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Züge ohne Gott: Claus Harms über Bahnfahren und Wallfahren anno 1844

Abstract

Zwei große Ereignisse bewegten die Öffentlichkeit im Jahr 1844. Die Wallfahrt zum ›Heiligen Rock‹ erregte in ganz Deutschland Aufsehen: Das angebliche…

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Züge ohne Gott: Claus Harms über Bahnfahren und Wallfahren anno 1844

Author: Scholz, Carsten
Year: 2024
DOI: 10.38072/2941-3362/p18
Source: https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/macau_derivate_00006794/kiel-up_2941-3362_p18.pdf
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CARSTEN SCHOLZ
Züge ohne Go
Claus Ha ms übe Bahn ah en und Wall ah en anno 1844
Die »g öß e o ganisie e Massenbewegung des deu schen Vo mä z«1 wa keine poli ische, sonde n
eine ki chliche: De ka holische Bischo on T ie , Wilhelm A noldi, ha e im Jah 1844 zu eine
Pilge ah zum ›Heiligen Rock‹ au ge u en – dem Un e gewand Ch is i, das un e dem K euz an
einen ömischen Solda en e los ,2 de Legende nach im 4. Jah hunde on de Kaise in Helena
nach T ie e b ach wo den wa und nun om 18. Augus bis zum 6. Ok obe 3 als Reliquie im Dom
ausges ell wu de, um die gegen den Ra ionalismus ge ich e e ka holische E neue ungsbewegung zu
un e s ü zen. De E olg wa übe wäl igend: Rund eine »halbe Million« Pilge besuch e das Rock-Fes-
i al in T ie , das zugleich ein iesiges, wenn auch gespal enes Medienecho he o ie .4 De ka ho-
lische P ies e Johannes Ronge ich e e An ang Ok obe ein O enes Sendsch eiben an A noldi und
wa ihm Geschä emache ei, o allem abe eine bewuss e Täuschung de Gläubigen o , nich nu
hinsich lich de behaup e en Ech hei des Kleidungss ücks, sonde n auch de ih zugesch iebenen
abe gläubisch-magischen K a . Ronges K i ik gip el e in dem Zu u : »Denn wissen Sie nich , – als
Bischo müssen Sie es wissen, – daß de S i e de ch is lichen Religion seinen Jünge n und Nach-
olge n nich seinen Rock, sonde n seinen Geis hin e ließ?«5 Wäh end de Au sässige noch im selben
Jah exkommunizie wu de, ie e zu G ündung eine neuen » om eien« Ki che au ; bald g ünde e
sich um ihn die Bewegung des Deu schka holizismus, die sich gemeinsam mi libe al-p o es an i-
schen ›Lich eunden‹ in die T adi ion de Au klä ung s ell e.
Die Wogen de E egung e eich en in Ausläu e n auch das p o es an ische Schleswig-Hols ein.
Eine sei s bo de e i alisie e Wall ah s- und Reliquienkul de Ka holiken eingedenk de Re o -
ma ion den Anlass zu e neu e Abg enzung. Ande e sei s s anden sich auch hie o hodoxe ›E we-
ckung‹ und ›Ra ionalismus‹ in o ene Gegne scha gegenübe , sei de Kiele Pas o Claus Ha ms
1 Schiede 1996, S. 15.
2 Vgl. Ma häus-E angelium 27, Ve s 35. – Johannes-E angelium 19, Ve s 23–24.
3 Siehe Schiede 1996, S. 16. – Do auch das olgende Zi a .
4 »Es dü e in Deu schland keine Zei ung gegeben haben, die nich meh ode wenige aus üh lich übe diese Wall ah und den
da übe en b ann en S ei be ich e hä e. Noch beme kenswe e is , daß Vo be ei ung, Ve lau und E gebnis de Wall ah
on eine Flu on B oschü en und Flugsch i en beglei e wu de.«; Schiede 1996, S. 69.
5 Ronge, Johannes: U heil eines ka holischen P ies e s übe den heiligen Rock zu T ie , zi . nach: Ronge 1845, S. 40 (Anm.). –
Vgl. auch Schiede 1996, S. 70–75.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/p18
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zum Re o ma ions ag 1817 seine p o oka i en 95 heses6 übe den Zus and de lu he ischen Ki che
e künde ha e. Ha ms äuße e sich übe die T ie e Wall ah anlässlich eine P edig zum Re o ma-
ions ag 1844, die e im D uck e b ei en ließ. Gleiches ha e e mi seinen Re o ma ionsp edig en in
den Jah en on 1817 bis 1822 egelmäßig, dann abe e s wiede im Vo jah 1843 ge an.7
6 Ha ms 1817a.
7 Ha ms ha e die e s en sechs P edig en in d ei Sch i en zusammenge ass : Ha ms 1817b. – Ha ms 1820. – Ha ms 1823. – Ha ms
1843. – Keine diese Tex e is en hal en in Ha ms 1955.
Abb. 1: E s d uck de Glosse Die Bahnp obelus ah . O iginal im Besi z des Au o s. Fo o: Ca s en Scholz.
C. Scholz: Züge ohne Go  | 191
Im Somme 1844 beweg e in Schleswig-Hols ein auch ein lokales G oße eignis die Gemü e , das
eben alls es lich begangen wu de und eno me mediale Resonanz e zeug e: de Bau und die E ö -
nung de Eisenbahns ecke zwischen Al ona und Kiel – sie wa »die e s e des dänischen Gesam -
s aa es«,8 auße dem »die längs e in einem S ück zusammenhängend e ö ne e Bahn Deu schlands«.
Ha en be ei s ab dem F ühjah 1843 die que du ch Hols ein sich ziehenden Baua bei en »Au me k-
samkei im He zog um e eg «9 – im Kiele Wochenbla wu den soga »Tages- und Halbjah eska en
ü die Besich igung angebo en« –, so e s ech die »ab Mi e Juli 1844«10 noch o de eigen lichen
E ö nung du chge üh en ö en lichen P obe ah en. Diese dien en de »Ma e ialp ü ung«, insbeson-
de e de aus England impo ie en Lokomo i en und des um ang eichen Fuh pa ks on Pe sonen-
und Gü e waggons, wie auch de Schulung on Lok üh e n und Heize n sowie des gesam en üb igen
Bahnpe sonals, seien es S eckenpos en und Sch ankenwä e , Scha ne ode S a ions o s ehe .
Im Gegensa z zu den » ein echnischen E p obungen, bei denen Zuschaue schon aus Siche -
hei sg ünden une wünsch wa en, e schien es nun ge adezu nö ig, Publikum einzuladen, um un e
ealis ischen Be iebsbedingungen zu a bei en«. Da um gewäh e man »allen In e essie en die kos-
enlose Mi ah au den Zügen, – ein Angebo , das au s a ke Resonanz s ieß«, ja, es en s and, wie
die Di ek ion de Eisenbahngesellscha am 5. Augus be ich e e, »ein so auße o den liche Zud ang,
daß diesem au keine Weise ges eue we den konn e, und au dieses ließ es sich in hohem G ade
be ü ch en, daß die Willkü an die S elle es e Ano dnungen […] e en wü de«. Die Sensa ion, die
diese Ve ans al ung mach e, wa Claus Ha ms gleich alls nich en gangen. Be ei s am Mi woch, dem
24. Juli, e ö en lich e e im Ki chen- und Schulbla ü die He zog hüme Schleswig, Hols ein und
Lauenbu g einen A ikel übe Die Bahnp obelus ah (
Abb. 1
), die am Sonn ag, dem 14. Juli,11 un e
Be eiligung on zahllosen Hono a io en und Zaungäs en s a ge unden ha e.
Gab es ü den Go esmann eine inne e Ve bindung zwischen den zei lich pa allelen G oße eig-
nissen des Jah es 1844?
