Terminų pateikimas „Dabartinės lietuvių kalbos žodyno“ III leidime
Full text
LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XXXVII (1997)
LEKSIKOGRAFIJOS IR LEKSIKOLOGIJOS PROBLEMOS
Vida ŽILINSKIENĖ
TERMINOLOGIEDARSTELLUNG IN DER 3. AUFLAGE DES „WÖRTERBUCHS DER GEGENWÄRTIGEN LITAUISCHEN SPRACHE“
Das am Institut für Mathematik und Informatik entwickelte Computeranalyseprogramm für die 3. Auflage des „Wörterbuchs der gegenwärtigen litauischen Sprache“ ermöglichte eine eingehende Analyse der Wörter, ihrer Bedeutungen und der konkreten Wörterbuchartikel mit Fachgebietsmarkierungen sowie einen Vergleich einiger davon. Obwohl die im Wörterbuch aufgeführten Termini einen vergleichsweise kleinen Teil davon ausmachen, handelt es sich immerhin um 3940 Wörter und 2248 Bedeutungen oder Wortverbindungen. Die Anzahl der Termini aus den einzelnen Fachgebieten ist wie folgt (die erste Zahl gibt an, wie viele Wörter, Bedeutungen oder Wortverbindungen im Wörterbuch eine Markierung für ein bestimmtes Fachgebiet tragen; die Zahl in Klammern gibt an, wie viele Stichwörter diese Markierung haben):
agr. – 4 (2) | fiziol. – 31 (23) anat. – 148 (91) | fot. – 14 (7) archit. – 27 (14) | geogr. – 130 (74) astr. – 40 (16) | geol. – 64 (43) av. – 13 (4) | geom. – 20 (12) bažn. – 133 (76) | gram. – 89 (54) biol. – 100 (51) | istor. – 407 (248) bot. – 1236 (1057) | kar. – 145 (59) chem. – 186 (62) | kom. – 6 (4) ekon. – 47 (28) | kul. – 71 (59) etnogr. – 219 (55) | lingv. – 204 (115) farm. – 21 (19) | lit. – 115 (51) fil. – 57 (27) | log. – 2 (1) fin. – 18 (11) | mat. – 181 (74) fiz. – 145 (72) | med. – 227 (54) min. – 4 (4) | stat. – 40 (26) mit. – 34 (15) | teatr. – 21 (7) muz. – 181 (103) | tech. – 592 (430) polit. – 54 (37) | teis. – 98 (49) psich. – 17 (7) | tekst. – 3 (1) relig. – 9 (2) | vet. – 12 (6) spec. – 77 (31) | zool. – 796 (657) sport. – 141 (95) | žemd. – 9 (7)
Aus den angegebenen Daten ist sehr deutlich ersichtlich, dass die Anzahl der Termini aus den einzelnen Fachgebieten stark variiert: Einige sind nur mit wenigen vertreten (agr., kom., log., min., tekst.),
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andere hingegen mit Hunderten (bot., lingv., muz., istor., tech., zool.). Obwohl die Liste der Abkürzungen die Markierung ped. (Pädagogik) enthält, gibt es im Wörterbuch kein einziges Wort und keine einzige Bedeutung, die mit dieser Abkürzung gekennzeichnet wäre.
Bei der Durchsicht der Fachgebietstermini, von denen jeweils nur wenige verzeichnet sind, wird klar, dass das Wörterbuch tatsächlich wesentlich mehr Wörter enthält, die ebenfalls als Termini gekennzeichnet werden sollten. Zum Beispiel trägt predikatas die Markierung log. (Logik). Wenn die Logik eine Wissenschaft ist, die die Gesetze des Denkens und Schließens sowie dessen Formen untersucht1, hätten mindestens dedukcija (Ableitung einer Entscheidung aus einer anderen nach den Gesetzen der Logik), die erste Bedeutung von indukcijos (Gewinnung von Schlussfolgerungen aus einzelnen Aussagen; Gegenteil: Deduktion) oder die dritte Bedeutung von subjekto (logischer Akteur) diese Markierung tragen können.
