Iš K. Širvydo naujadarų plitimo istorijos
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Aus der Verbreitungsgeschichte der Neuschöpfungen von K. Širvydas
1. Baumwolle
Der erste litauische Lexikograf K. Širvydas hat zahlreiche Neuschöpfungen gebildet1. Da das Wörterbuch von K. Širvydas sehr beliebt war, stützten sich viele spätere Lexikografen darauf; einige seiner Neuschöpfungen wurden daher nicht nur in spätere Wörterbücher aufgenommen, sondern setzten sich auch in der Literatursprache durch. Heute sind sie so geläufig, dass wir bei ihrer Verwendung gar nicht daran denken, dass sie irgendwann jemand geschaffen hat, zum Beispiel: Qualität, Garderobe, Druckerei, Regel, Küche.
Eine dieser geschaffenen Neuschöpfungen und periphrastischen Erläuterungen findet sich in der dritten bis fünften Ausgabe des Wörterbuchs von K. Širvydas: Wolle, die auf einem Baum wächst, Baumwolle (bawelna. Linum xylinum, linum gossipi̇num, lana xyli e gossipio seu xylo frurice) SD³⁸.
Nežinia, ar K. Širvydas vartojo naujadarą medžiavilnė pirmajame žodyno (apie 1620) leidime. Šio leidimo išlikęs vienintelis defektinis egzempliorius prasideda žodžiu cechuję. Sprendžiant iš N. Folkmaro—B. Fontano žodyno „Polonicolatina“ dalies, K. Širvydo žodyno pirmajame leidime straipsnis „Bawelna“ turėjo būti.
Die Neuschöpfung medžiavilnė übernahmen wahrscheinlich unmittelbar aus dem Wörterbuch von K. Širvydas nur einige Lexikografen: D. Poška, „Słownik języka litewskiego, polskiego i łacinskiego“ (1825), G. Neselmanas, „Wörterbuch der Littauischen Sprache“ (1851), F. Kuršaitis, „Littauisch-deutsches Wörterbuch“ (1883), A. Lelys, „Lietuviškas ir angliškas žodynas“ (1915). G. Neselmanas und F. Kuršaitis führten für das Wort medvilnė zwei Formen an – ohne und mit Fugenvokal – medžiavilnė. F. Kuršaitis gab der Neuschöpfung medvilnė (ohne Fugenvokal) den Vorzug. Beide Wortvarianten medvilnė ir medžiavilnė setzte er in eckige Klammern – er betrachtete sie als unbekannt, in Ostpreußen nicht geläufig.
Vėlesni leksikografai — J. Baronas, „Rusų-lietuvių žodynas“ (1932), M. Nydermanas „Lietuvių rašomosios kalbos žodynas“ II t. (1951) ėmė žodį medvilnė iš F. Kuršaičio žodyno ar tų šaltinių, kur minėtas žodis vartojamas be jungiamojo balsio. Medžiavilnė su jungiamuoju balsiu gal dėl to ir neišplito, kad pirmasis komponentas medžias tepažįstamas rytų ir pietų aukštaičių ir yra archainė forma.
Be žodynų, medvilnę dar aptinkame „Aušroje“ 1885, 24 (vartojo J. Šliūpas), prieškariniuose ir tarybiniuose raštuose.
Am ehesten konnte sich K. Širvydas’ Neuschöpfung medvilnė durch F. Kuršaitis’ „Littauisch-deutsches Wörterbuch“ (1883) durchsetzen, das großen Einfluss auf die sich Ende des 19. Jahrhunderts herausbildende litauische Literatursprache hatte; vielleicht trug auch der Gebrauch in „Aušra“ dazu bei, insbesondere aber die Wörterbücher von A. Lelys und J. Baronas.