›Die Bahnp obelus ah ‹ – kein ha mloses Ve gnügen
Nahm schon die Übe sch i mi de eigen ümlichen Wo schöp ung die Ve wandlung de diens lichen
P ü - in eine allgemeine Lus ah ins Visie , so zeig e sich Ha ms übe de en eno me Publizi ä noch
meh als übe das E eignis selbs i i ie : »Was sie ge han haben, das besch eiben sie ode lassen es
besch eiben im Al onae Me ku , on da es in alle Blä e komm und dann on Mund zu Mund o
alles, was Oh en ha im Lande und wei e «.12 Das »unge üb gebliebene hei e Fes , wie sie es nennen«,
8 Dieses und das olgende Zi a : Ka ich 1994, S. 194. – Von de Eisenbahnbegeis e ung wa na ü lich ganz Deu schland e ass :
»Die Nach ich en übe die Eisenbahn, ob gu ode schlech , üll en die Zei ungen und siche en ih dami eine auße o den liche
P äsenz im Bewuß sein de gebilde en Ö en lichkei . Keine ande e Neue ung de indus iellen Re olu ion eg e die Phan asie
de Menschen so seh an wie die Eisenbahn«; Weiss 1985, S. 52.
9 Dieses und das olgende Zi a : Ka ich 1994, S. 181.
10 Dieses und die olgenden Zi a e: Ka ich 1994, S. 187.
11 Siehe Heggen 1988, S. 32.
12 Dieses und die olgenden Zi a e: Ha ms 1844a, Sp. 201. – Die Bedeu ung, die de ku ze Tex ü Ha ms besaß, eich e übe
den epheme en Anlass hinaus, denn e nahm ihn auch au in den Band Ve misch e Au sä ze und kleine Sch i en, einige bishe
noch nich ged uck e, die Landwi hscha , das publicis ische und poli ische Leben, die Sp ache, das Schul- und Ki chenwesen
be e ende, Kiel 1853, S. 289–294.
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e uh be ei s in seinem Ve lau einen wunde samen, on S a ion zu S a ion lawinena ig anschwellen-
den Zusp uch: Die nich genaue benann en Teilnehme hä en sich »gegen 10 Uh Mo gens au dem
Bahnho in Al ona einge unden, sind 10¼ abge ah en, haben in Pinnebe g und in Elmsho n sich noch
Manche zugesell , sind 1½ Uh in Neumüns e angekommen«;13 do ha e die Fes gemeinscha Ras
gemach , ha e »gegessen, ge unken und ge oas e « und wa schließlich, »um 60 Pe sonen on Kiel
und Neumüns e e meh « und nach »eingenommenem Mi agsmahl wiede nach Al ona ge ah en«,
nich ohne »de Di ec ion den innigs en Dank ü die Ve ans al ung dieses Fes es« da zub ingen. Ha ms
wa gu in o mie , wie ein Augenzeugenbe ich aus Neumüns e bes ä ig : »Am 14. Juli, nachmi ags
2 Uh , kam de e s e Zug hie an (Übungs ah ). Es wa en ach Waggons hin e de Lokomo i e. Alles,
was Beine ha e, zwei Meilen im Umk eis on Neumüns e , ha e sich beim Bahnho einge unden.
Mi Kanonendonne , Musik und Hu a wu de de Zug emp angen. 18 Flaggen wa en au ges ell . Von
Al ona kamen 200 Pe sonen mi , die hie zu Mi ag aßen. Nach Al ona uh en 60 Neumüns e ane mi
und alle unen gel lich. Um ie Uh uh de Zug wiede ab«.14 Ha ms mein e, die Fah enden hä en
»du ch ih en Au zug und Zug«15 noch »meh e e hunde e, und wah scheinlich eine noch g öße e Zahl
als sie selbe sind, […] in Al ona und Neumüns e die ganze S ecke Weges dazwischen«, und da übe
hinaus »das gesamm e, on ihnen ge ühm e, Bahnpe sonal, die Res au a eu e an den Anhal spunc en«
sowie schließlich zahllose Neugie ige an de gesam en S ecke dazu animie , »diesem au ge ah nen
Schauspiele zuzusehen. Es geh siche in die Tausende, welche die Theilnehme an diesem Fes e, wie
sie es nennen, gewesen sind. Eine g oßa ige Sabba hsen weihung«!
Wi lesen ich ig! Die kollek i e ›Bahnp obelus ah ‹, die an jenem Somme sonn ag s a ge unden
ha , ge ä in de Schilde ung des Kiele Obe konsis o ial a s zu eine blasphemischen Fah , o dem
Hin e g und de ih e Scha en o auswe enden Wall ah zum Heiligen Rock e schein sie wie die
Kon a ak u eines Pilge zugs in Fo m eines bloßen Hin und He on Al ona nach Neumüns e und
zu ück. In doppeldeu igen Wendungen en la Ha ms die lee e Selbs e e enz on »Au zug und Zug«
als ein »au ge ah ne[s]« Schauspiel des Au ah ens, als eine ziellose ›Bewegung‹ um ih e selbs wil-
len, bei de die Teilnehme »sich selbs uebe en«.16 Doch zum go esläs e lichen Gegen-Sabba h wi d
de Aus lug, indem es jus am Tag des He n geschieh , dass die »Gesellscha den ganzen Tag […] an
den Ki chen wie ein Vogel o beige logen is «, zu eine Zei , »wäh end welche die Ch is en sollen in
ih en Go eshäuse n bei einande seyn zu Uebung ih e F ömmigkei «.17 Das massenha e Ve säum-
nis des Go esdiens es du ch die lus igen ›Zug ögel‹ p o ozie umso meh , als »dieses Fes de Sonn-
agsen heiligung, zu öhlichen Bo scha an das ganze Land, wie sie meinen, als ein ge eie es kund
und zu wissen ge han wi d«18 – in di ek e Konku enz zu › ohen Bo scha ‹ de Bibel, wie Ha ms
als eligiöse Au o so o wi e . Dami is die hohle hols einische Fo sch i s eie ein ielleich noch
ge äh liche es Gegenp og amm zum Lu he um als de ka holische Reliquienkul in T ie .
An sich ha e Ha ms nich s gegen die Bahn. Im Gegen eil, e s im Jah zu o ha e e in sein
Jugend- und Volkslesebuch Gnomon einen A ikel übe Eisenbahnen des an de Planung maßgeb-
13
Neumüns e ha e » on Beginn an als S a ion au de Häl e de Linie besonde e Bedeu ung«, auch wa hie de Bau des meh e e
G
ebäude um assenden Bahnho s be ei s »am wei es en o gesch i en au de ganzen Bahn«; Ka ich 1994, S. 184.
