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Seirijų šnektos mišriųjų dvigarsių priegaidės

Asta Leskauskaitė

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ACTA LINGUISTICA LITHUANICA LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XLIII (2000) Asta LESKAUSKAITĖ Lietuvių kalbos institutas, Vilnius Die Tonakzente der gemischten Diphthonge im Dialekt von Seirijai 0. Die Tonakzente der gemischten Diphthonge im südaūkschtaitischen Dialekt, ihre Akustik, sind bislang nicht eingehender behandelt und beschrieben worden1. In allgemeinen Beschreibungen des Dialekts sowie einzelner Ortsdialekte stützt man sich gewöhnlich auf empirische Beobachtungen – experimentelle Arbeiten zu diesem Thema gibt es nicht. Hier werden auf der Grundlage instrumenteller Analysen Quantität und Qualität der gemischten Diphthonge im Dialekt von Seirijai (Rajongemeinde Lazdijai) sowie die Unterscheidungsmerkmale der akuten und zirkumflexen Tonakzente untersucht. 1. Für die Untersuchung2 wurden Diphthonge aus den folgenden Wörtern ausgewählt: káːltas, kãːltas, káːm, kãmːpas, pakáːrtas, kãːrtas, tráːntas „ein alter, minderwertiger Gegenstand“, krãːntas, nukẽːltas, tẽlːpa, tãːmsta, kẽmːša, plẽːntas, šʹvẽnːtas, péːrkas, perːka, píːlkas, šílːkas, prikíːmsta, kímːšta, sʹpʹinːta3, apsʹpʹinːta, sʹkíːrtas, pirːktas, užpúːltas, stulːpas, ustúːmtas, kumːpas, púːnskas „Punskas“, atkunːta, užkúːrtas, tūrːtas. Aus den genannten Wörtern wurden kurze Sätze (3–5 Wörter) gebildet. Drei männliche Sprecher aus dem Dialektgebiet (zwei aus dem Städtchen Seirijai und einer aus dem Dorf Pošniǫ) lasen sie mit assertiver Intonation vor. Ihr Durchschnittsalter beträgt 60 Jahre. Mithilfe des Computerprogramms zur Verarbeitung von Sprachsignalen PRAAT386 wurden die Gesamtdauer der gemischten Diphthonge sowie die Dauer ihrer ersten und zweiten Komponenten4 gemessen, ihr Grundton (in Halbtönen – ht) und ihre Intensität (in Dezibel – dB) bestimmt und die Formanten der Vokalkomponenten ermittelt. Zur Auswertung der erhobenen Quantitätsdaten wurde das Programm STUDENT.PAS von A. Girdenis verwendet. Die Formanten wurden bewertet und die Indizes für Kompaktheit, Diffusität, Bimodalität, Tonalität und Spannung mit dem Programm FORMANT2.PAS bestimmt. Für die Erstellung der Grafiken wurde EXCEL5.0 FOR WINDOWS verwendet. 1 A. Pakerys weist darauf hin, dass die Südaūkschtaiten die Tonakzente in betonten Silben, deren Kern gemischte Diphthonge bilden, genauer aussprechen und wahrnehmen als die Westaūkschtaiten und Žemaiten (Pakerys 1982: 154). 2 Der Beitrag stützt sich auf die Methodik der Untersuchung von Tonakzenten in der Standardsprache sowie in den Dialekten der ostlitauischen Utenaer, der westlitauischen, der südsamogitischen Raseinier und der nord-samogitischen Dialekte (Pakerys 1968; Pakerys 1974; Pakerys ir kt. 1974; Pakerys 1978; Pakerys 1982; Girdenis, Pupkis 1974; Kosienė 1982; Mažiulienė 1996; Atkočaitytė 1998). 3 Dieses Wort ist im Dialekt neu, wird jedoch bereits weithin verwendet. Die alte Scheune wird nur noch von der älteren Generation so genannt. 4 Da sich die Komponenten einiger Diphthonge nicht leicht voneinander abgrenzen lassen, stützte man sich nicht allein auf das Gehör, sondern berücksichtigte auch die Veränderungen in Oszillogramm und Spektrogramm; außerdem wurde das Signal in umgekehrter Richtung abgehört, um festzustellen, ob sich Beimischungen anderer Laute hören ließen. 