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Schwesterliches Handeln in dynastischer Krise: Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg (1485–1555) in Beziehung zu ihrem Bruder König Christian II. von Dänemark (1481–1559)

Abstract

Der Aufsatz konzentriert sich auf Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg (1485-1555) in ihrer Rolle als jüngere Schwester des dänischen Königs…

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Schwesterliches Handeln in dynastischer Krise: Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg (1485–1555) in Beziehung zu ihrem Bruder König Christian II. von Dänemark (1481–1559)

Author: Sträßner, Ulrike
Year: 2024
DOI: 10.38072/2943-5331/p4
Source: https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/macau_derivate_00006382/kiel-up_2943-5331_p4.pdf
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Ul ike S äßne
Schwes e liches Handeln in dynas ische K ise
Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g (1485–1555) in Beziehung zu ih em
B ude König Ch is ian II. on Dänema k (1481–1559)
Am 9. Juni 1550 e ass e die e wi we e Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g ih Tes amen .
Unmi elba nach ih em Glaubensbekenn nis und eine allgemeinen Ve gebungsbi e o mulie -
e sie an d i e S elle, dass ih B ude , König Ch is ian II. on Dänema k,
nun lange zei bis anhe o aus Schickung des Almäch igen ge englich gehal en und noch
dami beha sein, De selbige langwe ige schwe e ha e und e be mliche ge engnis, unse e
eun liche gelip e He n Sone, He n Joachim Cu ü s und Johans geb ude Ma gg a en zu
B andenbu g he zlich bedenken und zu gemu e u en wol en den Almech igen Ba mhe zigen
E
wigen go und a e , unse n lieben He n Jesu Ch is i ge eulich bi en , auch bei Rö. Kay.
und Kö. Mai . neben i liebden ande mhe u s en und he n de selben Blud s e wand en
und S ende des heilgen Reichs wol en ge eulich und leissig hel en bi en und be o de n
Dami S. Kö. M. de selben ge engnis und langwe ig Ha ung da es zu nu z und heil seine
Kö. M. Selickei ge eichen moch : ein mal e ledig wü und also die sache hin u zu gu liche
und eun liche e hö komen, und dasselb zum Ewigem e sunlichem Ve ag ohn Einigen
Zwie ach , nach eil Schaden und Blu e gissen hingeleg u gehoben und en lich S. Kö. M. zu
Lan und Leu en wide umb gehol en we den moch e.
1
Abgesehen on ih e Selbs bezeichnung zu Beginn als Von go s gnaden wi Elisabe
gebo n aus könig. S ammen in Dennema cken Schweden No wegen He zogin zu Schleswig,
Hol s ein e c. und Ma gg a in zu B andenbu g, Wi we is ih B ude Ch is ian die e s e
konk e e Pe son, die im Tes amen namen lich genann wi d.2 Ih e Söhne, an die sich die
Au o de ung ich e , e scheinen nich nu du ch die Reihen olge, sonde n auch du ch die
Ti elnennung als nachgeo dne . Es handel sich dabei nich um eine zu ällige ode willkü -
1 Geheimes S aa sa chi P eußische Kul u besi z (GS APK), B andenbu g-P eußisches Hausa chi [BPH], Rep. 29, R,
N . 2: Tes amen de e wi we en Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g (09.06.1550).
2 Ebd. Ih e königlich-dänische Abs ammung üh e Elisabe h zei lebens as ausnahmslos an e s e S elle in ih e
Ti ula u . Schweden und No wegen nann e sie hingegen nich egulä .
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p4
58 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
li
che Ano dnung, sonde n um eine bewuss o genommene P io isie ung. Au bau und Inhal
des Tes amen s zeugen on eine bes imm en Hal ung de e wi we en Ku ü s in und sind
ep äsen a i ü ih Selbs e s ändnis. Nich imme so poin ie wie im Tes amen , abe deu -
lich wah nehmba sind Hal ung und Selbs e s ändnis de Ku ü s in auch in ih en zahl eich
übe lie e en Ko espondenzen. Ch is ian is übe lange Phasen die am häu igs en e wähn e
Pe son, wenn nich ga Anlass des Sch eibens.3 Diese konsequen e Bezugnahme au den
B ude zeug da on, dass die He kun sdynas ie übe die gesam e Lebensspanne hinweg ü
Elisabe h on g öß e Bedeu ung wa und Vo ang o de Hohenzolle n-Dynas ie ha e, de
sie du ch Hei a angehö e. Sie e s and sich demnach zu o de s als dänische Oldenbu ge-
in. Aus ih e königlichen He kun lei e e sich ih soziale S a us ab, den sie gegenübe ih e
Hei a sdynas ie und den sie sons umgebenden Menschen gel end mach e. Alle dings wa die
Ane kennung dieses S a us, wie sich im Lau e ih es Lebens meh ach zeig e, unmi elba an
die dynas ischen und poli ischen E olge de männlichen Mi gliede ih e He kun sdynas ie,
insbesonde e des B ude s, geknüp .4 Wie im Tes amen sausschni angedeu e , be and sich
de du ch Ch is ian ep äsen ie e dynas ische Zweig de Oldenbu ge spä es ens ab 1523 in
eine pe manen en exis enziellen K ise. Ch is ians Königshe scha wa on ku ze Daue
(1513–1523) und ende e mi seine Fluch ins Exil. 1532 wu de e bei einem Rücke obe ungs-
e such ge angen genommen und blieb bis zu seinem Tod in Ha .
