Latvių kalbos įtaka Skyronių lietuvių šnektai
Full text
LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI, XXVIII (1989)
KALBŲ RYŠIAI IR SĄVEIKOS
ALVYDAS BUTKUS
EINFLUSS DER LETTISCHEN SPRACHE AUF DEN LITAUISCHEN DIALEKT VON SKYRONYS
Die Daten für diesen Artikel stammen aus Texten, die 1984 in der Umgebung von Brūnava im Kreis Bauškė der Lettischen SSR in den Dörfern Skyronys, Skyronėliai und Vaļtakiai aufgezeichnet wurden. Die Gewährspersonen aus Skyronys waren J. Fataras* (geb. 1908), A. Povilionis (geb. 1924), aus Skyronėliai E. Ščerbicka (geb. 1913) und aus Vaļtakiai O. Drūseikienė (geb. 1945). Skyronys liegt etwa 7 km nördlich von Smilgiai (Kreis Biržai) und ist durch ein lettischsprachiges Gebiet vom litauischsprachigen Gebiet getrennt. Vaļtakiai beginnen unmittelbar hinter der Grenze der Lettischen SSR; von der Umgebung von Smilgiai trennt Vaļtakiai der Pleiriai-Wald (auch Būdbergė-Wald genannt), durch den die Grenze zwischen den beiden Republiken verläuft. Skyronys und seine Umgebung wurden 1921 bei der Festlegung der litauisch-lettischen Grenze durch ein Schiedsverfahren Lettland zugeschlagen.
Alle Gewährspersonen sind Autochthone. A. Povilionis ist mit einer Litauerin aus Smilgiai verheiratet und spricht mit seiner Frau Litauisch. Die Kinder haben eine lettische Schule besucht und sprechen Litauisch nur, wenn die Mutter anwesend ist, untereinander dagegen Lettisch. Die Ehepartner der übrigen Gewährspersonen sind Letten; Familiensprache ist Lettisch. Die Kinder mancher Gewährspersonen, zum Beispiel die Tochter von J. Fataras, verstehen Litauisch, schalten sich jedoch auf Lettisch in das Gespräch ein.
In Skyronys konnten 1980 laut K. Garšva acht Personen Litauisch sprechen (Garšva 1985, 123). 1984 nannte J. Fataras neben E. Ščerbicka und A. Povilionis die Lehrerin M. Ušerauskaitė und Vegys.
In Vaļtakiai gibt es viele Litauer, doch fast alle sind Neusiedler aus Litauen. O. Drūseikienė sagt, sie spreche Litauisch mit allen, denen das Sprechen auf Lettisch schwerer fällt. Viele Litauer sind hier infolge von Mischehen zugezogen. Übrigens bezeugt die Onomastik, dass Letten auch in der heutigen Umgebung von Smilgiai verstreut gelebt haben; vgl. die Familiennamen Milinis, Stráutnykas, Žilgalvienė, den Einzelhof Jaunzemė (zwischen dem Dorf Smilgiai und dem Pleiriai-Wald).
Am besten sprechen O. Drūseikienė und A. Povilionis Litauisch. Der lettische Akzent ist in der Sprache von E. Ščerbicka am stärksten zu hören. Die aus Skyronys stammende Lehrerin Milda Ušerauskaitė spricht den Dialekt weniger gut – sie orientiert sich an der litauischen Standardsprache.
A. Povilionis erklärte die Etymologie des Dorfnamens Skyronys folgendermaßen: Das Dorf habe zwischen zwei Gutshöfen gelegen, Lankiečiai und Licner. Laut der Gewährsperson hätten die Gutshöfe die Dorfflächen wegen ihrer schlechten Beschaffenheit nicht eingegliedert. Das Dorf, das die Gutshöfe voneinander trennte, sei auch Skyronimis** (lett. Škirāni) genannt worden. Skyronys besteht aus zwei Ortsteilen: Didieji und Mažieji Skyronys oder Skyronėliai. Die Bewohner von Mažieji Skyronys seien Kleinbauern gewesen, die nur wenige Hektar Land besaßen, und diese lagen in Waldnähe und im Gestrüpp.