153 2.1. Die Ergebnisse der ermittelten allgemeinen Dauer der gemischten Diphthonge (siehe Tab. 1) zeigten, dass die akutierten Diphthonge etwas länger sind als die zirkumflektierten – etwa um den Faktor 1,1. Dieses Verhältnis ähnelt stark dem Verhältnis der Dauer akutierter und fortgesetzter gemischter Diphthonge im südsamogitischen Dialekt von Raseiniai, das 1,2: 1 beträgt (Atkočaitytė 1998: 96). In der Standardsprache sind a, e+R nicht länger als zirkumflektierte, o, i, u+R hingegen länger als zirkumflektierte (Pakerys ir kt. 1974: 9). Einige akutierte und zirkumflektierte Diphthonge unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Dauer nicht (z. B. áˑm und ãm; die Konfidenzintervalle überlappen sich fast vollständig – entsprechend 188÷246 ms und 197÷219 ms, während der Wert des Student-Kriteriums unter dem kritischen Wert liegt: 0,69<2,1. Die ersten Komponenten akutierter Diphthonge sind 1,9-mal länger als die zweiten (siehe Tab. 2–3). Die betonten vokalischen Komponenten werden also stark gedehnt (vgl. Būga 1961: 25; LKA 2 1982: 38–39, Karte 20; 83, Karte 68; 86–87, Karte 70; Zinkevičius 1983: 120; Buch 1998: 12; Skardžius 1999: 483–484). Ein ähnliches Dauerverhältnis findet sich auch im südsamogitischen Dialekt von Raseiniai (Pakerys ir kt. 1974: 9; Atkočaitytė 1998: 96). Dies zeigt, dass der größte Teil des Drucks des akuten Akzents auf die erste Komponente entfällt und diese dadurch verlängert wird. Nach den Daten von A. Pakeris und anderen Forschern sind in der Standardsprache die ersten Komponenten akutierter a, e+R ebenfalls länger als die zweiten; bei akutierten i, u+R scheinen die ersten und zweiten Komponenten jedoch nahezu gleich lang zu sein (Pakerys ir kt. 1974: 9). Das Verhältnis der Dauer der ersten und zweiten Komponenten zirkumflektierter Diphthonge beträgt 1,3: 1. Dieses Ergebnis widerspricht der in LKA 2 geäußerten „traditionellen“ Behauptung, dass die zweite betonte Komponente gemischter Diphthonge länger ausgesprochen wird als die erste (LKA 2 1982: 125; Karte 106). Im südsamogitischen Dialekt von Raseiniai, im Eržvilkas-Dialekt, sind die zweiten Komponenten fortgesetzter gemischter Diphthonge ebenfalls fast immer kürzer als die ersten; hier ist eine Konzentration der Dauer auf die erste Komponente zu beobachten (Atkočaitytė 1998: 97). In der Standardsprache sind die ersten Komponenten zirkumflektierter a, e, i, u+R kürzer als die zweiten (Pakerys ir kt. 1974: 9). Somit hat die erste Komponente sowohl auf die Gesamtdauer akutierter als auch zirkumflektierter Diphthonge größeren Einfluss. Die Gesamtdauer eines Diphthongs wird nicht nur durch den Akzenttyp, sondern auch durch die inhärente Dauer seiner einzelnen vokalischen und konsonantischen Komponenten bestimmt. Gemischte Diphthonge, deren erstes Glied ein Vokal mit tiefer Zungenhebung ist (a, e), sind länger als Diphthonge mit Vokalen hoher Zungenhebung i, u (die Dauerverhältnisse V̄uR: V̄R = 1,5: 1; V̄uR: V̄R = 1,3: 1)5. Taip pat, kaip bendrinėje kalboje (Pakerys ir kt. 1974: 15, 17; Pakerys 1982: 51) bei pietų žemaičių raseiniškių Eržvilko šnektoje (Atkočaitytė 1998: 96), Seirijų šnektos tvirtrapradžių (ir tvirtagalių) dvibalsių ilgumui daugiausia įtakos turi sonantas n. Kiek trumpesni tvirtrapradžiai dvigarsiai, kurių antrasis sandas m. Mažiausiai dvigarsį ilgina l. 2.2. Betrachtet man die Dauer einzelner Vokale in gemischten Diphthongen mit akutierter und zirkumflektierter Betonung (siehe Tab. 2), zeigt sich, dass α(ī), i(ī), i(m̄), 5 Bedeutung der Symbole: Vⁿ – Hinterzungenvokal, Vⁱ – Vorderzungenvokal, R – Sonant. 