scieee AI-readable full text Open interactive document viewer

XVII a. pirmosios pusės Kauno miestiečių asmenvardžių kilmė

Alma Ragauskaitė

Full text

ACTA LINGUISTICA LITHUANICA LIETUVIŲ KALBOTYROS KLAUSIMAI XLIII (2000) Alma RAGAUSKAITĖ Institut für Litauische Sprache, Vilnius ERSTE HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS HERKUNFT DER PERSONENNAMEN DER KAUNASER STADTBÜRGER Die Personennamen der litauischen Stadtbewohner wurden bislang nur wenig erforscht1. Auf Grundlage der in den Vogteibüchern von Kaunas aus dem 16. Jahrhundert belegten Bezeichnungen der Stadtbewohner begann man, die Personennamen der Einwohner von Kaunas zu untersuchen. Erörtert wurden Antroponyme litauischer Herkunft sowie Fragen ihrer Polonisierung und Wortbildung (vgl. Ragauskaitė 1999: 145–158). Nachdem Besonderheiten der Herkunft, Benennung u. a. der Personennamen der Einwohner von Kaunas im 16. Jahrhundert festgestellt worden waren, wird mit dieser Publikation die Untersuchung der Antroponymie der Bürger des alten Kaunas fortgesetzt. Ziel dieses Artikels ist es, die Herkunft der Personennamen der Einwohner von Kaunas in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu erörtern, sie unter diesem Gesichtspunkt zu klassifizieren und das zahlenmäßige Verhältnis der Antroponyme unterschiedlicher Herkunft zu bestimmen. Die Antroponymie für diesen Artikel wurde den Stadtbüchern von Kaunas aus dem 17. Jahrhundert entnommen (1603–1629 Magistrats- und Vogteibuch2, 1604–1610 Magistratsbuch3, 1606–1608 Vogteibuch4, 1608–1616 gemischtes Vogtei-, Schöffen- und Magistratsbuch5 sowie 1610–16226 und 1622–16407 Schöffenbücher)8. Diese Bücher der Selbstverwaltungsorgane wurden von Schreibern in polnischer und lateinischer Sprache verfasst; lediglich im Schöffenbuch von 1610–1622 finden sich außerdem zwei kurze Einträge auf Deutsch9. Die Bücher enthalten Aufzeichnungen über Fälle, die vor den Gerichten des Vogts, der Schöffen und des Magistrats verhandelt wurden10. Ein großer Teil der in den genannten Büchern verzeichneten Personen sind Litauer – sowohl Einwohner von Kaunas als auch Zugezogene (vgl. Kiaupa 1988: 28). 1 Tyrimų apžvalga žr.: Ragauskaitė 1999: 145–158. Be ten nurodytų darbų, dar plg.: Jonikas 1973: 201–216; Zinkevičius 1976: 125–131; 1977a: 93–101; 1977c: 151–156; Biržiška 1987. 2 Handschriftenabteilung der Bibliothek der Universität Vilnius (im Folgenden – VUBRS). F. 7. Nr. 13855. 3 Ebenda. F. 7. Nr. 13856. 4 Ebenda. F. 7. Nr. 13859. 5 Ebenda. F. 7. Nr. 13860. 6 Ebenda. F. 7. Nr. 13861. 7 Litauisches Staatsarchiv für Geschichte (im Folgenden – LVIA). F. SA. B. 13863. 8 Ein weiteres Kaunaser Magistratsbuch mit Akten aus den Jahren 1636–1646 wird im Staatlichen Archiv für Alte Akten Russlands in Moskau aufbewahrt. F. 356. Op. 1. B. 19588. Es war nicht möglich, dieses Buch einzusehen. 9 VUBRS. F 7. Nr. 13861. Bl. 257, 264–265. 10 Eine ausführliche Beschreibung dieser Quellen, die Angaben zum Aufbewahrungsort des Dokuments, zur Signatur, zum Zustand des Buches, zur Sprache der Einträge, zur korrekten Blattfolge und zu den Publikationen enthält, siehe Kiaupa 1973: 125–137; 1988: 40–45. 93 Zunächst ist es wichtig, Kriterien herauszuarbeiten, anhand deren sich genau bestimmen lässt, welche in historischen Dokumenten verzeichneten Anthroponyme den Stadtbürgern von Kaunas zuzuordnen sind. Für die Analyse wurden solche Quellen ausgewählt, in denen vermerkt ist, dass die betreffende Person dem Stand der Stadtbürger angehört¹¹, z. B.: pan Stephan Dwilewicz mieszczanin kowien(ski)12 (MV 248)¹³, Marcinowi Jurgiewiczowi mieszczaninu kowien(skiemu) (Dat.; MV 208)¹⁴, Szymona Macieiowicza mieszczanina kowien(skiego) (Gen.; MV 413), Joannes Mikiewicz civis caunen(sis) (MV 307), honestus Stephanus Romeyko civis et textor caunen(sis) (MV 271), Jana Stankuna mieszczanina i szewca kowien(skiego) (Gen.; MV 155), uczciwy15 Maciej Szawlewicż mieszczanin kowieński (VSM 341)¹⁶ und dergleichen. Bei der Untersuchung der Personennamen der Einwohner von Vilnius stieß Z. Zinkevičius auf das Problem der Identifizierung von Stadtbürgern (vgl. Zinkevičius 1977b: 46). Die Bezeichnung der Stadtbürger von Kaunas in den Quellen variiert. In den meisten Fällen werden sie mit zwei Personennamen verzeichnet, z. B.: Georgy Biwilewicz (VSM 25), Francyszka Boniszka (Gen.; MV 228), Adama Dominikiewicza (Gen.; MV 210), Mikołaja Janowicza (Gen.; MV 91), Jakuba Jawgiela (Gen.; MV 59), Piotrowi Krzçzonowiczowi (Dat.; MV 378), Jana Macieiowicza (Gen.; MV 186), Jacobus Węckowicz (MV 75) usw. Es kommen auch Bezeichnungen mit drei Personennamen vor, z. B.: Petrus Macieiowicz Bepiršztys (S₂ 127), Paweł Stanisławowicz Bublis (VSM 129), Gaspar Jakubowicz Dawłota (S₂ 218), Joanni Stephanowicz Kropas (S₂ 219), Stanislaus Sczesnowicz Marmukna 11 Plačiau apie tai žr. Ragauskaitė 1999: 146. 12 In den historischen Dokumenten festgehaltene Abbreviaturen werden ergänzt. Die Ergänzung wird in Klammern angegeben. 13 Das Rats- und Vogtbuch von 1603–1629 wird mit MV bezeichnet, das Ratsbuch von 1604–1610 mit M, das Vogtbuch von 1606–1608 mit V, das Vogt-, Schöffen- und Ratsbuch von 1608–1616 mit VSM; die Schöffenbücher von 1610–1622 und 1622–1640 werden mit S₁ und S₂ bezeichnet. Alle angeführten Anthroponyme sind mit Belegstellen versehen. Bei jedem von ihnen wird in Klammern die Quelle und nach dem Komma die Seiten- (oder Blatt-)nummer angegeben. Bei der Wiedergabe der Personennamen wird versucht, die authentischen, in historischen Dokumenten belegten Formen beizubehalten. Der Einfachheit halber wurden nur einige spezifische Schriftzeichen geändert, nämlich ð – d, ƒ – h, σ – s. 14 Im Artikel werden häufiger Abkürzungen für Kasusbezeichnungen verwendet: kilm. – Genitiv, naud. – Dativ, įnag. – Instrumental. Andere kommen seltener vor. Dies sind: dgs. – Plural, liet. – litauisch, plg. – vergleiche. 15 Hier folgt man der Auffassung von K. Lepszy und A. Wolff, dass Titel von Stadtbürgern und andere Informationen ähnlicher Art gemäß den Regeln mit modernen Schriftzeichen wiederzugeben sind (vgl. Instrukcja wydawnicza dla źródeł historycznych od XVI do połowy XIX wieku 1953: 30; Wolff 1957: 155–181). 