Kai kurie beasmenių sakinių tipai Malkavos tarmėje
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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, II
LIETUVOS TSR MOKSLŲ AKADEMIJA
EINIGE TYPEN UNPERSÖNLICHER SÄTZE IM DIALEKT VON MALKAVA
(BSSR, Gebiet Mahiljou, Rajon Mstislawl)1
M. SIVICKIENĖ
Die Frage der unpersönlichen Sätze in den litauischen Dialekten ist insgesamt zweifellos sehr interessant, umso mehr, als solche Sätze auch in der litauischen Literatursprache bislang nicht eingehender untersucht worden sind. Aus diesem Grund ergeben sich viele Schwierigkeiten bei der Beschreibung der unpersönlichen Sätze des Dialekts.
In den für Schulen bestimmten Lehrbüchern der litauischen Sprache beschränkt man sich auf einige Beispiele unpersönlicher Sätze, die Naturerscheinungen oder den körperlichen beziehungsweise psychischen Zustand des Menschen bezeichnen. Die strukturelle und semantische Vielfalt unpersönlicher Sätze bleibt unberücksichtigt.
In der Syntax von J. Jablonskis wird auf unpersönliche Sätze nur sehr kurz eingegangen (es werden eine Definition und einige Beispiele gegeben); bei der Behandlung der Haupt- und Nebensatzglieder werden jedoch viele verschiedene Beispiele angeführt, darunter auch unpersönliche Konstruktionen, obwohl sie den letztgenannten nicht zugeordnet werden.2
Etwas ausführlicher behandelt M. Durys³ die unpersönlichen Sätze der litauischen Sprache. Er spricht auch über solche unpersönlichen Sätze, deren Prädikat ein Partizip oder ein Personalverb mit unpersönlicher Bedeutung ist und dergleichen. M. Durys’ Auffassung grammatischer Fragen ist jedoch häufig formalistisch. Im Vorwort des Lehrbuchs sagt Durys, er habe sich unmittelbar an M. Peschkowskis „Русский синтаксис в научном освещении“ orientiert. Wenn in Peschkowskis Syntax die Darstellung sprachlicher Fakten auch vielfach im Widerspruch zur formalistischen Haltung des Autors steht, so ist Durys’ kleines Lehrbuch durch und durch formalistisch geblieben. Hier bestimmt nicht die Bedeutung der unpersönlichen Sätze ihre Struktur; vielmehr legt umgekehrt die Form den Inhalt fest.
In diesem Artikel wird der traditionellen Auffassung einiger der hier untersuchten syntaktischen Konstruktionen nicht vollständig zugestimmt.
1Dieser Artikel ist ein gekürztes Kapitel der Kandidatendissertation „Литовский говор в белорусском окружении (БССР, дер. Мальковка, Могилевской обл.)“ (Manuskript). Die Dissertation wurde 1956 an der Staatlichen A.-Schdanow-Universität des Leninordens in Leningrad verteidigt. Sie beschreibt die Phonetik und Morphologie des Dialekts des Dorfes Malkava sowie einige Fragen der Syntax. Näheres hierzu und zur Herkunft des Dialekts findet sich im gleichnamigen Autorenreferat.
2Rygiškių Jonas, Lietuvių kalbos sintaksė, 10, 19–26, Seinai, 1911.
3 M. Durys, Lietuvių kalbos sintaksė, Kaunas, 1927.
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Als unpersönliche Sätze gelten solche Sätze, die kein grammatisches Subjekt im Nominativ haben, das den Handelnden oder den Träger einer bestimmten Eigenschaft bezeichnet; das Prädikat solcher Sätze ist nicht an die Kategorie der Person gebunden. Der Artikel beschreibt die für den Dialekt von Malkava charakteristischen unpersönlichen Sätze. Sie werden nach ihrer Zusammensetzung klassifiziert. Außerdem werden einige semantisch besonders markante Gruppen unterschieden.
