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Jan D ees
P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-
Hols ein-Go o , on Mine a gek ön
Das Po ai his o ié on Jü gen O ens aus dem Augus 1654 im his o ischen
Kon ex bildliche Vo s ellungen aus dem K eis um Königin Ch is ina*
Von den dynas ischen Ve bindungen zu ande en Hö en, die um 1650 und den olgenden
Jah en du ch die Hei a en on den Töch e n He zog F ied ichs III. on Schleswig-Hols ein-
Go o (1597–1659) zu S ande kamen, wa die zum Königshaus in S ockholm bei wei em
die olgen eichs e.
Die Ve bindung des Go o e He zogshauses mi de schwedischen K one im Jah e 1654
wa ü He zog F ied ich III. siche lich de Höhepunk seine Hei a spoli ik. Jedoch ba g die-
se enge Bindung an Schweden be ei s den Keim des spä e en Un e gangs, denn mi Schwe-
dens Ve lus de eu opäischen G oßmach s ellung im G oßen No dischen K ieg wa auch
Go o s Schicksal besiegel ; die dänische K one e ieb die Go o e on ih em S ammsi z,
ih e Schleswige Residenz.1 Ihnen gab man die Schuld am eigenen Ve sagen im Jah e 1658,
als man den Schweden aus eigene Übe schä zung den K ieg e klä e und dann au imme
die P o inzen Halland, Schonen und Blekinge e lo , wodu ch Kopenhagen als Residenz
plö zlich nich meh in de Mi e des Reiches lag, sonde n an de Pe iphe ie. Am meis en
schme z e, dass man bei gu e Sich übe den Ö esund hin das Ve lo ene sehen konn e, wes-
halb au Schloss K onbo g die Fens e zu de Sei e hin e maue wo den sein sollen.
* Go o e Vo ag om 14. Janua 2022, ü den D uck übe a bei e (S and: 31.10.2022)
1 Vgl. Jan D ees: »Vi u is glo ia me ces«. He zog F ied ich III. on Schleswig-Hols ein-Go o (1597–1659) und sein
S eben nach Ruhm und Ane kennung du ch die Fö de ung de Wissenscha en und de Küns e, in: Die ich Ro h (Hg.):
Die Blumenbüche des Hans Simon Hol zbecke und Hambu gs Lus gä en. Hans Simon Hol zbecke , Hambu ge Blu-
menmale des 17. Jah hunde s. Bo anische, ga en- und kuns his o ische Aspek e. E gebnisse eine Tagung am 27.
und 28. Ok obe 2000 und Ka alog eine Auss ellung om 26. Ok obe bis 23. Dezembe 2000 in de S aa s- und Uni-
e si ä sbiblio hek Hambu g (Abhandlungen des Na u wissenscha lichen Ve eins in Hambu g NF 36), Kel e n-Weile
2003, S. 89–114; De s.: Hö ische Kul u in Go o s Glanzzei (1544–1713). Selbs e s ändnis und Ansp uch im Zeichen
on Rep äsen a ion und Ze emoniell, in: Ul ich Lange (Hg.): Geschich e Schleswig-Hols eins. Von den An ängen bis
zu Gegenwa , Neumüns e 1996, S. 267–279.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p9
160 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Einen de glanz olls en Au ak e am Beginn de Vo be ei ungen zu de Eheschließung
zwischen dem isch gek ön en König Ka l X. Gus a on Schweden (1622–1660) und de
jungen Go o e P inzessin Hedwig Eleono a bilde un e ande em das im Augus 1654 on
dem ü den Go o e Ho ä igen, in den Niede landen geschul en Male Jü gen O ens
(1623–1678) gescha ene Po ai his o ié de P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-
Hols ein-Go o (1636–1715), au dem sie in eine ganz igu igen Da s ellung in allego isch
his o isie ende Ve kleidung on de Gö in Mine a sinnbildlich zu Tugendkönigin gek ön
wi d (Abb. 1). Eine Da s ellung, die als Lei bild am Anbeginn zu sechs Jah zehn en im
Spannungs eld zwischen poli ische Mach , Ein luss und Familiensinn zu sehen is .
De zu Ve ügung s ehende Bes and an A bei en
Hinsich lich de uns bislang bekann en e hal enen A bei en on Jü gen O ens, au denen P in-
zessin Hedwig Eleono a on Schleswig-Hols ein-Go o wiede gegeben e schein , is zu be-
ach en, dass wi gene ell insgesam mi übe aus zahl eichen We k e lus en zu echnen haben.
Wenn man beispielsweise bedenk , dass wi ü die d ei e hal enen g oß o ma igen Gemälde zu
den Feie lichkei en ih e Hochzei und K önung im Jah e 1654 nu eine einzige Skizze kennen,
sp ich das ü sich. Nu ein ge inge B uch eil seines We ks schein e hal en. Ein wei we es
P oblem e gib sich zudem bei de Übe p ü ung on Zusch eibungen gene ell.
Die angesp ochene Skizze be i Hedwig Eleono as Auszug aus de Ki che nach e olg e
K önung. Die T auung und die K önung sind anschließend noch in Ams e dam o ensich lich
nach wei e en e lo enen Vo lagen on Jü gen O ens om S eche Co nelis Vissche au zwei
un e schiedlich g oßen Blä e n ep oduzie wiede gegeben wo den, wobei au äll , dass das
Bildmaß des K önungsbildes deu lich die g öße en Abmessungen au weis und das wohl au
den S olz de Au aggebe am Go o e Ho übe die S ockholme K önung zu ückgeh .
Neben dem einzig bekann en Einzelpo ä in de Reihe de Go o e Kinde aus de Zei
um 1652 und den beiden Da s ellungen inne halb de Familieng uppe beim sogenann en
F iedens es au Go o (Abb. 2), eine Vo s udie in G isaille und einem Riesen o ma , gib
es on de P inzessin bislang keine wei e en Da s ellungen aus diese ühen Phase. Zu e -
me ken is e ne noch ih e ühkindliche Da s ellung au dem on Julius S achen gemal en
Go o e Familienbild on 1638.
Es sei nich une wähn , dass sich das Go o e He zogshaus in s ändige S a uskonku enz
mi dem dänischen Königshaus be and, indem es ü seinen An eil am He zog um Schleswig
lehnsabhängig wa und gleichzei ig abe denselben Ahnen en s amm e. Demen sp echend wa
de We s ei au kul u ellem Sek o du chaus selbs bewuss . Als Beispiel sei da au e wie-
sen, dass Jü gen O ens sich bei de A bei am g oßen Go o e Familienbild on 1652 eng an
Ad iaen Pie e sz an de Vennes Da s ellung on König Ch is ian IV. on Dänema k in de Rolle
als F iedens e mi le im G oßen Teu schen K ieg aus dem Jah e 1643 o ien ie e (Abb. 3)
und
dass e un e kennba spiegel e keh ü seinen eigenen Komposi ionsau bau nu z e.
