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Lietuviška leksika 1724 m. Europos kelionių vadove

Z. Zinkevičius

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Laden Sie SB “Tei UneV. (FU Too Br A Ri MA GEN Qk 0 Gp bi ded L'I'B. T YU 'VnO:.8S T SR MOK SLU AKADEMIJA Z. 1724 erschien in Leipzig der Leit-Stern der Reifendenl, ein Reiseführer für Europa, der aus drei Teilen bestand, die jeweils eine eigene Seitenzahl hatten: im ersten Teil (152 S.) war eine Sammlung von Gebeten und heiligen Gesängen enthalten, die für die Reise damals notwendig waren, im zweiten Teil (48 S.) waren medizinische Ratschläge und Arzneimittelrezepte aufgeführt, im dritten, größeren Teil (215 S.) wurden die europäischen Länder beschrieben und das erklärt, was mit der Reise durch sie zusammenhängt. Ein Vorwort von L. J. Feller ist am Anfang der Publikation hinzugefügt (S. 10). Das Datum seiner Verfassung ist 1681.11.29 angegeben. Das Buch musste also fast ein halbes Jahrhundert vor seiner Veröffentlichung vorbereitet worden sein. Sie enthält also Daten aus der zweiten Hälfte oder sogar der Mitte des 17. Jahrhunderts. Das Buch selbst ist in einem praktischen Taschenformat erschienen, in feiner Schrift gedruckt und in jeder Hinsicht für den Einsatz auf Reisen geeignet. Uns interessiert vor allem der dritte Teil dieser Publikation, in dem es um Litauen und die litauische Sprache geht und eine bislang unbekannte Liste litauischer Wörter und Sätze mit deutschen Übersetzungen enthält. Dieser Abschnitt hat ein eigenes Titelblatt und einen eigenen Titel, als wäre es ein eigenständiges Buch?. Als Autor wird Gottfried Kirch genannt. Wie seine Titelung im Titel selbst (der Stern-Kun/- |t Ergebenen) und in L. J. Fellers Vorwort (in der Aftronomie 1 Any Jahre) zeigt, ist es üblich, dass das Buch einen langen Titel hat. Pilna ji tokia: Unentbehrlicher dreyfacher Leit-Stern der Reijenden /So diefelben richtig leitet I. 3ur wahren Gottesfurcht durch D. Joh, Habermanns Morgenund Abend-Segen, und andere Gebeth und Lieder /II. 3u erwin fchter Gejundheit durch einen kurzen Unterricht von Erhaltung derselben und Verfjchreibung heilfamer Hūlffs-Mittel /III. 3u richtiger BrkinntniB der Wege durch Gottfried Kirchs, Europdifchen Wandersmann, dem etliche Kupffer beygefligt /in welchen die Wege und Sta dte auf eine gant3 neue Art gegeiget werden. Mit einer Vorrede L. Joachim Fellers, Poé[. P. P. auf der Univerfitit Leipzig. Mit Churfurftl. Sd.Kfz. Ein Privileg. Leipzig, 3u finden bey Gottfried He||ens Witbe. Jahrgang 1724. —Ein Exemplar dieses Buches befand sich in Riga bei Prof. M. Rudzyte, die dem Autor dieses Artikels freundlicherweise erlaubte, es zu benutzen. Dafür möchte ich ihr hier meinen herzlichen Dank aussprechen. Später schenkte sie dieses Exemplar der Bibliothek der Universität Vilnius (aufbewahrt in der Abteilung für seltene Publikationen). * Auch hier zeichnet sich der Titel durch Länge aus: Europai|- cher Wandersmann, Welcher, als ein getreuer Reije-Geferte, aufs allerkūrt3e|te die Lander und Kėnigreiche in Europa eržehlet; Auch als Dolmetscher gute Nachricht giebt von denen gebrauchten Sprachen |olcher Linder, ohne