I. UNPERSÖNLICHE SÄTZE MIT UNPERSÖNLICHEN ODER UNPERSÖNLICH VERWENDETEN VERBEN
1. Unpersönliche Sätze, die verschiedene Naturerscheinungen bezeichnen
Den Hauptteil des Satzes (das Prädikat) bilden unpersönliche und unpersönlich verwendete Verben. Das Prädikat steht in der 3. Person des Präsens, Präteritums und Futurs. Z. B.: Ale teip spakainiai (ruhig) lyja⁴; Gestern ke.pina.; Letztes Jahr kepindava.; Wieder isipaga.di.ja. (es klarte auf); Draußen šūla; Am Nachmittag wird es wieder šūtins; Ach, es hat viel prisni.ga.; Schon seit einigen Tagen pridėja.; Es wird Tag; Wenn es iside.nos (hell wird), dann isipaga.dis es auch wieder; Und gegen Abend pradėja. laščiot5.
Im Dialekt kommen neben diesen unpersönlichen Sätzen auch persönliche vor, z. B.: der Morgen dämmert, der Regen fällt, der Abend ist schon angebrochen, der Donner (Donner) grollt...
A. Šachmatov erklärt das Auftreten solcher Sätze damit, dass das Subjekt aufgrund des Einflusses persönlicher Sätze nachträglich zum unpersönlichen Satz hinzugefügt wurde. Eine gegenteilige Auffassung vertritt M. Peškovskis, dem sich auch M. Durys in seiner Syntax anschließt. Seiner Ansicht nach sind persönliche Sätze wie der Regen fällt, die Morgenröte dämmert usw. älter; erst später, als der Mensch kritisch zu denken begann, verwarf er die Bezeichnung des vermeintlichen Handelnden und hob damit hervor, dass die eigentliche Ursache (der wirkliche Handelnde) unbekannt ist.
2. Unpersönliche Sätze, die den psychischen und physischen Zustand des Menschen ausdrücken
Als Prädikat treten ausschließlich unpersönliche Verben in der 3. Person auf. Sie können ebenfalls im Präteritum (einmalig und iterativ), Präsens und Futur stehen, z. B.: Die Beine ge.lia; Es baūdžia (schmerzt); Mir tut es so halb sopa weh; Siehst du, mir niešti es; Immer ne.štėdava mir der Kopf; Gestern sa.pėja mir der Kopf; Lies nicht, sonst sa.pės... dir der Kopf weh.
Im Dialekt werden neben solchen unpersönlichen Konstruktionen häufig möglicherweise neuere persönliche Konstruktionen verwendet, vgl.: Ach, die Lippen tun sehr weh; Der Kopf begann wehzutun; Die Hand ist scharf; Jan jucken die Hände, unbedingt, um das so zu machen; Die Nase juckt, jemand stirbt; Wenn es so in den Achseln schmerzt, kommt es mir (geradezu) vor, als würde ich sterben...
Bemerkenswert ist, dass bei den Verben sopa, niešti, peršti sowohl der Akkusativ als auch der Nominativ verwendet wird. Bei den Verben užtirpsta, tvinksta, jedoch …
⁴ Zur genaueren Wiedergabe der Dialektphonetik wird eine phonetische Transkription verwendet, allerdings in stark vereinfachter Form. Die Halblänge von Lauten wird durch einen Punkt rechts unten neben dem Lautzeichen angezeigt. Betonte Langvokale werden wie im Litauischen markiert. Akzent und Weichheit der Laute sind nur in einzelnen Fällen angegeben.
In Klammern werden einige Dialektwörter erläutert.
⁵ Das auslautende t des Infinitivs ist im Dialekt häufiger weich.
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nur bei „knieti“ wird der Nominativ verwendet, und bei den Verben „gelia, maudžia“ nur der Akkusativ.
Eine solche doppelte Verwendung dieser Sätze ist für die ostlitauischen Hochland- und dzūkischen Dialekte kennzeichnend.6
In der Literatursprache werden in solchen Fällen häufiger unpersönliche Konstruktionen verwendet, das heißt solche mit dem Akkusativ.
