Mykolo Miežinio „Lietuviszkai–latviszkai–lenkiszkai–rusiszko“ žodyno lietuviški ir latviški sinoniminiai bei variantiniai augalų vardai
Full text
Die litauischen und lettischen synonymischen und variantenreichen Pflanzennamen in Mykolas Mieżinis’ Lietuviszkai–latviszkai–lenkiszkai–rusiszko Wörterbuch
SOLVITA LABANAUSKIENĖ
Institut für litauische Sprache
SCHLÜSSELWÖRTER: Pflanzennamen, litauische Sprache, lettische Sprache, Synonyme, Varianten, Wörterbücher
EINLEITENDE BEMERKUNGEN
Die Tradition litauisch-lettischer zweisprachiger und mehrsprachiger Wörterbücher reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Als ältester lexikografischer Kontakt zwischen der litauischen und der lettischen Sprache gilt das vergleichende Wörterbuch der lettischen und litauischen Sprachen des deutschstämmigen Lexikografen Christian Friedrich Temler (Christian Friedrich Temler, 1717–1780), der überwiegend in Dänemark lebte: Glossarium Letticum cum harmonia et differentia Dialecti Lithu anicae (1772). Es enthält auch Entsprechungen aus dem Lateinischen, Deutschen, Preußischen, Griechischen, Polnischen, Serbischen, Englischen, Dänischen, Spanischen, Finnischen und weiteren Sprachen. Erwähnenswert ist noch ein weiteres von K. F. Temler erstelltes Wörterbuch, Glossarium Illyricum, in dem einige Wörter des Serbischen und anderer slawischer Sprachen mit lettischen und litauischen verglichen werden. Die Manuskripte beider Wörterbücher werden in der Dänischen Königlichen Bibliothek in Kopenhagen aufbewahrt. Der Diplomat deutscher Herkunft K. F. Temler reiste viel und sammelte Material aus verschiedenen Sprachen. Informationen über diese wenig bekannten Wörterbücher veröffentlichte der Philologe Kārlis Draviņš (Kārlis Draviņš)1. Die Bibliothek der Lettischen Akademie der Wissenschaften hat Mikrofilme dieser Wörterbücher erworben (ausführlicher siehe Zemzarė 1961: 153–157).
Im 18. Jahrhundert finden sich litauische und lettische Wörter in dem zweibändigen vergleichenden Wörterbuch von 200 europäischen und asiatischen Sprachen, das der deutsche Zoologe und Botaniker Peter Simon Pallas (Peter Simon Pallas) zusammengestellt hat (1787 und 1789). Eine ausführlichere Beschreibung gibt die lettische Sprachwissenschaftlerin Daina Zemzarė 1961.
1 Kārlis Draviņš. „Dr. jur. Christian Friedrich Temler un sein vergleichendes Wörterbuch der lettischen Sprache“ (veröffentlicht in einem der Jahrbücher des Instituts für Slawistik der Universität Lund in Schweden). Der litauische Sprachwissenschaftler Jonas Kruopas schrieb 1957 in der Zeitschrift Literatūra ir kalba über dieses Wörterbuch in dem Aufsatz „Das älteste vergleichende Wörterbuch der lettischen und litauischen Sprachen“.
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išleistoje monografijoje Latviešu vārdnīcas (līdz 1900. g.) (žr. Zemzare 1961: 164–174). Vėliau P. S. Pallaso žodyno medžiaga pasinaudojo rašytojas, kalbų žinovas Aleksandras Šiškovas ir 1838 m. išleido savo lyginamąjį žodyną Vergleichendes Wörterbuch in zweihundert Sprachen vom Admiral Alexander Schischkoff, Präsidenten der Kaiserlicher russischen Akademie. Jame lyginami 200 kalbų, tarp jų lietuvių ir latvių, 168 žodžiai.
Übersetzungswörterbücher, zu deren Sprachen auch Litauisch und Lettisch gehören, wurden im 19. Jahrhundert zahlreicher; einige von ihnen wurden nie gedruckt. D. Zemzare erwähnt zwei handschriftliche vergleichende Wörterverzeichnisse aus dem 19. Jahrhundert, die in der Abteilung für Handschriften der Russischen Nationalbibliothek (RNB, ehemals Staatliche Öffentliche Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek) im Nachlass des deutschen Sprachwissenschaftlers Friedrich von Adelung (1768–1843) aufbewahrt werden: das lettisch–litauisch–polnische Wörterverzeichnis Wocabular der Lettischen, Lithauischen und Polnischen Sprache (1816) und das russisch–litauisch–lettische vergleichende Wörterverzeichnis Словарь. Русско–литовско–латышский (1816) (Zemzare 1961: 192–196).
Im 19. Jahrhundert nahmen Litauer und Letten selbst die lexikografische Arbeit auf. Der lettische gesellschaftliche Aktivist, Sprachwissenschaftler und Literat Andrejs Dīriķis (1853–1888) interessierte sich sehr für die litauische Sprache und lernte sie anhand von Büchern und Zeitungen. 1872 erstellte er ein lettisch–litauisches Wörterbuch, dessen Handschrift bis zum Zweiten Weltkrieg in der Bibliothek der Lettischen Gesellschaft in Riga aufbewahrt wurde, jedoch nicht bis in unsere Zeit erhalten blieb. D. Zemzare zufolge umfasste das Wörterbuch etwa 10.000 Wörter: Nicht alle litauischen Wörter waren ins Lettische übersetzt; an manchen Stellen stand eine Übersetzung ins Deutsche, an anderen ein Fragezeichen (siehe Zemzare 1961: 351). Über A. Dīriķis’ Wörterbuch erschien 1935 der einzige Artikel des litauischen Sprachwissenschaftlers Petras Jonikas2.
Der litauische Sprachwissenschaftler, Folklorist und Ethnograf, Priester Antanas Juška (1819–1880), stand in engem Kontakt mit A. Dīriķis. Von Juška ist das Manuskript eines zweiteiligen lettisch–litauisch–polnischen Wörterbuchs (A–O; P–Z) erhalten (um 1875, unveröffentlicht); das Original wird im Institut für Litauische Literatur und Folklore aufbewahrt. A. Juška war in vielen Städten und Ortschaften Litauens als Priester tätig (Zarasai, Obeliai, Antazavė, Ukmergė, Pušalotas, Lyduvėnai, Vilkija, Veliuona, Alsėdžiai). Während seines Aufenthalts in Alsėdžiai begann A. Juška, Lettisch zu lernen. Übrigens interessierte die Verwandtschaft der Letten mit den Litauern damals viele Litauer (Tolutienė 1961: 136).
2 P. Jonikas’ Artikel „Par Andreja Dīriķa leišu latviešu valodas vārdnīcas rokrakstu“ erschien in der in Lettland herausgegebenen Zeitschrift Ceļi 6 (1935).
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Knapp 25 Jahre später, 1894, erschien das viersprachige Wörterbuch Lietuviszkai–latviszkai–lenkiszkai–rusiszkas žodynas, das der litauische Sprachwissenschaftler und Priester Mykolas Miežinis (1827–1888) zusammengestellt hatte.
AUFBAU DES WÖRTERBUCHS VON M. MIEŽINIS
Im siebten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts vollendete der katholische Priester und gesellschaftliche Aktivist M. Miežinis im Kloster Raseiniai die Niederschrift des Wörterbuchs Lietuviszkai–latviszkai–lenkiszkai–rusiszką žodyną. Um es veröffentlichen zu lassen, wandte sich der Autor an Pompejus Batiuschkow, den Kurator des Bildungsbezirks Vilnius. Der Historiker Rimantas Vėbra berichtet, dass P. Batiuschkow bei der Rückgabe des Manuskripts mitteilte, er sehe keine Hindernisse für die Veröffentlichung des Wörterbuchs; zuvor müssten jedoch die polnischen Wörter als völlig unnötig entfernt werden, und die litauischen und lettischen Wörter seien in kyrillischer Schrift zu drucken (Vėbra 1977: 146). Mit diesen Änderungen war die Abteilung für geistliche Angelegenheiten ausländischer Konfessionen, die das Wörterbuch aus Mitteln ihrer römisch-katholischen Abteilung herausgeben sollte, nicht einverstanden. Die Veröffentlichung verzögerte sich um zwei Jahrzehnte. Erst 1894 wurde das Wörterbuch in Tilsit3 auf Initiative von Matas Miežinis, dem Neffen von M. Miežinis, in einer Auflage von 2.000 Exemplaren veröffentlicht.
