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Ragainės apskrities XVIII a. pab. – XIX a. pr. vyrų pavardžių daryba

Aušra Žemienė

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ACTA LINGUISTICA LITHUANICA LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XLI (1999) Aušra ŽEMIENĖ Pädagogische Universität Vilnius BILDUNG DER MÄNNLICHEN FAMILIENNAMEN IM KREIS RAGNIT VOM ENDE DES 18. BIS ZUM ANFANG DES 19. JAHRHUNDERTS Die Untersuchungen zu Familiennamen in der litauischen historischen Anthroponymik stützen sich überwiegend auf anthroponymisches Material aus dem Großfürstentum Litauen. Zu nennen sind die Arbeiten von A. Salys (Salys 1983: 11–70), P. Skardžius (Skardžius 1956: 502–509), P. Jonikas (Jonikas 1973: 201–216), Z. Zinkevičius (Zinkevičius 1977: 19–77) und V. Maciejauskienė (Maciejauskienė 1991; 1993). Obwohl der Fundus der Anthroponymie des Großfürstentums Litauen noch nicht ausgeschöpft ist, würden Untersuchungsdaten zu den Familiennamen Kleinlitauens die Schlussfolgerungen der Studien zum litauischen Namenbestand ergänzen und die Entwicklung der historischen Anthroponymik fördern. Bislang gibt es leider nur wenige solcher Daten. Material zur Anthroponymie Kleinlitauens findet sich in den Arbeiten von V. Kalwaitis (Kalwaitis 1910), J. Gerulis (Gerullis 1922), R. Trautmann (Trautmann 1925), V. Fenzlau (Fenzlau 1936) sowie in der Studie des Historikers A. Matulevičius (Matulevičius 1995: 213–222). Unter den spezielleren Untersuchungen sind jedoch lediglich die Aufsätze von G. Kiškienė zu nennen, in denen die Bildung der Familiennamen Kleinlitauens behandelt wurde (Kiškienė 1983; 1985; 1989; 1990). Ziel dieses Artikels ist es, die Forschungen zur Anthroponymie Kleinlitauens durch eine Analyse der Bildung männlicher Familiennamen im Kreis Ragnit vom Ende des 18. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zu erweitern. Es handelt sich um die erste Veröffentlichung, in der Personennamen untersucht werden, die aus den in Berlin im Zentralarchiv der Evangelischen Kirche (EZA) aufbewahrten historischen Quellen Kleinlitauens exzerpiert wurden.1 Die Quelle ist das Trauregisterbuch der Kirche von Ragnit aus den Jahren 1769–1822, „Verzeichniſs der getrauten Paare im Litaujſchen Kirchſpiel/Ragnit/de Annis 1769–1700, 1771, 1769–1822“2. Die Blätter des Buches waren nummeriert; insgesamt waren es 131. Das Buch umfasst einen Zeitraum von etwa 53 Jahren (Trauregistrierungen 1769–1822); daraus wurden etwa 4700 Familiennamenbelege ausgewählt (1901 verschiedene Familiennamenlexeme), die zusammen mit den Vornamensbelegen ein Korpus von etwa 9400 Personennamen bilden. Die Traueinträge nennen die Vor- und Familiennamen der Ehepartner (manchmal auch die ihrer Zeugen oder des Vaters der Braut) sowie die Namen ihrer Wohnorte (Dörfer). Manch- 1 Näheres zu EZA siehe D r o t v i n a s V. Quellen des Namenbestands Kleinlitauens in deutschen Archiven. – Fragen der litauischen Sprachwissenschaft 38, 1997, 81–87. 2 Die Mikrofiche-Kopien der Bücher stellte Prof. V. Drotvinas zur Verfügung. Die Mikrofiche-Codes lauten EZA 0 3604/1+, EZA 0 3604/2+, EZA 0 3604/3- Ragnit/Ostpreußen b)1769–1822 lit. 223 In den Einträgen finden sich auch Angaben zu den Verwandtschaftsverhältnissen und zur sozialen Stellung der Ehepartner. Die Heiratsformeln sind von mehreren Typen: (1) Nikelis Errikatis von Lepaloten ist mit Aguzfe Lutkwacze des Jokubs Lutkus in Pellenen... 