Old Lithuanian “añskat”, “šiskat”, “tàskat” and Cognates
Full text
DANIEL PETIT
École Normale Supérieure, Paris
ALTLITAUISCH AÑSKAT, ŠÌSKAT, TÀSKAT UND VERWANDTE FORMEN
Altlitauische añskat, šiškat, tàškat und damit verwandte Wörter
0. EINLEITUNG
Der von den griechischen Grammatikern (Chrysippos, Apollonios Dyskolos) eingeführte und später vom deutschen Psychologen Karl Bühler (1934: 80) ausgearbeitete Begriff der „Deixis“ wurde im gesamten 20. Jahrhundert eingehend diskutiert1. Obwohl intuitiv ansprechend, ist er ein Artefakt, das verschiedene Arten gestischer Referenz umfasst und ein breites Spektrum von Phänomenen mit unterschiedlichen semantischen Merkmalen abdeckt. Unter den auffälligsten deiktischen Ausdrücken nehmen die sogenannten „thetischen Urteile“ eine besondere Stellung ein, da sie schlicht die Existenz einer Situation melden (z. B. engl. there is a cat sleeping in my room), während „kategorische Urteile“ gleichzeitig die Existenz eines Objekts behaupten und dessen Handlung oder Zustand beschreiben (z. B. engl. a cat is sleeping in my room = there is a cat + it is sleeping in my room). Diese Unterscheidung ist wohlbekannt2. Eine Unterklasse der thetischen Urteile scheint jedoch in den einschlägigen Lehrbüchern der Linguistik sowie in den meisten spezialisierten Monografien und Artikeln zur Deixis weitgehend übersehen worden zu sein3. Viele Sprachen verfügen über besondere deiktische Partikeln, die die Aufmerksamkeit eines Gesprächspartners auf ein Ereignis oder einen Sachverhalt lenken (z. B. lat. ecce, russ. vot, frz. voici, voilà ‚hier ist/sind‘). Gemessen an ihren hervorstechendsten syntaktischen und semantischen Merkmalen, insbesondere an
1 Siehe beispielsweise Charles Fillmore (1997) oder Stephen Levinson (2006) für einen aktuellen Überblick.
2 Siehe beispielsweise Hans-Jürgen Sasse (1987).
3 An exception is Levinson (2006: 111), who uses the term ‘presentative particles’, otherwise very rare in English-language linguistics.
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Durch ihren Bezug auf einen Gesprächspartner unterscheiden sich solche Partikeln von den anderen deiktischen Partikeln (z. B. Lat. ibi, Russ. zdes’, Fr. ici, là ‚hier‘). In der wissenschaftlichen Literatur werden sie mitunter „presentative Partikeln“ genannt; dieser Fachbegriff geht auf die Beschreibung der biblisch-hebräischen Partikel hinneh ‚hier ist/sind‘ zurück und wurde später auf die französischen Partikeln voici, voilà übertragen. Wie ich andernorts zu zeigen versucht habe4, ist die Vorstellung von „presentativen Partikeln“ ein leistungsfähiges und attraktives Konzept, mit dem sich der Gebrauch einiger deiktischer Partikeln der baltischen Sprachen erklären ließe, insbesondere lit. štai, lett. re, rau, lūk und še ‚ecce‘. Ziel dieses Beitrags ist es, den Ursprung einer Unterklasse presentativer Partikeln zu erörtern, die im Alt-Litauischen und in einigen litauischen Dialekten weit verbreitet belegt ist, aus etymologischer Sicht jedoch unerklärt bleibt.
1. BESCHREIBUNG
In der altlitauischen Literatur und in einigen modernen litauischen Dialekten finden wir eine Reihe presentativer Partikeln, die offensichtlich einige gemeinsame morphologische Merkmale aufweisen, für die jedoch weiterhin eine überzeugende Etymologie fehlt. Deskriptiv gesehen sind diese Partikeln Zusammensetzungen aus einem Demonstrativstamm (anàs, šìs bzw. tàs) und einer Endung –(s)ka(t) oder –(s)ga(t). Tabelle 1 führt alle relevanten Formen auf und beschreibt sie kurz.
Ausgehend von den Hauptverwendungen dieser verschiedenen Partikeln im Litauischen ist klar, dass sie zu der Kategorie gehören, die ich oben kurz unter der Bezeichnung „presentative Partikeln“ vorgestellt habe: Ihre Grundbedeutung entspricht derjenigen der lateinischen Partikel ecce. Zunächst können einige dieser Partikeln eine Nominalform einleiten. Beispiele mit šìskat:
[1] Wolfenbüttel Postilla (WP 118 2–3 [1573]):
[chi]kat tar/naite we[3]paties.