Das Wörterbuch Lietuviszkai–latviszkai–lenkiszkai–rusiszkas žodynas zählt zu den wenigen gedruckten Wörterbüchern Großlitauens aus dem 19. Jahrhundert. Vinco Urbutis zufolge „trug Miežinis’ Wörterbuch seinerzeit wesentlich dazu bei, das Bild des litauischen Wortschatzes zu erweitern und zu ergänzen, das bis dahin von der wesentlich reichhaltigeren Lexikografie Kleinlitauens gezeichnet worden war, die vor allem Wörter jener Gegend erfasst hatte“ (Urbutis 2009: 271). Jonas Jablonskis schrieb über dieses Wörterbuch: „Priester Miežinis sammelte nur wenig Material aus fremden Arbeiten; die Wörterbücher von Kurschat und Nesselmann kannte er vermutlich überhaupt nicht, denn zahlreiche eindeutig litauische Wörter, die wir in den Wörterbüchern dieser Sprachwissenschaftler finden, fanden in der Arbeit von Priester Miežinis keinen Platz“ (Jablonskis 1935: 44). In M. Miežinis’ Wörterbuch könnten auch Wörter Eingang gefunden haben, die an seinem Geburtsort (Vaitiekūnai, Rajon Radviliškis), an seinen Ausbildungsstätten (er besuchte Schulen in Grinkiškis und Dotnuva, das Progymnasium in Kėdainiai und das Priesterseminar in Varniai) sowie an seinen Wirkungsorten als Pfarrer (Šėta, Klykoliai, Didkiemis, Smalvos u. a.) gebräuchlich waren.
D. Zemzare zufolge entsprechen einige lettische Entsprechungen in M. Miežinis’ Wörterbuch solchen im Jahr 1872 unter der Leitung von Krišjāns Valdemārs erschienenen Wörterbuch Kreewu–latweeshu–wahzu wardnize (Russisch–Lettisch–Deutsch
3 Das Wörterbuch Lietuviszkai–latviszkai–lenkiszkai–rusiszkas žodynas konnte wegen des Druckverbots nicht in der Heimatregion von M. Miežinis veröffentlicht werden.
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Wörterbuch der Sprachen) und das 1879 veröffentlichte Latweeschu–kreewu–wahzu wardnize4 (Wörterbuch der lettischen, russischen und deutschen Sprache) (Zemzare 1961: 346). Mit der lettischen Sprache konnte sich M. Miežinis näher vertraut machen oder sie erlernen, als er von 1854 bis 1866 in Lettland im Pfarrdorf Brunava (Bezirk Bauska) und in Šimbarė (Umgebung von Skaistkalne) als Priester tätig war (siehe Vaižgantas 2007: 129).
In diesem Wörterbuch mit etwa 15.000 Wörtern wurden annähernd je 200 litauische und lettische Pflanzennamen gefunden, die der Autor selbst Pflanzen nannte. Meist sind sie mit dem Vermerk bot. versehen. Bei einigen Pflanzennamen ist die lateinische Bezeichnung angegeben. Anders als A. Juška wählt der Autor das litauische Wort als Stichwort; darauf folgen die lettischen, polnischen und russischen Entsprechungen5, zum Beispiel:
Wermut. m. traušls. bot. przybus, gnidosz, гнидникъ
bitkrėsl̇ys m bitkreslis. bot, Gartenmelisse. пчелиная трава
Schwarzkümmel. (nigalla sativa). Schwarzkümmel. Schwarzkümmel
Distel, ilis m Distel, Golddistel. bot., Bodjak, Oset. волчецъ, осеть
Georgine. Georgine. Georginia. георгиния
Katzengras. f. Katzenkraut. bot, Konianka, gewöhnlicher Löwenschwanz. зоря, растение
Gärschva f. Gärses. bot, Engelwurz. дягиль
Garstyczia. f. Senf. bot, Senf. горчица
Kasztónas (Baum). kastańú (Baum). Kasztan (Baum), каштанъ (дерево)
Lavanda. Lavendel. Lewanda. лаванда (Echter Lavendel).
Ziel dieses Artikels ist es, zu ermitteln, welche Pflanzennamen im Wörterbuch von M. Miežinis aufgeführt sind, festzustellen, in welchen Dialekten oder Schriften die verwendeten Pflanzennamen belegt sind, und die Reihen von Synonymen und Varianten litauischer und lettischer Pflanzennamen hinsichtlich ihrer Herkunft zu untersuchen.
Lietuviški duomenys lyginami su Lietuvišku botanikos žodynu (LBŽ, 1938), Lietuvių kalbos žodynu (LKŽe) ir jo papildymų kartoteka (LKŽK), prireikus naudotasi išleistais tarmių ir šnektų žodynais, latviški – su Inesės Ēdelmanės (Inese Ēdelmane) ir Arijos Uozuolos (Ārija Ozola) knyga Latviešu valodas augu nosaukumi (Latvių kalbos augalų vardai) (LVAN, 2003), Karlio Miūlenbacho (Kārlis Mīlenbahs) Latviešu valodas vārdnīca 1–4 (Latvių kalbos žodynas 1–4) (ME I–IV, 1923–1932). Taip pat remtasi Baltų kalbų atlasu. Leksika 1. Flora (CD) (BKA, 2012), kuriame pateikta ir lietuviškų, ir latviškų augalų vardų.
4 Die Titel der Wörterbücher werden in der heutigen Orthografie angegeben.
5 Diese Beispiele für Pflanzennamen werden so geschrieben, wie sie im Wörterbuch von M. Miežinis aufgeführt sind.
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Synonyme
M. Miežinis’ Wörterbuch ist insofern interessant, als es zu den Pflanzennamen auch Synonyme dieser Bezeichnungen anführt. Stasys Keinys zufolge „entstehen Synonyme dadurch, dass die Terminologie nicht vereinheitlicht ist und dass aufgrund der Unkenntnis oder Ablehnung der von anderen Autoren verwendeten Termini eigene Termini gebildet werden. Beispielsweise ist fast das gesamte umfangreiche botanische Erbe des 19. Jahrhunderts in Litauen als Handschrift überliefert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die botanischen Termini jener Zeit stark variierten“ (Keinys 1980: 98). Häufig wird dieselbe Pflanze nicht nur in verschiedenen Dialekten, sondern sogar in einzelnen Dörfern mit jeweils einem anderen Namen bezeichnet, da die Sprachbenutzer auf unterschiedliche Unterscheidungsmerkmale der Pflanzen achten; das heißt, im Erkenntnisprozess variiert der Blickwinkel, der Parameter, der in einer bestimmten Situation bei der Erfassung eines Gegenstands oder Phänomens wichtig wird (Gritėnienė 2006: 13).