In de Auseinande se zung mi den in de b andenbu gischen Landesgeschich e o -
he schenden Na a i en zu Elisabe h on Dänema k en s eh de Eind uck, als hä e es
nu wenige Be üh ungspunk e zwischen de Fü s in und ih em B ude gegeben. Die ela i
häu ig hema isie e Fü s in wi d im Sinne des Me a-Na a i s om s ingen en Au s ieg de
Hohenzolle n p imä im Hinblick au ih en Nu zen ü die Dynas ie und en sp echend in
Beziehung zu ih em Gemahl und ih en Söhnen da ges ell . Zwa wi d e wähn , dass die
dynas ische Ve bindung mi dem dänischen Königshaus zunächs einen P es igegewinn mi
sich b ach e, da sie jedoch nich das e ho e Po en ial en al e e und sich ehe zu einem Ve -
lus geschä en wickel e, wa en die dänisch-b andenbu gischen Beziehungen nich wei e
on In e esse. Dennoch nimm Elisabe h als e s e Lu he ane in im Ku haus B andenbu g eine
en scheidende Rolle im Au s iegsna a i ein. Demnach ge ie sie wegen ih es Glaubens in
Kon lik mi ih em Gemahl und loh ins Exil. Ih B ude Ch is ian II. auch als unmi elba
3 Es sind insgesam nu wenige B ie e aus de Ko espondenz de Geschwis e übe lie e . Vgl. Ca l Rika d Unge /
Hen ik Jø gen Hui eld -Kaas (Hg.): Diploma a ium No egicum (DN), Bd. 13, Oslo 1889–1891, N . 216, S. 191–193,
N . 253, S. 234 ., N . 543, S. 579 ., N . 546, S. 585 .; Hen ik Jø gen Hui eld -Kaas (Hg.): DN, Bd. 16, Oslo 1903, N .
522, S. 631. Da ü , dass es jedoch einen egen Aus ausch de Geschwis e in Fo m on B ie en und Besuchen gab,
inden sich zahl eich Belege in Elisabe hs sons igen Ko espondenzen, die sie mi übe 30 Pe sonen, zum Teil übe
meh e e Jah zehn e, üh e. Siehe allgemein zu Geschwis e ko espondenz Sophie Ruppel: Ve bünde e Ri alen.
Geschwis e beziehungen im Hochadel des 17. Jah hunde s, Köln/Weima /Wien 2006, S. 109; Dies.: Subo dina es,
Pa ons, and Mos Belo ed. Sibling Rela ionships in Se en een h-Cen u y Ge man Cou Socie y, in: Ch is ophe H.
Johnson/Da id Wa en (Hg.): Sabean Sibling Rela ions and he T ans o ma ions o Eu opean Kinship. 1300–1900,
New Yo k/Ox o d 2011, S. 85–110, hie S. 87, 92. Ruppel e weis da au , dass Geschwis e , die meis wei en e n
oneinande leb en, in de Regel zei lebens in Kon ak wa en und die Beziehungen im E wachsenenal e emo ional
bedeu same wa en als in Kindhei und Jugend.
4 Zum Ve häl nis on sozialem S a us und He kun s amilie siehe Ruppel: Ve bünde e Ri alen (wie Anm. 3), S. 66, 141.
S äßne : Schwes e liches Handeln in dynas ische K ise  | 59
am Bekenn niswechsel und ih e Fluch Be eilig e au , die Geschwis e beziehung an sich
wi d jedoch nich wei e hema isie . Elisabe h wi d en sp echend den Re o ma ions- und
landesgeschich lichen F ages ellungen o de g ündig in ih en Rollen als Ga in, Mu e und
F ömmigkei s o bild da ges ell .5 In ih e Rolle als Schwes e inde sie kaum Beach ung.6
Ch is ian II. on Dänema k, dem de Beiname ›Ty ann‹ anha e und de in den lan-
desgeschich lichen Fo schungen de skandina ischen Lände sowie im (no d-)deu schen
Raum übe wiegend mi missglück en Re o men, Exil und Ge angenscha in Ve bindung
geb ach wi d, wi d eben alls sel en in seine Rolle als B ude hema isie .7 Zwa kommen
neue e A bei en du ch den Ve gleich mi Vo gänge n und Nach olge n sowie un e Be ück-
sich igung seine unmi elba en sozialen Beziehungen und seine S ellung im eu opäi-
schen Mach ge üge zu einem di e enzie e en Bild des Königs, seine Schwes e Elisabe h
bleib dabei jedoch ehe eine zu e nachlässigende Rand igu .8 Auch hie e gib sich aus
5 I
n Auswahl: Adolph F ied ich Riedel: Die Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g in Beziehung au die Re o ma ion, in:
Zei sch i ü p eußische Geschich e (1865), S. 65–100; E ns Daniel Ma in Ki chne : Die Chu ü s innen und Königinnen
au dem Th one de Hohenzolle n, im Zusammenhange mi ih en Familien und Zei - Ve häl nissen, Bd. 1, Be lin 1866;
Wilhelm Bau : Elisabe h, Chu ü s in on B andenbu g, die Bekenne in. Ein Vo ag zum Bes en des K
i chenbau e eins
in Be lin am 11. No embe 1872 gehal en, in: Deu sche Blä e (1873), S. 521–540; Geo g Liebusch: Elisabe h on
Dänema k, Ku ü s in on B andenbu g. Ein Lebensbild, B emen 2013 (ND Be lin 1873); F iede ike Bo nhak: Die
Fü s innen au dem Th one de Hohenzolle n in B andenbu g-P eußen, Al enbu g 1907; Rudol on Jacobi: Die Fluch
de Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g, in: Hohenzolle njah buch (1909), S. 155–196. Neue e A bei en o dnen
Elisabe h in emanzipa o isch- e o ma o ische Na a i e ein: Roland Bain on: F auen de Re o ma ion. Von Ka ha ina
on Bo a bis Anna Zwingli. 10 Po ai s (Gü e slohe Taschenbüche Siebens e n 1442), Gü e sloh 1995; Iselin
Gunde mann: Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g. Lu he s Anhänge in am Be line Ho , in: Pe e F eybe (Hg.):
F auen o(e) de n Re o ma ion. Elisabe h on Rochli z, Ka ha ina on Sachsen, Elisabe h on B andenbu g, U sula
Weida, A gula on G umbach, Felici as on Selmni z (Wi enbe ge Sonn ags o lesungen), Wi enbe g 2004, S. 58–76;
Ki si S je na: Women and he Re o ma ion, Blackwell 2009; Ul ike S äßne : Elisabe h on Dänema k (No wegen und
Schweden). Komp omisslose Idealis in im Exil, 31.03.2016, h p://www. auen-und- e o ma ion.de/?s=bio&id=135
(le z e Au u : 12.02.2024).
