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Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai

Rolandas Kregždys

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ROLANDAS KREGŽDYS Lietuvių kalbos institutas Forschungsschwerpunkte: vergleichende Grammatik der baltischen und anderer indoeuropäischer Sprachen, Etymologie; Lexikografie, Lexikologie. ENTLEHNTES LEXIK IN DEN WERKEN VON KRISTIJONAS DONELAITIS: POLONISMEN Entlehnungen in den Werken von Kristijonas Donelaitis: Polonismen ZUSAMMENFASSUNG Der Artikel behandelt die Polonismen, die in den poetischen Werken von Kristijonas Donelaitis verwendet werden (im Gedicht Metai; im frühen Fragment des Gedichts Metai „Die Geschichte von Prieškus über eine litauische Hochzeit“; sowie in sechs Fabeln: „Die Eiche, ein Gewinnmacher“, „Das Gastmahl von Fuchs und Storch“, „Die Geschichte vom Schmutzfink“, „Rudikis, der Jahrmarktskrämer“, „Der großköpfige Hund“, „Der Wolf, der Prozessführer“) sowie im ersten auf Litauisch verfassten Brief. Insgesamt werden in der Abhandlung 59 Polonismen und 24 morphophonologische Varianten sowie sekundäre Ableitungen behandelt. Neben der Beschreibung der Herkunft der Polonismen (sofern sie nicht slawischen Ursprungs sind) werden im Artikel auch die Kriterien des Klassifikationssystems der Polonismen sowie die Grundsätze für die Darstellung der etymologischen Beschreibung erörtert. ANNOTATION Der Artikel behandelt die Etymologie und die Entwicklungsspezifika der Polonismen (59) sowie ihrer morphophonologischen Varianten und sekundären Derivate (24), die in den dichterischen Werken verwendet werden (dem Gedicht Die Jahreszeiten [litauisch: Metai], einem frühen Fragment der Jahreszeiten – „Pričkus’ Erzählung von einer litauischen Hochzeit“ [litauisch: „Pričkaus pasaka apie lietuvišką svodbą“] und sechs Fabeln: „Die Prahleiche“ [litauisch: „Aužuols gyrpelnys“], „Das Fest von Fuchs und Storch“ [litauisch: „Lapės ir gandro česnis“], „Die Fabel vom Mistkäfer“ [litauisch: „Pasaka apie šūdvaibalį“], „Der Hund auf dem Jahrmarkt“ [litauisch: „Rudikis jomarkininks“], „Der kluge Hund“ SCHLÜSSELWÖRTER: lexikalische Entlehnungen, Polonismen, Semipolonismen, Werke von Kristijonas Donelaitis. SCHLÜSSELWÖRTER: lexikalische Entlehnungen, Polonismen, Semipolonismen, Werke von Kristijonas Donelaitis. Straipsniai / Articles 23 ROLANDAS KREGŽDYS [litauisch: „Der großköpfige Hund“], „Der Wolfsrichter“ [litauisch: „Vilks provininks“]) sowie in dem 1st von Kristijonas Donelaitis auf Litauisch verfassten Brief. Der Artikel stellt außerdem die Methodik und die Kriterien zur Identifizierung der Polonismen in den Werken des Klassikers der litauischen Literatur dar. 0. EINLEITUNG. ZUR DEFINITION DER POLNISCHEN LEHNWÖRTER IM LITAUISCHEN. KURZER ÜBERBLICK ÜBER LEXIKOGRAPHISCHE WERKE ZUR ERFORSCHUNG DES WORTSCHATZES DER SCHRIFTEN VON K. DONELAITIS Polonismen der litauischen Sprache sind polnische Entlehnungen, die nicht nur unmittelbar aus dem polnischen Sprachraum, sondern auch aus benachbarten ostslawischen Sprachen (vor allem der Kanzleisprache des Großfürstentums Litauen1) in den Sprachgebrauch gelangt sind, sofern sich die morphologische Struktur und der semantische Wert der Lexeme bei den Entlehnungen aus dem westslawischen Sprachraum nicht unterscheiden. Erwähnenswert ist, dass den Polonismen traditionell nicht nur indigene westslawische, sondern auch italische (und moderne romanische), germanische, türkische und andere Wörter zugerechnet werden, die über das Polnische in den litauischen Sprachgebrauch gelangt sind (vgl. Brückner 1877: 66tt.; Skardžius IV 80tt.; LEW; ALEW; Palionis 1967: 273–286; Zinkevičius 1988: 136; Gaivenis, Keinys 1990: 152; Urbutis2 2009: 410, 419, 432; ЭСБМ u. a.). Den Wortschatz der Werke von Kristijonas Donelaitis hat wohl am umfassendsten Jonas Kabelka (1964) untersucht. Er war jedoch nicht der erste Forscher, der die Besonderheiten des Wortschatzes der Werke dieses Klassikers der litauischen Literatur untersuchte. Verfasser eines unveröffentlichten lexikalischen Gesamtverzeichnisses der Arbeiten des Dichters ist Liud- 1 Üblicherweise wird angenommen, dass zahlreiche Polonismen in der Kanzleisprache des frühen Großfürstentums Litauen (zum Begriff siehe Zinkevičius 1987: 133; Zinkevičius II 7–10; Kabašinskaitė 2013: 68), die von der altkirchenslawischen Sprache zu unterscheiden ist (aus der vermutlich die ersten Slawismen ins Litauische gelangten [siehe Buga I 350–351; ferner Zinkevičius II 7]), seit der Annahme des Christentums verwendet wurden (siehe Palionis 1987: 188), also ab dem Ende des 14. Jahrhunderts bzw. 1386–1387 (vgl. Smułkowa 1988: 239, 2002: 296ff.; Čekmonas 2001: 88; Коряков 2002: 17; Norvilaitė 2004: 37, 40; Лавриненко 2006: 209; Гарбуле̇ 2009: 26); Begriffe aus dem christlichen Bereich (polnische Lehnwörter) könnten im Litauischen bereits seit dem 13. Jahrhundert aufgekommen sein (zur Zeit der Krönung Mindaugas’ [vgl. Chodynicki 1914: 249; Kardelis 2003: 52]). Die belarussische Herkunft litauischer religiöser Termini wird bis heute mit der ad hoc aufgestellten Behauptung von K. Būga (RR I 348), die durch eine Liste ostslawischer Entlehnungen veranschaulicht wird, sowie mit Henryk Łowmiańskis (1957: 370) Postulat begründet, wonach der Katholizismus in Litauen auf dem Fundament der Orthodoxie entstanden sei (vgl. Адамавичюте 1980: 9), obwohl bekannt ist, dass die Tätigkeit der Polen und des Deutschen Ordens einen besonders großen Einfluss auf die Einführung des Christentums hatte (ausführlicher siehe Chodynicki 1914: 250; Liedke 2004: 34). Ebenso sollte man wohl den möglichen Einfluss polnischstämmiger Schreiber auf die Herausbildung der Terminologie nicht außer Acht lassen; sie fertigten im 14.–15. Jahrhundert in der Kanzlei des Großfürstentums Litauen Dokumente in lateinischer Sprache an (mehr über sie siehe Ušinskienė 2014: 47–48). 2 In späteren Arbeiten ordnet dieser Forscher (LKE 590–591) solche Entlehnungen den nicht näher bestimmbaren Slawismen und nicht den Polonismen zu. 24 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai vikas Rheza (plačiau žr. Cita­vičiūtė 2003: 328, 331), o 1865 m. pasirodė Augusto Schleicherio žodynėlis K. Donelaičio raštų leidime, 1869 m. tokį parengė Ferdinand­as Nesselmannas (plačiau žr. Subačius 2012: 162). Vėliau K. Donelaičio žodžių vartosenos ypatumus tyrė Jurgis Lebedys (1972: 213, 228–232), Jonas Stoskelūnas (1990), Zigmas Zinkevičius (1990: 279–280; 1993), Elvyra Buk­evičiūtė (1993), Dai­va Krištopaitienė (2004, 2005, 2007), Palmira Zemlevičiūtė (2007) ir kt. 1. KRITERIEN DER KLASSIFIZIERUNGSSYSTEME FÜR POLONISMEN. GRUNDSÄTZE DER ETYMOLOGISCHEN BESCHREIBUNG Die polnischen Lehnwörter im Litauischen werden in diesem Artikel in 3 Gruppen eingeteilt: 1) monogene (bzw. primäre, keine ostslawischen Polonismen sowie sekundäre nichtslawische Entlehnungen dieser Sprachen [bzw. Semipolonismen] voraussetzende) Alternanten; 2) unbestimmte, d. h. neben polnischen Archilexemen und Semipolonismen (siehe oben) auch Entlehnungen aus dem Alt- oder späteren Weißrussischen und Russischen (sowie [morphologisch] indigene Semantismen [weitere Argumente siehe Anm. 1 (zum Begriff siehe Durkin 2014: 136)]) kodifizierende Formen, die in ihrer Bedeutungs- und phonomorphologischen Struktur einen primären Polonismus widerspiegeln, der auch aus dem ostslawischen Sprachareal ins Litauische gelangt sein könnte (vgl. die von Liudmila Garbul [Гарбуль 2009: 42] angewandte Methode, die zuvor bei der Erstellung von Max Vasmers Etymologischem Wörterbuch der russischen Sprache und dem von einer Autorengruppe verfassten Etymologischen Wörterbuch der weißrussischen Sprache3 berücksichtigt wurde; 3 Es ist bedauerlich, dass die Autoren des Etymologischen Wörterbuchs des Alt-Litauischen (ALEW [Erfassungszeitraum 2012 11 30–2014 02 17 (für die Buchstaben a, b, c, č, d, e, f, g, h, i, j, l, n, o, r, u)]) dieses Prinzip der Lexemklassifikation nicht anwenden (siehe s. v. abavem; abivātelis, obivetelis; adversōrius; afierà, ofiera; afieravonė; afieravōti, ofieravo­ti; afiernykas; apeliācija; apeliāvoti; apertūra; arkabūzas; ārnotas; ār̄tas „eine solche antike Münze“ u. a.). Aus diesem Grund werden den Polonismen im Litauischen nicht nur Weißrussismen (ākrūtas, obwohl auch auf die Tendenzen beim Wandel struktureller Elemente hingewiesen wird; chvoldas, chvoldavoti [siehe СБГП V 259] u. a.) oder alternative Polonismen sowie unbestimmte Slavismen zugeordnet (siehe s. v. aktovā; siehe auch s. v. abičájus; adpustas; babkà; nestotkas), sondern auch eine äußerst zweifelhafte etymologische Entwicklung slawischer Formen dargestellt (siehe bespičėnas, -à; siehe ferner s. v. ābazas, ābāzas [siehe ЭСБМ I 55]; atkonýčia [siehe Miklosich 1977: 1016; СБГП V 99] u. a.). Außerdem wird auf das Prinzip der positionsgebundenen Akzentkonstanz zurückgegriffen, das das Akzentsystem des Litauischen verzerrt und angeblich das ursprüngliche Substrat des Lehnworts voraussetzt (auf dieses Prinzip stützen sich gewöhnlich die Autoren etymologischer Werke zu slawischen Sprachen [vgl. Фасмер I 509, II 301, 581, 610, 621, 627; Шанский I⁵ 94, II⁶ 102, II⁹ 227, II¹⁰ 95, 173, 201, 231, 293; Barszczewska, Jankowiak 2012: 48]) – phonologische Adaptationsregularitäten werden nicht berücksichtigt (zu diesen ausführlicher siehe Pakerys 1982: 104–106, 1991: 8–9). Vgl. etwa, dass altlit. britōnas aus ostslawischen Formen hergeleitet wird und nicht aus der mittellitauischen Form, die diese voraussetzte, obwohl auch die litauische Form britōnas belegt ist (siehe s. v. britōnas, britonas). Nach einer solchen Methode müsste man wohl litauische Lehnwörter mit Betonung auf der Ultima dem ererbten Wortschatz zuordnen, da ein solches Akzentmuster für mehrsilbige slawische Nomina untypisch ist (siehe s. v. brazalijà und viele andere). Straipsniai / Articles 25 ROLANDAS KREGŽDYS 3) alternatyviųjų, skirstytinų į 2 pogrupius: 3a. praslavų prokalbės veldinių refleksijas, kai gudų a4 rusų kalbose nėra užfiksuotas dar ybinis semantinis alternantas; 3b. ne slavų kalbų prototipinių leksemų dupletinius variantus, kai lenkų ir rytų slavų (gudų ir / ar rusų) kalbų žodžiai, disponityviai suponuojantys lietuvių kalbos skolinį, kildinami iš skirtingų substratinių lyčių. Pastarajam pogrupiui taip pat priskiriami tie semipolonizmai (resp. alternatyvieji polonizmai–semitizmai5 / polonizmai–lotynizmai6–graikizmai), kurių etiologinė priklausomybė, remiantis struktūriniu bei semantiniu substratinės lyties tapatumu, yra duali, tačiau tradiciškai identifikuojama, remiantis vakarų slavų leksiniu superstratu (plačiau žr. Крегждис 2014). Darüber hinaus ist eine Argumentation anhand der positionsgebundenen Akzentidentität völlig ungeeignet, wenn die Akzentparadigmen der Formen in den slawischen Sprachen variieren, vgl. beispielsweise einen unbestimmten Slavismus (zu solchen Entlehnungen siehe Anm. 4): pãgrebas3b (Subst.) „Totenwache“ BS 84: Denn indem sie diese Salbe über meinen Körper goss, tat sie es zu meinem (Vorbereiten des) Begräbnis Ch1 Mt. 26.12 ← (Subst. / Verb.) poln. (dial.) pogrzeb „Beerdigung; Trauerzug; Sarg; Totenwache u. a.