Dėl iliatyvų „laukan“, „laukuosun“ semantikos rytų aukštaičių vilniškių šnektose
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DAIVA KARDELYTĖ-GRINEVIČIENĖ
Lietuvių kalbos institutas
Forschungsgebiete: Dialektologie, Morphologie und Semantik der Dialekte.
ZUR SEMANTIK DER ILLATIVE LAUKAN, LAUKUOSUN IN DEN OSTHOCHLITAUISCHEN VILNIUS-SUBDIALEKTEN
Zur Semantik der Illative laukan, laukuosun in den osthochlitauischen Vilnius-Subdialekten
ANNOTATION
In diesem Artikel werden auf der Grundlage der theoretischen Prinzipien der Referenzlinguistik die semantischen Besonderheiten der Illativformen laukas laukan, laukuosun in den osthochlitauischen Vilnius-Subdialekten erörtert. Es werden folgende Fragen aufgeworfen: a) worin sich die in unterschiedlichen Kontexten verwendeten Illative des Lexems laukas von der festgelegten Funktion dieser Form unterscheiden und b) ob sich die Bedeutung des Illativs als paradigmatischer Kasus von den Hauptbedeutungen des Lexems laukas unterscheidet. Außerdem wird die Frage der Adverbialisierung des Singular-Illativs laukan behandelt.
ANNOTATION
Ausgehend von den theoretischen Prinzipien der Referenzlinguistik erörtert der Artikel die semantischen Besonderheiten der Illativformen des Lexems laukas laukan, laukuosun in den osthochlitauischen Vilnius-Subdialekten. Dabei werden mehrere Fragen aufgeworfen: a) worin sich die in verschiedenen Kontexten verwendeten Illative des Lexems laukas von der definierten Funktion dieser Form unterscheiden und b) ob sich die Bedeutung des Illativs als paradigmatischer Kasus von den Hauptbedeutungen des Lexems laukas unterscheidet. Außerdem wird die Adverbialisierung des Singular-Illativs laukan. behandelt.
SCHLÜSSELWÖRTER: osthochlitauische Vilnius-Subdialekte, Illativ laukan, laukuosun, Semantik des Illativs, Adverbialisierung des Illativs.
SCHLÜSSELWÖRTER: osthochlitauische Vilnius-Subdialekte, Illativ laukan, laukuosun, Semantik des Illativs, Adverbialisierung des Illativs.
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Acta Linguistica Lithuanica LXVIII
Dėl iliatyvų laukan, laukuosun semantikos rytų aukštaičių vilniškių šnektose
Von den vier postpositionalen Lokalkasus des Litauischen (Inessiv, oder innerer Lokativ, Illativ, oder innerer Direktiv, Adessiv, oder äußerer Lokativ, und Allativ, oder äußerer Direktiv) werden heute in den Dialekten nur noch der Inessiv und der Illativ verwendet. Der Inessiv ist allen Dialekten eigen, der Illativ ist im Gebiet der südaussaukštaitischen und ostaukštaitischen Mundarten lebendig; in Gervėčiai kommen außerdem noch Allativformen vor (vgl. LKA III 48–56; 72–78, Karten 44, 45, 46, 47, 48, 67, 68, 69, 70).
1. Die Fragen der Entstehung und Entwicklung der postpositionalen Lokalkasus des Litauischen sind ausführlich behandelt worden; darüber haben bereits zahlreiche Sprachwissenschaftler geschrieben. Die Lokalkasus der Standardsprache untersuchte Adelė Laigonaitė (1957a: 21–39). Die Entstehung und Verwendung der betreffenden Formen in den Dialekten beschrieb Zigmas Zinkevičius (1966: 200–203; 1980: 253–263; 1982: 21–38). Auf Grundlage von Pronomen und Material aus alten Schriftzeugnissen untersuchte Albertas Rosinas Herkunft und Entwicklung der postpositionalen Lokalkasus (1995: 53–76; 2000: 272–273; 2001a: 173–183; 2001b: 136 ff.). Die postpositionalen Lokalkasus in alten Schriftzeugnissen werden eingehend erforscht (vgl. Gelumbeckaitė 1997: 179–202, Kavaliūnaitė 2003: 33–49, Žilinskaitė 2010 und weitere Arbeiten dieser Sprachwissenschaftler). Der semantischen Analyse der genannten Formen widmen sich bislang jedoch nur einzelne Sprachwissenschaftler (vgl. Žilinskaitė 2010 und weitere Arbeiten, in denen die Lokalkasus alter Schriftzeugnisse innovativ analysiert werden).
Auch in diesem Artikel wird versucht, den Weg einer semantischen Analyse der Lokalkasus zu beschreiten. Genauer gesagt, werden hier Besonderheiten des Gebrauchs der Illativformen des Lexems laukas in den ostaukštaitischen vilniškischen Mundarten sowie strittige Fragen erörtert. Die Illative laukan, lau- kuosun1 sind bereits von mehreren Sprachwissenschaftlern beschrieben worden. Das Hauptaugenmerk galt dem Problem der Adverbialisierung der genannten Form (Laigonaitė 1957b: 35 ff., Mikulskas 2003: 71–96, Lipartė 2000: 144–152). Die Verwendungsfälle der untersuchten Illative in den ostaukštaitischen vilniškischen Mundarten hat Justina Petkelytė unter semantischem Gesichtspunkt in ihrer Masterarbeit kurz überblickt (2010: 17–20).
