| 189
Hayk Ma i osyan
Aus Schuschi nach Deu schland: A menische
S uden en an den deu schen Uni e si ä en am
Ende des 19. und am An ang des 20. Jh.
Abs ac
In he 1820s, missiona ies om Basel se led in he ci y o Shushi in A sakh and ini ia ed a ange o
ac i i ies, including he es ablishmen o a school and a p in ing house. The school o he Diocese, es-
ablished in 1838, was one o he impo an impulses o make he educa ional li e mo e ac i e in Shushi.
And i seems like he seconda y school (Realschule) in 1880 came o inalize he educa ional ini ia i es
in
Shushi du ing he 19 h cen u y. Among o he subjec s, Ge man was also augh in hese ins i u ions,
which con ibu ed o he g owing in e es owa ds Ge man language and Ge man uni e si ies h ough
he decades. As a consequence, s a ing om 1887, he e was an in lux o A menian s uden s om
Shushi o Ge man uni e si ies. Ini ially, hey we e mainly choosing Leipzig, la e hey also se led in
Be lin, Jena, Halle, Munich, Heidelbe g, Da ms ad , and in o he Ge man ci ies. The e we e also women
among hese s uden s, which also indica es he high quali y o educa ion o women in Shushi. This was
a ela i ely new phenomenon in bo h A menian and Eu opean eali y. In a qua e o a cen u y, mo e han
o y- i e s uden s om Shushi ecei ed a uni e si y educa ion in Ge many. Some o hem la e comple-
ed hei doc o al heses a hei uni e si ies. Re u ning o hei homeland, hese young educa ed people
became eache s and lec u e s bo h a schools and a highe educa ional ins i u ions in Shushi.
Zu Beginn des 19. Jah hunde s p äg en wechsel olle poli ische E eignisse die Region A -
zach, die mi dem 1913 un e zeichne en Ve ag on Gülis an un e die He scha des Russ-
ländischen Kaise eichs gekommen wa . Fü das Bildungs- und Kul u leben bedeu e e dies
einen beme kenswe en Au schwung, in dem e wa ein Jah zehn spä e auch die deu sch-
sp achigen K eise eine wich ige Rolle spiel en.
De A ikel geh einem zen alen Aspek des ace en eichen Kul u lebens de Region
nach, dem S udium junge A menie innen und A menie , die aus Schuschi, dem damals
wich igs en Bildungszen um in A zach, nach Deu schland gingen. Vom Ende des 19. Jah -
Kiel-UP • h ps://doi.o g/10.38072/978-3-928794-95-4/p9
190 | Das kul u elle E be on A zach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը
hunde s bis zum Beginn des E s en Wel k iegs iss die Zahl diese S uden en1 an den enom-
mie es en Uni e si ä en Deu schlands nich meh ab. Welche Hochschulen sie be o zug en,
was
sie s udie en und wie sie sich dem Leben im Ausland anpassen konn en, wi d im
Folgenden nähe e läu e .
1. De Einzug de deu schen Sp ache in A zach
Ein wich ige Impuls, de das Bildungs- und Kul u leben in A zach an eg e, abe auch das
In e esse de A menie an de deu schen Sp ache und am S udium an deu schsp achigen Uni-
e si ä en weck e, ging on de Tä igkei de e angelischen Mission in Schushi aus. Nachdem
die Basle Mission 1822 im Russländischen Reich be ei s Fuß assen konn e, e wei e e sie mi
E laubnis de za is ischen Regie ung ih en Wi kungsbe eich auch au »den Lands ich Ka a-
bagh« und Schuschi. Do gab es zu diese Zei , so Basle Missiona e, »[...] 500 a menische
Familien, ün Ki chen mi zwöl P ies e n, im ganzen Ka abagh wa eine s a ke a menische
Be ölke ung, auch lagen die Haup si ze de a mensichen Ki che nich allzuwei en e n «.
2
De neue Tä igkei so wa du chaus e olg eich gewähl : Un e den A menie n in de S ad
und in ih e Umgebung konn e man die Ve b ei ung e angelische Ideen gu o an eiben.
Diese Ideen konn en dann auch un e de muslimischen Be ölke ung in de Region gep edig
we den, zudem bo die Nähe zu pe sischen G enze wei e e Ve b ei ungsmöglichkei en an.
