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GrenzStattMiteinander. Zivilgesellschaftliche Raumproduktionen eines grenzüberschreitenden deutsch-polnischen Gemeinwesens in Görlitz und Zgorzelec.

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GrenzStattMiteinander. Zivilgesellschaftliche Raumproduktionen eines grenzüberschreitenden deutsch-polnischen Gemeinwesens in Görlitz und Zgorzelec.

Author: Teufel, Nicolai
Year: 2012
Source: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/170/1/grenzstattmiteinander.pdf
Geog aphisches Ins i u Bay eu h
P o essu ü Raumbezogene Kon lik o schung
P o . D . Ma in Doe enspeck
Nicolai Teu el
G enzS a Mi einande
Zi ilgesellscha liche Raump oduk ionen eines g enzübe sch ei enden
deu sch-polnischen Gemeinwesens in Gö li z und Zgo zelec.
Sch i liche Hausa bei (Zulassungsa bei ) zu wissenscha lichen P ü ung
ü das Leh am an Gymnasien in Baye n im F ühjah 2013
in de Fäche e bindung Geog aphie/Deu sch
*
*
Inhal lich leich e ände e Fassung mi kleine en o hog aphischen und g amma ikalischen Ko ek u en
I
Ku zbesch eibung
Wäh end P esse e e e sowie Poli ike Gö li z (D) und Zgo zelec (PL), die sich sei
1998 als Eu opas ad bezeichnen, zum „Modell all des eu opäischen Einigungsp ozess“
(FAZ, 10.06.2006) e klä en, sind dami e bundene Visionen in ih e Di e enz zum
All agsleben in den nach dem Zwei en Wel k ieg ge eil en G enzs äd en deu lich spü -
ba . – Vollzieh sich die pos ulie e Kons uk ion eines g enzübe sch ei enden Ge-
meinwesens auch als bo om-up-P ozess inne halb on All agswel en beide sei s de
S aa sg enze? Da on ausgehend olg die A bei mi eine e hnog aphischen Fo -
schungshal ung de Pe spek i e zi ilgesellscha liche Ak eu e im Be eich on Kul u
und Bildung, die ü das sogenann e „bo de wo k“ (Rum o d 2008), de Kons uk ion,
Ve schiebung und dem Abbau on G enzen, eine ak i e Posi ion einnehmen. Als Zu-
gang dien die doppel e T iade de Raump oduk ion, die Le eb e in La p oduc ion de
l'espace (1974) o mulie und au g und de P ämisse „(soziale ) Raum is ein (soziales)
P oduk “ sowohl e i o iale als auch soziale bo de ing-P ozesse be ücksich igen kann.
Abs ac
A e decades o con inuous change o he bo de egime since he spli -up o Gö li z
in o a Ge man pa wes o he i e Neisse, and a Polish pa called Zgo zelec a e he
Second Wo ld Wa , bo h owns es ablished he sel -designa ed Eu opean Ci y Gö li z-
Zgo zelec in 1998. Al hough jou nalis s and poli icians main ain ha Gö li z and Zgo -
zelec a e a case model o Eu opean in eg a ion, di e ences be ween isions connec ed
o he “Eu opean Ci y” and expe iences in e e yday li e a e ob ious. Following he
esea ch ques ion “Is he ‘Eu opean Ci y Gö li z-Zgo zelec also cons uc ed om below
by ci izens on bo h sides o he bo de ?”, my con ibu ion o he ield o bo de s udies
es ablishes a quali a i e mic o-le el app oach in ega ds o hese p ocesses in he ields
o cul u e, leisu e and educa ion. Fo ha aim, an e hnog aphic esea ch design has
been linked o Le eb e’s heo e ical amewo k o he double iad o spa ial p oduc ion
de eloped in La p oduc ion de l’espace (1974). F om he pe spec i e o ac o s in ci il
socie y in bo h owns, who a e ac i e in he cons uc ion, shi ing and decons uc ion o
bo de s, he hesis aims o illumina e bo h e i o ial and social bo de ing p ocesses.
II
Vo wo
Mich pack manchmal de E ns , abe nich lange, meine Ve dauung leide dann, auch k ieg
ich Kop schme zen, also dann lege ich mich ein ach ins Be and sleep i o (den E ns , näm-
lich). – Paul K. Feye abend 1979 an Hans Pe e Due
F eude is nich quan i izie ba
1
, sie is in keine S udieno dnung o gesehen und keine
Uni e si ä wi b ü Geog aphie dami , dass sie g oßen Spaß machen kann. Glückli-
che weise ha e ich dennoch F eude an meinem S udium und diese A bei , auch wenn
mich de E ns zu ganz une wa e en Zei en übe allen ha . „Bu I won’ gi e in o ha
bas a d“ (Paul K. Feye abend in einem unda ie en B ie ). Sie is die eibende K a
hin e diese A bei und beim Fo schen ein gu e Be a e gewesen.
Ebenso une wa e wie einen de E ns manchmal übe äll , habe ich Gö li z und Zgo -
zelec ü mich en deck . Ande s als de E ns ha diese En deckung wede Kop schme -
zen e u sach noch ging sie übe Nach im Schla e lo en. E klä en kann ich diese
Faszina ion ebenso schwe wie une wa e iele ande e, die ich do kennen gele n
habe. Sei meinem e s en Besuch im Jah 2010 ha mich dahe das Vo haben ge eiz , als
Abschlussa bei „i gendwas mi Gö li z und Zgo zelec“ zu machen. P o . D . Ma in
Doe enspeck ha mich bei diese e s agen, dann imme konk e e we denden Idee
jede zei au angenehme Weise un e s ü z , k i isch nachge ag und die mi wich igen
F ei äume e ö ne . Die O enhei de Menschen, denen ich in Gö li z und Zgo zelec
begegne bin, und das eno me In e esse an dem, was ich ue, haben mich im posi i s en
Sinne übe asch . Ich möch e mi an diese S elle nich den Kop dami ze b echen, we
on diesen Pe sonen besonde s he o gehoben we den muss. Selbigen wi d mi deshalb
auch niemand ab eißen. S a dessen ho e ich, iele da on in Zukun wiede zu sehen
und wünsche ihnen Hei e kei , Selbs bewuss sein und Zu e sich bei ih en Vo haben.
Ohne meine El e n und meinen B ude wä e ieles nich möglich gewesen. Dahe s e-
hen sie in diesem kleinen Absa z und euen sich wah scheinlich da übe .
Nun nu noch ein Wo : Vielen Dank! Dziękuję ba dzo! ( ei nach Ho s H ubesch)
1
Soziale Kompe enzen hingegen schon, glaub man Vo lesungs e zeichnissen und S udieno dnungen.
III
Inhal s e zeichnis
1
Einlei ung .....................................................................................................................1
2
En wicklung de F ages ellung ...................................................................................4
2.1
Eino dnung de A bei ............................................................................................. 4
2.2
Ausgangshypo hese und Au bau ............................................................................ 7
2.3
F ages ellung und wei e e Au bau ........................................................................ 8
3
Raump oduk ion .......................................................................................................11
3.1
G undlagen eine ialek ischen Raump oduk ion nach Le eb e ................... 12
3.2
Zei und Raum als gesellscha liche P oduk ionen ............................................. 14
3.3
Le eb e lesen und e wenden .............................................................................. 15
3.4
Raump oduk ion-P odukcja pokój ...................................................................... 16
4
Konzep ionelle Eing enzungen ................................................................................18
4.1
G enzen .................................................................................................................... 18
4.2
Te i o ium und S aa ............................................................................................ 22
4.3
Na ion und Na ionals aa ....................................................................................... 24
4.4
All agsleben .............................................................................................................. 25
4.5
Kul u elle Di e enz und All agskul u ................................................................ 26
4.6
G enz egionen, G enzs äd e und Scale ................................................................ 28
4.7
Fo schen an eine S aa sg enze ............................................................................. 29
5
He me ische G enzen on 1945-1989 ......................................................................30
5.1
Polens Wes e schiebung ...................................................................................... 30
5.2
Kon on a ion und Koope a ion ........................................................................... 32
5.3
Kul u elle G enzen und na ionale Iden i ä spoli ik ........................................... 34
6
Sich ö nende G enzen sei 1989 ..............................................................................37
6.1
T ans o ma ion ....................................................................................................... 38
6.2
Pe iphe isie ung ...................................................................................................... 40
6.3
Eu opäische In eg a ion ......................................................................................... 41
7
Me hodische Vo gehensweise ...................................................................................44
7.1
S u en des Feldzugangs .......................................................................................... 45
7.2
Many hings go: Eine e hnog aphische Fo schungss a egie ............................ 46
IV
7.3
Implika ionen de In e iewpa ne und Beobach ungso e ............................ 52
7.4
Auswe ung und In e p e a ion de empi ischen Da en ................................... 53
7.5
Re lexion de eigenen Posi ion im Feld ............................................................... 54
8
Lokale Geschich e und die E ymologie de O e .....................................................56
8.1
E s e Blü e und die Zei bis 1815 ........................................................................... 58
8.2
Zwei e Blü e als on 1815 bis 1945 ....................................................................... 60
8.3
Zwischenk iegszei und Zwei e Wel k ieg ......................................................... 61
8.4
Fluch und Neubeginn ........................................................................................... 63
8.5
Gemeinsam ge eil un e sowje ische He scha .............................................. 67
8.6
Nach de Wende ..................................................................................................... 69
8.7
Zwischen azi ........................................................................................................... 71
9
P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes ...................................................73
9.1
Na ionale und sup ana ionale Poli ik .................................................................. 74
9.2
Lokale Poli ik ........................................................................................................... 77
9.3
Ve eine und Ini ia i en: „Au dem Papie ielleich das Gleiche“ ................... 83
9.4
Zwischen azi ........................................................................................................... 87
10
P oduk ion du ch äumliche P axis .........................................................................89
10.1
G enzübe sch ei endes Konsum e hal en .......................................................... 89
10.2
Kul u und F eizei ................................................................................................. 93
10.3
Bildung ................................................................................................................... 103
10.4
P i a e Kon ak e .................................................................................................... 108
10.5
Die Bedeu ung on Cul u al B oke s ................................................................. 108
10.6
Die Bedeu ung de Sp ache ................................................................................. 110
10.7
In as uk u und gebau e Umwel ..................................................................... 112
10.8
Zwischen azi ......................................................................................................... 114
11
P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion ..................................................... 116
11.1
„Eine S ad “ ............................................................................................................ 116
11.2
„Gö li z in Schlesien“ ........................................................................................... 119
11.3
Heima .................................................................................................................... 122
11.4
Die in eg a i e K a de „schönen S ad “ Gö li z ............................................ 125

V
11.5
„Zgo zelec, das is Polen. Gö li z, das is Deu schland.“ ................................. 127
11.6
No mali ä des Unno malen ............................................................................... 127
11.7
Jugend als Chance ................................................................................................. 128
11.8
Zwischen azi ......................................................................................................... 130
12
Schlussbe ach ung ................................................................................................. 132
12.1
Me hodisch-konzep ionelle Re lexion ............................................................... 132
12.2
Bean wo ung de Ausgangs age ....................................................................... 134
12.3
Deside a e zukün ige Fo schung ...................................................................... 139
12.4
Nachwo ................................................................................................................ 142
13
Quellen e zeichnis ................................................................................................. 143
13.1
In e iewpa ne ................................................................................................... 143
13.2
Beobach ungen und kü ze e Gesp äche ............................................................ 144
13.3
Un e suchungen D i e und sons ige Dokumen e .......................................... 145
13.4
Li e a u e zeichnis .............................................................................................. 146
E klä ung lau LPO I (2002) §30 Abs. 6 .......................................................................... 163
Abbildungs e zeichnis
Abbildung 1: Al s ad b ücke als Ve bindung zwischen Gö li z und Zgo zelec. ................ 1
Abbildung 2: G enzübe sch ei ende Ini ia i en und Ins i u ionen in Gö li z und
Zgo zelec. .................................................................................................................................... 3
Abbildung 3: Die ialek ische P oduk ion des Raumes nach Hen i Le eb e ................. 12
Abbildung 4: Ve eibung und G enz e schiebungen nach 1945. .................................... 31
Abbildung 5: En wicklungsphasen de deu sch-polnischen G enze on 1944 bis 2011.. 37
Abbildung 6: S aLag VIIIa in Zgo zelec-Ujazd. ................................................................... 62
Abbildung 7: Be ölke ungsen wicklung on Gö li z und Zgo zelec. ................................ 70
Abbildung 8: Koope a ionsbemühungen zwischen Gö li z und Zgo zelec sei 1980. .... 71
Abbildung 9: Schilde wald mi eine In o ma ions a el. ................................................... 119
1
1 Einlei ung
Abbildung 1: Die 2004 ekons uie e Al s ad b ücke e binde Gö li z (linkes, wes liches U e ) und Zgo zelec
übe den G enz luss Lausi ze Neiße hinweg, nachdem sie gegen Ende des Zwei en Wel k iegs ze s ö wu de. Sie
wu de schnell in das All agsleben de Be ölke ung beide S äd e in eg ie und is zugleich zum baulich ma e iali-
sie en Symbol eu opäische In eg a ion zwischen beiden S äd en gewo den. Quelle: Eigenes Pho o.
Nach jah zehn elangen Wellen de Mig a ion, e anlass du ch Ve olgung, Fluch und
Ve eibung wäh end und in den Jah en nach dem zwei en Wel k ieg, Dekaden poli i-
sche Unsiche hei und Blockkon on a ion bis hin zu gesellscha lichen Umwälzungen
mi dem Zusammenb uch de Sowje union 1989, e hal en die Gebie e an Ode und
Neiße, die e s 1945 zu einem G enzgebie wu den, besonde e Beach ung als Nah s elle
ü das Zusammenwachsen on Os und Wes (Len z e al. 2009: 125 .). Die als Resul a
de neuen G enzziehung nach dem zwei en Wel k ieg ze schni enen S äd e F ank-
u (Ode )/Słubice, Guben/Gubin und Gö li z/Zgo zelec, we den dabei als „Eu opa-
Labo “ (Neue Zü iche Zei ung 02.02.2012) bzw. „Modell all des eu opäischen Eini-
gungsp ozesses“ (F ank u e Allgemeine Zei ung 10.06.2006; gl. auch Lieb-
mann/F öhlich 2009: 248) zum K is allisa ionspunk soziale , kul u elle und wi -
scha liche In eg a ionsp ozesse ü „das neue Eu opa“ (Neue Zü iche Zei ung
13.04.2006) und zum „Ge man ‚ga e‘ o he new EU membe s a e Poland“ (Wel e e al.
2008: 3) e klä . Ebenso widmen sich g oße eu opäische Tageszei ungen Themen wie
g enzübe sch ei enden Beschä igungs e häl nissen (The Gua dian 25.01.2012) und de
dami e bundenen In ensi ie ung all agswel liche Kon ak e in Gö li z und Zgo zelec
(El País 25.01.2012).
Gleichzei ig müssen sich jedoch au lokale Ebene die Bewohne beide sei s de G enze
P oblemkons ella ionen du ch die Akkumula ion on T ans o ma ionsp ozessen, A -
Einlei ung
2
bei slosigkei , demog aphischen Wandel und Pe iphe isie ung s ellen (Len z e al. 2009:
131 .). Diese bleiben häu ig du ch die Be onung de „eu opäischen Vision“ (K e 2011:
13) und in Gö li z zusä zlich du ch das Disku smus e de auße gewöhnlichen bauli-
chen Quali ä als „schöns e S ad Deu schlands“ (Sächsische Zei ung 22.07.2010)
2
eben-
so e deck wie gegensei ige Vo behal e und e s langsam wachsende Ve auensbezie-
hungen.
Folg man de Ziel ision de geschei e en Bewe bung zu gemeinsamen Kul u haup -
s ad 2010, soll sich in Gö li z und Zgo zelec ein „ ansna ionales, plu alis isches Ge-
meinwesen“ (Baumga d 2004) en wickeln. Eine solche Vo gabe beinhal e dabei den
Abbau de ennenden Funk ion eine ehemals s a en und, mi de Ausnahme de Zei
on 1972 bis 1981, geschlossenen S aa sg enze au soziale , wi scha liche und poli i-
sche Ebene. Diese Vo gang läss sich als De-Kons uk ion besch eiben, bei de „die
G enze“ demnach nich dekons uie , abgebau wi d und e schwinde , sonde n aus
den E gebnissen de Dekons uk ion e schiedene g enzbezogene Aspek e e was
Neues kons uie wi d.
3
Dabei e olg eine e neu e und wei e hin andaue nde Aus-
handlung äumliche Kons ella ionen und Kon igu a ionen, die mi neue Bedeu ung
ge üll we den und zu neuen G enzziehungsp ozessen üh en können.
4
Das „Neue“
kann no ma i -abs ahie end un e de Vision eine Eu opas ad /Eu opamias o
5
sub-
sumie we den; eine Selbs bezeichnung die sich beide S äd e 1998 gegeben haben. Die
Ve wendung jene Wo hülse e olg sei dem mi un e schiedliche Füllung und wech-
selnde In ensi ä du ch poli ische und zi ilgesellscha liche Ak eu e.
2
Diese Aussp uch s amm on Go ied Kiesow und wi d in Gö li z ge ne au geg i en. E wa on
1994 bis 2010 Vo si zende de Deu schen S i ung Denkmalschu z. Ein solches Disku smus e läss
sich dabei bis zum Ende des 19. Jah hunde s zu ück e olgen (hie zu aus üh liche : Kempe 2011).
3
Ode wie Reube (2001: 90) in Bezug au Giddens (1988) allgemeingül ige o mulie : „Es gib keine
Dekons uk ion ohne eine e neu e Rekons uk ion.“
4
Paasi (1998: 70 .) besch eib diesen Vo gang au s aa liche Ebene als „de- e i o ialisa ion and e-
e i o ialisa ion o he e i o ial sys em“.
5
Die Bezeichnung „Eu opas ad “ is kein o izielle Ti el ode geschü z e Beg i . Um eine leich e e
Lesba kei de A bei zu gewäh leis en wi d im wei e en Ve lau au die pa allele Nennung on Eu o-
pamias o als polnische Übe se zung on Eu opas ad e zich e .
Einlei ung
3
Die o liegenden A bei is dabei als ein ansdisziplinä e Bei ag im Kon ex eu opäi-
sche Einigungsp ozesse und de Eu opas ad idee in Gö li z und Zgo zelec zu e s e-
hen, de dabei die Ve suche zi ilgesellscha liche Ak eu e, gemeinsame deu sch-
polnische E lebnis äume im Be eich on Kul u , Bildung und F eizei zu p oduzie en,
in den Mi elpunk ück . Neben wissenscha lichen A bei en, die die „in eg a i e K a
des Lebensall ags“ (Weiske e al. 2008) in Bezug au Eu opäisie ung und G enzö -
nungsp ozesse be onen, legen auch die ehemaligen Bü ge meis e on Gö li z und
Zgo zelec, Rol Ka baum und Mi oslaw Fiedo owicz, eine Be ach ung de bo om-up-
Sei e nahe, da ü sie die Eu opas ad idee „nich nu zwischen den Poli ke n und Ve -
wal ungen beide S äd e, sonde n auch zwischen den Bü ge n“ (Fiedo owicz/Ka baum
2005: 9) ealisie we den soll. Zu diesen iel äl igen Kons uk ionsp ozessen soll in den
olgenden Kapi eln ein Zugang en wickel we den.
Abbildung 2: G enzübe sch ei ende Ini ia i en und Ins i u ionen in Gö li z und Zgo zelec. En wu : Nicolai Teu el,
Ka og aphie: Michael Wegene .
En wicklung de F ages ellung
10
Die E ymologie de O e: Welche lokalen his o ischen Episoden we den ü g enzübe sch ei-
ende In e ak ionen ele an ode ele an gese z ? Gib es gesellscha liche P ozesse und ei-
nen gesellscha lichen Willen, die Geschich e gemeinsam au zua bei en?
P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes: In welchen disku si -konzep ionellen
Kon ex en agie en zi ilgesellscha liche Ak eu e in Gö li z und Zgo zelec?
P oduk ion du ch äumliche P axis: In welche A und in welchem Um ang bes ehen
g enzübe sch ei enden In e ak ionen, in eg a i e Angebo e und gemeinsame E lebnis äume?
Wie we den gemeinsame E lebnis äume und in eg a i e Angebo e ges al e und genu z ?
P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion: Welche na a i en Felde e binden und
ennen Gö li z und Zgo zelec?
Meine F agenkomplexe übe lappen sich dabei mi einem Teil de F ages ellungen, die
bei Waack (2000b) un e ande em in Bezug au Gö li z-Zgo zelec un e such wu den.
E ück jedoch explizi den „Ein luss eine S aa sg enze“ (ebd.: 24) in den Vo de g und,
die sich sei dem Bei i Polens zu EU und zum Schengen aum in ih e ma e iellen
Ausges al ung wesen lich e ände ha , somi neue bo de ing-P ozesse he o b ing
und deshalb e neu e Be ach ung e dien . Eine gewisse Kon inui ä de F ages ellung
bes eh auch zu S udie on Weiske e al. (2008), die eben alls o diesen Ve ände un-
gen en s anden is . Elżbie a Opiłowska ha mi ih e 2008 e schienen Disse a ion Kon-
inui ä en und B üche deu sch-polnische E inne ungskul u en eine ü ak uelle Koope-
a ion eben alls bedeu same S udie o geleg , die o allem die E inne ungen de äl e en
Gene a ion im Kon as zu o iziellen Geschich spoli ik in Gö li z und Zgo zelec in den
Vo de g und ück . Du ch die genann en Publika ionen e gib sich an ielen S ellen die
Möglichkei , neben eine synch onen Pe spek i e auch eine diach one Pe spek i e zu
Ve deu lichung bes imm e P ozesse un e Be ücksich igung me hodisch-
konzep ionelle Un e schiede anzuwenden.
Als me hodologischen Zugang e wende ich eine e hnog aphisch o ien ie e Fo -
schungss a egie, die ich im sieb en Kapi el nähe e läu e e. E hnog aphie e s ehe ich
nich nu als ein o enes Ve ah en zum Sammeln on empi ischem Ma e ial, sonde n
als spezi ische Fo schungshal ung, als „a way o seeing“ (Wolco 1999). Sie e o de
eine heo e ische Rückbindung (Kapi el 3 und 4) ebenso wie eine Re lexion de eigenen
Posi ion im Feld (Kapi el 7.5) und des S a us des Ma e ials (Mülle 2011: 4).

11
3 Raump oduk ion
Eu opas ad
9
als Idee de En s ehung eines g enzübe sch ei endes Gemeinwesen asse
ich als sozialen Raum mi bes imm en We en und In e essen au , de gesellscha lich
p oduzie wi d: „(social) space is a (social) p oduc “ (Le eb e 1991: 27). Eu opas ad
is demnach keineswegs ein Con aine -Raum, kein „space-in-i sel “ (Le eb e 1991: 299)
in dem sich e schiedene gesellscha liche P ozesse abspielen und ihn üllen, sonde n
wi d übe den Raum p oduzie . De Beg i de P oduk ion is dabei ein Schlüsselwo ,
das eine enge e und eine wei e e Bedeu ung besi z .
Zum einen die wei e e, on de Philosophie e e b e Bedeu ung. Do bedeu e P oduk ion
Scha en und gil ü die Kuns , die Wissenscha , die Ins i u ionen, den S aa selbs , sowie ü
die allgemein ‚p ak isch‘ genann en Tä igkei en. Zum ande en die enge e und genaue, on
den Ökonomen […] he kommende Bedeu ung, die un e P oduk ion nu das P oduzie en on
Sachen, Gegens änden und auschba en ma e iellen Gü e n e s eh . (Le eb e 1975: 34)
In Bezug au Raump oduk ion soll in meine A bei die wei e e Bedeu ung des Wo es
e wende we den. Die A und Weise wie Raum „sich en wickel , en lang welche
No men und In e essen e p oduzie “ (Vogelpohl 2011: 234) wi d s eh demnach im
Mi elpunk de Analyse. Sie o ien ie sich somi am Ziel eine Raumwissenscha in
Anlehnung an Hen i Le ebe e:
‘Spa io-analysis’ […] is no di ec ed a space i sel no does i cons uc models, ypologies o
p o o ypes o space; a he i o e s an exposi ion o he p oduc ion o space. A science o
space […] would s ess he use o space, i s quali a i e p ope ies. (Le eb e 1991: 404)
I space is a p oduc , ou knowledge o i mus be expec ed o ep oduce and expound he
p ocess o p oduc ion. The […] in e es mus be expec ed o shi om hings in space o he
ac ual p oduc ion o space. (Le eb e 1991: 37; He o hebung im O iginal)
In La p oduc ion de l'espace (1974)
10
en wi Hen i Le eb e das Konzep eine ialek i-
schen Raump oduk ion, de en zen ale Beg i lichkei en und A gumen a ionslogik in
diesem Kapi el als Zugang zu Analyse de P oduk ion eine Eu opas ad en al e und
disku ie we den. Das We k Le eb es nimm insbesonde e inne halb de englischsp a-
9
Ebenso wie bei „Raum“ e zich e ich hie absich lich au den bes imm en A ikel o „Eu opas ad “
um den o enen, p ozessualen Cha ak e zu be onen.
10
In diese A bei wi d nich mi de anzösischen O iginal e sion sonde n mi de 1991 e schienen
englischsp achigen Übe se zung The p oduc ion o space gea bei e .
Raump oduk ion
12
chigen S ad - und Raumwissenscha en
11
einen „selbs e s ändlichen Pla z“ (Vogelpohl
2011: 233) ein, wohingegen im deu schsp achigen Be eich nu zöge liches In e esse zu
e kennen is (ebd.: 234), das sich e s langsam in Publika ionen und Fo schungs o ha-
ben (Dö le 2011; Vogelpohl 2011: 238) niede schläg . Ein wesen liche Bei ag ü die
Rezep ion inne halb de deu schsp achigen Geog aphie wu de dabei du ch die Disse a-
ion S ad , Raum und Gesellscha (2005) on Ch is ian Schmid geleis e .
3.1 G undlagen eine ialek ischen Raump oduk ion nach Le eb e
De Ke n, de on Le eb e en wo enen Theo ie eine ialek ischen Raump oduk ion,
lieg in de Pe spek i e d eie dialek isch mi einande e bundene Dimensionen bzw.
P ozesse, die e „momen s o o man s“ (Le eb e 1991: 369) de Raump oduk ion
nenn (Schmid 2008: 29). E o mulie eine „doppel e T iade“ (Mache 2007: 59) mi
eine phänomenologischen Ebene aus äumliche P axis (spa ial p ac ice), Rep äsen a i-
onen des Raumes ( ep esen a ions o space) und Räumen de Rep äsen a ion (spaces o
ep esen a ions) sowie eine linguis isch-semio ischen Ebene mi den Elemen en des
wah genommenen (pe cei ed), konzipie en (concei ed) und geleb en (li ed) Raums
(Schmid 2008: 29). Räumliche Phänomene des All ags, abe auch in s aa lich-
ins i u ionellen Zusammenhängen, lassen sich inne halb de doppel en T iade analysie-
en (Dö le 2011: 96; Schmid 2008: 37).
Abbildung 3: Die ialek ische P oduk ion des Raumes nach Hen i Le eb e. Quelle: Eigene En wu .
11
In den S ad - und Raumwissenscha en wi d Le eb es Ideen o allem ein g oße Ein luss au die
Übe legungen zu Raum on Da id Ha ey und Edwa d Soja zugesch ieben.
Raump oduk ion
13
Die einzelnen Dimensionen
12
cha ak e isie Le eb e (1991: 38 .) genaue : Räumliche
P axis bezeichne die ma e ielle Komponen e gesellscha liche Ak i i ä en, die aus
gesellscha liche P oduk ions- und Rep oduk ionsbedingungen he o gehen (ebd.: 38).
Sie zeig sich in Fo m on Rela ionen, Kö pe n, Ne zwe ken und Beziehungen inne -
halb de Lebenswel (Dö le 2011: 96). Die Klassi izie ung als „ äumlich“ e weis lau
Schmid (2008: 36) au die Gleichzei igkei diese Ak i i ä en. Die äumliche P axis is an
den wah genommenen Raum gekoppel , de an das Subjek als E ah ungsmedium
gebunden is und au de Ma e iali ä des Raumes und den hie on e u sach en sozia-
len P ak iken be uh (Vogelpohl 2011: 238).
Rep äsen a ionen des Raumes sind „concep ualized space“ (Le eb e 1991: 38) im Be-
eich de Wissenscha , Planung, Kuns und zum Teil auch im All agsleben. Sie e en
au de Ebene des wissenscha lichen und ö en lichen Disku s sowie in Ka en, Pla-
nungskonzep en, S ad images und Lei bilde n als „sys em o e bal (and he e o e in el-
lec ually wo ked ou ) signs“ (Le eb e 1991: 39) au und sind dahe eng mi de Wissen-
sp oduk ion e bunden (Schmid 2008: 37; ebd.: 40). Ein au diese Weise konzipie e
Raum is no wendig um die äumliche Wi klichkei e s ehen zu können: „[…] who can
g asp ‚ eali y‘ – i.e. social and spa ial p ac ice – wi hou s a ing ou om a men al
space, wi hou p oceeding om he abs ac o he conc e e? No one“ (Le eb e 1991:
415). Wah genommene und geleb e Raum können dahe nu mi Hil e des konzipie -
en Raums e s anden we den (Le eb e 1991: 38). Dennoch bedeu e diese Aussage
kein P ima des konzipie en Raumes: „Like all social p ac ice, spa ial p ac ice is li ed
di ec ly be o e i is concep ualized“ (Le eb e 1991: 34).
Die symbolische und me apho ische Dimension on Raum wi d du ch Räume de
Rep äsen a ion he o gehoben (Le eb e 1991: 39). Sie e weisen au „gesellscha liche
We e, T äume – und nich zule z auch [au ] kollek i e E ah ungen und E lebnisse“
12
Als Dimensionen sind die jeweiligen Paa e de Eckpunk e ( gl. Schema) de doppel en T iade zu
e s ehen. Beispielsweise en s eh de wah genommene Raum in de äumlichen P axis und bilde so
eine Dimension.
Raump oduk ion
14
(Schmid 2005: 223). Räume de Rep äsen a ion sind de geleb e Raum, de sich jedoch
nich du ch heo e ische Analyse e schöp end e ah en läss : „The e always emains a
su plus, a emainde , an inexp essible and unanalyzable bu mos aluable esidue ha
can be exp essed only h ough a is ic means“ (Schmid 2008: 40).
Schmid (2008: 33) be on , dass die Dialek ik zwischen den einzelnen Dimensionen nich
in eine Syn hese au gehoben wi d, sonde n ge ade im Spannungs e häl nis de Dimen-
sionen de d eidimensionalen Dialek ik, im „Ke naspek ‚Di e enzen‘“ (Vogelpohl
2011: 238), ein ak i es Momen de Raump oduk ion lieg . Dahe muss be ücksich ig
we den, dass Raum du ch die In e ak ion zwischen den d ei Dimensionen p oduzie
wi d und gleichzei ig diese Dimensionen wiede um du ch Raum p oduzie we den
(Milg om 2008: 269 .). Raum is somi jedes mal „a once esul and cause, p oduc and
p oduce “ (Le eb e 1991: 142).
3.2 Zei und Raum als gesellscha liche P oduk ionen
Raum und die o mulie e ialek ische Raump oduk ion inde nach Le eb e (1991:
67 .) in e s e Linie im Be eich des sozialen Raums s a . Demen sp echend zen al is
die Bedeu ung on Gesellscha :
A socie y is a space and an a chi ec u e o concep s, o ms and laws whose abs ac u h is
imposed on he eali y o senses, o bodies, o wishes and desi es. (Le eb e 1991: 139)
Alle genann en Pa ame e sind dahe „g undsä zlich als his o isch im Sinne on sozial
he ges ell en, äumlich und zei lich spezi ischen Momen en zu sehen“ (Vogelpohl 2011:
239). Raump oduk ion als kon inuie liche P ozess is dahe imme gesellscha lich
de e minie und e ände ih en P oduk ionsmodus au die A und Weise wie konzi-
pie e , wah genommene und geleb e Raum sich gesellscha lich e ände n und du ch
Raump oduk ion e ände we den (Milg om 2008: 270).
Wie iele ande e Raum heo ien ( gl. Massey 2007: 111 .) bau Le eb e dabei au dem
Dualismus Raum und Zei au (Le eb e 1991: 50), de en Ve häl nis ela ional gleichbe-
ech ig is . Raum s eh dabei ü die Gleichzei igkei , die synch one O dnung soziale
Reali ä , wäh end Zei au de ande en Sei e au die diach one Komponen e de Gesell-
Raump oduk ion
15
scha und somi au den his o ischen P ozess soziale P oduk ion e weis (Schmid
2008: 29). Raum und Zei sind als soziale P ozesse wede als ein ma e ialis ische Fak o-
en zu e s ehen noch können sie au eine ein men ale Imagina ion eduzie we den
(Mache 2007: 51).
[…] space and ime a e no only ela ional bu undamen ally his o ical. This calls o an analy-
sis ha would include he social cons ella ions, powe ela ions, and con lic ele an in each
si ua ion. (Schmid 2008: 29)
3.3 Le eb e lesen und e wenden
Fü Schmid (2005: 14) is das „zen ale P oblem de gegenwä igen Rezep ion de Theo-
ie de P oduk ion des Raumes […] de spezi ische Kon ex , in dem sie zu si uie en
is “
13
und mein neben geis esgeschich lichen Zusammenhängen auch die gesellscha li-
chen Bedingungen de En s ehung des We ks wäh end eine „spezi ischen u banen
Si ua ion in Pa is“ (ebd.). Wäh end Schmid (2005: 14) a gumen ie , dass sich „diese
E ah ungen […] nich ohne wei e es au die Si ua ion des ühen 21. Jah hunde s“
übe agen lassen, sehen Kip e e al. (2012: 172) ge ade in eine Ak ualisie ung du ch
De- und Rekon ex ualisie ung de Theo ie „un e wa e e[..] Möglichkei en“. Eine exak-
e, ekons uie ende Lesea und Ve wendung de Theo ie un e s a ke Be ücksich i-
gung de gesellscha lichen P oduk ionsbedingungen
14
on La p oduc ion de l'espace
könn e das eigene Vo haben einsch änken. Vielmeh soll das analy ische Po en ial de
ialek ischen Raump oduk ion im Sinne eines on Feye abend (2009: 13) o geschla-
genen „hei e en Ana chismus“ bzw. „Dadaismus“ (ebd.: 37 .) mi eine ak ualisie enden
Lesa ausgelo e , e wende und wei e en wickel we den. „Ein komplexe Gegens and,
de übe aschende und un o he gesehen En wicklungen en häl “, sch eib Feye abend
(2009: 15), „e o de komplexe Me hoden und en zieh sich de Analyse au g und on
Regeln, die im o nhinein […] au ges ell wo den sind.“ Ziel is es dahe , die Implika i-
13
Ein wei e e zen ale K i ik an de Theo ie de P oduk ion des Raumes is die eu ozen is ische
Konzep ion on Raum, Zei und Gesellscha (Kip e e al. 2012: 173, Dö le 2011: 97).
14
Na ü lich is eine ekons uie ende Lesa im Sinne eine He meneu ik nach Gadame (1990) zum
Ve s ändnis de Theo ie essenziell, jedoch e o de die Anwendung au ein gegenwä iges empi i-
sches Un e suchungsobjek eine angesp ochene Ak ualisie ung.

