Kai kurie intarpinių ir sta-kamienių veiksmažodžių semantinės raidos bruožai
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LITAUISCH KALBOTYROS FRAGEN XL (1998) Dahlie PAKALNIŠKIENĖ Universität Klaipėda KAI Kurie INTERPRETER IR STA-STEIN VERBEN SEMANTINES RAIDOS BRUOZAI Die in der litauischen Sprache vorkommenden sta-stammigen Verben ir zeichnen sich durch eine besondere Semantik, morphologische Struktur und morphonologische Eigenschaften der Wurzel aus. Eine große Anzahl dieser Verben (nach verschiedenen Quellen, jų ist über bestimmte 1000) Stufen gebildet, neue Merkmale zu erwerben, während archaische ir Eigenschaften erhalten Dieser Artikel 1996). befasst sich mit einigen Besonderheiten der semantischen Entwicklung der in Rede stehenden Verben. 1. In den ir ostbaltischen Sprachen haben die intransitiven sta-stammigen Verben spezifische Funktionen, so dass es zweifellos eine besonders wichtige Rolle bei der Entstehung der ostbaltischen intransitiven sta-stammigen Verben der kategorialen Semantik ir zugeschrieben werden kann. Daher ist es notwendig, die Entwicklungsphasen der abstrakten Semantik sehr kurz aufzuzählen. 1.1. Nach Ansicht vieler Forscher (Kuiper 1937: 202-203; Kolln 1969: 26; 1968: 333), eine der alten Bedeutungen des Intarsiens —terminativinė. Die Verben der indoeuropäischen Sprachen bezeichneten eine bestimmte Zeitdauer und unterschieden sich von anderen Verben durch einen Aspekt der kategorischen Semantik – die Art der Handlung. Ein weiterer Aspekt der kategorischen Semantik – die Aktivität des Akteurs und die Beziehung zum Objekt waren in dieser Phase unwichtiir g: Interjektive Verben konnten sowohl eine aktive als auch eine spontane Handlung bezeichnen. 1.2. In den ostbaltischen Sprachen hat der Intars, wie auch der Formant sta, eine neue — mutative Bedeutung erlangt, deren Entstehung mit der Bildung von diatesischen oppositionellen Verbpaaren verbunden ist. In anderen indoeuropäischen Sprachen hatte die Diathese keine Bedeutung, viel wichtiger war der Charakter der Handlung. In den östlichen baltischen Sprachen haben sich einige Wurzeln mit Vokalwechseln im Hinblick auf die Diathese differenziert, z.B.: verčia /virsta, leitkia | liūiksta, daūžia | dūžta, smeigia | sminga usw. Unter den Mitgliedern der Opposition entwickelte sich eine kategorische semantische Opposition causativa | resultativa. 1.3. Auf der Grundlage dieser Opposition entwickelte sich in der litauischen Sprache auch die neue semantische Aktionsopposition durativa- /terminativa, deren Mitglieder sich in ihrer kategorischen Semantik nach der Art der Handlung (Verben mit unbestimmter und bestimmter Dauer) differenzierten, zum Beispiel: šaukia | -šurika, kvėpia | kvimpa, žiba | žimba usw. 55
2. Zusammen mit der kategorischen Form entwickelte sich auch eine eigene spezifische Semantik der fraglichen Verben. Die Mitglieder der Opposition causativa | resultativa weisen die Bedeutung der Strukturveränderung | Veränderung auf, gewöhnlich Zerbrechen, Zerstören, Biegen, Einstürzen, Biegen (andere Bedeutungen — Bewegung, physiologische oder psychische Prozesse, Besitzverhältnisse — sind selten). Diese lexikalische Semantik passte sehr gut zur Verzweigung von Wurzeln mit Vokalwechseln — die kategorialen Bedeutungen der Verben trennten sich streng in Bezug auf die Diathese, z.B.: smeigia (Wirkung, aktive Handlung, z.B. mechanisch) /smifiga (Ergebnis, selbsttätige Handlung). Einige interjektive und sta-stammige Verben, die eine Änderung der Struktur bedeuten, neigen dazu, neue Bedeutungen zu erwerben. Oppositionelle Verbpaare beginnen sich durch lexikalische semantische Gruppen zu unterscheiden. Es scheint, dass die beobachteten semantischen Veränderungen nicht zufällig sind, man kann bestimmte Regelmäßigkeiten, Tendenzen erkennen. 