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Abb. 1: Jü gen O ens, P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-Hols ein-Go o , on Mine a gek ön , 1654, Öl
au Leinwand, 105 x 78 cm, e kleine , signie und da ie , u. .: I. OVENS . 1654 Mense Augus o, da un e spä e on
emde Hand: D o ning Hed ig Eleono as K öning i S e ige. © Schloss G ipsholm, NMG h 1222.
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Da die Ambi ionen Ch is ians IV. nich so ech on E olg gek ön wa en, wu de das nach
Glücks ad gelie e e Bild lange nich bezahl ; e mu lich e s nach dem Tode on Ch is ian IV.
im Jah e 1648 du ch seinen Nach olge König F ied ich III. on Dänema k. Es lieg nahe, dass
O ens sich das Bild o O in Glücks ad angeschau haben dü e. Auch die Mal echnik des
En wu s in G isaille ü die g oße Fassung des Familienbildes olg dem Bild in Glücks ad .
Wie bei allem, was in de Ve gangenhei seinen U sp ung ha , muss unweige lich dami
ge echne we den, dass es zwischen Au bewah em und zu ällig E hal enem na u gemäß
die noch g öße e Lücke des olls ändigen Ve lus es kla en kann. Das be i neben Ob-
jek en de dinglichen Kul u auch die sch i liche Kul u , wobei manches Ged uck e, wenn
übe haup , manchmal auch nu in einem einzigen Exempla e hal en sein kann, on den
handsch i lichen Tex en ganz zu schweigen.
Zu Deu ung de Komposi ion
Einige Aspek e de Komposi ion de sogenann en Tugendk önung möch e ich hie in ih em
Spannungs eld zwischen hö ische bildne ische An o de ung und ch is liche T adi ion on
Abb. 2: Jü gen O ens, Die Go o ische He zogs amilie in allego ische Da s ellung bei einem F iedens es , 1652, Bez. u. l.:
J. O ens | Ao 1652 (J. u. O. ligie ), G isaille, (Vo s udie zu dem monumen alen Gemälde in S ockholm), Öl au Leinwand,
64 x 94 cm. © Hille ød, De Na ionalhis o iske Musee paa F ede iksbo g, In .-N . A 4355.
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Lilie und K one und insbesonde e un e Be ücksich igung de zei genössischen Medaillen-
kuns e was eingehende o s ellen. Dabei e gib sich, dass die zei genössische Bild- und Vo -
s ellungswel noch einige Übe aschungen be ei häl , zumal diese Medaillenkuns ela i leich
anspo abel wa und zwischen Fü s enhäuse n ge ne ausge ausch wu de und in gewissem
Sinne de Rep äsen a ion auch imme Bes and eil ih e S a uskonku enz un e einande wa .
De eigen liche An ieb, sich e neu mi dem Po ai his o ié on de K önung de Go o e
P inzessin Hedwig Eleono a du ch Mine a zu beschä igen, wa eine sei s om zwei elnden
skep ischen Unbehagen da übe bes imm , mi wie ielen ungedeck en Schecks, also Ve -
mu ungswissen, sich e selbs ändigenden Angaben und Allgemeinplä zen übe die Hei a s-
anbahnung de Go o e P inzessin und dem schwedischen König Ka l X. Gus a im Somme
1654 man sich auseinande se zen muss, wenn man die Bea bei ungen de e eichba en un-
ged uck en und ged uck en Quellen in den Da s ellungen be ücksich ig , und ande e
sei
s,
wie man diesem Po ai his o ié in de In e p e a ion ge ech we den soll, wenn man es nich
ein ach in die üblichen B au bilde ein eih .2
2 Zum sogenann en Ve mu ungswissen gl. Ka l Poppe : Objek i e E kenn nis. Ein e olu ionä e En wu (Klassike des
mode nen Denkens), Gü e sloh 1992, S. 11 .; siehe auch De s.: Logik de Fo schung, Tübingen
10
1994.
Abb. 3: Ad iaen Pie e sz an de Venne, König Ch is ian IV. on Dänema k als F iedenss i e , 1643,Öl au Holz, 120 x 165 cm.
© Schloss Rosenbo g, Kopenhagen, In .-N . 7.12.
164 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Hinsich lich unse es hie o zus ellenden Bildes is noch anzume ken, dass es dazu eini-
ge sich wiede holende wohl eile Ansich en gib , die zwa au den e s en Blick einleuch end
e scheinen mögen, abe nich imme ein Wide lage in de Reali ä gehab haben dü en.
Da un e un e ande em die Annahme, dass dieses Bild zusammen mi einem Po ä ih e
Schwes e Magdalene Sybille König Ka l X. Gus a bei de Auswahl eine de beiden als seine
B au o gelegen habe. Man e s ieg sich soga zu de Ansich , dass das Bild u sp ünglich als
Tugendda s ellung ü eine geplan e Ve bindung mi dem Hause Mecklenbu g-Güs ow ge-
dach gewesen sein könn e.3
Diese Da s ellung on de K önung de P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-Hols ein
Go o du ch Mine a au Leinwand (105 mal 78 Zen ime e ) is signie und da ie – J. OVENS
. 1654 Mense Augus o (»1654 im Mona Augus «) – sowie zusä zlich e sehen mi de spä e en
Au sch i on emde Hand: D o ning Hed ig Eleono as K öning i S e ige (»Königin Hed ig
Eleono as K önung in Schweden«).
Diese Au sch i ha noch lange dazu e lei e , diese Au sch i wö lich zu nehmen
und diese mi de ollzogenen K önung am 26. Ok obe 1654 (die Eheschließung and am
24. Ok obe 1654 s a ) in S ockholm gleichzuse zen, was na ü lich zu I i a ionen üh , zu-
mal das Bild du ch seine p imä Go o e Konno a ion eine ganz ande e Bedeu ung e häl
und un e dem Vo zeichen de poli ischen Ikonog aphie ehe als Ausd uck des Go o e
Selbs e s ändnisses zu we en is .
