Dėl Zietelos šnektos priklausomybės ir kilmės
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LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXVI (1996) LIETUVIŲ KALBA: TYRĖJAI IR TYRIMAI Aloyzas VIDUGIRIS DĖL ZIETELOS ŠNEKTOS PRIKLAUSOMYBĖS IR KILMĖS Zietelos (darnoso, Il3arnasa, 3aetena, 3eueno, |. Zdzigciol) šnekta yra bene pati mislingiausia iš visų iki šiol žinomų lietuvių kalbos šnektų. Sie stimmt mit keinem der heutigen litauischen Dialekte oder Dialekte überein. Über den Ursprung und die Bedeutung des Namens gibt es unterschiedliche Meinungen. Den meisten von ihnen fehlt es jedoch an Relevanz. Hier möchte man die Beziehungen des Zietela-Schnekts zu anderen Dialekten der litauischen Sprache genauer analysieren, mehr authentische Daten über den Zietela-Schnekt vorlegen und eine weitere hypothetische Idee vorbringen. Von allen litauischen Randdialekten ist der Zietela-Dialekt der am weitesten nach Süden entfernte. Von der litauischen Staatsgrenze ist sie mehr als 100 km entfernt, etwa 20 km hinter dem Nemunas, auf halbem Weg zwischen Lyda und Slanimo, am Fluss Zietela (linker Nebenfluss des Maūčėdies (Maūčadies)). Viele Sprachwissenschaftler verschiedener Nationen haben sich mit der Zietela-Sprache beschäftigt und sie untersucht: E. Volteris, J. Rozwadowskis, K. Būga, P. Arumaa, J. Gerulis, Chr. Stangas, E. Fraenkelis, J. Balčikonis, J. Senkus, T. Sudnik, A. Nepokupnas und andere. Vor dem Zweiten Weltkrieg sammelte vielleicht einer der bekanntesten baltischen und deutschen Dialektologen der damaligen Zeit, Jurgis Gerulis (G. Gerullis), das meiste Material über den Zietela-Schnekt. Er widmete den Schnecken von Zietela und Lazūnai besondere Aufmerksamkeit. Nach zweimal war er in diese beiden Gespräche gekommen. Das erste Mal kam J. Gerulis 1928 oder 1929 nach Zietela, aber damals blieb er wegen der Störungen der damaligen polnischen Behörden nur drei Tage (aus dem Dorf Zasečiai wurde er von der polnischen Polizei vertrieben, weil er nicht alle notwendigen Unterlagen und Genehmigungen besaß). Zum zweiten Mal kam er mit seinem Assistenten, dem norwegischen Baltisten Chr. Stangu 1930 und blieb fast eineinhalb Monate (von Mitte August bis Ende September). Sie wurden von der Bd. Die Lehrerin des Dorfes Zasečiai Kotryna Žukelytė-- Juodienė. Leider ging während des Krieges das gesamte gesammelte Material zusammen mit dem Sprecher verloren. Nur wenige Blätter mit den von J. Gerulis geschriebenen Wörtern für das große Wörterbuch der litauischen Sprache sind erhalten geblieben. Prof. J. Gerulis hinterließ aufgrund seines Aussehens, seiner schnellen Orientierung, seines scharfen Verstandes und seiner Komplizenschaft bei vielen einen tiefen Eindruck. Außerdem beeindruckte er die Bewohner von Zietel damit, dass er nur im Garten und im Schlafsack übernachtete (weil Flöhe in den Schlafsack einschlugen). Für die Zeit, die sie verschwendet hatten, wurden die Informanten großzügig belohnt. Die Lehrerin K. Žukelytė-- Juodienė wiederholte ständig, dass "niemand den Zietela-Dialekt so gut erforscht hat wie Professor Gerulis". Gemeinsam mit J. Gerulis veröffentlichte er 1958 in der Umgebung von Zietela das von ihm gesammelte Material – eine kurze Beschreibung der Phonetik und Morphologie des Schnekts des Dorfes Zasečiai. Stangas (Stang 1958: 171–201). Wahrscheinlich nicht ohne den Einfluss von J. Gerulis wird die Zietela-Sprache nach der |-Verhärtung als isolierter und am weitesten entfernter ostlitauischer Dialekt angesehen. Aufgrund der Aussprache der Nasal 3, ¢ und der Zweistimmigen an, en sei sie jedoch nicht streng orientalisch und unterscheide sich von den anderen Sprachgebrauchen der Region Vilnius (Stang 1958: 173). * In Lazūnus J. Gerulis mit Chr. Stangu kam aus Gervėčiai (DW 1930:176) 127
