Lietuvių kalbos priežastinių ir parūpinamųjų veiksmažodžių leksikografinis pateikimas
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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXV (1995)
LIETUVIŲ LEKSIKOLOGIJOS TYRINĖJIMAI
Gertrūda SAVIČIŪTĖ-NAKTINIENĖ
LEXIKOGRAPHISCHE DARSTELLUNG DER KAUSATIVEN UND KURATIVEN VERBEN DES LITAUISCHEN
1. Kausative und kurative Verben bilden einen beträchtlichen Teil der Gruppe der transitiven Verben des Litauischen1. Es handelt sich um Ableitungen mit spezifischen morphologischen Ausdrucksformen (den Suffixen -(d)yti, -(d)inti und/oder einem Wechsel der Stammvokale) sowie bestimmten semantischen Merkmalen.
Bei der Aufnahme dieser Verben in das „Wörterbuch der litauischen Sprache“2 und in die drei Auflagen des „Wörterbuchs der litauischen Gegenwartssprache“3 stützt man sich auf die Analyse konkreten Sprachmaterials, die Ergebnisse theoretischer Untersuchungen sowie auf lexikographische Traditionen der systematischen Darstellung von Verben dieses Typs, die bis zu den deutsch-litauischen und litauisch-deutschen Wörterbüchern von F. Kurschat zurückreichen4.
2. Die Autoren der ersten Auflage des „Wörterbuchs der litauischen Gegenwartssprache“ unternahmen als Erste den Versuch, kurative Verben systematisch von kausativen zu unterscheiden. Aufgrund der Art und des Umfangs des Wörterbuchs wurde eine Auswahl getroffen: „Kurative Verben werden nur aufgenommen, wenn sie geläufiger und charakteristischer sind, da ihre Bildung und Bedeutung von selbst verständlich sind“5. Ebenso verfuhr man im DŽ1 und im DŽ2. Das LKŽ enthält alle aus Dialekten, Wörterbüchern sowie schöngeistiger, wissenschaftlicher und publizistischer Literatur bekannten kausativen und kurativen Verben. Ihre Unterscheidung bereitet den Lexikographen erhebliche Schwierigkeiten.
Kurative Verben, die aus kausativen entstanden sind, weisen (1) dieselben Suffixe -(d)inti, -(d)yti, (2) dieselbe Oberflächenstruktur des Satzes auf, z. B.: Sie lässt das Kind essen (kaus.) — Sie webt eine Tagesdecke (kur.), (3) semantische Ähnlichkeiten mit kausativen Verben, die indirekte (meist verbale) Verursachung ausdrücken und deren Bedeutung der verursachenden Handlung überein-
1Lietuvių kalbos gramatika 2, Vilnius, 1971, 265; Jakaitienė E., Laigonaitė A., Paulauskienė A. Lietuvių kalbos morfologija, Vilnius, 1976, 110; Paulauskienė A. Gramatinės lietuvių kalbos veiksmažodžio kategorijos, Vilnius, 1979, 12; Paulauskienė A. Lietuvių kalbos morfologija, Vilnius, 1994, 286; Dabartinės lietuvių kalbos gramatika, Vilnius, 1994, 284.
2Lietuvių kalbos žodynas 3—16, Vilnius, 1956—1995; II leid. 1—2, 1968—1969 (toliau—LKŽ).
3Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, Vilnius, 1954 (toliau — DŽ), II leid. 1972 m. (toliau DŽ1), III leid. 1993 m. (toliau DŽ2).
4Deutsch-littauisches Wörterbuch von Friedrich Kurschat, Halle, 1870; 2, 1874, Littauisch-deutsches Wörterbuch von Friedrich Kurschat, Halle, 1883.
5Dabartinės lietuvių kalbos žodynas, 1954, X.
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… sowie bei den kurativen Verben mit der Bedeutung der verursachenden Handlung „sich kümmern“ — „anweisen, bitten, überreden, einladen, erlauben, geben usw.“, z. B.: Ateždink (kaus.), d. h. befiehl zu kommen J (LKŽ II 1056) — Nėšinu (kur.) den Kohl aus dem Garten, d. h. ich lasse einen anderen tragen J (LKŽ VII 708).
Diese Ähnlichkeiten sind die Hauptursachen für die Vermischung kausativer und kurativer Verben, durch die es gelegentlich zu Ungenauigkeiten in der Darstellung kommt. Bei der Unterscheidung dieser Verben folgten die Autoren und Redakteure des LKŽ lange Zeit praktisch der Auffassung, dass kausative Verben von intransitiven, kurative dagegen nur von transitiven Verben abgeleitet werden. Das Kriterium der formalen Ausdrucksmittel (kurative Verben weisen meist Suffixe mit dem Formans -d- auf) galt nicht als ausreichend. Später begann man, das von A. Jakulienė vorgeschlagene Kriterium des Verhältnisses der Handlung zum Objekt heranzuziehen: Demnach ist das Handlungsobjekt des kausativen Verbs zugleich das Handlungssubjekt seines Basisverbs, z. B. eine Kerze löschen — die Kerze erlischt. Die Handlung kurativer Verben richtet sich auf dasselbe Objekt wie die Handlung ihrer Basisverben, z. B. ein Kleid nähen lassen — ein Kleid nähen6.
Auf der Grundlage der Arbeiten von J. Jablonskis und anderen Autoren sowie der Beschreibung von Kausativ- und Kurativsätzen durch die Paraphrase „bewirken, dass …“ wurde deutlich, dass kurative Verben die Existenz eines s u b j e k t i s c h e n M i t t l e r s7 (1) auf t i e f e r, in seltenen Fällen auch auf (2) o b e r f l ä c h l i c h e r Ebene voraussetzen. Z. B.: (1) Für die Kinder habe ich gedient — ich ließ einen wattierten Mantel nähen Pvn (LKŽ XII 590) — „[Ich bewirkte, dass]“ + „[der Schneider (die Schneiderin?)] bewirkte, dass“ + „[mir] ein wattierter Mantel genäht wurde“; (2) Der reiche Mann konnte auf keine Weise einen S c h n e i d e r finden, der ihm etwas säumen ließ S.Dauk (LKŽ XII 589).
Es wurden bestimmte semantische Beschränkungen des Subjekts der verursachenden Handlung (des Agens), der verursachenden Handlung (durch ein Suffix ausgedrückt), der bewirkten Handlung (durch den Stamm des kurativen Verbs ausgedrückt, der mit dem Stamm des Basisverbs übereinstimmt) und des Kurationsobjekts (direktes Objekt) festgestellt; außerdem wurden konkrete Fälle ungenauer Unterscheidung zwischen kausativen und kurativen Verben erörtert8.