6 Vgl. Ruppel: Ve bünde e Ri alen (wie Anm. 3), S. 17, 30 ., 125; Ka l-Heinz Spieß: Main enance Regula ions and Sibling
Rela ions in he High Nobili y o La e Medie al Ge many, in: Johnson/Wa en: Sibling Rela ions (wie Anm. 3), S. 47–63,
hie S. 52. Ruppel und Spieß e weisen da au , dass adelige Geschwis e beziehungen du ch au e leg e Rollen und
du ch ökonomische, soziale und kul u elle Bindungen ge o m wu den. Sie wa en du ch die Ka ego ien Al e und
Geschlech hie a chisch s uk u ie und hingen dahe wenige on indi iduellen Eins ellungen als on Zwängen und
kul u ellen No men ab. En sp echend is im Folgenden mi den Beg i lichkei en ›Schwes e ‹ und ›B ude ‹ eine soziale
Rolle gemein .
7 In Auswahl: Edua d Ma ia Oe inge : Geschich e des dänischen Ho es on Ch is ian II. bis F ied ich VII., Bd. 1, Hambu g
1857; Hein ich Beh mann: Ch is ian II., König on Dännema k, No wegen und Schweden. Mi dem Bildnisse des
Königs, Bd. 1, Kopenhagen 1805; E ik Pe e sson: Fu s e a No den. K is ian Ty ann, S ockholm 2017; Ma ga e a
Skan ze: Dä b as e ädel hjä a. Kung K is ian II och hans ä ld, Ka lsk ona 2019; La s Bisgaa d: Ch is ian 2. En
biog a i, Københa n 2019.
8
Exempla isch hie ü : Cha lo e Rock: He sche wechsel im spä mi elal e lichen Skandina ien. Handlungsmus e
und Legi ima ionss a egien (Mi elal e -Fo schungen 50), Os ilde n 2016; Bisgaa d: Ch is ian 2 (wie Anm. 7). Von
g öße em In e esse sind Ch is ians Gemahlin Isabella on Ös e eich, die langjäh ige Gelieb e Dy eke Sigb i sda e
und de en Mu e Sigb i Villom. Eine Ausnahme bilde Jens E. Olesen: Fü s enkon ak e und Familienbeziehungen im
Re o ma ionszei al e . König Ch is ian II. on Dänema k und seine Schwes e , Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g,
in: Hein ich Assel/Johann Anselm S eige /Axel E. Wal e : Re o ma io Bal ica. Kul u wi kungen de Re o ma ion in den
Me opolen des Os see aums (Me opolis 2), Be lin/Bos on 2018, S. 735–749. Die Un e s ü zungsleis ungen Ch is ians
ü Elisabe h s ehen hie im Vo de g und. Olesen übe nimm in seinem Au sa z ungekennzeichne eine Passage übe
Elisabe h (S. 740) aus eine Ve ö en lichung de Ve asse in (S äßne : Elisabe h on Dänema k [wie Anm. 5]).
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den Ko espondenzen Elisabe hs ein ande es Bild. Ch is ian nahm seine P lich en als Dy-
nas ieobe haup e ns und kümme e sich um die Belange seine Schwes e .9
Im Folgenden soll Elisabe h in ih e Rolle als e hei a e e jünge e Schwes e König Ch is-
ians II. da ges ell und ih schwes e lichen Handeln be ach e we den. Elisabe hs Pe spek-
i e und ih Selbs e s ändnis als ›Fü s in de Lande‹ s ehen dabei im Vo de g und.
Als Ausgangspunk da ü soll zunächs Elisabe hs amiliä es Um eld o de dynas ischen
K isenzei skizzie we den. Da au au bauend we den dann d ei Phasen (Königshe scha ,
Exilzei und Ge angenscha ), die sich aus dem Lebensweg des B ude s e geben, im Hin-
blick au Elisabe hs Handeln un e such . Abschließend soll übe die Mo i e und Fo men des
schwes e lichen Handelns sowie de en Kos en esümie we den.
Anzume ken is , dass die Lebenswege Ch is ians und Elisabe hs im Ve gleich zu ande en
hochadeligen Pe sonen kaum als du chschni lich zu bezeichnen sind. Ge ade ein solches
Ex embeispiel kann jedoch hil eich sein, um die Po en iale und Handlungsmus e inne -
halb hochadelige Geschwis e beziehungen au zuzeigen, die un e wenige k isenha en Be-
dingungen kaum sich ba wä en.
He kun und e wand scha liches Um eld Elisabe hs
Elisabe h wu de am 24. Juni 1585 als einzige Toch e und ie es on ün Kinde n des däni-
schen Königspaa es Johann I. (1455–1513) und Ch is ina on Sachsen (1461–1521) au Schloss
Nybo g in Dänema k gebo en. Ih e G oßel e n ä e liche sei s wa en Ch is ian I. on Dänema k
(1426–1481) und Do o hea on B andenbu g-Kulmbach (1430–1495).
10
Ih Onkel wa He zog
F ied ich I. Schleswig-Hols ein-Go o (1471–1533). Elisabe hs G oßel e n mü e liche sei s wa-
en das Ku ü s enpaa E ns on Sachsen (1441–1486) und Elisabe h on Baye n-München
(1443–1484). Ih e Onkel mü e liche sei s wa en F ied ich III. (1463–1535; de ›Weise‹), de
magdebu gische E zbischo E ns (1464–1513) sowie Johann I. (1468–1532; de ›Bes ändige‹),
ih e Tan e wa He zogin Ma ga e he on B aunschweig-Lünebu g (1469–1528).
11
9 Zu den jeweiligen P lich en on Dynas ieobe haup und Geschwis e n siehe Ka l-Heinz Spieß: Familie und
Ve wand scha im deu schen Hochadel des Spä mi elal e s. 13. bis An ang des 16. Jah hunde s (Vie eljah sch i
ü Sozial- und Wi scha sgeschich e, Beihe 111), S u ga
2
2015, S. 455; Ruppel: Subo dina es (wie Anm. 3), S. 96;
Dies.: Ve bünde e Ri alen (wie Anm. 3), S. 180–195.