154 Tabelle 1 Gesamtdauer der gemischtintonierten Diphthonge mit fallendem und steigendem Ton6 Diphthonge | n | x̄±s (ms) | v (%) | 95% Konfidenzintervall (ms) | t ≥ tα; áˑl | 9 | 173±21 | 12,2 | 157÷189 | 2,32>2,11⁷*; ɑ̄l. | 9 | 193±14 | 7,3 | 182÷203; áˑm | 9 | 217±38 | 17,3 | 188÷246 | 0,69<2,1*; ɑ̃m. | 9 | 208±14 | 6,6 | 197÷219; áˑn | 9 | 234±12 | 5,0 | 225÷244 | 4,79>4,01**; ɑ̃n. | 9 | 200±17 | 8,6 | 187÷214; áˑr | 9 | 201±16 | 8,0 | 188÷213 | 6,71>4,02**; ɑ̃r. | 9 | 147±18 | 12,0 | 134÷161; éˑl | 9 | 204±26 | 12,6 | 184÷224 | 2,88>2,11**; el. | 10 | 177±14 | 8,1 | 167÷187; éˑm | 10 | 233±17 | 7,5 | 220÷245 | 6,65>3,92**; ẽm. | 9 | 191±10 | 5,0 | 184÷198; éˑn | 10 | 245±31 | 12,5 | 223÷266 | 3,70>3,22*; ẽn. | 9 | 198±23 | 11,4 | 181÷216; éˑr | 9 | 199±27 | 13,6 | 180÷218 | 2,43>2,11*; ẽr. | 9 | 168±28 | 16,4 | 147÷190; íˑl | 10 | 196±14 | 7,3 | 186÷206 | 0,64<2,10*; il. | 9 | 190±25 | 13,1 | 172÷208; íˑm | 9 | 161±20 | 12,1 | 147÷176 | 1,01<2,11*; ĩm. | 9 | 153±16 | 10,4 | 141÷165; íˑn | 9 | 230±18 | 7,8 | 216÷244 | 6,33>4,02**; ĩn. | 9 | 178±17 | 9,6 | 165÷191; íˑr | 9 | 179±19 | 10,3 | 165÷193 | 5,46>4,02**; ĩr. | 9 | 126±22 | 17,8 | 109÷143; úˑl | 9 | 161±19 | 11,6 | 149÷174 | 0,16<2,10*; ul. | 9 | 162±17 | 0,34 | 150÷175; úˑm | 9 | 181±9 | 5,0 | 174÷188 | 4,75>4,02**; ũm. | 9 | 201±9 | 4,2 | 194÷207; úˑn | 9 | 179±26 | 14,6 | 159÷200 | 0,71<2,11*; ũn. | 9 | 187±22 | 11,5 | 171÷204; úˑr | 9 | 164±18 | 10,7 | 150÷177 | 0,41<2,11*; ũr. | 9 | 161±15 | 9,3 | 149÷172 Die Konfidenzintervalle von u(m̄.), u(r̄.) liegen innerhalb der Intervalle von áˑ(l), íˑ(l), íˑ(m), úˑ(m), úˑ(r) (vgl. áˑ(l) – 97÷128 ms, a(l̄) – 102÷128 ms; iˑ(l) – 93÷114 ms, i(l̄) – 77÷104 ms usw.). Das bedeutet, dass sich die Vokale in den genannten Fällen hinsichtlich ihrer Dauer im Wesentlichen nicht unterscheiden. 6 Bedeutung der Symbole: x̄ – arithmetischer Mittelwert, s – Standardabweichung, v – Variationskoeffizient, ÷ – 95%-Konfidenzintervall, t – Student-Kriterium, tα – kritischer Wert des Student-Kriteriums. 7 * – Zuverlässigkeit der Ergebnisse 95%, ** – Zuverlässigkeit der Ergebnisse 99,9%. 155 Die sich überschneidenden Konfidenzintervalle von á·(m) und α(m̃.), ú·(l) und u(l̃.) zeigen, dass sich die Vokale in diesen Fällen hinsichtlich ihrer Dauer kaum unterscheiden. Insgesamt ist der erste Bestandteil der Diphthonge mit fallendem Ton 1,3-mal länger als der erste Bestandteil der gemischtintonierten Diphthonge mit steigendem Ton. Die tiefliegenden Vokale a, e, die den ersten Bestandteil der Diphthonge mit fallendem Ton bilden, sind 1,3-mal länger als die hochliegenden Vokale u, i dieser Diphthonge. Die tiefliegenden Vokale a, e und die hochliegenden Vokale u, i als erste Bestandteile der Diphthonge mit steigendem Ton unterscheiden sich deutlich weniger – um den Faktor 1,1. Tabelle 2 Dauer der ersten Bestandteile der Diphthonge mit fallendem und steigendem Ton Diphthonge n x̄±s (ms) v (%) 95% Konfidenzintervall (ms) t≥t₁α á·(l) 9 113±20 17,8 97÷128 0,28<2,11* α(l̃.) 9 115±16 14,2 102÷128 á·(m) 9 127±24 18,6 109÷145 1,66<2,11* α(m̃.) 9 112±14 12,0 101÷123 á·(n) 9 156±9 5,7 149÷163 5,75>4,02** α(ñ.) 9 116±19 16,1 102÷131 á·(r) 9 151±16 10,6 139÷164 7,95>4,02** α(r̃.) 9 93±15 16,2 81÷104 é·(l) 9 151±32 21,1 127÷176 3,93>3,22** e(l̃.) 10 107±15 14,1 96÷118 é·(m) 10 167±14 8,4 157÷177 8,55>3,97** e(m̃.) 9 90±12 10,7 105÷124 é·(n) 10 167±20 11,8 153÷181 7,09>3,97** e(ñ.) 9 108±16 14,8 96÷120 é·(r) 9 150±24 15,9 132÷168 4,021>4,015** e(r̃.) 9 103±25 24,3 84÷123 í·(l) 10 103±14 13,8 93÷114 1,74<2,11* i(l̃.) 9 91±18 19,9 77÷104 í·(m) 9 92±12 12,4 83÷101 0,76<2,11* i(m̃.) 9 87±17 19,6 74÷100 í·(n) 9 127±13 10,0 117÷137 5,22>4,02** i(ñ.) 9 90±17 19,1 77÷103 í·(r) 9 130±18 14,1 116÷144 7,153>4,015** i(r̃.) 