Eine genauere Unterscheidung kurativer Verben von kausativen kann durch die umfassende Anwendung all dieser Kriterien erreicht werden.
3. Die Verfahren der lexikografischen Darstellung sind nicht nur eine Frage der Wörterbuchschreibtechnik. Sie spiegeln auch die theoretische Behandlung der Probleme wider, die Zuordnung oder Nichtzuordnung von Wörtern zu einer bestimmten lexikalisch-grammatischen Gruppe, zeigen Veränderungen einzelner Bedeutungen und derivationelle sowie semantische Beziehungen auf und heben aus einer Reihe von Varianten das Hauptwort hervor, das am weitesten verbreitet oder am ehesten zu empfehlen ist.
In theoretischen Arbeiten werden kausative und kurative Verben …
6 J a k u l i e n ė A. Priežastinių ir parūpinamųjų veiksmažodžių skyrimo kriterijai. — Kalbotyra 26 (1), 1975, 81.
7 J a b l o n s k i s J. Rinktiniai raštai 1, Vilnius, 1957, 289; J a k a i t i e n ė E., L a i g o n a i t ė A., P a u l a u s k i e n ė A. Min. veik., 110. Plačiau žr. S a v i č i ū t ė G. Parūpinamųjų veiksmažodžių semantika. — Lietuvių kalbotyros klausimai 24, 1985, 236—251.
8 S a v i č i ū t ė G. Ten pat.
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werden gewöhnlich so behandelt, als bildeten sie Oppositionen zu den Grundwörtern, z. B.: (a) gyduti: gyti, (b) siūdinti: siūti. Daher werden sie auch in den genannten Wörterbüchern durch grammatische Angaben (DŽ — prž., prp.; LKŽ — caus., cur.) mit den Grundwörtern verknüpft.
In der Einleitung zur 2. Auflage von Band I des LKŽ heißt es: ”Kausative und faktitive... Verben werden nicht durch Umschreibungen erklärt, sondern lediglich durch die Angaben caus., cur. auf diejenigen Primärverben verwiesen, von denen sie abgeleitet sind und von denen sie neue grammatische Bedeutungen erhalten haben, z. B.: lõdyti, -o, -ė caus. loti; mėgzdinti, -ina, -ino cur. megzti”9. Auch in der Instruktion10 wird dieses Problem kurz behandelt, ohne auf kompliziertere Fälle näher einzugehen. Dennoch ergeben sich für die Verfasser und Redakteure des LKŽ-Textes mehr Probleme, als vorherzusehen war. Daher variieren auch die formalen Verfahren der lexikografischen Darstellung in gewissem Maße.
3.1. Den derivationellen, herkunftsbezogenen und semantischen Aspekt bildet die am genauesten ab, am häufigsten gewählte Darstellungsweise: Jede Bedeutung wird durch grammatische Angaben mit der entsprechenden Bedeutung des Grundverbs verknüpft, z. B.: Bei 1 lakdinti verweist die Angabe cur. auf lėkti 1 (LKŽ); die Bedeutungen 1–3 von 1 šiur̃pinti werden durch die Angabe caus. mit den Bedeutungen 1–3 des Verbs 1 šiur̃pti verknüpft, während Bedeutung 4 als lexikalisch verändert separat erklärt wird (LKŽ); die Bedeutungen 1–3 von šviesdinti werden durch die Angabe caus. mit den Bedeutungen 2, 10 und 11 des Verbs šviesti verknüpft (LKŽ); die Bedeutungen 1–2 von taikydinti werden durch die Angabe cur. mit den Bedeutungen 2 und 8 des Verbs taikyti verknüpft (LKŽ); die Bedeutungen 1–5 von taisydinti werden durch die Angabe cur. mit den Bedeutungen 1, 13, 17, 19 und 27 des Verbs taisyti verknüpft (LKŽ).
Manchmal lässt sich die genaue Bedeutung des Grundverbs nicht angeben, weil sie in den Quellen, aus denen das Wort übernommen wurde, nicht genannt wird; so wird beispielsweise taikindinti in K und NdŽ durch die Angabe cur. auf taikinti verwiesen, obwohl dieses Verb 7 Bedeutungen hat (LKŽ).
3.2. Die Erklärung des Verbs durch Umschreibungen wie ”so machen, dass...” oder ”etwas zu etwas machen” verweist ebenfalls auf das Grundwort: Im ersten Fall auf ein Verb der nicht-selbstständigen Handlung, im zweiten auf ein Adjektiv, z. B.: blizginti 1. tr., intr. ”so machen, dass es glänzt” (D޹, D޲, LKŽ), gėlinti ”etwas bitter machen” (DŽ, D޹, D޲, LKŽ), šviešinti ”etwas hell machen” (DŽ, D޹), ”etwas hell, heller machen” (D޲ Bedeutung 1, LKŽ — Bedeutung 3) usw. Im ersten Fall hilft die Umschreibung, die die grammatische Angabe ersetzt, den Lexikografen, Schwierigkeiten zu vermeiden, die gewöhnlich mit der Darstellung des Grundverbs verbunden sind; zudem wird sie in der linguistischen Literatur häufig zur Beschreibung kausativer und faktitiver Verben verwendet. Im zweiten Fall ist die Umschreibung der einzige Hinweis auf kausative Verben adjektivischer Herkunft11, obwohl sie in der Instruktion nicht mit dieser Bezeichnung versehen werden: ”Adjektivische Verben, die eine Handlung bezeichnen, durch die dem Objekt die durch das jeweilige Adjektiv ausgedrückte Eigenschaft verliehen wird, werden mit der Formel ”etwas zu etwas machen” erklärt”12.
9 Lietuvių kalbos žodynas 1, 1968, XII.
10 ”Lietuvių kalbos žodyno” instrukcija, Vilnius, 1980, 34, 67, 69.
11 Я к а й т е н е Э. Suffixverben der modernen litauischen Sprache. Autoreferat der Dissertation... eines Kandidaten der Philologie, Vilnius, 1968, 11.
12 ”Lietuvių kalbos žodyno” instrukcija, 65.
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3.3. Der Verweis auf das Basisverb oder die Kausativumschreibung wird manchmal durch Synonyme ergänzt oder durch Erläuterungen präzisiert. Diese Darstellungsweise ist in den Fällen hilfreich, in denen eine bestimmte lexikalische Bedeutungsverschiebung der kausativen oder permissiven Bedeutung aufgezeigt oder zumindest genauer erläutert werden muss. Z. B.: bildinti „bewirken, dass es dröhnt; klopfen“ (LKŽ); bimbinti „bewirken, dass es brummt; summen lassen“ (LKŽ); 3 liędinti cur. 2 lieti 1; „etwas aus geschmolzenem Metall gießen lassen“ (LKŽ); 1 maldinti cur. malti 1; „maldinti“ (LKŽ); apmušdinti cur. apmušti. 1. „apkaldinti“ (LKŽ) usw.
