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E. Wüsteris ir E. Drezenas – terminologijos pradininkai ir esperantologai

Aida Čižikaitė

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REZENSIONEN, BEWERTUNGEN, INFORMATIONEN, BIBLIOGRAPHIE E. WUSTERIS IR E. Dresden - Die Begründer der Terminologie und ihre berühmtesten Vertreter E. Wüster, E. Drezen, W. Ostwald, Warner waren berühmte Esperanto-Lehrer, sowie Esperanto-Forscher und Interlinguisten. Es ist kein Zufall, dass die A. hervorragende Kenntnis der ir linguistischen Basis von Esperanto und anderen künstlichen ir Sprachen, die Fähigkeit, sie mit Volkssprachen zu vergleichen, deren bestimmte Eigenschaften und Elemente mit künstlichen Sprachen verbunden sind, ein beträchtlicher Anreiz für die Entwicklung einer sehr spezifischen, am meisten formalisierten Terminologie des Sprachbereichs, für die Schaffung von Begriffen war. Einstufung und Bezeichnung, Normung und/oder Standardisierung. Denn hier sind besondere Genauigkeit, Klarheit, Eindeutigkeit, wünschenswerte (aber nicht zwingende) Äquivalenz mit entsprechenden Begriffen anderer Sprachen erforderlich. Am Ende des Buches Lietuvių terminologija: teorijos ir tvarkybos metmenys (2002) von K. Gaivenis werden mehrere Theorien der Terminologie vorgestellt. ir jų Autoren. Sick widmet ebenso viel Platz E. Wūsteris (Gaivenis 2002: 116, 121, 131). 1992 fand in Jurmala eine Konferenz zum 100. Geburtstag von E. Drezen statt, 2002 in Riga – zum 110. Geburtstag. In letzterem hielt V. Skujina den Vortrag „Ernestas Drezenas und die gegenwärtige Theorie und Praxis der Terminologie“ (Auksoriūtė, Labanauskienė 2002: 123124). Aber das ist fast alles, was wir über sie in Litauisch finden konnten. Bei der Durchsicht des Katalogs der Bibliothek des Esperanto-Verbandes Litauens wurde eine große Menge Material über E. Wūster und EE gefunden. Es wurde daher beschlossen, einen kognitiven Artikel zu erstellen, der für Terminologieinteressierte interessant sein könnte. Ziel und Aufgaben: Erörterung der Terminologiewerke von E. Wüster und E. Drezen, Aufdeckung der Spuren der Esperanto-Sprache in ihnen. Gegenstand: Zusammenarbeit von E. Wister und E. Drezen auf dem Gebiet der Terminologie, ihre esperantistischen Beziehungen. * Eine Terminologie-relevante Publikation hat das Jahrhundert von E. Wiister erwähnt — siehe J. Erfrischung. Der Theoretiker Eugen Wüster war ein Pionier der — 100 Rminologie. —Terminologija 5, 1998, S. 126–129, 177 Methoden: analytisch, beschreibend. Forschungsdaten: Monographien und Artikel in Esperanto über die Tätigkeit von E. Wüster und E. Drezen. Ergebnisse: Die Anwendung der Grammatikund Logikprinzipien von Esperanto und anderen künstlichen Sprachen bei der Normung der Sprache hatte Auswirkungen auf die Standardisierung der technischen Sprache und die Entwicklung ihrer Terminologie. Das beweisen die beiden Pioniere der Terminologie, die Esperantologen —E. Wüster und E. Drezen — Tätigkeit und Zusammenarbeit. Zwischen der Esperanto-Forschung und der Terminologie, die sich mit den Prinzipien der Verwaltung, Normung und Planung des Fachwortschatzes beschäftigt, gibt es eine ganze Reihe von Verbindungen, die jedoch auf beiden Seiten nicht gut bekannt sind. Außerhalb der Esperanto-Bewegung denken ernsthafte Wissenschaftler oft gar nicht daran. dass eine relativ neue, aber wichtige Disziplin, die für die intelligente Entwicklung der Weltwirtschaft und des Handels von Bedeutung ist, etwas mit einem „unerwünschten Hobby“ zu tun haben könnte: künstlichen Sprachen. Selbst in der Esperanto-Gemeinschaft sind diese Verbindungen nicht gut bekannt. Vielleicht, weil einige Pioniere, die sich der Grundlage der künstlichen Sprache widersetzten, sich