16 Wie zu sehen ist, lassen sich in einigen Fällen Anthroponyme, die Personen bezeichnen, klar von zusätzlichen Angaben zu den Ämtern, Tätigkeiten und Berufen der Stadtbürger unterscheiden. Damit wird das komplizierte, auch für diesen Artikel relevante Problem der Unterscheidung von appellativischen Beinamen und Personennamen im Kontext der Anthroponymie des frühen 17. Jahrhunderts teilweise gelöst (vgl. Zinkevičius 1977b: 59; Maciejauskienė 1991: 31). Zumal einige spezifische Personenbezeichnungen ebenfalls die Unterscheidung dieser beiden Kategorien ermöglichen, da sie eine zur Personennamen gewordene Berufsbezeichnung angeben, z. B.: Maciey Hayduk Styrnik (V 228), Bartłomiej Haidukonis święc (VSM 239) usw. 94 (VSM 200), Mathias Szymkiewicz Milkožientis (S₁ 731), Jacobus Augustynowicz Oszkopaltys (S₂ 132), Piotra Juriewicza Pieczugi (Herkunft; M 99), Joani Hreh orowicz Raczkiewicz (S₂ 237) und weitere. Die Aktenbücher der Stadt Kaunas wurden von Schreibern verfasst, deren Muttersprache vermutlich meist nicht Litauisch war. Daher sind die Vornamen der Bürger sehr uneinheitlich wiedergegeben. Einige Anthroponyme sind vergleichsweise korrekt aufgezeichnet, z. B.: Burba (VSM 278), Janeikis (M 58), Kabaldis (VSM 244), Kulnius (S₂ 183), Survilis (S₁ 804) usw. Ein Teil der hier behandelten Anthroponyme ist slawisiert. Dies ist auch bei den Personennamen anderer historischer Quellen üblich (vgl. außerdem Būga 1958: 232–233; Falk 1963: 87–95; 1966: 3–8; Otrębski 1963: 267–286; Zinkevičius 1977b: 98–104; Ramonienė 1987: 5–8; Maciejauskienė 1990: 265; 1991: 172–178; 1993: 80; 1994: 16–53). Im Folgenden werden die festgestellten häufigeren Fälle phonetischer Substitution sowie der Slawisierung der Anthroponymmorphologie (Weglassen von Endungen, Ersetzen litauischer patronymischer Suffixe durch slawische) behandelt. In den Aktenbüchern wurden folgende häufigste Fälle der Lautsubstitution festgestellt: a wird durch o ersetzt, z. B.: *Burb ažentis – Burbojęcia (Herkunft; MV 358), *Krūmadantis – Krumodancia (Herkunft; V 238), *Margužis – Morguzia (Herkunft; V 118), *Mazgeikūnas – Mozgieykuna (Herkunft; V 135), *Mateišiūnas – Mateysunos (MV 413), *Mulka – Mutko (V 66), *Spalis, *Spalys – Spolis (VSM 219), *Steigvila – Steigvito (M 258), *Simkūnas – Szymkunos (MV 54), *Trumpaila – Trumpaylo (MV 386), *Vilkadūravičius – Wilkoduro wicz (MV 100), *Virbaliūnas – Vierbalunos (MV 189) usw. ai wird durch oi (oy) ersetzt, z. B.: *Gaiževskis – Goyzewjki (S₂ 132), *Ragaišis – Rogoj[za (Herkunft; V 228), *Smailis, *Smailys – Smoilis (S₂ 9), *Tarvainis – Tarwoin (S₂ 28), *Žemaitis – Zemoytis (S₂ 80) und weitere. au wird durch ow ersetzt, z. B.: *Daugirdas – Dowgird (M 181), *Gedgaudas – Gedgow d (M 120), *Žostautavičius – Zastowtowicza (Herkunft; M 194) usw. o wird durch a ersetzt, z. B.: *Beinoravičius – Beynarowicz (MV 352), *Jogėłavičius – Jagietowicz (V 302), *Norkevičius – Narkiewicz 3 (MV 91, 329; S₂ 143)17 usw. uo wird meist durch o ersetzt, z. B.: *Juodis, *Juodys – Jodis 3 (S₁ 324; V 42; VSM 399), *Keliuotis – Kielotis (VSM 558), *Plaukuotis – Plaw koc (S₁ 733) usw. š wird durch s ersetzt, z. B.: *Pagai kštis – Pagaiktis (S₁ 350), *Šeškelis – [ękielowi (Beleg; MV 101), *Šiaudakūlis, *Šiaudakūlys – Saudokula (Herkunft; MV 334), *Šikšnis, *Šikšnys – Sikfnis (MV 184), *Šiukšta – Siukfta (MV 94), *Šlubelis – [lubella (Herkunft; MV 217) usw. Die genannten Fälle des Ersetzens von Lauten durch andere sowie der Monophthongierung von Diphthongen hat Z. Zinkevičius ausführlich behandelt, als er die Anthroponyme in den Heiratsregistern der St.-Johannes-Kirche in Vilnius aus den Jahren 1602–1615 und in den Taufregistern von 1611–1616 untersuchte (vgl. Zinkevičius 1977b: 98–101). 17 Die nach dem Personennamen stehende Zahl gibt die Anzahl der auf den angegebenen Seiten erfassten Personen an. 95 In allen untersuchten Kauner Urkundenbüchern aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts werden Anthroponyme sowohl mit als auch ohne Endungen geschrieben, z. B.: Daviotys (MV 349), Digris (S₂ 212), Dirda (VSM 386), Gniaujdzius (S₂ 9), Gniauzius (MV 196), Kieda (MV 106), Kielis (M 41), Laukis (VSM 368), Maldzius (MV 416), Mulkus (MV 102), Palepis (S₂ 203), Pelukštis (VSM 393), Pempe (VSM 260), Ptaciakis (VSM 324), Podeygis (MV 384), Pozera (MV 376), Puikis (MV 68), Raudis (V220), Rymda (VSM 152), Rymsza (V 95), Rudis (S₂ 26), Stacikis (MV 186), Szawlis (M 156), Szukis (MV 202) und Ginbutt (MV 252), Jaugiel (S₁ 731), Maniuk (S₂ 155), Niuk (S₂ 191), Sidor (M 247), Staciak (VSM), Tarwoin (VSM 213), Wiuk (S₂ 221) u. a. Dasselbe Verfahren wird auch bei der Schreibung derselben Personennamen angewandt: Valentini Džiugas (S₂ 126) – Valentini Džiug (S₂ 131), Szymon Stankunos (MV 78) – Szymon Stankun (MV 136), Lucas Wierbalunis (S₂ 186) – Lucae Wirbalun (S₂ 7), Grigier Wezelis (V 172) – Grigier Wezel (V 172) u. a. Personennamen mit den slawischen patronymischen Suffixen -evič, -ovič werden gewöhnlich ohne Endungen geschrieben, z. B.: Dwilewicz 3 (S₁ 523; S₂ 249; VSM 72), Łukaszewicz 5(M 521; MV 126, 262, 394; S₂ 55), Markiewicz (MV 160), Mikołajewicz (S₂ 150); Jodkowicz (M 42), Lenartowicz 2 (MV 168; S₂ 110), Michałowicz 2 (S₁ 531; S₂ 18), Wieckowicz (V 183) u. a.; ebenso solche mit slawischen Suffixen des Typs -sk-, z. B.: Juchnowski (MV 81), Romanowski 3 (M 53; MV 408; S₂ 85), Szymanowski (VSM 252), Worłowski 4 (MV 228; S₁ 669; S₂ 104; V 101) und dergleichen. Personennamen mit den litauischen patronymischen Suffixen -aitis, -onis, -ūnas werden merklich häufiger mit Endungen geschrieben, z. B.: Kukaitis (S₁ 522), Macaytis (S₁ 694), Plikaitis (VSM 120); Burnionis (MV 325), Masonis (S₁ 666), Narbutonis (MV 180), Simonis 3 (M 29; S₁ 28; S₁ 222); Paciunas (M 244), Waytkunas (VSM 160), Werkunas (MV 132) u. a. Es wurden nur etwa ein Dutzend Personennamen mit diesen Suffixen festgestellt, die ohne Endungen geschrieben sind: Braidziun (VSM 401), Girdziun (VSM 201), Jankun (S₁ 133), Jałoic (S₁ 450), Koiatun (M 525), Perkun (S₁ 25), Pirciun (S₂ 144), Szymkun 2 (M 192; V 262), Szymon (MV 338), Tomkun (S₂ 142), Wakaryunacy (S₂ 137), Wirbalon (S₁ 694), Wirbalun (S₂ 7). Als Zeugnis einer bewussten Slawisierung der Personennamen der Stadtbewohner sollten offenbar Fälle gelten, in denen neben einem Anthroponym ohne Suffix auch dessen Entsprechung mit einem slawischen Suffix belegt ist. Der Kontext der Urkundenbücher lässt darauf schließen, dass es sich dabei meist um Anthroponyme handelt, die dieselben Personen bezeichnen, z. B.: Valentinus Biwilis (S₁ 495) – Valentinus Biwilewicz (S₁ 401), Franciscus Boniszko (M 51) – Franciscus Boniszkowicz (M 104), Georgius Budris (M 497) – Jerzy Budrewicz (M 391), Jan Burniśzko (VSM 65) – Jan Burniśzkiewicz (VSM 265), Tomasza Dulki (Gen.; MV 414) – Tomasz Dulkiewicz (MV 72), Frąc Gniauzius (MV 196) – Frąca Gniauziewicza (Gen.; MV 394), Jacobi Jaugiel (S₁ 731) – Jacobi Jawgietowicz (S₁ 737), Jana Jodzia (Gen.; MV 246) – Joannes Jodziewicz (MV 96 451), Stanisław Kieloc (VSM 363) – Stanislawa Kielociewicza (Gen.; VSM 297), Jerzego Ludwika (Gen.; V 48) – Jerzego Ludwikowicza (Gen.; V 114), Adami Maniuk (M 133) – Adami Maniukiewicz (M 133), Nicolai Ragel – Nicolai Ragetowicz (S₂ 639), Jurgia Stegwila (Gen.; MV 219) – Jerzemu Stegwiłowiczowi (Dat.; MV 182), Petri Stegwit (S₂ 188) – Piotrowi Stegwiłowiczowi (Dat.; S₂ 4) u. a. Meistens hängt offenbar auch die Schreibung von Formen derselben Personennamen mit litauischen und slawischen Suffixen mit der Slawisierung zusammen, z. B.: Marcin Balciunavtys (MV 217) – Marcinowi Balciewiczowi (Dat.; MV 48), Bartholomeum Gryszkavtys (S₁ 119) – Bartholomeum Gryskiewicz (S₁ 318), Joannes Koiałun (M 525) – Joannes Koiałowicz (M 