Den größten Teil der in M. Miežinis’ Wörterbuch gefundenen (insgesamt vierzig) Reihen synonymischer litauischer und lettischer Pflanzennamen bilden einwortige Namen, z. B.:
Lit. barszcziai (~ barščiai6, batvinis, lett. batvini (~ batviņi). Bei den litauischen Pflanzennamen ist noch eine weitere Synonymreihe zu erwähnen und zu erörtern: sviklas, cviklis, barsztis (~ barštis). M. Miežinis führt sie gesondert (ohne lettisches Äquivalent) an und bezeichnet damit die heutige Gattung der Rübe (Beta). Wie im LKŽe angegeben, bezeichnet barščiu „die rote Rübe (Beta rubra:)“. Barštis ist eine aus den slawischen Sprachen entlehnte Bezeichnung (weißruss. борщш, poln. borszcz), die den westaukštaitischen Kauniern (Bd, Gs) (LKŽe) bekannt ist und im Gebiet der südlichen žemaitischen Raseinier verbreitet ist (Erž, Nmk, Btg – LKŽK). Die Entlehnung batvinis (batviņi) (weißruss. бауінне, poln. boćwina) (Beta vulgaris) ist in schriftlichen Quellen (OZ8, S.Dauk, M.Valanč, JD683, JV734) sowie in den Aukštaitischen (Pls, Sv) und den Žemaitischen Dialekten (Akm, Gršl, Rt) belegt. Das slawische Synonym von Barštis, svikla, wird nach den Angaben des LKŽe von Westaukštaiten (SmIn, Rg, Sk) und Westžemaiten (Krg) verwendet und ist auch in schriftlichen Quellen belegt (Q421, SD33, P, MŽ, Sut, K.Donel, LC1883,1, FrII502, K, J, M, L, LVIII1157, NdŽ, LBŽ, KŽ, LKAI163). Die slawische Bezeichnung cviklis ist in den Kreisen Vilkaviškis und Marijampolė belegt (LKŽe). Sviklas und cviklis sind als phonetische und orthografische Varianten anzusehen. Hervorzuheben ist, dass LBŽ neben anderen unter der Gattungsbezeichnung (Beta) auch alle genannten Synonyme aufführt (runkelis (Mr, Šk, V), barkštis (Al, Šl), batvinis (K, Ak, Ž, St, B, Pn), burokas (N, Iv, K), sviklius (P)). In Latgale (Balvuo
6 Die in Klammern angegebenen Formen der litauischen und lettischen Pflanzennamen sind von der Autorin transponiert. Die litauischen und lettischen Belege wurden anhand der zuvor genannten Quellen überprüft; außerdem wurde V. Urbučio Untersuchung „M. Miežinio žodyno leksizmai“ (2009: 271–303) herangezogen.
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se) und in schriftlichen Quellen belegt ist das lettische Synonym der Roten Rübe batvene (LVAN 46), das vermutlich eine Variante der von M. Miežinis angegebenen Bezeichnung batvini ist;
Lit. gailios, atgirios. Im LKŽe wird angegeben, dass der Pflanzenname gailios „weiße Nieswurz, atgirios (Veratrum album)“ ausschließlich in M. Miežinis’ Wörterbuch verwendet wurde. Auch die Singularform des Pflanzennamens atgiria, die nur in diesem Wörterbuch belegt ist, ist in den Kreisen Šiauliai (Krš) und Zarasai (Ds) verbreitet (LKŽe). Eine lettische Pflanzenbezeichnung ist im Wörterbuch nicht angegeben;
Lit. kalavijai, ostlit. dalgios, vylkdalgis (~ vilkdalgis), lett. vilku kalmji. Die männliche Singularform kalavijas ist nach den Angaben des LBŽ in den Kreisen Alytus, Seinai und Šiauliai sowie in schriftlichen Quellen verbreitet (F, M, BŽ212, LBŽ – LKŽe), während die feminine Singularform kalavija in den Kreisen Klaipėda, Panevėžys und Zarasai vorkommt und im von der Schriftstellerin Gabrielė Petkevičaitė-Bitė gesammelten Botanikos žodynui medžiagoje gefunden wurde. Laut LKŽe ist die Form in Dusetos, Grūžiai und Pelesa sowie in schriftlichen Quellen belegt (J, LBŽ, NdŽ). Das Synonym von Vilkdalgis, dalgios, wird im žemaitischen Dialekt verwendet (Mž, Rs – LKŽe). Vilkdalgis (Iris) wird, wie im LKŽe angegeben, von südlichen und nördlichen Žemaiten (Lkv, Kv, Krž, Yl, Šts) und Westaukštaiten (Vdžg) sowie in schriftlichen Quellen verwendet (R322, MŽ, MŽ 431, D.Poš, N, I, KBII72, KI304, K, J, LL255, L, L370, Rtr, LBŽ, BŽ197,498, DŽ, NdŽ, KŽ, LFII555, LKT167, LTEXII251, A.Vaičiul). Nach den Angaben des LVAN ist vilku kalmji (Iris) eine Pflanzenbezeichnung, die ausschließlich in schriftlichen Quellen verwendet wird (LVAN 127);
Lit. nūtrinė (~ nuotrynė), gudnoterė (~ gudnotere), dilgelė (~ dilgelė), lett. nātra (~ nātra). Im westlichen Teil Žemaitijas – in den westžemaitischen und den kretingischen Dialekten der Nordžemaiten sowie in den nahegelegenen telšischen und varniškischen Mundarten – wird die Ableitung mit dem Suffix -ynė nõtrynė und ihre Varianten nótrynė, notrýnė verwendet (BKA 2012: 220). Im žemaitischen Dialekt sind zusammengesetzte Namen weit verbreitet, deren zweites Glied die žemaitische Bezeichnung für die Brennnessel notrė und verschiedene morphonologische Varianten davon sind (Gritėnienė 2006: 43). Eine davon ist gudnoterė (Mit134 – LKŽe). Die Letten bezeichnen die Brennnessel mit derselben Wurzel: nātre, nātra (Urtica); diese Bezeichnung ist in vielen lettischen Dialekten verbreitet und in schriftlichen Quellen belegt (LVAN 238). Der Name ist vielen indogermanischen Sprachen gemeinsam (Gritėnienė 2006: 43);
Lit. pelynas, metelė (~ metelė), lett. vērmeles (~ vērmeles). Im LKŽe wird angegeben, dass die Entlehnung pelynas (weißruss. пальін) (Artemisia absinthium) in den Mundarten der Westaukštaiten (Gdl, Dkš), Südaukštaiten (Rud, Sn) und Ostaukštaiten (Aps, Kp) sowie in schriftlichen Quellen verwendet wird (J, Mt, LBŽ, V.Krėv, J.Balt). Metelė wurde verwendet
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… der Zeitgenossen von M. Miežinis, Friedrich Kuršaitis und A. Juška. Dieser Pflanzenname ist den Angaben des LKŽe zufolge für die südlichen (Sn) und westlichen (VIkv, Skr, Gs) Hochlitauer sowie für die südlichen Niederlitauer (Užž) charakteristisch und ist auch in schriftlichen Quellen belegt (K, J, R, LBŽ, KlvK, L3). In der heutigen litauischen botanischen Nomenklatur wird nicht der Name metelės, sondern die Artbezeichnung kartusis kietis verwendet. Der lettische Pflanzenname vērmeles ist eine Entlehnung aus dem mittelniederdeutschen Sprachraum (Karulis 2001: 1143), die im gesamten lettischen Gebiet verbreitet ist (LVAN 418);
