scieee Science in your language
[en] (orig)

Das nicht-materielle Kulturerbe von Arzach | Արցախի ոչ նյութական մշակութային ժառանգության կորուստներն ու պահպանման հիմնախնդիրները: Verluste und Perspektiven der Aufbewahrung

Abstract

Wird das immaterielle und spirituelle Kulturerbe nicht geschützt, kann dies mit Sicherheit zur Entstehung und ungehinderten Verbreitung kultureller…

Read accessible full text

Das nicht-materielle Kulturerbe von Arzach | Արցախի ոչ նյութական մշակութային ժառանգության կորուստներն ու պահպանման հիմնախնդիրները: Verluste und Perspektiven der Aufbewahrung

Author: Hovhannisyan, Lernik,Sargsyan, Armen
Year: 2024
DOI: 10.38072/978-3-928794-95-4/p5
Source: https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/macau_derivate_00005665/kiel-up_978-3-928794-95-4_p5.pdf
| 101
Le nik Ho hannisyan, A men Sa gsyan
Das nich -ma e ielle Kul u e be on A zach:
Ve lus e und Pe spek i en de Au bewah ung
Abs ac
Failu e o p o ec non-ma e ial and spi i ual cul u al he i age can ce ainly lead o he eme gence and
un es ic ed sp ead o cul u al in ole ance be ween na ions. The e o e, in angible cul u al he i age
plays an impo an ole o people o o mu ual unde s anding be ween e hnic g oups, in hei ex-
change o ideas, app ochemen be ween cul u es and hei necessa y mu ual in luence. Fo example,
in he A sakh egion, se e al ancien ools o ca pe making ha e been ound, made om he bones
o animals om he 1s -2nd millennium BC. Many esea che s in he ield o ca pe wea ing ha e also
exp essed he opinion ha he A menian e m ›Ka pe ‹ appea s in he A menian ansla ion o he Bible
as ea ly as he 5 h cen u y. We ind he same wo d in he 7 h cen u y by he local his o ian Mo ses Kag-
hanka a si, as well as by he 13 h cen u y A menian ch onicle , Ki akos Gandzake si. The e a e also
many e e ences o i in o al olk adi ions and ai y ales. Since he Middle Ages, ca pe wea ing in
A sakh and U ik has en e ed a comple ely new phase, cha ac e ized bo h by he quali y o i s execu ion
and he a ie y and pe ec ion o o namen s. Howe e , bo h his and o he c a s and olk adi ions a e
now in g ea dange . Due o he g ea loss o land as well as o ced mig a ion o nume ous wa e ugees,
he inhabi an s o A sakh can now nei he expe ience hei in angible cul u e as be o e no pass i on
o he younge gene a ions. The e o e, his pape iden i ies bo h he p oblem a eas and hei p ac ical
solu ions o ensu e he p ese a ion o he in angible cul u al he i age and he con inuous applica ion
o hei e hnic alues o he coming gene a ions.
1. Einlei ung
In olge des on Ase baidschan am 27. Sep embe 2020 en essel en K ieges und de d ei-
sei igen E klä ung übe den Wa ens ills and om 9. No embe kamen 10 s aa liche Museen,
die dem Minis e ium ü Bildung, Wissenscha , Kul u und Spo de Republik A zach un e -
s anden sowie 2 nich s aa liche Museen un e die Kon olle Ase baidschans, in denen insge-
sam 20885 Expona e on na ionale Bedeu ung au bewah wu den.
Das Gebäude des his-
o ischen und a chäologischen S aa s ese a -Museums ›Tig anake ‹ kam eben alls un e
Kiel-UP • h ps://doi.o g/10.38072/978-3-928794-95-4/p5
102 | Das kul u elle E be on A zach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը
die Kon olle Ase baidschans. Die gesam e Sammlung dieses Museums – 300 Expona e
– wu de
olls ändig nach A menien e akuie . Von den 5797 Expona en des ›Geologischen
Museums on Kasha agh‹ wu de de Haup onds on 2500 Expona en e akuie , 3297 wei-
e e Expona e blieben leide auße halb unse e Kon olle. Aus dem ›P i a museum ü die
Teppiche in Sсhusсhi‹ wu den lediglich 160 Expona e e akuie , 700 Expona e ge ie en da-
gegen un e ase baidschanische Kon olle.
