Lietuvių kalbotyra 2001-aisiais metais: Lietuvoje išleisti darbai
Full text
ACTA LINGUISTICA LITHUANICA
XLVII (2002), 149–164
ÜBERSICHT ÜBER NEUE ARBEITEN
Survey of Recent Publications
LITUANISTISCHE SPRACHWISSENSCHAFT IM JAHR 2001: IN LITAUEN ERSCHIENENE ARBEITEN
Das Jahr 2001 war für die litauische Sprachwissenschaft nicht günstig. Zur anhaltenden Wirtschaftskrise kam auch noch das Durcheinander in der Wissenschaftsverwaltung hinzu. Das Institut für Litauische Sprache sollte hier der Universität Vilnius angegliedert, dort mit dem Institut für Litauische Literatur und Folklore zusammengelegt werden. Innerhalb von zwei Jahren wurden die dem Institut für die Gehälter der Beschäftigten zugewiesenen Mittel um ein Drittel gekürzt. Die Staatliche Kommission für die litauische Sprache wurde umstrukturiert und ihr Status geändert. Unter solchen Umständen ist kaum mit ernsthafter wissenschaftlicher Arbeit zu rechnen. Dennoch erschienen in Litauen mit dem Datum 2001 etwa zehn neue Publikationen, sieben davon werden in diesem Beitrag besprochen. Die Übersicht besteht aus drei Teilen: Im ersten werden neue Monografien behandelt, im zweiten Sammelbände mit Artikeln einzelner Autoren und im dritten Neuauflagen des schriftlichen Erbes.
Monografien
2001 erschienen in Litauen zwei neue Monografien: Alberto Rosino Semantische und morphologische Struktur der Pronomina in den Texten von Mikalojus Daukša (Vilnius: Institut für Wissenschafts- und Enzyklopädieveröffentlichungen, 2001, 164 S.) und Vytautas Vitkauskas Morphonemische Erscheinungen in den litauischen Dialekten (Vilnius: Žara, 2001, 262 S.).
Das Buch des erfahrenen Morphologen Alberto Rosinas ist einer der wenigen Versuche (in der litauischen Sprachwissenschaft), einen Ausschnitt aus der Schriftsprache eines einzelnen Autors systematisch zu beschreiben. Darüber hinaus bieten die Schriften von Mikalojus Daukša – die ältesten erhaltenen Werke, die im Großfürstentum Litauen verfasst und veröffentlicht wurden – reiches Material für die Erforschung der Geschichte verschiedener Ebenen der litauischen Sprache. Das Buch hat bereits mehrere Rezensionen erhalten (Maskuliūnas 2002; Pajėdienė 2002); daher werden in dieser Übersicht lediglich einige seiner wichtigeren Merkmale hervorgehoben.
Im Vorwort des Buches führt der Autor aus: „Bei der Untersuchung der Semantik der Pronomina bei Daukša wurde dieselbe Methode zugrunde gelegt, die in der Monografie „Die Pronomina der litauischen Standardsprache“ (1996) angewandt wurde. Um Wiederholungen zu vermeiden, behandle ich daher in dieser Monografie keine komplexeren theoretischen Fragen, sondern verweise lediglich auf die erwähnte eigene Monografie“ (S. 8). Wiederholungen konnte der Autor dennoch nicht vermeiden, denn aus der genannten sowie aus weiteren Monografien und Artikeln (Rosinas 1986, 1988, 1995) wurden in das hier untersuchte Buch nicht nur das vorab festgelegte Beschreibungsschema und die Reihenfolge, einzelne Formulierungen, sondern auch ganze Sätze oder Absätze sowie Textpassagen von mehreren Absätzen Länge übernommen. So entspricht das Kapitel „Pronominalbeziehungen“ (S. 10) wörtlich (mit geringfügigen Kürzungen) dem leicht gekürzten Text der Monografie von 1996 (vgl. Rosinas 1996: 17). Zwei Seiten der anschließenden Anmerkungen im Kapitel „Inventar der Pronomina in Daukšas Texten“ (S. 11–12) entsprechen wörtlich dem Text eines früher veröffentlichten Artikels (Rosinas 1986: 30). Neu geschrieben sind offenbar nur drei Abschnitte dieses Kapitels—
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... des Absatzes (S. 13), und am Ende des Kapitels wird der erwähnte Aufsatz erneut entweder wörtlich abgeschrieben oder etwas gekürzt. „Demonstrativpronomen“ (S. 37–39) ist ein gekürztes entsprechendes Kapitel aus dem Buch Lietuvių bendrinės kalbos įvardžiai (vgl. Rosinas 1988: 57–59): Die Beispiele wurden geändert und ein Exkurs über die Formen des „Genus Neutrum“ der Pronomen in Dabartinės lietuvių kalbos gramatikoje (S. 37) eingefügt. Frühere Veröffentlichungen des Autors machen vermutlich etwa die Hälfte des Monografietextes aus (Beispiele und das letzte Kapitel nicht mitgerechnet). Daher lässt sich kaum sagen, dass es sich um eine völlig neue, originelle Monografie handelt.
Neu im Buch sind die Paradigmen der Pronomen bei Daukša und ihre Übersicht. Auch neue Aussagen finden sich darin. So etwa die Feststellung, dass das reflexive Possessivpronomen „als Ersatz für die obliquen Kasusformen der Possessivpronomen manas, tavas […] keine Nominativformen hat“ (S. 32); die Erklärung der Herkunft der Korrelation wis(a) kąkąg (S. 105) und anderes. Neu und interessant ist auch das letzte Kapitel des Buches: „Postpositionale Lokative: Herkunft, innere Motive für Funktionsveränderungen“ (S. 136–152). Die Hälfte des Textes dieses Kapitels (§48) wurde allerdings nahezu gleichzeitig als eigenständiger Aufsatz veröffentlicht (vgl. Rosinas 2000 a), einige Gedanken zudem in Thesen zu Konferenzvorträgen (vgl. Rosinas 2000 b). Wie aus dem Titel hervorgeht, stehen die in diesem Kapitel behandelten Themen nur teilweise mit dem Thema der Monografie in Verbindung und sind darin eher als Anhang abgedruckt. Interessanterweise wird der Gebrauch des Adessivs in alten litauischen Schriften in einem im selben Jahr erschienenen Aufsatz von Gina Kavaliūnaitė (vgl. Kavaliūnaitė 2001) nochmals anders erklärt.
Ein großer Mangel der Monografie besteht darin, dass die untersuchten Beispiele nicht mit den Originalen verglichen werden. Selbst in den Fällen, in denen der Autor einen entscheidenden Einfluss des Originals auf den Gebrauch litauischer Pronomen konstatiert, findet der Leser die polnischen Entsprechungen gewöhnlich nicht (z. B. S. 26, 27, 37 und folgende). Eine Ausnahme bilden die auf S. 65, 66, 81 und an einigen anderen Stellen angeführten polnischen Beispiele. Dies mindert besonders das Vertrauen in die Beschreibung der Semantik der Pronomen bei Daukša (vgl. die diesbezüglichen Anmerkungen von Jūratė Pajėdienė – Pajėdienė 2002: 206). Auch der Ansicht beider Rezensenten über das Fehlen einer statistischen Analyse des Pronomengebrauchs in der Monografie ist zuzustimmen (vgl. Maskuliūnas 2002: 225; Pajėdienė 2002: 207).
Da der Autor den von Jonas Palionis erstellten Katekizmo-Wortformenindex (Palionis 1995) und den von Czesław Kudzinowski erstellten Postilės-Index (Kudzinowski 1977; diese Publikation wird weder im Literatur- noch im Quellenverzeichnis genannt) verwendet hat (oder hätte verwenden können), sollte man eigentlich nicht daran zweifeln, dass das Buch alle Pronomen bei Daukša und ihre Formen beschreibt. Pajėdienė fand jedoch einige in der Monografie nicht erwähnte Inessivformen des Pronomens niekas (siehe Pajėdienė 2002: 210). Die graphischen Varianten der von Daukša verwendeten Pronomenformen sind in der Monografie bei Weitem nicht vollständig angegeben. So fehlen in den Paradigmen der Personalpronomen die Genitivvarianten von manęs DK 134₁₁, manės DK 136₉–₁₀; der häufige Dativ maní DK 9₁₀, 12₂, 26₂₀ usw.; der Akkusativ mané DK 69₂; zweifelhaft ist die im Paradigma eingetragene Akkusativvariante ma (S. 15). Beim Pronomen tu fehlt der Genitiv tawęs DK 155₈; die Akkusativvarianten tawe DK 11₁, Tawė DK 135₂₂, tawę DK 135₅; der Instrumental tawim’ DK 177₂₁; die Adessive tawip DK 169₂, tawimp DK 182₇, tawimp DK 144₁, 155₆, 174₁₃; die Allative tawęlp DK 62₁₉, tawęlp DK 136₁₆, 148₂₁, 149₁₁, tawęlp DK 136₂₁–₂₂, 148₉, 149₂₂ usw., tawęlp DK 141₁; die Variante táwo ist im Paradigma fälschlich als Dativ angegeben (S. 16).
Die Beispiele aus Daukšas Texten sind im Buch in der Originalorthografie wiedergegeben. Um die Genauigkeit der Abschrift von Zitaten und einzelnen Formen anhand des Originals zu überprüfen, verglich ich die Beispiele der Personalpronomen aš und tu aus dem Katekizmo, die im Kapitel „Personalpronomen“ angeführt sind (S. 14–17). Zunächst ist auf die Metrik der Beispiele hinzuweisen: Angegeben ist nicht die Seite des Originals, sondern die Seite der Ausgabe des Katekizmo von 1995 (Jakštienė, Palionis 1995); außerdem werden nicht immer die Zeilen der Seite angegeben. Bei der Abschrift-
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... wurden folgende Ungenauigkeiten gefunden: mano DK 410₃ – richtig māno DK 170₃; paties DK 378₈ – richtig paties DK 154₈; wifsūse DK 404₁₈ – richtig wifsūlė DK 167₁₈; pritikimūlė DK 404₁₉ – richtig pritikimūlė DK 167₁₉; tawēfp DK 404₂₀ – richtig tawēfp DK 167₂₀; idant galecēję pažint tawę DK 358₂₀–₂₁ – richtig idant galecēję pažint tawe DK 144₂₀–₂₁; Bažnīčia DK 200₁₇ – richtig Bažnīčia DK 65₁₇; kasg DK 356₁₄ – richtig kašg DK 143₁₄; wēiksis DK 143₁₅ – richtig wēikšis DK 143₁₅; efsi su DK 88₁₀ – richtig efsigū DK 9₁₀; krikbčionis DK 88₁₁ – richtig krikbčonis DK 9₁₁; vžgines DK 340₁₆ – richtig vžgīnės DK 135₁₆; Ką DK 126₁₀ – richtig Ką DK 28₁₀.