lit. pienė (~ pienė), kiaulpienė (~ kiaulpienė), lett. pienis. Nach der heutigen botanischen Nomenklatur gehören lit. kiaulpienė (Taraxacum) und pienė (Sonchus) zur selben Familie der Korbblütler. Pienė ist eine gemeinsame litauische und lettische Bezeichnung für diese Pflanze (siehe Sabaliauskas 1990: 157). In Litauen wird sie in fast allen hochlitauischen Mundarten verwendet (Dkš, Ukm, Vl, Trgn – LKŽe, BKA 226). Im Lettischen ist pienis laut LVAN eine Variante von pienės, die in schriftlichen Quellen verwendet wurde (LVAN 225). Der feminine Pflanzenname pienė ist nur in einigen Mundarten Vidzemes, Latgales und Zemgales belegt – in Aknīste, Kaunata und Senuole (siehe BKA 226);
lit. pijonka, žibuklė (~ žibuoklė), lett. vijolite (~ vijolīte). Erwähnenswert ist noch eine von M. Miežinis angeführte Variantenreihe: žydūklė (~ žyduoklė), žybuklė (~ žybuoklė), für die keine lettische Entsprechung des Pflanzennamens angegeben wird. Pijonka ist eine Entlehnung aus den slawischen Sprachen. Im LKŽe stammen Belege für pijonka aus den osthochlitauischen Panevėžiškiai-Mundarten (Nj), den westhochlitauischen Šiauliškiai-Mundarten (Pc) sowie aus schriftlichen Quellen (NS967, LBŽ, NdŽ). Die Bezeichnung žibuoklė für das Stiefmütterchen (Viola), eine Feld- und Gartenblume aus der Familie der Veilchengewächse, wird den Angaben des LKŽe zufolge in den Kreisen Jurbarkas (Stk) und Zarasai (LTR(Ant)) sowie in schriftlichen Quellen verwendet (Q623, KII285, Rtr, ŠT326, Š, LBŽ, NdŽ, KŽ, K.Bink, S.Nėr). Žyduoklė findet sich nur in schriftlichen Quellen (M, NdŽ, KŽ). Der Name žybuoklė ist eine Variante der bereits erwähnten žibuklė, die weder im LBŽ noch im LKŽe belegt ist. Im Lettischen ist der Name für das Stiefmütterchen eine Entlehnung aus dem Mittelniederdeutschen (Karulis 2001: 1162), die in einige lettische Mundarten gelangte (Brukna, Burtnieki, Garsene, Krape, Krimulda, Limbaži, Luode, Nīca, Patkule, Ranki, Skaistkalne, Tuja) und in schriftlichen Quellen belegt ist (LVAN 424);
lit. roputė (~ roputė), bulvė (~ bulvė), lett. rācini (~ rācini), kartupeli (~ kartupeli). Das LKŽe weist darauf hin, dass das in der litauischen Standardsprache etablierte, aus den slawischen Sprachen entlehnte Wort bulvė das Synonym roputė (Solanom tuberosum) hat, das in Žemaitija (Šlu, Krg, Bt, Pgr, NmŽ, Rsn, Grdm, Žv, Erž, Jdr, Trg, Pln, Krtn, Kv, Ktč) und Westaukštaitija (Skr, Grdž, Vdžg, Jrb) weit verbreitet ist und auch schriftlich verwendet wird (BzF165(Šlu, Krg), P, M.Valanč,
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N(Rg, Tlž), TP1880,40, K, KII13, KII51, I, M, LBŽ, LKGI570, KŽ, I.Simon). Lett. rācini ist im südöstlichen Süden Lettlands (Selija) – in Aknīste – belegt (LVAN 144; ME III 494), während kartupeli in allen lettischen Mundarten verwendet wird (siehe BKA 293);
lit. saulėgr anža (~ saulėgrąža), saulėkrislis (~ saulėkrislis), lett. saulgrieze (Helianthus annuus). Die Motivation von lit. saulėgrąža und lett. saulgrieze, die nach klassischen Sprachen gebildete Lehnübersetzungen sind, beruht auf der Eigenschaft der Blüte, sich zur Sonne zu drehen (siehe Gritėnienė 2006: 150, 151). Den Angaben des LBŽ zufolge ist saulėgrąža sowohl in hochlitauischen (Al, Kn) als auch in niederlitauischen Mundarten (Rs, Trg, Tl) verbreitet; der Name ist auch in schriftlichen Quellen belegt (M, K.Būg(Kv), Mt, LBŽ, J.Krišč, ŽŪŽ133, ŽŪŽ70 – LKŽe). Den Namen Saulėkrislio für die gewöhnliche Sonnenblume verwendete nur M. Miežinis (LKŽe). Lett. saulgrieze ist in schriftlichen Quellen belegt (LVAN 335);
lit. serbentos, vašūklei (~ vašūokliai), lett. jānūga (~ jāņoga), zustrene. Die Singularform serbenta ist den Angaben des LKŽe zufolge in litauischen Mundarten weit verbreitet (Nm, Lbv, Jz, Als, Slnt, Bgs, Srj, Krp) und auch in schriftlichen Quellen belegt (SD278, R, MŽ288, K, J.Jabl, Rrt, NdŽ, LKAI169(Pkl, Vgr), LKAI169(Skrd, Prn, Alv, Mtl), LKAI169(Drs, Jz, Brb, Rdš), LKAI169(Ms, Yl) und andere). Die von M. Miežinis angeführte žemaitische Form vašuoklio ist wahrscheinlich eine Variante von vašoklio (Ribes), die den Angaben des LKŽe zufolge in niederlitauischen Mundarten (Kv, Slnt, Ktč, Sd, Plt, Kl, Žr, Ms, Grg, Klm, NmŽ, Skdv, Žgč, Erž, Vlkš, Vkš, Pj, Vn, Pln) stärker verbreitet ist als in hochlitauischen (Šmk, Jrb) und auch schriftlich verwendet wird (Jn, K.Būg, Š, NdŽ, KŽ, LKI169, D޲, Sr, D.Pošk, Sut, LBŽ, ŠT98, Vaižg). Der lettische Pflanzenname jāņoga ist in Latgale und Vidzeme sowie in schriftlichen Quellen belegt; das Synonym für Johannisbeere zustrene findet sich dagegen nur in schriftlichen Quellen (LVAN 132);
lit. soras, laisžiai (~ laišiai), lēca (~ lēca), lēcas (~ lēcas). Der Pflanzenname im Maskulinum soras (Panicum) könnte nach Ansicht von Algirdas Sabaliauskas ein altes baltisches Wort sein (LKEŽe). Er ist in westhochlitauischen Mundarten belegt (KzR II 259) und wurde den Angaben des LKŽe zufolge auch schriftlich verwendet (Q468, Cl952, N, M, KŽ); laišiai in der Bedeutung „Hirse“ ist dagegen nur bei M. Miežinis belegt. Lett. lēca (-as) wird vor allem in den Mundarten Westlettlands verwendet, allerdings in der Bedeutung „Wicke“ (Vicia) (LVAN 430). Es handelt sich um einen Germanismus, der laut A. Sabaliauskas aus dem Deutschen in viele europäische Sprachen gelangte (siehe Sabaliauskas 1990: 262);
lit. strebulė (~ strebulė), gurgždis (gurgždis), lett. saute, striebule. Das Synonym für die Wald-Engelwurz (Angelica silvestris), strebulė, könnte aus dem Lettischen übernommen worden sein (siehe Urbutis 2009: 287). Wie im LKŽe angegeben, wird es verwen-
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wird nur in schriftlichen Quellen belegt (M, L, Rtr, BŽ134, LBŽ, KŽ), während gurgždis nicht nur in Schriften (CI98, R, Ak, P, K.Būg), sondern auch im žemaitischen Dialekt (Lkv) vorkommt. Laut LVAN ist lett. saute in Duobele (Semgallen) belegt, während die maskuline Form striebulis (–ļi) in Limbaži (Livland) sowie in Schriftquellen vorkommt (LVAN 471);
