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h ps://doi.o g/10.38071/2024-00984-7
h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by-sa/4.0
Dekons uk i es F agen als Me hode
S e an J. Jelonnek
Einlei ung
Was is das Gegen eil on gu ? Wü den Sie sagen, schlech ?
Wie is es mi Geis ? Lau e das Gegen eil Kö pe ? Ob im
All ag, in de Philosophie, in Spezialwissenscha en ode
de Poli ik, unse Denken is häu ig on beg i nichen Ge-
gensä zen gep äg : Fo m – Inhal , Na u – Kul u , Wah hei
– Falschhei , Geis – Ma e ie, Mann – F au, ge ech – unge-
ech , a m – eich und iele meh . Binä es Denken ha mi -
un e den Vo eil, dass En scheidungen im Zwei els all
nich dadu ch e schwe we den, dass wi o unzähligen
Möglichkei en s ehen: Eine Handlung is gu ode schlech ,
eine Aussage is wah ode alsch. Diese e mein liche Vo -
eil bi g jedoch die Ge ah , komplexe Zusammenhänge zu
e ein achen.
Abe was is das übe haup , was wi un, wenn wi e wa
Aussagen als wah ode als alsch bezeichnen? Diese F age
Abs ac
Dekons uk ion is eine bes imm e Weise des F agens,
du ch die e mein lich eindeu ige Wel bilde , poli ische
S andpunk e ode wissenscha liche Hal ungen u m.
hinsich lich ih e Hin e g undannahmen, Pa adoxien
und Meh deu igkei en in ih em es s ehenden Au bau
aus dem Gleichgewich geb ach we den sollen.
Dekons uk i es F agen als Me hode 134
i ins He zs ück sp achwissenscha liche / -philosophi-
sche Übe legungen, wie sie zu Beginn des 20. Jhd. e olg
und du ch den Gen e S uk u alis en de Saussu e e s mals
sys ema isie wo den sind (2001). Es handel sich um die
F age nach de Bescha enhei des Zeichenbeg i s. In Saus-
su es Aus üh ungen übe „[d]ie Na u des sp achlichen Zei-
chens“ (2001, 78) en wickel e ein einschlägiges Modell,
demzu olge ein Zeichen die Ve bindung eine Vo s ellung
(Signi ié) mi einem Lau bild (Signi ian ) is . Die Ve bin-
dung zwischen diesen beiden Sei en de selben ‚Medaille‘,
dem Zeichen, sei beliebig (De ida, 2001, 79 .): Nich s an
dem Gegens and, au dem Sie ge ade diesen Tex hie lesen,
sei es ein Table , ein PC ode das Bookle selbs , ha e was
an sich, das au genau diese Zeichen igu en ¹Table º,
¹PCº ode ¹Papie º hinweis .
Binä e Gegensä ze üh en in de Philosophie, insbeson-
de e de Me aphysik, eine un e schwellige Rango dnung
(Hie a chie) zwischen den Gegensä zen mi sich: De Geis
e wa gel e als edle gegenübe dem Kö pe . In diesem Zu-
sammenhang üh e De ida die Bezeichnungen des U -
sp ünglichen und des Nachgeo dne en als Redemi el de
K i ik solche Hie a chien einge üh (De ida, 1986b). Die
Me aphysik als diejenige Disziplin, die nach den Dingen hin-
e dem Kö pe lichen, einem le z en G und, einem alles o -
he bes immenden P inzips ag , g ünde au jene Vo aus-
se zung on U sp ünglichem (einem le z e G und) und
Nachgeo dne em (de Wel in de wi leben).
Aus Sich des anzösischen Philosophen Jaques De ida,
um den es o üh end gehen soll, lieg de Ke n diese Hie-
a chisie ungen im Zeichenbeg i selbs : De Zeichenaus-
135 S e an J. Jelonnek
d uck is in De idas Augen dem Zeicheninhal übe geo d-
ne . Diese Vo ang des Ausd ucks gegenübe dem Inhal
e deck , dass ein Paa aus einem Ausd uck und (s)einem
Inhal zwa o mal gesehen beides benö ig . Das Paa aus
einem konk e en Ausd uck wie Baum und einem konk e en
Inhal wie GEWÄCHS MIT STAMM UND ENTWEDER BLATTWERK O-
DER NADELWERKs eh alle dings nich unmi elba es .