F ühe e eigene Kommen a e zu dem Bild aus den Jah en 1996,4 19975 und noch 20156 ha-
ben zwa die Ve bindung zu mecklenbu gischen Hei a on o nhe ein ausgeschlossen und
sich s ä ke au die Quali ä und die küns le ische Aus o mung des Bildes konzen ie , gleich-
zei ig abe noch angenommen, dass mögliche weise ein gleich angiges Bild auch ü P inzes-
sin Magdalene Sybille exis ie haben könn e. Jedoch habe ich o Jah en e s e Ve mu ungen
gehab , dass sich mi diese Allego ie au P inzessin Hedwig Eleono e eine ie e e Sinnha ig-
kei und ein wi kliches Alleins ellungsme kmal e binde . Die in den Quellen e wähn en Po -
ä s de beiden P inzessinnen, die König Ka l X. Gus a zu Auswahl eine B au o gelegen
haben, sind nich e hal en, dü en abe ähnlich den Einzelpo ä s de Geschwis e aus dem
Jah e 1652 gewesen sein.7
3 He ibe Sei z: Jü gen O ens’ k önings ision, in: Kons his o isk idsk i 43.1–2 (1974), S. 1–7.
4 D ees: Hö ische Kul u (wie Anm. 1), S. 278.
5
De s.: Jü gen O ens (1623–1678) als hö ische Male . Beobach ungen zu Po ai - und His o iemale ei am Go o e
Ho , in: Heinz Spielmann/Jan D ees (Hg.): Go o im Glanz des Ba ock. Kuns und Kul u am Schleswige Ho 1544–1713.
Ka aloge de Auss ellung zum 50-jäh igen Bes ehen des Schleswig-Hols einischen Landesmuseums au Schloß Go o
und zum 400. Gebu s ag He zog F ied ichs III., Bd. 1: Die He zöge und ih e Sammlungen, Schleswig 1997, S. 245–259.
6 De s.: P insessan Hed ig Eleono a a Hols ein-Go o p k öns a Mine a, in: Me i Laine (Hg.): Hed ig Eleono a. Den
s enska ba ockens d o ning (Sk i e ån Kungl. Husge ådskamma en 15), Ka ls ad 2015, S. 94 .
7
Vgl. De s.: En ision om e enskap och kons . Ho e i Hols ein-Go o p som ö ebild ö d o ning Hed ig Eleono a, in:
Laine: Hed ig Eleono a (wie Anm. 6), S. 88 .; De s.: Hed ig Eleono a Regina Sueciae (HERS). F om Schleswig o S ock-
holm, in: Ral Bleile/Joachim K üge (Hg.): »P incess Hed ig So ia« and he G ea No he n Wa , D esden 2015, S. 78–89.
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Die im Folgenden o geleg en Anme kungen sind e s im Zusammenhang eine e neu en
wei e en Beschä igung mi dem Leben und Wi ken de aus dem Go o e Hause s ammen-
den Königin Hedwig Eleono a en s anden, wobei das Po ai his o ié on de K önung de
Go o e P inzessin Hedwig Eleono a du ch Mine a aus dem Augus 1654 ehe beiläu ig
wiede in den Blick kam und die Un e suchung sich e s im Lau e eine e gebniso enen Re-
che che um ang eiche ges al e e, als zunächs angenommen, weil sich bishe unbe ücksich-
ig e Zusammenhänge e gaben, die eine neue Sich au dessen ba ocke Bildwel e möglichen.
Bei de Analyse des Bildes zeig sich einmal meh , dass es hie nich um das Au sammeln
und Nachweisen on Bildelemen en geh , sonde n um sinnha e Zusammenhänge, die in
sich be ei s Vo gänge haben können, die om be ach enden Ad essa en ge adezu e wa e
wu den.
Dabei spiel un e ande em die be ühm e Beg i lichkei on E ns Gomb ich, dem »Be-
holde s sha e«, also dem An eil des Be ach e s, de die E wa ungshal ung umsch eib , eine
wesen liche Rolle.8 Le z lich wu den dadu ch küns le ische P axis und inhal liche Ideen mi -
elba s a k beein luss , nich zule z in de s ändisch gegliede en Gesellscha de ühen
Neuzei . Nich nu die Bildenden Küns e, sonde n auch die Dich ung des Ba ock wa en in
ih e Akzep anz da on bes imm .9
Dabei is in de Regel abe gewisse Vo sich gebo en, denn, wenn man mi unse em heu-
igen Ve s ändnis und Denken au das de ühen Neuzei blick , kann es o kommen, dass
man selbs le z lich on äs he ischen Vo s ellungen de jünge en Neuzei bes imm is .
Vieles mag uns so o übe agba e scheinen, abe manches dü e unse em All ags e -
s ändnis un e s ändlich bleiben, insbesonde e die Sp ache de Bilde , die ih e besonde e
Aus o mung und P ägung du ch die Vo s ellungswel de Humanis en de ühen Neuzei
e ah en ha , die ih e sei s ganz au die klassische An ike zu ückgingen.10
Dem gebilde en Publikum des 17. Jah hunde s wa en diese Vo s ellungen du chaus ge-
läu ig. Dabei gab es ein ache und seh einp ägsame Bo scha en bis hin zu seh komplex
abgelei e en, e ä sel en Bilde n, ü die un e ande en übe aus zahl eiche sogenann e Em-
blembüche en s anden, mi ih en sinns i enden Übe sch i en sowie eine einp ägsamen
bildlichen Da s ellung und den jeweils da un e e klä enden Ve sen – und das nich nu in
den al en Sp achen, sonde n auch zunehmend in den Na ionalsp achen.
8 E ns H. Gomb ich: A and illusion. A s udy in he psychology o pic o ial ep esen a ion (Bollingen se ies 35.5; The
A. W. Mellon lec u es in he ine a s 5), New Yo k 1960. – Vgl. Thijs Wes s eijn: The Sublime and he »Beholde ’s
Sha e«. Junius, Rubens, Remb and , in: Jou nal o His o ians o Ne he landish A 8.2 (2016), S. 1–32.
9 Vgl. Jan D ees: Die soziale Funk ion de Gelegenhei sdich ung. S udien zu deu schsp achigen Gelegenhei sdich ung in
S ockholm zwischen 1613 und 1719 (Kungl. Vi e he s His o ie och An ik i e s Akademiens Handlinga ), S ockholm 1986.
10 Vgl. Jan Białos ocki: Das Modusp oblem in den bildenden Küns en. Zu Vo geschich e und zum Nachleben des »Mo-
dusb ie es« on Nicolas Poussin, in: Zei sch i ü Kuns geschich e 24.2 (1961), S. 128–141; De s.: Ein ache Nach-
ahmung de Na u ode symbolische Wel schau. Zu den Deu ungsp oblemen de holländischen Male ei des 17. Jah -
hunde s, in: Zei sch i ü Kuns geschich e 47.4 (1984), S. 421–438.