Tatsächlich stimmt das Litauische, das Zietela heute spricht, mit keinem existierenden litauischen Dialekt überein. Sie besteht wie aus verschiedenen Dialekten der litauischen Sprache – in einigen Eigenschaften kommt sie den östlichen Hochdeutschen, den Wilnaer Dialekten näher, in anderen — den südlichen Hochdeutschen der nächsten Nachbarn, in dritten — den südwestlichen Hochdeutschen (Kauniškis) und anderen. In der Regel umfassen bestimmte Merkmale je nach Verbreitung oder Fläche des Phänomens mehrere Ratschläge oder nur einen Teil davon. Bevor man daher anfängt, die einzelnen Eigenschaften des Zietela-Schnekts nach der unterschiedlichen Verbreitung zu unterteilen, muss man zunächst sagen, dass der Zietela-Schnekt in vielen gemeinsamen Merkmalen, wie auch andere Dialekte, mit den Hauptdialekten der litauischen Sprache übereinstimmt und sich von ihnen nicht unterscheidet. Die Zietela-Sprache hat das gleiche Lautinventar, hauptsächlich die gleichen Wortbildungsund Verwandlir ungsmuster, viele der gleichen lexikalischen Syntax. I. Zunächst ist die Beziehung des Zietela-Schnekts zu anderen Dialekten der litauischen Sprache zu betrachten. Die einzelnen Merkmale der Zietela-Schnekte werden nacheinander mit den gleichen Merkmalen der östlichen, südlichen und westlichen Hochdeutschen Dialekte nach ihrem Verbreitungsgebiet verglichen. Zur Lokalisierung der übereinstimmenden Phänomene in Zietelos und den vergleichbaren Schnecken werden die Daten der Phonetik (LKAS IT), Morphologie (LKA III) und Lexikologie (LKA I) des "Atlas der litauischen Sprache" (im Folgenden — LKA) verwendet. 1 1. Die Sprachgebrauch von Zietela schmiegt sich an die südöstlichen Dialekte der litauischen Sprache (d.h. piety und östliche Hochlitauisch oder nur an einen bestimmten Teil von jy) nach diesen Hintergrund ti. "Kos Merkmale: a) anstelle des Wortanfangsvokal e wird ein a ausgesprochen, z.B. aglėveglėj atkit~ etkit(e), dZeras~ézeras, azi~ezia (vgl. LKA II 26—28, Karte Nr. 9, 10); b) nach dem verhärteten I ändert sich die Qualität der e-Typ-Vokale, d.h. anstelle von e, ė wird a, € ausgesprochen, z.B. lakia~lekia, ldidZia~IéidZia, sdulte~sdule, sdulg~saule, ole~ zolé (vgl. LKA II 33—35, 48—50, zemél. Nr. 15, 16, 31, 32); c) wird der Präfix und das Präfix der uneinstimmigen Form in ”{”, z.B. in latkg~j laūką, in rūdenį=į rudenj, in turgyu~j turgą, in(t)dugo, inbego, inlifido (vgl. LKA II 68—69, Zemél.-Nr. 53, 54); d) Substantive ohne afrikanischen Stamm € dgs. Alif Lam Mim. batiy~bičių, mergytiy- ~mergyciy und e Stammverb bū: tojo kartotinio laiko 1 a. jėdiauvėdžiau, metiati~- meciai (vgl. LKA II 95—96 Karte Nr. 80); e) Beibehaltung des vns für Verben der Zukunftsform. 1. und 2. a Formen der alten Endungsform, z.B. aisūrmetsit, aisi~eisi, nesu~nesiu, nes (vgl. LKA II 177, zemél. Nr. 108); f) Substantive mit dem Suffix -ėja, die nach der dritten Dialektalform gekürzt werden, z. B. vevėja, pjovėja (siehe LKA II 128-129, Karte Nr. 110); Morphologie: a) anstelle des Stammes 120: 40 Stammformen von Substantiven, z.B. jduéias "Ox", mėdžias "Baum" (vgl. LKA III 23—24, Karten Nr. 2, 3); b) anstelle der baritonen Aussprache der iio ka mieno Substantive werden Oxytone verwendet, z.B. sprindis, žvirblijs (vgl. LK/ III 24, 26, Karte Nr. 5, 8); c) männliche Substantive vns. na Endung „(iju (bk. -ui), z.B. drkliu "für Pferd", pasmeniu "für Hirten", žmog "für Mensch" (vgl. LKA III 40—43, Karte Nr. 36, 39); d) die Verwendung der Formen des durchgehenden Innenbewohners, des Ilativs, z.B. tana laukan "in dieses Feld", pirkias laukiiosna, tvdrtuosnan (vgl. LKA III 54—55, Karte Nr. 48); e) das Substantiv der persönlichen Pronomen anas, -a, dnys, -os "er, sie, sie, sie". 128
mr Bestimmte identische Wörter (Lexeme) oder Varianten davon werden verwendet: a) Eggen "Bodenbearbeitungsgeräte, Eggen" (vgl. LKA I 107-108, Karte Nr. 47); b) Apfelbaum (siehe LKA I 165-166, Karte Nr. 92); c) die Bezeichnung "Werkzeug zum Schneiden von Leinen, Schneidemaschine" (siehe LKA I 122, Karte Nr. 59); d) Weißdorn "Werkzeug zum Schneiden von Getreide oder Gras, Spitzhacke" (vgl. LKA I 111, Karte Nr. 50); e) niekocia "langes Gefäß, Gelda" (vgl. LKA I 67—68, Karte Nr. 21); f) kaufen "Bauernwohnhaus, troba" (vgl. Band 34, S. 34. Nr. 2) ir kt 2. Es wurden keine Besonderheiten festgestellt, die den Schnekt von Zietela ausschließlich mit dem Dialekt der östlichen Hochlauten von Vilnius verbinden (aber sich von den südlichen Hochlauten unterscheiden). Es gibt nur morphologische Merkmale. Aus diachroner Sicht sind dies jedoch hauptsächlich Archaismen, die einst, wie alte Schriften zeigen, weit verbreitet waren: a) Verben mit