‚Hier ist die Magd des Herrn!‘
[2] Jonas Bretkunas, Postilla (BP I 84 21 [1591]):
Jei tawe gandin Smertis bei prapūlims / tadda [chi]kat tawa gelbetoias Kriſtus.
‚Wenn Tod und Verderben dich erschrecken, dann siehe deinen Erlöser, Christus!‘
Mit šìsgatės:
[3] Simonas Daukantas (LKŽ XIV 914):
Šìsgatės piemuo!
‚Hier ist der Hirte!‘
4 Daniel Petit (2010).
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Altlitauische anškat,
šiškat, tàskat und verwandte Wörter
TABELLE 1
Stamm ans-
Stamm šis-
Stamm tas-
mit stimmlosen Konsonant -k-
-ka
šiška Daukantas
-kat
anskat Bretkūnas
šiškat Wolfenbütteler Postille, Bretkūnas
taskat Wolfenbütteler Postille, Bretkūnas, Klein, Sapūnas, Mielcke, Clavis Germanico-Lithvana, Lexicon Lithuanicum, Nesselmann, Kurschat
-kate
šiškate Wolfenbütteler Postille
-kategi
taskateghi Wolfenbütteler Postille
mit stimmhaftem Konsonanten -g-
-g
tàsg Dialekte von Papilė, Tirkšliai
-ga
ansga Juška
šiga Juška, Dialekte von Alsėdžiai, Skaudvilė šišga Kossarzevski, Dialekt von Raudėnai
tàšga Pabrėža, Juška, Dialekte von Plungė, Raudėnai, Žemaičių Kalvarija
-gat
tàšgat Dialekte von Kvėdarna, Rietavas, Salantai
-gatės
aṅgatės Dialekte von Kuliai, Plateliai, Salantai anšgatės Alsėdžiai, Gargždai, Grūšlaukis, Stakliškės
šišgatės Sereiskis, Dialekte von Salantai, Skuodas šišgatės Daukantas, Juška, Kossarzevski, Dialekte von Alsėdžiai, Gargždai, Plateliai, Salantai, Veiviržėnai, Žarėnai
tàšgatės Juška, Lazdynų Pėlėda, Baronas, Dialekte von Grūšlaukis, Ylakiai, Kvėdarna, Luokė, Plungė, Rietavas, Salantai, Seda, Tirkšliai, Truskava, Tverai, Viekšniai, Žarėnai
-gati
tàšgati Dialekt von Žemaičių Kalvarija
-gaties
šišgaties Dialekt von Žarėnai
-gatis
šišgatis Niedermann, Senn, Brender und Salys
tàšgatis Pabrėža, Valančius, Juška, Dialekte von Kretinga, Mosėdis, Plateliai, Raudėnai, Salantai, Žemaičių Kalvarija
-gačiuos
tàšgačiuos Dialekt von Šatės
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Mit tàškat:
[4] Martynas Mažvydas, Gesmes Chríkſczonijkas (MŽ 447 4 [1570]):
Du, mein Sohn, bist so schön!
„Mutter! Da ist Ihr Sohn!“
[5] Jonas Bretkūnas, Biblia (BB Song 5, 2 [1590]):
So klingt die Stimme meines Freundes, der mich tröstet.
„Da ist die Stimme meines Freundes, der anklopft.“
In dieser Konstruktion folgt auf die präsentativen Partikeln regelmäßig ein Nominativ. Diese nominale Konstruktion ist überwiegend in der altlitauischen religiösen Literatur belegt; ein Einfluss der biblischen Phraseologie ist möglich. Einige Belege finden sich jedoch auch in späteren Quellen. Beispiel mit tàšga:
[6] Antanas Juška, Литовскій словарь ([1897–1922], vgl. LKŽ XV 961):
Tàšga triba jo dirvos!
„Hier ist der Rand seines Feldes!“
Eine Konstruktion mit einem indirekten Fragesatz ist ebenfalls belegt, scheint jedoch sehr selten zu sein. Nach dem aus dem LKŽ und der altlitauischen Literatur gesammelten Material zu urteilen, lassen sich nur sehr wenige Belege anführen, und die meisten davon sind zweifelhaft. Zum Beispiel:
[7] Schriften von Jurgis Pabrėža (LKŽ XV 961):
Taſga, koks vẽl reikalas!
„Schau dort hinüber! Was für eine Geschichte!“
Offensichtlich haben wir es hier nicht mit einem indirekten Fragesatz zu tun, sondern mit einer selbstständigen Partikel tasga, auf die der Ausruf koks vẽl reikalas! „Was für eine Geschichte!“ folgt. Wir können derzeit noch nicht feststellen, ob diese Unmöglichkeit, solche Partikeln mit indirekten Fragesätzen zu verwenden, auf die geringe Menge unserer Belege zurückzuführen ist oder ein wesentliches Merkmal widerspiegelt.