10 Königin Do o hea gil als eine de eichs en und ein luss eichs en no dischen Fü s innen. 1490 e lang e sie zuguns en
ih es jünge en Sohnes F ied ich (1471–1533) die Teilung de He zog üme Schleswig und Hols ein. Siehe dazu
Rock: He sche wechsel (wie Anm. 8), S. 194 ., 207 ., 219, 289 (mi Anm. 1505), 397; Ca s en Jahnke: Do o hea on
B andenbu g (um 1431–1495). Ve d äng , e gessen und doch übe aus mach oll/Do o hea a B andenbo g (omk ing
1431–1495). Fo æng , bo glem men allige el mag uld, in: Oli e Auge (Hg.): Zwischen Mach und Schicksal. Ach
He sche innen des No dens aus ach Jah hunde en (1200–2000)/Mellem mag og skæbne. O e he ske inde i
no den a o e å hund ede (1200–2000) (G oße Sch i en eihe de Gesellscha ü Flensbu ge S ad geschich e
78), Handewi 2013, S. 56–75.
11 Vgl. Kamill on Beh : Genealogie de in Eu opa egie enden Fü s enhäuse nebs de Reihen olge sämm liche Päps e
und einem Anhange um assend die Häuse Cape , Habsbu g, Romanow und eine Übe sich de Kaise und Könige on
I alien und Deu schland, Leipzig
2
1870, S. 49 .
S äßne : Schwes e liches Handeln in dynas ische K ise  | 61
Übe Elisabe hs Kindhei is wenig bekann . Die beiden äl es en B üde Johann (1479–
1480) und E ns (* 1480) s a ben, be o Elisabe h gebo en wu de. Dami ück e de 1581
gebo ene Ch is ian zum Th one ben au .12 Die He scha ih es Va e s wa un e ande em
gep äg om Kon lik mi dem schwedischen Adel und seinem jünge en B ude F ied ich
I. übe die He scha in den He zog üme n Schleswig und Hols ein sowie in Dänema k.
Johann I. e such e, die Nach olge Ch is ians in den Wahlkönig eichen zu siche n, was ihm
ü Dänema k und No wegen auch gelang. Deu lich schwie ige ges al e e sich die He -
scha übe Schweden, die e selbs e s 1497 e lang e und 1501 wiede e lo .13 Im Zuge on
Au s änden in Schweden loh Johann I. aus S ockholm und ließ seine Gemahlin do zu ück.
Wäh end diese do übe Mona e die S ellung hiel , e hei a e e de König seine 16 Jah e
al e Toch e am 10. Ap il 1502 mi dem nu wenig äl e en, e s ku z zu o ü mündig e -
klä en Ku ü s en Joachim I. on B andenbu g (1484–1535).14 Zugleich hei a e e Anna on
B andenbu g (1487–1514), eine jünge e Schwes e Joachims, den B ude des Königs, He zog
F ied ich I. on Schleswig-Hols ein-Go o .15 Als b andenbu gische Ku ü s in esidie e Eli-
sabe h übe wiegend in Cölln an de Sp ee. Ih Gemahl p o i ie e on de p es ige äch igen
Ve bindung in den No den.16 Elisabe hs königliche He kun , die ih wich igs es Kapi al
wa , und die Gebu en de ün Kinde Joachim (1505–1571), Anna (1507–1571), Elisabe h
(1510–1558), Ma ga e ha (1511–1577) und Johann (1513–1571) siche en ih zunächs eine
s a ke Posi ion am ku b andenbu gischen Ho und gegenübe ih em angniede en Gemahl.
Wäh end Elisabe hs neu beg ünde e Familie wuchs, eduzie e sich ih e He kun s amilie.
Ih jüngs e B ude F anz (1497–1511) s a b im Juli 1511. Aus de Geschwis e eihe blieben
demnach nu sie und Ch is ian. Übe ih Ve häl nis zum B ude läss sich au g und de spä -
lichen Übe lie e ung aus diese Lebensphase nu wenig sagen.
Knapp zwei Jah e spä e , im Feb ua 1513, s a b Elisabe hs Va e und Ch is ian II. schick-
e sich an, König de d ei no dischen Reiche zu we den. Wäh end Wahl und Ane kennung in
Dänema k und No wegen ela i eibungslos e lie en, e wies sich die E langung des schwe-
dischen Th ons als äuße s langwie ig und kos enin ensi .17 Du ch Ve mi lung seine Mu -
12 Vgl. Bisgaa d: Ch is ian 2 (wie Anm. 7), S. 24–41. Bisgaa d e weis da au , dass es sich bei einem gelegen lich, jedoch
nich in zei genössischen Quellen e wähn en wei e en Kind namens Jakob wah scheinlich um einen unehelichen Sohn
König Johanns I. ode He zog F ied ichs I. handel e (S. 31).
13 Vgl. Rock: He sche wechsel (wie Anm. 8), S. 276, 289, 306, 329, 331–333. Sei 1506 egie e Ch is ian als Vizekönig in
No wegen und hiel sich übe wiegend do au . König Johann I. ging es bei den Bemühungen um die Ane kennung de
E b olge seines Sohnes auch da um, Ansp üche seines jünge en B ude s F ied ich abzuweh en. Rock a bei e he aus,
dass Schweden das ü Könige am schwe s en zu behe schende Reich un e den d ei König eichen wa .
14 Vgl. Bisgaa d: Ch is ian 2 (wie Anm. 7), S. 31. Ch is ian beglei e e seine Schwes e au de B au ah . Zum
He scha san i Joachims I. siehe Wilhelm E ns Win e hage : »Deus p o nobis, quis con a nos?« Anme kungen
zu Reichs- und Religionspoli ik Ku ü s Joachims I. on B andenbu g, in: Jah buch ü Be lin-B andenbu gische
Ki chengeschich e 71 (2017), S. 13–41.
15 Aus de Ehe F ied ichs I. mi Anna on B andenbu g gingen ein Sohn, Ch is ian III. (1503–1559), und die Toch e
Do o hea (1504–1547), die 1526 mi He zog Alb ech on P eußen (1490–1568) e mähl wu de, he o .
16 Vgl. Win e hage : Reichs-und Religionspoli ik (wie Anm. 14), S. 14; Gunde mann: Ku ü s in Elisabe h (wie Anm. 5), S. 62 .