24 Octbr.: in der Rimfa copuliert werden. Im ersten Beispiel stehen die Vor- und Nachnamen beider Ehepartner und des Vaters der Braut sowie die Namen ihrer Wohnorte. (2) Mik. Danys e[in] Loß[mann] der Wittwer mit der Magd Ane Urbßate beyde von Preußen 28 Febr.: Im zweiten Beispiel wird neben den bereits genannten Angaben zu den Ehepartnern und den Namen der Wohnorte (beide stammen aus demselben Ort) auch der Beruf des Bräutigams (Flößer) angegeben. (3) Anßas Pellinatis, der Dwaronatis von Bludißken, Stiefjohn, mit der von ihm... Magd Madl. Erkate von Dorlauken d[iem] 11 Nvbr. Im dritten Beispiel werden die Vor- und Nachnamen der Ehepartner, ihre soziale Stellung (Gutsbesitzer, Dienstmagd), die Namen ihrer Wohnorte sowie der Familienstand des Bräutigams (Stiefsohn) angegeben. (4) Jurgis Skambraks e[in] Invalide vonraudeken, mit Erkme Maißimate... von Großen d[iem] 1 Xbr. Dieser Eintrag enthält die Vor- und Nachnamen der Ehepartner, die Namen ihrer Wohnorte sowie einen Hinweis auf die soziale Stellung des Bräutigams (Invalide). Die Quelle ist auf Deutsch mit lateinischen Einschüben verfasst, und in den Schreibweisen der litauischen Nachnamen ist der Einfluss der deutschen Sprache spürbar. In der Phonetik zeigt sich dies deutlich an bestimmten für das Litauische untypischen Konsonantenverbindungen, z. B. Schmidtke, an der Nivellierung der Vokalphoneme uo/o und ė/e, z. B. Jożuatis – Juożwaitis, Sedatis – Sėdaitis und dergleichen. Die Einträge wurden nicht von einer einzigen Person verfasst, weshalb die Nachnamen sehr unterschiedlich geschrieben werden; es gibt zahlreiche graphische Abweichungen, die nicht durch positionsbedingte Varianten verursacht sind, z. B. Tumoßatis / Tumoſatis, Kriçons / Kryçons, Ennulene / Enullatis, Jagomaſtate / Jagomoſtene / Jegomaſtat und dergleichen. Die häufigen Varianten der Nachnamen belegen, dass Nachnamen im 18. Jahrhundert zwar bereits zu einem notwendigen Bestandteil der Personenbezeichnung geworden waren, aber noch keinen gefestigten Rechtsstatus hatten, der ihre Genauigkeit und Beständigkeit gewährleistet hätte (vgl. auch Maciejauskienė 1991: 117). Fast alle Personenbezeichnungen (etwa 98%) sind zweiteilig, z. B.: Erdmons Kemßatis, Anßas Pellinatis, Jokubs Lutkus. Gleiche Zweitglieder in den Bezeichnungen von Vater und Sohn zeigen, dass der zweite Bestandteil der zweiteiligen Personenbezeichnung bereits den Status eines Nachnamens erlangt hatte, z. B.: der Sohn Jons Lenkait, der Vater Kriſtup Lenkait. Somit hatte sich im 18. Jahrhundert in Kleinlitauen, ebenso wie in Großlitauen, die zweiteilige litauische Personenbezeichnung aus Vor- und Nachname endgültig etabliert (vgl. Maciejauskienė 1991: 112). Die häufigste Formel der zweiteiligen Personenbezeichnung lautet: Vorname + Nachname. Auf den Seiten 121–131 ändert sich die Reihenfolge der Namensbestandteile, da sich die Ordnung der Personeneinträge im Registerbuch ändert. Auf diesen Seiten sind die Personen in einer Tabelle mit Spalten registriert; in der ersten Spalte („Name und Stand“) wird zuerst der Nachname und danach der Vorname eingetragen. In den übrigen Spalten werden die Personen in der üblichen Reihenfolge aufgeführt: an erster Stelle der Vorname, an zweiter der Nachname. 224 Die Bezeichnung eines Mannes besteht nur in einem Fall aus zwei Vornamen und einem Familiennamen: Anusis Anfas Gurblys. Hier ist Anusis eine Koseform des christlichen Vornamens Anfas. Es lässt sich vermuten, dass die Person zu Hause mit dem ersten, diminutiven Namen gerufen wurde, während der zweite der offizielle Vorname war. Das Konzept der Familiennamenbildung. Bei der Erörterung der Familiennamenbildung muss betont werden, dass sie sich ihrem Wesen und Charakter nach grundlegend von der Wortbildung des allgemeinen Wortschatzes unterscheidet. Erstens gingen alle Familiennamen auf Personennamen zurück: auf Patronyme, die mit patronymischen Suffixen gebildet wurden, oder auf verschiedene andere Namen (Spitznamen, alte zweistämmige Personennamen, aus Appellativbezeichnungen