2. Bei der Beschreibung des Untersuchungsgegenstands werden die Prinzipien der Referenzlinguistik zugrunde gelegt. Gegenstand der Referenz ist das Verhältnis zwischen sprachlichem Ausdruck und Wirklichkeit. Referenzmechanismen ermöglichen es, sprachliche Mitteilungen und ihre Bestandteile mit nichtsprachlichen Objekten, Situationen, Ereignissen, Tatsachen und der Lage von Dingen in der realen Welt zu verknüpfen. Allgemein gesprochen bezeichnet Referenz Beziehungen zu individuellen, jeweils neuen Objekten und Situationen. Referenz richtet sich daher nicht auf Wörter und sprachlichen Ausdruck, sondern auf deren Verwendung in der Sprache – in Kontexten und deren Bestandteilen (Padučeva 2001: 7–8).
Ein Bereich der Referenzlinguistik ist die Erforschung von Raum und Ort. Bei der räumlichen Referenz geht es darum, in welcher Beziehung ein sprachlicher Ausdruck zu räumlichen Verhältnissen steht. Die Ortsref-
1 In den untersuchten Mundarten wird eine einzige Singularform des Illativs verwendet: laukan. Die Pluralformen des Illativs variieren; es gibt die Varianten laukuosun, laukuosan, laukuosna. In der Erörterung wird die Pluralform des Illativs laukuosun verwendet. Für die semantische Analyse sind morphologische Varianten nicht relevant; daher werden sie in diesem Artikel nicht weiter behandelt. Aus demselben Grund werden auch phonetische Varianten nicht analysiert.
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ferenz umfasst den Ort, an dem sich ein Ding oder eine Situation befindet bzw. ereignet (im engeren Sinne), die Richtungsreferenz (d. h. die Bewegung von einem Ort zu einem anderen) und Beziehungen zu einem lokalen Ausgangspunkt (vgl. X kommt aus Y an / reist aus Y ab). Unterschieden werden eine statische räumliche Referenz (dt. Positionierung) und eine dynamische räumliche Referenz (dt. Direktionalisierung) (ausführlicher siehe Vater 1996: 41; 2005: 71; 113–130). Im ersten Fall wird die Position des Referenten (Ort, Lokation) analysiert, im zweiten seine Bewegung von einem Ort zu einem anderen.
Im Litauischen wird der Aufenthaltsort eines Referenten durch den Inessiv, die Richtung seiner Bewegung im Raum durch den Illativ und durch Präpositionalphrasen wiedergegeben, z. B.: ich bin im Wald: ich gehe in den Wald, ich gehe waldwärts; ich wohne in der Stadt: ich fahre in die Stadt, ich fahre stadtwärts; ich sitze im Schiff: ich steige ins Schiff, ich steige schiffwärts usw.
3. Um die Funktionsweise des Lexems laukas in den ostaukštaitischen vilniškischen Mundarten deutlicher zu veranschaulichen, werden zunächst die wichtigsten Bedeutungen des genannten Lexems vorgestellt, die hier gebraucht werden. Bei der Festlegung ihrer Explikationen wurden die im LKŽe angegebenen Formulierungen zugrunde gelegt, jedoch im Hinblick auf das vorliegende Dialektmaterial angepasst.
(1) „bewirtschaftetes Land, Anbaufläche“: nù̇_tai pavá.sari_ jàu kàp | in_trã.kta.rù. pradíem jãu dí.rp(t) ti.ná.i laukùs nu balãn.že. mé nasi. | tai tadù jãu vienu.kar.(d) dúdava. vá.lgi.t pietù.2 || (A. G., 1936, Bèčionys3); visakàs vírai dal̃.giem visùs laukùs | niẽkur neli.gda-và. niẽkas nešiená.uta | visur̃. sutvarkí ta | visakàs nù.-imta | vi.saz der̃.lus | į pasé ta | i nù.-imta || (M. R.-G., 1933, Rimšėnai).
(2) „offener, ebener, meist leerer Ort“: [zuikeliu] gal̃ į̃r̃ į dabar̃ | àš kàp nestu.sãu_gi laukaĩs | tai_nežináu || nežináu || e_bùr dava. kap mažì bù.ùa.m | tai_bù dava. aĩ.nam špici-ẽ.leĩ jeiška.tie || (P. V., 1925, Didžiasalis); cè_tai ká.imaz bù.ùa. *kiñù nai | a._tadù ti skai.ta.s ká.imi bù.ùa. | bù.ùa. | trĩ:s laukoi._gi bù.ùa. || (ž.: laukù. pavadí.nimas) i_tùs laukùš(s) skai.ta.s | i_pavadí.nimas || išẽj.na tã._lãu.ka. | vù_tai *mẽr.gašulnė. | ti skai.-ta.s | *vaikì ne.s visà tą.-pù.se. || (ž.: raí.sta.) nu_tadù raí.sta. | kur_ã.žeru. ù.turau | raí.s-taz bù.ùa. ã.žeru || ti.ná.ina.s skai.ta.tas_ã.žeras | tai_ĩ.škirsta bù.ùa. | laukù. laukù. pavadí.nimas_vɑ || (J. B., 1923, Kiniūnai).