* Herangezogen wurden auch die 1980 von K. Garšva aufgezeichneten Texte.
** Gegenwärtig wird parallel dazu auch die Form Skyroniai verwendet.
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* * *
Der Dialekt von Skyronys bzw. Valtakiai ist eine Fortsetzung der nordpanevėžiškischen Dialekte und steht dem Unterdialekt von Smilgiai nahe. Er weist puntininkavimą auf. Die Akzentzurückziehung ist gemischt; die Tendenz geht eher zur allgemeinen Zurückziehung, vgl. die Adverbien labė, praštė, sk’aršė, išilgė (aber senė, ruškė), ferner N. Pl. ark’l’e, nàme, tėvė, vaikė, vãrdė, G. Pl. ark’l’u, kãpu, vãrdu, I. Pl. šãkom, ark’lem, vaikem, N. Sg. sėso, Präs. 3. Sg. sãko. In der Endung werden verschiedene Kasusformen von koks, -(i)a und toks, -(i)a betont, ebenso das eine oder andere der bereits erwähnten Wörter, z. B.: N. Pl. namė, vardė, pavalkė, G. Pl. namų, Präs. 3. Sg. nežinõ. Solche Schwankungen wurden in der Sprache desselben Informanten beobachtet. Im Vergleich zum südlich gelegenen Unterdialekt von Smilgiai treten Unterschiede auf, die auf den Einfluss des Lettischen zurückzuführen sind, z. B.: N. Pl. šãpale (F), G. Pl. làšėn’u (F), L. Pl. gùlb’ėnuos (D), L. Sg. lietuvo (F, D), rìgo (D). Mitunter hat ein Wort zwei Akzente, z. B.: pirmutinis (F), biržuoš (Š), pãnemūnes (Š). Insgesamt betrachtet ist der Einfluss des Lettischen auf die Akzentuierung der Dialektsprecher jedoch gering.
Phonetik
Vokalismus. Im Wesentlichen unterscheidet sich der Vokalismus nicht von dem der nordpanevėžiškischen Dialekte, insbesondere nicht von dem des Unterdialekts von Smilgiai. Es wurden lediglich einige Besonderheiten festgestellt.
E. Ščerbicka spricht den Zirkumflex und r aus, z. B.: p(ę)rm ‚zuerst‘, aps(ę)rgs ‚erkrankt‘, v(ę)rš ‚oberhalb‘; sie lässt das kurze a aus dem Suffix des häufigen Präteritums weg: aidva ‚ging gewöhnlich‘, būdva ‚war gewöhnlich‘, sporadisch auch in anderen Formen: prn’i’ki ‚verschwunden‘.
J. Fatar spricht Formen der 1. Person Singular sowohl ohne Endung als auch mit ihr aus: laũk ‚nach draußen‘ und laũki ‚draußen‘ (in Smilgiai laũk), stãrp und stãrpi ‚dazwischen‘.
Unter dem Einfluss des Lettischen kommt es vor, dass ein von alters her betonter Vokal nicht gelängt wird, insbesondere wenn das Wort mit einem lettischen Wort derselben Wortfamilie verwandt ist, z. B.: A. Sg. mšinu (F), N. Sg. pàtars (Š) ‚Fataras‘, tète (F, Š) ‚Vater‘, N. Pl. pàč’os (F), L. Sg. lätvijo (D, P), brūnavo (F, Š), nimãž (D) ‚nicht im Geringsten‘.