Partikeln, die keine morphologische Bedeutung mehr haben, Postpositionen -be, z.B. býtiabe, neštiobe, butybe, sukcidbés. Die Zittel schnüffelt den Konsonanten des Partikels, der erstickt ist, z.B. būčiap, dirpčiaap, aičiapė, sūkčiaapės, sūktųsipės. Anstelle des Partikels b(p) hat Gervėtiškis k: būčiak, nuveičiak, aityk. Schaukeln (vgl. LKA III 107–108, 111–112, Karten Nr. 103, 104, 107); b) ausschließlich in den litauischen Randsprachgebieten (Dieveniškės, Gervėčiai; Lazūnai und Zietela) sind vier Lokalitäten erhalten geblieben, von denen die meisten verschwindenden Formen der gegenwärtige Ortsnamenslokal, der Adesiv, z.B. arkliep, bėrnipi, manip, mūsip, kdrveip, vištaip und der gehendere Ortsnamenslokal, der Aliativ, z.B. arkliép, josp, musump, namdp (vgl. LKA III 55—56, Karte Nr. 48); c) aus Ost-Litauen nur in den Sprachgebrauchen von Zietela und Lazūnai wird die athematische Form des Verbs ait oder atti "geht" im 3. Jahrhundert verwendet (vgl. LKA III 89—90, Karte Nr. 87). Aber auch diese Übereinstimmung ist nicht wesentlich, denn diese Form hatten die Litauer von Klein-Litauen, und die West-Semiten haben sich auf ihrer Grundlage ein ganzes Paradigma gebildet. Im Allgemeinen verbinden Lazūnų und Zietelos Sprachgebrauch zahlreiche andere Überschneidungen, z.B. statt būva oder wird die Form būsta verwendet (vgl. LKA III 91, Karte Nr. 84); anstelle von gauja — gausta (siehe LKA III 91—91, Karte Nr. 88); giema, neben Zietela giesti "gieda" (vgl. LKA III 88—89, Karte Nr. 85); Deminutive mit dem Suffix -ūtas, -(1)a, z.B. Lazūnų mergutd, mergūtos, Zietelos kiškūtas, mergucios, vaikūtas; Wort Zdisti, ZdidZia, gespielt 1. schlagen, spielen (Musikinstrumente) 2. spielen (Karten, Schach), 3. rasen, legen usw. 3. Mit den südlichen und südwestlichen Hochdeutschen oder bestimmten Teilen davon verbinden den Zietela-Schnakk einige Besonderheiten: Aus der Phonetik —die gesunden gemischten Diftonge am, an, em, en, z.B. karūpas, langas, penkt, sémt (vgl. LKA II S. 83–88. Nr. 68-71). aus der Morphologie— a) die Verwendung von athematische Verben im Singular der Zukunft, z.B. werde 1 a. "ich werde", aisū "Ich gehe", sage ich "Ich werde es dir sagen" (Bd. LKA Karte III. 104, Nr. 102); b) Einheitspreis für die Verkaufseinheit. 2 a. Form su "Dzūkiška" Endung -ai, z.B. būtai, sakyttai, sūktai, alsuktdi, nur gelegentlich būtum, butumei (Bd. LKA Karte III. 108—109, Nr. 105); c) Deminutiv šu -unkel, z.B. Pferdesohn, Enkelsohn, Enkelsohn, gelegentlich Enkelsohn (Bd. LKA Karte III. 130—131, Nr. 116); d) Suffix für ta allgemeine su Verben -yti Werk, z.B. wachsen, hängen, ljgyti, eilen 129
(siehe Verbreitung des letztgenannten Stammes in LKA III 151, Karte Nr. 142); aus dem Lexikon— a) Innenhof "Garten am Wohnhaus" (siehe LKA I 45, Karte Nr. 9); b) "Längsrinnen, Täler" (vgl. LKA I 178-179, Karte Nr. 103); c) Beförderung "Pferdefahrzeuge, Räder" (siehe LKA I 89-90, Karte Nr. 34). 4. Es gibt noch weitere Merkmale, nach denen sich die Sprechweise der Zietela von der der südlichen und östlichen Hochlauter unterscheidet und mit der der südlichen Oberlauter der westlichen Hochlauter übereinstimmt, sowohl mit den sogenannten Kaunischen als auch mit den ehemaligen Kaunischen. Kleines Litauen in den Gesprächen von Weißhemden und Jacken. Von diesen Gemeinsamkeiten sind einige zu erwähnen: Wesentlich sind die phonetischen Gemeinsamkeiten: a) die verkürzten akuten Vokale a (<*ą<*dan), e (<*¢<*én) bleiben unverändert, z.B. die verkürzten Vokale a, ia und €. inagininko Formen —basamenéia "basnirčia", naktį, pakluone, tada (vgl. LKA II 23—24, 35—36, Karte Nr. 5, 17) und 0 Stammsubstantive vns. b) in der Regel bleiben die Nasenwörter ¢, ¢ (<*an, * en) der Wurzel und des Gliedes unverändert, z. B. grąžtas, grąžtėlis, tėsa "weiter- ", tasidtis, tą kuvą, ranką, pripūvę (vgl. LKA II 61—67, Karte Nr. 44—51). Nur das feststehende Nasal ¢ wird hauptsächlich von der zweistimmigen -az abgelöst, wie in Kleinlitauen, seltener in Kaunas, z.B. geldistuvas "Schleifer", pageldisk "aufschleifen", kaisngs "Grab", kdisnį "Grab", inkdisk "aufknabbern" (Gerullis, Stang 1933: 9,11) und vielleicht a, iair e Stammsubstantive. Die weiße Hand ist wie eine große Kuh. Genauso wie bei den