Im Vorwort des Buches heißt es: „Daukša schrieb im Dialekt der mittleren Aukštaiten [...]. Deshalb wird er mitunter als Vertreter der ‚mittleren Variante der Schriftsprache‘ bezeichnet“ (S. 7). Nach der Dialekteinteilung von Girdenis und Zinkevičius gehört Daukšas Dialekt jedoch zu den westlichen Aukštaiten; die mittlere Variante der Schriftsprache wird so genannt, weil ihr Verbreitungsgebiet geografisch in der Mitte liegt (vgl. Zinkevičius 1972: 79, Fußnote 3).
Am Ende des Buches steht das Literaturverzeichnis (S. 157–158); die Abkürzungen der Quellen und Termini sowie die wichtigsten Symbole und Konventionszeichen werden erläutert (S. 159). Die Hauptgedanken des Buches werden in der englischen Zusammenfassung wiederholt (S. 160–163). Das Buch wurde mit Mitteln der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache ansprechend veröffentlicht.
Trotz der hier genannten Mängel und diskutablen Gedanken ist Rosinas Monografie zweifellos eine wichtige und nützliche Publikation für Sprachhistoriker, Baltisten und Indoeuropäisten.
Der Wert der Monografie eines unserer bedeutendsten Dialektforscher und Lexikografen, Vytautas Vitkauskas, liegt in der systematisch dargestellten Fülle authentischen Dialektmaterials sowie in den interessanten Einsichten und Deutungen. Diese zu bewerten ist Aufgabe spezieller Studien und Rezensionen. Das Buch ist eine Habilitationsschrift, die der Autor vor einigen Jahren verteidigt hat (Vitkauskas 1999); deshalb wird ihr Inhalt in dieser Übersicht nicht behandelt. Von der Habilitationsschrift unterscheidet sich das Buch durch eine hinzugefügte deutsche Zusammenfassung (eine leicht überarbeitete Fassung der früheren Zusammenfassung der Habilitationsschrift; S. 195–220), einen Sachindex (im Wesentlichen ein Index der im Buch erwähnten oder untersuchten Wörter; S. 221–238), ein Abkürzungsverzeichnis (S. 239–254) sowie dadurch, dass es natürlich kein Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten des Autors mehr enthält, die in der Habilitationsschrift zusammenfassend behandelt worden waren. Nahezu ein Drittel des darstellenden Teils des Buches (Einleitungskapitel, Schlussfolgerungen und Anhänge nicht mitgerechnet) entspricht vollständig dem Text der ersten Dissertation des Autors (Vitkauskas 1974; verwendet wurde das im Handschriftenbestand der Bibliothek der Universität Vilnius aufbewahrte Exemplar, Signatur F. 76 Ds 2024) oder steht ihm nahe (vgl. etwa die Kapitel über die Wechsel e: i (ę, į, ī); e / i: e; uᵘ / uo im Buch (S. 53–65; 65–70; 96–107) und in der Dissertation (S. 90–103, 84–86, 124–136)). Ein weiteres Drittel des Monografietextes wurde bereits in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht (siehe das Verzeichnis der Veröffentlichungen des Autors auf S. 261–262). Das hier besprochene Buch ähnelt somit einer Sammlung von Aufsätzen eines einzelnen Autors oder ausgewählten Schriften (wie denjenigen, die im zweiten Teil dieser Übersicht besprochen werden).
Die Texte früherer Arbeiten wurden bei ihrer Umgestaltung in Buchform redigiert. So setzt sich das Kapitel „Relikte regressiver Vokalassimilation?“ (S. 128–141; vgl. das entsprechende Kapitel der Habilitationsschrift (1999: 98–109)) aus zwei Aufsätzen zusammen: „Zur regressiven Vokalassimilation in einigen nordostsamogitischen Dunininkai-Dialekten“ (Vitkauskas 1963) und „Neue Belege für regressive Vokalassimilation in der Mundart von Kuršėnai“ (Vitkauskas 1975) (übrigens sind diese Aufsätze weder im Verzeichnis der in der Habilitationsschrift zusammengefassten wissenschaftlichen Arbeiten (1999: 158–159) noch im Literaturverzeichnis der Monografie (S. 255–262) aufgeführt). Der größte Teil des letztgenannten Aufsatzes entspricht außerdem dem Text der ersten Dissertation des Autors (vgl. Vitkauskas 1974: §§55–56). Am Ende des Kapitels wurden drei neue Absätze hinzugefügt (S. 139–141). Bei der Bearbeitung der Aufsatztexte wurden einige Änderungen vorgenommen. Die Fußnoten wurden zusam-
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in den Text aufgenommen oder weggelassen, an einigen Stellen ergänzt; aus den dialektalen Beispielen wurden überall die in die Standardsprache übertragenen Beispiele gestrichen; hinzugefügt wurde das Flexionsparadigma der Wörter skrãb'is, skrã.b'i (S. 138). Das Singularparadigma des Adjektivs gražesnis (1963: 272) wurde durch das Paradigma des Adjektivs g'er'ė:s'n'is ersetzt; im Pluralparadigma dieses Adjektivs wurden Varianten angegeben (S. 132). Ortsnamen wurden mit Akzentzeichen versehen, einige Termini geändert: literatūrinė kalba (1963: 271) zu bendrinė kalba (S. 132); dūnininkų tarmės wurde vielerorts durch dūnininkų šnektos ersetzt. Die Transkription wurde überarbeitet, beispielsweise wurde die Palatalisierung der Konsonanten konsequent gekennzeichnet. Einige Druckfehler wurden korrigiert, etwa duonininkų (1963: 271, Anm. 6) zu dounininkų (S. 131, Anm. 20); priešdėlio pa dariniai (1975: 82) zu priešdėlio pa-dariniai (S. 135) usw. Der Stil wurde vielfach überarbeitet, zum Beispiel: e eina betarpiškai prieš galūninį skiemenį (1963: 269) zu e eina tiesiog prieš galūninį skiemenį (S. 128); tam tikrais atvejais yra nesvetima ir kai kurioms dūnininkų tarmėms (1963: 269) zu tam tikrais atvejais yra pastebėtas ir kai kuriose dūnininkų šnektose (S. 128); tarmę, pasakyčiau, energingai veikia bendrinė kalba (1963: 271) zu tarmę, pasakyčiau, stipriai veikia bendrinė kalba (S. 132) usw.
Dennoch sind auch nach der Überarbeitung des Kapitels noch kleine Fehler geblieben. Vor allem handelt es sich um Druckfehler: Auf den Seiten 128 und 129 des Buches gibt es zwei Absätze a), während auf Seite 130 auf Absatz b) Absatz d) folgt; sėri (S. 129) – richtig wäre sėnis; su žodžiu (S. 129) – richtig wäre su žodžių; *~n (S. 129) – richtig wäre *en usw. Auch einige Unregelmäßigkeiten in der Transkription kommen vor, etwa c'ė (S. 133) – richtig wäre c'ė. Beim Neusatz des Textes wurden einige Beispiele ausgelassen: kėli (vgl. 1963: 270), šimtameči (vgl. 1963: 270), ėžė (vgl. 1975: 81); dasselbe Beispiel šalt'ėn'is wurde zweimal abgedruckt (S. 135); es blieben Satzzeichenfehler. Im Literaturverzeichnis fehlt die auf Seite 128 angeführte Publikation von V. Grinaveckis (Grinaveckis 1960).
Sorgfältige redaktionelle Bearbeitung fehlt dem ganzen Buch (im Band fand ich nirgends den Namen eines Herausgebers), insbesondere den Texten, die zuvor nicht in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht worden waren. So wimmelt es etwa in den ersten drei einleitenden Kapiteln des Buches (S. 7–20), die aus einer Habilitationsschrift übernommen wurden (vgl. 1999: 3–11), von kleinen Fehlern in Zeichensetzung, Rechtschreibung, Druck, Logik und Stil. Festgestellt wurden folgende Rechtschreibfehler: žemaičiuose (S. 10), vgl. Žemaičiuose (S. 8); Smoczynski (S. 16, Anm. 1) – richtig wäre Smoczyński; Chilińskio (S. 19) – richtig wäre Chylinskio. Bei der Zeichensetzung fielen folgende Punkte auf: zum Beispiel LKŽ III (S. 8) – richtig wäre zum Beispiel LKŽ III; tiriama ar yra išlaikoma sistema (S. 9) – richtig wäre tiriama, ar yra išlaikoma sistema; V. Pėteraitis, 1997 462 (S. 9) – richtig wäre V. Pėteraitis 1997, 462 usw. Das halbpartizipiale Verb wurde im Satz Atidžiau nagrinėjant (t. b. nagrinėdamas) kiekvieną žodį […] pamatai ar suvoki (S. 10) unkorrekt verwendet. Es gibt zahlreiche Druckfehler: nuolatinio garsų junginių gludinimu (S. 7) – richtig wäre nuolatiniu garsų junginių gludinimu; taisi (S. 10) – richtig wäre tarsi; reiškimosi (S. 11) – richtig wäre reiškimosi; tai (t. b. taip) susiformavo vad. lingvistinės geografijos principas (S. 12); morfemastam (richtig wäre morfemas tam) tikrose pozicijose (S. 12); kurie […] dažnai pasitauso visos tautos vartojamas (richtig wäre vartojami) (S. 12); Toliau pamatysime […] ir kiti atvejai (S. 12–13) – richtig wäre Toliau pamatysime […] ir kitus atvejus; jaunagramatikų (S. 13) – richtig wäre jaunagramatikų usw. In vielen Sätzen sind die logischen Zusammenhänge unklar, etwa: Tai yra gal ir menka kai kam atrodanti problema, bet kiek matome iš literatūros gana įvairuojanti ir laikoma ne vieno tyrinėtojo artimais dėsningiems reiškiniams ir niveliuojami (Zeichensetzung!; S. 8); Reikia pasakyti, kad dialektizmu (tarmybe) literatūrų ir net kalbininkų vartojama reikšme „bendrinėje kalboje pavartojamas tarmės žodis ar forma“ (S. 8); Kalbos dėsnis ir yra iš lyginimų šitaip nustatytas pastovus, kokioje pozicijoje istoriškai tariamas garsas susidaręs, jų junginys, morfema (S. 12) usw. Vgl. außerdem: nutuliojimosi eiga, plėtra (S. 7); stabiliai pakito (S. 13). Einige Sätze sind stilistisch mangelhaft, vgl.: ir tai yra visiškai priimtinas toks apibendrinimas (S. 8); Kas susiduria su tarmių leksika, dialektizmų nagrinėjimas būna labai aktualus ir keblus (S. 8); mes nebežinosime, bk veikiami ir niveliuojami, ir tikrosios šnektų padėties (S. 10) usw. Im Literaturverzeichnis
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fehlen folgende im Text erwähnte Werke: Grinaveckis 1978 (S. 15), Serebrennikov 1975 (S. 15), Mažiulis 1993 (S. 16), Smoczyński 1986 (S. 16). Wiederholungen ließen sich ebenfalls nicht vermeiden; so werden auf S. 17–18 teilweise bereits auf S. 7 dargelegte Inhalte (und Beispiele) wiederholt. Die meisten hier erwähnten Mängel wurden unkorrigiert aus der Habilitationsschrift des Autors in das Buch übernommen.