Raump oduk ion
16
onen meines Un e suchungsobjek s dazu zu nu zen, um den En wu eine ialek i-
schen Raump oduk ion au meine F ages ellung zuspi zen zu können, sodass e genu z
we den kann, um „ ele an e F agen zu s ellen und die empi ischen E gebnisse en lang
des En wu s k i isch zu e lek ie en“ (Vogelpohl 2011: 239).
3.4 Raump oduk ion-P odukcja pokój
Ge eu seinem dialek ischen Ansa z en wickel e Le eb e [...] seine heo e ischen Konzep e in
enge Wechselwi kung mi de Empi ie, nich im Sinne de klassischen Deduk ion, sonde n
de dialek ischen T ansduk ion. (Schmid 2005: 15)
B ich man Le eb es Theo ie he un e , geh es um das Iden i izie en d eie Ke nele-
men e: Ma e ielle P oduk ion, Wissensp oduk ion und Bedeu ungsp oduk ion (Schmid
2008: 41). Alle Elemen e sind am En s ehen eine Eu opas ad be eilig : Wie in de
F ages ellung e deu lich , sind sowohl die Ausges al ung und Nu zung in eg a i e
Angebo e, adminis a i e und disku si e Kon ex e, als auch die Pe pe uie ung on
Symbolen und Na a i en ele an . Ein „ ansna ionales, plu alis isches Gemeinwesen“
(Baumga d 2004) is gleichzei ig Planungsins umen und eine kollek i e Raum o s el-
lung, die du ch gesellscha liche P axis eine bes imm e gesellscha liche O dnung p o-
duzie en soll.
Das Fallbeispiel Gö li z-Zgo zelec un e scheide sich jedoch als das zweie „bo de -
c ossing ci ies“ (Buu sink 2001) on ande en S udien, die sich an Le eb e o ien ie en.
Dabei is de Ums and en scheidend, dass es sich adminis a i um zwei unabhängige
S äd e in un e schiedlichen S aa en handel . Das „Kipp-Spiel“ (Ise 1993: 439) beide
S äd e zwischen „independence and in e dependence“ ( an Hou um/E ns e 2001: 102),
soll „eine neue U bani ä “
15
(Baumga d 2004) e zeugen. Le eb e, de den S aa als eine
ins i u ionelle Ve dich ung on soziale Mach e s eh , be on dessen P äsenz im All-
agsleben (Kip e e al. 2012: 174) und seine Bedeu ung im Rahmen de P oduk ion des
Raumes (B enne 2008: 231; Le eb e 1991: 50). Die Kons ella ion on bo de -c ossing
ci ies is dahe nich nu aus Sich de Raump oduk ion eine besonde e: Es gib nich
15
Gleichzei ig de Un e i el de Bewe bung zu Kul u haup s ad Eu opas 2010.
Raump oduk ion
17
einen, sonde n es e en zwei un e schiedliche „s a e mode[s] o p oduc ion“ (Le eb e
1978) au einande . Fü die Gesellscha de bo de c ossing ci ies bedeu e diese Um-
s and, dass sie eine sei s un e schiedlichen s aa lichen P oduk ionsmodi un e liegen, die
sich in Gö li z-Zgo zelec in un e schiedlichen Phasen de T ans o ma ion be inden,
und dass sie ande e sei s s ändig übe physische Ve bindungen, adminis a i e Koope-
a ionen und zi ilgesellscha liche Kon ak e (Buu sink 2001: 17) mi dem jeweils ande-
en P oduk ionsmodus kon on ie we den.
Die P oduk ion eine Eu opas ad ähnel du ch die Gleichzei igkei on Begegnung und
Di e enz dem Beg i des U banen
16
bei Le eb e: „I is a men al and social o m, ha o
ga he ing, o con e gence o encoun e […] I is a di e ence, o a he , an ensemble o
di e ences“ (Le eb e e al. 1996: 131; He o hebung im O iginal). Vogelpohl (2011:
236) be on , dass es Le eb e wich ig sei, Di e enzen und Begegnungen nich genau zu
cha ak e isie en, sie haben „keine lei spezi ischen Inhal “ (Le eb e/Roeckl 1972: 128).
Bezogen au mein Un e suchungsobjek und meine F ages ellung läss sich jedoch die
Hypo hese au s ellen, dass in Gö li z und Zgo zelec als bo de c ossing ci ies insbesonde-
e G enzziehungen du ch die Konzep e des Te i o iums, des S aa s und de Na ion
sowie kul u ellen Un e schiede sowohl das „ensemble o di e ences“ als auch Begeg-
nungen s uk u ie en. Gö li z und Zgo zelec als eine A K is allisa ionspunk on
S aa lichkei und Te i o iali ä du ch die di ek e P äsenz de S aa sg enze zeigen die
Wi kungsmechanismen und Wi kungsmäch igkei solche Konzep e, ih e Pe pe uie-
ung abe auch die Möglichkei ih e Sub e sion „ on un en“. Fü die Analyse und
In e p e a ion de empi ischen Da en is es dahe no wendig, sich mi diesen zen alen
Konzep en im nächs en Kapi el auseinande zu se zen.
16
Kip e e al. (2012: 176) weißen da au hin, dass das U bane keine Maßs abssinne im s a en Sinn
da s ell und ebenso wie eine allgemeine Mak oebene und die Mik oebene All agsleben skalie we -
den kann. Das U bane bezeichne eine „ lüch ige Fo m on de Zen ali ä “ (ebd.).
18
4 Konzep ionelle Eing enzungen
Die Beschä igung mi Le eb es ialek ische Raump oduk ion und insbesonde e de
En wu e s e Hypo hesen zu de en Ak ualisie ung ü das empi ische Fallbeispiel
haben gezeig , dass Gö li z-Zgo zelec sich als bo de c ossing ci ies on ande en S äd en
du ch das Vo handensein eine S aa sg enze un e scheiden und dami e bundene
Konzep e on G enze, Te i o ium, S aa , Na ion und kul u elle Di e enz, im All ags-
leben und poli ischen Kon ex en in besonde em Maße zu Raump oduk ion ele an
gese z we den. Es geh dabei nich um eine e schöp ende Diskussion einzelne Konzep-
e, sonde n ih en Zuschni au mein Fo schungsobjek mi bes imm en Implika ionen
ü das empi ische Vo gehen. Dabei we de ich a gumen ie en, dass diese Konzep e im
wissenscha lichen Disku s ähnlich de Hegelschen Dialek ik in These und An i hese
jeweils bipola , in zwei sich augenscheinlich gegensei ig ausschließenden Pa adigmen
(on ologisch s. kons uk i is isch) disku ie we den. Ziel is jedoch keine Syn hese im
Hegelschen Sinne, sonde n die Au ech e hal ung des Spannungs e häl nisses on
These und ih e Nega ion (Schmid 2005: 112). Ve ein ach ausged ück plädie e ich in
Anlehnung an Hen i Le eb es Übe legungen zu Dialek ik ü eine Pa allel üh ung sich
scheinba gegensei ig ausschließende Pa adigma und somi ü eine Beibehal ung de
heo e ischen Wide sp üche diese Konzep e, um die „Wide sp üchlichkei des Lebens“
(Schmid 2005: 100) in seinem „We den“ (ebd.: 112) e assen zu können. In Bezug au
das All agsleben und poli isch-adminis a i e Vo gänge müssen P ozesse de Na u ali-
sie ung und Ka ego isie ung, die alle o ges ell en Konzep e be e en, o engeleg und
ih e Funk ion besch ieben we den (Jones 2009: 186).
4.1 G enzen
Übe sch ei e niemals G enzen / Das Übe sch ei en is eine E indung on Philosophen / De-
en F auen du ch Pa ise S aßen schlende n / Und an den Ma k s änden on Belle ille bi e e
Oli en kau en. (Jan Jo Rabenda 1973 in Žadan 2012: 43)
Ohne das De e minans „S aa “ bleib „G enze“ zunächs di us und e ö ne mindes ens
d ei G uppen seman ische Füllungen mi zunehmende Me apho isie ung: als ma he-
ma isch-geome ische G enze zwischen zwei äumlichen Elemen en, als poli isch-
Konzep ionelle Eing enzungen
19
e i o iale G enzziehungen und als sozio-kul u elle G enzziehungen. Rum o d (2006:
155) bezeichne G enzen und G enzziehungsp ozesse als „na u e o he social“, da sie
bei de E zeugung gesellscha liche S uk u mus e au jede Ebene be eilig sind und
Rückschlüsse übe gesellscha liche P ozesse zulassen (Newman 2006a: 172; Jones 2009:
174 .).
Bo de and bounda ies a e e e ywhe e. Indi iduals and human communi ies de ine and s uc-
u e he social wo ld by making dis inc ions be ween g oups, spaces, imes, objec s and
meanings. We encoun e bo de s cons an ly in ou e e yday li es, and know how o espec o
ansg ess hem by in ui ion, expe ience o easoning. B oadly speaking, bo de s and bounda-
ies ep esen and an immense a ea o esea ch including almos e e y hing ha pe ains o
humans and socie ies. (Häkli 2008: 471)
Eigmülle (2006: 9) häl „am Beg i ‚G enze‘ beme kenswe , dass e in den Sozialwis-
senscha en und im ö en lichen Disku s wei häu ige me apho isch als zu Bezeich-
nung e i o iale Di e enzie ung e wende wi d“, womi auch au einen En wick-
lungszweig inne halb geog aphische Fo schung e wiesen wi d, de sich on s aa li-
chen G enzziehungen meh zu G enzziehungsp ozessen jegliche A hinwende (Jones
2009: 184 .; Newman/Paasi 1998: 186 .). Angesich s de un e schiedlichen, jedoch mi -
einande e loch enen seman ischen und unk ionalen Füllungen is eine olls ändige
De e i o ialisie ung des G enzbeg i s (Lamon /Molná 2002: 183 .) mi eine Reduk-
ion au sozio-kul u elle G enzziehungsp ozesse ebenso wenig angemessen wie eine on
G enze als „Hau des S aa es“ (Ra zel 1892) ausgehende, on ologische poli isch-
e i o iale Be ach ungsweise
17
(He b 2008: 23), die dami übe wunden we den soll e.
G enzen als gesellscha liches P oduk
Eine gleichzei ige Beschä igung mi poli isch- e i o ialen G enzen und mi P ozessen
sozio-kul u elle G enzziehungen schließ sich jedoch keineswegs aus (Allen 2009: 158).
Vielmeh s ellen sie im Fall de deu sch-polnischen S aa sg enze ähnlich wie Signi ian
und Signi ié zwei Sei en de Be ach ung da , die un ennba mi einande e bunden
17
In klassische Weise handel es sich dabei um desk ip i e Analysen on G enzen und G enz äumen,
die o allem ih e his o isch-poli ische Genese he o heben. G enzen sind dabei das bloße, s a ische
Resul a diese P ozesse (Newman 2006b: 145).
Konzep ionelle Eing enzungen
26
4.5 Kul u elle Di e enz und All agskul u
Die deu sch-polnische G enze wu de inne halb de empi ischen E hebungen häu ig als
kul u elle G enze zwischen Deu schen und Polen, die bes imm e Men ali ä en besi zen,
bezeichne . Belina (2008: 513) a gumen ie , dass so de inie e Gesellscha en („die
Deu schen“, „die Polen“, e c.) das P oduk on S a egien de Iden i ä spoli ik sind.
Dahe plädie e ü eine Analyse de A und Weise de Kons uk ion de a ige
G uppen und wie sie sich oneinande abg enzen.
Gehen wi gedanklich einen Sch i zu ück, wi d deu lich, dass Abg enzung und kul u-
elle Di e enz zu Au ech e hal ung de eigenen kul u ellen Iden i ä exis enziell sind.
Kul u , so Eagle on (2009: 40), is imme „die Idee om Ande en“, die du ch die P äsenz
eine emden Wel ode du ch di ek e Kon on a ion mi eine ande en Gesellscha
ode G uppe he o ge u en wi d. In eine Minimalde ini ion kann man Kul u als
„Komplex on We en, Si en und Geb äuchen, Übe zeugungen und P ak iken, die die
Lebensweise eine bes imm en G uppe“ (Eagle on 2009: 51) s eue n, zusammen assen.
Eine Koppelung eine Na ion an eine bes imm e kul u elle G uppe als „kollek i e Bin-
dung“ (Jäge /Januschek 2004: 5) is dabei eine seh p äsen e und umkämp e Vo s el-
lung (G een eld 1999: 46; Jäge /Januschek 2004: 5 .; Segal/Handle 2006: 57 .). Kul u
dien als Pla zhal e ü „Gemeinsamkei de Sp ache, des E bes, des Bildungssys ems,
de We e und de gleichen“ (Eagle on 2009: 40). Diese Vo s ellung on Kul u als „Idee
om Ande en“ (Eagle on 2009: 40) is no wendig, um die e i o iale O dnung au ech
zu e hal en.
O he s a e needed and he e o e cons an ly p oduced and ep oduced o main ain he cohe-
sion in he o ma ed o de o a e i o ially dema ca ed socie y. ( an Hou um/ an Hae ssen
2002: 134)
Eine zu enge Koppelung on Kul u an einen bes imm en Na ionals aa is jedoch empi-
isch p oblema isch: Kul u elle G enzziehungen inden auch inne halb eine Na ion
s a , weshalb sie keineswegs kul u ell homogene Gebilde sind (Engels and 2009: 229).

Konzep ionelle Eing enzungen
27
Kul u elle G enzziehungen können ebenso dazu üh en, dass au ande e Ebene Pe so-
nen un e schiedliche Na ionali ä e bunden we den.
21
En gegen de Suche nach na i-
onalen Kul u en gib es ebenso einen b ei en Disku ss ang, de die gemeinsamen kul-
u ellen Wu zeln inne halb de Na ionals aa en Eu opas be on ode nach eine eu opä-
ischen Kul u such (Bü ne /Mau 2010: 274; Roudome o 2009: 312).
Aus heo e ische Sich weise läss sich hinzu ügen, dass ‚Kul u ‘ neben eine solchen
Bindung an Na ion his o isch zahl eiche wei e e Abg enzungsmechanismen beding
(Eagle on 2009: 7). Neben de Un e scheidung on Kul u und Na u (Eagle on 2009:
123 .) zähl hie zu die Un e scheidung on Hochkul u und All agskul u . Eine s a e
Dicho omie zwischen Hoch- und All ags- bzw. Massenkul u au ech zu e hal en,
schein in Bezug au das empi ische Beispiel nich sinn oll. Vielmeh e o de die
du ch Kul u e möglich e K i ik an he schenden Mach s uk u en, die Re o mulie ung
on We ehal ungen und die E ablie ung neue Ideen (Vog 2006: 8), In e e enzen
zwischen beiden Sei en. Auch wenn iele Impulse ü eine Eu opas ad Gö li z-
Zgo zelec aus den Be eichen bildende Kuns , da s ellende Kuns , Li e a u und Musik
s ammen, können sie nie losgelös on de All agskul u und (Kul u -)Poli ik s ehen.
Eine Besch änkung au Hochkul u wä e da übe hinaus eine Besch änkung emanzipa-
i e Ideen au bes imm e gesellscha liche G uppen
22
(Clegg/Haugaa d 2009: 230 .).
Wich ig is es dahe , dass nich nu „in ellek uelle Pläne zählen, sonde n die Wünsche,
die Klagen, die Mi el, das Tempe amen jene Menschen, die eine Ve ände ung ans e-
ben“ (Feye abend 2008: 22) be ücksich ig we den, dami nich nu ein exklusi e K eis
in die Bemühungen um g enzübe sch ei ende In e ak ionen einbezogen wi d und mög-
lichs iele da an eilhaben können.
21
Beispielsweise bei einem T e en on Liebhabe n eines bes imm en Musikgen es, die un e schiedli-
chen Na ionen angehö en. Ein konk e es Beispiel aus diesem Be eich is de Ve ein Philha monische
B ücken in Gö li z.
22
Mögliche weise we den so soga e bindende Elemen e e ziel , die nich pe se nega i bewe e
soll en. Man könn e dabei z.B. an g enzübe sch ei ende T e en on Thea e liebhabe n denken. De -
a ige Ini ia i en haben ih e Be ech igung, jedoch üh eine bloße Besch änkung au Angebo e im Be-
eich de Hochkul u zum Ausschluss on wenige In e essie en Pe sonen.
Konzep ionelle Eing enzungen
28
4.6 G enz egionen, G enzs äd e und Scale
Au den le z en Sei en habe ich meine Hypo hese e läu e , dass die sozial äumliche
Analyse de P oduk ion eine Eu opas ad in s a kem Maße die in de All ags- und
poli ischen Kul u na u alisie en Konzep e de G enze und kul u ellen Di e enz zwi-
schen zwei Na ionals aa en be ücksich igen muss. Disku ie wu de in Anlehnung an
B enne (2008: 238 .) und B enne (1999) o allem au eine s aa lichen Ebene, die die
dominan e skala e Ebene de In e en ion da s ell . Insbesonde e ü g enzübe sch ei-
ende Koope a ion muss jedoch lau Häkli (2008) die Rolle de Skalie ung genaue
be ücksich ig we den. E bezeichne G enz egionen als „nes ed scales“ (Häkli 2008:
474) und e weis dami au die Bedeu ung de Skalie ung, die als „p e-gi en spa ial
le els“ (ebd.) in Fo m on Skalie ungsebenen e wende we den, jedoch du ch soziale
P ozesse s ändig in Bewegung sind (Heeg 2008: 252 .). Es is somi no wendig, P ozesse
au zuspü en, die geog aphische Skalie ungsebenen aushandeln und mi un e schiedli-
che S abili ä und beg enz e Gül igkei es legen (Häkli 2008: 475).
C oss-bo de coope a ion ypically cu s ac oss a ious scales anging om indi idual ac o s
o local au ho i ies o egional ne wo ks o na ional go e nmen s o in e na ional o ganiza-
ions. In his ega d, bo de land spaces a e ac ually places whe e di e en scales o ac ion be-
come nes ed, o ming hyb id bundles ac oss he local, egional, na ional and in e na ional
ne wo ks. (Häkli 2008: 475)
Insbesonde e g enzübe sch ei ende In e ak ionen on lokalen Ak eu en können so
häu ig zu Kon lik en mi s aa lichen Behö den üh en, die ih e adi ionelle Au o i ä
nich e lie en möch en (Häkli 2008: 475 .).
23
Hie wi d deu lich, dass de Na ionals aa
nich nu au na ionale Ebene, sonde n zunehmend auch egulie end und s eue nd au
s äd ische und egionale Ebene eing ei (Liubimau 2011: 60). Gleichzei ig be inden
sich Gö li z und Zgo zelec an eine Binneng enze de Eu opäischen Union, die Heeg
(2008: 256) „nich als eine bloße Maßs abs e g öße ung und e i o iale Ausdehnung
23
Beispielsweise e zähl e de ehemalige Bü ge meis e Ul G oßmann on In e en ionen du ch den
damaligen Außenminis e Fische , als die Feue weh en in Gö li z und Zgo zelec eine gemeinsame
Übung du ch üh en woll en. Beg ünde wu de das Einsch ei en dami , dass es sich hie bei um Au-
ßenpoli ik de Bundes epublik Deu schland handeln wü de.
Konzep ionelle Eing enzungen
29
des Na ionals aa s“ ansieh , sonde n „ein En scheidungssys em [ ep äsen ie ], das übe
eine lexible In e ak ion zwischen in e na ionale , na ionals aa liche und lokal-
egionale Ebene den Ma k mechanismus s imulie “ (ebd.).
4.7 Fo schen
an
eine S aa sg enze
Sowohl die o ges ell e Theo ie de ialek ischen Raump oduk ion nach Hen i Le eb -
e als auch die Diskussion im Zusammenhang mi meine F ages ellung eng e bunde-
ne Konzep e haben die Bedeu ung des All agsleben ü das Ve s ändnis de Bemühun-
gen um eine Eu opas ad Gö li z-Zgo zelec und g enzübe sch ei ende In e ak ionen
gezeig . Ein Fokus au das All agsleben zi ilgesellscha liche Ak eu e e o de Feld o -
schung an und in de Nähe de S aa sg enze, wie sie Nick Mego an o de :
[…] an emphasis on discou se s udy means […] dange o becoming bo h epe i ious and lop-
sided, elega ing o e en e asing people's expe iences and e e yday unde s andings o he
phenomena unde ques ion. (Mego an 2006: 622)
Be ei s im zwei en Kapi el habe ich a gumen ie , dass meine Pe spek i e eine sinn olle
E gänzung zu disku sanaly ischen Un e suchungen da s ell und übe das bloße „ emo-
e sensing“ (Doe enspeck 2011: 130) und die Un e suchung on Me a-Na a i en hin-
ausgeh . Le z e e we den in meine Analyse o allem hinsich lich des konzipie en
Raumes eine Rolle spielen, sodass ich in gewisse Weise eine e bindende Pe spek i e
einnehme, auch wenn de Fokus deu lich au de Mik oebene lieg . Empi isch soll in
Gö li z-Zgo zelec dahe un e such we den, wie sowohl e i o iale G enzziehungen
gesellscha lich ele an gese z und ( e-)p oduzie we den, als auch de F age nachge-
gangen we den, ob G enzö nungsp ozesse mögliche weise nu bes imm e G uppen
inkludie en, ande e hingegen exkludie we den. Die S aa sg enze dien dabei als Heu-
is ikum diese P ozesse e assen und analysie en zu können. Die Gö li z und Zgo zelec
ennende deu sch-polnische G enze is dabei sei 1945 lediglich als Linie kons an ,
un e lag jedoch sei dem un e schiedlichen Deu ungshohei en und s aa lichen P oduk i-
onsmodi und wu de zi ilgesellscha lich un e schiedlich ( e-)p oduzie . Kapi el 5 und 6
besch eiben dahe Ke np ozesse de deu sch-polnischen G enz egion im Kon ex des
Kal en K ieges und danach o dem Hin e g und de Eu opäischen In eg a ion.
30
5 He me ische G enzen on 1945-1989
Ak uelle Bemühungen de Zusammena bei zwischen Deu schland und Polen sind
un ennba mi de wechselha en jünge en Geschich e sei dem Zwei en Wel k ieg
e bunden und können nich ohne Be ücksich igung de spezi ischen his o ischen
Ums ände be ach e we den (Jajeśniak-Quas /S okłosa 2000: 9; Len z e al. 2009: 125).
Each o he […] cu en land bounda ies is unique and each is ela ed in di e en ways o local,
egional, s a e-bound and sup ana ional (o e en ‘global’) p ocesses. (Paasi 2005a: 669)
Im Fall de deu sch-polnischen G enze wi d besonde s deu lich, dass nach 1945 nich
nu das polnische Te i o ium nach Wes en e schoben wu de, sonde n ein wei ei-
chende Komplex on Fluch und Ve eibung ausgelös wu de. In diesem Zusammen-
hang en s and eine ennscha e sozio-kul u elle G enze (Komo nicki 2008: 133), indem
ehemals kul u ell he e ogene Gebie e homogenisie und die Idee einhei liche Na io-
nals aa en o cie wu de. Schul z (2004: 171) bezeichne die deu sch-polnische G enze
dahe ü die Zei on 1945 bis 1989/90 als „he me ische G enze“.
5.1 Polens Wes e schiebung
Au den Kon e enzen on Jal a und Po sdam wu de die ös liche Ve wal ungsg enze
Deu schlands on den Alliie en, bis zu Un e zeichnung eines F iedens e ags zwi-
schen Deu schland und den K iegsgegne n, en lang Ode und Lausi ze Neiße es geleg
(Bös/Zimme 2006: 167 .). Auch wenn ein F iedens e ag nie un e zeichne wu de,
en s and aus diese Ve wal ungsg enze eine de- ac o G enze, die im Gö li ze Abkom-
men zwischen de 1949 geg ünde en DDR und de be ei s 1944 en s andenen Volks e-
publik Polen im Jah 1950 ane kann wu de (Jajeśniak-Quas /S okłosa 2000: 63). Von
de Bundes epublik Deu schland wu de die Ode -Neiße-G enze e s im Zuge de Wie-
de e einigung mi dem sogenann en Zwei-plus- ie -Ve ag, de sich ausd ücklich au
das Gö li ze Abkommen bezieh , o iziell ane kann (Len z e al. 2009: 125). Es wu de
jedoch nich nu Deu schlands Os g enze nach Wes en e schoben, sonde n ein wei -
eichende „Komplex on Fluch und Ve eibung“ ausgelös (Len z e al. 2009: 125).
He me ische G enzen on 1945-1989
31
„E hnische Deu sche“ wu den nach K iegsende aus den ehemaligen deu schen Gebie en
ös lich de Ode -Neiße-Linie
24
e ieben. Ashe (2000: 129) bezi e de en Anzahl au
ca. 9-10 Millionen Pe sonen und in e p e ie die Ve eibungen o allem als Mi el de
Mach legi ima ion eine neuen e i o ialen O dnung, die s aa s ech lich ums i en
blieb. De spä e Zei punk de Ane kennung du ch die Bundes epublik is o allem au
das Wi ken de Ve iebenen e bände zu ückzu üh en, de en Ein luss in de DDR
un e d ück wu de (Schul z 2009: 305), auch wenn de An eil de Ve iebenen do bei
bis zu 43,3 P ozen lag (Schild /Sieg ied 2009: 22). S a ke Konzen a ionen gib es o
allem in Gö li z und Teilen Mecklenbu gs (Lamme /Pie sch 2011).
Abbildung 4: Ve eibung und G enz e schiebungen nach 1945. Quelle: Da iusz P zyby ek pe Email.
Be ei s au de Kon e enz on Tehe an 1943 wu de eine Wes e schiebung de Os g en-
ze Polens zu Russland disku ie (Ruchniewicz 2009: 191) und au de Kon e enz on
24
Be o en wa en wei e Teile on Os p eußen, Pomme n, de Ku ma k und Schlesien.

