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Lina Rutkienė. „Statybos terminijos dūriniai: formavimasis ir raida“: daktaro disertacija, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2021, 227 p.

Palmira Zemlevičiūtė

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doi.org/10.35321/term27-16 Lina Rutkienė KOMPOSITA DER BAUTERMINOLOGIE: HERAUSBILDUNG UND ENTWICKLUNG: Dissertation Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2021, 227 p. PALMIRA ZEMLEVIČIŪTĖ Lietuvių kalbos institutas ORCID-ID: https://orcid.org/0000-0002-8679-3253 Am 18. Juni 2021 wurde die Dissertation von Lina Rutkienė aus der Ferne über die Plattform „Zoom“ verteidigt: Komposita der Bauterminologie: Herausbildung und Entwicklung (wissenschaftliche Betreuerin Dr. Albina Auksoriūtė). Untersuchungen zur historischen Terminologie eines jeden Wissenschaftsgebiets sind wichtig und notwendig. Sie bilden die Grundlage für Untersuchungen der aktuellen Terminologie. Um die Umstände zu klären und zu verstehen, unter denen aktuelle Termini in der Wissenschaftssprache verwendet werden, müssen wir wissen, wie sie sich herausgebildet und entwickelt haben. Daher ist es überaus erfreulich, dass eine weitere Dissertation aus dem Bereich der Terminologielehre vorliegt, deren Untersuchung als komplex bezeichnet werden kann, da sie nicht nur die historische, sondern auch die aktuelle Bauterminologie umfasst, in diesem Fall eines ihrer Teilsysteme – Komposita als Termini. Außerdem ist es die erste terminologische Dissertation, die Komposita als Termini aus der Perspektive der kognitiven Linguistik betrachtet. Die „Einleitung“ der Dissertation beginnt mit der Darlegung der Aktualität des Themas, der Gründe für seine Wahl und der damit verbundenen Probleme. Obwohl Komposita in der litauischen Sprachwissenschaft und Terminologielehre vielfach untersucht worden sind, „ist das Teilsystem der Komposita in der wissenschaftlichen Bauterminologie bislang nicht gesondert untersucht worden“ (S. 12), abgesehen von pa- 282 Palmira Zemlevičiūtė | die für den Gebrauch relevanten zusammengesetzten Baubegriffe. Die vorherrschende arbeitsorientierte, morphologische und normierende Betrachtungsweise von Komposita würde durch ihre Untersuchung aus der Perspektive der kognitiven Linguistik erweitert, die das Kompositum selbst umfassender fasst und die Kompositaforschung ergänzt. Hybride Komposita mit klassischen präfixalen Bindestämmen, die häufig heimische Termini verdrängen, erfordern derzeit mehr Aufmerksamkeit. Hier wird auch die problematische und diskussionswürdige Frage nach der Bewertung und Benennung der Bestandteile internationaler Komposita aufgeworfen. Es wird behauptet, dass „die Komposition die Bildung neuer, motivierter Termini ermöglicht“ (S. 13) und so die Mehrdeutigkeit bereits gebräuchlicher Wörter vermeidet. In der Bauterminologie ist die Komposition „ein produktives Verfahren zur Bildung neuer Termini“ (S. 13). „Komposita, die kürzer und bequemer sind als zweigliedrige Termini“ (S. 13), bringen eine postmoderne Weltanschauung zum Ausdruck, die die Prinzipien der Bequemlichkeit und Ökonomie als besonders wichtig hervorhebt. Ziel der Arbeit ist es, „durch eine multidimensionale Untersuchung der Komposita der Bauterminologie des 20. und 21. Jahrhunderts die Entwicklungsrichtungen, Regelmäßigkeiten und Tendenzen dieses Subsystems zu bestimmen“ (S. 14). Zur Erreichung dieses Ziels stellte sich die Autorin fünf Aufgaben: 1) nach der Erörterung theoretischer Fragen zu Komposita das Verhältnis echter und unechter Komposita sowie dessen Veränderungen in der Bauterminologie zu bewerten; 2) die Bildung heimischer und hybrider Komposita der Bauterminologie