Auße dem ge ie en 124 ö en liche sowie Schulbiblio heken mi eine Sammlung on
übe 617.000 Büche n und die Biblio hek des in de S ad Schuschi ä igen Wissenscha s-
zen ums ›Ka scha ‹ mi eine Sammlung on 30.000 Büche n eben alls auße halb a me-
nische Kon olle. Au g und des le z en K ieges, blieben auch meh e e We ke be ühm e
Küns le aus A zach zusammen mi den e schiedenen Kuns zen en in den abge e enen
Siedlungen. Da un e wa en beispielsweise 10 Skulp u en und 60 Gemälde on A nold Me-
likse yan (Do Togh in de Region Had u ), meh als 100 Gemälde on A s ik Lalayan
sowie meh als 1000 on ih en g a ischen A bei en (Do Me s Taghe in de Region Had u ),
180 Gemälde und 20 Holza bei en on Sam el Ta adyan, 15 Gemälde on A ak Pogho-
syan, 100 Gemälde on Da i A agimyan und 50 Gemälde on A ashes Naza yan (S ad
Schuschi). Auch 30 We ke des Male s Zhaklin Sa gsyan und 16 Skulp u en des Bildhaue s
Sa gis Baghdasa yan, die o übe gehend im S aa lichen Museum de Küns e in Schuschi
ausges ell wa en, ge ie en auße halb a menische Kon olle.
Im Zusammenhang mi de Ve le zung und Ze s ö ung de Kul u gü e in den on Geg-
ne n übe nommenen Gebie en appellie e die Republik A zach an e schiedene in e na io-
nale O ganisa ionen, die sich mi dem Schu z kul u elle Denkmäle be assen, da un e bei-
spielsweise auch das ›Russische Komi ee des In e na ionalen Ra es de Museen‹.1 Alle dings
gib es bishe diesbezüglich keine An wo .
2. Das nich -ma e ielle Kul u e be
Das nich -ma e ielle Kul u e be sind o allem B äuche, T adi ionen, Ri uale, Ideen und
Ausd ucks o men, Kenn nisse und Fähigkei en sowie die dami e bundenen We kzeuge,
Gegens ände, Schöp ungen und Räume, die on de Ö en lichkei , G uppen und in einigen
Fällen on Einzelpe sonen als ma e ialisie e T äge des imma e iellen Kul u e bes bzw. als
Teil ih es Kul u e bes ane kann we den.
Am 20. Mä z 2006 a i izie e die Republik A menien die Kon en ion de UNESCO zum
Schu z des nich -ma e iellen Kul u e bes2 und e p lich e e sich dadu ch zu allgemeinen
E hal ung de Kul u schä ze gemäß den in e na ionalen Rich linien. Am 26. Ok obe 2011
1 In e na ional Council o Museum (n.d.).
2 UNESCO (2003).
Ho hannisyan, Sa gsyan: Das nich -ma e ielle Kul u e be on A zach | 103
wu de zudem das ähnliche Gese z übe den Schu z des imma e iellen Kul u e bes in de
Republik Be g-Ka abach e abschiede . Anschließend wu den im Jah 2013 die K i e ien
ü die E s ellung de Lis e de imma e iellen Kul u gü e in de Republik Be g-Ka abach
mi en sp echenden Rech sak en ane kann . Diese Lis e um ass e u.a. auch den Dialek on
A zach, insbesonde e den Had u -Dialek , Teppichwebe ei, Schmiedekuns , on denen zwei
de bekann en Zen en die S ad Schuschi und das Do Me s Taghe wa en.