He me ische G enzen on 1945-1989
32
Jal a 1945 beschlossen (Ruchniewicz 2009: 194 .). Du ch die neue G enzziehung wu den
nach dem Zwei en Wel k ieg in den damaligen polnischen Os gebie en his o isch mul i-
e hnische Gebie e ge eil , ca. eine halbe Million in Polen lebende Uk aine in die Sow-
je union depo ie und gleichzei ig eine ebenso g oße Zahl Polen aus den nun sowje i-
schen Gebie en, speziell aus Galizien
25
, nach Polen e ieben (Wege 2009: 203 .). Ziel
wa eine e hnische En mischung de polnischen und sowje ischen Te i o ien im Zuge
eine s engen Homogenisie ungspoli ik de na ionalen Regie ungen (Bös/Zimme
2006: 169). Polen wu de so nach de nahezu olls ändigen Ve nich ung ode Ve ei-
bung alle Uk aine , Juden und Deu schen zu einem äuße s homogenen Na ionals aa
mi einem An eil on 98% Polen an de Gesam be ölke ung (Bös/Zimme 2006: 170).
In den „wiede gewonnen Gebie en“
26
im Wes en Polens wu den o allem Ve iebene
aus den polnischen Os gebie en, Baue n aus den übe üll en Dö e n Zen alpolens und
Mili ä angehö ige angesiedel . Sie anden die luch a ig e lassenen S äd e de o mals
deu schen Os gebie e o . Au g und de Angs o dem „deu schen Re anchismus“ und
de e s 1990 e olg en endgül igen Fes legung de deu sch-polnischen G enze, he sch-
e do lange Zei g oße Ungewisshei , ob man in de neuen Heima bleiben könne.
Ebenso on Ungewisshei gep äg hiel sich bis in die spä en 1970e hinein die Ho -
nung de deu schen Ve iebenen, in ih e „al e Heima “ zu ückkeh en zu können. Ge-
meinsam wa ü beide G uppen neben de Ungewisshei die wei gehende Tabuisie ung
on Fluch und Ve eibung, sodass nu on „Umsiedlungen“ gesp ochen we den du -
e (Schul z 2009: 305).
5.2 Kon on a ion und Koope a ion
Die G enze zwischen de Deu schen Demok a ischen Republik und de Volks epublik
Polen wa eine G enze zwischen zwei o mal unabhängigen Na ionals aa en, die sich
jedoch un e dem allgegenwä igen s a ken Ein luss de Sowje union be and. T o z
25
Galizien is die his o ische Bezeichnung ü die Region um das ühe e Lembe g, das als Lwiw in de
heu igen Uk aine lieg .
26
Bezeichnung de ehemaligen deu schen Os gebie e im o iziellen Sp achgeb auch de VR Polen.
He me ische G enzen on 1945-1989
33
gemeinsame Blockzugehö igkei de „sozialis ischen B ude s aa en“ und massi e
P opaganda ü die „F iedensg enze“ (Mä kische Volkss imme 29.07.1950, zi ie nach
Jajeśniak-Quas /S okłosa 2000: 65) und eine e o dne en „F eundscha mi Polen“
(Mä kische Volkss imme 22.08.1950, ebd.) bleib die deu sch-polnische G enze en ge-
gen ih e Konzep ion als „F iedensg enze“ ü übe 45 Jah e eine he me ische G enze.
Wolczuk/Wolczuk (2002) sp echen dahe soga on einem zwei en Eise nen Vo hang
zwischen de DDR und de VR Polen, bei dem Jajeśniak-Quas /S okłosa (2000: 67) den
s a k mili a isie en Cha ak e de G enze he o heben, die bis 1972 wei es gehend
„undu chlässig ü Pe sonen, In o ma ionen und Gü e “ (Jajeśniak-Quas /S okłosa
2000: 13) und „nu au g und spezielle Ze i ika e und nach scha en Kon ollen“ (ebd.)
passie ba wa . Die G enze e üll e hie eine doppel e Funk ion: Sie hiel Polen in den
im o iziellen Sp achgeb auch „wiede gewonnen“ Gebie en, die polonisie we den
soll en, und hiel Deu sche on ih en ehemaligen Gebie en e n (Ashe 2000: 130).
Koope a ionen au g und zen ale pa eipoli ische Abkommen wu den o allem im
wi scha lichen Be eich zwischen de DDR und de VR Polen ab Ende de 1950e
e ablie . Sie begannen mi dem Tauschhandel jeweils knappe Gü e und wu den spä e
au den Aus ausch on A bei sk ä en in G enz egionen ausgewei e (Jajeśniak-
Quas /S okłosa 2000: 74). Da übe hinaus bemüh e man sich um eine Inszenie ung de
F iedensg enze du ch Ve ans al ungen wie „F ühling an Ode und Neiße“ (Opiłowska
2009: 207; Jajeśniak-Quas /S okłosa 2000: 74).
Fü Bü ge beide S aa en wa es hingegen seh schwie ig bis unmöglich, die S aa sg en-
ze zu passie en, wobei die Zei zwischen 1972 und 1980 eine Ausnahme da s ell (Ashe
2000: 130). Die Phase de „o enen G enze“ mi isa- eiem G enz e keh wa o allem
ü all agswel liche Kon ak e bedeu sam und wu de im Ok obe 1980 einsei ig du ch die
DDR-Regie ung du ch die Schließung de G enze nach dem En s ehen de Solida ność-
Bewegung und dem Aus u en des K iegszus andes in Polen beende (Jajeśniak-
Quas /S okłosa 2000: 97 .). Man bedien e sich de Me aphe eines Solida ność-Bazillus,
de nu du ch das Schließen de G enze on de DDR e ngehal en we den könne.
He me ische G enzen on 1945-1989
34
Diese Zei on 1972-1980 mi übe 100 Millionen G enzübe i en zwischen de DDR
und de VR Polen in e p e ie Opiłowska (2009: 220 .) als eine „Ve i izie ung de
o iziellen Poli ik du ch di ek e Kon ak e de Bü ge “, die nun die F eundscha sp opa-
ganda e ah en soll en. Das Knüp en all agswel liche Kon ak e e lie alle dings nich
ohne Kon lik e. Vo allem de Besuch de al en Heima o e du ch DDR-Bü ge e eg e
angesich s de ungeklä en G enzsi ua ion das Miss auen polnische Bü ge . Umge-
keh üh en Hams e käu e on Polen, die selbs in eine Mangelwi scha leb en
(Ko us 2000: 87), in de DDR zu Ve so gungsengpässen, die Missguns und die Gleich-
se zung on Polen mi Plünde e n zu Folge ha e (Opiłowska 2009: 233). Wäh end
o izielle Da s ellungen posi i aus ielen, zeigen Fo schungen des Wes ins i u s in Po-
sen, „dass die Einwohne de G enzgebie e in den siebzige Jah en den Polen gegenübe
nega i e einges ell wa en als DDR-Bü ge in ande en Regionen“ (nach Opiłowska
2009: 224). Ve läss man das P isma de Einkau sschwie igkei en, läss sich jedoch auch
es s ellen, dass in diese Zei iele Kon ak e (bis hin zu deu sch-polnischen Ehen) ge-
knüp wu den, die eilweise un e schwie igen Bedingungen auch wäh end de Zei de
ab 1980 e neu geschlossenen G enze wei e ge üh we den konn en und zum Aus-
gangspunk ü g enzübe sch ei ende Koope a ionen und de Wiede au nahme p i a e
Kon ak e nach 1989 wu den (Jajeśniak-Quas /S okłosa 2000: 99 .).
5.3 Kul u elle G enzen und na ionale Iden i ä spoli ik
Du ch die En s ehung eines e hnisch homogenen polnischen S aa es (Bös/Zimme 2006:
169) wu de die deu sch-polnische G enze sei 1945 zu eine kul u ell s a k di e en en
G enze, die du ch un e schiedliche Geschich sbilde und Iden i ä spoli ik au geladen
und e hä e wu de (Schul z 2009: 305 .). Die deu sch-polnische G enze is somi nich
nu eine adminis a i - e i o iale G enze, die bis 1990 nich endgül ig es geleg wa
und nu ü ku ze Zei wei es gehend p oblemlos übe sch i en we den du e, sonde n
auch eine ha e kul u elle G enze (Knippschild 2008: 104).
Sp ache, Glauben, Kul u und Geschich e sind als wich igs e Elemen e na ionale Iden-
i ä dazu no wendig um den jeweils eigenen Na ionals aa zu es igen und ihn on
He me ische G enzen on 1945-1989
35
ande en abzug enzen (Opiłowska 2009: 60; 102 .; Paasi 2001: 20). Je s ä ke de a ige
Gegensä ze de Be ölke ungen zu beiden Sei en de G enze sind, umso s ä ke is um-
gekeh de Zusammenhal inne halb eines Na ionals aa (Waack 2000a: 171).
Die Ode -Neiße-Linie sepa ie nach dem Komplex on Fluch und Ve eibung enn-
scha den ge manischen om slawischen bzw. den deu schen om polnischen Sp ach-
aum und wi d on Ma hiesen/Bü kne (2001: 45) als eine de hä es en Sp achg enzen
in Eu opa bezeichne . Sie is eine g oße Ba ie e, da Kenn nisse de Sp ache des Nach-
ba landes nich nu zu Kommunika ion, sonde n auch als Zugang zum Wissen übe
das Nachba land no wendig sind. Sp achun e ich in Polnisch wa in de DDR ebenso
wie Deu schun e ich in de VR Polen auch in den G enz egionen jedoch dem Rus-
sischun e ich un e geo dne .
Wäh end ü Polen nach dem Zwei en Wel k ieg on de „Fluch in die Geschich e“ die
Rede is und die Suche nach Eigens aa lichkei und Kämp e um Unabhängigkei , insbe-
sonde e die sogenann e pias ische Theo ie, wich ige Topoi da s ellen, kann in Fall de
DDR on eine „Fluch o de Geschich e“ gesp ochen we den (Opiłowska 2009: 102).
Vo dem Hin e g und de Ve b echen des Zwei en Wel k iegs wu de in de VR Polen
de Lei sp uch „Nie, solange die Wel bes eh , wi d de Deu sche dem Polen ein B ude
sein“ aus einem ca. 1670 gesch iebenen Gedich
27
ak ualisie und deu sche Geschich e,
insbesonde e die deu sche Geschich e de nach pias ische Theo ie u polnischen Wes -
gebie e abuisie . Die deu sche T adi ion wu de dahe als deu sche Okkupa ion polni-
sche Gebie e in e p e ie (Opiłowska 2009: 103). Die „Fluch o de Geschich e“ in
de DDR be i hingegen o allem die mangelnde Auseinande se zung und Tabuisie-
ung de Ve eibung, da de en Un ech nich mi dem an i aschis ischen G ündungs-
my hos de DDR zusammen pass e. Dahe and keine Ve mi lung de Geschich e de
deu schen Os gebie e im Geschich sun e ich s a und es du e allen alls on „Um-
siedlungen“ s a Ve eibung gesp ochen we den. Dies üh e dazu, dass die Gene a ion
27
„Póki świa świa em, nie będzie Niemiec Polakowi b a em“ in „Wojna Chocismka“ (Chocime K ieg).
Sich ö nende G enzen sei 1989
42
e anke en Raum o s ellungen. S aa en, die zu o on „Eu opa“ ausgeschlossen wu -
den (Paasi 2001: 11), sollen nun wiede inkludie we den, wobei de Disku s übe die
„Ges al “ Eu opas zunehmend du ch die Eu opäische Union gep äg wi d (ebd., Paasi
2005b: 581).
31
Polen, Unga n und die Tschechische Republik we den du ch die EU sei
ih en Bei i s e handlungen wiede ak i als Teil Mi eleu opas de inie (Paasi 2001:
12, Bös/Zimme 2006: 180). Explizi ollzog sich diese Umdeu ung und das Thema isie-
en de pe iphe en Lage im Mo o de Gö li z-Zgo zelece Bewe bung zu Kul u haup -
s ad Eu opas 2010: F om he middle o nowhe e o he hea o Eu ope.
Gleichzei ig bedien man sich im Rahmen des „Eu opa de Regionen“ eines Kons uk i-
onsp ozesses, de ak i neue Raumbilde scha en möch e, jedoch le z endlich au das
Handeln gesellscha liche Ak eu e angewiesen is , die neue Regionalisie ungen de op-
down-Sei e auch bo om-up mi In e ak ionen üllen und ihnen Sinn e leihen:
In he cu en deba e on Eu ope, ‘ egions’ a e inc easingly public ep esen a ions […]. These
egions a e no so much his o ical and cul u al en i ies, as p oduc s o egionaliza ion p o-
cesses. They exis a i s […] in he namings, s a egic de ini ions and p oclama ions o poli i-
cians, o eign policy expe s and esea che s, and may hen be g adually ans o med in o ep-
esen a ions on maps and ex s […], and in o se s o social […] ins i u ions, p ac ices and dis-
cou ses. […] hese ‘ egions’ may inally ha e an e ec on how people ac in di e en si ua ions
and how hey in e p e and o ganize he mosaic o places, egions and bounda ies ha su -
ounds hem. These egionaliza ions inc easingly c oss exis ing s a e bo de s. (Paasi 2001: 13)
An de deu sch-polnischen S aa sg enze wu de au diese Weise du ch die so genann en
ie Eu o egionen
32
be ei s zu Beginn de 1990e nach wes eu opäischen Vo bild eine
Ausgangsbasis ü Koope a ionen im Be eich Wi scha sen wicklung, T anspo , Bil-
dung und Kul u gescha en (Bös/Zimme 2006: 179). Ziel is es, kul u elle, men ale und
sp achliche Ba ie en inne halb de G enzgesellscha en zu übe winden, um ein Be-
wuss sein ü gemeinsame P oblemlösungen zu scha en (Len z e al. 2009: 128).
31
Auße Ach gelassen we den da dabei nich , dass de an den neuen EU-Binneng enzen e eich e
G ad de Inklusion und G enzö nung nu au Kos en eine Exklusion und G enzschließung de EU-
Außeng enzen e eich wi d (Helle 2011: 105, Waack 2000a: 174).
32
Die deu sch-polnischen Eu o egionen ( on No d nach Süd) Pome ania (sei 1995), P o Eu opa
Viad ina (sei 1993), Sp ee-Neiße-Bobe /Sp ewa-Nysa-Bób (sei 1993) und die deu sch-polnisch-
schechische Eu o egion Neisse-Nisa-Nysa (sei 1991), zu de Gö li z und Zgo zelec gehö en.

Sich ö nende G enzen sei 1989
43
Im Be eich de S uk u en wicklung wi d die S a egie de Regionalisie ung de EU
eben alls mi dem Eu opäischen Fond ü Regionale En wicklung (EFRE) als wich igs es
Ins umen zu Fö de ung on G enz egionen deu lich. Von besonde e Bedeu ung is
do de Be eich Ziel 3 „Eu opäische e i o iale Zusammena bei “, de dem bis 2006
du chge üh en INTERREG-P og amm en sp ich (Miosga 2008: 15 .). Sogenann e
Ziel3-P ojek e, die ü die Fö de pe iode 2007-2013 als P og amm SN-PL koo dinie
we den, sind eben alls Fö de ahmen ü zahl eiche Kleinp ojek e im Kul u - und Bil-
dungsbe eich in Gö li z und Zgo zelec, ohne jedoch alle Fö de mi el auszu eizen.
[…] das bekann e Phänomen, daß die Begeis e ung ü eine Idee leich ins gedankenlose
Ph asend eschen umschläg . Je populä e eine Idee, des o wenige denk man übe sie nach
und des o wich ige wi d es also ih e G enzen zu un e suchen. (Feye abend 1984: 111)
Angesich s de schwie igen his o ischen Ausgangssi ua ion häl Buu sink (2001: 13) den
G ad an In eg a ion und Zusammena bei zwischen den d ei ge eil en S äd en an de
deu sch-polnischen G enze ü beme kenswe , de be ei s o dem NATO-Bei i
Polens 1999 und dem Be i zu Eu opäischen Union 2004 an de damaligen EU-
Außeng enze du ch poli ische und zi ilgesellscha liche Ak eu e e eich wu de. Die
Koope a ion sei dem EU-Be i bewe en Len z e al. (2009: 125) eben alls als du ch-
wegs posi i . Die Eupho ie poli ische En scheidungs äge und gesellscha liche Pio-
nie e au dem Gebie de eu opäischen In eg a ion e deck jedoch auch P oblembe ei-
che wie die angesp ochene hohe A bei slosigkei mi de Folge eine agmen ie en
Gesellscha und eine s a ke Zunahme de ge ühl en G enzk iminali ä au deu sche
Sei e sei dem polnischen Schengenbei i (Knippschild 2008: 105), die auch einen
idealen Näh boden ü ech sex eme und ech skonse a i e Bewegungen bie e . Au
polnische Sei e sind Tendenzen eine Re-E hnisie ung und Re-Na ionalisie ung e -
o ba , die Waack (2000a: 175) als „Abweh eak ion de geschwäch en kollek i en
Iden i ä “ in Folge de T ans o ma ionsp ozesse in e p e ie . Ma hiesen/Bü kne
(2001: 44) und Waack (2000a: 175) wa nen dahe o eine e s ecken all agswel lichen,
g enzübe sch ei enden Dissozia ion, die sich au poli ische Ebene o se zen kann.
44
7 Me hodische Vo gehensweise
Die Aus üh ungen zu P oduk ion des Raumes und konzep ionellen Übe legungen zu
G enzen haben gezeig , dass die Ebene de All agswel au g und ih e unschuldigen
„ amilia i y“ (Le eb e 1991: 233; Le eb e 2004: 94; Heinze 2001: 69) dazu geeigne is ,
au de Mik oebene des „(o enba ) Unbedeu enden“ (Schmid 2005: 116), die Mecha-
nismen gesellscha liche P oduk ion zu analysie en. Das All agsleben wi d on „g öße-
en P ozessen“ (Kip e e al. 2012: 168) beispielsweise im Be eich poli ische ode s aa -
liche In e en ion und Bedeu ungsp oduk ion o ganisie (Le eb e 2004: 94) und
abgelei e , und bewah diese In e en ionen und Bedeu ungen du ch de en Rep oduk-
ion (Le eb e 2004: 33); zum Teil we den solche Schema a abe im All agsleben ebenso
geziel un e lau en. Zi ilgesellscha liche Ak eu e, die sich ü eine In ensi ie ung de
Beziehung zwischen den Bü ge n in Gö li z und Zgo zelec einse zen, e suchen jene
all agswel lichen Schema a au zub echen, die in s a kem Maße his o ische Kon inui ä-
en und B üche, Wissensde izi e sowie die sugges i e Na ü lichkei de e i o ialen
G enze zwischen den Na ionals aa en Deu schland und Polen ep oduzie en. Es lieg
au de Hand, dass ü meine F ages ellung eine bloße Analyse disku si e P ak iken
und on Me a-Na a i en nich aus eich , sonde n Feld o schung e o de lich is , die
Mego an (2006: 622) als be eiche nde Pe spek i e zu Be ach ung in e na ionale
G enzen und Ho schelmann/S enning (2008: 340) als bedeu sames Elemen zu Un e -
suchung pos sozialis ische En wicklungen ansehen. Als Zugang zu all agswel lichen
P ozessen und „du ch ih e besonde e Eignung, soziale In e ak ionen und P ak iken zu
beobach en“ (Mülle 2011: 1) bie e sich eine e hnog aphisch o ien ie e Fo schungs-
s a egie an, die meh e e quali a i e Me hoden mi einande ad hoc im Lau e de länge-
en Teilnahme im Feld lexibel kombinie (Flick 2011: 53):
[...] e hnog aphy is a uniquely use ul me hod o unco e ing he
p ocesses
and
meanings
ha
unde gi d sociospa ial li e. Humans c ea e hei social and spa ial wo lds h ough p ocesses
ha a e symbolically encoded and hus made meaning ul. Th ough enac ing hese meaning ul
p ocesses, human agen s ep oduce and challenge mac ological s uc u es in he e e yday o
place-bound ac ion. Because e hnog aphy p o ides singula insigh in o hese p ocesses and
meanings, i can mos b igh ly illumina e he ela ionships be ween s uc u e, agency and ge-
og aphic con ex . (He be 2000: 550)
Me hodische Vo gehensweise
45
7.1 S u en des Feldzugangs
„Doing e hnog aphy is ieldwo k“ (Aga 1996: 54). Ein e hnog aphisch ausge ich e e
Fo schungsp ozess und Fo schungshal ung kennzeichnen sich wesen lich du ch länge e
Feldau en hal e (Ho schelmann/S enning 2008: 341). Die Daue meines Ke nau en hal-
es im Feld wa du ch äuße e Ums ände beg enz , jedoch wa au g und meh e e kü ze
Au en hal e im Vo - und Nachlau eine ie e Beschä igung mi mi el is igen P ozessen
in Gö li z und Zgo zelec sowie eine gu e Vo be ei ung und Auswe ung de Haup pha-
se de Feld o schung möglich. Das Ve s ändnis om „Feld“ habe ich on An ang an
o en gehal en und s ändig neu de inie . Es be inde sich adminis a i ausschließlich in
den S ad gebie en on Gö li z und Zgo zelec und is häu ig wenige als einen Kilome e
on de S aa sg enze en e n , die das Rückg a des Feldes bilde . Das Feld is nich als
passi e Raum zu e s ehen, sonde n ha sich s ändig e ände und wu de du ch mein
Handeln und meine Wah nehmung, die s ändig neue Eind ücke einbezogen haben,
bes imm . Das „Feld“ is somi s ändig in Bewegung, e ände seine e i o ialen und
sozialen G enzen und beinhal e eine Vielzahl an Pe spek i en und Handlungen (Bes
2007: 81), on denen meine lediglich ein Teil wa en.
De E s kon ak mi dem Un e suchungsgebie e olg e au eine Exku sion an de
Uni e si ä Bay eu h im Mai 2010. Ein halbe Tag wu de dabei Gö li z e b ach
33
und
eich e o ensich lich um mich länge is ig an das „Faszinosum Gö li z“ (WGa
23.03.2012) zu esseln. Es olg e aus eigenem In e esse ein e s e P i a au en hal om
18.-22. Ap il 2011 um meine men al map on Gö li z und Zgo zelec genaue zu zeich-
nen und ein wei e e Besuch im Ok obe 2011 wäh end de Landesauss ellung ia egia
um Ideen zu eine Abschlussa bei zu p äzisie en. Es ging da um O e, P ojek e und
Pe soneng uppen zu inden, die on besonde e Dynamik hinsich lich de Zusammen-
33
De Ti el de Exku sion wa „S äd e in F anken und Sachsen zwischen Wachs um und Sch ump ung“.
De Fokus lag dabei im o iziellen Teil as ausschließlich au Gö li z und s äd ebaulichen, s ad his o i-
schen sowie demog aphischen Aspek en. Zgo zelec wu de nu am Rande e wähn und in den Abend-
s unden on einigen S udie enden und einem Dozen en selbs s ändig e kunde .
Me hodische Vo gehensweise
46
a bei beide S äd e gekennzeichne wa en. Dahe e olg en auch e s e lose Gesp äche
mi Mi a bei e n des Eu opahaus Gö li z e.V., de Eu opas ad GmbH und in einem
polnischen Kiosk nahe de Al s ad b ücke. Fe ne e schien es mi sinn oll, ab Janua
2012 die Gö li ze Nach ich en, eine Lokalausgabe de Sächsischen Zei ung, zu abonnie-
en, da das Bla als einziges eine eigene Lokal edak ion in Gö li z un e häl , in dem
Resso „Nachba land“ zumindes wöchen lich übe Geschehnisse in Polen und Tsche-
chien be ich e und als digi ale Ausgabe e ügba is . Die Haup phase des Feldzugangs
lag im Mä z 2012, den ich olls ändig in eine WG in Gö li z, ca. 800m om G enzübe -
gang „S ad b ücke“ en e n , e b ach e. In diesen 31 Tagen wu den as alle empi i-
schen E hebungen du chge üh . Die e s e Woche e b ach e ich o allem mi dem
Knüp en on Kon ak en und dem Besuch e s e ele an e Ve ans al ungen und de
sys ema ischen E kundung des S ad gebie s. Anschließend olg e eine Phase s e ige
In ensi ie ung du ch die Ve dich ung meines Ne zwe ks, In e iews mi Schlüsselpe -
sonen ( o allem ab Ende de zwei en Woche) und wei e e Beobach ung. Au g und
meh ache Hinweise wäh end meines Au en hal s, eigenem In e esse und zum Ve -
s ändnis iele Kon ex e schloss sich ein ün ägige Au en hal in W ocław an. Eine
zusammen mi P o . Ma in Doe enspeck angebo ene 3- ägige Exku sion (06.-08. Juli
2012) ü S udie ende am Geog aphischen Ins i u Bay eu h nach Gö li z-Zgo zelec
zum Thema „G enze“ bo mi die Gelegenhei , eigene E ah ungen du ch die Ve mi -
lung an ande e S udie enden zu übe p ü en und in e essan e Diskussionen zu üh en.
De le z e ü diese A bei ele an e Au en hal e olg e om 06. bis 10. Sep embe 2012.
7.2 Many hings go: Eine e hnog aphische Fo schungss a egie
Und lieg es nich au de Hand, daß eine e olg eiche Teilnahme an einem solchen Vo gang
[Anm.: Au lösung eines Laby in hs on Wechselwi kungen] nu einem ücksich slosen Oppo -
unis en möglich is , de an keine bes imm e Philosophie gebunden is und jede ge ade ge-
eigne e scheinende Me hode anwende . (Feye abend 2009: 14)
Wie Muné a (2000: 65 .) zeig , o mulie Paul K. Feye abend in Agains Me hod
(1974) en gegen manche Lesa en keinen o schungs eindlichen Rela i ismus wissen-
scha liche E kenn nis, sonde n e weis mi seinen G undsa z Any hing Goes da au ,
Me hodische Vo gehensweise
47
dass Me hoden- und Theo ienplu alismus „schlech hin no wendig ü den E kenn nis-
o sch i “ (Feye abend 2009: 21; He o hebung im O iginal) sind. Da übe hinaus,
wi d deu lich, dass ü komplexe P obleme wie gesellscha liche F ages ellungen du ch
den Fo sche in Hinblick au den E kenn nis o sch i jede ge ade geeigne e Me hode
angewende we den kann und muss. E hnog aphisch o ien ie e Fo schung en sp ich
diesem G undgedanken zum g oßen Teil, da sie einen ech o enen Zugang wähl .
34
E hnog aphy is hus dis inguishable om su eys and igh ly scheduled in e iews, which e-
qui e esponden s o espond o ixed ques ions. […] o de should eme ge om he ield a he
han be imposed on he ield. (He be 2000: 552; He o hebung im O iginal)
De o meinem Au en hal als g obe Lei linie konzipie e, o en gehal ene me hodische
Ansa z wu de, wie on Ma cus/Okely (2007: 356) o geschlagen, du ch neue Eind ücke
im Feld s ändig wei e en wickel und e ände . Die Kombina ion e schiedene me-
hodische Zugänge dien e so zum einen de Kompensa ion bes imm e Schwächen
einzelne Zugänge und zum ande en um de Komplexi ä gesellscha liche S uk u en
und Vo gänge ge ech zu we den (Knoblauch 2005). Die Ve wendung meh e e Me-
hoden en sp ach dabei nich eine Validie ungss a egie (Flick 2011: 18), sonde n ha e
das Ziel, die F ages ellung möglichs mul ipe spek i isch beleuch en zu können. De
Einsa z p oblemzen ie e In e iews und eilnehmende Beobach ung wu de da übe
hinaus on ielen Be o sch en im Ve gleich zu bishe igen E ah ungen mi wissen-
scha liche Fo schung in ih em A bei sbe eich als angenehme be ach e .
De Ve ein bekomme seh iele F agebögen, o ein ach nu pe Email on Leu en, die das
dann „ on wei weg“ un e suchen. Das sei eine seh a bei sau wendige Sache, die den Ve ein
auch belas e. Sie is sich lich e leich e , als ich e klä e, dass ich liebe den Menschen zuhö en
möch e und das ü au schluss eiche hal e: „Ja, na ü lich, e zählen das können wi seh ge -
ne. Das mach meh Spaß, auch ge ne mal eine S unde ode länge .“ (VGg 05.03.2012)
Auch de e gleichsweise lange Au en hal im Feld wu de mi s e s posi i und als e -
kennba es, e ns es In e esse ange echne und e möglich e nich nu g öße e zei liche
34
Auße dem Schlusswo „Wha Kinds(s) o E hnog aphy Does Poli ical Science Need?“ in Scha z 2009
inden sich kaum A bei en, die sich mi den e kenn nis heo e ischen Übe legungen Feye abends im
Zusammenhang mi e hnog aphische Fo schung auseinande se zen. Scha z (2009) a gumen ie do
mi Feye abend, dass Fo sche (me apho isch ausged ück ) in de Lage sein soll en, meh e e me ho-
dologische „Sp achen“ zu sp echen, ohne de en „G amma iken“ zu e le zen.

Me hodische Vo gehensweise
48
Flexibili ä , sonde n auch einen behu same en und e auens olle en Umgang mi
Kon ak pe sonen
35
, die mich wäh end des Fo schungsp ozess häu ig um eigene Ein-
schä zungen ba en und auch die Möglichkei eine Selbs e lexion such en.
Jeden alls sei das in e essan e als wenn jemand nu ein zwei Tage hie sei ode nu F agebö-
gen schicke. Auch, dass ich insgesam mindes ens 6 Mona e ü die A bei Zei habe, inde e
posi i . E […] eu sich, dass e so „auch mal die Möglichkei ha übe seine A bei zu e lek-
ie en und on jemand on außen ielleich so soga neue Impulse e häl .“ (VGe 07.03.2012)
P oblemzen ie e na a i e In e iews
Die on mi ge üh en In e iews lassen sich als p oblemzen ie e In e iews mi eil-
weise ausgedehn en na a i en Sequenzen cha ak e isie en, die sich ohne den Einsa z
eines ixen Lei adens du ch einen g öße en G ad an O enhei als okussie e In e -
iews auszeichnen (Reube /P a enbach 2005: 130). Diese Fo m e möglich es den Ge-
sp ächspa ne n als gleichwe ige Pa ne den Gesp ächsablau mi zus eue n, länge e
na a i e S uk u en au zubauen und eigene subjek i e Deu ungen und Meinungen zu
äuße n um zusammen mi dem „In e iewe “ eine Kon e sa ion au zubauen (Heinze
2001: 153; Reube /P a enbach 2005: 131 .). Eine „ a sächliche Gleichs ellung beide
Pa ne eilich wi d dadu ch nich e eich “ (Heinze 2001: 154), weil die Si ua ion nich
de All agskommunika ion en sp ich , da de Gesp ächspa ne „aus neu alem, wissen-
scha lich ge ech e ig en [...] In e esse ausgeho ch “ (ebd.) wi d, wo übe e sich meh
ode wenige bewuss is . Au g und eigene Reche chen im Vo eld und de s ändigen
Wei e en wicklung eines eigenen E wa ungsho izon an die In e iews, de meh e e
Themen elde um ass e, die ich im Gesp äch schneiden woll e, und indi iduellen Zu-
schni en au die In e iewpa ne wu den die In e iews dennoch behu sam s uk u-
ie und okussie (Reube /P a enbach 2005: 133). Als sinn olle und uch ba e
Ausgangspunk ü den wei e en Gesp ächs e lau e wies sich die E zählau o de ung
an die Gesp ächspa ne , e was zu eigenen Biog aphie und zu Mo i a ion ü die on
ihnen e olg en g enzübe sch ei enden Vo haben zu e zählen.
35
Reube /P a enbach (2005: 131) e ach en es als emp ehlenswe , dass im Sinne eine e auens ollen
In e iewsi ua ion „das e s e Zusammen e en zwischen In e iewe und In e iew-Pa ne nich de
In e iew e min is .“ Dies wa in diese A bei bei de ielen In e iews möglich.
Me hodische Vo gehensweise
49
Die In e iews wu den mi zi ilgesellscha lichen Ak eu en im Kul u -, Bildungs- und
F eizei be eich ge üh , die in un e schiedliche Ausp ägung gemeinsame E lebnis äu-
me p oduzie en und e schiedene Rahmen ü g enzübe sch ei ende In e ak ionen
ges al en. De Auswahl meine Gesp ächspa ne ü die p oblemzen ie en In e iews
lieg kein pseudo- ep äsen a i es Sample wie de S udie on Weiske e al. (2008) zu-
g unde, sonde n uß au de Basis on ne zwe ka igen Wei e emp ehlungen und
Kon ak en, die ich o und o allem wäh end de Feldau en hal e knüp en konn e.
Ein wesen liche Un e schied zwischen polnischen und deu schen Gesp ächspa ne n
bes and dabei in de A de Kon ak au nahme.
36
Wäh end deu sche Gesp ächspa ne
in de Regel bei Vo e en und im Email-Ve keh nach meinen Konzep en und mei-
nem spezi ischen In e esse ag en, ha e ich bei polnischen Gesp ächspa ne n den
Eind uck, dass die Bi e „Ich wü de ge ne meh übe das e ah en, was sie un“ aus-
eich e und wei e e Aus üh ungen als übe ieben emp unden wo den wä en.
Wi sp echen manchmal on Men ali ä sun e schieden und z.B.: Wi e en uns. Also sie ha-
ben mi eine Mail geschick . Und ich habe ihnen eine zu ück geschick , weil sie nu bis zum
31. da sind. Um 9 - und wenn es nich pass , wü den sie mi sch eiben. Und es is okay und
wi müssen nich sons da was ü Sch i s ücke aus auschen. Also keine Pos aus auschen,
usw. Wi sind iel ein ache . (IZa 28.03.2012)
Wäh end de Feld o schung wu den In e iews mi meh als 20 Pe sonen und eine
Daue on je 20 bis 100min Länge ge üh , da on zu und zwei D i eln mi deu sche
und einem D i el mi polnische S aa sbü ge scha .
37
Diese Ve eilung ep oduzie
zum einen die un e schiedliche Be ölke ungs e eilung zwischen Gö li z und Zgo zelec,
sowie die quan i a i höhe e Ve b ei ung on Ve einen und Bü ge ini ia i en au deu -
sche Sei e, esul ie zum ande en abe auch aus mangelnden eigenen polnischen
Sp achkenn nissen, die insbesonde e die Kon ak au nahme und Ne zwe kbildung e -
schwe en. Nach eine ku zen Vo s ellung au Polnisch, wu den die In e iews mi
36
Man ha mich glückliche weise meh ach und ela i üh au wich ige Un e schiede zwischen polni-
sche und deu sche Kommunika ionskul u hingewiesen, die mi ü meine Fo schungen, abe auch
zu Selbs e lexion eigene Kommunika ionsmus e gehol en haben.
37
Eine olls ändige Au lis ung alle In e iew- und Gesp ächspa ne be inde sich als Kapi el 13.1 und
13.2 im Quellen e zeichnis.
Me hodische Vo gehensweise
50
polnischen Gesp ächspa ne n in den meis en Fällen au Deu sch, bei einem Ge-
sp ächspa ne au Englisch und einmal mi Hil e eine Übe se ze in ge üh .
38
Die
In e iews wu den bis au ie Ausnahmen digi al au genommen und anschließend
ansk ibie . Bei Gesp ächspa ne n, denen ein Mi schni unangenehm wa , du e ich
No izen an e igen, die ich ü ein anschließendes Gesp ächsp o okoll nu z e. Zu den
In e iewsi ua ionen e ig e ich mi eben alls No izen an um no wendige Kon ex in-
o ma ionen auch bei de Auswe ung be ücksich igen zu können.
Mülle (2011: 4) beme k poin ie , dass „Subjek e doch o im Sinne on ‚Talk le , walk
igh ‘“ handeln; „ande s als sie es in In e iews behaup en zu un“. In In e iews we den
zudem keine a sächlichen E eignisse e mi el , sonde n nu Geschich en, Deu ungen
und Meinungen übe E eignisse (Reube /P a enbach 2005: 144).
Teilnehmende Beobach ung
Aus diesen G ünden eigne sich eilnehmende Beobach ung gu zu Kombina ion mi
quali a i en In e iews (Flick 2011: 42; Reube /P a enbach 2005: 125), da sie als übe -
wiegend nich eak i es Ve ah en einen Zugangsweg zum „Handeln de Menschen“
da s ell (Reube /P a enbach 2005: 124). Teilnehmende Beobach ung wi d häu ig als
Ke nme hode e hnog aphisch o ien ie e Fo schung bezeichne (Madison 2005: 14;
Hume/Mulcock 2004: VI). Inne halb de (poli ischen) Geog aphie komm sie jedoch
ehe sel en zu Anwendung (Mego an 2006: 623) und is e „ein Scha endasein“ (Mül-
le 2011: 3). Von eilnehmende Beobach ung e sp eche ich mi jedoch meh als die
bloße Beobach ung und anschließende Besch eibung on Handlungen, sonde n einen
Zugang zu „Pe o ma i i ä , Mach echniken, geleb e P axis und e kö pe en Subjek-
en“ (Mülle 2011: 3) sowie zu E assung on Ma e iali ä “ (ebd.).
These obse a ions and in e ac ions enable he e hnog aphe o unde s and how he g oup
de elops a skein o ela ions and cul u al cons uc ions ha ie i oge he . As Ley (1988: 121)
pu s i , such esea ch ‘is conce ned o make sense o he ac ions and in en ions o people as
38
Zahl eiche Aspek e des „Jonglie ens“ zwischen meh e en Sp achen im Fo schungsp ozess und insbe-
sonde e zu Übe se zung we den hie nich disku ie . Dahe sei au den A ikel „Wha ’s in a wo d?“
on Mülle (2007) e wiesen.
Me hodische Vo gehensweise
51
knowledgeable agen s; indeed, mo e p ope ly i a emp s o make sense o hei making sense
o he e en s and oppo uni ies con on ing hem in e e yday li e’. (He be 2000: 551)
Die Beobach ung e olg e ohne s anda disie es Beobach ungsschema
39
mi dem Vo eil
eines wei en Rahmens mi un e schiedlichen Pe spek i en, wobei die meis e Zei aus
e deck beobach e wu de um All agssi ua ionen nich zu e komplizie en. Bei Gesp ä-
chen im Rahmen de eilnehmenden Beobach ung e gab sich das Au decken de eige-
nen Posi ion als Fo schende je nach In e esse de Gesp ächspa ne . E o de e es die
Si ua ion, z.B. bei einem Wo kshop des Zgo zelece Jugend a s, klä e ich die Anwesen-
den im Vo eld übe mein Vo haben au . Als Teil des Fo schungs eldes beweg e ich
mich in cha ak e is ische Weise zwischen den Polen eine g öß möglichen Nähe
(„Teilnehmen“) und eine angemessenen Dis anzie hei („Beobach en“) zu den Fo -
schungssubjek en. Eine sei s sollen going na i e-E ek e, die Übe nahme de Pe spek i e
de Fo schungssubjek e, e mieden we den, ande e sei s kann zu g oße Dis anz die
Akzep anz als Teil de G uppe ge äh den (Mülle 2007: 4 .).
G e e/Wen u a (1997: 41 .) nennen im Zusammenhang mi de bloßen Beobach ung
on Handlungen das P oblem „men ale “ Beg i e. Gemein is dami die Schwie igkei
und Ungenauigkei on wah genommenen physischen E eignissen au men ale Zus än-
de und Bedeu ung schließen zu können (ebd.). Um abe auch Au schluss übe di ek e
Beg ündungen, Deu ungen, e c. bes imm e E eignisse du ch die in ol ie en Pe sonen
zu e eichen (He be 2000: 552), wu den im Rahmen de Beobach ung zahl eiche
Gesp äche im Feld ge üh und eben alls mi Hil e on No izen au gezeichne .
Das Feld de eilnehmenden Beobach ung se z e sich aus meh e en Komponen en
zusammen. Zum einen de Beobach ung du ch E ah ungen im eigenen All agsleben
und du ch das Au suchen on O en, an denen ich besonde e Dynamiken e mu e e
wie ein absich liches häu iges Übe que en de G enzb ücken und zum ande en du ch
die eilnehmende Beobach ung an E eignissen sowie Ve ans al ungen, die einen Bezug
39
Selbs e s ändlich jedoch nich ohne die nie e meidba en implizi en heo e ischen Vo annahmen
und bes imm en G ünden zu Beobach ung einzelne O e.
Lokale Geschich e und die E ymologie de O e
58
ungskul u e s anden we den (Opiłowska 2009: 13). E besch eib das ak i e Kons u-
ie en on Geschich sbeziehungen, die Ve mi lung on Geschich swissen und die Suche
nach g enzübe sch ei enden gemeinsamen In e p e a ionen. „Sekundä e Bezugnah-
men“ zeigen sich zunächs im konzipie en Raum münden jedoch häu ig in äumliche
P axis du ch Geschich swe ks ä en ode T e en wie „Ka ee und Kul u – na ü lich
schlesisch“ (Bc 07.03.2012). Ini iie we den solche P ozesse du ch Pe sonen und Ins i-
u ionen aus Gö li z und Zgo zelec, die sich da in wei es gehend einig sind, dass die
ak i e Auseinande se zung mi de Geschich e no wendig is , um gegenwä iges und
zukün iges Handeln im Be eich g enzübe sch ei ende In e ak ionen posi i zu ges al-
en. Alb ech Gö ze als Ini ia o des Mee ingpoin Music Messiaen s ell dieses Denk-
mus e he aus, das dem Le eb e’schen Ve häl nis on Gegenwa und Ve gangenhei
ähnel .
VGc: Wi können nich Planen ohne E inne ung: das heiß , e an wo ungs olles Handeln ba-
sie au unse en Wissen da übe [...] Niemand wü de sagen: „Ve giss, dass du als Kind au
eine heiße He dpla e ge ass has , ass uhig wiede hin.“ Dass wi e an wo ungs oll Han-
deln können is on de E olu ion in die gleiche Hi n egion geleg wo den wie die Zukun s-
planung.
I: Kein Dualismus also, sonde n e was, das gleichzei ig abläu ?
VGc: Ja na ü lich! Das gehö zusammen und deswegen is die S i ung mi dem genials en
Ti el, meine Meinung nach, „E inne ung. Ve an wo ung. Zukun .“ […] Das is es. Ich kann
nich e an wo lich handeln, wenn ich mich nich e inne e. Das is unmöglich. (VGc
19.03.2012)
Da übe hinaus inde man einen zwei en S ang sekundä e Bezugnahmen, die o
allem die in e gangenen Zei en zen ale Lage de S ad Gö li z ode ih e Blü ezei en im
Hochmi elal e und in de G ünde zei he o heben, bei denen sich auch poli isch-
adminis a i e und s ad plane ische Ak eu e ak i be eiligen.
8.1 E s e Blü e und die Zei bis 1815
Gö li z wu de 1071 e s mals als illa go elic u kundlich e wähn und e dank seine
e s e Blü ezei im Hochmi elal e un e böhmische K one o allem de Lage an einem
Flussübe gang de ia egia. Die ia egia wa eine de wich igs en mi elal e lichen
Fe nhandels ou en und e band als Hohe S aße Kiew übe Gö li z mi San iago de
Compos ela (Haslinge /Waack 2010: 9). Im Rahmen on Bemühungen zu eu opäi-