17 Vgl. Rock: He sche wechsel (wie Anm. 8), S. 276, 329 ., 332–343, 347, 353.

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e gelang es ihm, Isabella on Ös e eich (1501–1526), eine Schwes e des spä e en Kaise s
Ka l V., zu hei a en. Mi diese amiliä en Ve bindung ins Zen um des Heiligen Römischen
Reichs konn e e zunächs seine Posi ion als König in Dänema k und No wegen es igen.18
Aus de Ehe gingen insgesam sechs Kinde he o , wobei d ei Söhne be ei s als Kleinkinde
s a ben. Nu de zwei gebo ene Sohn Johann (1518–1532) und die beiden Töch e Do o hea
(1520–1580) und Ch is ina (1521–1590) übe leb en.19 Vo diesem Hin e g und is bedeu -
sam, dass sich Elisabe hs Gemahl im Mai 1517 on Kaise Maximilian I. (1459–1519) das
E b- und Sukzessions ech an de Häl e de He zog üme Hols ein und Schleswig ü den
Fall, dass Ch is ian ohne E ben s e ben wü de, e siche n ließ.20 Übe Elisabe h als einzige
Schwes e e ö ne e sich somi die Op ion au eine bedeu same E banwa scha ü die ku -
ü s lichen Hohenzolle n.
Schwes e eines egie enden Königs (1513‒1523)
Spä es ens nach dem Tod des Va e s in ensi ie e sich das Ve häl nis zwischen Elisabe h und
ih em B ude , de nunmeh das Obe haup ih e He kun sdynas ie wa . Die Geschwis e
sch ieben und besuch en sich. Elisabe hs B ie e an e wand e und be eunde e Fü s innen und
Fü s en deu en da au hin, dass sie egelmäßig mi dem B ude ko espondie e und übe seine
Angelegenhei en sowie die Vo gänge in seinen Reichen in o mie wa .
21
Die Quellen en hal en auße dem Hinweise au gegensei ige Besuche. So eis e Elisabe h
1515 anlässlich de Hochzei ih es B ude s nach Dänema k und im Jah da au besuch e e sie
in Cölln.22 Ve schiedene Pe sonen nu z en das gu e Ve häl nis zwischen den Geschwis e n und
ba en Elisabe h explizi um Ve mi lung in un e schiedlichen Angelegenhei en. So ba sie bei-
spielsweise de aus de änkischen Linie de Hohenzolle n s ammende Alb ech (1490–1568),
Hochmeis e des Deu schen O dens in P eußen, ein Bündnis gegen den polnischen König zu
18 Vgl. ebd., S. 335; Bisgaa d: Ch is ian 2 (wie Anm. 7), S. 194, 199, 203, 318, 389; Pe e Jo d Jø gensen: Ch is ian 2
mellem middelalde og enæssance (Sk i e a Musee på Sønde bo g Slo 5), Sonde bu g 2005, S. 17.
19 Vgl. Bisgaa d: Ch is ian 2 (wie Anm. 7), S. 199 .; Beh : Genealogie (wie Anm. 11), S. 50. De e s gebo ene Sohn
Ch is ian wi d bei Beh nich e wähn , da ü ein wei e e , namen lich nich benann e , im Janua 1523 gebo ene und
e s o bene Sohn.
20 Vgl. GS APK, VII. Haup ab eilung [HA], Ma k als Reichss and N . 107: Kaise Ka l V. bes ä ig die im Wo lau
einge ück e U kunde Kaise Maximilians I. om 10. Mai 1517 übe die Anwa scha des b andenbu gischen Hauses
au die Fü s en üme Schleswig und Hols ein (01.10.1530).
21 Siehe exempla isch hie ü Landeshaup a chi Sachsen-Anhal , Ab eilung Dessau (LHASADE), Z 6, N . 199:
Ma kg ä in Elisabe h on B andenbu g an die Fü s in Ma ga e he on Müns e be g (1512–1529); Landeshaup a chi
Schwe in (LHAS), 02.11.02/1 Ac a ex e na, 1923: Sch eiben de Ma kg ä in Elisabe h an He zog Alb ech VII. on
Mecklenbu g (1524–1528); ebd., 1924: Sch eiben de Ma kg ä in Elisabe h an He zog Alb ech VII., He zogin Anna
und He zog Johann Alb ech I. on Mecklenbu g nach ih e Fluch nach To gau (1528–1549).
22 Vgl. LHASADE, Z 6, N . 199: Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g an Fü s in Ma ga e he on Anhal (18.04.1515;
28.04.1516).
S äßne : Schwes e liches Handeln in dynas ische K ise  | 63
e mi eln. Elisabe h sag e zu, dies bei Gelegenhei un zu wollen.23 Ih e Ve mi lung wa
inso e n e olg eich, dass Alb ech in de Ho nung au Un e s ü zung Ch is ians diesen in
den Folgejah en bei seinen mili ä ischen Un e nehmungen gegen Schweden un e s ü z e.24
Au g und seines bü ge eundlichen und adels eindlichen He scha ss ils, seine Handels-,
S eue - und Religionspoli ik mach e sich Ch is ian II. sowohl in Dänema k als auch in Schwe-
den zahl eiche Feinde.25 Un e ande em du ch die inanzielle und mili ä ische Un e s ü zung
des Hochmeis e s Alb ech und seines Schwage s Joachim I. wa Ch is ian in seinem Vo gehen
gegen die Schweden zumindes ku zzei ig e olg eich.26 Im Mä z 1520 be ich e e Ku ü s in
Elisabe h dem Hochmeis e , dass ih B ude Schweden eingenommen habe:
[...] die obe s en egen en in schweden haben [ihn] zu kopenhagen gehol und geschwa en
und da neben zugesag seyn gnade sal komen wen seyn gnade wil so wollen sie sych unde -
eniglich und als die geho samen ynden lassen [...].
27
Ein knappes halbes Jah spä e in o mie e sie Alb ech übe die e olg eiche Einnahme
de S ad und des Schlosses S ockholm.28 Eine Reak ion Elisabe hs au die am 4. No embe
in S ockholm e olg e K önung sowie den wenige Tage spä e s a indenden Ke ze p ozess,
de als ›S ockholme Blu bad‹ in die Geschich e einging, is hingegen nich übe lie e .29
23 Vgl. GS APK, XX. HA, O densb ie a chi [OBA], N . 19877: Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g an Hochmeis e
Alb ech on P eußen (13.09.1513); ebd., N . 19958: Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g an Hochmeis e Alb ech
on P eußen (30.12.1513). Siehe dazu auch Ruppel: Ve bünde e Ri alen (wie Anm. 3), S. 181 ., 203. Ruppel e weis
da au , dass mili ä ische Bündnisse häu ig du ch e hei a e e Schwes e n e mi el wu den.