welche ein Reifender dafelbft [chwerlich fortkommen kan. Hiernechft [ind auch Unter jpedene Rechen-- Taflein gu finden, welche teils jum Wechsel einheimifcher und fremder Mūntąe, teils aum Kaufen und Verkaufen, andere aber ur 3eitund Ort-Rechnung dienen. Alles den Reijenden gum be [ten alo angeordnet und heraus gegeben Von Gottfried Kirchen, der Stern-Kun|t Ergebenen. Leipzig, 3u finden bey Gottfr. Hej fens Wittwe, Anno 1724, 15. Auflage. Der erste bekannte deutsche Astronom war Gottfri- ed Kirch (1639–1710- ), der 1702 den Planeten 225 wohlgegründete Mann entdeckte. L. J. Feller zählt die Autoren zu den bedeutendsten Kalendermachern. Und tatsächlich beschäftigte sich der Astronom G. Kirch bis 1700, als er in die neu gegründete Akademie der Wissenschaften nach Berlin eingeladen wurde, mit der Erstellung von Kalendern.“* Der letztere Umstand macht unsere Vermutung fast unbestreitbar. In diesem Teil der Publikation wird zunächst der Erdball kurz erläutert, dann Europa und dann die einzelnen europäischen Länder der damaligen Zeit von Westen nach Osten (S. 6-79). Neben Deutschland werden Spanien, Frankreich, Böhmen (d.h. Tschechien), Ungarn, die Türkei, Italien, England, Schweden, Polen und Litauen ausführlicher behandelt. Fügen Sie Listen mit den wichtigsten Wörtern und Sätzen für Reisende in diesen Ländern hinzu. Andere europäische Länder dieser Zeit (Portugal, Dänemark, Norwegen und das Fürstentum Moskau) werden etwas eingeschränkter behandelt und ihre Sprachbeispiele nicht gegeben. Es folgen umfangreiche Kapitel (S. 79—215), in denen bestimmte Schemata zusammengestellt sind, um den Reisenden in der Geographie zu orientieren, und verschiedene Tabellen, die ihm helfen, zu rechnen (z.B. Geld), sich im fremden Geldund Maß-Zeit- -System zurechtzufinden usw. Viel Raum wird den Kalenderthemen gewidmet, wie z.B. den gegebenen Tabellen der Feiertage, der Zeitbestimmung, der Mondphasen usw. und den ziemlich umfangreichen Beschreibungen ihrer Verwendung. Im Folgenden finden Sie den vollständigen Text über Litauen und die litauische Sprache (S. 73-78). Litauen. Die litauische Sprache hat mit der polnischen gant3 keine Verwandtschaft. Sonften it dieJes Land unter allen | fo der Cron Polen jugehoren | das gro [fefte | hat den Titul eines Grop-Hert3ogthums | und eben fo viel Ämter und Dien fte | als Polen [elb ft. Vilna oder die Wilde it die HauptStadt darinnen | hier findet man fo mancherley Glaubens- -Ubung | oder Religionen | als irgend an einem Orte in der Welt | und hat man alle Wochen 3 Sabbathe oder Ruhe-Tage: Die Tircken ihren am Freytage | die Jūden am Sonnabend | und die Chriften am Sonntage. Die Provint3 Litauen hat 10. Woyewoden | I. gu Vilna, 2. 3u Grodno | 3. gu Minsko | 4. gu Movigrodek, 5. ju Bre tia, 6. in Volhinia, 7. 3. Auflage, 8. Auflage, 9. Auflage, 10. Auflage. 