9 74±15 19,6 63÷85 í·(l̃) 9 99±16 15,8 87÷111 1,02<2,11* u(l̃.) 9 109±24 21,9 90÷127 ú·(m) 9 100±14 14,2 90÷110 0,14<2,11* u(m̃.) 9 101±10 10,2 93÷109 ú·(n) 9 114±18 16,0 100÷128 3,03>2,28** u(ñ.) 9 92±12 13,2 83÷101 ú·(r) 9 117±17 14,1 104÷129 1,09<2,11* u(r̃.) 9 109±15 13,9 97÷120 156 Die ersten Komponenten der gemischtphasigen Diphthonge mit Stoßton, a und e, sind 1,4-mal länger als die hohen Vokale a und e in Diphthongen mit Schleifton. Das Verhältnis der Dauer der ersten Komponenten i und u in Diphthongen mit Stoßton und Schleifton beträgt 1,2: 1. Tabelle 3 Dauer der zweiten Komponenten gemischtphasiger Diphthonge mit Stoßton und Schleifton Diphthonge | n | x̄ ± s | v (%) | 95% Konfidenzintervall (ms) | t > tα (á)ˑl | 9 | 60±19 | 31,7 | 46÷75 | 2,12 > 2,11** (α)l̄ | 9 | 78±15 | 19,5 | 66÷89 | (á)ˑm | 9 | 90±20 | 21,9 | 75÷105 | 0,71 < 2,11* (α)m̄ | 9 | 96±17 | 17,4 | 83÷109 | (á)ˑn | 9 | 78±12 | 16,0 | 68÷87 | 1,04 < 2,11* (α)n̄ | 9 | 84±14 | 16,4 | 74÷95 | (á)ˑr | 9 | 50±6 | 11,7 | 45÷54 | 1,28 < 2,11* (α)r̄ | 9 | 54±10 | 18,2 | 47÷62 | (é)ˑl | 9 | 53±10 | 19,5 | 45÷60 | 3,79 > 3,22** (e)l̄ | 10 | 70±10 | 13,6 | 63÷77 | (é)ˑm | 10 | 66±9 | 13,1 | 60÷72 | 2,57 > 2,11** (e)m̄ | 9 | 76±9 | 11,4 | 70÷83 | (é)ˑn | 10 | 78±14 | 17,3 | 68÷88 | 2,31 > 2,11** (e)n̄ | 9 | 90±11 | 12,3 | 83÷100 | (é)ˑr | 9 | 49±15 | 31,3 | 37÷61 | 2,70 > 2,11** (e)r̄ | 9 | 65±9 | 13,3 | 58÷72 | (í)ˑl | 10 | 92±8 | 8,5 | 87÷98 | 1,44 < 2,11* (i)l̄ | 9 | 99±13 | 13,1 | 89÷110 | (í)ˑm | 9 | 69±12 | 17,3 | 60÷79 | 0,72 < 2,11* (i)m̄ | 9 | 66±6 | 8,8 | 62÷71 | (í)ˑn | 9 | 103±14 | 13,9 | 92÷114 | 2,53 > 2,11** (i)n̄ | 9 | 88±10 | 11,5 | 80÷96 | (í)ˑr | 9 | 49±9 | 18,4 | 42÷56 | 0,58 < 2,11* (i)r̄ | 9 | 52±11 | 21,9 | 43÷60 | (ú)ˑl | 9 | 58±21 | 36,3 | 42÷74 | 0,44 < 2,11* (u)l̄ | 9 | 54±21 | 38,8 | 38÷70 | (ú)ˑm | 9 | 81±11 | 13,7 | 73÷90 | 2,96 > 2,92** (u)m̄ | 9 | 100±16 | 15,6 | 88÷112 | (ú)ˑn | 9 | 66±21 | 31,8 | 50÷82 | 3,51 > 3,25** (u)n̄ | 9 | 95±15 | 15,8 | 84÷107 | (ú)ˑr | 9 | 47±4 | 9,3 | 44÷50 | 1,41 < 2,11* (u)r̄ | 9 | 51±7 | 13,8 | 45÷56 2.3 Bei der Analyse der Dauer der zweiten Komponenten gemischtphasiger Diphthonge wurde festgestellt, dass die Konfidenzintervalle von (áˑ)m, (áˑ)n, (áˑ)r, (íˑ)l, (íˑ)r, (úˑ)r in die Intervalle von (α)m̄, (α)n̄, (α)r̄, (i)l̄, (i)r̄, (u)r̄ fallen (vgl. (úˑ)r – 44÷50 ms, (u)r̄ – 45÷56 ms; (íˑ)r – 42÷56 ms, (i)r̄ – 43÷60 ms usw.). Dies zeigt, dass sich die zweiten Diphthongkomponenten in diesen Fällen hinsichtlich ihrer Dauer praktisch nicht unterscheiden. 157 Die zweiten Komponenten der gemischtphasigen Diphthonge (i̇)m, (u̇)l sind geringfügig länger als die zweiten Komponenten (i)m̄ und (u)l̄ (vgl. ihre Konfidenzintervalle: (i̇)m – 60÷79 ms, (u̇)l – 42÷74 ms und (i)m̄ – 62÷71 ms sowie (u)l̄ – 38÷70 ms). Der Vergleich zeigt, dass die zweite Komponente der Diphthonge mit Schleifton 1,1-mal länger ist als die zweite Komponente der Diphthonge mit Stoßton. Somit beeinflusst der Akzent auch die Dauer der zweiten Komponente (vgl. auch Pakerys 1982: 160). 