Dieselben Partikeln können als satzinitiale Partikeln verwendet werden, die selbstständige verbale Prädikate einleiten. Diese Konstruktion ist nicht nur in der altlitauischen Literatur, wo man mit dem Einfluss biblischer Phraseologie rechnen könnte, sondern auch in den modernen Dialekten, wo ein solcher Einfluss ausgeschlossen ist, reichlich belegt. Beispiele mit añškat:
[8] Jonas Bretkūnas, Biblia (BB 22 Könige 4, 25 [1590]):
Anſſkat ateia Sunamitiene.
„Siehe! Die Frau aus Sunam ist angekommen.“
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Mit ši̇skat:
[9] Wolfenbüttel Postilla (WP 158 30 [1573]):
Ir ſchijkat Ritą metą ankſti iſch wiſſiu ſzaliu muras paſikiele.
„Und siehe! Früh am Morgen erhob sich aus allen Ländern eine Mauer.“
[10] Jonas Bretkūnas, Biblia (BB Judg 15, 16 [1590]):
Schijkat anis gul pulkais.
„Siehe! Sie liegen versammelt beieinander.“
[11] Jonas Bretkūnas, Biblia (BB Lk 7, 27 [1590]):
Schijkat ſiuncziu Angelą mana.
„Siehe! Ich sende meinen Engel.“
Mit ši̇skate:
[12] Wolfenbüttel Postilla (WP 195 12–13 [1573]):
A meſs ſchijkate, ka/iamis miname.
„Und wir – siehe! – treten mit unseren Füßen nieder.“
Mit tàskat:
[13] Wolfenbüttel Postilla (WP 16v 28–29 [1573]):
A taſkat artinąji jumis karaliſ/te Dangaus!
„Und siehe! Das Wort des Himmelreichs kommt zu euch!“
[14] Jonas Bretkūnas, Biblia (BB Gen 29, 6 [1590]):
Und siehe, da kam seine Tochter Rahel mit den Schafen.
„Und siehe! Seine Tochter Rahel kommt mit ihren Schafen.“
[15] Jonas Bretkūnas, Postilla (BP I 303 7 [1591]):
Todelei mielas Krikſchczonie tu taſkat eſſi krikſchtitas.
„Darum, o lieber Christ, siehe! Du wurdest getauft.“
Mit tàskategi:
[16] Wolfenbütteler Postille (WP 117r 10 [1573]):
Taſkategi panas Die=||was tąwe paaukſtinaią.
„Siehe! Der Herrgott hat dich erhoben.“
Mit tàsgatės:
[17] Dialekt von Tryškiai (LKŽ XV 961):
Das war wirklich ein heftiger Kampf, kein Spaß!
„Siehe! Es war Krieg, kein Scherz.“
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2. MORPHOLOGIE
Aus morphologischer Sicht ist offensichtlich, dass es sich hier um zwei unterschiedliche Bildungen handelt. Soweit ich sehe, sind Formen mit einem stimmlosen Konsonanten (-ka-) ausschließlich altlitauisch: Sie kommen in der Wolfenbütteler Postille (1573) und in den Werken von Jonas Bretkūnas (um 1590), Daniel Klein (1653, 1654) oder Kristupas Sapūnas (1673) vor. Sie werden noch in einigen Wörterbüchern des 19. Jahrhunderts erwähnt, wo sie wahrscheinlich älteren Quellen entnommen wurden: So findet sich beispielsweise taskat, Adv. siehe da in den Wörterbüchern von Georg Nesselmann (1851: 95) und Friedrich Kurschat (1883: 450). Formen mit einem stimmhaften Konsonanten (-ga-) traten dagegen erst später auf. Soweit mir bekannt ist, stammen ihre ältesten Belege aus den Schriften von Jurgis Pabrėža (1771–1849) und Motiejus Valančius (1801–1875). Zwischen beiden Endungstypen besteht somit ein chronologischer Unterschied: Formen mit -ka- sind älter als Formen mit -ga-.
Dieser erste Eindruck wird durch die dialektologische Verteilung bestätigt. Im Alt litauischen sind Formen mit -ka- am besten in der Wolfenbütteler Postille (WP 1573) belegt; Vorkommen finden sich jedoch auch in verschiedenen Texten, die auf anderen Dialekten beruhen, etwa bei Martynas Mažvydas, Bretkūnas oder Mikalojus Daukša. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Endung -ka- ein gemeinsames litauisches Erbe darstellt. Bei den jüngeren Formen mit -ga- sieht das Bild ganz anders aus, denn sie sind auf wenige niederlitauische (žemaitische) Dialekte beschränkt: Belege finden sich überwiegend nördlich einer Linie zwischen Klaipėda und Kuršėnai (z. B. in Kretinga, Skuodas, Telšiai, Rietavas, Luokė, Papilė). Aus der älteren Literatur seien die Schriften von Pabrėža und Valančius erwähnt, die beide genau in diesem Gebiet geboren wurden (in Skuodas bzw. Kretinga). Es ist klar, dass die stimmhafte Endung (-ga-) eine lokale Neuerung der nordniederlitauischen Dialekte ist. Sie kann jedoch kaum als regelmäßige Entwicklung eines älteren -ka- gelten.