27), Piotra Maciulonia (Gen.; VSM 489) – Piotru Maculewiczju (Dat.; VSM 489) – Piotr Maciłowicz (VSM 489), Jana Stankuna (Gen.; MV 155) – Jana Stankiewicza (Gen.; MV 331), Michaeli Szymkun (S₁ 128) – Michaeli Szymkiewicz (S₁ 686) u. a. Die vorgelegten Daten belegen, dass die Personennamen der Kauner Stadtbewohner in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf unterschiedliche Weise slawisiert wurden. Im Vergleich zur Situation in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts18 lässt sich feststellen, dass die Slawisierung der Personennamen im hier behandelten Zeitraum deutlich intensiver war. Aus den untersuchten Kauner Urkundenbüchern der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden 1463 zweiteilige Bezeichnungen verschiedener Personen – Kauner Stadtbewohner – exzerpiert19. Die ersten Bestandteile solcher Bezeichnungen sind christliche Vornamen. Die zweiten sind Familiennamen oder sie ersetzende Personennamen. Gegenstand der Untersuchung sind gerade die zweiten Personennamen der zweiteiligen Bezeichnungen. Es sind 1463. Hinsichtlich ihrer Herkunft wurden folgende Gruppen unterschieden: Personennamen litauischer Herkunft und Personennamen nichtlitauischer Herkunft. Bei der Einteilung folgte man der Auffassung von V. Maciejauskienė, dass Personennamen litauischer Herkunft nur diejenigen sind, die „aus genetisch eigenen Wörtern der litauischen Sprache“ stammen (Maciejauskienė 1997a: 109). Nicht immer lassen sich die untersuchten Anthroponyme eindeutig einer der genannten Gruppen zuordnen. Deshalb wurde zusätzlich eine weitere Gruppe von Personennamen abgegrenzt – sonstige Personennamen. Über die Herkunft dieser Personennamen lässt sich aufgrund von Schwierigkeiten bei der Bestimmung ihrer authentischen Form, extralinguistischen Faktoren oder anderen Gründen nichts Eindeutiges sagen. Dieser Gruppe wurden auch solche Anthroponyme zugeordnet, deren Herkunft auf mehrere Arten interpretiert werden kann und deren mögliche Etymologien mitunter nahezu gleichwertig sind. Bei der Beurteilung der Herkunft der Personennamen wurde hier vor allem das „Wörterbuch litauischer Familiennamen“ sowie die Arbeiten von M. Gottschald, K. Brechenmacher, E. Fraenkel und M. Biryła herangezogen, 18 Plačiau apie tai žr. Ragauskaitė 1999: 146–147. 19 Einige Fälle des Vogteigerichts Kaunas wurden an das Gericht einer anderen Institution weitergeleitet (vgl. Kiaupa 1988: 28). Nicht in allen Fällen lässt sich dies genau nachvollziehen. Daher ist eine gewisse Zählungenauigkeit zu berücksichtigen. 97 unter Heranziehung der Arbeiten von H. Bahlow, Z. Zinkevičius, K. Kuzavinis und B. Savukynas, B. Unbegaun u. a.20. Die im Artikel angeführten Personennamen der Kaunasser Bürger aus der ersten Hälfte des 17. Jh. werden nicht rekonstruiert. Dies ist eine kompaktere Darstellungsweise. Würde man die Form aller Personennamen in die Standardsprache übertragen, würde sich der Umfang des Artikels erheblich vergrößern. Personennamen litauischen Ursprungs Unter den untersuchten Kaunasser Bürgern der ersten Hälfte des 17. Jh. sind in den Aktenbüchern 400 von insgesamt 1463 Anthroponymen litauischen Ursprungs belegt. Dies entspricht 27% aller erörterten Anthroponyme. Sie wurden weiter in drei Untergruppen eingeteilt: alte litauische zweistämmige Personennamen und daraus gebildete Patronyme, Kurzformen zweistämmiger Anthroponyme und deren suffixale Ableitungen sowie Personennamen mit Spitznamenursprung. Unter den erörterten Anthroponymen litauischen Ursprungs sind 43 solche, die den alten litauischen zweistämmigen Personennamen sowie den daraus gebildeten Patronymen zugeordnet werden können. Dies entspricht etwa 11% aller Anthroponyme litauischen Ursprungs: Beynarowicz (MV 352), Biwil (S₂ 172), Biwilewicz 3 (MV 61; S₁ 137; S₂ 218), Biwilewicza 2 (Gen.; V 103; VSM 194), Biwilowi (Dat.; MV 168), Dawiotys (MV 349), Dowgird (M 181), Eygird (S₂ 169), Geyłtorowi (Dat.; V 103), Giedgowd (M 120), Gimbutt (MV 177), Jagiełowicz (V 302), Jaugita (Gen.; V 191), Jawgiela (Gen.; MV 59), Jawgiełłowicz (S₁ 737), Josudowiczowi (Dat.; MV 377), Jowałżaytis (V 13), Narbutonis (MV 180), Norgelowicza (Gen.; MV 352), Radwiłaytis (VSM 20 Vgl. Wörterbuch litauischer Familiennamen 1, Vilnius: Mokslas, 1985; 2, Vilnius: Mokslas, 1989; Gottschald M. Deutsche Namenkunde. Unsere Familiennamen nach ihrer Entstehung und Bedeutung, Berlin: Verlag Walter de Gruyter u. Co, 1954; Brechenmacher K. J. Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen 1, Limburg a. d. Lahn.: C. A. Starke Verlag, 1960; 2, Limburg a. d. Lahn.: C. A. Starke Verlag 1963; Fraenkel E. Litauisches etymologisches Wörterbuch 1, Heidelberg-Göttingen: Carl Winter, Universitätsverlag, 1962; 2, Heidelberg-Göttingen: Carl Winter, Universitätsverlag, 1965; Бірыла M. Б. Беларуская антрапанімія, Мінск: Навука і тэхніка, 1966; Bahlow H. Deutsches Namenlexikon, München: Keysersche Verlagsbuchhandlung, 1967; Rospond S. Słownik nazwisk śląskich 1, Wrocław-Warszawa-Kraków: Zakład Narodowy im. Ossolińskich-Wydawnictwo, 1967; Бірыла M. Б. Беларуская антрапанімія, Мінск: Навука і тэхніка, 1969; Rospond S. Słownik nazwisk śląskich 2, Wrocław-Warszawa-Kraków: Zakład Narodowy im. Ossolińskich-Wydawnictwo, 1973; Zinkevičius Z. Lietuvių antroponimika. Vilniaus lietuvių asmenvardžiai XVII a. pradžioje, Vilnius: Mokslas, 1977; Сталтмане В. Э. Латышская антропонимия. Фамилии, Москва: Наука, 1981; Бірыла M. Б. Беларуская антрапанімія, Мінск: Навука і тэхніка, 1982; Salys A. Unsere litauischen Vornamen. – Raštai 2, Roma: Lietuvių katalikų mokslo akademija, 1983, 267–284; Kuzavinis K., Savukynas B. Wörterbuch zur Herkunft litauischer Vornamen, Vilnius: Mokslas, 1987; Унбегаун О. Б. Russische Familiennamen, Москва: Прогресс, 1989; Wörterbuch der heute in Polen verwendeten Familiennamen 1–10, Kraków: Polska Akademia Nauk, Instytut Języka Polskiego, 1992–1994; Wörterbuch der heute in Polen verwendeten Vornamen, Kraków: Polska Akademia Nauk, Instytut Języka Polskiego, 1995. 