2.5. In der linguistischen Literatur variiert die Kennzeichnung der Dauer beider Diphthongkomponenten im südlichen Aukštaitischen. In der Druskininkai-Mundart gelten die betonten Komponenten sowohl der Diphthonge mit Stoßton als auch derjenigen mit Schleifton als halblang (z. B. ká.l'v'i „kalvi“ und ger.s „gers“) (DTŽ 1988). Anderswo (LKT 1970; Mikalauskaitė 1975: 140, 142; Markevičienė 1999) werden die ersten Komponenten aller Diphthonge mit Stoßton als lang, die zweiten Komponenten der Diphthonge mit Schleifton als halblang angegeben. In LKA 2 heißt es, dass die zweite Komponente von am, an, em, en mit Schleifton lang ist (LKA 2 1982: 84–85, Karte 69; 87–88, Karte 71; 125, Karte 125)⁸. Beim Vergleich der Dauer der ersten Komponenten aller Diphthonge insgesamt mit derjenigen der Diphthonge mit Stoßton ergab sich ein Verhältnis von 1,5: 1, bei der allgemeinen Dauer und der Dauer der zweiten Komponenten eines von 2,8: 1. Das Verhältnis der allgemeinen Dauer zur Dauer der ersten Komponenten der Diphthonge mit Schleifton beträgt 1,8: 1, dasjenige der allgemeinen Dauer zur Dauer der zweiten Komponenten 2,3: 1. Daher sollten die vokalischen Komponenten der Diphthonge mit Stoßton als lang gelten, die Sonanten der Diphthonge mit Schleifton hingegen als halblang. 3. Die Ergebnisse des Experiments⁹ zeigen, dass die vokalischen Komponenten a, e sowohl in Diphthongen mit Stoßton als auch in solchen mit Schleifton tief, i und u hingegen hoch sind (vgl. á.(l) F₂=1240 Hz, α(l.) F₂=1210 Hz; í.(n) F₂=2000 Hz, i(n.) F₂=1710 Hz usw.). Dies wird auch durch den Tonalitätsindex bestätigt (vgl. é.(r) T=115, í.(r) T=597, á.(l) T=-34, u(n.) T=-13 usw.). Mit höherem Ton werden die vokalischen Komponenten i, a+r, n der gemischtphasigen Diphthonge mit Stoßton ausgesprochen (vgl. T=584, T=364), während e, u, a+l, m einen tieferen Ton aufweisen (vgl. á.(m) T=1, α(n̄.) T=-32). Der Kompaktheitsindex von a und e mit Stoßton ist in den gemischtphasigen Diphthongen mehr oder weniger höher als in denjenigen mit Schleifton (vgl. á.(n) C=901 und α(n̄.) C=880; é.(r) C=882 und e(r̄.) C=861 usw.). Der Diffusitätsindex der Vokale i und u ist höher, wenn die gemischtphasigen Diphthonge mit Stoßton akzentuiert sind (vgl. ú.(n) df=710 und u(n̄.) df=580; í.(l) df=1640 und i(l̄.) df=1130; í.(m) df=1430 und i(m̄.) df=1340 usw.). In allen Fällen werden die ersten Komponenten a, e, i, u der gemischtphasigen Diphthonge mit Stoßton durch deutlich stärker gespannte Sprechorgane ausgesprochen als diejenigen mit Schleifton (vgl. á.(l) įt=540 und α(l̄.) įt=430; í.(m) įt=630 und i(m̄.) įt=470; ú.(r) įt=690 und u(r̄.) įt=470 usw.). 8 Taip iš pradžių yra maniusi ir E. Mikalauskaitė (1975: 99, 142). 9 Da man davon ausgeht, dass die qualitativen Unterschiede zwischen gemischtphasigen Diphthongen mit Stoßton und solchen mit Schleifton stärker durch die ersten Komponenten als durch die zweiten bedingt sind (vgl. Pakerys 1982: 64; Atkočaitė 1998: 98), beschränkt sich der Artikel auf die Erörterung der qualitativen Unterschiede der vokalischen Komponenten. 158 Der Bemolitätsindex zeigt, dass in den akutierten Diphthongen u etwas stärker bemolisiert ist als in dem Fall, in dem die zweite Komponente des Diphthongs den Zirkumflexakzent trägt (vgl. ú·(l) b=112 und u(l̄) b=111; ú·(m) b=112 und u(m̄) b=110 usw.). Die übrigen Laute sind als nicht bemolisiert anzusehen (siehe ihre Bemolitätsindizes). Der Kompaktheitsindex der akutierten a, e ist mehr oder weniger höher als bei den zirkumflektierten gemischten Diphthongen (vgl. á·(n) C=901 und α(n̄) C=880; é·(r) C=882 und e(r̄) C=861 usw.). Der Diffusitätsindex der Vokale i, u ist höher, wenn die gemischten Diphthonge akutiert sind (vgl. ú·(n) df=710 und u(n̄) df=580; í·(l) df=1640 und i(l̄) df=1130; í·(m) df=1430 und i(m̄) df=1340 usw.). In allen Fällen werden die ersten Komponenten der akutierten gemischten Diphthonge a, e, i, u mit deutlich stärker angespannten Sprechorganen artikuliert als die der zirkumflektierten (vgl. á·(l) įt=540 und α(l̄) įt=430; í·(m) įt=630 und