Wenn die Markierung min. (Mineralogie) die Wörter agatas, ametistas, piritas, žėrutis tragen, stellt sich die Frage, warum diese Markierung beispielsweise bei deimantas, granitas, korundas, smar agdas und vielen ähnlichen Wörtern fehlt.
Die Markierung tekst. (Textilwesen) tragen: karšinys (Wollband, das aus der Krempelmaschine kommt), die dritte (im Folgenden durch Ziffern angegebene) Bedeutung von atspaudo (Fleck auf einem zu früh gefalteten Stoff, entstanden durch nicht getrocknete Druckfarben) sowie die dritte Bedeutung von prorėtos (Reihe ausgedünnter Maschen). Vergleicht man dieses Wort und diese Bedeutungen, wird völlig klar, dass es sich um recht unterschiedliche Begriffe handelt. Für sie ist diese Markierung natürlich passend; wenn Textilien jedoch Stoffe sind, warum tragen dann zahlreiche im Wörterbuch aufgeführte Stoffbezeichnungen die Markierung tekst. nicht, zum Beispiel aksomas, 2 atlasas, bajus, batistas, drapas, drobė, gelumbė, krepas, milas, satinas und andere. Außerdem gibt es einige Wörter für Stoffe, die nach ihrer Webart benannt sind: aštuonny tis, dešim tytis, devynianytis, dviny tis, triny tis; von ihnen trägt nur dešimtytis die Markierung etnogr. (Ethnografie). Es gibt auch entsprechende Adjektive: aštuonnytas, -a, dešimtnytas, -a, dvylikanytis, -ė, triny tas, -a.
Bei näherer Untersuchung der Termini aus verwandten Fachgebieten oder aus einer Wissenschaft und einem ihrer Teilgebiete zeigt sich, dass es zahlreiche Uneinheitlichkeiten gibt. Sie finden sich sogar unter den linguistischen und grammatischen Termini2, obwohl jedem Sprachwissenschaftler klar ist, was ein grammatischer und was ein linguistischer Terminus ist.
Ähnliches ist bei der Kennzeichnung von Geometrie- (einem Teilgebiet der Mathematik) und Mathematiktermini geschehen. Nur alle im Wörterbuch vorkommenden Bezeichnungen trigonometrischer Funktionen tragen die Markierung mat.: kosinusas, sinusas, kontangentas, tangentas, kosekantas, sekantas. Einige Bezeichnungen mathematischer Teilgebiete tragen die Markierung mat. – algebra, aritmetika –, andere wiederum tragen keinerlei Markierung – geometrija, trigonometrija, stereometrija.
Wie bei den linguistischen || grammatischen Termini gelten auch im Fall von Mathematik || Geometrie bestimmte Adjektive und Verben als Termini. Es gibt völlig gleiche Adjektive und Verben, die als Terminus
1 Wörterbuch der heutigen litauischen Sprache. 3. Aufl., Vilnius: Wissenschafts- und Enzyklopädieverlag, 1993.
2 Plačiau žr.: Ž i l i n s k i e n ė V. 1995: “Dabartinės lietuvių kalbos žodyno” III leidimo terminai. – Leksikografijos problemos: semantika, etimologija, terminų faktų pateikimas, žodynų sudarymo principai. Konferencijos pranešimų tezės. 1995 m. kovo 16–17 d., Vilnius, 37–39.