Lokale Geschich e und die E ymologie de O e
59
schen In eg a ion wi d de his o ische Ve lau sei 2004 mi dem P ojek „VIA REGIA –
Kul u s aße des Eu opa a s“ wiede au geg i en um eine „Wiede en deckung Eu opas
du ch die Eu opäe “ (Fische 2004) zu e zielen. In Gö li z and in diesem Kon ex 2011
die Sächsische Landesauss ellung „ ia egia – 800 Jah e Bewegung und Begegnung“
s a , die, gemäß meine Einschä zung als Besuche , den kul u ellen Aus ausch in os -
wes -Rich ung he o heb . Obwohl de Ve lau en lang de ul. Lubańska und ul.
W ocławska in Zgo zelec noch nich , wie in Gö li z an Un e - und Obe ma k sowie
Neiße- und B üde s aße, du ch Schilde he o gehoben wu de, sieh Ul G oßmann
43
im Au g ei en de his o ischen ia egia ein g oßes Po en ial als g enzübe sch ei enden
Iden i ika ionspunk ü beide S äd e, de jedoch bishe nu unzu eichend genu z
wu de. Gleichzei ig soll dami gezeig we den, dass Gö li z in de Ve gangenhei eine
zen ale Posi ion besaß, die im Zuge de eu opäischen Einigung wiede e eich we den
soll und als his o ische Anknüp ungspunk genu z wi d (WGa 23.03.2012). Die 2004
wiede e ich e e Al s ad b ücke (siehe auch Kapi el 10.7) is Teil de his o ischen ia
egia. In Gö li z wi d de Name zudem on einem Res au an und eine Buchhandlung
genu z , wohingegen in Zgo zelec au die ia egia bishe nu du ch das Muzeum
Łużyckie als Koope a ionspa ne de Landesauss ellung 2011 Bezug genommen wu de.
Eine Beschä igung mi de „deu schen“ Vo geschich e in Zgo zelec konn e au g und
de Tabuisie ung deu sche Geschich e in den „Wiede gewonnenen Gebie en“ ( gl.
Kapi el 5.3) und dem Fehlen au och hone Be ölke ung e s sei dem Zusammenb uch
de VR Polen e olgen (Opiłowska 2009: 9). In jüngs e Zei wi d insbesonde e de
Theosoph Jakob Böhme (1575-1625) als e bindendes Elemen genu z und ak i ange-
eigne . Sein Gebu shaus wu de sanie , im Dom Jakuba Böhme ein Museum einge ich-
e , ein Denkmal e ich e , eine Kneipe nach ihm benann und das zei gleich zum Gö -
li ze Al s ad es s a indende Jakuby-Fes e ablie . Eben alls deu en die Benennung
de neu e ich e en S aße ul. Scul e usa nach einem bedeu enden Gö li ze Ka og a-
43
Deze nen (sei 1990) bzw. E s e Bü ge meis e (sei 1994) de S ad Gö li z ü Kul u , Jugend,
Soziale, Spo und Tou ismus on 1990 bis 2008.
Lokale Geschich e und die E ymologie de O e
60
phen und As onomen, eine wiede e ich e e Ku sächsische Pos meilensäule und die
his o isie ende Bebauung des Zgo zelece Pos pla zes gegenübe de Al s ad b ücke au
eine g öße e O enhei zu Beschä igung mi de äl e en deu schen Vo geschich e on
Zgo zelec hin.
8.2 Zwei e Blü e als on 1815 bis 1945
Im Zuge asan en wi scha lichen Au schwungs im Lau e des 19. und ühen 20. Jah -
hunde s, de du ch die Zugehö igkei zu p eußischen Gewe beo dnung begüns ig
wu de, wuchs die Be ölke ung on Gö li z on knapp 8000 Einwohne n um 1800 au
übe 85.000 Einwohne o Beginn des e s en Wel k iegs an (Kaise liches S a is isches
Am 1880 .). Hie du ch wu de eine Auswei ung des bishe igen Haup siedlungsgebie s,
das sich, abgesehen on de his o ischen Neiße o s ad , wes lich de Neiße be and, nach
Süden und ab 1895 auch ös lich de Neiße no wendig (Va e 2010: 23 .). Die g ünde -
zei lichen E wei e ungen in Gö li z-Os au Höhe de 1875 e ö ne en Reichenbe ge
B ücke
44
wu den im Zusammenhang mi dem Bau de Obe lausi ze Gedenkhalle und
de do s a indenden Niede schlesischen Gewe be und Indus ieauss ellung ab 1898
an das S aßenbahnne z angeschlossen (Riedel 1997: 14). Zu Jah hunde wende gal
Gö li z als die an G undbesi z eichs e S ad inne halb de G enzen des Deu schen
Reiches und wa ein be o zug e Al e s uhesi z p eußische Beam e (Haslinge /Waack
2010: 22). Au le z e es beziehen sich insbesonde e Zei ungsa ikel und S immen, die
on eine Zukun on Gö li z als „Pensionopolis“ (b andeins 07/2008; Be 09.03.2012)
sp echen, dabei jedoch un e schiedliche demog aphische und wi scha liche Bedingun-
gen ausblenden (VGa 09.03.2012). Die ühe e Obe lausi ze Gedenkhalle, das heu ige
Dom Kul u y, die aus diese Zei s amm , wi d on Gö li ze n und Zgo zelece n übe -
eins immend als wich igs e Sehenswü digkei on Zgo zelec und bedeu ends e polni-
sche Ak eu g enzübe sch ei ende P ozesse zwischen beiden S äd en genann . Gleich-
zei ig spiegel es wie kein ande es Gebäude die Geschich e un e schiedliche He -
44
Am O de heu igen Paps Johannes Paul II-S ad b ücke (Mos imienia Papieża Jana Pawła II).
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scha s- und Ideologie e häl nisse on deu sche Kaise zei , übe Na ionalsozialismus,
Nachk iegszei und Sozialismus in de VR Polen bis hin zu Demok a ie in de Republik
Polen wiede
45
, sodass es o z iele Bemühungen ü Bü ge on Gö li z die „Ruhmes-
halle“ und ü Bü ge aus Zgo zelec das „Dom Kul u y“ bleib (Opiłowska 2009: 271).
Mi de Zugehö igkei zu P eußen sei 1815 und de Teilung de Obe lausi z beginn
da übe hinaus die schlesische Geschich e on Gö li z, die insbesonde e nach de Wen-
de e neu au b ich , nachdem sie on 1945 bis 1989/90 abuisie wu de (Opiłowska
2009: 224 .). Ih e Bedeu ung wi d im Kapi el 11.3 behandel . Au ällig is , dass diese
Teil de Vo geschich e on Zgo zelec nich angeeigne wi d, da en wede Wissensbe-
s ände da übe ehlen (WGa 23.03.2012) ode wie im Fall des Dom Kul u y eine Umko-
die ung s a ge unden ha , sodass die deu sche Vo geschich e dahin e e schwinde .
8.3 Zwischenk iegszei und Zwei e Wel k ieg
Die Zwischenk iegszei zeig eine Phase hohe Be ölke ungsdynamik mi jäh lichen Zu-
und Abwande ungszahlen im Be eich on ach bis zwöl ausend Pe sonen mi einem
leich en Zugewinn beim Wande ungssaldo, was p o Jah in e wa zehn P ozen de
damaligen Gesam be ölke ung on knapp 95.000 Einwohne n en sp ich (Kaise liches
S a is isches Am 1880 .). Neben de Ga ens ad siedlung ziel e de Ke n de Bau ä ig-
kei en au den Os eil de S ad , de zu eine Ga nisonss ad mi zwei wei e en Kase nen
und F on kämp e siedlung ausgebau wu de (Waack 2000b: 63). Obwohl die Teilung
de S ad di ek mi dem du ch den Na ionalsozialismus ausgelös en Zwei en Wel k ieg
zusammenhäng , inde nu im Schlesischen Museum zu Gö li z in dessen Daue aus-
s ellung eine Da s ellung de Rolle on Gö li z im NS-S aa s a . Wäh end das Außen-
lage des KZ G oß-Rosen im heu igen S ad eil Gö li z-Biesni z wei es gehend in Ve -
gessenhei ge a en is , widme sich de Ve ein Mee ingpoin Music Messiaen dem Ge-
45
Hie zu aus üh liche : Opiłowska 2009: 260 .
Lokale Geschich e und die E ymologie de O e
62
lände des ühe en S aLag VIIIa
46
, au dem ein eu opäisches Begegnungszen um en -
s ehen soll.
Abbildung 6: S aLag VIIIa in Zgo zelec-Ujazd. Quelle: Eigenes Pho o.
In Zgo zelec e inne an diese Zei neben ielen S aßennamen
47
o allem de Solda en-
iedho de II Polnischen A mee mi 3000 G äbe n und einem Pias enadle , de au
einem G enzp ahl si zend nach Wes en blick . In Gö li z inden sich hingegen kaum
„unbequeme“ E inne ungso e an den Zwei en Wel k ieg, wäh end Zgo zelece s olz
au diese E inne ungso e sind und on ihnen e zählen (Opiłowska 2009: 275). In Ge-
sp ächen mi deu schsp achigen Pe sonen aus dem K eis de sogenann en Ve iebe-
46
S aLag is die Ku zbezeichnung ü S ammlage . Fälschliche Weise wi d es häu ig als S a ge ange-
nenlage ode S a - und A bei slage bezeichne . In ihm wu den gemäß de Gen e Kon en ion
K iegsge angene au genommen. De aillie e wi d in Kapi el 9.3 au das S aLag VIIIa und den do ge-
plan en Mee ingpoin Music Messiaen eingegangen.
47
Besonde s deu lich du ch die wich ige Wes -Os -Achsen ul. Boha e ów II A mii Wojska Polskiego
(S aße de Helden de II. Polnischen A mee und die ul. Boha e ów Ge a (S aße de Helden des
Wa schaue Ghe os). Da übe hinaus wu den 1998 alle S aßennamen in de Sonnensiedlung nach
Gene älen aus dem 2. Wel k ieg benann , spä e jedoch gegen neu ale Namen ausge ausch .
Lokale Geschich e und die E ymologie de O e
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nengene a ion wi d o allem be on , dass Gö li z im Zwei en Wel k ieg du ch glückli-
che Ums ände kaum ze s ö wu de. Nega i e Aspek e we den ausgeklamme .
Die S ad Gö li z wi d ü die Zei bis 1945 on Baumga d (2006: 20) als „monokul u-
ell“ cha ak e isie , was hinsich lich de as ausschließlich deu schsp achigen Be ölke-
ung obe lächlich zu i , jedoch auch einem s a k e kü z en Kul u beg i geschulde
is , de kul u elle G enzen o wiegend am Na ionals aa sdenken e anke . E zählungen
on de Idee aus eine ehemals monokul u ellen eine bina ionale S ad en s ehen zu
lassen e s ä ken ein de a iges Geschich sbild. Ve nachlässig wi d so jedoch die hohe
Mig a ionsdynamik ebenso wie das s ad gesellscha lich und wi scha lich übe aus
bedeu same jüdisch und slawisch gep äg e Leben in Gö li z, das wäh end de NS-Zei
aus de S ad e ieben und e nich e wu de (Czapliński 2009: 113). Die unze s ö e,
abe sanie ungsbedü ige Gö li ze Synagoge wi d, au g und des Fehlens on Zei zeu-
gen und eine nu seh kleinen jüdischen Gemeinde, du ch den Ve ein „Fö de k eis
Gö li ze Synagoge“ als Kul u o um ü jüdische Kul u , Tole anz und Zi ilcou age,
Musik, Li e a u , Kuns sowie T adi ionen und Pe spek i en in Mi eleu opa genu z
(Gö li ze Synagoge 2009). Da übe hinaus bie e de in ielen Ini ia i en ak i e Daniel
B eu mann Füh ungen zum Thema „Jüdisches Leben: Eins und Heu e“ an. In Zgo -
zelec wi d dieses Thema ausgeblende , das „Thema Gö li ze Juden übe lassen sie liebe
den Deu schen, die doch ü den Holocaus die Ve an wo ung agen“ (Opiłowska
2009: 281).
8.4 Fluch und Neubeginn
Opiłowska (2009: 15) bezeichne das Jah 1945 als „D eh- und Angelpunk ü das
Gedäch nis de S ad und de en Einwohne “. Diese s ä ks e Zäsu mani es ie sich in
de Sp engung alle sieben Neißeb ücken im S ad gebie du ch die ab ückende Weh -
mach in de Nach om 07. au den 08. Mai 1945 (Haslinge /Waack 2010: 27). Zu o
s eige n sich mi dem He an ücken de Sowje a mee die S öme on Flüch lingen, die
on NS-Behö den gewal sam aus den ös lichen Reichs eilen e ieben wu den, sodass
die Be ölke ungszahl in Gö li z, eine de Haup du chgangso e, au übe 100.000 im

Lokale Geschich e und die E ymologie de O e
64
Janua 1945 ans eig . Nach de Räumung de S ad be inden sich im Mä z 1945 noch
31.327 Pe sonen in Gö li z (P ei e /Opiłowska 2006: 36).
Gö li z als Ve iebenens ad
Nach K iegsende wu de Gö li z Teil de sowje ischen Bese zungszone ( gl. Kapi el 5).
Aus dem ehemaligen ös lichen Teil on Gö li z en s and die neu kons i uie e S ad
Zgo zelec (bis 1946 Zgo zelice) au dem Gebie de Volks epublik Polen. Übe eine
p o iso ische Pon on- und Holzb ücke lüch e en nach Schä zungen e wa 100.000
deu schs ämmige Schlesie nach zunächs „wilden“, spä e sys ema ischen Ve eibun-
gen aus den nun polnischen Gebie en nach Wes en. In en gegengese z e Rich ung gab
es zahl eiche im K ieg ge lohene Schlesie , die in ih e Heima zu ückkeh en woll en,
dies abe au g und de Schließung de G enze in ös liche Rich ung am 02. Juni 1945
nich konn en. Die hohe Konzen a ion Ve iebene üh e dazu, dass „Gö li z wah -
scheinlich nie so schlesisch wa , wie es 1945 gewo den is “ (IGa 19.03.2012). Au g und
ze s ö e Ve so gungsin as uk u und de Ve nich ung alle Lebensmi el o ä e
du ch die ab ückende Weh mach kam es in de Folge zu chao ischen Zus änden mi
Hunge ka as ophen, Massensuiziden und Seuchen (P ei e /Opiłowska 2006: 36). 1949
e eich die Be ölke ungszahl ih en Höhepunk mi 101.742 Einwohne n, un e denen
sich au g und de Bedeu ung on Gö li z als eine de Haup du chgangso e und 40%
Ve iebene be inden (Lamme /Pie sch 2011: 52).
Eine Auseinande se zung mi de E inne ung an diese Zei kann e s sei de Wiede -
e einigung e olgen, da sie du ch die SED und die sowje ische Bese zungsmach un e -
d ück wu de und nu heimlich möglich wa (Lamme /Pie sch 2011: 52). Die auma i-
schen E ah ungen aus diese Zei scheinen jedoch nie geheil zu sein. In meinen Ge-
sp ächen mi Zei zeugen wu de imme wiede ein g oßes Bedü nis die eigenen E inne-
ungen zu e zählen und an Jünge e wei e zugeben deu lich.
Was Sie e leben, das is na ü lich auch dieses Mi eilungsbedü nis de Ve iebenen und Ge-
lüch e en aus Schlesien, dass sie o allem Jünge en ih e Geschich e mi eilen wollen. (IGa
19.03.2012)
Lokale Geschich e und die E ymologie de O e
65
He o gehoben wu den dabei nich nu die Fluch an sich, sonde n o allem de Ve -
lus de Heima (siehe auch Kapi el 11.2) und die Unsiche hei hinsich lich eine mögli-
chen Rückkeh , an die eine F au aus dem ehemaligen Os eil on Gö li z „bis wei nach
1949“
(Bc 07.03.2012) geglaub ha . Diese E ah ungen e schwe en g enzübe sch ei en-
de In e ak ionen ü diese G uppe, wie eine Wei e e e deu lich ; ü sie sei es „imme
noch nich so ein ach“ Polnisch zu e agen, da man Geschehenes eben nich so leich
e gesse (Bd 09.03.2012).
Eine e lek ie ende Pe spek i e un e Einbezug de He kun
de in Zgo zelec angesiedel en Pe sonen en wickel eine ande e F au:
Sie sag , dass o allem die ein achen Bü ge auch die Op e de Poli ik seien. Sei jehe sei
das so gewesen. „Die Leu e in Zgo zelec können ja nich s da ü , dass Deu sche e ieben
wo den sind“, mein sie, „die sind ja selbs e ieben wo den. Das Un ech au zuwiegen is
unmöglich, i gendwie absu d und das b ing ja je z auch nich s, wenn man einen Schuldigen
inden will.“ (Bd 09.03.2012)
Die En s ehung Zgo zelecs
Au g und mili ä ische Res ik ionen be ug die Einwohne zahl on Zgo zelec im Janu-
a 1947 lediglich 4300 Pe sonen, wo on nu noch 17 ehemalige deu sche Einwohne
wa en, sodass on einem komple en Be ölke ungsaus ausch gesp ochen we den kann.
Die Neusiedle in Zgo zelec wa en zu meh als de Häl e eben alls Ve iebene aus den
nach de Wes e schiebung Polens e lo enen polnischen Os gebie en, o wiegend aus
den ländlichen Gebie en um Lembe g (Lwiw) in de heu igen Uk aine ( gl. Kapi el 5).
Da übe hinaus bilde en Mili ä siedle und Umsiedle aus Zen al- und Südpolen eine
zwei e g oße G uppe (Lamme /Pie sch 2011: 62) zu de zahl eiche Displaced People,
ehemalige KZ-Hä linge und Nach ah en on e iebenen polnischen Auswande e n
aus Bosnien-He zegowina und Rumänien hinzukamen (P ei e / Opiłowska 2006: 46).
Vo allem ü die G uppe de Ve iebenen kann eine ebenso g oße Bedeu ung diese
E inne ungen angenommen we den, wie eine Mi a bei e in des Muzeum Łużyckie in
Zgo zelec be ich e .
We did a e y in e es ing exhibi ion abou hese issues. And people emembe whe e hey
came om, hey emembe e e y hing. Tha hey los hei houses, oo. They los p ac ically
e e y hing. […] I 's a huge auma. I hink o e e yone he e. Abou hese people, who le he e
and who came he e. (IZb 21.03.2012)
Lokale Geschich e und die E ymologie de O e
66
Da übe hinaus schilde n P ei e /Opiłowska (2006: 44 .) und WGa (23.03.2012) das
Unbehagen de Neusiedle , komple einge ich e e Wohnungen zu beziehen, in denen
sie bis zu endgül igen Klä ung de G enzsi ua ion 1990 mi de Fu ch leb en, e neu
ausziehen zu müssen. Hie aus e klä sich auch das Un e bleiben on Repa a u en an
den neu bezogenen Häuse n (Opiłowska 2009: 19), das bei Deu schen ohne dieses Hin-
e g undwissen zu I i a ionen bis hin zu Wu üh .
O we de ich au ge ag , wa um es hie an de G enze so d eckig aussieh , wa um is hie nix
ich ig gebau , wa um lassen die die Häuse ze allen? – Ein ach weil die sich nich e an -
wo lich da ü ge ühl haben. Weil sie dach en, dass sie i gendwann wiede weg müss en.
(VGb 19.03.2012)
Auch wenn du ch das Schlesische Museum sowie wei e e gesellscha liche Ak eu e eine
Au a bei ung s a inde , is sich ein Mi glied des Eu opahaus e.V. in Hinblick au Bei-
spiele im eigenen Bekann enk eis, unsiche „ob das mi de Eu opas ad ü diese Gene-
a ion noch klappen wi d“ (VGg 09.03.2012), was his o isch beding sei. Gedäch nisge-
meinscha en wie das schlesische Ka ee inken in Gö li z ode das T e en de Sibi ien
Depo ie en und Solda en de Heima a mee in Zgo zelec bie en nach lange Tabuisie-
ung ein Ven il ü E inne ungen. Ein Aus ausch zwischen beiden G uppen inde
hingegen kaum s a ; das da au ausge ich e e deu sch-polnische Gesp ächs o um „Gö -
li ze Mi woch“ wu de o ge aume Zei einges ell . Da übe hinaus bilden aus Schle-
sien Ve iebene eine g oße G uppe un e den Tou is en in Gö li z, wodu ch sich auch
ein nennenswe e Zweig da au ausge ich e e ou is ische In as uk u he ausgebil-
de ha . Opiłowska (2009: 249) be on , dass nach 1990 du ch S ad poli ike on Gö li z
und Zgo zelec bishe kaum Bei äge zu Au a bei ung und En my hisie ung de Ge-
schich e geleis e wu den, obwohl die Geschich sbilde de da au olgenden Gene a io-
nen in de DDR und VR Polen ideologiebelas e sind und diese My hen bis heu e e ab-
lie sind ( gl. Kapi el 5.3).
Das g iechische Zgo zelec
Gö li z-Zgo zelec un e scheide sich on F ank u (Ode )/Słubice und Guben/Gubin
wesen lich du ch eine „g iechische Komponen e“. Nachdem im e s en Wel k ieg be ei s
Lokale Geschich e und die E ymologie de O e
67
6500 g iechische Solda en in Gö li z in e nie wu den, on denen sich 200 pe manen
in Gö li z niede ließen (Ge assimos-Alexa os 2010: 185 .), nahm Zgo zelec 1949 bis zu
9000 g iechische und makedonische Bü ge k iegs lüch linge au (Haslinge /Waack
2010: 29). Von diesen wande e de g öß e Teil bis Ende de 1950e wiede zu ück.
Einige Bü ge k iegs lüch linge und de en Nachkommen leben jedoch imme noch in
Zgo zelec und besi zen in Fo m on Nikos Ruske os einen eigenen S ad a . De P ies e
Ma ek Boni a iuk e zähl on de Schwie igkei , ein eigenes Go eshaus zu e hal en und
dem g enzübe sch ei enden Cha ak e de g iechisch-o hodoxen Ki chengemeinde.
Es sei ein empo ä e Bau, de im Jah 2002 en s anden is . 2012/2013 sei ein Neubau ge-
plan , de ca. d eimal so g oß sein soll. […]. Die Polen geben seine Meinung nach nich seh
ge ne zu, dass Polen o dem 2. Wel k ieg ein e hnisch und eligiös seh he e pgeme S aa
wa . Jede 5. Solda sei damals g iechisch-o hodox gewesen. Nach Ankun de g iechischen
Bü ge k iegs lüch linge sei die Messe zunächs du ch die Mach habe e bo en wo den. Im-
me wiede habe man e such , eine Ki che zu bauen, jedoch s ieß man auch 2000 noch au
das A gumen „es gib doch keine Gläubigen meh “. Be ei s nach de Wende habe man im
Jah 1992 e such , das poli isch güns ige Klima zu nu zen. 2000 haben sie dann jedoch
„ ich ig zugepack “ und es gescha . Man sei eine seh in e na ionale P a ei aus 11 Na ionen,
o Allem G iechen, Bulga en, Russen) mi insgesam ca. 100 Pe sonen.
Diese wohnen sowohl in Gö li z als auch in Zgo zelec, „deswegen in eg ie diese P a ei im
olls en Sinne die ganze S ad “, sag e , „sie is eben ein ach eine P a ei mi den Haup sp a-
chen Polnisch, Deu sch und Russisch.“ (SZa 11.03.2012)
Da übe hinaus inde un e maßgebliche Ges al ung on Nikos Ruske os das Fes i al
des G iechischen Liedes in Zgo zelec s a und ein Abschni de U e p omenade wu de
als Bulwa G ecki mi einem Gedenks ein ü die Bü ge k iegs lüch linge ausgewiesen.
8.5 Gemeinsam ge eil un e sowje ische He scha
Auch wenn kaum K iegsschäden zu beklagen wa en, bedeu e e die neue G enzziehung
einen schwe en Eing i in das S ad ge üge du ch die Teilung de In as uk u und
einen Bedeu ungs e lus de S ad als Ve keh skno enpunk . Da das Te i o ium on
Zgo zelec bis 1945 lediglich eine g ünde - und zwischenk iegszei liche E wei e ung on
Gö li z wa , besaß und besi z Zgo zelec bis heu e kein s äd ebauliches Zen um. Viel-
meh wu den Bü ge häuse – beispielsweise das Zgo zelece Ra haus – umgenu z und
zahl eiche bis heu e bes ehende P o iso ien einge ich e (Haslinge /Waack 2010: 28).
Die Si ua ion eine wei es gehend he me ischen G enze ( gl. Kapi el 5) besaß ebenso ü
P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes
74
9.1 Na ionale und sup ana ionale Poli ik
Wie in Kapi el 4.6 da geleg , sind G enz egionen Nes ed scales, die neben lokalen bzw.
kommunalen Ein lussg ößen auch übe egionale und (sup a-)na ionale Ein lüsse au -
weisen (Häkli 2008: 474 .). He o zuheben sind im Fall on Gö li z-Zgo zelec zum
einen konzep ionelle Ideen au Ebene de eu opäischen Union, abe auch au Ebene de
na ionalen Regie ungen sowie ü Deu schland auch au Ebene des Bundeslands Sach-
sen.
49
Zum ande en wi d dem Handeln poli ische En scheidungs äge au S aa sebene
eine gewisse Bedeu ung als Modell olle ü die Bü ge beide S aa en zugemessen.
50
Modellcha ak e on Poli ike n und ande en G enz egionen
Und die allgemeine Eins ellung wi d auch du ch den neuen P äsiden en iel besse . Das
häng alles na ü lich […] auch mi de gesellscha lichen En wicklung insgesam zusammen.
Wie wei man sich auch imme ein wenig ö nen möch e. Das sind eben so un e schiedliche
Phasen, abe ich denke, dass es je z schon imme besse wi d. (SGZ 29.03.2012)
In de Aussage eine polnischen Leh e in wi d dami de am ie ende polnische P äsi-
den B onisław Komo owski angesp ochen, de als Be ü wo e de eu opäischen In-
eg a ion gil , wäh end sich sein Vo gänge Lech Kaczyński ü eine s ä ke e Sou e äni-
ä Polens gegenübe de EU einse z e (Holesch/Bi kenkämpe 2008: 106 .). Sie e mu-
e in diesem Zusammenhang auch indi ek e Auswi kungen des o ene en poli ischen
Disku ses au die Be ei scha polnische El e n, ih e Kinde au eine bilinguale deu sche
Schule zu schicken. Eine Pe son aus Gö li z maß de Ta sache, dass Joachim Gauck
seinen e s en S aa sbesuch nach Polen ä ig e (die ageszei ung 28.03.12: 6), g oße sym-
bolische Bedeu ung zu, die seine Meinung nach on den Polen genau beobach e we -
den wü de und auch ü Deu sche eine gewisse Vo bild unk ion haben könn e (WGe
28.03.2012). Die Nennung des symbolischen Handelns de P äsiden en läss sich als
pa s p o o o ü den poli ischen Disku s au na ionale Ebene in e p e ie en. Das Han-
deln de P äsiden en is g ei ba e , medial ein ache e mi elba und wi d dahe deu li-
49
Die Woiwodscha Niede schlesien, zu de Zgo zelec gehö is , au g und de Anlage de Republik
Polen als Zen als aa wenige bedeu sam als das Bundesland Sachsen.
50
De Aspek , dass zi ilgesellscha liches Handeln e s du ch demok a ische S uk u en möglich gewo -
den is und zu Zei des Sozialismus undenkba wa , auch hingegen kaum au .