entstandene Personennamen usw.) (vgl. Maciejauskienė 1991: 228). Daher kann ein Familienname nicht als Derivat bewertet werden. Ein aus einem Patronym entstandener Familienname ist beispielsweise kein Derivat, sondern weist lediglich ein bestimmtes Affix auf. Vgl. auch das Gattungswort karalaitis und den Familiennamen Adomaitis. Im ersten Fall ist karalius die Wortbildungsgrundlage und das Suffix -aitis das Wortbildungsaffix. Das Gattungswort karalaitis ist somit ein mit dem Suffix -aitis gebildetes Derivat. Im zweiten Fall wäre es falsch, den Familiennamen Adomaitis als ein mit dem Suffix -aitis gebildetes Derivat anzusehen, da mit diesem Suffix nur das Patronym gebildet wurde, das später (etwa im 17.–18. Jahrhundert) zum Familiennamen wurde. Das genannte Suffix ist somit ein Wortbildungsaffix für Patronyme. Zweitens setzte nach der Herausbildung der Familiennamen (ab dem 18. Jahrhundert) ein Prozess ihrer Stabilisierung ein: das Weglassen patronymischer Suffixe, die Slawisierung usw. (Maciejauskienė 1991: 117). Eine Folge dieses Prozesses war die Etablierung nichtlitauischer Suffixe in litauischen Familiennamen. Es gibt daher keine Grundlage, von der Bildung von Familiennamen zu sprechen (wenn man sie unter dem Gesichtspunkt der Wortbildung von Gattungswörtern betrachtet). V. Maciejauskienė neigt dazu, hierfür sogar einen anderen Begriff zu verwenden – „die Spezifik der Untersuchung der Familiennamenbildung“ (vgl. „die Spezifik der Herkunft von Familiennamen unterschiedlicher Bildung“) oder Ähnliches (Maciejauskienė 1991: 205). Die Familiennamenbildung hängt mit der Besonderheit des Familiennamens als Eigenname zusammen. Echte Familiennamensuffixe sind angesichts der Besonderheiten der Entstehung, Entwicklung und Stabilisierung von Familiennamen die patronymischen Suffixe -aitis, -onis, -ūnas, -ėnas (Maciejauskienė 1991: 216). M. Ramonienė bezeichnet diese Suffixe außerdem als „ausschließlich für Familiennamen typische Suffixe“ (Ramonienė 1992: 124). Zu den patronymischen Suffixen zählen auch die slawischen -ovič, -evič. Zunächst setzten sich diese Suffixe in Patronymika durch; bei der Herausbildung von Familiennamen blieben sie in vielen von ihnen erhalten. Es ist jedoch zu betonen, dass die Suffixe -ovič, -evič in litauischen Familiennamen auch auf andere Weise entstanden sein können: Sie könnten durch künstliche Slawisierung der Familiennamen hinzugefügt worden sein, oder die Familiennamen mit diesen Suffixen sind entlehnt (Maciejauskienė 1991: 180–181; 1993: 40; 1996: 60). Im Zusammenhang mit der Familiennamenbildung sind auch die Diminutivsuffixe -elis, -ulis, -utis, -ukas usw. zu erwähnen. Auch die Beurteilung ihrer Bedeutung ist häufig problematisch: Diese Suffixe konnten sowohl patronymische Bedeutung haben (als Suffixe in den Familiennamen von Vater und Sohn, also Personen unterschiedlichen Alters und verschiedener Generationen) als auch Diminutivbedeutung (Suffixe dieser Bedeutung werden verwendet, um Personen zu unterscheiden, die durch Verwandtschaftsbeziehungen 225 nicht miteinander verwandter Personen (die auf verschiedene extralinguistische Unterschiede hinweisen) – (vgl. Maciejauskienė 1987: 87; 1991: 89). Offenbar haben die genannten Suffixe bei einigen Familiennamen der untersuchten Quelle eine diminutive Bedeutung (vgl. Deiwiks ir Deiwikatis, Bastikas ir Bastikatis), doch lässt sich ihre Bedeutung meist nur schwer bestimmen (sie kann sowohl diminutiv als auch patronymisch sein). Wenn man bedenkt, dass die Besonderheiten der Familiennamenbildung nicht nur mit den Eigenheiten der Herkunft und Entwicklung von Familiennamen, sondern auch mit deren Stabilisierungsprozess zusammenhängen, sind auch Familiennamen mit Suffixen