98 301), Radwiłowicz (MV 101), Radwiłowicza (Gen.; V 258), Radwiłowiczowi (Dat.; V 145), Skirmant 2 (MV 385; S₁ 341), Steg wit (S₂ 32), Stegwiłowiczowi (Dat.; MV 182), Steigwit (S₂ 188), Steigwito (M 154), Surwiłis (S₁ 804), Tarwoin 5 (MV 10; S₁ 614; S₂ 28; V 292; VSM 213), Wimbaraiciowi (Dat.; V 58), Wizgirda (Gen.; VSM 75), Woyzbutonis (MV 64), Zastowtowicza (Gen.; M 194). In den Quellen wurden nur 30 Anthroponyme von Kaunasser Bürgern (~8% aller Personennamen litauischen Ursprungs) gefunden, die sich mit Kurzformen alter litauischer zweistämmiger Personennamen und deren suffixalen Ableitungen in Verbindung bringen lassen21: Darguža (Gen.; MV 61), Gierdziunowicz (MV 38), Girdžiūna (Gen.; V 8), Maniuk 4 (M 133; S₁ 198, 351; S₂ 155), Maniuka (Gen.; MV 350), Maniukiewicz (S₁ 433), Maniukiewicza 2 (Gen.; MV 65; V 101), Narkiewicz 3 (MV 91, 329; S₂ 143), Narkun 2 (S₁ 615; S₂ 77), Narkuna 2 (Gen.; V 172; VSM 425), Narkunowi (Dat.; MV 353), Narkunowiczowi (Dat.; MV 101), Naruszayciowi (Dat.; MV 427), Naruszewicza (Gen.; V 151), Rymda 2 (M 391; VSM 152), Rymkowi (Dat.; V 27), Rymkowicz (VSM 243), Romeyko 2 (MV 271, 273), Romeykowicz (MV 349). Unter den untersuchten Personennamen der Kaunasser Bürger litauischen Ursprungs überwiegen Anthroponyme mit Spitznamenursprung. Sie lassen sich mit konkreten litauischen Substantiven, Adjektiven und Verben in Verbindung bringen. Es gibt 327 solcher Namen; das entspricht 81% der Personennamen litauischen Ursprungs: Balciewicz (S₂ 177), Balciunatẏs (MV 217), Berankiṡka 2 (Gen.; V 220; VSM 153), Berankiṡkis (VSM 438), Berankowicz (M 561), Braidžiewicz 2 (V 39; VSM 74), Braidžiūn (VSM 401), Bryzga (Gen.; MV 432), Brizgia (Gen.; V 140), Bublinkiego (Gen.; VSM 261), Budris (M 497), Burba 3 (MV 19; S₁ 731; S₂ 108), Burbela (Gen.; V 17), Burbely 3 (Gen.; V 28, 70; VSM 424), Burbony (Gen.; S₁ 661), Burbowicz (MV 364), Burbojęcia 2 (Gen.; MV 42, 358), Burbulis 2 (MV 69; S₂ 142), Burnionis (MV 325), Burnijka (Gen.; VSM 507), Burniṡka (Gen.; V 167), Burniṡkiewicz 2 (V 207; VSM 265), Burniṡko 3 (MV 155, 212; S₂ 215), Burniṡkowi (Dat.; VSM 217), Burniṡkowicza (Gen.; V 92), Dagiel (MV 308), Dagielis (S₁ 684), Daukiewicz (V 145), Dawxia (Gen.; MV 171)22, Dydonia (Gen.; MV 254), Dregniowicza (Gen.; V 122), Dregniu (Dat.; V 122), Dryzna (S₂ 242), Dryzniewicz (S₂ 249), Dulki (Gen.; MV 414), Dwilewicz 2 (S₁ 523; VSM 72), Dwilewicza 3 (Gen.; MV 147, 350; V 112), Dwilonis (MV 132), Dwilo wicz (MV 307), Dwitowiczowie 4 (Pl. Gen. V 247; VSM 79), Dwjlzencia (Gen.; VSM 145), Džiuga (Gen.; MV 160), Džiugas (S₂ 126), Džiuteta (VSM 52), Džiutety 2 (Gen.; S₂ 52, 62), Džiutetowicza (Gen.; MV 49), Gaidelis (V 272), Gayzewski 3 (MV 128; S₁ 402; S₂ 132), Girulowi (Dat.; V 266), Gniauzdzius (S₂ 9), Gniauziewicza (Gen.; MV 394), Gniauzjius (VSM 137), 21 Dėl šių asmenvardžių kiekio ir vietos lietuvių vardyne žr. Ragauskaitė 1999: 150–151. 22 V. Mažiulis nimmt an, dass der Personenname Daukša eine Ableitung mit dem Suffix -š(a) (-šas) ist, jedoch nicht als Ableitung von lit. daug entstanden ist, sondern als suffixale Kurzform zweistämmiger Personennamen mit dem Bestandteil daug-, vgl. Daug-vydas u. Ä. (Mažiulis 1998: 154; 1999: 30). 99 Grasztela (Gen.; V 301), Greyciuna (Gen.; MV 231), Grykpelis (VSM 279), Grykpell (S₁ 674), Gryk bells (MV 185), Gudaytys (MV 87), Gulbina (Gen.; MV 125), Gulbiniewicza (Gen.; V 158), Gulbinowicz 2 (S₁ 270; V 278), Jedko (V 304), Jodykloniowi (Dat.; V 221), Jodiklonis (V 126), Jodis 3 (S₁ 324; V 42; VSM 399), Jodka (MV 112), Jodkiewicz (V 30), Jodkiewicza (Gen.; V 110), Jodkowicz (M 42), Jodoklonis (S₁ 67), Jodzia 2 (Gen.; MV 246, 337), Jodźiewicz 2 (V 174; VSM 120), Jodźiewicza (Gen.; V 247), Kabald is (VSM 244), Kievda 3 (MV 102; S₁ 495; V 191), Kiela (Gen.; M 63), Kielewicz (MV 448), Kietmutys (MV 355), Kieloc 2 (M 118; S₂ 116), Kielocia (Gen.; V 274), Kielociewicza (Gen.; VSM 297), Kielotis (VSM 558), Kieluciewicz (VSM 257), Kiernowicz (VSM 493), Kiernowski (M 566), Kierotis (M 5), Kierutis (V 236), Kinka (Gen.; MV 109), Kiszkielżenc ia (Gen.; VSM 393), Koiała (S₁ 267), Koiało 2 (M 576; V 217), Koiałłowicz 2 (MV 179; S₂ 116), Koiałowi (Dat.; VSM 200), Koiałun (M 525), Koyrewicz (V 10), Krauielis (V 185), Krumadantis (M 507), Krumodancia (Gen.; V 238), Krumodenc (S₂ 18), Krutnaytys (MV 312), Krutynionis (MV 224), Kukaitis (S₁ 522), Kulhius (S₂ 183), Kumpaycia (Gen.; V 3), Łatwionis (MV 430), Laudanki 3 (MV 46; V 30; VSM 236), Lauka (Gen.; VSM 368), Lenkiewicz (MV 282), Makſztela (S₂ 215), Maldžius 2 (MV 416; V 259), Margutis 2 (M 43; VSM 60), Mazgieyka (MV 332), Mazgieyko (VSM 451), Mergabernia (Gen.; MV 74), Mietkołęčia (Gen.; V 136), Milczunowicz (MV 401), Morguzia (Gen.; V 118), Mozgieykuna (Gen.; V 135), Mułka (MV 154), Mułko 2 (V 66; VSM 294), Mułkus (MV 102), Munius (S₂ 223), Nagielewicz (MV 243), Niuk 2 (S₁ 511; S₂ 191), Norżencia (Gen.; VSM 256), Oželis (V 8), Pagaykſcia (Gen.; S₂ 62), Pagaykſc]ia (Gen.; V 16), Pagaykſtis (S₁ 350), Pagai ksztis (M 39), Palepis (S₂ 203), Pafuſewicz (S₁ 729), Pelukscia (Gen.; S₁ 73), Peluksztis (VSM 393), Pempe (VSM 260), Perdonis (S₂ 137), Perkun (S₁ 25), Perkunelis (MV 216), Perkunowicz (MV 62), Pierdaytis (S₁ 365), Pierdonia (Gen.; MV 311), Pilwelowicz (MV 348), Pirciun (S₂ 144), Ptaciakis (VSM 324), Plakaytis (S₁ 52), Plaukocia 2 (Gen.; S₂ 125; V 168), Plaukocę 2 (MV 12; S₁ 340), Plawkoc 2 (VSM 193; S₁ 565), Plikaitis (VSM 120), Plikiem (Instr.; V 289), Plikozentis (V 426), Poluktys (MV 108), Prypirktinis (VSM 212), Probul (S₂ 75), Probula (Gen.; VSM 131), Puykaycia (Gen.; MV 238), Puikis (MV 68), Pukieniewicz (V 248), Pukienowicz (V 233), Pumpuc (VSM 159), Pumpucia (Gen.; V 64), Pumpuciewicz (V 175), Pumpucę (S₁ 174), Purela (Gen.; MV 184), Puslewicz (V 247), Puſplika (Gen.; MV 298), Puſzle (Gen.; V 304), Ragelewicz (MV 58), Ragella (Gen.; MV 313), Ragetowicz (S₁ 639), Ragiel (S₂ 189), Raudonia (Gen.; V 253), Raudosz (VSM 544), Raudożentis (V 268), Raupsia (Gen.; V 34), Rawdonkakłowam 2 (Dual Dat.; M 39), Rawdoż (M 105), Razel 3 (MV 206; V 108; VSM 222), Razelewicz (MV 72), Razelowi (Dat.; MV 258), Razelowicz (MV 67), Rymsza 2 (V 91, 95), Rymszy (Gen.; S₂ 52), Rogojſza (Gen.; V 228), Rudenaytys (MV 231), Rudys 4 (MV 65, 419; S₁ 62; S₂ 26), Rugena (Gen.; MV 216), Rukieniewicz (V 239), Rusteika (V 282), Saldžiuna (Gen.; V 266), Saudokula (Gen.; MV 334), Sautela (Gen.; V 62), Sawodonia (Gen.; V 167), 100 Septinptaukiowi (Dat.; VSM 114), Se[kielowi (Dat.; MV 101), Sik[nis (MV 184), Sileykis (MV 183), Siuk[ta (MV 94), Skilandžiūna (Gen.; MV 201), Slubella (Gen.; MV 217), Slubellowicz 2 (MV 290, 325), Smoilewicz (VSM 358), Smoilewiczu (Dat.; V 197), Smoilinis (V 190), Smoilis (S. 9), Smojlowicz (MV 35), Spalewicz (V 29), Spolis (S₁ 219), Srogaitis (VSM 382), Srogowicz (V 69), Staciakia (Gen.; VSM 43), Stacikis (MV 186), Stangielewicz (MV 57), Steybutowicz (MV 388), Strebeyko (MV 181), Sza[wla (Gen.; V 69), Sza[wlewicz 4 (MV 170, 217; S₁ 78; V 31), Sza[wis (M 143), Sztubel (VSM 266), Szlubelis (V 176), Szmoilis (S₁ 797), Sznukielewicz (S₁ 144), Szukaitis (M 23), Szukia (Gen.; MV 202), Szukiewicz (MV 238), Szukiewicza (Gen.; MV 251), Szukis 5 (MV 66, 78, 202; S₂ 166; V 104), Szwairaitis (VSM 262), Szweplunis (M 510), Trylupaytys (VSM 354), Trytunen (Instr.; V 169), Trumpaylo (MV 386), Wakarinytys (S₂ 137), Wakaranytis 3 (M 524; V 177, 225), Wakarnaytis (V 153), Webrela (Gen.; VSM 219), Wergelowicz (M 497), Werkowicz (MV 62), Werkunas (MV 132), Wer[že[aytys (MV 32), Weže[a 2 (Gen.; MV 104; VSM 382), Weželis (V 172), Wierbaszewiczow 3 (Gen. Pl.; V 9), Wilkodorowicz 3 (MV 100; V 162; VSM 111), Wirbalewicz (MV 433), Wirbalon 2 (S₁ 694; S₂ 138), Wirbalun (S₂ 7), Wiuk (S₂ 221), Wiżbołowicza (Gen.; S₁ 287), Worłowski 4 (MV 228; S₁ 669; S₂ 104; V 101), Wortow[kiego (Gen.; V 274), Zebrela (Gen.; V 49), Zebris (VSM 155), Zeimelis (V 293), Zemaicia (Gen.; V 287), Zemaitela 2 (Gen.; V 255; VSM 90), Zemaitelowego (Gen.; V 34), Zemoytaycia (Gen.; MV 433), Zemoytel (S₂ 129), Zemelis (MV 392), Żytaitys (MV 149), Zyrnela (Gen.; MV 235). Diese umfangreiche Schicht von Beinamen abgeleiteter Personennamen der Einwohner Kaunas ist als universales Merkmal des historischen anthroponymischen Kontexts der Stadtbewohner und anderer Stände in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu bewerten (vgl. Maciejauskienė 1991: 243). Zu Beginn des betrachteten Zeitraums verfügten auch die Einwohner Vilnius’ über viele Personennamen dieser Art (vgl. Zinkevičius 1977b: 231). Personennamen litauischer Herkunft In den untersuchten Kaunasser Urkundenbüchern sind 948 (65% aller behandelten) Anthroponyme von Einwohnern Kaunas’ nichtlitauischer Herkunft belegt. Sie werden in drei Untergruppen eingeteilt: Personennamen, die von christlichen Vornamen abgeleitet sind, slawische Anthroponyme apellativischer Herkunft und Personennamen germanischer Herkunft. Unter den Personennamen der Einwohner Kaunas’ nichtlitauischer Herkunft sind diejenigen, die von christlichen Vornamen abgeleitet sind, am zahlreichsten. Es gibt 523 davon. Das entspricht 55% aller Anthroponyme nichtlitauischer Herkunft23, zum Beispiel: Adamowicz 2 (MV 123, 182), Alechnaytys (S₂ 117), Aleknowicz (V 24), Alexandrowicz 3 (MV 229; S₂ 191; VSM 25), Alexandrowicza (Gen.; MV Der Kürze halber werden hier nicht alle, sondern nur die meisten Personennamen der betreffenden Gruppe aufgeführt. 101 429), Alexandrowiczow 2 (Gen. Pl.; VSM 218), Ambrożejewicz (MV 60), Ambrożejewicz 2 (MV 387, 430), Andrułkowicza (Gen.; V 231), Andrzejewicz 3 (M 534; V 68, 301), Andrzejewicza (Gen.; V 32), Andrzejewiczowi (Dat.; V 297), Andrzejewicz 2 (MV 63; S 173), Andrzejewicza (Gen.; MV 72), Antoniewicz 2 (MV 160; S₂ 126), Antoniewicza (Gen.; S₂ 29), Antonowicz (S₁ 612), Antonowicza 3 (Gen.; V 136, 195, 269), Augustynowicz (S₂ 130), Augustynowiczowi (Dat.; MV 388), Banijzko (V 10), Bartkiewicz (VSM 212), Bartunikis (S₁ 579), Bartkunayciem (Instr.; MV 249), Bantomiejewicz (VSM 317), Bartoszewicza 2 (Gen.; V 383; VSM 204), Bartoszewiczowi (Dat.; VSM 204), Bernatowicz 4 (M 129, 548; MV 92; VSM 39), Boniszka 2 (Gen.; MV 133; S₁ 93), Boniszkowicz 2 (M 104; S₂ 107), Casparowicz (M 366), Casprowicz 3 (M 366, 369, 562), Chomicz (S₂ 247), Chrczonowicza 2 (Gen.; S₂ 29; VSM 379), Conradowicz (S₁ 138), Danielowiczowi (Dat.; MV 173), Daniłowicz (V 229), Dominik (M 39), Dominikiewicz 4 (M 99; MV 13; S₁ 448; S₂ 6), Dominikowicz 3 (MV 105; S₁ 46; V 25), Gasparowicz (S₁ 25), Grigierowicz 3 (MV 60; V 158; VSM 50), Grygiewicza (Gen.; VSM 21), Grygonis (MV 155), Grigorowicz (S₁ 14), Grygowicza 2 (Gen.; V 30, 136), Grygowiczem (Instr.; V 32), Grygowiczowi (Dat.; VSM 458), Gryskiewicza (Gen.; MV 124), Griszkaitis 2 (M 141; S₁ 119), Gryszkiewicz 2 (S₁ 180; V 12), Hrehorowicza (Gen.; VSM 43), Hryskaytys (S₁ 180), Hryszkiewicz 2 (M 97; VSM 398), Iwanowicz 2 (S₁ 43; VSM 209), Iwanowicza (Gen.; V 4), Jakonis (MV 378), Jaksztowicz (M 137), Jakubowicza 4 (Gen.; V 14, 126, 130; VSM 417), Jakubowiczem (Instr.; VSM 167), Janczykie(wicz) (MV 52), Janetkis (M 58), Jankun 3 (M 31; S₁ 89, 133), Janowicza 5 (Gen.; MV 159, 371; V 43, 203; VSM 186), Jarmolowicz (MV 174), Jasoc (S₂ 174), Jasocia (Gen.; M 95), Jasociowi (Dat.; VSM 325), Jafotis (S₁ 480), Jędru(s)zkowicza (Gen.; VSM 161), Jędrzejewiczem (Instr.; V 58), Jędrzejowicz 2 (M 221; V 221), Jononis 2 (VSM 353, 396), Joz(e)phowicz 2 (MV 240, 243), Juchnowicz 3 (S₁ 735; S₂ 7; VSM 246), Juchnowicza (Gen.; MV 64), Juchnowski 3 (MV 81; S₁ 625; VSM 375), Junayciem (Instr.; V 58), Jurczun (MV 379), Jurewicz (S₂ 225), Jurgielewicz (MV 62), Jurgielis 2 (MV 104, 231), Jurgiewicza 2 (Gen.; MV 139, 332), Jurgiewiczem (Instr.; MV 371), Jurgiewiczowi 2 (Dat.; MV 425; V 170), Juriewicz 3 (MV 101, 226; VSM 446), Juriewicza 2 (Gen.; M 583; V 259), Juriewiczem (Instr.; V 122), Jur(i)onis (M 153), Kasperowicz 2 (VSM 254, 346), Kasprowicz 3 (MV 418; S₁ 24; V 203), Kasprowiczowi (Dat.; V 218), Każen (S₂ 22), Każena (Gen.; MV 246), Kirel (VSM 353), Kondratowicz (M 532), Kotkun (M 96), Kręczonowicz 6 (M 145; MV 138, 420, 442; S₁ 528; S₂ 83), Krzysztofowicz (MV 68), Lawrynowi (Dat.; S₂ 244), Lawrynowicz 5 (M 258, 448; MV 412, 422; S₂ 244), Lawrynowicza 2 (Gen.; M 521; MV 358), Lenartowicz 2 (MV 168; S₂ 110), Lenartowiczowi (Dat.; MV 190), Ludkuna (Gen.; VSM 243), Ludwika (Gen.; V 48), Ludwikiewicz (M 517), Ludwikowiczowi (Dat.; V 186), Łukaszewicz 5 (M 521; MV 126, 262, 394; S₂ 55), Łukaſzewicza (Gen.; V 22), Łukianowiczowi (Dat.; MV 418), Macaytis (S₁ 694), Maciejewicza 4 (Gen.; MV 65; S₁ 700; S₂ 166; VSM 277), Maciejowicza 5 102 (Gen.; MV 186, 410, 413, 418; S₂ 227), Maciejowiczowi (Dat.; V 213), Maciejowiczu (Dat.; S₂ 162), Maciul (VSM 88), Maciulewiczu (Dat.; VSM 489), Maciulowicz (S₁ 505), Mackiewiczowi (Dat.; V 188), Marcinowicz 3 (M 254; S₁ 140; V 240), Marcinowicza 2 (Gen.; MV 208; VSM 121), Marcinowiczem (Instr.; V 43), Markiewicz (MV 160), Markiewiczem (Instr.; VSM 396), Markowicz (VSM 480), Markusz (MV 362), Masiewicz (V 216), Masiewicz (VSM 244), Masonis (S₁ 666), Mateysunos (MV 413), Mathufonis (S₁ 721), Matyaszowicz 2 (MV 241, 427), Matłaycia 3 (Gen.; V 64, 95, 145), Matłaytys 2 (MV 405; V 29), Matulewicz (S₂ 59), Matułonis (Gen.; MV 183), Metałkaiciem (Instr.; VSM 353), Michaitowicza (Gen.; MV 284), Michalkowicz (MV 187), Michalowicz 2 (S₁ 531; S₂ 18), Michalowicza 2 (Gen.; MV 147, 227), Michalowiczowi (Dat.; S₂ 19), Michnaycia (Gen.; MV 85), Michnowicz (S₁ 649), Michowkiego (Gen.; S₂ 29), Mikiewicz 2 (MV 307; S₂ 19), Miktałzewicz 2 (S₁ 669; S₂ 116), Mikłałzewicza 2 (Gen.; V 214; VSM 62), Mikołajewicza (Gen.; MV 66), Mikołajewiczowi (Dat.; MV 274), Mikołajowicza (Gen.; V 20), Mitałewicz (MV 57), Mitkiewicza (Gen.; MV 143), Moyzeszowicz (S₂ 134), Pacewicz (MV 178), Paciunas (M 244), Paskiewicz (S₁ 377), Paszkiewiczem (Instr.; VSM 546), Pawłowicz 7 (M 56, 110, 413; MV 242, 34; S₁ 339, 657), Pawłowicza 3 (Gen.; MV 172, 221; VSM 228), Petkiewicz (MV 237), Petkun (VSM 218), Piotrowicza 3 (Gen.; M 434; V 197; VSM 286), Piotrowiczowi (Dat.; S₂ 52), Romanowicz 5 (M 516; S₁ 229, 285; V 105; VSM 62), Romanowicza (Gen.; VSM 71), Romanowski 3 (M 53; MV 408; S₂ 85), Romanowskiego (Gen.; S₁ 285), Romanowskiemu (Dat.; V 226), Romaszkiewicza (Gen.; MV 319), Szczepanowicz 5 (M 261; MV 37; S₁ 140, 545; V 5), Szczęsnowicz 2 (M 99; VSM 316), Sidor (M 247), Sienkiewicz (MV 154), Simonis 3 (M 29; S₁ 28; S₂ 222), Symonowicz 3 (S₁ 46; V 93, 167), Stanisławowicza 3 (Gen.; MV 29, 159, 397), Stanisławowiczowi 3 (Dat.; MV 397; V 135, 155), Staniulewicza (Gen.; MV 418), Stankiewicz (MV 434), Stankiewicza (Gen.; MV 145), Stankiewiczu (Dat.; MV 434), Stankowicz 2 (S₂ 31; V 44), Stankuna (Gen.; MV 155), Stasiewicz (M 369), Stałkiewicz (S₂ 181), Stephanowicz 9 (M 517; MV 56, 88, 156, 182, 320; S₁ 14, 629; S₂ 112), Szymanowicz (S₂ 181), Szymanowski 2 (M 266; VSM 252), Szymkiewicza (Gen.; V 51), Szymkowicz 4 (M 408; V 9, 109; VSM 240), Szymkowicza (Gen.; V 15), Szymkun 2 (M 192; V 262), Szymkun(a) (Gen.; VSM 343), Szymkunos (MV 54), Szymon (MV 338), Szymonowicz (MV 435), Tomałzewicz 5 (S₂ 64, 173; V 135, 215, 221), Tomkiewicz (S₂ 34), Tomkiewicza (Gen.; VSM 453), Tomkun (S₂ 142), Urbanowicz 6 (M 230; MV 111; S₁ 61, 100; S₂ 133; VSM 34), Urbanowicza (Gen.; MV 228), Wacławowicz 4 (M 176, 223; S₂ 159; V 249), Wayłkunas (VSM 160), Walentynowicz 6 (S₁ 175, 694; S₂ 69; VSM 59, 253, 281), Walentynowicza 2 (Gen.; MV 27, 69), Walentynowiczowi (Dat.; V 50), Wałowicz (V 42), Węcławowicz 4 (M 113, 285; S₂ 153, 165), Wenskiewicz (VSM 339), Więckiewicz (S₂ 216), Więckowicza 2 (Gen.; S₁ 244; V 183), Więckowiczem (Instr.; V 177), Woyciechowicz 8 (M 1, 335, 521; MV 157, 211; S₁ 46; S₂ 185, 236), Woyciechowicza (Gen.; VSM 78), Woytkunowicz (S₂ 242), Wołtowicz (M 532), Zienicki (S₂ 232) und andere. 