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Kaip buvo rengiami lietuviški botanikos terminų žodynai

J. Dagys

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Das reflexive Verb bespausdinti in der Bedeutung „pressen, niederdrücken“ verwendete M. Mažvydas: Zur Bezeichnung des Druckens verwendete K. Širvydas in der dritten Ausgabe seines Wörterbuchs nach G. Knapskis „Thesaurus Polonolatinograecus“ (1621) gebildete Wortverbindungen – mokslas išspaustuvės |druk. Expressae metallo literae charta impressa literis|. Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff des Druckens mit dem Lehnwort druką (ŽCh) bezeichnet, im 19. Jahrhundert nicht nur mit einem Lehnwort (N, K, S. Dauk, I, LC1886, 40), sondern auch mit dem litauischen Äquivalent spauda (N, K, A1884, 318). Die Gesamtheit der gedruckten Publikationen wurde zunächst mit dem Lehnwort drukas bezeichnet (M, I, A.Baran). Das litauische Äquivalent spauda setzte sich nur langsam durch. F. Kuršaitis verwendete im „Deutsch-Littauisches Wörterbuch“ (1870.I.5) die hybride Form drukavonė für „Drucken“, während die Aušrininkai drukavonę durch spaustuvyste ersetzten (1884, Nr. 96). Wie erwähnt, verwendete G. Nesselmann im „Wörterbuch der Littauischen Sprache“ als einer der Ersten anstelle des Lehnworts druka „Drucken“ das litauische Äquivalent spauda6. Aus G. Nesselmanns Wörterbuch gelangte das Wort spauda in F. Kuršaitis’7 „Littauisch-deutsches Wörterbuch“ und in die Zeitschrift „Aušra“ (1884, 318). Das Wort spauda in der neuen Bedeutung „Gesamtheit der Bücher und Periodika“ verwendete zuerst „Aušra“ (1885, 75), später auch J. Balvočius. In der Literatursprache scheint K. Būga das Wort spauda in beiden Bedeutungen etabliert zu haben. L. Ivinskis schrieb in seinem polnisch-litauischen Wörterbuch zunächst die Lehnwörter druką, drukas, dann die Wortverbindungen spaudimas knygų, spaudimas rašto; S. Daukantas räumte in seinem polnisch-litauischen Wörterbuch der litauischen Verbindung spaudimas den Vorrang ein und verwendete das Lehnwort druka als Synonym. Das Lehnwort drukas in der Bedeutung „Schriftart, Drucktypen“ ist in der Belegsammlung des akademischen „Lietuvių kalbos žodynas“ nur aus ostaukštaitischen Dialekten verzeichnet. Ein treffendes Äquivalent zur Bezeichnung einer Schriftart beziehungsweise eines gedruckten Buchstabens, spaudmuo, lieferte einer der Ersten: J. Baronas in seinem „Rusų-lietuvių kalbų žodynas“ (1923). K. Pakalka WIE LITAUISCHE WÖRTERBÜCHER BOTANISCHER BEGRIFFE ERSTELLT WURDEN Nach der Gründung zweier Hochschulen in Litauen (der Universität Litauens in Kaunas im Jahr 1922 und der Landwirtschaftsakademie in Dotnuva im Jahr 1924), an denen Botanik gelehrt wurde, bemühten sich die Dozenten um eine Vereinheitlichung der biologischen Terminologie und der Pflanzennomenklatur. Die Initiative hierzu ergriff 1926 Prof. L. Vailionis. Auf seine Bemühungen hin wurde 1927 eine Kommission für das botanische Wörterbuch mit 10 Mitgliedern gebildet; ihr gehörten Vertreter aller botanischen Fachgebiete an: 8 von der Universität Kaunas und 2 von der Landwirtschaftsakademie. Vorsitzender war J. Vailionis, Sekretär J. Dagys. Auf eine entsprechende Aufforderung hin, bei der Arbeit am Wörterbuch mitzuwirken, die an verschiedene an Fragen der botanischen Terminologie interessierte Personen (Biologen, Ärzte, Apotheker, Sprachwissenschaftler, Forstleute 6 Das Wort spauda in der Bedeutung „Stütze“ verwendete erstmals K. Širvydas in seinem Buch „Punktai sakymų“ (II, 1644). 