14 Ch onik des Bäcke meis e s Augus Haß, zi . nach Heggen 1988, S. 32.
15 Dieses und die olgenden Zi a e: Ha ms 1844a, Sp. 202.
16 Dieses und das olgende Zi a : Ha ms 1844a, Sp. 203.
17 Ha ms 1844a, Sp. 202.
18 Ha ms 1844a, Sp. 201.
C. Scholz: Züge ohne Go  | 193
lich be eilig en Kiele Bü ge meis e s Schwen Hans Jensen19 einge ück , de die Lese mi de neuen
Technik e au machen woll e:
»Eisenbahnen sind Wege, au denen die Wagengleise mi Eisen beleg sind. Je hä e
und ebene de Kö pe , au welchem die Wagen äde sich o bewegen sollen, des o
leich e sind diese in Bewegung zu se zen und zu e hal en. Dahe zieh z. B. ein P e d
au de Chaussee meh als 4 P e de in Sandwegen […] und eben so zieh auch wiede
1 P e d au eine Eisenbahn meh als 6 P e de au de Chaussee. Eine solche Wi kung
wi d jedoch du ch eise ne Wagengleise nu dann olls ändig e eich , wenn zugleich
die Bahnlinie wage ech (ohne Ans eigung) is «.20
Aus Jensens A ikel sp ach die Leidenscha ü K a und Geschwindigkei : »Eine gewöhnliche
Locomo i e üh au de Eisenbahn die A bei on meh als 100 P e den aus«,21 und »die Schnellig-
kei mi welche man au Eisenbahnen mi els Damp maschinen (Locomo i en) äh , be äg bei
Pe sonenbe ö de ung gewöhnlich 4 geog aphische Meilen die S unde«; diese »is schon dieselbige,
wie die eines galoppi enden P e des (28 Fuß in de Secunde), wäh end die gedach e g öß e Schnel-
ligkei de Locomo i e ( on 7-10 Meilen die S unde) de Geschwindigkei des S u mes (56 Fuß in
de Secunde) gleichkömm «.22 Auch Ha ms le n e die neue Reisegeschwindigkei spä e du chaus
zu schä zen, besuch e ihn doch on seinen d ei Kinde n »de Sohn in Neumüns e au ¾ S unden
Eisenbahnnähe am ö es en«,23 und noch 1853, als dem e blinde en G eis das Reisen schwe iel,
kündig e e an, e we de im Somme »in Kiel sein ode e wa in eine nu ¾s ündigen En e nung
on Kiel, bei meinem Sohn in Neumüns e «.24
Vo e s abe nahm e einen ande en S andpunk ein: »Ich habe mich au diesen kleinen, alle klein-
s en Hügel des I zehoe Ki chen- und Schulbla es ges ell , um eine Rüge zu eden«.25 Allzu nied ig
wa ihm diese Hügel, weil das on Ha ms selbs ini iie e Pe iodikum gleich alls e s 1844 das Lich
de Wel e blick ha e. Umso meh wu m e ihn die mediale B ei enwi kung, die die Eisenbahn eun-
de genossen, denn auch e hä e »liebe « ges anden »au dem Be ge des Al onae Me ku s, eben au
den Höhen, wo on he ab das unge üb gebliebene hei e Fes « bekann gemach wo den wa . De in
den Ebenen de Ma sch und au den Höhen des Donns au gewachsene Di hma sche Ha ms ha e ein
eines Ge ühl ü Ni eau-Un e schiede! Sein polemisches Rügemaal (Un e i el) gegen die Bahnp obe-
lus ah beansp uch e o allem heologisch einen höhe en S ando – en sp echend de Ve heißung
Jesu im Ma häus-E angelium: »Ih seid das Lich de Wel . Es kann die S ad , die au einem Be ge
lieg , nich e bo gen sein«.26 Und so wie »das Wo , sage ich mi einem P ophe en, wa d in meinem
19 Jensen gehö e 1842 zum G ündungs o s and de »Al ona-Kiele Eisenbahngesellscha « und zeichne e p i a zehn Ak ien im
We on je 100 Species ale ; siehe Ka ich 1994, S. 170 bzw. 168.
20 Jensen 1843, S. 339. – Zum Gnomon gl. zule z : K aack 2016, S. 213–233.
21 Dieses und die olgenden Zi a e: Jensen 1843, S. 340.
22
Ka ich be echne e, »daß spä e die ah planmäßige Du chschni sgeschwindigkei (ohne Be echnung de Au en hal e) 41,4 km/h
be ug. Sie eich e olglich siche nich an die bei den P obe ah en e eich en 80 km/h he an«; Ka ich 1994, S. 188, Anm. 153.
23 Claus Ha ms an Edua d Schude o , 30.12.1851, in: Zillen 1909, S. 399.
24 Claus Ha ms an Edua d Schude o , 6.7.1853, in: Zillen 1909, S. 405.
25 Dieses und die olgenden Zi a e: Ha ms 1844a, Sp. 201.
26 Ma häus-E angelium 5, Ve s 14.

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He zen wie ein b ennend Feue «,27 so hä e es auch e dien , aus de Höhe »schnelle und wei e
gehö zu we den« als die auchende und »lä mende Maschine samm den neuen Wagen«28 de Eisen-
bahn, die auch opog aphisch den Weg des ge ings en Wide s ands du ch die Niede ungen nahm.
Den in Jensens Bei ag e wähn en Ums and, dass die Bahn ih e olle Leis ung nu in de Ebene und
»ohne Ans eigung« e b inge,29 bau e Ha ms in den me apho isch-mo alischen Vo wu an einen ihm
bekann en Mi ah e ein: »Du abe has dich au eine ebne Bahn b ingen lassen, die wah lich nich
am Sonn ag so heißen kann«.30 Am Tag des He n bo sich ihm das Schauspiel eine e keh en Wel .
De en nega i e Vo zeichen e kenn Ha ms e wa am gesellscha lichen S a us de »Damp lus ah-
e «:31 Denn es seien keineswegs A bei e gewesen, »die nach sechs in schwe e A bei zugeb ach en
Tagen sich ein Ve gnügen haben machen wollen«, ode »Ma schgänge , die sich zu ein paa hunde
gesammel und benu zen die eben pos mäßig gehende Locomo i e«,32 sonde n »Männe , die meh en -
eils den Wochen ag eben so ei wie den Sonn ag« und doch »so iel Geld in den Taschen haben, daß
sie jeden Wagen on Al ona nach Neumüns e und on Neumüns e nach Al ona bezahlen können«
– die unnü ze Sonn agslus ah abe nahmen sie g a is in Ansp uch. Dieses Ve hal en s and in genau-
em Gegensa z auch zu demü igen Op e be ei scha de ka holischen Pilge , alle meis »Angehö ige
de sozialen Un e schich «,33 die be ei wa en, »ih en le z en K euze nach T ie «34 zu b ingen.
Wäh end sich das heinische »Bü ge um on Bildung und Besi z«35 on den Wall ah e n peinlich
e nhiel , wa es bei den hols einischen Bahn ah e n umgekeh – ge ade das muss e beun uhigen.
Es wa en »Männe un e ihnen, welche in Wü den und Am s ehen und eine besonde e Ve p lich ung
haben, au Gese zmäßigkei , O dnung und gu e Si en ih es O s zu sehen«.36 S a dessen, klag e
Ha ms, begingen sie »eine Riesen-Con a en ion gegen die Sonn ags e o dnung. Is s denn keine Con-
a en ion des 8 en §., kein ge äusch olles Ve gnügen? und des 9 en §., keine lä mende Uebung und
Un e nehmung?«37 Was sei es dagegen, »wenn de Bü ge un e de P edig zu seinem Milchbaue n
au s Do äh ode wenn de To baue ein Fude To Sonn ags um 10 in die S ad b ing !« – gängige
Ve s öße gegen die Sonn ags uhe, übe die landau , landab die Pas o en in ih en Visi a ionsbe ich en
lamen ie en.38 Ungeheue lich is auch die Teilnehme zahl, »eine zu g oße, s a ke, als daß die Policei
in Al ona, in Elmsho n und in Neumüns e sich ha wide se zen können, zu g oß die Zahl, zu s a k
die Auc o i ä de e , die sich wäh end de go esdiens lichen S unden mi Ge äusch e gnüg en«.
27 Nach Je emia 20, Ve s 9. – Dieses und das olgende Zi a : Ha ms 1844a, Sp. 201.
28 Ha ms 1844a, Sp. 203.
29 Da ü wa en »bei Bo desholm ie e Einschni e in die Hügelke en no wendig«; Ka ich 1994, S. 174.
30 Ha ms 1844a, Sp. 203.
31 Dieses und die olgenden Zi a e: Ha ms 1844a, Sp. 202.
32 Zu den auch »Mona chen« genann en Landa bei e n in wilhelminische Zei und wei e e Li e a u gl.: Scholz 2002, S. 70–91.
33 Schiede 1996, S. 21.
34 Schiede 1996, S. 19.
35 Schiede 1996, S. 25.
36 Ha ms 1844a, Sp. 202–203.
37 Dieses und die olgenden Zi a e: Ha ms 1844a, Sp. 203.
38 Vgl. dazu: Scholz 2007, S. 110–113.
C. Scholz: Züge ohne Go  | 195
Ausge echne die zahl eich e sammel en Au o i ä en s ellen die bü ge liche O dnung au den Kop ;
sie s i en ein Chaos, gegen das die wenigen am lichen O dnungshü e mach los sind. Auch dies s and zu
O ganisa ion und Ablau de T ie e Wall ah – o z de en noch ganz ande e Dimensionen – in diame-
alem Gegensa z. Bischo A noldi bü g e schon im Vo eld da ü , dass »die eligiöse S immung […] die
siche s e Bü gscha gegen alle Uno dnung«39 sei; »Ruhe und O dnung wa denn auch die poli ische Si-
gnalme aphe , die ge adezu s e eo yp sowohl in den ki chlichen wie in den s aa lichen S ellungnahmen
zu T ie e Wall ah au auch e«. Die P ozessionszüge wa en »im o aus gene als absmäßig es geleg «,40
um einen »gleichmäßigen Zus om de Pilge « zu bewi ken. Auch e lang e man on den Teilnehme n
die » ollkommens e Un e we ung un e die be e enden Ano dnungen«, und manchem Beobach e iel
»die e s aunliche E gebenhei de Pilge gegenübe den beglei enden P ies e n«41 au . Sie wu den »au
ein i ualisie es G uppen e hal en es geleg , das sich an dem gewohnhei smäßigen E ah ungsbe eich
des ki chlichen No mal i us [...] o ien ie e«.42 Die pe ek e O ganisa ion de T ie e P ozessionszüge zu
loben, konn e Ha ms nich ein allen – da ü abe mal e e den Al onae P obezug als g elles Gegenbild
gesellscha liche Uno dnung aus. Doch seine Beun uhigung wa le z lich eligiös undie .
