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Dekonstruktives Fragen als Methode

Jelonnek, Stefan J.

Abstract

Dekonstruktion ist eine bestimmte Weise des Fragens, durch die vermeintlich eindeutige Weltbilder, politische Standpunkte oder wissenschaftliche…

Full text

133 h ps://doi.o g/10.38071/2024-00984-7 h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by-sa/4.0 Dekons uk i es F agen als Me hode S e an J. Jelonnek Einlei ung Was is das Gegen eil on gu ? Wü den Sie sagen, schlech ? Wie is es mi Geis ? Lau e das Gegen eil Kö pe ? Ob im All ag, in de Philosophie, in Spezialwissenscha en ode de Poli ik, unse Denken is häu ig on beg i nichen Ge- gensä zen gep äg : Fo m – Inhal , Na u – Kul u , Wah hei – Falschhei , Geis – Ma e ie, Mann – F au, ge ech – unge- ech , a m – eich und iele meh . Binä es Denken ha mi - un e den Vo eil, dass En scheidungen im Zwei els all nich dadu ch e schwe we den, dass wi o unzähligen Möglichkei en s ehen: Eine Handlung is gu ode schlech , eine Aussage is wah ode alsch. Diese e mein liche Vo - eil bi g jedoch die Ge ah , komplexe Zusammenhänge zu e ein achen. Abe was is das übe haup , was wi un, wenn wi e wa Aussagen als wah ode als alsch bezeichnen? Diese F age Abs ac Dekons uk ion is eine bes imm e Weise des F agens, du ch die e mein lich eindeu ige Wel bilde , poli ische S andpunk e ode wissenscha liche Hal ungen u m. hinsich lich ih e Hin e g undannahmen, Pa adoxien und Meh deu igkei en in ih em es s ehenden Au bau aus dem Gleichgewich geb ach we den sollen. Dekons uk i es F agen als Me hode 134 i ins He zs ück sp achwissenscha liche / -philosophi- sche Übe legungen, wie sie zu Beginn des 20. Jhd. e olg und du ch den Gen e S uk u alis en de Saussu e e s mals sys ema isie wo den sind (2001). Es handel sich um die F age nach de Bescha enhei des Zeichenbeg i s. In Saus- su es Aus üh ungen übe „[d]ie Na u des sp achlichen Zei- chens“ (2001, 78) en wickel e ein einschlägiges Modell, demzu olge ein Zeichen die Ve bindung eine Vo s ellung (Signi ié) mi einem Lau bild (Signi ian ) is . Die Ve bin- dung zwischen diesen beiden Sei en de selben ‚Medaille‘, dem Zeichen, sei beliebig (De ida, 2001, 79 .): Nich s an dem Gegens and, au dem Sie ge ade diesen Tex hie lesen, sei es ein Table , ein PC ode das Bookle selbs , ha e was an sich, das au genau diese Zeichen igu en ¹Table º, ¹PCº ode ¹Papie º hinweis . Binä e Gegensä ze üh en in de Philosophie, insbeson- de e de Me aphysik, eine un e schwellige Rango dnung (Hie a chie) zwischen den Gegensä zen mi sich: De Geis e wa gel e als edle gegenübe dem Kö pe . In diesem Zu- sammenhang üh e De ida die Bezeichnungen des U - sp ünglichen und des Nachgeo dne en als Redemi el de K i ik solche Hie a chien einge üh (De ida, 1986b). Die Me aphysik als diejenige Disziplin, die nach den Dingen hin- e dem Kö pe lichen, einem le z en G und, einem alles o - he bes immenden P inzips ag , g ünde au jene Vo aus- se zung on U sp ünglichem (einem le z e G und) und Nachgeo dne em (de Wel in de wi leben). Aus Sich des anzösischen Philosophen Jaques De ida, um den es o üh end gehen soll, lieg de Ke n diese Hie- a chisie ungen im Zeichenbeg i selbs : De Zeichenaus- 135 S e an J. Jelonnek d uck is in De idas Augen dem Zeicheninhal übe geo d- ne . Diese Vo ang des Ausd ucks gegenübe dem Inhal e deck , dass ein Paa aus einem Ausd uck und (s)einem Inhal zwa o mal gesehen beides benö ig . Das Paa aus einem konk e en Ausd uck wie Baum und einem konk e en Inhal wie GEWÄCHS MIT