vom Typ -sk- von Bedeutung, die bei der Slawisierung litauischer Familiennamen verschiedener Herkunft entstanden. Wie bereits erwähnt, entstanden auf diesem unnatürlichen Weg auch einige Familiennamen mit -ovič, -evič. Alle übrigen Familiennamen können im Kontext der Familiennamenbildung bedingt als „primär“ betrachtet werden. Ihre Struktur wurde durch den Wortbildungsprozess der Wörter bestimmt, aus denen sie entstanden sind. Es ist hervorzuheben, dass das in diesem Artikel kurz erörterte Problem der Bewertung der Familiennamenbildung nur die Auffassung eines Teils der litauischen Anthroponymieforscher widerspiegelt (A. Butkus, V. Maciejauskienė, M. Ramonienė). Die Vertreter der zweiten Auffassung neigen dazu, sich nicht auf die wortbildungsbezogene Analyse der Eigennamenebene zu beschränken, sondern die Wortbildung bis zu einer morphologisch nicht weiter zerlegbaren Struktur aufzugliedern (vgl. Zinkevičius 1977: 235). Männernamen. In der untersuchten Quelle sind 876 Männernamen verzeichnet3. Nicht weniger als 516 davon (58,9%) sind mit dem litauischen Patronymsuffix -aitis und seinen Varianten -ait, -atis, -at gebildet. Im Folgenden werden die Familiennamen nach der Häufigkeit der Suffixvarianten aufgeführt. -atis (322 Familiennamen): Abromatis2, Adomatis 30, Akrutatis 3, Allifatis 3, Allyfatis, Anduzatis 3, Anusfatis, Armonatis, Auflilatis 2, Awizatis, Afʒmonatis 2, Bajoratis 8, Bakatis 5, Bakkatis, Balcʒunatis, Baltrunatis, Baltruʒatis 3, Banatis 31, Bannatis 3, Barcʒatis 7, Barʒtatis, Bastikatis, Beginatis 5, Bekeratis, Benelatis 3, Benulatis, Betkatis, Blaʒkatis, Bonelatis, Boʒatis 4, Bofatis 3, Braʒatis 5, Braʒatis 2, Broʒatis 3, Budkeratis, Burgʒatis 2, Butkeratis 7, Buʒatis 4, Cʒelwatis, Cʒeponatis, Cʒeputatis, Cʒokatis, Deiwikatis 3, Derwatis 2, Dikʒatis, Ditʒmonatis, Difʒeratis 4, Dolakatis, Domantatis 3, Domatis, Dowatis, Dowidatis 11, Dudatis 8, Duddatis, Dujatis 3, Dumatis 2, Dumoʒatis 4, Dumʒatis, Dwaronatis 4, Endrejatis 24, Endrulatis, Enduʒatis, Enskatis, Enullatis, Enʒelatis 3, Enʒulatis, Enʒelatis 4, Enfelatis, Errikatis 14, Esʒelunatis, Gaigalatis 3, Gallinatis 2, Garnatis 10, Gavenatis, Gawenatis 2, Gemʒatis, Gidulatis, Girrulatis 4, Girrullatis, Graʒtatis, Greinatis 2, Grigalatis 7, Grigatis 3, Grigg alatis, Griggatis, Gud datis 6, Guderatis, Guduratis, Jakʒtatis, Jekʒtatis 2, Jokubatis 11, Jokuʒatis, Jonatis 16, Jonikatis, Jonkatis, Jonukatis 3 Gezählt werden nur die Lexeme unterschiedlicher Familiennamen, da wiederholte Familiennamen, insbesondere wenn sie derselben Person gehören, ein möglichst genaues Bild der Wortbildung verhindern würden. V. Maciejauskienė zufolge ist dieses aus verschiedenen Gründen wichtig: Es zeigt die Merkmale der Familiennamenbildung an einem bestimmten Ort und kann mit dem allgemeinen Kontext der Familiennamenbildung verglichen werden (Maciejauskienė 1993: 40). 4 Die Zahl nach dem Familiennamen gibt an, wie viele Familiennamen dieser Art in der Quelle verzeichnet sind. 226 2, Jonuƒatis, Joɣatis, Joɣuatis, Joɣulatis, Joɣupatis 4, Joɣuwatis 2, Jurgelatis, Jurguttatis, Jurgƒatis 3, Jurkatis 3, Jurratis, Kairatis, Kanapinatis 2, Kasperatis 2, Kaupatis, Kayratis 2, Kellotatis 17, Kemƒatis, Kerbƒtatis, Ketatis 2, Keydatis 2, Kisƒelatis 12, Kifƒkatis, Kleinatis 2, Klibingatis, Kolatis, Krapatis, Krauleidatis, Krizatis 2, Kromatis 7, Kropatis 6, Kroppatis, Kullatis 2, Kummutatis, Kuppatis, Kurpatis, Kurreƒatis, Kwederatis, Laiwatis, Lakƒatis 4, Larinatis, Lebbudatis, Ledatis, Leitwaratis, Lekƒatis, Lengwenatis, Lengwinatis 2, Lenkatis 4, Lenkneratis, Leƒkatis, Lopƒatis, Loratis 2, Lorencɣatis 15, Loɣeratis, Lukoƒatis, Lutkatis 2, Macatis 5, Macɣalatis, Macɣatis, Macɣulatis, Macɣullatis 