Probleminiai tarties klausimai „Latvių kalbos gramatikoje“
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DZINTRA ŠULCE
Universität Liepāja, Lettland
PROBLEMATISCHE AUSSPRACHEFRAGEN
IN DER GRAMMATIK DER LETTISCHEN SPRACHE
SCHLÜSSELWÖRTER: Begriff und Norm der Orthoepie, Normierung des Wortakzents, Aussprachenormen für Vokale und Konsonanten, Aussprachprobleme.
Ein wichtiger Bestandteil jeder Sprache ist die Orthoepie, die alle Aussprachebereiche umfasst. Orthoepie oder korrekte Aussprache ist „ein System vereinbarter Ausspracheregeln; die praktische Einhaltung solcher Regeln“ (VPSV 2007: 284). Ähnlich wird dieser Begriff auch in der Grammatik der lettischen Sprache definiert (LVG 2013: 123).
Die Vereinheitlichung der Aussprachenormen hilft Sprecher und Zuhörer, einander zu verstehen – sie ist die wichtigste Voraussetzung des Kommunikationsprozesses. Die Missachtung der Aussprachenormen und falsch ausgesprochene Wörter lenken die Aufmerksamkeit des Zuhörers in die falsche Richtung und erschweren dadurch das Verständnis des Gesagten. Ziel des Artikels ist es, die aktuellen Ausspracheprobleme in der 2013 erschienenen Grammatik der lettischen Sprache (im Folgenden LVG) und in anderen neueren sprachwissenschaftlichen Arbeiten zu erörtern.
Die Autoren der LVG haben wiederholt betont, dass der Inhalt der neuen Grammatik überwiegend auf Fakten der Standardsprache beruht. Es heißt, dass die Autoren bei der Erörterung des Inhalts der Grammatik „sich auf ein Modell der theoretischen Darstellung der Grammatik sowie auf methodische und technische Prinzipien ihrer Ausarbeitung einigen sollten, [...] ohne die Individualität unterschiedlicher Standpunkte zu verlieren, Kompromisse und Übereinkünfte zu suchen und so zu Beteiligten an der gemeinsamen Forschungsarbeit – einer Grammatik der lettischen Sprache – zu werden“ (Koncepcija 2008: 10). Bei der Untersuchung der Grammatik lässt sich jedoch feststellen, dass es den Autoren nicht gelungen ist, den ursprünglichen Plan vollständig umzusetzen. Daher sind in dem Werk ungelöste Fragen geblieben, und es wird weiterhin darüber diskutiert werden, was als Norm der Standardsprache gelten soll.
Die neue Grammatik zeichnet sich durch eine Vielfalt sprachwissenschaftlicher Schulen, Ansätze und Konzepte aus und bietet unterschiedliche Interpretationen sprachlicher Phänomene. Auf viele grundlegende Fragen nicht nur der Orthoepie, sondern auch anderer sprachwissenschaftlicher Teilgebiete gibt es weiterhin keine konkreten Antworten (schwer zu beurteilen ist, ob dies ein Vor- oder Nachteil ist). Viele Probleme des praktischen Sprachgebrauchs bleiben nach wie vor ungelöst.
In der neuen Grammatik werden Fragen der korrekten Aussprache im Kapitel „Die wichtigsten Probleme der korrekten Aussprache im Lettischen oder der Orthoepie“ (lett. „Galvenās latviešu valodas pareizrunas jeb ortoepijas problēmas“) behandelt (LVG 2013: 123–137).
Der Artikel behandelt folgende aussprachebezogene Fragen: 1) Normierung des Wortakzents; 2) Aussprachenormen für Vokale; 3) Aussprachenormen für Konsonanten.
Zunächst sollen problematische Fälle der Aussprache der Silbenintonation (des Intonationsverlaufs) überblicksartig dargestellt werden. Diese Fragen werden im Kapitel „Suprasegmentale oder prosodische Einheiten der Sprache“ (lett. „Valodas suprasegmentālās jeb prosodiskās vienības“) behandelt (LVG 2013: 104–106),
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Hier wird jedoch nichts Neues zur Aussprache geboten. Bei der Erörterung der Silbenintonation (des Akzents) wird über die Verwendung von Systemen mit drei (d. h. anhaltender, fallender oder gebrochener) und zwei (d. h. anhaltender und nicht anhaltender) Akzenten im Lettischen diskutiert.