24 Vgl. hie ü exempla isch GS APK, XX. HA, OBA, N . 20830, 21633, 21643, 21814, 21855, 21973, 22194. In seinen
Sch eiben wa b Ch is ian II. um Un e s ü zung Alb ech s gegen die Schweden und ba neben S eue männe n, die in
den schwedischen und innischen Schee en kundig seien, um T uppen, Wa en und Pul e aus P eußen und Li land.
25 Vgl. Rock: He sche wechsel (wie Anm. 8), S. 353; Bisgaa d: Ch is ian 2 (wie Anm. 7), S. 316–341; Jens E. Olesen:
Dänema k, No wegen und Island, in: Ma hias Asche/An on Schindling (Hg.): Dänema k, No wegen und Schweden
im Zei al e de Re o ma ion und Kon essionalisie ung. No dische König eiche und Kon ession 1500 bis 1660
(Ka holisches Leben und Ki chen e o m im Zei al e de Glaubensspal ung 62), Müns e 2003, S. 27–106, hie S. 40–
46; Ma in Schwa z Laus en: Die Re o ma ion in Dänema k (Sch i en des Ve eins ü Re o ma ionsgeschich e 208),
Heidelbe g 2008, S. 12–21.
26 Vgl. Maike Sach: Hochmeis e und G oß ü s . Die Beziehungen zwischen dem Deu schen O den in P eußen und dem
Moskaue S aa um die Wende zu Neuzei (Quellen und S udien zu Geschich e des ös lichen Eu opa 62), S u ga
2002, S. 200, 286, 364, 387–389, 403. Als es 1519 an Ch is ian wa , Alb ech zu un e s ü zen, zeig e sich diese deu lich
e hal ene . F agen de Besoldung wa en bei den Ve handlungen um die Anwe bung on T uppen wei es gehend
o engeblieben, was zu spä e en Kon lik en üh e.
27 GS APK, XX. HA, OBA, N . 23617: Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g an Hochmeis e Alb ech on P eußen
(30.04.1520).
28 Vgl. ebd., N . 24220: Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g an Hochmeis e Alb ech on P eußen (03.10.1520).
29
In Zusammena bei mi E zbischo Gus a T olle (um 1488–1535) ließ Ch is ian II. o z Amnes iezusage im Zei aum
om 7. bis 10. No embe 1520 nahezu die gesam e schwedische Eli e und dami alle poli ischen Gegne hin ich en.
Zum S ockholme Blu bad siehe Rock: He sche wechsel (wie Anm. 8), S. 336-342, 374; S en Ekdahl: Das S ockhol-
me Blu bad 1520. Ein skandina isches Renaissanced ama, in: Alexande Demand (Hg.): Mach und Rech . G oße
P ozesse in de Geschich e (Beck’sche Reihe 1182), München 1990, S. 133–154; Jo d Jø gensen: Ch is ian 2 (wie
Anm. 18), S. 21–24. Dass Elisabe h das E eignis nich e wähn , könn e auch da au zu ückzu üh en sein, dass es e s
nach einige Zei du ch das p opagandis ische Wi ken on Ch is ians Nach olge n bedeu sam im Hinblick au das
dynas ische Ansehen wu de.
64 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Die Zusage de d i en K one ü den B ude schein jedoch ih en eigenen S a us am
ku b andenbu gischen Ho inso e n beein luss zu haben, dass ih Gemahl ih Leibgedinge
en sp echend au s ock e.30 Als e hei a e e Fü s in wa sie zwa au Ch is ian II. als Ve -
so gungsins anz nich angewiesen, p o i ie e abe on seinem S a us als Unionskönig. Ih
muss e dahe da an gelegen sein, die Ambi ionen des B ude s in den no dischen König ei-
chen und das Ansehen ih e He kun sdynas ie zu be ö de n. Dies zeig sich beispielsweise,
als es da um ging, gegen eine on ih als uns andesgemäß e ach e e Ehe zu in e enie en.
Aus Dänema k kam das Ge üch , dass die Toch e eines Ri e s mi hil e König Ch is ians II.
einen G a en on Oldenbu g hei a en soll e. Gegenübe ih e F eundin Ma ga e he on An-
hal (1473–1530) äuße e Elisabe h ih Miss allen da übe , das meine he komen die sich o
hyn mi u s en und i en gleiche e einig haben nu so o neyde n sullen und an alle no eins
edel mans och e nehmen, und ba sie, E kundigungen da übe einzuholen und da o [zu]
sein do mi es ni much eynen o gang gewynn[en], da es ü sie und ih e Nachkommen ein
g osz o kleynung sei.31 Le z lich s ell e sich he aus, dass es das Hei a s o haben zwa gab,
es sich bei dem e mein lichen G a en jedoch lediglich um eynen banne he n aus islan
handel e, dessen mu e eine on aldenbu g is gewes ha man im auch den namen gegeben
und haben in genan den on aldenbu g.32 Sie habe da au hin ih em B ude gesch ieben,
dass sie uns andesgemäße Ve bindungen nich wünsche.33
Nach dem Tod de Königinwi we Ch is ina im Dezembe 1521 wa Elisabe h die einzig
e bliebene nahe Ve wand e Ch is ians. De Onkel ä e liche sei s, He zog F ied ich on
Schleswig-Hols ein, e wies sich ehe als Konku en denn als Un e s ü ze . Als Ch is ian II.
im Ve lau de Jah e 1521/22 nich nu in Schweden, sonde n auch in Dänema k in e ns e
Bed ängnis ge ie und als König abgese z wu de, ließ sich F ied ich übe eden, die K one
des Ne en zu übe nehmen.34 Elisabe h ba o enba ih en Gemahl Joachim I., de au dem
Reichs ag in Nü nbe g weil e, bei Kaise Ka l V. um Un e s ü zung ü ih en B ude zu we -
ben. De Kaise gab dem Ku ü s en zu An wo , dass e den gemeinsamen Schwage nich im
S ich lassen wolle, ließ sich abe nich zu konk e en Sch i en d ängen.35 Doch nich nu Ch is-
ian II. such e sich de Un e s ü zung seine Schwäge zu e siche n, sonde n auch He zog
F ied ich schick e einen Bo en an Joachim I. E beschwe e sich übe Ch is ian und o de e
den Ku ü s en au , s
ich gegen diesen zu posi ionie en. Seine Gemahlin eil e Joa
chim I. mi ,
30 Vgl. GS APK, BPH, Rep. 29, N, N . 6: Leibgedingsb ie Ku ü s Joachims I. on B andenbu g ü seine Gemahlin
Ku ü s in Elisabe h (22.06.1520).