Die Ke naussage de on De ida beg ünde en Dekon-
s uk ion wa da au hin olgende: Jede Sinn1 is s e s ein
o läu ige , in einem nahezu unendlichen Ve weisungszu-
sammenhang on Kon ex en eingebe e e Sinn. Dabei
mein Sinn „[a]lles, was dem Bewuß sein e schein , alles,
was ü ein Bewuß sein im Allgemeinen bes imm is “ (De -
ida, 1986a, 72). Sinn is hie nach nu in de Vo s ellung,
nich als Ding in de Wi klichkei o handen (De ida,
1986a, 73 .).
Fü De ida bedeu e ‚Eindeu igkei des Sinns‘ als E -
scheinungs o m im Sp achgeb auch eine Abg enzung on
ande em Sinn, de als Signi ika du ch einen Signi ikan
ausged ück wi d. Wie o üh end nähe zu e läu e n sein
wi d, ges eh De ida dem Se zen on Eindeu igkei ein
‚küns liches‘ Ausklamme n denkba unübe schauba e an-
de e Signi ika -Signi ikan -Paa e (Zeichen) zu. Im All ag
e weck unse Sp achgeb auch alle dings häu ig den Ein-
d uck, das Ve häl nis zwischen Signi ika und Signi ikan
belau e sich au eins-zu-eins.
We alle dings nach eine ku zen und s ichhal igen E -
klä ung De idas Philosophie ag , i bald au eine e -
nüch e nde Fülle an E klä ungs e suchen – da on kann
1 Sowei ich es übe schauen kann, un e scheide De ida nich s eng zwi-
schen Sinn und Bedeu ung.
Dekons uk i es F agen als Me hode 136
sich diese Au sa z nich eisp echen. De idas Selbs aus-
kun zu olge zeig sich die Dekons uk ion ohnehin nie in
Fo m eine De ini ion, sonde n i im Vollzug De idas In-
e p e a ionen einschlägige Philosophen wie e wa
Rousseau ode Husse l au (De ida, 1983; 1991; 2003).
Nich allein deshalb beda de Ve such eine E klä ung
diese eigenwilligen Philosophie meh als diese Bei ag je
leis en könn e. Dessen ungeach e lieg de Ansp uch des
Au o s lediglich da in, einzelne Gesich spunk e „dekon-
s uk i e[n] F agen[s]“ (De ida, 1991, 17), die e als wich-
ig ü das philosophische Handeln e ach e , au zuzeigen.
1. Was is Dekons uk ion?
Dekons uk ion is im wei es en Sinne eine sp achliche
Analyse, in de ein o gegebene Sinn (das, was gemein
is ) in Tex en – und Tex mein bei De ida jede Fo m
sp achlichen Ausd ucks – allmählich au gelös wi d. In die-
se Allgemeinhei will De ida dekons uk i es F agen auch
e s anden wissen, denn es „be i die G undlagen des
Rech s, de Mo al und de Poli ik“ (De ida, 1991, 17).
Gleichwohl is dami nich seine sei s de Ansp uch au Be-
g ündung on Eindeu igkei e bunden: Dekons uk ion is
ein Ve such, hin e g ündige Annahmen und insbesonde e
beg i niche Wide sp üche au zudecken, die im gesp oche-
nen ode gesch iebenen Wo nu den Anschein on Al e -
na i losigkei e wecken. De ida besch eib dies anhand
des Ausd ucks Signa u : Ein Signi ika p äg De ida zu-
137 S e an J. Jelonnek
olge gleich eine Un e sch i die Bedeu ung des Signi i-
kan en, dem es zugeo dne wi d (De ida 1991, 17). De ida
besch eib dies olgende maßen:
Wenn die Wö e und die Beg i e nu in di e en iellen Ve ke -
ungen sinn oll we den, so kann man seine Sp ache und die
Wahl de Ausd ücke nu inne halb eine Topik und im Rahmen
eine his o ischen S a egie ech e igen. (De ida, 1983, 122)
De Sinn sp achliche Zeichen wi d in seine Ve wendung
demnach nu inne halb eines bes imm en Bedeu ungs-Sys-
ems e wa übe e hische ode epis emische Vo s ellungen
gel end gemach . De ida benenn solche Vo s ellungen als
Topik. E k i isie dami den on ologischen Ansp uch on
Bedeu ungen. De ida ass Bedeu ungen als his o isch ge-
wachsene und allmählich e es ig e Zeichen au . Sie sind
seines E ach ens gemach , nich gegeben. Bedeu ung, be-
on D eishol kamp nun, e häl ein Zeichen abe e s
dadu ch, dass es e was Ande es als sich selbs bezeichne
(De ida, 1999, 160). Die Bedingung de Möglichkei dessen
be uh da au , dass sp achliche Zeichen beliebig (a bi ä )
sind (de Saussu e, 2001, 79).