Es muss eingeräumt werden, dass es den Autoren leider nicht gelungen ist, sich hinsichtlich der Position des Wortakzents in der Grammatik zu einigen; dieselbe Theorie und dieselben Beispiele werden in den Kapiteln „Wortakzent“ (lett. „Vārda uzsvars“) (LVG 2013: 120–122) und „Normierung des Wortakzents“ („Vārda uzsvara normēšana“) (LVG 2013: 123–125) wiederholt:
1. Zur Verwendung konkurrierender Varianten, z. B.: vienmēr // vien’mēr1, „immer“, varbūt // var būt „vielleicht“, diemžēl // diemžēl „leider“, paš’ laik // pašlaik „derzeit“, pal’ dies // paldies „danke“ (vgl. LVG 2013: 120; 123).
2. Zu einer anderen Wortbedeutung, die durch den Akzent bedingt ist, z. B.: nebūt (Hilfswort) – ne’ būt (Partikel), patiesi „richtig“ – pa’ tiesi „tatsächlich“, vienādi „gleich“ – vie nādi „immer“ (vgl. LVG 2013: 120; 123).
3. Zum Akzentwechsel in emphatischer Rede (vgl. LVG 2013: 121; 124).
In der LVG werden, wie auch in früheren Veröffentlichungen zur lettischen Sprache, sämtliche Ausnahmen aufgeführt und die Aussprache von Internationalismen und entlehnten Eigennamen hervorgehoben; eine neuere Sichtweise wird jedoch vermisst. Relativ viel Aufmerksamkeit wird dem Nebenakzent gewidmet (LVG 2013: 121–122), obwohl er im alltäglichen Sprachgebrauch keine wesentliche Bedeutung hat.
Tiriant balsių ir dvibalsių vartojimą (LVG 2013: 126–133), skiriami dviejų rūšių nukrypimai nuo bendrinės kalbos tarties normų:
1) quantitative Abweichungen (Unterscheidung kurzer und langer Vokale);
2) qualitative Abweichungen (Verwechslung verschiedener Vokale und Diphthonge).
Qualitative Abweichungen von den Normen treten sowohl in lettischen Erbwörtern als auch in Lehnwörtern auf.
Die Normen für die Anpassung, Rechtschreibung und Aussprache von Fremdwörtern im lettischen Standard haben sich wiederholt geändert, wodurch quantitative Unstimmigkeiten im Sprachgebrauch entstanden sind. Solche Schwankungen werden auch künftig bestehen bleiben (die LVG bietet hierzu nichts Besonderes an).
Wortvarianten, die durch unterschiedliche Vokalqualitäten unterschieden werden, hängen meist mit der Verwendung des geschlossenen und offenen e und ē sowie mit der Verwechslung von kurzem und langem o mit dem Diphthong [uo] zusammen. Bisweilen wird zur Erleichterung der Aussprache die Lautstruktur eines Wortes verändert: ein Vokal wird ausgelassen, eingefügt oder verschoben, z. B.: komandants „Kommandant“ (statt a wird fälschlich der Vokal e ausgesprochen), frazeoloģija „Phraseologie“ (statt e wird fälschlich der Vokal i ausgesprochen), alkohols „Alkohol“ (statt o wird fälschlich der Vokal a ausgesprochen), trenažieris „Trainingsgerät“ (statt a wird fälschlich der Vokal e ausgesprochen), oriģināls „Original“ (fälschlich wird orgināls ausgesprochen). Die Aussprache und Rechtschreibung dieser Wörter lassen sich im Latvių kalbos rašybos ir tarties žodyne (lett. Latviešu valodas pareizrakstības un pareizrunas vārdnīca) (LVP PV 1995) und im neuesten Fremdwörterbuch Svešvārdu vārdnīcā (2008) nachschlagen.
Vielleicht hätte man bei der Erstellung der LVG gründlicher prüfen und konkurrierende Aussprachevarianten mit geschlossenem wie auch offenem e oder ē für solche Wörter empfehlen sollen, bei denen die festgelegte Norm schon lange nicht mehr eingehalten wird, z. B.: Ventspils „Ventspilis“, Zemgale „Žiemgala“, bebrs „Biber“, medūza „Qualle“, mopēds „Moped“, sowie bei Präsensformen der Verben der ersten Konjugation und bei Verbformen, die vom Präsensstamm gebildet werden, wenn der Infinitiv auf –rt endet, z. B.: dzeru „ich trinke“, beru „ich streue“, tveru „ich packe“, sveru „ich wiege“, jādzer „man muss trinken“, jāber „man muss streuen“, jāsver „man muss wiegen“, dzerot „trinkend“, sverot „wiegend“, berot „streuend“ (vgl. LVG 2013: 126–128).