“ (SW IV 471–472; SPW XXVI 193–195; Karłowicz IV 211–212), ‖ altweißruss. погребы „Beerdigung“ (ГСБМ XXV 138–139), weißruss. по́гребъ „dasselbe“ (Носовичъ 1984: 458; ЭСБМ IX 259), alt russ. погребъ „Beerdigung u. a.“ (СРЯБ XV 198–199), russ. dial. по́греб „Grab“ (СРНГ XXVII 311; Шанский, Иванов, Шанская 1971: 346), russ. погре́б „Beerdigung“ (Даль III 157) < urslaw. *pagrebъ (БЕР V 426–427). Es ist hervorzuheben, dass einige Wörter aus den altlitauischen Schriften (Formen von Lehnwörtern) überhaupt nicht erwähnt werden (z. B. altlit. arganykas; altlit. árfa; altlit. archeiretikás; altlit. arcibýskupas; altlit. arcibažničnykas; altlit. archaniolas; altlit. **archa und viele andere); dadurch entstehen offenkundige Fehler bei der Kodifizierung des etymologischen Substrats. So fehlt beispielsweise altlit. arkušas „Papier- oder Glasscheibe“ SD 329 mit frikativem -š-, das poln. (Verbal-) arkusz widerspiegelt, während altlit. árkužas angeführt wird, das nicht, wie die Verfasser von ALEW behaupten, von der genannten polnischen Form, sondern von ihrer Dialektform arkuž herzuleiten ist. Daher kann man wohl nicht darauf vertrauen, dass die von den ALEW-Autoren festgestellten Prinzipien der Lautadaptation polnischer Lehnwörter im Litauischen historisch zutreffend sind (vgl. etwa die Behauptung: Auffällig ist die unregelmäßige Wiedergabe des slavischen stimmlosen Sibilanten [ʃ] im Lit. mit stimmhaftem [ʒ] in LxL, CIG und der modernen Standardsprache gegenüber erwartetem [ʃ], <β> in SzD³ [siehe ALEW – siehe s. v. árkužas]), wenn dialektale Formen dieser westslawischen Sprache, die Archaismen widerspiegeln, nicht erwähnt werden. Bemerkenswert ist, dass die ALEW-Autoren Lexeme aus der mittleren Periode des Polnischen (die sie überhaupt nicht erwähnen) aus irgendeinem Grund als altpolnisch behandeln, obwohl das Ignorieren der zeitlichen Differenzierung von Wörtern bei der Erstellung eines etymologischen Wörterbuchs offenbar nicht nur unangemessen, sondern äußerst fehlerhaft ist. Die identische Methode der Wortanalyse, die im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Werken von Alexander Brückner (1877) und Pranas Skardžius (RR IV) angewandt wurde, eignet sich kaum, um den Bedürfnissen moderner Lexikografen oder Lexikologen gerecht zu werden, denn die phonomorphologischen Veränderungen des Altpolnischen des 12.–15. Jahrhunderts unterscheiden sich von denen des Polnischen der mittleren Periode, d. h. des 16.–18. Jahrhunderts. 4 Wenn genetische ostslawische Alternanten polnischer Lexeme sowohl in weißrussischen als auch in russischen lexikografischen Wörterbüchern belegt sind, sind solche Formen der Untergruppe der unbestimmten Slavismen zuzuordnen. 5 Apie lietuvių kalbos polonizmus-semitizmus plačiau žr. Kregždys 2014a. 6 Zu den Besonderheiten der Zuordnung litauischer Polonismen-Latinismen siehe ausführlicher Kregždys 2014. 26 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai Strukturell werden Entlehnungen aus dem Polnischen7 in morphologisch reine und hybride (im Hinblick auf polnische Lexeme)8 sowie in provisorische semantische Partikelübersetzungen (oder partitive Lehnübersetzungen) eingeteilt. Hinsichtlich ihrer Verbreitung im Gebrauch umfassen sie Dialektismen, d. h. Wörter, deren Gebrauch nur in dialektalen Gebieten der litauischen Sprache belegt ist, sowie Formen der Standardsprache (letztere können in einem analytischen Wörterbuch [dazu siehe auch Kregždys 2012: 125–126] noch in solche eingeteilt werden, die unter dem Gesichtspunkt der Sprachnormen empfohlen werden, d. h. kodifizierte lexikalische Einheiten, und andere, die durch Entsprechungen aus dem eigenen Wortschatz zu ersetzen sind: Fremdwörter [bzw. Barbarismen]). 1.1. Monogene Polonismen ãlasas 3b (Subst.) ‚S t i m m e‘: Ale nedingokit, kad mes dėl ãlaso mielo ar dėl jūs dainų šventų jus šeriame tvartuos K. Donel (RG 66 [Kabelka 1964: 49]) ← poln. dial. ałas ‚Ruf, Lärm; Gepolter u. a.‘ (← poln. dial. hałas [(standardsprachlich) poln. hałas]9 ‚ebd.‘ < ukrain. zálac10 ‚Lärm; Geschrei; Gerücht‘ [SGP I² 103; SW II: 10; SPW VIII 286; Karłowicz II 163; Sławski I 397; ECYM I 458; CYM II 19]), ‖ ǂ weißruss. zálac ‚Geschrei; Lärm‘ (Байкоў, Некрашэвіч 1993: 76; ЭСБМ III 25–26), weißruss. dial. gólas, gólos ‚Stimme; Melodie; Lärm‘ (СБГП I 461; TC I 213) bòstras 2 ‚S c h u t z g e i s t‘: Ir aukùodamos ant alkūnių garbino bostrą K. Donel (PL 307), Irgi moma taipjau su bòstrais žolę nuėdė Vp 25 (Kabelka 1964: 63; siehe auch Krištopaitienė 2004: 260)11 7 V. Urbučio (2009: 416) teigimu, „Tikru leksikos slavizmu tegali būti laikomas žodis (apimantis visus fonetinius ar kitus galimus variantus, nereikalaujančius skirtingo kilmės aiškinimo), tiesiogiai atsiradęs iš atsakančio slavų žodžio“, t. y. iš skolinių sąrašo eliminuotini slaviškųjų afiksų vediniai, hibridiniai dariniai, hibridiniai dūriniai, antriniai pirminių skolinių variantai ir nomina propria. Vis dėlto rengiant Lietuvių polonizmų žodyną nesiremiama teiginiu, kad „<...> dariniai iš skolinių jau laikomi savais žodžiais“ (Urbutis 2009: 434), mat toks vedinių ir superstatinės leksikos kai kurių elementų tapatinimas vertinamas kaip netikslingas ir mistifikuojantis kalbos gramatinę sistemą. 8 Mit diesem Begriff werden nicht nur litauische Bildungen aus dem ererbten bzw. substratischen Lexikschichtbestand mit einem slawischen Lehn-Element bezeichnet, sondern auch reine polnische Entlehnungen mit für sie untypischen Affixen. 9 Lateralinio sonanto le. ł (< prale. *l + *j [Dejna 1973: 114]) vavacija (resp. „wałczenie“, t. y. le. ł > /u/), reflektuoja gudų leksinių pavyzdžių (šis dėsningumas taikytinas tik vėlyvojo laikotarpio lietuvių raštuose bei šnektose užfiksuotiems polonizmams). Minėtina, kad vavacija, lenkų kalbos dialektuose įsigalėjusi nuo XVI a. pabaigos (t. y. viduriniuoju lenkų kalbos laikotarpiu), yra nebūdinga rytinėms (taip pat ir Suvalkų) bei pietinėms Lenkijos šnektoms (Dejna 1973: 115). 10 Das urslawische velare *g wurde in allen ukrainischen Dialekten spirantisiert, d. h. ukrain. (dial.) z = /h/ (ausführlicher siehe Шевельов 2002: 444–445). 11 Daiva Krištopaitienė (ibd.) šią leksemą, prieštaraudama J. Kabelkai (1964: 24, 63), kažkodėl priskiria germanizmams. Straipsniai / Articles 27 ROLANDAS KREGŽDYS ← s. / v. poln. baster ‚uneheliches Kind; unfruchtbarer Nachkomme verschiedener Tierarten; eine Weinsorte usw.‘ (< mhd. bastart ‚uneheliches Kind‘ ← V. lat. bastardus ‚Kind eines Geistlichen, unehelicher Nachkomme‘ [SW I 103; SPW II 26; ЭСБМ I 281; MLex 10; Blaise 1994: 99; vgl. Moszyńska 1975: 163; siehe auch ALEW]) → ≠ s. weißruss. бастр ‚uneheliches Kind‘ (ГСБМ I 201; Булыка 1980: 125), weißruss. бастра ‚dasselbe‘ (Носович 1984: 16) čyžė 1 (Subst. f.) ‚Abgabe, Steuer, Pacht‘: Und siehe, wie oft mir wegen der čyžė das widerfuhr K. Donel (VD 376 [Kabelka 1964: 67; siehe auch Krištopaitienė 2004: 255]) ← mhd. poln. czyża ‚Abgabe, Zins‘ (s. / mhd. poln. czyża ‚eine solche Abgabe‘ [SW I 415; SPW III 729; siehe auch Kabelka 1964: 24, 67; Palionis 1967: 282] ↔ [s.] poln. czynsz ‚Abgabe für die Nutzung fremden Eigentums; Vermögenssteuer; Gewinn, Vermögen‘ < mhd. zins ‚Abgabe‘ ← V. lat. census ‚[Wege-]Abgabe; von der im [Krieg] unterlegenen Seite erhobene Abgabe, Kontribution; jährliche Abgabe usw.‘ [SW I 412; SPW IV 336–338; SSt I 425; GS 25–26; Brückner 1985: 82; Фасмер IV 363–364; MLex 336; Niermeyer 1976: 167–168; siehe auch Palionis 1967: 282; Walczak 1995: 92; Филичева 2003: 141]) grẽčnas, -à 4 (Adj.) ‚gut, rechtschaffen, schön, tüchtig; ziemlich groß, recht gut‘: Der Bauer will ein gutes Korn ernten K. Donel (VD 267 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 86]) ← (Adj.) poln. (dial.) grzeczny ‚passend, gut, ausgezeichnet, wunderbar; klug, weise; schön; anmutig; ruhig usw.‘ (SW I 933; SPW VIII 214; Karłowicz II 140; siehe auch Zinkevičius 1990: 280; Drotvinas 2012: 73; ALEW) lė́bauti, -auja, -avo (Verb. intr.) ‚zechen, schwelgen, ständig Gastmähler und Festessen veranstalten‘: Du hast nicht gegeizt, hast beim Schlemmen und immerwährenden Prassen das Feld samt Zäunen und das ganze Haus aufgezehrt K. Donel (PL 465–466 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 124]) ↔ (Verb.) poln. labować ‚sich freuen; zufrieden sein; sich vergnügen‘ (< mhd. / frühnhd. laben ‚etwas als etwas gelten lassen; jemandem gefallen, ihn beruhigen; unterhalten usw.‘ ← V. lat. lavare ‚reinigen‘ [SW II 671; SPW XII 2; Brückner 1985: 288; Kluge 2002: 551; Blaise 1994: 527; MLex 120]) nuõpertas, -à 3ᵇ (Adj.) ‚hinterlistig, böse, unehrlich‘ Jene lauerten absichtlich irgendwem auf, vielleicht hatten sie sich zum Überfall herangeschlichen. Krizas schalt das hinterlistige Paar (Slunkius und Pelėda), als er es sah K. Donel (RG 234 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 147]) ↔ mhd. poln. (dial.) naparty ‚hartnäckig, lästig, starrköpfig‘ (SW III 115; SPW XVI 46; Karłowicz III 249–250; siehe auch ALEW) pakamõrė 2 (Subst. m.) ‚Gutsverwalter‘: Während Selmus sich so sträubte, schrie plötzlich der pakamõrė K. Donel (VD 543 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 157]) ↔ altpoln. podkomorze ‚Landvermesser, der Streitigkeiten über Grundbesitz entscheidet; Titel des höchsten polnischen Hofbeamten usw.‘ (SW IV 364; SPW XXV 443–444) – eine partitive Lehnübersetzung (mit Frikativierung des poln. *ř zu /ž/)¹² ¹² Die Frikativierung bzw. der Wandel des poln. *ř zu /ž/ oder /š/ begann im 13. Jh., die harte Aussprache von ř hielt sich jedoch bis ins 17. Jh. (Rozwadowski I 192; Walczak 1995: 69–70, 76, 95, 107, 120; Ананьева 1994: 128; Strutyński 2002: 69). Demnach gelangte dieses Lehnwort vor dem 17. Jh. aus dem westslawischen Sprachraum ins Litauische (ausführlicher siehe Креждис 2014). 28 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai paliauóti, –ója, –ójo (Verb. tr.) ‚glasieren‘: Aber Enskys, sein Knecht, brachte viele glasierte Töpfe herbei … K. Donel (RG 721 [Kabelka 1964: 158]) ← (Subst. / Verb.) poln. polewać ‚mit einer Schicht bedecken, bestreichen; glasieren usw.