3u Minsko, und 10. gu Mizeslau. Diefe Woywodchafften Jind gleich wie Hertgogthimer. Die Lithaui/che Sprache er [treckt [ich in Preuffen |ift fonderlich gur Momel und Tilfith | unter dem gemeinen Volck im Gebrauch. Lithaui fch. In: FCH. In: GOtt. Krüger/- Krüger/- Krüger. Das Schiff. In: Efig. Alleus | Dorff-Bier. Pufpiwe | Halb-Bier | oder Tafel-Bier. Piewe | Stadt-Bier. Skincks | Kofent. In: Fleifch. Ognes | Feuer. Malka | Holt. Schaudey | Stroh. In: Salz. Schenes | Heu. In: Butter. In: Aifcha | Haber. In: Kaffee. Ich werde dich retten. Schauk fta | Loffel. Rugai | Korn. Tolerus | Teller. In: Kraut | Kohl. In: Schiiffel. Kdpure | Hut. In: Fife. In: Miitze. In: Erb Fen. 3. Auflage, 3 Bände. Ropes | Reiben. Biographisch-Literarisches Handworterbuch zur Geschichte der Exacten Wissenschaften... gesammelt von J. C. Poggendorff, I, Leipzig, 1863, p. 1257. 4 Vielleicht stattdessen Indus t. y. Ist das richtig? 226 Aude klos | Leinwand. Jauthis | Ohh. Karwe | Kuh. Arklis | Pferd. Awis | Schaf. Erythematosus | Lamm. Oda | Fall. Schuhe | Schuh. Buxwos | Ho Fen. Streplis | Striimpfe. Pir [chtines | Handschuh. Schmogus | Mann. Moteriftschka | Weib. Jumprowa | Jungfrau. GeJellis | Gefällt mir. Kudikis | Kind. Weirs® | Junge. Margeike® | Mdagdlein. Könige | Herr. Pohns | Herr. Schupohna | Frau. *kk k k kaka* % Das ist | gut. Picktey | bo Glaube. Trumpop | kurt3. Länge | oder Jeder | für sich. Platos | breit. Sauros | fehmal. Die Zahlen. Einer von | ihnen. Du | 3. Auflage. Triefl | drey. Vier Vier. | Fünf | Jahre NPD. Siehe auch | Fecht. Septine | [ieben. 8. | Auflage. 9. | Auflage. De fchims | 3. Aufl. Winolke | eilffe. Zwei | Glocken. 3000 Jahre | Trier. Katurolika | vierzehn. Penkulke’ fünfzehn. | 3. Auflage. | Septinolke | [siebenzehn. A [chtonolika | achtzehn. Die Neunkirchner. 5. Jg. Gedichte. 4 Vielleicht anstelle von | Margite, d.h. Mädchen? " -ulke statt -olke. 8. Jg. Dwidefchims. ? Anstelle von Sweik Dwikefchims* | 3 Stunden. Dwide [chims erwena | 21. Trief defchims | 30. 100 | Stück. Tuxtontis | tau fend. In: IH. Das ist es, was ich tue. In: Jup. Das ist | mein Haus. Tawa | dein. Wie teuer ist es? Wie teuer ist das? Kap Wardu? Wie heift diefes? Ant Litufchki | auf Lithaui fch. In: Deutsch-- Französisches Wörterbuch. Ein süßes Wokischka? Kannst du Deutsch? Ja | ja. Moku | ich kann. Armocki Letufchka? Kannst du Litauisch? Afch ni moka ich | kann nicht. Runde rieds | guten Morgen. Hallo, alle zusamm- | en. Tag. Laps wackar | Jungen Abend. Die Grafen | von Danck. Sweids® Paare willkommen. | Po - Wohin? um - Wie viel? Dunes | das Das Schiff. Arnor Donas? willst du Das Schiff. Dog Donas gib | mir Das Schiff. Artaug nori wie | viel willst du? 227 Die Grafen zogen sich in einen Burggraben zurück. 3. Auflage, 3. Auflage. Gräfin. Dog ma | Gib es mir. Stopa Piewa | ein Stoff Bier. Pup Stopa | ein halber Stoff. Eick [cha | geh her. Eich fchalm“ | geh weg. In: Jehweig ftill. Lieckeick®* Burna | halt das Maul. - Was willst du? Was willst du? Mata millo | ein Elle Tuch. Keip | wie | Dang** | viel | Mile | Meilen | tra? Ich will dich sehen, ich will dich sehen, ich will dich sehen. Keip dang'* Mile ira ik | Mumela? Wie viel Meilen ift biB MOmel. Keip ptoli ** ira Thilfcha | wie weit ift biB Thil fe. Der norwegische | Sänger Aksel Lund Svindal tritt auf. Ich will trinken, ich will | trinken, ich will trinken. Afch noru megoti | ich wil [schlafen. Wohin möchten Sie gehen? wo Willst du du gehen? Wo ist der Paréif? Woher kommst du? Was ist