(3) „Ort unter freiem Himmel; Luft“: bù.ùa. skanì dúona labaĩ. || taĩ._gi kai_kẽpa dúonu. | tai_nèt laukì kvãpàs ìrà dúna.s (S. C., 1923, Barkuškė); e._mù su. piřkė nemažà bù.ùa. | tai_mù s piřkìs i_gi cè_i telefù.nus uñsì.vede. gi_cè visà ki_gi karinĩn.kai || [tai jie buvo jūsų pirkioj?] cè. mù.su. e._mẽ.s lun---| lauki bù.ùa.m visi || (O. Š., 1927, Maldenėnai).
Somit hat das Lexem laukas in den ostaukštaitischen vilniškischen Mundarten drei Hauptbedeutungen. Alle Formen des untersuchten Lexems werden im Paradigma lebendig verwendet, darunter auch die Illative.
2 Die Dialektbeispiele sind nach den Prinzipien der dynamischen Synchronie transkribiert, d. h. so, wie die Informanten sie aussprechen, und nicht so, wie sie ausgesprochen werden sollten.
3 Nach dem Beispiel werden in Klammern die Anfangsbuchstaben des Vor- und Nachnamens des Gewährspersons, das Geburtsjahr und der Wohnort angegeben.
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4. Bei der Erörterung der Illativformen des ostlitauischen Vilniškiai-Lexems laukas stützt sich die Untersuchung auf die in der Linguistik jüngst vorherrschende Auffassung, dass kontextuelle Informationen bei der Analyse einzelner grammatischer oder lexikalischer Einheiten von entscheidender Bedeutung sind (vgl. Klein 1990: 9 ff., Mikulskas 2003: 71–96 u. a.). Wie Wolfgang Klein (1990: 9 ff.), ein Vertreter der Referenzlinguistik, feststellt, gibt es in der Sprache zahlreiche Äußerungen, deren konventionelle Bedeutung gleichsam leer erscheint (eine Lücke im System); sie lässt sich nur mithilfe des Kontexts füllen. Der Autor spricht von kontextueller Integration: Sprecher und Hörer müssen die Bedeutung einzelner Äußerungen auf geeignete Weise mit kontextuellen Informationen verknüpfen, damit im Sprechakt das Ziel der Informationsvermittlung erreicht wird. Der Kontext modifiziert das Referenzumfeld von Lexemen. Bei der Erörterung der Semantik der Illativformen des Lexems laukas kommt kontextuellen Informationen ebenfalls zweifellos große Bedeutung zu.
Ein weiterer für die Analyse der untersuchten Form wichtiger Aspekt ist die Funktion des Illativs. In der wissenschaftlichen Literatur sind die Definitionen dieser Funktion nicht einheitlich. An einer Stelle wird allgemein festgestellt, dass der Illativ die Bewegungsrichtung eines Handelnden oder einer Handlung bezeichnet (Zinkevičius: 1966, 200), an anderer, dass diese Form verwendet wird, um die Richtung einer Handlung in das Innere eines Gegenstands oder zu einem bestimmten Ort auszudrücken (LKE: 1999, 250). Aus den angeführten Bedeutungsbeschreibungen von laukas geht hervor, dass die durch den Illativ dieses Lexems ausgedrückte Handlungsrichtung nicht notwendigerweise in das Innere eines Gegenstands oder zu einem bestimmten Ort führt. Folglich kann der Illativ die Handlungsrichtung sowohl in das Innere eines Gegenstands als auch in einen offenen Raum bezeichnen. Allgemein lässt sich sagen, dass der Illativ nur eine Funktion hat: Er bezeichnet eine Bewegung in die eine oder andere Richtung. Die Kontexte, in denen die Illativform verwendet wird, können ihre Bedeutung auf die eine oder andere Weise modifizieren und ihr eine bestimmte Nuance verleihen. In diesem Artikel soll erörtert werden: a) worin sich die in unterschiedlichen Kontexten verwendeten Illativformen des Lexems laukas von der festgelegten Funktion dieser Form unterscheiden und b) ob sich die Bedeutung des Illativs als paradigmatischer Kasus von den Grundbedeutungen des Lexems laukas unterscheidet.
5. Nach der Analyse des dialektalen Materials der ostlitauischen Vilniškiai, das der Datenbank der ostlitauischen Vilniškiai (RAVDB) sowie anderen unveröffentlichten transkribierten Quellen und Aufnahmen entnommen wurde4, lassen sich mehrere Bedeutungsvarianten der Illativformen des untersuchten Lexems unterscheiden, die in konkreten Kontexten hervortreten.
5.1. Die erste Gruppe der erörterten Beispiele:
(4) ė.ci gi.vėna. ré.iške | ví̄ras nu̜_i_žmɔ̜na | dv́iese | vaikū̜ nebū.ū̜. | nū išěi.na ví̄ras laukan. | gi_ti_šiená.uc kaíp_i_visì gi_ví̄rai bū.daų̜. gi ankščáu. | e_móteris liēka namiē ‖ (K. Č., 1934, Naujasalis);
(5) mɔ̜̀ma liēka namu̜s rušė vá.lgíc | mè(s) sá.ula. netėkė(i) išěi.nam papjá.unam iki_aštu̜-nū̜ ka.kū̜ vá.lundu. | tadū grīštam namā̜ jāu | pū.šri.ču(s) suvā.lga.m ‖ tadū_jāu kaṗ_iš-ėi.nam | tai_ikì pirmā̜s vá.landa.s ‖ pirmā.i vá.landa.i pietāi. ‖ ē. jau pá̜ piecei bū̜ da.u̜.