31 LHASADE, Z 6, N . 199: Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g an Fü s in Ma ga e he on Anhal (23.10.1519).
32 Ebd., Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g an Fü s in Ma ga e he on Anhal (05.12.1519).
33 Ebd.
34 Vgl. Rock: He sche wechsel (wie Anm. 8), S. 354–359.
35
Übe die Ve handlungen be ich e e Joachim seine Gemahlin: LHAS, 02.11-02/1, 1922 Ac a ex e na: Ku ü s
Joachim I. on
B andenbu g an Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g (09.01./21.2.1523). In den Folgejah en wand e
sich Ch is ian imme wiede hil esuchend an seinen Schwage , den Kaise , und e wies da au , dass diese ihm
Isabellas Mi gi noch nich ausgezahl habe. Siehe dazu Jo d Jø gensen: Ch is ian 2 (wie Anm. 18), S. 27.
S äßne : Schwes e liches Handeln in dynas ische K ise  | 65
dass e dies abgelehn habe und sie sich deswegen nich g ämen solle.36 Im Hinblick au die
Posi ion seine Gemahlin und seine E banwa scha en übe Ch is ian muss e es in seinem
In e esse sein, diesen zu un e s ü zen.37 Elisabe h ih e sei s o de e zahl eiche e wand e
und be eunde e Fü s enhäuse dazu au , ih em B ude zu hel en. Ih gu e In o ma ions-
s and übe die Geschehnisse in den no dischen König eichen wa G undlage da ü . Die
Si ua ion spi z e sich jedoch so zu, dass Ch is ian im F ühjah 1523 en schied, mi seine
Familie die no dischen König eiche zu e lassen.
Schwes e eines Exilkönigs (1523‒1532)
Aus den no dischen König eichen loh Ch is ian II. mi seine Familie an den Ho de S a -
hal e in Ma ga e he on Ös e eich (1480–1530) in die habsbu gischen Niede lande und s ell e
sich un e den Schu z de Familie seine Gemahlin.
38
Au de Suche nach Un e s ü zung zu
Wiede e langung seine König eiche eis e e in den Folgejah en du ch das Heilige Römische
Reich. Häu ig hiel e sich an den Hö en de sächsischen Ve wand en sowie bei seine Schwes-
e am ku b andenbu gischen Ho au .
39
Du ch die Exilsi ua ion wa es Elisabe h möglich, ih en
B ude häu ige pe sönlich zu e en und sich mi ihm auszu auschen, gleichzei ig ühl e sie
sich o enba umso meh zu Un e s ü zung e p lich e . Ih e o nehmliche Au gabe wa es,
Ve bünde e, In o ma ionen, Geld und T uppen ü einen Rücke obe ungs e such zu o ganisie-
en.
40
So be ich e e Elisabe h e wa an Ma ga e he on Anhal , dass Ch is ian, als e mi seine
Gemahlin zu Besuch wa , on ih als on seyne schwes e bege und e mand alle ewe die e
my e mals e zeige ha ich wolde im iz yn seynen no lagen ni o lassen und ym e liche gel zw
gu e au b yngen.
41
Sie sei dem Wunsch nachgekommen, müsse die au genommene Summe
abe be ei s an Os e n zu ückzahlen, sons käme sie umb alle meynen glauben.
42
Dahe ba sie
Ma ga e he, ih Geld zu leihen. In den olgenden Jah en lieh Elisabe h bei ielen Pe sonen g o-
ße Summen und deck e dami ällige Anleihen. Imme wiede gelang es beiden Geschwis e n,
36
Vgl. LHAS, 02.11-02/1, 1922 Ac a ex e na: Ku ü s Joachim I. on B andenbu g an Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g
(24.03.1523).
37 Zu Ansp üchen adelige Ehemänne au den Besi z de He kun s amilie ih e Gemahlinnen siehe Michaela Hohkamp:
Do Sis e s Ha e B o he s? The Sea ch o he » ech e Schwes e «. B o he s and Sis e s in A is oc a ic Socie y a he
Tu n o he Six een h Cen u y, in: Johnson/Wa en: Sibling Rela ions (wie Anm. 3), S. 65–83.
38 Vgl. Bisgaa d: Ch is ian 2 (wie Anm. 7), S. 346–348.
39 Vgl. ebd., S. 348; Olesen: Fü s enkon ak e (wie Anm. 8), S. 741 .; Ma his Leibe sede : Joachim II. on B andenbu g.
Ku ü s zwischen Renaissance und Re o ma ion (Ve ö en lichungen aus den A chi en P eußische Kul u besi z,
Fo schungen 15), Be lin 2022, S. 103. Ch is ian s eu e das Ge üch , übe g oßen Reich um zu e ügen, und b ach e
so Joachim I. dazu, in seine Sache zu in es ie en.
40 Siehe exempla isch hie ü GS APK, XX. HA, OBA, N . 26195: Ku ü s in Elisabe h an Hochmeis e Alb ech on
P eußen (23.06.1523); ebd., N . 26253: Ku ü s in Elisabe h an Hochmeis e Alb ech on P eußen (16.07.1523); ebd.,
N . 26348: Ku ü s in Elisabe h an Hochmeis e Alb ech on P eußen (13.09.1523).
41 LHASADE, Z 6, N . 199: Ku ü s in Elisabe h on B andenbu g an Fü s in Ma ga e he on Anhal (01.04.1525).
42 Ebd.
72 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
könn en.84 Ih e
loyale
Hal ung gegenübe Ch is ian und ih engagie es Ein e en ü ihn
woll e sie auch nach ih em Tod du ch ih e Söhne o ge üh wissen und hin e ließ es ihnen
olglich als es amen a isches Ve mäch nis. Konk e e ma e ielle Gü e ha e die Fü s in hin-
gegen nich zu e eilen, lediglich eine Schuldsumme on 60.000 Goldgulden, die ih Gemahl
Joachim I. (1484–1535) eins ih em B ude Ch is ian ausgezahl ha e, woll e sie im Falle
de Rückzahlung häl ig un e beiden Söhnen au ge eil wissen.85 Ohne ih en B ude noch
einmal gesehen zu haben,86 s a b Elisabe h 1555 au ih em Wi wensi z und Ch is ian ie
Jah e spä e in Ge angenscha .