i(m̄) įt=470; ú·(r) įt=690 und u(r̄) įt=470 usw.). Der Bemolitätsindex zeigt, dass in den akutierten Diphthongen u etwas stärker bemolisiert ist als in dem Fall, in dem die zweite Komponente des Diphthongs den Zirkumflexakzent trägt (vgl. ú·(l) b=112 und u(l̄) b=111; ú·(m) b=112 und u(m̄) b=110 usw.). Die übrigen Laute sind als nicht bemolisiert anzusehen (siehe ihre Bemolitätsindizes). Auch bei der Artikulation der untersuchten Diphthonge sind Unterschiede festzustellen. Die ersten Komponenten der akutierten gemischten Diphthonge a, e sind deutlich offener als die der zirkumflektierten (vgl. á·(l) F₁=690 Hz, α(l̄) F₁=640 Hz; á·(r) F₁=690 Hz, α(r̄) F₁=630 Hz; é·(m) F₁=730 Hz, e(m̄) F₁=600 Hz; é·(r) F₁=700 Hz, e(r̄) F₁=600 Hz usw.; siehe Tabelle 4). Sie haben also eine niedrigere Zungenhebung (vgl. auch die litauische Ausgabe von Pakerys 1974: 148; Atkočaitytė 1998: 88). Kaip ir bendrinėje kalboje (Pakerys 1995: 174), tvirtapradžių mišriųjų dvigarsių (išskyrus ū·l) pirmieji dėmenys i, u tariami uždarau negu tvirtagalių – plg. ú·(m) F₁=450 Hz, u(m̄) F₁=530 Hz; ú·(n) F₁=450 Hz, u(n̄) F₁=490 Hz; í·(n) F₁=390 Hz, i(n̄) F₁=500 Hz; í·(r) F₁=380 Hz, i(r̄) F₁=490 Hz ir kt. Bei den akutierten gemischten Diphthongen ist F₂ von u niedriger, während es bei i höher liegt als bei den zirkumflektierten (vgl. ú·(l) F₂=780 Hz, u(l̄) F₂=890 Hz; ú·(n) F₂=840 Hz, u(n̄) F₂=1050 Hz; í·(n) F₂=2000 Hz, i(n̄) F₂=1710 Hz; í·(r) F₂=1980 Hz, i(r̄) F₂=1590 Hz usw.). Das bedeutet, dass u bei akutierten gemischten Diphthongen weiter hinten artikuliert wird, bei zirkumflektierten u hingegen weniger weit hinten. Bei der Artikulation akutierter gemischter Diphthonge ist i deutlich weiter vorn als dann, wenn die zweite Silbenkomponente mit dem Diphthong betont ist. Die F₂-Werte der ersten Komponenten a, e der zirkumflektierten und akutierten gemischten Diphthonge variieren (vgl. á·(m) F₂=1270 Hz, α(m̄) F₂=1160 Hz; á·(l) F₂=1400 Hz, e(l̄) F₂=1400 Hz; é·(r) F₂=1470 Hz, e(r̄) F₂=1460 Hz). Die qualitativen Eigenschaften der vokalischen Komponenten akutierter Diphthonge sind somit ausgeprägter, „authentischer“. Bei den zirkumflektierten hingegen sind sie weniger deutlich; die Vokale unterliegen der Reduktion. Dieser Qualitätsunterschied zwischen den vokalischen Komponenten zirkumflektierter und akutierter gemischter Diphthonge ist, wie auch in der Standardsprache und im südžemaitischen Dialekt von Eržvilkas (Pakerys 1974: 151; Atkočaitytė 1998: 99), ein wichtiges Akzentmerkmal. 159 Tabelle 4 Qualität der ersten Komponenten von gemischt-akutierten und gemischt-zirkumflektierten Diphthongen10 Diphthonge | F₁ (Hz) | F₂ (Hz) | F₃ (Hz) | b³ | C³ | T³ | df | it á·(l) | 690 | 1240 | 2410 | 107 | 900 | -34 | 550 | 540 á(ˉl.) | 640 | 1210 | 2500 | 108 | 891 | -39 | 570 | 430 á·(m) | 690 | 1270 | 2330 | 107 | 897 | 1 | 580 | 590 α(ˉm.) | 630 | 1160 | 2300 | 108 | 895 | -32 | 530 | 670 á·(n) | 700 | 1260 | 2310 | 107 | 901 | -8 | 560 | 630 α(ˉn.) | 630 | 1310 | 2400 | 108 | 880 | 55 | 680 | 420 á·(r) | 690 | 1330 | 2340 | 107 | 892 | 40 | 640 | 520 α(ˉr.) | 630 | 1340 | 2390 | 107 | 877 | 76 | 710 | 400 é·(l) | 670 | 1400 | 2500 | 107 | 881 | 68 | 730 | 270 e(ˉl.) | 600 | 1400 | 2500 | 107 | 865 | 116 | 800 | 200 é·(m) | 730 | 1470 | 2370 | 106 | 888 | 97 | 740 | 390 e(ˉm.) | 600 | 1530 | 2400 | 107 | 856 | 211 | 930 | 230 é·(n) | 690 | 1370 | 2330 | 107 | 888 | 67 | 680 | 490 e(ˉn.) | 610 | 1410 | 2320 | 108 | 868 | 148 | 800 | 380 é·(r) | 700 | 1470 | 2370 | 107 | 882 | 115 | 770 | 360 e(ˉr.) | 600 | 1460 | 2410 | 107 | 861 | 169 | 860 | 