Je nach S adium des bewa ne en Kon lik s kann das imma e ielle E be un e schiedliche
Schäden e leiden. K iegshandlungen können gene ell eine ans o mie ende Wi kung au
eine Gesellscha haben, indem sie ih e kul u ellen Ak i i ä en s oppen, sowie die kul u el-
len G undlagen ih e Exis enz (bei Ve e e n eine bes imm en G uppe, Gemeinscha ode
Na ion) ze s ö en. Die e zwungene E akuie ung on Gemeinscha en und die au ged äng e
En e nung on ih en iden i ä sbildenden Elemen en und Objek en kann dazu üh en, dass
die gesellscha liche E inne ung an die Ve gangenhei e dunkel bzw. e gessen wi d.3
Wenn Gemeinscha en au hö en, ih nich -ma e ielles Kul u e be zu p legen, ode wenn
die Volksg uppen als Ganzes e schwinden, dann is dieses E be dem Un e gang anheim
gegeben. Die deu sche An h opologin Bi gi B äuchle behaup e deshalb zu Rech , dass
ma e ielle Schäden in K iegen in den meis en Fällen o ensich lich und sich ba sind, wäh-
end imma e ielle Schäden Ge ah lau en, un e zugehen und demen sp echend nich ein-
geschä z we den zu können.4
In diesem Sinne is de Ve lus g öße und iel pe sönliche , weil dabei auch die Ge ah
bes eh , dass es keine Möglichkei de Kon inui ä an ande em O gib . Dies wü de nich
ein e en, wenn die Gesellscha ih e no malen Lebensak i i ä en o se zen könn e. Dahe
können wi auch nich meh siche sein, dass das gleiche Kul u wissen, was ein Bewohne
on A zach ühe au g und des di ek en Kon ak s mi seinem E be e hal en konn e, nun
nach dem K ieg und an einem ande en O noch o handen sein kann.
Gemäß de on de UNO in Den Haag 1954 akzep ie en Kon en ion zum Schu z kul u el-
le We e in bewa ne en Kon lik en,5 sowie de on de Gene al e sammlung de UNESCO
im Jah 2003 e abschiede en Kon en ion zum Schu z des imma e iellen Kul u e bes6 is die
o sä zliche Ze s ö ung kul u elle We e zu e u eilen. Eine de he aus agenden Punk e
diese Kon en ionen is , dass de kul u elle We , de in jede Gemeinscha gescha en
wi d, ein »kul u elles E be on g öß e Bedeu ung ü die Menschhei «7 is . Deshalb wi k
sich ih e geziel e Ze s ö ung au das kul u elle E be und die Menschen ech e alle Menschen
aus. In diesem Zusammenhang is anzume ken, dass o allem die kul u ellen Rech e de
Menschen in A zach e le z we den, die den ande en Menschen ech en gleichges ell sind.
3 Tig anyan (2021), 205–225.
4 Ebd., 217; B äuchle (2012), 153–167.
5
UN (1954).
6
UNESCO (2003).
7
Ebd.
104 | Das kul u elle E be on A zach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը
In olge des le z en K ieges im Jah 2020 ge ie eine g oße Zahl an Gemeinden (scil. im
Folgenden in Klamme n angegeben) bzw. olgende Bezi ke A zachs un e die Kon olle Ase -
baidschans: Aske an (8), Had u (28), Ma ake (8), Ma uni (7), Shahumyan (14), Schuschi
(3), Kasha agh (50). Dadu ch wu den meh als 38.000 a menische Einwohne du ch Zwangs-
umsiedlungen on ih en soziokul u ellen Kul u schä zen ge enn . Nun s eh die kul u elle
Iden i ä diese Gemeinscha en ku z o de endgül igen Ve nich ung, und ih imma e ielles
Kul u e be is somi dem Un e gang und Ve schwinden geweih .8 Als Beispiel kann hie die
adi ionelle Saue gemüse-Kul u e wähn we den, das Zhengyal-B o , sowie die Weinhe -
s ellungskul u u. .m. aus de Had u Region. Diese kul u elle P axis kann nich meh die
gleiche G undlage (lokale Rohs o e, Na u , Gemeinscha swissen) haben, die sie o he in
A zach bzw. in ih e Region ha e. In diesem Sinne is de kul u elle Raum, in dem die
Menschen ›Zugang‹ zum Schöp en und Scha en ha en, nun ü die ehemaligen Bewohne
on Had u nich meh e ügba . Die imma e ielle P axis de Zube ei ung on Ge ich en an
zukün ige Gene a ionen wei e zugeben is dadu ch eben alls unmöglich gewo den.9 Ebenso
wu de in de S ad Ma uni ühe ein G ana ap el es ge eie , an dem auch Bewohne eine
Reihe ande e Gemeinden aus de Region Ma uni eilnahmen. Sie haben diese Möglichkei
heu e nich meh , weil ih e Siedlungen un e de Kon olle on Ase baidschan s ehen.