Einige Lexikografen und Botaniker – L. Ivinskis in seinem polnisch-litauischen Wörterbuch, A. Pabrėža in „Botanika“ (1900), J. Ambraziejus in „Lenkų-lietuvių-rusų kalbų
1 K. Širvydo žodyno ir pirmojo (apie 1620), ir antrojo—penktojo (1631, 1642, 1677, 1713) leidimų lenkiškas ir lotyniškas registras nėra originalus, bet imtas iš lenkų leksikografų N. Folkmaro „Dictionarii quadrilinguis…“ (1613) „Polonicolatina“ dalies ir G. Knapskio „Thesaurus polonolatinograecus“ (1621). K. Širvydui verčiant N. Folkmaro ir G. Knapskio žodynų lenkiškus ir lotyniškus žodžius į lietuvių kalbą, trūko šnekamojoje kalboje atitikmenų, reikėjo pačiam kurti naujadarus, aiškinti perifra stiškai.
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žodyne“ (1907) – vartojo skolinį bovelne. S. Daukantas rankraštiniame lenkų-lietuvių kalbų žodyne (po 1851) vartojo skolinį bovelna ir perifrazę medžio vilna.
Die Neuschöpfung medvilnė, die sich in vielen Wörterbüchern und einigen Schriften verbreitet hatte, setzte sich bald auch in der Umgangssprache durch. In der Umgangssprache war jedoch auch der Germanismus bovelna, der über das Polnische gekommen war, noch weit verbreitet.
Heute wird medvilnė in der litauischen Literatursprache in drei Bedeutungen verwendet: 1) eine Pflanze aus der Familie der Malvengewächse, deren Samen mit Flaumhaaren bedeckt sind; 2) der Flaum bzw. die Haare dieser Pflanze, aus denen Gewebe hergestellt wird; und 3) ein aus dem Flaum dieser Pflanze hergestellter Stoff.
In der botanischen Systematik ist ein solcher Gebrauch, bei dem mit demselben Wort medvilnė sowohl eine Pflanze aus der Familie der Malvengewächse als auch deren Haare, Rohstoff und Erzeugnisse bezeichnet werden, unpraktisch. So wird die Pflanze aus der Familie der Malvengewächse im Russischen und Deutschen mit den Wörtern хлопчатник, Baumwollpflanze bezeichnet, die Haare, der Rohstoff und die Erzeugnisse dieser Pflanze dagegen mit хлопок, Baumwolle. Deshalb begann man auch in unserer botanischen Terminologie, unterschiedliche Bezeichnungen zu verwenden: für die Pflanze vilnamedžiu, für die Haare, den Rohstoff und die Erzeugnisse dieser Pflanze hingegen medvilne. Als Erste bezeichneten A. Vireliūnas und S. Tijūnaitis die Pflanze aus der Familie der Malvengewächse als vilnamedė im „Geografijos vadovėlis“ (1924).
Vilnamedžio terminą įtvirtino „Lietuviškasis botanikos žodynas“ (1938), redaguotas J. Dagio. Dabartinėje literatūrinėje kalboje įsigalėjusią medvilnę keisti vilnamedžiu per vėlu.
In den Nachkriegsjahren wurden aus dem Wort medvilnė die Ableitungen medvilninkystė, medvilnininkas gebildet. Medvilninkystė ist in der Belegkartei des akademischen „Lietuvių kalbos žodynas“ für 1949 verzeichnet, medvilnininkas für 1963. Etwas ungewöhnlich ist, dass zunächst die Neuschöpfung medvilninkystė zur Bezeichnung des Wirtschaftszweigs gebildet wurde und erst viel später medvilnininkas als nomen agentis.
Medvilnė setzte sich in der Literatursprache vielleicht auch deshalb durch, weil es ein litauischer Ersatz für das Lehnwort bovelna war. E. Frenkelis stellt in seinem „Litauisches etymologisches Wörterbuch“, Heidelberg, 1962, S. 424, fest, dass medvilnė eine puristische Neuschöpfung ist. Wie wir wissen, lag K. Širvydas die Reinigung der litauischen Sprache am Herzen. Für einige Internationalismen und Lehnwörter gab er litauische Entsprechungen an. So nannte er beispielsweise einen Philosophen protomeiliu, einen Katholiken visotinyku und Ähnliches. Diese seine Neuschöpfungen setzten sich nicht durch.
