Die Rolle des Tumormarkers CA 125 bei der Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Ovarialkarzinomen.
Angelika Bott
Dr. med. Die Rolle des Tumormarkers CA 125 bei der Diagnose, Therapieverlauf und Nachsorge von Ovarialkarzinomen. Geboren am 03.04.1953 in Mannheim. Reifeprüfung am 12.06.1972 in Bensheim. Studium der Fachrichtung Medizin von SS/WS 1972 bis SS/WS 1975.
Physik am 12.09.1975 an der Universität Heidelberg. Klinisches Studium in Mannheim. Praktisches Jahr in Mannheim. Staatsprüfung am 25.06.1979 an der Universität Heidelberg. Promotionsfach: Frauenheilkunde Doktorvater: Prof. Dr. med. Dr. h.c. G. Bastert
Tumormarker spielen eine besondere Rolle bei der Diagnose, dem Therapieverlauf und
Nachbehandlung von Ovarialkarzinomen. Das häufigste Tumormarker bei Ovarialkarzinomen
Das Ziel der vorliegenden Studie war es, die Anwendbarkeit des Tumormarkers CA 125 aus praktischen Gesichtspunkten zu untersuchen. Das analysierte Kollektiv von 161 Ovarialkarzinompatienten an der Universität Heidelberg (Zeitraum 1984 - 1988) war in jeder Hinsicht (Alter, Stadiumverteilung, Histologie) repräsentativ für den Durchschnitt von Frauen mit Ovarialkarzinom.
Abhängig von der Tumorgradung zeigten sich keine Unterschiede bei Tumorrezidenzen.
Erhöhte Serumspiegel von CA 125 (mehr als 35 U/ml) nachfolgten jedoch bereits die durch Second-Look-Laparotomie (SLOP) gesicherte Tumorprogression, so dass das operative Eingriff keinen zusätzlichen Informationsgewinn brachte.
Bei normalen CA 125-Werten erwies sich dagegen ein SLOP zur Sicherung der vollständigen Remission aufgrund der falsch-negativen CA 125-Werte (30%) als indiziert; die Diskrepanz zwischen normalen CA 125-Konzentrationen und positiven SLOP-Ergebnissen zeigte sich hauptsächlich bei Fällen kleiner Restmengen (minimal disease, Tumorreste unter 1 cm).
Das Cut-off von 35 U/ml war für Nachsorge am besten geeignet. Der Tumormarker CA 125 war aufgrund der geringen Sensibilität in den ersten FIGO I/II-Phasen im Rahmen der Rezidivdiagnostik unzuverlässig. In den ersten FIGO III/IV-Phasen lag die Nachsorge-Sensitivität dagegen bei 0,79 und die Spezifität bei 0,95 (Cut-off 35 U/ml). Tumorprogression bzw. scheinbare Tumorfreiheit wurden durch klinische/paraklinische Untersuchungsmethoden (n=88) und durch SLOP (n=73) festgestellt.
Ein CA-125-Titer-Anstieg kam in 68,6% der Fälle vor einem Ovarialkarzinom-Rückfall. In 59 von 86 Patienten konnte in dieser Studie ein Anstieg von CA-125 im Normalbereich bereits vor der Rezidivdiagnose festgestellt werden. Der Markeranstieg innerhalb der Normalgrenze war im Durchschnitt 4 Monate vor der Reduktion der Diagnose.
CA 125 eignet sich sehr gut für die Beurteilung der gesamten klinischen Abläufe und ist ein wertvolles Parameter bei der Nachsorge für Ovarialkarzinom.