Eine Zeit lang neigten die Verfasser des LKŽ dazu, die Verweisangabe bei permissiven Verben zu präzisieren, indem sie die Semantik der veranlassten Handlung mit den Verben rūpintis, liepti, leisti, duoti usw. oder mit der Umschreibung „bewirken (so), dass …“ beschrieben. Z. B.: imdinti cur. imti. 1. „dafür sorgen, dass jemand nimmt“ (LKŽ); įmušdinti cur. įmušti; „geben, befehlen, etwas einzuprägen, einzuritzen“ (LKŽ); mečidinti cur. mečioti: „zulassen, dass etwas umhergeworfen wird, herumliegt und nicht an seinem Platz ist“ (LKŽ); plėsdinti cur. plėsti. 1. „bewirken, dass etwas zerkratzt, zerrissen wird“ (LKŽ) usw.
3.4. Manchmal wird im DŽ und insbesondere in den früheren Bänden des LKŽ eine Darstellungsweise gewählt, bei der die grammatische Kennzeichnung im Lemma steht, die Bedeutungen aber lexikalisch als selbstständig erläutert werden.
„Wenn sich die Bedeutungen des erläuterten Wortes von denen des Wortes unterscheiden, auf das verwiesen wird, oder ihre Reihenfolge bei der Darstellung nicht übereinstimmt, wird der Verweis (der lediglich die Wortbildung und Herkunft des Wortes anzeigt) gewöhnlich vor allen Bedeutungen angeführt, die beschreibend oder durch Synonyme erläutert oder zusätzlich separat mit einem Verweis auf die entsprechende gleichlautende Bedeutung versehen werden. Z. B.: (...) kaldinti cur. 1 kalti. 1. behauen (einen Stein). 2. cur. 1 kalti 10. 3. cur. 1 kalti 11“13.
Diese Darstellungsweise eignet sich nicht ganz, wenn entsprechende Bedeutungen des Basisverbs vorliegen. So hätte man beispielsweise apdeginti1 auch im DŽ2 durch eine grammatische Kennzeichnung präzise auf die Bedeutungen von apdegti verweisen können.
Diese Darstellungsweise wird gewählt, wenn es aufgrund der Besonderheiten des Verbs selbst nicht ganz klar ist, welche Bedeutungen als kausativ oder permissiv gelten können. Recht häufig unterscheidet sich in solchen Fällen die Behandlung des Verbs in verschiedenen Wörterbüchern. Im DŽ, DŽ1 und LKŽ gilt das Verb šutinti nicht als kausativ, während es im DŽ2 bereits mit der grammatischen Kennzeichnung prz. im Lemma aufgeführt ist, mit Verweis auf das Basisverb šusti; die Bedeutungen werden separat erläutert: 1. „kochen; trocken schmoren“, z. B.: Kartoffeln, Kohl schmoren (im Topf); 2. „erhitzen“, z. B.: Die Sonne brennt sehr; Bei Erkältung muss man die Füße in Wasser erhitzen; 3. „verfaulen lassen“, z. B.: Flechten lassen das Dach verfaulen; 4. „ausbleichen“, z. B.: Die Sonne bleicht die Kleidung aus; 5. „etwas heftig tun“, z. B.: Speck verschlingen (mit großem Appetit essen). Wahrscheinlich könnte man die Bedeutungen 1, 3 und 4 als kausativ ansehen, da es entsprechende Bedeutungen des Basisverbs šusti gibt, ebenso den Fall des zweiten Beispielsatzes unter Bedeutung 2; Bedeutung 5 kann jedoch nicht kausativ sein.
Wie die Analyse der betreffenden Verben sowie die Praxis des Verfassens und Redigierens von Wörterbüchern zeigt, weist diese Darstellungsweise Ungenauigkeiten auf. (1) Als kausativ und permissiv gelten für uns diejenigen Verben, die nicht nur ein formales Gegenstück haben,
13Anweisung zum „Wörterbuch der litauischen Sprache“, 70.
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sondern auch hinsichtlich der Semantik, d. h. wenn sie mit einer bestimmten Bedeutung des Basisverbs in Verbindung gebracht werden können. (2) Die genannten formalen Merkmale dieser Verben können auch Iterativität des Verbs anzeigen oder auf lexikalisch veränderte Bedeutungen hindeuten; lexikalische Kausativa werden jedoch weder im LKŽ noch im DŽ mit diesen Kennzeichnungen versehen. (3) Meist ist unklar, welche Bedeutungen die Wörterbuchverfasser als kausativ oder faktitiv und welche als selbstständig oder lexikalisch verändert betrachten.
Diese Darstellungsweise ist besonders ungenau, wenn entsprechende Bedeutungen des Basisverbs vorhanden sind. Z. B. hätte man apdeginti im DŽ1 und DŽ2 durch eine grammatische Kennzeichnung genau auf alle Bedeutungen des Basisverbs apdegti verweisen können.
3.5. Ein kausatives oder faktitives Verb wird mit der Abkürzung žr. auf das Hauptstichwort einer Variantenreihe verwiesen, das gewöhnlich weiter verbreitet oder häufiger gebraucht wird, mehr Bedeutungen aufweist oder den Sprechern der Standardsprache vertrauter ist. Z. B.: Die Bedeutungen 1–4 des Verbs šokdinti werden im LKŽ mit der Abkürzung žr. auf die Bedeutungen 1, 2, 4 und 5 des Verbs šokinti verwiesen, die ihrerseits durch die grammatische Kennzeichnung caus. auf die Bedeutungen 1, 2, 5 und 18 des Verbs šokti verweisen; Bedeutung 3 wird gesondert erläutert, 1 und 4 haben Bedeutungsnuancen; 2 švilpinti wird mit der Abkürzung žr. auf švilpdyti verwiesen, das durch die grammatische Kennzeichnung cur. mit Bedeutung 1 von 1 švilpti verbunden ist: „mit den Lippen oder einem Instrument einen hohen, schrillen Ton hervorbringen“ (LKŽ); tėkdinti (-yti) wird im LKŽ mit der Abkürzung žr. auf die vierte Bedeutung von 1 tėkinti verwiesen, die als „zur Frau geben“ erklärt wird (die Kennzeichnung caus. steht im Stichwort).
Diese Darstellungsweise ist zwar für Wörterbuchverfasser und Leser nicht besonders bequem, widerspricht aber nicht der allgemeinen Absicht von DŽ und LKŽ, die Variantenvielfalt von Wörtern aufzuzeigen.
