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Formos „tei“ klausimu

Vytautas Vitkauskas

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Die Bezeichnung pryšinė für den Wohnraum alter Menschen verwenden die südlichen Niederlitauer: Sūnus marčia parsivedė – mas pryšinėl[e] gyvenam Grd (LKŽ X 696). Das Wort priešininkas wird mit derselben Bedeutung auch in den Werken des nicht niederlitauischen Schriftstellers Vaižgantas gebraucht: Sau gi išsiimsigs iš sūnaus gerą išimtinę ir ponų sau gyvensigs priešinin ke LKŽ X 698. In seinem Wörterbuch führt auch A. Juška dieses Wort an: „Das andere Ende des Hauses heißt priešinin kas, dort steht das Gesinde.“ Hier liegt bereits eine andere Bedeutung vor – „Knechtskammer, Gesindestube“. Den nord- und westniederlitauischen Sprechern ist außerdem das Wort pryšininkis „Vorbau, Vorhalle“ bekannt. Gesondert seien noch ein paar in den oberlitauischen Dialekten gebrauchte Bezeichnungen erwähnt: priešinė, priešinė. Eine der im Wörterbuch der litauischen Sprache angegebenen Bedeutungen des Wortes priešinė lautet „Haus, Bauernhaus“ X 695. In „Tauta ir žodis“ veröffentlichte K. Būga eine in den Manuskripten von A. Kosarzevskis gefundene, von einem unbekannten Dialektologen zusammengestellte niederlitauisch-litauische Wortliste. Eine ihrer Zeilen lautet: „Priešinė – gryčia“. Falls es sich hier um ein niederlitauisches Wort handelt, müsste es pryšinė, ne priešinė heißen. K. Būga erklärt unter Berufung auf diese Liste in „Kalba ir senovė“: „Das niederlitauische priešinė sei dasselbe wie das oberlitauische gryčia und pirkia“ II 48. Daher gelangte die zuvor erwähnte Bedeutung von priešinės in das „Wörterbuch der litauischen Sprache“. K. Būga war keineswegs dieser Ansicht. Er stellte die Frage, ob priešinė „Wohnzimmer“ bedeuten könne, das ein Kritiker in Vaižgantas’ Schriften als Fremdwort durch priešinė ersetzt habe. Die in Valkininkai verwendete Wendung priešiniai dantės „zeigt, dass priešinė wohl eher ‚передняя‘ [Vorraum] als Wohnzimmer bedeutet“, schreibt K. Būga (II 49). In keinem Dialekt wird ein Haus oder Bauernhaus mit diesem Wort bezeichnet. Dass priešinė die Bezeichnung eines Raumes ist, steht außer Zweifel. Der Vergleich „priešinė – gryčia“ bedeutet nicht, dass zwei Bezeichnungen für ein Wohnhaus einander gegenübergestellt werden. In den litauischen Dialekten bezeichnen die Wörter gryčia, troba, pirkia nicht nur die Wohnhäuser der Bauern, sondern auch deren wichtigste Räume. Hier eine weitere Aussage K. Būgas: „Ein šlajus [Wohnhaus] besteht aus folgenden Teilen: 1) gryčia = niederlit. troba, 2) seklyčia = niederlit. pryšininkė [an dieser Entsprechung zweifelt K. Būga in demselben ‚Kalba ir senovė‘], 3) pringis = niederlit. preimenė“ (K. Būga. Rinktiniai raštai. V., 1959. T. 2. P. 316–317). Was bedeutet das oberlitauische priešinė? Wie erwähnt, bezeichnet es bei den südlichen Oberlitauern den Namen des guten, straßenseitigen Endes des Hauses, des Wohnzimmers. Außerdem bedeutet dieses Wort bei einigen südlichen Oberlitauern sowie bei den westlichen Oberlitauern aus dem Gebiet von Kaunas (bei Letzteren auch priešinė) „Vorraum und Raum zur Aufbewahrung von Dingen, Kammer“, zum Beispiel: Priešinėj durys atdaros, ir varo vėjas