lit. svogūnas, ėlis (~ svogūnas, –ėlis), cibulis, lett. sīpūls (~ sīpols). Von allen indogermanischen Sprachen findet sich svogūnas nur im Litauischen. Nach Ansicht von A. Sabaliauskas handelt es sich wahrscheinlich um ein Lehnwort aus einer türkisch-tatarischen Sprache. Die Litauer übernahmen es offenbar unmittelbar und nicht über Vermittler (z. B. von Tataren und Karaimen, die sich in Litauen niedergelassen hatten) (LKEŽe). M. Miežinis führt neben dem im gesamten litauischen Staatsgebiet verwendeten Pflanzennamen synonym auch eine Diminutivform an. Die Bezeichnung cibulis (s. l. cybula) (Allium) ist in Aukštaitija (Ūd, Al, Vlkv, Dkš, Šln, Trgn) und Žemaitija (Krp) weit verbreitet. Nach Ansicht von A. Sabaliauskas könnte dieser Name für Zwiebel ins Litauische aus dem Polnischen oder Weißrussischen gelangt sein (LKEŽe). Der lettische Pflanzenname sīpols wird in allen lettischen Dialekten verwendet (LVAN 351). Es handelt sich um ein Lehnwort aus dem Mittelniederländischen (Karulis 2001: 818);
lit. tymas, czepronėlis (~ čep ro nėlis), lett. timijans. Tymas (Thymus) ist ein aus dem Lateinischen entlehnter Name, der nur in Schriften verwendet wurde (Mt, KŽ – LKŽe); čep ro nėlis, wahrscheinlich ebenfalls ein Lehnwort, findet sich in den Schriften von Jurgis Ambraziejus Pabrėža und wird außerdem im žemaitischen Dialekt lebendig verwendet (Žr, Sd, Yl – LKŽK). Das lettische Äquivalent für Thymian, timijans, ist in schriftlichen Quellen belegt (LVAN 210);
lit. trauszlei (~ traušliai), asiukai, lett. meldra aški. Laut LKŽe wurde die Pluralform traušliai von M. Miežinis und August Leskien verwendet; die maskulinen Varianten traušlis ir traušlys (Singularform) sind in schriftlichen Quellen belegt (Ndž, KŽ). Wie LKŽe angibt, wird das Synonym für Schachtelhalm asiūkas im Bezirk Trakai (Auk) verwendet. Asiūklis gilt als altes Lehnwort aus dem Finnischen (siehe Sabaliauskas 1990: 226). Der von M. Miežinis angegebene lettische Pflanzenname ist weder in LVAN noch in ME belegt. Ohne Bestimmungswort ist der lettische Pflanzenname aškis (–i) (Equisetum) vielen indogermanischen Sprachen (Karulis 2001: 81) und allen lettischen Dialekten gemeinsam (LVAN 153);
lit. vītolis (~ vytolis), žilvitis, lett. vītūls (~ vītols), kārklis (~ kārklis). Der aus dem Lettischen übernommene Pflanzenname vytolis (Urbutis 2009: 296) wird im LBŽ für den Kreis Biržai angegeben. Die zweite Bedeutung von Žilvičio lautet „Strauch aus der Familie der Weidengewächse, Korbweide (Salix viminalis)“ (LKŽe). Der Name ist sowohl in Aukštaitija (Pš, Rdš, Šlv, Rz, Er, Žml, Nm, Lt, LTR(Auk), DrskŽ) als auch in Žemaitija (Štk, End, LTR(Brs), DūnŽ) sowie in schriftlichen Quellen belegt (D.Pošk,
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P, KII339, K, M.Valanč, Sut, I, N, M, LMD, LBŽ, DŽ, NdŽ, KŽ). Lett. kārklis ist in verschiedenen lettischen Dialekten belegt (LVAN 44). Dieser Pflanzenname hat in anderen indogermanischen Sprachen keine Entsprechungen. Seine Herkunft ist ziemlich unklar (Sabaliauskas 1990: 156).
In den Synonymreihen werden, wie ersichtlich, meist nicht nur einzelne, sondern auch zwei oder drei Synonyme angegeben.
Im Lietuviszkai-latviszkai-lenkiszkai-rusiszkame žodyne sind mehrere zweiteilige lettische Pflanzennamen aufgeführt7, zum Beispiel:
lett. oliva, eļļas kūks (~ eļļas koks), lit. alyva. In den Quellen zur Lexik des älteren Lettischen sind die von M. Miežinis angegebenen lettischen Pflanzennamen nicht belegt. In der heutigen lettischen botanischen Nomenklatur wird die hybride Ableitung olīvokoks verwendet. Der aus den slawischen Sprachen übernommene Name alyva (weißruss. олива, poln. oliwa) (Olea europaea) ist in litauischen Schriftquellen belegt (BBSir50,11, SD225, DP1, R, K, J);
lett. cedveres, cērmų zāles (~ cērmų zāles), lit. citvaras. Der lettische Pflanzenname für das Mittel gegen Würmer cedveres „cērmjuzāles“ ist ein Lehnwort aus dem Deutschen (Ozols 1968: 44). Das Synonym cērmų zāles (Tanacetum vulgare) ist in Livland (Jaunlaicene, Rūjiena) und Semgallen (Vecumnieki) verbreitet und auch in Schriften erwähnt (LVAN 48). Für die litauische Pflanzenbezeichnung führt M. Miežinis einen anderen Namen für eine Pflanze derselben Familie der Korbblütler an, citvaras (Artemisia cina), der von J. A. Pabrėža verwendet wurde und im Gebiet der ostaukštaitischen panevėžiškiai-Dialekte (Ėr) verbreitet ist (LKŽe); in der heutigen Verwendung heißt sie citvariniu kiečiu;
lett. sunu stiebri, vilnaratki, lit. durnaropė (~ durnaropė). Die von M. Miežinis angeführten lettischen Pflanzennamen sunu stiebri und velna rutks bezeichnen eine Gattung der Familie der Doldenblütler (Conium) (heute mauda) (LVAN 380), während die litauische Bezeichnung eine andere Pflanze meint – eine Gattung der Familie der Nachtschattengewächse (Datura). Laut LKŽe wird durnaropė in den ostaukštaitischen (Slm, Ėr, Mžš) und südaukštaitischen (Lp) Dialekten verwendet; wie das Material von LKŽK zeigt, auch in den südlichen (Btg) und nördlichen (Yl) žemaitischen Unterdialekten;
lett. tūku zāle (~ tūku zāle), zemes apiņi (~ zemes apiņi), dūleji (~ dūleji), lit. veronika. Für Ehrenpreis führt M. Miežinis drei lettische Pflanzennamen an. Es handelt sich um Wörter aus schriftlichen Quellen (LVAN 412). Lit. veronika (Veronica) stammt aus dem Lateinischen. Dieser Name (LKŽe) ist aus dem östlichen Aukštaitija (Sb, Tvr) sowie aus Schriftquellen belegt (M, L, Rtr, LBŽ, NdŽ, DŽ1, KŽ, DS137, LFV440, MedŽ, LTEXII176, LEXXXIII439).
7 Diese zweiteiligen Pflanzennamen sind von der Autorin des Artikels spärlich gesetzt.
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Wie die angeführten Beispiele zeigen, bilden diese zweigliedrigen lettischen Pflanzennamen auch Synonymreihen. Im Wörterbuch gibt es keine synonymischen Pflanzennamen aus mehreren Wörtern im Litauischen.
In M. Miežinis’ Wörterbuch wurde eine Synonymreihe gefunden, in der der lettische Pflanzenname mit einem Attribut versehen ist:
lett. aklā nātre (~ akla nātre), aklais, lit. aklis. Beide lettischen Pflanzennamen sind in schriftlichen Quellen belegt (LVAN 257, 259). Aklis wurde von M. Miežinis ausschließlich in der Bedeutung „Weiße Taubnessel“ (Lamium album) verwendet (LKŽe).