P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes
75
che wah genommen, wäh end Ve ände ungen des Disku ses und gesellscha liche
Eins ellungen beide Lände schwe e zu g ei en sind, auch wenn Vo bedingung und
Ein lussgegens and des Handelns de P äsiden en sind.
Die deu sch- anzösische G enze wi d on deu schen In e iewpa ne n au ällig häu ig
als Beispiel mi Modellcha ak e ode soga „Inspi a ionsquelle“ (VGc 31.03.2012) ü
die deu sch-polnische G enze genann : „Man e leb das auch mi Kehl und S aßbu g,
diese G enzs äd e, wo sich das wi klich wunde ba e gänz . Eine Syne gie und dass
e schiedene Kul u en auch zusammenkommen“ (VGa 08.03.2012). Ein ande e
sch änk jedoch ein, dass es sich um ein idealisie es Bild handel , da die G enze mi -
nich en ei on Kon lik en sei und nenn als Beispiel die deu sche Weinbe glandscha
au de einen Sei e de G enze und anzösische A ommeile au de ande en (WGa
23.03.2012). Rippl e al. (2009: 270) haben da übe hinaus es ges ell , dass das zi ilge-
sellscha liche ansna ionale In e esse an de deu sch- anzösischen G enze ein „signi-
ikan nied ige es Ni eau e eich “ (ebd.: 271) als an de deu sch-polnischen G enze,
wäh end das gegensei ige Ve auen g öße is .
Pe iphe isie ung o z Eu opäische In eg a ion und Rezen ie ung
Sowohl lokalpoli ische Ak eu e als auch Ve eine und Ini ia i en im Be eich g enzübe -
sch ei ende Zusammena bei de inie en Gö li z und Zgo zelec nach de EU-
Os e wei e ung als Schni s elle zwischen Os - und Wes mi eine zen alen Lage in
Eu opa. Wie in den Kapi eln 6.2 und 6.3 disku ie , e olg die Eu opäische Union
eben alls eine disku si e Rezen ie ung de G enz egionen en lang des ehemaligen
Eise nen Vo hangs (Paasi 2001: 12; Bös/Zimme 2006: 180). Dennoch wi d die Lage on
Gö li z und Zgo zelec on deu schen und polnischen Gesp ächspa ne n gleichzei ig als
„Ende de Wel “ (IZa 28.03.2012) und „besonde s pe iphe e Raum“ (VGe 28.03.2012)
besch ieben. Eine ausgep äg e pe iphe e Lage nenn Buu sink (2001) als häu iges Kenn-
zeichen on G enz egionen und G enzs äd en.
Hinweise au eine wei e e Ve schä ung Pe iphe isie ung lie e exempla isch de Lan-
desen wicklungsplan ü das Land Sachsen, de eine Konzen a ion au die Zen en
P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes
76
D esden, Leipzig und Chemni z o de . Sachsen soll demnach ü die eu opäische
Raumen wicklung o allem die Ve ne zung seine Me opol egionen mi ande en
eu opäischen Me opol egionen ans eben, wäh end die G enz egionen mi Polen und
Tschechien als „Räume mi besonde em Handlungsbeda “ mi „lagebeding en P oble-
men“ (LEP 2012: 12) pa hologisie we den. Gö li z-Zgo zelec soll wie einige wei e e
G enzkommunen ges ä k we den, auch wenn dem S ad aum keine „ egionsspezi i-
schen Po enziale“ (LEP 2012: 51) zugesch ieben we den. Die S aa sg enze wi d „ o z
alle Du chlässigkei “ (ebd.) als E klä ungsmus e ü „lagebeding e P obleme“ (ebd.)
genu z , das sich zusammen mi de Konzen a ion au die d ei g öß en S äd e Sachsens
auch in den In e iews wiede inde : „Wenn da nich i gendwie dagegen gewi k wi d,
dann is Gö li z so eine Schwund egion wei e hin, weil diese Zen en wie D esden,
Leipzig, Be lin... Und wi sind eben an de G enze, am Rand.“ (IGb 20.03.2012). Man-
che in Ve einen und Ini ia i en ak i e Pe sonen sehen alle dings Auswege aus de pe i-
phe en Lage und p ognos izie en einen Rückgang des F oschsp unge ek s.
Das wa so, abe das ände sich. Die müssen das hal nu alle e s ehen. Gö li z ha eine su-
pe Posi ion, denke ich. […] De je zige S and is siche lich so, dass noch iele o bei ah en.
Abe das is ein T end, de sich ände n wi d und sich auch schon ände . (IGa 08.03.2012)
Das, was „nu alle e s ehen“ müssen, schein die Denkweise zu sein, sich als gemein-
same S ad egion zu de inie en zu sein, on de Gö li z und Zgo zelec p o i ie en kön-
nen. Zgo zelec is zudem au g und de Anlage Polens als Zen als aa mi ge ingen
Kompe enzen au Woiwodscha sebene wei e on ielen En scheidungs äge n en e n
als Gö li z und kann so au Na ionals aa sebene be ach e noch s ä ke p o i ie en. De
gegenwä igen Lokalpoli ik wi d eine solche Denkweise jedoch abgesp ochen.
WGa: Was die S ad o ganisa ion im Rahmen de Landesen wicklung angeh . Zgo zelec is da
die […] le z e S ad an de Wes g enze. Abe wenn wi gemeinsam au e en, bekommen die
auch einen ande en S a us.
I: Also eine Sich ba kei ? Und Gewich ?
WGa: Ande es Gewich auch im Konze de polnischen S äd e. Das sind ja auch We bewe be
die da s a inden. Und wenn wi imme ge ag wu den, wie iele Einwohne wi haben, da
habe ich imme 100.000 gesag . 60.000 Deu sche und 40.000 Polen. […] Wi haben uns
sons imme hinges ell : Niemand kümme sich um uns, wi haben keine Sonde ö de ung
ü uns. Das is auch ein allgemeines P oblem alle G enzs äd e, egal welche Rech s o m und
Gesellscha s o m. Also alle diese G enzs äd e, ge eil e S äd e, haben ja imme nu 180° Ak i-
ons adius, wenn sie nich zusammena bei en. (WGa 23.03.2012)
P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes
77
9.2 Lokale Poli ik
Ohne en sp echendes poli isches und gesellscha liches Umdenken und Handeln läu
Gö li z-Zgo zelec o z einige Pionie e Ge ah , eine Pe iphe ie in de Mi e Eu opas
(Vog e al. 2009) zu bleiben; ein S ad aum, de zwa in eine Region lieg , die du ch
Ak eu e de eu opäischen Union als neue Mi e on Eu opa p opagie wi d, jedoch ein
pe iphe e Raum ode T ansi aum bleib und als solche wah genommen wi d. Eine im
Be eich g enzübe sch ei ende Bildung anges ell e Pe son sieh hingegen eine wei aus
g öße e Ge ah in de Reduk ion de Eu opas ad au den einen Symbolcha ak e (Bs
30.03.2012). Wie zu Beginn des Kapi els als Zwischen hese o mulie , lieg da in kein
ech e Fo sch i im Ve gleich zum sowje ischen Duk us de B ude s aa en.
Zeichenp oduk ion
Ausgehend on de E neue ung de S äd epa ne scha zwischen Gö li z und Zgo -
zelec, sch ieb man 1995 Kul u und Eu opa als Lei bilde in de S ad poli ik es und
wähl e den Ti el „B ückens ad “, ehe 1998 die Umbenennung in Eu opas ad Gö -
li z/Zgo zelec e olg e (Lück 2010: 61). Dies is inso e n beme kenswe , da Gö li z und
Zgo zelec zu diesem Zei punk und ü sechs wei e e Jah e on eine EU-Außeng enze
ge enn wa en. Dennoch beansp uch e man ü sich eu opäische Bedeu ung be o die
eu opäische Union dami begann, Polen wiede als Teil Eu opas zu de inie en.
Wäh end die S ad Zgo zelec wenig „Eu opas ad symbolik“ e wende
51
und auch den
Beg i Eu opamias o nich als Selbs bezeichnung au ih e Homepage üh , e such
die S ad e wal ung Gö li z, an ielen S ellen p ominen die Idee de Eu opas ad zu
pla zie en, was au s a ke Ablehnung s öß , die jedoch nich hema isch beg ünde is .
K i isie wi d ielmeh die In ensi ä und A und Weise wie die S ad poli ik und das
S ad ma ke ing die Wo hülse Eu opas ad möglichs häu ig pla zie en und die Eu o-
pas ad bei Ve ans al ungen und in ih en Ve ö en lichungen beschwö en. Dabei han-
51
In Zgo zelec be inde sich als sich ba s es Zeichen de Gedenks ein zu G ündung de Eu opas ad
Gö li z-Zgo zelec im Pa k o dem Miejski Dom Kul u y. Ande s als in Gö li z nu zen as keine Ge-
schä e und s äd ischen Ein ich ungen Logos, die explizi au eine Eu opas ad /-mias o hinweisen.
P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes
78
del es sich jedoch eine sei s um eine on meh e en „Visionen, de en En e nung om
All ag äglich e lebba is “ (die ageszei ung 07.03.2003), ande e sei s wide sp ich das
a sächliche Handeln on S ad poli ik und S ad ma ke ing de en Zeichenp oduk ion,
wodu ch sich die s a ke Ablehnung de symbolischen Poli ik e klä , die eine Pe son aus
dem P ojek Nowa Ame ika deu lich mach .
Sie eu sich sich lich da übe , dass ich nich die Poli ike in den Fokus nehme. Sie habe ja
schon übe leg hie wegzuziehen, weil das langsam nu noch us ie end sei. „Das Wo B ü-
cke, B ücke, B ücke, das kann ich ein ach nich meh hö en. Alles is B ücke. Ich hab das
sa “, sag sie. Alles sei nu symbolische Poli ik. (Bb 06.03.2012)
Angesp ochen au das s ad poli ische P ojek Eu opas ad inden sich eben alls häu ig
Aussagen wie „das kling zwa alles ganz gu , was die da machen, abe das is häu ig nu
so ein ‚Tun als ob‘“(Bd 09.03.2012).
Ja, ü die is das alles F iede-F eude-Eie kuchen. Gu klingen muss das Ganze und wenn es
dann ielleich noch ein schönes Logo gib , dann eich das. (Bc 07.03.2012)
Das besch iebene und häu ig als uneh lich emp undene „Tun als ob“ und G ünde ü
d as ische K i ik wie „e logen, e s unken und schön o og a ie “ (Bp 27.03.2012) zeigen
sich besonde s deu lich am Beispiel de Eu opas ad Gö li z-Zgo zelec GmbH, die sei
2007 im ö en lichen Au ag de S ad Gö li z als p i a ech liche Gesellscha agie .
Ande s als de Name und das Logo de Gesellscha sugge ie en, is sie nich ü g enz-
übe sch ei ende Kon ak e zus ändig und auch kein gemeinsames O gan de S äd e
Gö li z und Zgo zelec
52
, sonde n übe nimm ü Gö li z die Au gaben Wi scha sen -
wicklung, S ad ma ke ing und Tou ismus mi ak uellen P ojek en zum Jugends il-
Kau haus, Einkau szen um, Be zdo e See und B ei bandanbindung (S ad Gö li z
o.J.). Die Bezeichnung als Eu opas ad Gö li z-Zgo zelec GmbH is in diesem Fall ein
ollkommen om u sp ünglichen Sinn en lee e Signi ikan , de mi g enzübe sch ei-
ende Zusammena bei de ac o kaum e was zu un ha . Zgo zelec auch en wede
52
Die O ganisa ions o m als p i a ech liche Gesellscha wü de sich soga als gemeinsames O gan
anbie en, da sie wenige eng an na ionale Vo gaben des ö en lichen Rech s gebunden is eine Ins i u-
ion wie de S ad a . De p i a ech liche Rahmen du ch die DPFA e leich e z.B. die Koope a ion
de Schulen Regenbogen und Tęcza lau den Aussagen on be eilig en Leh k ä en und Schullei ung.
P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes
79
nich au ode wi d als schmückende Zusa z e wende ; „Eu opas ad “ wi d zum eu o-
päischen, wel gewand en Ans ich ü Gö li z. Zgo zelec is bishe nu am „gemeinsa-
men“ Handelsexposé, das du ch die CIMA e a bei e wu de, als Junio pa ne be eilig .
Die Eu opas ad GmbH be eib eben alls die Gö li z-In o ma ion & Tou is -Se ice am
Obe ma k . Von ih we den an Besuche S ad pläne he ausgegeben, die en gegen de
Bezeichnung als Eu opas ad nu Teile on Gö li z und einen winzigen Teil on Zgo -
zelec abbilden. Eine de a ige Ka e als Rep äsen a ion des Raumes (Schmid 2005: 216)
ha nich nu Auswi kungen au kollek i e Vo s ellungen des so konzipie en Raumes,
sonde n ha auch p ak ische Folgen. Fü Besuche de S ad Gö li z wi d Zgo zelec
au g und des Fehlens im S ad plan zu doppel en Unbekann en, da sowohl Sp ach- und
Wissensde izi e bes ehen als auch die O ien ie ung e schwe wi d. Übe die G ünde
kann nu spekulie we den, da iele Tou is en den Weg übe die Al s ad b ücke wagen
und die mi le weile zahl eichen Res au an s und Ca és an de U e p omenade in Zgo -
zelec gu besuch we den, was ü ein gene elles In e esse ode zumindes Neugie an
Zgo zelec sp ich . Ge adezu g o esk e schien dahe ein äl e es Paa , bei dem de Mann
mi dem S ad plan in de Hand ku z nach de Al s ad b ücke ag e, ob die S ad nun
hie schon zu Ende sei ode es noch meh zu sehen gäbe (B 08.07.2012).
Ebenso wi d Zgo zelec aus dem 2012 e schienen Image ilm B ücken in die Zukun
53
s a k ausgeblende , obwohl es lau Selbs besch eibung um „Deu sch-Polnische Begeg-
nungen an de Neiße“ geh . Meh e e Pe sonen, die ich au den Film angesp ochen habe
und zahl eiche Kommen a e au YouTube bemängeln, dass de Film zwa handwe klich
gu p oduzie sei, abe auße Dom Kul u y und einem Ca é nich s on Zgo zelec zu
sehen is . Zudem ep oduzie de Image ilm in de In e ak ion zwischen deu schem,
äl e en Mann und eine jünge en, polnischen F au implizi e Hie a chie e häl nisse und
lüch e sich in pa he ische Aussagen und Allgemeinplä ze wie „Wi e s ehen uns ohne
Wo e, denn unse e He zen sind unse e Dolme sche “.
53
Online un e h p:// imeo.com/42121009 e ügba . Zule z gep ü am 15.08.2012.

P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes
80
Eu opas ad – was is das eigen lich?
Ein Klä ung de F age, was „Eu opas ad “ auße eine Wo hülse is , e o de A chi-
a bei und läss sich nich mi dem Handeln gegenwä ige Poli ik bean wo en. Als
Beg ündung ih e P oklama ion am 05. Mai 1998 inde man im Ra sa chi Gö li z:
Die Eu opas ad en s and als Konsequenz de his o ischen Umwandlungen und de en Aus-
wi kungen au die polnische und deu sche Be ölke ung aus de Ta sache eines gemeinsamen
Kul u k eises, im E gebnis de gemeinsamen Lösung de e schiedenen P obleme au dem
Gebie de Kul u , de Bildung, de Wi scha und de kommunalen Ebene. (zi ie nach
Opiłowska 2009: 251)
Eu opa wi d dabei als „Zukun unse e S äd e“ (ebd.) angesehen, ü die alle dings eine
enge Zusammena bei inne halb on S ad en wicklung und S ad ma ke ing no wendig
is . Pa adoxe weise bleib die Eu opas ad nich eine Wo hülse, weil Konzep e zu
Zusammena bei in diesem Be eich ehlen. Vielmeh wu den im Rahmen des BMBF-
P ojek s „S ad 2030“ zu Beginn des 20. Jah hunde s un e Einbezug beide S äd e
sowie Wissenscha le n und Raumplane n aus Deu schland und Polen um ang eiche
Gesam konzep ionen, Handlungs o schläge, Lei bilde und Visionen en wickel . Die
damaligen Bü ge meis e besch eiben sie als „zukun s ähige Basis ü die wei e e Zu-
sammena bei “ (Fiedo owicz/Ka baum 2005: 9). Als Ziel wu de o mulie :
Im Zuge de o sch ei enden Eu opäischen In eg a ion wachsen die deu sche S ad Gö li z
und die polnische S ad Zgo zelec aus eine ehemals ge eil en G enzs ad zu eine gemein-
samen Eu opas ad zusammen. Dadu ch we den die Chancen de S ad im Eu opäischen
We bewe b und die Lebensbedingungen de Be ölke ung e besse . Die besch änkenden
Bedingungen de G enzlage we den übe wunden, die Disp opo ionen de S ad s uk u au -
gelös . Die Eu opas ad soll sich zu einem geis igen und wi scha lichen Zen um de Region
en wickeln und eine wich ige Rolle bei de In eg a ion Polens in die Eu opäische Union übe -
nehmen. Es soll ein Modell ü e gleichba e S äd e und Regionen gescha en we den. De In-
eg a ionsp ozess wi schwie ige F agen im Zusammenleben de Be ölke ung sowie kom-
plizie e Handlungskons ella ionen ü die lokalen Ak eu e au , und wi d wah scheinlich nich
kon lik ei e lau en. (Fo schungs e bund zwischen Gö li z, Zgo zelec und dem IÖR 2002)
Die Ziel o mulie ung nenn den EU-Bei i s Polens im Jah 2004 als Ka alysa o bzw.
„Schlüsselmomen “ (Liubimau 2011: 64) de Zusammena bei . Gö li z-Zgo zelec wi d
dabei eine ak i e, gewich ige Rolle bei de EU-In eg a ion Polens zugesp ochen, die
Modellcha ak e ü ande e S äd e haben soll. Beme kenswe is zudem die e wünsch e
Übe windung de besch änkenden Bedingungen de G enzlage, die somi die S aa s-
g enze in ih e ennenden Funk ion au weichen möch e. Geklä we den soll e im Zuge
P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes
81
on S ad 2030 auch, „wie eine gemeinsame Iden i ä und eine gemeinsame O ganisa i-
onskul u ü die Eu opas ad Gö li z/Zgo zelec gene ie we den kann“ (Neumann
2005: 29) und le z endlich zu „geleb en Lei bilde “ (ebd.) üh en. E gebnisse des P o-
jek s wu den un e dem Ti el Zwei G enzs äd e wachsen zusammen (F ied ich e al.
2005) dokumen ie . Zahl eiche wei e e E gebnisse gab es au eine gemeinsamen
Homepage, die mi le weile aus dem In e ne e schwunden is . Da übe hinaus sind im
Rahmen de gemeinsamen Bewe bung zu Kul u haup s ad Eu opas zahl eiche Bei ä-
ge zu Idee eine Eu opas ad geleis e wo den (Kapi el 10.2.). Wei e e En wicklungs-
konzep e und Ideen wu den im Rahmen des Twin-Ci ies-Ne wo ks on 2004 bis 2007
und im on Rudolph/Jaege (2008) he ausgegeben Sammelband Gö li z-Zgo zelec.
S a egien ohne G enzen e a bei e .
Desin e esse sei 2007
In den In e iews wi d insbesonde e ein d ama ische B uch de g enzübe sch ei enden
poli ischen Beziehungen mi einem Auss ieg aus as allen g enzübe sch ei enden P o-
g ammen im Jah 2007 mi de Am sübe gabe des Obe bü ge meis e pos ens on Rol
Ka baum an Joachim Paulick besch ieben. Zwa wu de on ande en In e iewpa ne n
eilweise ela i ie , dass auch zu o Reibungspunk e o handen wa en und Fehle
gemach wu den ode Joachim Paulick auch Posi i es geleis e habe, dennoch äll das
U eil endenziell äuße s nega i aus. Ul G oßmann als Bü ge meis e a.D. bewe e
die gegenwä ige Poli ik als konzep los und e weis au e gebene Chancen.
WGa: Völlig kla , wenn man das eben nich gu anpack und im Momen wi d ja nix ges al e .
Also das is mein Eind uck zumindes .
I: Das wä e auch meine F age, wie das nun eigen lich is , weil ich solche Sachen wie B ücken-
pa k gelesen habe, die abe anscheinend i gendwie wiede e schwunden sind.
WGa: Gehen sie uhig mal k i isch dami um.
I: Mi le weile is mein Eind uck so, dass on diesen g enzübe sch ei enden Dingen weg geh .
[…] dass man i gendwie im P inzip sag „Wi können nich meh nu Kul u und Eu opas ad
ö de n“. Dass man da sich wiede wegbeweg ha .
WGa: […] Das is diese wi klich öllig des uk i e, übe haup nich nach ollziehba e und au
den Holzweg be indliche S a egie. Wenn man übe haup on eine S a egie eden kann. Das
is ja eigen lich nich mal eine S a egie, es is ja ga keine meh e kennba . Wenn man nun
sagen wü de: „Okay, Kul u nich meh abe da ü machen wi das und das und wi kämp en
mal um gemeinsame Gewe begebie e ode S aßenin as uk u . Weil Kul u is ü uns abge-
lu sch , wi b auchen je z Ha dwa e“. Könn e ja sein, ja, kann man ja dagegen sein. Das wä e
P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes
82
ja wi klich was. Es geh abe im Momen um ga nich s. […] Das is das was ich sag e: Die Ge-
ah en de No mali ä . Ja, das is je z alles o en und je z kann ja jede machen ode mach
es nich . Und die Poli ik nimm ih en Ges al ungsau ag und ih e Ges al ungsmöglichkei en
und o allem die Chancen auszua bei en übe haup nich wah . Die Kommunika ion is ja
as au einem Nullpunk angekommen. Das ha e ja seinen Gip elpunk beim Hochwasse
2010 e eich , die S o ies kennen sie ja bes imm . Wo de Gö li ze Obe bü ge meis e sich
hins ell , weil ihn die P esse ag e, wieso denn die Polen schon Sandsäcke geleg haben und
in Gö li z alle noch spazie en wa en. Und ob das denn nich zu Ve unsiche ung bei agen
wü de. Man wuss e ja dass da i gendwas komm . Ja, e hä e die Tele onnumme on seinem
polnischen Kollegen nich gehab .54 Da sage ich: „Wo sind wi denn?“ […] Nee, das is ein ach
eine poli ische Hal ung: „Wi haben kein In e esse.“ Und das k iegen die Polen so o mi und
dann machen die auch so o zu. Vollkommen no mal. Da sagen die „Okay, muss ja nich
sein, dann machen wi es eben nich “. (WGa 23.03.2012)
Die Aussage, dass das Fehlen on Gö li ze In e esse zu einem Glaubwü digkei s e lus
und Desin e esse au Zgo zelece Sei e üh en kann, e schein plausibel. Die S ad Zgo -
zelec nimm im Be eich g enzübe sch ei ende Koope a ion zwa einen passi e en Pa
ein, ha g enzübe sch ei ende P ojek e nach Aussagen de In e iewpa ne jedoch s e s
un e s ü z , wäh end in Gö li z häu ig on Desin e esse de do igen Adminis a ion
be ich e wu de. Die Aussagen on Ul G oßmann en sp echen wei es gehend meinen
eigenen Eind ücke und allen zum Teil noch d as ische aus. Es bleib abzuwa en, ob
de sei Juli 2012 am ie ende neue Obe bü ge meis e Sieg ied Deinege die hohen
E wa ungen aus de Zei des Wahlkamp es umse zen kann. In seine An i s ede
e sp ich e auch eine Reak i ie ung de Beziehungen zu Zgo zelec:
Wi wollen auße dem eine ech e Eu opas ad , eine Eu opas ad Gö li z/Zgo zelec sein, die
mi Ih en wei e en schechischen55 und polnischen Nachba n zusammen leb , zusammena -
bei e und sich aus ausch . In dem Beg i Eu opas ad – und in diese deu sch/polnischen
Kons ella ion – lieg so iel Po en ial und so iel Möglichkei , das müssen wi ein ach nu zen.
Gemeinsam sind wi s a k. Das is nich nu ein Sp uch – Eu opa wächs imme wei e zu-
sammen. Und B üssel e gib seine Fö de gelde schon lange am liebs en an g enzübe g ei-
ende P ojek e. Abe ich will die Ve bindung de S äd e nich nu wegen de Fö de öp e aus
B üssel e besse n. Sonde n ich will Sie e besse n, weil wi zusammengehö en. So sehe ich
das jeden alls – und He G onicz denke ich auch. Dami sind wi schon mal zwei. Und in
Gö li z und Zgo zelec gib es iele, die unse e Meinung sind. (S ad Gö li z 26.08.2012)
54
Die Anekdo e zum Neißehochwasse wu de eben alls om Sächsischen Minis e p äsiden en S anisla
Tillich au geg i en, de au eine Wahlkamp e ans al ung im Mä z anme k e, dass Deinege selbs -
e s ändlich die Tele onnumme seines Zgo zelece Am skollegen in de Tasche habe (Bq 29.03.2012).
55
Somi sp ich e en gegen de u sp ünglichen Idee eine deu sch-polnischen Eu opas ad auch om
Einbezug de schechischen Nachba n, auch wenn die Koope a ion mi de Tschechischen Republik,
insbesonde e mi dem Libe ecký k aj, im Süden des Landk eises Gö li z g öße e Bedeu ung besi z .
P oduk ion du ch Rep äsen a ionen des Raumes
83
Sieg ied Deinege sp ich om Ziel eine „ech e[n] Eu opas ad “. Dies implizie , dass in
de o he igen Am spe iode seine Meinung nach eine unech e Eu opas ad poli ik
be ieben wu de. E i dami ziemlich genau den Ke n, de in diesem Kapi el exemp-
la isch zusammenge agenen Be unde und Bewe ungen du ch die Ak i en de S ad ge-
sellscha , indem e keine Zeichenp oduk ion, sonde n Handlungso ien ie ung ein o -
de . Das Au g ei en und die Reak ualisie ung de Eu opas ad idee beg ünde e mi
wi scha lichen, abe auch ideellen und sozialen Po en ialen. Vo eilha gewähl is
häu ige Ve wendung on „zusammen“, sodass die Ph ase „eine S ad “ e mieden wi d.
Kapi el 11.1 widme sich diese o allem in Gö li z populä en und his o isch schwie i-
gen Vo s ellung. „Zusammen“ implizie hingegen die Gleichwe igkei beide S äd e.
9.3 Ve eine und Ini ia i en: „Au dem Papie ielleich das Gleiche“
Es is zum Zei punk diese A bei noch nich möglich zu beu eilen, inwie e n de neue
Obe bü ge meis e die genann en, ambi ionie en Ziele umse zen wi d.
56
Die Zus im-
mung zu g enzübe sch ei enden Zusammena bei lag jedoch in beiden S äd en be ei s
o de Jah ausendwende bei knapp un e 75% (Gö li z) bzw. knapp übe 70% (Zgo -
zelec) (Waack 2000b: 135 .) und wu de on Pie oszek (2009: 150) mi übe 90% bzw.
as 100% in eine S ichp obe on je 60 Pe sonen angegeben. Wissenscha liche S udien
be onen eben alls die No wendigkei und Vo eile g enzübe sch ei ende Koope a ion
(Knippschild 2009; Waack 2000b; Len z e al. 2009; Leibena h e al. 2008).
Vo allem die in meine A bei okussie be ach e en g enzübe sch ei end ak i en
Pe soneng uppen o ien ie en sich an Zielen, die den bei de P oklama ion de Eu o-
pas ad o mulie en Zielen in s a k ähneln, wie eine polnische Mi a bei e in am Schle-
sischen Museum anme k .
56
Sieg ied Deinege schein jedoch zumindes wiede einen poli ischen Willen zu Zusammena bei mi
Zgo zelec demons ie en zu wollen, da e sich beispielsweise beim okus-Fes i al 2012 zusammen mi
dem Zgo zelece Bü ge meis e G onicz übe das Gelände üh en lies. Mi seinem Vo gänge Joachim
Paulick sei selbs das undenkba gewesen (VGe 09.09.2012).
P oduk ion du ch äumliche P axis
90
Das Feld g enzübe sch ei ende In e ak ionen zwischen Gö li z und Zgo zelec im All-
agsleben läss sich da an anknüp end in die Be eiche „Einkau en und Diens leis ung“
und „Kul u und F eizei , Bildung“ sowie „P i a e Kon ak e“ ein eilen, die als un e -
schiedlich s a k en wickel bewe e we den.
Um ang de In e ak ionen und g enzübe sch ei ende Ma k
Das Einzelhandelsgu ach en de CIMA (Dona e al. 2012) zeig , dass lediglich 24% de
be ag en Gö li ze Zgo zelec als Einkau so nu zen, wobei die meis en einkau sbezo-
genen G enzübe i e zum Tanken genu z we den. Im Ve gleich zu E hebung on
Waack (2000b: 162) im Jah 1995, die au einen We on 46% komm , bedeu e dies
einen signi ikan en Rückgang, de sich au g und on P eisangleichungen e klä en läss .
Da übe hinaus zeig sich eine as olls ändige Ve d ängung de g oßen Polenmä k e
61
de 1990e hin zu g oß lächigen Einzelhandel am S ad and (Zgo zelec Plaza, eal,
Ca e ou , Cas o ama, e c.), au die di ek am O seingang on Zgo zelec an de S ad -
b ücke eilweise deu schsp achig hingewiesen wi d. Dona e al. (2012: 100) e mu en
zudem, dass es ü iele Gö li ze mi le weile „quasi zum gu en Ton gehö “ (ebd.) und
sozial e wünsch is , im eigenen Land einzukau en, auch „wenn sie alle d üben Kippen
kau en und Tanken ah en“ (VG 27.03.2012). Dennoch is anzunehmen, dass de g öß-
e Teil de G enzübe i e on Gö li ze n nach Zgo zelec au g und des Einkau smo i s
e olg , wobei iele Gesp ächspa ne wäh end des Feldau en hal s nich nu P eis o -
eile, sonde n auch Quali ä s o eile, insbesonde e Se iceo ien ie hei in de Gas o-
nomie, he o heben. Hie zu gehö en im Be eich on Tanks ellen, Einkau en und Gas -
onomie auch deu schsp achiges Pe sonal und die Akzep anz on Eu o.
Be ei s 1995 gaben 61% de Zgo zelece an, in Gö li z einzukau en (Waack 2000b: 162).
En gegen des eno men Ma k po en ials ü Gö li z on 456 Mio. Eu o im polnischen
Einzugsgebie (BRD: 360 Mio. Eu o) lau Dona e al. (2012: 29), inden sich bishe
61
Ein Gö li ze beme k dazu, dass man Polenmä k e as schon un e musealen Schu z s ellen müsse, da
es im Umk eis on 100km nu noch am G enzübe gang in Bad Muskau einen gäbe (VGe 22.03.2012).

