Borisas Larinas
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„Dieses Problem der gesprochenen Sprache untersuchte B. Larin auch in anderen Werken!?. Die Aufmerksamkeit der litauischen Sprachwissenschaftler zieht besonders die litauistischen Arbeiten von B. Larin an. Wie bereits erwähnt, interessierte sich B. Larin schon während seines Studiums für die litauische Sprachwissenschaft. Da er sich nicht mit schriftlichen Quellen zufrieden gab, entschied er sich, die litauische Sprache aus dem Mund des Volkes selbst zu lernen. Im Sommer 1913 und 1914 war er zweimal in Litauen und besuchte zu Fuß viele Dörfer in den damaligen Kreisen Raseiniai, Telšiai, Panevėžys, Ukmergės und Trakai. Hier sammelte er Wörter, die mit dem Volksleben und der Kultur zusammenhängen, studierte Dialekte und notierte ihre charakteristischen Merkmale. Die Frucht dieser Reisen war das viel später veröffentlichte Werk „Material aus der litauischen Dialektologie“*, das eine Beschreibung des Nemunaitis- -Dialekts, ein Wörterbuch der aus verschiedenen Dialekten gesammelten Wörter mit historischen und etymologischen Anmerkungen und Beispiele von Dialekttexten enthält. Obwohl die dialektologischen Untersuchungen der litauischen Sprache seit der Zeit, als dieses Werk geschrieben wurde, genauer geworden sind und ihre Methoden sich deutlich verbessert haben, sind einige Beobachtungen des Autors, lexikalische Daten und vor allem theoretische Zusammenfassungen auch heute noch von Bedeutung. Wahrscheinlich finden wir hier zum ersten Mal in der litauischen Dialektologie eine Betrachtung des Dialekts nicht als Komplex charakteristischer, von der Schriftsprache abweichender Eigenschaften, sondern als eigenständiges sprachliches System. B. Larin betont, dass die Aufgabe des Dialektologen darin besteht, die dialektische Norm zu erkennen und zu beschreiben, die die Kommunikation der Vertreter des Dialekts bestimmt, aber in ihrer reinen Form selten in der üblichen Sprachkomposition zum Ausdruck kommt'*. Interessant sind die Bemerkungen des Autors zur Frage der Zweisprachigkeit, die das unterschiedliche Schicksal der polnischen und russischen Elemente im Dialekt von Nemunas erklären. Das lexikalische Material der Dialekte der litauischen Sprache verwendete B. Larinas auch in vielen späteren Studien und Artikeln. Die meisten mit der Litauistik verbundenen Arbeiten hat B. Larin in den letzten zwei Jahrzehnten veröffentlicht, als nach der Wiederherstellung der sozialistischen Ordnung in Litauen seine Verbindungen zu den Philologen unserer Republik wieder aufgenommen wurden und bis zu seinem Tod nicht unterbrochen wurden. In seinen linguistischen Untersuchungen dieser Periode vertiefte er sich in das Problem der baltischen und slawischen Sprachen, untersuchte spezifische lexikalische und grammatische Entsprechungen des Litauischen, Lettischen und Altrussischen, wobei er auch weitgehend Material aus nicht-indoeuropäischen (insbesondere finno-ugrischen) Sprachen verwendete. Von solchen Arbeiten von B. Larin ist der Artikel „Über das Wort anrapo“* hervorzuheben. Nach einer detaillierten Analyse der slawischen Daten, B. Larin pa12 B. A. Jlapun, O 3anncsx HHOCTPAaHIEB KaK HCTOYHHKE NO HCTOPHH pyccKOrO s3biKa, «<Tpyznar lOGuaefinoit Hayunoji cecchu. Der rote Ritter. Ich bin ein Mann. Hayk, JI, 1946, S. 71-—85; PasroBopuktit si3abik MockoBekofi Pycu, kn. : Hauajnsnbrtit stan OopMHpoBaHH; 138 B. A. Jlapuu, Marepnajist no JAHTOBCKON AHAJNEKTONOrHH, «SISHK H JHTepaTypa», 1961, S. 22–34 u. a. T. 1, JL, 1926, p. 93—170. 14 Im selben, p. 93—94, 98. 15 Im selben, p. 101—104, 16 5. Hrsg. v. A. Ackermann, Hrsg. v. A. Ackermann. : Schriftenreihe zur Erinnerung an akad. Prof. Dr. J. Endzelinam, Riga, Lettland 1959, p. 149—162. 249