zu untersuchen und die Unterschiede zwischen den Bildungsweisen heimischer und hybrider Komposita zu bestimmen; 3) mithilfe der Theorie kognitiver propositionaler Modelle der kognitiven Linguistik kognitive propositionale Modelle zu bestimmen, die auf grundlegenden Konzepten des menschlichen Bewusstseins beruhen und nach denen die Semantik der Komposita der Bauterminologie gebildet wird; 4) die Komposita der Bauterminologie in thematische Gruppen einzuteilen, die ein bestimmtes Fragment des Gesamtbildes der Bauwissenschaft offenlegen; 5) die syntaktisch-semantischen Beziehungen zwischen den Bestandteilen der Komposita der Bauterminologie zu bestimmen (S. 14). Gegenstand dieser Dissertation sind heimische und hybride Komposita (Substantive) des 20. und 21. Jahrhunderts, die als Gattungsbegriffe der Bauterminologie dienen. Die Komposita der Bauterminologie wurden aus 290 Quellen zusammengestellt, die hinsichtlich ihrer Gattungen sehr vielfältig sind. Dazu gehören populärwissenschaftliche Broschüren, Wörterbücher, Nachschlagewerke, Lehrbücher, Tagungsabstracts, Vorlesungsmaterialien, Monografien, Unterrichtsbücher, wissenschaftliche Zeitschriften, Sammelbände wissenschaftlicher Artikel, methodische Materialien, Zeitungen, Dissertationen und Konferenzmaterialien. Aus diesen Quellen wurden manuell 6 181 zusammengesetzte Baubegriffe exzerpiert und in die Microsoft Access-Datenbank aufgenommen. Mit Blick auf die Neuartigkeit der Arbeit sowie ihren praktischen und theoretischen Wert erklärt die Autorin, dass „diese Dissertation die erste Arbeit ist, in der das Subsystem der Komposita der Bauterminologie umfassend und unter verschiedenen Aspekten untersucht wird, Terminologija | 2021 | 28 283 seine Entwicklung und sein gegenwärtiger Stand dargestellt werden. Sie dürfte die Forschung zur litauischen Terminologie ergänzen und bei der Bildung neuer Baubegriffe nützlich sein. Die Arbeit könnte auch Baufachleuten zugutekommen, die Normen und Wörterbücher erstellen, sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die terminologische Arbeiten verfassen. Die für die Dissertation neu zusammengestellten Komposita der Bauterminologie könnten in die Terminologiedatenbank der Republik Litauen aufgenommen werden“ (S. 17). Am Ende der „Einleitung“, nach der Formulierung der zu verteidigenden Thesen, einer knappen Beschreibung der Arbeitsstruktur und der Angabe ihrer wissenschaftlichen Anerkennung, folgt die linguistische Analyse der zusammengesetzten Baubegriffe, der sechs Kapitel gewidmet sind. Indem die Autorin die Baubegriffe schrittweise strukturell und semantisch erörtert, zeichnet sie ein umfassendes Bild ihrer Entstehung und Entwicklung vom vorwissenschaftlichen Zeitraum (bis 1918) bis zur Gegenwart (2019). Damit „legt [sie] nicht nur die Besonderheiten des Baubereichs offen und zeigt die intensive Entwicklung der Bauwissenschaft, sondern ermöglicht zumindest teilweise auch Rückschlüsse auf die Kompositionstendenzen des Litauischen, auf die Beziehungen des Litauischen zu anderen Sprachen, deren Einfluss auf die Terminologie des Litauischen sowie allgemein auf mentale Denkmodelle, die der Benennung von Begriffen zugrunde liegen“ (S. 204). Im ersten Kapitel, „Allgemeine theoretische Aspekte der Komposita“, wird die Auffassung des Kompositums anhand dreier Perspektiven untersucht – der Wortbildung (und damit auch der Morphologie), der kognitiven Linguistik, genauer der Theorie kognitiver propositionaler Modelle, sowie der Syntax. Außerdem werden die Merkmale des Kompositums (orthografische, phonologische, syntaktische und semantische) erörtert. Ausgehend von den Erkenntnissen litauischer und ausländischer Forschender zu