M. Miežinis führt in seinem Wörterbuch einige litauische Synonymreihen separat an und wiederholt dabei bereits erwähnte Pflanzennamen:
drebulė (~ drebulė), apusis (~ apušis). Laut LBŽ wird die Bezeichnung drebulės (Populus tremula) in den Mundarten der südlichen, westlichen und östlichen Oberlitauer (Al, Mr, Vln) sowie der südlichen Niederlitauer (Rs) verwendet und ist auch schriftlich belegt (R, Ml, N, K, Juš). Der Name leitet sich von drebėti „zittern“ ab; zur Semantik vgl. dt. Zitteresche, Zitterpappel: zittern „zittern“, bulg. трепетлика, serbokroat. трепетљика, slowen. trepelljika: urslaw. trepetati „zittern“ (LKEŽe). LKŽe weist darauf hin, dass apušis in den Mundarten der Šiauliai-Westoberlitauer (Krtv) und der Vilnius-Ostoberlitauer (Lz) sowie auch in schriftlichen Quellen verwendet wird (N, [K], J). Dieser Name ist vielen indogermanischen Sprachen gemein (siehe Sabaliauskas 1990: 39);
kimenai, samanos. Die Bezeichnung kimenų (Sphagnum) für Torfmoose wurde ausschließlich in schriftlichen Quellen verwendet (N, MitIII139, M – LKŽe). Die Herkunft des Wortes samanos ist unklar. Man versucht, es mit lett. sūnas „Moos“, slaw. *čbmelb und lit. kamanė in Verbindung zu bringen (Sabaliauskas 1990: 202);
lit. kolis, sietiniai. Neben diesen Synonymen führt M. Miežinis noch zwei weitere Synonymreihen an: lit. kruczkai (~ kručkai), sėtiniai (~ sėtiniai) sowie lit. sietiniai, gručkai (~ gručkai), lett. kālis (~ kālis). Der von M. Miežinis angegebene litauische Pflanzenname sietiniai ist wahrscheinlich eine Variante der Pflanzennamen sėtinys (Brassica napus) (K, J, Š, Rtr, DŽ, LKAI163), sėtinis (KŽ, LKAI269(Prk. Plik, Plt, Kl) und sėtinis als Variante (P, N, Sut, F, I, M, LBŽ, LKAI163). Laut LKŽe ist sėtinys in den niederlitauischen Mundarten verbreitet (Rsn, Vlkš, Erž, Bt, Žg, Grg, Brs, Als, Šl, Kln, Šll, Krg, Mžk, Kv, Krp, Pvn, Ms, Slnt, Šts, Lkv, Krž, NmŽ, Trš, Skd, DūnŽ) und auch schriftlich belegt (K, J, Š, Rtr, DŽ, LKAI163); der Name ist jedoch auch für die westlichen Šiauliai-Oberlitauer charakteristisch (Žg). A. Sabaliauskas zufolge ist dies eine ausschließlich dem Litauischen eigene Bezeichnung für Raps, die untrennbar mit dem Verb sėti „säen“ verbunden ist (LKEŽe). Die slawische Entlehnung gručkas (weißruss. бручка) ist laut LKŽe im Kreis Marijampolė (Lbv, KzRI258) und in schriftlichen Quellen (R, Mt) belegt. Die Germanismus kolis (dt. Kohl) wurde außer von M. Miežinis auch von A. Juška verwendet und ist zudem aus den Kreisen Panevėžys (Lnkv, Krč, Lg, Grž) und Šiauliai belegt
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(Jnš, Pkr). Wie LKŽe zeigt, ist krūčkai (weißruss. кручка) häufiger in oberlitauischen Mundarten (Lš, Rm, Mrp, Brš, Mrk, Bsg) und in schriftlichen Quellen (J, BS98, JV796, JD941) gebräuchlich. Gručkiai ir kručkai sind als phonetische und orthografische Varianten anzusehen. Lett. kālis ist eine Entlehnung, die im gesamten lettischen Sprachgebiet verbreitet und in schriftlichen Quellen belegt ist (LVAN 144);
lit. paeglis, kadugys. Erwähnenswert ist außerdem eine weitere Variantenreihe: lit. kadagys, kadugys, lett. paegle. Lit. paeglis „Wacholder“ ist nach V. Urbutis nur einer von vielen Letizismen bei M. Miežinis (lett. paegle) (LKEŽe). Diese Wortform verwendete neben M. Miežinis auch der Botaniker Juozapas Fedoravičius. Die Variante kadugys wird, wie LKŽe angibt, in oberlitauischen Mundarten verwendet (Brt, Skr, Nm, Vl); nach den Angaben von LKŽK und LBŽ auch in niederlitauischen Mundarten (End, Akm, Mžk, Rs) sowie in schriftlichen Quellen (J, JV248, JV844, JD681, M, J.Jabl, LBŽ – LKŽe). Viele Finnougristen sind der Ansicht, dass kadagys ir kadugys finnougrischen Ursprungs sind; es gibt jedoch auch andere Auffassungen, wonach die Finnen diese Bezeichnung von den Balten übernommen haben. Lit. kadagys ist im handschriftlichen Wörterbuch des 17. Jahrhunderts Lexicon Lithuanicum belegt (Sabaliauskas 1990: 226, 227). Der lettische Name paegle ist in Latgale verbreitet (Agluona, Aulėja, Baltinava, Varaklianai, Vilianai, Zvirgzdene u. a.) und in schriftlichen Quellen belegt (LVAN 254).
Varianten
Aus synchronischer Sicht sind einige der gefundenen litauischen Pflanzennamen als Varianten anzusehen (insgesamt 19 Zeilen). In einigen Arbeiten litauischer Terminologen werden Varianten und Synonyme nicht streng voneinander abgegrenzt (z. B. siehe Umbrasas 2010: 169–187). In diesem Artikel gelten unterschiedliche Formen desselben Terminus als Terminusvarianten (Mitkevičienė 2004: 124).
Unter den in M. Miežinis’ Wörterbuch gefundenen Pflanzennamen lassen sich phonetische und orthografische (a) sowie morphologische Varianten⁸ (b) unterscheiden:
a) lit. apynys, apvynys, lett. apiņi. Das Wort apynys (Humulus lupulus) findet sich in den Werken von Frydrichas Kuršaitis, A. Juška und Simonas Daukantas sowie in den hochlitauischen Mundarten (Pn, Grž, Rm). Wie LKŽe zeigt, wurde die zweite Wortform in schriftlichen Quellen verwendet (SD204, B, R, R¹⁷³, KII63, JV591, J, NS60, NS472) und ist auch für Hochlitauer charakteristisch (Ktk, Trgn). Lit. apynys, lett. apiņis sind ausschließlich baltische Bezeichnungen. Das Wort entstand aus ap(ie) + vyti. Dafür spricht auch die Form lit. apvynys, lett. apvīnis (Sabaliauskas 1990: 154). Lett. apiņi wurde in lettischen Dialekten verwendet (LVAN 20);
8Bei der Einteilung der Pflanzennamen in phonetische und orthografische sowie morphologische Varianten stützt man sich auf die Klassifikation von Asta Mitkevičienė (Mitkevičienė 2004: 125–136).