STAMM UND ENTWEDER BLATTWERK O- DER NADELWERKs eh alle dings nich unmi elba es . Die Ke naussage de on De ida beg ünde en Dekon- s uk ion wa da au hin olgende: Jede Sinn1 is s e s ein o läu ige , in einem nahezu unendlichen Ve weisungszu- sammenhang on Kon ex en eingebe e e Sinn. Dabei mein Sinn „[a]lles, was dem Bewuß sein e schein , alles, was ü ein Bewuß sein im Allgemeinen bes imm is “ (De - ida, 1986a, 72). Sinn is hie nach nu in de Vo s ellung, nich als Ding in de Wi klichkei o handen (De ida, 1986a, 73 .). Fü De ida bedeu e ‚Eindeu igkei des Sinns‘ als E - scheinungs o m im Sp achgeb auch eine Abg enzung on ande em Sinn, de als Signi ika du ch einen Signi ikan ausged ück wi d. Wie o üh end nähe zu e läu e n sein wi d, ges eh De ida dem Se zen on Eindeu igkei ein ‚küns liches‘ Ausklamme n denkba unübe schauba e an- de e Signi ika -Signi ikan -Paa e (Zeichen) zu. Im All ag e weck unse Sp achgeb auch alle dings häu ig den Ein- d uck, das Ve häl nis zwischen Signi ika und Signi ikan belau e sich au eins-zu-eins. We alle dings nach eine ku zen und s ichhal igen E - klä ung De idas Philosophie ag , i bald au eine e - nüch e nde Fülle an E klä ungs e suchen – da on kann 1 Sowei ich es übe schauen kann, un e scheide De ida nich s eng zwi- schen Sinn und Bedeu ung. Dekons uk i es F agen als Me hode 136 sich diese Au sa z nich eisp echen. De idas Selbs aus- kun zu olge zeig sich die Dekons uk ion ohnehin nie in Fo m eine De ini ion, sonde n i im Vollzug De idas In- e p e a ionen einschlägige Philosophen wie e wa Rousseau ode Husse l au (De ida, 1983; 1991; 2003). Nich allein deshalb beda de Ve such eine E klä ung diese eigenwilligen Philosophie meh als diese Bei ag je leis en könn e. Dessen ungeach e lieg de Ansp uch des Au o s lediglich da in, einzelne Gesich spunk e „dekon- s uk i e[n] F agen[s]“ (De ida, 1991, 17), die e als wich- ig ü das philosophische Handeln e ach e , au zuzeigen. 1. Was is Dekons uk ion? Dekons uk ion is im wei es en Sinne eine sp achliche Analyse, in de ein o gegebene Sinn (das, was gemein is ) in Tex en – und Tex mein bei De ida jede Fo m sp achlichen Ausd ucks – allmählich au gelös wi d. In die- se Allgemeinhei will De ida dekons uk i es F agen auch e s anden wissen, denn es „be i die G undlagen des Rech s, de Mo al und de Poli ik“ (De ida, 1991, 17). Gleichwohl is dami nich seine sei s de Ansp uch au Be- g ündung on Eindeu igkei e bunden: Dekons uk ion is ein Ve such, hin e g ündige Annahmen und insbesonde e beg i niche Wide sp üche au zudecken, die im gesp oche- nen ode gesch iebenen Wo nu den Anschein on Al e - na i losigkei e wecken. De ida besch eib dies anhand des Ausd ucks Signa u : Ein Signi ika p äg De ida zu- 137 S e an J. Jelonnek olge gleich eine Un e sch i die Bedeu ung des Signi i- kan en, dem es zugeo dne wi d (De ida 1991, 17). De ida besch eib dies olgende maßen: Wenn die Wö e und die Beg i e nu in di e en iellen Ve ke - ungen sinn oll we den, so kann man seine Sp ache und die Wahl de Ausd ücke nu inne halb eine Topik und im Rahmen eine his o ischen S a egie ech e igen. (De ida, 1983, 122) De Sinn sp achliche Zeichen wi d in seine Ve wendung demnach nu inne halb eines bes imm en Bedeu ungs-Sys- ems e wa übe e hische ode epis emische Vo s ellungen gel end gemach . De ida benenn solche Vo s ellungen als Topik. E k i isie dami den on ologischen Ansp uch on Bedeu ungen. De ida ass Bedeu ungen als his o isch ge- wachsene und allmählich e es ig e Zeichen au . Sie sind seines E ach ens gemach , nich gegeben. Bedeu ung, be- on D eishol kamp nun, e häl ein Zeichen abe e s dadu ch, dass es e was Ande es als sich selbs bezeichne (De ida, 1999, 160). Die Bedingung de Möglichkei dessen be uh da au , dass sp achliche Zeichen beliebig (a bi ä ) sind (de Saussu e, 2001, 79). Hie aus olg ü das dekons uk i e F agen eine en - scheidende These: De e mu e e U sp ung eine Bedeu- ung be uh au de Annahme, dass Bedeu ungen e was an- sich-Seiendes sind. Das Gegen eil is nach De ida abe de Fall: Nich die Sp ache inde Bedeu ungen in eine sp ach- unabhängigen Wel o , sonde n kons i uie die Bedeu ung ‚de Wel ‘ du ch Signa u en. Ve ikale Hie a chiege älle wie Logos º Sch i , Au o º We k, Wel º Disku s, Langue º Pa ole we den k a jene These au eine ho izon ale Achse e lage , au de Signi ika e nich meh Signi ikan en ‚be- he schen‘, sonde n Signi ikan en beliebig – spiele isch – Dekons uk i es F agen als Me hode 138 ausge ausch we den können. In de Li e a u wissenscha üh e das mi un e dazu, dass die ‚He scha des Au o s‘ übe den Tex sinn e se z wi d du ch die bedeu ungshe - s ellende In e p e a ion de Lese scha (Ba hes, 2000). Dekons uk i es F agen, so kann nun nähe gesag we - den, mein ein In-F age-S ellen de eindeu igen Beziehung on Signi ika und Signi ikan . Es e such das, was on ei- ne Theo ie explizi ausgeschlossen wi d (Hin e g undan- nahmen), als kons i uie enden Ke n eben diese Theo ie auszuweisen (Schönwälde -Kun ze, 2020, 156). Nich - sich ba e Einsch änkungen du ch Sinnkons uk ionen we - den dabei eigeleg und die Meh deu igkei eines Wo es, eines Sa zes ode eine Ges e au gezeig (Schönwälde - Kun ze, 2020, 154 .). Mi welchen Handlungen das ausge- üb wi d, e läu e De ida (1991, 42 .) anhand zweie An- sä ze. 1. Einen beg ündenden Ansa z, de nich -his o isch a bei- e und da um bemüh is , Wide sp üche au zudecken. 2. Einen anamne isch-genealogische Ansa z, de his o- isch a bei e und um eine so g äl ige, de aillie e In- e p e a ion on Tex en bemüh is . De e s e Ansa z ziel au den Nachweis, dass ein nachge- o dne es Gegensa zglied als Bes and eil im e mein lich u - sp ünglichen Gegensa zglied en hal en is . Es geh hie bei da um, eine e mein liche Hie a chie on Bedeu ungen au - zudecken und au zulösen. De zwei e Ansa z e such eine übe lange Zei hinweg en s andenen Signi ika -Signi ikan - Ve es igung und de en In e ex uali ä au zudecken. Ich nenne nu jeweils ein Beispiel: Eine philosophisch ma kan e Gegensa z is de on Sp echen und Schweigen. 139 S e an J. Jelonnek Das Schweigen is nach Wes e kamp ein bewuss es Nich s- sagen-wollen und un e scheide sich dadu ch om Lau lo- sen ode de S ille (Wes e kamp, 2020, 113). Das Schweigen se z abe ein Sp echen-können o aus, da es sons den ihm anheim allenden Willensak en beh (Wes e kamp, 2020, 109). Beg i nich is das Sp echen im Schweigen somi als Bes and eil en hal en. Ein ande e Fall is die In e p e a ion des Adjek i s oll. Ende des 18. Jhd. sch eib Nie zsche einen Essay mi dem Ti el De olle Mensch (2015, 166 .). Toll mein hie so iel wie wahnsinnig. Wi e wenden das Wo heu e noch; alle - dings im Sinne on schön ode e eulich. Diese Bedeu ungs- e schiebung is bei de In e p e a ion Nie zsches Tex es zu be ücksich igen, um die Poin e zu e s ehen. Jene In e ex- uali ä , de Ve weis au Ande es, bilde die G undlage de K i ik dekons uk i en F agens und inde ih en sys ema i- schen O in dem, was De ida di é ance nenn . 