Konsonantismus. Das auffälligste neue Merkmal des Dialekts ist der Verlust der Palatalität der Konsonanten. Sowohl positionsbedingt als auch durch Jotierung palatalisierte Konsonanten werden härter ausgesprochen, ähnlich wie im Lettischen. Die Frikative š, ž, v und der Vibrant r werden manchmal ganz hart artikuliert, z. B.: šaũds ‚Stroh‘ (F, Š), žỹds ‚Jude‘ (F, Š), tur ėja ‚hatte‘ (Š), letū.ve (Š) ‚Litauer‘. In einer Konsonantenverbindung ist der Konsonant weicher, der unmittelbar vor dem Vokal steht, z. B.: šv’įn’t’e ‚Fest‘ (Š). Auffällig ist der Rückgang der Velarität des Konsonanten l; vor Hinterzungenvokalen wird dieser Konsonant von allen Informanten (am deutlichsten von E. Ščerbicka und O. Drūseikienė) halbhart ausgesprochen, wie im Lettischen. Am Wortende, wo früher ein vorderer Vokal stand, bleibt die Palatalität der Konsonanten erhalten: reik’ ‚es ist nötig‘, ait’ ‚gehen‘, su ark’l’ ‚mit dem Pferd‘. J. Fatar spricht einen palatalisierten Konsonanten sogar im Präsens aus, z. B.: aš neaužtmen’ (Hyperkorrektur?). Im Dialekt ist auch die progressive Palatalisierung erhalten geblieben, z. B.: vėgis’ ‚Vegys‘, smil’g’s’ ‚Smilgius‘.
Die Palatalität nimmt nicht gleichmäßig ab. Abgesehen von den genannten Frikativen zeigen auch die dentalen Plosive (F, Š) und die Sonoranten (Š) eine „lettische Härte“. Vor i und am Wortende bleibt die Palatalität besser erhalten; bei den Velaren k und g bleibt sie in allen Positionen erhalten. In gemeinsamen Wörtern werden die palatalisierten k und g wie im Lettischen ausgesprochen, z. B.: bi.ški
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(F, Š), gi.mi ‚geboren‘ (Š), ski·sts ‚flüssig‘ (P), zeŋķe (nicht zeŋk’e) ‚Zehner, Kind‘ (F, P). E. Ščer bicka spricht das weiche k gelegentlich auch in litauischen Formen aus, z. B.: trill.kos ‚in Trylikiai‘. Die Aussprache ähnelt den litauischen weichen t’, d’.
Zwischen zwei kurzen Vokalen wird der Plosivkonsonant geminiert, z. B.: maž’ù.tte (Š), tėtte (F, Š).
Morphologie
Wie auch im benachbarten Dialekt von Smilgiai ist der nominale Dual erhalten geblieben: pam’òr-ka dvę diẽn; der Instrumental Plural hat die Endung -(i)daim neben -(i)ais: šo vaik’em, šo arkl’em.
Unter den beobachteten Neuerungen ist die Durchsetzung der Affrikaten in Paradigmen erwähnenswert, in denen ein Wechsel zwischen den stammschließenden Lauten t, d und č, dž vorkommt, z. B. N. Pl. diā́dėj || diā́džė́j ‚die Großen‘; D. Pl. didžiesiem (Š), pačiēm (F), vgl. lett. pašiēm. Es kommen auch lettische Stammschlüsse vor: G. Pl. jōdāišu ‚der Schwarzäugigen‘ (F).
Nichtgeschlechtliche Formen von Adjektiven (Pronomen, Zahlwörtern) werden tendenziell durch maskuline Formen ersetzt. Dies geschieht allerdings nur in übersetzten oder analog gebildeten Konstruktionen, z. B.: Šitas gañ sunku dabar atsakyt (Š); vgl. auch: aštuũnas gegužės (F).
Substantivische Attribute werden häufiger als in den benachbarten litauischen Dialekten anstelle von Adjektiven mit dem Suffix -inis verwendet: rañkos mašina, medžio sudýnai.
Die Flexion von Lehnwörtern (Lettizismen) unterscheidet sich nicht von der einheimischer Wörter, selbst wenn die Endungen mit den lettischen übereinstimmen, vgl. G. Sg. daṁp’a (lett. dampja) ‚der Dreschmaschine‘ (Š), L. Sg. tuōver (lett. toveri) ‚im Bottich‘ (F). Obwohl es Ausnahmen gibt, vgl.: 1. Pers. Sg. Präs. išmélžam (lett. izslaucam; im Dialekt müsste es išmel’ž’am heißen) (F).
Syntax
Der Dativ der Zugehörigkeit wird häufig verwendet: Kožnāi pievai būvo vārdas (F). Sesuõ jāi dirbo ‚Ihre Schwester arbeitete‘ (Š).