Am 29. Janua 1825 g ünde en die Basle Missiona e in Schuschi eine a menische Schu-
le, die maßgeblich zu de wei e en E izienz ih e Tä igkei bei ug. 1829 ha e diese Schule
be ei s 40 Schüle , im Jah 1833 be ug ih e Zahl soga 130. 1828 olg e die G ündung de
e s en D ucke ei3 in A zach, in de bis 1831 eine Reihe on wich igen sp ach- und eligions-
wissenscha lichen We ken e ö en lich wu de. Un e diesen Büche n anden sich bei-
spielsweise eine 14-sei ige Sammlung einzelne Ko ans ellen in a abische Sp ache, meh e e
au A abisch wie Al - und Neua menisch he ausgegebene Sch i en mi Passagen aus dem
Al en Tes amen , mi P edig en, biblischen Geschich en und Gesp ächen übe Religion, abe
auch eine 130-sei ige G amma ik de a menischen Sp ache.4
1
Neben den jungen A menie n s udie en auch einige F auen aus Schuschi an eu opäischen Hochschulen. Da sie im
A ikel gesonde e wähn we den, wi d ansons en die Rede – on einigen allgemeinen Besch eibungen einmal ab-
gesehen – in de Regel on S uden en und nich e w
a on S udie enden sein.
2
Schla e (1916), 101.
3 Gaze (2021), 43.
4
Die he ausgegebenen Büche nach dem O iginal: 1. Eine Sammlung einzelne Ko ans ellen, zu Wide legung des
Islams, 1828, 14 Sei en (A abisch); 2. Biblische Geschich en in F agen und An wo en, 1828, 44 Sei en (Neua menisch);
3. Die Be gp edig , 1828, 15 Sei en (Neua menisch); 4. A menische G amma ik, 1829, 130 Sei en (Neua menisch); 5.
Biblisches Sp uchbuch, 1829, 184 Sei en (Al - und Neua menisch, 2000 Exempla e); 6. His o ische Auszüge aus dem
Al en Tes amen ü Schulen, 1829, 218 Sei en (Neua menisch, 700 Exempla e); 7. D ei Gesp äche übe die wah e
Religion und die E lösung du ch Ch is en um, 1830, 54 Sei en, (Neua menisch, 400 Exempla e); 8. Die K a des E an-
geliums, ode E zählung on einem Nege skla en [sic!], welche du ch den Glauben an Ch is us selig wu de, 1830,
Ma i osyan: Aus Schuschi nach Deu schland | 191
Be ei s in den 1830e Jah en muss e die Basle Mission zue s Schuschi, dann insgesam
das Te i o ium des Russländischen Reichs zwa e lassen. Die Samen ih e pädagogischen
und publizis ischen Tä igkei wa en abe nich nu gesä , sonde n ugen schon bald F üch-
e. Das wachsende In e esse junge A menie an de deu schen Sp ache wa ein sp echende
Beleg da ü . Hie spiel e neben de P äsenz de Basle Missiona e auch die Ta sache eine
Rolle, dass die e s e Gene a ion a menische S uden en be ei s in den 1830e Jah en an
de deu schsp achigen Uni e si ä Do pa 5 s udie ha e und sei he das S udium an eine
deu schen Uni e si ä p opagie e. Schließlich wa die E ö nung eine Diözesanschule in
Schuschi im Jah 1838 sowie eine Biblio hek ein zusä zliche Anspo n ü das Au blühen
des Bildungslebens in A zach.6 All diese Fak o en ugen dazu bei, dass eine be äch liche
Zahl de S uden en aus A zach und insbesonde e aus Schuschi in den olgenden Jah zehn-
en ih e Ausbildung an deu schen Uni e si ä en o se z e.
Begüns ig wu de das Auslandss udium ab de zwei en Häl e des 19. Jah hunde s da-
du ch, dass Deu sch sich als Un e ich s ach imme meh an a menischen Leh ans al en
e ablie e.7 Nich zule z wa de G ündung eine wei e en Realschule in Schuschi im Jah
1880 zu e danken, dass diese S ad bei de Zahl de in Deu schland ausgebilde en a me-
nischen S uden en hin e Ti lis und Baku an d i e S elle au a . Angeme k sei an diese
S elle, dass nich nu deu sche, sonde n auch schweize ische Hochschulen ein wich iges Bil-
dungsziel ü S udie ende aus Schuschi wa en. An de Uni e si ä Zü ich wa en mindes ens
el S uden en und zwei S uden innen aus Schuschi imma ikulie , einzelne a menische
S udie ende gab es auch in Gen und Be n.8
2. Die e s en S uden en aus Schuschi in Deu schland
Wie aus s a is ischen E hebungen e sich lich, be o zug en a menische S uden en aus Ti lis,
Baku und ande en S äd en des Russländischen Reiches sowie aus Pe sien in de Regel deu -
sche und schweize ische Hochschulen, wäh end diejenigen aus dem Osmanischen Reich
haup sächlich nach F ank eich gingen. Den Angaben des ›Ve eins de A menischen S uden-
en Eu opas‹ zu olge wa en im Win e semes e 1898–1899 on insgesam 130 a menischen
47 Sei en, (Neua menisch, 5000 Exempla e), Ku ze P ü ung des ch is lichen Glaubens und de mohammedanischen
Religion, 1831, 271 Sei en (Neua menisch, 2000 Exempla e). Vgl. Schla e (1916), 102 . [Anme kung d. H sg.: Meh zu
genann en und wei e en Publika ionen mi ih en olls ändig übe se z en Buch i eln siehe Manoukian (2021), 74–76].