7 F. Kuršaitis betrachtete das Wort spauda als eine ihm aus den ostpreußischen Mundarten unbekannte Form und setzte es in eckige Klammern. 244 und andere) erging, meldeten sich einige Personen und sandten ältere Literatur sowie Handschriften mit Pflanzennamen ein. Die Arbeit der Wörterbuchkommission wurde finanziell von der Litauischen Heimatkundegesellschaft unterstützt. Mit der Zusammenstellung der Kartei des Botanischen Wörterbuchs aus der gesammelten Literatur wurde J. Dagys gegen eine bestimmte Vergütung beauftragt, der damals Student im dritten Studienjahr des Fachs Biologie war. Bei der Anlage der Kartei wurden die lateinischen Pflanzennamen als Ausgangspunkt genommen, der Familienname eingetragen und die entsprechenden Pflanzennamen auf Litauisch, Deutsch, Russisch, Polnisch und Lettisch verzeichnet. Außerdem wurden der Standort, die Verbreitung, die praktische Verwendung und die Blütezeit der jeweiligen Pflanze angegeben. Die wichtigsten Quellen, die wir zum Sammeln von Pflanzennamen heranzogen, waren: 1) das „Wörterbuch botanischer Namen“ von Dr. J. Staugaitis, 1891 in Šakiai zusammengestellt, 2) „Botanika arba Taislius auguminis“ von J. Pabrėža, 1900 in den USA, Shenandoah, Pa., erschienen, 3) „Žolynas“ von P. Matulionis, Teil II, Vilnius, 1906, 4) die Kalender von L. Ivinskis (1846—1866) und 5) das „Botanische Wörterbuch“ von Dr. K. Grinius, der litauisch-lateinische Teil. Es handelte sich um Pflanzennamen, die bis 1904 aus der Literatur und der gesprochenen Sprache der Gegend um Marijampolė—Pilviškiai gesammelt worden waren. Aus den älteren Wörterbüchern der litauischen Sprache (von Sirvydas, Neselmanas, Kuršaitis, Milke und anderen) hatte J. Staugaitis die Pflanzennamen vollständig gesammelt und sorgfältig aufgezeichnet; er war ein aktiver gesellschaftlicher Mitstreiter und großer Liebhaber der litauischen Sprache. Im von ihm zusammengestellten, nach den lateinischen Pflanzennamen geordneten Manuskript des Botanischen Wörterbuchs waren die litauischen Entsprechungen in Spaltenform eingetragen, jeweils mit einer abgekürzten Quellenangabe, aus der das Wort entnommen war. Für manche Pflanzen wurden sogar mehrere Dutzend Namen gesammelt. Als Beispiel nehmen wir Myosotis palustris — pelkinė neužmirštuolė. In J. Staugaitis’ Wörterbuch finden wir dafür 21 Namen, nämlich: dangaus ašarikas J, dangaus ašarikė Ch, geltžolė K₂ (Coadj), Ch, gelžolė K₂ (Coadj.), miego žolė J (N), minėtenė Mat, minetenės pelkinės Iv, minietenė Al (žem), minietenė pelkinė Iv, naktibalda Mat, nemiršėlės Iv, neužmiršikė Ž, neužmiršk manęs B (Ek), rasutės St (Plokščiai), saulės ašarėlės St, varlakutės (apie Alvitą), varlės ašarėlės K.G., varnakutis Al, vergismeinė K₁, žaizdra Ch, žaizdros žolikės J (Prök). Von den angeführten Namen hatte J. Staugaitis nur zwei selbst aus der lebendigen gesprochenen Sprache gesammelt (rasutės und saulės ašarėlės); zwei weitere hatte K. Grinius eigenhändig hinzugefügt, nachdem er sie von Menschen gehört hatte (varlakutės und varlės ašarėlės); die übrigen 17 stammten aus der Literatur. Aus anderen Quellen fanden wir für dieselbe Pflanze noch: katrytės (Pn), landonės žolė (Pet), varlakoję (Klv), varliakėliai (Kėd), varlių rūtėlės (Pn). Damit waren bereits 26 Namen zusammengekommen, aus denen die Kommission für das Botanische Wörterbuch den besten auswählen und als Hauptnamen festlegen musste; die übrigen sollte sie entweder als Synonyme beibehalten, nachdem sie der aktuellen