efchi*®? Von wem bist du? Ka Effy? Was bist du? Hat das eine Wirkung? Was bift du vor einer? Mel fchu ich bitte | dich. Rodick ma | 3eige mir | Tickra Kūle den | rechten Weg ant | Karlatfche | gen Kinigsberg. Eick gehe | [chie diefen | Kile Weg. Pafkui rafi | hernach wir ft du Finden | du Kale wey | Wege. Tatay eicke gute Dafchna | fo gehe jur Rechte; Na ant keyra | nicht 3ur Linken. Ar nd ir [chifchi WokitiB? ift nicht ein wo Teut [cher hier; Tagul [fchach pareit laf | ihn herkommen. Afch noru ich | wil | Bo Jim mit | ihm | Kalbeti | reden. Kur ir 3. Aufl. wo ift das Wirthshaus | oder der Krug. Afch melfcho | ich bitte dich palleikik | behalte ma | mich per | [chi Nakti | diefe Die Nacht der Illusionen. Arng galbu*® afch kan | ich nicht fchie | Nakti | diefe Nacht | paPjuf | bey euch per | Nackt woti | wber Nacht bleiben? Afch ng per ma nau tawe | ich ver ftehe dich nicht. Ich weiß na so viel Letowifchke | ich kann nicht viel Littauifch. Wohin fchif Kalis gehen? Wo geht der Weg hin? Ant Karlat3fch | nach Konigsberg. NB. In Lithauifcher Sprache wird niemand geihrt3et- “" fondern jederman gedutzet® | er fey wer Er wolle. Dews dus dantes | GOtt hat die Zdhne gegeben: Dews dus Donas | GOtt wird auch Brod geben. Lithaui [das Münzen. Tolerus | Thaler | ift ein Reichsthaler. Puff Tolerus halb | Thaler. 10 t. y. Eick fchalin. . Leickieck. „ Viele (viele). . ira ‚yra‘. . Wie weit weg. . Effi. Das ist die Fähigkeit. 17 niemand geihrtget "niemand nennt - Du. '* Dutuget "er nennt dich". 228 11, t 12 +, WR ta < t t. 14 t, t t. Roudon Akfinas | ein rother Goldgilde | Das ift ein | Dukat | 2. Thaler. Ak Weibchen | Gulden | 3. Gilden ift 1. Thaler. Grifina | Marck: 9. Marck ift 2. Drei. Grafchis | Größe: Drey Polnifche Groß machen | 1. Kdy fer-Gro Jchen: 30. Gro [chen Polni [ch ift I. Gulden | 3. Gilde I. Drei. Tret fchokis | Diätchen | derer 30. machen 1. Reichstaler. Sche fchroksTM | 2. Diitchen | oder, 6. Polnifche Gro [chen. Tripolikes | 3. Pélchen | ift 1. Brommer | oder anderthalben Polnifche Grochen. Schilling | Schilling | 3. Schillinge | machen 1. Polnifche Gräfin. A Jehtonolikincies | 18. Grafen Polnifch: 5. folche Stiicke thun I. Reichsthir. In Vergleich der Lithaui [chen Mūnt3e mit der Meifinifchen kann man [ich der vierdten WechJel-Tafel bedienen. Wer da reifet | mup [ich acht in nehmen dap nicht | er am Gelde Schaden erleidet: Denn an etlichen Orten bekommt man auf Reichsthaler und Ducaten gar viel Aufgeld | auch auf andere gute Mount: Als gute Achtgro [chen Sticke | welche hier Giilden hei [fen und | auf die Sechzehngro fchen Sticke | den Mann hier 2. Die Gilde. Malftos | - Sie. Pundas | Pfund. Armines® | ein Stein. Ketwirtis | ein Scheffel. Berteinif} | ein Viertel. Die Litauischen Wörter im — Dialekt von aukstaitiSka. Sie mussten genommen werden iš East Preußische Literatur. Das zeigt sich vor allem in der spezifischen Vokabeln, wie z. ; Buxtehu- (= de-Verla- < g. Biichsen) "Hosen", Eris (=Aufstehen) ‚ériukas- ‘, Ge/ellis (Vol. Geselle) „Schüler, Helfer, Geselle“ ja (dt. ja) ‚taip‘, Jumprowa In: =Jura. Jungfrau) ‚panelé‘, Bürste (Bd. kéZas <vok. Kise) „siris; Quark, Krufchtina (Bd. krustiné, krustiéné) „Gerstenkörner“ („Lapene lapiéné“) (= ‚kopustas- ‘, Mutze (= mice muce ar vok. < Wählen. mutze) "Hut" (Bd. Kdpure = kepūre ‘skrybélé’), Piewe (Bd. Pyvas < 1. Bier) „pirktinis alus“ (Bd. Bier „naminis alus“), Puppiwe (Hrsg.): Pflanzen. Vok. Halbbier) "stalo alus“, Ruckpiwe (= Sauerteig) ‘actas’, Skincks (= skirikis) „schwaches hausgemachtes Bier, Gira“, Stopa (Steckbr- < ief). Wählen. Schritt) ‚Flüssigkeitsmaß über Liter‘ 1'/, (Bd. Stopa Piewa „stopa alaus“, Puf Stopa "halb Stopa“), Streplis (=gestrichen ar Ich bin iš verzweifelt. Streifen-- Zifferblatt. 10 mg/ ml (100 mg/ ml) „Kojinés- “, Tolerus (= tolierius) 'Platte', Schupohna (Hrsg.): < Der alte Mann. 1. Zupani) ‚ponia‘. In litauischen Sätzen werden erwähnt East Geschichte Preußens Karaliaučius (wählen. Karlsruhe: Verl. (Thilfcha), Klaipėda 100 mg/ Tag Mūmela „iki (Klavier). Phonetische Eigenschaften von Wörtern zeigen auch East Preußische Litauen „jakukių“ Dialekt, plg. Reduktion der Gliedmaßen: Dews (=Diebe) ‚Gott‘, Pohns ( = schnappt ) ‘ponas’, Runden gefahren (=guten Morgen < laps ric) „Guten Morgen“, g. sg. Mana (=wohin) „mano“, Tawa (=tava) ‚tavo‘ ir kt. Schreiben Ak/ens ‘Gold’, Roudon Akfinas ‘rotes Gold’, auf Karlatfche ‘i Die Königinnen' orientiert uns į ta „Jacken“-Teil, in dem die festen Anfänge du, di, monophthongiert werden éi (verčiami d, é). Pflg. d. sg. ma (=md) „Mann“, i. sg. m. Jim (schnellste verzerrte East Preußisch-- Litauische Forjuom ma oder selbst gemacht "selbst") „Juo“, 3. praes. Gehen ‚ein‘, gleichwertig 19. Jg. Sche/chtoks. 20 t. y. Steine., 229 “kommt, kommt", adv. fchd (var. [chie, d. h. §¢) “Sen, hier', die in den damaligen ostpreußischen litauischen Sprachgebrauchen recht weit verbreitet waren. Die kurzen Vokale w, i mussten sehr offen ausgesprochen werden. Sie werden oft mit den Buchstaben 0, e bezeichnet, z.B. Ognes „Feuer“, Schowis „Fisch“, Platos „breit“, fo „mit“, mel/cho (< betteln) „bitte“, Elks „lang“, er „und“, Schefche „sechs“, a. pl. dantes „Zähne“ usw. Es ist möglich, dass nicht alle Wörter aus demselben Dialekt stammen. Dies lässt sich anhand der vorhandenen Doppelteile, z. B. Lägis | oder Elks | lang, oder To | oder Tu | du, vermuten. In der Schrift Labu denu | guten Tag könnten wir das Endglied des östlichen Hochdeutschen erkennen. In: G.S.G.. Don und Dünen "Brot", 2. sg. Imperium. Der Hund ‘geben’ neben der 3. Fuß. dus ‚duos‘. Die zweiten Beispiele dieser Paare lassen einen südlichen zemgalenischen Dialekt vermuten. Anstelle des erwarteten e (=hoch. ie) wurden drei weitere Wörter geschrieben: Wokitif "Deutscher", Winolke "Elf" und Ant Litufchki "Litauisch". Die letzten beiden Wörter sind sehr verzerrt. Letzteres kann ein i aufgrund des deutschen (auf) Lithauifch haben, vgl. Letowifchke "Litauisch". Neben Winolke ‚elf‘ wird Wenes ‚einer‘ geschrieben (mit e = ie; wegen -Ike vgl. Trielika ‚dreizehn‘). Abgesehen von den genannten Beispielen werden in der heutigen litauischen Literatursprache anstelle der Buchstaben uo, ie überall die Buchstaben o, e (ee) geschrieben. Als Unterlegenheit gilt auch die vorkommende Monoftongierung der Endung -(i)ai, z.B. n. pl. Schirna "Erbsen', Me/che "Gerste', adv. Wokifchka "auf Deutsch", Letowifchke "Litauisch". Die Person, die die Beispiele für die litauische Sprache geschrieben hat, musste ein Deutscher sein. Das zeigt die Nichtunterscheidung von weichen und harten Konsonanten, z.B. Schaudey 'Siaudai', Rugai 'Roggen', Sauros 'Straße', Kdturolika "14°, Dewinolka '19' usw. Er unterschied auch die stummen Konsonanten schlecht von den entsprechenden Stimmlosen, z.B. rieds ‘morgen’, Artaug ‘oder viel’, Dog ‘geben’, Grifina ‘griven’. Anstelle des Nominativs wurden manchmal auch die Formen anderer Singulars geschrieben, z. B. Allaus | Dorff-Bier, Swiefta | Butter, Schaukfta | Lēffel. Im Allgemeinen orientierte sich diese Person im litauischen Endungensystem schlecht: wie für den Deutschen typisch, schrieb er oft -es, -e anstelle von -as, -a, manchmal verwechselte er auch andere Enden, z.B. Schenes "sienen', Miles'meile', Wenes 'einer', Schimtes 'hundert', Septinolke'siebenzehn', Trumpop 'kurz', UJfch trif Grofchi "für drei graSius', du Kdle 'zwei Wege' usw. Schlechte Sprachkenntnisse zeigen sich auch in unpassenden Zusammensetzungen oder Spaltungen von Wörtern, z.B. Armoki „oder lernst du“, Artaug „oder viel“, Arnd „oder nicht“, Keip ptoli „wie weit“, Aude klos „Tuch“, per Nakt woti „übernachten“, nd per ma nau (=nepermanau) „verstehe ich nicht“. Es kann sich jedoch auch um Druckfehler handeln. Es muss gesagt werden, dass in diesem Buch nicht nur die litauischen, sondern auch die Wörter anderer Sprachen, die zur Beschreibung der jeweiligen Länder hinzugefügt wurden, ungenau geschrieben sind. Die polnischen Beispiele sind fast genauso verzerrt wie die litauischen. Die Schreibweise der litauischen Beispiele ist überdeutsch, z.B. ie statt y (Trief "drei", Dwielika "zwölf", rieds "morgen..."), ei statt ai (Keip 'wie', palleikik 'unterstütze', BerteinipB "bertainis'...- ), die Verdoppelung der Konsonanten nach dem kurzen Vokal (Allaus "alaus", millo "milo", Schillingas "Schilling"...). Die Buchstabenkombination sch bezeichnet nicht nur den litauischen Konsonanten š, sondern auch ž, sogar den afrikatisierten dž: Schowis 'Zuvis', Awifcha "Hafer", Schmogus *mensch', Melfchu "bitte, bitte" usw. Ob G. Kirchas selbst auch nur ein bisschen Litauisch kannte, konnten wir nicht herausfinden. Wahrscheinlich werden ihm die Beispiele für Litauisch, wie auch für andere Sprachen, von anderen Personen aufgeschrieben worden sein. Informatorium war wahrscheinlich ein älterer Deutscher in Ostpreußen, 230 3. 3HHKS1BHUIOC JIMKTOBCKASI JIEKCHKA B MYTEBOAUTEJIE IO EBPOMNE 1724 r. Peaiome Brnepsbie nyGjinmkyeTe1 CNMHCOK JHTOBCKHX CJIOB H Danke für a deine Hilfe. O JlaTBe H JHTOBCKOM s3blke, COJĮep>xkKalILHeCs B KHHTe „Leit-Stern der Reifenden“, n3jgannoji B 1724 r. B Jleiinunre. YCTaHaB/MBAGTCA, „TO KHHTa Obijia Ich habe es geschafft. H JaHHbie OTHOcates Ko II NojioBHHe nan paxe cepeaune XVII Beka. McTOUHHKOM JHTOBCKOTO TeKeTa nocay- *HJIa pa3roBopHasn peu* JIHTOBILeB B Bocrounofi Ipycenn, Ho OGHapyxHBAIOTCHS TakKe HEKOTOPHIe JJIEMeEHTbhI ApyTHX AKHajiekTOB. HHdopMaropoM aBTOpa GbiJIO HeH3BeCTHOS uno, BCeli IO BEPOSTHOCTH HeMell, KaKoe-TO Bpems npoxusiiuii B Bocrounoit [Tpyceuu.