103 In den Quellen wurden 270 Personennamen gefunden, die sich mit konkreten Appellativa slawischer Sprachen in Verbindung bringen lassen. Das sind nicht weniger als 29% der Anthroponyme nichtlitauischer Herkunft, z. B.: Balbierun (S₁ 554), Balwierowicz (M 142), Balwierun (M 52), Batwierż (MV 258), Baranowſki (MV 257), Bednarż 7 (MV 108, 179, 196, 298, 326; V 60, 219), Bednarża 2 (Gen.; MV 192; VSM 281), Bielskiego (Gen.; S₂ 30), Boiażyn (M 561), Brakarzewicz (S₂ 425), Budnik 2 (MV 291, 306), Budnika 2 (Gen.; MV 103, 219), Cieszyński (S₂ 170), Czajewski 2 (M 165; S₂ 427), Czarnawski 4 (M 4, 239; V 274; VSM 199), Czarny (S₁ 187), Czernia (Gen.; V 305), Dobrzałowski (S₂ 244), Garbarża (Gen.; VSM 366), Garncarz (V 100), Garncarża 3 (Gen.; MV 104, 397, 433), Gorſki 2 (S₁ 569; S₂ 211), Gradowſki 2 (M 281, 515), Gradowſkiego (Gen.; V 150), Kalinowski (V 125), Kamieńskiemu (Dat.; MV 390), Kobelski (S₂ 177), Kossowski (VSM 50), Kotlarz (M 137), Kotlarża 2 (Gen.; MV 208; V 188), Koval 3 (M 554, MV 257, 413), Kovala (Gen.; MV 257), Kovale 2 (Pl. VSM 521), Kowalewſkim (Instr.; MV 231), Kozakiewicz (MV 314), Koziełkowicz 2 (V 270; VSM 202), Kozieniakaitis (M 16), Kramnik 2 (MV 353; V 236), Krawiec (MV 364), Krupski 2 (MV 143; VSM 524), Kusznierża (Gen.; VSM 21), Malarż (VSM 45), Malinowſki (MV 439), Masalski (VSM 221), Melnikowicz (S₁ 318), Mielnika (Gen.; MV 140), Mielnikowicz (M 309), Mielnikowicża (Gen.; VSM 280), Mielnikowiczowi (Dat.; V 209), Mioduszewski (M 235), Mleczko (S₁ 663), Młynarża (Gen.; V 125), Młodżianowski (S₁ 722), Mutarż 3 (MV 173, 258; VSM 133), Mularża 2 (Gen.; MV 257, 433), Orłowſki (S₁ 547), Orłowſkiego 2 (Gen.; MV 57, 60), Oftrowſki (MV 184), Piekarzowi (Dat.; MV 426), Piwowara (Gen.; MV 321), Piwowarowi (Dat.; M 439), Poſtrzygacz 3 (M 53; MV 166; VSM 20), Przewoźnika (Gen.; MV 150), Puczkiewicz (S₁ 614), Puczkiewiczem (Instr.; V 232), Puhacz 2 (M 127; VSM 215), Raczko (S₁ 140), Rakowski (VSM 359), Rybak (MV 430), Rybnik a (Gen.; MV 347), Rymarz 2 (M 41; VSM 138), Rymarża (Gen.; MV 342), Rzeczyca (S₂ 166), Rzeczycki (S₂ 201), Rzeźnik 7 (M 66; MV 224, 240; S₁ 448; VSM 240, 371, 448), Rzeźnikiem (Instr.; MV 216), Sczohoła (Gen.; VSM 234), Siodlarż (MV 379), Skotnicki (VSM 230), Sloſarż 5 (MV 122, 238, 326, 353, 356), Słuszkiewicz (MV 224), Sokołowskiemu (Dat.; MV 220), Stel mach (V 185), Stolarż 2 (M 353; MV 81), Stucżny (MV 183), Szablowſkiego (Gen.; MV 401), Szeleźniewicz (MV 95), Szewca 2 (Gen.; MV 199; S₁ 332), Szewcem 2 (Instr.; VSM 300, 322), Szklarż 2 (V 172; VSM 376), Szwiec 2 (V 90, VSM 2), Tatarzyn (M 203), Tkacz 6 (MV 106, 232, 334, 351; V 185; VSM 223), Tokarz 2 (MV 340; VSM 249), Tokarża 2 (Gen.; MV 104, 230), Wydra (S₁ 102), Wołk (V 64), Wolskiego (Gen.; V 123), Zapolski (S₂ 225), Zapolskiemu (Dat.; MV 81), Zarecki (V 94), Zawacki (MV 125), Złotnik (VSM 370), Złotnika (Gen.; MV 81), Żuk (M 40), Żukowſki (MV 49) usw. Die Fülle von Personennamen dieser Herkunft ist als eine spezifische Besonderheit der Anthroponymie des Bürgerstandes anzusehen (vgl. auch Zinkevičius 1977b: 116). 104 Das Auftreten einiger Personennamen dieser Gruppe könnte als Folge der bereits erwähnten Slawisierung von Anthroponymen gelten. Andererseits lässt sich angesichts der Migration der Stadtbevölkerung und weiterer Umstände auch die Möglichkeit nicht ausschließen, dass ein Teil dieser Anthroponyme entlehnt wurde. In den Quellen sind 155 Anthroponyme germanischer Herkunft belegt. Sie bilden eine kleine Untergruppe der Personennamen nichtlitauischer Herkunft der Einwohner Kaunas’, nämlich 16%. In Kaunas lebten Deutsche, und selbstverständlich fanden auch ihre Benennungen Eingang in die Stadtbuchakten²⁴, z. B.: famatus Valentin Bekier civis cau(n)ensis (S1 134), hon(estus) Andreas Betkier civis caunen(sis) (S2 80), hon(estus) Matthias Biner civis caunen(sis) (S1 342), honestus Hieronimus Bitkier civis cau(n)ensis (S, 662), famat(us) Fridericus Bitner civis caunen(sis) (S. 440), stawetnego pana Andrija Braunhardta ławnika i mieszczanina kowieńskiego (Gen.; V 221), famat(us) Hieronimus Butgier civis cau(n)en(sis) (VSM 158), pana Jakuba Ditrycha mieszczanina kowieńskiego (Gen.; MV 151), uczciwego Faltina Eggierta piekarza i mieszczanina kowieńskiego (Gen.; MV 151), hon(estus) Hanufius Fogiell civis et negotiator cau(n)en(sis) (S1 489), panu Michałowi Fokowi kupcowi obywatelowi kowień(skiemu) (Dat.; VSM 521), famat(us) Christophor Fux civis et negotiator cau(n)en(sis) (S2 167), hon(estus) Valentinus Fus civis caunen(sis) (S₂ 195), stawetny pan Clauss Gross mieszczanin i ławnik kowieński (VSM 389), hon(estus) Georgius Halerth civis cau(n)en(sis) (S1 776), Matys Hein wójt kowieński (S₁ 445), hon(estus) Gabriel Hering civis et sartor cau(n)en(sis) (M 320), stawetnemu panu Hanus Hoffmanowi burmistrzowi kowieńskiemu (Dat.; VSM 111), Reinholdum Janson civis cau(n)en(sis) (S₁ 20), hon(estus) Hanusius Jung sutor cau(n)en(sis) (S₂ 222), Nicolaus Kraus civis cau(n)en(sis) (S₂ 46), hon(estus) Marcin Kreczmer civis cau(n)en(sis) (M 403), pana Hanuja Lidki ławnika kowieńskiego (Gen.; MV 201), stawetnemu panu Pawłowi Meierowi mieszczaninowi kowieńskiemu (Dat.; S₂ 240), Christophor Petersen negotiator cau(n)en(sis) (S₂ 133), stawetnemu Jakubowi Smitowi obywatelowi kowieńskiemu (Dat.; MV 55), pan Daniel Szepp(er) ławnik kowieński (V 99), uczciwego Pawła Szmuka mieszczanina kowieńskiego (Gen.; MV 77), pana Michała Sziuberta ławnika kowieńskiego (Gen.; MV 356), uczciwy Piotr Szulc piekarz (MV 168), Jakuba Uberscharza aptekarza i mieszczanina kowień(skiego) (Gen.; V 64), hon(estus) Andreas Wegner civis cau(n)en(sis) (S₂ 196), pana Lorensa Weisa mieszczanina i balwierza kowień(skiego) (Gen.; VSM 90) usw. Ein Teil der betreffenden Anthroponyme hat sich im litauischen Namensbestand etabliert. Dies ist ein typischer Fall der Entlehnung von Familiennamen: Personen, die mit Anthroponymen germanischer Herkunft bezeichnet wurden, wurden aufgrund kultureller Kontakte mit Angehörigen eines anderen Volkes und historischer Umstände offenbar später allmählich litauisiert²⁵. Diese Tatsache wird teilweise auch dadurch belegt, dass 48 (31%) dieser ²⁴ Näheres zur deutsch-lutherischen Gemeinde, die im 16.