P oduk ion du ch äumliche P axis
91
deu lich wenige Kau an eize und E leich e ungen ü polnische Kunden in Gö li z als
umgekeh . Dołzbłasz/Raczyk (2011: 12) hal en dies angesich s de angespann en Lage
im Gö li ze Einzelhandel ü e wunde lich und beg ünden die ehlende Nu zung des
polnischen Ma k po en ials zum einen mi dem nu unzu eichend ausgebilde en Be-
wuss sein übe dieses Po en ial, das Ans engungen ü Un e nehme auch ökonomisch
sinn oll mach , und zum ande en mi S e eo ypen om klauenden, a men Polen. Schil-
de mi Au sch i en wie „Mówimy po polsku“
62
und polnische Besch i ungen inden
sich insbesonde e bei Reisebü os, dem H&M Modehaus und bei einigen Immobilienan-
bie e n. Da übe hinaus inden sich auch de a ige Hinweise im Be eich wei e e hö-
he we ige Diens leis ungen wie Rech sanwäl e und Un e nehmensbe a ungen, die
e mu lich ehe au in Gö li z lebende Polen ausge ich e sind bzw. au Polen, die in
s eigendem Maße in Gö li z un e nehme isch ä ig sind ode dies planen.
63
De Bei i Polens zu eu opäischen Union und zum Schengen aum e leich e in e s e
Linie den Aus ausch on Wa en und Diens leis ungen, was de Anlage de EU als
g enzübe sch ei ende Wi scha s aum en sp ich . G enzübe sch ei endes Einkau s-
e hal en is lau Buu sink (2001: 10) und Schul z (2004) ein häu iges Kennzeichen
ge eil e S äd e und on G enzgebie en in Eu opa, das au ökonomischen Mo i en
be uh . Im Fall Gö li z-Zgo zelec spielen jedoch mindes ens die Fak o en Vo u eile
und S a usbewuss sein eben alls eine signi ikan e Rolle (Dołzbłasz/Raczyk 2011).
Die in eg a i e K a des Ma k es
Einige In e iewpa ne we en die Ta sache ab, dass iele Gö li ze die G enze „nu
zum Einkau en und Tanken“ (VGb 19.03.2012) übe que en. Sie e nachlässigen jedoch
„die in eg a i e K a des Ma k es“ (Weiske e al. 2008: 243). E s ell du ch es e Rollen
als Käu e und Ve käu e sowie das symbolisch gene alisie e Kommunika ionsmedium
62
Übe se zung: Wi sp echen Polnisch. Vo zu inden sind de a ige Schilde e einzel , abe que du ch
alle B anchen an eine Döne bude, Spa kasse, Reisebü os, Immobilienmakle n und Rech sanwäl en.
63
Lau eine Mi eilung des Leibni z-Ins i u s ü Lände kunde om 19.07.2010 en iel be ei s 2007 und
die Häl e alle Gewe beanmeldungen in Gö li z au Un e nehme mi polnische S aa sbü ge scha .
P oduk ion du ch äumliche P axis
92
Geld das Funk ionie en on In e ak ionen und Kommunika ion siche und is ein
niede schwelliges Angebo zum G enzübe i . Eine Polin be on , dass „no male weise
alle Menschen on hie mal zum Einkau en nach Gö li z gehen und die Gö li ze kom-
men nach Zgo zelec zum Einkau en“ (SZa 29.03.2012), sodass eine gewisse No mali ä
e eich wu de und es nich meh ungewöhnlich sei Deu sch in Zgo zelec zu hö en. Die
Vielzahl an In e ak ionen und Begegnungen in diesem Gebie kann dahe auch zu
einem Abbau men ale Ba ie en du ch eine o lau ende Gewöhnung an „das Ande e“
üh en. De Ma k bie e so die Chance zu He ausbildung on g enzübe sch ei enden
All ags ou inen. Eine Gö li ze in sieh dahe im g enzübe sch ei enden Konsum e hal-
en eben alls „eine gu e G undlage um sich anzunähe n“ (IGb 20.03.2012).
I 's p e y no mal, ha Polish people a e in Gö li z. Nobody hinks i 's s ange. And he e a e
a lo o Ge mans who come he e. They jus come he e. I know i is as no mal o us as I eel,
when I go o Gö li z. I 's no mal o hea Ge man language on he s ee s o in he shops. No-
body hinks ha i 's some hing bad. O some hing s ange. We ge used o each o he . I 's
good. I know ha i wasn' like ha be o e. Ten yea s ago, o 15 yea s ago i was no like ha .
(IZb 21.03.2012)
G enzübe sch ei ende Einkäu e können Ans oßpunk ü den F emdsp ache we b sein,
wie ein Gö li ze im Senio enal e e klä . E könne mi le weile schon Ge ich e nach
polnische Anlei ung kochen und e zähl s olz, dass e sich in den polnischen Supe -
mä k en mi le weile selbs zu Rech inden kann und wenige häu ig agen muss (Bc
07.03.2012). Es handel sich dabei alle dings um eine Ausnahme, denn die Be ei scha
deu sche Kunden, wenigs ens ein paa Wo e Polnisch zu sp echen, wi d du chwegs als
noch iel zu ge ing einschä z . Bei Besuchen on Res au an s in Zgo zelec konn en
zudem ande e Tischgesp äche und Gesp äche o den Res au an s mi gehö we den,
die zeig en, dass die Besuche zum Übe denken einsei ige S e eo ypen und nega i e
E wa ungshal ungen üh en kann, da das Essen häu ig als „soga seh lecke “ und die
Res au an s als „soga einladend und eundlich“ besch ieben we den, obwohl die Besu-
che dies anscheinend in Polen nich e wa e haben.
P oduk ion du ch äumliche P axis
93
10.2 Kul u und F eizei
Auch wenn gezeig wu de, dass g enzübe sch ei endes Einkau s e hal en zum Abbau
on men alen G enzen üh en kann und eine T ennung, wie sie Buu sink (2001: 10)
zwischen bicul u is ci izens und bicul u is consume s o mulie , nich ennscha
möglich is , sind ü den Au bau eine g enzübe sch ei enden Zi ilgesellscha übe das
Konsum e hal en hinaus gehende In e ak ionen no wendig. Ini ia i en, Ve eine und
Ins i u ionen geben in Gö li z und Zgo zelec zahl eiche Impulse zu En wicklung
g enzübe sch ei ende Kon ak e und s ellen Angebo e als gemeinsame E lebnis äume
be ei . T ansna ionales zi ilgesellscha lichen Engagemen e s ehen Rippl e al. (2009:
261 .) als Ausgangspunk au dem Weg zum Ziel eine ansna ionale Zi ilgesellscha ,
die o allem du ch die Fö de ung des ansna ionalen Ve auens und du ch die Ve -
besse ung ansna ionale In eg a ion e eich we den soll.
S uk u elle Un e schiede zi ilgesellscha lichen Engagemen s
Wäh end sich lau Bo sig (2010a: 22) im Jah 2006 13,6% de Polen in Ve einen und
Ini ia i en be ä igen, sind es in Deu schland und 45%. Diese We e sind jedoch nich
allein mi de sozialis ischen He scha zu beg ünden, die zu eine Ze s ö ung on
Sozialkapi al üh e, sonde n esul ie en auch aus einem spezi isch wes lichen Ve -
s ändnis on sozialem Engagemen in ins i u ionalisie e Fo m in Ve einen. Obwohl
Gö li z als auch Zgo zelec bis 1989 Teil des Os blocks wa en, zeigen sich g oße Un e -
schiede zwischen beiden S äd en im Be eich g enzübe sch ei ende Ini ia i en. Wäh-
end in Gö li z seh iele Ve eine und Ini ia i en geg ünde wu den, sind es in Zgo -
zelec wesen lich wenige . Vo allem de Be eich de Kinde - und Jugenda bei wi d
do , ande s als in Gö li z, übe wiegend on den Schulen und Ki chen übe nommen.
Es gib eben auch in Polen diese kul u ellen Zen en. Dom Kul u y. Das indes du in jede
S ad . Do gib es dann die Kul u angebo e, so e was dann wie Volkshochschule mi Ke a-
mikku s und Tanzen. Das is dann die Anlau s elle, is abe auch s äd isch. Es is je z nich
so ausgep äg mi Eigen- und P i a ini ia i en. […] In de Ki che is auch iel o ganisie . Ju-
genda bei wi d in den Ki chen und Schulen gemach , nich in Ve einen. (VGb 19.03.2012)
Und sie haben auch die Zusammena bei angesp ochen. Bei uns gib es iel wenige Ve eine
als au de Gö li ze Sei e. Bei uns gib es das Lausi z Museum, das Jakob-Böhme-Haus. Das
P oduk ion du ch äumliche P axis
94
is ein Ve ein. Ja, und hie das Kul u haus. Das sind eigen lich zen ale Punk e wo e schiede-
ne Ve ans al ungen s a inden. (IZa 28.03.2012)
Da übe hinaus muss be ücksich ig we den, dass Zgo zelec eine deu lich ge inge e
Einwohne zahl als Gö li z au weis , do ige Ini ia i en e s sei 2004 Zug i au Fö -
de mi el de Eu opäischen Union besi zen und zunächs le nen müssen, wie man sie
akqui ie und sinn oll einse z (B 30.03.2012).
Kul u haup s ad bewe bung als Wegbe ei e
Ande s als e mu e , we den de di ek e Ein luss des EU- und Schengen-Bei i s Polens
im Jah 2004 bzw. 2007 au g enzübe sch ei ende Koope a ion meis aus p agma ischen
G ünden wie dem ein ache en G enzübe i , abe nich als wich igs e Meilens eine
genann . Fü Gö li z und Zgo zelec wi d o allem die gemeinsame Bewe bung zu
Kul u haup s ad Eu opas 2010
64
be on . Auch wenn man hin e dem Ruh gebie und
o S äd en wie Lücke, Bambe g, Ka ls uhe, Po sdam und Köln lediglich den zwei en
Pla z e ziel e (Baumga d 2004: 15), wu de in ielen In e iews die besonde e Bedeu-
ung des Bewe bungsp ozess, bei dem „ iel los wa “ (VGe 28.03.2012), als Ka alysa o
g enzübe sch ei ende kul u elle Ak i i ä en he o gehoben und on eine bishe nich
gekann en Dynamik inne halb de Be ölke ung beide S äd e gesp ochen.
Das ha nich s dami zu un mi 2004 und 2007. Das ha iel meh mi de Kul u haup s ad -
bewe bung zu un. Mi dem P ozess, das übe lage das. Na ü lich gib 's auch Sachen, ganz
kla eine E leich e ung dadu ch, dass die G enzkon ollen wegge allen sind. Mi dem Pässen,
okay. Das sind dann ja as ehe kleine Sachen. Es gab ein Highligh . Das wa die EU-
Kul u haup s ad bewe bung und das wa hal Eupho ie pu . Au deu sche Sei e und die Polen
kamen hal dann auch dazu. Zgo zelec. Das is je z blöd, eigen lich müss e man doch Zgo -
zelece sagen. (VGe 28.03.2012)
Auch wenn de Impuls aus Gö li z kam, lag die Zus immung de Bewe bung in Zgo -
zelec und den umliegenden O en lau eine Be agung aus dem Jah 2005 bei knapp
übe 80%
65
, sodass on eine b ei en und g enzübe sch ei enden Un e s ü zung gesp o-
chen we den kann. Die Planungen und e s en Ideen begannen im Jah 1999 und wu -
64
De Ti el „Kul u haup s ad Eu opas“ is eine Kul u ini ia i e de Eu opäischen Union und wi d
jäh lich e geben.
65
E hebungen im Rahmen eine Bachelo a bei an de HS Zi au-Gö li z (Kul u A). 15% äuße en sich
neu al, nu 5% de Be ag en sahen die Bewe bung nega i .
P oduk ion du ch äumliche P axis
95
den ab 2001 in ensi ie , ehe ab 2003 ein Kul u haup s ad bü o einge ich e wu de
(Lück 2010: 62). Ul G oßmann, de als eine de Vä e de Bewe bung gil , besch eib
die Blick ich ung de Bewe bung als Modell o haben mi Vo bildcha ak e ü ande e
S äd e mi einem dezidie en Fokus au na ionale Kul u im eu opäischen Kon ex .
[…] diesen in e kul u ellen, eu opäischen Ansa z. Ode nich nu die eu opäisch ele an e na-
ionale Kul u , sonde n auch die F age zu s ellen: „Was is an diese na ionalen Kul u , wie
s ell die sich im eu opäischen Kon ex “. Das wa ü uns de Anlass im Vo nhe ein zu sagen:
Also wi als S ad Gö li z alleine, da haben wi keine Chance. Wenn dann nu gemeinsam mi
Zgo zelec als gemeinsame Bewe bung um diesen eu opäischen Impe us da einzub ingen
und da zus ellen. Imme mi de Blick ich ung Modell o haben, Modells ad , eu opäisches
Labo a o ium. Und die Idee haben wi dann wiede um in die Kul u haup s ad au genommen,
imme mi de F age: Was kann Kul u dabei leis en? Die E ah ung, dass Kul u eine ganz
bedeu same Rolle is . (WGa 23.03.2012)
Das P og amm de Eu opäischen Kul u haup s ad soll e jedoch nich nu nach außen
wi ken und Gö li z-Zgo zelec „F om he middle o nowhe e o he hea o Eu ope“
be ö de n, sonde n sah sich selbs als Ve such eine geleb en Eu opäisie ung im All ag,
das übe ein „Eu opa de Dekla a ionen“ (Baumga d 2004: 85) hinaus geh . S a egi-
sches Ziel wa dahe , übe P ojek e an eine gemeinsamen kul u ellen Iden i ä in den
Be eichen Sp ache, E inne ung und Visionen zu a bei en (Liebmann/F öhlich 2009:
248). Bei eine P äsen a ion zu Bewe bung zum UNESCO Wel kul u e be wu de expli-
zi au die Kul u haup s ad bewe bung Bezug genommen (Bj 15.03.2012). Die Vo ha-
ben, dieses P og amm wiede als Mo o und g enzübe sch ei endes Vo haben zu nu -
zen, s ieß dabei au b ei e Zus immung un e den Anwesenden.
Zen ale Ak eu e
De Mee ingpoin Music Messiaen (siehe auch Kapi el 9.3) wu de on as allen In e -
iewpa ne n als wich iges ode soga wich igs es deu sch-polnisches P ojek in Gö li z-
Zgo zelec genann , bei dem die Be eilig en „wi klich He aus agendes leis en“ (MW
28.03.2012). Lau übe eins immenden Aussagen au beiden Sei en de Neiße besi zen sie
in Zgo zelec und Gö li z hohe Akzep anz, auch wenn au dem Gelände du ch mu willi-
ge Ze s ö ungen an Schilde n (B 08.07.2012) und Schmie e eien wie „Schlesien bleib
deu sch“ (Bg 11.03.2012) deu lich wi d, dass es sich nich nu , wie selbs de inie , um
einen Begegnungs aum, sonde n eben alls ü ande e um einen Kon lik aum handel .

P oduk ion du ch äumliche P axis
96
Neben de be ei s in Kapi el 9.3 angesp ochenen gu en Einbindung on polnischen und
deu schen Pa ne n, zeichne sich das P ojek auch du ch zahl eiche wei e e Ak i i ä en
aus, au die bei de Exku sion und auch im Gesp äch e s au Nach age eingegangen
wu de. Diese beinhal en nich nu Geschich swe ks ä en und Wo kcamps, sonde n
auch das Be ei s ellen des Ne zwe ks an ande e Ve eine und Hil e bei Übe se zungen
und Fo mali ä en wie im Fall de g enzübe sch ei enden ACTA-Demo im F ühjah
2012. Da übe hinaus in eg ie de Ve ein du ch iel äl ige Au gabenbe eiche e -
schiedens e soziale (In e essens-)G uppen on de P lege des Gelände des S aLag VIIIas
übe G a i i und Musik am Ma ienpla z, bis hin zu hochkul u ellen Musik Messiaens.
Im Be eich de Kinde - und Jugenda bei sind zahl eiche Ini ia i en zu nennen, die mi
un e schiedlichen Ansa zpunk en e suchen, deu sch-polnische Begegnungen und
Zusammena bei zu e möglichen. Zum einen is dies die Koo dina ionss elle ü In e -
na ionale Kinde - und Jugenda bei un e de Dachma ke Wi °My in T äge scha des
Eu opahaus e.V. und zum ande en de Ve ein Second A emp mi dem jäh lichen
deu sch-polnischen Fokus-Fes i al, das 2012 e s ä k „deu sche und polnische T äge
zusammenb ingen und zusammena bei en“ (FOKUS) möch e. Von Second A emp
e.V. wu de auch mi dem Kul u zen um in Bolesławiec (Bunzlau) de Wo kshop
„Tonbilde “ du chge üh . Un e de lokalen T äge scha on Ideen luß e.V. und Nasze
Mias o (Unse e S ad ) möch en de Zgo zelece Jugend a und das in den Kinde schu-
hen s eckende Gö li ze Jugendpa lamen zusammena bei en. Gemeinsam haben sie die
zehn e Kon e enz des YEPP-Ne zwe ks (You h Empowe men Pa ne ship P og amme)
im He bs 2011 e ans al e . Ein Mi glied des Jugend a s in Zgo zelec e klä mi , dass
sie ge ne die Zusammena bei in ensi ie en möch en, um oneinande zu le nen und
auch om Au b uch de Gö li ze Jugend un e T äge scha des Second A emp e.V.
wissen, jedoch auße YEPP noch keine Ve ne zung s a and (VZa 30.03.2012). Pa ne -
scha lich on meh e en deu schen und polnischen Ini ia i en wi d die Kinde s ad
Gö li z-Zgo zelec e ans al e , die sich an Gö li ze , Zgo zelece und uk ainische Kin-
de ich e , die einige Tage eine eigene Mik os ad gemeinsam en wickeln.
P oduk ion du ch äumliche P axis
97
Eine de e s en Ve eine, de sich sei 1991 eine b ei en Pale e an Themen und Ak io-
nen widme , is de Eu opahaus e.V. mi gleichnamigem Anlau punk am Un e ma k .
Ande e wich ige Ins i u ionen sind das Schlesische Museum Gö li z, das Thea e Gö li z
mi den S aßen hea e agen ia hea und de Tie pa k Gö li z. Sie e en zum Teil mi
eigenen Ve ans al ungen wie eine Exku sion nach Zgo zelec (Schlesisches Museum) in
E scheinung, übe nehmen als Kul u ein ich ung eine B ücken unk ion und we den on
Zgo zelece n wah genommen und zunehmend genu z . Das Schlesische Museum und
de Tie pa k Gö li z e möglichen ein gemeinsames E leben on Deu schen und Polen
du ch eine olls ändig zweisp achige Besch i ung und dezidie e Ansp ache an polni-
sche Bü ge , wäh end im Thea e Gö li z Vo s ellungen zum Teil polnisch übe i el
we den und wie om Schlesischen Museum an Li aßsäulen in Zgo zelec gewo ben
wi d. Inklusion ollzieh sich hie o allem du ch Sp ache ( gl. Kapi el 10.6) und beim
Tie pa k da übe hinaus du ch die Annahme on Zło y ode e mäßig e P eise ü polni-
sche S aa sbü ge im Thea e . Le z e es wi d als Anpassung an Kau k a un e schiede
zwischen Deu schen und Polen beg ünde und on polnischen Bü ge n e wünsch
(Kul u A)
66
. In den In e iews mi an diesen Ins i u ionen be eilig en Pe sonen wu de
deu lich, dass man es eine sei s au g und de G enznähe als selbs e s ändlich e ach e ,
polnische Beschilde ungen anzub ingen, ande e sei s du ch demog aphische Ve ände-
ungen au s eigende Besuche zahlen aus Polen zu Exis enzsiche ung angewiesen is .
In Zgo zelec dominie das Miejski Dom Kul u y als s äd isches Kul u haus nich nu
op isch das S ad bild, sonde n wi d sowohl ü ein polnische als auch deu sch-
polnische Ve ans al ungen als wich igs e Anlau punk genann . Da übe hinaus sind
die Mi a bei e am Dom Kul u y gu mi Gö li ze Ve einen und Ini ia i en e ne z
und un e s ü zen diese bei Planungen g enzübe sch ei ende Ve ans al ungen wie dem
S aßen hea e es i al ia hea. Wie de Name schon e klä , is das Kul u haus in s äd-
ische (miejski) T äge scha . Wäh end des Au en hal s im Mä z 2012 anden do
66
P imä da en aus eine Bachelo a bei an de HS Zi au-Gö li z.
P oduk ion du ch äumliche P axis
98
un e ande em ein Medizinkong ess, ein deu sch-polnisches Cho e en, eine seh s a k
equen ie e in e na ionale A bei smesse mi übe wiegend deu schen Auss elle n und
eine ins Polnische übe se z e Auss ellung des Gö li ze Senckenbe g Na u kundemuse-
ums s a . Das Haus wi d iel äl ig genu z und besi z ein Kino und Amphi hea e und
is Anlau punk ü Auss ellungen, Tanzku se und Wo kshops. Übe die Geschich e des
Hauses als ehemalige Ruhmeshalle wi d anhand on Wand a eln e inne , wobei es
wei e hin als übe aus ep äsen a i e O ü Emp änge on Poli ike n und gemeinsame
S ad a ssi zungen genu z wi d. Da übe hinaus gib es mi Eu oope a einen polnischen
Ve ein am Neißeu e , de das Dom Jakuba Böhme be eib , das Muzeum Łużyckie zwei
Häuse wei e , den be ei s angesp ochenen Jugend a Zgo zelec, und den In e club
FEMINA, de sowohl in Zgo zelec als auch in Gö li z bes eh .
Im Be eich ki chliche Zusammena bei konn e wäh end des Feldau en hal s an einem
gemeinsamen K euzweg on Heilig K euz in Gö li z zu ih e „Filialki che“ S . Boni azi-
us in Zgo zelec eilgenommen we den, de zum sechs en Mal s a and. Beide P a e
sp achen in ih en P edig en on de Bedeu ung des gemeinsamen Glaubens, de G en-
zen übe sch ei en und Völke , die sons noch ieles enn , e binden könne (Bk
16.03.2012). Da übe hinaus konn e de ühe e deu sche F iedho in Zgo zelec-Ujazd
besuch we den, de bis 2005 ollkommen e wüs e wa und un e de Lei ung on
P a e Slawomi Lewandowski zusammen mi eine e angelischen Ki chengemeinde ab
2007 wiede in einen gu en Zus and geb ach wu de, „um in Wü de zu e inne n“ (WZb
11.03.2012). Zum Einsa z kamen auch hie Mi el de EU und de Eu o egion Neiße.
Ki chliche Zusammena bei wu de in Gesp ächen und In e iews kaum genann und is
nu sel en Ne zwe kpa ne on Ve einen und Ini ia i en, jedoch is insbesonde e ü
Zgo zelec eine g oße Bedeu ung de ki chlichen A bei anzunehmen.
Nu zung de Angebo e
De Zusp uch de zahl eich o handenen in eg a i en Angebo e du ch Gö li ze is
ambi alen zu be ach en, da es zwa eine g oße Nach age nach de a igen Angebo en
gib , jedoch nu bes imm e gesellscha liche G uppen da an eilnehmen. Exempla isch
P oduk ion du ch äumliche P axis
99
zeig sich dies an eine Exku sion des Schlesischen Museums nach Zgo zelec am 11.
Mä z 2012. Sie wa ü 45 Pe sonen geö ne und be ei s Ende Feb ua ausgebuch ,
sodass eine Wa elis e angeleg wu de und am Tag de Exku sion meh e e Pe sonen
e such en, Res plä ze zu e hal en. Im In e iew mi de Ve ans al e in am 19. Mä z
2012 be ich e diese, dass be ei s 67 Anmeldungen ü eine noch nich angekündig e
Wiede holung de Exku sion o liegen (IGa 19.03.2012). Auch im Be eich de Kinde -
und Jugenda bei e ha es sei Jah en nu in einem Fall P obleme gegeben, genügend
In e essen en zu inden (VGe 28.03.2012). Lediglich das In e esse de Schulen in Gö -
li z, sich mi de egionalen Geschich e g enzübe sch ei end auseinande zuse zen wi d
on eine Pe son als unzu eichend besch ieben (VGb 19.03.2012). Mi zunehmenden
eigenen Besuchen on Ve ans al ungen s ell e sich jedoch auch he aus, dass es einen
es en S amm an Teilnehme n de a ige Angebo e gib .
Und am Ende denke ich mi , sind es doch imme nu die gleichen, die Kon ak mi Zgo zelec
haben. (VGb 19.03.2012)
Diese G uppe kann subjek i als übe wiegend kul u a ine, gu gebilde e Mi elschich
mi einem hohen An eil Zugezogene besch ieben we den, die zum Teil in hohe F e-
quenz an de a igen Angebo en eilnehmen. Wäh end des Feldau en hal s und de
Teilnahme meh e e g enzübe sch ei ende Ve ans al ungen konn en dadu ch zahl ei-
che Pe sonen imme wiede ange o en we den.
Die Nu zung on Kul u angebo en in Gö li z du ch Zgo zelece is hingegen wenige
g uppenbezogen und on de Ve einsa bei wei es gehend en koppel . De Einbezug
on Gö li z als E wei e ung des eigenen Handlungs aums ollzieh sich hie wesen lich
eigens ändige und wi d als ausgep äg e besch ieben.
Na ü lich kommen die polnischen Bü ge auch ganz selbs e s ändlich hie he . Die kommen
iel selbs e s ändliche hie he als wi umgekeh . […] Ja, ich denke, dass wi klich Zgo zele-
ce meh zu uns kommen. Gö li z auch meh nu zen als die Gö li ze Polen. (IGb 20.03.2012)
Eine Mi a bei e in des Dom Kul u y besch eib es ebenso als „ ollkommen no mal“
(IZa 28.03.2012), dass Zgo zelece Gö li z als Kul u - und F eizei aum nu zen und
beme k , dass es ganz selbs e s ändlich sei, dass man als Zgo zelece Sonn agsbesuche
P oduk ion du ch äumliche P axis
106
Wich ig is , dass man sich on An ang an in e kul u ell begegne , ohne do g oß Ba ie en
au kommen zu lassen, die bei den Kinde n noch ga nich bes ehen, sonde n ehe bei den E -
wachsenen, bei den El e n o handen sind und dann so subjek i den Kinde n gegenübe da -
geleg we den, sodass die dann i gendwann eine S e eo ypisie ung en wickeln. Und das wol-
len wi eben nich , sonde n das ak i e hinde n, indem wi Begegnungs age machen. (SGb
22.03.2012)
Die Hochschule Zi au-Gö li z is die einzige Hochschulein ich ung in Gö li z. Sie wi d
ih em Slogan „S udie en ohne G enzen“ nu du ch die englisch- schechisch-polnischen
Übe se ze -S udiengänge und kleine en P ojek en wie GÜSA (G enzübe sch ei ende
Ve ne zung Soziale A bei e.V.) ge ech , e eich abe nich den S a us de Viad ina
Eu opa-Uni e si ä in F ank u (Ode ) mi dem Collegium Polonicum in Słubice. Sie
is Teil de Neisse-Uni e si y, die als Ne zwe k de Technischen Uni e si ä Libe ec
(Tschechien) und de Technischen Uni e si ä W ocław den S udiengang In o ma ion
and Communica ion Managemen (B.Sc.) anbie e . Somi knüp man Kon ak e zu
wei e en e n en Zen en, abe nich nach Zgo zelec. Auch wenn ü 24% de S udie-
enden die G enzlage ein G und wa , an de HS Zi au-Gö li z zu s udie en und sie die
G enzlage zu zwei D i eln posi i bewe en, wi d die Lage des Gö li ze Hochschul-
s ando s in nächs e Nähe zum G enzübe gang nich ak i genu z (Thiele/Vog 2011:
17 .): „Die Hochschule ha wel wei Koope a ionspa ne , abe die, die 500m Lu linie
en e n sind, ag man nich “ (WGa 23.03.2012). Ohne wei e e An eize, Koope a io-
nen und Un e s ü zung s eh die a sächliche Anzahl on G enzübe i en du ch S u-
die ende in s a kem Kon as zu Bewe ung de G enzsi ua ion und den eigenen An-
sp üchen. Ein eigene Fo schungsbe ich de Hochschule Zi au-Gö li z muss dahe
es s ellen, dass de Slogan „S udie en ohne G enzen“ „in de P axis de on den S udie-
enden e leb en Wi klichkei nich s and [häl ]. Mi den Angebo en, die die G enzlage
be e en, könn en Hochschule und IHI an jedem beliebigen O in Sachsen s ehen“
(Thiele/Vog 2011: 27 .). De An eil de polnischen (und schechischen) S udie enden
is o z de Lage an de S aa sg enze eben alls e gleichsweise ge ing (Thiele/Vog 2011:
7). Eine polnische Leh e in e klä , dass die Hochschule Gö li z leide eine sel en ge-
nu z e Op ion ih e Absol en en is und sich diese ehe in Rich ung de polnischen ode
eu opäischen Zen en o ien ie en (SZb 30.03.2012).