Hä e die Bahn zwischen Sodom und Gomo ha e keh , un e den Reisenden wä en nich wenige
Ge ech e gewesen. Imme hin, »Einem un e ihnen aue ich es ganz bes imm zu«,43 mein e Ha ms mi
Blick au seinen mi eisenden Bekann en, dass e du chaus einen » ommen Gedanken den Sonn ag
übe « gehab habe. Ihn selbs beeind uck en die Massen ohnehin nich , denn » o Go dem He n sind
sie keine Zahl und keine Auc o i ä «. Umso meh kam dami sein Alleins ellungs-Me kmal als P ophe
und Publizis zu Gel ung: »Da nach meine Wo e, eines Einzelnen eben alls, doch Namens, wie ich
glaube, Alle , die Go und seinen Tag lieb haben und können ch is liche Si e wie Ki chengese z nich
unge üg so g öblich e höhnen lassen«.44 Allein gegen alle – ha e Ha ms sich schon bei de Ve ei-
digung seine 95 heses in diese Rolle ge unden, so wu de sie im Al e zu Pose: Ein Jah spä e e -
ö en lich e e , wiede im Ki chen- und Schulbla , eine E klä ung gegen ein Vo um on 88 p eußischen
Theologen und Pädagogen gegen Auswüchse de E weckungsbewegung, die e mi dem Un e i el
Eine wide ach und ach zig e sah. Inhal lich e allgemeine e e seine Fo sch i sk i ik do zu de
Fo mel:
»En wickelung is Ra ionalismus, wenn e auch Hegelsche Philosophie heiße «45 – und übe -
ug dami das al e Kamp wo de E weckungsbewegung au die ak uelle Mode nisie ungsdeba e.
Fü die »indus ielle En wicklung«46 wie übe haup ü die »Dynamik des neuen Zei al e s«47
s and
die Eisenbahn, speziell
»die ›sich om O bewegende‹ L
okomo i
e«
als neua ige Maschine, wie kein
ande es Symbol. Doch bei de sich beschleunigenden Fah de bü ge lichen Gesellscha in die Zu-
kun blieb Ha ms liebe allein au seinem Hügel zu ück.
39 Wilhelm A noldi an den Obe p äsiden en de p eußischen Rheinp o inz, on Schape , 19.4.1844, zi . nach Schiede 1996,
S. 48. – Do auch das olgende Zi a .
40 Dieses und die olgenden Zi a e: Schiede 1996, S. 50.
41 Schiede 1996, S. 64.
42 Schiede 1996, S. 53.
43 Dieses und die olgenden Zi a e: Ha ms 1844a, Sp. 203. – Gemein is e l. Ha ms’ enge F eund, de Tabak ab ikan und Kau -
mann Ab aham Ch is ian B aue (1781–1868), de sich schon 1839 im Vo s and de Kiele »Gesellscha zu Be ö de ung de
Eisenbahnanlage« engagie e, gl. Ka ich 1994, S. 162. – De »B aue sche Speiche « lag in unmi elba e Nähe des Bahnho s.
44 Ha ms 1844a, Sp. 201.
45 Ha ms 1845, Sp. 403.
46 Weiss 1985, S. 50.
47 Dieses und das olgende Zi a : Weiss 1985, S. 52.
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Mi dem explizi en Hinweis au den einen Ge ech en un e den Bahn ah e n deu e Ha ms den-
noch an, dass e seine Sache du chaus nich e lo en gib : »Es ehl nich , so kenne ich Dich, Du has
ein Wide s eben emp unden und oh bis Du nich un e den F ohen gewesen«.48 Übe haup wolle
e nich behaup en, dass diese »sämm lich keinen ommen Gedanken den Sonn ag übe gehab hä -
en«, und ges eh ihnen zu: »Was noch eine Spu on Respec ü den Sonn ag e mu hen lässe is
die Ve schweigung, daß sie an einem Sonn ag es ge han haben«.49 Was noch eine Spu on pas o ale
Milde bei Ha ms e mu en läss , is de spiele isch-i onische Un e on seine Glosse:
»Die Axen einige Wagen haben sich e hi z , o wä e es einigen Passagie s wa m, heiß
ums He z und Gewissen gewo den, daß sie au einem de Anhal spunc e o die
lus ige Schaa gesp ungen wä en und übe lau ge u en hä en, au einen Ki ch hu m
zeigend: Meine He en, was hun wi !«50
Auch scheinen die Lus ah e du ch »das wi klich abscheuliche We e «, das ein Be ich e s a e
beklag e, genug ges a , nimm man es als Zeichen on oben. En sp echend we e Ha ms assonan-
zen eich: »Mann, das We e ha Go geschick , und au den Canzeln is Go da ü gedank wo den,
ü den Segen mi dem Regen. Hu ahs, wie man gesch ieen ha , sind keine Hallelujahs und sind
keine Hosiannas«. Soga halb abe gläubische Eins ellungen nimm e au :
»O wie habe ich mich auch in Be e de Bahn ah e übe das egnich e We e ge eu-
e , denn nun können sie doch nich sagen, was sie sons leich hä en sagen können:
de Himmel (so sp echen Solche) ha sein Wohlge allen an unse m Thun du ch seine
Hei e kei ausgesp ochen«.
Die F eude am Ausmalen, die augenzwinke nden Wo - und Gedankenspiele – die Bahn ah e
als Zug-Vögel, de He im Himmel als We e go , Regen und Segen, Hu ahs und Hallelujahs, –
machen das Ha mssche Rügemaal du chaus auch zu eine amüsan en Lek ü e; sie übe üh en die
emde F eude am Fah en in die eigene Lus am Sch eiben.
Ha ms, de ha e »sagen hö en, die e ige Bahn solle mi eine eligiösen Feie e ö ne we den«,51
wa sich alle dings da übe im Kla en, dass e »nach diese Rüge auch nich au s Wei es e meh
e wa en« könne, als Redne dazu eingeladen zu we den. Da um nahm e die wich igs en Punk e
seine ungehal enen Einweihungs ede o weg:
»Nich daß ich die Anlegung de Eisenbahn und ih en Geb auch ü sündlich hiel e
und ehe ein Fluch als ein Segen ü sie be ei läge bei mi , nein, ich e wa e ü Al ona
und ü Kiel, ü die Bahnho sö e und ü das ganze Land Gu es on ih «.
Abe – und nun olg e eine B ei sei e gegen den Geis de Zei – »abe sie weihen, als wenn sie
un e die Heilig hüme des Landes gezogen wü de, nein das e klä e ich ü uns a ha . Hal en wi
48 Dieses und das olgende Zi a : Ha ms 1844a, Sp. 203.
49 Ha ms 1844a, Sp. 204.
50 Dieses und die olgenden Zi a e: Ha ms 1844a, Sp. 203.
51 Dieses und die olgenden Zi a e: Ha ms 1844a, Sp. 204.
C. Scholz: Züge ohne Go  | 197
n
u uns e Heilig hüme , die es sind, heilige !« Dies können allein das Haus und das Wo Go es
sein. Doch benu z Ha ms hie mi dem meh ach wiede hol en »Heilig hüme « ü Bahn und
»Bahnho sö e « ein Reizwo , das au ka holische Objek e eh ung und Pilge kul u e weis , die
mi de ans ehenden Wall ah zum Heiligen Rock in T ie soeben öhliche U s änd eie en. Umso
absu de , wenn im e zp o es an ischen Hols ein s a dessen die Eisenbahn und ih e Bahnhö e
»un e die Heilig hüme des Landes gezogen« we den soll en. Dann wü de sys ema isch »au ih en
Schienen dein Tag geschände und an ih en Hö en deine Eh e gek änk und dein Volk, was du im
Lande has , in seinem Heilig hum e höhne «. Und wenn Ha ms mi Blick au den Einweihungsak
übe haup in F age s ell , ob »ein p o es an ische P edige sich inden wi d, de es hu , wi haben
indeß auch ja ka holische«, dann wi d seine S oß ich ung ollends kla . Mi dem ü E angelische
wie Eisenbahne in Schleswig-Hols ein be emdlichen Hinweis zieh e die Einweihung de Bahn
di ek mi hinein in die kon essionelle Auseinande se zung, die wenig spä e in seine P edig zum
Re o ma ions ag lau wi d.