litauischen Rechtschreibung angepasst worden waren, oder ganz weglassen, sofern sie fehlerhaft waren. Solche Auswahlen des besten Namens wurden in den Sitzungen der Kommission für das Botanische Wörterbuch vorgenommen; sprachliche Korrekturen führte der Redakteur aus und konsultierte in Zweifelsfällen die Sprachwissenschaftler J. Balčikonis und Pr. Skardžius. Einige Pflanzennamen waren am Ende von J. Staugaitis’ Botanischem Wörterbuch ohne lateinische Bezeichnungen aufgeführt, weil der Verfasser nicht wusste oder Zweifel hatte, wo er sie einordnen sollte. Die Liste solcher Namen mit Angabe ihrer Quellen umfasst 18 Seiten. Bei einigen waren deutsche Entsprechungen angegeben oder es stand dabei, wozu sie verwendet wurden. Hier einige Beispiele. Aklys — ein Heilmittel für Rinder gegen Schwellungen unter der Zunge: zerstoßen, mit Molke oder Essig vermischen, unter der Zunge einreiben und mit dem Futter verabreichen. Bajoras — Frucht- 245 dies wegen der Kühe, damit böse Augen sie nicht behexen und die Milch verderben: Im Frühjahr, wenn man sie auf die Weide lässt, mischt man das Kraut mit einem Weidenzweig und räuchert sie damit aus. Besotė — wer mit ihren Beeren getränkt wird, bekommt „besotes“: Er isst und isst und wird doch nicht satt und bleibt schwach. Bulbė laukinė — ein Mittel gegen Krämpfe bei kleinen Kindern; getrocknete Kräuter werden gekocht und der Aufguss getrunken. Dantžolė — die Wurzel ist ein Mittel gegen die heftigsten Zahnschmerzen: Mit Zucker zerstoßen, wird sie mit Watte am Zahn befestigt. Drugė, drugžolė — ein Mittel gegen Schüttelfrost: Sobald das Schütteln beginnt, räuchert man mit ihr über glühenden Kohlen oder trinkt ihren Aufguss. Godas — ein Mittel für Menschen und Tiere: Wenn man sie mit gekochten Wurzeln tränkt, fressen sie sehr gierig oder unersättlich. Kepurnink’s — wenn sich Knoten an Armen und Beinen bilden, muss man morgens und abends einen Tee daraus trinken; dann verlagern sich die Knoten ins Kopfhaar. Koklis — ein Mittel für Kühe, damit sie mehr Sahne geben; man kocht also die Milch in Töpfen, um die Sahne zu verbessern. Lagerstas tikrasis — ein Mittel zum Mästen und zur Gewichtszunahme von Ziegen. Ritzolė — ein Mittel für Kühe, damit sie nach dem Weglaufen keine Fehlgeburt erleiden. Silpnažolė — ein Mittel für alte Menschen gegen schwere Atemnot. Trukžolė — ein Mittel gegen Fettleibigkeit und das Überfressen. Vengrykštis, vengrukštis — gegen Erkältungen; vertreibt neun Krankheiten. Žmogžolė — ein Mittel gegen Schwäche. Aus diesen Erläuterungen geht hervor, dass J. Staugaitis auch Material über die Verwendung von Pflanzen in der Volksmedizin sammelte. Auch das Botanik-Wörterbuch von Dr. K. Grinius, das in Form eines Karteikastens alphabetisch in großen Blechkästen angeordnet war, lieferte uns viel neues Material. Soweit ich mich erinnere, enthielt es auch folkloristische Elemente, die mit Pflanzennamen zusammenhingen. Das Wörterbuch enthielt außerdem Pflanzennamen, deren wissenschaftliche (lateinische) Bezeichnung dem Verfasser nicht bekannt war, zum Beispiel stypžolės — Kräuter, die manche Männer als Aphrodisiakum verwenden. Wir verwendeten das Wörterbuch von J. Pabrėža in einer in Amerika veröffentlichten, für die Standardsprache überarbeiteten Textfassung. Sie enthielt zweifellos einige Ungenauigkeiten, denn der Bearbeiter vermochte den žemaitischen Dialekt und die eigentümliche, von J. Pabrėža verwendete Transkription nicht überall genau in die Standardsprache zu übertragen. Einige