P oduk ion du ch äumliche P axis
107
Ne zwe k- und Mul iplika o unk ion
Deu sche und polnische Schulklassen sind wich ige Anlau s ellen ü Ak eu e im Be-
eich g enzübe sch ei ende Ini ia i en, da sie eine kollek i e Ansp ache an g öße e
G uppen e möglichen, die mögliche weise nich on selbs ak i we den. Alle O ganisa-
ionen die im o he igen Kapi el besch ieben wu den, e suchen dahe auch Schüle in
Fo m on Geschich swe ks ä en und Schüle p ojek en di ek einzubinden ode als
Besuche egulä e und spezielle pädagogische Angebo e in Museen, Tie pa k und
Thea e zu e eichen. Au diese Weise wi d ein niede schwellige Zugang zu Kul u an-
gebo en und g enzübe sch ei enden P ojek en gescha en, de dennoch o allem Schü-
le de Gymnasien bzw. Gimnazja und de Licea e eich .
I: Wie e eich man eigen lich die Passi en? Also nich die Kul u a inen und In e essie en.
VGe: Die e eich man in de Regel auch nu übe Schulen, übe Kollek i maßnahmen, wo sie
auch dabei sein müssen. Und deswegen is das auch wich ig, dass man mi Schulen zusam-
mena bei e . Da k ieg man auch as alle Gesellscha sschich en im P inzip. Na ü lich bewe-
ge ich mich da auch meh im gymnasialen Milieu. Das is ja auch schon nich meh ep äsen-
a i . Die Mi elschulen, die müss e man eigen lich e eichen. (VGe 28.03.2012)
Da übe hinaus können posi i e E ah ungen de Schüle und S uden en mögliche -
weise auch dazu üh en, dass de en El e n ih e Eins ellungen übe denken.
Meine El e n sind übe 50 und die mögen die Deu schen. Vielleich weil ich do s udie ha-
be, we weiß, und do hab ich auch gewohn . Deswegen kann das gu sein. Weil die El e n,
die hö en den Kinde n ja auch zu. Deswegen, wenn diese gu e E ah ungen gemach haben,
dann euen die sich doch und ielleich denken die dann auch selbs ande s. Vielleich . (SZa
30.03.2012)
Eine Leh e in des bilingualen Zweiges sind zudem auch Fälle bekann , in denen sich
Kon ak e de Schüle au die El e nhäuse ausgewei e haben und dazu ge üh haben,
dass die El e n Polnischun e ich genommen haben (SGZ 29.03.2012).
Die bedeu ende Rolle de Schulen in Zgo zelec ü die Jugenda bei is eine he aus o -
de nde zusä zliche Au gabe, bei de lau eine Leh e in „B u alisie ung und Alkohol-
missb auch“ (SZb 30.03.2012) die g öß en P obleme seien. Dass die Jugendlichen in
Zgo zelec aus ih e Sich seh äge und eilweise desillusionie sind, „da abe kein
G und sein, ihnen keine Pe spek i e zu zeigen, sonde n muss ielmeh ein Anspo n
dazu sein“ (ebd.). Da in Gö li z ähnliche P oblemkomplexe wie Kinde a mu und Pe -
P oduk ion du ch äumliche P axis
108
spek i losigkei genann we den (YEPP: 9 .), bie e sich eine sei s ein Aus ausch übe
Lösungs e suche an, ande e sei s können so g enzübe sch ei ende Pe spek i en au ge-
zeig we den. Ein de a iges P ojek is jedoch zum je zigen Zei punk nich bekann .
10.4 P i a e Kon ak e
Meh ach wu de da au hingewiesen wu de, dass p i a e Kon ak e zwischen Gö li z und
Zgo zelec noch wenig ausgebilde sind, da sie eine g öße e En wicklungszei benö igen.
Fü eine Zunahme g enzübe sch ei ende p i a e Kon ak e und In e ak ionen sp e-
chen d ei Fak o en. Eine sei s üh die s eigende Zahl deu sch-polnische Ehen in
Gö li z on un e 1% (1990) au übe 8% (2006) (Opiłowska 2009: 18) zu g enzübe -
sch ei enden Ve wand scha sbeziehungen, die Anlass ü g enzübe sch ei ende In e -
ak ionen geben. Ande e sei s leb auch eine s eigende Anzahl polnische Bü ge in
Gö li z und besi z eigene Ve bindungen nach Zgo zelec ode in den Res Polens; sie
sind zusä zlich ü ande e Be ölke ungs eile po en ielle Ve mi le zwischen Gö li z und
Zgo zelec, da sie häu ig beide Sp achen behe schen und Kenn nisse übe S uk u en in
Deu schland e we ben und übe Polen be ei s besi zen. Da übe hinaus be on eine
polnische Leh e in eine bilingualen Klasse am Augus um-Annen-Gymnasium, dass
diese Klassen auch übe die Ins i u ion Schule hinaus zu deu sch-polnischen Kon ak en
und F eundscha en üh en können.
Ich kann Ihnen sagen, ich sehe das bei Facebook [lach ]. Dass die ehemaligen Schüle n aus
den B-Klassen… die haben in ensi en Kon ak . Die sp echen übe bes imm e Tage, die man
zusammen e b ach ha . Die kommen ie en einande in beiden Sp achen ih e Ein äge. Da
me ks du dann, dass es wi klich unk ionie . (SGZ 29.03.2012)
10.5 Die Bedeu ung on Cul u al B oke s
Mi wald (2010: 435 .) be on in Bezug au die Kon ak heo ie in Go don Allpo s S u-
die The Na u e o P ejudice (1954), dass Begegnungen zwischen Mi gliede n un e -
schiedliche G uppen die Beziehungen zwischen den G uppen e besse n und Vo u ei-
le abbauen können, alls sie du ch di ek en Kon ak es s ellen, dass ih e Vo u eile
unbeg ünde sind. Es lieg au de Hand, dass de a ige P ozesse nich ablau en können,
wenn keine Begegnungen s a inden. Wie in Kapi el 10.1 a gumen ie , lie e de
P oduk ion du ch äumliche P axis
109
Ma k einen gewissen Teil solche Begegnungen, de jedoch keine au g und es e
Handlungsmus e keine komplexe e Kommunika ion e o de . Das Ausbleiben wei e-
e g enzübe sch ei ende In e ak ionen wi d o allem mi Wissensde izi en übe die
jeweils ande e Sei e beg ünde und in Gö li z zusä zlich mi Ängs en und Unsiche hei .
Ich e e auch seh iele Leu e in Gö li z, die Angs haben nach Zgo zelec zu gehen, die auch
nich wissen, was sie do sollen. Also ich glaube, die Leu e sind schon o en, abe sie wissen
nich , wie sie an die Sache angehen sollen. Manche sind auch ängs lich. (VGb 19.03.2012)
Und weil man mich imme ge ag ha , was is das? Und wie is das? Tag des o enen Denk-
mals, wie unk ionie das? Wohe sollen die das auch wissen. (IZa 28.03.2012)
Ak eu e aus dem Be eich de Kul u , F eizei und Bildung agen du ch ih e in eg a i-
en Angebo e, abe o allem du ch ih Wissen übe beide Sei en zu E ablie ung on
E s kon ak en und de In ensi ie ung on Kon ak en bei. Sie können dahe als Cul u al
B oke s angesehen we den. Michie (2003) e s eh da un e eine „pe son who acili a es
he bo de c ossing o ano he pe son o g oup o people om one cul u e o ano he
cul u e“. Ih e Au gaben bes ehen im „linking o media ing be ween g oups o pe sons
o di e ing cul u al backg ounds o he pu pose o educing con lic o p oducing
change“ (So nik/Jezewski 2001). Sie s ellen in Gö li z und Zgo zelec eine sei s ih e
eigenen Ne zwe ke und bina ionalen Kompe enzen ü in e essie e Pe sonen zu Ve -
ügung und e mi eln Wissen übe die jeweils ande e Häl e. Ande e sei s – und dabei
handel es sich um die e mu lich schwie ige e und g öße e Au gabe – ak i ie en sie
bishe passi e Pe sonen, denen es selbs nich geling , meh e e soziale, men ale und
e i o iale G enzen zu übe winden ode ga keinen Anlass dazu sehen.
Wi machen im Eu opahaus bis zum heu igen Tag so ein P og amm, wo wi ganz geziel Leu-
e aus dem ländlichen Raum aus Zgo zelec he um abholen, die noch nie in Deu schland wa-
en. Die keine Beziehung dazu haben und niemanden dazu haben, de sie animie ha . Und
die na ü lich auch Vo behal e haben. Und wenn die das so in de G uppe machen – und da
haben wi auch Pa ne in Polen, die das dann mode ie en. Wenn die dann einmal hie sind,
dann sind die na ü lich o al begeis e und sagen „wa um haben wi das nich schon ehe
gemach ?“ Abe die kommen eben nich mal übe die G enze ih es Do es hinaus und schon
gleich ga nich übe die G enze ih es Landes Rich ung Deu schland. (WGa 23.03.2012)
Die g oßen Zus immungswe e zu Zusammena bei beide S äd e bei gleichzei igen
g oßen Wissenslücken und ge ing e b ei e en bina ionalen Kompe enzen deu e au
ein g oßes Au gaben eld lokale Cul u al B oke hin. Wie be ei s Weiske e al. (2008:
P oduk ion du ch äumliche P axis
110
430 .) be onen, is hie o allem die Ak i ie ung de bishe passi en Be ölke ungs eile,
die in Gö li z und Zgo zelec einen G oß eil de Bü ge ausmachen, eine en scheidende
Au gabe. Eine gu e Ausgangsbedingung is , dass on ielen In e iewpa ne n das En-
gagemen im Be eich g enzübe sch ei ende Koope a ion mi de Mo i a ion Wissen an
ande e zu e mi eln beg ünde wi d.
Fü mich pe sönlich wa es de Impuls die eigene En deckungen in Zgo zelec eben auch den
ande en Gö li ze n nahe zu b ingen. Mi de ela i hohen Gewisshei , dass es sich lohn ü
die Gö li ze . Dass das au In e esse s öß . (IGa 19.03.2012)
10.6 Die Bedeu ung de Sp ache
Gemeinsame Sp ache gil als eine de g undlegenden Bes and eile mode nde Konzep-
ualisie ungen on Na ionali ä (Ashe 2000: 137). Ge ag nach ennenden Elemen en
zwischen Gö li z und Zgo zelec wi d nich nu on allen Gesp ächspa ne n eine
Sp achba ie e genann , sonde n diese auch du chwegs als g öß es Hinde nis besch ie-
ben. Sp ache zeig mi g öß e Genauigkei die Zugehö igkei zu eine na ionalen G up-
pe an (Ashe 2000: 137) und is gleichzei ig das häu igs e Elemen , das zu wechselsei i-
gen Inklusion genu z wi d.
E s du ch das Behe schen de Nachba sp ache is g enzübe sch ei ende Kommunika-
ion und die selbs s ändige Aneignung on Wissen übe die jeweils ande e Sei e de
G enze sowie eigene g enzübe sch ei ende Mobili ä möglich.
I is always a big ba ie . I you don' know he language you a e like someone who can' speak
o someone, who is dea . You jus can' communica e. (IZb 21.03.2012)
Die ins i u ionellen Ans engungen au dem Gebie des Nachba sp ache we bs sind
demen sp echend in beiden S äd en, wie im Kapi el 10.3 besch ieben, seh ausgep äg ,
wobei Zgo zelece ih e Kinde häu ige in Bildungsein ich ungen mi Deu schun e -
ich schicken und selbs häu ige Deu sch sp achen als umgekeh . Gö li ze mi Pol-
nischkenn nissen sind sel en und können den s eigenden Beda an Pe sonen mi diese
Quali ika ion nich decken.
Also […] wi Deu schen, müssen uns da ein bisschen an die eigene Nase g ei en. Und das is
ja das, dass wi iel zu wenig Polnisch sp echen. Abe die Bü ge aus de Republik Polen sind
P oduk ion du ch äumliche P axis
111
da iel iel lexible als wi . Ich denke es gib iel iel meh Polen, die Deu sch sp echen als
Deu sche, die Polnisch sp echen, ge ade hie in Gö li z und Zgo zelec. (VGa 08.03.2012)
Im Auszug wi d deu lich, dass de Gesp ächspa ne nich länge nu on Polen e wa -
e , Deu sch zu le nen, sonde n selbs k i isch ein äum , dass die Be ei scha Polnisch zu
le nen höhe sein müss e. E wide sp ich de lau Ashe (2000: 137) ypischen Rech -
e igung on Deu schen, die au die g öße en wi scha lichen Vo eile ü Polen du ch
Deu schkenn nisse e weisen und keine No wendigkei sehen, Polnisch zu le nen.
Bemühungen zu Inklusion on Bü ge n de jeweils ande en Na ionali ä , die nu die
eigene Mu e sp ache behe schen, konzen ie en sich dahe in e s e Linie au bilin-
guale Besch i ungen und die Hil e on Dolme sche n ode das Be ei s ellen polnisch-
bzw. deu schsp achige Mi a bei e . In allen deu sch-polnischen Ve ans al ungen sind
Übe se zungen no wendig, sodass die un e schiedliche Na ionali ä auch bei gemeinsa-
men E lebnissen s ändig p äsen bleib . Dies gil auch ü deu sch-polnisch besch i e e
Ein ich ungen wie das Schlesische Museum ode den Tie pa k, ö en liche Gebäude wie
das Augus um-Anne-Gymnasium, bei Fes i als wie dem okus und in Supe mä k en.
Inklusion du ch zweisp achige Besch i ung inde man in Gö li z o allem im Be eich
de Kul u und F eizei , in Zgo zelec hingegen as ausschließlich im Konsumbe eich.
Die Rolle on Englisch als gemeinsame lingua anca, die Sp achde izi e übe b ücken
könn e, wi d äuße s kon o e s disku ie . Be ü wo e ü den E we b on Deu sch
bzw. Polnisch als F emdsp ache a gumen ie en o wiegend mi einem egionalen,
g enzbezogenen Fokus, wäh end sich die A gumen e ü Englisch au eine globale en
äumlichen Ebene be inden. Wäh end ein Gö li ze beme k , dass man sich dann „doch
ehe meis ens au Deu sch i “ (VGe 28.03.2012), Englisch abe eine mögliche Kom-
plemen ä sp ache sei, sieh eine Polin keinen G und, wieso Deu sche Polnisch le nen
soll en: „Englisch is die Wel sp ache. […] Wozu sollen sie Tschechisch ode Polnisch
le nen, wenn sie besse Englisch le nen können? Die ganze Wel sp ich Englisch.“ (IZa
28.03.2012). Ande e a gumen ie en hingegen, dass man „in de G enz egion […] doch
iel ehe Deu sch und Polnisch als Englisch“ benö ig . Lau den Aussagen on meh e en
Pe sonen lös Englisch jedoch Deu sch als e s e F emdsp ache im polnischen Teil de

P oduk ion du ch äumliche P axis
112
G enz egion ab. Die zunehmende Bedeu ung on Englisch, o allem un e den Jünge-
en, bes ä ig e sich wäh end de Feld o schung, bei de es in All agsgesp ächen mi
Zgo zelece Jugendlichen und in einem Wo kshop des Jugend a s wesen lich ein ache
wa , au Englisch zu kommunizie en. Gleichzei ig nu z e eine Wo kshop-G uppe diese
Möglichkei und ges al e e ih Plaka ü mich als Gas , de kein Polnisch e s and, au
Englisch um mich in ih Vo haben einzuschließen und mi ihnen zu disku ie en (B
30.03.2012).
10.7 In as uk u und gebau e Umwel
Wäh end in den 1990e und ühen 2000e Jah en Gö li z-Zgo zelec, wie alle O e an
de deu sch-polnischen G enze, eine s a ke Auswei ung des g enzübe sch ei enden
Ve keh s e uh en und diese au g und ehlende bzw. mangelha e In as uk u und
langwie igen G enzab e igungen zu s a ke (Ve keh s-)Belas ung üh e (Schul z 2004;
Waack 2000b: 119), e schwand dieses P oblem mi dem Neubau on B ücken und dem
Weg all de es en G enzkon ollen 2007 wei es gehend. Gö li z is heu e au dem S ad -
gebie du ch die S ad b ücke ü den lokalen Ve keh und die Al s ad b ücke (sei 2004)
ü Fußgänge mi Zgo zelec e bunden und du ch den Neubau des G enzübe gangs an
de A4/E40 bei Ludwigsdo /Jęd zychowice nö dlich de S äd e om Du chgangs e -
keh en las e . Eben alls im S ad gebie be inde sich das Eisenbahn iaduk , übe das im
Jah 2012 jedoch nu noch d ei Reisezüge zwischen D esden und W ocław e keh en
und das ü den inne s äd ischen Ve keh keine Rolle spiel . En gegen de Zahlen aus
den 1990e n bei Waack (2000b), wi d die g enzübe sch ei ende Buslinie P nu noch on
seh wenigen Fah gäs en genu z . De Taxi e keh zwischen beiden S äd en wi d zudem
on Einsch änkungen du ch das polnische S eue ech e schwe , sodass nu polnischen
Taxen mi eine deu schen Sonde genehmigung nach Gö li z ah en dü en, abe deu -
sche Taxen nich nach Zgo zelec ah en, da sie sons S eue n in Wa schau anmelden
müssen (Sächsische Zei ung 08.02.2012: 13; VGb 19.03.2012).
Die E ö nung de Al s ad b ücke nach zehnjäh ige Ve handlungs-, Planungs- und
Bauphase im Jah 2004 s ell lau übe eins immenden Aussagen on deu schen und
P oduk ion du ch äumliche P axis
113
polnischen Ak i en einen wich igen Meilens ein ü g enzübe sch ei ende In e ak io-
nen zwischen Gö li z und Zgo zelec da . Dabei we den o allem p agma ische Aspek e
be on und die B ücke als e bindendes Elemen übe aus posi i bewe e .
2004 kam ich im Juli und im Ok obe wu de die Al s ad b ücke e ö ne . Das wa supe , ein
iesen Fo sch i , das wa oll. Das ha mich wi klich in den paa Mona en pe sönlich geä -
ge , dass es nu eine B ücke gab. Das is schon mal phan as isch. (VGe 28.03.2012)
Man mach o Spazie gänge, also die Al s ad b ücke is schon eine supe Sache muss ich sa-
gen. (IZa 28.03.2012)
Inne halb de Be ölke ung seien jedoch an angs o allem on deu sche Sei e auch
äuße s nega i e Beme kungen ge allen, die die Zunahme de K iminali ä be ü ch e en
und In es i ionen in de eigenen In as uk u o de n.
Die bin ich auch […] on einigen a ackie wo den: „Das Geld soll liebe in Schulen ode
Schwimmbäde ges eck we den als da ü die Polacken ne B ücke zu bauen“. He ige Töne.
Mi le weile is da schon ieles eingeebne und ieles is zu No mali ä . (WGa 23.03.2012)
Wäh end die S ad b ücke wei e südlich di ek am Zen umsbe eich on Zgo zelec
anknüp , jedoch om Gö li ze Geschä szen um in de Innens ad ela i ablegen is ,
e binde die Al s ad b ücke das his o ische und ou is ische Zen um Gö li z-Al s ad
mi de Zgo zelece Neiße o s ad . Vo allem de Be eich de ul. Daszyńskiego en wi-
ckel sich sei dem zu einem gas onomischen Anziehungspunk ü Deu sche und Po-
len, nachdem e du ch die signi ikan e besse e Anbindung an Gö li z in seine Lage
au gewe e und um ang eich sanie wu de (siehe auch Liubimau 2011: 60 .).
Wissen sie, o ielen Jah en wa die S aße seh hässlich. Ja, abends du ch die S aße zu ge-
hen wa auch nich seh angenehm. Abe je z o ein paa Jah en ha e man die Re i alisie-
ung […] du chge üh . Und sie sieh je z wunde schön aus. Nach dem Bau de Al s ad b ü-
cke is das alles angemessen. Das is auch seh wich ig, […] ü die S ad Zgo zelec ein Anzie-
hungspunk an die Al s ad . Als e s es wa do die D ei adenmühle. Man ha sich an den
Kop ge ass . Wieso die Gas s ä e do ? Abe wie die Zei sich e geben ha , wa das ein supe
Punk bis zum heu igen Tag. Es en s ehen na ü lich, das is ja no mal, neue Gas s ä en. Die
S aße bie e sich ge adezu dazu an, dass neue Ca és anziehen. Ein Anziehungspunk . (IZa
28.03.2012)
Symbolische Aspek e de Al s ad b ücke, die die poli ische P axis imme wiede be on
und wissenscha lich analysie wu den (Liubimau 2011; Opiłowska 2009: 293 .), sind
hingegen aus Sich meine Gesp ächspa ne ehe „ne es Beiwe k“ (IGc 21.03.2012), die
man „nich übe be onen“ (Bm 22.03.2012) soll e. Ak ionen wie die Ins alla ion „Abwä-
P oduk ion du ch äumliche P axis
114
gende Beobach e “ ode den „kulina ischen B ückenschlag“ gab es im Vo eld des B ü-
ckenbaus, mi le weile übe wiegen jedoch all agsp ak ische Mo i e.
10.8 Zwischen azi
De g öß e Teil de In e ak ionen zwischen Gö li z und Zgo zelec äll wie in ande en
ge eil en G enzs äd en au den Be eich des g enzübe sch ei enden Konsum e hal ens.
Wie be ei s Dołzbłasz/Raczyk (2011) es s ellen, sind wesen lich meh Kau e leich e-
ung du ch die Akzep anz on F emdwäh ung und zweisp achige Besch i ungen in
Zgo zelec ü Deu sche Konsumen en o zu inden, wäh end Gö li z das g öße e Po en-
ial polnische Kau k a noch un e schä z wi d. Diese Ve eilung en sp ich gängige
all agswel liche Einschä zungen und Vo u eile, wide sp ich abe dem a sächlichen
Konsumpo en ial. Konsumbeziehungen zwischen Gö li z und Zgo zelec wu den du ch
Polens Bei i zu EU und zum Schengen aum wei e e leich e und gelingen au g und
de es en Handlungsschema a des Ma k es, de zugleich eine in eg a i e K a besi z ,
da du ch die Vielzahl de G enzübe i e eine Gewöhnung an „das Ande e“ s a inde
und men ale Ba ie en abgebau ode Vo u eile e idie we den. Wenige die S aa s-
g enze als die indi iduelle Kau k a beg enzen den Zugang zum Ma k .
S ä ke noch als du ch den EU- und Schengen-Bei i Polens haben sich du ch die
gemeinsame Bewe bung zu Kul u haup s ad Eu opas in den le z en ün bis zehn
Jah en Ini ia i en, Ve eine und Ins i u ionen e ablie , die im Be eich on Kul u , F ei-
zei und Bildung gemeinsame E lebnis äume scha en ode als Cul u al B oke s eine
Ve mi lungsposi ion zwischen beiden S ad gesellscha en einnehmen. Im Gegensa z
zum Konsumbe eich sind de a ige Angebo e in Gö li z s ä ke e e en als in Zgo -
zelec. Ein ich ungen wie de Tie pa k und das Schlesische Museum nehmen eine sei s
die Lage an de S aa sg enze als selbs e s ändlichen Anlass du ch Zweisp achigkei
auch polnische Besuche zu akqui ie en, wäh end ande e sei s du ch Ve eine und Ini i-
a i en geziel deu sch-polnische Begegnungen au Basis ähnliche In e essen ini iie
we den. Die Nu zung on Angebo en in beiden S äd en is ü Zgo zelece deu lich
selbs e s ändliche und e olg selbs s ändige als du ch Gö li ze . Die E wei e ung de
P oduk ion du ch äumliche P axis
115
eigenen All agswel au Zgo zelec is in Gö li z sozial wesen lich selek i e und be-
sch änk sich au einen noch ela i kleinen, abe es en und langsam wachsenden
S amm de kul u a inen (obe en) Mi elschich . He aus o de ungen sind dahe de
Ausbau an in eg a i en Angebo en in Zgo zelec und die Scha ung niede schwellige
Angebo e, die ein b ei e es gesellscha liches Spek um einbeziehen und ela i ha e
soziale G enzen übe winden. Die Koope a ion zwischen deu schen und polnischen
Ini ia i en und Ins i u ionen ha be ei s ein beach liches Ni eau e eich , sie sind alle -
dings mi wenigen Ausnahmen hinsich lich de Na ionali ä de Mi wi kenden ela i
homogen bese z . Als unzu eichend wi d da übe hinaus die Koo dina ion de einzel-
nen Angebo e in Gö li z un e einande besch ieben.
De Bildungsbe eich besi z eine wich ige Rolle als Ve mi le on bina ionalen Kompe-
enzen, Ne zwe kpa ne de Ini ia i en und als gesellscha liche Mul iplika o . Auch
hie zeig sich sei de Jah ausendwende eine In ensi ie ung de Angebo e, die jedoch
eben alls s ä ke on Zgo zelece Bü ge n nachge ag und genu z we den und eben-
alls nu eine gu si uie e, o ene e soziale Schich e eichen. Als G ünde ü das asym-
me ische In e esse we den un e schiedlich s a k e mu e e Vo eile du ch bina ionale
Kompe enzen ange üh , die au e s langsam au b echenden Vo u eilen basie en.
Sei dem Bau de Au obahnb ücke und Al s ad b ücke s ell die In as uk u keine
Belas ung ode Hinde nis ü g enzübe sch ei ende In e ak ionen da . Die „o ene“
S aa sg enze wi d ebenso wenig als Hinde nis wah genommen. Die un e schiedliche
Sp ache s ell hingegen wei e hin die g öß e Ba ie e zwischen Gö li z und Zgo zelec
da . Auch wenn man mi le weile in allen Bildungss u en die Nachba sp ache le nen
kann, wi d de Abbau de Sp achba ie e ein ebenso lang is iges Vo haben bleiben, wie
das Reduzie en on Wissensde izi en, das Ve s ändnis on Men ali ä sun e schieden,
de Abbau on gegensei igen Vo behal en und de Au bau on Ve auen. Diese men a-
len G enzen sind unsich ba , beein lussen die äumliche P axis jedoch s a k.
P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion
122
Gö li z und Zgo zelec spielen Übe legungen zu schlesischen Iden i ä eine un e geo d-
ne e Rolle, da ehe on einem mi eleu opäischen Kul u aum gesp ochen wi d, ü den
schlesische Geschich e allen alls eine Komponen e da s ell .
73
Eine Ve bindung des
his o ischen Schlesiens mi ak uellen EU-Disku sen (Bes 2007: 257) is ebenso nu im
Be eich des Museums und deu sche poli ische Ak eu e zu inden. Deu sche und polni-
sche Ak i e heben jedoch die Bedeu ung des Schlesischen Museums als Ak eu he o ,
de Begegnungen in Ve ans al ungen und du ch die zweisp achige Auss ellung scha .
11.3 Heima
De di use Topos „Heima “ e binde und enn nich nu Gö li z und Zgo zelec,
sonde n, wie in de jünge en his o ischen Au a bei ung gezeig , auch e schiedene
Gene a ionen. Dabei kann zwischen den Komplexen Heima e lus und E zeugung on
Heima un e schieden we den. Sie sind nich sepa a zu denken, sonde n bedingen sich
gegensei ig.
Heima e lie en
Angesp ochen au die Bewegg ünde ih e Rückkeh nach Gö li z an wo e eine F au
de Ve iebenengene a ion, die bis 1945 im Os eil de S ad leb e: „Da wa ja meine
Heima , wissen sie, ich woll e ja zu ück“ (Bc 07.03.2012). Eine wei e e F au diese Gene-
a ion besch eib die Zuweisung de polnischen Na ionali ä als Ve lus de Iden i ä .
[…] Viele wa en seh saue als sie dann in de DDR wa en und de Gebu so und die Na io-
nali ä au einmal im Ausweis als „Polen“ d ins and. Ve s ehen sie das? Die sind doch in
Deu schland gebo en, die sp echen Deu sch und ühlen sich da zugehö ig, das kann man de-
nen doch nich ein ach wegnehmen. (Bc 07.03.2012)
Wie be ei s da geleg is das ö en liche und p i a e E inne n an den Ve lus de schlesi-
schen Heima in Gö li z s a k ausgep äg und wi d auch en sp echend ins i u ionell
ge ahm . De Ve lus de wesen lich he e ogene en Heima en de in Zgo zelec angesie-
del en Pe sonen is hingegen wenige ö en lich p äsen . Einen G und da ü sehen
73
Die F age, ob Gö li z (niede )schlesisch und/ode Teil de Obe lausi z sei, s ell sich ü die meis en
eben alls nich , auch wenn sie bei eine Bü ge in o ma ions e ans al ung zu Wel e bebewe bung ha
disku ie wu de (Wel e beb.). Beide Beg i e können komplemen ä zueinande s ehen.

P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion
123
P ei e /Opiłowska (2006: 22) in de einhelligen Meinung in Zgo zelec „dass man die
Ve gangenhei au sich be uhen lassen könne“ und nu be on we den müsse „dass die
Deu schen nun keine Faschis en meh seien und man sich dahe au die Zukun kon-
zen ie en solle“ (ebd.).
De Komplex on Fluch und Ve eibung dominie E zählungen um das na a i e
Feld des Heima e lus s, wodu ch die zwei e Welle des Ve lus es on Heima mi dem
Zusammenb uch on DDR und VR Polen e deck wi d. Auch ohne ö en liche The-
ma isie ung kann angenommen we den, dass zumindes in Gö li z neben dem Zuge-
winn an F eihei auch ein Ve lus bes imm e iden i ä sbildende Elemen e s eh .
Die neuen Bundeslände hie und ge ade Gö li z ha es ja eno m schwe gehab , diesen Um-
schwung de Wende übe haup au g ei en zu können. Den Weg des Kapi alismus auch gehen
zu können. Das ging ja allgemein alles seh schnell. Wi haben zwa wunde ba e S aßen be-
kommen, abe den Res ha man uns genommen. Ode wu de uns ielleich auch genommen,
weil wi nich gebilde genug dazu wa en. (VGa 08.03.2012)
Dami einhe geh de Heima e lus jene , die au g und de nach de Wende apide
s eigenden A bei slosigkei dazu gezwungen wa en, Gö li z zu e lassen. Fü Zgo zelec
gil diese Aussage au g und des Fo bes ehens des Haup a bei gebe s Tú ow o wie-
gend ü den Be eich höhe quali izie e Absol en en, denen im Gegensa z zu den
Gö li ze n keine g oße Ve bundenhei zu al en Heima zugesch ieben wi d.
Die haben alle gu e Jobs, die sind wegen dem Job weg, abe haben ein eno mes Heima ge-
ühl. Das wi d man bei einem Gö li ze wel wei inden; also egal welchen Gö li ze man i ,
das wage ich mal zu behaup en, de wü de sagen: „Wenn meine Heima s ad mi meh Mög-
lichkei en ü mein Be u sleben geben wü de, dann wü de ich zu ückkommen“. (VGa
08.03.2012)
Und das is eigen lich eine G uppe om Al e 20 bis 40 Jah en. Also diejenigen die s udie en
und i gendwo in eine G oßs ad on Polen, einen Job haben, die kommen nich meh zu ück.
(IZa 28.03.2012)
Hinzu kommen jene, die nach de Wende eiwillig ih e al e Heima e lassen haben
und o allem nach Gö li z, sel ene nach Zgo zelec gezogen sind.
Heima e zeugen
Diame al en gegen des Heima e lus es de e s en Gene a ionen in Zgo zelec s eh de
Au bau eine neuen S ad , die zwa eine gebau e Umwel abe kein Sozialwesen besaß.
P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion
124
E is de jüngs e Punk de Zgo zelece Geschich e und dahe besonde s bedeu sam, da
Zgo zelec im Gegensa z zu Gö li z au keine äl e en iden i ä ss i enden Elemen e wie
die Wagonbau adi ion, Wa enhaus, S aßenbahn zu ückg ei en kann.
These we e he imes ha no one could e e o ge . They do emembe who his li e was
g owing. How i was o ganized, how...you know... hey could come om no hing o some-
hing. They had no hing and a e ha hey had homes. They we e alone and a e ew yea s
hey had iends, amilies. (IZb 21.03.2012)
E s mi de endgül igen Fes legung de deu sch-polnischen G enze und dem Weg all
de langjäh igen Unsiche hei wu de jedoch die G undlage ü den Au bau eine eige-
nen Heima in Zgo zelec gescha en. Wich ig ü das Selbs we ge ühl de S ad is dahe
auch de Baske ball e ein PGE Tu ów Zgo zelec, au den iele Zgo zelec s olz sind, da
man als kleine S ad in de Pe iphe ie schon g oße Ve eine wie Alba Be lin geschlagen
habe und 2006, 2009 und 2011 polnische Vizemeis e wu de (Bu 10.09.2012). Teilweise
we den auch Elemen e de al en Heima in eg ie : Vo einem Pla enbau-
Ein amilienhaus in Zgo zelec s eh beispielsweise nich nu eine g iechische Flagge,
sonde n es wu den auch g iechische Säulen o dem Eingang posi ionie . Aus Ein-
schä zung eines Gö li ze s ha sich de P ozess de Heima en wicklung in den le z en
d ei bis ie Jah en in ensi ie , wäh end eine Zgo zelece n die Bedeu ung des EU-
Bei i s ü Zgo zelec und die gesam gesellscha liche Si ua ion in Polen he o heb .
Fas jede S aße wi d au ge issen, neu gemach , Fußgänge wege auch. Und je z angen die
Leu e auch an, bewuss ü ih Wohnum eld was zu en wickeln und die Vo gä en ich ig lie-
be oll zu p legen. Sei d ei, ie Jah en is das so. […] Das sind so iele Feinhei en, we wie
welche Häuse gebau ha . Die Iden i ä , das is ein ach ein P ozess. Naja, das wi d sich wei-
e und wei e en wickeln. Die we den sich wei e emanzipie en. Und ih e Heima , ih Hei-
ma bewuss sein en wickeln. (VGe 28.03.2012)
A lo o money comes om he Eu opean Union, bu I hink ou coun y is also changing. No
only he e in Zgo zelec. I 's s ill p og ess, i someone would come he e a e ew yea s, he
would see huge di e ence. (IZb 21.03.2012)
Einen wich igen Bei ag zu E zeugung on Heima leis e da übe hinaus die di ek im
Zusammenhang mi de Al s ad b ücke s ehende Au we ung de ul. Daszyńskiego als
Gegengewich zu Gö li ze Al s ad , „wo au man s olz sein wi d“ (VGe 28.03.2012).
P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion
125
Inne halb de G uppe de Ak i en jünge en Pe sonen, die in Gö li z ode Zgo zelec
gebo en wu den, wu de da übe hinaus als Mo i ü g enzübe sch ei endes Engage-
men das Bedü nis, e was ü die Heima zu un, he o gehoben.
Ich woll e hal ge ne wiede nach Gö li z kommen. In meine Heima s ad . Gö li z-Zgo zelec.
Und hie auch was machen und bewegen. (VGb 19.03.2012)
Zwei Mi gliede des Zgo zelece Jugend a s sehen es soga als Vo eil an deu sch-
polnisch ak i sein zu können. Sie möch en zeigen, dass sie als junge Menschen e was
zu gemeinsamen Zukun bei agen können. P obleme beide S äd e be ach en sie aus
eine gemeinsamen Pe spek i e. Sie haben die Ho nung, dass dadu ch meh Menschen
in beiden S äd en bleiben, zu ückkommen ode hinzuziehen (VZa 30.03.2012). In ei-
nem Wo kshop un e Jugendlichen in Zgo zelec wu de die „G enze ohne G enze“ als
eine de Vo eile de S ad meh ach genann (B 30.03.2012). Bemühungen g enzübe -
sch ei end eine Zukun gemeinsam zu e a bei en sind inne halb de ielen Schauplä ze
um Heima in Gö li z und Zgo zelec bishe die Ausnahme, da ansons en Heima e lus
und die E zeugung on Heima nebeneinande , abe nich gemeinsam ablau en.
11.4 Die in eg a i e K a de „schönen S ad “ Gö li z
Auch wenn Kempe (2011) ich ige Weise e kenn , dass de be ei s zu Jah hunde -
wende exis ie ende Na a i on de „schönen S ad “ Gö li z übe a sächliche soziale
P obleme hinweg äusch , en wickel e und die dami e bundenen ma e iellen S uk u-
en eine eno me in eg a i e K a ü Gö li z und Zgo zelec. Gö li z, das und 4000 on
K iegen e schon e Baudenkmäle besi z , die zu einem G oß eil nach de Wende sa-
nie wu den, wi d on deu schen und polnischen, on einheimischen und zugezogenen
Gesp ächspa ne n übe eins immend als seh schöne S ad besch ieben. Zahl eiche
Gesp äche und ö en liche Äuße ungen machen übe deu lich, dass man in Gö li z au
das bauhis o ische E be s olz is . Es besi z eine g oße Bedeu ung ü die Iden i ä de
Gö li ze , wi k abe auch anziehend au iele Zugezogene. Es sei „ein ach das Bes e was
man so in Deu schland sehen könne“ (Bl 17.03.2012). Übe aschende is hingegen, dass
Zgo zelece nich nu „Wissen übe die Sehenswü digkei en, was ü Schä ze Gö li z
P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion
126
eigen lich zu Ve ügung s ell “ (IZa 28.03.2012), besi zen und die S ad „weil es do
ein ach schöne und saube e is “ (SZb 30.03.2012) zum Ve weilen und Spazie en nu -
zen, sonde n es schein so, als könn e die bauliche Quali ä on Gö li z auch ein Iden i-
ä s ak o ü Bü ge aus Zgo zelec sein.
Das habe ich auch es ges ell bei den Zei zeugenin e iews, auch bei polnischen Zei zeugen.
Dass die A chi ek u on Gö li z ein seh hohe Iden i ika ions ak o is . Eben auch ü polni-
sche Bü ge . Und and ich seh schön, dass auch eine S ad a sächlich du ch ih e Äs he ik
auch so anziehend sein kann. (IGa 20.03.2012)
Im Gegensa z dazu besch eiben beide Sei en Zgo zelec im Kon as zu Gö li z meis als
„nich so schön“ (IGb 20.03.2012) ode als Pla enbauwüs e. In Zgo zelec geh man
dami zum Teil selbs i onisch um und bezeichne beispielsweise die on de Gö li ze
Al s ad gu sich ba en Pla enbauhochhäuse
74
als „Manha an“. Mi de Sanie ung de
G ünde zei be eiche, de Au we ung de Neiße o s ad und de Rekons uk ion des
Pos pla zes gegenübe de Al s ad b ücke, die e s du ch dem Zugang zu EU-
Fö de gelde n möglich wu den, wi d Zgo zelec nich nu selbs a ak i e , sonde n
schließ dami s äd ebauliche Lücken, die du ch die Zei de Teilung en s anden sind.
Ande s als die Meh hei besch eib ein deu sche In e iewpa ne Zgo zelec hingegen
als Aschenpu el, das e nich au das äuße e E scheinungsbild eduzie en möch e:
Zgo zelec is äuße lich das Aschenpu el. Das is eigen lich das bes e Bild. Zgo zelec is die
Königin, abe als Aschenpu el äuße lich, abe das, was ü mich Kul u is . Nämlich allein
schon wie man mi einande umgeh , allein wie man den ande en wah nimm , da wü den sie
denken, sie kommen in eine ganz ande e Wel . (VGc 19.03.2012)
Die als seh angenehm „menschlich“ (VGd 22.03.2012) emp undene Umgangsweise
Zgo zelece Bü ge und Pa ne wi d on einigen Gö li ze Ak i en he o gehoben,
jedoch sind in All agsgesp ächen und ielen In e iews P obleme wie die hohe Ve -
keh sbelas ung in Zgo zelec und die als chao isch emp undene S ad s uk u p äsen e .
74
Die Osidle Zachod (Wes siedlung) wu de in den 1980e Jah en e bau . Wäh end meines Feldau en -
hal s wu de ich da au hingewiesen, dass die Hochhäuse du ch ih e Sich ba kei on de Al s ad aus
damals wie heu e on einigen als massi e Eing i in das S ad bild on Gö li z gewe e we den. Men-
schen, die Gö li z nich ohne diesen „Eing i “ kennen, wü den sich hingegen wenige da an s ö en.
P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion
127
11.5 „Zgo zelec, das is Polen. Gö li z, das is Deu schland.“
Sowohl in Gö li z als auch in Zgo zelec wi d die jeweils ande e S ad häu ig als o um
p o pa e du ch die Nennung de S aa szugehö igkei ode des Na ionals aa s e se z .
Wi d on Zgo zelec gesp ochen, is meis die Rede on de „polnischen Sei e“, auch
wenn Zgo zelec au g und de En s ehungsgeschich e und Be ölke ungszusammense -
zung „keine ypisch polnische S ad “ (VGe 06.03.2012) is . Umgekeh geh man als
Zgo zelece nich nach Gö li z, sonde n nach Deu schland. Koope a ionen und Ve an-
s al ungen we den explizi als „deu sch-polnisch“ gekennzeichne , auch wenn sie, wie
de deu sch-polnische K euzweg am 16.03.2012, nu in Gö li z und Zgo zelec s a in-
den. Eine Re lexion des o um p o pa e, das sich im Sp achgeb auch eingebü ge ha ,
inde in de Regel nich s a . Du ch die Ve knüp ung de S äd e mi dem jeweiligen
Na ionals aa wi d auch au sp achliche Ebene die Schni s ellen unk ion de S äd e ü
die Beziehungen zwischen Deu schland und Polen he o gehoben. Zudem implizie
diese Ve wendung, dass sich In e ak ionen zwischen Gö li z und Zgo zelec nich nu
au die S ad äume sonde n sich mindes ens auch au das Umland beziehen können.
Ande e sei s wi d so eben alls deu lich, dass die Beziehung on Gö li z und Zgo zelec
psycholinguis isch eng mi Deu schland und Polen e bunden is und en sp echende
na ionale S e eo ype und his o ische Kon lik e unbewuss au die jeweiligen S äd e
bezogen we den. Die Nennung des Na ionals aa s an S elle des S äd enamens schein
sich eben alls mi zunehmende Dis anz zu deu sch-polnischen G enze zu e ände n.
So e zähl ein Gö li ze on eine Schulklasse aus D esden, in de iele eine „Gleichs el-
lung on Gö li z mi Polen“ (Wi My 07/2012) als Vo u eil mi b ach en.
11.6 No mali ä des Unno malen
Obwohl die deu sch-polnische G enze e s sei 2007 ü Pe sonen und Wa en ei pas-
sie ba is , wi d be ei s je z on eine gewissen No mali ä de neuen Si ua ion gesp o-
chen. Das gleiche gil zum Teil auch ü deu sch-polnische Koope a ionen.
Fü mich is das i gendwie e wunde lich, dass sich da imme noch so iele ü das, was wi
hie in Gö li z und Zgo zelec machen in e essie en. Fü mich is das eigen lich schon alles
no mal. (VGg 05.03.2012)