1 Ein Punkt vor einer Silbe kennzeichnet, dass diese betont ist.
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Auf Grundlage früherer Untersuchungen wird auch in der LVG hervorgehoben, dass Schwierigkeiten bei der Verwendung der Phoneme [o], [ō] und [uo] auftreten, weil die genannten Vokale und der Diphthong grafisch gleich dargestellt werden, z. B.: ola [uola] „Ei“; opera [ōpera] „Oper“; optika [optika] „Optik“; oktobris [oktōbris] „Oktober“; außerdem besteht die Tendenz, den nichtlettischen Vokal [o] bzw. [ō] durch den lettischen Diphthong [uo] zu ersetzen, z. B.: sporas [spōras] wird fälschlich als [spuoras] „Sporen“ ausgesprochen, poras [pōras] – [puoras] „Poren“, novembris [novembris] – [nuovembris] „November“. Der Aussprache von Personen- und Ortsnamen sollte besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden; sie sollten künftig zusätzlich untersucht werden.
Aptariant priebalsių tarties normas (LVG 2013: 133–135) daugiausia dėmesio skiriama pagrindiniam priebalsio tarties variantui, kurio esminiai garsiniai požymiai geriausiai atskleidžiami izoliuotoje pozicijoje. Be pagrindinio varianto priebalsiai gali turėti antrinius variantus, kurie atsiranda tam tikroje pozicijoje ir bendrinėje kalboje yra privalomi kaip ir šalutiniai tarties variantai. Daugiausia priebalsių ir jų variantų, kitokių nei bendrinėje kalboje, ištaria atskirų tarmių atstovai. Kartais kitaip ištariami ir vartojami priebalsiai aiškintini ir kitų kalbų įtaka (ypač pastaruoju metu).
Positionsbedingte Konsonantenveränderungen verursachen keine wesentlichen Ausspracheprobleme, während historische Vokalveränderungen häufig zu Abweichungen von der Norm führen, beispielsweise bei den Formen der zweiten Person Plural des Imperativs von Verben: nākt „kommen“ – nāciet! (≠nākiet!) „kommt!“, iepīrkties „einkaufen“ – iepērcieties! (≠iepērkieties!) „kauft ein!“, augt „wachsen“ – audziet! (≠augiet!) „wachst!“, dagegen sēdēt „sitzen“ – sēdiet! (≠sēziet!) „setzt euch!“, celt „heben“ – celiet! (≠ceļiet!) „hebt!“, pacieties „ausharren“ – pacietieties! (≠paciesieties!) „haltet aus!“.
Bei der Ausarbeitung der LVG hätte den zweisilbigen männlichen Personennamen der zweiten Deklination, deren Stamm auf die Konsonanten –t- oder –d- endet, mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden sollen, z. B.: Uldis, Valdis, Rūdis, Gatis, Artis, Raitis. Einerseits erkennen die Verfasser der Grammatik an, dass „in den letzten Jahren die Verwendung der [Genitiv-]Formen Arša (Artis), Gāša (Gatis), Raiša (Raitis), Rūža (Rūdis), Ulža (Uldis), Valža (Valdis) [...] zugenommen hat; die Nebenformen sind zulässig“ (LVG 2013: 137). Andererseits bringt die Autorin des Grammatikabschnitts bei der Beschreibung der Substantive der zweiten Deklination ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Konsonantenwechsel in den bereits genannten Formen zum Ausdruck und betont, dass „bei zweisilbigen Personennamen kein Konsonantenwechsel auftritt, wenn vor der Endung -is die Konsonanten t, d stehen: Valdis – Valda, Rūdis – Rūda, Artis – Arta, Gatis – Gata“ (LVG 2013: 359). Solche innerhalb einer Grammatik vorkommenden Widersprüche tragen nicht dazu bei, die Normen der Standardsprache richtig zu erlernen.