südwestlichen Hochländern wird in Kaunas das Wort drzuolas ausgesprochen (vgl. LKA II 61—62, Karte Nr. 44); c) bei ausgesprochenen festen Doppelbuchstaben £, u + I, m, n, r wird der erste Satz nicht verlängert, z.B. dirbti, kulsim, pilnas, stumti (siehe LKA II 38-39, Karte Nr. 20); d) Bei sekundären Verben des Stammes a mit dem Suffix -ytt wird die Endung y der Zukunftsform 3a nicht verkürzt, z.B. daris, prasys, sakis (vgl. LKA II 60—61, Karte Nr. 42); e) die Zietelische wie die westlichen Oststeier dzücken nicht, d.h. es wird z.B. gesagt, duzja, jaučiai, nakčia || nakčiai, dvi, marti, pati (vgl. LKA II 93—97, Karte Nr. 80); f) immer hart ausgesprochener Konsonant der verkürzten Kommunikation t, z.B. dirbt, nėšt, pjdut (K. Būga schrieb nach diesem t sogar das russische Verhärtungszeichen s —buts, sakyts, siuts (vgl. LKA S. 106–107. Nr. 90). Aus der Morphologie ist der Gebrauch von Momentverben mit dem Suffix -telėti zu erwähnen, z.B. diktelėti, bachteléti "puckeln- ", žviltelėti "blicken" (vgl. LKA III 152, Karte Nr. 143): Südhochdeutsch nur -terėti oder -terti. Von den Südhochdeutschen unterscheidet sich der Zietela-Schnekt auch durch einzelne Wörter (Lexikon): girid "mit Bäumen bedeckter Ort, jeder Wald" (vgl. LKA I 191—192, Karte Nr. 113), vedega "mit gebogener Klinge eine Axt zum Hacken von Beeten und Gehölzen" (vgl. LKA I 87, Karte Nr. 33), sowie verschiedene andere Wörter, deren Verbreitung nicht untersucht wurde, z.B. kartis "langer dünner entwurzelter Baumstamm": südhochdeutsche šatra; "Milch aus den Brustwarzen herausdrücken": Ididyti der südlichen und östlichen Hochland- -Vilnius; mulkti "morgens" (Wort der Dialekte von Kleinlitauen) usw. 130
5. Es gibt nur wenige Merkmale, die das Zietela-Schnekt ausschließlich mit den südlichen Hochländern verbinden. Aus den phonetischen Übereinstimmungen zwischen dem Südhochdeutschen und dem Zietela-Schnekt lässt sich die recht breite Aussprache des durch den Akzent verlängerten Vokals e in allen Silben unabhängig von der Zusammensetzung der nachfolgenden Silbe erkennen, z.B. dest "deda”, gert, geria, kėlia, nėėša, paérnesé, sudčias, vaikėlis, veda, J Rozwadowski transkribiert 'a: d'dga, šilt'ūlis. Wahrscheinlich aufgrund der Kontakte mit den südlichen oder östlichen Oststädtern benutzten einige Zeitela-Schnecken anstelle der nasalen ¢, ¢ 4, Ų, z.B. izčiaust, prispeji "reif", ti~te "dort", tusyi~tasit, oder sie unterlegten, z.B. ciesa~tiesa, ciondik~ éiondik, dzieska~- dieska (sl. ”duonkubilis”), skatdzia- ~skaudzia anstelle von skaūst, skaudi "schmerzt" usw. Aus morphologischer Sicht ist die Gemeinsamkeit zwischen Zietelos $nektai und piety Hochlatinern die Endung -sa der Pluralformen von Ortsund Inesiv, z.B. juosa, klūonuosa, namuosda, savosa pirkiosa, vienuosa marškiniuosa (vgl. LKA III 72—73, Karte Nr. 67), aus lexikalischer Sicht —einige Wörter oder deren Formen, z.B. dirgéle "Nessel" (vgl. LKA I 167—168, Karte Nr. 94), priemnė "Gürtel" (vgl. LKA I 167—168, Karte Nr. 94). Band 38, S. 38. Nr. 5) ir kt 6. Es ist eine große Versuchung, Zietelas Schnecke mit dem sogenannten Nachnamen zu verbinden (nach der alten Dialektklassifikation mit dem südlichen Teil der mittleren Hochlateinischen um Birštonas, Jiezna, Stakliškes). Diese Nachbarschaft gehört dazu! Der Bereich der Verhärtung, der mehrere Nasal-4-Verengungs-Isophone durchquert, umfasst die minierten beafrikanischen Formen (bitių, dudiau), die Deminutive mit dem Suffix -utas (kiškūtas, vaikūtas) usw. Das ganze Problem ist jedoch, dass die Sprache von Zietela mit ihrer Vielfalt von Phänomenen nicht nur in den Bereich des Prädikats eingeschlossen wird. 7. Die Sprechweise der Zietelos beschränkt sich in ihren einzelnen Erscheinungen manchmal nicht auf alle besprochenen Dialekte. Zum Beispiel führt der verlängerte Vokal e des höheren Grades dazu, dass man den Schneeklang von Zietela mit den nördlichen Dialekten des Litauischen in Verbindung bringt: brangesnis, gardasnis, mazasnis. Weitere Besonderheiten, wie die Formen bit, biti "war" im 3. Jahrhundert, sowie die Verwendung des Präpositionsund Präfixes sa anstelle von su, verweisen auf die bereits verschwundenen Kleinlitauischen Sprachgebrauche. Alle hier erwähnten Vergleiche