Es ist bedauerlich, dass die Veröffentlichung dieses wertvollen Buches keine Unterstützung durch staatliche Institutionen erhielt, die vermutlich geholfen hätte, die hier genannten und weiteren redaktionellen und drucktechnischen Mängel zu beseitigen.
Ausgewählte Schriften
2001 wurde die Veröffentlichung der Alekso Girdenio Kalbotyros darbai (I: 1962–1974, 420 S.; II: 1975–1987, 416 S.; III: 1988–2000, 476 S., Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas; I–II: 2000, III: 2001; alle drei Bände werden besprochen) abgeschlossen. Im selben Jahr erschien auch eine Auswahl der Arbeiten von Prano Kniūkštos mit dem Titel Kalbos vartosena ir tvarkyba (Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla, 2001, 596 S.).
Aleksas Girdenis ist einer der aktivsten, innovativsten und interessantesten litauischen Linguisten. Er ist ein vielseitiger und breit interessierter Wissenschaftler, Dialektologe und Phonologe sowie Spezialist für allgemeine Linguistik und die Geschichte der Sprachwissenschaft. In der litauischen Linguistik des 20. Jahrhunderts hat er deutliche Spuren hinterlassen: Als einer der wenigen unserer Linguisten gründete er eine eigene sprachwissenschaftliche Schule.
Pranas Kniūkšta ist in der litauischen Sprachwissenschaft vor allem als Betreuer des Gebrauchs der Gegenwartssprache bekannt, als Förderer des Kanzlei- (oder Verwaltungs-)stils, als Begründer der Abteilung für Sprachkultur am Institut für Litauische Sprache und als verantwortlicher Redakteur der Publikation Kalbos kultūros.
Die besprochenen Sammelbände wurden von den Autoren selbst zusammengestellt. Sie enthalten Artikel, Rezensionen und andere Schriften, die im Laufe von drei oder vier Jahrzehnten wissenschaftlicher Arbeit veröffentlicht wurden. Neue, erstmals veröffentlichte Arbeiten gibt es in diesen Büchern nur wenige: von Girdenis zwei Kapitel seiner Doktor-(Kandidaten-)dissertation Mažeikių tarmės fonologinė sistema sowie eine Rezension des Lehrbuchs von Jonas Kabelka Baltų filologijos įvadas; von Kniūkšta die Artikel „Die Korrektheit und Genauigkeit der Rechtssprache“, „Der Gebrauch des Lokativs zur Bezeichnung eines Tätigkeitsbereichs“, Rezensionen verschiedener Rechtsdokumente und Antworten auf schriftlich eingereichte Fragen. Girdenis vertritt in seiner zusammen mit Rosinas verfassten Rezension von Grinaveckis’ Žemaičių tarmių istorijos (1974) die folgende Ansicht: „Das Erscheinen des Buches wäre zu begrüßen, selbst wenn es keine einzige völlig neue Aussage enthielte, denn erst im Buch tritt die Gesamtheit der theoretischen Konzeptionen mit ihren Stärken und Schwächen deutlich hervor, und erst das Buch kann das empirische Material und die theoretischen Schlussfolgerungen eines Forschers dauerhaft in den Kreislauf wissenschaftlicher Ideen einführen“ (I, S. 386). Diese Besprechung hat nicht zum Ziel, die in beiden Sammelbänden dargestellten theoretischen Konzeptionen zu untersuchen; sie beschränkt sich auf die Betrachtung ihrer Zusammenstellung sowie ihrer fachlichen und sprachlichen Redaktion.
Girdenis’ Veröffentlichungen sind nach Gattungen in mehrere Abschnitte gegliedert: Zunächst folgen die Artikel, danach linguistische Anmerkungen, Rezensionen und Gespräche mit dem Autor selbst. Die Beiträge jedes Abschnitts sind chronologisch angeordnet. Kniūkštas Artikel und Schriften sind nach den darin behandelten Themen geordnet. Das Buch besteht aus fünf Abschnitten: „Grundsätze und Methoden der Sprachpflege“, „Verwaltungs- und Kanzleisprache“, „Bezeichnungen von Behörden und Unternehmen“, „Adjektive mit dem Suffix -inis“, „Aus der Vielfalt der Sprachpraxis“. Auch die Veröffentlichungen innerhalb jedes Abschnitts sind thematisch und nicht chronologisch angeordnet.
Die in den Vorworten beider Autoren dargelegten Grundsätze für die Wiedergabe der Texte (Girdenis – I, S. 11–12; Kniūkšta – S. 9) sind ähnlich. 1. Die Texte werden weder bearbeitet noch korrigiert; nur einzelne Stellen werden berichtigt, und nur wenn unbedingt nötig, werden kurze Anmerkungen oder Verweise auf spätere Arbeiten hinzugefügt (Girdenis); einige längere Artikel wurden gekürzt (Kniūkšta). 2. Die Rechtschreibung wurde modernisiert (Girdenis; bei Kniūkšta über
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die Vereinheitlichung der Rechtschreibung nicht erwähnt). 3. Von der Zeichensetzung wurden nur offensichtliche Fehler korrigiert; ansonsten blieb sie unverändert (Girdenis; Kniūkšta erwähnt keine Korrekturen der Zeichensetzung). 4. Druckfehler wurden korrigiert, je nach Bedarf auch Zeichen der phonetischen Transkription (Girdenis); misslungene Formulierungen und stilistische Unebenheiten wurden verbessert, ungeeignete Beispiele gestrichen (Kniūkšta). 5. Da „jeder Aufsatz als ein Kind seiner Zeit betrachtet wird“ (Girdenis), änderten beide Autoren weder die Fachbegriffe noch „sonstige Wörter, die wir heute alle einhellig beanstanden würden“ (Girdenis). 6. Die Quellenangaben wurden nicht vereinheitlicht (Kniūkšta).
Bei der Durchsicht einiger nachgedruckter Publikationen aus beiden Sammelbänden1 zeigt sich, dass die dargelegten Grundsätze im Wesentlichen befolgt werden.
1. Girdenis’ Korrekturen finden sich vor allem in den Anmerkungen, die in den Fußnoten der Artikel abgedruckt sind. Auch Algirdas Sabaliauskas machte in seiner Rezension auf sie aufmerksam (2002). Sie sind kurz, präzise, kritisch und erweisen sich als durchaus notwendig. Unter den weiteren Korrekturen ist eine gewisse Abschwächung früherer Aussagen (z. B. bei den Einschüben rodos I, S. 193, Fußnote 11) sowie eine Präzisierung zu beobachten (z. B. wurden im Artikel „Die Hierarchie der Flexionstypen des litauischen Substantivs und die wichtigsten Tendenzen ihrer Veränderung“ die statistischen Daten zu den Dendrogrammen präzisiert, II, S. 55 und 58; in der Hierarchie der Flexionstypen des Šaukėnai-Dialekts wurde die Stellung des Maskulinums und des konsonantischen Stamms anders interpretiert, II, S. 59–60; entsprechend wurde der „Baum“ der hierarchischen Gruppierung der Flexionstypen dieses Dialekts modifiziert, II, S. 60). All diese und weitere Korrekturen des Autors selbst erhöhen den Wert der nachgedruckten Publikationen und machen den Sammelband interessanter: Sie spiegeln den Wandel der wissenschaftlichen Auffassungen des Autors und teilweise auch die Entwicklung der litauischen Sprachwissenschaft wider. Es wäre jedoch wünschenswert, Änderungen dieser Art in jedem Fall kenntlich zu machen. Verweise auf spätere oder andere im besprochenen Sammelband abgedruckte Arbeiten sind für die Leser durchaus hilfreich: Sie erleichtern es, den gesuchten Text schnell zu finden.
In Kniūkštas Buch wurden die frühen Artikel deutlicher redigiert. So fehlen etwa in den Artikeln „Bejungtukinis, bealkoholinis und das Adjektivsuffix -inis“ und „Adjektive mit den Formanten -alinis, -arinis, -yvinis, -atinis“ ganze Absätze, einzelne Sätze und Beispiele; Absätze wurden zusammengefügt, Formulierungen geändert, sogar eine Fußnote und eine Tabelle weggelassen.
2. Die sprachliche Redaktion der Girdenis-Auswahl besorgte Agota Sriubienė, eine erfahrene Lektorin für philologische Publikationen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind in allen geprüften Texten erkennbar. Als Beispiele für die Modernisierung der Rechtschreibung seien unter anderem folgende genannt: Prūsų lietuvių wurde zu prūsų lietuvių geändert (I, S. 48); Schreibfehler wurden korrigiert: die Schreibung des Stammes vilk- (I, S. 48); galbūt (I, S. 52, Fußnote 30) und turbūt (I, S. 377, Fußnote 12; I, S. 379) werden zusammengeschrieben und nicht mehr getrennt; kur ne kur wird ohne Bindestriche geschrieben (I, S. 190) usw. Es überrascht nicht, dass in einem Werk dieses Umfangs, das reich an Sonderzeichen ist, auch unkorrigierte Stellen geblieben sind, zum Beispiel: Grammatische – richtig wäre Grammatische (I, S. 44, Fußnote 4); V. Vaitkevičiutė – richtig wäre V. Vaitkevičiūtė (I, S. 370, Fußnote 1); Tromsö – richtig wäre Tromsø (II, S. 51, Fußnote 3). Die Schreibweisen der Nachnamen variieren in einzelnen Artikeln
1 Genauer geprüft wurden die folgenden Artikel und Rezensionen von Girdenis: „Zur Klassifikation der litauischen Dialekte“ (zusammen mit Z. Zinkevičius; I, S. 44–55), „Was haben die Dūnininkai anstelle der schriftsprachlichen Diphthonge ie, uo“ (I, S. 190–193), die Rezension der ersten beiden Bände der Grammatik der litauischen Sprache (zusammen mit V. Žulys; I, S. 370–386), „Die Hierarchie der Flexionstypen des litauischen Substantivs und die wichtigsten Tendenzen ihrer Veränderung“ (II, S. 50–62), „Das zusätzliche h- in den altlitauischen Schriften – ein Akzentzeichen?“ (II, S. 315–320), „Neuere Zeichen der phonetischen Dialekttranskription“ (zusammen mit P. Skirmantas; III, S. 335–351). Aus Kniūkštas Buch wurden folgende Artikel untersucht: „Die von Būga eingeführten Grundsätze der Sprachnormung“ (S. 13–29), ein Teil des Artikels „Anfänge der Kanzleisprache in Jablonskis Schriften“ (S. 213–219), „Die heutige Kanzleisprache“ (S. 249–254), „Bejungtukinis, bealkoholinis und das Adjektivsuffix -inis“ (S. 407–413), „Adjektive mit den Formanten -alinis, -arinis, -yvinis, -atinis“ (S. 413–417), ein Teil des Artikels „Wie drücken wir Zweckbestimmung aus“ (S. 465–471).