Entstellungen konnten wir mithilfe einer von stud. Bielinis anhand des in der Wróblewski-Bibliothek befindlichen Manuskripts genau abgeschriebenen und L. Vailionis zugesandten Abschrift des botanischen Wörterbuchs von J. Pabrėža berichtigen (obwohl der Verfasser darin nicht genannt war). J. Pabrėža galt uns als höchste Autorität in der Bildung von Pflanzennamen, da er der Pionier dieser Arbeit war und den Blütenpflanzen Litauens eine vollständige Nomenklatur gegeben hatte. Zwar finden sich unter den von ihm ausgewählten Pflanzennamen Polonismen, zum Beispiel wird das Stiefmütterchen piolka (ln. fiolek) genannt, die Kapuzinerkresse nasturcija arba misturcija (ln. nasturcia). Doch in seiner „Botanika arba Taislius auguminis“ finden sich sehr viele Namen, die er aus dem Volksmund gesammelt hat. Auch die aus dem Lateinischen übersetzten Pflanzennamen in Pabrėžas Wörterbuch sind recht gut, zum Beispiel bokštytė (Turritis), česnakinė (Alliaria), driežlėlė oder gyvatsnapė (Ophioglossum), dumblė (Limosella), nenaudė (Adoxa), vanagė (Hieracium), vilkakojė (Lycopus), šimtūnė (Centunculus), undgrakšta (Hydrocharis) und andere. Es ist sehr gut, dass J. Pabrėža für zahlreiche Pflanzen litauische mythologische Namen verwendete: Jasione montana erhielt den Namen der Bienengöttin Austėjos, Festuca den des Lammesgottes Eraičino, Sisymbrium den des Unterweltgottes Pokliaus und die Moosgattung Bryum den des Moosgottes Silnyčio. Wenn ein katholischer Priester es für möglich hielt, die Namen heidnischer Gottheiten im Gedächtnis der Menschen zu bewahren, zeugt das von seinem großen Patriotismus, der ihn dazu bewog, die schwindenden Kleinodien unserer Sprache zu erhalten. Die Kommission für das Botanik-Wörterbuch würdigte auch den Beitrag von Prof. P. Matulionis, Lehrer der litauischen Forstleute, zur Festlegung des Pflanzennamenguts. In seinem „Žolynas“ fanden wir etwa 246 2000 Pflanzennamen. Bei der Zusammenstellung dieses Namenguts stützte sich P. Matulionis hauptsächlich auf die von J. Pabrėža festgelegte Pflanzennomenklatur, ergänzte sie aber auch erheblich. Einige von J. Pabrėža eingeführte Pflanzennamen hatte P. Matulionis geringfügig verändert; so überarbeitete er beispielsweise den von Pabrėža für die Gattung Mespilus verwendeten Namen šliandra (szlądra) zu šliaudrą (oder handelte es sich vielleicht um einen Druckfehler?). Die Gattung Andromeda nannte J. Pabrėža balžuva, P. Matulionis änderte dies zu balažuvę. Die Gattung Chara, die in Pabrėžas Schriften šaltinute heißt, änderte Matulionis zu šaltinuole. Die Kommission für das Botanik-Wörterbuch beschränkte sich nicht auf literarische Quellen, sondern bemühte sich auch, den Bestand der Pflanzennamen durch die lebendige Sprache zu ergänzen. Fast alle Mitglieder der Kommission legten Sammlungen von Pflanzennamen vor, die sie in ihrer Heimat gehört hatten. Darüber hinaus leistete Dozent J. Elisonas, der lange als Naturkundelehrer am Gymnasium Panevėžys tätig war, beim Sammeln von Pflanzennamen bedeutende Arbeit. Er beauftragte seine Schüler, im Sommer Herbarien anzulegen und auf die Etiketten der Herbarbelege zu schreiben, wie die Einheimischen die jeweilige Pflanze nannten. Sehr viele solcher Herbarbelege (etwa zweitausend) befanden sich in den naturkundlichen Sammlungen des Gymnasiums Panevėžys und des Lehrerseminars. Direktor J. Elisonas gestattete mir freundlich, die Herbarien durchzusehen und die Pflanzennamen daraus abzuschreiben (mit genauen Angaben dazu, aus