Zum Ausdruck der Richtung werden sowohl die Präposition ant mit dem Akkusativ als auch der Inessiv verwendet: Varydavo tós kārves ant ganyklės (F). Važiāvo piršliuos an Lietuvą (F). Mum lang-vidū – Lātvijo mokyklė ėję (D). Auch im Lettischen werden beide Ausdrucksweisen der Richtung verwendet.* In Litauen wird die Präposition ant mit dem Akkusativ zum Ausdruck der Richtung in einem recht großen Gebiet der östlichen Aukštaitischen Mundarten verwendet, vor allem in den Mundarten von Kupiškis und im Norden von Panevėžys (Zinkevičius 1966, 416). Der Richtungsinessiv ist in Litauen nur im Gebiet Biržai–Papilys bekannt (Zinkevičius 1966, 201).
Zum Ausdruck von Ort, aber auch von Aufmerksamkeit und Schüttung wird neben dem üblichen Inessiv auch eine Konstruktion mit der Präposition terp: Kiek terp selýklo yrā cūkro (P) verwendet. Diese Konstruktion ist auch im benachbarten Gebiet von Biržai bekannt.
Die Bewohner von Skyronys verwenden Lehnübersetzungen in Form analytischer Konstruktionen etwas häufiger als die Bewohner des nordlitauischen Grenzgebiets. So werden neben den auch den Bewohnern von Smilgiai bekannten Lehnübersetzungen atidaryti, palikti vālio (lett. atvērt, atstāt vaļā ‚ebenso‘) in Skyronys häufig die Wendungen dėti pašāl ‚hinzufügen‘ verwendet: Krapūs dėda pašāl’, česnakūs dėda pašāl’ [in die Wurstmasse] (F). Mės pradė-
* Die lettische Präposition uz ‚auf‘ mit dem Genitiv bezeichnet einen Ort, mit dem Akkusativ eine Richtung.
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jom cukrų dėt pašāl’ [ins Bier] (Š), vgl. lett. likt klāt ‚ebenso‘; tikti pašāl’ ‚herankommen, erreichen‘: Ir apriša aplink, ir [kiškiai] netinka pašāl’ [an die Apfelbäume] (F), vgl. lett. tikt klāt ‚ebenso‘ (der Satz enthält noch eine weitere Lehnübersetzung: aprišti aplink, vgl. lett. aptīt apkārt); kinkýti pašāl’ ‚anspannen‘: árkli įsikinkė pašāl’ ir mušė tuos arklius – ąjetumāna (Š), vgl. lett. jūgt klāt ‚ebenso‘; durchlaufen lassen: Par mašina (=Fleischwolf) išleidžia kiāurai (F), vgl. lett. izlaist cauri.
Die Rektion einiger Verben unterscheidet sich. Beispielsweise regiert das Verb klausti den Dativ, ebenso wie lett. jautāt, vgl.: Ateis tė mokytoja, tai paklaũs tam Uše-raučku, ar jis atsimena (F); das Verb šaukti ‚nennen‘ wird auch mit dem Inessiv verwendet, z. B.: tamė vardė šaukia ‚mit diesem Namen‘, vgl. lett. saukt vārdā ‚beim Namen nennen‘.
Attributsätze werden mit dem Pronomen kas angeschlossen, wenn das Subjekt des Hauptsatzes im Nominativ steht: O ir lāistes tie, kas jau slūuke (=melžė) tos kārves (F). Vienas šėnas buvo sulýgtas, kas gāne tą bendrą ganiyklę (F).