Die eigen liche Einweihung de Ch is ian VIII. Os seebahn and nich an einem Sonn ag, son-
de n am Mi woch, dem 18. Sep embe 1844, dem Gebu s ag des dänischen Königs, s a . Sie
wu de »ähnlich en husias isch«52 ge eie wie die e s e P obe ah , nun abe ganz ze emoniell. Ein
Geis liche als Redne wa nich geladen, da ü nahm de S a hal e de He zog üme , P inz F ied-
ich on Augus enbu g, an dem E ö nungsak mi zahllosen geladenen Gäs en eil; »anschließend
uh die Fes gesellscha in einem Zug, bes ehend aus de Lok Dania und 20 Waggons in Rich ung
Kiel ab«;53 zwei wei e e Sonde züge s anden be ei . »Die Bahnhö e au de S ecke und soga die
Bahnwä e häuschen wa en deko ie , und de Bahndamm wa au wei en S ecken on Neugie-
igen gesäum «. Nachmi ags uh de Zug zu ück nach Al ona, »wo sich das Feie n haup sächlich
im Rain illeschen Ga en, also in unmi elba e Nachba scha des Bahnho es, o se z e«.54 Eine
52 Ka ich 1994, S. 190.
53 Dieses und das olgende Zi a : Ka ich 1994, S. 189. – Aus Neumüns e be ich e e Haß: »Mo gens um 10 Uh kamen zwei eie -
lich geschmück e Züge, eine mi 20 und eine mi 16 Wagen, hie an«; zi . nach Heggen 1988, S. 32.
54 Ka ich 1994, S. 190.
Abb. 2: Ankun des Al ona – Kiele Eisenbahn Zuges in Al ona. Li hog aphie, um 1845. O iginal im Besi z des Au o s. Fo o: Ca s en Scholz.
204 | No delbingen 90
haben neben dem«.69 Und mi diese Gewisshei im Rücken s ell e die kühne Fo de ung au : »Alle
Ka holiken sollen noch lu he isch ode e angelisch we den, denn unse Bekenn niß is besse !«70
Dem ak uell einen Ge ech en un e den bahn ah enden P o es an en s ell Ha ms nun alle, auch die
wall ah enden Ka holiken, als zukün ig ge e e e Ch is gläubige gegenübe .
Doch selbs wenn sich dies einmal e üll haben soll e, »das Annehmen kann nich zu o , und
kann nimme öllig geschehen«, da um bleib die Ki che »eine o wäh end und bis an die Ewig-
kei a bei ende, eine a bei ende und 3) eine kämp ende«.71 Und dami wende sich Ha ms e neu
nach innen, an die Ad esse de Lus igen und Lauen in de lu he ischen Ki che, die »Ra ionalis en«72
und neue dings die Fo sch i sop imis en – mi eine ›pa adoxen In e en ion‹: »Unse e Zei en sind
doch ech iedlich? Das sind sie leide , weil sie das Wo nich so behal en haben, wie es einmal
angenommen und bekenne wo den«. Die Folgen liegen ü Ha ms au de Hand: »Den Ch is us
nich e leuch e ha , de is gegen alle Religionen gleichgül ig, nu die e sich selbe mach , is ihm
die liebs e. Dahin komm ’s, wenn man das Wo nich behäl , nich ein behäl , nich olls ändig
behäl «.73 Abe »Ansich en, Au assungsweisen, Rich ungen sind als e däch ig no i und ih e meh-
e e sind e kann als wah e Ab älle om Ch is en hum«, so wie kü zlich die Go es- und Selbs e -
gessenhei de on Ha ms ha sch ge üg en Teilnehme an de Bahnp obelus ah . Wie eine Rech -
e igung lies sich nun die F age: »S oß ich an mi solchem Wo ? Ve le z’ ich jemanden? Das hab’
ich nich gemieden Anno 17, das we de ich noch wenige 27 Jah e spä e , Anno 44, scheuen, wenn
Am und Wah hei mich au solche Aeuße ungen üh en, wie sie es heu e hun. Welches Maßes de
lu he ische Glaube au gegeben wi d, des Maßes läß de Kamp nach, allein de F iede is ein meh
als nu bedenkliches Zeichen«.74
Wenn Ha ms de F iede ein schlech es Zeichen wa , konn e e es als gu es nehmen, dass seine
Polemik au Wide sp uch a – obschon das Echo in keine Weise an den legendä en Thesens ei
on 1817 he an eich e. De in Glücks ad ansässige ka holische P a e F anksmann nahm den Feh-
dehandschuh au , indem e in eine Beleuch ung des Ronge’schen Sch eibens an den Hochwü digen
He n Bischo A noldi zu T ie auch die Nachsch i des He n D . Ha ms übe den heil. Rock au g i –
eilich nu , um dem gebo enen Mülle sohn zu bescheinigen, dass e »mi ielen Wo en – Nich s ge-
sag ha . Es geh ihm, wie jenem Manne, de gegen gewal ige Riesen zu kämp en glaub e, und es wa-
en – Windmühlen«.75 Dessen Zahlenspiele kon e e e mi dem Hinweis, dass sich zu ka holischen
Ki che »zweid i el de ganzen ch is lichen Wel , und auch inne halb Deu schlands G enzen meh e e
Millionen bekennen«;76 mi Blick au die Anhänge Ronges hingegen woll e es ihm »scheinen, daß an
ihnen das Sp ichwo wah wi d: die schlech es en Ka holiken sind die bes en P o es an en«.77 Da ü
üh e e wiede um Ha ms als Zeugen an, wohl in Anspielung au dessen Au u an die ›Ve nün igen
in diese Ki che‹, wonach angeblich »Alle, welche gegen den heil. Rock und die Ve eh ung desselben
69 Ha ms 1844b, S. 10.
70 Ha ms 1844b, S. 4.
71 Dieses und das olgende Zi a : Ha ms 1844b, S. 11. – He o hebung im O iginal.
72 Dieses und das olgende Zi a : Ha ms 1844b, S. 12.
73 Dieses und das olgende Zi a : Ha ms 1844b, S. 13.
74 Ha ms 1844b, S. 12.
75 F anksmann 1845, S. 11.
76 F anksmann 1845, S. 46.
77 Dieses und die olgenden Zi a e: F anksmann 1845, S. 47.

C. Scholz: Züge ohne Go  | 205
ih e S imme e hoben haben […] sich als gu e P o es an en bewäh « hä en. Zudem wide sp ach
F anksmann Ha ms da in, dass es bei den Lu he ane n keine Reliquien-Ve eh ung gebe. In de »P a-
xis« seien seh wohl »Lu he s Bibel, seine Uh , seine Ka hede , sein Ehebe [...] als Heilig hüme
[!] e eh wo den«. Da um abe »möge man uns Ka holiken doch auch e lauben, wenigs ens die
Reliquien on unse m gö lichen He n und E löse zu e eh en, und uns nich mi dem Ko he de
Schmähung deshalb zu übe schü en. Wi hal en Ch is um ü heilige und e eh ungswü dige , als
Sie – P o es an en! – Ih en Lu he hal en dü en«.78
Ha ms be ach e e diesen He aus o de e wohl nich als ebenbü ig; e spa e sich jede Reak ion.