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Nich zu un e schä zen is auch de Ein luss de Rhe o ik au die Themen de Bildenden
Kuns und ih e Aus o mung. Das spiegel sich e wa in de eichen niede ländischen Kuns -
li e a u des 17. Jah hunde s on F anciscus Junius (1591–1677) übe Samuel Hoogs a en
(1627–1678) bis A nold an Houb aken (1660–1719).11
11 Vgl. dazu Thijs Wes s eijn: Pain ing as »Reall Pe o mance« in Remb and ’s S udio, in: Ga in Alexande /Emma Gilby/
Alexande Ma (Hg.): The Places o Ea ly Mode n C i icism, Ox o d 2021, S. 206–218. Wes s eijn bezieh sich o al-
lem au diese d ei Au o en, wo on insbesonde e F anciscus Junius’ De Schilde -Kons de Oude in Ams e dam isch
au den Ma k kam. Inwiewei Jü gen O ens die A bei on F anciscus Junius gekann ha , is jedoch ungewiss. Sie
e schien 1641 e s mals in niede ländische Fassung. In ebendiesem Jah a Samuel an Hoogs a en ins A elie on
Remb and ein. In diesen Jah en wa O ens auch in Ams e dam, wenn ielleich auch nich bei Remb and , sonde n in
dem benachba en A elie , das zu Akademie des Hend ick Uylenbu gh, ü den auch Remb and a bei e e, gehö e.
Als Pie e F an z de G ebbe seine Regulen welcke by een goe Schilde en Teyckenae geobse ee en ach e olgh
moe en we den 1649 in Haa lem e ö en lich e, wa Jü gen O ens noch in den Niede landen. Dass in dem Nachlass-
in en a on O ens’ Wi we im Biblio heksbes and keine Kuns li e a u au auch , häng e mu lich dami zusammen,
dass diese wah scheinlich di ek beim Tode des Va e s an seinen Sohn F ied ich Adol O ens, de eben alls Male wa ,
gegangen sind. F anciscus Junius’ Abhandlung The Pain ing o he Ancien s, on diesem e ö en lich in englische
Sp ache im Jah e 1639 au de Basis de eigenen u sp ünglichen la einischen Fassung aus dem Jah e 1637 und au
Niede ländisch 1641 du ch seinen Ne en Johan de B une den Jünge en, dü e Jü gen O ens ganz siche in de nie-
de ländischen Fassung gekann haben. Sie wa damals die e s e um ang eiche Zusammens ellung klassische Quel-
len mi Bedeu ung ü die Bildende Kuns , die ein au s ebende junge Male zu Hand haben soll e.
P inzessin Hedwig Eleono a, on Mine a wegen ih e lilienha en Tugend gek ön
Die Da s ellung is ein ganz besonde es Beispiel ü Jü gen O ens’ hohes male isches Kön-
nen und komposi o isches bildmäch iges Geschick und die Ta sache, dass es bei nähe em
Zusehen du chaus eine übe aus so g äl ige hema ische Vo be ei ung e mu en läss .
Es is eine Da s ellung de hie noch 17-jäh igen P inzessin Hedwig Eleono a on Schles-
wig-Hols ein-Go o aus dem Augus des Jah es 1654, die e wa ande halb Mona e spä e
– nämlich am 24. Ok obe 1654, einen Tag nach ih em 18. Gebu s ag – König Ka l X. Gus a
on Schweden hei a en soll e; e s and dabei ku z o seinem 32. Gebu s ag.
Eine e s e besch eibende Annähe ung
Die Go o e P inzessin Hedwig Eleono a is hie in ganze Figu in eine o enen, leich hü-
geligen, abgedunkel en Landscha o leuch endem, hellblau gelbem und eilweise bewölk-
em Abendhimmel da ges ell . Die Ho izon linie e läu im un e en Bildd i el. Zusä zliche
Beleuch ung ü die Bildkomposi ion komm sei lich on links.
Die P inzessin äg dabei ein bodenlanges, golden/silbe n du chwi k es, b aunes B o-
ka kleid mi weißen Un e a mau schlägen und weißen Hemdä meln da un e . Ein weiße ,
meh lagige , ausladende und au s ehende Dekolle é-K agen schließ das aillie e Gewand
schul e nah nach oben ab, ge a und zusammengehal en mi eine kos ba en Pe len- ode
Edels ein-B osche o de B us und au de ech en Schul e is eine gold a bene Schlei e
angehe e . Ih sei lich o en he ab allendes, b aunes bzw. dunkelblondes Haa is schul e -
lang. An ih em Hin e kop äg sie ein Diadem, das e mu lich den hin e en Haa schop
zusammenhäl . Am Hals äg sie eine ein eihige Pe lenke e, ein ie eihiges Pe lena mband
an ih em ech en Handgelenk.
D ees: P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-Hols ein-Go o , on Mine a gek ön | 167
Übe ih e linke Schul e lieg ein blaue , la e nde Schal, de ih Haup und ih e Schul e n
nach links um ahmend bis zu Hü e hin e äng . Auch das Blau als Symbol-Fa be spiel hie
unübe sehba eine Rolle. Sie symbolisie hie un e ande em die eheliche T eue und spiel
beispielsweise im Minnesang eine g oße Rolle. Vo allem symbolisie sie das Himmlische,
zum Beispiel den Man el Ma iens, das Gewand de Go esmu e . Blau wa übe aus kos ba ,
weil das Fa bpigmen un e ande em e s aus dem Lapislazuli gewonnen we den muss e, syn-
he isch ließ es sich e s im 19. Jah hunde gewinnen.
In de ech en Hand häl sie den S iel eine weißen Lilie. Die weiße Lilie gil sei al e s-
he als ein Symbol ü Reinhei , Unschuld und Jung äulichkei . Mi de linken Hand, die
sie gleichsam au ih em ech en Obe schenkel au legen will, e weis sie au die Gö in de
Weishei , de S a egie und des Kamp es, Pallas A hene – hie in ih e Rolle als Mine a, de
Pe soni ika ion de Weishei . Diese si z au eine on ech s ins Bild kommenden Wolke –
gleichsam im Damensi z – und äg einen B us panze , einen e golde en Helm nach an ikem
Vo bild mi blauem Fede schmuck und ein gelbweißes Gewand. Sie ha den Schild mi dem
Haup de Medusa und eine A Lanze au die Wolke hin e sich geleg .
Mi beiden Händen häl sie eine o ene K one – also keine Königsk one – übe P inzessin
Hedwig Eleono as Kop . Ein Pu o um ass und küss Hedwig Eleono as linkes Handgelenk.
In de obe en linken Ecke des Gemäldes sind zwei wei e e schwebende Pu en zu sehen, on
denen de eine einen goldenen Schlangen ei , ein Ewigkei ssymbol in den Händen hal en; die
sich in das Schwanzende beißende Schlange.