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in der Originalform geschrieben, zum Beispiel: Schmalstiego (II, S. 61), Saussure’o (III, S. 241), in anderen hingegen (auch in wissenschaftlichen!) angepasst, zum Beispiel: Briukneris, Meje, Ekblūmas (I, S. 385), Sosiūras (II, S. 351). Stellenweise fehlt bei den Beispielen die Dialektbezeichnung oder die Abkürzung für die Standardsprache (vgl. III, S. 342, 344, 347–348).
In Kniūkštas Buch wurden nur wenige Rechtschreibkorrekturen festgestellt: irracionalinis > iracionalinis (S. 414); ne kaip > nekaip (S. 470); die Wörter Funkcinis tikslingumas wurden nicht gesperrt; die Schreibweise des Nachnamens Sirvydo wurde korrigiert (S. 18). Akzentzeichen wurden korrigiert: žmóniškas > žmóniškas (S. 407), áukso > áukso (S. 408); im Wort dekorãcinis wurde ein Akzentzeichen hinzugefügt (S. 416), während es im Wort vienos umgekehrt entfernt wurde (S. 28). Beim Zitieren von Jablonskis Schriften schlich sich der eine oder andere Fehler ein: spausdintus (S. 218) – richtig wäre spaudintus; reikia susirašyti (S. 218) – richtig wäre reikią susirašyti. Auch in Zitaten aus Būgas Schriften kommen Ungenauigkeiten vor: Es muss kūla-raišas heißen, nicht kūla-raišas (S. 19), óbul-mušas, nicht obuol-mušas (ebenda); das Wort stiklas wurde in der Liste der Fremdwörter aus irgendeinem Grund zu stãlas (S. 22); die reflexive Form austis wurde durch die einfache Form austi ersetzt; stellenweise wurden zuvor vorhandene Akzentzeichen entfernt. Auch im Zitat aus Skardžius’ Werk „Früherer und heutiger Gebrauch der litauischen Standardsprache“ wurden einige Formen „korrigiert“: nebegalime (S. 141) – richtig wäre nebegalima; noromis nenoromis (S. 141) – richtig wäre noroms nenoroms. Die Schreibung von Personennamen ist im Buch nicht vollständig vereinheitlicht; vgl. Leskynas (S. 17) und E. Sepiro (E. Sapir) (S. 74).
3. In den Texten der Girdenis-Auswahl wurden, wie auch im Vorwort angegeben, einige Zeichensetzungsfehler korrigiert, zum Beispiel: die Einschübe iš vienos pusės (I, S. 45), Iš kitos pusės (I, S. 46) wurden abgetrennt; solche Bezeichnungen wie džūkai, kãpsai [...], sind zweifellos Odizier (I, S. 52); die adverbiale Zeitbestimmung mit Partizip wurde nicht mehr abgetrennt: man kann sich nicht auf sie stützen, wenn man Dialekte klassifiziert (I, S. 47). Der eine oder andere unkorrigierte Fehler blieb jedoch bestehen: Im Satz Solche reduzierten Vokale existieren als Phoneme auch im sogenannten „Mūša-Flussgebiet“ – darauf weisen nicht nur die Unterscheidung von Quasihomonymen […], sondern auch zahlreiche andere Merkmale hin (I, S. 49, Fußnote 20) blieb nach dem Wort rodo ein überflüssiges Komma stehen; ebenso am Anfang des Satzes O, ohne auf sie zu verzichten (I, S. 380). Obwohl beschlossen worden war, die Zeichensetzung nicht zu modernisieren, wurde dies in einzelnen Fällen dennoch getan, wodurch Inkonsistenzen entstanden. Beispielsweise werden vergleichende Wendungen teils nicht, teils aber durch Kommas abgetrennt, vgl.: Am Wortende gibt es immer mehr Vokale als in den entsprechenden nichtfinalen Silben (I, S. 49) und In den Endsilben gibt es weniger Vokale als in den entsprechenden nichtfinalen Silben (ebenda); die Entsprechungen von lit. ie, uo klingen kürzer als die Entsprechungen von y, ū (I, S. 191); kein so hervorragender Dialektologe wie K. Jaunius (I, S. 192). Unter den grammatischen Punkten ist der nicht korrigierte Genitiv bei einer Verneinung im Satz solche Berechnungen würden die üblichen lettischen Flexionsklassifikationen im Wesentlichen nicht verändern (II, S. 61, Fußnote 19) zu erwähnen.
Auch die Zeichensetzung in Kniūkštas Texten wurde überarbeitet. Frühere Fehler wurden korrigiert, zum Beispiel: Im Satz Der Genitiv kann sowohl den Zweck eines Mittels als auch das angestrebte Ziel bezeichnen wurde vor der wiederholten Konjunktion ein Komma gesetzt (S. 467); im Satz Būga hat niemandem vorgeschlagen, neutrale Barbarismen wie dušia, ulyčia, adyna, lenčiūgas zu verwenden wurde der Doppelpunkt vor den Beispielen gestrichen (S. 28); im Satz Denn Adjektive […] zeigen einen Mangel des durch das Substantiv bezeichneten Gegenstands an wurde nach mat das Komma entfernt (S. 411–412); nach vor allem wurde das Komma gestrichen (S. 13); vor der erweiterten Zeitbestimmung im Satz die Grundsätze, auf die er sich bei seiner Arbeit an der Sprachnormung stützte (S. 14). In den geprüften Texten blieben noch Unstimmigkeiten in der Zeichensetzung. So wurde im Satz Die römische Ziffer bezeichnet den Band der Schriften, die arabische die Seite (S. 15, Fußnote 7) ein Gedankenstrich eingefügt, während er in einem ähnlichen Satz die erste slawische hielt A. Leskynas […], die beiden letzten für eine gewisse Zeit Būga selbst (S. 17) fehlt. Vor einem Vergleichsausdruck im Satz hatte keinen solchen Einfluss wie Jablonskis (S. 14) wird kein Komma mehr gesetzt; in vielen Fällen ist es an dieser Stelle jedoch belassen worden, vgl.: das Adjektiv begalinis ist nicht ganz dasselbe wie etwa besotinis oder
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beakuotinis (S. 410), Im Litauischen wird die frühere Funktion durch dieselben Formen ausgedrückt wie jede andere Funktion (S. 471). Dasselbe gilt für den Unterschied in den Vergleichssätzen: In den Sätzen Ist es wirklich einzuwenden, dass ein pflug ohne streichblech [...] bequemer ist als ein pflug ohne wendebrett [...]? (S. 410), In vielen Fällen sind Adjektive für die Literatursprache vorzuziehen dogminis, probleminis [...] statt dogmátinis, problemátinis [...] wird das Komma vor der Konjunktion nicht mehr gesetzt; in vielen ähnlichen Fällen ist es jedoch stehen geblieben, vgl.: In diesen Sätzen hängt der Dativ eher von Verben oder Partizipien [...] als von Substantiven [...] ab (S. 470). Ein Komma wäre offenbar im Satz In einem anderen, später geschriebenen Artikel (S. 19) nötig, denn es ist nicht von mehreren später geschriebenen Artikeln die Rede, sondern von demselben Artikel, der später geschrieben wurde. Überflüssige Kommas stehen in den Sätzen Indem Būga Nachbarschaftsformen tolerierte, bemühte er sich, die Tür zur Literatursprache für die Schätze der Dialekte offen zu halten (S. 28); In seinen Artikeln und anderen Schriften verwendet Jablonskis, wenn er über diese Dinge spricht, die zu ihrer Bezeichnung erforderlichen Wörter und Wendungen (S. 214). Die Zeichensetzung ist im Zitat aus Skardžius’ Werk „Frühere und gegenwärtige Verwendung der litauischen Standardsprache“ (S. 141) unzulässig „modernisiert“ worden.