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Lit. dievmedis, dienmedis, lett. dievkūciņš (~ dievokociņš) (Ginghko biloba, bot.). In der heutigen litauischen botanischen Nomenklatur heißt Ginkgo biloba ginkmedis; daher könnte M. Miežinis sich geirrt haben, denn angegeben werden zwei Synonyme für diemedis (Artemisia abrotanum). Nach den Angaben des LKŽe ist dievmedis ein vorwiegend in Schriftquellen verwendeter Pflanzenname (Š, SD18, N52), der auch in Joniškis belegt ist (LTR(Jnš)). Die Variante dienmedis ist weder im LBŽ noch im LKŽe verzeichnet. Der lettische Pflanzenname ist im gesamten Gebiet Lettlands verbreitet und wird auch schriftlich verwendet (LVAN 419);
Lit. katpėdios (~ katpėdios), katpėdžios (~ katpėdžios). Die Variante katpėdžios ist, wie das LKŽe zeigt, nur in M. Miežinis’ Wörterbuch belegt; die Form katpėdios ist weder im LBŽ noch im LKŽe aufgeführt. Wahrscheinlich handelt es sich um Varianten des in der heutigen Nomenklatur etablierten Namens katpėdė (Antennaria);
Lit. kninas (~ knynas), koinas (~ kvynas), kmynas, lett. k’imenes (~ ḳimenes). Lit. knynas wurde nur von M. Miežinis verwendet und aus Žeimelis aufgezeichnet. Die Variante kvynas (LKŽe) ist in den žemaitischen Mundarten häufiger (Brs, Krš, Ll, Pgr, Slnt, Vl, Užv – LKŽe) und kommt auch in Schriftquellen vor ([K], NdŽ, IM1861,24, D.Pošk, OZ29, LBŽ, P, J). Kmynas (Carum) gelangte aus dem Belarussischen oder Polnischen ins Litauische. Dieser Name ist in Schriftquellen des 16.–17. Jahrhunderts belegt (siehe Sabaliauskas 1990: 239, 240). Lett. ḳimenes ist eine Entlehnung aus dem Deutschen (Karulis 2001: 473), die in allen lettischen Dialekten verwendet wird (LVAN 173);
Lit. lendrė (~ lendrė), nendrė (~ nendrė). Der Name lendrė ist laut LKŽe sowohl im Gebrauch der žemaitischen (Krkl, Plt) als auch der hochlitauischen Bevölkerung (Sk, Pgg, LTR(Rdd), Prl) sowie in Schriftquellen belegt (Brz, J, JD602, KV989, BsPIII66). Nendrė gehört zum Wortschatz, der ausschließlich den baltischen Sprachen eigen ist, und wird in Schriftquellen des 16.–17. Jahrhunderts verwendet (siehe Sabaliauskas 1990: 157);
Lit. medlepė (~ medlepė), medžlepis, lett. baltais kl’aus (~ baltais kḷaus). Der Name medlepė wurde den Angaben des LKŽe zufolge nur von M. Miežinis verwendet. Die maskuline Form medžliepis für den Ahorn ist, wie das LBŽ zeigt, nur für Hochlitauer charakteristisch (B) und auch in Schriftquellen belegt (Kos). Der lettische Pflanzenname mit dem Attribut baltais ist weder im LVAN noch im ME verzeichnet;
Lit. panavija, pinavija. Wie das LKŽe zeigt, ist panavija (Paeonia) eher für Žemaiten charakteristisch (Mžk, Kv, Vkš, Prk, Lky); bei den Hochlitauern sind Orte in den Kreisen Kupiškis und Biržai angegeben. Der Name wird in schriftlichen Quellen verwendet (NdŽ, P, D.Pošk, Sut, A.Strazd, J, J.Bil, BM422, LFIII360). Das zweite Synonym für die Pfingstrose, pinavija (lit. pinawja), wurde aus den Kreisen Joniškis (Sk) und Panevėžys (Nj) aufgezeichnet und kommt auch in Schriftquellen vor (J, JV40, Vnž, LBŽ);
Lit. rukštynė (~ rūḳštynė), ruszkynė (~ rūšḳynė), vgl. lett. skābenes (~ skābenes). Lit. rūšḳynė (rūšḳynė) wird den Angaben des LKŽe zufolge nur verwendet
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im oberlitauischen Dialekt (Mrj, Plv, Btr, Nč, Zt, Dv, Klvr, Dbč, Rdš, Lp) sowie auch in schriftlichen Quellen (SD157, LBŽ, DŽ, LFIII153). Lit. rūgštynė (auch die Form rūškynė) findet sich in der ersten Ausgabe des Wörterbuchs von Konstantinas Sirvydas (Sabaliauskas 1990: 241). Der lettische Pflanzenname skābenes ist in ganz Lettland verbreitet (LVAN 355);
lit. žemvūgė (~ žemvuogė), žemūgė (~ žemuogė), lett. zemene. Die erste von M. Miežinis angeführte Variante des litauischen Namens für die Walderdbeere ist weder in LBŽ noch in LKŽe aufgenommen. Der Name Žemuogės ist in verschiedenen litauischen Mundarten weit verbreitet (Tv, Brs, Vkš, Gd, Erž, Plšk, Krš, Vdk, Klp, Šts, End, Pln, Sd, Grd, Žd, Tlž, Dkš, Smln, Aln, Kvr, Všk, LTR(Šr), Rdn, Mžš, Skp, Al, Šmn, Pv, LMD(Žg), Brž) und auch in schriftlichen Quellen belegt (SD138, SD287, R, R123, MŽ, MŽ161, D.Poš k, Sut, Kos137, P, KBII98, F, N, K, M, J, JV654, MitIII138, L, LL176, K.Būg(Kv), Š, Sln, ŠT54, LBŽ, B.Sruog, NdŽ, DŽ, KŽ, ŽŪŽ44, J.Sav, M.Katil). Der lettische Pflanzenname ist in allen lettischen Mundarten und schriftlichen Quellen verbreitet (LVAN 460);
b) lit. krapas, krapis. Neben dem Pflanzennamen krapas, der wahrscheinlich aus dem Polnischen ins Litauische gelangte (LKEŽe), erscheint im Wörterbuch von M. Miežinis eine Variante mit der Endung –is, krapis, die weder in LBŽ noch in LKŽe belegt ist;
lit. melenios (~ mėlenios), mėlynės (~ mėlynės), lett. melenes. Wie die Daten von LKŽe zeigen, ist mėlenė häufiger im Žemaitenland (Vkš, Als, Ms, Pj, Up, Rs, Vž, Krš, Trk, KlvrŽ) und in schriftlichen Quellen anzutreffen (J, Žem). Die Bezeichnung lit. mėlynės und lett. mellenes ist in ganz Litauen und Lettland verbreitet;
lit. ryžius, ryzai (~ ryžai). Ryžius ist nur in schriftlichen Quellen belegt (R, N, [K], BŽ489, NdŽ – LKŽe), die zweite Form hingegen im Wörterbuch von M. Miežinis und im žemaitischen Dialekt (Vkš, Kal). Dies sind Slawismen aus dem polnischen ryż (siehe Sabaliauskas 1990: 241);
lit. rūktis (~ rūktis), ruktys (~ rūkt ys), lett. skābenes (~ skābenes) (zirga). Die von M. Miežinis angeführten Varianten litauischer Pflanzennamen gehören wahrscheinlich zur Gattung der Knöterichgewächse (Polygonum). Den Daten von LKŽK zufolge wird rūktis sowohl in Aukštaitija (Švnč, Vdžg) als auch in Žemaitija (Erž) verwendet. Der lettische Pflanzenname zirga skābenes gehört zur selben Familie, jedoch zu einer anderen Gattung, den Ampfern (Rumex). Dieser Name ist in vielen lettischen Mundarten gebräuchlich und wird in schriftlichen Quellen verwendet (LVAN 357);
lit. salotai, salotos. Salotai ist ein Slawismus und ein Synonym für den Blattgemüsesalat salotos – eine maskuline Form, die, wie das Material von LKŽK zeigt, in den Kreisen Radviliškis (Sdb, Grnk) und Pakruojis belegt ist und auch in schriftlichen Quellen vorkommt
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(BB2Moz12,8, S.Dauk, M, LD214(Ukm, Klm) – LKŽe). Lit. salota (auch die Form salotas) kommt in Texten des 16.–17. Jahrhunderts vor (Sabaliauskas 1990: 241); lit. taboka, tabakas, lett. tabaka, Tabaka (Nicotiana) wird den Angaben von LBŽ zufolge von den Oberlitauern verwendet (B, Pn, Kėd, Mrj, Uk); diese Form kommt in den Mundarten des Kreises Tauragė sowie in schriftlichen Quellen vor (Šr, M, Mln). Die Form tabakas könnte aus dem Russischen табак entstanden sein. In die litauische Sprache Ostpreußens muss die Bezeichnung für Tabak direkt aus dem Deutschen gelangt sein, vgl. dt. Tabak (Sabaliauskas 1990: 242). Lett. tabaka ist ein Lehnwort, das aus dem Schwedischen tobak oder dem niederdeutschen toback ins Lettische gelangte (Karulis 2001: 1003). Dieser Pflanzenname wird in Vidzeme (Ērģeme, Krimulda) sowie in schriftlichen Quellen verwendet (LVAN 386). Wie die gefundenen Beispiele zeigen, unterscheiden sie sich durch den Wechsel von Stammvokalen oder -konsonanten; auch die Endungen variieren.
