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Regine Schweitzer
Dr. med.
Alpha-Carotin-, Beta-Carotin-, Cryptoxanthin- und Lycopen-Plasmakonzentrationen:
Referenzwerte für deutsche Kinder und Jugendliche
Geboren am 10. 01. 1969 in Frankfurt/Main
Reifeprüfung am 19. 05. 1988 in Ettlingen
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom SS 1989 bis WS 1996/97
Physikum am 09. 09. 1991 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Montpellier/Frankreich und Heidelberg
Praktisches Jahr in Montpellier/Frankreich, Flawil/Schweiz und Heidelberg
Staatsexamen am 05. 06. 1997 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Kinderheilkunde
Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. M. Leichsenring
Carotinoide sind wichtige Antioxidantien. Sie gehören dem nicht-enzymatischen
Abwehrsystem des Körpers an und übernehmen eine bedeutende Rolle als Singulett-
Sauerstoff-Quencher. Im Vergleich zu anderen Antioxidantien sind sie in geringeren
Plasmakonzentrationen zu finden. Durch ihre Anwesenheit im extrazellulären Raum und unter
niedrigen Sauerstoffpartialdruck-Verhältnissen, wie das in vivo der Fall ist, sind sie jedoch im
besonderen Maβe effizient. Die wichtigsten Vertreter sind β-Carotin und Lycopen. Lycopen
wird im Gegensatz zu α-Carotin, β-Carotin und Cryptoxanthin nicht zu Vitamin A gespalten
und kann eine zwei- bis dreifach höhere Quenching-Aktivität als β-Carotin besitzen.
In der vorliegenden Arbeit wurden mittels HPLC (High-Performance Liquid
Chromatography) die α-Carotin-, β-Carotin-, Cryptoxanthin- und Lycopen-
Plasmakonzentrationen von 129 deutschen, normal ernährten, gesunden Kindern und
Jugendlichen, im Alter von 1 bis 18 Jahren, gemessen. Ziel dabei war, Referenzwerte dieser
vier Carotinoid-Verbindungen für Kinder unterschiedlichen Alters zu erstellen.
Die Daten wurden auf eventuelle geschlechtsspezifische Unterschiede und
altersabhängige Konzentrationsveränderungen hin analysiert. Für eine vorläufige
Vergleichsstudie wurden zusätzlich Plasmaproben von 6 an Mukoviszidose erkrankten
Kindern auf ihre Carotinoid-Konzentrationen untersucht, und mit denen gesunder Kinder
entsprechenden Alters verglichen.
Es waren keine bedeutenden Carotinoid-Konzentrationsunterschiede zwischen
Mädchen und Jungen zu finden. Altersabhängige Werteveränderungen konnten tendentiell
beobachtet werden, wobei lediglich der Abfall der α-Carotin-Konzentrationen mit
zunehmendem Alter der Probanden von Bedeutung war. Insgesamt zeigten sich für die
erhobenen Werte groβe Spannweiten und Variabiliäten um die Mittelwerte der jeweiligen
Altersgruppen. Der Vergleich mit den wenigen publizierten Studien zeigte, daβ die
gemessenen Plasmakonzentrationen gröβtenteils innerhalb der für Erwachsene angegebenen
Wertebreite lagen. Die Kinder mit Mukoviszidose hatten im Vergleich zu den gesunden
Kindern für alle vier Carotinoid-Verbindungen auffallend niedrige Werte. Für die
Verbindungen Lycopen und Cryptoxanthin waren bei vier von sechs Mukoviszidose-Kindern
keine Plasmakonzentrationen zu messen.
Diese Arbeit ermöglichte, Referenzwerte zu erstellen, die Vergleiche zwischen
Carotinoid-Konzentrationen von gesunden Kindern und Kindern mit besonderen Pathologien
erlauben. Referenzwerte entsprechen jedoch nicht unbedingt einer Optimalversorgung.
Möglicherweise hat eine vermehrte Aufnahme der Carotinoide durch die Nahrung hinsichtlich
ihrer protektiven antioxidativen Funktion positive Auswirkungen auf den Organismus.