4 Da nicht alle Aufnahmen angehört wurden, bleibt die Möglichkeit bestehen, dass die Schlussfolgerungen noch präzisiert werden müssen.
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pinkų vā.landų. | tai_ú.n ā.tneša laukan ‖ tėp_me(s) susė dam pavā.lgā.m ‖ (V. Ž., 1924, Mėčionys);
(6) gi.me. dvī.likta. rukpjū čė. | e_.taigi linùs tik_rá.udava. rukpjū.ti. | tai_māš aš_pa.rā(s) sā.vaīčū. nusī.nešāu ti laukan. ‖ (S. Š., 1926, Liepiškės).
In allen Beispielen ist derselbe Referent zu erkennen – der Illativ Singular laukan. In den angeführten Kontexten unterscheidet sich das Referenzumfeld, das jeweils angibt, worauf sich die untersuchte Form konkret bezieht. In den Sätzen (4) und (5) wird das Referenzumfeld durch das Substantiv namai, die Verben išeiti und šienauti (4) sowie pjauti und atnešti (5) bestimmt. Das Subjekt bewegt sich aus einem geschlossenen Raum (dem Haus) in einen offenen Raum (das Feld), um dort bestimmte körperliche Arbeit zu verrichten (Heu zu machen, zu mähen, etwas wegzutragen). Im Beispiel (6) ist der Ort, von dem aus die Bewegung erfolgt, nicht genannt; das Referenzumfeld weist jedoch darauf hin, dass die Bewegung ebenfalls in einen offenen Raum führt und ein Ziel hat – Flachs zu raufen. Die kontextuellen Informationen zeigen, dass die Form laukan in den genannten Beispielen als eine auf die eine oder andere Weise bewirtschaftete Landfläche verstanden wird. Somit unterscheidet sich der Illativ hier in seiner Bedeutung nicht von der im dritten Abschnitt angeführten ersten Bedeutung des Lexems laukas. Beispiele dieses Typs zeigen, dass die Funktion des Illativs hier darin besteht, die Bewegung aus einem geschlossenen oder implizierten Raum in einen offenen Raum zu kennzeichnen.
Aus den Kontexten treten außerdem Oppositionen hervor, die die Bedeutung des untersuchten Referenten charakterisieren:
+ konkret: − abstrakt / − unbegrenzt: + mit bestimmten Grenzen / − geschlossen: + offen / + eine bestimmte, mit ihm verbundene zielgerichtete Tätigkeit ist typisch: − eine bestimmte, mit ihm verbundene zielgerichtete Tätigkeit ist nicht typisch.
Noch einmal sei darauf hingewiesen, dass diese Merkmale für die Illativform im Singular charakteristisch sind.
5.2. In solchen Kontexten erhält die untersuchte Form eine etwas andere semantische Nuance:
(7) tai_ti kaṫrīe lī.ka, ká.imi | e. katu--- | kitùs iškėla. laukúosaⁿ | vienkiemúosaⁿ | žė.mi. razdalį.ja ‖ (J. D.-R., 1918, Dindos)⁵;
(8) tr̥₂.be.sei. plé.ša. i_ne.ša | vė.ža | j_vė. statī.t | tai_tús palī.ka. in_vieṫa.s val--- | valžė ‖ ne_lx ckù prā.šie | ne_savan:ĩ rei | ne_savan:ĩ rei išė.ja.m laukúosan | i_và pamiškieñ k2.-k̄2.n ‖ paskī.re. ir_plė:še ‖ (J. D.-R., 1918, Dindos).
In diesen Beispielen ist der Referent der Illativ im Plural laukuosan / lauk uosna. Das Referenzumfeld wird durch das Substantiv kaimas und die Verben iškėlė (7), išėjome (8) markiert. Die formale Funktion des Illativs ist dieselbe wie in den zuvor erörterten Beispielen –
5 Hier kann auch das im LKŽe angeführte Beispiel erwähnt werden Seniau mes kaime gyvenom, tik paskui išėjom ant laukų (į vienkiemius) (Veliuona) sowie das in Zietela aufgezeichnete Jau aš norėjau ait an lauko.
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Die impliziten Subjekte bewegen sich in einen offenen Raum. Der Ort, von dem aus sie sich bewegen, ist jedoch kein abgeschlossenes Objekt. Es handelt sich um eine geografische Region, die durch das Substantiv kaimas bezeichnet wird (im Beispiel (7), in (8) implizit). In diesen Beispielen verläuft die Bewegungsrichtung der Subjekte von einem formal offenen Raum in einen anderen. Das Lexem laukas, das einen leeren Raum bezeichnet, steht hier im Gegensatz zu einem bewohnten, bebauten Raum – dem Dorf.
Über einen solchen Verwendungsfall der untersuchten Form spricht auch Lipartė in ihrem Artikel „Die Bedeutungen des Illativs bzw. Adverbs laukan und mögliche Synonyme in den litauischen Mundarten“ (2000: 145–146). Beispiele des genannten Typs ordnet die Autorin einem konkreten Handlungsort unter freiem Himmel ohne näher bezeichnete Zweckbestimmung zu. Der Forscherin zufolge besteht die Hauptfunktion des Lexems laukas und seiner Formen in diesem Fall in der Unterscheidung: das Feld steht dem Wald, der Siedlung oder (häufiger in der Pluralform) der Stadt oder dem Dorf gegenüber6
In den erörterten Kontexten der ostaukštaitischen vilniškiai-Mundarten bezeichnet der Illativ laukuosun nicht nur die Bewegungsrichtung in einen offenen Raum, sondern erhält auch ein unterscheidendes Merkmal. Hervorzuheben ist, dass dies für die Pluralform des Illativs des untersuchten Lexems charakteristisch ist.