Unter den unpersönlichen Sätzen dieser Gruppe gibt es auch andere Sätze hinsichtlich ihrer Struktur und Bedeutung, z. B.: Ale ži.na.t. prisvarga. jau; Tadu jai labai pazbausa. (es wurde ihr sehr bange); Paru.pė (es kam ihr in den Sinn) padaboo, was dort geschieht; Ajagi, wie gert noris...
In einigen von ihnen bildet ein unpersönliches oder unpersönlich verwendetes Verb zusammen mit dem Infinitiv ein zusammengesetztes Prädikat (gert noris, paru.pė padaboo).
II. UNPERSÖNLICHE SÄTZE MIT PARTIZIPIEN DER VERGANGENHEITSFORM IM NEUTRUM
Diese Sätze sind im Dialekt sehr weit verbreitet.
Je nachdem, wie der Agens ausgedrückt wird, teilen wir diese Sätze in zwei Gruppen ein: Sätze mit unausgedrücktem Agens und Sätze, in denen der Agens im Genitiv ausgedrückt wird.
1. Sätze mit unausgedrücktem Agens, z. B.: Atvažiuo.va. imt, tai sa.ka., va gerai sukrauta (über die Wand); Negrėpta ut lik tiem žaliem; Hier ist es schon pravaruóni.ta (übersehen) worden; Ein wenig Wein nugerta bu.va.; Jai pâltas ge.ras nu.pirkta; Vi.sa.s ku.psna.s nukūnkinta (ausgesiedet) bu.va.; Stovi ca.gla.s (Ziegel) sugriáuta; Zadotkas (Vorschuss) bu.va. duota...
Wie aus den Beispielen ersichtlich, sind hier zwei Fälle möglich. In einigen Sätzen steht ein Substantiv im Nominativ, in anderen fehlt es.7 Da der Agens im Satz völlig fehlt, scheint der Nominativ des Objekts die Bedeutung eines Subjekts anzunehmen.
Eine solche Bedeutungsverschiebung der Sätze, bei der sie sich ihrer Form nach einfachen persönlichen Sätzen annähern, ist auch aus einigen russischen Dialekten bekannt.8
J. Jablonskis ordnet solche Sätze mit einem Nominativ, obwohl dieser Nominativ ein Objekt bezeichnet, den persönlichen Sätzen zu.9 Es stellt sich die Frage, warum in diesen Sätzen ein Partizip im Neutrum als Prädikat steht und warum es nicht mit dem Subjekt kongruiert. Jablonskis gibt auf diese Frage keine Antwort. Wahrscheinlich werden die Partizipien im Neutrum hier verwendet, weil der Agens nicht ausgedrückt ist.
2. Sätze mit einem Agens im Genitiv. Als im Genitiv ausgedrückter Agens können Pronomen oder Eigennamen dienen, z. B.: Kinduriu. ra.da.m, kai atvažiuo.va.m, ineita naujuosna namuosna iš kurnica.s (aus der Rauchstube); Jau
6 Auf einigen Seiten finden sich Beispiele für solche Sätze bei I. Špecht, Litauische dialektische Texte aus Russisch Litaues, Leipzig, 1920, sowie bei J. Otrębski, Wschodniolitewskie narzecze twereckie, cz. I. Kraków, 1934.
7 Beide Arten dieser Sätze sind für die nordrussischen Dialekte kennzeichnend; siehe А. Б. Шапиро, Очерки по синтаксису русских народных говоров, 144—145, Москва, 1953. Zu ihrer Verwendung in russischen Sprachdenkmälern siehe С. Д. Никафоров, Глагол, его категории и формы в русской письменности II-й пол. XVI в., 321, 1952.
8 F. D. Filin. Anmerkungen zu den Aufzeichnungen von Materialien zur Syntax. — „Bulletin der dialektologischen Abteilung des Instituts für russische Sprache“, Heft 4, 45—47, 1948.