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hat keine Kennzeichnung. Zum Beispiel: gleichnamig, -e, ungleichnamig, -e, teilbar, -e ist mit mat. gekennzeichnet, während algebraisch, -e, differential, -e, kegelförmig, -e, quadratisch, -e in der zweiten Bedeutung (im Folgenden 2. Bed.), parallel in der 1. Bed., periodisch in der 2. Bed., wahrscheinlich, -e, gebrochen, -e, vektoriell, -e keine Kennzeichnung haben. Die Wörter: differenzieren in der 2. Bed., umschreiben in der 2. Bed., teilen in der 3. Bed., multiplizieren in der 3. Bed., vereinfachen in der 3. Bed., vergrößern in der 3. Bed., vereinfachen in der 3. Bed., kürzen in der 9. Bed., sind mit mat. gekennzeichnet, während definieren in der 1. Bed., abziehen in der 1. Bed., zeichnen in der 2. Bed., gleichnamig machen, auf einen gemeinsamen Nenner bringen, addieren in der 5. Bed., dividieren in der 3. Bed., multiplizieren in der 2. Bed., logarithmieren, miteinander multiplizieren keinerlei Kennzeichnung haben.
Die Kennzeichnung von Wörtern, die genau geometrische Figuren oder bestimmte Elemente davon bezeichnen, ist völlig durcheinandergeraten. Vergleichen wir:
facettiert geom. Winkel 2. mat. 1 Viereck 1 Vieleck geom. Würfel mat. 1 Fünfeck Quader geom. Kegel 2. mat. 1 Sechseck 1 Tetraeder geom. Parallelogramm mat. Pyramide 1. mat. Dreieck mat. Raute mat. 1 Rechteck mat. 1 Dreieck mat. Trapez 1 mat.
Ebenso völlig durcheinander:
Kreis geom. Hyperbel 2. mat. Zylinder 1. geom. Kegelstumpf 3. mat. Ellipse 1. geom. Parabel 1. mat. Ausschnitt 2. geom. Zylinder 6. mat. Radius 4. geom. Kugel 1. mat. Durchmesser mat. Kreis 2. mat.
Auch die Kennzeichnung verschiedener Linientypen (die ebenfalls der Geometrie zuzuordnen sind) unterscheidet sich stark:
Höhe geom. Transversale mat. Vertikale Horizontale geom. Seite mat. Horizontale 1. geom. Kurve mat. Diagonale geom. Polygonzug mat. Hypotenuse geom. Linie 1. mat. Schräge mat. Halbwinkel mat. Halbseite mat. Senkrechte mat.
Es gibt noch zahlreiche Wörter oder Wortbedeutungen, deren Definitionen zeigen, dass es sich um mathematische Fachbegriffe handelt, die jedoch keine Kennzeichnung mat. tragen, z. B.: Raum in der 2. Bed., ungerade, -e, Programm in der 5. Bed., Mittelwert in der 1. Bed., durchschnittlich, -e, mitteln und Ähnliches.
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Es ist leicht zu unterscheiden, wo Geometrie- und wo Mathematiktermini vorliegen; die Abweichungen sind offenbar auf die Fülle dieses Materials zurückzuführen.
Ein ähnliches Verhältnis, wie es zwischen den Termini aus Grammatik || Linguistik oder Geometrie || Mathematik besteht, sollte offenbar auch zwischen den Termini aus Agronomie und Landwirtschaft bestehen. Im untersuchten Wörterbuch heißt es:
Agronomie Landwirtschaftswissenschaft
Landwirtschaft 1. Bearbeitung des Bodens, Agrarwirtschaft, 2. Wissenschaft von der Bodenbearbeitung.
Daraus würde folgen, dass der Begriff Agronomie enger ist und nur der 2. Bedeutung von Landwirtschaft entspricht. Vergleichen wir, welche Wörter oder Bedeutungen mit den fraglichen Sachgebietsangaben versehen sind:
Kultur 4. Agr.jaura 3. Landw.lizdas 9. Agr.kūlēnas Landw.Mulch Agr.kūlykla Landw.Veredelungsunterlage Agr.Kultivator Landw.pagraža Landw.riekė 2. Landw.Fruchtfolge Landw.trašomaina Landw.Grünmasse Landw.
Vor allem wird anhand dieser konkreten Wörter deutlich, dass das Verhältnis zwischen Agr. || Landw. nicht dem Verhältnis eines engeren Begriffs zu einem weiteren entspricht.