P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion
128
Dass die G enze o en is , das is inzwischen ü uns so selbs e s ändlich. (IGb 20.03.2012)
Die so besch ieben No mali ä und Selbs e s ändlichkei des G enzübe i s au zi il-
gesellscha liche Ebene en sp ich de Fes s ellung ü den poli ischen Disku s on Bes
(2007), de a gumen ie dass G enzübe sch ei ungen zwischen Deu schland und Polen
on eine Ausnahme zu Regel wu den. Dem gegenübe s ehen jedoch nich nu eine
signi ikan ge inge e Anzahl an a sächlichen G enzübe i en, sonde n auch Pe sonen,
die be ü ch en, dass du ch die neue No mali ä das bishe E eich e abgewe e wi d
und eine zukün ige Ve besse ung de Si ua ion e schwe wi d.
Mi le weile is da schon ieles eingeebne und ieles is zu No mali ä gewo den. Mi is
manches schon zu no mal gewo den. Weil diese No mali ä schon dazu üh , dass man es
eine sei s nich we schä z , was da wi klich passie is in diesen 20 Jah en. Dass da wi klich
E hebliches in den Köp en und He zen de Leu e passie is . […] Es is so No mali ä einge-
zogen; man kann ja da übe und nübe und man kann da einkau en gehen. Und ohne Aus-
weiskon olle und man kann da ins Riesengebi ge zum Ski ah en gehen. Is ja auch alles
schön, abe ich denke dass solche P ozesse auch eine gewissen S eue ung bedü en und sich
mal Gedanken machen muss. (WGa 23.03.2012)
Poli ische und zi ilgesellscha lich Ak i e im Be eich de g enzübe sch ei enden In e -
ak ion be inden sich dahe in einem Zwiespal , da eine sei s eine gewisse No malisie-
ung und Rou inisie ung on g enzübe sch ei enden All agsp ak iken e wünsch is .
Alle dings bi g sie auch die Ge ah wie „ein al es Ehepaa […], […] mi einande , ne-
beneinande und aneinande o bei“ (P ei e /Opiłowska 2006: 12) zu leben, sodass de
P ozess de En s ehung eines g enzübe sch ei enden Gemeinwesens s agnie , obwohl
e nach Einschä zung de meis en noch mindes ens zwei ode d ei Gene a ionen benö-
igen wi d. Es is dahe no wendig, zwischen zwei Polen zu balancie en, so dass g enz-
übe sch ei ende Bemühungen „imme noch was Besonde es“ (VGe 28.03.2012) bleiben,
dabei abe auch nach und nach „en exo isie “ (VGc 19.03.2012) we den.
11.7 Jugend als Chance
Abe das lieg o allem bei den Kinde n, wie diese e wachsen we den. Deswegen müssen wi
das ände n und nich die Äl e en. (SZa 30.03.2012)
Alle Gesp ächspa ne aus dem K eis de Ak i en in Gö li z und Zgo zelec un e s ei-
chen die Au assung, dass in de Jugend eine Chance ü ein g enzübe sch ei endes
P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion
129
Gemeinwesen lieg , da sie his o isch unbelas e e agie en können und mi eine o enen
G enze au wachsen.
Und gene ell du ch die o enen G enzen. Das wa ja o 5, 6 Jah en auch noch nich so - also
ich als Kind kenne das auch noch: An die G enze ah en, Ausweis zeigen und wei e ah en. Is
ja je z nich meh so. Und ein Kind, das das übe haup nich meh so kenn und je z au -
wächs und nu eine o ene G enze kenn , das denk ja auch ganz ande s als wenn es hin äh
und einen Polizis en sieh , de e s mal alles kon ollie en muss. […] Also ich denke schon,
dass es sich in den nächs en 10, 20 Jah en en wickeln kann. (VG 27.03.2012)
Vo allem in Gö li z wi d deu lich, dass dami auch ein Gegen-Na a i zu Pensionopo-
lis ins allie wi d. Bei de Ve ans al ung „S ad de Gene a ionen“ de Jungen und
Senio en-Union wu de deu lich, dass zahl eiche En scheidungs äge in Gö li z o wie-
gend das Al e als Chance sehen wollen und abgesehen om neuen Obe bü ge meis e
Deinege
75
die Belange de Jugend nich hema isie haben. Ein Flashmob zahl eiche
Jugendliche mi e kleb en Münde n und Handze eln mi de Au sch i „Noch sind
wi hie !“ in eine S ad a ssi zung im Janua , s ell den bishe igen Eskala ionspunk
da . Mi dem „Au b uch de Gö li ze Jugend“
76
gib es e s malig sei de Wende eine
G uppe Jugendliche , die sich nich de be u sbeding en Abwande ung üg , sonde n
Pe spek i en o O ein o de . Die be euende Leh k a des Zgo zelece Jugend a s
o de eben alls meh Pe spek i en ü Jugendliche in Zgo zelec, die zwei Mi gliede
dami e gänzen, dass sie zeigen möch en „dass es junge Menschen in de S ad gib , die
die S ad o anb ingen wollen“ (VZa 30.03.2012). T o z übe eins immende Aussagen
da übe , dass nu du ch die Jugend ein g enzübe sch ei endes Gemeinwesen au gebau
we den kann und de Jugend Pe spek i en gegeben we den müssen, inde eine Ve ne -
zung zwischen Gö li z und Zgo zelec hie nu schleppend s a , auch wenn ein gemein-
sames hema isches Fundamen o handen is . Ebenso wenig wi d e kann , dass eine
Fö de ung de Jugend nich die Belange ande e Gesellscha sg uppen ausschließ .
Das is die Basis unse e ganzen Gesellscha . Es is ein iesige I um, dass das un e Fe n-
e lie en abgehandel we den da . Da um denke ich, dass jede Sekunde, die man da in es ie ,
eine In es i ion in die Zukun de ganzen Gesellscha is . (VGc 19.03.2012)
75
Jugend wa eines de zen alen Themen im Wahlkamp und wu de nu on Deinege bese z .
76
Selbs bezeichnung de Ak i is en.
P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion
130
11.8 Zwischen azi
Kapi el 8.7 ha gezeig , dass eine Auseinande se zung mi de kon ingen en, lange abui-
sie en und mi na ionalen My hen du chzogenen jünge en Geschich e de beiden
S äd e bishe nu zöge lich s a and. De nahezu ausschließlich in Gö li z o zu inden-
de his o isch beg ünde e Na a i on „eine S ad “ kann dahe o z seine Deno a ion
ebenso wenig zu P oduk ion eines g enzübe sch ei enden Gemeinwesens bei agen,
wie de Na a i on de schlesischen Iden i ä .
De meh malige Ve lus on Heima p äg gene a ionenübe g ei end E zählungen in
Gö li z und Zgo zelec als gemeinsames na a i es Feld. Na a i e sind nich nu Re-
sul a indi iduelle E ah ungen, sonde n „always linked o e y eal physical and ma e-
ial consequences“ (Doe enspeck 2011: 140). Heima e lus esul ie aus den poli isch-
his o ischen B üchen 1945 und 1989, wäh end die en gegengese z e E zeugung on
Heima du ch die endgül ige Fes legung de S aa sg enze und die nach de poli ischen
Wende gewonnene F eihei möglich wu de. Heima zu e zeugen is ein wesen liches
Mo i de Ak i en, die e suchen, Heima zunehmend auch g enzübe sch ei end den-
ken. Eine g oße in eg a i e K a komm dabei de s äd ebaulichen Anmu ung de
„schönen S ad “ Gö li z zu, mi de sich auch Bü ge aus Zgo zelec zunehmend iden i i-
zie en, die du ch die Au we ung de U e p omenade an de ul. Daszyńskiego de Ei-
gen- und F emdwah nehmung als wenige schöne S ad e was en gegen se zen, das on
Bü ge n beide S äd e eben alls angenommen wi d.
Ak i e kommen übe eins immend zu Au assung, dass o allem in de Jugend die
Chance ü eine gemeinsame Heima als g enzübe sch ei endes Gemeinwesen lieg . Die
„o ene“ S aa sg enze wi d be ei s wenige Jah e nach dem Schengen-Bei i als No ma-
li ä e s anden, die zum Abbau men ale G enzen Ba ie en und Rou inisie ung, abe
auch zum S agnie en de g enzübe sch ei enden Bemühungen üh en kann. Die seh
p äsen e Gleichs ellung on Gö li z mi Deu schland und Zgo zelec mi Polen e weis
en gegen dem Bedeu ungs e lus de S aa sg enze als Ba ie e au eine s a ke Ve anke-
ung na ionals aa lichen Denkens.
P oduk ion du ch Räume de Rep äsen a ion
131
Die besch iebenen na a i en Felde un e scheiden sich jedoch s a k om poli ischen
Disku s au übe egionale und (sup a-)s aa liche Ebene, wo imme wiede die Ideen
de eu opäischen Zi ilgesellscha (Bieling 2010: 31) ode eu opäische Iden i ä (Paasi
2005b: 585) be on we den. Im eu opäischen Kon ex e suchen poli ische und wi -
scha liche Ak eu e Regionen einen symbolischen, eu opäischen Meh we zu geben
(Paasi 2001: 17), de im E zählen in Gö li z-Zgo zelec nich genann wi d.
Wi leben nich i gendeine „Idee Eu opa“, sie leben ja auch nich die Idee des G undgese z-
es, sonde n sie e leben die Möglichkei , die dieses G undgese z sei 1949 e ö ne ha [...]. So
is das mi de eu opäischen Idee na ü lich auch. Also hie wi d keine Idee geleb . […] In de
Region hie leben Menschen, die e schiedene Sp achen sp echen, die eine schwie ige Ve -
gangenhei haben, selbe äglich e leben wie das ägliche Leben sich en wickeln und ges al en
[…]. Es käme ja auch niemand au die Idee, dass wi die „Idee Deu schland“ leben, wenn wi
uns hie un e hal en, obwohl wi woande s he kommen. (VGc 19.03.2012)
Im lokalen Kon ex sind hingegen die Möglichkei en, die poli ische P ozesse e ö nen,
on g öße e Bedeu ung als de en symbolische Komponen e. Fü Zgo zelec bzw. Polen
bedeu e de EU-Bei i jedoch nich ausschließlich o ene G enzen und den Zug i au
Fö de p og amme de EU, sonde n auch ein Zugehö igkei sge ühl zu Eu opa (Wilkie-
wicz 2005: 14) um deu schen Pa ne n gleichwe ig gegenübe zu s ehen.
Schlussbe ach ung
138
eine om Auswä igen Am un e sag en gemeinsamen Feue weh übung in eine legale
Schau e ans al ung. Sie weichen die na ionals aa liche T ennung au und sind ebenso
No mali ä und Teil des All agslebens gewo den wie die Möglichkei en, die sich du ch
die ü Pe sonen und Wa en geö ne e G enze bie en.
Die on Rum o d (2006: 157) besch iebene Gleichzei igkei on „debo de ing and
ebo de ing“ zeig sich auch in Gö li z und Zgo zelec, wo die S aa sg enze als soziale
Kons uk ion on un en kon inuie lich wei e kons uie wi d. Diese P ozess is am
deu lichs en in de Bezeichnung on g enzübe sch ei enden Vo haben als deu sch-
polnische P ojek e sich ba und se z sich in de Bezeichnung on Zgo zelec als Polen
ode polnische Sei e (und umgekeh ) o . Wie im ie en Kapi el en al e und on
Paasi (2001: 20 .) eben alls ange üh , besi z die Vo s ellung na ü lich gegebene Na io-
nals aa en und na ionale Iden i ä en eine g oße Sugges i k a , die nich du ch einen
Wechsel des G enz egimes e schwinde .
Soziale G enzziehungen
Ein wei es und um ang eiches Ve s ändnis on G enzen und G enzziehungen ha nich
nu die Bo de s udies be eiche (Johnson e al. 2011: 61), sonde n e möglich in Gö li z
und Zgo zelec die Beobach ung wei e e G enzziehungen, die nich de Linie zwischen
Deu schland und Polen au de Ka e olgen. Die G uppe de e , die g enzübe sch ei en-
de In e ak ionen ollziehen ode soga e möglichen besch änk sich in Gö li z au eine
e häl nismäßig kleine G uppe, die als besse si uie e, gu gebilde e Schich besch ieben
we den kann.
78
Auch wenn zu Zei mediales und lokalpoli ischen Desin e esse beklag
wi d, kann da on ausgegangen we den, dass au g und des p ognos izie en Bedeu-
ungszuwachs deu sch-polnische Koope a ionen (Len z e al. 2009) de Ein luss und
die Bedeu ung diese G uppe wachsen wi d. Nu schwe e eich we den sozial schwä-
che e Pe sonen, die in beiden S äd en eine g oße G uppe bilden und on exis enziellen
78
Ve lässliche p äzise Aussagen ü Zgo zelec, die übe die Fes s ellung, dass die Nu zung beide S ad -
häl en selbs e s ändliche e olg , können leide nich ge ä ig we den, da de gesellscha liche Ein-
blick wäh end de Fo schungsphase ge inge ausge allen is ( gl. Kapi el 7.5).

Schlussbe ach ung
139
P oblemen wie de beide sei s eno m hohen A bei slosigkei be o en sind. Du ch
s äd ebauliche En wicklungen in Gö li z is eine besonde s hohe Konzen a ion on
Pe sonen, die on de Eu opas ad idee meh ach ausgeschlossen sind, o allem ü die
sukzessi e dem Rückbau zuge üh en Neubau ie el Königshu en, Rauschwalde und
Weinhübel signi ikan , wäh end in de Al -, Innen- und Süds ad jünge e, häu ig zuge-
zogene und besse si uie e Be ölke ungsschich en leben. Auch do sind jedoch soziale
P obleme und on de Eu opas ad abe auch om gesellscha lichen Leben ma ginali-
sie e G uppen p äsen , de en Inklusion eine bedeu ende Au gabe da s ell .
In e ka ionen ö de n
Wie in Kapi el 10.5 a gumen ie , sind nich nu die unausweichliche, pe manen e
Kon on a ion mi dem „Ande en“, sonde n auch eine Zunahme an In e ak ionen
zwischen beiden S äd en no wendig um men ale G enzen abzubauen. Fü Gö li z und
Zgo zelec wi d o allem die „Sp achba ie e“ zwischen beiden S äd en he o gehoben.
Sie e schwe dieses Vo haben und kann e s lang is ig und mi einem Ausbau de
be ei s o handenen Bildungsein ich ungen und eine schon begonnenen Ö nung de
Gö li ze Be ölke ung gegenübe polnischen Sp achun e ich e eich we den. Hinzu
kommen iel ach besch iebene Men ali ä s- ode Kul u un e schiede, die nu du ch
di ek e Kon ak e ela i ie we den können und als Le nanlässe dienen. Fü die In ensi-
ie ung de In e ak ionen sind Cul u al B oke als Wissens e mi le und Mode a o en
zwischen beiden Sei en des Neißeu e s no wendig. Gleichzei ig muss e such we den,
bishe om In eg a ionsp ozess ausgeschlossene Gesellscha sg uppen zu e eichen um
be ei s o handene soziale G enzen nich wei e zu e schä en. Ebenso is eine besse e
Koo dina ion im K eis de Ak i en no wendig, um un e einande keine kon ap oduk-
i en G enzziehungen en s ehen zu lassen. Du ch ih Wissen und ih e bina ionalen
Kompe enzen sind Cul u al B oke in eine Mach posi ion, die sie e lek ie en müssen.
12.3 Deside a e zukün ige Fo schung
Im Folgenden we de ich eine beg enz e Auswahl an möglichen Ansa zpunk en de
wei e en Fo schung an de deu sch-polnischen G enze im Allgemeinen und Gö li z-
Schlussbe ach ung
140
Zgo zelec im Speziellen p äsen ie en. Dabei handel es sich um Pe spek i ie ungen im
Spannungs eld on poli ische , ökonomische und zi ilgesellscha liche Handlungsa e-
na und zwischen den Polen deu sche und polnische Sich weisen, s äd ische und
ländliche Räume sowie k i ische und anwendungsbezogene Fo schung. Sie sind als
weiche Fokussie ungen zu e s ehen, die benachba e P oblembe eiche einbeziehen.
Wie Len z e al. (2009), die on eine „Ge man pe spec i e“ sp echen, bin ich au g und
sp achliche De izi e, eigene na ionale Zugehö igkei und Sozialisa ion ( gl. Kapi el
7.5) lediglich in de Lage, einen bes imm en „deu schen“ Blick au P ozesse zwischen
Gö li z und Zgo zelec zu haben. Dolińska/Niedźwiecka-Iwańczaks (2011) Monog aphie
Zgo zelec jako mias o pog aniczne w opiniach jego mieszkańców
79
zeig hingegen eine
komplemen ä e „polnische” Sich weise, die die Au o en um eine deu sche Sich weise
e gänz haben möch en. Eine Zusammen üh ung beide Pe spek i en, die bishe noch
nich s a and, kann nich nu die blinden Flicken de jeweiligen Be ach ungsweise
e meiden, sonde n auch de gemeinsamen E a bei ung on Lösungsansä zen dienen.
Die g oße Meh hei de A bei en zu sozio-ökonomischen und poli ischen F ages ellun-
gen an de deu sch-polnischen G enze konzen ie sich au die ge eil en S äd e F ank-
u (Ode )/Słubice (Jajeśniak-Quas /S okłosa 2000), Guben/Gubin (Ma hiesen/Bü k-
ne 2001; Hoo n 2006) und Gö li z-Zgo zelec (Weiske e al. 2008; Waack 2000b,
Dołzbłasz/Raczyk 2011). Eine Rande scheinung sind Un e suchungen zu diesen The-
men im ländlichen Raum, in dem ein g oße Teil de Be ölke ung en lang Ode und
Neiße leb .
80
Eine gewisse mediale Au me ksamkei haben in jüngs e Ve gangenhei
P ozesse zwischen de polnischen Me opole Szczecin (S e in) und de seh ländlich
79
Eigene Übe se zung des Ti els: Zgo zelec als G enzs ad in de Wah nehmung ih e Einwohne . Leide
lieg wede eine deu sche/englische Übe se zung de Publika ion o noch konn e bishe zu den Au o-
en Kon ak au gebau we den.
80
Diesen Hinweis ha mi eine Mi a bei e in des Eu opahaus e.V. in Gö li z gegeben, die mich au die
g enzübe sch ei enden Beziehungen und P ozesse zwischen Pieńsk (6000 Einwohne ) und Deschka
(303 Einwohne ), die 13km nö dlich on Gö li z und Zgo zelec liegen, au me ksam gemach ha .
Schlussbe ach ung
141
gep äg en ös lichen Ucke ma k und Vo pomme n e hal en (Badische Zei ung
28.04.2012).
Ebenso ehl bishe eine e gleichende Be ach ung de d ei ge eil en G enzs äd e an de
deu sch-polnischen G enze, die klä en könn e, wieso manches an einem O geling ,
abe ande swo im Be eich des Undenkba en lieg . Ve gleiche mi ande en ge eil en
G enzs äd en und G enz egionen (Neumann/F ied ich 2005; Rippl e al. 2009; Buu sink
2001) gib es hingegen be ei s. Aus eine Anwendungspe spek i e is es wünschenswe ,
dass Bo de s udies nich nu disziplinä e G enzen übe winden, sonde n, wie Leibena h
e al. (2008: 193) o de n, auch ansdisziplinä den Dialog mi poli ischen, wi scha li-
chen und zi ilgesellscha lichen Ak eu en suchen, denn „Wissenscha le lösen P oble-
me nich da um, weil sie einen me hodologischen Zaube s ab schwingen“ (Feye abend
1979). Ein ich ungen wie das Ci y Twins Ne wo k, dem Gö li z und Zgo zelec nu on
2004 bis 2006 angehö en, e möglichen den Aus ausch mi ande en ge eil en G enzs äd-
en zum gegensei igen Le nen und de Diskussion zwischen Fo sche n, Anwendungs-
expe en und Bü ge n.
Ich olge de A gumen a ion on Bes (2007: 264), de das neue Pa adigma de G enz-
übe sch ei ungen an de deu sch-polnischen G enze als bes imm e Ideologie bezeichne
und dahe auch dessen k i ische Re lexion o de . Dami meine ich jedoch nich die
In ages ellung g enzübe sch ei ende Koope a ion ode de en b ei e Be ü wo ung in
Poli ik und Wissenscha , sonde n die Un e suchung de He ausbildung neue Mach -
beziehungen und G enzziehungen au e schiedenen äumlichen Ebenen du ch das
neue Pa adigma. Die k i ische Re lexion kann eben alls beinhal en, dass die zunehmen-
de Ö nung de EU-Binneng enze zwischen Polen und Deu schland Resul a und G und
on Schließungsp ozessen an Polens EU-Außeng enzen is .
Die ak uelle Fo schung zu Gö li z und Zgo zelec weiß noch iele Lücken au , sodass
mein Fo schungs o haben wesen lich explo a i e aus iel als zu Beginn angenommen.
Neben den genann en Fo schungsdeside a en sind dahe Un e suchungen einzelne
P ojek e und Teilbe eiche g enzübe sch ei ende Koope a ionen o O sinn oll.
Schlussbe ach ung
142
12.4 Nachwo
De polnische Klassike de Soziologie, Józe Chałasiński, ha ein G enzgebie als „Ge-
bie eine Be ölke ung“ de inie , „die au beiden Sei en de G enze leb , übe wi -
scha liche, amiliä e und kul u elle Beziehungen mi einande e bunden is und nu
du ch eine poli ische G enze oneinande ge enn is “ (nach die ageszei ung
07.05.2003). Von diesem Ve s ändnis sind Gö li z und Zgo zelec im Jah 2012 noch
spü ba en e n . Auch wenn heu e ieles be ei s als No mali ä bezeichne wi d, kann
niemand sagen, wie iel Zei de P ozess, de ge ne als Zusammenwachsen bezeichne
wi d, noch benö igen wi d. Dabei geh es o allem um den Abbau de wesen lich s abi-
le en men alen G enzen zwischen Gö li z und Zgo zelec als um die S aa sg enze selbs .
Angesich s de En wicklungen de le z en siebzig Jah e, die die Du chlässigkei , abe
auch den e bindenden und ennenden Cha ak e de G enze as im Dekaden hy mus
e ände haben, sind P ognosen, übe die ich mi ielen Pe sonen disku ie en du e,
im P inzip unmöglich. Mögliche weise sind ohnehin die G enzen unse e Vo s ellung
übe Zukün iges sei jehe zu g oß. Wie wä e wohl die An wo , wü de man sich als
Zei eisende in das Jah 1945 ode in die Zei des Kal en K ieges begeben und den
Menschen ös lich und wes lich on Ode und Neiße e zählen, was heu e möglich is ?
Ve mu lich wü den dem Zei eisenden nich einmal die ha geso ens en Op imis en
Glauben schenken. Wi wissen nich , ob das iel beschwo ene Po en ial de G enzübe -
sch ei ungen in Gö li z und Zgo zelec abe auch in ande en G enz egionen genu z
ode wei e hin genu z we den wi d. Die Lage an de S aa sg enze s ell o z ih e Ö -
nung eine He aus o de ung da , die man annehmen kann ode nich . So o ensich lich
manche Chancen auch e scheinen mögen, so ansp uchs oll sind sie häu ig zu nu zen.
Solange es diese Möglichkei en gib , soll e man e suchen sie zu nu zen ode eine besse-
e Al e na i e, die mi selbs nich ein äll , nennen. Hie zu is Geduld und Ve auen
no wendig, das e s langsam wachsen und on niemand e zwungen we den kann.
143
13 Quellen e zeichnis
13.1 In e iewpa ne
Da mi einigen In e iewpa ne n meh mals gesp ochen wu de, sind an diese S elle
keine Da umsangaben o zu inden. Sie sind in de A bei en sp echend e gänz .
Schulen- und Bildungsein ich ungen
SGa Leh e in Regenbogen-G undschule Gö li z
SGb Lei e DPFA-Akademieg uppe in Gö li z
SGc Leh e in am Augus um-Annen-Gymnasium Gö li z
SGZ Polnische Leh e in am Augus um-Annen-Gymnasium Gö li z
SZa Leh e in an de G undschule Tęcza Zgo zelec
SZb Leh e in am Gimnazjum 1 in Zgo zelec, Be eue in Jugend a Zgo zelec
Ö en liche Kul u ins i u ionen
IGa Mi a bei e in am Schlesischen Museum Gö li z
IGb Via hea P ojek lei e in am Thea e Gö li z
IGc Pädagogin am Tie pa k Gö li z
IZa Mi a bei e in am Miejski Dom Kul u y in Zgo zelec
IZb Mi a bei e in am Muzeum Łużyckie und Ve ein Eu oope a
Ve eine und Ini ia i en
VGa Bundes eiwilligendiens leis ende bei Second A emp e.V.
VGb Mi glied bei Mee ing Poin Music Messiaen
VGc Ini ia o des Mee ing Poin Music Messiaen
VGd Ini ia o in des Ideen luß e.V.
VGe Ak i e im Be eich in e na ionale Kinde und Jugenda bei
VG
Zen ale Ak eu des „Au b uchs de Gö li ze Jugend“
VGg Mi glied des Eu opahaus e.V.
VZa Sp eche und Sp eche in des Jugendpa lamen s Zgo zelec
Wei e e Pe sonen
WGa Ul G oßmann, 1. Bü ge meis e ü Kul u , Soziales und Tou ismus in
Gö li z on 1990 bis 2008

Quellen e zeichnis
144
WGb In Gö li z lebende , gebü ige Obe schlesie
WZa P ies e de g iechisch-o hodoxen Ki che in Zgo zelec
WZb P a e de Ki chengemeinde in Zgo zelec-Ujazd
13.2 Beobach ungen und kü ze e Gesp äche
Bei den au gelis e en Gesp ächen und Beobach ungen handel es sich um eine Auswahl,
au die in de A bei explizi Bezug genommen wi d. Nich an diese S elle au gelis e ,
abe ü die A bei eben alls seh bedeu sam wa en nich in en ionale Beobach ungen im
Rahmen de eigenen All agswel in deu schen und polnischen Supe mä k en, Res au-
an s, Kul u - und F eizei ein ich ungen. Da übe hinaus wu den zahl eiche Rundgänge
du ch Gö li z und Zgo zelec ge ä ig , die das S ad gebie beide S äd e abdecken.
Ba Tag de o enen Tü am Augus um-Annen-Gymnasium
(bilinguale Zweig)
03.03.2012
Bb
Spazie gang mi VGe du ch Zgo zelec. Ku zes Gesp äch
mi einem polnischen Mi glied on Nowa Ame ika
06.03.2012
Bc Ve ans al ung „Kul u und Kuchen – na ü lich schlesisch“
im Schlesischen Museum. Gesp äch mi zwei F auen de
Ve iebenengene a ion.
07.03.2012
Bd
Deu sch-polnisches Cho e en in Dom Kul u y. Ge-
sp äch mi meh e en F auen im hohen Al e o Dom
Kul u y
09.03.2012
Be Poli ische Diskussion „S ad de Gene a ionen“ de Jungen
Union und Senio en Union in Gö li z
09.03.2012
B
Tag de o enen Tü an de Regenbogenschule Gö li z 10.03.2012
Bg Exku sion des Schlesischen Museums nach Zgo zelec 11.03.2012
Bh Spazie gang mi VGb on de o hodoxen Ki che zum
Konsulpla z
11.03.2012
Bi A bei smesse in Dom Kul u y in Zgo zelec 13.03.2012
Bj Bü ge in o ma ions e ans al ung zu Wel e bebewe bung
in de Neissegale ie
15.03.2012
Bk K euzweg on Heilig K euz (GR) nach S . Boni azius
(DZG)
16.03.2012
Quellen e zeichnis
145
Bl Be zdo e See, Gesp äch mi zugezogenen Ren ne ehe-
paa
17.03.2012
Bm Bachlau zum Bach es Gö li z-Zgo zelec übe die Al -
s ad b ücke und S ad b ücke
22.03.2012
Bn Finissage zu Auss ellung „Lebenswege ins Ungewisse“ im
Schlesischen Museum Gö li z
25.03.2012
Bo A bei s e en zu Kinde s ad Gö li z-Zgo zelec 27.03.2012
Bp A bei s e en zum geplan en Jugendzen um in Gö li z 27.03.2012
Bq Wahlkamp e ans al ung on Sieg ied Deinege (ak uelle
Gö li ze Obe bü ge meis e ) „Suche de S ad Bes es“ in
de Landsk onb aue ei Gö li z
29.03.2012
B Wo kshop des Zgo zelece Jugend a s 30.03.2012
Bs Besuch bei de Sächsischen Bildungsagen u (Koo dinie-
ung de Ziel3-P ojek e im Bildungsbe eich) in Gö li z
30.03.2012
B Exku sion Gö li z-Zgo zelec de Uni
e si ä Bay eu h 06.-08.07.2012
Bu P i a au en hal (u.a. deu sch-polnisches okus-Fes i al) 06.-10.09.2012
13.3 Un e suchungen D i e und sons ige Dokumen e
Zahl eiche wei e e gesammel e und zum Teil ausgewe e e Dokumen e, au die jedoch
nich explizi in de A bei Bezug genommen wu de, e scheinen nich an diese S elle.
INSEK In eg ie es S ad en wicklungskonzep de S ad Gö li z (S and 2011)
YEPP YEPP Si ua ionsanalyse de Jugend in Zgo zelec und Gö li z
Kul u A P imä da en eine Bachelo a bei zu Nu zung on deu schen Kul u ange-
bo en du ch polnische Bü ge in nächs e Nähe zu deu sch-polnischen
G enze on Claudia Pus (B.A. Tou ismus) aus dem Jah 2005.
ExP1-5 G uppenpos e zu Exku sion „Eu opas ad Gö li z-Zgo zelec“ am Geog a-
phischen Ins i u de Uni e si ä Bay eu h
Fokus P o okoll zum A bei s e en des okus-Fes i als am 15.06.2012
Wi My In ob ie e zu In e na ionalen Kinde und Jugenda bei
MMM Imageb oschü e des Mee ingpoin Music Messiaen
Quellen e zeichnis
146
13.4 Li e a u e zeichnis
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