Schwes e liches Handeln in dynas ische K ise – ein Fazi
Im Zen um de Aus üh ungen s and die Beziehung Ku ü s in Elisabe hs on B andenbu g
zu ih em äl e en B ude König Ch is ian II. on Dänema k. Dabei konn e anhand de Ko es-
pondenzen Elisabe hs gezeig we den, dass – ande s als in de b andenbu gischen Landesge-
schich e häu ig da ges ell – ih Handeln zei lebens s a k au das Wohl ih e He kun s amilie,
ep äsen ie du ch den B ude , ausge ich e wa . Ih en angebo enen S a us als Königs och e
bewe e e sie, auch nach dem Ve lus de K onen ih es B ude s, deu lich höhe als ih en du ch
Hei a e wo benen S a us als Ku ü s in.
Die au älligen Gemeinsamkei en in den skizzie en Lebenswegen Elisabe hs und Ch is-
ians e weisen un e ande em au die s a ke gegensei ige Abhängigkei , die sich aus de
amiliä en Kons ella ion als einzig e bliebene Geschwis e und de p lich bewuss en Wah -
nehmung de jeweiligen sozialen Rollen e gab. Beide ha en im Lau e ih es Lebens einen
eno men S a us- und Eh e lus zu e zeichnen, sie wechsel en zu einem neuen eligiösen
Bekenn nis, sie leb en meh e e Jah e auße halb des ihnen u sp ünglich zugedach en He -
scha sbe eichs, konn en ab einem bes imm en Zei punk kaum au inanzielle Ressou cen
zu ückg ei en und wa en nahezu du chgehend e mi elnd ü einande ä ig. Fes zuhal en
is jedoch, dass sich Ch is ians En scheidungen und Handlungen au g und seine Posi ion
als Dynas ieobe haup g a ie ende au Elisabe hs Lebenssi ua ion auswi k en als umge-
keh . Zei weise wa ih e Si ua ion au g und de dynas ischen K ise so ambi alen , dass sie
sich en scheiden muss e, en wede gemäß den E wa ungen an eine Schwes e ode denen
an eine ü s liche Gemahlin und Mu e zu handeln. Sie gab de Rolle als Königsschwes e
den Vo ang und nahm da ü hohe emo ionale, soziale und ma e ielle Kos en in Kau , wie
ih konsequen e Bekenn niswechsel und ih da aus esul ie ende ak ische Ve zich au
den e wo benen S a us als b andenbu gische Ku ü s in zeigen. Indem sie als Schwes e
84 Zu Funk ion on Schwes e n bei de Übe agung on Mach und Eigen um siehe Hohkamp: Do Sis e s (wie Anm. 37),
S. 79 .
85 Vgl. GS APK, BPH, Rep. 29, R, N . 2: Tes amen .
86 Aus de Zei de Ge angenscha is meines Wissens kein B ie wechsel Elisabe hs mi Ch is ian übe lie e , was jedoch
nich bedeu e , dass es keinen Nach ich enaus ausch gegeben ha .

S äßne : Schwes e liches Handeln in dynas ische K ise  | 73
handel e, wa es ih in de k isenha en Si ua ion zugleich möglich, ih e königliche Iden i-
ä zu wah en und zu Dynas ieeh e beizu agen. Ih schwes e liches Handeln um ass e das
Sammeln und Wei e lei en on In o ma ionen, s a egische Be a ung, das Wachen übe die
Dynas ieeh e, die Fü sp ache bei ü s lichen Ve wand en, die Ve mi lung on mili ä ischen
Bündnissen und das O ganisie en on Geld, das Ve ös en on Gläubige n, zei weise die
Behe be gung de Familie des B ude s, emo ionalen Zusp uch und ieles meh . Ih e Hei a s-
dynas ie dien e ih dabei in e s e Linie als Ve so gungsins anz und Ressou ce im Hinblick
au die In e essen de He kun sdynas ie.
Auch wenn das schwes e liche Handeln Elisabe hs nich zum e ho en Ziel üh e, p o i-
ie e Ch is ian II. eno m da on, eine e hei a e e jünge e Schwes e zu haben, die – ande s
als ein jünge e B ude – nich mi ihm um ma e ielle Ressou cen konku ie e, sonde n die
ih en nahezu bedingungslos zu Ve ügung s ell e. Elisabe h wa die wich igs e und loyals e
Ve bünde e Ch is ians II., die ihm du ch ih Handeln imme wiede Handlungsspiel äume
zu e ö nen such e.
Abs ac
This essay ocuses on Elec ess Elisabe h o B andenbu g (1485–1555) in he ole as he younge
sis e o he Danish King Ch is ian II (1481–1559), using his ins uc i e example o a sibling pai in
almos pe manen c isis mode o examine he signi icance o sibling ela ionships wi hin he high no-
bili y. Ini ially, he amily backg ound and li e pa hs o Elisabe h and Ch is ian a e ou lined. Subse-
quen ly, he Elec ess’s ac ions in he ole as a sis e a e analyzed h ough he ex ensi e p ese ed
co espondences. This essay demons a es ha he ela ionship wi h a b o he , as a ep esen a i e o
he amily o o igin, could hold g ea e signi icance o he iden i y o a woman o high nobili y han, o
ins ance, he ela ionship wi h he husband o biological child en, and ha his signi icance en ailed
co esponding decisions and ac ions.
Au o in
Ul ike S äßne
His o ike in, Mi a bei e in bei de Zen alen S udienbe a ung de Uni e si ä Po sdam, P omo endin
mi dem Thema ›He scha sall ag und He scha s e s ändnis on b andenbu gischen Ku ü s in-
nen im 16. und 17. Jah hunde ‹. Ih e Fo schungsschwe punk e sind die Re o ma ions-, Dynas ie-
und Landesgeschich e B andenbu g-P eußens o allem aus geschlech e geschich liche bzw. in e -
sek ionale Pe spek i e.
E-Mail: ul ike.s aessne @uni-po sdam.de
74 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
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