Hie aus olg ü das dekons uk i e F agen eine en -
scheidende These: De e mu e e U sp ung eine Bedeu-
ung be uh au de Annahme, dass Bedeu ungen e was an-
sich-Seiendes sind. Das Gegen eil is nach De ida abe de
Fall: Nich die Sp ache inde Bedeu ungen in eine sp ach-
unabhängigen Wel o , sonde n kons i uie die Bedeu ung
‚de Wel ‘ du ch Signa u en. Ve ikale Hie a chiege älle wie
Logos º Sch i , Au o º We k, Wel º Disku s, Langue º
Pa ole we den k a jene These au eine ho izon ale Achse
e lage , au de Signi ika e nich meh Signi ikan en ‚be-
he schen‘, sonde n Signi ikan en beliebig – spiele isch –
Dekons uk i es F agen als Me hode 138
ausge ausch we den können. In de Li e a u wissenscha
üh e das mi un e dazu, dass die ‚He scha des Au o s‘
übe den Tex sinn e se z wi d du ch die bedeu ungshe -
s ellende In e p e a ion de Lese scha (Ba hes, 2000).
Dekons uk i es F agen, so kann nun nähe gesag we -
den, mein ein In-F age-S ellen de eindeu igen Beziehung
on Signi ika und Signi ikan . Es e such das, was on ei-
ne Theo ie explizi ausgeschlossen wi d (Hin e g undan-
nahmen), als kons i uie enden Ke n eben diese Theo ie
auszuweisen (Schönwälde -Kun ze, 2020, 156). Nich -
sich ba e Einsch änkungen du ch Sinnkons uk ionen we -
den dabei eigeleg und die Meh deu igkei eines Wo es,
eines Sa zes ode eine Ges e au gezeig (Schönwälde -
Kun ze, 2020, 154 .). Mi welchen Handlungen das ausge-
üb wi d, e läu e De ida (1991, 42 .) anhand zweie An-
sä ze.
1. Einen beg ündenden Ansa z, de nich -his o isch a bei-
e und da um bemüh is , Wide sp üche au zudecken.
2. Einen anamne isch-genealogische Ansa z, de his o-
isch a bei e und um eine so g äl ige, de aillie e In-
e p e a ion on Tex en bemüh is .
De e s e Ansa z ziel au den Nachweis, dass ein nachge-
o dne es Gegensa zglied als Bes and eil im e mein lich u -
sp ünglichen Gegensa zglied en hal en is . Es geh hie bei
da um, eine e mein liche Hie a chie on Bedeu ungen au -
zudecken und au zulösen. De zwei e Ansa z e such eine
übe lange Zei hinweg en s andenen Signi ika -Signi ikan -
Ve es igung und de en In e ex uali ä au zudecken.
Ich nenne nu jeweils ein Beispiel: Eine philosophisch
ma kan e Gegensa z is de on Sp echen und Schweigen.
139 S e an J. Jelonnek
Das Schweigen is nach Wes e kamp ein bewuss es Nich s-
sagen-wollen und un e scheide sich dadu ch om Lau lo-
sen ode de S ille (Wes e kamp, 2020, 113). Das Schweigen
se z abe ein Sp echen-können o aus, da es sons den ihm
anheim allenden Willensak en beh (Wes e kamp, 2020,
109). Beg i nich is das Sp echen im Schweigen somi als
Bes and eil en hal en.
Ein ande e Fall is die In e p e a ion des Adjek i s oll.
Ende des 18. Jhd. sch eib Nie zsche einen Essay mi dem
Ti el De olle Mensch (2015, 166 .). Toll mein hie so iel
wie wahnsinnig. Wi e wenden das Wo heu e noch; alle -
dings im Sinne on schön ode e eulich. Diese Bedeu ungs-
e schiebung is bei de In e p e a ion Nie zsches Tex es zu
be ücksich igen, um die Poin e zu e s ehen. Jene In e ex-
uali ä , de Ve weis au Ande es, bilde die G undlage de
K i ik dekons uk i en F agens und inde ih en sys ema i-
schen O in dem, was De ida di é ance nenn .