2.1. Häufig wird die semantische Struktur der Verben der Strukturveränderung durch Bedeutungen psychischer oder physiologischer Prozesse ergänzt (etwa 10 Prozent der untersuchten Resultative haben dieses Merkmal). Üblicherweise bedeuten die ia-stammigen Kausativen eine mechanische, zerstörerische Handlung, die 0-intermediären bzw. sta-stammigen Resultative —Irima, Fallen, Biegen. Aber neben diesen erscheinen auch die erwähnten Bedeutungen der psychischen oder physiologischen Prozesse, z.B.: 1 riékti, riėkia, riėkė „eine Scheibe Brot oder Kuchen vom Brot schneiden; den Boden aufzubrechen; zum ersten Mal oder- ? /2 rikti, rifika, riko ‚zusammenbrechen; aussteigen; Fehler zu machen; Verwirrung; 3 rikti, riksta, riko “das Böse tun, frech sein, wütend sein, sich aufregen” (la. riekt, riecu, riecu “riekti’ /rikt, rikst, rika “sich irren, sich verirren- ”); Schweigen, Schweigen, Schweigen “zu schweigen; Schläge; töten' /svigti, svifiga, svigo “interessiert sein, sehr wollen, einschnuppern’; knallen, knallen, knallte “einen Knall geben; muss; sviesti' /sprigti, sprYgsta, sprygo ‚aSaroti- ‘; miėšti, miésia, miėšė “daryti mišinį; Rühren; schlanker; Du wirst dich fühlen wie... /mišti, mysta //mifiša // miūišta, miso sich miteinander verbinden, sich vermischen; Schreien, zerreißen...' ; griėžti, griėžia, griėžė “pjauti, rėžti, brėžti' /1 grižti, grizta, grižo ‘susibarti, susirieti; pamilti“; rčižti, réiZia, réižė "die Muskeln des gerichteten Körperteils anspannen" /rezžtis, réžtasi, rėžosi "fest entscheiden, was zu tun ist; 'zu bestimmen'; strecken, strecken, strecken ", um nach oben zu heben; fortsetzen, ziehen, stiMpa //stipsta //stempa || stimpsta //"stypsta, stipo ‚aufhören zu leben; sterben; Hunger, Hunger, Kälte ertragen; stirti, verhärten' (lat. strept, stiepju, stiepu ‚strecken, ziehen, ausdehnen' /stipt, stipstu //stipu, stipu ‚verhärten, verhärten'); schreien, schreien, schrie “zu beschädigen, zu zerstören; verschmutzen, schmieren / stören, reiben, triko “reißen, rutschen, zerreißen; mišti, šlelti"; remit, unterstützen, unterstützt “eine Säule zu setzen, zu treten; Lagerung; steig’ /1 ernst nehmen, ernst werden, reimen "ruhig sein, sich ruhig machen; aufhören, sich zu bewegen, Lärm zu machen', 2 ernst nehmen, sich beruhigen, sich stützen (la.*remt, remju, rėmu ‘stützen’ /ernst nehmen, sich beruhigen, sich stützen ‘sich beruhigen’); vertreiben, vertreiben, vertrieben “weit wegtreiben, verdrängen, entfernen; trammen... /trimti, trimsta, trimo ‘ernst nehmen; Aufhören, aufhören... (lat. tremt, tremju, trému „mit den Füßen schütteln“; grūsti, riti, plukti ‚drücken, reiben, schütteln‘/trimt, trimstu, trimu „zittern- “); brennen, brennen, verschmutzen "verschmutzen, 56
abscheulich; naikinti, gadinti' /1 dirgti, dirgsta, dirgo ‘dergiamam būti, šlapti; lysti, menkti; ...tvirkti, gesti, dykti, lepti'; 2 smélgti, smélgia, smélge ‘verdunkeln, verdunkeln’ /1 smilgti, "Bmilgšta, smilgo “schmerzlich fühlen”, 2 smilgti, smilgsta, smilgo “schmerzen, schlagen- ’; vängti, véngia, vénge “versuchen, sich zu entziehen, zu fürchten” /-vingti, -vingsta, -vingo “auszubrechen, auszusteigen” (vgl. Windung ‘iSlinkimas’, also die alte Bedeutung von vängti war ‘biegen’ < id. *uengh-‘- biegen’); praūsti, praiisia, praiisé “vandeniu valyti, mazgoti, plauti (veidą)...' /prūsti, prūsta //prufisa, prūso ‚zwischen; wachsen, stärker werden; gehen klug, erziehen; dykti' (lat. praiistiés, praiisuds, praisuds ‚dicker, größer, stärker werden’); bldiisti, blaūsia, blaūsė ‚schleichen, schleichen' /blūsti, blūsta //blūsa, blūso ‚schleichen; Augen merktis’, 1 bliesti, blūsta, blūso *u.a. ' ; 1 knobti, kndbia, knobė “schneiden (mit dem Schnabel- ), werfen” /2 knobti, knobsta, knobo “abschneiden, die Nase runterlassen”; 1 kropti, kropia, krépé “schwer, mit großer Anstrengung etwas zu tun (“*krapstyti’”), /2 kropti, krépsta, kropo “verschwinden, schrumpfen’; 1 skrobti, skrobia, skrobe ‘zu greifen’ /2 skrobti, skrobsta, skrobo “trocknen, schrumpfen, anfassen” (lat. skrabt, skrabju, skrabu; skrabt, skrabstu || skrabu, skrabu ‘zu greifen, zu greifen’); 1 risti, krūša, krūšo ‘Grusti in getretenen Körnern; daužyti, plukti' /kriisti, krūšta, kriūšo "lysti, blogti; irti, nykti', 2 kriūšti, kriuniša //"kriūšta, kriūšo “senti, nykti, silpnėti, liesėti'; 1 kapti, kapa, kapė ‘ein wenig nach und nach hacken’ /2 kapti, kampa, kapo ‘müde werden, arbeiten- ’; Schießscharten, Fackeln; skapti, skabia, skūbė ‚klappern‘ /skapti, skamba, skabo ‚verarmen, verkommen‘". 2.2. Seltener nehmen die Verben der Strukturänderung die Bedeutungen der chemischen, biologischen Prozesse an – Gärung, Reifung. Die Gegensätze sind gewöhnlich knabbern, schneiden, zerreißen' /‘knabbern’, z.B.: knabbern, knabbern, knabbern “essen, knabbern, knabbern (in der Kehle)...' /gižti, gyžta //giūiža, gižo “bittere Sache nehmen”; 1 kreuzen, kreuzen, kreuzen | 2 kreuzen, kreuzen, kreuzen "zu beginnen, zu kreuzen; steif werden, verdicken, sauer werden, zerbrechen'; 1 schneiden, schneiden, schneiden | 2 schneiden, schneiden, schneiden "anfangen zu sauren, zu kitzeln"; 1 skobti, skobia, skobė “drožti, skaptuoti; skinti, rėkšti' /2 skobti, skobsta, skobo "rūgti, gizti’ (Ją, skabt, skabstu, skabu ‘rugti’), arba "pjauti, glemžti, lukštenti'/ ‘nokti, bręsti, skleistis': gvelsti, gveldžia, gveldė ‘glemzti, imti, grobti, vogti" /gvilsti, gvilsta, gvildo “bręsti, nokti; heiß'; gvelbti, gvelbia, gvelbé ‘greifen, plündern, stehlen’ /gvilbti, gvilbsta, gvilbo “reifen, nageln”; 1 rézti (//rézti), rézia, rėžė “mit einem scharfen Messer schneiden” /2 ryžti, ryzta, ryZo “explodieren (über Knospen); pampti, dideti“. 3. Die lexikalische Semantik der Verbsätze, die die operative Opposition durativa- /terminativa bilden, unterscheidet sich deutlich von der der Mitglieder der Opposition causativa | resultativa. Die meisten Verben dieser Art bezeichnen Geräusche, physiologische oder psychische Prozesse, seltener Bewegung, Veränderung der Struktur. Lexikalische Bedeutungsänderungen sind sehr selten und von etwas anderer Art — neben chemischen entstehen psychische oder neben Bewegung chemische, psychische Prozessbedeutungen, z.B.: riechen, riecht, riecht; dvelkti, pūsti' /dvokti, dvoksta, dvoko "gesti, pūti, skleidžiant smarve, smirsti; svaigti, kvaišti', dvakti, dvarika, dvako 'kvailėti, kvaišti'; 1 dvankti, dvankia, dvarikė ‚dvokti‘ /2 dvaiikti, dvariksta, dvariko ‚dumm sein‘; 1 rasseln, rasseln, rasselte “bewegen, rasseln, zittern; knibždėti' /1 kirbti, kirbsta, kirbo ‘gießen, anfangen zu gießen’, 3 kirbti, kirbsta, kirbo ‘sorgen’. Die Semantik der durativa/terminativa-Verben der Opposition ist also nicht durch Veränderungen der semantischen Struktur gekennzeichnet — die Gegensätze gehören in der Regel zur gleichen lexikalisch-semantischen Gruppe, sie unterscheiden sich nur in ihrer kategorialen Bedeutung.