De ande e häl einen Me ku ius-S ab, de hie siche lich in seine Rolle als Symbol ü
F ieden und ö en liche Wohl ah gedach is . Im Himmel oben ech s sind d ei wei e e schwe-
bende Pu en zu sehen, die um ahmend das unbek ön e Wappenschild des Hauses Schleswig-
Hols ein-Go o hal en und gleichzei ig Blumen he un e s euen. Anzume ken is ielleich ,
dass das Zen um des obe en Bildd i els du ch das Haup de Mine a bes imm wi d, die
gleichsam in eine S ahlenglo iole in eine A Lich unnel und zusammen mi den Pu en in
eine himmlischen Sphä e e schein .
Im Vo de g und un en ech s knie boden e bunden eine o gewande e Ce es ode Pomona
o Hedwig Eleono a und e g ei on den F üch en, die zahl eich aus dem eilweise e deck-
en Füllho n allen, eine de Zi us üch e, um sie ih zu zeigen. Auch hie is mi Hinblick au
eine be o s ehende Ehe ge adezu mi eine Symbolik mi Bezug zu F uch ba kei zu echnen
.
Die K önung zu eine A Tugendkönigin du ch Mine a is hie gleichsam szenisch
da ges ell . All das is ges al e mi ausgesuch em Kolo i und komposi o ischem Geschick,
dynamischen C- und S-Schwüngen und höchs em male ischen Ve mögen.
Man möch e as sagen, dass die Da s ellung spiele isch alle An o de ungen des soge-
nann en hohen S ils im Sinne eine e wa ba en Bild he o ik einlös . In seine de Si ua ion
de be o s ehenden königlichen Ve mählung angemessenen Bildwel läss de Male eine A
i uelle Reali ä mi hohe E izienz en s ehen. Das Bild weis als ein in sich abgeschlossenes
We k übe sich hinaus. Es läss den schlich en Abbildcha ak e wei hin e sich. Es e üll den
Cha ak e eines Gesam kuns we ks, das de E wa ungshal ung inne halb eine s ändisch ge-
174 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
ma, omniumque scien ia um a iumque, quas hic mi i ice & o na i & auxi , Pa ona. Pos
numisma Sige odianum, de quo sup a, maximum hoc es in e omnes S eonum nummos
Symbolicos seu hono a ios; a gen eum enim ponde e aequae duodecim Impe iales.
22
Johan A ckenhol z e me k dazu in de besch eibenden Vo s ellung de Medaille in ei-
nem Wo lau , de im Wesen lichen als eine Übe se zung des la einischen Tex es im Thesau-
us nummo um on 1731 anzusehen is , im Jah e 1752:
22 Elias B enne : Thesau us nummo um sueo-go hico um [...], S ockholm 1731, S. 187.
Abb. 6: E ik Pa ise, Medaille au die K önung de Königin Ch is ina 1650 in S ockholm, s. Kop Ch is inas mi de In-
sch i CHRISTINA REGINA, s. A m Go es, die K one eichend, da un e AVITAM ET AVCTAM(»e e b und e meh «),
Silbe , Du chmesse : 4,4 cm. © S ockholm, Kungliga Myn kabine e .
Abb. 7: Johann Re he, Medaille au die K önung de Königin Ch is ina1650 in S ockholm, s. B us bild Ch is inas im
Rech sp o il, lo bee bek änz im Schuppenpanze mi Löwenkop mi de Insch i CHRIST: D: G: SVE: GOT:VAND:
G: REGIN, s. zwei aus Wolken kommende Hände, die eine K one übe eine au dem Boden wachsende Lilie hal en,
zwischen den A men ein liegendes Band mi de Insch i NON ALIVNDE (» on niemand ande em« [als on Go ]),
Silbe , Du chmesse : 9,3 cm. © Abb. aus: Rasmusson: Medaillen au Ch is ina (wie Anm. 16), S. 311, Fig. 20/ ec e 27.
D ees: P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-Hols ein-Go o , on Mine a gek ön | 175
50. Das B us bild de Königinn; das Haup mi Lo be n umgeben. Die Uebe sch i :
Ch is . D. G. Sue. Go . Vand. Q. Regin.
Die Gegensei e: Eine g oße Lilie, so in eine anmu igen Gegend s eh , au welche zwo aus
den Wolken he o gehende Hände eine K one legen; oben sieh man den Namen Go es,
welche au allen Sei en S alen wi . Zwo Hände, so aus den Wolken kommen, hal en ein-
en Ze el, wo au die Wo e s ehen: »Non aliunde.«
Da die Lilie ohne Flecken und die weißes e un e allen Blumen is ;
so ha die Königinn als eine eine Jung e , die sich nich e mählen woll e,
dieselbe zu ih em Wahlsp uche nehmen wollen.
Und gleichwie die Na u die K one in de Lilie,
in welche e liche a ige göldene Fäse sind,
e bo gen ha ; so is es ganz ech ,
daß man ih diese Wo e zueigne : »Me ui cando e co onam.«
Diese Gedäch nißmünze is die g ößes e, so man on de Ch is ina ha .
In Silbe wieg sie 24 Lo h.
23
23
Johan A ckenhol z: His o ische Me kwü digkei en, die Königinn Ch is ina on Schweden be e end. Zu E läu e ung de
Geschich e ih e Regie ung und insonde hei ih es P i a lebens, wie auch de Ci il- und Geleh enhis o ie ih e Zei . Nebs
zweyen noch nie ged uck en We ken diese geleh en P inzessin [...], Tl. 2, Leipzig/Ams e dam 1752, S. 401, N . 50.
Abb. 8: Elias B enne : Thesau us nummo um
sueo-go hico um [...], S ockholm1731, S. 187. Ge-
mein ei ia Münchene Digi alisie ungszen um.
176 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Elias B enne ass es mi dem la einischen Sinnsp uch Me ui cando e co onam e end
zusammen, womi o en au ih e Jung äulichkei angespiel wi d – und was sich ielleich
übe se zen läss mi : »Sie e dien du ch ih e lilienha e Reinhei die K one de Tugend.«
Besch eibung des Medaillenbildes mi dem Sinnsp uch NON ALIUNDE
Die Da s ellung als solche is in dem Rund seh kuns e ig und bildwi ksam au gebau . Übe
eine waage ech en, un e en, p o ilie en Sockelzone e ö ne sich ein Ausblick in eine wei e,
leich hügelige Landscha , die nach links du ch eine on links he ein agende Waldzone ab-
geschlossen wi d. Es lassen sich Bäume, Seen und Gebäude mi Tu m ausmachen.