Wie jede Dialek , s eh auch de Ka abach-Dialek o eine g oßen Ge ah des Ve lus es,
die in le z e Zei du ch eine Reihe on Beglei ums änden noch zugenommen ha . Nach
dem K ieg sind insbesonde e de Subdialek de Region Had u , de zum lokalen »S-Zweig«
gehö ,10 sowie die Dialek e eine Reihe on e lo enen Dö e n, in g oße Ge ah . Das e -
o de neue Sch i e, um sie wei e hin in Geb auch zu hal en. In diesem Zusammenhang
we den z.B. e schiedene P ojek e geplan um We bewe be, Fes i als sowie Publika ionen
und Popula isie ungen on Büche n und Wö e büche n zu o ganisie en.
Wäh end de emden He scha ge ie auch die Teppichwebkuns on A zach in Ve -
gessenhei . Zu damaligen Zei ha e die Teppichwebe ei im Do Me s Taghe be ei s eine
jah hunde eal e Geschich e. Diese O scha gal als das Zen um de Teppichwebe ei in
A zach. Ein b illan e Beweis da ü is de in einen G abs ein au dem Ischkhanage -F ied-
ho geschni z e Teppich. Ab dem 19. Jh. ha en abe die Tü ken be ei s mi de Aneignung
de a menischen Teppichhe s ellung begonnen. Sie s ahlen s ändig die Kul u de A menie ,
um ih e u sp üngliche He kun zu e schleie n. 1921 bzw. nach dem au gezwungenen
Anschluss on A zach an das sowje ische Ase baidschan, wu den die kul u ellen Plünde-
ungen und Pog ome o gese z . Um die in de au onomen Be g-Ka abach Oblas sowie
in den aus poli ischen G ünden aus dem a menischen Au onomiegebie ausgeschlossenen
his o ischen P o inzen und O scha en des be gigen A zachs und lachen U iks e hal enen
handge e ig en Teppiche zu sammeln, wu den die ein a menischen Dö e meh ach on
8
Tig anyan (2021).
9
Ebd.
10
Połosyan (1965); Da ‘yan (1966).
Ho hannisyan, Sa gsyan: Das nich -ma e ielle Kul u e be on A zach | 105
beau ag en Beam en besuch , die mi speziellen Anweisungen aus Baku en sand wu den.
Sie kamen und sammel en al e handge e ig e Kuns we ke on de Be ölke ung im Aus-
ausch gegen ›neue‹ Teppiche, die ein ach in den sowje ischen Fab iken he ges ell wu den.
Jah zehn elang ha diese Poli ik de ase baidschanischen Behö den nich nu die En wick-
lung de Teppichwebe ei in Ka abach ges opp , sonde n auch die o handenen handge e -
ig en Teppiche aus A zach aus ih em his o ischen Gebie en e n .
Vo dem le z en K ieg on 2020 wu den in de Republik A zach eine Reihe on P og ammen
zu E hal ung und Ve b ei ung des imma e iellen Kul u e bes du chge üh . Da un e wa en
beispielsweise das We bewe bs es i al ›Kul u elle K euzweg‹, de lokale Teppich-Kuns -We -
bewe b, de S ammbaum-We bewe b, die Olympiade E hnische Tanz zwischen den Schulen,
das Saue gemüse-Fes i al on A zach, das Khno su-Fes i al (mi He s ellung on klassischen
Milchp oduk en), die iele beach liche E gebnisse zei ig en. 2013 wu de in Schuschi die Fi ma
›Ka abakh Ka pe ‹ geg ünde , die auch Fab iken in Had u , S epanake und Be dzo (heu e
Lachin) ha e. 2014 wu den in den S äd en Schuschi und Aske an ›Töp e -Meis e häuse ‹ ge-
g ünde , in denen Repliken de Objek e he ges ell wu den, die in den a chäologischen S ä en
on A zach ge unden wu den. Regelmäßig anden hie in e na ionale Töp e symposien s a .