230 í·(l) | 360 | 2000 | 2570 | 108 | 764 | 636 | 1640 | 710 i(ˉl.) | 450 | 1580 | 2390 | 108 | 814 | 366 | 1130 | 240 í·(m) | 420 | 1850 | 2300 | 108 | 794 | 549 | 1430 | 630 i(ˉm.) | 460 | 1800 | 2370 | 108 | 807 | 473 | 1340 | 470 í·(n) | 390 | 2000 | 2670 | 107 | 774 | 584 | 1610 | 780 i(ˉn.) | 500 | 1710 | 2530 | 107 | 820 | 364 | 1210 | 240 í·(r) | 380 | 1980 | 2610 | 108 | 772 | 597 | 1600 | 710 i(ˉr.) | 490 | 1590 | 2530 | 108 | 824 | 309 | 309 | 130 ú·(l) | 510 | 780 | 2270 | 112 | 917 | -279 | 710 | 710 u(ˉl.) | 480 | 890 | 2310 | 111 | 888 | -146 | 630 | 820 ú·(m) | 450 | 910 | 2270 | 112 | 874 | -91 | 640 | 870 u(ˉm.) | 530 | 950 | 2370 | 110 | 894 | -144 | 520 | 710 ú·(n) | 450 | 840 | 2200 | 112 | 885 | -147 | 710 | 1010 u(ˉn.) | 490 | 1050 | 2320 | 110 | 869 | -13 | 560 | 640 ú·(r) | 440 | 920 | 2180 | 112 | 870 | -54 | 640 | 960 u(ˉr.) | 500 | 1080 | 1080 | 110 | 868 | -21 | 580 | 470 4. Wie Beispiele wie káltas „schuldig“ und kəl.təs „schuldig“, ká·rk „Kork“ und kəˉr.k „Kork“ zeigen, werden in dieser Mundart (wie auch im gesamten südausseitischen Sprachgebiet) in gemischten Diphthongen die akutierte und die zirkumflektierte Intonation klar unterschieden. Bei der Beschreibung der Intonationen der südwestlichen Dzūken auf der Grundlage experimenteller Untersuchungen von Einzellauten … 10 Bedeutung der Symbole: V – Vokal, F₁ – Werte des ersten Formanten (Hz), F₂ – Werte des zweiten Formanten, F₃ – Werte des dritten Formanten, C₃ – Kompaktheitsindex, b₂ – Bemolität, T₃ – Tonalitätsgrad, df – Diffusität, it – Spannung. Die Formantmessungen wurden nach der Methode von Piotrovskij (Piotrovskij 1960) vorgenommen. 160 … stützte sie sich auf experimentelle Untersuchungen von Einzellauten. Ihrer Ansicht nach ist die akutierte Intonation in dieser Mundart „eher fallend als steigend“, die zirkumflektierte dagegen steigend. Als wichtigstes unterscheidendes Merkmal der Intonation betrachtete die Autorin die Stelle des Druckgipfels (Mikalauskaitė 1975: 140–143). Wenn ein gemischter Diphthong akutiert ist, liegt sein Druckgipfel auf der ersten, bei zirkumflektierter Intonation auf der zweiten Komponente11 (vgl. auch LKA 2 1982: 125, Karte 106). Wie aus Abb. 1–3 ersichtlich, verlaufen die Grundfrequenzkurven akutierter gemischter Diphthonge gewöhnlich fallend oder fallend-steigend, diejenigen zirkumflektierter Diphthonge dagegen steigend. Die Grundfrequenzgipfel akutierter Diphthonge liegen näher am Anfang, die zirkumflektierter näher am Ende. Akutierte Diphthonge werden gewöhnlich mit höherem Ton ausgesprochen. Dennoch besteht keine strenge Regelmäßigkeit: Bisweilen ist der Ton zirkumflektierter Diphthonge deutlich höher als derjenige akutierter. Abb. 1. Grundfrequenz und Intensität der gemischten Diphthonge [íˑm] und [im̄] in den Wörtern prikˑmsta (—) und kim̄.šta (– –). Abb. 2. Grundfrequenz und Intensität der gemischten Diphthonge [úˑn] und [un̄] in den Wörtern pūˑnskas (– –) und akun̄.ta (—). 11 Für die litauische Standardsprache, insbesondere für die westlichen Mundarten, ist beim Akut die Konzentration der Energie an einem konkreten Punkt charakteristisch, beim Zirkumflex hingegen ihre Verteilung über die gesamte betonte Silbe (in den nordžemaitischen Mundarten über das gesamte Silbenzentrum) (Girdenis 1996: 71, 82). 