3. ETYMOLOGIE
Seit dem 19. Jahrhundert wird die Etymologie dieser Partikeln ausführlich diskutiert. In einer kurzen Anmerkung erklärte der lettische Altmeister Jānis Endzelīns (DI II 499 [1913]) die Endung -skat in aņskat, šīskat, tàskat als verwandt mit dem Stamm des lettischen Verbs skatīt ‚sehen, schauen‘. Diese Erklärung übernahm auch Eduard Hermann (1926: 387). Eine andere Auffassung vertrat Adalbert Bezzenberger (1877: 175–176), der in aņskat, šīskat and tàskat Zusammensetzungen der Demonstrativpronomen aņs (anàs), šis, resp. tà(s) mit verschiedenen
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deiktischen Partikeln sah. Die erste Partikel –ka– leitete er von der urindogermanischen koordinierenden Partikel *kʷe ‚und‘ her (vgl. gr. τε, altind. ca) und verglich die zweite Partikel –t (aus –te) mit der Endung von lit. nèt ‚sogar‘. In leicht abgewandelter Form leitete Ernst Fraenkel (1921: 3, 33, vgl. LEW I 11 [1962]) ańskat, ši̇̀skat und tàskat von den Demonstrativpronomen ańs (anàs), ši̇̀s bzw. tà s in Verbindung mit einer deiktischen Partikel –ka– her. Die Endung –t führte er jedoch nicht auf eine weitere deiktische Partikel zurück, sondern auf eine Kurzform des Personalpronomens der 2. Person Singular im Dativ (–ti ‚dir‘ > –t). Dieselbe Auffassung vertraten Peter Arumaa (1933: 35) und in jüngerer Zeit Wojciech Smoczyński (2007: 17, 640, 661). Keiner dieser Wissenschaftler scheint eine dieser Erklärungen durch präzise historische oder typologische Belege gestützt zu haben. Es wäre vielleicht nicht ungerecht, auf alle das skeptische Urteil anzuwenden, das Alvils Augstkalns (1934–1935: 67) über Fraenkels Vorschlag fällte: Diese Vermutung läßt sich aber, soweit ich sehe, auch durch nichts erklären. Eine gründliche Untersuchung aller Implikationen dieser Etymologien steht noch aus.
Beginnen wir mit Endzelīns’ Vorschlag. Zur Stützung seiner Behauptung, dass die Endung von ańskat, ši̇̀skat und tàskat auf eine mit lett. skatīt ‚sehen, schauen‘ verwandte Verbform zurückgeht, ließen sich die modernen französischen präsentativen Partikeln voici, voilà anführen. Diese Partikeln entstanden im Mittelfranzösischen aus dem Imperativ des Verbs voir ‚sehen‘ in Verbindung mit den lokalen Partikeln ci ‚hier‘ bzw. là ‚dort‘. Im Gegensatz zu frz. voici, voilà aus vois ci, vois là (Imperativ + lokale Partikel) würden lit. ańskat, ši̇̀skat, tàskat die umgekehrte Wortstellung aufweisen (lokale Partikeln *anà, *ši̇̀, *tà + Imperativ von *skatitī = lett. skatīt). Aus dieser Sicht wäre der regelmäßige Gebrauch dieser Partikeln mit dem Nominativ (wie in fchijkat tarnaite weſ3paties ‚hier ist die Magd des Herrn‘ WP 118 2–3 [1573]) sekundär. Ein ähnlicher Fall wäre die griechische präsentative Partikel ἰδοὺ ‚ecce‘, die auf die Imperativform des Aorists ἰδεῖν ‚sehen‘ zurückgeht: Ursprünglich folgten auf sie Nominalphrasen im Akkusativ, doch im hellenistischen Griechisch wurde sie mit Nominalphrasen im Nominativ verwendet (z. B. ἰδοὺ ὁ ἄνθρωπος ‚ecce homo‘ Joh 19, 5). So attraktiv Endzelīns’ Etymologie auf den ersten Blick auch erscheinen mag, sie weist eine erhebliche Schwierigkeit auf: Die von Endzelīns vorgeschlagene Segmentierung (*anà, *ši̇̀, *tà + *sket-) erklärt weder die Formen mit stimmhaftem Konsonanten (vgl. tàsgat usw.) noch die Formen ohne auslautenden Dental (vgl. ši̇̀ska, tà sga usw.). Wahrscheinlich ist die Endung –t der Struktur nicht inhärent, sondern vielmehr ein nachträglich hinzugefügtes Element zu einem bereits gebildeten Stamm. Dies legt nahe, dass die Verbindung mit der Verbalwurzel des lettischen skatīt als irrig anzusehen ist.