5
Die heu ige S ad Ta u in Es land.
6
Hakobyan/Meliq-Bachschyan/Ba seghyan (1998), 161.
7
Ende des 19. Jah hunde s en s anden hie zwei wei e e D ucke eien sowie wei e e Schulen.
8
Manie o (2020), 93.
192 | Das kul u elle E be on A zach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը
S udie enden
9
in e schiedenen eu opäischen S äd en 61 an den Uni e si ä en in Deu sch-
land imma ikulie , 13 on ihnen s amm en aus Schuschi.
10
Bis zum Ausb uch des e s en
Wel k iegs s ieg ih e Zahl wei e an, sodass im beobach e en Zei aum e wa ie einhalb Du -
zend junge A menie aus Schuschi in Deu schland imma ikulie wa en.
11
Die e s en S uden en wähl en – on wenigen Ausnahmen einmal abgesehen – Leipzig
als S udieno aus, was un e ande em mi de Tä igkei des ›A menisch-Akademischen Ve -
eins zu Leipzig‹, eine e s en Anlau s elle ü angehende S uden en, zusammenhing. Eine
de e s en S uden en aus Schuschi, de in diese S ad Philosophie s udie e, wa Gab iel
Ka ianz, ein Mi glied de a menisch-apos olischen Ki che.12 Ihm olg en einige Jah e spä e
Le on A abeko (Philosophie), Le on Babajanz (Philosophie) und ab 1888 A schak Te -
Mikeljan (Theologie). De Le z e e ging mi inanzielle Un e s ü zung seines Onkels, des
Obe o izie s Alexande Melik-Haykasian zum Theologies udium nach Leipzig, spä e se z e
e sein S udium mi einem S ipendium de a menischen Ki che in S . Pe e sbu g an de
Uni e si ä Jena o .13 Te -Mikeljan s a b jedoch nach knapp einem Jah zehn nach seinem
Abschluss. Übe seinen Tod be ich e e de Deu sche Me ku , das Bla de deu schen ka ho-
lischen K eise, in de Ausgabe om 21. Ok obe 1901, das gleichzei ig eine Lis e on Te -Mi-
keljans We ken und A ikeln au A menisch und Deu sch e ö en lich e.14
Zwa wa en die e s en – und die meis en – S uden en aus Schuschi Männe , doch auch
einige F auen aus diese S ad anden ih en Weg an eine eu opäische Uni e si ä . In den
1860e Jah en ha en die Hochschulen in de Schweiz be ei s ih e To e ü F auen e ö ne ,
wäh end ihnen de Zugang zu den deu schen Hochschulen bis zum An ang des 20. Jah -
hunde s e weh blieb; möglich wa nu de Besuch on Vo lesungen als Gas hö e in.
Viele A menie innen nu z en diese Gelegenhei dennoch aus: So besuch e beispielsweise
Sa a Jusbaschian als Gas hö e in Vo lesungen in Philosophie und Pädagogik in Jena.15 Zi-
naida Melik-Schah-Naza ianz16 und Schushanik Naba ianz17 ha en soga Medizin jeweils
in Gießen und Be lin s udie en können. Übe ih en spä e en be u lichen We degang sind
zwa nu spä liche In o ma ionen o handen, dennoch wa die P äsenz de S uden innen
aus Schuschi an eu opäischen Hochschulen eine beme kenswe e En wicklung.
9
Ge o g Melik-Ka agyozyan wa sich in seine A bei as siche , dass, wenn die Angaben des ›Ve eins de A meni-
schen S uden en Eu opas‹ zu Deu schland zu e lässig sein könn en, die zahlenmäßigen Angaben de a menischen
S uden en in de Schweiz und noch meh in F ank eich alsch wa en. Meliq-Ka agösyan (1901), 38 .
10
Ebd., 40–43.
11
Obwohl sie übe wiegend on Schuschi selbs abs ammen, gab es ein
ige S udie enden, die nich in Schuschi gebo en
wu den, sonde n Schüle lokale Bildungsein ich ungen wa en.
12
Bleche (2010).
13
Manie o (2020), 123.