S a dessen an wo e e ein Anonymus, mögliche weise Ch is ian Augus Hein ich Decke , Pas o in
Klein Wesenbe g und ei ige Mi a bei e des Ki chen- und Schulbla s, in de Ausgabe om 5. Mä z
1845 au F anksmann, de sich »als en schiedene Feind wide uns und unse e Ki che«79 e wiesen
habe. Sein di e enzie es Re e a üh e zu de unmiss e s ändlichen Aussage, »daß die ka holische
Un e scheidung on Anbe ung und Ve eh ung mi An u ung […] öllig unhal ba sei«,80 denn wenn
die ka holische Ki che »auch mahn , man solle bei An u ung de Hül e de Heiligen im Gedanken
hal en, daß du ch ih e Ve mi elung Go es Hül e und Mach gewonnen we de, so e laub sie doch
nich nu , ge adezu zu be en […], sonde n üh das Volk dazu an«, und dami »zu wi kliche Ve -
gö e ung on Menschen, Gebeinen und Bilde n«. Au de ande en Sei e sah de Au o du chaus eine
Annähe ung de Kon essionen an ih en libe alen Rände n und diese wiede um als eine Gelegenhei ,
»die e angelische Wah hei Denen un e den Uns igen ins Lich zu s ellen, welche ühe ü geis li-
che und ki chliche Dinge wenig Oh ha en, je z abe mi egem In e esse hinsehen au Ronge’s und
die ihm e wand e Bes ebungen in de ka holischen Ki che«.81 Dami klang eine gewisse Di e enz
zu Ha ms an. Ob de bü ge lich-libe al gesinn e Au o heimlich soga übe F anksmanns Ve gleich
des blinden Kiele P ops es mi dem »Ri e Don Quixo e«82 schmunzeln muss e, den e unnö ige -
weise exp essis e bis wiede hol e?
Wa in de F anksmann-Rezension in de Auseinande se zung de Kon essionen ein umgängliche-
e Ton be ei s anges imm , so wu de diese in Decke s Besp echung de Ha mschen Re o ma ions-
p edig im Ki chen- und Schulbla om 9. Ap il 1845 unübe hö ba . Die P edig alle »in eine Zei
ie e ki chliche Bewegungen«,83 un e Ka holiken, den »Schaa en des Ra ionalismus«, wie auch »in
de lu he ischen Ki che«. Dem Doyen Claus Ha ms schein Decke dabei einen en ück en S and-
punk übe den Pa eien zuzubilligen: »Loben wü de hie am un ech en O e sein; we einen solchen
Namen ha , bei dem inde das gebüh ende Lob sich on selbs «. Doch dami wi d de ›Al e om
Be ge‹ auch ein S ück wei weggelob . Dem S ei um die T ie e Wall ah widme Decke genau
einen Sa z: »De Anhang übe den Rock is unübe e lich«.84 Doch dann sch ei e e zu eine im Ton
mode a en, abe g undsä zlichen K i ik an Ha ms o .
78 F anksmann 1845, S. 48.
79 [Anonym] 1845, Sp. 89.
80 Dieses und die olgenden Zi a e: [Anonym] 1845, Sp. 91–92. – Vgl. auch die ähnliche A gumen a ion bei Schiede 1996, S.
60–61.
81 [Anonym] 1845, Sp. 93.
82 [Anonym] 1845, Sp. 90.
83 Dieses und die olgenden Zi a e: Decke 1845, Sp. 158.
84 Decke 1845, Sp. 159.
206 | No delbingen 90
Zunächs g ei e die au ump enden Zahlenspiele wiede au . Ha ms sp eche »zu ge os on
den 70 Millionen Seelen, de en doch wohl kaum die Häl e, um nich wenig zu nennen, den Vä e n
Dank wissen, daß sie on den ka holischen Ve zaube ungen und I hühme n ei wo den, nun in
de Wah hei gehen. Solche Be assungen in das Leben de Gemeinscha ließen wi , deuch mich,
ge n de ka holischen Ki che«.85 Dann komm es noch dicke : Denn Decke will Ha ms keineswegs
nachsp echen »Alle Ka holikenen sollen noch lu he isch ode e angelisch we den, denn unse Be-
kenn niß is besse […], wissen wi doch wohl, daß auch ih Bekenn niß, en kleide on den um in-
genden I hüme n, einen Ke n bi g , de bleiben soll und wi d, weil e auch eine Ges al de Wah -
hei is «.86 Mi de Absage an Ha ms’ e o ma o ischen Kamp -Geis e binde sich eine seh mode n
anmu ende Tole anz und Akzep anz. Auch de Vo wu , die ka holische Ki che »suche Meis e und
Mi le meh denn Jesum Ch is «,87 wi d ela i ie , da »diese gegenwä ige Zei wol Anlaß gab, das
einmal wenige zu beach en da o enba is , wie seh in jene Ki che sich Go es Wo ha Bahn ge-
b ochen und Jesus Ch is ha ge unden«, und anzue kennen, dass »eine g oße Schaa in jene Ki che
so gu lu he isch is , wie Lu he je gewesen is «. Abe , so Decke s di ek e K i ik an Ha ms, »das is
nich geschehen im d i en Theil, wo die lu he ische Ki che als eine kämp ende da ges ell wi d, die
nich ausgekämp ha , bis die ganze Menschhei ch is lich-lu he isch is ? […] Denn das eben will
uns eine einsei ige Be ach ung dünken, nach Weise e gangene Zei die eine o handene Ki chen-
e o m als die absolu e hinzus ellen«.
Was Decke wei gehend ausblende e, wa die Ha mssche K i ik an den eigenen Glaubensgenos-
sen, wenn e behaup e e, es we de »nu Ach genommen au den Gegensa z gegen die ka holische
Ki che«. Seine Aussage ela i ie e e implizi in seine e söhnlichen Schlussbeme kung: »Von gan-
ze Seele abe euen wi uns des Zeugnisses gegen die, welche un e uns den lu he ischen Glauben
au geben, ob es auch in seine Allgemeinhei e was scha kling ; das is ein Teil des Kamp es unse-
e Ki che« – dami be and e sich inhal lich au eine Linie mi dem Au o de Bahnp obelus ah ,
wenngleich e auch hie e such e, den Gegensa z zu ni ellie en.
O hodoxe O iginali ä – his o ische I onie
In einem biog aphischen A ikel übe Claus Ha ms heiß es: »Als P edige , häu ig packend du ch
seine O iginali ä , na ü lich in Gedanken und Ausd uck, such e e das Wo Go es in die Hö e ›hi-
neinzup edigen‹«.88 Ähnliches gil ü seine Publizis ik. Schon die 95 heses on 1817 soll en »du ch
ih e pa adox-übe eibenden Fo mulie ungen p o ozie en«89 und »die heologischen Posi ionen in
ex eme Sich gegenübe s ellen, um eine En scheidung gegen den Ra ionalismus he beizuzwingen«.
Doch ausge echne de on Ha ms e eh e F ied ich Schleie mache ha e das Mani es als un ei e
E ek hasche ei abge an: »Diese Thesen mi ih em Hin- und He ah en übe gemeinsame Geb echen
und locale, übe nahes und e nes, übe dem Ve asse bekann es und unbekann es, mi ih en halb-
85 Decke 1845, Sp. 158.
86 Decke 1845, Sp. 158–159.
87 Dieses und die olgenden Zi a e: Decke 1845, Sp. 159. – He o hebungen im O iginal.
88 Göbell 1966, S. 686.
89 Dieses und das olgende Zi a : Win ze 1965, S. 129.
C. Scholz: Züge ohne Go  | 207
wah en O akelsp üchen und ih en die Mühe nich lohnenden Rä hseln, mi ih em bun en aus e -
schiedenen Manie en gemisch en S il, mi ih em Haschen nach Schimme und Wiz haben au mich
ga wenig Eind uck gemach «.90 Mi Blick au P edig und Theologie on Claus Ha ms allgemein
esümie e F ied ich Win ze : »Alle Ve suche eine s eng ypisie enden heologiegeschich lichen
Eino dnung müssen da um bei ihm schei e n; denn in de Ha ms’schen P edig und Theologie e -
einigen sich O iginali ä und Subs anz eich um in sel enem Maße«.91
Diese Quali ä en lassen sich auch ü die beiden polemischen Tex e on 1844, Die Bahnp obe-
lus ah und die P edig übe Unse e lu he ische Ki che sam Nachwo gel end machen. Seinen he-
o ischen S a egien blieb Ha ms eu: »Das hab’ ich nich gemieden Anno 17, das we de ich noch
wenige 27 Jah e spä e , Anno 44, scheuen«. Doch nun wi k e e öllig gelassen, wenn e seinem
al en F eund Edua d Schude o am 4. Ad en behaglich übe die li e a ische P oduk ion des Jah es
mi eil e: »Wenn es eie S unden gib , so ha man mi de Ki che im Allgemeinen und mi de Ki che
des Landes zu un, auch die Sch i s elle ei un e bleib nich ganz«.92 Das wa leich un e ieben,
denn schon s ilis isch is beiden Tex en die ungeb ochene »Lus am Tex « (Roland Ba hes) abzulesen.