2. Di e ánce – Ein Ne z unendliche Ve weisungszu-
sammenhänge
Di é ance s eh da ü , dass es wede allgemeine noch ewige
Signi ika e on Signi ikan en gib . Au de Wo ebene (Le-
xik) lassen sich o diesem Hin e g und zwei Wo bedeu-
ungen (Seman ik) on di é ance un e scheiden (De ida,
1999, 33, 42 ., 48):
1. di é ance als Un e scheidba kei im Sinne on Di e-
enz, de Abweichungen on Zeichen zueinande , die ein
Zeichensys em aus sich he aus kons i uie .
Dekons uk i es F agen als Me hode 140
2. di é ance als Au schub im Sinne on di é e , also ei-
ne aum-zei lichen Au schiebung on Bedeu ung
De ida (1999, 40) e klä :
Jede Beg i is seinem Gese z nach in eine Ke e ode in ein
Sys em eingesch ieben, wo in e du ch das sys ema ische
Spiel on Di e enzen au den ande en, au die ande en Be-
g i e e weis . Ein solches Spiel, die di é ance, is nich ein-
ach ein Beg i , sonde n die Möglichkei de Beg i nichkei ,
des Beg i sp ozesses und -sys ems übe haup .
De Ve weiszusammenhang on Zeichen au wei e e Zei-
chen inne halb des Sp achsys ems (Langue) is be ei s an-
geme k wo den. Im Folgenden sei diese Gedanke e was
wei e ausge üh .
Sp achliche Zeichen gel en als T äge on Sinn nu in ei-
nem bes imm en Sys em. Einem Sys em, welches diese au -
g und syn ak ische Regeln als Zeichen ausweis . Das Zei-
chensys em eu opäische Sp achen e wa, en häl 26 Buch-
s aben, de en Ve schiedenhei nu dadu ch zus ande
komm , dass sie deu lich (dis ink ) und e schieden (dis-
junk ) sind: ¹aº is genau deshalb de Buchs abe ¹aº, weil
e nich ¹bº,…,¹zº is . We ein bes imm es Zeichensys em
e wende , ha allen alls hingenommen, sich an den e ein-
ba en Geb auch dessen Zeichen zu hal en (Kon en ionali-
ä ) (de Saussu e, 2001, 80). Einen Gegens and, de mi
dem Wo Tisch bezeichne wu de, nennen wi im Deu -
schen wei e hin Tisch und nich e wa Teppich (Bichsel,
1995). Doch dami wi d eine Schwie igkei eingekau , denn
ge ade weil sp achliche Zeichen a bi ä sind und kon en-
ionell e wende we den, is es nich ausgeschlossen, dass
141 S e an J. Jelonnek
inne halb eine Sp achgemeinscha allmählich neue, al e -
na i e ‚Vo s ellungen‘ bezüglich eines Signi ika s au e en
(Assozia i i ä ) (de Saussu e, 2001, 147 .).
Im Mi elhochdeu schen (1050–1350) beispielsweise
wa das Nomen ouwe weiblichen Pe sonen on hohem so-
zialen Rang o behal en, wohingegen es im Neuhochdeu -
schen (ab 1650) eine Bedeu ungse wei e ung e uh , sodass
wi heu e in de Regel alle Pe sonen mi weiblichem Sexus
mi F au bezeichnen.2
Mi Ve weis au das zweisei ige Zeichenmodell de Saus-
su es wi d De idas Gedanke de di é ance kla e : Das
Wo Teppich e weis eben nich au die besonde e Lau -
olge [ˈ ɛpɪç], sonde n einen aus Fase n bes ehenden, geo-
me isch ge o m en Gegens and mi ode ohne F ansen, den
wi au Fußböden auszub ei en p legen. Kein Beg i , so
könn e ge olge we den, is demzu olge e selbs (De ida,
1986, 115).