161 Abb. 3. Grundfrequenz und Intensität der gemischten Diphthonge [ù·m] und [ùm̥] in den Wörtern ustù·mas (—) und kuṁ·pæs (- - -). Analog verändert sich auch die Intensität: Am Ende von akutierten Diphthongen nimmt sie ab, bei zirkumflektierten nimmt sie mehr oder weniger zu. Bemerkenswert ist, dass die Intensitätskurven der zirkumflektierten gemischten Diphthonge sehr deutlich ansteigen und dann abfallen, während die der akutierten eine Zeit lang gleichmäßig verlaufen und erst am Ende der Aussprache abfallen. Die Intensitätsgipfel akutierter Diphthonge liegen, ebenso wie die der Grundfrequenz, näher am Anfang; bei zirkumflektierten konzentrieren sie sich in der Mitte oder näher am Ende. Es muss gesagt werden, dass solche Beziehungen zwischen Grundfrequenz und Intensität bei akutierten und zirkumflektierten gemischten Diphthongen keineswegs konsequent sind. Häufig verändert sich die Grundfrequenz bei beiden Typen sehr ähnlich, d. h. sie steigt an und umfasst einen engen Bereich. Den höchsten Punkt kann die Grundfrequenz sowohl bei akutierten als auch bei zirkumflektierten Diphthongen am Ende der Aussprache erreichen. Die Intensitätskurven unterscheiden sich jedoch deutlich (siehe Abb. 4–5). Folglich ist für die Unterscheidung der Akzenttypen gemischter Diphthonge bei den Sprechern von Seirijai häufig die Intensität wichtiger als der Ton. Dieser Gedanke wurde über die Akzenttypen der östlichen Dialekte geäußert12. Abb. 4. Grundfrequenz und Intensität der gemischten Diphthonge [í·n] und [iñ.] in den Wörtern sp'rįta (—) und apšpinta (- - -). 12 Man nimmt an, dass die Grundfrequenz für die Unterscheidung der Akzenttypen in den östlichen Dialekten nicht sehr wichtig ist und stärker dem Einfluss der Satzintonation unterliegt (Kačiūskienė, Girdenis 1997: 35). 162 Abb. 5. Ton und Intensität der gemischten Diphthonge [áˑr] und [aˑr] in den Wörtern pakáˑrtas (- -) und kaˑrtas (—). 5. Aus den erörterten Versuchsergebnissen lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen: a) Die ersten Bestandteile akutierter gemischter Diphthonge des Seirijai-Dialekts sind als lang anzusehen, die zweiten Bestandteile zirkumflektierter Diphthonge als halblang; b) hinsichtlich ihrer Gesamtdauer sind akutierte Diphthonge geringfügig länger als zirkumflektierte; c) die Art des Akzenttyps (zirkumflektiert oder akutiert) bestimmt die Qualität des vokalischen Bestandteils des gemischten Diphthongs; dies trägt seinerseits zur Unterscheidung der Akzenttypen bei; d) für die Unterscheidung der Akzenttypen akutierter und zirkumflektierter gemischter Diphthonge bei den Sprechern von Seirijai ist die Intensität wichtiger; die Grundfrequenz verändert sich häufig sehr ähnlich. e) Als wichtigste unterscheidende Merkmale der Akzenttypen sind die Quantität und Qualität der Bestandteile anzusehen. 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Experimental investigations show that the principal differentiating features of pitch in such sequences are the quantity and quality of their components. The overall length of diphthongoid sequences with acute pitch slightly exceeds that of sequences with circumflex pitch, the ratio being 1.1 to 1. The first component in a sequence with acute pitch should be considered long, the second component in a sequence with circumflex pitch half-long. Among the remaining prosodic features, viz. fundamental tone and intensity, the latter is more important as a means of differentiating pitch. The timbre quality of the first component in a sequence with acute pitch is more clearly pronounced and closer to that of vowels proper, whereas in circumflexed sequences the first component is subject to various degrees of reduction. Asta LESKAUSKAITĖ Lietuvių kalbos institutas Antakalnio g. 6 LT-2055, Vilnius, Lietuva El. paštas [email protected] Gauta 2000 09 25 164