Am linken un e en Bild and e wächs deu lich nach links aus de Bildmi e ge ück au
eine Zone mi Felsenge öll eine ielblä ige Lilienp lanze mi eine au s eigenden Blü e,
übe die beidhändig eine Königsk one gehal en wi d. E was un e halb diese Hände e -
läu die gedach e Ho izon linie. Zwischen den da übe on ech s aus geball en Wolken
agenden A men is diagonal ein an den Enden leich einge oll es liegendes Sp uchband
mi de De ise NON ALIUNDE angeb ach . Die obe e Zone wi d abgeschlossen du ch eine
S ahlenglo iole mi den heb äischen Zeichen ü Jahwe. Das da aus esul ie ende obe e
Abb. 9: Elias B enne : Thesau us nummo um sueo-go hico um [...], S ockholm1731, Doppel a el CHR. TAB. IV. Gemein-
ei ia Münchene Digi alisie ungszen um.
D ees: P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-Hols ein-Go o , on Mine a gek ön | 177
K eisbogensegmen ko espondie komposi o isch mi de un e en Sockelzone, wodu ch ü
die in die Da s ellung eine Landscha mi Vo de -, Mi el- und Hin e g und eingebe e en
emblema ischen Pic u a bildwi ksam ein passende Rahmen gescha en wi d.
Üb igens übe dem Sockel au einem de o de en S eine wi d in eine muldena igen
Ve ie ung ein ligie es HR in Ve salien als Signa u ü den Medailleu Johann Re he sich -
ba , de hie eine küns le isch seh ausgewogene A bei gescha en ha , die sich seines Leh-
e s Sebas ian Dadle als du chaus ebenbü ig e weis .
Was die Ehelosigkei Königin Ch is inas angeh , so könn en auch Ge üch e eine Rolle
gespiel haben, die sie absch eck en, wo on ielleich die e was ungezügel en T inkgewohn-
hei en ehe zu e schme zen wa en als die zahl eichen e o ischen Eskapaden, denen be ei s
insgesam ie o eheliche Söhne zu Buche s anden: Ca olus Ca lsson sowie Gus a Ca ls-
son, Samuel Ca lsson und Nils Ca lsson. Ande e sei s gab es un e den Zei genossen auch
die Ve mu ung, dass ih Geschlech nich ganz eindeu ig ausgep äg gewesen sei und dass
sie dahe ü sich die Ehelosigkei gewähl habe.
Das o s ehende Mo o und die doppel e bildhal ige Sinnbildlichkei , die noch du ch das
Exempel de Lilie gegeben we den, e gänzen sich zu eine Allego ie, die ohnegleichen e -
schein . Übe agen au Jü gen O ens’ Po ai his o ié on Hedwig Eleono a mach es hie
du chaus Sinn, dass Königin Ch is ina ih in eine Pe soni ika ion die mi de Lilie e bun-
dene Tugendk one übe das Haup häl .
Angesich s de hie o ges ell en Zusammenhänge is nich auszuschließen, dass Jü gen
O ens au i gendeine Weise Kenn nis on diesen Medaillen bekommen ha . Ve mu lich ge-
hö en sie soga zum Go o e Bes and. Leide habe ich diese Medaillen in meinen Un e su-
chungen zum Medaillen-Bes and in den In en a en de Go o e Kuns kamme nich nach-
weisen können. Jedoch das Mo o Me ui cando e co onam inde auch au Jü gen O ens’
Da s ellung hie seinen bildha en Ausd uck. Auch Hedwig Eleono a e diene du ch ih e
lilienha e Reinhei die K one de Tugend.
Abb. 10: NON ALIVNDE (» on niemand ande em« [als on
Go ]), hie die Rücksei e eines Abgusses in Kup e . © Uppsala
Uni e si y Coin Cabine . Vgl. Bild 20 in Yl aHaiden halle : All
guld som glimme , U
ppsala 2015, Abb. de kleine en Va ian-
e: K is inas k öningsmedalj NON ALIUNDE, Hd K is ina no.
46, ånsida; Fo o: UUMK, Johan Re he, ø 31 (sil e ), Johan
A ckenhol z: His o ische Me kwü digkei en, die Königinn
Ch is ina on Schweden [...], Bd. 2, Leipzig/Ams e dam 1752,
S. 401, N . 50 (und N . 51: eine ande e kleine Schaumünze mi
ebendiesem Wahlsp uch).
178 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Abb. 11: De ail aus Jü gen O ens, P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-Hols ein-Go o on Mine a gek ön ,
1654 (wie Abb. 1).
D ees: P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-Hols ein-Go o , on Mine a gek ön | 179
Ve mu lich wa Jü gen O ens ebenso on Hans Simon Hol zbecke s (* um 1610–1671)
Da s ellung eine weißen Lilie (lilium candidum) aus dem Go o e Neuwe kga en ins-
pi ie . Hol zbecke a bei e e in den 1650e Jah en im Au age des He zogs am Go o e
Codex, sodass O ens die Blä e o Augen gehab haben dü e (Abb. 11, 12).
Ohne Zwei el haben die hie o ges ell en Medaillen aus den Jah en 1649 und 1654 in
O ens’ Tugendallego ie unleugba eine an egende Rolle gespiel , abe hie sei da übe hin-
aus au den allgemeinen Kul de Pe soni ika ion Königin Ch is inas mi Mine a ode Pallas
A hene eingegangen, denn es gib noch zwei wei e e Bildelemen e, die ü die Ausges al ung
des hie o ges ell en Po ai his o ié eine nach ollziehba e Rolle gespiel haben dü en
und die im zei genössischen Zusammenspiel gleichsam einen wei e en Schlüssel bie en.
Königin Ch is ina als Mine a
Im Zusammenhang mi de wei e en In e p e a ion de Tugendk önung de Go o e P in-
zessin du ch Mine a bzw. Pallas A hene is abschließend e suchsweise noch zu übe legen,
ob hie nich im enge en Sinne auch eine di ek e Pe soni ika ion on Königin Ch is ina als
Mine a du ch Jü gen O ens gemein sein könn e. Das lieg nahe, da auch be ei s die Lilien-
In e p e a ion de g oßen K önungsmedaille NON ALIUNDE on Johann Re he übe deu lich in
diese Rich ung weis .
Ha e doch Pon us G a e 1966 hellsich ig in einem Bei ag ü das Po ai his o ié de
P inzessin Hedwig Eleono a den wich igen Hinweis gegeben, dass die Gesich szüge de
Mine a in O ens’ Da s ellung an die »Hei a s e mi le in« Königin Ch is ina e inne en:
Abb. 12: Hans Simon Hol zbecke , Lilium Candidum, Gouache
au Pe gamen , Go o e Codex, zwischen 1649 und 1659.
© S a ens Museum, Kopenhagen, KKSgb2947/81.
180 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
»Vo de Ab eise de P inzessin nach Schweden schu de Go o e Male O ens dieses alle-
go ische Bild, in dem ih on Pomona au gewa e und sie on de Weishei sgö in Mine a
gek ön wi d, de en Züge an die geleh e Hei a s e mi le in Ch is ina e inne n.«
24
Be ei s in den Jah en 1645 bis 1650 begannen die allego ischen Po ä s on Königin Ch is ina
als Mine a zuzunehmen. Ih en Höhepunk e eich en sie anlässlich des Wes älischen F iedens
1648 und bei ih e K önung im Jah e 1650, als ohnehin g öße e Beda an Schaumünzen bes and.