Die genann en Ums ände e anlassen De ida nun dazu,
die Handlung des Bezeichnens als einen unabschließba en
Vo gang zu in e p e ie en. Denn inso e n ein sp achliches
Zeichen e was Ande es is , als es selbs , is die He s ellung
on Sinn nich meh an das empi ische Zeichen gebunden,
sonde n ielmeh als Glied eines Ne zwe kes aus Sinnmög-
lichkei en, die abhängig sind on den Zeichenbenu ze innen
und Benu ze n (D eishol kamp, 1999, 160).
Di é ance is , um es an diese S elle deu liche zu sagen,
jedoch selbs nich empi isch-gegens ändlich o handen
(De ida, 1999, 34). Di é ance kann abe als die Bedingung
2 Mi sind die Kon o e sen diesbezüglich zumindes in ih en G undzügen
bekann . Ich habe dahe die P äposi ion mi ans elle on als e wende ,
um nich den Eind uck on ‚Iden i ä ss i ung‘ zu schü en.
Dekons uk i es F agen als Me hode 148
angenommen, welche Gesich spunk e we den ausgeklam-
me ?
Tex komposi ion p ü en
Welche Adjek i e, Ve ben und Subs an i e we den zu wel-
chen Da s ellungszwecken, zuguns en welche E zählpe -
spek i e e wende ? Ein bekann e philosophische Essay
on P. Bie i (2012) äg den Ti el: Wie wä e es gebilde zu
sein? Du ch den I ealis (Konjunk i II) wi d de Eind uck
e weck , dass die Eigenscha gebilde -sein bishe nieman-
dem, denn diese Allgemeinhei wi d du ch das exple i e es
ausged ück , zugesp ochen we den könne. De Au o e -
äh dabei mi einem ganz bes imm en Bildungsbeg i , de
dazu üh , dass e diese F age übe haup in diese Fo m
s ell . Ände man abe die Bedeu ung in einen ande en Bil-
dungsbeg i , so komm man gegebenen alls dazu, on eine
„ asche[n] Bildung“ (Nie zsche, 2012, 184) als eine zwa
bes ehenden, abe un olls ändigen zu eden.
Zum Wei e denken: Suchen Sie in diesem Au sa z au äl-
lige Moduswechsel (Indika i , Konjunk i ). Welche Funk-
ion haben diese ü die Aussagek a ? Schlagen Sie in ei-
nem Philosophischen Wö e buch das Wo ‚Hypos ase‘
nach und übe legen sich, welchen Un e schied ein Nominal-
s il gegenübe dem Geb auch on Adjek i en und Ve ben
zu Besch eibung on Sach e hal en mach .
149 S e an J. Jelonnek
He auss ellen ‚ es e ‘ und ‚bewegliche ‘ Bedeu ungen
Tex e sind au g und ih es Fo ma s endlich. Die Abgeschlos-
senhei eines Tex e äusch abe übe die Unabgeschlossen-
hei des o wäh enden Nachsinnens, de andaue nden
He s ellung on Bedeu ung hinweg. So wu de in diesem
Au sa z e wa ein Beispiel bezüglich des Wo es „Gewal “ an-
ge üh . Dass wei e e beg i niche Di e enzie ungen und
kon ex uelle Eino dnungen nich nu möglich, sonde n ak-
isch auch du chge üh wo den sind, läss diese Tex pas-
sage aus.
Zum Wei e denken: Ach en Sie bei ih en zukün igen, abe
ganz besonde s den nächs en Semina ex en da au , ob und
wenn ja au welche Weise Fachbeg i e e wende we den.
Was wü de mi dem Tex sinn geschehen, wenn Sie eines
diese Fach e mini, beispielsweise den Te minus ‚Ve nun ‘
ode ‚Ge ech igkei ‘ au eine ande e Ihnen ielleich be-
kann e Weise in e p e ie en?
Meh deu igkei en suchen
Besonde s in e essan is , ob eine Meh deu igkei on Wö -
e n au g und unp äzise Ve wendung he ausges ell we -
den kann. In diesem Au sa z wu de au Nie zsche au me k-
sam gemach , de das Wo oll e wende . Dieses Wo is
meh deu ig (ambig), wie gezeig wo den is .
Zum Wei e denken: Lesen Sie den Tex „De olle Mensch“
on Nie zsche und in e p e ie en Sie ihn mi beiden hie zu
Ve ügung ges ell en Bedeu ungen. Bleib de Sinn de glei-
che? Sind die Lesa en e einba ? Welche Konsequenz ha
das E gebnis Ih e Un e suchung ü die Aussages ä ke des
Tex es?