Doch mi le weile behe sch e Ha ms sou e än neben dem lau en Ton auch die leise Andeu ung.
Übe aschend is de Be und sub ile Ve bindungen zwischen so un e schiedlichen Tex so en wie
Glosse und P edig und so wei auseinande liegenden Themen wie Bahn ah en und Wall ah en.
Dennoch bleib ein zwiespäl ige Eind uck, inso e n sich O iginali ä und K ea i i ä bei Ha ms
imme auch mi au o i ä em Ges us und P inzipien ei e ei e binden. Aus eine psychoanaly ischen
Pe spek i e a es ie e Pe e Kolle ihm einen inne en Zwiespal , in dem diese als Theologe sein » a-
ionalis isches Ich«93 als u sp üngliche, »aus sich selbs sich en al ende Ene gie«, als ein »Selbs un
in höchs lebendige , in e essie e Absich « un e d ücken müsse. Dabei e scheine »die Gegenmäch-
igkei de O hodoxie seh plas isch als e ek i e Rep ession«,94 die sich de Mach »de s aa lichen
Ins anzen« wie de ki chlichen »Hie a chie« bediene. Sie zeige sich häu ig auch als »sche zha -spö i-
sche Abwe ung [...], ja deu lich als ›wi zige‹ Rep ession«,95 insbesonde e »gegenübe ühe en Le-
benss adien ode gegenübe ande sdenkenden Pe sonen«.96 – Das wä e demnach de Be g, on dem
Ha ms au die Umgebung ›he abschau e‹ bzw. he un e p edig e, und zugleich de G und, aus dem
eine jünge e Gene a ion on Theologen und Fo sch i s eunden sich on ihm dis anzie e. Zu agen
wä e alle dings, ob in diesem Ge älle nich eine ie e e, sozialpsychologische Di e enz zum Ausd uck
komm : Ha ms’ O iginali ä blieb no ma i o ien ie au O hodoxie und T adi ion, un e schied un-
ehlba zwischen › ich ig‹ und › e keh ‹ – on den mode nen Wide sp üchen und I onien eine
dynamisie en Geschich e konn e e sich noch kaum eine Vo s ellung machen.
In seine Re o ma ionsp edig on 1844 wag e e ein Gedankenspiel: »Wi wohnen e n on de
alschen P edig und on dem alschen P unk de ka holischen Ki che, o möch en wi noch wei e
on ih en e n wohnen! Sie ück nach, ha ja selbs in unse e S ad eine Ki che bekommen, da in
sie Go esdiens häl nach ih e Weise, und was wissen wi , de Menschen Gedanken lau en son-
90 Schleie mache 1818, S. 5. – Siehe auch Schleie mache 1990, S. 23.
91 Win ze 1965, S. 137.
92 Claus Ha ms an Edua d Schude o , 24.12.1844, in: Zillen 1909, S. 375.
93 Dieses und die olgenden Zi a e: Kolle 1976, S. 150.
94 Dieses und die olgenden Zi a e: Kolle 1976, S. 152.
95 Kolle 1976, S. 153.
96 Kolle 1976, S. 152.
208 | No delbingen 90
de ba , ob nich n
och einmal diese unse e Ki che, da wi das Re o ma ions es hal en, uns we de
s ei ig gemach , so wie auch die Klos e ki che, als ein ehemalige ka holische Besi z, und die
lauen Lu he ane lassen sie sich nehmen, zu ieden, wenn sie nu die kleine Jü genski che behal en
dü en bis wei e «.97
Die mi elal e liche S . Jü gen-Kapelle (Abb. 6) lag südlich auße halb de S ad am Eingang des
nach ih benann en F iedho s, dessen E wei e ung Ha ms im Jah 1837 eingeweih ha e. »An de
G enze des al en Ki chho es und des neuen«98 ha e e sich sein eigenes G ab ausgesuch ; hie be-
s a e e e 1849 seine F au Magdalena, de e 1855 nach olg e. De pos humen Neuausgabe seine
Ve misch en Au sä ze99 – auch wiede mi demjenigen übe die Bahnp obelus ah – s eh eine
ge ön e Li hog aphie o an (Abb. 7), die den F iedho in wei em Übe blick zeig : Wäh end de lin-
ke Bild and die Reihe de Alleebäume an de S aße Sophienbla anschneide , schwei de Blick
in wei em Bogen übe das G äbe eld und die e ne S ad nach No dos en zu Kiele Fö de und
zu Hö n. Au de höchs en S elle des langges eck en Hügel ückens e heb sich im Vo de g und
die leuch end weiße S ele des Ha msg abes, die Kapelle g öß en eils übe deckend. Ein ideales
›Pilge ziel‹! Nich ganz ohne Anlass ha e schon de ka holische P ies e F anksmann in seine
Ve eidigung de Rock-Wall ah die K i ik an de p o es an ischen Lu he -Ve eh ung sü isan bis
97 Ha ms 1844b, S. 4.
98 S ol enbe g 1910, S. 122.
99 Ha ms 1858.
Abb. 6: Blick au die al e S . Jü gen-Kapelle mi dahin e liegendem F iedho nach Süden, ech s die S aße Sophienbla . Ansich s-
ka e, um 1900.
O iginal im Besi z des Au o s. Fo o: Ca s en Scholz.
C. Scholz: Züge ohne Go  | 209
zu Ha ms e länge , »den Einige den zwei en Lu he nennen«.100 Was au de oman ischen F ied-
ho sansich indes nich zu sehen is , sind die Gleise de ech s un e halb des Hügels du ch die
Niede ung an de Hö n e lau enden Al onae -Kiele Eisenbahnlinie, de insbesonde e de »lange
Ans ieg on 1 : 162 südlich des geplan en Kiele Bahnho s […] noch ein P oblem«101 be ei e e.
Von seinem selbs gewähl en Pla z au de Höhe aus schein Ha ms die Bahn eisenden ü imme
igno ie en zu können.
»Doch nich lange in solche Zukün e hineingesehen«,102 ha e de Re o ma ionsp edige on 1844
sein Gedankenspiel übe den e waigen Ve lus de Kiele Ki chen an die Ka holiken abgeb ochen.
Besse so: Denn die spä e en En wicklungen mu en demgegenübe wie eine un o he sehba e I onie
de Geschich e an. – »Ein eigena iges Bild is es, welches dem Reisenden bei seine Ein ah in den
Kiele Bahnho en gegen i . In sel samem Gegensa z zu dem Bahnho und seine Un uhe lieg
d üben on hohen Bäumen umgeben de al e S . Jü gens iedho «,103 hieß es in eine Besch eibung
on 1910, be ei s mi nos algischem Un e on. Sechs Jah e zu o wa die S . Jü gen-Ki che zwa neu
e bau wo den, doch wa de Haup bahnho mi seinem monumen alen Neubau on 1895–99 un-
mi elba an sie und den dahin e liegenden F iedho he ange ück (
Abb. 8
).
100 F anksmann 1845, S. 4. – Als »zwei e Lu he « wu de auch Ronge da ges ell ; gl. Kessemeie /Bee 1985, Ka .-N . 79, S. 188.
101 Ka ich 1994, S. 174. Zu S ando und Baubeginn des e s en Kiele Bahnho s im Somme 1844 gl. S. 185.
102 Ha ms 1844b, S. 4.
103 S ol enbe g 1910, S. 105.
Abb. 7: D . Claus Ha ms Denkmal in Kiel au dem S . Jü gen-F iedho mi Blick nach No den, links Baumallee am Sophienbla .
Li hog aphie on Adol Bu mes e , 1858. O iginal im Besi z des Au o s. Fo o: Ca s en Scholz.