Lexik
Wegen des Mangels an Daten wurde die Lexik von Skvroniai nicht eigens untersucht. Hier wird ein Glossar der in den Texten vorkommenden Dialektismen (vorwiegend Lehnwörter) veröffentlicht. Mit einem Sternchen markierte Wörter sind auch aus der benachbarten Mundart von Smilgiai bekannt. Die Herkunft der Lehnwörter wird nach der Sprache angegeben, aus der sie unmittelbar entlehnt wurden. So gilt beispielsweise das Wort pãgrabas ‚Keller‘ als Lettismus (nicht als Slavismus), da es mit dieser Bedeutung aus dem Lettischen in die Mundart gelangte. Am Ende des Belegsatzes ist der Nachname des Informanten angegeben, da einige Wörter möglicherweise nur gelegentlich verwendet werden.
apýnis Subst. m. ‚Hopfen‘: on tu šáudu suvi.r’ on tos apūn’s’ (F).
apskaityti, apskaito, -ė Verb tr. ‚berechnen‘: apskaita vālunds, kiek kožnām kūl’t’ (F).
ateinantis, -i Part. Präs. (lett. nākošais) ‚der nächste in der Reihenfolge‘: pi.l’ atāinuņcem sudin’ (F).
attaisyti, attaiso, -ė Verb tr. (lett. attaisīt) ‚wieder zurechtrücken, entkorken‘: vōlbi attaisa vāl’o (F).
cūkras Subst. m. (lett. (?) cukrus) ‚Zucker‘: un tiek ta cū.kra daũk idējām, kad […] (Š) | cū.kra idu senēu nedēdava (P).
dām̃pis Subst. m. (lett. dampis) ‚Dreschmaschine‘: pr(i) tok’ā dām̃p’a te jaũ gangreit nu tep kēp višōniške [šneką], visaip – ir letū.viške, ir lātviške (Š).
džiovintuvė Subst. f. ‚Trockenraum‘: ar on pēč’, ar kor dž’uvintoves ira, ir sudž’ovi.n tep kaip visai saūss ira (F).
* gangreit Adv. (lett. gandrīz) ‚fast, beinahe‘: atrōda gangreit, ka nebēmōk (Š). gangreit kožnu sekmāden’ [gerdavo alų] (F).
garšùs -i Adj. (lett. garšs) ‚schmackhaft‘: tas salds salds, lābe garšs (F).
giedóti, gieda, giedójo Verb tr. (lett. dziedāt) ‚singen‘: ir lī·got’ gies’m’s’ gedōja tipāt kep lātvijo par jōnu (F).
giesmē Subst. f. (lett. dziesma) ‚Lied‘; siehe giedoti.
jáunas, -a Adj. (lett. jauns) ‚neu‘: ti venō pū.se ī·ra jauniej kapē, venō pū.se ir saniej kapē (Š).
Jonai Subst. m. (lett. Jāņi) ‚Johannisfest‘: nu, jōns jau šv’iñt’e vės’ činājos […] vės’ šv’iñt’e jōns (F). (In den Aufzeichnungen von 1980 verwendet der Informant außerdem die Singularform *Jōnas.)
kārtas Subst. m. ‚Zeit, Gelegenheit‘: kuli.ma kārt jam ar būdava viz bācku pãgrab’ (P).
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auf andere Weise adv. Bedeutung (lett. citādi) ‘anders, auf andere Weise’: reik apvin’ōt’ ār (=auch) mit pōper […] kitōneškę te jau nugraužš [kiškiai] obelęls (F).
krēsłas Subst. (lett. (?) krēsls) ‚Stuhl‘: ich nehme mir einen Stuhl (F).
Dreschmaschine f. (lett. kūlēja) ‘Dreschmaschine’: nū.veže p(e)rīm tū[…]tū pẽč’u (=Lokomotive), kep ji ti šauke, un tad tū kulēju, un tad tik kūla (Š) | tas kātils (=Lokomotive), kas vāre tū kulēju (F).
kultuvas Subst. ‚Flegel‘: der Dreschflegel ist so ein langer Stock, an dessen Ende ein Schwengel mit einem Seil befestigt ist (F).
* labiai Adv. ‚sehr‘: früher pflegte mein Vater schon zu trinken, sehr viel zu trinken war üblich (F).
liāuti, -ja, liōve (?) tr. (lett. ļaut) ‚lassen, erlauben‘: als sie jung war, ließ die Mutter sie in solchen Zeiten nicht [Bier] trinken (P).
lydākas Subst. (vgl. lett. līdaka) ‚Hecht‘: Es gibt Hechte und […] Rotaugen (F).
liuterōnis, -ē Mask. (lett. luterānis) ‚Lutheraner‘: und wer Lutheraner war, die gingen nach Būdbergas, in die lutherische Kirche (F).
mālka Fem. (lett. malka) ‚Brennholz‘: die Maschine heizten wir mit Brennholz (F).