später mehr auf die wissenschaftliche Arbeit konzentrierten als auf die künstliche Sprache selbst. Es scheint an der Zeit zu sein, die Aufmerksamkeit auf Fakten zu lenken, die nicht nur interessante historische Details sind, sondern für den rationalen Gebrauch der Sprache nützlich sein können. Vielleicht ist es kein Zufall, dass viele der Menschen, die eine besonders bedeutende Rolle in der Entwicklung der Terminologie gespielt haben, sich früher ernsthaft für künstliche Sprachen interessiert haben. Unter ihnen sind die beiden herausragendsten und bedeutendsten zu erwähnen: Eugen Wüster und Ernest Drezen. E. Wiisteris (1898-1977) Eugen Wiister wurde am 3. Oktober 1898 in Wicsel (Österreich, nahe Wien) als Sohn einer deutschen Fabrikantenfamilie geboren, die ein Sägeund Walzwerk mit einem Walzenkraftwerk besaß. Ein 15-jähriger Schüler entdeckte zufällig ein Esperanto-Lehrbuch. Er lernte die Sprache schnell, begann, sie seinen Freunden beizubringen, übersetzte Belletristik, schrieb Gedichte und Artikel. Im Alter von 19 Jahren erhielt er von einem „unbedeutenden Verleger“ den Auftrag, ein Esperanto-Wörterbuch zu erstellen, „das Projekt wuchs schnell zu einem enzyklopädischen Wörterbuch, das die Möglichkeiten einer kleinen Druckerei drastisch übertraf“ (Wūster 1974: 435). Glücklicherweise investierte der Verlag Hirr & Sohn (Leipzig) 100.000 Mark und ein „Vertragshonorar“ in das zukünftige Werk. 1923 erschien das erste Heft (ca. 200 Seiten). Im Einleitungsteil, der in 1 bis 4 Hefte unterteilt war, wurde über die Grundlagen der Esperanto-Forschung (= Terminologie) gesprochen. 1927, nachdem er Diplom-Ingenieur geworden war, 178 entschied sich E. Wüster, „das Wissen und die Dokumente, die ich bei der Arbeit an der Enzyklopädie gesammelt hatte, für seine Doktorarbeit zu verwenden“ (Wūster 1974: 27). Kick konnte dieses Projekt durch die Deutsche Normungskommission unterstützen. Zwei Jahre später wurde ein Manuskript mit 20 Heften fertiggestellt, aber die wissenschaftlichen Leiter akzeptierten es nicht als undruckbar. Der Autor war jedoch in Bezug auf sein Enzyklopädisches Wörterbuch bereits mit dem Rektor und zwei Professoren der Technischen Hochschule Stuttgart vertraut, und dort verlief die Verteidigung der Dissertation ohne Hindernisse. Ein weiterer Erfolg bei der Veröffentlichung —E. Wüster erhielt Unterstützung von der Preußischen Architektur-- Akademie und fand einen Verlag des VDI, der in der Lage war, das sehr komplexe 446-seitige Werk in Rekordzeit von vier Wochen zu drucken und einzubinden. So entstand 1931 die internationale Standardisierung der Sprache der Technik, insbesondere der Elektrotechnik, die bald von Fachleuten aus Technik und Sprache anerkannt wurde. Bis heute ist es das wichtigste Terminologiedokument. Wegen der Einzigartigkeit dieses Werkes wurde der Ingenieur E. Wister bereits im Jahr seiner Veröffentlichung zum internationalen Linguistenkongress nach Genf eingeladen. Ab 1932 beteiligte er sich an der Erstellung des International Electrotechnical Dictionary und war Mitglied der International Federation of the National Standardizing Associations (ISA). 1934 schlug er die Gründung eines Terminologiekomitees vor, dessen Vorsitzender er später wurde. Ein weiterer Höhepunkt seiner vielfältigen Tätigkeit war, dass er 1950 von der ECE (Wirtschaftskommission für Europa) mit der Leitung der Arbeiten an einem internationalen Wörterbuch für Werkzeugmaschinen beauftragt wurde. Das 1971 gegründete INFOTERMA (Internationales Informationszentrum für Terminologie) ist ein weltweit führendes Terminologiewerk. 1972 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Wien für Lexikologie, Lexikographie, insbesondere Terminologie und Sprachnormierung. E. Wüster ist ein international anerkannter Pionier der gemeinsamen Terminologie. 