4. Bei der Darstellung einiger Typen kausativer Verben finden sich in DŽ und LKŽ Unregelmäßigkeiten.
Am genauesten dargestellt werden jene Ableitungen mit den Suffixen -(d)inti, -(d)yti, die mit primären Verben derselben Wurzel in Verbindung stehen, z. B.: auginti: augti, blukinti: blukti.
4.1. Die Darstellung von Suffixableitungen, die mit Verben mit unterschiedlicher Ablautstufe verbunden sind14, variiert etwas.
In DŽ, DŽ1, DŽ2 und LKŽ gelten folgende Verben als kausativ (sie werden mit einem grammatischen Verweis oder einer Kausativumschreibung angegeben): daiginti: dygti, gramzdinti: grimzti, laipinti: lipti, maršinti: miršti, skandinti: skęsti, slankinti: slinkti usw.
Bedeutungsveränderungen werden durch ausführlichere Umschreibungen dargestellt, etwa bei 1 lakinti: lėkti, lėkyti: lėkti.
Das Verb brandinti: bręsti gilt in DŽ2 und LKŽ als kausativ; in DŽ und DŽ1 wird es lexikalisch erklärt.
Lexikalisch erklärt werden dalbinti: delėti, grasinti: grėsti, maitinti: mėsti, marinti: mirti, markinti: mirkti, sloginti: slėgti und andere.
14 Zu ihren derivationalen Beziehungen siehe J a k a i t i e n ė E. Deverbatyviniai dabartinės lietuvių kalbos veiksmažodžiai su priesaga -inti. — Baltistica 4(2), 1968, 226—227.
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Som gibt es unter diesen Ableitungen zahlreiche Verben, die Veränderungen der gemeinsamen Bedeutung des Ableitungstyps aufweisen.
4.2. Die Darstellung nicht suffigierter Verben, die durch unterschiedliche Ablautstufen gekennzeichnet sind, variiert am stärksten.
Die Verfasser des DŽ betrachten lėkti, plėšti, plėšti, versti nicht als kausativ; die Bedeutung 1 des Verbs tėkšti wird durch die Kausativperiphrase „bewirken, dass es spritzt“ erklärt, während das Verb laužti bereits mit lūžti verknüpft wird; im zweiten Artikel steht die grammatische Angabe prž., und die Bedeutungen werden gesondert erklärt. Die Verfasser von D޹ und D޲ gehen jedoch wesentlich systematischer vor – fast alle Verben dieses Typs, einschließlich der präfigierten, gelten als kausativ, z. B.: įlaužti prž. ilūžti 1, įlenkti prž. įlinkti, laužti 1. prž. lūžti 1, lenkti prž. linkti (Bedeutungen 1–3), nulaužti prž. nulūžti 1, nutėkšti 1. prž. nutikšti 1, nuversti 1. prž. nuvirsti 1, pagriauti prž. pargriauti, parversti prž. parvirsti, prilenkti 1. prž. prilinkti usw. Der Verweis bei der Bedeutung 1 des Verbs versti wird durch eine Erklärung ergänzt: versti 1. prž. virsti 1; „auf die Seite, zu Boden legen, umstürzen“. Die Verfasser von D޹ erklärten, dem DŽ folgend, das Verb tėkšti mit der Periphrase „bewirken, dass es spritzt“, während die Verfasser des DŽ seine Bedeutung 1 durch die grammatische Angabe prž. auf die Bedeutung 1 von tikšti verwiesen.
In D޹, D޲ und LKŽ wird bei den Verben plėšti, plėšti die grammatische Angabe im zweiten Artikel gegeben und mit plisti, plūsti verknüpft; die Bedeutungen werden dagegen gesondert erklärt. Auf dieselbe Weise ist im LKŽ das Verb laužti aufgeführt, während die Bedeutung 1 von ilaužti und nulaužti anders als in DŽ, D޹ und D޲ mit präzisierten Kausativperiphrasen erklärt wird: ilaužti 1. „bewirken, dass es ein wenig einbricht“, nulaužti 1. „bewirken, dass es abbricht, sich von etwas ablöst“. Anders als im DŽ wird das Verb pagriauti im LKŽ durch das Synonym „zu Fall bringen“ erklärt; die Verben lenkti, įlenkti, prilenkti ir tėkšti, nutėkšti werden grammatisch nicht mit linkti, įlinkti, prilinkti ir tikšti, nutikšti. verknüpft.
Diese variierende Darstellung zeigt, dass die theoretische Behandlung der Verben dieses Typs noch nicht endgültig festgelegt ist.
J. Jablonskis charakterisierte Verben dieses Ableitungstyps als kausativ: „Die Bedeutung kausativer Verben wird nicht immer durch bestimmte Wortendungen ausgedrückt. Die Wörter: beriu, keičiu, krečiu, kreipiu, laužiu, miešiu, šviečiu (šveičiu), verčiu (‚ich bewirke, dass etwas streut, sich verändert, fällt, sich neigt, bricht, sich mischt, hell wird, sich wendet‘) sind, genau genommen, kausative Verben – zu den Wörtern birti, kisti, kristi, krypti, lūžti, mišti, švisti, virsti; nur wird ihre Kausativität nicht durch die Wortendungen -yti, -dyt ausgedrückt“¹⁵. Die Verben bėrti: birti und kelti: kilti gelten in DŽ, D޹ und D޲ nicht als kausativ, werden in der „Grammatik der litauischen Sprache“ jedoch als Beispiele für kausative Verben angeführt¹⁶. A. Paulauskienė bezeichnet nicht nur Ableitungen auf -inti und -yti, sondern auch einfache Verben als kausativ und veranschaulicht dies mit den Beispielen keisti, dabti, skleisti, veisti17.
Das Fehlen eines Kausativsuffixes ist vermutlich auch der Hauptgrund dafür, dass Verben dieses Typs
15 J a b l o n s k i s J. A. a. O., 289.
16 Grammatik der litauischen Sprache 2, 25.
17 P a u l a u s k i e n ė A. Lietuvių kalbos morfologija, 286—287.
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der Grund für die unterschiedliche Behandlung der Verben. „Es wird angenommen, dass der Ablaut der Stammvokale keine eigenständige Funktion bei der Formenbildung hat, jedoch die formale Repräsentation der Opposition zwischen kausativer und kausierter Handlung darstellt. Da diese semantische Opposition vollständig mit der Opposition zwischen Transitivität und Intransitivität zusammenfällt, haben auch ihre formalen Indikatoren übereinstimmende Funktionen bei der Veränderung von Kausativität und Transitivität“18.