4. Die jüngere Schicht der Intraund Sfa-Stammverben – die Imitative – hat die typischsten Merkmale der kategorialen und lexikalischen Semantik der chronologisch älteren Verben, die aus apophonen Wurzeln stammen, geerbt. Sie alle bezeichnen eine Veränderung der Struktur, gewöhnlich eine Zerstörung (aus dem Archysemen „schrumpfen, verschwinden, vergehen“ oder „schwellen, aufblähen“), die oft in die Sphäre psychischer oder physiologischer Prozesse übergeht, wie z.B.: kiūti, kiunta, kiūto „abstoßen, austrocknen; sterben; gautis“. Ausbreiten, ausbreiten, ausbreiten “Biegung, Breite; kvaisti‘, pliopti, pliopsta, plicpo ‚u. ä.‘ ; čipti, čimpa, čipo 'šipti; skursti, šepti, menkėti' ir t.t. Oft bestimmt die morphologische Struktur der Wurzel selbst die lexikalische Bedeutung dieser Verben. Zum Beispiel bedeuten Verben, deren Wurzel mit den Konsonanten kn, gn beginnt, beugen, nach unten schwingen, glebim a (knapti, knabti, "kniobti, knäbti, kniūbti, "enebti, gnūbti, knykti, knūsti, kniūžti, knėsti); kv, gv —betäuben, schwindeln, kváléjim a (betäuben, schwindeln, schnaufen, schnaufen, schnaufen, schnaufen, schnaufen, schnaufen, schnaufen, schnaufen). Aus synchroner Sicht sind die interpositionellen und sta-stammigen Verben in ihrer Form und ihrem Inhalt eine ziemlich einheitliche Gruppe von Lexiken, aber die besprochenen semantischen Besonderheiten zeigen, dass sie sich nicht gleichzeitig, sondern in bestimmten Phasen gebildet haben. Daher ist die Analyse der kategorischen und lexikalischen Semantik von Verben sowohl für etymologische Untersuchungen als auch für die Bestimmung der Verwandtschaft der litauischen Wörter, der Koexistenz der Bedeutungen und der Entwicklungstendenzen wichtig. Erhalten am 30.12.1997 1968: Geschichte der deutschen Sprache, 2. Auflage, München: Verlag der Deutschen Akademie der Wissenschaften, 1968. Kėlln H. 1969: Sprachgegensätze im Griechischen, Slawischen und Baltischen. —Zeitschrift der Deutschen Akademie der Wissenschaften 43 (4), Berlin. Kuiper F. B. J. 1937: Die Indogermanischen Nasalpriūsentia, Amsterdam. 1996: Die Sprache und die Sprache im 20. Jahrhundert. Zeitschrift für Sprachwissenschaft, 36, 2006, S. 83-86. 1976–1978: Vid, zalog, perechodnost’ (Balto-slovjanskaja problema). —/zvestija AN UdSSR. Sir. Lit. i języka 35 (5), 408–420; 36 (2), 135–152. Einige semantische Merkmale der Infixund Sta-Stem-Verben Zusammenfassung Infixund Sta-Stem-Verben haben in den baltischen Sprachen spezifische Funktionen, so dass die kategoriale und lexikalische Semantik eine wichtige Rolle bei der Bildung dieser Verben spielte. Gleichzeitig mit der kategorialen Semantik (d.h. der neuen Bedeutung von spontaner passiver Handlung usw.) veränderte sich die lexikalische Semantik. Die Verben der verschiedenen diachronen Schichten (causativa/resultativa, durativa- /terminativa, imitatives) haben spezifische lexikalische Bedeutungen. 58