4. In Girdenis’ Texten gibt es zahlreiche korrigierte Druckfehler oder bloße Versehen. So wurde die in der Tabelle „Die wichtigsten Zeichen des Transkriptionszeichensatzes FONTRA“ (III, S. 339) fehlende Zeile ergänzt; der Titel eines Artikels des Autors wurde berichtigt (II, S. 56, Fußnote 11). Einiges ist jedoch übersehen worden: Der Band der Erstveröffentlichung der Transkription „Das zusätzliche h- in den altlitauischen Schriften – ein Akzentzeichen?“ ist falsch angegeben (II, S. 315) – es muss 23(2) statt 22(2) heißen; in der Tabelle „Ähnlichkeitsindizes der Deklinationstypen des Dialekts von Šaukėnai“ (II, S. 59) haben sich Fehler eingeschlichen: Der Index für i und Cₘ ist nicht gerundet, und der Index für i und Cᶠ betrug (und sollte vermutlich auch betragen) nicht 0,7, sondern 10,7. Die neue Karte der Dialekteinteilung, die dem Artikel „Zur Klassifikation der litauischen Dialekte“ (I, S. 55) beigefügt ist, ist ungenau: Sie weist nicht nur weniger Siedlungen auf, sondern die Übergangsdialekte zwischen den Šiauliškiai der westlichen Aukštaiten und den Žemaiten sowie den Dialekten der östlichen Aukštaiten und dem Unterdialekt von Vabalninkas (der zum Dialekt von Širvintos gemacht wurde) fehlen nun ebenfalls. Im Artikel „Zeichen für die phonetische Transkription neuerer Dialekte“ (III, S. 335–351) beschreibt der Autor zusammen mit P. Skirmantas den speziell für Dialekttexte entwickelten Schriftsatz FONTRA und gibt Beispiele für seine Anwendung. Bei der Druckvorbereitung der besprochenen Schriften bot sich eine gute Gelegenheit, die Möglichkeiten dieses Schriftsatzes zu nutzen und die Wiedergabe der Dialektdaten in der Sammlung zu vereinheitlichen. So wird im Artikel „Zur Klassifikation der litauischen Dialekte“ die Palatalisierung der Konsonanten mit einem Minutenzeichen markiert, das gewöhnlich über dem Buchstaben steht; die Weichheit der Konsonanten wird sowohl vor vorderen als auch vor hinteren Vokalen bezeichnet. Im danebenstehenden Artikel („Die Intonationen der nachbetonten Silben im Dialekt von Mažeikiai [nördliche mittlere Dounininkai], siehe I, S. 56–75) wird die Palatalisierung der Konsonanten dagegen durch einen Bogen über dem Buchstaben markiert; außerdem wird die Weichheit nur bei Konsonanten vor hinteren Vokalen bezeichnet. Umso mehr, als der Autor selbst schreibt: „Die Palatalisierung und die Palatalität wurden von manchen auch anders bezeichnet: tʹ, dʹ, bʹ, pʹ, č. Diese Zeichen empfiehlt es sich jedoch nur beim Zitieren entsprechender älterer Arbeiten zu verwenden sowie dann, wenn es in bestimmten Kontexten sinnvoll ist, eine schwächere von einer stärkeren Palatalisierung zu unterscheiden“ (III, S. 345). Selbst im Text und in der Tabelle eines einzigen Artikels werden dieselben dialektalen Entsprechungen des standardsprachlichen Wortes gyvà unterschiedlich transkribiert (vgl. I, S. 50 und I, S. 54). Im Artikel „Das zusätzliche h- in den altlitauischen Schriften – ein Akzentzeichen?“ sind die Beispiele aus Daukšas Postille vergleichsweise genau abgeschrieben. Für ihre Wiedergabe fehlten jedoch einige Schriftzeichen, etwa ȧ (musìmp 33₁₄, nicht musìmpʹ II, S. 316), į (efì 173₁₈, nicht efì II, S. 315 und andernorts), į (gìwì 521₁₁, nicht gìwì II, S. 316 und andernorts); das Zeichen ž wurde verallgemeinert, sogar dort, wo eindeutig ž zu sehen ist (žmógui 92₃₄, nicht žmógui II, S. 316 und andernorts). Auch die Beispiele enthalten Fehler: So muss es pažáulìs horé lìkɟminas 214₃ heißen, nicht pažáulìs horé lìksminas (II, S. 319), u. a.
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In Kniūkštas Sammelband finden sich zahlreiche stilistische Änderungen, z. B. wurde das wiederholte Pronomen jo im Satz gestrichen Diese „Sünde“ erschwert es am meisten, seinen Beitrag zur Sprachpraxis und [seine] Bedeutung für die Literatursprache objektiv zu beurteilen (S. 13); um die Wiederholung des Wörtchens zu vermeiden, wurde das Pronomen Aber durch Alles: Die Grundlage jeder normierenden Arbeit ist konkretes Sprachmaterial, Būga schätzte Sprachfakten jedoch besonders und stützte sich besonders auf sie (S. 18) ersetzt. Im letztgenannten Satz ist die Konjunktion aber ungewöhnlich verwendet; dort wäre offenbar sondern⟧ besser geeignet. Der Satz „Es gibt Amtsstubenterminologie, von der ein Teil bis in unsere Zeit überliefert ist“ wurde zu Es gibt solche Amtsstubenterminologie, die bis in unsere Zeit überliefert ist geändert (S. 215). Einzelne Wörter wurden ersetzt, z. B. Forscher durch Wissenschaftler (S. 29), das Wort Leinenhemden durch Hemden (S. 465). Es gibt Änderungen der Wortstellung, zum Beispiel im Satz der Leser würde nicht nur die benötigten Fakten finden, sondern sie auch verstehen>wird zu sie verstehen⟧ (S. 253). In den Beispielen fuhr mit Holz los, fuhr zum Lernen fort wurden die Verben vertauscht (zuvor fuhr zum Lernen fort, fuhr mit Holz los) (S. 465, Fußnote 2).
5. Im Vorwort zu Girdenis’ Sammlung wurde angekündigt, die Terminologie nicht zu ändern. In vielen Fällen wurde dies auch so gehandhabt, z. B. blieb aksiomatiškai (I, S. 383) u. a. unverändert. Diese Grundsatzentscheidung wurde jedoch nicht konsequent eingehalten: Der Terminus Maximum-Methode wurde durch Mittelwertmethode ersetzt (II, S. 55); prosodine wurde zu prozodine korrigiert (I, S. 48) und anderswo, Grapheme wurde durch Schriftzeichen ersetzt (III, S. 335). Die Beschreibung der akademischen Grammatik als deskriptiv-normativen Typs wurde unnötigerweise zu deskriptiv-normierenden Typs geändert (I, S. 384): Genau so hatte der Herausgeber ihren Charakter auf der angegebenen Seite (Ulvy das, Hrsg. 1965: 3) bestimmt. Girdenis hatte auch angekündigt, den Wortgebrauch in den nachgedruckten Texten nicht zu korrigieren. Tatsächlich blieb darin die adversative Konjunktion tuo tarpu kai (während) stehen (I, S. 53); Tuo tarpu (unterdessen) (II, S. 51); die Wortstellung in der Parenthese in Wörtern wie dienėlė, dienos blieb unverändert (I, S. 52). Stellenweise wurden jedoch, entgegen der Absicht des Autors, Fragen der Sprachpflege und des Stils korrigiert, zum Beispiel wurde der komplexe Satz Gesprochene Konstruktionen… (I, S. 378) in zwei kürzere Sätze aufgeteilt; die vergleichende Konjunktion wie… so und wurde durch sowohl… als auch und ersetzt (III, S. 337); an manchen Stellen wurden längere Formen durch die für den Autor charakteristischen Kurzformen ersetzt, z. B. abgebrochene statt abgebrochen (III, S. 350).
In Kniūkštas Buch wurden keine Terminologieänderungen festgestellt.
6. Die Fußnoten in dem Buch Sprachgebrauch und Sprachpflege wurden, wie im Vorwort vermerkt, nicht vereinheitlicht. Darin finden sich auch kleine Fehler, etwa der ungenaue Titel von P. Skardžius’ Werk „Frühere und gegenwärtige Verwendung der litauischen Standardsprache“ (Frühere…) und das Erscheinungsjahr (1971 statt 1968) (S. 141, Fußnote 2).
Auch Girdenis’ Schriften enthalten uneinheitliche Literaturangaben: vgl. etwa A. Rosinas, Substantive der Stämme įa, ė und i im Dialekt von Šaukėnai, – Kalbotyra XXIII (1) (1971) 53 (I, S. 251, Fußnote 54) und A. Rosinas. Substantive der Stämme įa, ė und i im Dialekt von Šaukėnai. – „Kalbotyra“, 1971, Bd. XXIII (1), S. 49–54 (II, S. 56, Fußnote 11). Dass sie recht uneinheitlich sind, räumt auch der Autor selbst ein (vgl. I, S. 11); sie in Ordnung zu bringen, wäre jedoch keine unüberwindbare Aufgabe gewesen.
Am Ende beider Sammlungen sind Register abgedruckt, die in Publikationen dieser Art sehr nützlich sind. Kniūkštas Buch enthält sogar ein fünfgliedriges Register. Im Grunde handelt es sich um zwei Register: ein Sachregister (S. 579–586) und ein Register der Wörter und Wortverbindungen (S. 586–589). Am Ende des dritten Bandes von Girdenis’ Linguistischen Arbeiten steht ein einseitiges thematisches Register (III, S. 473) sowie eine recht lange Liste der Mitautoren, Mitarbeiter und Berater (III, S. 474–475). Das thematische Register ist für eine solche Publikation eindeutig zu knapp: Es ist kaum umfangreicher oder informativer als das Gesamtinhaltsverzeichnis aller drei Bände, das in der Sammlung übrigens fehlt. Das Register ist anhand der Artikeltitel erstellt – es verweist jeweils nur auf den Anfang des Artikels (darauf
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(wie im Vorwort des Bandes darauf hingewiesen wird), handelt es sich daher tatsächlich lediglich um ein thematisches Artikelverzeichnis. Einige Stichwörter des Verzeichnisses sind irreführend: Wer beispielsweise dort das Thema Dialogai findet, könnte meinen, auf den angegebenen Seiten habe Girdenis über diese Diskurs- oder Textsorte geschrieben – in der gegenwärtigen Linguistik ist dies ein recht beliebtes Thema. Leider findet der Leser an den angegebenen Stellen keine wissenschaftlichen Artikel, sondern Gespräche mit dem Autor selbst. Übrigens steht nirgends, wer das Verzeichnis zusammengestellt hat. Die zweite Liste ist auf ihre Weise interessant, weil sie die Kollegialität des Autors und seine Freude an gemeinsamer Arbeit zeigt. In der Liste finden sich Lehrer (Jonas Kabelka, Leonas Valkūnas, Zigmas Zinkevičius), Kollegen (am meisten arbeitete er mit Aldonas Pupkis, Albertas Rosinas, Bonifacas Stundžia und Vladas Žulys zusammen) sowie eine große Zahl von Schülern.
In keiner der Sammelausgaben fand ich eine Bibliografie der jeweiligen Autoren (obwohl Girdenis’ Bibliografie zusammengestellt und als separate Broschüre veröffentlicht wurde, von der sogar zwei Auflagen erschienen sind (vgl. Skirmantas, Hrsg., 1997); man hätte sie lediglich in die Schriften übernehmen müssen). Bibliografien würden die Entwicklung des wissenschaftlichen Denkens der Autoren und ihre Produktivität widerspiegeln und zeigen, welche Veröffentlichungen nicht in die Sammelausgaben aufgenommen wurden.
In Girdenis’ Sammelausgabe ist jeder Artikel mit einer englischen Zusammenfassung versehen, einige darüber hinaus auch mit Zusammenfassungen in weiteren Sprachen. In Kniūkštas Buch wurde eine kurze englische Zusammenfassung nach den Verzeichnissen eingefügt (S. 591–594).