und Annäherungen zwischen den Eigenschaften der Zietela-Schnekte und den Hauptdialekten der litauischen Sprache sind natürlich relativ. Natürlich gibt es zwischen vielen Dingen, die ähnlich sind, einen großen zeitlichen Abstand. Über viele Jahre oder Jahrhunderte hinweg können sich die Gebiete dieser Merkmale stark verändert haben, die Isophone oder Isoglossen, die diese Phänomene trennen oder verbinden, können sich in die eine oder andere Richtung verschoben haben, weil Innovationen entstanden sind. Es fehlt auch nicht an neuen Dingen, vor allem an Fremdwörtern. Daneben gibt es aber auch viele alte Dinge, die in den Hauptdialekten der litauischen Sprache weitgehend nicht mehr vorhanden sind. v Aus dem Vergleich der Eigenschaften der Schnekte von Budingen mit den entsprechenden Phänomenen der Dialekte der östlichen Süden und der westlichen Hochland zeigt sich, dass die Schnekte von Budingen eigenartig ist und mit keinem Dialekt der litauischen Sprache vollständig übereinstimmt. Im Zietela-Sprachgebrauch, wie auch in den nahen südlichen Hochdeutschen Sprachen, verschmelzen gleichsam zwei verschiedene Sprachschichten oder Strömungen: die östlichen (südlichen) Hochdeutschen und die westlichen Hochdeutschen. Der Unterschied zwischen dem Zietela-Schnekt und dem Südhochdeutschen besteht darin, dass der Südhochdeutsche Untergrund von einer dicken Schicht des östlichen Hochdeutschen Dialekts bedeckt ist, während der Südhochdeutsche Untergrund von einer dicken Schicht des östlichen Hochdeutschen Dialekts bedeckt ist. 131
Die Sprache von Zietela ist noch immer von der westlichen Hochdeutsch-Sprache geprägt. Dies zeigt, dass während der Entstehung der Zietela-Schnekta ihre Verbindungen zu den südlichen Hochländern begrenzt waren. II. Wesentlich schwieriger ist die Frage der litauischen Herkunft von Zietela. Bisher wurde vor allem die Ansicht vertreten, dass Zietela ist Preußische Auswanderer gesprochen, von 13. Die Erhaltung a. in der slawischen Umgebung. Diese Meinung wurde um 1276 m. In der Chronik von Ipatius erschien eine Aufzeichnung, dass Traidenis einen Teil der aus der deutschen Sklaverei geflüchteten Preußen untergebracir ht hat jų Grodno, o andere Slanime (PSRL 874) erwähnt. Einige Wissenschaftler dachten über Siegel der Preußen (Keppen) 1927: 39; Volter 1912: 151—160), andere — Süßwasserfische (Jotvingius) (Kaminski 1953: 63; Otrembski 1961: 7—8). Der erste Erforscher des Zietela-Schnecks E. Walter zitiert ir weitere Passagen iš Die Duisburger Chronik, in der die nach der Niederschlagung des preußischen Aufstandes geflüchteten Bewohner der Gebiete Pagudės und Barts beschrieben werden į Litauische Verwaltungsgliederung Er war der erste, der einige besondere Zietelos Schnecke Merkmale, die an West-Weiß erinnern (Volter1912: 152—160). Natürlich kann man die Annahme nicht ausschließen, dass sich um Zietela keine preußischen ar Flüchtlingssiedlungen angesiedelt haben. Vielleicht nur zu unkritisch werden diese Hinweise der Chroniken von den Gelehrten als fertige Antwort auf die į Frage, wo iš über Die Litauer kamen. Niemand stellte die Frage, wie die į westlichen Weißen, die in die slawische Umgebung gelangt waren, sich assimilieren konnten. Als ob es genug wäre Der Name des Fürsten Traidenis von Litauen. Auf der anderen Seite kann nicht bestritten werden, dass diese Rebellen nicht beeinflusst wurden Der Staat į Litauen, zu dem dieses Land gehörte von Mitte a. des 13. Jahrhunderts. Aber im Hinblick auf die Zeit der to Selbstverwaltung ir Verwaltungsapparat (dessen Litauischheit, wenn es überhaupt so war, sehr zu bezweifeln ist) ist eine solche isolierte Verwandlung der Suduben oder Preußen in Litauer (sulietuve-= jims) schwer vorstellbar. Iš Im Wesentlichen ganz anders Die Frage nach der litauischen Herkunft von Zietelas wird von ihr selbst aufgeworfen | Das System der Zietela-Schnekte, seine Beziehungen zu anderen litauischen Dialekten und seine eigene geographische Lage. Geographisch gesehen ist die Sprache von Zietela eine frühere Sprache. in den alten Ländern der Suduwen (Jotvingen oder Zainaven; zu ihren Namen siehe Būga 1961: 126—130; Zajaczkowski 1940: 57—76), die früh von Ostund Westslawen besiedelt wurden. Im 