14
Deu sche Me ku (1901), 82.
15 Gesamm uni e si ä Jena (1892–1917).
16
Pe sonenbes and de Hessischen Ludwigs-Uni e si ä zu Gießen (1837–1916).
17
Hel ens ein-Tschudi Ul ich (2022).
Ma i osyan: Aus Schuschi nach Deu schland | 193
3. Die Be u swahl de S uden en aus Schuschi
Wie An angs be ei s angeme k , gab es im beobach e en Zei aum e wa sechs Du zend a -
menische S uden en aus Schuschi an den Hochschulen in Deu schland und in de Schweiz.
Diese Zahl soll e in Rela ion mi de Anwohne zahl de S ad Schuschi be ach e we den: In
den 1890e Jah en leb en do meh als 33.000 Menschen, da on wa en meh als 20.000 A -
menie .
18
Ungeach e de demog a ischen En wicklung in den nächs en zwei Jah zehn en is
allein die Ta sache, dass inne halb on einem Vie eljah hunde übe 70 S uden en aus diese
S ad im Ausland s udie ha en, meh als beme kenswe . Nich zule z wa diese En wick-
lung de Exis enz de Diözesan- und Realschulen in Schuschi, abe auch dem hohen Ni eau
des Deu schun e ich s sowie de Quali ika ion de do un e ich enden Leh e geschulde .
Wie aus Ma ikelbüche n e sich lich s udie en die meis en S uden en aus Schuschi
Medizin (18 Pe sonen) und Philosophie (13 Pe sonen),19 sieben wei e e S uden en ha en
Chemie gewähl , in ande en Fäche n wie Ju a, Landwi scha , Theologie, Elek o echnik,
Linguis ik e c. s udie en maximal je d ei Pe sonen. De e olg eiche Abschluss des S u-
diums blieb ü iele S uden en aus Schuschi nich de le z e eduka i e Sch i . Einige on
ihnen se z en ih e Ausbildung in Deu schland o und wu den e olg eich p omo ie . Zu
ihnen gehö e Le on A abegian, de in Schuschi gebo en und an de do igen Realschule
ausgebilde wu de. Nach dem Medizins udium in Be lin, Zü ich und Heidelbe g wu de e
im Jah 1904 in Leipzig mi eine Disse a ion zum Thema Übe die Lage de Achillessehne
bei e schiedenen Fusss ellungen und bei Kon ak ion de Wadenmuskula u p omo ie .20
Fas zei gleich wu de A sen Cha scha u janz in Halle zum Thema Pe ios i is yphosa im Fach
Medizin p omo ie .21 Ein wei e e S uden aus Schuschi, A schak Johannessianz e eidig-
e seine Disse a ion wäh end des E s en Wel k iegs (1916) eben alls in Halle zum Thema
Spina bi ida.22
Eine de bekann es en Namen un e den in Deu schland p omo ie en A menie n wa
A ashes Abeghyan. Nach dem S udium de Philosophie und Theologie in Ma bu g, Leipzig
und Be lin schloss e 1906 seine Disse a ion zum Thema Vo agen zu En s ehung de
al a menischen Bibelübe se zungen23 in Ma bu g e olg eich ab. Zwa s amm e Abeghyan
nich aus Schuschi, sonde n aus Nachi schewan, das damals meh hei lich on A menie n
bewohn wa , e hiel abe seine G undschulbildung in de Diözesanschule in Schuschi.
Nach dem S udium keh e Abeghyan zu ück und leh e einige Zei lang an a menischen
18
Genaue e Angaben de S ad Schuschi om Jah 1895 wa en wie olg : 33.252 Einwohne , da on 20.584 A menie . So
Hakobyan/Meliq-Bachschyan/Ba seghyan (1998), 161.
19
Die g oße Zahl de S udie enden in de Philosophischen Fakul ä is auch da au zu ückzu üh en, dass hie
manchmal ande e Rich ungen au genommen wu den, wie z. B. Poli ologie und Pädagogik.
20
Manie o (2020), 419
.
21
Gaze (2021), 43
.
22
Johannessianz (1916).
23
Manie o (20
20), 419.
194 | Das kul u elle E be on A zach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը
Leh ans al en, be o e ku z nach dem E s en Wel k ieg wiede nach Deu schland ging und
do seine akademische Ka ie e o se z e. Insgesam läss sich es s ellen, dass die meis en
S uden en nach dem S udium zu ück in ih e Heima gingen und an den do igen Schulen
un e ich e en. Einige wie A asches Abegyan in München und Hayk Gulikewschianz in
Je ewan konn en au eine e olg eiche akademische Lau bahn zu ückblicken.