Auch die zweite jüngste lettischsprachige Publikation (LV 2013) bietet nichts Neues zur Aussprache. Ein der Orthoepie gewidmetes Kapitel gibt es dort überhaupt nicht. Einzelne Aussprachefragen werden lediglich im Zusammenhang mit phonetischen Fragen der positionsbedingten und historischen Vokalveränderung angesprochen (LV 2013: 22–32).
Bei der Erörterung der Frage, wie sich die Aussprachenormen möglichst erfolgreich erlernen lassen, wurde mehrmals die Ansicht geäußert, dass die Rechtschreibregeln von Zeit zu Zeit überprüft werden sollten, um festzustellen, ob sich die Schreibung nicht zunehmend grundlegend von der Aussprache unterscheidet. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es sorgfältig durchgeführter Untersuchungen und Befragungen. Dies gilt auch für die problematische Bezeichnung mehrerer Laute durch einen einzigen Buchstaben (e, ē und o).
Solange in der Gesellschaft noch darüber diskutiert wird und man davor zurückschreckt, eine grundlegende Rechtschreibreform anzukündigen, könnten bestimmte problematische Aussprachefälle in den Sitzungen der Expertenkommission für die lettische Sprache erörtert werden, etwa indem Nebenvarianten anerkannt werden, sofern sie im tatsächlichen Sprachgebrauch bereits vorkommen. Früher wurden solche Fragen in der Rechtschreibkommission behandelt und in den Ausgaben von Latvių kalbos kultūros klausimų (lett. Latviešu valodas kultūras jautājumi) veröffentlicht, z. B. „Schlussfolgerungen der Rechtschreibkommission zur Aussprache des Buchstabens o“ (lett. „Pareizrakstības komisijas atzinumi par burta o lasījumu“) (1985: 116–120) oder Rašybos komisijos išvados dėl tarties (lett. Pareizrakstības komisijas atzinumi par pareizrunu) (1970: 169–174).
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Antworten auf problematische, aussprachebezogene Fragen werden auch bei der Agentur für die lettische Sprache gesucht; zusammengefasst sind sie in der Sammlung Kalbos praktika: pastebėjimai ir rekomendacijos (lett. Valodas prakse: vērojumi un ieteikumi) im Kapitel „Sprachberatung“ (lett. „Valodas konsultācijas“) (2009–2013) enthalten.
Hilfreich wäre auch eine möglichst umfassende Befragung der Sprachbenutzer zu problematischen Fragen der Aussprache und Rechtschreibung, denn eine solche wurde zuletzt erst 1960 durchgeführt (Laua 1997: 127) und spiegelt daher den heutigen Sprachgebrauch nicht mehr objektiv wider.
Nach der Analyse der genannten problematischen Fragen lässt sich folgern, dass die Erörterung der Orthoepie in der LVG sich nicht von früheren Ausspracheuntersuchungen unterscheidet: Sie wiederholt knapp bereits bekannte Informationen (vgl. Laua 1997; Strautiņa, Šulce 2004; Strautiņa, Šulce 2009; Šulce 2005; Guļevska, Miķelsone, Porīte 2002). Die wichtigste normative Quelle zur lettischen Aussprache bleibt weiterhin Latvju kalbos rašybos ir tarties žodynas (LVPPV 1995).
Historische Untersuchungen werden in der LVG nur minimal berücksichtigt; dort wird „nur in wenigen Fällen die synchrone Perspektive durch diachrone Erkenntnisse ergänzt“ (LVG 2013: 19). Gerade historische Daten könnten jedoch bei der Untersuchung einzelner Fragen zu einem besseren Verständnis der Prozesse in der heutigen lettischen Sprache beitragen.
Künftig sollte darüber nachgedacht werden, wie sich die in der LVG behandelten Fragen mit den in die Bachelorstudiengänge der Hochschulen aufgenommenen Lehrinhalten zum Ausspracheerwerb abstimmen lassen, damit es nicht zu unterschiedlichen Interpretationen kommt. Mit der Ausarbeitung der LVG wird auch die moderne linguistische Terminologie verankert. Eine umfangreiche Untersuchung ist gleichsam ein Ausgangspunkt, von dem aus man über Sprache nachdenkt und das System der lettischen Sprache weiter erforscht.