2. Di e ánce – Ein Ne z unendliche Ve weisungszu- sammenhänge Di é ance s eh da ü , dass es wede allgemeine noch ewige Signi ika e on Signi ikan en gib . Au de Wo ebene (Le- xik) lassen sich o diesem Hin e g und zwei Wo bedeu- ungen (Seman ik) on di é ance un e scheiden (De ida, 1999, 33, 42 ., 48): 1. di é ance als Un e scheidba kei im Sinne on Di e- enz, de Abweichungen on Zeichen zueinande , die ein Zeichensys em aus sich he aus kons i uie . Dekons uk i es F agen als Me hode 140 2. di é ance als Au schub im Sinne on di é e , also ei- ne aum-zei lichen Au schiebung on Bedeu ung De ida (1999, 40) e klä : Jede Beg i is seinem Gese z nach in eine Ke e ode in ein Sys em eingesch ieben, wo in e du ch das sys ema ische Spiel on Di e enzen au den ande en, au die ande en Be- g i e e weis . Ein solches Spiel, die di é ance, is nich ein- ach ein Beg i , sonde n die Möglichkei de Beg i nichkei , des Beg i sp ozesses und -sys ems übe haup . De Ve weiszusammenhang on Zeichen au wei e e Zei- chen inne halb des Sp achsys ems (Langue) is be ei s an- geme k wo den. Im Folgenden sei diese Gedanke e was wei e ausge üh . Sp achliche Zeichen gel en als T äge on Sinn nu in ei- nem bes imm en Sys em. Einem Sys em, welches diese au - g und syn ak ische Regeln als Zeichen ausweis . Das Zei- chensys em eu opäische Sp achen e wa, en häl 26 Buch- s aben, de en Ve schiedenhei nu dadu ch zus ande komm , dass sie deu lich (dis ink ) und e schieden (dis- junk ) sind: ¹aº is genau deshalb de Buchs abe ¹aº, weil e nich ¹bº,…,¹zº is . We ein bes imm es Zeichensys em e wende , ha allen alls hingenommen, sich an den e ein- ba en Geb auch dessen Zeichen zu hal en (Kon en ionali- ä ) (de Saussu e, 2001, 80). Einen Gegens and, de mi dem Wo Tisch bezeichne wu de, nennen wi im Deu - schen wei e hin Tisch und nich e wa Teppich (Bichsel, 1995). Doch dami wi d eine Schwie igkei eingekau , denn ge ade weil sp achliche Zeichen a bi ä sind und kon en- ionell e wende we den, is es nich ausgeschlossen, dass 141 S e an J. Jelonnek inne halb eine Sp achgemeinscha allmählich neue, al e - na i e ‚Vo s ellungen‘ bezüglich eines Signi ika s au e en (Assozia i i ä ) (de Saussu e, 2001, 147 .). Im Mi elhochdeu schen (1050–1350) beispielsweise wa das Nomen ouwe weiblichen Pe sonen on hohem so- zialen Rang o behal en, wohingegen es im Neuhochdeu - schen (ab 1650) eine Bedeu ungse wei e ung e uh , sodass wi heu e in de Regel alle Pe sonen mi weiblichem Sexus mi F au bezeichnen.2 Mi Ve weis au das zweisei ige Zeichenmodell de Saus- su es wi d De idas Gedanke de di é ance kla e : Das Wo Teppich e weis eben nich au die besonde e Lau - olge [ˈ ɛpɪç], sonde n einen aus Fase n bes ehenden, geo- me isch ge o m en Gegens and mi ode ohne F ansen, den wi au Fußböden auszub ei en p legen. Kein Beg i , so könn e ge olge we den, is demzu olge e selbs (De ida, 1986, 115). Die genann en Ums ände e anlassen De ida nun dazu, die Handlung des Bezeichnens als einen unabschließba en Vo gang zu in e p e ie en. Denn inso e n ein sp achliches Zeichen e was Ande es is , als es selbs , is die He s ellung on Sinn nich meh an das empi ische Zeichen gebunden, sonde n ielmeh als Glied eines Ne zwe kes aus Sinnmög- lichkei en, die abhängig sind on den Zeichenbenu ze innen und Benu ze n (D eishol kamp, 1999, 160). Di é ance is , um es an diese S elle deu liche zu sagen, jedoch selbs nich empi isch-gegens ändlich o handen (De ida, 1999, 34). Di é ance kann abe als die Bedingung 2 Mi sind die Kon o e sen diesbezüglich zumindes in ih en G undzügen bekann . Ich habe dahe die P äposi ion mi ans elle on als e wende , um nich den Eind uck on ‚Iden i ä ss i ung‘ zu schü en. Dekons uk i es F agen als Me hode 148 angenommen, welche Gesich spunk e we den ausgeklam- me ? Tex komposi ion p ü en Welche Adjek i e, Ve ben und Subs an i e we den zu wel- chen Da s ellungszwecken, zuguns en welche E zählpe - spek i e e wende ? Ein bekann e philosophische Essay on P. Bie i (2012) äg den Ti el: Wie wä e es gebilde zu sein? Du ch den I ealis (Konjunk i II) wi d de Eind uck e weck , dass die Eigenscha gebilde -sein bishe nieman- dem, denn diese Allgemeinhei wi d du ch das exple i e es ausged ück , zugesp ochen we den könne. De Au o e - äh dabei mi einem ganz bes imm en Bildungsbeg i , de dazu üh , dass e diese F age übe haup in diese Fo m s ell . Ände man abe die Bedeu ung in einen ande en Bil- dungsbeg i , so komm man gegebenen alls dazu, on eine „ asche[n] Bildung“ (Nie zsche, 2012, 184) als eine zwa bes ehenden, abe un olls ändigen zu eden. Zum Wei e denken: Suchen Sie in diesem Au sa z au äl- lige Moduswechsel (Indika i , Konjunk i ). Welche Funk- ion haben diese ü die Aussagek a ? Schlagen Sie in ei- nem Philosophischen Wö e buch das Wo ‚Hypos ase‘ nach und übe legen sich, welchen Un e schied ein Nominal- s il gegenübe dem Geb auch on Adjek i en und Ve ben zu Besch eibung on Sach e hal en mach . 149 S e an J. Jelonnek He auss ellen ‚ es e ‘ und ‚bewegliche ‘ Bedeu ungen Tex e sind au g und ih es Fo ma s endlich. Die Abgeschlos- senhei eines Tex e äusch abe übe die Unabgeschlossen- hei des o wäh enden Nachsinnens, de andaue nden He s ellung on Bedeu ung hinweg. So wu de in diesem Au sa z e wa ein Beispiel bezüglich des Wo es „Gewal “ an- ge üh . Dass wei e e beg i niche Di e enzie ungen und kon ex uelle Eino dnungen nich nu möglich, sonde n ak- isch auch du chge üh wo den sind, läss diese Tex pas- sage aus. Zum Wei e denken: Ach en Sie bei ih en zukün igen, abe ganz besonde s den nächs en Semina ex en da au , ob und wenn ja au welche Weise Fachbeg i e e wende we den. Was wü de mi dem Tex sinn geschehen, wenn Sie eines diese Fach e mini, beispielsweise den Te minus ‚Ve nun ‘ ode ‚Ge ech igkei ‘ au eine ande e Ihnen ielleich be- kann e Weise in e p e ie en? Meh deu igkei en suchen Besonde s in e essan is , ob eine Meh deu igkei on Wö - e n au g und unp äzise Ve wendung he ausges ell we - den kann. In diesem Au sa z wu de au Nie zsche au me k- sam gemach , de das Wo oll e wende . Dieses Wo is meh deu ig (ambig), wie gezeig wo den is . Zum Wei e denken: Lesen Sie den Tex „De olle Mensch“ on Nie zsche und in e p e ie en Sie ihn mi beiden hie zu Ve ügung ges ell en Bedeu ungen. Bleib de Sinn de glei- che? Sind die Lesa en e einba ? Welche Konsequenz ha das E gebnis Ih e Un e suchung ü die Aussages ä ke des Tex es? Dekons uk i es F agen als Me hode 150 Wide sp üche kennzeichnen Manche Tex e können sogleich meh e e Dinge bedeu en. Das kann un e Ums änden ein geziel es li e a isches Mi el sein. Es kann abe auch ein he o isches Mi el sein, e wa in de poli ischen Deba e, um sich möglichs iele „Aus- wege“ im Falle on Einwänden o en zu hal en. Zum Wei e denken: Schauen Sie sich die angeme k e Aus- gabe de Sendung „ha , abe ai “ an (Hin e g undannah- men p ü en)und übe legen sich in diesem Zusammenhang, ob die Gäs e de Sendung wide sp üchlich a gumen ie en. Zweiwe igkei übe winden Ein p ominen es Anliegen dekons uk ionis ischen F agens bes eh im Au b echen sog. Binä e S uk u en. In de Ein- lei ung dieses Au sa zes wu den eine Reihe solche Paa e o ge üh . Eine Dekons uk ion solche Paa e such nach wei e en Bedeu ungen, die gg . ließend sind zwischen den pola kon ä en Wö e n, e wa wah und alsch – in de Lo- gik e wa wu de die sog. Fuzzy-Logik en wickel , die den G ad an Wah hei ode Falschhei un e such . Zum Wei e denken: Se zen Sie sich mi dem P oblem des Wah hei sbeg i s in de klassischen Logik aus Sich de kons uk i en Logik auseinande . Lesen Sie dazu on Ca l F ied ich Ge hmann (2015): Wah hei und Beweisba kei . (Genaue e Li e a u angabe im Li e a u e zeichnis!) 