2, Maldiƒatis, Maldukatis, Mandwidatis, Marratis, Masatis, Mattukatis, Mauricɣatis 3, Mecɣullatis, Mercɣatis 2, Mergimatis, Mertinatis 4, Mertinkatis, Meƒkatis 23, Mikatis 2, Mikelatis, Mikkatis, Mikkelatis 3, Mikkutatis 4, Mikkuttatis, Mikolatis 3, Milkeratis 3, Moteɣatis 2, Motekatis 4, Moɣatis 2, Nauɣokatis 3, Nikelatis 3, Nikkelatis 2, Nurmonatis, Nüboratis 2, Obriejatis 3, Obromatis, Palentinatis, Pecɣatis, Pellinatis, Penuldatis, Peteratis 7, Petratis 2, Pintatis 2, Piƒkolatis 3, Pladdatis, Plauƒinatis 2, Plauƒinnatis, Plutatis 2, Pluttatis 5, Podɣuwatis 3, Ponatis, Ponelatis, Ponulatis, Pracatis 2, Pranatis 2, Prankatis 3, Pranskatis, Praɣatis 3, Preiekƒatis, Preikƒatis 7, Pruƒatis 3, Pukmonatis, Puknatis 6, Purmonatis, Purratis 3, Puslatis 6, Puƒlatis, Pylipatis, Pyplatis, Ramonatis, Raƒakatis 2, Rederatis, Reinakatis, Restatis, Rikteratis 3, Roɣatis 2, Ruddatis 3, Ruddikatis, Rumelatis 5, Rummelatis, Rūwartatis, Sarrapinatis, Sauskoɣatis, Sedatis 26, Sedlauskatis, Seimatis, Silainatis, Simonatis 9, Skerratis, Skirbstatis, Skirputtatis, Sobatis, Spikeratis 4, Sprogatis, Staƒulatis, Staƒullatis, Stenkatis 4, Stepputatis, Stugatis 2, Subergatis, Sudergatis 5, Suldatis, Suttatis, Swillimatis 2, Sɣakatis 2, Sɣaltifɣatis, Sɣamatis 3, Sɣammatis, Sɣattatis 6, Sɣautatis 3, Sɣedatis 2, Sɣelmatis, Sɣelnatis, Sɣelwatis 5, Sɣeppaldatis, Sɣernatis, Sɣillatis, Sɣillupatis, Sɣimatis 12, Sɣimkatis 2, Sɣimmatis 2, Sɣinikatis, Sɣlanatis 2, Sɣneideratis 10, Sɣrainatis, Sɣtenkatis, Sɣteƒulatis, Sɣteƒullatis, Sɣtuldorpatis, Sɣulmiftratis 5, Tautoratatis 12, Tenikatis 11, Tennikatis, Tewelatis 8, Ticɣkatis 7, Tolksdorpatis, Tonatis, Tonnatis, Treinatis 2, Tumoƒatis 2, Tumofatis, Tunatis 6, Tunnatis, Turkatis 6, Turkkatis, Urbantatis 6, Urbƒatis 11, Urbƒatɣatis, Uredatis 5, Uƒkurratis, Waitekatis, Waittatis, Wallatis 3, Wanuƒkatis, Wartatis, Wasƒlatis, Wederatis 3, Wellikatis 3, Wenuƒkatis, Widdatis, Wikswatis 2, Ynɣɣatis, Zamaitatis 5, Zɣemaitatis 2, Zentelatis 9, Zillatis, Zweratis, Zwirblatis, Zɣdatis 2; -at (132 Familiennamen): Adomat 15, Allijat, Allyjat, Bajorat, Banat 3, Bannat 5, Barɣat, Benelat, Benulat 3, Bertulat, Braƒat 3, Butkerat 4, Cɣelwat 3, Domantat, Domuƒat, Dowidat 5, Dumƒat, Dwaronat 2, Endreɣat 9, Endrikat, Enskat, Fifchat, Gailat, Garnat, Gedrat 2, Girrulat 4, Graƒtat 2, Greɣlat, Grigallat 2, Gudd at 6, Jegomafɣat, Jefikat, Jokubat 2, Jonat 3, Jonekat, Josupat, Joɣupat, Jurgat 2, Kalwat, Kaupat 2, Kellautat, Kellotat 4, Killat, Kisƒelat 4, Kifƒkat, Knattat, Koknat, Kolat, Kromat 3, Kropat 2, Kryɣat, Kubutat, Kullat, Kurƒelat, Lakƒat, Lekƒat, Lengwenat, Lenkat 3, Leƒat, Lopƒat, Lorat 2, Lorencɣat 3, Macat 4, Makkat, Mallulat, Mattikat, Mattiɣat, Mattijat, Mauricɣat, Mergimat, Mertinat, Meƒkat 4, Micɣkat, Mikkat 2, Mikkelat 2, Mikkutat, Milkerat, Moteɣat 3, Moɣurat, Nobarrat 227 2, Norbutat, Nūborat, Palentinat, Paulat 2, Peterat, Plaušinat, Powilat, Pracat, Preikšat 8, Puknat, Purrat 2, Ramonat 2, Razat, Rederat, Rozat, Rumelat, Sedat 7, Simonat 6, Somelat, Stašulat 8, Stecjunat, Stenkat 4, Sudergat 2, Swillumat, Szelwat 4, Szernat, Szimat, Szymkat, Szlaunat, Szneiderat 8, Szokat, Szulmjrat, Szulsat, Tenikat 3, Tewelat 2, Ticžkat 2, Tomulat, Tonekat, Treinat 2, Tummolat, Turkat 2, Urbšat 3, Wadžat, Welleikat, Wellikat, Widrat, Žamaitat 7, Žemaitat, Žentelat 2, Žigat, Žillat, Žydat; -ait (26 Familiennamen): Bamelait, Bastekait, Bemelait, Bennelait, Brozait 3, Enšelait 3, Errekait 2, Gidulait, Guddušait, Jokabait 2, Jožupait, Jurgait 4, Kalwait 3, Lenkait 3, Lolait 5, Milk erait, Nikkelait, Peterait, Rumelait, Rummelait, Simonait, Somelait, Stašulait, Tenikait 4, Tewelait, Užkurait 2; -aitis (24 Familiennamen): Adomaitis, Bemelaitis, Bendikaitis, Bražaitis, Brozaitis 3, Gludaitis 2, Jožuais, Jurgaitis 6, Jušaitis, Kalwaitis 9, Kellotaitis, Lolaitis 9, Lorencžaitis, Milk eraitis, Motejaitis, Nikkelaitis, Racžuwaitis 2, Sudergaitis, Sžneideraitis, Tenekaitis, Urbžaitis, Uredaitis, Užkuraitis, Žarraitis. 