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Sven-Oliver Ziegler
Dr. med.
Freisetzung von Katecholaminen nach Exposition mit kardioplegischer Lösung:
Morphologische und biochemische Untersuchungen an rechtsatrialem humanem
Myokardgewebe.
Geboren am 06.08.1965 in Rastatt.
Reifeprüfung am 14.06.1985 in Mosbach.
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1987 bis SS 1994.
Physikum am 29.8.1989 an der Universität Heidelberg.
Klinisches Studium in Heidelberg, Ghent (Belgien), Zürich (Schweiz).
Praktisches Jahr in Heidelberg und Zürich.
Staatsexamen am 10.05.1994 in Heidelberg.
Promotionsfach: Chirurgie
Doktorvater: Priv. Doz. Dr. med. C.-F. Vahl
Ziel der Arbeit war die Untersuchung der Auswirkungen kardioplegischer Lösung nach
Bretschneider auf die humane myokardiale Katecholaminspeicherung und -freisetzung am
rechtsatrialen Myokard.
Der Schwerpunkt lag auf morphologisch-histologischen Analysen und biochemischen
Untersuchungen. Zu standardisierten Zeitpunkten wurden rechtsatriale Myokardproben von
Patienten gewonnen, die sich einer Bypassoperation mit extrakorporaler Zirkulation
unterzogen. Die Proben wurden histologisch und biochemisch aufgearbeitet. Zusätzlich zu der
histologisch-morphologischem Untersuchung wurde ein High-Pressure-Liquid-
Chromatography (HPLC) Verfahren zur Bestimmung des myokardialen Noradrenalingehaltes
angewendet. Außerdem wurde Neuropeptid Y als sympathischer Neuro-Cotransmitter am
Herzen mittels eines Radioimmunoassays bestimmt. Um einen variablen Anteil des
Bindegewebes als Meßartefakt auszuschließen, wurde das Ausmaß der Fibrosierung des
Myokards mittels videokamera- und computergestütztem digitalem Morphometrieverfahren
untersucht und ein Korrekturfaktor für die biochemischen Analysemethoden ermittelt.
Die Arbeit konnte belegen, daß es während der Kardioplegie nach Bretschneider am atrialen
Myokard zu einer Freisetzung von Noradrenalin (NA) kommt, die überwiegend nicht-
exozytotisch erfolgt. Die Ursachen dieser NA-Freisetzung könnten zunächst auf einer
sympathischen Stimulation, später dann auf der auftretenden Ischämie mit konsekutiver nicht-
exozytotischen NA-Freisetzung basieren. Vorangegangene Arbeiten haben aufgrund einer
NA-Exposition von Myokardgewebe eine Desensitivierung des kontraktilen Apparates des
Myokards für Kalzium nachgewiesen. Die vorliegende Arbeit verbindet diese Befunde, indem
sie die Freisetzung von Katecholaminen während der Kardioplegie nachweist und damit einen
möglichen Mechanismus der Desensibilisierung des Myokards belegt. Diese Mechanismen
könnten für die im Einzelfall passager eingeschränkte myokardiale Pumpleistung nach
Kardioplegieanwendung bedeutsam sein und zusätzlich eine Rolle beim Auftreten maligner
Arrhythmien, wie sie ebenfalls nach Kardioplegie beobachtet werden können, spielen.