11. Jh. wurden hier nacheinander ostslawische Festungen errichtet: Walkowisk, Slanim, Zditov, Zaslavl, Minsk, Nowgorod, Grodno. — iš Von denen Tribut erhoben wurde, das Christentum predigte, die einheimische Bevölkerung assimilierte. Iš Die į südwestprir eußischen Sudetenländer wurden von den Polen wütend besetzt. Da sie den Widerstand der Preußen und Sudeten nicht alleine brechen konnten, riefen sie 1230 den Kreuzritterorden aus Ungarn zur Hilfe (Dundulis 1968: 38). Speziell gegen die Sudeten wurde 1254 der „Fürst von Galizien, Wolhynien, Masuren“ gebildet. ir Die Allianz des Deutschen Ordens, um die eroberten Länder aufzuteilen“ (Tautavičius 1994: 4). Die Bevölkerungszahl der Stadt nahm allmählich ab. Im Süden unterscheiden die Historiker drei deutlichere Grenzen – den Bug, seinen Nebenfluss Narew (Narvis) und schließlich den Nebenfluss des Narew, den Bebr (Tautavičius 1994: 6). Die Suden wurden im 13. Jh. (kurz vor ihrer Ausrottung) nördlich von Bebra und ko Luupiai, zwischen Nemunas vidurio ir Ramintos girios (Nalepa 1964: 60; 1990, S. 43). Außerhalb dieser Grenzen waren die Söduvieren meist nur Umsiedler (Kamiriskil 1953: 63 Ta-Tä. ; Nalepa 1964: 11—60). Unserer Meinung nach waren diese Grenzen der Suduten eher politisch als ethnisch. In den von den Fremden kolonisierten Ländern blieben zweifellos noch lange Zeit 132
sowohl Litauer als auch Sudeten und Preußen. War es nicht wegen der hier lebenden baltischen Stämme und ihres Widerstandes, dass das südliche Hochland (die Gebiete von Walkawisk, Slanim, Zditov, Nowgorod und Grodno) Schwarzrussland genannt wurde? Die Erinnerung an die im westlichen Teil dieses Gebietes lebenden Süduvien blieb bis ins 19. Jahrhundert erhalten: Mitte des 19. Jahrhunderts 1974: 21—24). Seit langem leben hier Süduvien: und Ortsnamen zeigen. Neben den bekannten Flussnamen des linken Nebenflusses des oberen Bugs, Kšna (aus Kirsna, siehe V. Toporov 1959: 251—261) und den Namen mit dem Stichwort sandu -da (Jaselda, Sokolda; Būga 1961, 601—602), sind auch die Flussnamen Zelva (linker Nebenfluss des Nemuns und Stadt im Landkreis Grodno), Zietela (linker Nebenfluss des Maūčėdies, ehemaliger See und Stadt, heute Diatlovas im Landkreis Grodno), die Dörfer Dainava, Zasėčiai (Bezirk Zietelė) zu erwähnen. Die langjährige Zweisprachigkeit der baltischen Slawen wird durch den Namen des Sees in der Geburtsstadt von A. Mickevičius, Svitezj (oder Svitiazj), bezeugt, den der süduvische Name des Sees im Bezirk Alytus, Svaitingis (Vergleich von A. Nepokupno), für gewöhnlich widerspiegelt. Der Ursprung dieser Hydronyme allein kann nicht mit westbaltischen Einwanderern erklärt werden. In Südlitauen ist es wegen des Konsonanten s anstelle von š wahrscheinlich archaisch (Suduva ist der Flussnamen Visinčia (rechter Nebenfluss der Salta im Kreis Šalčininkai), vgl. Vaistetis (Trakų rj. ežeras), Veisiéjis (Lazdijų rj. ežeras) und Viešintas (Anykščių rj. ežeras), Viešinta (Kupiškio rj. up.) (Skardžius 1973: 70; anders —Vanagas 1981: 388). In den Sprachgebrauchen des Salzachund Wisinger Beckens wird der Diphthong ie häufig mit i gleichgesetzt, z.B. gidéj "sang", emne "Vorland" (vgl. LKA I 38, Karte Nr. 5). Interessant ist, dass sich die Oberläufe des Visinčios vollständig mit den volkssilbischen Doppelsätzen am, an überschneiden. Vielleicht sollte man zu den suduvisky Namen Ortsnamen ohne Afrikaten zählen, z.B. Minditai (Lydos rj. k., vgl. Mindičiai Šiaulių rj. k.), Skubėtai (Vilnius rj. Jašiūnų apyl. k.), Žlaūktai- <* Žliaugta- <* Zliaugta up. (Šalčininkų rj. k.); plg. Pabėtai (Kreis Labguva), Šukėtai (Kreis Šakiai) und andere. Die westbaltischen Sprachelemente sind auch in der Sprache von Zietela erhalten geblieben. Dies sind hauptsächlich solche Merkmale, die an anderer Stelle nicht mehr erhalten sind oder deren Spuren in den vermuteten ehemaligen westlichen baltischen, insbesondere süduvischen Ländern vorkommen. Die meisten von ihnen sind phonetisch. Wie die südlichen Dialekte der westlichen Hochlauter hat auch die Sprache von Zietela das westliche (Suduvische) Vokalsystem am besten erhalten: "Nicht verdunkelte" bereits erwähnte Volkssilben-Diftonge am, an, em, en, nasale 4, ¢, verkürzte akute Enden -a, -e (übrigens