Die Neuschöpfungen im Wörterbuch von K. Širvydas, insbesondere die Zusammensetzungen, sind ein guter Maßstab, um den Einfluss des „Dictionarium trium linguarum“ auf die Literatursprache zu beurteilen – auch dann, wenn Wörterbuchautoren, Übersetzer und Schriftsteller nicht angaben, woher sie ein Wort entnommen hatten.
2. Druckerei
Mit dem Buchdruck und der Reformation gelangten im 15.–17. Jahrhundert über Polen Lehnwörter aus dem Deutschen nach Litauen: drukarnia, drukorius, drukavoti. Das Lehnwort drukavoti verwendeten in der litauischen Schriftlichkeit zuerst M. Mažvydas in seinem Buch „Forma krikštymo“ (1559), K. Širvydas in der ersten Ausgabe seines dreisprachigen polnisch-lateinisch-litauischen Wörterbuchs (um 1620), J. Morkūnas in der „Postilė“ (1653), der Verfasser des „Knygos Nabažnystės“ und andere.
Skolinį drukarnia randame jau M. Daukšos „Postilės“ (1599), 1605 m. anoniminio katekizmo tituliniuose lapuose.
16. Lietuvių terminologija
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Im ersten Band seines dreisprachigen Wörterbuchs ließ K. Širvydas den Wörterbucheintrag „Drukarz. Chalcographus, typographus“ ohne litauisches Äquivalent; „Drukarski. Typographicus“ erläuterte er mit drukoriaus. Das heute gebräuchliche Wort spaustuvė ist eine Neubildung von K. Širvydas. Wir finden es in der dritten Ausgabe von K. Širvydas’ „Dictionarium trium linguarum“ (1642) und in den späteren, wiederholten Ausgaben dieses Wörterbuchs. Für das Lehnwort drukarnia aus der ersten Ausgabe bildete K. Širvydas in der dritten Ausgabe zwei Neubildungen: spausutuvė und išspausutuvė. Die Neubildung spaustuvė könnte nach dem Beispiel des Wortes spaustuwas | prasa. Linum| der ersten Ausgabe, „Vorrichtung zum Auspressen von Wein“, gebildet worden sein. Das Wort spaustuvė in der Bedeutung „Vorrichtung zum Auspressen von Wein“ verwendeten der ostpreußisch-litauische Schriftsteller J. Bretkūnas und der Lexikograf P. Ruigys. Das Bibelmanuskript von J. Bretkūnas, in dem das Wort spaustuvė vorkommt, konnte K. Širvydas nicht zugänglich sein. K. Širvydas bildete und verwendete die Neubildung spaustuvė also unabhängig von J. Bretkūnas.
Die Neubildung spaustuvė von K. Širvydas verbreitete sich in der Literatursprache nicht unmittelbar und auch nicht direkt aus dem „Dictionarium trium linguarum“. Eine weitere parallele Neubildung von K. Širvydas, išspausutuvė, wurde nur im Wörterbuch „Littauisch-deutsches Wörterbuch“ von F. Kuršaitis (1883) verwendet.
Im 18. und 19. Jahrhundert konkurrierte das Wort spaustuvė mit dem Lehnwort drukarnia, drukarnė sowie mit anderen litauischen Ableitungen, Hybridbildungen und Lehnwörtern. Neben drukarnia, drukarnė, spaustuvė waren im 18. und besonders im 19. Jahrhundert die litauischen Ableitungen spaudynė (S. Dauk², Sut, LC1885, 31), spaudykle (J), spaustuva (Bt), die Hybridbildung išspausutinyčia (RII87) und die Lehnwörter drukarnyčia (N, K, M), drukaunyčia (R87), drukarija (KI266), drukorija (K) und drukarnija (M) gebräuchlich.