151 S e an J. Jelonnek Selbs e s ändlichkei en eilegen Obwohl sich de hie o liegende Tex da um bemüh ha , ‚kla und ein ach‘ gesch ieben zu sein, wu den Te mini he - angezogen, Ve häl nisse da ges ell und Be eiche De idas We k e ö e . Die dadu ch he ges ell e Selbs e s ändlich- kei soll e jedoch nich ü ‚ es ‘ ein ach hingenommen we - den. Du ch die Auswahl de Te mini, ih e E klä ungen so- wie de gegebenen Beispiele du ch den Tex wu den Ein- sch änkungen o genommen, die sich gegebenen alls au das Tex e s ändnis auswi ken. Zum Wei e denken: Nehmen Sie sich eine Ih e Semina - ex e und s ellen Sie die Pe spek i e, die de Tex einnimm , he aus. We den Beispiele gegeben, wenn ja wo und welche A ? We den Gegensä ze au gemach , wenn ja, wie we den die einzelnen Teile je da ges ell ? E gebnisse siche n Dekons uk ion e such nich , »die« Wah hei ü sich in Ansp uch zu nehmen. Sie e olg lediglich den Zweck de Übe p ü ung e mein lich es e E kenn nisse. E geb- nisse we den also am elegan es en so gesiche , dass man die ande en möglichen Sinnbes immungen und Pe spek i- en als Al e na i en da s ell und besch eib . 5. Schlussbeme kung Das dekons uk i es F agen ha ü sp achphilosophische Übe legungen insbesonde e deshalb einen Reiz, weil es nach de Bes ändigkei on sp achlichen Zeichenübe haup Dekons uk i es F agen als Me hode 152 ag . Da uns Sp ache äglich und nich bloß in de Uni e - si ä begegne , läss sich dieses E agen nach ande en Sinnbes immungen und Blickwinkeln seh gu in unse en äglichen Blick hineinnehmen. Die Idee dieses Au sa zes be- s and da in, wesen liche Me kmale dekons uk i en F a- gens zu e ö e n und abschließend als beispielha e Hand- lungssch i e ü eine Dekons uk ion o zuschlagen, dami Sie, als S uden in ode S uden , ein echnisches Hil smi el haben, um nich bloß philosophische Tex e k i isch zu lesen, sonde n auch ih en All ag, das Ve hal en Ih e Mi men- schen und auch Ih eigenes nich als selbs e s ändlich hin- nehmen. Li e a u Ba hes, R. (2000). De Tod des Au o s. In F. Jannidis, G. Laue , M. Ma ínez & S. Winko (H sg.), Tex e zu Theo ie de Au o scha (185-193). Reclam. Bichsel, P. (1995). Ein Tisch is ein Tisch. Suh kamp. Bie i, P. (2012). Wie wä e es gebilde zu sein? In H. Has ed (H sg.), Was is Bildung? Eine Tex an hologie (1. Au l., 228-240). Reclam. De ida, J. (1983). G amma ologie (1. Au l.). Suh kamp. De ida, J. (1986b). Semiologie und G amma ologie. Ge- sp äch mi Julia K is e a. In P. Engelmann (H sg.), Jaques De ida: Posi ionen. Gesp äche mi Hen i Ronse, Julia K is e a, Jean-Louis Houdebine und Guy Sca pe a (52-82). Böhlau. De ida, J. (1986c). Posi ionen. Gesp äch mi Jean-Louis Houdebine und Guy Sca pe a. In P. Engelmann (H sg.), 153 S e an J. Jelonnek Jaques De ida: Posi ionen. Gesp äche mi Hen i Ronse, Julia K is e a, Jean-Louis Houdebine und Guy Sca pe a (83-184). Böhlau. De ida, J. (1991). De „my hische G und de Au o i ä “. Suh kamp. De ida, J. (1999). Die Di é ance. In P. 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