S. Krinickaitė, die die Kategorie der Transitivität und Intransitivität untersucht, neigt dazu, diese Verben nicht als kausativ zu bezeichnen. Den Typ versti-virsti beschreibt sie als die älteste Schicht der Kategorie der Transitivität und Intransitivität19. Ähnlich heißt es auch in der „Grammatik der Gegenwartssprache des Litauischen“. Darin werden unter den Kausativa überhaupt keine nicht-suffigierten Verben mit einem anderen Ablautgrad angeführt20.
Daher müssen Wörterbuchautoren nicht selten entscheiden, wie konkrete Ableitungen dieses Typs zu beurteilen sind.
4.3. Die Darstellung jener Verben variiert recht häufig, die sich derivationell sowohl mit einem Nominalwort (meist einem Adjektiv, seltener einem Substantiv) als auch mit einem Verb in Verbindung bringen lassen. Darüber hat P. Skardžius geschrieben. So verknüpfte er das Kausativverb alsinti nicht nur mit įlsti, sondern auch mit dem Substantiv alsą21. Dass es Unklarheiten hinsichtlich der Ableitung geben kann, wird auch in der „Grammatik der litauischen Sprache“ eingeräumt: „Die Bedeutung der von Adjektiven abgeleiteten Verben mit dem Suffix -inti ist der Bedeutung der Kausativverben mit diesem Suffix sehr ähnlich. Manchmal lässt sich nicht bestimmen, wovon das Verb abgeleitet ist, z. B.: džiuginti (: džiugus, -i, džiūgti), sveikinti (: sveikas, -a, sveikti), šlapinti (: šlapias, -ia, šlapti)22.
Dennoch betrachten die Verfasser der „Grammatik der litauischen Sprache“ die meisten Verben dieses Typs als von Adjektiven abgeleitet, z. B.: bendrinti, bloginti, dailinti, dvigubinti, gėrinti, ilginti, lengvinti, piginti, piktinti, retinti, skaidrinti, tvirtinti, vienodinti23.
Unklarheiten entstehen auch dadurch, dass viele dieser Verben mit Ableitungen des Suffixes -ėti zusammenhängen. A. Paulauskienė stellt ein Schema der Beziehungen zwischen Verben und Adjektiven vor, das zeigt, dass sowohl Verben mit dem Suffix -inti als auch Verben mit dem Suffix -ėti von Adjektiven abgeleitet sind:
¹⁸ P a u l a u s k i e n ė A. Grammatische Kategorien des litauischen Verbs, 26.
¹⁹ К р и н и ц к а й т е С. Klassifikation der Verboppositionen nach Transitivität / Intransitivität in der litauischen Sprache. — Probleme der Syntax und der Wortstruktur, Moskau, 1979, 42—53.; vgl. ferner K r i n i c k a i t ė S. Zu den Kausativverben der litauischen Sprache. — Baltistica 17(2), 1981. 190—192.
²⁰ Grammatik der Gegenwartssprache des Litauischen, 285—286.
²¹ S k a r d ž i u s P. Wortbildung der litauischen Sprache, Vilnius, 1941, 543—544.
²² Grammatik der litauischen Sprache 2, 264.
²³ Ebenda.
²⁴ P a u l a u s k i e n ė A. Morphologie der litauischen Sprache, 269.
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Im Gegensatz dazu wird in der „Grammatik der litauischen Gegenwartssprache“ der Zusammenhang dieser Verben mit Adjektiven nicht aufgezeigt. Bei der Klassifizierung werden sie folgendermaßen beschrieben: „Abgeleitete Verben mit dem Suffix -ėti, denen entsprechende Bildungen mit dem Suffix -inti gegenübergestellt werden, z. B. gražėti: gražinti“25.
Daher müssen Lexikografen manchmal einen Kompromiss finden. Bei der Aufnahme des Verbs slūdinti in das LKŽ wird zum Beispiel ein möglicher Zusammenhang mit slūsti und slūdūs aufgezeigt: 1. caus. gleiten; „glatt (glatter) machen“. Das Verb séndinti wird im LKŽ als Lemma mit der grammatischen Kennzeichnung caus. aufgeführt und auf sénti verwiesen; bei der Erklärung der Bedeutung 1 wird es jedoch mittels der Kausativumschreibung „etwas machen“ mit dem Adjektiv sénas verbunden. Die Erweiterung der Umschreibung zur Erklärung der Bedeutungen 2 und 4 weist auf eine lexikalische Veränderung hin; die Erklärung der Bedeutung 3 zeigt keine Kausativität: 1. „alt machen“, z. B.: Metai nelaukia, visus lygiai sendina rš; 2. „älter erscheinen lassen“, z. B.: Juokas žmogų jaunina, pyktis séndina Snt; 3. refl. „Jahre hinzuzählen“, z. B.: Séndinos kiti vyrai po karo Grd; 4. „altern lassen, indem man jemanden nicht heiraten lässt“, z. B.: Kam séndini mergą, lai teka J. Die Darstellung dieses Verbs wurde wahrscheinlich auch dadurch erschwert, dass seine Bedeutungen nur mit Bedeutung 1 von sénti, „alt werden“, und Bedeutung 1 von sénas, „viele Jahre alt, im Alter, nicht jung (von Menschen, Tieren); lange wachsend (von Pflanzen); Gegensatz: jung“, verbunden sind. Weitere Bedeutungen des Kausativverbs séndinti, die mit anderen Bedeutungen von sénti oder sénas zusammenhängen, sind nicht belegt. In DŽ und DŽ1 wird dieses Verb ohne grammatische Kennzeichnung aufgeführt und mit einer Umschreibung und einem Synonym erklärt: „alt machen, altern lassen“; in DŽ2 lediglich mit der Umschreibung „alt machen“.