Nun wende ich mich den Etymologien von Bezzenberger und Fraenkel zu. Welche Lösung man auch bevorzugt, beiden ist die Auffassung gemeinsam, dass –ka– bzw. –ga– ursprünglich
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deiktische Partikeln, die an die Demonstrativstämme von añs (anàs), šìs bzw. tàs angefügt werden. Obwohl selten, kommt in einigen litauischen Dialekten anstelle des standardlitauischen -ki- eine deiktische Partikel -ka- vor. Eine Partikel -ga- hat im Alt-Litauischen einige Spuren hinterlassen (z. B. nesanga „weil, denn“, betaiga „aber“, vgl. Altpreuß. anga „wenn, ob“), neben der häufigeren Partikel -gi-. Der Zischlaut vor diesen deiktischen Partikeln muss zu den Demonstrativstämmen gehören. Er ist wahrscheinlich als Endung des maskulinen Nominativ Singular zu deuten (añs = anàs, šìs, tàs); tatsächlich legt der Kontext in vielen Fällen die Kongruenz mit einem maskulinen Substantiv im Singular nahe; siehe etwa die folgenden Beispiele:
[18] Martynas Mažvydas, Gesmes Chrikſczonijkas (MŽ 447 4 [1570]):
Motriſchk tafkat sunus tawa!
„Mutter! Da ist Dein Sohn!“
(Kongruenz von taskat „dieser dort“ mit sunus „Sohn“).
[19] Simonas Daukantas (LKŽ XIV 914):
Šišgatės piemuo!
„Da ist der Hirte!“
(Kongruenz von šišgatės „dieser hier“ mit piemuo „Hirte“).
Gegenbeispiele sind jedoch relativ häufig, entweder bei Substantiven femininen Geschlechts, wie in den folgenden Beispielen:
[20] Wolfenbüttel Postilla (WP 118 2–3 [1573]):
ſchikat tar/naite weſzpatties!
„Hier ist die Magd des Herrn!“
(Nichtkongruenz von šiškat „diese hier“ mit tarnaītē „Magd“).
[21] Antanas Juška, Литовскій словарь ([1897–1922], vgl. LKŽ XV 961):
Tàsga triba jo dirvos!
„Hier ist der Rand seines Feldes!“
(Nichtübereinstimmung von tasga ‚dieser dort‘ mit triba ‚Rand‘).
oder mit Substantiven im Plural:
[22] Jonas Bretkūnas, Biblia (BB Judg 15, 16 [1590]):
Schikat anis gul pulkais.
„Seht, sie liegen versammelt da.“
oder sogar ganz ohne Substantiv:
[23] Dialekt von Tryškiai (LKŽ XV 961):
Das war Krieg, kein Spaß!
„Seht, es war Krieg, es war kein Spaß.“
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Dies könnte das Ergebnis einer sekundären Erweiterung sein, nachdem ańskat, ši̇skat, tàskat als unflektierbare Partikeln reanalysiert worden waren. Als Parallele ließen sich die hethitischen präsentativen Partikeln kaš̌a, kaš̌ma ‚sieh hier, siehe‘ und ašma ‚sieh da, siehe‘ angeführt werden, die nach einer gängigen Etymologie auf den Nominativ Singular des gemeinsamen Genus der Demonstrativpronomen kāš ‚dieser hier‘ zurückgehen (< PIE *ḱós, vgl. Lith. ši̇s < *ḱi-), beziehungsweise auf *āš ‚dieser‘ (< PIE *h₁ós), in Verbindung mit einer deiktischen Partikel *-(m)a (vgl. Hitt. imma ‚wahrhaftig, wirklich, tatsächlich‘, namma ‚dann, nochmals, außerdem‘); sie können jedoch auch weitergehend als erstarrte adverbiale Bildungen verwendet werden.
Ebenso lässt sich annehmen, dass der erste Bestandteil von ańskat, ši̇skat und tàskat eine erstarrte maskuline Singularendung im Nominativ ist. Die Formen wurden als unflektierbare Adverbien oder Partikeln reanalysiert. Es ist darauf hinzuweisen, dass Formen ohne Zischlaut in einigen litauischen Dialekten belegt sind: ši̇ga, ši̇gatės (neben ši̇sgatės), ańgatės (neben ańsgatės); sie sind als erneuerte adverbiale Bildungen anzusehen.