Die fünfte Bedeutung des Wortes laukas im LKŽe lautet ‚Dorf, Siedlung (im Unterschied zur Stadt)‘. In den ostaukštaitischen vilniškiai-Mundarten erhält das genannte Lexem die Bedeutung ‚Einzelhof‘ nur in der Pluralform und wenn es das Verweilen an dem damit bezeichneten Ort oder die Bewegung dorthin angibt.
Aus den erörterten Beispielen treten dieselben Oppositionen hervor wie beim Illativ laukan, der die Bewegung auf eine landwirtschaftlich genutzte Fläche bezeichnet; hinzuzufügen ist lediglich eine weitere Opposition, die ein unterscheidendes Merkmal ausdrückt (− bebauter Raum: + unbebauter Raum). Auch die Art der Tätigkeit, die der Referent am bezeichneten Ort ausübt, unterscheidet sich: Im ersten Fall handelt es sich um körperliche Arbeit (Heu machen, mähen usw.), im zweiten um eine nicht näher bestimmte Tätigkeit (sie ließe sich mit dem Verb gyventi ‚leben‘ bezeichnen).
5.3. Das Illativ der Lexemform laukas wird in den osthochlitauischen Vilnius-Dialekten auch in Kontexten eines weiteren Typs verwendet:
(9) ir_á.na(s) sá.ka. ka(p)_pavá.ļge. | išėja. | jī pīkīnt pradėja. | jis_laukañ. išėja. isipīkina. || (J. K., 1926, Šileikiškė);
(10) jé.igu jìs išėja. laukañ. | iškar.t grūna | a_jei.gu iš_lāu.kā. atėi.na kambarin. | ir_vėl grū-na | já.m̄_jau š.rā. trūksta || (O. B., 1930, Krikonys);
(11) anà kai_kàs kalbė davɔ. sá.kɔ. un_aguõnu. | anà išėi.na laukañ. | kap_vė jas pū.čė | pa-vė.juī. i. kal̄.ba išėi.na || (1932, Stanislavavas).
In den angeführten Kontexten zeigt das referenzielle Umfeld der untersuchten Form (Verb išėjo), dass sich das Subjekt aus einem geschlossenen, dreidimensionalen Raum herausbewegt ((9) und (11) beziehen sich dabei auf einen impliziten Raum – einen Innenraum, in dem gegessen oder etwas getan wurde; im Beispiel (10) –
6 Es sei hervorgehoben, dass es Evija Liparte nicht gelungen ist, Beispiele zu finden, in denen die Illativformen laukan in der Bedeutung eines im Gegensatz zu Stadt und Dorf stehenden Einzelgehöfts verwendet werden.
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– ein Zimmer) in einen offenen Raum bewegt. Die Funktion des offenen Raums ist in diesen Kontexten nicht relevant. Entscheidend ist hier die Bewegung des Subjekts in Räume unterschiedlicher Dimensionen7. Dabei tritt das unterscheidende Merkmal des Illativs laukan hervor, der hier die Opposition zwischen Innen und Außen bezeichnet. Besonders deutlich wird sie im Beispiel (10) (Zimmer (innen): Feld (außen)). Dies war bei den zuvor erörterten Verwendungsweisen des Illativs nicht der Fall. Bemerkenswert ist außerdem, dass in Kontexten dieses Typs nur die Singularform des Illativs belegt ist.
Daugelis kalbininkų (Laigonaitė 1957b: 49), Ulvydas 2000: 291 t. ir kt.) panašaus tipo kontekstuose vartojamą iliatyvo formą laukan yra linkę laikyti prieveiksmiu. Mikulskas (2003: 85) remdamasis šiaurinių Lietuvos šnektų8 ir LKŽ duomenimis nurodo iliatyvo laukan prieveiksmėjimo motyvus. Pasak jo, spartų aptariamosios formos prieveiksmėjimą greičiausiai lėmė daiktavardžio laukas semantinės struktūros abstraktėjimas. Šio daiktavardžio abstrakčiausios reikšmės ‘vieta po atviru dangum’ ir ‘išorė’ dažniausiai žymi tik erdvės opozicijos vidus: išorė vieną pusę. Autorius teigia, jog tokia leksema prarandanti objektinę reikšmę, tik abstrakčiai rodanti kryptį erdvėje (iš vidaus į išorę) ir faktiškai jau esanti prieveiksmis.
Es sollte überlegt werden, ob der in den genannten Kontexten auch in den osthochlitauischen Vilnius-Dialekten verwendete Illativ Singular laukan als Adverb gelten kann. Wie bereits erwähnt, ist der Illativ hier ein lebendig verwendeter Kasus mit einer vollständigen Flexionsparadigma. Wie alle Illative ist auch die Form laukan nicht vom Paradigma losgelöst. Als Adverb betrachtete Formen sind hingegen meist davon entfernt.