Die Aufnahme des Verbs auf diese Weise dürfte auch durch die Analogie zur Darstellung seines Antonyms jáuninti im IV. Band des LKŽ angeregt worden sein. Jáuninti wird im Lemma mit jaunėti verbunden; dabei werden die Kennzeichnungen tr. caus. verwendet. Bedeutung 1 wird über eine Kausativumschreibung mit dem Adjektiv jáunas verbunden und ihre lexikalische Veränderung aufgezeigt, während die Bedeutungen 2 und 3 als selbstständig erklärt werden: 1. „jung machen; die Kräfte der Jugend zurückgeben“, z. B.: Kvėpavimo judesys jaunina kraują ir tuo visą kūną Vd; 2. „beleben; erneuern“, z. B.: Labai senų vaismedžių jauninti (sužadinti jaunų augalėlių augimą) wird nicht empfohlen rš; 3. „sich bemühen, jünger auszusehen; das Alter verbergen, jünger erscheinen lassen“, z. B.: Aš savo vyrą dar jauninnu (aprengiu gražiai, kad jaunas atrodytų) Lp. Die Bedeutungen von Jáuninti hängen nur mit Bedeutung 1 von jáunas, „wenig Jahre zählend; nicht alt“, zusammen; Kausativbedeutungen, die mit den vier anderen Bedeutungen des Adjektivs verbunden wären, sind nicht belegt. Bedeutung 1 von Jáuninti könnte man mit Bedeutung 1 von jaunėti, „jünger werden, verjüngen“, verbinden, Bedeutung 3 mit Bedeutung 3 des reflexiven Gebrauchs, „sich für jung halten; sich verjüngen“. In drei Ausgaben des DŽ wird dieses Verb ohne die grammatische Kennzeichnung prž. aufgeführt: 1. „jung machen, die Kräfte und Gesundheit der Jugend zurückgeben“; 2. „ein junges Aussehen verleihen (machen — DŽ1, DŽ2)“; 3. „das Alter verbergen, jünger erscheinen lassen“.
Das Verb rétinti wird im LKŽ als Lemma aufgeführt und auf Bedeutung 1 von retėti verwiesen; seine Bedeutung 1 wird mit dem Adjektiv rétas verbunden: „so machen, dass etwas selten wird, ausdünnen (Sprossen ausreißen, einen Wald abholzen usw.)“. Die Erklärungen der drei anderen Bedeutungen weisen keine Kausativität auf.
25 Grammatik der litauischen Gegenwartssprache, 286.
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In allen Ausgaben des DŽ wird dieses Verb nur mit dem Adjektiv verbunden.
Nur bei giedrėti verweist das LKŽ auf das Verb giedrinti, das in allen Ausgaben des DŽ allein vom Adjektiv giedras abgeleitet wird.
In DŽ, D޹ und LKŽ wird tobulinti mit dem Adjektiv tobulas, „vollkommen, vollkommener machen“, verbunden. Im LKŽ wird diese Erklärung um das Synonym gėrinti ergänzt. Die Autoren des D޲ verbinden es dagegen ausschließlich mit dem Verb tobulėti.
Einige Verben dieses Typs werden sowohl von den Autoren des DŽ als auch des LKŽ ausschließlich mit den Basisadjektiven verbunden, z. B.: drūtinti, gárdinti, gaivinti, plóninti, riebinti, stórinti, svárinti, svélninti usw.
Verben, die derivationell mit Substantiven verbunden sind, weisen zwar dieselben Suffixe auf wie verbale Ableitungen, haben jedoch nur eine sehr schwach ausgeprägte kausative Komponente, z. B. laiminti: laimė, slovinti: šlovė usw.²⁶ Im LKŽ und DŽ werden sie gewöhnlich nicht als Kausativa betrachtet. Doch auch hier kann es zu Ungenauigkeiten kommen. Nominale Ableitungen mit dem Suffix -inti, die eine kausative Bedeutung haben²⁷ und mit Volksbezeichnungen verbunden sind, werden uneinheitlich aufgeführt: gūdinti (nur LKŽ), lātavinti, lénkinti, lietuvinti, rūsinti, vokietinti. Fast immer werden sie von den Verfassern des DŽ und LKŽ mit dem zugrunde liegenden Substantiv verbunden, z. B.: lietuvinti „zu einem Litauer machen, litauisch machen“ (LKŽ), „zu einem Litauer machen; eine litauische Form geben“ (DŽ, D޹, D޲); lātavinti „zum Letten machen“ (LKŽ), „zum Letten machen; eine lettische Form geben“ (DŽ), „zum Letten machen, in einen Letten verwandeln; eine lettische Form geben“ (D޹, D޲) usw.
Nur vókietinti wird im DŽ und D޹ als Kausativ angesehen und mit der Kennzeichnung prž. auf die -ė́ti-Ableitung vokietėti verwiesen, z. B.: Klaipėdos krašte lietuviai buvo vókietinami. D޲ verzichtet dagegen auf diesen Verweis und erklärt das Verb mit „zum Deutschen machen; eine deutsche Form geben“. Die Abkürzung prž. wurde jedoch beim präfigierten Verb suvókietinti eingeführt, obwohl es in D޹ mit „zum Deutschen machen; eine deutsche Form verleihen“ erklärt wurde.
4.4. Meistens, aber mit Ausnahmen. Im DŽ und LKŽ gelten Verben als Kausativa, die mit Ableitungen auf -ėti verbunden sind und einen spontanen Vorgang bezeichnen. In der „Grammatik der litauischen Sprache“ werden als Beispiele für Kausativverben drėbinti (: drebėti), dūlkinti (: dulkėti), jūdinti (: judėti)²⁸ angeführt, in der „Grammatik der litauischen Gegenwartssprache“ hingegen vaŕvinti: varvėti²⁹. Diese Ableitungen mit kausativer Bedeutung beruhen auf dem Präsensstamm des zugrunde liegenden Verbs, z. B. blizginti (: blizgėti, blizga, -ėjo) usw.³⁰
Im DŽ, D޹, D޲ und LKŽ gelten zahlreiche Verben dieses Typs als Kausativa (viele davon sind lautmalerische Wörter), z. B.: brázdinti: brazdėti, brazda, -ėjo, girgždinti: girgždėti, girgžda, -ėjo, klė̃pinti: klegeti, klėga, -ėjo, krūtinti: krutėti, kruta, -ėjo, lažginti: lazgėti, lažga, -ėjo, mirginti: mirgėti,
26 P a u l a u s k i e n ė A. Das Verb der litauischen Gegenwartssprache, Vilnius, 1971, 9.
27 J a k a i t i e n ė E. Wortbildung der Verben (Suffixableitungen), Vilnius, 1973, 21—22.
28 Grammatik der litauischen Sprache 2, 25.
29 Grammatik der heutigen litauischen Sprache, 287.
30 J a k a i t i e n ė E. Deverbative Verben des heutigen Litauischen mit dem Suffix -inti. — Baltistica 4(2), 1968, 223.
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mirga, -ėjo, plazdinti: plazdėti, plazda, -ėjo, skrebinti: skrebėti, skreba, -ėjo, šlaminti: šlamėti, šlama, -ėjo, siūgždinti: siūgždėti, siūgžda, -ėjo, šnarinti: šnarėti, šnara, -ėjo, šnekinti: šnekėti, šneka, -ėjo, tikinti: tikėti, tiki, -ėjo ir t.t.