* mokyklē Fem. ‚Schule‘: litauische Schulen gab es nicht (F)
pagālam Adv. (lett. pagalam) ‚fertig, aus‘: mir ist so schlecht, dass ich dachte, es wäre vielleicht endgültig aus (Š).
pāgrabas Subst. (lett. pagrabs) ‚Keller‘: solange der Krieg dauerte, gab es bei ihm auch viele Fässer im Keller (P) | man ging in den Keller, dort ließ man den Most ab, ließ [das Bier] heraus (P).
pāri Postp. (lett. pāri) ‚über‘: die Tante ging über den Fluss (F).
platībē Fem. (lett. platība) ‚Fläche‘: dann maß er Hektar und solche und solche Flächen aus (Š).
pranýkti, pranýksta, pranýko intr. ‚?‘: nun, so verschwinden wir aus dieser Sprache, die ich von meinem Vater gelernt habe (Š).
priāuges, -usi Part. Übers. (lett. pieaudzis) ‚erwachsen‘: als ich schon so erwachsen war, dann wir […] (F).
pūrvas m. (lett. purvs) ‘Moor’: tokiē pūrvē bū.ṇa, tokiē pagręmtī.ṇę bū.ṇa č’d ā pas kāps (F).
rāuda f. (lett. rauda) ‘Rapfen’: l’idāke īra ir […] rāud, jā (F).
rāugas m. (lett. raugs) ‘Hefe’: d’ād rāugu terp tos mi.sos i rugi.n (F).
rinda f. (lett. rinda) ‘Reihe’: veļk ōr’ [Flachs], rīndom išklōj, sù.r’oš kūl’os (F).
* rubēžius m. slaw. (vgl. lett. robeža) ‘Staatsgrenze’: jodaišę tie ir už rubēž’os (F).
sprigulis m. (lett. sprigulis) ‘Dreschflegel’: aš es kūlībs ir su tuo spri.gul’ kep šaukes, su kūltou (F).
starpas: sāvo starpē (lett. savā starpā) ‘untereinander’: sāva star’p’ ār lātviške [sprechen] (D) | mēs sāva star’p’i [spielten Fußball] – ni su kō nēlošem (F).
sùjauktas, -à Part. (lett. sajaukts) ‘vermischt’: nu ti man’ ār sujāukt to kalb (F).
* šāukti, -ja, -ē tr. (lett. saukt) ‘nennen’: kep jōs ti šāuk’?(D) | ir kā ji ti par l’ūnu šāuke, tū aš nežēno (F) | refl. l’ūn’ šāukes’ tos mūsu ganīkes šāukes’ l’ūns (F).
* šāukiamas(ai), -oji Part. (lett. saucamais) ‘sogenannt’: bū.ṇa sumdīts šāukemas ustōus (F).
šīur tūf Adv. (lett. šur tur) ‘hier und dort’: š’ōr’ tōr namē, š’ōr’ tōr namēle (Š).
* švakūs, -i Adj. (lett. švaks) ‘schwach’: lābe švāks, kep limonāds (über Bier) | tad jā stiprù.ms ār švakēsnis (P).
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damals Adv. (lett. toreiz) ‘bei jener Gelegenheit; damals’: tūkart sù.mal (F) | ich kostete damals nicht (P).
gleich hier Adv. (lett. tepat) ‘genau hier’: tepàt’, čipàt’ g̃l.mi (Š).
nur Part. (lett. tikai) ‘nur’: bù.va tikai tėp bažnīc’ vien (Š) | wir hatten nur drei Garben (F).
tuõveris sm. (la. toveris) ‘kubilas, rėčka’: tam tuõver’ i.šur’b’ skìlbi i tam tuõver’ suklój tõk’s’ medel’s’ (darant alų) (F).