verhindert die moderne litauische Alltagssprache, die sich auf der Grundlage der südlichen Patarmien der westlichen Hochlauten — der sogenannten Kapsen, Zanawiki, der heutigen Kauniskie, sowie der Baltsermėgi und Striukai in Kleinlitauen — gebildet hat, manchmal das Verständnis des Archaismus dieser Dialekte); 2. der unvollständige Prozess der Umwandlung des zweistimmigen ei in ie (z.B. sviékas, sviekata, pasviék und sveikas, sveikata, šievė, seltener tiep (<teip), häufiger tep und nur viekest, vikėst "wirkte"; 3. Vielleicht auch die Umwandlung des Vokals u vor, Konsonant v in i in den Wörtern brivai "Augenbrauen", liezivis "Zunge", živis "Fisch" (Volter 1912: 158); 133
4. Unrechtmäßige vns. Abkürzung des Nomenendes, z.B. arklūks "Pferdchen", nteks, vaiks (Būga 1961: 136; Zinkevičius 1987: 262). Zu den typischen Überresten des antiken Konsonantismus gehören: 1. Die korrekte Aussprache des Konsonanten z anstelle von ž in den Wörtern baznyčid, ząsis "gans" oder in der Vermischung zėmė, zi“ md, zivts, zvaizdė, häufiger zveris, zverys, žemė, žūmė, Fema, živis, žvaigždė, seltener žvėris usw. Das Suffix s anstelle von š wird meistens vor dem Vokal v ausgesprochen, z.B. svéntina, sviy(k)ščia, svir(k)ščia neben švėntina, švy(k)ščia, švir(k)ščia "pfeift". Möglicherweise sind die Konsonanten s, z anstelle von š, ž durch die Analogie der entsprechenden Laute in den slawischen Sprachen erhalten geblieben oder entstanden, aber sie können die Rolle des Substrats der westlichen Balten kaum vollständig leugnen. Umso mehr, weil dieses Phänomen auch an den südlichen Randgebieten der südlichen Hochländer (in der Nähe von Druskininkai, Kabeliai usw.) erhalten geblieben ist; 2. Wahrscheinlich ist es ein Archaismus aus der Zeit der Suduten, die Konsonantenverbindungen st(rt.), šč, št, zd ohne die eingefügten Konsonanten k, g zu verwenden (wenn es sich nicht um ein umgekehrtes Phänomen handelt, d.h. um eine Vereinfachung, vgl. Endzelins 1974: 430—431), z.B. dustas, manchmal dukštas, paūštė "Vogel", ryštė "Peitsche" (vgl. preußisches ryste), rūštas, | rūštus "säuerlich- ", skraždė "Schwalbe- ", švirščiamvšvirkščia, žvirždos "Sand, Kies", aber gewöhnlich früh, magst, weich; 3. Das Auftreten des Präfixes j anstelle von v in Personenpronomen vns. in den Adjektivund manchmal Adverb-Formen, z.B. sajim "mit mir", tajim "mit dir", seltener sajip, tajip "mit dir" (vgl. preußisches maim und Lazuny-Schnekt maima, eit maimim, taimim); 4. Unregelmäßige Veränderungen der Konsonanten, von denen die Konsonanten t, d vor den Vokalen der vorderen Reihe etwas häufiger, wie auch in den südlichen Hochländern, in k, g z.B., seltener girgėjau, dž. girdėjau, girsa< dirsa, dirsė, kiltas, dz. Brücke, Pagege, d. Verbrannt, Seide, d.h. itis "Hitze, Feuer, Flamme", oberste, d.h. Oberseite; 5. Begrenzter Gebrauch von Afrikata, z.B. daritio "der Zahn", dantei "die Zähne", gaidiy, gardiū, gaidiūmi "für die Gänse", jautius, ramteis, žodei "die Worte", žodiūs, žodeis, netoli dančio, gaidžių, žodžiais, ganz zu schweigen von den regelmäßigen, durch Analogie erklärbaren Formen - bitių, ėdiau, metiad usw. Einige der hier unter den phonetischen Phänomenen erwähnten Merkmale können als morphologisch betrachtet werden, z. B. o der Stammsubstantive vns. Nominativ mit manchmal verkürzter Endung -as, eigentümliche Personenpronomen vns. In der Form eines Innenverteilers. Bei morphologischen Phänomenen muss man die verbale Konjunktion vns unterscheiden. 2. Person mit der Endung -ai, z.B. būtai, aitai, sakytai. Dass dieses innovative Endstück ausreichend alt ist, zeigt die in den südlichen Hochlauten erhalten gebliebene feste Aussprache und Verbreitung von der Kurischen Nehrung in Kleinlitauen (Gerullis, Stang'as 1933: 48) bis zur Isophon am, an und Zietela im Südosten (LKA III 108—409, Karte Nr. 105), d.h. in den vermuteten ehemaligen Sūduvių Nadruvių und Skalvių Ländern. Aus der Sprache der westbaltischen Stämme ist wahrscheinlich die Form bit(i) des 3. Jahrhunderts geerbt worden (vgl. Lettisch bija "war"), der Präfix i und das Präfix sa(-) usw. Leider wissen wir bisher zu wenig über die Schwäbische Sprache selbst. Heute werden einzelne ihrer Relikte, Archäologien, gejagt. Es wird vermutet, dass die suduvische Sprache eine Zwischensprache zwischen Litauisch und Preußisch war, aber es ist nicht bekannt, wie viele gemeinsame Merkmale sie mit beiden Sprachen behalten hat. Es ist auch nicht bekannt, wie viele 17134