Das cha ak e is ische Me kmal de Kul u poli ik in de UdSSR wa die Bildung eine
pansowje ischen Kul u . Dahe is es nich e wunde lich, dass in den Sowje jah en haup -
sächlich ki chliche Feie age und die dami e bundenen Volks i uale, Hymnen und Spiele
e lo en gingen, wie z.B. die am Himmel ah s ag gesungenen ›Dschangiulum‹-Liede . Hin-
zu kam die geziel e an ia menische Poli ik Ase baidschans in Be g-Ka abach. In olgedessen
we den ›Dschangiulum‹-T adi ionen de zei in de P axis nich e wende . Diese Gesänge
nehmen jedoch einen bedeu enden Pla z in de Folklo e ein und ih e Res au ie ung wi d das
Folklo ebild eine g oßen a menischen e hnog a ischen Region wie A zach e wei e n und
die e hnische Scha zkamme de a menischen Folklo e be eiche n.
Im Lebense hal ungssys em des einzelnen Volkes haben die Lebensmi el eben alls ih en
besonde en Pla z. Diese sind eines de g undlegenden, all äglichen Mi el des menschlichen
Lebens und eines de adi ionells en und s abils en Elemen e de na ionalen Kul u . In diesem
Rahmen is auch die Weinhe s ellung wich ig, die als imma e ielles Kul u gu in de Wel on
A zach sei ühes e Zei eine wich ige Rolle ü das Leben des a menischen Volkes spiel .
In den le z en Jah en ha e z.B. die ›Ka a o‹-Weinp oduk ion insbesonde e in Had u neuen
Schwung bekommen. Alle dings wu den nach dem K ieg sowohl die Weinbe ge als auch die
Fab ik dieses He s elle s wei gehend de Kon olle de A menie en zogen, was die En wick-
lung de Weinkul u und ih e Wei e gabe an die nächs en Gene a ionen nun un e g äb .
Im Jah 2014 a ein wich ige Rech sak in K a , de die Fes legung de K i e ien ü
die Ane kennung on Kul u gebie en de Republik Be g-Ka abach und die E s ellung de
Lis e de Kul u gebie e, wie beispielsweise de S ad Schuschi und das Do Me s Taghe
um ass e. Die hie lebenden Menschen schu en sowohl in de Ve gangenhei als auch heu e
bzw. nach und nach imma e ielle kul u elle We e und mach en die O e zu Zen en on
ak uelle , wissenscha liche , kul u elle und ou is ische Bedeu ung.

106 | Das kul u elle E be on A zach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը
3. Me s Taghe
M
e s Taghe is die einziga ige Siedlung on A zach, in de iele adi ionelle Handwe ke wie
Teppichweben, Mau e a bei en, Ve pu zen und Zimme ei ak i p ak izie wu den, und es is
die einzige, in de Schmiedekuns bis heu e ak i p ak izie wi d. In diesem Do be and sich
die be ühm e Schmiede Namens ›Kazh‹, die in E inne ung an eine G uppe be ühm e Meis e
es au ie wu de, de en Namen au de Vo de sei e de Schmiede s ehen. Au dem Te i o-
ium des Do es be anden sich 18 Denkmäle , die in de s aa lichen Lis e de unbeweglichen
Denkmäle de Geschich e und Kul u de Republik Be g-Ka abach einge agen wa en.
In den le z en Jah en haben die Behö den de Republik Be g-Ka abach g oße Sch i e in
Rich ung de Res au ie ung und En wicklung des imma e iellen Kul u e bes in Me s Taghe
un e nommen. In de Gemeinde gab es ein e hnisches Vie el mi eine Teppichwe ks a
und eine Schmiede. Die Zube ei ung de adi ionellen A zach-Ge ich e wu de eben alls in
diesem e hnischen Bezi k p ak izie . Heu e sind jedoch diese O e eben alls auße Kon olle
de A menie ge a en, und die Wei e gabe des kul u ellen E bes wu de so ges ö .