9 Rygiškių Jono Lietuvių kalbos sintaksė, 30, Seinai, 1911.
16. Kalbotyros klausimai II.
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nume.gota gut mūsų. begonnen, stukset (klopfen); Sodi ke.no das ist geschehen; Jo jau ata.nėšta malku.s; Ma.na, nuveita nėr žinia.s kur; Viešnia.s ata.ja., a. ma.na. kvartu.kas (žiūrstas) ažu.miršta nusimt; Levasios prigriūta šiena, su rugienu...
Konstruktionen mit Partizipien des Passivs im Präteritum und Neutrum sowie mit dem Genitiv des Agens hält F. Špecht für polnisch¹⁰; richtiger wäre es jedoch, sie als den litauischen und slawischen Sprachen gemeinsam anzusehen. Darauf weist ihre weite Verbreitung in litauischen und russischen Dialekten hin.
III. IMPERSONALE SÄTZE MIT MODALWÖRTERN
Das zusammengesetzte Prädikat besteht aus einem Infinitiv, der die Handlung bezeichnet, und einem Modalwort, das Tempus und Aspekt angibt. Am häufigsten werden die folgenden Modalwörter verwendet: (ne-)reikia, (ne-)priseis, (ne-)teks, (ne-)тuоžnа, (ne-)galima.
Dieser Satztyp umfasst zwei Satzarten: Sätze mit einem Objekt im Nominativ und Sätze mit einem Handlungsobjekt in anderen Kasus.
1. Impersonale Sätze mit Modalwörtern im Prädikat und einem Objekt im Nominativ. Solche Sätze kommen im Dialekt sehr häufig vor, z. B.: Jau ugnis reikia dekt; Kibà (jeigu tik) sulis, tai raiks kraut šienas; Nuvelet silkė. nereikia, tik nulu.pt; Runka.s niekaip nemuožna atvelet; Raiks jau dabar neu.turt (nekalbėt) niekas; Man taisyt reikia dunkšti.s (stogas); Ryt kažna, ar priseis šienas džiovint...
In Lehrbüchern der litauischen Sprache ist es üblich, solche Sätze als persönliche Sätze mit beiden Hauptsatzgliedern aufzufassen. Der Nominativ wird zusammen mit dem Infinitiv als zusammengesetztes Subjekt betrachtet, das Modalwort als Prädikat.
Richtiger wäre es, solche Sätze den impersonalen Sätzen mit zusammengesetztem Prädikat (Modalwort + Infinitiv) zuzuordnen. Den Nominativ hier als Subjekt anzusehen, ist wohl nicht ganz richtig, da er ein Objekt bezeichnet. Der Nominativ hat hier die Bedeutung des Akkusativs; den Infinitiv als Teil des zusammengesetzten Prädikats an den Nominativ anzuschließen und ihn vom Modalwort abzutrennen, ist künstlich.
In der Literatursprache wird in solchen Sätzen anstelle des Nominativs immer häufiger der Akkusativ verwendet. Darauf weist J. Žiugžda¹¹ hin. In Sätzen, in denen anstelle des Nominativs der Akkusativ gebraucht wird, sieht J. Žiugžda eine Veränderung im Ausdruck der Hauptsatzglieder. Den Satz vasarą tenka daržai laistyti12 analysiert er folgendermaßen: daržai laistyti ist das zusammengesetzte Subjekt, tenka das Prädikat; im Satz vasarą tenka daržus laistyti gilt dagegen nur laistyti als Subjekt und tenka als Prädikat. Tatsächlich findet hier keine Veränderung in der Zusammensetzung der Hauptsatzglieder statt; vielmehr tritt lediglich das Objekt im Akkusativ ganz deutlich hervor. J. Jablonskis weist bei der Erörterung von Sätzen mit Nominativ und zusammengesetztem Prädikat¹³ darauf hin, dass ihre Analyse sehr subjektiv sein kann. Im Satz reikia rugiai kirsti ist, wenn man fragt, was getan werden muss, das Subjekt rugiai kirsti; fragt man hingegen, was über den Roggen ausgesagt wird, lautet die Antwort: rugiai kirsti reikia. Folglich werden wir reikia kirsti als Prädikat auffassen.