179 Ernst Wilhelm Drezen wurde am 14. November 1892 in Liepāja (Lettland) geboren. Die erste Muttersprache des Jungen war Lettisch, die zweite Deutsch, Russisch lernte er im Alter von sieben Jahren. Siebzehn —ido (eines der Projekte zur Verbesserung der Esperanto-Sprache- ), Esperanto, Französisch und Englisch. Er war Ingenieur. Offizier, Beamter. 1921 war Drezen einer der Initiatoren der Gründung des Esperanto-Verbandes der Sowjetrepubliken (SEU — Sovetrespubliko Esperantista Unuigo), dessen verantwortlicher Sekretär er bis zu seinem Lebensende blieb. Drezen gilt als Begründer der sowjetischen Interlinguistik. In den Jahren 1921-1932 veröffentlichte er zahlreiche Artikel und 15 Monographien über die Theorie der Kommunikation in einer internationalen Sprache und über die Geschichte der künstlichen Sprachen (insbesondere Esperanto), in den Jahren 1924-1933 — 13 Bücher und Broschüren über die Organisation der wissenschaftlichen Arbeit. In den Jahren 1934-1936 erschienen 4 Publikationen über die Internationalisierung und Normierung der wissenschaftlichen und technischen Begriffe der Volkssprachen, darunter die russische Version der Dissertation von E. Wiister, die 1935 in Moskau veröffentlicht wurde. Zu dieser Zeit war E. Drezen bereits Mitglied der Kommission für Technik und Terminologie der Akademie der Wissenschaften der Sowjetunion (Kuznecov 1991: 27). 1934 wurde ihm die Aufgabe übertragen, die Kommission für die Normung der wissenschaftlichen und technischen Begriffe und Ausdrücke beim Staatlichen Normungskomitee zu gründen und zu leiten. Am 14. April 1937 wurde E. Dresen zusammen mit einer Gruppe von Mitarbeitern im Zentralkomitee der SEU verhaftet. Am 27. Oktober desselben Jahres wurde er zum Tode verurteilt und erschossen. 20 Jahre später (am 11. Mai 1957) wurde er „wegen völligen Fehlens der Verbrechensbestandteile“ rehabilitiert (Stepanov 1992: 9). Das erste Treffen der beiden Ingenieure, Interlingvisten und Terminologen fand 1928 in Berlin statt, als der junge Wüster gerade die gedruckten Anweisungen zur Zusammenarbeit mit Alfred Schlomann, dem „Pionier der technischen Wörter“ (Wūster 1974: 434), erhalten hatte. In seinen Erinnerungen schreibt Wüster über dieses Treffen: „Zu dieser Zeit besuchte mich gelegentlich ein ziemlich junger, fliegender Russe mit Schnabelhut, ein ehemaliger zaristischer Offizier, baltischer Herkunft, wie ich später herausfand. Das war Ernest Drezen, der später an der internationalen Standardisierung der Terminologie beteiligt war“ (ibid., 436). 180 1931, kurz nach der Veröffentlichung von E. Wüster's International Standardization of the Technical Language, ließ E. Drezen die Sowjetische Akademie der Wissenschaften dieses Werk prüfen. Aufgrund des sehr positiven Ergebnisses erhielt eine Gruppe von fünf Personen unter der Leitung von E. Drezen den Auftrag, das Werk zu überarbeiten und zu übersetzen. Ein wenig tick-prägt Internationale Normung der technischen Sprache in russischer Sprache wurde Ende 1935 veröffentlicht, Anfang 1936 wurden alle 3.000 Exemplare verkauft. Wuster und Drezen standen bis zu Drezens Festnahme in Kontakt. Das belegen ihre Briefe, die von einem der bedeutendsten modernen Interlinguisten, D. Blanke, einem Kollegen und Freund von E. Wooster, untersucht wurden. Die ISA wurde 1928 von 17 nationalen Normungsorganisationen gegründet. Sie war für die Vereinheitlichung aller Arten von Maßeinheiten und technischen Parametern weltweit zuständig, bis der Zweite Weltkrieg ihre Tätigkeit unterbrach. Fachleute aus verschiedenen Disziplinen lösten ihre Probleme in den Technischen Ausschüssen, die von 1 bis 36 nummeriert waren. Diese Ausschüsse beschäftigten sich zunehmend mit terminologischen Problemen in bestimmten Bereichen, da die Standardisierung technischer Objekte zu einer Bezeichnung von Zielen führt. Da die einzelnen Disziplinen niemals strikt voneinander abgegrenzt sind, war es notwendig, grundlegende Prinzipien zu entwickeln, die so weit wie möglich verstanden werden, und sprachliche Mittel für alle Bereiche zu finden, um das gegenseitige Verständnis und die internationale Zusammenarbeit zu erleichtern. 