4. Die He aus o de ungen au p o essionelle Ebene
Zu den ak uellen He aus o de ungen de Bewah ung imma e ielle Kul u gehö en: a) die
Unzulänglichkei de du chge üh en A bei en zu E s ellung de Lis en de geschü z en
We e des nich -ma e iellen Kul u e bes sowie zu Planung, Umse zung und E hal ung on
Maßnahmen zu Gewäh leis ung ih e Übe lebens ähigkei ; b) das Fehlen on Lis en des
imma e iellen Kul u e bes, das noch d ingend geschü z we den muss; c) de unbe iedigen-
de S and de du chge üh en A bei en zu Popula isie ung des e hnog a ischen E bes in de
Be ölke ung; d) de nich egulie e Cha ak e de A bei en zu Digi alisie ung on sch i -
lichen und be ei s au Video au gezeichne en Ma e ialien, die on wissenscha lichen und
kul u ellen O ganisa ionen gespeiche sind; e) das Fehlen sys ema ische Mechanismen
zu Bildung on P lege und Respek ü das Volkshandwe k sowie zu Wiede belebung und
En wicklung na ionale T adi ionen; ) das Fehlen on Reche chen zu E mi lung de Roh-
s o essou cen und des menschlichen Po enzials des Volkshandwe ks und ih e Zweige in
den jeweiligen O scha en; g) die Unzulänglichkei de no wendigen We ks ä en und S u-
dios; h) de Mangel an Rohs o en, We kzeugmaschinen und A bei smi eln in bes ehenden
We ks ä en; i) das Fehlen sys ema ische Mechanismen zum Ve kau de ma e iellen We -
e de angewand en Volkskuns und des Kuns handwe ks au dem in- und ausländischen
Ma k ; j) de Mangel an hochquali izie em Pe sonal in de B anche; und nich zule z k)
die unzu eichende Finanzie ung dieses Sek o s.
Ho hannisyan, Sa gsyan: Das nich -ma e ielle Kul u e be on A zach | 107
5. Emp ohlene Maßnahmen
Au g und de o.g. P obleme sind unse e Meinung nach olgende Sch i e ü die Au be-
wah ung und Wei e en wicklung des nich -ma e iellen Kul u e bes no wendig: a) zue s
die E s ellung de Lis en de imma e iellen Kul u gü e , die au dem Te i o ium de Repu-
blik A zach noch o handen sind, und das E g ei en de e o de lichen Maßnahmen zu
Ve ö en lichung diese In o ma ionen; b) die Zusammens ellung de P imä kos en ü den
Schu z imma e ielle Kul u gü e , die unmi elba geschü z we den müssen, und die E s el-
lung eines en sp echenden Plans ü die be o s ehenden P ojek e; c) die En wicklung on
Mechanismen zu Popula isie ung des e hnog a ischen E bes; d) die olls ändige und kon-
inuie liche Digi alisie ung on o handenen Sch i - und Videoma e ialien, die on wissen-
scha lichen und kul u ellen O ganisa ionen au bewah wu den; e) die Wiede belebung
und En wicklung de Volks adi ionen, sowie die Bildung zu espek ollem Umgang mi
dem Volkshandwe k, insbesonde e bei de Jugend; ) die Iden i izie ung de Rohs o e und
des menschlichen Po enzials in Bezug au e schiedene Volkshandwe ke und die jeweiligen
Zweige; g) die E ö nung on We ks ä en zu Wiede belebung und En wicklung dieses
Sek o s; h) die Bescha ung de no wendigen Menge an Rohs o en, We kzeugmaschinen
und Ge ä en in A elie s und Be iebsg uppen zum Zwecke de En wicklung dieses Feldes; i)
die En wicklung und Umse zung sys ema ische Mechanismen zum Ve kau de ma e iellen
We e des angewand en Volkskuns handwe ks au dem in- und ausländischen Ma k ; j) die
Be ei s ellung on hochquali izie em Pe sonal ü diesen Sek o , sowie die Au s ockung mi
Absol en en wei e üh ende Be u s- und Hochschulein ich ungen auße halb de Republik
A zach und quali izie en lokalen Fachk ä en; und schließlich k) die E höhung de Finan-
zie ung dieses Feldes im Rahmen des Möglichen.
6. E wa e e E gebnisse
Die Lösungen de o ges ell en P obleme und He aus o de ungen we den gleichzei ig die
E hal ung des imma e iellen Kul u e bes und die kon inuie liche Anwendung ih e e hni-
schen We e ü die neuen Gene a ionen gewäh leis en. Da übe hinaus we den dadu ch
eine Ve besse ung de sozialen Lage be eilig e Meis e und junge Auszubildende sowie
eine S eige ung de Quali ä de on diesen Be u sg uppen e b ach en Diens leis ungen
e eichen
.