Die beiden besprochenen Publikationen verbindet auch, dass sie beide von der Staatlichen Kommission für die litauische Sprache gefördert wurden. Die Sammelausgabe der wissenschaftlichen Arbeiten von Girdenis erschien auf Initiative von Danguolė Mikulėnienė und wurde von ihr redigiert. Auch Kniūkšta dankt Danguolė Mikulėnienė im Vorwort eigens dafür, dass sie die Vorbereitung des Buches angeregt und bei seiner Veröffentlichung geholfen hat.
Ausgaben des schriftlichen Kulturerbes
2001 erschien ein neues von Guido Michelinis herausgegebenes Buch – Jonas Bretkūnas. Giesmes Duchaunas und andere liturgische Bücher des Jahres 1589: Texte und ihre Quellen (Vilnius: Baltos lankos, 2001, 301 S.). Im selben Jahr begann die Zeitschrift Archivum Lithuanicum mit der Herausgabe einer neuen Buchreihe. Sie erhielt den Titel Bibliotheca Archivi Lithuanici und ist umfangreicheren Artikeln sowie Quellen zur Geschichte älterer Texte, zum sozialen Sprachkontext und zur traditionellen Philologie gewidmet. Als erste Bände der Reihe erschienen das von Giedrius Subačius herausgegebene Buch Kalikstas Kasakauskis: Die Konjunktur der litauischen Standardsprache (Vilnius: Verlag des Instituts für litauische Sprache, 2001, 128 S.) sowie Die Polemik zwischen Jan Malecki und Jan Seklucjan über die kanonische Übersetzung des Katechismus, herausgegeben von Vaidotas Rimša (Vilnius, Verlag des Instituts für litauische Sprache, 2001, 180 S.).
Alle drei Publikationen weisen besondere Strukturmerkmale auf. Den Kern von Michelinis Buch bilden die 1589 veröffentlichten Werke von Jonas Bretkūnas, ihre Texte und Quellen samt Kommentaren. Am Anfang des Buches steht eine kurze Einleitung auf Litauisch, Englisch und Deutsch (S. 7–15). Als Anhang sind im Buch „Beispiele aus deutschen und lateinischen Büchern des 16. Jahrhunderts“ (S. 279–289) abgedruckt (Fotokopien einzelner Stellen aus einigen Primärquellen) sowie ein „Verzeichnis der Texte nach ihren Anfangszeilen“ (S. 290–299), das den Lesern hilft, den gesuchten Text zu finden; außerdem gibt es einen zusammenfassenden Überblick über das Verhältnis der litauischen Übersetzungen zu ihren Originalen. In Subačiaus Buch ist die Studie über Kasakauskis’ Vorstellungen von der Standardsprache das Wichtigste und nimmt den größten Teil ein (S. 11–66), während Kasakauskis’ handschriftliche Anmerkungen zur Sprache von Valančius’ Bistum Žemaitija (S. 69–124) (erstmals veröffentlicht!) lediglich als Anhang abgedruckt sind. Den umfangreichsten und wichtigsten Teil der von Rimša herausgegebenen Publikation bilden der Traktat von Jan Malecki Defensio verae translationis corporis Catechismi in linguam polonicam und die Veröffentlichung seiner litauischen Übersetzung; ein umfangreicher Abschnitt „Die Polemik zwischen Jan Malecki und Jan Seklucjan: Das Umfeld von Martynas
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Mažvydas“ (S. 9–33) ist lediglich die Einleitung zu dieser Publikation. Darauf folgen ein Quellen- und Literaturverzeichnis (S. 34–37) sowie Zusammenfassungen der Einleitung auf Deutsch (Übersetzung von Frank Zuber, S. 38–40) und Litauisch (S. 41–42).
In der Einleitung zu dem von Michelini herausgegebenen Buch werden Bretkūnas’ Kollectu – dem ältesten erhaltenen litauischen Gebetbuch –, die Quellen für Texte und Melodien der Gesangbücher Giesmes Duchaunas und Kancionalas erörtert und Bretkūnas’ neu veröffentlichte Übersetzungen hervorgehoben. Anschließend erläutert die Einleitung die Grundsätze der Veröffentlichung von Texten und Melodien sowie der Transkription der Texte. Zusammen mit den Rezensenten der Publikation (vgl. Kabašinskaitė 2002: 216–217; Karaciejus 2002: 320) muss man einräumen, dass eine solche Einleitung für eine wissenschaftliche Ausgabe der Schriften Bretkūnas’ zu knapp ausfällt: Einige grundlegende Fragen zu Herkunft und früherer Erforschung der veröffentlichten Texte sowie zur Autorschaft der handschriftlichen Gesänge bleiben darin ungeklärt.
Subačiaus Studie Kalikstas Kasakauskis: Die Konjunktur der litauischen Standardsprache führt seine früheren Untersuchungen zum žemaitischen Schrifttum des 19. Jahrhunderts fort, vor allem die Monografie Ideen einer žemaitischen Standardsprache (1998): In der Studie wird dieselbe Forschungsmethode angewandt, und auch die beschriebenen Aspekte sowie die Darstellungsweise ähneln einander. Das gesetzte Ziel – die Entwicklung von Kasakauskis’ Vorstellungen zur Standardsprache und die angestrebte Konjunktur offenzulegen (S. 12) – hat der Autor erreicht: Der Leser gewinnt ein hinreichend klares Bild von den Einstellungen dieses Kulturakteurs des 19. Jahrhunderts zur Standardsprache und von den Umständen, die deren Wandel bestimmten. Gut dargestellt werden der Wandel der dialektalen Grundlage von Kasakauskis’ Sprache, die territoriale Ausrichtung seiner Sprachstrategie sowie seine Neigung, die Regeln der Standardsprache eher theoretisch als durch den Sprachgebrauch zu begründen. Die Erörterungen des Verhältnisses von geschriebener und gesprochener Sprache in Kasakauskis’ Schriften scheinen jedoch keine hinreichende Grundlage zu haben; schließlich kommt der Autor selbst zu dem Schluss, „Kasakauskis befand sich noch in der ersten – der Auswahl eines Dialekts dienenden – Phase der Standardisierung, in der das Problem der gesprochenen Standardsprache [schbk – A. J.] noch gar nicht absehbar war“ (S. 61). Einige Aussagen der Studie und die Forschungsmethode selbst geben Anlass zu Zweifeln. Kasakauskis’ Heimatmundart wurde falsch bestimmt – sie gehört zu den südlichen Žemaiten von Raseiniai, nicht zu denen von Varniai (siehe Vitkauskas 2002 und die dort angeführte Literatur) –, was den Autor daran hindert, die von Kasakauskis gewählten „žemaitischen“ und „aukštaitischen“ Sprachmerkmale zutreffend zu vergleichen: die Entsprechungen der westaukštaitischen Lautfolge [an] (S. 33–34), die Geltung des žemaitischen Affrikatengesetzes (S. 34) und anderes. Zweifelhaft ist auch die Verallgemeinerung des Kriteriums, nach dem žemaitische Sprachmerkmale für Žemaiten „auffällig“ seien, ebenso wie die Art seiner Bestimmung und die Einteilung in drei Stufen. Gerade die untersuchte Studie zeigt, dass Kasakauskis in der späteren Schaffensperiode, als er die Sprache seiner Schriften „žemaitischer“ gestaltete, einige der „am leichtesten erkennbaren“ aukštaitischen Merkmale nicht konsequent änderte (Diphthonge am Wortende zu žemaitischem [ā] oder [ē], die Endung des Dativs Singular), während er einige „mittelmäßig auffällige“ Merkmale änderte (er bemühte sich, das verbreitete žemaitische [e] konsequent zu kennzeichnen, und verwendete žemaitische Endungen des Imperativs Singular sowie sogar die Endungen der „dritten Person“ des Präsens von Verben) (vgl. S. 33, 40 und 21). Dasselbe gilt für die als „für Žemaiten mittelmäßig auffällig“ eingestuften žemaitischen Merkmale. Kasakauskis’ Hierarchie der „Auffälligkeit“ žemaitischer Sprachmerkmale war demnach eine andere als diejenige der drei Autoren vom Beginn des 19. Jahrhunderts, auf deren Sprachgebrauch diese Hierarchie in der Monografie Ideen einer žemaitischen Standardsprache beruht (Subačius 1998: 32–39). Subačius misst alle žemaitischen Autoren mit demselben Maßstab. Doch im gesamten žemaitischen Gebiet gibt es nur wenige phonologische oder grammatische Merkmale, die unverändert bleiben. Besonders häufig weichen die südlichen Žemaiten von Raseiniai von den allgemeinen Regeln ab – ein typischer Übergangsdialekt von den Westaukštaiten zu den Žemaiten (Zinkevičius 1994: 107, 109). So gilt etwa die Form der ersten Person Singular des Konjunktivs auf -čio Subačius als eines der am schwersten erkennbaren Merkmale žemaitischer Dialekte. Im Südosten Žemaitijas sind jedoch entsprechende Formen auf -čia und -čiau, vielerorts nebeneinander, und stellenweise auch auf -č gebräuchlich (Morkūnas, Hrsg., 1991: Karte 103; Zinkevičius 1966: 263). Formen auf -čiau sind ebenfalls weit verbreitet, nicht nur bei den Aukštaiten,
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sondern auch eines Teils der Žemaiten (ebd.). Der Autor selbst erklärt, dass „in Kasakauskis Heimatorten <…> sich diese Formendung -čiau <…> nicht von der eines Teils der westlichen Aukštaiten unterscheidet“ (S. 14). In Kasakauskis Heimatmundart könnten also sowohl Formen mit -čio als auch mit -čia verwendet worden sein; ihr Wechsel sollte weder als Aukštaitisierung (wie auf S. 14 zutreffend angenommen) noch als Žemaitisierung (wie auf S. 23 angenommen) gelten. Wäre es daher nicht besser, das Verhältnis der Sprache jedes žemaitischen Autors zu den aukštaitischen Mundarten zunächst anhand individueller, mit Blick auf seine Mundart ausgewählter Kriterien zu bestimmen? Wie schon in der früheren Monographie widmet Subačius der Orthografie von Kasakauskis Werken große Aufmerksamkeit: In der Studie werden die Unterschiede zwischen der Rechtschreibung der Grammatik und der späteren Texte gut herausgearbeitet (S. 45); die kyrillische Schreibweise der Išguldymų Šventų Evangelijų wird eingehend untersucht (überzeugend wird nachgewiesen, dass dieses Buch „zuerst mit lateinischen Buchstaben und von Kasakauskis selbst geschrieben wurde“ (S. 45)); gesondert werden die Schreibweise und sprachlichen Merkmale der Zitate aus Giedraitis’ Naujo Testamento untersucht. Auf der Grundlage der Entwicklung von Kasakauskis Orthografie wird überzeugend festgestellt, dass er seine Anmerkungen zu Valančius’ Žemaičių vyskupystę nicht, wie Vaclovas Biržiška annahm, 1866, sondern früher, zwischen 1848 und 1863, verfasste. Am Ende der Studie zieht der Autor die wichtige Schlussfolgerung, dass die von Kasakauskis Grammatik vorgeschlagenen Normen, die „die erste und einzige gedruckte originale Grammatik der litauischen Sprache“ war (S. 61), keine Anhänger fanden; auch ein Einfluss der Sprache seiner übrigen Werke auf seine Zeitgenossen ist nicht erkennbar.