1934 erhielt die ISA in Vorbereitung auf ihre Konferenz in Stockholm, die 1936 stattfinden sollte, einen Bericht der sowjetischen Delegation, unterzeichnet von E. Drezen (Apesen 1936). Bereits 1935 wurde die esperantische Übersetzung des Berichts von A. Samojlenka, einem Mitarbeiter von E. Wiister, in Moskau und Amsterdam gedruckt (Dresden 1935). Später 1983 mit einem Schlusswort von A. Warncrio neu aufgelegt, in dem das Buch als „Klassiker der Terminologie“ bezeichnet wird (Warner 1983: 84). Der Bericht schließt mit zwei Vorschlägen ab: die Einrichtung eines Terminologieausschusses und die Schaffung eines internationalen Terminologiekodex. Beide Vorschläge wurden einstimmig angenommen (von bereits 19 nationalen Normungsorganisationen). Die Sowjetunion (im Namen von E. Drezen) erhielt den Auftrag, den $i-Code zu entwickeln. Der konkrete Vorschlag |/SA kam am 7. Juni 1935 in Basel an. Im Spätsommer 1936 fand in Budapest die erste Sitzung des neuen Terminologie-Komitees statt /SA-Konferen37 z, die über den Vorschlagscode entscheiden sollte. mo Ende Juni fand in Wien ein internationales Vorbereitungstreffen statt, an dem zahlreiche Teilnehmer teilnahmen und viele Briefe an Occidental (eine der 181 Die Sprache wurde 1922 von Edgar De Wahl entwickelt. Sie argumentierten gegen Esperanto und eher für die nationalistischen, d.h. für die internationale Kommunikation angepassten Codeformen der heutigen Sprachen. Das führte zu Verwirrung. Dresen konnte trotz großer Anstrengungen (wie auch Wüster) weder in Wien noch in Budapest an der Debatte teilnehmen. Darin argumentierten die Vertreter des Westens auch stark für ihre naturalistische künstliche Sprache. Eine Entscheidung über den Kodex war nicht möglich. In Paris 1937 wurde das Thema wieder verschoben. Erst 1938 verabschiedeten Experten aus verschiedenen Bereichen in Berlin eine Resolution: „Es wird angenommen, dass es notwendig ist, harmonisierte Regeln für die Bildung von Codewörtern zu schaffen. — diese Vorschriften Teil des Terminologieschlüssels für bereits bestehende internationale Begriffe sind. Sie haben weder den Zwang, Sprachen zu vermischen, noch die Wörter zu deformieren, deren Formen schon fast international sind“ (Wūster 1974: 425). Der erste konkrete Code wurde also nicht angenommen. Obwohl die Idee eines Terminologie-Codes, wie sie von Drezen vorgeschlagen wurde, 1938 vom ISA-Komitee nicht angenommen wurde, gab Wiister sie niemals auf. Im Gegenteil, die Möglichkeit, aus internationalen Wortwurzeln (vor allem lateinischen Ursprungs) identische Begriffe in verschiedenen Sprachen zu schaffen und so das wissenschaftliche und technische Verständnis zu erleichtern, faszinierte ihn immer wieder. E. Wuster hinterließ eine umfangreiche Handschrift Radicarium + Affixarium. Drei Jahre lang (1936-1939) arbeitete die ISA 37 an den grundlegenden Prinzipien der Terminologie für eine möglichst große Anzahl von Sprachen, die in den verschiedenen Bereichen der Wissenschaft und Technik angewendet werden sollten. Der Ausschuss hat (Felber 1994: 44) Richtlinien für die Erstellung von ISA-Wörterbüchern, Perspektiven für ihre Erstellung, internationale Terminologieregeln und bibliographische Verweise auf Wörterbücher erarbeitet. Besonders erwähnenswert sind die internationalen Prinzipien der Vereinheitlichung von Bezeichnungen, Konzepten und Begriffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Konzept von der neu gegründeten Terminologiekommission der Internationalen Organisation für Normung (ISO) unter dem Namen ISO/TC 37 (Terminology-principles and co-ordination) nicht wieder aufgenommen. 