4. Be o zug e S udieno e de S uden en aus
Schuschi in Deu schland
Wäh end sich die S udie enden aus Schuschi in de Schweiz haup sächlich in Zü ich au -
hiel en, ha en sie in Deu schland meh e e be o zug e S udieno e. Die zwischenuni e si-
ä e Fluk ua ion, die in Deu schland keine Sel enhei wa , mach eine genaue E hebung de
S udieno e zwa schwie ig. Dennoch is es möglich, einen Übe blick da übe zu gewinnen,
welche S äd e die S uden en aus Schuschi a o isie en. Die Lis e üh , wie oben be ei s
e wähn , die Uni e si ä in Leipzig an. Meh als 20 a menische S uden innen und S uden-
en ha en do en wede einige Semes e s udie ode ih en Uni e si ä sabschluss e lang ,
A asches Abeghyan und Hayk Gulikewschianz schlossen ih S udium wie be ei s e wähn
mi P omo ion ab. Belieb wa en des Wei e en die Uni e si ä en in Be lin (14), Jena (11) und
Halle (8), ge olg on den Hochschulen in Heidelbe g (5), München (5), F eibu g (4) und
Da ms ad (4). In den Uni e si ä en in Tübingen, S aßbu g und Gießen wa jeweils nu ein
S uden aus Schuschi imma ikulie .
24
Wie oben be ei s angeme k , spiel e die Exis enz des ›A menisch-Akademischen Ve eins
zu Leipzig‹ eine wich ige Rolle dabei, dass Leipzig sich als Zen um a menische S uden en
e ablie en konn e. Diesem Ve ein wa eine gleichnamige O ganisa ion o ausgegangen, die
1885 geg ünde , nach zwei Jah en alle dings wiede au gelös wu de. Im Win e semes e
1892/93 wu de dann de ›A menisch-Akademische Ve ein zu Leipzig‹ geg ünde , de die
einzige on dem Uni e si ä ssena ane kann e O ganisa ion de A menie in Deu schland
wa und bis 1913 exis ie e. Die genann en Ve eine se z en sich sa zungsgemäß das Ziel, den
neu ange eis en Kommili onen bei de Akkul u a ion in de unbekann en Umgebung, beim
S udium, ja selbs bei inanziellen Schwie igkei en ielsei ige Hil e zu leis en. Zu den ak i-
en Mi gliede n diese Ve einigung gehö en un e ande em Eznik Giandjezian aus Schuschi
sowie de be ei s e wähn e A asches Abeghyan
.
25
Die Zahl de a menischen S uden en an de Be line Uni e si ä wa bis zum le z en Vie el
des 19. Jah hunde s nich besonde s g oß, wobei un e ande em das Fehlen eine s uden ischen
O ganisa ion eine wesen liche Rolle spiel e. De a menische Publizis Melik-Ka agyozyan,
de
24 Ebd., 90–110.
25
Ebd., 291.
Ma i osyan: Aus Schuschi nach Deu schland | 195
selbs in Be lin s udie ha e, e binde dies abe auch mi dem Ums and, dass Be lin »eine
polizeiliche S ad « sei und »die Wissenscha , Ö en lichkei und jegliche Meinungs eihei
meh als i gendwo ande s in Eu opa e olg und un e d ück wu den«.26 Diese Annahme
ungeach e blüh e nach de G ündung des Deu schen Reiches das Uni e si ä sleben in Be lin
au . De Umzug on ielen be ühm en Wissenscha le n de damaligen Zei nach Be lin ug
zu einem g oßen Renommee de Uni e si ä bei und zog un e ande em auch A menie in
g öße e Zahl an. 1896 wu de do ein Ve band a menische S uden en geg ünde , de zwa
ein nu seh ku zes Leben ha e und be ei s im olgenden Jah om ›Ma e ialis ischen Ve ein
A menische S uden en‹ abgelös wu de. Doch e ug du chaus dazu bei, dass die Uni e si ä
in Be lin a ak i e ü a menische S uden en – auch ü diejenigen aus Schuschi – wu de. Ab
dem Win e semes e 1898/1899 e zeichne e Be lin soga eine g öße e Zahl a menische S u-
den en als Leipzig. De ›Ve ein de A menischen S uden en Eu opas‹, de s a is ische Angaben
übe die in Eu opa s udie enden A menie sammel e und diese egelmäßig e ö en lich e,
be ich e e on insgesam 61 a menischen S uden en, die im besag en Semes e in Deu schland
imma ikulie wa en. Un e ihnen wa en 13 S uden en aus Schuschi und eine aus Had u ,27
wobei die meis en on ihnen a sächlich in Be lin28 s udie en.