1647 sch ieb zum Beispiel de niede ländische Dich e Joos an den Vondel nach Au o -
de ung on Michel Le Blon, dem Diploma en in schwedischen Diens en und zugleich Kuns -
agen en de Königin in den Niede landen, eine Hommage au Königin Ch is ina als no dische
Mine a: das Lobgedich mi dem Ti el A ze sel de koningklycke p in e und e ne eines mi
dem Ti el Dancko e .25 Es wa die poe ische An wo aus zwei e Hand au einen on Michel
Le Blon ihm ku z zu o o ab gesand en li e a isch besch iebenen En wu ü ein Po ä de
Königin als Mine a, dessen Aus üh ung im D uck abe e s 1649/50 in de Ges al ung on
Je emias Falcks Kup e s ich zusammen mi de un e de Da s ellung angeb ach en Widmung
an Königin Ch is ina, einem Epig amm on Michel Le Blon in la einischen Dis ichen, e schei-
nen soll e (Abb. 13). Dieses Bla sei hie im Folgenden o ges ell .
Das Bild is wie ein kleines S illleben au gebau . In de Mi e die allego ische, an ikisie ende
Po ä büs e de schwedischen Königin Ch is ina als Pallas A hene in eine Nische au einem Absa z:
Büs e nach ech s mi lo bee umk änz em Helm mi Sphinx und Fede busch, ein eihige Pe lenke e
um den Hals, leich es Gewand und wei ausgeschni ene B us panze mi angedeu e em Medusen-
haup in de B us mi e, au undem, p o ilie em Sockel und eine lachen, quade ö migen Plin he
au eine B üs ung, da au sei lich links eine Eule au d ei liegenden Büche n, ech s sei lich ange-
lehn ein Lo bee zweig, die ech eckige Rückwand is k euzweise sch a ie . Die Büche sollen e -
mu lich au die epischen Dich ungen, die Ilias, die Odyssee und die Aeneis, hinweisen.26
Un e de Da s ellung inden sich die olgenden la einischen Dis ichen:
Pinge e Sueco um Numen dum en a Apelles,
Omnis in e igie ludi u usq[ue] labo .
A amen agnô in quae si quam ecimus, inqui :
Dixi e exp essi Pallada doc a manus.
Sic bene p ogna am Sueonum Jo e pinxi in uno
Dum genus e aciem pinxi e ingenium.
24 Vgl. Anm. 21.
25
Joos an Vondel soll e einige wei e e Gedich e au Königin Ch is ina e assen. Von Königin Ch is ina e hiel e eine gol-
dene Ke e e eh . Vgl. Jochen Becke : »Deas supe emine omneis« Zu Vondels Gedich en au Ch is ina on Schweden
und de bildenden Kuns , in: Simiolus. Ne he lands qua e ly o he his o y o a 6.3–4 (1972/73), S. 177–208, hie S. 186.
26 Vgl. beispielsweise La s Olo La sson: Rhe o ic and Au hen ici y in he Po ai s o King Ch is ian IV o Denma k, in:
Daphnis 32 (2003) S. 13–40, hie S. 23.
D ees: P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-Hols ein-Go o , on Mine a gek ön | 181
Da un e die zweizeilige la einische Widmung:
SACRAE REGIAE MAIESTATI SVECIAE |
Humillimo ac de o issimo animo o e u dedica u q[ue] à M[ichel] le Blon.
Das Bla is 1649 en s anden und o O in Schweden ged uck wo den, wie das D uck-
p i ileg Cum p i [ilegio] R[eginae] S[ eciae] e deu lich . Es wi d on Michel le Blon di ek
am Ho übe eich wo den sein.
In den beglei enden Dis ichen de Widmung e olg die olls ändige Gleichse zung on
Königin Ch is ina mi Pallas A hene, denn Apelles e sag imme wiede bei de Da s ellung
eines Abbildes de Königin. E s als e mi geüb e Hand Pallas A hene da s ell , s ell sich
ein e endes Abbild ih e He kun om schwedischen Jupi e , ih es An li zes und ih es
Geis es ein. So mal e sie in einem einzigen Bilde: Sic bene [...] pinxi in uno. Au die Da -
s ellung des Bla es übe agen, heiß das: mi allen e o de lichen bildha en Bes and eilen.
Und insgesam :
Abb. 13: Je emias Falck, Allego isches Po ä de
Königin Ch is ina on Schweden (1626–1689) als Mi-
ne a, 1649, Kup e s ich, im Au age on Michel Le
Blon ges ochen, e mu lich nach einem En wu on
E asmus Quellinus, Bla maße: 431 x 296 mm – Pla -
enmaße: 345 x 219 mm – Bildmaße: 274 x 211 mm,
au de B üs ung u. . signie J[e emias] Falck sculp.
e excu. cum p iu[ilegio] R[eginae] S[ueciae], un e
de Da s ellung inden sich la einische Dis ichen.
© Kopenhagen, S a ens Museum o Kuns , KKSgb
13415.
182 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
»Als Apelles e such , de Schweden höchs es Wesen zu malen,
so en weich ihm s e s bei alle Mühe das Abbild.
Gleichwohl dü e man e kennen, we es is , den ich da s elle, sag e .
Sp ach es – und s ell e mi geüb e Hand Pallas A hene da .
Au diese Weise mal e e e end den Abkömmling des schwedischen Jupi e .
E mal in einem einzigen Bilde ih e He kun , ih An li z und ih en Geis .«
27 Ka l E ik S enebe g: Le Blon, Quellinus, Millich and he Swedish Cou »Pa nassus«, in: Pla en: Queen Ch is ina o
Sweden (wie Anm. 16), S. 332–364, hie S. 336 .; siehe auch De s.: K is ina idens måle i, Malmö 1955.
28 A ne Danielsson: Sébas ien Bou don’s Eques ian Po ai o Queen Ch is ina o Sweden. Add essed o »His Ca holic
Majes y« Philip IV, in: Kons his o isk Tidsk i 58.3 (1989), S. 95–108.
29 Do o hea Sch öde : Ch is ina on Schweden in Hambu g. »Die S unden daue n hie Ewigkei en ...«, Hambu g 1997.
Sic bene [...] pinxi in uno – »so e end gemal in einem einzigen Bild«
Dieses is die Schlüsselsen enz, die du ch ih en Pla z gegen Ende de Ve se he o gehoben
wi d und die als solche die S ä ke de he o ischen Da s ellungsmi el in übe zeugende Voll-
endung anzeig und gleichzei ig das
ap um
, die Angemessenhei des
deco um
im Sinne des
hohen S ils eine Lob ede au eine Königin, e üll .