Die Endung -t bleibt das Hauptproblem. Genau an diesem Punkt gehen die Erklärungen von Bézzenberger und Fraenkel auseinander. Zunächst werde ich Fraenkels Etymologie erörtern, da sie sich heutzutage in den maßgeblichen Handbüchern durchgesetzt zu haben scheint. Seiner Auffassung nach spiegelt die Endung -t ein Dativpronomen der zweiten Person Singular -t wider (aus -ti ‚dir, für dich‘). Obwohl Fraenkel selbst und auch keiner der Wissenschaftler, die seine Auffassung vertreten haben, dies erwähnte, ließe sich diese Etymologie offenbar durch eine Fülle typologischer Belege stützen, die eine phraseologische Vorliebe präsentativer Partikeln dafür zeigen, mit Dativpronomen der zweiten Person Singular oder Plural verbunden zu werden. Im Lateinischen beispielsweise folgen auf die präsentativen Partikeln ecce und em ‚hier ist / hier sind‘ häufig der Dativ Singular tibi ‚dir, für dich‘. Beispiele mit Lat. ecce tibi ‚hier ist / hier sind‘:
[24] Cicero, Pro Sestio 89:
Ecce tibi consul, praetor, tribunus plebis noua noui generis edicta proponunt!
‚Sieh nur: Der Konsul, der Prätor und der Volkstribun legen neue Erlasse einer neuen Art vor!‘
[25] Cicero, Ad Atticum 7, 19:
Ecce tibi ante diem tertium Nonas Februarias mane accepi tuas litteras!
‚Doch sieh: Am Morgen des 3. Februar habe ich deinen Brief erhalten!‘
Mit Lat. em tibi ‚hier ist / hier sind‘:
[26] Plautus, Asinaria 880:
Em tibi hominem!
‚Da ist dein Mann!‘
[27] Plautus, Amphitryon 778:
Em tibi pateram, eccam!
‚Da! Deine Schale, sieh!‘
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[28] Plautus, Pseudolus 754:
Em tibi omnem fabulam!
„Da hast du die ganze Geschichte!“
Ein ähnliches Merkmal ist auch in den romanischen Sprachen belegt, zum Beispiel im Italienischen, wo das präsentative ecco eine Variante eccoti hat (< ecco ‚hier ist‘ + ti ‚für dich‘, Singular):
[29] I Fioretti di San Francesco XXXVI [Erstausgabe 1476]:
Ed eccoti venire una grande moltitudine!
„Und siehe! Eine große Menschenmenge kommt!“
[30] Pietro Aretino (1492–1556), Ragionamenti 11 [Erstausgabe 1533]:
E venuto il tempo di levarsi. Eccoti mia madre che mi rimenò a casa.
„Die Zeit zum Aufstehen ist gekommen. Da ist meine Mutter, die mich nach Hause zurückbringt.“
[31] Carlo Goldoni (1707–1793), La sposa persiana III 8 [Erstausgabe 1753]:
Eccoti il mio consiglio.
„Hier ist mein Rat.“
und im Altfranzösischen es vos (< es ‚hier ist‘ + vos ‚für euch‘, Plural):
[32] Chanson de Roland 1989 [Ende des 11. Jahrhunderts]:
As vus Rollant sur son cheval pasnet.
„Du hattest Rollant dort bewusstlos auf seinem Sitz gesehen.“
[33] Beroul, Roman de Tristan 3702 [12. Jahrhundert]:
Hier kommt König Artus.
„Und sieh, hier ist König Artus.“
[34] Wace, Vie de Sainte Marguerite 562 [ca. 1130–1140]:
Hier ist ein sehr großer Donner.
„Hier ist ein sehr lauter Donner.“
Eine ähnliche Verbindung des Dativs eines Pronomens der zweiten Person mit einer präsentativen Partikel ist auch im biblischen Armenisch belegt. Zumindest finden sich zwei Belege im Neuen Testament (aha „hier ist“ + cʿjěz „euch“, Pl.):
[35] Joh 19, 5:
eu asœ Ãnosa: aha ayrd ÃjeÔ.
Ew asē c‘nosa: aha ayrd c‘jěz.
„Und er spricht zu ihnen: Seht, der Mensch!“
[36] Joh 19, 14:
eu asœ Ãhreaysn: aha »agawor jer ÃjeÔ.
Ew asē c‘hreaysn: aha t‘agawor jer c‘jěz.
„Und er spricht zu den Juden: Seht, euer König!“
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Schließlich weiß jeder Sprecher einer slawischen oder baltischen Sprache, dass präsentative Partikeln durch den Dativ des Personalpronomens der 2. Person Singular erweitert werden können. Belege finden sich beispielsweise im Russischen vot tebe (< vot ‚hier ist‘ + tebe ‚dir, für dich‘, Sg.):
[37] Russisches Sprichwort:
Vot tebe, babushka i yur’yev den’.