So iel läss sich es hal en: Um die Jah hunde wende wa en a menische S uden en im
Allgemeinen und die aus Schuschi insbesonde e in eine e häl nismäßig g oßen Anzahl
an deu schen Hochschulen p äsen . Dass ih e Zahl bis zum Ausb uch des E s en Wel k iegs
noch wei e ans ieg, wa ein E gebnis de S udien ö de ung de a menisch-apos olischen
Ki che, die o allem den Absol en en des Ge o gian-Semina s in E schmiadzin zugu ekam,
de ›Humani ä en Gesellscha ‹ in Baku und de ›Wohl ä igen Gesellscha ‹ in Ti lis. Hinzu
kam die Finanzie ung sei ens de a menischen wi scha lichen Eli e, de en Mi gliede Mi-
kael A amyan s, S epan Lianosyan, Ab aham und A shak Ghukasyan, G igo und Ho sep
Tumayans, insbesonde e abe Alexande Man aschyan exo bi an e Summen ü die Finan-
zie ung des Auslandss udiums zu Ve ügung s ell en.29
Fö de möglichkei en ü A menie gab es abe auch in Deu schland. Das ›No wendige
Liebeswe k‹ wu de eigens ü die Finanzie ung des S udiums de a menischen Theologen
geg ünde . Fün junge Geis liche de a menischen Ki che konn en mi de Un e s ü zung
des Ve eins ih e P omo ion in Deu schland abschließen, einige wei e e S uden en wu den
du ch kleine e Zuwendungen un e s ü z . Auch wenn diese Zahl seh übe schauba wa ,
eg e das Wi ken des Ve eins nich nu Diskussionen übe die besse e Ausbildung a me-
nische Theologen an, sonde n auch übe die Ki chen e o m in A menien, die du ch den
Einsa z de in Deu schland ausgebilde en Theologen e eich we den soll e.
26
Meliq-Ka agösyan (1901), 14 .
27
Had u is eine kleine e a menische Siedlung in A zach.
28 Meliq-Ka agösyan (1901), 40–43.
29
Manie o (2020), 166 .
196 | Das kul u elle E be on A zach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը
Li e a u e zeichnis
Bleche , Jens, Wieme s, Ge ald (H sg.), Die Ma ikel de
Uni e si ä Leipzig. Teilband 5. Die Jah e 1884 bis
1892, Weima 2010.
Deu sche Me ku , »A sak Te -Mikelian«, Wissen-
scha liche Beilage zum »Al ka holischen Volksbla «,
11. Ok obe 1901, N. 21, 82.
Gaze , Hacik, A menische S uden en aus Schuschi an
eu opäischen Uni e si ä en. En wicklung de Bil-
dungsein ich ungen im Kaukasus sei 1830, Teil 1, in:
ADK N . 191, F ank u /M. 2021.
Gesamm uni e si ä Jena (H sg.), Ve zeichniß de Leh-
e , Behö den, Beam en und S udi enden au de
G oßhe zogl. und He zogl. S. Gesamm -Uni e si ä
Jena. 1892/93 (1892) –1917/18, Jena 1892–1917.
Hakobyan, Tadewos, Meliq-Bachschyan, S epan, Ba -
seghyan, Ho hannes (Ed.), [Wö e buch de O sna-
men A meniens und benachba e Regionen, Band 4],
Հակոբյան Թադևոս, Մելիք-Բախշյան Ստեփան,
Բարսեղյան Հովհաննես (խմբ
.
), Հայաստանի և
հարակից շրջանների տեղանունների բառարան,
Je ewan 1998.
Hel ens ein-Tschudi, Ul ich (H sg.), Ma ikeledi ion
de Uni e si ä Zü ich 1833–1924, Zü ich 2022, un e :
h p://www.ma ikel.uzh.ch/ac i e/s a ic/index.h m
(le z e Zug i : 29.9.2022).
Johannessianz, A schak, Spina Bi ida: Aus d. chi . Klinik
zu Halle, Halle 1916.
Manie o, A pine, Umkämp e Weg zu Bildung. A me-
nische S udie ende in Deu schland und de Schweiz
on de Mi e des 19. bis An ang des 20. Jah hunde s,
Gö ingen 2020.
Manoukian, Abel, Die Basle Missionsgesellscha
und die A menie 1823-1835, in: Ma in Tamcke u.a.
(H sg.), Das a menische Kul u e be in Be g-Ka abach/
A zach und die Deu schen, Gö ingen 2021, 61–84.
Meliq-Ka agösyan, Geo g, [A menische S uden en
in Deu schland], Մելիք-Կարագեօզեան Գէորգ,
Գերմանիայի հայ ուսանողութիւնը, Ti lis 1901.