1932 fand in Paris der Weltkongress für Elektrotechnik statt. E. Wiister, dessen Buch über die Standardisierung der Sprache „insbesondere in der Elektrotechnik“ gerade sehr gut aufgenommen wurde, las den Vortrag. Es gab eine hitzige Diskussion. Es wurde vorgeschlagen, Esperanto in das Internationale Elektrotechnische Wörterbuch aufzunehmen. Es ist eine der wichtigsten Arbeiten der 182 Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC), die über 20 Jahre gedauert hat. E. Wüster war ständiger Vertreter Österreichs und gab Beratung in deutscher Sprache. Bevor er jedoch gewählt wurde, um sich um die Terminologie der künstlichen Sprachen zu kümmern, gab es viele Streitigkeiten. Zur Unterstützung der Esperanto-Sprache schreiben 30 Elektroingenieur-Spezialisten (nicht nur aus Westeuropa) einen gemeinsamen Brief, und aus der Sowjetunion kommt ein Brief von offiziellen Nomenklatur-Mitarbeitern zweier Organisationen derselben Richtung. Einer von ihnen war E. Drezeno. Als 1938 das erste IEV (Internacia Elektroteknika Vortaro — Internationales Elektrotechnik-Wörterbuch) erschien, waren die Hauptsprachen Französisch und Englisch, aber neben Deutsch, Italienisch und Spanisch war auch Esperanto gleichberechtigt. Rückblickend erscheinen alle früheren Forschungsund Organisationsbemühungen nur als Vorbereitungsversuche für die reife Frucht des Terminologiebaums – ein grundlegendes Terminologiewerkzeug. 1950 beschloss die ECE (Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen), ein Glossar-Test als Vorbereitungsprojekt für die Anwendung mehrsprachiger Terminologie zu entwickeln. Der ausgewählte Bereich —Werkzeugmaschinen, ihre allgemeinen Grundbegriffe. Die Hauptziele waren: 1) praktischer Nutzen für Industrie und Handel, 2) exemplarische Anwendung der erarbeiteten Prinzipien in der Terminologie und Lexikographie. Nach einer langen und sorgfältigen Untersuchung bildeten elf Regierungen eine Arbeitsgruppe. Zur Festlegung der Grundrichtlinien wurde der Fachterminologe und Werkzeugmaschinenspezialist E. Wüster beauftragt. 1968 erschien der Hauptband (aus den geplanten deutschen, spanischen, russischen usw. ir Sprachbände ein Jahr früher als der Hauptband auf Deutsch erschien). Es enthält 1401 Begriffe mit Definitionen in Englisch und Französisch. Gemäß dem Abschlussbericht von ISO/TC 37 ist die Struktur wie folgt: 1) entspricht dem klassischen Glossar (nach Bereichen geordnet, mit detaillierter UDK-Nummerierung für jeden Begriff), die 2) Begriffe sind „Ausgabekaį rten“ [die Einteilung von mehrsprachigen Wörterbüchern in Bereiche, die aus einem Buch ausgeschnitten und auf Karten geklebt werden, und die Sortierung nach verschiedenen Kriterien wurden erstmals von A. Achloman in seinen illustrierten technischen 183 Wörterbüchern (ITW) verwendet und sind seit 1906 ein sehr beliebter Terminologie —Normierer (IĮSO/DIN usw.)] 3) die Sprachen sind vertikal angeordnet, 4) die terminologische Genauigkeit wird so weit wie möglich gewährleistet: —möglichst standardisierte Definitionen, Ordnung der Wörterbuchstruktur, —Verweise auf verwandte Begriffe im Vergleich zu den unterschiedlichen Begriffssystemen der Nationalsprachen, Verweise auf | nationale Normungsinstitute (für normierte Begriffe), —Illustrationssysteme (Illustrationen sind oft auch wünschenswert, können aber keine abstrakten Begriffe