Einige Schriftsteller und Lexikografen des 19. Jahrhunderts – A. Klementas, M. Valančius und L. Ivinskis – setzten neben K. Širvydas’ Neubildung spaustuvė in Klammern noch das Lehnwort drukarnia. M. Miežinis betrachtete im „Lietuviškai-latviškai-lenkiškai-rusiškame žodyne“ (1894) spaustuvę als Hauptlemma und verwies von der Hybridbildung drukaunyčia darauf.
Die Neubildungen von K. Širvydas verbreiteten sich in der Literatursprache vor allem über F. Kuršaitis’ „Littauisch-deutsches Wörterbuch“, doch spaustuvė setzte sich vermutlich durch zahlreiche weitere Bücher aus der Mitte und dem späten 19. Jahrhundert durch, auf deren Titelseiten es gedruckt wurde³. Durchgängig wurde die Neubildung spaustuvė in der Druckerei von J. Zavadskis in Vilnius verwendet, in der die meisten litauischen Bücher gedruckt wurden.
Wahrscheinlich begannen auch die anderen Druckereien in Vilnius nach dem Vorbild von J. Zavadskis, die Neubildung von K. Širvydas spaustuvė auf den Titelseiten der Bücher zu drucken und das Lehnwort drukarnia aufzugeben. Zur Etablierung von spaustuvės in der Literatursprache trugen „Aušra“, „Vilniaus žinios“ und andere Zeitungen wesentlich bei, ebenso J. Jablonskis’ „Lietuvių kalbos sintaksė“ (1911), da dieser Terminus auf deren Titelseiten immer wieder erschien.
Die samogitischen Lexikografen und Literaten – S. Valiūnas, D. Poška, A. Klementas, S. Daukantas und andere – schätzten K. Širvydas’ Wörterbuch sehr, billigten jedoch nicht alle seine Neubildungen.
S. Daukantas kannte K. Širvydas’ Wörterbuch und dessen Neubildung spaustuvė gut; doch S. Daukantas, wie seine Anmerkungen zu G. Neselmanos Wörterbuch zeigen (Wör-
2 Die Abkürzungen sind dieselben wie im akademischen „Lietuvių kalbos žodynas“, Bände I—IX.
3 Zum Beispiel: Ivinskis, Laurynas, „Metų skaitlius“, 1846, in Vilnius, in der Druckerei von J. Zavadskis.
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…terbuch der Littauischen Sprache), wollte den Neologismus spaustuvė durch seinen eigenen Neologismus spaudynė4 ersetzen. Auf den Titelseiten einiger in Petersburg gedruckter Bücher von S. Daukantas („Būdas“, 1845; „Gyvatai didžiųjų karvedžių“, 1845; „Dainos žemaičių“, 1846) steht spaudynė5. Neben den Schriften von S. Daukantas findet sich das Wort spaudynė auch noch in D. Sutkevičius’ „Žodininke lietuviškai-lotyniškai-lenkiškame“ (1848) und in der „Lietuviškoje Ceitungoje“ (1885, Nr. 31). Leider setzte sich S. Daukantas’ Neologismus spaudynė in der litauischen Literatursprache nicht durch.
Drukorius wurde in der dritten Ausgabe von K. Širvydas’ Wörterbuch durch das litauische Äquivalent išspaudėjas. ersetzt.
Auch andere Lexikografen vermieden das Lehnwort drukorius: A. Krauzė verwendete in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in seinem handschriftlichen deutsch-litauischen Wörterbuch knygų spaustoją, išspaustoją; G. Neselmanas in „Wörterbuch der Littauischen Sprache“ (1851), F. Kuršaitis in „Littauisch-deutsches Wörterbuch“ spaudėją, spaustojį, išspaustoją; M. Akelaitis in seinem handschriftlichen litauisch-polnischen Wörterbuch und A. Lelvs in „Lenkų ir lietuvių kalbų žodyne“ (1922) spaudėja.