Dekons uk i es F agen als Me hode 150
Wide sp üche kennzeichnen
Manche Tex e können sogleich meh e e Dinge bedeu en.
Das kann un e Ums änden ein geziel es li e a isches Mi el
sein. Es kann abe auch ein he o isches Mi el sein, e wa
in de poli ischen Deba e, um sich möglichs iele „Aus-
wege“ im Falle on Einwänden o en zu hal en.
Zum Wei e denken: Schauen Sie sich die angeme k e Aus-
gabe de Sendung „ha , abe ai “ an (Hin e g undannah-
men p ü en)und übe legen sich in diesem Zusammenhang,
ob die Gäs e de Sendung wide sp üchlich a gumen ie en.
Zweiwe igkei übe winden
Ein p ominen es Anliegen dekons uk ionis ischen F agens
bes eh im Au b echen sog. Binä e S uk u en. In de Ein-
lei ung dieses Au sa zes wu den eine Reihe solche Paa e
o ge üh . Eine Dekons uk ion solche Paa e such nach
wei e en Bedeu ungen, die gg . ließend sind zwischen den
pola kon ä en Wö e n, e wa wah und alsch – in de Lo-
gik e wa wu de die sog. Fuzzy-Logik en wickel , die den
G ad an Wah hei ode Falschhei un e such .
Zum Wei e denken: Se zen Sie sich mi dem P oblem des
Wah hei sbeg i s in de klassischen Logik aus Sich de
kons uk i en Logik auseinande . Lesen Sie dazu on Ca l
F ied ich Ge hmann (2015): Wah hei und Beweisba kei .
(Genaue e Li e a u angabe im Li e a u e zeichnis!)
151 S e an J. Jelonnek
Selbs e s ändlichkei en eilegen
Obwohl sich de hie o liegende Tex da um bemüh ha ,
‚kla und ein ach‘ gesch ieben zu sein, wu den Te mini he -
angezogen, Ve häl nisse da ges ell und Be eiche De idas
We k e ö e . Die dadu ch he ges ell e Selbs e s ändlich-
kei soll e jedoch nich ü ‚ es ‘ ein ach hingenommen we -
den. Du ch die Auswahl de Te mini, ih e E klä ungen so-
wie de gegebenen Beispiele du ch den Tex wu den Ein-
sch änkungen o genommen, die sich gegebenen alls au
das Tex e s ändnis auswi ken.
Zum Wei e denken: Nehmen Sie sich eine Ih e Semina -
ex e und s ellen Sie die Pe spek i e, die de Tex einnimm ,
he aus. We den Beispiele gegeben, wenn ja wo und welche
A ? We den Gegensä ze au gemach , wenn ja, wie we den
die einzelnen Teile je da ges ell ?
E gebnisse siche n
Dekons uk ion e such nich , »die« Wah hei ü sich
in Ansp uch zu nehmen. Sie e olg lediglich den Zweck
de Übe p ü ung e mein lich es e E kenn nisse. E geb-
nisse we den also am elegan es en so gesiche , dass man
die ande en möglichen Sinnbes immungen und Pe spek i-
en als Al e na i en da s ell und besch eib .
5. Schlussbeme kung
Das dekons uk i es F agen ha ü sp achphilosophische
Übe legungen insbesonde e deshalb einen Reiz, weil es
nach de Bes ändigkei on sp achlichen Zeichenübe haup
Dekons uk i es F agen als Me hode 152
ag . Da uns Sp ache äglich und nich bloß in de Uni e -
si ä begegne , läss sich dieses E agen nach ande en
Sinnbes immungen und Blickwinkeln seh gu in unse en
äglichen Blick hineinnehmen. Die Idee dieses Au sa zes be-
s and da in, wesen liche Me kmale dekons uk i en F a-
gens zu e ö e n und abschließend als beispielha e Hand-
lungssch i e ü eine Dekons uk ion o zuschlagen, dami
Sie, als S uden in ode S uden , ein echnisches Hil smi el
haben, um nich bloß philosophische Tex e k i isch zu lesen,
sonde n auch ih en All ag, das Ve hal en Ih e Mi men-
schen und auch Ih eigenes nich als selbs e s ändlich hin-
nehmen.
Li e a u
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