darstellen, daher werden bei nicht illustrierbaren Begriffen Referenzen auf mögliche Begriffe angegeben, z.B. der Begriff „Verfädeln“ kann nicht illustriert werden, daher werden Zeichnungen verschiedener Gewinde angegeben), —semantische Indexstruktur. Die genaue Beschreibung der Arbeitsmethoden macht das Werk zu einem Terminologiehandbuch unter den Klassikern auf diesem Gebiet. Ob es ein Zufall war, dass der junge E. Wüster bereits 1923 als eigenständigen Teil des Enzyklopädischen Wörterbuchs ein bescheidenes, aber kompaktes Terminologiewörterbuch Ma-infaka EsperantoVortaro prielementa — esperanto-germana kaj germana-esperanta kun nombroreferentcoj veröffentlichte, das auch heute noch den Eindruck eines prestigeträchtigen internationalen Projekts erweckt. Schlussfolgerungen Die Veranstaltungen und Veröffentlichungen, die 1998 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Wüster-Stiftung durchgeführt wurden, machten auf das Erbe des Terminologie- -Gründers aufmerksam, das es wert ist, bewahrt und weiter erforscht zu werden, ohne seine interlinguistischen Arbeiten zu vergessen. Das große Werk von E. Wooster erfordert eine detaillierte Untersuchung, wünschenswert wäre auch die Veröffentlichung neu gefundener Manuskripte. Die Pionierarbeit von E. Drezen unter der Leitung der sowjetischen Terminologen, die 1937 wegen der Auseinandersetzung unterbrochen wurde, ist trotz einiger Bemühungen nicht genügend bekannt und geschätzt, die Idee des Terminologiekodex ist immer noch lebendig. Die Dringlichkeit dieser Aufgabe wurde auf der Konferenz in Riga zum 100. Jahrestag von E. Drezen hervorgehoben, denn sie ist der Schlüssel zu „einer äußerst wichtigen Forschung und Anwendung der Terminologie“ (Felber 1994: 46). Zu diesem notwendigen Wunsch hinzuzufügen ist, dass man wahrscheinlich verstehen 184 wird, welche wichtige Rolle Esperanto und andere künstliche Sprachen bei der Entstehung der Terminologie gespielt haben. LITERATUR Auksoriūtė A., Labanauskienė S. 2002: Terminologie und Übersetzungstechnologie in der mehrsprachigen Informationsgesellschaft. —Terminologie 9, S. 122–128. 1935: Über das Problem der Internationalisierung der wissenschaftlich-technischen Terminologie. (Aus dem Russischen übersetzt von A. Samojlenko), Moskau-Amsterdam (= Neuauflage Dresden 1983). Drezen E. 1983: = Reprint von Drezen 1935. Mit Nachwort von Alfred Warner, Saarbrücken. Drezen E. K. 1991: Geschichte der Weltsprache 4. Auflage. Erweiterte Auflage, überarbeitet und kommentiert von S. Kuznetsov, Moskau. 1992, S. 12. E. K. Drezen: Historische Studien, Jekaterinburg. Felber H. 1994: Ost-West-Kooperation in der internationalen Terminologiearbeit in den 1930er Jahren: Drezen und Wister. —TermNet Nachrichten. Eds. J. Draskau, H. Picht. 2002: Die deutsche Sprache und ihre Terminologie: Einführung in die Philosophie der Sprache. Kuznecov S. N. 1991: Drezen, lia verko, lia epoko. —Drezen E. 1991, 3-40. 1992: Ernest Drezen, Esperanto-Historiker. —Drezen E. 1992, Warner A. 1983: Die internationale Assimilation von wissenschaftlich-technischer Terminologie. —Drezen E. 1983, 82-90. 5-9. Wiister E. 1974: Die Straße ro Infoterm. Tivo-Berichte im Auftrag der UNESCO erstellt. Verzeichnis der Quellen der wissenschaftlichen und technischen Terminologie. Ein Plan zur Errichtung eines internationalen Informationszentrums (Clearhouse) für Terminologie, München. 1936: Humepraunona muza uns Hay HHO-mex HUHeC KOU me p MU HO A0 ULL. 2000: Die erste CD der Band erscheint unter dem Namen Hemopusa, COBPCMCHHOC HOANOKE HIE U NCEpCnE KMU GB, Mocksa-Jlennnrpaaz. Aida ČIŽIKAITĖ Empfangen 2004-10-04 Vilnius Universität Kaunas Humanistische Fakultät Muitinės g. 8, LT-44280 Kaunas E-Mail aidute@mail It 185