10 F. Specht, min. veik., 69—70.
11 J. Žiugžda, Lietuvių kalbos gramatika, 2, 8, 1955.
12 Das Beispiel stammt von ebenda.
13 Rygiškių Jono Lietuvių kalbos sintaksė, 25—26, Seinai, 1911.
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Wie wir sehen, gibt J. Jablonskis kein bestimmtes Kriterium an, anhand dessen der Infinitiv dem Subjekt oder dem Prädikat zugeordnet werden könnte, sondern weist darauf hin, dass dies von der Frage, dem logischen Akzent usw. abhängt.
Analoge Konstruktionen mit einem Nominativ in Akkusativbedeutung werden in den nordrussischen Mundarten verwendet14, und bis zum 18. Jahrhundert waren sie auch in der russischen Schriftsprache gebräuchlich.15
2. In unpersönlichen Sätzen mit einem zusammengesetzten Prädikat, das aus einem Modalwort und einem Infinitiv besteht, kann der Genitiv als Objekt auftreten.
Der Gebrauch des Genitivs wird hier stets durch die semantische Bedeutung des Substantivs oder des Verbs bedingt, z. B.: Raiks susmal’t dabar miežiu. (einen Teil davon, nicht den gesamten Vorrat); Do man raiks ža.les pasraut (das Präfix pa- zeigt die Unvollständigkeit der Handlung an); Nėr kadu sedi, Pranokas atvažiuos, raikia re.šutu. jam atne.št; Raikia duot jam kruopu. tegu ėda...“
Liegt eine solche Bedingung nicht vor, wird der Nominativ verwendet, vgl.: Raikia sumalt rugiai (den gesamten Vorrat); Muožna išraut aguona.s; Nemu ožna miltai iškraty t, ku. nori daryk und so weiter.
3. In der Mundart sind auch etwas andersartige unpersönliche Sätze dieser Gruppe häufig. Es handelt sich um Sätze derselben Konstruktion, in denen jedoch das Modalwort fehlt – es ist lediglich mitgedacht. Bei transitiven Verben wird ebenfalls der Nominativ verwendet, z. B.: Kur to ža.le do gau t; Čia liesva.s (kopėčios) paduot. ar per tos nulipsi; Kur a.ni.s dėt, pinigai...
4. Häufig verwendet werden unpersönliche Sätze mit Modalwörtern und dem Infinitiv eines intransitiven Verbs, z. B.: Pasiset un ke.lia. raikia (vor der Reise); Šiunde važiuot in posa.džia. raikia; Maž do un bazora. (auf den Markt) prieis nuveit; Nemu ožna un jo jot (auf dem Pferd).
5. Interessant ist noch eine weitere Art solcher unpersönlichen Sätze. Zum zusammengesetzten Prädikat (Modalwort und Infinitiv) kann die 3. Person Singular des Verbs „sein“ im Präteritum hinzugefügt werden. Z. B.: Ryt raike. bu.va. blynu, išike.pt; Pirtis raike. bu.va. pasku.rint, nėr kadu; Sakau, maž (gal) pasėset jau raike. bu.va.; Raike. bu.va. lik šiol ir atait, nėr ir nėr; Raike. bu.va. jau pade.taut...
Diese Sätze ähneln in ihrer Bedeutung dem Konjunktiv, d. h. sie bezeichnen eine tatsächlich nicht eintretende, aber gewünschte Handlung. Vgl.: Ryt reikėtų blymų išsikept. „Buvo“ (‚war‘) markiert in ihnen keine Vergangenheitszeit.