Prisim inus Mikulsko (2003: 85) mintį, kad leksema laukas, vartojama reikšme ‘vieta po atviru dangum; išorė’, prarandanti objektinę reikšmę ir tik abstrakčiai rodanti kryptį erdvėje, norėtųsi atkreipti dėmesį į pragmatinį kalbos akto aspektą. Lingvistinė pragmatika tiria, kaip reikšmės perdavimas priklauso nuo pasakymo konteksto, žinių apie pokalbio dalyvių statusą, interferuotos kalbėtojo intencijos, pasakymo būdo, vietos laiko ir t. t. (žr. Ryvitytė 2011: 7–12). Turint tai galvoje, galima paprieštarauti minčiai, jog minėta reikšme vartojama forma laukan praranda objektinę reikšmę. Konkrečiame kontekste adresantas, perduodamas adresatui tam tikrą informaciją (mūsų aptariamuoju atveju tai yra nuoroda, kad subjektas / objektas juda iš uždaros erdvės į atvirą), ją sieja su daugeliu kalbinių ir nekalbinių faktorių. Konkrečiuose kontekstuose forma laukan suvokiama ne tik kaip abstrakcija „išorė“, bet ir kaip konkreti vieta. Adresantas, sakydamas „einu laukan“, gal-
7 In Kontexten dieses Typs können in den osthochlitauischen Vilnius-Dialekten auch Illativformen des Lexems oras verwendet werden, vgl. die zweite Bedeutung von oras: „Ort unter freiem Himmel, Feld“: tai ai.nam’e jau or’an. klaus’ič’ | kur šuva lo.s (Padvarės); patstatė tinarį iir i.švedė oran ta.s merga.s pa.s ta.s akėtsas ir pra.ršė ažū kasu (ps.) (Žižmai) (DvŽ II 33). Die Illativformen des Lexems oras werden in diesem Artikel nicht näher erörtert.
8 Im Artikel stützt sich der Autor auf den Beitrag von Aleksas Girdenis und Genutė Kačiपरškienė, „Paraleliniai reiškiniai latvių ir šiaurinių lietuvių veiksmažodžio sistemose” (2000: 307–314).
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… hat auch einen konkreten Ort, an den die Person gelangt, nachdem sie den geschlossenen Raum verlassen hat. In den Beispielen (9) und (10) ist dies vermutlich der Hof, in (11) der Hof oder ein offener Platz am Haus. Hier lässt sich noch folgendes Beispiel anführen:
(12) aš_sakâu. | né. brá.î | jáu_su_ši.tɔ.ku niekadà nę.jáu. š’kt ir_neišù || ir_aš_rá.s ir_nu-ę.- jáu. | nugi_á.nas vi.ràsni.s | ir_acistš’jau || ir_á.nas išė.jà. | išė.jà. | paskui. mergãî.tę.š išė.jà. laukañ. | ti.ná.i an_sá.vâ. rëî.kalà. tèna.s || (J., 1938, Ažušilė).
In diesem Kontext erhält der Illativ laukan, der mit dem Verb eiti verwendet wird, eine weitere Bedeutungsnuance – die Bedeutung „sich entleeren“⁹.
In den ostaukštaitischen Wilnaer Mundarten ist die Interpretation der Singular-Illativform laukan, die mit Verben der Bewegung verwendet wird, untrennbar mit dem Kontext und pragmatischen Informationen verbunden. Nur diese Faktoren können helfen, die Bedeutung der jeweils verwendeten Form und auch ihren grammatischen Status zu bestimmen.
Da der Illativ in den untersuchten Mundarten, wie bereits erwähnt, ein paradigmatischer Kasus ist und die Form laukan, wenn sie in der Bedeutung „Ort unter freiem Himmel; Außenbereich“ verwendet wird, nicht als vollständig abstrakt gelten kann, lässt sich schlussfolgern, dass die Form laukan in den ostaukštaitischen Wilnaer Mundarten nicht adverbialisiert ist. Sie ist als Singular-Illativ zu betrachten.
5.4. Gesondert zu erörtern ist noch eine letzte Gruppe von Beispielen, die die untersuchte Form veranschaulichen:
(13) nù | šituõ·s rũ bus visùs kur_jáu_nakvój’ja. | tai_į_šņes laukañ || (J. B., 1916, Mileikiškiai);
(14) tai nušà.vâ._ji. | i._ná.mu. ažù.degę. ši.tu. || ę. | já. žmã’nai i_mèrgã tie mažà | tai liēpe. lã.pšî’s isinè.št laukañ | e._tũ. diedù. anà ti’se. aš_nežinãu ar_sù.degę. taz_diedãs | su_na-mù || tèp_kat | bãū.de. iš_visù. šá.nu. || (A. G., 1936, Bėčionys);
(15) alè vis_tiek jɔ.z_gi lauka(ñ) nemesi._gi | vą_ši.te vis_tiek_và.lgi.davà.m || (E. M., 1928, Smilgin iškė).
In den angeführten Kontexten wird der referentielle Bereich durch die Verben hinaustragen (herausbringen) und wegwerfen bezeichnet. Sie gehören zu den Verben mit der Bedeutung des Entfernens (Abtrennens) (ausführlicher siehe Mikulskas 2003: 84).
Im Beispiel (15) verläuft die Richtung der beschriebenen Handlung aus einem geschlossenen Objekt („Haus“) in den offenen Raum. In den Beispielen (13) und (14) wird die Richtung nicht ausdrücklich angegeben, doch lässt sich annehmen, dass sie dieselbe ist. Somit tritt in diesen Kontexten erneut die Opposition innen: außen hervor, hier jedoch in anderer Ausprägung als in den Beispielen (9)–(11).