Zweitens: Wenn Agronomie die Wissenschaft von der Landwirtschaft ist, müsste dann offenbar zumindest Folgendes die Sachgebietsangabe Agr. tragen:
Agrotechnik System des Anbaus landwirtschaftlicher KulturpflanzenGartenbau Wissenschaft und Gewerbe des Anlegens von Gemüsegärten und des GemüseanbausBodenkunde Wissenschaft vom BodenObstbau Anbau von Obstgärten, Wissenschaft des Obstbaus
Ähnliche Wörter ließen sich leicht noch weitere finden.
Drittens: Wenn die Unterlage (die Pflanze, auf die gepfropft wird) die Sachgebietsangabe Agr. trägt, warum trägt dann der Edelreis (1. ein gepfropfter junger Baum. 2. siehe Edelreis) diese Angabe nicht, während der Edelreis (ein mit Knospen versehener Zweig, der auf eine andere Pflanze gepfropft wird) die Sachgebietsangabe Bot. (Botanik) trägt?
Warum ist Mulch mit Agr. gekennzeichnet? Offenbar wäre hier die Sachgebietsangabe Landw. passender; dann müsste diese Angabe aber auch bei den Wörtern Kompost, Dünger 1. Bedeutung, Düngemittel 1. Bedeutung usw. stehen. Umso mehr, als Gründüngung die Sachgebietsangabe Landw. trägt.
Auch die landwirtschaftlichen Termini wirken merkwürdig, wenn sie alle an einem Ort stehen.
Wenn die Dreschtenne als landwirtschaftlicher Terminus gilt, wären offenbar auch daržinė, jauja 2., 3. Bedeutung, klojimas 2., 3. Bedeutung, kluonas 1. Bedeutung usw. keineswegs schlechtere Termini. Wenn der Kultivator ein landwirtschaftlicher Terminus ist, müssten auch andere Maschinen oder Werkzeuge, die bei landwirtschaftlichen Arbeiten verwendet werden, diese Sachgebietsangabe tragen. Doch weder der Mähdrescher noch der Traktor, weder der Pflug noch die Egge oder Ähnliches tragen diese Angabe, während der Mähdrescher die Sachgebietsangabe Tech. (Technik) trägt. Allgemein kommt die Sachgebietsangabe Tech. vielerorts
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überschneidet sich mit anderen Markierungen, insbesondere phys. (Physik). Vielleicht wäre es bei der Erstellung eines neuen Wörterbuchs besser, alle Maschinen mit tech. oder sogar mit zwei Markierungen zu kennzeichnen.
Es ist unklar, wodurch das Wort pagražą (ein Feld, auf dem man bei der Bearbeitung umkehrt) die Markierung landw. verdient hat, wenn dirva, arimas 2 Bed., armuo 1 Bed., avižiena, dobilieną, kvietiena, rugiena 1 Bed. usw. nicht als Termini gelten. Diese Markierung würde, wie es scheint, auch zu den Wörtern sėja 1. und 2. Bed., antsėlis, įsėlis passen. Außerdem sei daran erinnert, dass im Wörterbuch alle Getreidebezeichnungen in der Singularform angegeben sind und die Markierung bot. tragen.
Aus den angeführten Überlegungen ließe sich schließen, dass die Markierung landw. ausreichen würde und viel mehr Wörter und Bedeutungen sie tragen könnten.
Sehr ähnliche Unklarheiten finden sich beim Vergleich kirchlicher und religiöser Termini. Im Wörterbuch steht:
bažnyčia 1. Gotteshaus (meist katholisch und protestantisch). 2. christliche Religionsgemeinschaft: Romos katalikų b. Stačiatikių b.
kirchlich, -e → Kirche
religija Glaube an die Existenz übernatürlicher Kräfte (Gott oder Götter, Geister usw.), Religion: Krikščionių, musulmonų r.
religiös, -e → Religion
Daraus ließe sich schließen, dass religija ein weiter gefasster Begriff ist als bažnyčia, also auch religinis ein weiter gefasster Begriff als bažnytinis.