Ein Beispiel lettischer Varianten von Pflanzennamen findet sich im untersuchten viersprachigen Wörterbuch nur einmal: lett. vāveraji (~ vāverāji), vāverīni (~ vāveriņi), vaivariņi (~ vaivariņi), lit. vaivoras. Mit den von M. Miežinis angeführten lettischen Pflanzennamen wird die Gattung Ledum (Ledum) aus der Familie der Heidekrautgewächse bezeichnet. Sie kommen in lettischen Mundarten und schriftlichen Quellen vor (LVAN 401). Lit. vaivoras gehört zur selben Pflanzenfamilie, aber zu einer anderen Gattung, der Moorbeere (Vaccinium uliginosum). Sowohl lit. vaivoras als auch lett. vaivariņi, vāveriņi und vāverāji ‚bot. Sumpfporst‘ (diese Pflanzen können Schwindel hervorrufen) hängen nach Ansicht von Jānis Endzelīns wahrscheinlich mit dem tschechischen vrávorati ‚schwanken, taumeln‘ zusammen (siehe LKEŽe).
SCHLUSSFOLGERUNGEN
1. In M. Miežinis’ Wörterbuch ist ein gewaltiger Schatz an Wörtern der lebendigen Volkssprache zusammengetragen, der zahlreiche Wörter bewahrt, die in der heutigen Sprache nicht mehr verwendet werden. Es enthält auch Pflanzennamen auf Litauisch, Lettisch, Polnisch und Russisch.
2. Im viersprachigen Wörterbuch wurden jeweils fast 200 volkstümliche litauische und lettische Pflanzennamen gefunden, die durch Synonymie und Variantenreichtum gekennzeichnet sind.
3. Es gelang festzustellen, welche Pflanzen im Wörterbuch von M. Miežinis benannt sind. Lateinische Pflanzennamen sind darin nur sehr wenige angegeben, weshalb sich nicht immer leicht bestimmen lässt, welche Pflanze im Wörterbuch mit dem jeweiligen Namen bezeichnet wird. Ein unklarer litauischer Pflanzenname ließ sich mitunter anhand des lettischen bestimmen. An einigen Stellen führte M. Miežinis synonym die Namen verschiedener Pflanzen an, möglicherweise weil diese Pflanzen nicht unterschieden und auch in der lebendigen Sprache mit demselben Namen bezeichnet werden. Es kommen auch umgekehrte Fälle vor, in denen im Wörterbuch verschiedene Pflanzen mit demselben Namen bezeichnet werden.
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4. Die gefundenen litauischen Pflanzennamen sind sowohl in den ost- als auch in den westlitauischen Dialekten verbreitet; offenbar sammelte M. Miežinis die Pflanzennamen daher aus der lebendigen Sprache, während er an verschiedenen Orten Litauens arbeitete. Die in diesem Wörterbuch angeführten Pflanzennamen finden sich auch in den Schriften von Pilypas Ruigys, Ferdinandas Neselmanas, F. Kuršaitis und A. Juška.
5. Die große Mehrheit der in dem Wörterbuch aufgeführten Pflanzennamen beider Sprachen sind Lehnwörter: Die litauischen Namen sind aus slawischen, deutschen, lettischen, lateinischen oder türkischen Sprachen entlehnt, die lettischen aus slawischen und germanischen Sprachen (Schwedisch oder Niederländisch).
6. Es wurden 20 Reihen mit Synonymen litauischer und 20 Reihen mit Synonymen lettischer Pflanzennamen gefunden. Für eine Pflanze verwendet M. Miežinis jeweils zwei oder drei Synonyme, die in der lebendigen Sprache und in schriftlichen Quellen gebraucht werden. Einige der aufgeführten litauischen und lettischen Pflanzennamen sind weder in LBŽ und LKŽe noch in LVAN und ME verzeichnet.
7. Ein Teil der in beiden Sprachen gefundenen Pflanzennamen gilt synchronisch als Varianten. Unter den 19 Reihen mit Varianten litauischer Pflanzennamen überwiegen phonetische und orthografische Varianten. Es wurde nur eine Reihe mit Varianten eines lettischen Pflanzennamens gefunden, in der morphologische Varianten angegeben sind.
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Vėbra R. 1977: Mykolas Miežinis. – Žmonės ir kalba, 146–150.
Zemzare D. 1961: Latviešu vārdnīcas (līdz 1900. gadam), Rīga: Latvijas PSR Zinātņu akademijas izdevniecība.
LITAUISCHE UND LETTISCHE SYNONYME UND VARIANTEN VON PFLANZENNAMEN
IM WÖRTERBUCH „LIETUVISZKAI–LATVISZKAI–LENKISZKAI–RUSISZKAS“ VON MYKOLAS MIEŽINIS
Lietuviszkai–latviszkai–lenkiszkai-rusiszkas žodynas (1894) by Mykolas Miežinis is one of the very few printed dictionaries from Lithuania proper in the 19th century. It contains a huge number of words from folk language which subsequently fell out of usage. Among other such words this dictionary presents names of plants in Lithuanian, Latvian, Polish and Russian. The article deals with Lithuanian and Latvian terms which have synonyms and variants.
Der Versuch, festzustellen, welche Pflanzen mit den im Wörterbuch von Miežinis gefundenen Wörtern bezeichnet wurden, war erfolgreich. Das Wörterbuch enthält nur sehr wenige Pflanzennamen in lateinischer Sprache; daher war es nicht immer einfach, die jeweils bezeichnete Pflanze zu bestimmen. In einigen Fällen waren lettische Namen hilfreich. Manchmal führte Miežinis die Namen verschiedener Pflanzen als Synonyme an, vermutlich weil diese Pflanzen in der Volkssprache nicht unterschieden und mit ähnlichen Namen bezeichnet wurden. Es gibt auch umgekehrte Fälle, in denen derselbe Name für verschiedene Pflanzen verwendet wurde.
Die gefundenen Namen wurden sowohl in den Dialekten Žemaitija (Niederlitauen) als auch Aukštaitija (Hochlitauen) verwendet. Dies lässt vermuten, dass Miežinis diese Namen bei seiner Arbeit in verschiedenen Teilen Litauens und Lettlands gesammelt hat. Pflanzennamen aus dem Wörterbuch von Miežinis finden sich auch in den Werken von Phillip Ruhig (Pilypas Ruigys), Ferdinand Nesselmann, Friedrich Kurschat (Frydrichas Kuršaitis) und Antanas Juška. Die meisten der im Wörterbuch angeführten Pflanzennamen sind Entlehnungen: Litauische Namen wurden aus dem Deutschen, Lettischen, Lateinischen, slawischen oder türkischen Sprachen entlehnt, lettische Namen hingegen aus germanischen oder slawischen Sprachen.
Für Litauisch und Lettisch wurden jeweils 20 Synonymreihen gefunden. Miežinis verwendete für eine Pflanze zwei oder drei synonyme Namen, die in der Volkssprache und in schriftlichen Quellen belegt waren. Unter den 19 Reihen mit Varianten litauischer Namen überwiegen lautliche und orthografische Varianten. Bei den lettischen Namen wurde nur ein Fall morphologischer Varianten festgestellt.
Eingegangen am 17.11.2014
Solvita Labanauskienė Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT–10308 Vilnius E. paštas [email protected]
Terminologija | 2014 | 21
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