210 | No delbingen 90
Eingeklemm zwischen Schienens ängen und Sophienbla als Haup e keh sachsen wu de das
G äbe eld sei 1909 nich meh beleg , e iel allmählich und wu de 1954 mi sam de im K ieg be-
schädig en Ki che ü die Ve b ei e ung des Sophienbla s und einen G oßpa kpla z eingeebne ; die
Gebeine on Claus Ha ms wu den au den Süd iedho umgebe e . Wenigs ens S . Jü genski che
und -ki chho ha e de Kiele P ops in seine pessimis ischen Vo s ellung ü die »Zukün e« be-
wah sehen wollen. Was e am wenigs en e wa e ha e, wa einge e en: Nich dem ka holischen
Heiligen-, sonde n dem mode nen Mobili ä s-Kul wu de diese O geop e – sein G abmal au dem
Hügel kam dabei buchs äblich un e die Räde . »Gedenke an eu e Leh e , die euch das Wo Go es
e kündig haben«,104 wa da au zu lesen.
Ma hias Heesch bescheinig e »Ha ms’ Ein e en gegen den Fo sch i sop imismus seine Zei «,105
es habe, »auch aus de sei he igen geschich lichen E ah ung he aus, A gumen e ü sich, die nich
ohne wei e es abzuweisen sind«. In eine e neu on s a ken Umb üchen gep äg en Zei könn e das
Gedenken an Claus Ha ms zum Jubiläum seines 250. Gebu s ags im Jah 2028 In e essan e es he -
o b ingen als Pilge züge und Sonn ags eden.
104 S ol enbe g 1910, S. 123.
105 Dieses und das olgende Zi a : Heesch 2008, S. 159.
Abb. 8: De 1899 e ö ne e neue Haup bahnho , ech s im Hin e g und die 1904 neue bau e S . Jü gen-Ki che nach Süden. Ansich s-
ka e, um 1935.
O iginal im Besi z des Au o s. Fo o: Ca s en Scholz.
C. Scholz: Züge ohne Go  | 211
Abs ac
Two majo e en s mo ed he public in 1844. The pilg image o he ›Holy Robe‹ caused a s i h ough-
ou Ge many: Ch is ’s alleged unde ga men was p esen ed as a elic in T ie Ca hed al in o de o
s eng hen he Ca holic enewal mo emen di ec ed agains a ionalism. In P o es an Schleswig-Hol-
s ein, he heologian Claus Ha ms ough agains a ionalism, which was inc easingly exp essed in
en husiasm o p og ess and echnology: On Sunday, July 14, 1844, a es d i e o he ›Al ona-Kiel
Railway‹, he i s in he Danish s a e, ook place. Hund eds o people ook pa in he es d i e and
he e we e housands o spec a o s. Ha ms commen ed on he pilg image in a p in ed Re o ma ion
se mon and he ain jou ney in a magazine commen a y. No wi hou sa i ical o iginali y, he cas i-
ga ed he o me as a elapse in o supe s i ious idola y, he la e as a desec a ion o Sunday and
indi ec ly also as he ene a ion o a new ›sanc ua y‹. Howe e , by wa ning mo e u gen ly abou a
Ca holic ollback han abou he dange s o p og essi e hinking o pie y, he mis ead he his o ical
dynamics. Con a y o wha he p edic ed, he P o es an s we e no pushed by he Ca holics om Kiel’s
main chu ch, S . Nikolai, o he small S . Jü gen chu ch; a he , S . Jü gen, along wi h he associa ed
ceme e y and Ha ms’ g a e o hono , ell ic im o he g owing ailway and oad a ic, an i ony o
his o y, which in oday’s ime o uphea al can also encou age us o look again a Claus Ha ms on he
occasion o his 250 h bi h anni e sa y in 2028.
Li e a u
[Anonym]: [Rez:] F anksmann, ka holische P edige zu
Glücks ad , wide Ronge, in: Ki chen- und Schulbla ü
die He zog hüme Schleswig, Hols ein und Lauenbu g 2,
No. 10, I zehoe 1845, Sp. 89–93.
Decke , A[ugus ]: Uebe sich sc. [Da in: Rez: Ha ms: Unse-
e lu he ische Ki che], in: Ki chen- und Schulbla ü die
He zog hüme Schleswig, Hols ein und Lauenbu g 2, No.
14, I zehoe 1845, Sp. 156 und 158–159.
F anksmann, C. F. B.: Beleuch ung des Ronge’schen Sch ei-
bens an den Hochwü digen He n Bischo A noldi zu T ie ,
nebs einigen Beme kungen übe Zei ungsc iben en,
Dankad essen und die Nachsch i des He n D . Ha ms
übe den heil. Rock – in seine Re o ma ionsp edig , Kiel
1845.
Göbell, Wal e : [A .:] Ha ms, Claus, in: Neue Deu sche Bio-
g aphie, Bd. 7, Be lin 1966.
Ha ms, Claus: Das sind die 95 heses ode S ei sä ze D .
Lu he s, heu en Andenkens. Zum besonde en Abd uck
beso g und mi ande en 95 Sä zen als mi eine Uebe se -
zung aus Ao. 1517 in 1817 beglei e , Kiel 1817. [= Ha ms
1817a]
Ha ms, Claus: Zwey Re o ma ionsp edig en, gehal en am
d i en Säcula -Jubel es e, im Jah e 1817, Kiel 1817.
[= Ha ms 1817b]
Ha ms, Claus: Zwey Re o ma ionsp edig en, gehal en an den
jäh lichen Re o ma ions es en 1818 und 1819, Schleswig
und Kiel 1820.
Ha ms, Claus: D ei Re o ma ionsp edig en, gehal en an den
jäh lichen Re o ma ions es en 1820, 1821, 1822, Al ona
1823.
Ha ms, [Claus]: Was die lu he ische Ki che hu , wenn sie
das Wo des He n zu Simon Pe us Luc. 22, 31-32 ge-
sp ochen als ein zu ih gesp ochenes Wo hö e : eine Re-
o ma ionsp edig , 1843 gehal en, Kiel 1843.
Ha ms, [Claus]: Die Bahnp obelus ah , welche sie ange-
s ell und gemach haben am sechs en Sonn ag nach T i-
ni a is dieses Jah es, da die Ki che das E angelium ha : Es
sei denn eu e Ge ech igkei besse u. s. w. Ein Rügemaal,
in: Ki chen- und Schulbla ü die He zog hüme Schles-
wig, Hols ein und Lauenbu g 1, No. 26, I zehoe 1844, Sp.
201–204. [= Ha ms 1844a]
Ha ms, [Claus]: Unse e lu he ische Ki che, in demjenigen
Lich angesehen, welches aus Joh. 17, 6-8 au sie äll .
Eine Re o ma ionsp edig on D . Claus Ha ms in Kiel 1844
gehal en. Mi einem Nachwo übe den heiligen Rock,
Kiel 1844. [= Ha ms 1844b]
Ha ms, [Claus]: Eine E klä ung übe die on meh e n Be -
line n im o igen Mona gegebene, du ch den Al onae
Me ku N . 203 bei uns bekann gewo dene E klä ung.
Eine wide ach und ach zig, in: Ki chen- und Schulbla
ü die He zog hüme Schleswig, Hols ein und Lauenbu g
2, No. 37, I zehoe 1845, Sp. 401–403.
Ha ms, Claus: Ve misch e Au sä ze und kleine Sch i en,
einige bishe noch nich ged uck e, die Landwi hscha ,
212 | No delbingen 90
das publicis ische und poli ische Leben, die Sp ache, das
Schul- und Ki chenwesen be e ende, Kiel 1853.
Ha ms, Claus: Ve misch e Au sä ze und kleine Sch i en,
einige bishe noch nich ged uck e, die Landwi hscha ,
das publicis ische und poli ische Leben, die Sp ache, das
Schul- und Ki chenwesen be e ende. Zwei e, mi de An-
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D . Ca s en Scholz
Wissenscha liche An iqua am An iqua ia Bibe mühle in S ein am Rhein (Schweiz). Ve ö en lichungen
zu
Li e a u -, Men ali ä s-, Kul u - und Buchgeschich e.
E-Mail:
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C. Scholz: Züge ohne Go  | 213
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