Nach Durchsicht der 9 religiösen und 133 kirchlichen Termini im Wörterbuch lässt sich zunächst sagen, dass die Markierung kirchl. konsequent wohl nur bei den Bezeichnungen für liturgische Gewänder von Geistlichen und für kirchliche Feiertage verwendet wird.
Die Kennzeichnung anderer Wörter ist dagegen schwer nachzuvollziehen. Wenn einige Wörter einer bestimmten Semantik die Markierung kirchl. tragen, sind andere, offenbar völlig analoge, nicht gekennzeichnet. Vergleichen wir: dekanas 2. Bed., diakonas, kapelionas 1. Bed., klebonas, klierikas, vikaras tragen die Markierung kirchl., während altaristas, arkivyskupas, kunigas 1. Bed., legatas, pastorius (Markierung Buchspr.), popiežius, vyskupas überhaupt keine Markierung haben.
Alle Bezeichnungen für Mönchsorden und ihre Mitglieder sind ohne Markierung, doch brolija 3. Bed., brolis 4. Bed., sesuo 3. Bed., vienuolynas, vienuolis tragen die Markierung kirchl.
Es gibt auch Verben, die als kirchliche Termini gelten, z. B.: gavėti 1. Bed. (vgl. gavėnia kirchl.), išganyti 4. Bed., išrišti 2. Bed., kanonizuoti 1. Bed., melsti 2. Bed., melstis, pakrikštyti 1. Bed., pasninkauti, pašventinti 1. Bed., perkrikštyti, peržegnoti 1. Bed., poteriauti 1. Bed., žegnoti; dagegen sind išventinti, klebonauti, krikščioninti, kunigauti, pastorauti, vik arauti, vyskupauti ohne jegliche Markierung angegeben, während krikštyti 1 bereits die Markierung rel. trägt. Es scheint also, als würde man durch Hinzufügen eines Präfixes von einem religiösen zu einem kirchlichen Terminus oder von einem Nichtterminus zu einem Terminus übergehen.
Beim Vergleich von Wortbedeutungen oder Wörtern untereinander (asketas 1. Bed., asketizmas 1. Bed., auka 4. Bed., aureolė 1. Bed., Dievas, krikštas 1. Bed., krikštyti 1. Bed., siela 3. Bed.), die die Markierung rel. tragen, ist überhaupt nicht zu erkennen, nach welchem Kriterium sie hinzugefügt wurde. Vielleicht könnte diese Markierung auch zur Kennzeichnung der Bezeichnungen anderer (nichtchristlicher) Religionen und ähnlicher damit zusammenhängender Wörter dienen, z. B. budizmas, islamas usw.
Offenbar könnten nur folgende Fachleute religiöse und kirchliche Termini sachkundig unterscheiden
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Fachleute des Bereichs oder vielleicht würde eine weiter gefasste Bedeutung von „Rel.“ genügen. Andererseits scheint es, dass im Wörterbuch fast doppelt so viele Wörter aus einem ähnlichen Bereich vorkommen, wie gekennzeichnet sind. Von solchen kann man nennen: Altar, Zölibat, Calvinismus, Kanon 4 Vorkommen, Konfession, Christentum, Kreuz 1 Vorkommen, Liturgie, Protestantismus, Reformation, Synode, Orthodoxie und Ähnliches.
Nach der Untersuchung der Architektur- und Baubegriffe kommt erneut der Gedanke auf, dass man sie entweder strenger (wenn möglich) voneinander unterscheiden oder die weiter gefasste Bedeutungsangabe stat. beibehalten sollte.