–18. Jahrhundert in Kaunas lebte, siehe Kiaupa 1977: 13–26; 1988: 28; 2000: 67. Zu den Oikonymen germanischer Herkunft im Stadtteil Freda von Kaunas siehe auch Taluntvtė 1998: 157–165. ²⁵ Apie tokį reiškinį žr. TMOI 1986: 123. 105 Ein Teil der Personennamen ist bis in unsere Zeit gelangt, d. h. er ist heute im litauischen Namensbestand in Gebrauch. Beim Vergleich der genannten Anthroponyme mit den heutigen litauischen Familiennamen wurde festgestellt, dass ein Teil dieser Familiennamen germanischer Herkunft auch in der Umgebung von Kaunas belegt ist, z. B.: Bėkeris, Bitkeris, Fögelis, Füksas, Höfmanas, Kräuze, Mejeris, Šūlcas, Vėgneris, Veisas26 u. a. Ein Teil der untersuchten Personennamen gehört, wie bereits erwähnt, zur dritten Gruppe, die als andere Personennamen bezeichnet wird. Es sind 115, das entspricht 8% aller Anthroponyme. Dabei handelt es sich überwiegend um Personennamen unklarer Herkunft. Davon gibt es etwa 80, d. h. 70% der Anthroponyme der betreffenden Gruppe, z. B.: Brandżavcia (Herk.; MV 137), Brandżavtis 3 (M 148; S2 19; V 34), Cieklik (S2 34), Cyrewicza (Herk.; VSM 361), Digris (S2 212), Gielnis (V 55), Gruminajcia (Herk.; V 26), Kruszavys (MV 202), Kuncewic 3 (V 305), Kuncze (MV 283), Plekaytis (VSM 284), Pozera (MV 376), Szydziszko (M 511), Zuman (MV 130) u. a. Die übrigen Personennamen sind solche, deren Herkunft unterschiedlich beurteilt werden kann. Es sind etwa 35, das entspricht 30% der Personennamen der dritten Gruppe: Dyluna (Herk.; MV 274), Gasciewicz 2 (V 551; VSM 551), Gasciewicza (Herk.; S1 244), Kalikowicz (MV 398), Karp (V 16), Labunowkjiego (Herk.; MV 398), Lesiowicz (MV 73), Niefłananyts (MV 309), Pilecki (MV 351), Podeygis (MV 384), Pracewicz (MV 273), Rawa 3 (S1 552; V 52; VSM 49), Rawy 2 (Herk.; V 69, 218), Rudzjanki 2 (S2 74, 88), Sakowski 2 (M 23; S2 41), Sotkun (VSM 105), Szukniewicza (Herk.; MV 431), Szwab (S1 171), Szwabowicz 2 (M 276; V227), Szwabowicza (Herk.; VSM 203), Tylewicz 2 (S2 124; V 161), Tylewicza 2 (Herk.; V 220, 277), Tuszevki (S2 141), Wilaikowiczowi (unüblich; VSM 184), Witkowicz (MV 284), Witkowski (MV 200). Um die Besonderheiten der Herkunft von Personennamen des Bürgerstandes herauszuarbeiten, wurden die Untersuchungsergebnisse mit den Ergebnissen der Analyse zur Herkunft der Anthroponyme in den Taufbüchern von 1687–1691 und im Trauungsbuch von 1679–1693 der Pfarrei Kriaunos verglichen (vgl. Maciejauskienė 1993: 97)27. Wie bereits erwähnt, wurden nach Bewertung der Herkunft von 1463 Personennamen der Bürger von Kaunas (den zweiten Bestandteilen der zweigliedrigen Namensgebung) drei Anthroponymgruppen unterschieden: Personennamen litauischer Herkunft, Personennamen nichtlitauischer Herkunft und andere Personennamen (Anthroponyme unklarer Herkunft oder solche, die sich auf verschiedene Weise interpretieren lassen). In ähnlicher Weise wurden auch die 1044 untersuchten Personennamen der Pfarrei Kriaunos eingeteilt. Unter den Anthroponymen der Einwohner von Kaunas sind 27% litauischer Herkunft, während Anthroponyme litauischer Herkunft unter den Personennamen aus der kirchlichen Quelle der Pfarrei Kriaunos etwa 44% ausmachen. 26 Die heutigen Familiennamen sind entnommen aus: Lietuvių pavardžių žodynas 1–2, Vilnius: Mokslas, 1985–1989. 27 V. Maciejauskienė, die die Herkunft der Personennamen der Pfarrei Kriaunos im 17. Jahrhundert untersucht hat, unterschied folgende Hauptgruppen: solche litauischer und nichtlitauischer Herkunft. Daneben wurden noch zwei Anthroponymgruppen unterschieden: solche, die neben einer anderen Herkunft auch litauischer Herkunft sein können, und solche unklarer Herkunft (vgl. Maciejauskienė 1993: 59). 106 Die Anthroponyme der Bürger von Kaunas nichtlitauischer Herkunft machen 65% aus. In der Pfarrei Kriaunos hingegen beträgt ihr Anteil nur 32% aller Personennamen. Die Vergleichsergebnisse zeigen, dass in den Stadtbüchern von Kaunas deutlich mehr Anthroponyme nichtlitauischer Herkunft vorkommen als in der kirchlichen Quelle der Pfarrei Kriaunos. Diese umfangreiche Schicht von Personennamen der Einwohner von Kaunas ist als spezifisches Merkmal der Anthroponymie des Bürgerstandes zu betrachten. Wahrscheinlich ist dies für die historische Anthroponymie des Bürgerstandes in ganz Litauen charakteristisch28. Schlussfolgerungen 1. Bei der Untersuchung der Herkunft von 1463 Personennamen (zweiten Gliedern einer zweigliedrigen Namensgebung) von Einwohnern Kaunas in den Stadtaktenbüchern des 17. Jahrhunderts wurden drei Anthroponymgruppen unterschieden: Personennamen litauischer Herkunft, Personennamen nichtlitauischer Herkunft und sonstige Personennamen (Anthroponyme unklarer Herkunft oder solche, die sich auf mehrere Arten interpretieren lassen). 2. Die erörterten 400 Anthroponyme der Einwohner Kaunas (27% aller Personennamen) sind litauischer Herkunft. In dieser Gruppe finden sich 43 (11%) alte litauische zweistämmige Personennamen und daraus gebildete Patronyme, 30 (~8%) Kurzformen zweistämmiger Personennamen sowie deren Ableitungen mit Suffixen und 327 (81%) aus Spitznamen hervorgegangene Namen. 3. Die Gruppe der Anthroponyme nichtlitauischer Herkunft umfasst 948 Personennamen (65% aller untersuchten Namen). Darunter sind 523 (55%) Anthroponyme, die von christlichen Namen abgeleitet sind, 270 (29%) Personennamen slawischer appellativischer Herkunft und 155 (16%) Anthroponyme germanischer Herkunft. 4. Der dritten Gruppe wurden 115 Personennamen zugeordnet, d. h. 8% aller Anthroponyme. Sie umfasst 80 (70%) Personennamen unklarer Herkunft und 35 (30%) Anthroponyme, deren Herkunft sich auf mehrere Arten beurteilen lässt. 5. Ein Vergleich der Untersuchungsergebnisse mit den Ergebnissen der Analyse der Herkunft von Personennamen im Tauf- und Trauungsbuch der Pfarrei Kriaunos aus dem 17. Jahrhundert zeigt, dass in den Stadtaktenbüchern von Kaunas etwa 65% der Anthroponyme nichtlitauischer Herkunft sind, während es in der kirchlichen Quelle aus Kriaunos nur 32% sind. Dies belegt die Besonderheit der Herkunft von Personennamen des städtischen Standes. LITERATŪRA Bahlow H. 1967: Deutsches Namenlexikon, München: Keysersche Verlagsbuchhandlung. Biryla M. 1966: Б и р ы л а М. Б. Беларуская антрапанімія, Мінск: Навука і тэхніка. Biryla M. 1969: Б и р ы л а М. Б. Беларуская антрапанімія, Мінск: Навука і тэхніка. Biryla M. 1982: Б і р ы л а М. Б. Беларуская антрапанімія, Мінск: Навука і тэхніка. 28 Panašios miestiečių asmenvardžių kilmės tendencijos pastebėtos 1752–1798 m. Kėdainių parapinės šv. Jurgio bažnyčios krikšto knygoje (LVIA. F. 1424. Ap.1. B. 1). 