Das Verb „buvo“ (‚war‘) ist in solchen Sätzen zweifellos unter dem Einfluss der slawischen Sprachen entstanden. Vgl. Завтра надо было бы блинов испечь.
In den Sprachen Russisch, Belarussisch und Polnisch werden die prädikativen Wörter „reikia“ – нужно, treba, trzeba – mit modaler Färbung der Zustandskategorie zugeordnet. Mit der Kopula „быть“ werden sie als Prädikat verwendet. In diesen slawischen Sprachen kann „reikia“ für sich allein keine grammatische Zeit ausdrücken, sondern nur einen Zustand mit modaler Färbung bezeichnen. Im Litauischen dagegen ist „reikia“, obwohl es die Notwendigkeit als Zustand ausdrückt, nach wie vor ein Verb und kann ohne die Kopula „būti“ Verbtempora ausdrücken. Daher fügt „buvo“, das zu „reikėjo“ hinzutritt, der Bedeutung nichts Neues hinzu, sondern betont lediglich die Irrealität der Handlung.
14 Бюллетень диалектол. сектора АН СССР. вып. I, 17, 1947.
15 A. Б. Шапиро, Очерки по синтаксису русских народных говоров, 141—142, Москва, 1953.
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Sätze mit solchen Konstruktionen kommen auch in anderen Dialekten vor, zum Beispiel im Dialekt von Tverečius16, ebenso im Dialekt von Linkmenys, von dem sich der Dialekt von Malkava abgespalten hat. Das bedeutet, dass sie entstanden sind, bevor der beschriebene Dialekt in die Umgebung der belarussischen Sprache gelangte.
J. Špecht gibt solche Beispiele bereits aus „Summa arba trumpas izguldimas Ewangelių szwentų“.
IV. IMPERSONALE SÄTZE MIT ADJEKTIVEN NEUTRALEN GESCHLECHTS
In diesen Sätzen wird das Prädikat durch ein Adjektiv neutralen Geschlechts ausgedrückt. Im Hinblick auf das Vorhandensein eines Handelnden sind diese Sätze nicht gleichartig. In einigen von ihnen ist der durch das Prädikat ausgedrückte Zustand mit keinem Handelnden verbunden, in anderen ist dieser unausgesprochen mitgemeint oder im Dativ ausgedrückt, zum Beispiel: Pre. saulai teip balta; In saula.s labai sveika; Ai, bloga be duntu.; Matai, kaip par mus ramu (linksma); Gal neramu (liūdna) Malkava.j, kai jaunim, tai vis miestai geriai...
Häufig fungiert hier das slawische baika || baika als Prädikat und bedeutet: nicht schlecht, gut, gut (vgl. belaruss. байка = басня), zum Beispiel: Kad ir užlyt trupučiu.ku., tai baika; Šiunde baikta, nelabai karšta; Jau kai rugius suvės, tai tadu bus baika...
„Baika“ hat im Dialekt die Bedeutung eines Adjektivs neutralen Geschlechts angenommen. Es kann als Prädikat oder Teil des Prädikats auch in persönlichen Sätzen auftreten, zum Beispiel: Kas metai mūs bulba.s baika; Kalniai (kailiniai) bus baika...
Mit ähnlicher Bedeutung (nicht schlecht, gut, gut) wird das Wort байка offenbar auch in einigen belarussischen Dialekten verwendet17.
V. KOMPLEXE IMPERSONALE SÄTZE
Im Dialekt von Malkava sind unpersönliche Sätze mit folgender Konstruktion weit verbreitet:
1. { nėra / yra } + kas + Präsens, 3. Person Singular des Verbs
Beispiele: Nėr kas ra.ša. (es gibt nichts, worüber man schreiben könnte); Nėr kas walga. (es gibt nichts zu essen, keine Lebensmittel); Nėr kas rūna (es gibt kein Gras); Nėr kas pe.ni (es gibt kein Schwein); Paliūte. (Regenperiode), tai nėr kas dirba (es gibt nichts zu tun); Yra kas pjauna (das Getreide steht gut); Yr kas ma.la. (es gibt Getreide), aber keine Mühle.; Yr kas siu.wa (es gibt Stoff), aber ich habe keine Zeit.