welchem Kreis und welcher Landgemeinde die Namen stammten). Auch J. Alekna, Schulinspektor der Grundschulen im Bezirk Biržai, zeigte mir ein schönes, von seinen Schülern im Kreis Biržai zusammengestelltes Herbarium, das zahlreiche litauische Pflanzennamen enthielt. Auf diese Weise wurde das Material gesammelt und in Karteikartenform aufbereitet. Anschließend prüfte die Kommission für das Botanik-Wörterbuch es in den Jahren 1929–1933, ergänzte es um zahlreiche Neubildungen, und ihr Sekretär bereitete den Text für den Druck vor. Lange wurde nach einem Verleger für dieses recht umfangreiche Werk gesucht, doch die Suche blieb erfolglos. Schließlich entschloss sich der Vorsitzende der Kommission für das Botanik-Wörterbuch, Prof. L. Vailionis, das Werk auf eigene Kosten herauszugeben; 1938 erschien es im Druck. Somit vergingen vom Beginn der Arbeit bis zum Erscheinen des ersten Teils des Wörterbuchs (des Pflanzennamenverzeichnisses) zwölf Jahre. Das nächste Arbeitsfeld war die Ausarbeitung eines Wörterbuchs botanischer Fachbegriffe (der Pflanzenanatomie, Morphologie, Ökologie, Phytopathologie, Physiologie, Genetik und Geobotanik). Die Arbeit daran begann 1939. Da Prof. L. Vailionis in jenem Jahr starb, wurde Prof. V. Vilkaitis Vorsitzender der Kommission für das Botanik-Wörterbuch und übte dieses Amt bis 1941 aus. Die Kommission wurde um zwei Mitglieder erweitert: E. Gimbutiene zur Sammlung genetischer Fachbegriffe und J. Raukčys zur Sammlung forstwirtschaftlicher Fachbegriffe. Der Große Vaterländische Krieg unterbrach diese Arbeit. Sie wurde 1945 auf Initiative der Abteilung Botanik des Biologischen Instituts der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR wieder aufgenommen. Dozentin M. Natkevičaitė-Ivanauskienė und S. Čižauskaitė sammelten drei Jahre lang botanische Fachbegriffe aus der Literatur. Nach der Gründung der litauischen Abteilung der Allunionsgesellschaft der Botaniker im Jahr 1950 wurde der Vorstand dieser Organisation mit der Leitung der Vorbereitung des Botanik-Wörterbuchs betraut. Die Kommission für das Botanik-Wörterbuch wurde neu organisiert und um neue Mitglieder erweitert. Ihr gehörten Vertreter der botanischen Lehrstühle der Staatlichen Universität Vilnius an (A. Minkevičius, P. Snarskis, M. Ivanauskienė, P. Bluzmanas, I. Šarkinienė), des Pädagogischen Instituts Vilnius (V. Galinis), des Botanischen Gartens Kaunas (K. Grybauskas, A. Urbonas) und des Forsttechnikums (J. Gelaževičius). Zu den Kommissionssitzungen, in denen Fachbegriffe beraten wurden, wurden auch Mitglieder der Terminologiekommission des Instituts für litauische Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften eingeladen: J. Kruopas, N. Grigas, A. Balašaitis und K. Gaivenis. Der Kommission 247 Den Vorsitz führte J. Dagys. Die Wörterbuchkommission tagte etwa zehn Jahre lang. Nachdem in diesen Sitzungen alle Termini bestätigt worden waren, wurde das Wörterbuch in der nächsten Phase gemäß dem Plan des Botanischen Instituts redigiert; die Redaktionskommission bestand aus dem Chefredakteur J. Dagys und den Mitgliedern A. Lekavičius und V. Mališauskienė. Das Wörterbuch war 1962 endgültig fertiggestellt und wurde dem Verlag „Mintis“ übergeben, der es 1965 herausgab. Das veröffentlichte „Wörterbuch botanischer Termini“ ist tatsächlich der zweite Teil des zuvor erschienenen „Litauischen botanischen Wörterbuchs“. Die Vorbereitung dieses Teils erstreckte sich über etwa 20 Jahre. Damit war die Arbeit nicht beendet. Die