Pe sonenbes and de Hessischen Ludwigs-Uni e si ä
zu Gießen, 1837–1916.
Schla e , Wilhelm, Geschich e de Basle Mission
1815–1915. Mi besonde e Be ücksich igung de un-
ged uck en Quellen, Band I, Die Heima geschich e
de Basle Mission, Basel 1916.
Au o
D . Hayk Ma i osyan
Wissenscha liche Mi a bei e im Lepsiushaus Po sdam e. V., Po sdam, Deu schland, ma i osyan@
lepsiushaus-po sdam.de
| 197
Հայկ Մարտիրոսյան
Շուշիից Գերմանիա. Հայ ուսանողները
գերմանական համալսարաններում 19-րդ դ.
վերջին և 20-րդ դ. սկզբին
19-րդ դ. սկիզբը Արցախի համար լի էր բուռն քաղաքական իրադարձություններով։
1813 թ. ստորագրված Գյուլիստանի պայմանագրով այն անցավ Ռուսական
կայսրության տիրապետության տակ։ Կրթական-մշակութային կյանքի համար
դա նշանակում էր ուշադրության արժանի ակտիվություն, որի մեջ արդեն մոտ մեկ
տասնամյակ անց զգալի դերակատարում սկսեցին ունենալ նաև գերմանախոս
շրջանակները։
Հոդվածը ներկայացնում է այս տարածաշրջանի հարուստ մշակութային
կյանքի կենտրոնական թեմաներից մեկը, այն է` Արցախի տվյալ ժամանակվա
կարևորագույն կրթական կենտրոն հանդիսացող Շուշիից սերող հայ
երիտասարդների ուսումը Գերմանիայում։1 19-րդ դ. վերջից աճեց հայ ուսանողների
թիվը գերմանական հայտնի համալսարաններում։ Թե ո՞ր համալսարաններն
էին նրանք նախընտրում և ի՞նչ էին ուսանում, կամ ինչպե՞ս էին ապրում նոր
իրավիճակում, կներկայացվի ստորև։
1. Գերմաներենի մուտքը Արցախ
Կրթական-մշակութային կյանքի աշխուժացման կարևոր ազդակներից մեկը,
որը նպաստեց Արցախում գերմաներենի ու գերմանախոս համալսարանների
նկատմամբ հետաքրքրության աճին, ավետարանական մի առաքելության
գործունեության սկզբնավորումն էր Շուշիում։ 1822 թ. Բազելյան առաքելությունը
մուտք գործելով Ռուսական կայսրություն՝ մի քանի տարի անց առավել ընդլայնեց
իր գործունեության շրջանակն ու ցարական իշխանությունների թույլտվությամբ
գործունեության նոր վայր ընտրեց «Ղարաբաղի երկրամասը» և Շուշին։
1 Տղամարդկանցից բացի եվրոպական համալսարաններում ուսանում էին նաև Շուշիից սերող երիտասարդ
հայուհիներ։
204 | Das kul u elle E be on A zach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը
տեղեկագրի՝ այդ կիսամյակում Գերմանիայում հայ ուսանողների ընդհանուր
թիվը հասնում էր 61-ի, որից 13-ը Շուշիից էին, իսկ ևս մեկը՝ Հադրութից։27 Ընդ որում
շուշեցիների մեծ մասը, ինչպես նաև Հադրութում ծնված ուսանողները սովորում
էին Բեռլինում։28
Վերոշարադրյալից կարելի է եզրակացնել, որ ընդհանրապես հայ, այնպես
էլ, մասնավորապես, շուշեցի ուսանողները 19-րդ դ. վերջին ու 20-րդ դ. սկզբին
գերմանական համալսարաններում մեծ թիվ են կազմել։ Նրանց կացության
ապահովմանը նպաստում էին ինչպես առանձին դեպքերում Հայ առաքելական
եկեղեցին՝ հատկապես Գևորգյան ճեմարանի սաների պարագային, «Բաքվի հայ
բարեգործական ընկերությունը» և Թիֆլիսում գործող «Հայոց մարդասիրական
ընկերությունը»։ Բացի այդ որոշ թվով անհատ մեկենասներ, ինչպես օրինակ՝
Միքայել Արամյանցը, Ստեփան Լիանոսյանը, Աբրահամ և Արշակ Ղուկասյանները,
Գրիգոր և Հովսեփ Թումայանները, և հատկապես Ալեքսանդր Մանթաշյանը զգալի
թվով գումարներ էին հատկացնում հայ երիտասարդների արտասահմանյան
կրթության կազմակերպման համար։29
Աստվածաբանության բնագավառի ուսանողների պարագայում կարևոր հիմնադրամ
էր Գերմանիայում հիմնված «Անհրաժեշտ սիրո գործը» (Das No wendige Liebeswe k),