Lipartė (2000: 149–150) taip pat mini panašaus tipo atvejus ir aprašydama juos aptaria partikulininius veiksmažodžius. Dėl partikulininių veiksmažodžių susidariusią vieną iš ternarinės veikslo sistemos kategorijų – perfectentyvą – yra apžvelgę Gir-
9 Plačiau apie frazeologizmą eiti laukan žr. Lipartė 2000: 150–151.
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denis ir Kačiūškienė (2000: 307–314; dar žr. Kaikarytė, 2011). Perficientyvas sudaromas su tam tikrais „nublukusios” semantikos prieveiksmiais – postverbais, savo reikšme ir funkcija artimais perfekt yvinio veiksmažodžio priešdėliams. Eidami po vadinamųjų anihiliacinės reikšmmės veiksmažodžių, šie postverbai rodo, kad veiksmas artėja prie pabaigos arba tam tikros ribos. Pasak minėtojo straipsnio autorių, šis reiškinys būdingas tik šiaurinėms tarmėms (šiaurės vakarų žemaičių, šiaurinių šiauliškių ir panevėžiškių šnektoms) ir yra atsiradęs dėl kaimyninės latvių kalbos poveikio10 (Girdenis, Kačiūškienė 2000: 311). Lipartė teigia, kad šis reiškinys nėra vien tik nurodytų tarmių ypatybė, ir dėl to esą negalima tvirtinti, jog jis atsirado dėl latvių kalbos įtakos. Jos duomenimis, atskiri pavyzdžiai užrašyti taip pat iš vakarų, vidurio aukštaičių ir už Lietuvos sienų (Baltarusijoje) esančių lietuvių kalbos salų (Zietelos, Lazūnų, Ramaškonių).
Mikulskas (2003: 75, 5 išn.) pastebi, kad Lipartės pavyzdžiai rodo tik lokalinę reikšmę, o vadinamosios partikulos, kaip ir jų priešdėliniai atitikmenys, čia neatlieka veikslo rodiklio funkcijos11. Autorius taip pat atkreipia dėmesį, jog forma lauka(n), ypač einanti po slinkties veiksmažodžių, dažnai gali būti suprantama dviprasmiškai. Šio neaiškumo priežastis – daiktavardžių, iš kurių yra kilę tokios formos, semantinė raida abstraktėjimo link. Tyrėjas teigia, kad „bendrai tereikšdamos veiksmo kryptį iš vidaus (centro) į išorę (periferiją), šios iliatyvo formos labiau linkę prieveiksmėti ir menkiau tinka reikšti perficientyvui svarbią ribos funkciją. Kadangi formos lauka(n) (ir lokaliniai variantai) bei šalin plačiai vartojamos visoje Lietuvoje kaip krypties prieveiksmiai, dėl galimos dvejopos interpretacijos sunkiau atpažinti jų postverbinės vartosenos atvejus. Sprendžiant šių formų leksikografinio pateikimo klausimą neaiškiais atvejais reikėtų orientuotis į tą geografinę perficientyvinių konstrukcijų paplitimo ribą, kurią šiaurinėse lietuvių tarmėse patikimai eksplikuoja populiariausio postverbo žemė(n) (ir jo lokalinių variantų) vartosena” (Mikulskas 2000: 82–86).
In den genannten Beispielen aus den ostlitauischen vilniškischen Mundarten ist die Form laukan kein Postverb. In den hier betrachteten Kontexten bleibt die Bewegungsrichtung des Illativs laukan dieselbe wie in den vorherigen Beispielen – von innen nach außen. Hier tritt die Opposition innen: außen deutlich hervor; der Illativ laukan kennzeichnet oft nur schwach eine objektbezogene Bedeutung, sondern bezeichnet vielmehr einen abstrakten Ort im Außenbereich (Beispiele (18) und (20)). Dieser Illativ ist seiner Bedeutung nach
10 Vgl. žemaitisch Kirškit köje žėmen (Tirkšliai) = lett. Cērtiet kāju nuost, Tas vēlnias jau skesta žemyn (Šatės) = lett. Tas veļns jau slīkst nuost, Malku neturiu – ziemā šalu į žemę (Papilė) = lett. Maļkas man nāv – ziemā sālstu nuost (Girdenis, Kačiūškienė 2000: 308–309).
11 Auf Grundlage des Belegzettelarchivs des LKŽ zeichnete Rolandas Mikulskas die genaue Verbreitungslinie der in den nördlichen Mundarten verwendeten perficientiven Konstruktionen. In das Verbreitungsgebiet der perficientiven Konstruktionen sind darin auch die nördlichen Kupiškėner und Utenaer einbezogen (Mikulskas 2003: 76).
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Dėl iliatyvų laukan, laukuosun semantikos rytų aukštaičių vilniškių šnektose
ist von den Hauptbedeutungen des Lexems laukas entfernt. Man kann annehmen, dass der Singularillativ laukan, der mit Verben des Entfernens (Trennens) verwendet wird, dazu neigt, zum Adverb zu werden12.