O a o
und
Pic o
, de Redne und de
Male e gänzen sich hie nahezu symbio isch. Dass die on Je emias Falck da ges ell e Büs e
de Pallas A hene da übe hinaus noch po ä ha e Züge on Königin Ch is ina au weis , die
au ein ku z zu o du ch den am S ockholme Ho ä igen Male Da id Beck gemal es Po ä
zu ückgehen, e s ä k den Eind uck.27
Königin Ch is ina zu P e de im Damensi z ‒ eine Rei e da s ellung
on Sébas ien Bou don aus dem Jah 1653
Zum Abschluss de hie o geleg en Aus üh ungen übe das sp echende Bild, das Po ai his-
o ié on Hedwig Eleono as Tugendk önung du ch Mine a, soll es hie zu E gänzung noch
um eine g oß o ma ige Da s ellung on Königin Ch is ina zu P e de gehen, die auch mi einem
meh ode wenige e bo genen Sinn e sehen is .
28
Von Do o hea Sch öde , die un e ande em übe Königin Ch is inas Au en hal in Hambu g
ge o sch ha ,29 wu de ich in de Diskussion mi ih übe Hedwig Eleono as Tugendk önung
eundliche weise da au au me ksam gemach , dass die Mine a au de Wolke sie s a k an
die on Sébas ien Bou don im Jah e 1653, also ein Jah zu o , gemal e Da s ellung on Kö-
nigin Ch is ina zu P e de im Damensi z e inne e und auch im eigen lichen Po ä e kennba
g oße Nähe zu Mine a au de Wolke au weise (Abb. 14).
Diesem nachzugehen, üh in de Ta zu übe aschenden Einsich en und einem une wa e-
en Zusammenhang mi Jü gen O ens, de dieses Bild soga pe sönlich gesehen haben könn e.
De aus F ank eich s ammende Sébas ien Bou don hiel sich om Ok obe 1652 bis zum
He bs 1653 in Schweden au . E mal e zahl eiche Po ä s on Königin Ch is ina und ih em
Ho , on Mi gliede n des schwedischen Hochadels, wie beispielsweise auch des spä e en
Königs Ka l X. Gus a im Jah e 1653. Da übe hinaus weis Sébas ien Bou dons We k ihn
D ees: P inzessin Hedwig Eleono a on Schleswig-Hols ein-Go o , on Mine a gek ön | 183
zugleich als äuße s geschick en His o ienmale aus, on dem auch Landscha sgemälde e -
hal en sind.
Eine sei s eih sich das Bild on de Königin au dem sich zu Le ade au bäumenden
dunkelb aunen Hengs in die T adi ion de Rei e po ä s ein, ande e sei s e binde sich hie
Königin Ch is inas Vo liebe ü den Kul um Alexande den G oßen zu eine Komposi ion,
die du ch den beigegebenen Falkne und seinen Vogel mi de Kappe einen übe aschenden
Eins ieg in die e s eck e emblema ische Bildwel bie e , die dann wiede um zu ückgeh au
an ike Übe lie e ungen zu Alexande dem G oßen und seinem Hengs Bucephalos, den nie-
mand auße ihm ei en konn e. Das mi dem mi eine Haube e sehenen Falken e bundene
Mo o spe o l cem pos eneb as (»ich ho e au Lich nach de Dunkelhei «) bezieh sich au
Königin Ch is inas Bo scha an den spanischen König o ih e Abdankung und Kon e sion
zum ka holischen Glauben (Abb. 15).
In unse em Zusammenhang is ielleich o angig noch on In e esse, dass Jü gen O ens
dieses Bild gekann haben könn e, denn dieses im Au age des spanischen Königs gemal e
Bild ha e die Abmessungen on 383 mal 291 Zen ime e n und e u sach e beim T ans-
po on S ockholm an den spanischen Ho einige Schwie igkei en. Auch wenn man nach
einem e s en Ve such im Augus schließlich Ende Sep embe 1653 ab eis e, wa man nich
o Mä z 1654 mi dem Bild in Mad id. Man e b ach e un e ande em den No embe und
Dezembe in Hambu g, wo man au einen güns igen Wind wa e e. Um den T anspo küm-
me e sich de Dominikane -Pa e Juan Bau is a Guemes, de mi An onio Pimen el, dem
spanischen Gesand en am S ockholme Ho , de das Bild u sp ünglich nach Mad id beglei-
en soll e, in engem B ie kon ak s and.
Ebenso wie Jü gen O ens das Gemälde mi de Ve he lichung on König Ch is ian IV. als
F iedens ü s du ch Ad iaen Pie e sz an de de Venne bei seine länge en Zwischens a ion in
Glücks ad gesehen haben dü e, das ihn e kennba in de gespiegel en Disposi ion bei sei-
nem F iedensbild de Go o e He zogs amilie im Jah e 1652 ange eg haben dü e, könn e
e sich du chaus auch das Rei e bildnis on Königin Ch is ina bei seine Zwischens a ion
in Hambu g angesehen haben. Ve mu lich wa das soga im Hause de Texei as, bei denen
Königin Ch is ina im Jah da au au Ve mi lung on Don An onio Pimen el wäh end ih es
Au en hal s in Hambu g zu Gas wa .30
Dass sich die Kunde on dem auße gewöhnlichen Bild und seinem T anspo o ensich lich
auch an die ande en Residenzen im No den e b ei e ha e, läss sich an einem in Hambu g
am 13. Dezembe 1653 da ie en B ie on Guemes an Pimen el ablesen, dass man noch au
geeigne en Wind wa e und zudem au einige Falken, die de dänische König schicken wolle.31
30 Man e gleiche beispielsweise die Königin Ch is ina zu P e de on 1653 im elegan en Damensi z au dem sich au -
bäumenden P e d mi de au de Wolke majes ä isch hingelage en an iken Gö in Mine a on 1654 in O ens’ Da -
s ellung. Es könn e hie eine Übe agung du ch das Mo i des Damensi zes s a ge unden haben.
31 Nils Be enc eu z: Don An onio Pimen els depesche ån D o ning Ch is inas ho 1652–1656. Jäm e s a ssk i else
och spanska s a s ådsp o okoll (His o iska Handlinga 37.1), S ockholm 1961. – Vgl. dazu auch Emil Gigas: G e Be -
na dino de Rebolledo. Spansk gesand i Kjøbenha n 1648–1659, Kopenhagen 1883, S. 197. Do im Folgenden inden
sich auch Angaben übe die 1653 an den spanischen Ho gesand en Falken und die Gegengaben ü den dänischen Ho .