108 | Das kul u elle E be on A zach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը
Li e a u e zeichnis
B äuchle , Bi gi , In angible Cul u al H
e i age and Pea-
ce Building in Indonesia and Eas Timo , in: Daly P. /
Win e T. (Eds.), Rou ledge Handbook o He i age in
Asia, London-New Yo k 2012, 153–167.
Da ‘yan, K. S., Le
ṙ
nayin
Ł
a aba
ł
i ba ba
ṙ
ayin k‘a ez
ǝ
[Die
Ka e de Dialek e on Be g-Ka abach], E e an 1966.
In e na ional Council o Museum, ICOM in Russia (n.d.),
տես՝ h ps://icom- ussia.com/da a/icom-in- ussia/
(le z e Zug i : 23.7.2023).
Połosyan, A. M., Had
u ‘i ba baṙǝ [De Dialek on Ha-
d u ], E e an 1965.
Tig anyan, A. H., A c‘axahayu ‘yan oč‘ nyu ‘akan
mšaku ‘ayin žaṙangu ‘yan paš panu ‘yan
mexanizmne ǝ [Die Mechanismen de Au bewah-
ung des imma e iellen Kul u e be de A menie
on A zach], in: »Vem« hamahaykakan handes/
Mšakuy ‘, 2021, N . 1, 205–225.
UN, Con en ion o he P o ec ion o Cul u al P ope y
in he E en o A med Con lic wi h Regula ions o
he Execu ion o he Con en ion (1954), un e : h ps://
ea ies.un.o g/doc/Publica ion/UNTS/Volume%20
249/ olume-249-I-3511-English.pd (le z e Zug i :
23.7.2023).
UNESCO, Con en ion o he Sa egua ding o he In-
angible Cul u al He i age (2003), un e : h ps://ich.
unesco.o g/en/con en ion (le z e Zug i : 23.7.2023).
Au o en
Le nik Ho hannisyan
S ell e e ende Minis e ü Bildung, Wissenscha , Kul u und Spo in de Republik A zach und
Senio Lec u e am Leh s uhl ü Geschich e an de S aa lichen Uni e si ä on A zach, Be g-Ka a-
bach
, le nik1973@mail. u
A men Sa gsyan, PhD
Rek o de S aa lichen Uni e si ä on A zach, Be g-Ka abach, ec[email p o ec ed]
Übe se ze : Ha u yun G. Ha u yunyan
| 109
Լեռնիկ Հովհաննիսյան, Արմեն Սարգսյան
Արցախի ոչ նյութական մշակութային
ժառանգության կորուստներն ու
պահպանման հիմնախնդիրները
1. Ներածություն
2020 թ. սեպտեմբերի 27-ին Ադրբեջանի կողմից սանձազերծված պատերազմի
և նոյեմբերի 9-ի եռակողմ հայտարարության արդյունքում Ադրբեջանի
վերահսկողության տակ են անցել Արցախի Հանրապետության կրթության,
գիտության, մշակույթի և սպորտի նախարարության ենթակայությամբ գործող 10
պետական և 2 ոչ պետական թանգարաններ, որտեղ պահպանվում էին ազգային արժեք
ներկայացնող թվով 20885 ցուցանմուշ: «Տիգրանակերտ» պատմահնագիտական
պետական արգելոցի շենքն անցել է Ադրբեջանի վերահսկողության տակ,
իսկ թանգարանային ֆոնդը` 300 ցուցանմուշ, ամբողջությամբ տարահանվել
է: «Քաշաթաղի շրջանի երկրագիտական թանգարան»-ի 5797 ցուցանմուշից
տարահանվել է հիմնական ֆոնդը` թվով 2500 ցուցանմուշ, մեր վերահսկողությունից
դուրս է մնացել ցավոք 3297 ցուցանմուշ: «Շուշիի գորգերի մասնավոր թանգարան»-
ից տարահանվել է միայն 160 ցուցանմուշ, 700 թանգարանային նմուշ անցել է
Ադրբեջանի վերահսկողության տակ:
Բացի դրանից Արցախի վերահսկողությունից դուրս են մնացել 124 կենտրոնական
և դպրոցական գրադարաններ` 617000 գրքային ֆոնդով, ինչպես նաև Շուշիում գործող