Es ist schwierig festzustellen, womit eine kausative Ableitung in Verbindung zu bringen ist, wenn in der Sprache ursprüngliche Verben derselben Wurzel erhalten geblieben sind, z. B.: burzgenti (: burzgti ir burzgėti), kiogždinti „locker machen, auflockern“ (: kiogžti ir kiogždėti) „locker werden“, kižinti „zerknittern“ (: kižti ir kižėti), klibinti (: klibti ir klibėti), kliukinti „gießen, schütten“ (: kliūkti ir kliukėti) usw.31
Unterschiede in der Angabe treten auch in einigen anderen Fällen auf. Das Verb lašinti wird in DŽ und LKŽ als „tropfen lassen“ erklärt; D޹ und D޲ verbinden es mit lašėti. Analog ist auch das präfigierte Verb sulašinti⟧ angegeben. Triūškinti gilt in allen Ausgaben von DŽ als kausativ, wird in LKŽ nicht mit triuškėti in Verbindung gebracht, und seine vier Bedeutungen werden lexikalisch erklärt. Čiužinti wird in DŽ, D޹, D޲ und LKŽ mit čiūžėti verbunden und als kausativ angesehen. Das präfigierte Verb sučiūžinti wird anders angegeben: In LKŽ sind, anders als in D޹ und D޲, keine kausativen Bedeutungen verzeichnet. Anders als in D޹ und D޲ gilt tviškinti in LKŽ nicht als kausativ und wird hier nicht mit tviškėti in Verbindung gebracht.
4.5. In allen drei Ausgaben von DŽ sind faktitive Verben nur spärlich vertreten, da auch in der Standardsprache nur wenige davon erhalten geblieben sind.
In DŽ, D޹ und D޲ sind nur Ableitungen mit dem Suffix -dinti verzeichnet, die durch eine grammatische Angabe mit transitiven Basisverben, seltener mit kausativen Verben, verbunden werden (z. B. wird veršdinti mit dem kausativen veršti verbunden) und (1) Tätigkeiten bezeichnen, die bestimmte Fertigkeiten oder handwerkliches Können erfordern, sowie (2) andere aktive Tätigkeiten. Z. B.: (1) dirbdinti fakt. dirbti, kaldinti fakt. kalti, kašdinti (DŽ), kašdinti (D޹, D޲) fakt. kasti, kiršdinti fakt. kirsti, kūldinti fakt. kulti, maldinti fakt. malti, megzdinti (DŽ), megzdinti fakt. megzti, rašydinti fakt. rašyti, siūdinti fakt. siūti, statydinti fakt. statyti, šaudinti fakt. šauti, verpdinti fakt. verpti; (2) gabėndinti fakt. gabenti, nešdinti fakt. nešti, risdinti fakt. risti, rišdinti fakt. rišti, siūdinti fakt. siūti, skelbdinti fakt. skelbti, skėldinti fakt. skėlti, varydinti fakt. varyti, veždinti (DŽ), veždinti (D޹, D޲) fakt. vežti usw.
Es gibt auch Unterschiede in der Angabe. Die Verben áusdinti, veršdinti (z. B. veršdinti apsiaustą) werden in DŽ als kausativ betrachtet, in D޹, D޲ und LKŽ dagegen systemgerecht bereits als faktitiv angegeben. In D޹ und D޲ wurde auf die Verben imdinti fakt. imti verzichtet, z. B.: Stogą imdinti (DŽ), nešinti, das DŽ als kausativ bezeichnet (in LKŽ als faktitiv einzustufen wäre); dafür wurde das durch Folklorebeispiele belegte sėgdinti aufgenommen: 1. fakt. segti 1, z. B.: Sėgdinsu rūtų vainikėlį (Lied), 2. mundartl. fakt. segti 4, z. B.: Bėrą žirgą sėgdinu (Lied). Das Verb esdinti, das DŽ, D޹ und D޲ als faktitiv ansehen, ist lediglich kausativ, wie es auch in LKŽ behandelt wird, z. B.: Ne kinkyk, ale esdink dar arklį J (LKŽ), Schwefelsäure wird vor dem Verzinnen zum Ätzen von Metallen verwendet rš (LKŽ); édinti fakt. ėsti 1, z. B.: Ar žirgelį édmai, tymo balną vėdinai? (Lied) (DŽ, D޹, D޲) ist kausativ, ebenso wie valgydinti fakt. valgyti (DŽ, D޹, D޲). In DŽ ist angegeben
31 Jakaitienė E. Ebenda, 223.
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als Kausativverb landinti „hineinkriechen“, D޹, D޲ und LKŽ bewerten es als kausativ, z. B.: Landink šunį par tvorą J (LKŽ). Kildinti gilt in DŽ, D޹, D޲ als Veranlassungsverb, in LKŽ als Kausativverb; in allen wird eine Bedeutungsänderung angezeigt: „etwas aus etwas herleiten“, z. B.: Kildinti žodį iš kurios kalbos (DŽ), „die Herkunft angeben, feststellen“ (D޹, D޲, LKŽ). Als Veranlassungsverb gilt spausdinti „drücken“, z. B.: Knygą spausdinti, išspausdinti (DŽ); aufgrund einer Bedeutungsänderung wird es andernorts nicht mehr mit dem Grundwort verbunden und als „einen Text mit Satztypen in großer Menge (vervielfältigen (D޲))“ erklärt (D޹), 1. „einen Text mit Satztypen herstellen“ (LKŽ). Šauklinti wird in DŽ, D޹, D޲ durch Veranlassungsverben „verkünden lassen, ausrufen lassen“ erklärt. Die zweite Bedeutung von Vėsdinti, „veranlassen zu gehen 10“, z. B.: Šunų vėsdinti (D޹, D޲), ist als kausativ anzusehen, da der semantische Zusammenhang und der Gebrauch der Wörter vėsdinti und vėsti demjenigen von tėkinti „heiraten lassen“ entsprechen; dieses gilt in LKŽ als kausativ, ebenso wie tekėti, teka, -ėjo, z. B.: Tėkino dukterį, vestuves kėlė (D޲).
LKŽ führt weitaus mehr und vielfältigere Veranlassungsverben an. Die genannten semantischen Typen sind darin ausführlicher vertreten. (1) Dort finden wir árdinti, kirpdinti, lópydinti, mazgódinti, nérdinti, skaldydinti, taisgydinti usw. (2) Zahlreiche Veranlassungsverben, die mit Verben aktiver Handlung verbunden sind, werden angeführt, z. B.: dėdinti, kráudinti, mėsdinti, nešiódinti, praúšdinti, rakindinti, ráudinti, riškdinti.
Ableitungen mit dem Suffix -dinti können nicht nur mit einfachen transitiven und kausativen, sondern in seltenen Fällen auch mit iterativen Verben verbunden sein, z. B.: pjáustydinti zu cur. pjaustyti, plésydinti zu cur. plėšyti 1, raikydinti zu cur. raikyti 1 usw.