In der Einleitung zu dem von Rimša herausgegebenen Buch werden Leben und Wirken von Maleckis und Seklucian kurz überblickt, die Umstände der Übersetzung und des Drucks ihrer Katechismen sowie deren Aufbau beschrieben und bibliografische Angaben genannt. Anschließend wird die Polemik zwischen Maleckis und Seklucian ausführlich dargestellt. Große Aufmerksamkeit gilt ihrem Inhalt (sechs Formulierungen von Maleckis, die er selbst für besser als die anderer Übersetzer hielt, sowie dreizehn Stellen in Maleckis Katechismus, die Seklucian kritisierte, werden ausgewählt und referiert), weniger den Argumenten. Wie es sich gehört, werden die Bezüge der Polemik zu Mažvydas’ Katechismus gesondert behandelt. Rimša hat die Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen den polemischen Schriften und dem litauischen Katechismus sorgfältig zusammengestellt. Die Schlussfolgerung ist recht vorsichtig: Obwohl Mažvydas „nicht alle diskutierten und von Maleckis vorgeschlagenen Übersetzungsvarianten berücksichtigt“ habe, sei „offensichtlich, dass er sich gerade an den Stellen von SeK entfernte, über die im Herzogtum Preußen bereits seit einigen Jahren eine heftige Diskussion geführt wurde“ (S. 31). Rimšas Vergleich zeigt, dass Mažvydas die Polemik zwischen Maleckis und Seklucian nicht nur kannte, sondern dass sie auch einen gewissen Einfluss auf Aufbau, Sprache und Stilistik des ersten litauischen Buches hatte; daher muss dieser Einfluss bei entsprechenden Untersuchungen zu Mažvydas’ Katechismus berücksichtigt werden. Am Ende der Einleitung werden neue, recht überzeugende Argumente zur Datierung des ersten litauischen Buches angeführt. Rimša zufolge „muss Mažvydas’ Katechismus Anfang 1547 erschienen sein, und Defensio könnte vor Juni 1547 verfasst worden sein, also zwischen MžK und Seklucians Didžiojo katekizmo“ (S. 33).
Die Grundsätze der Textveröffentlichung sind in allen drei Ausgaben ähnlich. Das Faksimile der Texte von J. Bretkūnas wird parallel zu ihren Quellen gedruckt; auch die Melodiequellen werden angegeben. Anders als in den Büchern der Reihe Bibliotheca Archivi Lithuanici werden die Primärtexte in vereinfachter Orthografie wiedergegeben – „mit den heute gebräuchlichen Buchstaben transkribiert“ –, die Melodien dagegen „ohne den Schlüssel der Quellen in den Violinschlüssel zu übertragen“ (S. 8). Die Grundsätze der Textübertragung werden vom Herausgeber nicht näher erläutert und geben Anlass zu gewissen Zweifeln (vgl. Kabašinskaitė 2002: 220–222). Da die veröffentlichten Texte von Bretkūnas vom Herausgeber nicht beschrieben werden, ist unklar, inwieweit die Größe der Fotokopien dem Original entspricht. Die Fotokopien handschriftlicher Kirchenlieder sind nahezu unleserlich; eine Transkription wäre daher sehr wünschenswert gewesen (vgl. Karaciejus 2002: 323). Bei der Übertragung der Texte von Bretkūnas sind einige Fehler unterlaufen. Zusätzlich zu den von früheren Rezensenten genannten seien folgende Beispiele aus der Einleitung angeführt: pras chom (S. 7) – muss heißen pras cham (vgl. Faksimile S. 227); Sussimistlantis (S. 7) – muss heißen Sussimilstanis (vgl. S. 228); po versikulu (S. 7) – muss heißen po versikulų; Tewe (S. 7) – muss heißen Tlewe (vgl. S. 251); dagusu (S. 7) – muss heißen dangui (vgl. S. 251); nu (S. 7) – muss heißen ne (vgl. S. 53);
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Adoma (S. 7) – muss heißen Adama (vgl. S. 88); vieno (S. 7) – muss heißen wieno (vgl. S. 94); malonus (S. 8) – muss heißen Malonus (vgl. S. 113); Bagotas (S. 8) – muss heißen Bagots (vgl. S. 127); „mit Ausnahme der Biblijos-Zeile Nr. 16 am Ende“ (S. 8) – muss heißen „mit Ausnahme der Biblijos-Zeile am Ende des Kirchenlieds Nr. 16“; Dievui (S. 8) – muss heißen Dievui (vgl. S. 198); fenomenologija (S. 9) – muss heißen fenomenologiją. Beim Vergleich der Transkription von Mažvydas’ Gesmių chriksčoniškų, die den zwanzig ersten Liedern der Gesmių Duchaunų-Sammlung beigefügt ist, mit dem Faksimile (verwendet wurde die von demselben Autor herausgegebene Ausgabe, siehe Michelini 2000), wurden folgende Fehler gefunden (abgesehen von der Verwendung des zweiten Großbuchstabens, Ligaturen und der Schreibweise von [u]): Chriksčoniskose (S. 21, Anm. 1 und in vielen weiteren Anmerkungen) – muss heißen Chriksčoniskase (vgl. Mž, S. 149); Kyrieeleison (S. 24) – muss heißen Kirieeleison (vgl. Mž, S. 182); fęnklus (S. 25) – muss heißen fęklus (vgl. Mž, S. 185); tikraghi (S. 34) – muss heißen tikragi (vgl. Mž, S. 313); naboyne (S. 34, Anm. 2) – muss heißen nabozine (vgl. S. 300); traice (S. 37) – muss heißen Traice (vgl. Mž, S. 365); Kyrieleison (S. 38) – muss heißen Kirieleison (vgl. Mž, S. 389); prisch (S. 38) – muss heißen prischs (vgl. S. 389); werksme paklusnuma (S. 42) – muss heißen werksme / paklusnuma (vgl. Mž, S. 383); zaisdu (S. 45) – muss heißen Zaisdu (vgl. Mž, S. 236). Viele Ungenauigkeiten finden sich auch im „Verzeichnis der Texte nach den Anfangszeilen“, zum Beispiel: Allmechtiger (S. 290) – vgl. Almechtiger (S. 234); sunus (S. 290) – muss heißen Sunus (vgl. Faksimile S. 166); Christe / diena (S. 290) – muss heißen Christe diena (vgl. S. 105); auffgefahren (S. 291) – vgl. auffgefahren (S. 249); Dekawokem (S. 291) – muss heißen Diekawokem (vgl. S. 171) usw. Die Literaturangaben nach der Einleitung (S. 9) enthalten weder die Vornamen der Autoren noch das Erscheinungsjahr oder den Verlag. Das wäre vielleicht verständlich, wenn diese Angaben in der Bibliografie am Ende des Buches (S. 301) zu finden wären. Doch dort fehlen bibliografische Angaben sowohl zu Gerullis’ Senųjų lietuvių skaitymų als auch zu Biržiškas Rinktinių mūsų senovės raštų und Koženiauskienės Buch XVI–XVII amžiaus prakalbos ir dedikacijos.
Der Text von Kasakauskis’ Anmerkungen zu Valančius’ Žemaičių vyskupystę wird als Fotografie, Transkription und Übersetzung ins Litauische wiedergegeben. Das veröffentlichte Manuskript wird vom Herausgeber nicht beschrieben; daher lässt sich nicht beurteilen, ob die Fotografien Originalgröße haben. Ein Vergleich einiger Stellen des Originals mit ihrer Transkription und Übersetzung zeigt, dass der Herausgeber sorgfältig und gewissenhaft transkribiert und übersetzt hat. Der größte Mangel dieser Publikation ist das Fehlen eines Verzeichnisses litauischer Wörter (das Buch enthält nur ein „Personenverzeichnis“), das es erleichtern würde, ein gesuchtes Wort, eine grammatische Form oder eine Textstelle rasch aufzufinden. Ohne ein solches Verzeichnis können Lexikografen und Grammatiker die Publikation nur schwer nutzen.