107 Biržiška V., Biržiška M. 1987: Lietuvos studentai užsienio universitetuose XIV–XVIII amžiais, Čikaga: Lituanistikos instituto leidykla. Brechenmacher J. 1960: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Familiennamen 1, Limburg a. d. Lahn: C. A. Starke Verlag. Brechenmacher J. 1963: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Familiennamen 2, Limburg a. d. Lahn: C. A. Starke Verlag. Būga K. 1958: Apie lietuvių asmens vardus. – Rinktiniai raštai 1, Vilnius: Valstybinė politinės ir mokslinės literatūros leidykla, 201–269. Falk K. O. 1963: Ze studiów nad slawizacją litewskich nazw miejscowych i osobowych. – Scando-Slavica 9, 87–103. Falk K. O. 1966: O metodach slawizacji litewskich nazw osobowych i miejscowych. – Språkliga Bidrag 5(22), 1–16. Fraenkel E. 1962: Litauisches etymologisches Wörterbuch 1, Heidelberg-Göttingen: Carl Winter, Universitätsverlag. Fraenkel E. 1965: Litauisches etymologisches Wörterbuch 2, Heidelberg-Göttingen: Carl Winter, Universitätsverlag. Gottschald M. 1954: Deutsche Namenkunde. Unsere Familiennamen nach ihrer Entstehung und Bedeutung, Berlin: Verlag Walter de Gruyter u. Co. Instrukcja wydawnicza dla źródeł historycznych od XVI do połowy XIX wieku, Wrocław: Zakład imienia Ossolińskich – wydawnictwo, 1953. Jonikas P. 1973: Lietuvos studentų pavardės XV–XVIII a. Europos universitetuose. – Lituanistikos darbai 3, 201–216. Kiaupa Z. 1973: Kauno miesto senojo archyvo likimas. – Lietuvos TSR mokslų akademijos darbai. Ser A, 2(43), 125–140. Kiaupa Z. 1977: Kovos tarp liuteronų ir katalikų Kaune iki XVIII a. vidurio. – Religinės kovos ir erezijos Lietuvoje 4, 13–26, Vilnius: Mintis. Kiaupa Z. 1988: Kauno miesto vaiztas ir jo aktų knygos XVI–XVII a. pirmojoje pusėje. – Lietuvos miestų istorijos šaltiniai, Vilnius: Mokslas, 25–46. Kiaupa Z. 2000: Kauno vaizto XVI a. vidurio knygos prabyla lietuviškai. – Kultūrų sankirtos, Vilnius: Diemedžio leidykla, 66–92. Kuzavinis K., Savukynas B. Lietuvių vardų kilmės žodynas, Vilnius: Mokslas, 1987. Lietuvių pavardžių žodynas 1–2, Vilnius: Mokslas, 1985–1989. Maciejauskienė V. 1990: М а ц е я у с к е н е В. Влияние языка источников на вариантность литовских фамилий в XVIII веке. – Balto-slowiańskie związki językowe. Prace Slawistyczne 81, Wrocław i in.: Wydawnictwo polskiej akademii nauk, 263–273. Maciejauskienė V. 1991: Lietuvių pavardžių susidarymas, Vilnius: Mokslas. Maciejauskienė V. 1993: Kriaunų parapijos XVII–XVIII a. asmenvardžiai. – Lietuvių kalbotyros klausimai 32: Baltų onomastikos tyrinėjimai, 34–99. Maciejauskienė V. 1994: Lietuvių pavardės: raida ir kilmė (habilitacinis darbas), Vilnius. Maciejauskienė V. 1997a: Dėl lietuvių pavardžių (asmenvardžių) klasifikavimo. – Baltistica, 32(1), 101–109. Mažiulis V. 1998: Dėl pavardės Daukšà. – Baltistica 33(2), 154. Mažiulis V. 1999: Dėl lie. Daukšà kilmės. – Tarptautinė konferencija: Mikalojus Daukša ir jo laiko kultūros kontekstas. Konferencijos tezės. Vilnius, 1999 m. spalio 21–22 d., Vilnius: Vilniaus universitetas, 30. Otrębski J. 1963: Slawizacja litewskich nazw wodnych i miejscowych. – Z polskich studiów slawistycznych. Seria 2: Językoznawstwo, 267–268. Ragauskaitė A. 1999: XVI a. II pusės Kauno miestiečių lietuviškos kilmės asmenvardžiai. – Lietuvių kalbotyros klausimai 41, 145–158. Ramonienė M. 1987: Р а м о н е н е М. Литовские фамилии конца XVIII в. Автореферат дис. […] канд. филол. наук, Вильнюс. 108 R o s p o n d S. 1967: Słownik nazwisk śląskich 1, Wrocław-Warszawa-Kraków: Zakład Narodowy im. Ossolińskich-Wydawnictwo. R o s p o n d S. 1973: Słownik nazwisk śląskich 2, Wrocław-Warszawa-Kraków-Gdańsk: Zakład Narodowy im. Ossolińskich-Wydawnictwo. S a l y s A. 1983: Mūsų lietuviškieji vardai. – Raštai 2, Roma: Lietuvių katalikų mokslo akademija, 267–284. Słownik imion współcześnie w Polsce używanych, Kraków: Polska Akademia Nauk, Instytut Języka Polskiego, 1995. Słownik nazwisk współcześnie w Polsce używanych 1–10, Kraków: Polska Akademia Nauk, Instytut Języka Polskiego, 1992–1994. S t a l t m a n è V. 1981: С т а л т м а н е В. Э. Латышская антропонимия. Фамилии, Москва: Наука. T a l u n t y t è N. 1998: Istoriniai Fredos vietovardžiai. – Kauno istorijos metraštis 1: Vytauto Didžiojo universitetas, 157–165. ТМОИ – Теория и методика ономастических исследований, Москва: Наука, 1986. U n b e g a u n O. 1989: У н б е г а у н О. Б. Русские фамилии, Москва: Прогресс. W o l f f A. 1957: Projekt instrukcji wydawniczej dla pisanych źródeł historycznych do połowy XVI wieku. – Studia źródłoznawcze 1, 155–181. Z i n k e v i č i u s Z. 1976: W sprawie kontaktów językowych litewsko-polskich w Wilnie w XVII wieku. – Acta Baltico-Slavica 9, 125–131. Z i n k e v i č i u s Z. 1977a: Iš lituanizmų Vilniaus XVII a. pradžios lenkiškuose rankraščiuose. – Žmonės ir kalba, Vilnius: Mintis, 93–101. Z i n k e v i č i u s Z. 1977b: Lietuvių antroponimika. Vilniaus lietuvių asmenvardžiai XVII a. pradžioje, Vilnius: Mokslas. Z i n k e v i č i u s Z. 1977c: Tėvardinė asmenvardžių sistema Lietuvoje. – Baltistica. II priedas, 151–156. Z i n k e v i č i u s Z. 1997: XVII a. dvarų inventoriai – Rytų Lietuvos antroponimikos ir demografijos šaltinis. – Lietuvių kalbotyros klausimai 38, 63–80. ON THE ORIGIN OF PROPER NAMES BORNE BY RESIDENTS OF KAUNAS IN THE FIRST HALF OF THE 17th CENTURY Summary For this paper, the names of 1463 townsmen, entered into official documents of the town of Kaunas in the first half of the 17th century, were examined with regard to their origin. Only the second components of bipartite anthroponyms were taken into consideration. Three groups were singled out: names of Lithuanian origin, names of non-Lithuanian origin and names whose origin is unclear or allows of more than one interpretation. Among the names singled out for examination, 400 (27%) were of Lithuanian origin. They comprised archaic Lithuanian compound names and patronymics derived from them (43 = 11%), shortened forms and suffixal derivatives of such compound names (30 = 8%), and second names that originated as nicknames. 948 names proved to be of non-Lithuanian origin (65% of those examined). Among them were 523 names associated with the Christian tradition (55%), 270 names derived from Slavic appellatives (29%) and 155 names of Germanic origin (16%). The third group, consisting of 115 names, made up 8% of the total number of anthroponyms singled out for investigation. Among them, 80 (= 70%) were unclear as to their origin, and 35 (= 30%) were susceptible of several interpretations. 109 By way of comparison, the proper names entered in the same period into the birth and marriage registers of the parish of Kriaunai were also examined with regard to their origin. In the Kaunas documents, names of non-Lithuanian origin make up some 65% of the total number, whereas in the church books of Kriaunai they amount to a mere 32%. This shows that townsfolk had distinctive features of their own as far as the origin of their proper names are concerned. Alma RAGAUSKAITĖ Lietuvių kalbos institutas Antakalnio g. 6 LT-2055, Vilnius, Lietuva Gauta 2000 02 24 110