Das Lehnwort drukorius findet sich bei P. Ruigys in „Littauisch-deutsches und Deutsch-littauisches Lexicon“ (1747), bei F. Kuršaitis in „Littauisch-deutsches Wörterbuch“ (1883) sowie in den Schriften von Žemaitė und anderen Autoren.
Das Hybridwort drukauningą verwendete G. Neselmanas in seinem Wörterbuch (S. 157); von dort übernahm es vermutlich F. Kuršaitis in „Littauisch-deutsches Wörterbuch“.
Das in der heutigen litauischen Literatursprache etablierte Wort spaustuvininkas entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Spaustuvininkas wurde zuerst in der Zeitschrift „Tėvynės sargas“ (1899, Nr. 3) in der Bedeutung „Besitzer einer Druckerei“ verwendet. Spaustuvininką in der Bedeutung „Fachkraft im Druckereiwesen, Typograf“ ist in den Übersetzungen von St. Dabušis sowie in A. Lelios „Lenkų-lietuvių kalbų žodyne“ (1922) und J. Baronas’ „Rusų-lietuvių kalbų žodyne“ (1972) belegt.
Den Verzicht auf das Lehnwort drukavoti und dessen Ersetzung durch das litauische išspausti begannen A. Vilentas in „Evangelijų bei epistolų“ (1579), J. Bretkūnas in „Kancionalo“ (1589) und „Giesmių duchaunų“ (1589), M. Daukša in „Postilės“ (1591) und „Katekizmo“ (1595), S. Vaišnoras in „Žemčiūgos teologiškos“ (1600) sowie andere Autoren auf den Titelseiten ihrer Werke.
In der dritten Ausgabe von K. Širvydas’ „Dictionarium trium linguarum“ und in späteren Ausgaben wurde das Lehnwort drukavoti durch die Umschreibung išspaudžiu raštą, knygas ersetzt. S. Bitneris verwendete auf dem Titelblatt von „Naujo Testamento“ (1701) nach drukavoja die Form išspaudė spaustuvoji…
Das litauische Äquivalent išspausti war im 18. Jahrhundert und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts weit verbreitet, insbesondere in der Königsberger Druckerei.
Das Verb spausdinti („Bücher“) kam erst spät, nämlich Ende des 19. Jahrhunderts, in Gebrauch. Zu den Ersten, die spausdinti verwendeten, gehörten F. Kuršaitis in „Littauisch-deutsches Wörterbuch“ (1883), M. Miežinis in „Lietuviškai-latviškai-lenkiškai-rusiškame žodyne“ (1894), K. Jaunius in seiner handschriftlichen Arbeit „Kalbos dalykuose“, einige Übersetzer des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie J. Jablonskis auf dem Titelblatt seiner „Lietuvių kalbos gramatikos“ (1901).
4 Siehe J. Kruopas, S. Daukantas’ Anmerkungen zu G. Neselmanas’ Wörterbuch, Lietuvių kalbotyros klausimai, V, Vilnius, 1972, S. 238.
5 Auf dem Titelblatt eines Büchleins von S. Daukantas („Sėjamosios pašaro žolės“, gedruckt 1854 in Vilnius in der Druckerei von J. Zavadskis) wird K. Širvydas’ Neologismus spaustuvė. verwendet.
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Das reflexive Verb bespausdinti in der Bedeutung „zusammendrücken, niederdrücken“ verwendete M. Mažvydas.
Zur Bezeichnung des Druckens verwendete K. Širvydas in der dritten Ausgabe seines Wörterbuchs nach G. Knapskis „Thesaurus Polonolatinograecus“ (1621) gebildete Wortverbindungen – mokslas išspaustuvės |druk. Ekspressae metallo literae charta impressa literis|.
Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff des Druckens mit dem Lehnwort druką (ŽCh) bezeichnet, im 19. Jahrhundert nicht nur mit diesem Lehnwort (N, K, S. Dauk, I, LC1886, 40), sondern auch mit dem litauischen Äquivalent spaudą (N, K, A1884, 318).
Die Gesamtheit der gedruckten Bücher und Publikationen wurde zunächst mit dem Lehnwort drukas bezeichnet (M, I, A.Baran). Das litauische Äquivalent spauda setzte sich erst allmählich durch. F. Kurschat verwendete im „Deutsch-Littauischen Wörterbuch“ (1870.I.5) die Hybridbildung drukavonė für „Drucken“, und die Aušrininkai ersetzten drukavonę durch spaustuvyste (1884, Nr. 96). Wie erwähnt, verwendete G. Nesselmann im „Wörterbuch der Littauischen Sprache“ als einer der Ersten anstelle des Lehnworts druka für „Drucken“ das litauische Äquivalent spaudą. Aus G. Nesselmanns Wörterbuch gelangte das Wort spauda in F. Kurschats⁷ „Littauisch-deutsches Wörterbuch“ und in die Zeitschrift „Aušra“ (1884, 318).
Das Wort spauda in der neuen Bedeutung „Gesamtheit der Bücher und Zeitschriften“ verwendete zuerst „Aušra“ (1885, 75), später auch J. Balvočius. In der Literatursprache scheint K. Būga das Wort spauda in beiden Bedeutungen etabliert zu haben.
L. Ivinskis schrieb in seinem polnisch-litauischen Wörterbuch zunächst die Lehnwörter druką, drukas und später die Wortverbindungen spaudimas knygų, spaudimas rašto; S. Daukantas räumte im polnisch-litauischen Wörterbuch der litauischen Verbindung spaudimas den Vorrang ein und verwendete das Lehnwort druka als Synonym.
Das Lehnwort drukas in der Bedeutung „Schriftart, Drucktypen“ ist im Belegarchiv des akademischen „Wörterbuchs der litauischen Sprache“ nur aus ostaukštaitischen Dialekten verzeichnet. Ein gutes Äquivalent zur Bezeichnung einer Schriftart oder eines gedruckten Buchstabens, spaudmuo, lieferte als einer der Ersten J. Baronas in seinem „Russisch-litauischen Wörterbuch“ (1923).
K. Pakalka
WIE LITAUISCHE WÖRTERBÜCHER BOTANISCHER TERMINIUS ERSTELLT WURDEN
Nach der Gründung zweier Hochschulen in Litauen (der Universität Litauens in Kaunas im Jahr 1922 und der Landwirtschaftsakademie in Dotnuva im Jahr 1924), an denen Botanik gelehrt wurde, bemühten sich die Dozenten um eine Vereinheitlichung der biologischen Terminologie und der Pflanzennomenklatur. Die Initiative dazu ergriff 1926 Prof. L. Vailionis. Auf seine Veranlassung wurde 1927 eine Wörterbuchkommission für Botanik mit 10 Mitgliedern gebildet; in ihr waren alle botanischen Fachgebiete vertreten: 8 Mitglieder kamen von der Universität Kaunas und 2 von der Landwirtschaftsakademie. Ihr Vorsitzender war J. Vailionis, Sekretär J. Dagys. Mit einer gewissen Zurückhaltung lud man Personen ein, die sich für verschiedene Fragen der botanischen Terminologie interessierten (Biologen, Ärzte, Pharmazeuten, Sprachwissenschaftler, Forstleute
6Das Wort spauda in der Bedeutung „Stütze“ verwendete als Erster K. Širvydas in seinem Buch „Punktai sakymų“ (II, 1644).
7 F. Kuršaitis behandelte das Wort spauda als unbekannt aus den ostpreußischen Mundarten und setzte es in eckige Klammern.
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