Das Faksimile von Maleckis’ Defensio wird zusammen mit der Transkription (dem transkribierten Text) veröffentlicht. Die litauische Übersetzung des Werkes ist separat abgedruckt. Das Faksimile wird mit sachlichen, textkritischen und sprachlichen Anmerkungen veröffentlicht. Die wissenschaftliche Herausgeberin der Ausgabe, Jolanta Gelumbeckaitė, hat die für den Druck vorbereitete Transkription mit dem Original abgeglichen und die textkritischen Anmerkungen verfasst. Der Beschreibung des Manuskripts zufolge (S. 12) wurde das Faksimile des Originals aus unbekanntem Grund um gut ein Fünftel verkleinert. Die Transkription des Textes ist sorgfältig erstellt. Ein genauerer Vergleich einiger Seiten des Faksimiles mit der Transkription weckte nur bei wenigen Einzelheiten Zweifel, zum Beispiel sind die Fußnoten 3 und 16 auf den Seiten 47 und 57 vermerkt, aber nicht abgedruckt; in Fußnote 210 (S. 139) müsste anstelle von quod Quod stehen. Die Übersetzung der Defensio ist recht einfallsreich, auch wenn manches darin irritiert (zur Übersetzung theologischer Begriffe siehe Ališauskas 2002). So wird etwa im Vorwort die Stelle Defensio 20v₂₁–21r₁₂ falsch interpretiert: Dass Maleckis die Wendung retenta sunt ins Polnische mit zadzieranie übersetzt hat, =bedeutet nicht, dass Seklucian dies für falsch hielt (wie auf S. 27 behauptet wird); im Gegenteil, wegen dieser Übersetzung machte er Maleckis einen Vorwurf: Poltea reprehendis me …; Lo. per te adactus 2v₉: lie. tavęs verčiamas – „durch dich gezwungen“; lo. Ablatio 3v₂₂, 4r₁: lie. Inagininkas – der lateinische Kasusname abliatyvas wäre besser beibehalten worden (vgl. S. 168, wo ablativus mit vietininkas übersetzt wird!); lo. paradigma declinationis 4r₁₈, 19v₁₃–₁₄: lie. linksniavimo pavyzdys, pavyzdį – „Beispiel der Flexion“, „Beispiel“ =linksniavimo paradigma, paradigmą – „Flexionsparadigma“, „Paradigma“, wie auch an anderen Stellen (z. B. S. 150); lo. praefens vel
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ARTŪRAS JUDŽENTIS
praeteritum tempus 6r₁₈: litauisch die Zukunfts- und die Vergangenheitsform = die Gegenwarts- und die Vergangenheitsform usw. Die Katechismen von Maleckis und Mažvydas werden in der Einleitung genau zitiert, doch erstaunen stellenweise ungenaue Abschriften von Zitaten aus der hier zugleich veröffentlichten Defensio, z. B. muss es statt ut sis longeus super terram (S. 25 und 31) vt sis longeus super terram heißen (Def 8v18–19); statt stągže (S. 26) muss es stągže heißen (Def 13v14) usw. In der Übersetzung werden Groß- und Kleinbuchstaben nicht überall mit Bedacht verwendet (vgl. „crediderit ist Futur, Babtifatus aber Vergangenheit“ (S. 167)); auch die Schreibweise von Personen- und Ortsnamen ist nicht vereinheitlicht (vgl. Frydrichas Stafilas (S. 7) und Jano Janów (ebd.), Stanislawas Rospondas (ebd.); nach Marienwerder (S. 15), aber Nowy Sącz (S. 15), Kirche von Ełk (S. 15 und weiter)).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Publikation von Guido Michelini Jonas Bretkūnas. Giesmes Duchau-nas ir kitos 1589 metų liturginės knygos: tekstai ir jų šaltiniai, obwohl sie nicht besonders sorgfältig erstellt wurde, eine sehr wichtige Veröffentlichung für Sprach- und Kulturhistoriker, Philologen und Musikwissenschaftler ist. Giedrius Subačius Buch Kalikstas Kasakauskis: Lietuvių bendrinės kalbos konjunktūra ist vor allem für die Erforschung der litauischen Kultur sowie der Schrift- und Sprachgeschichte bedeutsam, manches auch für Sprachhistoriker. Eigenständigen Wert besitzt die erste Veröffentlichung von Kasakauskis Anmerkungen zu Valančius’ Žemaičių vyskupystę. Vaidotas Rimšas Jano Maleckio ir Jano Sekluciano polemika dėl katekizmo kanoninio vertimo ist eine wertvolle, recht gut erstellte Veröffentlichung. Sie ist für Historiker der litauischen und polnischen Sprache und Kultur von Bedeutung.
In der Übersicht blieben weitere im Jahr 2001 erschienene Bücher ausführlicher unbesprochen. Knyga nob ažnystės krikščioniškos (1653) – XVII a. Lietuvos kultūros paminklas (Kėdainiai: Kėdainių krašto muziejus, 2001, 95 S.) ist eine Sammlung von Aufsätzen, die auf der Grundlage von Vorträgen einer 1998 vom Regionalmuseum Kėdainiai und der Litauischen Gesellschaft für Reformationsgeschichte und -kultur veranstalteten wissenschaftlichen Konferenz verfasst wurden. Das von K. Župerka herausgegebene Buch Vytautas Sirt autas, Regina Petkevičienė, Česys Grenda. Rinkin-tiniai kalbotyros straipsniai (Šiauliai: Šiaulių universiteto leidykla, 2001, 288 S.) ist eine aus Anlass veröffentlichte Sammlung wissenschaftlicher Aufsätze dreier Dozenten der Universität Šiauliai, ergänzt um einleitende Beiträge und Bibliografien von Kollegen. Näheres dazu findet sich in Stasys Keinys Rezension (Keinys 2001). Im selben Jahr erschien auch das Frazeologijos žodynas, herausgegeben von Jonas Paulauskas und erarbeitet von Irena Erman ytė, Ona Kažukauskaitė, Gertrūda Naktinienė, Jonas Paulauskas, Zita Šimėnaitė und Angelė Vilutytė (Vilnius: Lietuvių kalbos institutas, 2001, XVIII, 886 S.). Es handelt sich um eine umfangreiche, von erfahrenen Lexikografen erstellte Sammlung phraseologischer Wendungen (sie alle sind Autoren des Lietuvių kalbos žodyno). Sie enthält phraseologische Verbindungen, die aus zahlreichen litauisch besiedelten Orten in Litauen und außerhalb des Landes, aus der schönen Literatur, alten Schriften und zweisprachigen Wörterbüchern zusammengetragen wurden. Erwähnenswert ist außerdem eines der ersten elektronischen Bücher zur Litauistik – der erste Teil des von Daiva Atkočait ytė und Asta Leskauskaitė zusammengestellten und von Kazys Morkūnas redigierten computergestützten Wörterbuchs Lietuvių tarmės (Vilnius: Lietuvių kalbos instituto leidykla, 2001, 116 S. und CD-ROM). Das Wörterbuch wurde nach der Publikation Lietuvių kalbos atlasas I. Leksika, red. K. Morkūnas (Vilnius: Mokslas, 1977, 295 S., 120 Karten), erstellt. Es beschreibt auf Litauisch und Englisch die Verbreitung, Deklination, Akzentuierung, kurze Etymologie und Verwendungsgeschichte von mehr als 120 Wörtern, die Gegenstände der menschlichen Lebensumwelt bezeichnen.
Bei einem Überblick über die 2001 in Litauen erschienenen litauischsprachigen sprachwissenschaftlichen Publikationen zeigt sich ein Mangel an wirklich neuen, originellen und konzeptionellen Untersuchungen. Die zunehmende Veröffentlichung des sprachwissenschaftlichen Erbes (Auswahlausgaben) und alter Schriftdenkmäler erschließt dieses Erbe nur teilweise.
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LITERATŪRA
ALIŠAUSKAS, V. 2002: [Rec.] Vaidotas Rimša. Jano Maleckio ir Jano Sekluciano polemika dėl katekizmo kanoninio vertimo, Vilnius, 2001. Knygų aidai 1, 37.
BATAITYTĖ, A. 2002: Knyga apie kalbos vartoseną ir tvarkybą. Kalbos kultūra 75, 158–165.
KABAŠINSKAITĖ, B. 2002: [Rec.] Jonas Bretkūnas. Giesmes Duchaunas ir kitos 1589 metų liturginės knygos: tekstai ir jų šaltiniai, parengė [...] Guido Michelini, Vilnius, 2001. Archivum Lithuanicum 4, 215–222.
KARACIEJUS, J. 2001 [2002]: [Rec.] Jonas Bretkūnas. Giesmes Duchaunas ir kitos 1589 metų liturginės knygos: tekstai ir jų šaltiniai, parengė [...] Guido Michelini, Vilnius, 2001. Baltistica 36 (2), 320–324.
KAVALIŪNAITĖ, G. 2001: Adesyv̇as Chylinskio Naujojo Testamento vertime. Acta Linguistica Lithuanica 45, 93–111.
KEINYS, S. 2001: [Rec.] Vytautas Sirtautas, Regina Petkevičienė, Česys Grenda. Rinktiniai kalbotyros straipsniai, Šiauliai, 2001. Acta Linguistica Lithuanica 45, 201–205.
KUDZINOWSKI, Cz. 1977: Indeks-słownik do „Daukšos Postilė“ I (A–N), II (O–Ž), Poznań: Wydawnictwo Naukowe Uniwersytetu im. Adama Mickiewicza.
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MICHELINI, G. 2000: Martyno Mažvydo raštai ir jų šaltiniai, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.
MORKŪNAS, K., red. 1991: Lietuvių kalbos atlasas 3, Morfologija, Vilnius: Mokslas.
PAJĖDIENĖ, J. 2002: [Rec.] Albertas Rosinas. Mikalojaus Daukšos tekstų įvardžių semantinė ir morfologinė struktūra, Vilnius, 2001. Acta Linguistica Lithuanica 46, 202–212.
PAKERYS, J. 2002: [Rec.] Giedrius Subačius. Kalikstas Kasakauskis: Lietuvių bendrinės kalbos konjunktūra, Vilnius, 2001. www.literatura.lt/TXT/E-302/subac.htm
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SABALIAUSKAS, A. 2001 [2002]: [Rec.] Aleksas Girdenis. Kalbotyros darbai (I: 1962–1974, Vilnius, 2000; II: 1975–1987, Vilnius, 2000; III: 1988–2000, Vilnius, 2001). Baltistica 36 (1), 138–140.
SKIRMANTAS, P., red. 1997: Aleksas Girdenis. Bibliografinė rodyklė. Antras pataisytas ir papildytas leidimas, Vilnius: Vilniaus universitetas.
SUBAČIUS, G. 1998: Žemaičių bendrinės kalbos idėjos. XIX amžiaus pradžia, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas.
ULVYDAS, K., red. 1965: Lietuvių kalbos gramatika 1. Fonetika ir morfologija, Vilnius: Mintis.
VITKAUSKAS, V. 1963: Dėl regresyvinės balsių asimiliacijos kai kuriose šiaurės rytų žemaičių dūnininkų tarmėse. Lietuvių kalbotyros klausimai 6, 269–273.
VITKAUSKAS, V. 1974: Žemaičių dūnininkų šnektų morfofoneminiai dialektizmai. Filologijos mokslų kandidato disertacija, Vilnius.
VITKAUSKAS, V. 1975: Nauji regresyvinės balsių asimiliacijos faktai Kuršėnų šnektoje. Kalbotyra 26 (1), 81–85.
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ARTŪRAS JUDŽENTIS
Vitkauskas, V. 1999: Lietuvių kalbos tarmių morfonemiai reiškiniai ir jų svyravimas. Habilitacinis darbas, Vilnius: Lietuvių kalbos institutas.
Vitkauskas, V. 2002: [Rec.] Giedrius Subačius. Kalikstas Kasakauskis: Lietuvių bendrinės kalbos konjunktūra, Vilnius, 2001. Archivum Lithuanicum 4, 245–248.
Zinkevičius, Z. 1966: Lietuvių dialektologija. Lyginamoji tarmių fonetika ir morfologija, Vilnius: Mintis.
Zinkevičius, Z. 1972: Rytietiškoji XVII a. lietuvių raštų kalba, jos kilmė ir išnykimas. Baltistica 8 (1), 79–100.
Zinkevičius, Z. 1994: Lietuvių kalbos dialektologija. 2-asis stereotipinis leidimas, Vilnius: Mokslo ir enciklopedijų leidykla.
Artūras Judžentis