‚Das hast du nun davon, Großmutter, den Jurij-Tag (± Was für eine unangenehme Überraschung!).‘
im Polnischen oto ci, altpolnisch otóści (< oto ‚hier ist‘ + ci ‚dir, für dich‘, Sg.):
[38] Polnisch (Fundstelle im Web: <symia.blog.interia.pl>):
Widzieliście więc sępa łaciatego? Oto ci on.
‚Habt ihr (Pl.) also den gefleckten Geier gesehen? Da ist er.‘
im Litauischen z. B. tè táu, và táu (< tè, và ‚hier ist‘ + táu ‚dir, für dich‘, Sg.):
[39] Dialekt von Daukšiai (vgl. LKŽ XV 1046):
Te tau mano bėrą žirgą.
‚Hier ist mein Brauner.‘
[40] Dialekt von Mžš (vgl. LKŽ XVII 763):
Và táu gražioji diena – koks debesys kyla!
‚Was für ein schöner Tag – was für eine Wolke zieht da auf!‘
und im Lettischen z. B. sieh, du (< sieh „hier ist“ + dir „dir, für dich“, Sg.):
[41] Lerchis-Puškaitis, 1891. Latviešu tautas (teikas un) pasakas, V 318 (vgl. ME IV 13):
Še tev brīnumi!
„Was für eine Überraschung! (± Sieh dir dieses Wunder an!)“
In einigen Fällen lässt sich dieses Merkmal durch einen besonderen pragmatischen Wert der präsentativen Partikel erklären, die nicht nur die Aufmerksamkeit auf etwas lenkt, sondern den Gesprächspartner auch dazu einlädt, es in Besitz zu nehmen; daraus folgt, dass sich der Dativ auf den Empfänger oder Nutznießer der Handlung bezieht. Die allgemeine Bedeutung lautet dann: „Hier ist etwas für dich, zu deiner Verfügung; du kannst es nehmen.“ In anderen Kontexten besteht keine solche Implikation, dass etwas gegeben wird, doch scheint der Dativ lediglich auf die Anwesenheit eines Gesprächspartners hinzuweisen, der eingeladen wird, sich von der Handlung betroffen zu fühlen; die Funktion des Dativs ist hier also die eines sogenannten „ethischen Dativs“. Auch wenn der ethische Dativ im Baltischen nicht besonders häufig ist, sollte seine Existenz zumindest für die ältesten Sprachstufen des Baltischen nicht umstritten sein. Es ist interessant, dass dasselbe typologische Merkmal in verschiedenen indogermanischen Sprachen mit unterschiedlichen sprachlichen Mitteln ausgedrückt wird; dies zeigt, dass die Kodierung eines Gesprächspartners häufig als konstitutiv für präsentative Partikeln angesehen wird. Dennoch all
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diese typologischen Belege würden Fraenkels Etymologie der Endung -t des Lit. aňskat, šiškat und tàskat überzeugend stützen. Die Typologie selbst ist jedoch kein Argument bei etymologischen Fragen; sie hat lediglich bestätigenden Wert. Zunächst muss geprüft werden, ob die vorgeschlagene Rekonstruktion aus technischer Sicht überhaupt möglich ist.
Vor diesem Hintergrund wollen wir uns nun Bezzenbergers Etymologie ansehen. Nach Bezzenberger ist eine Struktur wie tàskat als Ergebnis der Agglutination zweier deiktischer Partikeln zu betrachten (–ka– + –t). Es trifft zu, dass präsentative Partikeln häufig durch Hinzufügung anderer deiktischer oder lokaler Adverbien oder Partikeln erweitert werden: Im Litauischen finden sich beispielsweise neben štai ‚ecce‘ auch Belege für štai čia. Langformen wie šiškate, tàskategi, šišgatės und tàsgatės scheinen für die Form *–tē > *–te zu sprechen, die sich plausibel mit der lokalen Partikel tè ‚dort‘ gleichsetzen ließe (falls sie auf *–tē < *teh1 zurückgeht); außerdem gibt es Belege für eine Klitikform, vgl. OLith. arte (SD3 413) und artès (SD1 127, SD3 4) ‚vielleicht‘ neben ar. Wörtlich genommen scheinen diese Formen Fraenkels Erklärung der Endung –t durch ein Personalpronomen –ti im Dativ zu schwächen. Zumindest wäre man gezwungen, die Annahme zu akzeptieren, dass die Endung –ti nach dem Muster *–t / *–te, das in einigen adverbialen Bildungen belegt ist, durch –te ersetzt wurde; siehe beispielsweise Lit. net ‚sogar‘ und OLith. nete PK 98 (vgl. auch netegi = netgi in SD3 32, netes im handschriftlichen Wörterbuch von Silvestras Gimžauskas 1879–1881) oder Lit. anót ‚gemäß‘ und anòte or anotè ‚gemäß‘. Es trifft jedoch zu, dass eine solche Analogie auf unsicherer Grundlage beruht und semantisch zu weit hergeholt scheint, um bei der Bildung von šiškate, tàskategi, šišgatės und tàsgatės irgendeine Rolle gespielt zu haben. Andererseits weisen einige der fraglichen präsentativen Partikeln Langformen mit dem Endvokal –i auf, z. B. tàsgati (im Dialekt von Žemaičių Kalvarija), šišgatis (im Wörterbuch von Max Niedermann, Alfred Senn, Franz Brender und Antanas Salys), tàsgatis (in den Werken von Pabrėža, Valančius und Juška sowie in den Dialekten von Kretinga, Mosėdis, Plateliai, Raudėnai, Salantai und Žemaičių Kalvarija), was für Fraenkels Etymologie sprechen könnte. In jedem Fall muss man eine sekundäre Analogie annehmen. Daher lässt sich nur schwer bestimmen, welche Form alt und welche neu ist.