Neben Ableitungen mit dem Suffix -dinti sind in LKŽ auch Ableitungen auf -inti und -dyti häufig, z. B.: rėginti ir regėdinti werden mit regėti, lėsdinti ir lėšdyti mit lėšti verbunden usw.
In LKŽ finden sich komplexe Ableitungen mit dem Suffix -dinti, die mit Ableitungen auf -inti verbunden werden, z. B. wird raugindinti mit dem Kausativ rauginti verbunden (vgl. rauginti 1. prz. rūgti, rūginti (D޹), das in LKŽ als transitiv angeführt wird. Bisweilen werden sie wie Ableitungen auf -inti mit einem einfachen Verb verbunden, z. B. kašindinti zu cur. kasti 1 und 1 kašinti (kašinti) caus. kasti 1; oder es wird auf ein anderes Veranlassungsverb verwiesen, z. B. nešindinti siehe nešdinti. Die Erfassung dieser seltenen und komplexen Verben stellt die Lexikographen vor erhebliche Schwierigkeiten. Oft ist es nicht einfach, ihr Grundwort zu finden, ihre Bedeutung und Verwendung zu erfassen und die Reihenfolge der Varianten angemessen festzulegen.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
1. In den drei Auflagen des „Wörterbuchs der Gegenwartssprache des Litauischen“ und im „Wörterbuch der litauischen Sprache“ wird versucht, Kausativ- und Veranlassungsverben systematisch zu unterscheiden. Dabei werden folgende Kriterien herangezogen: (1) formale Wortbildungsmittel, (2) Transitivität bzw. Intransitivität des Grundverbs, (3) Verhältnis der Handlung zum Objekt, (4) Analyse der Tiefenstruktur des Satzes, (5) semantische Beschränkungen der Komponenten der Satzoberflächen- und Tiefenstruktur.
2. Der wortbildungsmäßige, etymologische und semantische Zusammenhang wird (1) durch grammatische
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durch Kennzeichnungen, die auf die Bedeutungen des kausativen oder faktitiven Verbs bei den entsprechenden Bedeutungen des Basisverbs verweisen; (2) durch Umschreibungen wie „bewirken, dass …“ oder „etwas zu etwas machen“. Dabei werden allgemeine Veränderungen der Bedeutung des Handlungstyps aufgezeigt; (3) indem Verweise oder Umschreibungen durch lexikalische Erläuterungen oder Synonyme erweitert werden; (4) indem der grammatische Verweis im Lemma angegeben und die Bedeutungen gesondert erläutert werden. Das Hauptwort einer Reihe von Varianten wird (5) mit der Abkürzung žr. hervorgehoben.
3. Die Darstellung einiger Typen kausativer Verben variiert. Am wenigsten systematisch ist sie wohl bei nicht suffigierten Verben, die nur durch Vokalwechsel gebildet werden, z. B. kélti: kilti; etwas weniger bei Verben, die durch Vokalwechsel und ein Suffix gebildet werden, z. B.: brandinti: bręsti, -ta, brendo. Erhebliche Probleme bereitet die Beschreibung von Verben, die derivationell mit einem Adjektiv oder Verb beziehungsweise einem Substantiv oder Verb verbunden sind, z. B.: jauninti: jaunas, jaunėti, vokietinti: vokietis, vokietėti. Solche Probleme treten auch bei der Beschreibung von Verben auf, die mit Ableitungen auf -ėti in Verbindung gebracht werden, z. B. lašinti: lašėti.
4. Die erörterten problematischen Fälle der lexikografischen Darstellung kausativer und faktitiver Verben zeigen nicht nur (1) eine noch unzureichend gefestigte theoretische Behandlung dieser Verben, sondern auch (2) Schwierigkeiten, die sich aus dem tatsächlichen Sprachgebrauch ergeben: (a) die Unterschiede zu transitiven Verben sind nicht immer eindeutig, (b) einige kausative oder faktitive Verben beziehungsweise einzelne ihrer Bedeutungen entfernen sich in gewissem Maße von der allgemeinen Bedeutung des Handlungstyps. Die Darstellung bestimmter lexikalisch-grammatischer Wortgruppen in Wörterbüchern muss so weit wie möglich systematisiert werden, auch wenn die Vielfalt der formalen Ausdrucksmittel der Sprache, ihres Gebrauchs und ihrer Semantik keine vollständige Vereinheitlichung und Formalisierung zulässt.
DIE LEXIKOGRAPHISCHE ANGABE DER KAUSAL- UND KURATIVVERBEN IM LITAUISCHEN
Zusammenfassung
Die kausalen und kurativen Verben machen einen erheblichen Teil der litauischen transitiven Verben aus. Man richtete sich bei ihrer Angabe in 3 Auflagen des Wörterbuches der litauischen Gegenwartssprache (DŽ) und im Wörterbuch der litauischen Sprache (LKŽ) nach der Analyse konkreter Sprachbelege, den theoretischen Forschungen und lexikographischen Traditionen. Man gibt sich die Mühe, wie möglichst genauer die kausalen und kurativen Verben von einander und von anderen transitiven Verben zu trennen.
Mittels einiger Arten der lexikographischen Angabe wird die Zugehörigkeit eines kausalen oder kurativen Verbes zu einer lexisch-grammatischen Wortgruppe aufgezeigt, seine Bildungs-, Herkunfts- und semantische Beziehung zu entsprechenden Grundverben oder Grundadjektiven bestimmt, es werden die lexisch-grammatischen Bedeutungsveränderungen widerspiegelt und das Hauptwort aus einer Variantenreihe ausgesondert.
Die Angabe mancher Ableitungstype der Kausalverben ist verschiedenartig. Das größte Unsystematische ist bei den nichtsuffikalen Verben zu bemerken, die durch den Ablaut gestaltet sind (kélti: kilti), minder — zwischen den durch den Ablaut und ein Suffix gestalteten Verben (brandinti: bręsti, -ta, brendo). Mehrere Probleme entstehen bei der Umschreibung der Verben, die bildungsweise mit einem Adjektiv oder einem Verb, Substantiv oder Verb verbunden sind (jáuninti: jáunas,
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jaunėti; vókietinti: vókietis, vokietėti), sie finden sich bei der Angabe der Verben, die sich auf die Bildungen mit dem Suffix -ėti beziehen (lašinti: lašėti).
Zwecks der Systematisierung der Angabe bestimmter lexischgrammatischen Gruppen in den Wörterbüchern erlaubt die Vielfältigkeit der formalen Ausdrucksmittel, Gebrauchsfälle und der Semantik nicht völlig streng solche Gruppen vereinheitlichen und formalisieren.
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