Schäfer m. Slaw. ‘Hirte’: und die Dorfjungen halfen dem Schäfer, das Vieh zu hüten (F).
auf Präp. (lett. uz) ‘auf’: der Knecht legte den Kühen etwas auf die Hörner (F) (in Aufzeichnungen aus dem Jahr 1980 heißt es unt rāgu).
* verstopfen, verstopft, -te tr. (lett. aiztaisīt) ‘verstopfen, verschließen’: er verstopfte das Fass fest, und es läuft kein Bier aus (F).
Krieg f. Slaw. ‘Krieg’: Na, dann kam irgendetwas daher – der Krieg war ausgebrochen (Š).
gleichgültig Adv. (lett. vienalga) ‘gleichgültig’: es ist einerlei, ob lettisch oder litauisch – ihnen ist es gleichgültig (Š).
auf alle Arten Adv. der Art (lett. visādi) ‘auf alle möglichen Arten’: auf alle möglichen Arten – sowohl litauisch als auch lettisch (Š).
*Junge m. (lett. zenķis) ‘Halbwüchsiger, Bursche’: die Burschen selbst waren schon da, während der Hausherr das Bier braute, und sie machten sich im Schuppen […] über das ganze Bier her (P).
Wort: wörtlich Adv. (lett. vārdu sakot) ‘mit einem Wort’: Na, ich bin ja schon in Lettland, mit einem Wort, zu Hause (D).
ABKÜRZUNGEN
a. – acusativus, Akkusativ D – O. Drūseikienė F – J. Fataras g. – genetivus, Genitiv i. – instrumentalis, Instrumental l. – locativus, Lokativ n. – nominativus, Nominativ P – A. Povilonis
pl. – pluralis, Plural postp. – postpositio, Postposition praes. – praesens, Präsens sg. – singularis, Singular Š – E. Ščerbička t.p. – dasselbe vert. – Lehnübersetzung
Die übrigen Abkürzungen wie im „Wörterbuch der litauischen Sprache“.
LITERATŪRA
Garšva K. Lietuvių kalbos tarmės ir jų kontaktai Latvijoje (2. Lietuvių gyvenamosios vietos ir kalbų funkcionavimas) // Lietuvos TSR Mokslų Akademijos darbai. A serija. 1985. T. 1(90). P. 118–126.
Garšva K. Latvijos lietuvių tarmių sintaksės ypatybės ir tekstai // Lietuvių kalbotyros klausimai: Lietuvių kalbos sintaksės tyrinėjimai. 1986. T. 25. P. 218–240.
Grinaveckienė E. Kai kurios Daugpilio lietuvių šnektos gramatinės ypatybės // Lietuvių kalbotyros klausimai: Kalbų kontaktai Lietuvos TSR. 1983. T. 23. P. 107–122.
Latviešu valodas vārdnīca. Rīga, 1987.
Latviešu valodas sinonīmu vārdnīca. Rīga, 1972.
Zinkevičius Z. Lietuvių dialektologija. V., 1966.
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ВЛИЯНИЕ ЛАТЫШСКОГО ЯЗЫКА НА ДИАЛЕКТ ЛИТОВСКОГО ЯЗЫКА В ШКИРАНАХ
Резюме
Остров литовского языка — дер. Шкираны (лит. Skyrõnys) — находится в Бауском р-не ЛатвССР. Окрестность присоединена к Латвии в 1921 г.
Шкиранский диалект является продолжением северопоневежского диалекта в Литве. В статье анализируются особенности речи 4 информантов, три из которых в семье говорят по-латышски.
Влияние латышского языка наиболее заметно сказывается на консонантизме диалекта. В частности, оно проявляется в качестве депалатализации, девеляризации согласных. Однако мягкие k и g сохраняют палатальность, а в общих словах (напр. biški, gim) k и g произносятся как в латышском языке.
Заметны также инновации в словаре (заимствования, кальки), морфологии (сравнительно редкое применение имен прилагательных с суффиксом -inis), синтаксисе (употребление заимствованных аналитических конструкций).
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