Bildungen mit klassischen Bindestämmen lateinischen Ursprungs wird das Problem echter und unechter Komposita aufgeworfen und diskutiert; zudem wird untersucht, welche Stellung Komposita in der Terminologie verschiedener Sprachen und Fachgebiete einnehmen. Im zweiten Kapitel, „Begriff und Quellen der Komposita der Bauterminologie“, werden nach einer Erläuterung dessen, was in der Dissertation als zusammengesetzter Baubegriff gilt, die Quellen ihrer Entstehung behandelt. Nach Ansicht der Autorin „weisen Komposita aus dem Baubereich keine spezifischen, herausragenden Entstehungsmerkmale auf; sie entstehen ebenso wie Termini aller anderen Bereiche und jeglicher Bildungsart“ (S. 32), und zwar durch Terminologisierung von Komposita der gesprochenen Sprache und der Gemeinsprache, d. h. durch deren Übertragung in eine terminologische Bedeutung (semantische Wortbildung oder Terminologisierung); durch Transterminologisierung von Komposita anderer Fachgebiete (innere Entlehnung oder Transterminologisierung); durch die Bildung neuer Komposita, wenn neue Begriffe benannt werden müssen (Wortbildung); durch Entlehnung fertiger Komposita aus anderen Sprachen (Entlehnung); sowie durch Übersetzung von Komposita aus anderen Sprachen (Lehnübersetzung, vollständig oder teilweise). 284 Palmira Zemlevičiūtė | Im dritten Kapitel „Zusammensetzungen der Bauterminologie im Kontext der Entwicklung der Bauwissenschaft und der Literatur“ wird die grundlegende Bauliteratur erörtert, die „nach den wichtigsten Etappen der Entwicklung der Bauwissenschaft in Litauen gegliedert ist, die mit den Entwicklungsetappen der Bauterminologie und auch ihres Teilsystems der Zusammensetzungen zusammenfallen“ (S. 37). Dadurch wird aufgezeigt, „wie sich mit der Entwicklung der Bauwissenschaft und unter dem Einfluss historischer Umstände der Weg von spontan und sporadisch gebildeten Zusammensetzungen der Bauterminologie hin zur Herausbildung eines Teilsystems dieser Terminusschicht vollzog“ (S. 37). Die Anfänge einer wissenschaftlichen Bauterminologie werden mit der Volksterminologie und den alten Schriften in Verbindung gebracht. In den wechselvollen und schwierigen Jahren vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis 1918 wurden in den veröffentlichten litauischsprachigen Bildungsheftchen auch zusammengesetzte Bauausdrücke verwendet. Sie finden sich noch in den nach Aufhebung des Druckverbots erschienenen, dem Bauwesen gewidmeten Büchern sowie in anderen, nicht speziell dem Bauwesen gewidmeten lexikografischen Arbeiten, beispielsweise in J. Šlapelis’ Wörterbuch fremder und unverständlicher Wörter (1907). 1918–1940 markiert eine neue Entwicklungsphase der Bauterminologie; das Jahr 1918 bezeichnet nicht nur den tatsächlichen Beginn eines Systems wissenschaftlicher Bauterminologie, sondern auch den des Teilsystems der Zusammensetzungen. Nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Litauens nahmen die Bautätigkeit und das Verlagswesen an Fahrt auf. In der Zwischenkriegszeit erschienen zahlreiche Lehrbücher und Lehrwerke aus dem Bauwesen; außerdem wurden wissenschaftliche Artikel über das Bauen und Rezensionen wissenschaftlicher Baupublikationen veröffentlicht, in denen auch Fragen der in Publikationen des Bauwesens verwendeten Terminologie behandelt wurden. Lange Zeit wurden Bauausdrücke nicht von professionellen Terminologen, sondern von Baufachleuten geprägt. Für die Herausbildung der Bauterminologie jener Zeit und der gesamten Fachsprache waren Bauingenieure von großer Bedeutung, die im Ausland studiert und/oder gearbeitet hatten, in Litauen tätig waren, bedeutende wissenschaftliche Untersuchungen durchführten, Artikel und Bücher schrieben und junge Menschen unterrichteten. Zu diesen herausragenden Persönlichkeiten gehörten Kazimieras Vasiliauskas, Jonas Šimoliūnas, Pranas Morkūnas, Anatolijus Rozenbliumas und Pranas Jodelė. Ihre Publikationen waren meist Übersetzungen (aus dem Deutschen). Somit war das Deutsche, das sich durch eine Fülle von Zusammensetzungen auszeichnet, bei der Schaffung neuer Zusammensetzungen in der ersten Periode der litauischen Unabhängigkeit von Bedeutung. 