und welche Merkmale die heutigen sudewischen Nachfahren von den neuassimilierten Litauern und Slawen geerbt und erhalten haben. Der Einfluss der Litauer und ihrer Sprache auf die Suduten und ihre nächsten Nachbarn begann vermutlich im 5.-7. Jh. n. Chr., als die Ostslawen in die östlichen (zentralen) baltischen Länder vordringen begannen (Mažiulis 1994: 6). Unter den Westbalten haben sich wahrscheinlich auch zahlreiche litauische Flüchtlinge aus den östlichen Gebieten niedergelassen. In den Wirbel der Bildung der litauischen Nationalität wurden bald auch andere baltische Stämme einbezogen. Offensichtlich waren Anfang des 13. Jahrhunderts, noch vor der Umsiedlung des Kreuzritterordens, zahlreiche Sūduvi, wie auch die Nadruvi und Skalvi ihrer nächsten Nachbarn, bereits stark bewässert oder verschmolzen. Auch der Prozess der Assimilation der Süduwien musste um Zietel herum stattfinden. Es ist möglich, dass durch Zietela zu einer bestimmten Zeit die Grenze zwischen den Suduten und den stark von den Ostslawen unterdrückten Litauern verlief. Das zeigt das Dorf in der Umgebung von Zietela, das zweimal genannt wird – litauisch Dainava und slawisch Jatviazj (Jacvezj). Beide Namen sind ethnonymen Ursprungs und beziehen sich auf denselben Stamm der Suduben. Aus diesem Grund wird die Herkunft der Litauer nicht nur in diesem Dorf, sondern auch in der Umgebung von Zietela mit den in der Ipatius-Chronik genannten preußischen oder suduvierischen Flüchtlingen erklärt. Da sich die Litauer und Suden jedoch schon früh miteinander vermischten, ist es nicht notwendig, nur die Suden als Einheimische zu betrachten. Schließlich werden die Einheimischen als Slawen selbst angesehen. Auf der anderen Seite, wenn es hier auch Dörfer gab, die von aufständischen Suduven gegründet wurden, dann verrät allein der doppelte Name des Dorfes Dainava, dass sie bereits in die litauische oder in die verschmolzene Umgebung ihrer Stammesgenossen aufgestiegen sind. Auf diese Weise haben sich im Laufe der Zeit wohl auch mehr isolierte Siedlungen der Suduwen im Süden und Südwesten (in der Nähe von Gardin, Slama, Valkaviska, Pružany, Baltstogė usw.) verschmolzen. Das zeigt die hier erhaltene beträchtliche Schicht baltischer und litauischer Ortsnamen, Anthroponyme, Schuldwörter und Spuren der baltischen, litauischen Kultur (Nepokupnyj 1976: 5—198; Nepokupnas 1983: 5—199; Laučiūtė 1982: 9—150; Kondratiuk 1985: 10—250; Zinkevičius 1987: 43—135; 1993: 84—89; 1994: 15—23; Gaučas 1988: 195—213; LTE IX: 241). Der Zietela-Litauisch-Dialekt, der früh unter der Herrschaft der Ostslawen (Halitsch-- Volhynie-- Fürsten) und deren kulturellem Umfeld stand, war lange Zeit von den Hauptdialekten der litauischen Sprache getrennt. Ein großer Teil der Pannonien war aufgrund der ständigen Angriffe der Ostslawen und sogar der Tataren und der Kämpfe mit den Suduten und Litauern stark ausgehöhlt und verödet (Lowmianski 1931: 56—57). In den Jahren der Herrschaft des Großfürstentums Litauen, nach Kriegsende, wurden diese Orte wieder besiedelt, nur jetzt meist gemischt. Vom 14. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts erstreckten sich die von den Litauern bewohnten Gebiete zwar nicht immer kompakt bis nach Zietela, aber auch darüber hinaus (vgl. Zinkevičius 1993: 31—39; 1994: 19—23 und die dort beigefügten Karten). Mit der Schwächung des litauischen Staates und der raschen Unterwerfung der litauischen Adelsschicht und Kirche entstanden leider sehr ungünstige Bedingungen für das Überleben der litauischen Sprache. Die Kriege mit Russland und Schweden, insbesondere die brutale Besetzung durch russische Truppen im 17. Jahrhundert, die Hungersnot und mehrere Pestepidemien kosteten viele Menschenleben. Nicht wenige litauische Gebiete zwischen Zietela und den südlichen Hochländern sind verschwunden. Daher haben viele Veränderungen im Südhochdeutschen, die im Garsyno und in anderen Dialekten stattgefunden haben, die Schnecken von Zietela nicht mehr erreicht. 135