6. ZUSAMMENFASSUNG
Aus dem vorgelegten Material geht hervor, dass die Funktion der Illativformen des Lexems laukas in den ostlitauischen vilniškischen Mundarten darin besteht, die Richtung einer Handlung anzugeben: (a) aus einem geschlossenen Objekt in einen konkreten, begrenzten offenen Raum, in dem eine bestimmte zielgerichtete Tätigkeit ausgeführt wird; (b) aus einem geschlossenen Objekt in einen abstrakten, nicht näher begrenzten offenen Raum, in dem nicht unbedingt eine bestimmte zielgerichtete Tätigkeit ausgeführt wird.13
- Die Bedeutungen des untersuchten Illativs unterscheiden sich in den Fällen, in denen er die Richtung einer Handlung zu Ackerland, einer Anbaufläche und einem Ort unter freiem Himmel bezeichnet, nicht von den Hauptbedeutungen des Lexems laukas. In beiden Fällen werden Singularillativformen verwendet.
- Einen ausgeprägteren Bedeutungsakzent erhält die Pluralillativform laukuosun, die in den Kontexten Lexemen gegenübergestellt wird, die ein besiedeltes geografisches Objekt bezeichnen. Die Handlungsrichtung verläuft von einem offenen Objekt in einen offenen Raum, von einem bebauten Gebiet in ein unbebautes. In solchen Fällen wird dieser Illativ in der Bedeutung ‚Einzelhof‘ verwendet.
- Die Singularillativform laukan der ostlitauischen vilniškischen Mundarten, die die Handlungsrichtung zu einem Ort unter freiem Himmel, nach draußen, angibt, ist als paradigmatischer Kasus anzusehen, außer wenn sie mit Verben des Entfernens (Trennens) verwendet wird. In diesem Fall neigt diese Form dazu, zum Adverb zu werden.
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12Es lässt sich nicht mit Sicherheit behaupten, dass die Bedeutung der untersuchten Formen in den genannten Kontexten stets abstrakt ist. Den grammatischen Status bestimmt hier wiederum die kontextuelle und pragmatische Information; vgl. Beispiel (14) oder die Aufforderung „Wirf ihn nach draußen“, wobei laukan als Hof oder als ein Ort am Haus verstanden wird.
13Oft ist das Objekt oder der Ort, von dem aus man sich fortbewegt, implizit.
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Zur Semantik der Illative laukan, laukuosun in den Subdialekten des ostaukštaitischen Dialekts von Vilnius
ZUSAMMENFASSUNG
Die wissenschaftliche Literatur behandelt ausführlich Fragen der Entstehung und Entwicklung der postpositiven Lokative im Litauischen; auch die Lokative in den alten Schriften haben in Forschungsarbeiten beträchtliche Aufmerksamkeit erhalten. Bislang haben sich jedoch nur einzelne Linguisten auf die semantische Analyse der genannten Formen konzentriert. Der Artikel behandelt die Illativformen laukan, laukuosun des Lexems laukas, die in den Subdialekten des ostaukštaitischen Dialekts von Vilnius verwendet werden, unter semantischem Aspekt. Die Analyse stützt sich auf die theoretischen Grundsätze der Referenzlinguistik, die sich auf die Interpretation der Beziehungen zwischen sprachlichem Ausdruck und Wirklichkeit sowie auf die Bedeutung kontextueller Informationen konzentriert. Nachdem die Funktion des Illativs als Bezeichnung einer Bewegung in die eine oder andere Richtung (vom offenen in den geschlossenen Raum und umgekehrt) bestimmt wurde, stellt der Artikel folgende Aufgaben: (a) zu ermitteln, wie sich die Illativformen des Lexems laukas, die in unterschiedlichen Kontexten verwendet werden, von der festgelegten Funktion dieser Form unterscheiden, und (b) zu prüfen, ob die Bedeutung des Illativs als paradigmatischer Kasus von den Hauptbedeutungen des Lexems laukas abweicht. Vier Verwendungsfälle des Illativs laukan, laukuosun, die mit unterschiedlichen Kontexten verbunden sind, werden gesondert erörtert. Nach der Untersuchung des Materials wird der Schluss gezogen, dass die Funktion der Illativformen des Lexems laukas in den Subdialekten des
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ostaukštaitischen Dialekts von Vilnius darin besteht, die Handlungsrichtung aus einem geschlossenen Objekt in einen bestimmten offenen, durch bestimmte Grenzen abgegrenzten und durch bestimmte zielgerichtete Tätigkeiten gekennzeichneten Raum oder aus einem geschlossenen Objekt in einen abstrakten offenen Raum ohne bestimmte Grenzen zu präzisieren, der nicht notwendigerweise durch bestimmte zielgerichtete Tätigkeiten gekennzeichnet ist. Die Bedeutungen des untersuchten Illativs unterscheiden sich in den Fällen nicht von den Hauptbedeutungen des Lexems laukas, in denen es die Richtung der Handlung zu einem bewirtschafteten Land, einer Anbaufläche oder einem Ort unter freiem Himmel bezeichnet. Die pluralische Illativform laukuosuan erhält einen ausgeprägteren begrifflichen Beiklang, wenn sie in unterschiedlichen Kontexten Lexemen gegenübergestellt wird, die ein besiedeltes geographisches Objekt bezeichnen. Die singularische Illativform laukan, die die Handlungsrichtung zu einem Ort unter freiem Himmel, nach außen, bezeichnet, gilt als paradigmatischer Kasus, außer in den Fällen, in denen sie mit Verben verwendet wird, die Vertreibung (Trennung) ausdrücken. Daher neigt die Form zur Adverbialisierung.
Eingereicht am 11. Oktober 2012.
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Lietuvių kalbos institutas
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