1940–1990 ist eine Bauphase, die mit der Besetzung Litauens durch die UdSSR begann. In der Sowjetzeit wurden zahlreiche Lehrmaterialien herausgegeben – Lehrbücher, Lernbücher und Vorlesungsskripte –, und es erschienen die ersten einsprachigen Wörterbücher der Bauausdrücke. Ein beträchtlicher Teil dieser Lehrmaterialien wurde entweder aus dem Russischen übersetzt oder von den Autoren unter Rückgriff auf russischsprachige Fachliteratur verfasst. Die intensive Veröffentlichung von Baubüchern gilt als positive Erscheinung dieser Phase, doch die Bauausdrücke werden unterschiedlich bewertet. Einer Terminologija | 2021 | 28 285 seits wird hervorgehoben, dass in der Fachliteratur des Bauwesens nur wenige Lehnwörter verwendet und nach litauischen Entsprechungen gesucht werden; andererseits beginnt das Wortbildungssystem des Russischen die Wortbildung litauischer Termini stark zu beeinflussen – es entstehen immer mehr Zusammensetzungen nach russischem Vorbild, russische Lehnübersetzungen und Ähnliches. Die letzte Phase der Bauliteratur wird auf den Zeitraum 1990–2019 datiert. Es wird darauf hingewiesen, dass nach der erneuten Wiederherstellung der litauischen Unabhängigkeit und angesichts positiver Veränderungen im Bausektor vielfältige Bauliteratur intensiv erarbeitet und veröffentlicht sowie neue Bauausdrücke geprägt werden. Für deren Korrektheit und Systematik gewinnt die terminologische Tätigkeit des Terminologiezentrums des Instituts für Litauische Sprache, der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache und des Litauischen Normungsamtes an Bedeutung. Besonders begrüßenswert ist, dass die Verfasserin der Dissertation hier mutig eines der Übel beim Namen nennt, die im betrachteten Zeitraum im litauischen Wissenschaftsbetrieb grassieren und die Entstehung und Entwicklung einer litauischen Bauterminologie (und ganz gewiss nicht nur dieser! – Anm. d. Verf.) behindern: die „höhere[] Bewertung wissenschaftlicher Artikel, die auf Englisch verfasst und in englischsprachigen Zeitschriften veröffentlicht wurden“ (S. 48). Im vierten Kapitel „Wortbildung der Zusammensetzungen der Bauterminologie“ werden zusammengesetzte Bauausdrücke unter wortbildungsmorphologischem Gesichtspunkt analysiert. Nach der Erörterung des Begriffs der einheimischen und hybriden Zusammensetzung sowie problematischer Aspekte wird die Wortbildung einheimischer (echter und unechter) und hybrider (echter und unechter) Zusammensetzungen der Bauterminologie gesondert behandelt. Alle diese Zusammensetzungen werden chronologisch analysiert – von den in der populärwissenschaftlichen Literatur ab 1918 verwendeten bis hin zu den 2019 verwendeten Zusammensetzungen; das heißt, ihre Wortbildung wird nach den Entwicklungsphasen der Bauterminologie erörtert. So werden die Wortbildungstypen, charakteristischen Merkmale und Entwicklungstendenzen zusammengesetzter Bauausdrücke aus vier Zeiträumen – (1) bis 1918, (2) 1918–1940, (3) 1940–1990 und (4) 1990–2019 – systematisch untersucht. Berücksichtigt werden die Fragen der Auswahl des Stammes, des Genus und der Endung sowie des Fugenvokals bei einheimischen Zusammensetzungen und der Herkunft entlehnter Bestandteile bei hybriden Zusammensetzungen. Im fünften Kapitel „Syntaktisch-semantische Beziehungen in den Zusammensetzungen der Bauterminologie“ werden zusammengesetzte Bauausdrücke unter syntaktisch-semantischem Gesichtspunkt untersucht. Zunächst wird die Auffassung litauischer und ausländischer Sprachwissenschaftler von der Zusammensetzung als syntaktisch-semantischer Bildung dargestellt; anschließend wird eine Klassifikation der zusammengesetzten Bauausdrücke nach den syntaktisch-semantischen Beziehungen ihrer Bestandteile vorgelegt. Determinative, auch subordinative, und kopulative, auch koordinative, Zusammensetzungen werden gesondert behandelt. Da bei den erstgenannten Zusammensetzungen der abhängige Bestandteil den Hauptbestandteil näher bestimmt, werden sie weiter in sechs Gruppen unterteilt – attributive, objektive, adverbiale, komple tive, vergleichende, 286 Palmira Zemlevičiūtė | subjektive Komposita. Innerhalb dieser Gruppen werden die Komposita danach erörtert, welcher Gegenstand durch das abhängige Glied bezeichnet wird. Die Beziehungen der zweiten Kompositionsglieder werden nicht weiter untergliedert, da beide Glieder gleichrangig sind. Im sechsten Kapitel „Thematische Gruppen der Komposita der Bauterminologie aus kognitiver Sicht“ werden die Baukomposita anhand der propositionalen Strukturen, die die Grundlage ihrer Semantik bilden, sowie ihrer lexikalisch-semantischen Merkmale in thematische Gruppen eingeteilt. Auf diese Weise „wird das System der durch Komposita bezeichneten Baubezeichnungen und die kognitiven Modelle vorgestellt, nach denen sich die Einheiten dieses Systems herausbilden“ (S. 126). Bei der Betrachtung von Komposita wird der Begriff eines der wichtigsten Termini der kognitiven Linguistik relevant – Konzepts (der kleinsten Einheit menschlicher Erfahrung). Aus kognitiver Sicht ist in einem Kompositum „die Beziehung zwischen grundlegenden, allen Menschen unabhängig von ihrer Sprache gemeinsamen Konzepten zu erkennen, die eine propositionale Struktur bilden“ (S. 202). Bei der Wortbildung durch Komposition werden Konzepte durch Prädikate verbunden, z. B.: SEIN, SEIN MIT, VERWENDET WERDEN, TEIL SEIN, CHARAKTERISTISCH SEIN, HERGESTELLT SEIN AUS, MIT ETWAS WIRKEN. Solche Verbindungen von Konzepten werden Propositionen oder propositionale Strukturen genannt. Die untersuchten Baukomposita werden vier konzeptuellen Bereichen zugeordnet (MENSCHEN, NATUR, ABSTRAKTE ERSCHEINUNGEN, ARTEFAKTE); die in ihnen vorherrschenden Konzepte werden bestimmt. Baukomposita, die nach diesen konzeptuellen Bereichen benannt sind, werden zudem weiter in thematische Gruppen untergliedert; innerhalb dieser Gruppen werden die kognitiven propositionalen Modelle erörtert, die die semantische Grundlage der ihnen zugeordneten Bezeichnungen bilden. Am Ende der Dissertation stehen ausführliche Forschungsergebnisse sowie Verzeichnisse mit 290 Quellen und 165 mehrsprachigen Literaturangaben. Hervorzuheben ist, dass die Autorin in der Dissertation verschiedene problematische Fälle von Komposita der Bauterminologie nicht scheut zu erörtern, Überlegungen anzustellen und Hypothesen aufzustellen. Offensichtlich ist sie theoretisch gut auf wissenschaftliche Arbeit vorbereitet. Lina Rutkienės Dissertation Statybos terminijos dūriniai: formavimasis ir raida ist nicht nur analytisch überzeugend, sondern zeichnet sich auch durch wissenschaftlichen Stil, eine korrekte, klare und flüssige Sprache sowie eine schlüssige Gedankenführung aus. Sie ist ein reifer Same im Erntegut der litauischen Terminologieforschung. Eingegangen am 2021-10-01 Palmira Zemlevičiūtė Lietuvių kalbos institutas P. Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius E. paštas [email protected] Terminologija | 2021 | 28 287