LITERATŪRA
Guļevska D., Miķelsone A., Porīte T. 2002: Pareizrakstības un pareizrunas rokasgrāmata. Latviešu valoda, Rīga: Avots.
Koncepcija 2008: Latviešu valodas gramatika: koncepcija, prospekts, atsevišķu nodaļu pirmvarianti, diskusijas materiāli, Rīga: LU Latviešu valodas institūts.
LV 2013: Latviešu valoda, Andreja Veisberga redakcijā. Rīga: LU Akadēmiskais apgāds.
LVG 2013: Latviešu valodas gramatika, Rīga: LU Latviešu valodas institūts.
LVPPV 1995: Latviešu valodas pareizrakstības un pareizrunas vārdnīca, Rīga: Avots.
Laua A. 1997: Latviešu literārās valodas fonētika, Rīga: Zvaigzne ABC.
Pareizrakstības komisijas atzinumi par burta o lasījumu 1985: – Latviešu valodas kultūras jautājumi 21, 116–120.
Pareizrakstības komisijas atzinumi par pareizrunu 1970: – Latviešu valodas kultūras jautājumi 6, 169–174.
Strautiņa V., Šulce Dz. 2009: Latviešu valodas pareizruna un pareizrakstība. Rīga: RaKa.
Strautiņa V., Šulce Dz. 2004: Latviešu literārās valodas fonētika, ortoepija un ortogrāfija, Liepāja: LiePA.
Šulce Dz. 2005: Daži aktuāli pareizrunas jautājumi. – Valodas prakse: vērojumi un ieteikumi 1, 101–106.
VPSV 2007: Valodniecības pamatterminu skaidrojošā vārdnīca, Rīga: Latviešu valodas institūts.
Svešvārdu vārdnīca, 2008, Rīga: Avots.
Valodas konsultācijas 2009–2013: – Valodas prakse: vērojumi un ieteikumi, Rīga: Latviešu valodas institūts.
Gauta 2014.11.04
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ORTHOEPY AND ITS PROBLEMATIC ISSUES IN THE LATVIAN GRAMMAR
Summary
A significant component of any language is orthoepy, which denotes a correct pronunciation system as a whole. It is a system of conventional pronunciation norms and compliance with them in practice. The explanation of this term within this meaning can be found in the Dictionary of Key Terms in Linguistics (2007) and in the recently published Latvian Grammar (2013). Uniformity of pronunciation norms promotes the speaker’s and the listener’s mutual understanding, which is a desirable condition in the communication process.
The authors of the grammar book have repeatedly stressed that the new grammar content is mainly based on literary language facts; however, language is not entirely literal (and therefore normative). Thus, the problematic issues remain and discussions thereof are likely to continue.
In the new grammar book, several schools of linguistics are introduced; thus, a diversity of views and concepts, different interpretations of language phenomena can be observed. However, there are still no definite answers to several essential language issues not only in orthoepy but also in other fields of linguistics. The problematic issues in practical language use largely remain unsolved. In the new grammar book, correct pronunciation issues are discussed in the chapter “Orthoepy: the Main Problems of Correct Pronunciation in the Latvian Language”; it includes the following topics on correct pronunciation: 1. Word accent standardisation. 2. Pronunciation norms in vocalisation (in vowel and diphthong use). 3. Pronunciation norms in consonantism (in consonant use).
The content of the chapter on orthoepy in the Latvian Grammar does not differ from the previous studies on correct pronunciation, but it gives only a short summary of the already known information. Therefore, the problem persists when thinking about potential solutions for successful learning of correct pronunciation rules. It is possible to admit the view that correct pronunciation and the related rules should be reviewed from time to time to see whether any significant differences between spelling and pronunciation have appeared. This requires careful researches and surveys. While the society is still discussing and avoids making radical reforms in spelling, certain problematic pronunciation cases could be discussed at the meetings of the Latvian Language Expert Commission, for example, accepting parallel versions in case they already exist in the language practice.
The creation of the Latvian grammar has considerably strengthened the terminology of modern linguistics as the starting point for thinking about the language and further exploration of the Latvian language system.
KEYWORDS: the concept of orthoepy and norms thereof, word accent standardisation, pronunciation norms in vocalisation and consonantism, problematic issues in correct pronunciation.
DZINTRA ŠULCE
Liepājas Universitate
Kūrmājas prospekts 13, LV-3401 Liepāja
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