2. { nėra / yra } + kur, kada + Präsens, 3. Person Singular des Verbs.
Zum Beispiel: Tai čia nėr kur mauda.s (es gibt keinen Ort zum Baden); Nėr kadu ir apsvelka; Gal nebua.wa. kadu ra.ša.; Nėr kur de.da la.pai; Aš girdėjau, ale nebu.wa. kadu klau-sa.; Yr kur gama. Yr kadu čia man ple.pa... (es gibt einen Ort zum Hüten);
16 Siehe J. O t r ę b s k i, Wschodniolitewskie narzecze twereckie, cz. I, 400.
17 In D. Telentiukos unveröffentlichter Kandidatendissertation „Исследование в области белорусской диалектологии“, Пинск, 1949, finden wir das Beispiel „Тэпэр зайихаты у Пінск, байкы, а ранчь, праўда што было трудно“.
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Dies sind eigenartige zusammengesetzte unpersönliche Sätze mit unpersönlichen Hauptsätzen, die nur ein Prädikat enthalten, ausgedrückt durch Zustandsverben nėra, yra, sowie durch unpersönliche Objektsätze (kas ra.są, kas valga, kur mauda.s usw.).
Diese Sätze sind sowohl hinsichtlich ihres Aufbaus als auch ihrer Bedeutung interessant. Wie aus den Erläuterungen ersichtlich ist, bezeichnet der Nominativ des Pronomens „kas“ in diesen Sätzen ein Objekt. In einigen anderen Dialekten bezeichnet dieses „kas“ einen Handelnden (nėr kas valgo — es gibt niemanden, der isst).
In Lehrbüchern der litauischen Sprache wurden solche Sätze nicht behandelt. J. Jablonskis führt bei der Erörterung der Hauptsatzglieder zahlreiche Beispiele dieser Art aus verschiedenen Dialekten an.¹⁸ Unabhängig davon, ob der Nominativ darin ein Objekt oder einen Handelnden bezeichnet, werden der Nominativ und die Verbform als logisches Subjekt betrachtet.
Im Hinblick auf den Malkava-Dialekt wäre dies falsch, denn hier bezeichnet der Nominativ ein Objekt. Der Handelnde wird durch den Dativ ausgedrückt: Nėr kam aina (es gibt keinen Menschen, der ginge); Yr kam padeda (es gibt jemanden, der hilft); Nėr kam padeda (es gibt keinen Helfer).
Es ist möglich, dass die Verben rašo, valgo usw. in allen Nebensätzen dieser Konstruktionen nur ihrer Form nach mit der 3. Person übereinstimmen. Ihrer Herkunft nach handelt es sich hier jedoch um eine andere Form. Jablonskis’ Beispiele zeigen, dass die Verbform in den Dialekten hier variiert. Es kann sich um ein Partizip des Präsens Aktiv, einen Imperativ, einen Konjunktiv usw. handeln. Die Form der 3. Person erinnert in diesen Sätzen ihrer Bedeutung nach an unpersönliche Verben, da auch diese keinen Handelnden bezeichnen.
Neben den Sätzen nėr kas valga, nėr kur mauda.s, nėr kam aina werden auch Sätze mit Infinitiv verwendet: nėr ko valgyt, nėr kur maudytis, nėr kam ait, yr kam padėt usw.
Es ist nicht gelungen, irgendwelche Regeln für diese unterschiedliche Verwendung festzustellen.
Zweifellos sind all diese Sätze sowohl hinsichtlich ihres Aufbaus als auch ihrer Bedeutung sehr interessant und sollten anhand von Daten aus anderen Dialekten eingehender untersucht werden.