15 Familiennamen mit dem Suffix -aitis (und seinen genannten Varianten) weisen das Formans -uv- auf: Docžuwatis, Docžuwait, Endruwatis, Endruwaitis, Endruwait 2, Jožuwatis, Lenūwatis 2, Radžuwatis 2, Radžuwat, Raudžuwatis, Smilguwatis, Stippruwait. In den Männerfamiliennamen ist dieses Formans ähnlich entstanden wie in den Frauenfamiliennamen (LPŽ I 278). In Frauenfamiliennamen ist -uv- recht häufig. Es wird als Reflex aufgefasst, der aus zweisilbigen Männerfamiliennamen mit u-Stamm hervorgegangen ist. Familiennamen dieses Typs führt auch V. Kalvaitis in seinem „Lietuviškų vardų klėtelė“ an (Bludžuwaitis, Jožuwaitis – Kalwaitis 1910: 8, 11), obwohl die Forscher zu den Personennamen Großlitauens (Z. Zinkevičius, V. Maciejauskienė) ebenso wie die Forscherin zu den Personennamen Kleinlitauens, G. Kiškienė, das Formans -uv- in Männerfamiliennamen nicht erwähnen. Den Autoren des „Lietuvių pavardžių žodynas“ zufolge „sind solche Ableitungen nur aus Westlitauen bekannt“ (LPŽ I 278). Im Vergleich zum Suffix -aitis und seinen Varianten kommen alle übrigen Familiennamensuffixe in der Quelle nur vereinzelt vor. Dazu zählen die diminutiven Suffixe -utis (-ut), -ik(a)s, -ulis, -elis, -uk(a)s (17 Familiennamen): Balttutis 2, Jožunut, Jožuttis 2, Jožut, Pennuttis, Penuttis 4, Ražutis, Rumelutis, Baštikas, Deiwiks 2, Maciks, Pauliks 8, Germulis, Germullis, Grigullis 2; Dargelis 2, Pladuks 4; vom Typ -sk- (16 Familiennamen): Albowskis, Biržinskis, Czeczewskis, Jankowskis 3, Jenkowskis, Karpowskis, Mikalowskis, Rabožauskas, Rakalowskis, Rimožauskas, Sabrowskis, Sakauskas, Sakaužkis, Sžedauskas 2, Słžedauskis, Žalinskas; patronymische Suffixe – litauische -on(i)s, -ūn(a)s (15 Familiennamen): Balczuns 2, Datkuns 7, Daugzuns 2, Doczuns, Sarguns, Seruns, Witkuns, Wildkiuns, Witkiuns, Wittkiuns, Gozonis, Gozons, Guzons, Krijons 4, Kryzons 7, slawisches -ovič: Antonawiczas. Die übrigen 311 (35,5%) Familiennamen der Männer aus dem Kreis Ragnit sind bedingt als „primär“ zu bezeichnen. Dazu zählen: Adoms 2, Aguttiszkis, Akstins 2, Akštins, Aukžle, Auštins 6, Awižus, Awižžus 2, Ažmys, Bacžkus, Bajors, Baks 11, Balczus, Barczys, Bartuczkis 2, Bartmans, Bart- 228 myns, Baručzkis 2, Barutškis, Barštys 7, Beetkis, Bendiks 4, Benkmons 2, Berens, Berfškis 2, Betkis 4, Bludžus 20, Bražas 5, Brašas, Bredys 5, Buddarus 3, Budžus, Burba 4, Burblys 4, Cžeidys 17, Cžerkus, Cžinczils, Damalaks, Dangelis, Danys, Daugšys, Daunus, Derwa, Didkritys, Dilba, Ditfšmons 2, Difelys, Dolaks, Dolys, Dominiks, Domininks, Doutelis, Drukneris, Duda 3, Dwilyś, Dwyls 9, Dyczmons 2, Dytfšmons, Dyfelys, Egerts 12, Eibikis, Elknyś, Elksnys 6, Elkfnyś, Erkis 2, Fricžus, Gaigals 3, Gallinis 2, Gawena 7, Gendrolus, Gerkis 6, Gerkows, Girnus 5, Giwullys, Gloža, Golwin, Greže, Grežlys, Griežlys, Griežlys 4, Gronebergs, Grosmans, Gružas 5, Gruždas, Gruže, Gudjonis 6, Gurblys, Gurčius, Guža, Gywys, Jankis, Jaudiškys, Jegals, Jenkis, Juddus, Jukkalis, Juška 9, Kairys 15, Kakšys 20, Kalkaws 2, Kalkius 9, Kaupa, Kaups, Kebbel ys, Kerpe, Kisnerus, Klaudžus, Klosfas, Kokna 8, Kosgalwis 3, Kosgalwys 8, Kraufšus 5, Krepštikis 2, Krybarts, Kubbas, Kubrys 3, Kucžus, Kudžus 22, Kuja, Kundrots 3, Kuras, Kurras 24, Kužabas, Kužabs, Kušabs, Kylys 2, Laius, Laudžus, Laukans, Laukants, Laužas 14, Lekfžewis, Leperts, Lindžus, Ložerys 11, Lošere 7, Loferys 2, Ludkus, Luka 4, Lukošus 2, Lutkus 10, Lymants 2, Maašfwed s, Maddys 2, Maišims 2, Mans, Mantkus, Maskolus, Maurits, Megalys, Mercžus 