որը գերմանացիների շրջանում միջոցներ էր հայթայթում հայ աստվածաբանների
կրթության համար։ Հայ առաքելական եկեղեցու հինգ երիտասարդ հոգևորականներ
կարողացան այս միության ֆինանսական աջակցությամբ Գերմանիայում պաշտպանել
իրենց ատենախոսությունները, մի քանի ուրիշ ուսանողներ ստացան ավելի փոքր
ֆինանսական աջակցություն։ Անգամ եթե այս թիվը շատ փոքր էր, այս միության
գործունեությունը նպատակ ուներ ոչ միայն առավել լավ կրթություն ապահովել հայ
աստվածաբանների համար, այլև նրանց շնորհիվ հետագայում հասնել եկեղեցական
ռեֆորմների իրականացմանը Հայաստանում։
Գրականություն
27 Հադրութը Արցախի բնակավայրերից մեկն է։
28 Նույնը, 40–43:
29 Manie o, Umkäp e Weg zu Bildung, 166–220։
Bleche , Jens, Wieme s Ge ald (
е
d.), Die Ma ikel de
Uni e si ä Leipzig. Teilband 5. Die Jah e 1884 bis
1892, Weima 2010:
Deu sche Me ku , «A sak Te -Mikelian», Wissen-
scha liche Beilage zum «Al ka holischen Volksbla »,
11. Ok obe 1901, N . 21, 82:
Gaze , Hacik, A menische S uden en aus Schuschi an
eu opäischen Uni e si ä en. En wicklung de Bil-
dungsein ich ungen im Kaukasus sei 1830, Մաս Ա,
in։ ADK N . 191, F ank u /M. 2021։
Gesamm uni e si ä Jena (ed.), Ve zeichniß de Leh e ,
Behö den, Beam en und S udi enden au de G oß-
he zogl. und He zogl. S. Gesamm -Uni e si ä Jena.
1892/93 (1892) –1917/18, Jena 1892–1917:
Հակոբյան, Թադևոս, Մելիք-Բախշյան Ստեփան,
Բարսեղյան Հովհաննես (խմբ.), Հայաստանի և
Մարտիրոսյան, Շուշիից Գերմանիա
| 205
հարակից շրջանների տեղանունների բառարան,
հատոր 4, Երևան 1998։
Hel ens ein-Tschudi, Ul ich (ed.), Ma ikeledi ion de
Uni e si ä Zü ich 1833–1924, Zü ich 2022, h p://
www.ma ikel.uzh.ch/ac i e/s a ic/index.h m
(հարցվել է 29.9.2022)։
Johannessianz, A schak, Spina Bi ida: Aus d. chi . Klinik
zu Halle, Halle 1916։
Manie o, A pine, Umkämp e Weg zu Bildung. A me-
nische S udie ende in Deu schland und de Schweiz
on de Mi e des 19. bis An ang des 20. Jah hunde s,
Gö ingen 2020։
Մանուկեան, Աբէլ, Պազելի աւետարանական
քարոզչական ընկերութիւնը և հայերը (1823–1835),
in: Ma in Tamcke և այլք (ed.), Das a menische Kul-
u e be in Be g-Ka abach/A zach und die Deu schen,
Gö ingen 2021, 81–113։
Մելիք-Կարագեօզեան, Գէորգ, Գերմանիայի հայ
ուսանողութիւնը, Թիֆլիս 1901։
Pe sonenbes and de Hessischen Ludwigs-Uni e si ä
zu Gießen, 1837–1916։
Schla e , Wilhelm, Geschich e de Basle Mission
1815–1915. Mi besonde e Be ücksich igung de un-
ged uck en Quellen, Band I, Die Heima geschich e
de Basle Mission, Basel 1916։
Հեղինակ
Հայկ Մարտիրոսյան , պատմ. գիտ. դոկտ.
Լեփսիուսի տուն-արխիվի գիտաշխատող, Պոտսդամ, Գերմանիա, ma i osyan@lepsiushaus-
po sdam.de
Open Access
This pape is published unde he C ea i e Commons A ibu ion–Sha eAlike 4.0 In e na ional license
(CC BY-SA 4.0). Please no e ha indi idual, app op ia ely ma ked pa s o he pape may be excluded om
he license men ioned o may be subjec o o he copy igh condi ions. I such hi d pa y ma e ial is no
unde he C ea i e Commons license, any copying, edi ing o public ep oduc ion is only pe mi ed wi h he
p io consen o he espec i e copy igh owne o on he basis o ele an legal au ho iza ion egula ions.