«Կաճառ» գիտական կենտրոնի գրադարանը 30000 գրքային ֆոնդով: Պատերազմի
հայտնի պատճառներով Արցախի բնակավայրերի արվեստի տարբեր օջախներում
են մնացել նաև արցախցի հայտնի նկարիչների ստեղծագործությունները, այդ
թվում էին օրինակ` Առնոլդ Մելիքսեթյանի ստեղծագործություններից 10 քանդակ
և 60 նկար (Հադրութի շրջան, գյուղ Տող), Արծվիկ Լալայանի 100-ից ավել կտավ և
1000-ից ավել գրաֆիկական աշխատանք (Հադրութի շրջան, գյուղ Մեծ Թաղեր),
Սամվել Թավադյանի 180 նկար և 20 փայտե աշխատանք, Արտակ Պողոսյանի 15 նկար,
Դավիթ Ավագիմյանի 100 նկար, Արտաշես Նազարյանի 50 նկար (քաղաք Շուշի): Մեր
վերահսկողությունից դուրս են մնացել նաև Շուշիի Կերպարվեստի պետական
թանգարանում ժամանակավոր ցուցադրության մեջ գտնվող գեղանկարիչ Ժակլին
Սարգսյանի 30 աշխատանքը և քանդակագործ Սարգիս Բաղդասարյանի 16 քանդակը:
116 | Das kul u elle E be on A zach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը
երիտասարդների սոցիալական վիճակի բարելավում, ինչպես նաև տվյալ խավի կողմից
մատուցվող ծառայությունների որակի բարձրացում:
Գրականություն
B äuchle , Bi gi , In angible Cul u al He i age and Pea-
ce Building in Indonesia and Eas Timo , in: Daly P. /
Win e T. (Eds.), Rou ledge Handbook o He i age in
Asia, London-New Yo k 2012, 153–167:
Դավթյան, Կ., Լեռնային Ղարաբաղի բարբառային
քարտեզը, Երևան 1966:
In e na ional Council o Museum, ICOM in Russia
(n.d.), տես՝ h ps://icom- ussia.com/da a/icom-in-
ussia/ (հարցվել է 23.7.2023)։
ՄԱԿ, «Զինված հակամարտությունների ժամանակ
մշակութային արժեքների պաշտպանության
մասին» 1954 թ. Հաագայի կոնվենցիայի երկրորդ
արձանագրություն, Հաագա 26 մարտի 1999 թ.,
տես՝ h ps://www.a lis.am/Documen View.aspx?Do-
cID=31415 (հարցվել է 21.7.2023)։
ՅՈՒՆԵՍԿՕ, «Ոչ նյութական մշակութային
ժառանգության պաշտպանության մասին»
կոնվենցիա, Նյու Յորք 17 հոկտեմբերի 2003 թ.,
տես՝ h ps://www.a lis.am/Documen View.aspx?Do-
cID=31391 (հարցվել է՝ 21.7.2023)։
Պողոսյան, Ա. Մ., Հադրութի բարբառը, Երևան 1965:
Տիգրանյան, Ա. Հ., Արցախահայության ոչ
նյութական մշակութային ժառանգության
պաշտպանության մեխանիզմները, «Վեմ»
համահայկական հանդես/Մշակույթ, 2021 թ., N1,
էջ 205–225:
Հեղինակներ
Լեռնիկ Հովհաննիսյան
ԱՀ կրթության, գիտության, մշակույթի և սպորտի նախարարի տեղակալ և Արցախի
պետական համալսարանի պատմության ամբիոնի ավագ դասախոս, Ստեփանակերտ,
Արցախ, [email p o ec ed]
Արմեն Սարգսյան , բանասիր. գիտ. թեկն.
Արցախի պետական համալսարանի ռեկտոր, Ստեփանակերտ, Արցախ, [email p o ec ed]
Open Access
This pape is published unde he C ea i e Commons A ibu ion–Sha eAlike 4.0 In e na ional license
(CC BY-SA 4.0). Please no e ha indi idual, app op ia ely ma ked pa s o he pape may be excluded om
he license men ioned o may be subjec o o he copy igh condi ions. I such hi d pa y ma e ial is no
unde he C ea i e Commons license, any copying, edi ing o public ep oduc ion is only pe mi ed wi h he
p io consen o he espec i e copy igh owne o on he basis o ele an legal au ho iza ion egula ions.