände n“ (ebd. S. 10). Ans a Viel al in-
ne halb on Na ionals aa en da zus ellen, wie es das anskul u elle und assismusk i i-
sche Le nen o de , we den hie nich nu ganze S aa en, sonde n gleich eine ganze
G uppe on S aa en übe einen Kamm gesche .
Auch die gewähl en Reche che-Au äge sind ehe obe lächliche Na u . So s eh au de
Doppelsei e „Me kmale des En wicklungss andes – Lesen und Sch eiben“ die Au gabe:
„Auch in eichen Indus ielände n gib es Analphabe en (E s aunlich). Reche chie e
G ünde da ü “ (ebd. S.14).
254
255
256
257
258
259
260
261
262
Anhang 2: Gesam übe sich übe das empi ische Ma e ial
Abkü zung
Typ
Dokumen a ion
No iz
CA
Cu iculums-Analyse
Sch i liche Auswe -
ung
/
SBA
Schulbuch-Analyse
Sch i liche Auswe -
ung
/
T1
Expe en-In e iew
Au nahmege ä
(T ansk ip )
Daue : 30 min
U
Quan i a i e Um age
Sch i liche Auswe -
ung (Excel)
N= 30
T2
Fokusg uppen-In e -
iew
Au nahmege ä
(T ansk ip )
Daue : 60 min
T3
Fokusg uppen-In e -
iew
Gedäch nisp o okoll
Daue : 47 min
T4
Fokusg uppen-In e -
iew
Au nahmege ä
(T ansk ip )
Daue : 45 min
263
Anhang 3: Codes und Subcodes (nach Ka ego ie)
Ak uelle S ellenwe des anskul u ellen und assismusk i ischen Le nens (TRL)
TRL1: Ak uelles Zei geschehen und (gesell-
scha liche) Rele anz
- Wahle olge ech spopulis ische Pa -
eien (2)
- Schüle aus demok a ie e nen Haus-
hal en (1)
- Viele Schüle mi Mig a ionshin e -
g und (2)
- Di e si ä als No mal all (5)
- Ak uelle Beschä igung dami (3)
- Implizi be ücksich ig (4)
TRL2: De neue Kul u beg i & die Rele anz
on Rassismus
- Rassismus o men und be eilig e Ak-
eu e (3)
- Mul ikul u elle/ mul ie hnische Ge-
sellscha /in e kul u elle Ansä ze (3)
- P ozess de E kenn nis übe eigene
kul u elle Iden i ä (1)
- Kul u als indi iduell (1)
- G enzen de T anskul u ali ä (2)
- Abkeh on Ka ego ien (2)
- F ühe e De izi e (5)
- Gemeinsamkei „Menschsein“ (4)
- We eo ien ie ung (3)
- Demok a iebildung (2)
TRL3: Pos koloniale Theo ie
- Kolonialzei / Kolonialismus (6)
- Eu ozen isches Wel bild (1)
- Ein eilung de Wel is übe hol (2)
WT4: Rolle de Bildungs-Ak eu *innen & C i-
ical Whi eness
- Akademische/ in ellek uelle Blase (5)
- Didak ike -Roman ik/ e klä e Sich -
weise (3)
- Weiße Pe spek i e / Weiße Mann (5)
- Wenig Viel al in den Au o *innen-
Teams (2)
- Wes liche/ eu opäische Pe spek i e
(3)
- Ande e Denkmus e auße halb Eu o-
pas (3)
Ve anke ung de Konzep e und Chancen (=S eng hs & Oppo uni ies) (SO)
SO1: Me hodische und achdidak ische An-
sä ze
- Me hoden iel al de Geog aphie/
TTG (3)
- Lebensliniendiag amm (4)
- Pe spek i wechsel/ Gemeinsamkei en
& Un e schiede (6)
- Re lexion ö de n (3)
- Raumkonzep e (1)
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11 Eidess a liche E klä ung
Hie mi e siche e ich eidess a lich,
(1) dass die o liegende Abhandlung – abgesehen on den Be a ungen meines
E s be eue s – nach Inhal und Fo m meine eigene A bei is ,
(2) dass die o liegende Abhandlung wede als Ganzes noch in Teilen an ande e
S elle im Rahmen eines P ü ungs e ah ens o lag, e ö en lich wu de ode zu
Ve ö en lichung einge eich wu de,
(3) dass die o liegende Abhandlung un e Einhal ung de Regeln gu e wissen-
scha liche P axis de Deu schen Fo schungsgemeinscha en s and und
(4) dass mi noch nie ein akademische G ad en zogen wu de.
30.09.2024
Da um, Un e sch i