2, Meyeris, Mikklaufas 3, Miklaufas 4, Možurs, Mošurs 6, Mülleris, Naujoks 4, Negrazus, Neweikis, Nikklaus, Nikklausšas, Nikklaufas, Niklausšas 5, Niklaufas 4, Nurmons, Nurna 2, Nüalis, Oginskis, Okfas 13, Osvalds, Oswalds, Oftwalds, Oftwaldts 2, Oftwalts, Pacžus, Padžus 4, Pakirnys, Palapys 2, Palenčius, Paltins 3, Patdžus, Pauliškis 10, Pašžkus 2, Pekis 4, Pelcžus, Peldžus, Pellinis, Pempe 33, Petkus 4, Pladdys 6, Plaušžinis 3, Pliwiški s 9, Pocžka 4, Pocžkus 2, Pocžus 4, Podžus 23, Puknus 2, Purkus 2, Puslys, Pušnus 7, Pyrags, Pùcžkus, Pùdžus 9, Pùška 2, Racžys, Ratkis, Raudys 2, Raudžus 2, Rafoks, Relings, Repšys, Restys 2, Resf tys, Reftys 3, Rimkus 24, Ringys 13, Rocže, Rocžys 33, Rotkis 3, Rožas, Rudakys, Ruddys 9, Ruikys, Rung 3, Runys, Sauskojis, Schieman, Seefalds, Sibbitis, Siemants, Siemons, Skalik, Skaliks 19, Skalliks 16, Skambraks 5, Skarus 4, Skepenas, Skulcžus 15, Skuldžus, Smilgius 2, Sonelis, Sonellis, Spoks, Stakelys, Statkus 2, Steins, Strasdas 4, Strasfus, Sukmons 7, Sutmons 3, Swillims, Sybarta, Sžalnas, Sžateika, Sžaudinis, Sžeidys, Sžilgalys 3, Sžilgalys 2, Sžillgallys 2, Sžimkus 3, Sžleiwys, Sžleudys, Sžlokfžnys, Sžlonys, Sžlyže 2, Sžmukfšts, Sžorifž, Sžorys 6, Sžrederis, Sžukys, Sžulkfždys 6, Sžulaks 13, Sžulikis, Sžwed s 3, Sžwirkfžlys 3, Sžönwalts, Tenikis, Tenys, Tietkis, Trikojis 6, Tydtkis 4, Tžwirkfžlys, Uppermons, Urbants, Urmons, Ušžballis, Užballis, Waddišus 2, Wadifus, Waitfšys, Walantejus 10, Walentejus, Wargas 14, Wasfillus, Wafškius, Wafžkys 3, Weimeris, Werkhys 2, Widra, Willaufas, Windžus 12, Wiržbžkis, Wolgemuts, Žabrys, Žalinskys, Želys, Žibriks, Žuks 2, Žygautis 2, Ükfas. Aus dieser Gruppe stechen die Familiennamen mit dem Suffix -iškis hervor (Agutiškis, Jaudiškys, Pauliškis, Pliwiškis, Wiržbiškis). Die Bedeutung dieses Suffixes lässt sich nur schwer bestimmen. In Fällen, in denen eine Ableitung mit dem Suffix -iškis von einem anderen Anthroponym gebildet wird, kann es auch patronymisch sein (Maciejauskienė 1991: 241). 229 Zusammenfassende Bemerkungen Die Übersicht über die Personenbezeichnungen, die in der Quelle aus dem Kreis Ragnit vom Ende des 18. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts belegt sind, zeigt, dass sich in diesem Zeitraum in Kleinlitauen die zweigliedrige litauische Personenbezeichnung mit Vor- und Familiennamen bereits etabliert hatte. Die typische Bezeichnungsformel lautet: Vorname + Familienname. Der vorherrschende Strukturtyp männlicher Familiennamen sind Familiennamen mit dem patronymischen Suffix -aitis sowie dessen Varianten -atis, -at, -ait. Die Häufigkeit von Familiennamen mit diesem Suffix in Kleinlitauen entspricht der Häufigkeit von Familiennamen mit diesem Suffix im Südwesten Großlitauens. Ein wesentliches Merkmal dieses Familientyps in Kleinlitauen ist seine Einzigartigkeit im Vergleich zu Bildungen mit den konkurrierenden Suffixen -onis, -ūnas, -ėnas im Osten Großlitauens. Die diminutiven Suffixe der Familiennamen in Kleinlitauen (-utis, -ikas, -ulis, -elis, -ukas) sind vielfältiger als die häufigen, aber nicht vielfältigen entsprechenden Suffixe der in Großlitauen vorkommenden Familiennamen (-elis, -ėlis), vgl. Maciejauskienė 1993: 96–97. Für die Familiennamen des Kreises Ragnit sind phonologische Erscheinungen der Monophthongierung (-aitis/-atis, -ait/-at), des Wegfalls von Endungen (-aitis/-ait, -atis/-at) sowie der Kürzung von Endungen sehr charakteristisch. Die behandelten Familiennamen aus dem Kreis Ragnit vom Ende des 18. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts veranschaulichen nur einen kleinen Ausschnitt der Anthroponymie Kleinlitauens. Weitere Untersuchungen dieser Quellen (der Kirchenbücher der EZA) werden sicherlich noch mehr Gesetzmäßigkeiten des Namenschatzes der Lietuvininker aufdecken und die Entwicklung der litauischen historischen Anthroponomastik fördern. Eingegangen am 15.04.1999 LITERATŪRA Drotvinas V. 1997: Mažosios Lietuvos vardyno šaltiniai Vokietijos archyvuose. – Lietuvių kalbotyros klausimai 38, 81–87. Fenclau V. 1936: Fenzlau W. Die Deutschen Formen der Litauischen Orts- und Personennamen des Memelgebiets, Hale / Saale: Max Niemeyer Verlag. Gerullis G. 1922: Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin und Leipzig: Vereinigung wissenschaftlicher Verleger, Walter de Gruyter u. Co. Gottschald M. 1982: Deutsche Namenkunde, Berlin–New York: Walter de Gruyter. Jonikas P. 1973: Lietuvių studentų pavardės XV–XVIII a. Europos universitetuose. – Litua-nistikos darbai 3, 201–216. Kalwaitis W. 1910: Lietuwiškų wardų klėtele su 15000 wardų, Tilžėje: Spausdinta Otto v. Mauderodės. Kiškienė G. 1983: Dėl priesagos lie. -ait- pavardžių būv. Rytų Prūsijoje. – Baltistica 19(2), 179–183. Kiškienė G. 1985: Dėl XVIII a. Prūsijos lietuvių moterų pavardžių. – Baltistica 21(1), 37–41. Kiškienė G. 1989: Dėl XVIII a. R. Prūsijos dv kamienių lietuviškų pavardžių. – Baltistica. Priedas 3(2), 312–314. 230 Kiškienė G. 1990: Dėl Rytų Prūsijos XVIII a. lietuvių pavardžių darybos. – Baltistica 26(1), 77–82. LPŽ I – Lietuvių pavardžių žodynas 1, Vilnius: Mokslas, 1985. Maciejauskienė V. 1991: Lietuvių pavardžių susidarymas, Vilnius: Mokslas. Maciejauskienė V. 1993: Kriaunų parapijos XVII–XVIII a. asmenvardžiai. – Lietuvių kalbotyros klausimai 32, 34–99. Maciejauskienė V. 1993: Lietuvių įvardijimas XIX a. pirmojoje pusėje. – Lietuvių kalbotyros klausimai 32, 100–113. Maciejauskienė V. 1996: Dėl lietuvių pavardžių su priesagomis -avičius, -evičius vertinimo. – Lietuvių kalbotyros klausimai 36, 60–70. Matulevičius A. 1995: Tilžės apskrities lietuviai ir jų pavardės prieš 3 amžius. – Lietuvininkų kraštas, Kaunas: Spindulys. Ramonienė M. 1992: Asmenvardžiai – mūsų kalbos dalis. – Lietuvių kalba mokykloje 4, Kaunas: Šviesa. Salys A. 1983: Raštai 2, Roma: Lietuvių katalikų mokslo akademija. Skardžius P. 1956: Die Bindevokale in den litauischen zweistämmigen Personennamen. – Festschrift für Max Vasmer, Berlin: Verlag Otto Harrassowitz Wiesbaden, 502–509. Trautmann R. 1925: Die altpreußischen Personennamen, Göttingen: Vandenhoeck u. Ruprecht. Zinkevičius Z. 1977: Lietuvių antroponimika: Vilniaus lietuvių asmenvardžiai XVII a. pradžioje, Vilnius: Mokslas. DIE BILDUNG DER FAMILIENNAMEN VON MÄNNERN IM 18. – 19. JH. IN RAGNIT Zusammenfassung Aus einer Analyse der Anthroponymie im Kirchenbuch von Ragnit, geschrieben in den Jahren 1762–1822, geht hervor, daß im 18. Jh. die zweigliedrige Personenbezeichnung schon Norm geworden war. Die Familiennamen von Männern werden meistens mit dem litauischen Suffix -aitis gebildet (516 von 876). Andere Suffixe sind folgende: -utis, -ikas, -ulis, -elis, -ukas (17), -sk- Typus (16), -onis, -ūnas (15), -ovič (1). Das Suffix -ait- herrscht also in Klein-Litauen vor. Die deminutiven Suffixe sind in Klein-Litauen mehr differenziert als die häufigen, aber nicht so differenzierten deminutiven Suffixe in Groß-Litauen (-elis, -ėlis). Für die Familiennamen sind folgende phonetischen Erscheinungen typisch: Monophthongierung (-aitis/-atis, -ait/-at), Weglassung (-aitis/-ait, -atis/-at) und Verkürzung der Endungen. Die besprochenen Familiennamen zeigen uns nur einen kleinen Teil der Anthroponymie von Klein-Litauen. Weitere Erforschung der anthroponymischen Quellen des EZA (Evangelisches Zentralarchiv in Berlin) können mehr Erscheinungen aus Licht bringen, die für die ganze litauische historische Personennamenforschung sehr wichtig sind. 231