Im Wörterbuch ist nur ein Wort, Bogen, doppelt mit „Archit.“ und „Bauw.“ gekennzeichnet, doch fallen sofort auch andere ähnliche Wörter ins Auge, die jeweils nur eine Kennzeichnung tragen, z. B.: Sockel, Fassade, Säule 1 Vorkommen, Nische – „Archit.“, Fachwerkbinder 3 Vorkommen, Gewölbe, Bogen 2 Vorkommen – „Bauw.“, während Arabeske 1 Vorkommen, Balustrade, Balkon 1 Vorkommen, Galerie 3 Vorkommen, Kirchenschiff, Passage 1 Vorkommen usw. keinerlei Kennzeichnung aufweisen. Architektur- und Kunststile sind uneinheitlich angegeben: Gotik ist mit „Archit.“ gekennzeichnet, während Barock, Klassizismus, Neugotik, Neoklassizismus, Rokoko keinerlei Kennzeichnungen haben; vielleicht deshalb, weil in den Definitionen der letztgenannten vier Wörter nur von einer Kunstrichtung oder einem Stil die Rede ist.
Unklar ist, warum skersstaktis 1 r. (Bogenstütze) und viršulangis (oberer Fensterabschnitt) die Kennzeichnung archit. tragen, während etwa santvara (Konstruktion verbundener Säulen), sąrama (Sturz einer Fenster- oder Türöffnung) und statramstis (senkrecht stehende Stütze) als Baubegriffe gelten.
Unter den gekennzeichneten Baubegriffen finden sich einige Bezeichnungen für Baumaterialien: plaušamolis, skalda 1 r., skaldinėlis, užpilas 1 r., užpildas; sehr viele solcher Materialbezeichnungen haben jedoch keinerlei Kennzeichnung, z. B.: akmenbetonis, alebastras, asbestcementis, betonas, bitumas, cementas 1 r., cementbetonis, gipscementis, kalkės, keramzitas, keramzitbetonis, molbetonis, monolitas 2 r., plienbetonis, putbetonis, ruberoidas und andere.
Ebenfalls finden sich unter den gekennzeichneten Begriffen dieses Bereichs zahlreiche Wörter für verschiedene Bauteile, z. B.: atotrauka 2 r., laiptatakis, lovys 3 r., pagrindas 1 r., perdanga 1 r., stoglatakis, stogvamzdis und andere; sehr viele offenbar ähnliche Wörter haben jedoch keine fachsprachliche Kennzeichnung, z. B.: čerpe 1 r., dailylentė, driblentė 1 r., gegnė, grebėstas, klojinys 3 r., konstrukcija 2 r., pamatas 1 r., sąspara 1 und 2 r., sija, sijynas. Würde man diese Wörter sorgfältig zusammentragen, ergäben sich sehr viel mehr Baubegriffe.
Bei der Durchsicht der mit spec. (speziell) gekennzeichneten Wörter ist völlig unklar, um welche Wörter oder Bedeutungen es sich handelt. Besonders fallen die Verben mit dieser Kennzeichnung auf. Vergleichen wir sie: apmok estinti, apmiutinti, apsėklinti, gyslinėti, įdarbinti, išgyslinėti, iškaulinėti, kaulinėti, 2 mielinti, nuskaityti 5 r., senėti 2 r., vesti 6 r. Ebenso ist völlig unklar, was die folgenden mit dieser Kennzeichnung versehenen Wörter gemeinsam haben: apnaša, 1 dvitaškis 1 r., fašina, galvomatis, glitimas, kilnybė 2 r., mėlynė 3 r., monopolis 1 r., raštas 8 r., sluoksna 2 r., vandentalpa.
Außerdem tragen einige eindeutige physikalische Fachbegriffe diese Kennzeichnung, z. B. dažnis, deformacija, jautris, 2 mazgas, nuokrypis, vier Geräte – malūnas 2 r., turbogražtas, turbogeneratorius, turbokompresorius, sowie die Bezeichnungen zweier Wissenschaftszweige – iša-
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lotyra, knygotyra (die übrigen 27 Wörter mit dem Bestandteil –tyra haben keinerlei Kennzeichnung, während ledotyra die Kennzeichnung geogr. (Geografie) trägt.