Kommission für das botanische Wörterbuch, die als Abteilung der Litauischen Botanikervereinigung am Botanischen Institut der Akademie der Wissenschaften der Litauischen SSR tätig ist, nahm sich nun vor, das Pflanzenverzeichnis erneut zu überprüfen, zu präzisieren und zu ergänzen sowie eine Neuausgabe dieses ersten Teils des Botanischen Wörterbuchs vorzubereiten. Die Arbeit wird systematisch durchgeführt: Für die Mitarbeit in der Kommission wurden mehrere neue Fachleute hinzugezogen: für die Bezeichnungen der Algen — G. Jankavičiūtė, für die Pilznamen — J. Mazelaitis, für die Moosnamen — A. Kuzas, für die Namen der Zierpflanzen — die Leiterin des Botanischen Gartens der Universität Vilnius, A. Lučinskienė, und als Sekretärin der Kommission — R. Jankevičienė. An den Sitzungen nehmen stets auch Mitglieder der Terminologiegruppe des Instituts für Litauische Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften teil. Die Arbeit ist bereits zur Hälfte abgeschlossen. J. Dagys TERMINOLOGISCHE PHRASEOLOGISMEN MIT PERSONENNAMEN Terminologische Phraseologismen kommen vor allem in der volkstümlichen Umgangssprache vor. Zwar erfordern der wissenschaftliche und technische Fortschritt sowie die neuen Bedingungen des gesellschaftlich-politischen Lebens ständig neue Termini, und zwar nicht nur Einwort-, sondern auch Mehrworttermini; volkstümliche terminologische Phraseologismen finden jedoch vergleichsweise selten Eingang in die moderne wissenschaftliche Terminologie. Noch seltener erscheinen sie in der wissenschaftlichen Terminologie als Übertragungen aus anderen Sprachen. Die meisten terminologischen Phraseologismen finden sich unter den Pflanzennamen, z. B.: kiškio kopūstai „Hasenkohl“, varlės ašarėlės „Vergissmeinnicht“; seltener begegnen sie in der Tierterminologie — medžioji ožka „Reh“, Biržių vagis „Libelle“ — und noch seltener in den technischen Wissenschaften, z. B. in der Astronomie — dangaus ryškštė „Komet“, in der Geologie — perkūno kulka „Belemnit“ usw. Eine eigene kleine Gruppe terminologischer Phraseologismen bilden solche, die in gewisser Hinsicht mit der Onomastik verbunden sind, da eine ihrer Komponenten ein Personenname ist, z. B. Marės lapai1, Jonio dobilai usw. Die in solche Phraseologismen eingehenden Namen sind fast ausnahmslos christlich, sodass sie teilweise auch eine ungefähre historische Datierung für die Entstehung solcher Termini erkennen lassen: In der litauischen Sprache begannen sie sich zu bilden, nachdem eine gewisse Zeit vergangen war 1 Für die Abfassung des Artikels wurden folgende Literatur und handschriftliche Bestände herangezogen: J. Dagys, Lietuviškas botanikos žodynas, I, Kaunas, 1938; I. Edelmanė, Daži augu nosaukumi, kas saistāmi ar krāsu, garšu un smaržu nosaukumiem, — Veltījums Akadēmiķim Jānim Endzelīnam 1873—1973, Rīgā, 1972, S. 274—292; J. Elisonas, Zoologijos sistematikos terminų žodynėlis, Kaunas, 1920; Jacoby, Litauischen Litterarischen Gesellschaft, II, Heidelberg, 1887, S. 133—143; J. Kalvaitis, Lietuviszkų wardų klėtelė, Tilžė, 1910, S. 72—84; K. Mülenbacha, Latviešu valodas vārdnīca, II, Rīga, 1925—1927; die Zettelsammlung des Akademischen Wörterbuchs der litauischen Sprache sowie die Bestände des Atlas der litauischen Sprache im Institut für Litauische Sprache und Literatur. Einige terminologische Phraseologismen hat die Autorin selbst in den Dialekten aufgezeichnet. Die Bedeutungen der terminologischen Phraseologismen sind in der beigefügten Liste aufgeführt. 248