EINIGE TYPEN UNPERSÖNLICHER SÄTZE IM DIALEKT
DES DORFES MALKOWKA
(Belorussische SSR, Rajon Mstislawl, Gebiet Mogiljow)
М. К. СИВИЦКЕНЕ
Zusammenfassung
Der Artikel beschreibt die für den Dialekt des Dorfes Malkowka charakteristischsten unpersönlichen Sätze. Die unpersönlichen Sätze werden hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt ihres Aufbaus und der Ausdrucksweise des Prädikats betrachtet.
Es werden folgende Satztypen betrachtet:
I. UNPERSÖNLICHE SÄTZE MIT UNPERSÖNLICHEN ODER UNPERSÖNLICH VERWENDETEN VERBEN;
18 Rygiškių Jono Syntax der litauischen Sprache, 25, Seinai, 1911.
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II. UNPERSÖNLICHE SÄTZE MIT EINEM NICHTGENUSMARKIERTEN PASSIVPARTIZIP DER VERGANGENHEIT IM PRÄDIKAT.
Diese Sätze sind in der Mundart weit verbreitet. Unter ihnen unterscheidet man Sätze mit nicht genanntem Handlungsträger und Sätze mit genanntem Handlungsträger (im Genitiv). In den ersten Sätzen steht das Objekt im Nominativ. Da ein realer Handlungsträger vollständig fehlt, wird der Nominativ des Objekts umgedeutet und nähert sich in seiner Bedeutung dem Träger des durch das Partizip ausgedrückten Zustands an. Zum Beispiel: Jai pal’tas ge.ras nu.pirkta (für sie ist ein guter Mantel gekauft worden). In seiner Grammatik ordnet J. Jablonskis solche Sätze den persönlichen Sätzen zu.
III. UNPERSÖNLICHE SÄTZE MIT MODALWÖRTERN.
Hier sind Sätze mit Modalwörtern und einem Nominativ in Objektfunktion am interessantesten. Nuelet silke. neraike (wörtlich: Hering waschen ist nicht nötig). In den Grammatiken der litauischen Sprache werden solche Sätze ebenfalls den persönlichen Sätzen zugeordnet. Der Infinitiv und der Nominativ des Substantivs werden als zusammengesetztes Subjekt betrachtet, das Modalwort als Prädikat.
Dieser Satztyp umfasst mehrere Unterarten, darunter Sätze, in denen das zusammengesetzte Prädikat (Modalwort + Infinitiv) unter dem Einfluss slawischer Sprachen durch die Form der 3. Person Vergangenheit des Verbs „sein“ erweitert ist: Ryt raike. bu.va. blynu. isikept (wörtlich: Morgen hätte man Pfannkuchen backen müssen). Der Einfluss ist älteren Datums, da eine ähnliche Erweiterung des Prädikats auch in der Mundart von Linkmenys (von der sich die Mundart von Malkava abgespalten hat) und in anderen Mundarten vorkommt.
IV. UNPERSÖNLICHE SÄTZE MIT EINEM NICHTGENUSMARKIERTEN ADJEKTIV.
Als Prädikat kann das Wort baika mit der Bedeutung „gut“, „nicht schlecht“ (vgl. belarussisch байка = Fabel) verwendet werden, das als nichtgenusmarkiertes Adjektiv aufgefasst wird.
V. KOMPLEXE UNPERSÖNLICHE SÄTZE.
Als komplex gelten Sätze des Typs: ner (yr) kas valga. (wörtlich: es gibt nicht (ist), was man isst), ner (yr) kadu apsvelka (wörtlich: es gibt nicht (ist), wann man sich anzieht). Die Hauptsätze bestehen aus Existenzverben (es gibt, es gibt nicht). In den zusätzlichen Nebensätzen mit Pronomen bezeichnet der Nominativ des Pronomens „kas“ das Objekt. Das Verb darin scheint lediglich auf die Form der 3. Person bezogen zu sein, könnte seiner Herkunft nach aber eine andere Form sein. In den Mundarten treten hier verschiedene Verbformen auf.