Krok. Ko stovi priešinėje, eik į pirkią! Ig. Išneškit kopūstus in priešinę, ba jau inrūgo Al. Šiuosmet menkos bulvės – nė pusė priešinės nepripylėm Vv (LKŽ X 696). Noch ein paar verwandte Wörter: priešnė „Vorbau“ wird in Alvitas gelegentlich neben der Bezeichnung gõnkos verwendet; in Kairiai ist zudem das Wort priešinys „Vorraum“ bekannt (LKA 39, 40). Gražina Smalinskienė DIE FORM „TEI“ In den niederlitauischen Mundarten (Tryškiai, Eigirdžiai, Raudėnai, Papilė, Akmenė, Kelmė, Užventis, Pavandenė, Šaukėnai, Padubysys, Pašilė, Vaiguva) ist die Form tei „das“ belegt (Demonstrativpronomen, das Satzteile oder Sätze verbinden kann). Zum Beispiel: t’ei 226 pas'ut'l'n väkä- „das sind ja völlig verrückte Kinder“ (Raudėnai); daba- t'ei. m'ė.ršt „jetzt stirbt es ja“ (Užventis, DunŽ); a t'ei täp, a t'ei tüoksä- ėsl'i „ob es nun so ist oder ob du nun so bist“ (Paplė); g'ėr'i vaikä- / t'ei. g'ėrä- / uo je kuökl'i. rūpüržes / t'ei. g'ėrlau visä- n'ėr'ėi.k „gute Kinder, das ist gut, aber wenn sie irgendwelche Kröten sind, dann sind sie besser überhaupt nicht da“ (Kuršėnai, DunŽ), t'ėi tu n'ė'sl'i (Pašilė), t'ėi bõ.va l'iŋks'm'ė läikä- / t'ėi šuõkuom (Tryškiai), t'ėi. büs d'id'ėli d'ī-va- / ka n'eb'g'ė.rs s'v'iec (Kurtuvėnai) usw. Dies sind Belege aus einigen žemaitischen Mundarten. A. Valeckienė findet solche Pronomen und Konjunktionen in älteren Schriften, insbesondere in der Bibel von Chilinskis, sowie in westhochlitauischen Mundarten entlang der gesamten Memel (Valeckienė, 1977, 62, 69; Valeckienė, 1984, 216); dieser Befund ist jedoch unbegründet und möglicherweise nur bei Vaišnoras aus Varniai in seiner „Margarita teologiška“ zu finden. Das tei in der Übersetzung der Bibel von Chilinskis ist aus dem gesamten phonetischen System herausgelöst; vgl. dort pateysimo „Berichtigung“ Ch¹347, pateykuney „Schmeichler“ Ch¹ 334, waykei „Kinder“ Ch¹302, 361, tej „mit jenen“ Ch¹ 237, 349, ilgey „lange“ Ch¹360, 370, dienej „dem Tag“ Ch¹193; vgl. ferner grežus „schön“ Ch¹355 usw. Dies hängt mit der Reduktion des ersten Bestandteils des Diphthongs ai bei den südhochlitauischen (westdzūkischen) Mundarten zusammen, die auch heute in diesen oder benachbarten Mundarten zu beobachten ist: maišai „Säcke“, rai.kšt'ė. „raikštė“ Druskininkai, vaikai „Kinder“ Veisiejai usw. Dort kommt auch der Ersatz von ai durch den Diphthong ei vor: be'likc „beenden“, d'eiri'cas „sich umsehen“ usw. In westhochlitauischen Mundarten und sogar in Eižvilkas und Gaurė ist tei eine Variante von teip, bei der der Konsonant p weggefallen ist: t'ei. n'egal'u / t'ei. n'es'veika / ka võs kõjes pav'elku VI, tai t'ei iž'dl'k'ė / tai t'ei pas'ut'ė / ka t'ig diõk tõ'klus ir vä.l'g'it n'ėduok Jd; tä- väika ji t'ėi i tarač'k'ima v'lsur su säv'im Jrb (aufgezeichnet von E. Grinaveckienė); kas t'ėi s'ėks t'ei to'l'i VdŽg; t'ei. sä'k'i / aš tik pä.rsakau VI; š'it'ėi š'it'ėi / vaik'ai / t'ėi. ir ž'inut / kai ž'v'ir'b'l'ėi Jd usw. Solche Beispiele hat K. Jurkšaitis in seinen volkskundlichen Aufzeichnungen aus Preußisch-Litauen angeführt: Kasydamas galvą dūmojo šiai ir tei’, ką dabar reiktų daryt Jrk 70. Woher stammt dieses žemaitische tei? (Das hochlitauische Partikelwort geht auf teip zurück, wobei p weggefallen ist, wie bei v'īsäi „auf allerlei Weise“ Jrb, VI, Jd usw., šiai „auf diese Weise“ Jd, š'it'ei „auf eben diese Weise“ Jd, VdŽg.) A. Valeckienė behauptet, tei sei aus teip entstanden (Valeckienė, 1984, 219). Man kann lediglich sagen, dass in vielen Mundarten, in denen diese pronominale Form tei verwendet wird, ausschließlich täp gesagt wird: Akm, Rdn, Pp, Krš, Krtv, Užv. Das innere System der Mundarten lässt eine solche Behauptung nicht zu. Dieser Sachverhalt ist ganz anders zu erklären, nämlich anhand des Lautsystems dieser Mundarten. In all diesen Mundarten gibt es zahlreiche Wörter ohne engere Beziehungen zu verwandten Wörtern und Wurzeln, in denen ai durch den Diphthong ei ersetzt worden ist (bisweilen handelt es sich um ein für die Mundarten neues Wort, das aus der Standardsprache übernommen wurde). Zum Beispiel: d'ein'ū „sie singt“ Krš (d'ein'ū· Pvn), d'ein'ųškä Krš „Liedchen“ (d'ein'ųškä Eig, Ub, Rdn), g'ei.žūs „gaizus“ Krš (g'ei.žõs Vds, Rdn), ž'ė.ips „Blitz“ Krš, ž'ėibüt'l'i „blitzen“ Krš (ž'ėibū't'ę Vkšn, Pvn), pävei.žūs Vrp (obwohl väi.žūs), p'ė.it'v'iet'l's „sich verachten lassen“ Vds (anderswo pä.it'v'iet'l's || pä.it'v'iet'l's), vielleicht rei.bul'ū Krš (r'ėibol'ū· Pvn usw.), gr'ėib'i't'ę „greifen“ Rdn, Trš (gr'ėib'i't'l Krš, Šauk), t'r'ėin'ijė „Teil eines Wagenrads“ Krš (neben dem häufigeren train'ijė Krš), vgl. ferner ž'ėiš't'l nj. „spielen“ Krš, Krtv, Šauk (ž'ėis't'ė Rdn, Trš: väkä. ž'ėid graž'ė Pp), eikš't'ė nj. „Platz“ Krš; ž'ėi.zdä nj. „Wunde“ Krš usw. Beachtenswert ist der Wechsel von ai || ei in Varianten einzelner Wörter: kaip't'i || k'ėip't'i, išvaizda || išveizda || išv'ėiza, knaibä's'i't'ė || kn'ėibäsi't'ė, lai (selten) || l'ėi (häufig) „möge“, pädrai-kūs || pädr'ėikūs „wer herumstreunt“, pakrä.imų || pakr'ė.imų „Verstreute“, švä.ipa || 227 š'v'ė.ipa (Luōke) usw. Vgl. ferner tarnā.ut'i (tarnā.ut'e) || t'ernā.ute (t'ernā.ut'e), tā.rnc (doch Genitiv Plural t'ernū'n „der Knechte“). Ein solcher ai || ei-Wechsel in bestimmten Wörtern dürfte auch die Ursache für die Entstehung der Pronomenform (Konjunktion) t'ei sein. Dabei könnte es sich auch um einen etwas älteren Befund handeln (vgl. einige Befunde in MT). Die Form tai wurde in den Mundarten eindeutig nicht mit tas in Verbindung gebracht (besonders bei den Žemaiten, wo das sogenannte Neutrum mitsamt seinen Formen zurückging); deshalb wurde der Diphthong ai durch ei ersetzt und nicht einmal nach den Lautgesetzen der Mundarten monophthongiert. Eine Verbindung mit teip lässt das System der Mundarten und der Sprachgebrauch des Wortschatzes nicht zu. Dies wird zudem durch die daneben gelegentlich verwendete Form tai DūnŽ 544 sowie durch die Partikeln š'įta || š'ėta- „dies hier, da“, tātā „das“, ūštatā || ūštatā „deshalb“, tiktā || tēktā „nur“ bestätigt. Daher muss die Entstehung von Wörtern und Partikeln anhand der inneren Gesetzmäßigkeiten und Nuancen der Mundarten erklärt werden, nicht durch die Ähnlichkeit zufällig gewählter Wörter, die in verschiedenen Dialekten gebraucht werden. LITERATŪRA Valeckienė A. Forma tai ir jos variantai lietuvių kalbos tarmėse // Lietuvių kalbotyros klausimai. V., 1977. T. 17. P. 55–74. Valeckienė A. Lietuvių kalbos gramatinė sistema. V., 1984. Santrumpos kaip LKŽ. Vytautas Vitkauskas