Vielleicht bildet nur eine klarere Gruppe die Bedeutungen von Wörtern, die gleichsam allgemeine wissenschaftliche Begriffe bezeichnen: ašis 2 B., būsena 2 B., deklaracija 2 B., efektas 3 B., eilė 5 B., figūra 3 B., filtras 2 B., fonas 3 B., formulė 2 B., frakcija 3 B., gardelė 2 B., grupė 3 B., informacija 2 B., poslinkis 1 B., slenkstis 7 B., taškas 5 und 7 B., žingsnis 4 B. usw. Doch dann müssten auch diese Wörter oder ihre Bedeutungen entsprechende Kennzeichnungen erhalten, z. B.: arealas, bandymas 2 B., ciklas, diagrama, doktrina, eksperimentas, fazė, genezė, grafikas, hierarchija, hipotezė, išvada, katalogas, klasė 3 B., klasifikacija, komponentas, metodas, pogrupis, pokytis, problema, procesas 1 B., prognozė und viele andere.
Die Abgrenzung zwischen physikalischen und technischen Fachbegriffen ist sehr unklar: Einige Messgeräte, z. B. ampermetras, manometras, vatmetras, tragen die Kennzeichnung phys., andere, z. B. aukščiomatis, dažniamatis, dinamometras, voltmetras, die Kennzeichnung tech., und wieder andere, z. B. barometras, chronometras, drėgmėmatis, kolorimetras, haben überhaupt keine Kennzeichnung.
Da es jedoch Hunderte solcher Wörter gibt, sollten sie in einer eigenen Arbeit analysiert werden.
Hier wäre vielleicht noch anzumerken, dass Maßeinheiten, die gelegentlich mit phys. oder tech. oder anders gekennzeichnet sind, meist jedoch überhaupt keine Kennzeichnung haben, eine Kennzeichnung (z. B. Metrologie) erhalten könnten. Vergleichen wir: amperas, mikrometras 2 B., omas, vatas, voltas sind mit phys. gekennzeichnet; mylia, svaras 2 B. hist.; 2 mazgas – spec.; šviesmetis – astr.; 1 aras 1 B., 3 baras, centimetras, colis, decibelas, decimetras, 1 gramas, hektaras, hercas, kilogramas, kilovatas sind nicht gekennzeichnet.
Es sei betont, dass diese Terminusanalyse nicht dazu vorgelegt wurde, die vielen Unregelmäßigkeiten zwischen Wörtern zu zeigen, die mit Fachgebietskennzeichnungen versehen sind. Es ist durchaus verständlich, dass ein Mensch in seinem Kopf nicht eine solche Vielzahl von Wörtern sammeln und systematisieren kann. Das eigens für die Wörterbuchanalyse erstellte Programm ermöglicht es jedoch gerade, Wörter anhand entsprechender Kennzeichnungen mühelos zusammenzustellen oder ihnen sogar solche hinzuzufügen und sie anschließend danach zu sortieren; danach müssen die Wörter nur noch verglichen und gegebenenfalls korrigiert werden. Außerdem können nach der Auswahl der Fachtermini diese leicht von Fachleuten der jeweiligen Bereiche überprüft werden, und auch Wörterbuchredakteure können Artikel zu Termini einzelner Fachgebiete leichter finden, sie inhaltlich und formal vergleichen und vereinheitlichen.
DARSTELLUNG DER TERMINI IN DER DRITTEN AUSGABE DES „DABARTINĖS LIETUVIŲ KALBOS ŽODYNAS“
Zusammenfassung
Der Beitrag soll zeigen, wie das am Institut für Mathematik und Informatik entwickelte Computeranalyseprogramm für die 3. Ausgabe des „Dabartinės lietuvių kalbos žodynas“ neue Möglichkeiten zur Analyse von Wörtern und ihren Bedeutungen mit bestimmten Kennzeichnungen bietet. Behandelt werden die Termini der Agronomie, Architektur, Geometrie, Logik, Mathematik, Mineralogie, Religion, des Bauwesens, der Textilwirtschaft, der Landwirtschaft sowie Fachtermini. Die Termini verwandter Wissenschaftsbereiche werden verglichen.
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