Ein weiteres Argument für die Rekonstruktion einer deiktischen Partikel *–tē > *–te in aňskat, šiškat and tàskat und gegen den Dativ eines Personalpronomens spricht die Tatsache, dass dieselbe Partikel *–tē > *–te > *–t zwar sporadisch auch mit anderen lokalen Partikeln auftreten kann, selbst wenn diese keine präsentativen Partikeln sind. In einigen litauischen Dialekten findet man beispielsweise čionáitės ‘hier’ (LKŽ II 115, Dialekt von Bartninkai) oder tenáitės ‘dort’ (LKŽ XVI 34, Dialekte von Vilkaviškis, Daukšiai, Bartninkai). Wäre die Endung –t, *–te oder *–tē-s die Reflexion eines älteren Personalpronomens *–ti, wäre zu erwarten, dass sie nur in präsentativen Partikeln vorkommt, denn, wie ich bereits
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Senosios lietuvių kalbos añskat, šiškat, tàskat ir su jais susiję žodžiai
darauf hingewiesen habe, ist die Kodierung eines Gesprächspartners bei solchen Partikeln besonders wichtig, nicht jedoch bei gewöhnlichen lokalen Partikeln, bei denen das Vorliegen eines ethischen Dativs kaum zu rechtfertigen wäre. Dieses Argument ist jedoch eher schwach, denn man könnte annehmen, dass sich die Endung von añskat, šiškat und tàskat von derjenigen von čionáitės, tenáitės unterscheidet und dass die Endung von šišgatės, tàšgatės schlicht auf Analogie zurückzuführen ist.
4. SCHLUSSFOLGERUNG
Angesichts dieser Daten lässt sich nicht zwischen den beiden Lösungen entscheiden: Fraenkels Etymologie erscheint typologisch sehr attraktiv, lässt jedoch bestimmte Fragen offen; Bezzenbergers Erklärung ist trivialer und wahrscheinlich weniger spannend, bleibt aber dennoch eine Möglichkeit. Natürlich wäre es schön, wenn sich die litauischen Daten in einen allgemeineren typologischen Rahmen einordnen ließen. Letztlich hängt jedoch alles allein von den Daten ab.
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Altlitauische ańskat, ši̇̀skat, tàskat und verwandte Wörter
ZUSAMMENFASSUNG
Ziel dieses Artikels ist es, die Etymologien von ańskat, ši̇̀skat, tàskat zu erörtern, die zur Unterklasse der Demonstrativpartikeln – der präsentativen Partikeln – gehören und in altlitauischen Schriften sowie in einigen heutigen litauischen Dialekten reichlich belegt sind. Zwei von Adalbert Bezzenberger (1) und Ernst Fraenkel (2) vorgeschlagene Herkunftshypothesen dieser Partikeln werden eingehender analysiert:
1) ańskat, ši̇̀skat, tàskat werden als Zusammensetzungen aufgefasst, die aus den Demonstrativpronomen ańs (anàs), ši̇̀s, tà und verschiedenen Demonstrativpartikeln gebildet sind;
2) ańskat, ši̇̀skat, tàskat gelten als Bildungen aus den Demonstrativpronomen ańs (anàs), ši̇̀s, tà, der Demonstrativpartikel -ka- und dem verkürzten Dativ Singular der zweiten Person des Personalpronomens (-ti ‚dir‘ > -t).
Nach eingehender Erörterung dieser Hypothesen und der Darlegung von Argumenten pro und contra kam man zu dem Schluss, dass nur eine umfassende Analyse der litauischen Sprachdaten eine dieser Hypothesen bestätigen könnte.
Eingereicht am 12. Februar 2011
DANIEL PETIT
École normale supérieure
45, rue d’Ulm, 75005 PARIS, France
E-Mail – [email protected]
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