‘ (SW IV 530; SPW XXVI 445–446; Boryś 2005: 460) péržegnoti (Verb. tr.) ‚segnen‘: … und ich werde euch, euch liebend und segnend, beistehen und bleiben K. Donel (L 1 [Kabelka 1964: 175]) ↔ (Subst. / Verb.) poln. przeżegnać ‚mit der Hand das Kreuzzeichen machen; segnen‘ (SW V 253; SPW XXXII 491; ЭСБМ III 199; siehe auch Zinkevičius 1988: 137) → ɘ weißruss. пережегнатися ‚sich bekreuzigen‘ (ГСБМ XXIV 145) – eine partitive Lehnübersetzung (zur Herkunft siehe žegnoti) šaltyšius 2 (Subst.) ‚Dorfvorsteher‘: Der Herr verachtet den alten Schultheiß ebenso wie den Bauern K. Donel (RG 519 [LKŽė; siehe auch Kabelka 1964: 223]) ← altes poln. szoltys(z) (altpoln. [dial.] szaltys) ([frühes] poln. szoltys) ‚niedrigster Dorfbeamter, zuständig für mehrere Siedlungen; Schultheiß usw.‘ (< mittelhochdeutsch schultheize ‚Dorfvorsteher‘ [SW VI 266; Linde V 558; SSt VIII 333–334; Karłowicz V 188–189; Kluge 2002: 828; siehe auch Zinkevičius 1990: 63; Walczak 1991: 95; Kabasińskaitė 1998: 19–20; Połomski 2010: 7]) → ɘ weißruss. шолтыс, шолтис ‚Dorfvorsteher‘ (Булыха 1980: 25) výskupas (Subst.) ‚christlicher Geistlicher mit dem höchsten Weihegrad‘: Da brachte man durch das Tor ein Paar, das der heilige Bischof am Altar, als er es nach dem heiligen Brauch vermählte, gesegnet hatte K. Donel (RG 132 [Kabelka 1964: 28, 260]) ← poln. Dial. (DLd [Kujawy]) wiskup ‚Bischof‘ (< [alt] tschech. biskup ‚Bischof‘ ← altsächs. biscop ‚dass.‘ ← lat. episcopus ‚dass.‘ ← spätgriech. ἐπίσκοπος ‚höchster Vertreter des Klerus der christlichen Kirche, Bischof; Aufseher usw.‘ [SW VII 629; Karłowicz VI 131; Sławski I 34; Machek 1968: 54; Rejzek 2001: 80; Pleskalová 2009: 17, 34; ЭСБМ I 353; Аникин I 308, III 205; Lampe 1961: 532–534; Wackernagel 1878: 36; Köbler 1993: 282; Seebold 2008: 173; Schützeichel 2012: 51; siehe auch Sabaliauskas 1966: 83; Palionis 1967: 273; Zinkevičius 1987: 138; Petit 2010: 82; siehe auch Walczak 1995: 53; Титаренко 2002: 161 // Skardžius IV 351; Kabasińskaitė 1998: 20; Buß 2008: 147; vgl. Kardelis 2003: 105] 1.1.1. Morphophonetic alternants und sekundäre Ableitungen monogener Polonismen adpeñtai 2 (m. Pl.) ‘(kirchl.) Z e i t r a u m v o n v i e r W o c h e n v o r W e i h n a c h t e n’: O adpeñtai su Kalėdomis jau prisiartin K. Donel (RG 894 [LKŽė; Kabelka 1964: 49]) – siehe advėntai (mit sporadischem Wechsel des Strukturelements -v- > -p-) atpeñtai 2 (m. Pl.) ‘(kirchl.) Z e i t r a u m v o n v i e r W o c h e n v o r W e i h n a c h t e n’: Atpeñtai nor poryt pasibaigti K. Donel (ŽR 16 [LKŽė; Kabelka 1964: 49]) – siehe adpeñtai (mit sporadischem Wechsel des Strukturelements -v- > -p- sowie der Entstimmung von -d- > zu -t- [siehe auch Kabelka 1964: 49]) Straipsniai / Articles 29 ROLANDAS KREGŽDYS adveṅtai 2 (m. Pl.) ‘(kirchl.) Z e i t r a u m v o n v i e r W o c h e n v o r W e i h n a c h t e n’ Lkš: Pirmoji adveṅtų nedėldienė K; Adveṅtų giesmės Gs ← poln. (dial. [ŽV-Md]) adventy ‘vierwöchige Fastenzeit zur Erinnerung an die Geburt Jesu Christi; Ankunft, Kommen’ (← [alt-/mittel-]poln. aduent ‘vierwöchige Fastenzeit zur Erinnerung an die Geburt Jesu Christi; Ankunft, Kommen’ ↔ tschech. advent ‘ebd.’ ← spätlat. adventus ‘Adventsfasten; Ankunft usw.’ [SW I 10; SPW I 87; SSt I 21; SGP I¹ 39; Machek 1968: 34; Rejzek 2001: 45; Niermeyer 1976: 24; siehe auch Адомавичюте 1980: 9; Zinkevičius 1987: 138; Kregždys 2014: 407]) česnìs 4 (f.) ‘F e s t m a h l’: Nugi dabar, naš tas vargų visas nusikratę, jau pasilinksmyn-kim bensyk česnỹj susikbietę K. Donel (RG 372 [LKŽe; Kabelka 1964: 66]) – siehe čestnis (mit Absorption des Strukturelements -t- [siehe auch Zinkevičius 1990: 280]) čestnis (f.) 1. ‘E h r e, A c h t u n g’ N; 2. ‘Festmahl’ Q 378, C II 5: Čestnį kelti N; Pritai-sai čestnį Bt. Luk 14.13 ↔ poln. dial. (SLd [Katowice]) češć ‘Ehre, Achtung, Anerkennung, Verehrung; Festmahl, Bankett, Leckerbissen usw.’ (SGP V¹ 121; vgl. Būga III 771; Zinkevičius 1990: 280)¹³ – mit Metathese des Sonanten -n-, d. h. lit. *če-n-stis → če-st-n-is svìklas 2 (m.) ‘(bot.) R o t e B e t e (Beta vulgaris)’: Sekite... ropių, pastarnokų, sviklų beigi rapukų K. Donel (PL 656 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 28, 221]) – siehe sviklà sviklà 2 (f.) ‘(bot.) R o t e B e t e (Beta vulgaris)’ NdŽ, P, N, KŽ – siehe čvikla čvikla (f.) ‘B e t e; R o t e B e t e’: czwikla PrD 136.25 (Skardžius IV 117) ← (alt-/mittel-)poln. ćwikła ‘Bete; Beilage aus gekochten roten Beten’ (< tschech. cvikla ‘Bete’ ← gr. σεῦτλον ‘Essrübe’ [SW I 419; SPW IV 396; LS 1382, 1546–1547; vgl. Фасмер III 571; Machek 1968: 91]) delmõnas 2 (m.) ‘G e l d b e u t e l’: O pinigėli delmonė kytriai pakavoji? K. Donel (PL 595 [Kabelka 1964: 71; siehe auch Kr ištopaitienė 2004: 255]) dalmõnas 2 (m.) ‘T a s c h e’ Q 444, Lex 49, K, Pgg, Šk: Kiša duona, pyragą į dalmõną, eidamas į mokslinyčią | ∧ Tuokart esi didis ponas, kad pinigų pilns dalmonas Sim ← poln. (dial.) dolman, (mittel-)poln. dolman ‘kurzer Husarenmantel; Frauenmantel’ (< ungar. dolmány ‘Mantel’ ← türk. dolama ‘roter Umhang der Infanterie aus der Zeit des türkischen Sultanats; Mantel’ [SW I 499; SPW V 298; SGP VI¹ 42; Brückner 1985: 92; Wołosz 1989: 248–249; Géza 1991: 52; Фасмер I 525–526; Юсипова 2005: 147; siehe auch Zinkevičius 1990: 280; Urbutis 2009: 426]) → ostbalt. weißruss. даламань, до-ломань ‘kurzer Herrenmantel mit Ärmeln’ (ГСБМ VIII 263–264; Булыка ¹³ Die Behauptung von Z. Zinkevičius (ibid.), der sich auf die Erklärung von K. Būga (ibid.) stützt, lit. čestnis / česnìs sei ein Weißrussizismus bzw. aus weißruss. чецубь / чэцьубь ‘Ehre, Achtung; Festmahl usw.’ entlehnt (Носовичъ 1984: 698; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 346), ist wenig wahrscheinlich, da seine Urheber die Entstehung des Sonanten -n- nicht erklären und polnische Dialektbelege nicht erwähnen. 30 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai 1980: 113), russ. долома́нь ‘Mantel eines Kavalleristen (Husaren); langer Umhang, der mit Knöpfen geschlossen wird’ (Даль I 463) iškādininkas, -ė 1 (Subst., m./f.) ‘jemand, der Schaden verursacht; Schädiger’: Jūs, iškādininkai, jūs, vagys, jūs, piktadėjai, ar nesibijotes žmonėms iškadą daryti? K. Donel (Pš 26–27 [LKŽe; Kabelka 1964: 94]) – siehe iškadninkas, -ė (siehe auch Zinkevičius 1988: 39) iškadnīkas, -ė 2], iškādnykas 1 (Subst., m./f.) ‘jemand, der Schaden anrichtet’ Ds: Kiškis didis iškādnykas Er; Tokio iškādnyko nei į vidų nesileisk Vl; Aš tau parodysiu, tu iškādnyke! Vv; Nuog iškādnykų mus gelbėk Mž 59; iškādōrius14 2 (Subst.) ‘ebd.’ [K], N, BS 87 ↔ poln. zaszkodca ‘jemand, der schadet oder behindert’ (SW VIII 298; Linde VI 789) – partitives Lehnübersetzung (zur Herkunft siehe iškadà) jóm arkas 1 (Subst.) ‘Jahrmarkt’: Valkata Slunkius jóm arke man iš papykio kone visą nupešė kiaušę K. Donel (VD 428 [LKŽe; Kabelka 1964: 100–101]) – siehe jór-markas (mit Absorption des ersten wiederkehrenden -r- [siehe auch Jancza 1984: 117]) jóm arkininkas 1 (Subst.) ‘jemand, der auf dem Jahrmarkt ist’: Rudikis jóm arkininks K. Donel (in der Überschrift Rj [LKŽe; Kabelka 1964: 101]) ⇦ jóm arkas jórmarkas 1 (Subst.) K, R 214 1. ‘Jahrmarkt’: Ir aš pasigundžiau į jormarką eit MŽ; Po jormarko PrL XVII 3 (LKŽe); 2. ‘Markt’: Gen. Sg. Iormarko3v II₃ (Aleknavičienė 2012: 121, 243, 413, 515) ← altpoln. jormark ‘Jahrmarkt, Markt; Zusammenkunft, Durcheinander; Marktgebühr’ (↔ [alt-/mittel-]poln. jarmark, poln. Dial. [DLd (Kujawy, Poznań, Kalisz), MLd (Rudawa), Psd (LĮs)] jarmarek ‘Jahrmarkt, Markt; Zusammenkunft, Durcheinander; Marktgebühr’ < westgerm. jārmarket / altwestgerm. jārmarkāt, jārmercat ‘Jahrmarkt; jährlicher Markt’ / dt. Jahrmarkt ‘Jahrmarkt, Markttag, großer Markt’ [SSt III 116; SW II 136; SPW IX 262–264; Karłowicz II 234; Sławski I 502; Siatkowski 2004: 7, 40–41; Фасмер IV 561; Köbler 1993: 1199; Schützeichel 2012: 169; siehe auch Palionis 1967: 276; Адомавичюте 1982: 43; Zinkevičius 1988: 131; Walczak 1995: 92; Połomski 2010: 7; Markus-Narvila 2011: 176] mãckas 4 (Adj.) ‘sehr klein, winzig’: Giltinė su rauplėms piktoms atšokusi smaugia ar su karšlige dar tikt mažką pasuka biedžių K. Donel (VD 89 [LKŽe; Kabelka 1964: 128]) – siehe mãč itkas, -à (mit Absorption des Strukturelements -it-, d. h. mac-it-kas → mac-kas) mãčitkas, -à3b (Adj.) ‘sehr klein, winzig’: Jūs bùlbàs rāvit, tas macitkàs Dv (DvŽ I 376) ↔ poln. Dial. maciutki ‘sehr klein; winzig, klitzeklein’ (SW II 840, 857) šaltyšiáuti, -iauja, -iãvo (intrans. Verb) ‘Schaltyschius sein’: Rods, tarė Pričkus, taip ir man daugsyk pasidarė, kad aš šaltyšiaudams šen ir ten jodinėjau K. Donel (RG 486 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 28, 223]) ⇦ šaltyšius (zur Herkunft siehe Unterabschnitt 1.1 [s. v. šaltyšius]) 14 Siehe ferner poln. Dial. szkodur ‘schädliches Tier; gefährlicher Lauf’ (SW VI 623; Karłowicz V 301). Straipsniai / Articles 31 ROLANDAS KREGŽDYS šėtra 1 (sf.) ‘Z e l t’: Diese Flamme … verbrennt nicht nur unsere kurische Zelte K. Donel (ŽR 239 [Kabelka 1964: 224]) – siehe šatrà (mit Wechsel des Wurzelvokals -a- > -ė-, offenbar durch Kontamination mit poln. dial. s-iá-ter ‘Schuppen’ [Karłowicz V 286; siehe auch Kardelis 2003: 86]) šatrà 4 (Subst. f.) Š, NdŽ, 2 ‘Z e l t’ NdŽ, M, Rtr, KŽ: Kada šatrosu gyvensit, būsit kaip šviesumas sparnų karvelio Mž 289 ← (Subst.) poln. szatra ‘Unterstand aus Reisig für Tiere auf Bergweiden; Zelt; Lager der Roma’ (< tat. čadpa ‘Abdeckung’ ↔ с̌амып ‘Zelt’ ← pers. chādar ‘Zelt; Abdeckung; Schleier, Velo usw.’ [SW VI 574–575; Linde V 516; Фасмер IV 413; Dawletschin, Tezcan 1989: 130, 289; Steingass 1963: 383–384; siehe auch Kardelis 2003: 86]), ‖ ≠ weißruss. шаўер ‘Zelt’ (ТСБМ V² 361; PBC III 742), russ. шапёр ‘ebd.’ (Даль IV 624) viñčiavoti, -oja, -ojo (Verb. tr.) ‘h e i r a t e n’: Parvėžė porą, ant kurios švents vyskupas pas dievstalį šventą viñčiavodams, kaip reik, žegnonę buvo padėjęs K. Donel (RG 133 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 258]) – siehe veñčiavoti, venčiavóti veñčiavoti, -oja, -ojo (Verb. tr.) KB II 195, K II 233, K, BzF27, NdŽ, KŽ, Sg, KIp, venčiavóti, -ója, -ójo ‘h e i r a t e n’ BzF 21, FrnW, NdŽ, Q 527, R, MŽ, N, M. Valanč: Tur būti venčiavoti Vln 27; Nesa ji yra vyro venčiavuota motė BB 1Moz. 20.3; Jone, bau nori turėti Margretą už savo venčiavotąją moterį Vln 49 und andere (End, KIpD 2, NdŽ, Akm, LKK XXI 201 [Lz], N 148, VoL 100) ↔ poln. dial. (ŽV-Md) wieńcować ‘heiraten’ (Karłowicz VI 114) ≠ (Verb.) poln. wieńcować, poln. wieńczować ‘kränzen, krönen’ (SW VII 582; Linde VI 214), ‖ ≠ kirchenslaw. вѣнчавати ‘kränzen; krönen’, вѣнчевати ‘kränzen; beschenken; preisen, verehren; beenden’ (СРЯВ II 76, 78) 1.2. Unklare Polonismen blùznyti, -ija, -ijo (Verb. tr., intr.) ‘f l u c h e n, g o t t e s l ä s t e r n’: Dievą blùznydams taip baisiai šaukti pagavo K. Donel (PL 215 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 63]) ← (Subst. / Verb.) poln. bluznić (bluznić) ‘gotteslästern; Unsinn reden; Zeit schinden’ (SW I 170; SPW II 191–192; SSt I 105; siehe auch Zinkevičius 1988: 132; Kardelis 2003: 107; Kazak 2011: 79) → kirchenslaw. weißruss. блюзнути, блузнути ‘gotteslästern’ (ГСБМ II 77–78; Булыка 1980: 182), weißruss. dial. блю́зьніц ‘ebd.’ (Бялькевіч 1970: 89) ≠ weißruss. блюзні́ць, блю́зніць ‘Unsinn reden; plappern; im Schlaf sprechen’ (ТСБМ I 390; ЭСБМ I 364; Аникин III 274; Гілевіч 2005: 19) budavõnė 2 (Subst. f.) ‘N e s t, N e s t b a u’: Vyrs tuojauš žagarų budavõnei (lizdui) parnešė glėbį K. Donel (PL 57 [LKŽe; Kabelka 1964: 64]) ← (Subst. / Verb.) poln. budowanie ‘Bauen; Bauweise, Struktur; Gebäude’ (← [Subst. / Verb.] poln. buda ‘Bretter-, Heu- oder Lehmhütte; provisorisches Verkaufszelt auf dem Markt; überdachter Teil eines Wagens usw.’ ↔ sorb. tsch. búda / č. bouda ‘aus Brettern gezimmerte Hütte usw.’ <? >¹⁵ germ. westgerm. 15 Über den Status dieses Wortes besteht Uneinigkeit (siehe Machek ibd.): Einige behaupten, es sei eine Entlehnung aus den germanischen Sprachen (Фасмер ibd; Rejzek ibd.), andere hingegen ordnen germ. westgerm. buode den Slawismen zu (Филичева ibd.). 32 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai buode / v. Bude ‚Zelt‘ [SW I 226, 227; SPW II 193–195, 488–489; SSt I 174; ЭСБМ I 399; Фасмер I 230; Machek 1968: 61–62; Rejzek 2001: 87; Kluge 2002: 158; MLex 28; Филичева 2003: 201; siehe auch Palionis 1967: 277; Kardelis 2003: 107; Urbutis 2009: 423, 425; ALEW]) → s. blr. budovane, būdovane, būdovanie, būdoanne ‚Bau; Bauwerk; Befestigung; Baumaterialien‘ (ГСБМ II 234–235), blr. будаванне ‚Bau; Bauwerk, Gebäude‘ (Байкоў, Некрашэвіч 1993: 49) cimbõlai 2 (m., Pl.) ‚ein a l t e s, e i n e r z i t h e r ä h n l i c h e s S a i t e n i n s t r u m e n t‘: Plyckius cimbõlus, o Kubas čiirškino smuiką K. Donel (RG 220 [Kabelka 1964: 66]) ← (s. / v.) poln. (Dial.) cymbal (poln. cembał) ‚e i n s o l c h e s S a i t e n i n s t r u m e n t; e i n a k u s t i s c h e s S i g n a l, d a s d i e S t u n d e a n z e i g t; K l i n g e l n u n d ä h n l i c h e s‘ (< poln. cymbalum ‚ebd.‘ ← gr. κύμβαλον ‚Schlaginstrument‘ [SW I 360; SPW III 719; SGP IV³ 592–593; Фасмер IV 306; siehe auch Palionis 1967: 284; Zinkevičius 1988: 132]) → blr. (Dial.) цымба́лы ‚ein der Leier ähnliches Musikinstrument; von Juden verwendetes Musikinstrument; dicke Lippen; Gesäß‘ (Носовичъ 1984: 691–692; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 340; СБГП V 370), russ. цымба́лы ‚ein solches Musikinstrument; Kupferbecken‘ (Даль IV 575) ≠ s. blr. цимбаль ‚(Uhr-)Klingel‘ (СЛw) čestavójimas 1 (m.) ‚B e w i r t u n g‘: Rasi gana bus už čestavójimą tavo K. Donel (Lg 51 [Kabelka 1964: 66]) ↔ s. / v. poln. czestowanie ‚Bewirtung; (Be-)Ehrung‘ (SW I 390; SPW IV 150) → blr. честованнэ ‚Festmahl‘ (Носовичъ 1984: 698) čestavóti, -ója, -ójo (tr. Verb.) ‚b e w i r t e n, l i e b h a b e n‘: Būrs čestavóts jau proto viso netenka K. Donel (RG 731 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 66]) ← s. / v. poln. czestować ‚bewirten; (be-)ehren‘ (SW I 390; SPW IV 149) → blr. честова́ць ‚bewirten; (übertr.) tadeln, schlagen‘ (Носовичъ 1984: 698) glóda (Subst. f.) 1. ‚M a n g e l, N o t‘: Taipgi dabar kisieliaus jau ir šiupinio glóda K. Donel (VD 593); 2. ‚V e r d e r b e n, U n t e r g a n g (H u n g e r)‘: Eikš, šiaury baisus... bausk, prispausk su šalčiais juos (vilkus), kad glóda jų būtų! K. Donel (ŽR 77 [LKŽe; Kabelka 1964: 29, 85]) ↔ (s. / v.) poln. głód ‚Leere des Magens, Hunger; Durst; Verlangen, Wunsch; Nahrungsmangel; Mangel‘ (SW I 849; SPW VII 375–381) → blr. Dial. глод ‚Hunger‘ (СБГП I 461) gvõltas 2 (m.) ‚G e w a l t, Z w a n g‘: Vogt, klastuot, išplėšt ir su gvõltu pasisavint K. Donel (RG 873 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 88]) ← (s. / v.) poln. (Dial.) gwałt ‚Gewalt; Macht, Druck; Hilfe; Lärm, Geschrei; Hilferuf, Ruf; schwierige, prekäre Lage; öffentliche Pflicht‘ (< jidd. gvald16 bzw. גוואלד ‚Gewalt; (Hilfs-)Ruf‘ / ← mhd. ge-walt / nhd. Gewalt ‚Kraft, Macht; Gewalt‘ [SW I 945; SPW VIII 243–253; SSt II 523; Karłowicz II 149; 16Die finalen stimmhaften Konsonanten ב, ד, ג, ז, ו, װ des Jiddischen werden nicht entstimmt (außer in sehr seltenen Ausnahmefällen [siehe ausführlicher Weinreich 1992: 19–20]). Straipsniai / Articles 33 ROLANDAS KREGŽDYS Sławski I 382; Sokólska 1999: 145; Галай 2011: 361; Фасмер I 398; ЭСБМ III 74; Lötzsch 1992: 84; سالاتاش 2011: 99; MLex 70; siehe auch ALEW; Walczak 1995: 92, 142]) → s. blr. гвалт, гвалты ‚Gewalt; rechtswidriger Überfall; Unterdrückung; Vergewaltigung (einer Frau); Geldbuße wegen Gewalt; Lärm, Hilferuf; öffentliche Pflicht usw.‘ (ГСБМ XV 39–42; Булыка 1972: 148, 1980: 41), blr. (dial.) гвалт(ь) ‚Gewalt, Unterdrückung; Geschrei, Ruf‘ (Носовичъ 1984: 111; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 80; СБГП I 438; CC I 107; siehe auch Прыгодзіч, Прыгодзіч 2011: 148), blr. dial. гвалт ‚Hilferuf‘ (ТС I 198), r. dial. гвалтъ ‚Gewalt; Geschrei, Ruf; Unruhe; Lärm; Überfall, Raub‘ (Даль I 346) gvõltyti, -ija, -ijo (transitives Verb) ‚G e w a l t a n t u n; v e r a c h t e n; n i c h t s c h o n e n, n i c h t e h r e n‘: Und er tat mir sehr Gewalt an, damit ich ihnen das letzte und einzige Kalb zum Schlachten verspräche K. Donel (VD 387 [LKŽe; Kabelka 1964: 88]) ← (s. / v.) poln. gwałcić ‚vergewaltigen, übertreten‘ (SW I 945; SPW VIII 241–243) → s. blr. гвалтumu, гвалтumu ‚(ver)gewaltigen; Rechte verletzen‘ (ГСБМ XV 34), blr. гвалццъ ‚vergewaltigen; zwingen‘ (Носовичъ 1984: 111; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 80) – zur Herkunft siehe gvõltas iškadà 2 (f.) ‚S c h a d e n, V e r l u s t‘: Viel Nutzen und viel Schaden kann man anrichten K. Donel (ŽR 212 [Kabelka 1964: 94]) ↔ poln. zaszkoda ‚Schädigung; etwas, das schadet; Schaden‘ (< mhd. schade / ahd. scado, skado ‚Schaden, Verlust‘ [SW VIII 298; Linde VI 789; Brückner 1985: 549; Фасмер IV 449; Wackernagel 1878: 249; Köbler 1993: 1739; Seebold 2008: 735; Schützeichel 2012: 284; siehe auch Zinkevičius II 272]) → s. blr. зашкода ‚Schaden, Beeinträchtigung‘ (ГСБМ XI 277) – partitive Lehnübersetzung (siehe auch Zinkevičius 1988: 38, 130) kó botas 1 (m.) ‚u n g e g ü r t e t e, k u r z e s M ä n n e r h e m d; L e i b h e m d‘: Und wenn wir manchmal dein Hemd sehen, dann erscheinst du uns nicht einmal als ein bäuerlicher Sperling (über die Nachtigall) K. Donel (PL 113 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 115]) ← (s. / v.) poln. kabat ‚Obergewand für Männer und Frauen, Bluse; Zwangsjacke; Hemd, das zum Verbrennen auf dem Scheiterhaufen Verurteilten angezogen wurde; Militärbluse usw.‘ (< I. [s.] tschech. kabát ‚kurzer Mantel bis zur Taille; ein solches Kleidungsstück für Soldaten; Jacke‘ ← bulg. кабад, кабам ‚altes Frauenkleid; ärmelloser Umhang usw.‘ ← spätgr. καβάδιον ‚Männerkleidung‘ ← neupers. qabāh ‚Obergewand, Umhang‘; II. ung. kabát ‚Mantel; Jacke; Anorak; kurzes Oberjäckchen für Frauen‘; III. mlat. cal[p]pa ‚Kapuzenmantel‘, mlat. capatus ‚mit einem Mantel bekleidet‘ [SW II 193; SPW X 2–3; SSt III 215; Sławski II 9; БЕР II 119; Wołosz 1991–1992: 5–6; Niermeyer 1976: 129; ЭСБМ IV 9; Machek 1968: 233; Bělič, Kamiš, Kučera 1978: 91; Du Cange I 525; Steingass 1963: 951; Géza 1991: 144; vgl. Фасмер II 150]) → s. blr. кабать, кобать ‚kurze ärmellose Bluse für Männer und Frauen‘ (ГСБМ XIV 213; Булыка 1980: 112), blr. (dial.) каба́м(ъ) ‚Korsett einfacher Frauen, an das ein Rock angenäht wird; Bluse‘ (Носовичъ 1984: 226; ТС II 176), (s.) r. (dial.) каба́ть ‚Obergewand von Ausländern; Obergewand des Zaren mit weiten Ärmeln; langes, weites Arbeitshemd, das Bauern über der Oberbekleidung tragen; Jacke‘ (Даль II 70; СРЯБ VII 8) 34 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai karbãčius 2 (m.) ‚e i n e s o l c h e P e i t s c h e, e i n e s o l c h e P r ü g e l‘: Sie hätten mich doch... mit diesen Peitschen wie einen Sklaven ausgepeitscht K. Donel (Pp 135 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 107]) ← mpoln. (dial.) karbacz, (poln.) korbacz ‚Peitsche, Riemen usw.‘ (< ung. korbács ‚ebd.‘ ← türk. kırbaç ‚Peitsche, Riemen‘ [SW II 260, 472; Linde II 960; Karłowicz II 431; Sławski II 474; Булыка 1980: 104; Фасмер II 195; Wołosz 1989: 270; Géza 1991: 171; Юсипова 2005: 340]) → s. blr. карбач ‚Peitsche, Riemen‘ (ГСБМ XIV 283; Булыка ebd.), r. карбач ‚Peitsche‘ (Даль II 91) klãpas 2 (m.) ‚B u r s c h e; K n e c h t‘¹⁷: Und Enskys drängt die Mädchen mit den Burschen zum Tanzen K. Donel (Pp 68 [Kabelka 1964: 114]) ← (s. / v.) poln. (dial.) chłop ‚(freier) Bauer, landloser Bauer, Häusler; (nicht wohlhabender) Landwirt; landwirtschaftlicher Lohnarbeiter (Knecht); Mann; einfacher Mensch; kein Grobian, Flegel; Mensch usw.‘ (SW I 283; SPW III 240–242; SSt I 237; SGP III³ 560–569; Sławski I 68–69; ECYM VI 182–183; LEW 210; siehe auch ЭССЯ VIII 62–64; Фасмер IV 257; Palionis 1967: 282; Трубачев 2006: 167; Леонтьева 2014: 334–335) → blr. хлоп ‚Knecht (landwirtschaftlicher Arbeiter)‘ (Носовичъ 1984: 679), r. dial. хлапъ ‚junger Mann, Bursche; unverheirateter Mann; Lehrling‘ (Даль IV 551) klãpčius 2 (m.) ‚D i e n e r, K n e c h t, B o t e‘: Doch Enskys, sein Knecht, hat viele bemalte Krüge und noch mehr bemalte Stößel herbeigeschafft K. Donel (RG 721 [LKŽe; Kabelka 1964: 114]) ← (s. / v.) poln. chłopiec ‚Junge; junger Mann; jugendlicher Diener; Lehrling; Handwerksbursche in Ausbildung; Sohn usw.‘ (SW I 284; SPW III 244–245; Brückner 1985: 180; Фасмер IV 245; siehe auch Arumaa 1933: 82; LKA I 121, 125; Zinkevičius 1978: 150) → blr. (dial.) хло́нец(ъ) ‚Junge, Nachkomme; junger Mann; dienender Junge‘ (Носовичъ 1984: 679; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 335; СБПП V 310; TC V 243), r. хло́нец ‚Junge, junger Mann; unverheirateter Mann; Hilfsarbeiter‘ (Даль IV 551) kùkarka 1 (f.) ‚K ö c h i n‘ Und seine Köchin, das alte Weib, bekam Angst K. Donel (Pp 79 [Kabelka 1964: 119]) ← (s. / v.) poln. (dial.) kucharka ‚Köchin; Dienerin; Metallherd‘ (SW II 617; SPW XI 528–529; Karłowicz II 508) → s. blr. кухарка ‚Köchin‘ (ГСБМ XVI 253–254), blr. куха́рка ‚ebd.‘ (ТСБМ II 765; РБС I 703), r. куха́рка ‚Köchin, Helferin‘ (Даль II 228; Фасмер II 436) – zur Herkunft siehe kùkorius kùkorius 1 (m.) ‚K o c h‘: Die Köche hatten die neuen Speisen schon zubereitet K. Donel (RG 294 [Kabelka 1964: 25, 119]) ← (alt / west.) poln. kucharz ‘Koch; Tanz, der mit der Köchin getanzt wird, die die Hochzeitsgerichte zubereitet hat’ (< [alt] tschech. kuchař ‘ebd.’ ← ahd. kuchenære ‘Koch’ ← ahd. kuoche / mhd. kuohho ‘Kuchen; Gebäck’ [SW II 617; SPW XI 529; SSt III 459; Sławski III 304; Фасмер II 436; Machek 1968: 305; Kluge 2002: 543; Köbler 1993: 1286; Seebold 2008: 488; Schützeichel 2012: 186; siehe auch Zinkevičius 1988: 130]) → altweißruss. кухаръ, кухарь ‘Koch’ (ГСБМ XVI 254; Булыка 1980: 89), weißruss. (dial.) ку́хар(ъ) ‘ebd.’ 17 J. Palionis (1967: 282) įvardija sememą ‘valstietis’, kuri LKŽe kažkodėl nenurodoma. Straipsniai / Articles 35 ROLANDAS KREGŽDYS (Носовичъ 1984: 262; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 155; ЭСБМ V 175; ТС II 255), russ. dial. kúхарь ‘ebd.’ (Даль II 228) kulkà 2 (f.) ‘k l e i n e s k e g e l f ö r m i g e s B l e i s t ü c k c h e n, d a s i n e i n e R ö h r e m i t S c h i e ß p u l v e r e i n g e s e t z t u n d a u s e i n e r S c h u s s w a f f e a b g e f e u e r t w i r d, e t w a’: Hat er euch denn umsonst Kugeln und Pulver gegeben K. Donel (ŽR 105 [Kabelka 1964: 26, 120]) ← (alt / west.) poln. kulka ‘Kugel; Kügelchen; Wälzen; Augapfel usw.’ (< ahd. kûle ‘Kugel; Geschoss’ [SW II 627; SPW XI 545; Фасмер II 413; ЭСБМ V 157; MLex 118; siehe auch Palionis 1967: 278; Zinkevičius 1988: 136; Kabašinskaitė 1998: 76]) → altweißruss. кулька, кулка ‘Kügelchen’ (ГСБМ XVI 216), weißruss. ку́лька ‘Kügelchen; Kügelchen’ (Носовичъ 1984: 259) lenciūgas 2 (m.) ‘K e t t e’: Deshalb fesselten sie ihn fest mit Ketten K. Donel (ŽR 326 [Kabelka 1964: 125]) ← poln. dial. łańcug (alt / westpoln. łancuch, [west.] poln. łańcuch, poln. dial. [DLd, Kšbd] lencuch, leńcuch ‘Metallkette; Fesseln, Ketten; Reihe, Zug usw.’ (< ahd. *lannzug ← ahd. lanne ‘Kette’ + ahd. zuc, zug ‘Ziehen, Zerren’ [SW II 794; SPW XII 467–470; SSt IV 96; Karlowicz III 64; Brückner 1985: 306; ЭСБМ V 227; Фасмер II 458; MLex 121, 339; siehe auch Атомавичюте 1982: 47; Zinkevičius 1988: 135; ALEW; Mikulėnienė 2004: 78]) → altweißruss. ланцугъ, ланцугь (ланухъ, ланухъ) ‘Metallkette; Fesseln, Ketten’ (ГСБМ XVI 290, 291–292; Булыка 1980: 101), weißruss. (dial.) лану́г, ланцу́г (ланух, ланцу́к) ‘Metallkette’ (Носовичъ 1984: 264; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 156; СБГП II 617; Шатэрнік 1929: 145; siehe auch Барысюк 2011: 123), russ. dial. ла́нугъ ‘Kette, Kettchen’ (Даль II 236)¹⁸ macnùs 4 (Adj.) ‘k r ä f t i g, s t a r k, r o b u s t’: So unzüchtig geriet er mit starkem Bier in Streit K. Donel (RG 734 [LKŽe; Kabelka 1964: 129]) ← (alt / west.) poln. mocny, mocen ‘voller Kraft, stark, fest, mächtig; heftig usw.’ (SW II 1022–1023; SPW XIV 523–536; siehe auch Zinkevičius 1988: 130) → weißruss. (dial.) мо́чны(ў) ‘stark, mächtig’ (Носовичъ 1984: 292; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 172; ЭСБМ VII 75; ТС III 95)¹⁹ maskòlius 2 (m.) ‘R u s s e’: Ist es den Bauern gleichgültig, dass sich alle so verhalten? Schwede, Russe, Pole und Jude machen es nicht anders K. Donel (ŽR 170 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 131]) ← (west.) poln. moskal ‘Einwohner Moskaus; Soldat des Heeres des Moskauer Zaren; ein solcher Kuchen (aus Haferflocken); Teigklumpen; Vielfraß; ein bestimmter Fisch’ (SW II 1046–1047; SPW XV 34; ЭСБМ VI 246; Фасмер II 659) → weißruss. москва́ль / маска́ль ‘Moskauer, Russe; Soldat des russischen Heeres’ (Носовичъ 1984: 290; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 167; ЭСБМ VI 245–246), russ. моска́ль ‘Moskauer, Russe; Soldat’ (Даль II 349) ¹⁸ Z. Zinkevičius (1988: 135) lie. lenciūgas ‘grandinė’ priskiria rytų slavų kalbų skolinių grupei. ¹⁹ Lit. mãčnas, -à 4 (Adj.) ‘mächtig, stark, robust’: Ich bin … mãčnas, räche mich Mž 20; mãčnai (Adv.): Damit sie … nicht zweifeln, sondern fest glauben Vln 28 (LKŽe) ist aufgrund des Strukturelements -č- offenbar den Russizismen zuzurechnen, vgl. altruss. мощный ‘stark, fest; mächtig’ (СРЯВ IX 283–284) ≠ altweißruss. мощный ‘vollberechtigt; rechtmäßig’ (ГСБМ XVIII 193). 36 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai mieščiónis 1 (m.) ‘jemand, der in der Stadt lebt, Stadtbewohner’: Miesčiónys be vargų mieste šokinėją K. Donel (PL 248 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 134]) ← (s. / v.) poln. mieszczanin ‘Stadtbewohner, Städter; Bürger’ (~ s. č. měščěnin ‘ebd.’ [SW II 964; SPW XIV 91–95; SSt IV 237; Bělič, Kamiš, Kučera 1978: 134; siehe auch Zinkevičius 1988: 131–132; Шанский II¹⁰ 187]) → s. weißruss. мещанин, мещанинъ ‘Stadtbewohner; Bewohner, Bürger; Angehöriger des Adelsstandes’ (ГСБМ XVIII 33–34; Булыка 1980: 26), weißruss. мещані́н ‘ständiger Stadtbewohner, Städter; Bürger’ (Байкоў, Некрашэвіч 1993: 169; ЭСБМ VII 30–31), s. russ. мъщанинъ ‘Stadtbewohner niederen Standes (meist Handwerker), der Steuern zahlt; Stadtbewohner; Händler’ (СРЯВ IX 143–144), russ. мщанинъ ‘Stadtbewohner niederen Standes, der der Wehrpflicht unterliegt; Handwerker, der keiner Kaufmannsgilde angehört’ (Даль II 373; Фасмер II 616) mišià 4 (f.) ‘wichtigster christlicher Gottesdienst’: Jūs apjakėliai, mišiõn sudriske bei škaroti nukaksit. K. Donel (VD 592 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 135]) ← (s. / v.) poln. (dial.) msza, (pl.) msz(e) ‘Messe; Musik, die während dieser Zeremonie gespielt wird’ (< tschech. mše ‘Messe’ ← mhd. messe, misse / ahd. missa ‘Messe; Jahrmarkt [der nach der Messe abgehalten wird]’ ← vulgärlateinisch / lateinisch missa ‘Messe; heilige Zeremonie; Lesung aus der Heiligen Schrift usw.’ [SW II 1063; SPW XV 156–160; SSt V 239; Karłowicz III 195; Būga I 347; ЭСБМ VII 110; Фасмер III 22; Machek 1968: 382; Rejzek 2001: 395; Wackernagel 1878: 199; Köbler 1993: 1459; Seebold 2008: 591; Schützeichel 2012: 225; Niermeyer 1976: 693–694; siehe auch Zinkevičius 1987: 138; Walczak 1995: 53]) → südblr. мша (имша) ‘katholische Messe’ (ГСБМ XIV 104; XVIII 242; Булыка 1972: 211, 1980: 183), blr. dial. мша́ ‘Messe’ (Цыхун 1993: 89), russ. мша ‘katholische Messe’ (Даль II 364)²⁰ ≠ blr. dial. імша́²¹ ‘ebd.’ (СБГП II 344) molïavóti, -ója, -ójo (transitives Verb): O moliavóty stuopų dar daugiaus sugabeno K. Donel (RG 722 [Kabelka 1964: 136]) ← (s. / v.) poln. malować ‘malen; zeichnen; schmücken u. a.’ (< mhd. mâlen / ahd. mâlên ‘zeichnen, malen; färben’ / dt. malen ‘zeichnen, malen; färben [auch das Gesicht]; schmücken’ [SW II 859; SPW XIII 58–60; SSt IV 146; Wackernagel 1876: 191; Köbler 1993: 1402; Schützeichel 2012: 213]) → s. weißruss. малевати, маловати, малиовати ‘zeichnen, malen; beschreiben, erläutern’ (ГСБМ XVII 234–235; Булыка 1980: 166), weißruss. мале́ваць / маляваць ‘zeichnen, färben; beschreiben; erörtern’ (Носовичъ 1984: 278; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 165; ЭСБМ VI 206), s. russ. малевати, молевати ‘zeichnen, malen’ (СРЯВ IX 243), russ. малева́ть ‘ebd.’ (Даль II 292) moliõrius 2 (m.) ‘Maler’: Kad aš tai pamatau, tuojaus man giltinė rodos, kaip ją mõlioriaus ranka moliavodama rašo K. Donel (RG 539 [LKŽe; Kabelka 1964: 136]) ← (s. / v.) poln. (dial.) malarz (poln. dial. [SLd (Oberschlesien)] malarz) ‘Anstreicher; Maler’ (< mhd. mâlære ‘Maler; Anstreicher’ [SW II 856; SPW XIII 54–55, 56; SSt IV 20 B. Kabašinskaitė (2013: 68) šį skolinį interpretuoja kaip monogeninį polonizmą, nors iš pateiktų pavyzdžių matyti, kad taip nėra. 21 Litauisch dial. imšà 4 (f.) ‘Messe’ ist aufgrund seiner morphologischen Struktur den Weißrussismen zuzuordnen. Straipsniai / Articles 37 ROLANDAS KREGŽDYS 146; Karłowicz III 102; Фасмер II 565; ЭСБМ VI 207; MLex 133]) → s. blr. малярь, маляръ (малеръ, молеръ) ‚Maler‘ (ГСБМ XVII 251–252; Булыка 1980: 160), blr. маля́р ‚Anstreicher; Maler‘ (Байкоў, Некрашэвіч 1993: 165; ЭСБМ ibd.), s. r. моляръ ‚Maler‘ (СРЯВ IX 257), r. маля́рь ‚Anstreicher‘ (Даль II 296) nõbažnas, -a 1 (Adj.) ‚f r o m m‘: Ich, die bäuerlichen Hände wie gebührend gefaltet, warte darauf, den ganzen Winter lang mit den Herren und den Frommen das Gebet zu verrichten K. Donel (RG 300 [LKŽe; Kabelka 1964: 143–144]) ← (s. / v.) poln. nabożny ‚fromm, gottesfürchtig; Frömmigkeit und dergleichen hervorrufend‘ (< tschech. na bože ‚für Gott, den Herrn‘ [SW III 12; SPW XV 379–383; ЭСБМ VII 166; ЭССРЯ I 552; siehe auch Palionis 1967: 273; Zinkevičius 1988: 133; Kabašinskaitė 1998: 18; ALEW]) → altweißruss. набожный ‚religiös, fromm‘ (ГСБМ XVIII 291–292), weißruss. набо́жный ‚fromm, religiös, gläubig‘ (Носович 1984: 298; ЭСБМ VII 166), alt-russ. набожный ‚fromm, gottesfürchtig, aufrichtig gläubig‘ (СРЯВ X 20), russ. набожный ‚ebd.‘ (Даль II 380) padõnas 2 (Subst.) ‚U n t e r t a n, K n e c h t, u n f r e i e r, a b h ä n g i g e r M e n s c h, L e i b e i g e n e r‘: <...> Herr Pönpal lacht wohl über den Bauern und hält seinen halb toten padõnas für einen Hund K. Donel (Pp 129 [Kabelka 1964: 155]) ← (s. / v.) poln. poddany ‚Untertan; Knecht (Landarbeiter), Leibeigener‘ (< [Lehnübersetzung] v. lat. subditus ‚Untertan; Vasall‘ < v. lat. subditus ‚untertänig; abhängig‘ ← lat. subditus ‚versklavt; untertan‘ [SW IV 346; SPW XXV 394–399; SSt VI 236; Niermeyer 1976: 996; ЭСБМ VIII 104; ЭССРЯ II 147; siehe auch Palionis 1967: 282; Kregždys 2014: 411]) → altweißruss. подданный ‚Untertan‘ (Булыка 1980: 21), weißruss. (Dial.) пода́бный / пада́бны ‚Leibeigener; Untertan‘ (Носович 1984: 440; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 208; Шатэрнік 1929: 188; Расторгуев 1973: 184), weißruss. dial. пада́бный ‚ebd.‘ (Бялькевіч 1970: 304), (alt.) russ. подданный ‚Untertan‘ (СРЯВ XV 248; Даль III 170; siehe auch Гарбуль 2009ᵃ: 528) pasileicavóti (refl. Verb) ‚s i c h a u f o p f e r n‘: Und euch, meine Lieben, wenn ihr den fetten Herbst feiert und zu vielen Freuden einladet, opfere ich mich auf K. Donel (VD 710 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 166]) ↔ (s. / v.) poln. polecać ‚jemanden bei einer Vorstellung loben, empfehlen; anvertrauen, zur Betreuung übergeben, beauftragen‘ (SW IV 527; SPW XXVI 430–431; siehe auch Kazak 2011: 79; ALEW [siehe s. v. liecavóti]) → altweißruss. полецати, полицати ‚anvertrauen (jemandem etwas), aushändigen, übergeben; anweisen; empfehlen‘ (ГСБМ XXVI 136; Булыка 1972: 251) pažyčyti (trans. Verb) ‚j e m a n d e m e t w a s l e i h e n, z u r ü c k z u g e b e n‘: „Gib“, sagte er, „du Schuft, gib sofort die geliehene Schuld zurück“ K. Donel (Šd 21 [Kabelka 1964: 172]) ← (s. / v.) poln. pożyczyć ‚leihen, ausleihen; Grüße übermitteln und dergleichen‘ (SW IV 930; SPW XXIX 433–435; siehe auch Markus-Narvila 2011: 180, 291) → altweißruss. пожичити, пожычьити ‚verleihen; sich etwas leihen‘ (ГСБМ XXV 391–392; Булыка 1972: 249), weißruss. dial. пажычьць ‚ebd.‘ (СБГП III 328) ≠ weißruss. (Dial.) пазьічьць ‚ebd.‘ (ТСБМ III 604; СБГП III 334; ЭСБМ VIII 119), weißruss. dial. позьічьць ‚verleihen, auf Kredit geben; stehlen, wegnehmen‘ (ТС IV 126), alt-russ. позычити ‚verleihen‘ (Срезневский II 1093), russ. dial. позычить ‚leihen‘ (Даль III 233; СРНГ XXVIII 342) 38 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai pōnas 2 (m.) ‘Mensch von privilegiertem Stand; wohlhabender Mensch, Gutsbesitzer, Eigentümer; Hausherr; jemand, der keine körperliche Arbeit verrichtet, Beamter’: Du weißt ja, dass man nicht zweien dienen kann, pōnam K. Donel (PŠ 45 [Kabelka 1964: 180]) ← (ost-/westslaw.) poln. pan ‘Herrscher, König; Gott; Ernährer; wohlhabender Mensch usw.’ (SW IV 30–31; SPW XXIII 76–139; SSt VI 17; ЭССРЯ II 107; siehe auch Palionis 1967: 282; Адомавичюте 1982: 43, 46; Zinkevičius 1987: 139; Walczak 1995: 68, 73; Титаренко 2010: 177–178) → ostslaw. weißruss. панъ ‘Herrscher, König; Aristokrat; Herr, Grundbesitzer, Gott; Mann usw.’ (ГСБМ XXIII 439–442; Булыка 1972: 235, 1980: 21), weißruss. (dial.) пан(ь) ‘Vermögensverwalter; Grundbesitzer; Herr, Adliger; vornehmer Mensch; Hausherr; Bauer’ (Носовичъ 1984: 392; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 220; СБГП III 386; ТС IV 11; ЭСБМ VIII 146), ostslaw. russ. панъ ‘Adliger des Staates Litauen und Polen; Adliger, Gutsbesitzer; Auswanderer aus Polen oder Litauen’ (СРЯВ XIV 143) ponavóti, -ója, -ójo (Verb. tr., intr.) ‘ein Herr sein, herrschen’: Die Herren können dieses Land ohne ihn nicht beherrschen K. Donel (ŽR 470 [LKŽe]) ← (ost-/westslaw.) poln. panować ‘herrschen, regieren; Eigentumsrechte haben usw.’ (SW IV 39; GS 126; SPW XXIII 175–182; SSt VI 30; siehe auch Palionis 1967: 282) → ostslaw. weißruss. пановаць, пановать ‘herrschen, regieren; Herrscher sein; teilnehmen; dominieren; verfügen’ (ГСБМ XXIII 431–432; Булыка 1972: 235, 1980: 34), weißruss. панова́ць / панава́ць ‘herrschaftlich leben, wie ein Herr leben; herrschen’ (Носовичъ 1984: 391; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 220; ЭСБМ VIII 146), russ. пано́вать ‘wie ein Herr leben; wie ein Adliger leben’ (Даль III 16) porà 3, 4 (f.) 1. ‘Mann und Frau als Ehepaar, Liebespaar und Ähnliches’: Der Schwiegervater begrüßt mit allen Gästen das Paar K. Donel (Pp 38 [siehe auch Krištopaitienė 2005: 295]); 2. ‘männliches und weibliches Tier bzw. Vogel’: Die Lerchen spielten, paarweise umherlaufend K. Donel (VD 62 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 181]) ← (ost-/westslaw.) poln. para ‘zwei gleiche Dinge, ein Paar; Menschenpaar; gerade Zahl; einige, wenige usw.’ (< westgerm. pâr, par ‘gleich, eben; Paar’ ← lat. par [Adj.] ‘gleich, eben; entsprechend; paarig’, [Subst.] ‘Paar, zwei’ [SW IV 50–51; SPW XXIII 246–247; SSt VI 37; Brückner 1985: 395; Būga I: 109; LEW 639; Фасмер III 203; ЭСБМ VIII 160; MLex 157]) → ostslaw. weißruss. пара ‘Paar’ (Булыка 1980: 154), weißruss. па́ра ‘ebd.’ (ТСБМ IV 35), ostslaw. russ. пара ‘ebd.’ (СРЯВ XIV 150), russ. па́ра ‘ebd.’ (Даль III 17) pōteriai 1 (m.) ‘(kirchl.) bestimmte Gebete, die auswendig gesprochen werden’: Die Pōteriai muss man, wie es sich für Christen gehört, vor dem Einschlafen beten K. Donel (RG 185 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 181]) ← poln. dial. Pater (noster) (altpoln. Pater noster) ‘Gebet „Vater unser“’ (SPW XXIII 313; Karłowicz IV 56–57) ≠ (ost-/westslaw.) poln. pacierz22 ‘Vater unser (Gebet); Gebet, Beten; 22 Nina Borowska (1957: 332), matyt, remdamasi lenkų leksemos afrikatos -c- ir baltarusių dantinio -t- diferenciacija, teigia, kad lie. pōteriai pasiskolintas iš senosios gudų kalbos (dar žr. Адомавичюте 1980: 9). Dėl tos pačios priežasties lie. dial. pōterka 1 (sf.) ‘atskiras karolių rutuliukas’: Raikštelis nutrūko, ir pabiro pōterkos LŠ; Paimk siūlą, verk poterą prie poterko s Lp; Jau kap skūpi, pōterkėlė (toks maloninis Straipsniai / Articles 39 ROLANDAS KREGŽDYS Rosenkranzperle; Rosenkranz; Rückgrat u. a.’ (< s. č. páter ‘Vaterunser [Gebet]; Rosenkranz’ ← V. lo. paternoster ‘Rosenkranz’ [SW IV 5; SPW XXIII 7–9; SSt VI 3; Kuzinowski 1974: 100; Brückner 1985: 390; ЭСБМ VIII 244; Machek 1968: 437–438; Rejzek 2001: 453; Bělič, Kamiš, Kučera 1978: 296; Blaise 1994: 661; vgl. Zinkevičius 1987: 139]) → s. blr. паперъ (наперъ) ‘Gebet’ (ГСБМ XXIV 55; Булыка 1980: 180) ≠ blr. (dial.) па́пер(ъ), (pl.) на́перы (на́піръ) ‘Gebet; Vaterunser (Gebet); Rosenkranz’ (Носовичъ 1984: 395; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 228; СБГП III 468; ЭСБМ ibd.) pročià 2 (f.) ‘A r b e i t, M ü h e’: Und für eure Arbeit dankt man euch wenig, wenn ihr fortgegangen seid K. Donel (PL 345 [Kabelka 1964: 188]) ← (s. / v.) poln. praca ‘menschliche Tätigkeit, Arbeit; Mühe; Ermüdung; Arbeitsergebnis u. a.’ (< s. č. práce ‘Arbeit, Tätigkeit; Werk’ [SW IV 965; SPW XXX 1–20; SSt VII 20; ЭСБМ X 18; Machek 1968: 477–478]) → s. blr. праца ‘menschliche Tätigkeit, Arbeit; Sorge; Arbeitsergebnis’ (ГСБМ XXVII 484–485; Булыка 1972: 257, 1980: 95), blr. (dial.) пра́ца ‘ebd.’ (Носовичъ 1984: 493; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 249; СБГП IV 104; ТС IV 215; ЭСБМ X 18–19), russ. dial. пра́ца ‘Arbeit, Tätigkeit’ (Даль III 382) pùlokas 1 (m.) ‘P i s t o l e’: Doch auch den Durak machte die Pistole kaputt, als sie zersprang K. Donel (ŽR 310 [LKŽe; Kabelka 1964: 190]) ← (v.) poln. pułhak, półhak ‘eine solche Waffe’ (< [Lehnübersetzung] dt. Halbhaken ‘halb + Waffe’ [SW IV 943, V 432; SPW XXXIV 436; ЭСБМ X 212; siehe auch Palionis 1967: 278; Адамовичюте 1982: 43, 46]) → s. blr. пулгакъ (полгакъ) ‘Gewehr mittlerer Größe’ (ГСБМ XXVI 115, XXIX 344–345; Булыка 1980: 70), blr. пулга́к ‘ebd.’ (ЭСБМ ibd.) pūstélninkas 1 (m.) ‘S ä u f e r, T r i n k e r’: Ihr Säufer! Gibt Gott uns seine Gaben täglich und so reichlich, damit wir sie stets wie Schweine fressend verschlingen? K. Donel (RG 433 [LKŽe; Kabelka 1964: 191]) ↔ (s. / v.) poln. pustelnik ‘Mensch, der an einem abgelegenen, von anderen unbewohnten Ort lebt; Einzelgänger, Eremit’ (SW V 438; SPW XXXIV 471) → s. blr. пустельникъ, пустэльникъ ‘Einzelgänger, Einsiedler’ (ГСБМ XXIX 356; Булыка 1980: 175), blr. (dial.) пустэ́льнік ‘ebd.’ (Байкоў, Некрашэвіч 1993: 263; СБГП IV 193; ЭСБМ X 241) rodà 2 (f.), róda 1 ‘R a t’: Ihr werdet unterrichtet und nehmt guten Rat an K. Donel¹ (LKŽe)²³ ← (s. / v.) poln. rada ‘Rat; Beratung; Verstand; Ort für Beratungen; Rathaus; Ratgeber’ (< mhd. rât ‘Rat, Beratung; Rat’ / dt. Rat ‘ebd.’ [SW V 461–462; Kreipinasis), nicht wahr! Lz (LKŽe) und lit. póterkos 1 (f., pl.) ‘Perlen’ A1, Smn, Brt: Am Hals mehrere Reihen von Perlen Ds; Ich kaufe dir kleine Rosenkranzperlen NS 83; Geweihte Rosenkranzperlen Drsk (LKŽe; siehe auch ZtŽ 505), sind offenbar als Weißrussizismen einzustufen, d. h. aus altweißruss. намєрку ‘Perlen’ (ГСБМ XXIV 42), weißruss. (dial.) на́меркі, намэркі (на́ерки, на́еркі, на́міркы / на́ерка) ‘(Bernstein- oder Glas-)Perlen’ (Носовичъ 1984: 395; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 228; ТСБМ IV 133; СБГП III 467; ЭСБМ VIII 222, 244), denen ein poln. paciorka, (pl.) pacierki ‘Rosenkranzperle; Rosenkranz; Rosenkranzperlen’ (SW IV 5) zugrunde liegen dürfte, da in der polnischen Sprache keine Bildungalternanten mit dentalem –t- belegt sind. 23 Dieses Lexem ist nicht in J. Kabelkas Zusammenstellung der Wörter von K. Donelaitis enthalten (siehe Kabelka 1964: 197). 40 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai SPW XXXV 25–60; SSt VII 420; GS 166; MLex 164; ЭСБМ XI 24; siehe auch LEW 741; Zinkevičius 1988: 133]) → s. blr. pada ‘Rat der Stadtverwaltung, der Fragen der Stadtverwaltung und Rechtsstreitigkeiten entscheidet; Rat’ (CLW; Булыка 1980: 189), blr. (dial.) ра́да ‘Rat; Mittel’ (Носовичъ 1984: 544; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 267; СБГП IV 238), s. r. pada ‘Rat; beratender Adelsrat des polnischen Königs; Rat; kollegiale Entscheidung; Ratgeber des Königs’ (СРЯВ XXI 120–121), r. па́да ‘Rat; Gremium’ (Даль IV 9) rokùndas 1 (m.) ‘A b r e c h n u n g, A u s g l e i c h’: Du, aufgeblasener Bäuchling … Gib nur acht, was sein wird, wenn du sterbend die Abrechnung vorfindest K. Donel (Ag 26 [Kabelka 1964: 198]) ↔ (s. / v.) le. rachunek ‘Berechnung; Rechnung; Arithmetik; Finanzbericht usw.’ (< v. v. a. rech[e]nunge ‘Rechnung’ [SW V 458–459; SPW XXXV 6–7; SSt VII 418; Siatkowski 2004: 43; Фасмер III 450; ЭСБМ XI 154; MLex 164; siehe auch Walczak 1995: 80, 142; Kabasińskaitė 1998: 11]) → s. blr. рахунокъ, рахункъ, рохунокъ ‘Berechnung’ (ГСБМ XXX 34), blr. (dial.) раху́нокъ / раху́нак ‘Dokument; Berechnung, Buchführung; Ordnung; Bericht’ (Носовичъ 1984: 561; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 278; СБГП IV 293) ≠ s. r. рахунка, рахунка ‘Berechnung, Rechnung’ (СРЯВ XXII 119) ≠ r. dial. раху́нок ‘Ordnung’ (СРНГ XXXIV 346) skárbas 3 (m.) ‘G e l d, S c h a t z’: Als der Amtsrat drei Säcke neuer Schätze erblickte, kam er wieder zu sich und hörte auf, schwer zu seufzen K. Donel (ŽR 436 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 204]) ← (s. / v.) le. skarb ‘Schatz; Vermögen; (Staats-)Schatz’ (< v. v. a. schērf / s. v. a. skerf, skerpƒ, scerf ‘[kleine] Münze; Lepton – kleine griechische Münze’ ← s. v. a. scarbôn, skarbôn ‘ritzen; zerkleinern’ ↔ *‘geritzte Oberfläche einer Münze’ [SW VI 131; ISJP 18; SSt VIII 216–217; Фасмер III 633; ЭСБМ XII 118; Kluge 2002: 799; Wackernagel 1878: 253; Köbler 1993: 1749, 1762; Schützeichel 2012: 288; siehe auch Zinkevičius 1988: 130]) → s. blr. скарбъ ‘Geld; Wertgegenstände; Staatsschatz; Vermögen; Wertelager’ (ГСБМ XXXI 301–303; Булыка 1972: 299, 1980: 81), blr. (dial.) скарб(ъ) ‘(Staats-)Schatz; Vermögen; Schatz; Kostbarkeiten’ (Носовичъ 1984: 581; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 288; СБГП IV 440), (s.) r. (dial.) скарбъ ‘Hausrat; beweglicher Besitz; Haushaltsgegenstände; (dial.) (Staats-)Schatz’ (Даль IV 193; СРЯВ XXIV 177–178) skrynė 4 (f.) ‘eine b e s t i m m t e, h ö l z e r n e, m i t D e c k e l u n d F ü ß e n v e r s e h e n e, o r n a m e n t i e r t e T r u h e z u r A u f b e w a h r u n g v o n e t w a s (meist Kleidung, Aussteuer)’: Was hilft’s, dass Diksas nackt bei einer vollen Truhe kniet und mit Wehklagen die Schätze verehrt K. Donel (VD 24 [LKŽe; Kabelka 1964: 206]) ← (s. / v.) le. skrzynia ‘Deckelkiste; Truhe usw.’ (< s. č. skříňe ‘Schrank; Kiste’ ← v. v. a. schrīn / s. v. a. scrīni, skrīni ‘Kiste; Schrank’ ← lo. scrinium ‘runde Kiste zur Aufbewahrung von Büchern, Dokumenten’ [SW VI 190–191; SSt VIII 261–262; Linde V 273; Буга II 487; Фасмер III 657; ЭСБМ XII 156–157; Machek 1968: 550; Rejzek 2001: 578; Bělič, Kamiš, Kučera 1978: 503; Wackernagel 1878: 258; Köbler 1993: 1787; Seebold 2008: 757; Schützeichel 2012: 293; siehe auch Palionis 1967: 275; Zinkevičius 1987: 140; Филичева 2003: 137]) → s. blr. скрыня, скрыня ‘Kiste; Straipsniai / Articles 41 ROLANDAS KREGŽDYS mit rechteckigem Grundriss; Versteck; Sarg’ (ГСБМ XXXI 388–389), blr. (dial.) скрыпня ‘große Kiste; Fischkasten (Kiste mit Löchern zur Aufbewahrung lebender Fische); Kiste zur Aufbewahrung von Mehl und Getreide; Futterkrippe’ (Носовичъ 1984: 588; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 291; СБГП IV 464; Сцяцко 1972: 102–103; siehe auch Прыгодзіч, Прыгодзіч 2011: 148), s. r. скрыпна ‘beschlagene Kiste, Truhe; Kiste mit Deckel’ (СРЯВ XXV 31; siehe auch Гарбуль 2009: 405–406), r. скрыня ‘Kiste, Deckelkiste’ (Даль IV 209) skūrā 4, 2 (f.) ‘nur abgezogene oder auch zugerichtete Tierhaut, Fell’: Und ich schlachtete so viele Schweine und Ziegen, dass ich kaum noch wusste, wo ich die Häute aufhängen sollte K. Donel (VD 382 [LKŽe; Kabelka 1964: 206]) ← (s. / v.) le. skóra ‘Haut von Mensch und Tier; Hinterteil; zugerichtete Haut; Baumrinde usw.’ (SW VI 169–170; SSt VIII 250–251; Linde V 261–262; siehe auch Mikulėnienė 2004: 78) → s. blr. скупа ‘Haut; zugerichtete Tierhaut; Leben’ (ГСБМ XXXI 396), blr. (dial.) ску́па ‘Menschenhaut; zugerichtete Tierhaut’ (Носовичъ 1984: 589; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 292; СБГП IV 471–472; ТС V 52; ЭСБМ XII 167) ≠ r. шку́ра ‘unbearbeitete Tierhaut mit Fell; Baumrinde; schlechte Frau usw.’ (Даль IV 638–639; Фасмер IV 451) šmõtas 2 (m.) ‘ein einzelner Teil oder ein Stück eines Gegenstands’: Das Rad dreht sich knarrend schwer auf der Achse und spritzt, indem es hässliche Erde aufreißt, Klumpen umher K. Donel (RG 17 [LKŽe; Kabelka 1964: 227]) ← (v.) le. szmat ([v.] le. szmata) ‘Stück; Lappen; viel usw.’ (< v. v. a. snat[t]e ‘Streifen; Narbe’ / v. dial. [schwäb.] Schnatte ‘Einschnitt in Holz oder Fleisch’ / v. Schnat ‘Grenze, Linie, Strecke’ [SW VIII 638; Linde V 554; Фасмер IV 458–459; LEW 1015; siehe auch Zinkevičius 1990: 35; Kardelis 2003: 89]) → s. blr. шматъ ‘Stück; Stück Fleisch’ (СЛш; Булыка 1980: 186), blr. (dial.) шмат(ь) ‘Stück; große Menge; von großem Umfang, viel’ (Носовичъ 1984: 714; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 350; СБГП V 486–487), r. шматъ ‘Stück; Abschnitt; Teil; Entfernung usw.’ (Даль IV 640) šoblė 4 (f.) ‘Säbel, Schwert’: Mir schien, dass die ganze Welt, zum Kampf zusammengekommen, Schwerter und Säbel auf die bunten Wiesen gebracht hatte K. Donel (VD 439 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 227]) ← (s. / v.) le. szabła ‘Schwert mit gebogener Klinge usw.’ (< ungar. szablya ‘krummes Schwert’ [SW VI 549; SSt VIII 526–527; Linde V 500; Фасмер III: 541; Wołosz 1989: 301–302; Géza 1991: 278; Tóth 2007: 130; siehe auch Palionis 1967: 278; Zinkevičius 1988: 129]) → s. blr. шабля ‘Schwert’ (Булыка 1980: 70), blr. (dial.) шабля ‘Schwert; Degen’ (Носовичъ 1984: 703; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 346; СБГП V 450) trõpytis, -ija, -ijo (reflexives Verb, unpers.) ‘geschehen, sich ereignen’: Neulich geschah es, dass ich, als ich zur Fronarbeit ritt, wie es einem Aufseher geziemt, dem Faulpelz Slunkius einen Hieb versetzte K. Donel (RG 501 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 241]) ← (s. / v.) le. trafić ‘ein Ziel treffen; angreifen, berühren; begegnen, finden; zur passenden Zeit eintreffen; wählen; gefallen; vermögen; klar darlegen, erklären usw.’ (< v. v. a. treffen ‘treffen’ [SW VII 91–92; SSt IX 179; Linde V 644–645; Фасмер IV 94; ЭСБМ XIII 350]) → s. blr. трафи́ти ‘treffen, erreichen; begegnen’ (Булыка 1972: 324, 1980: 42 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai 189) ≠ s. blr. mpanumu „quälen; vernichten; prüfen; (an)greifen“ (ГСБМ XXXIII 420–422), blr. (dial.) mpánulь / mpániub, mpáfьub „ins Ziel treffen; finden, begegnen; erraten; rechtzeitig schaffen, bewältigen; können usw.“ (Носовичъ 1984: 638; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 314; СБГП V 117; ТС V 151; ЭСБМ XIII 349–350), r. mpáfьutb, mpánutb „ins Ziel treffen“ (Даль IV 426; Фасмер ibd.) vožyti, -ija, -ijo (transitives Verb) „w e r t s c h ä t z e n, h o c h a c h t e n“: Tu neliūbiji pyragų neigi ragaišių irgi nevožiji gardžiausio gėrimo ponų K. Donel (PL 135 [LKŽe; Kabelka 1964: 262]) ← (alt / mnd.) poln. ważyć „mit der Waage wiegen; wiegen; entscheiden; riskieren; bewerten; schwingen; beabsichtigen; hassen; riskieren; ein bestimmtes Niveau, einen bestimmten Wert erreichen usw.“ (← [alt / mnd.] poln. [dial.] waga „Waage; Gebäude, in dem gewogen wird; Wiegen; Zugkraft; Tierpfad; Gewicht; abgewogene Menge; Gewicht; Bedeutung, Wichtigkeit; Achtung; Hebel; Seil, Tau; aufgehängte Gewichte; Brankart; Webstuhlgewichte usw.“ < westgerm. wâge / sächs. wâga / mhd. Wage „Waage; Gewicht; Gewicht“ [SW VII 442–443, 476–477; Linde VI 125–126, 150–151; SSt X 34–35, 52–54; Karłowicz VI 64; Brückner 1985: 598–599; Фасмер I 263; ЭСБМ II 12; Wackernagel 1878: 368; Köbler 1993: 2185; Schützeichel 2012: 367; siehe auch Zinkevičius 1988: 131, 134; vgl. Шанский²⁴ I³ 4; Судник 1975: 142]) → altweißruss. важити, важити „wiegen; kosten; mit der Waage wiegen; (be)werten, schonen; abwägen; Wert haben; beabsichtigen“ (ГСБМ II 291–294; Булыка 1980: 184), weißruss. (dial.) ва́жыць / ва́жыць „mit der Waage wiegen; riskieren; wagen, beabsichtigen; bewerten; im Sinn haben“ (Носовичъ 1984: 42; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 55; СБГП I 268; ЭСБМ II 23), russ. dial. важить „wiegen; (auf)hängen“ (Даль I 159) zalnierius 2 (Subst.) „S o l d a t“: Ir kaip koks zalnierius, krygei nosį palikęs... į baudžiavą slenka K. Donel (Pp 180 [Kabelka 1964: 262]) ← poln. dial. (DLd [Kujawy]) żołnier, żołnierz „Soldat“ (← altpoln. [dial.] żołnierz / [neupoln. żołnierz] „Soldat; Heer“ < tschech. žoldnéř „ebd.“ ← westgerm. soldenäere, soldner / nhd. Söldner „Söldner“ ← ital. soldato „Krieger“ [Karłowicz VI 447; SW VIII 717; SSt XI 590; ISJP 69; Kudzinowski 1974: 101; Machek 1968: 730; Kluge 2002: 855; siehe auch Palionis 1967: 279; Адамавичюте 1982: 43, 46; Zinkevičius 1988: 131; Walczak 1995: 80; Rejzek 2001: 751; vgl. Жирмунский 1948: 106]) → altweißruss. золнеръ „Krieger“ (Булыка 1980: 61) žegnōnė 2 (Fem.) 1. „S e g e n“: Bet... stalą su tokiom žegnōnėms pekliškoms įžegnojęs, duoną nutveria riekt K. Donel (VD 122); 2. „(übertr.) D i e G n a d e G o t t e s a l s A r b e i t s e r t r a g e i n f a h r e n“: O iš mėšlo smirdinčio žegnōnė pareina K. Donel (VD 277 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 264]) ← (alt / mnd.) poln. żegnanie „Nachahmung des Kreuzzeichens, Segnung; Weihe usw.“ (SW VIII 703; SSt XI 580; Linde VI 883) → weißruss. жегна́нне „Segnung; Abschied“ (Носовичъ 1984: 154) – zur Herkunft siehe žegnóti 24 Einige Slawisten vertreten die Auffassung, dass es sich um eine gemein-slawische Entlehnung aus dem Althochdeutschen wâga handelt (ausführlicher siehe Преображенский I 61–62; Шанский ibd.; ЭССРЯ I 92). Straipsniai / Articles 43 ROLANDAS KREGŽDYS žegnóti, -ója, -ójo (Verb. tr.) ‘segnen (gewöhnlich mit dem Kreuzzeichen)’: Alles ist vergebens; was sollen wir tun, womit sollen wir anfangen, wenn deine segnende Hand nicht helfen wird K. Donel (ŽR 672 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 264]) ← (s. / v.) poln. zegnać (się) ‘mit der Hand das Kreuzzeichen machen; segnen; weihen; (evangelisch) konfirmieren; (eine Krankheit, den bösen Blick) besprechen; sich verabschieden, jemandem Gottes Schutz anbefehlen u. a.’ (< tschech. žehnati ‘segnen; Dank aussprechen’ ← mhd. ségenen / nhd. segnen ‘segnen, mit der Hand das Kreuzzeichen machen; beschenken’ ← vulgärlat. signare ‘jemanden bekreuzigen, segnen; sich bekreuzigen; taufen; konfirmieren u. a.’ [SW VIII 703; SSt XI 579–580; Linde VI 882; Brückner 1985: 664; ЭСБМ III 199; Machek 1968: 724; Niermeyer 1976: 970; MLex 189; siehe auch Palionis 1967: 274; Судник 1975: 84, 170; Zinkevičius 1987: 138; Walczak 1995: 54; PEŽ IV 106; Филичева 2003: 141; vgl. Kardelis 2003: 66]) → ostslaw. Weißruss. жегнати, жегнати / жегнатися, жегнатися ‘sich verabschieden, hinausgeleiten; taufen’ (ГСБМ IX 282; Булыка 1980: 182), weißruss. жегнаў (жагнаў) ‘segnen; mit der Hand das Kreuzzeichen machen’ (Носовичъ 1984: 154; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 100; ЭСБМ III 199) žýčyti, -ija, -ijo (Verb. intr., tr.) ‘jemandem etwas leihen, auf Kredit geben’: So verspricht das Schäfchen …, als es ein solches Lager sieht und in der ganzen Welt keine Hilfe aus der Not mehr hat, ungeborgte Gerste zurückzugeben K. Donel (Šd 25–27 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 265]) ← (s. / v.) poln. życzyć ‘jemandem Gutes wünschen, sich über den Erfolg eines anderen freuen; auf seine Seite ziehen, anwerben; raten, einen Rat geben; erlauben, zustimmen; leihen, zur Nutzung überlassen’ (SW VIII 730–731; SSt XI 604; Linde VI 1064–1065; siehe auch Walczak 1991: 72; Kardelis 2003: 106; Kazak 2011: 80) → ostslaw. Weißruss. жичити, жычити, жычити, жычьити ‘ersehnen, wünschen’ (ГСБМ X 39; Булыка 1972: 114, 1980: 133), weißruss. жичыць ‘wünschen’ (Носовичъ 1984: 156), russ. dial. жичить ‘sich etwas leihen’ (СРНГ IX 201) ≠ ostslaw. Weißruss. зичити, зычити ‘ersehnen, wünschen’ (ГСБМ XIII 271–272), weißruss. (dial.) зычыць / зьічьць ‘wünschen; raten’ (Носовичъ 1984: 222; ЭСБМ III 353; ТС II 170), russ. dial. зычить ‘wünschen’ (Даль I 697) 1.2.1. Morphonetische Varianten, sekundäre Ableitungen unbestimmter Polonismen čiepelis (Diminutiv) ‘junger veredelter Baum’: Und im Haus verwelken die schönen veredelten Bäumchen K. Donel (Vp 29 [Kabelka 1964: 67]) ⇦ čiepas čiepas 4, 2 (Subst.) Plv 1. ‘Zweig, Trieb, mit dem eine andere Pflanze veredelt wird, Edelreis, Pfropfreis’ SD 361, R 276, K: Das ist ein schlechter Edelreis, er wird nicht anwachsen Pbs; Die Reiser, oder Edelreiser, müssen innen unbeschädigt und gesund sein S. Dauk; 2. ‘junger veredelter Baum, Edelreis’ R 327: Der im vergangenen Jahr gepflanzte veredelte Baum wächst gut Plv; In diesem Winter sind alle veredelten Bäume erfroren Pgr; Der Hase hat über den Winter alle Edelreiser abgenagt Grž u. a. (LB 66, RD 73, BB Ps 128.3); 3. ‘(gewöhnlich Pl.) Impfung, Vakzine’: Pockenimpfung rš; Man hat mich geimpft, doch die Impfung hat nicht angeschlagen Kp; 4. ‘Impfmal am Körper’: Schon ist von diesem Impfmal nichts mehr zu sehen Plv; Was für große Impfnarben! Slnt; 5. ‘Einschnitt in der Klinge eines Klappmessers’: Die Messerklinge hat einen länglichen Einschnitt Jrb – siehe ščiepas (siehe auch Roszko 2009: 76) 44 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai ščėpas 4 (Subst.) Ndž, Švnč, ErnW 1. ‘Zweig, Trieb, mit dem eine andere Pflanze veredelt wird, Edelreis, Pfropfreis’ Sut, MP 93: Ich nahm Edelreiser von einem Birnbaum Ign; (übertr.): Wir sind schuldig …, in ihn (in die Seele) Pfropfreiser aller heiligen Tugenden einzusetzen DP 96; 2. ‘junger veredelter Baum, Edelreis’: Ich habe Edelreiser gekauft OZ 55 /\ Als ich ein junger Schössling war Aps; Deine Kinder sind wie Olivenschösslinge Mž 386 ← (s. / v.) poln. szczep ‘Unterlage; veredelter Baum u. a.’ (SW VI 581; SSt VIII 538–539; Linde V 521; siehe auch ALEW [s. v. čiepas]), ‖ ≠ weißruss. (dial.) ишчэпа ‘Unterlage’ (Байкоў, Некрашэвіч 1993: 353; Сцяшковіч 1983: 568) ≠ russ. щепа ‘Holzsplitter, kleines Stück Holz’ (Даль IV 655; vgl. Фасмер IV 502–503) dabóti, -ója, -ójo (Verb. tr.) ‘bewachen, beaufsichtigen’: Kümmerst du dich nicht, wie es sich für einen Vater gehört, um die Burschen? K. Donel (ŽR 299 [LKŽe; Kabelka 1964: 67]) dabótis, -ója, -ójo (Verb. refl.) 1. ‘sich hüten’: Also hüte dich davor, mit einem aufgeblasenen Herrn zu scherzen K. Donel (ŽR 409); 2. ‘sich kümmern, sich bemühen’: Von klein auf bemühte ich mich, mich anständig zu benehmen K. Donel (Pš 30 [LKŽe; Kabelka 1964: 67]) – siehe dbóti (mit epenthetischem bzw. nicht etymologischem -a- [zu diesem phonetischen Phänomen siehe Zinkevičius 1966: 135–136; siehe auch Адомавичюте 1982: 47; Zinkevičius 1988: 38, 130; Zinkevičius II 272]) bóti, bója, bójo (Verb. intr.) ‘beachten, Aufmerksamkeit schenken’: Aber kümmre dich nicht darum, mein Lieber, weine nicht, sei nicht gar so betrübt K. Donel (PL 529 [LKŽe; Kabelka 1964: 63]) – siehe dbóti (mit Aphärese des anlautenden d-) dbóti, -ója, -ójo (Verb. tr., intr.) ‘(etwas) beobachten, (nach etwas) sehen’: Die Kurse beobachten den Rufvogel Ch 5Moz 18.10; Ach, achte auf nichts, meine Schwester JR 165; Ich beachte nicht einmal die kleinen Worte, mit denen der Bursche mir ans Herz rückt JV 276 ← (s. / v.) poln. dbać ‘sich kümmern; Aufmerksamkeit schenken u. a.’ (SW I 431; GS 28; SPW IV 561–565; SSt II 44; ЭСБМ III 129–130; Urbutis 2009: 423) → ostslaw. Weißruss. дбати ‘sich kümmern; an etwas denken; beachten, bemerken’ (ГСБМ VII 271–272; Булыка 1980: 197), weißruss. (dial.) дбаць ‘sich kümmern; denken, beachten’ (Носовичъ 1984: 127; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 92; TC II 9), russ. dial. дбать ‘sich kümmern; ansammeln, sammeln’ (Даль I 416)25 kaštuótis, -úoja, -ãvo (Verb. refl.) ‘Kosten verursachen’: Deshalb haben ihre Eltern … dafür viel Geld ausgegeben und auch kaum etwas gehabt K. Donel (RG 142 [LKŽe; Kabelka 1964: 108]) – siehe kaštavóti kaštúodintis (-ytis), -inasi, -inosi (refl. Verb) ‚Ausgaben machen, Kosten verursachen‘: Kiti taip daug nenorėjo kaštūodytis K. Donel (LKŽe)26 – siehe kaštavóti kaštavóti, -ója, -ójo (intr. Verb) ‚kosten, zu stehen kommen‘ [K]: Ar tau daug čebatai kaštavojo? Ds (LKŽe; siehe auch ZtŽ 278; ZŠT I 353) 25 Einige Slawisten rekonstruieren urslawisch *дбати ‚sich kümmern‘ (Фасмер I 486 [Einfügung von O. Trubačiov]; ЭССЯ V 172–173), das heißt, sie betrachten die aufgeführten ostslawischen Lexeme als ererbte Formen und nicht als Entlehnungen aus dem westslawischen Sprachraum. 26 Dieses Lexem wurde nicht in das von J. Kabelka erstellte Verzeichnis der Wörter K. Donelaitis’ aufgenommen (siehe Kabelka 1964: 197). Straipsniai / Articles 45 ROLANDAS KREGŽDYS ← (s. / v.) poln. kosztować ‚kosten; Ausgaben haben, Kosten verursachen‘ (← [s. / v.] poln. [dial.] koszt ‚Ausgaben, Mittel; Preis, Wert‘ < tschech. kość ‚ebd.‘ ← mhd. kost[e] ‚Ausgaben, Mittel‘ [SW II 495–496; SPW XVI 14–16, 17; SSt III 357; Karlowicz II 446; Sławski II 545–546; Siatkowski 2004: 16; Polomски 2010: 7; vgl. Kluge 2002: 531; Фасмер II 361; ЭСБМ V 107; LEW 228; MLex 113; siehe auch Palionis 1967: 276; Адомавичюте 1982: 43; Zinkevičius 1988: 136]) → südbel. коштовати ‚Kosten verursachen‘ (ГСБМ XVI 72), bel. (dial.) коштова́ць ‚ausprobieren; Kosten verursachen‘ (Носович 1984: 250; TC II 231), südruss. коштовати ‚kosten, zu stehen kommen‘ (СРЯВ VII 396–397), russ. dial. коштова́ть ‚kosten; geschätzt werden; passen usw.‘ (Даль II 183) krõmininkas 1 (m.) ‚Kaufmann, Verkäufer‘: Rudikis... tarp krõmininkų ir kupčių greitai nulindo K. Donel (Rj 6 [LKŽe; Kabelka 1964: 118]) – siehe krõmininkas krõmininkas (krõmnykas), -ė 1 (m./f.) 1. ‚Kaufmann, Verkäufer‘: Kromnykams... pabučiais ir pakiemiais landinėti užsakyta (uždrausta) turėtų būti BzBk II 119; 2. ‚(übertr.) Buckliger‘: Mes ir kuprius kromnykais vadinam Ds; 3. ‚(übertr.) Läufer‘: Kieno gi čia toks krõmnykas atbėga? Ds ← (v.) poln. kramnik ‚Kleinhändler; reisender Kaufmann‘ (← [s. / v.] poln. kram ‚Handelskiosk; kleiner Laden; Handwerkswerkstatt; Waren usw.‘ < mhd. krâm ‚Ware, Kleinzeug usw.‘ / ahd. krâm ‚Marktstand u. Ä.‘ // germ. Kram ‚Kleinwaren; Abfälle; Angelegenheiten usw.‘ [SW II 526, 527; SPW XI 121–122, 124; SSt III 375; Kluge 2002: 534; Wackernagel 1878: 165; Köbler 1993: 1264; Schützeichel 2012: 182; siehe auch Kabelka 1964: 25, 118; Palionis 1967: 276; Адомавичюте 1979: 99–100, 1982: 43; Walczak 1995: 142]) → südbel. крамникъ ‚Kaufmann, Verkäufer‘ (ГСБМ XVI 89–90), bel. (dial.) кра́мникъ ‚Verkäufer; Ladenbesitzer‘ (Носович 1984: 251; СБГП II 514) kùknė 2 (f.) ‚Küche‘: Todėl tuo drąsa lindau į atvirą kùknę K. Donel (Pp 114 [Kabelka 1964: 26, 119]) – siehe kùchnė kùchnė 2 (f.) ‚Küche‘ ZtŽ 322; ŽŠT I: 254; kuchnià 2 ‚ebd.‘: Eik in kucknią, rasi užminkytos duonos ir valgyk ps. Rimašiai (DvŽ I: 316; siehe auch ZtŽ 322; ŽŠT II: 446); ← (s. / v.) poln. kuchnia ‚Ofen zum Zubereiten von Speisen; Herd; Raum, in dem Speisen zubereitet werden; Art der Speisenzubereitung usw.‘ (< tschech. kuchyně ‚Küche‘ ← ahd. kuhhinna ‚Ort zum Kochen; Küche; Gaststätte‘ ← lat. coquina ‚Küche; Kochkunst‘ [SW II 618; SPW XI 531–532; SSt III 459; Фасмер II 436; ЭССРЯ I 454–455; Machek 1968: 305; Wackernagel 1878: 168; Köbler 1993: 1278; Seebold 2008: 482; siehe auch Palionis 1967: 277; Walczak 1995: 92; Siatkowski 2004: 14; Филичева 2003: 136]) → südbel. кухня ‚Raum, in dem Speisen zubereitet werden; Lebensmittelvorräte‘ (ГСБМ XVI 256–257; Булыка 1980: 97), bel. (dial.) ку́хня ‚Küche; Herd‘ (ТСБМ II 764; СБГП II 592; ЭСБМ V 175), südruss. кухня ‚Raum zur Speisenzubereitung; Küchengeräte‘ (СРЯВ VIII 150), russ. ку́хня ‚Küche‘ (Даль II 228) nabãšininkas 1 (m.) ‚Verstorbener (von einem toten Menschen)‘: Ale nabãšininks amtsrots taip nedarydavo būrui K. Donel (VD 177 [Kabelka 1964: 137]) – siehe na-bãštininkas (mit absorbiertem -ti-) 46 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai nabāščikas, -ė 1 (Subst.) ‚V e r s t o r b e n e r (ü b e r e i n e n T o t e n)‘ – siehe nebāščikas nebāštikas, -ė 1 (Subst.) 1. ‚V e r s t o r b e n e r‘; 2. ‚S e l i g e r (ü b e r e i n e n T o t e n)‘ – siehe nebāščikas, -ė (mit Entaffrizierung des Strukturelements -č-) nabāštikas, -ė 1 (Subst.) 1. ‚V e r s t o r b e n e r‘; 2. ‚S e l i g e r (ü b e r e i n e n T o t e n)‘ – siehe nebāštikas, -ė (mit Wechsel des -e- im ersten Bestandteil zu > -a- aufgrund regressiver Assimilation, d. h. n-e-b-a-štikas → n-a-b-a-štikas) nabāštininkas, -ė 1 (Subst.) 1. ‚V e r s t o r b e n e r‘; 2. ‚S e l i g e r (ü b e r e i n e n T o t e n)‘ – siehe nabāštikas nabāštininkas, -ė 1 (Subst.) ‚V e r s t o r b e n e r‘ – siehe nabāštininkas, -ė nebāščikas, -ė 1 (Subst.) ‚S e l i g e r, e w i g R u h e n d e r (ü b e r e i n e n T o t e n)‘: Wenn ein Mensch stirbt, freut sich die Wespe über die Verstorbenen von Miciai (DvŽ II 9; siehe auch ZtŽ 427; ZŠT II 445) ← (s. / v.) poln. nieboszczyk ‚Verstorbener; ein Grietininis-Käse, der in die Erde vergraben wird, damit er einen bestimmten Geschmack annimmt‘ (SW III 260; SPW XVII 147; Brückner 1985: 33) → östl. weißruss. небож-чыкъ, небожчыкъ, небожчыкъ, небожущикъ, небожущыкъ, небозчикъ, небосчикъ, небощикъ, небощыкъ ‚Verstorbener, Toter‘ (ГСБМ XIX 391), weißruss. (Dial.) нябожчык, нябо́йчык, небо́чык (weißruss. Dial. нібо́чык) ‚Verstorbener; armer Schlucker‘ (Байкоў, Некрашэвіч 1993: 196; СБГП III 242–243; ЭСБМ VIII 58) ponātis (Subst.) ‚H e r r c h e n‘: Und jetzt zeigst du schon wie ein Herrchen deinen Schopf K. Donel (PL 268 [Kabelka 1964: 180]) – siehe ponāitis (mit Monophthongierung des Diphthongs ai [dazu ausführlicher siehe Zinkevičius 1966: 91, 2006: 187; siehe auch Kregždys 2012: 41]) ponāitis 1 (Subst.) 1. ‚j u n g e r, u n v e r h e i r a t e t e r H e r r; H e r r e n s o h n; j u n g e r E d e l m a n n‘ R, N, I: Auf den Bänken am Tisch sitzt eine junge Frau allein, aber von den jungen Herren gibt es schon eine schreckliche Menge BsP IV 47; Einmal ging er durch den Wald und traf einen jungen Herrn LTR (Bsg); Doch kaum hatte er hingeschaut, da war ein hübsch gekleidetes Herrchen bei ihm erschienen und ging mit ihm S I 366 u. a. (Šts, JD 27, JV 50, 444, 916, Gmž, BsO 215, Krž, Grk, Jrg, Lkš, Škn, LTR (Brž), Dv, Ad, Ml, Pnd, Dglš); 2. ‚Herr‘²⁷: Verehre den jungen Herrn, den Retter der Menschen Mž 208; 3. ‚v e r w ö h n t e r, v e r s c h w e n d e r i s c h e r, v e r z ä r t e l t e r M e n s c h‘ Grž (LKŽe; siehe auch DvŽ II 121; ZtŽ 502) ↔ östl. / westl. poln. panic, (westl.) poln. panicz ‚stattlicher Jüngling, schöner junger Mann; Herrensohn; junger Edelmann; unverheirateter junger Herr; Geck, Müßiggänger; unverheirateter Mann‘ (SW IV 35; SPW XXIII 153) → östl. weißruss. паничъ, пануцъ ‚junger Herr; Bräutigam‘ (ГСБМ XXIII 425), weißruss. панічъ / паніч ‚Herrensohn; vornehmer Jüngling; ordentlich und sauber gekleideter Jüngling; Herrchen‘ (Носовичъ 1984: 391; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 221) pōniškas, -a 1 (Adj.) ‚d e n H e r r e n g e h ö r e n d‘: Die herrschaftlichen Kinder sitzen mit den Bauern zusammen und starren manchmal brüderlich im Dreck wühlend K. Donel (PL 309 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 181]) ⇦ pōnskas, -à pañskas, -à 4 (Adj.) ‚h e r r e n h a f t, v e r w ö h n t‘: Du bist ja richtig herrisch und verwöhnt geworden – das ist nichts für dich! Mžš; Wirst du ihn empfangen können – er ist sehr herrisch! Brt; Ein herrschaftliches Ding (sagt man über ²⁷ Dominykas Urbas (1996: 294) nurodo sememą ‘jaunas ponas’, o ne reikšmę ‘Viešpats’. Straipsniai / Articles 47 R O L A N D A S K R E G Ž D Y S (einen Menschen verwöhnt), doch was man ihm auch immer vorsetzt Mžš; põnskas, -à 4 (Adj.) ‘herrschaftlich, adlig’ Pagaujenai (DvŽ II 122; siehe auch ZtŽ 503; ŽŠT I 235, II 352) ← (Subst. / Adj.) poln. pański ‘des Herrn, des Königs, des Monarchen; Gottes, Christi, des Herrn; aristokratisch, prächtig, wunderbar usw.’ (SW IV 42; SPW XXIII 190–213) → altweißruss. панский, паньский ‘des Herrschers, des Königs; des Herrn usw.’ (ГСБМ XXIII 432–434), weißruss. па́нскі(ŭ) ‘des Herrn, herrschaftlich’ (Носович 1984: 392; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 221; ЭСБМ VIII 146), alt russ. панский ‘der Herren; der in Moskau lebenden Emigranten aus Polen, Litauen und anderen westlichen Ländern’ (СРЯВ XIV 145), russ. панской ‘ebenso’ (Даль III 16) rokúoti, -úoja, -ávo (Verb.) 1. (intr.) ‘arithmetisch rechnen, zählen’: Lasst uns also nicht jammern, dass die Herren ihre Haube zeigen und täglich die Namen der Teufel zählend fluchen K. Donel (ŽR 514 [Kabelka 1964: 198]); 2. (tr.) ‘zurechnen’: Er hat keinen Verstand, deshalb darf man ihm (dem Hund) die Sünde nicht zurechnen K. Donel (Rj 36 [LKŽe; siehe auch Kabelka ebd.]) – siehe rakavoti rakavoti, -oja, -ojo (tr. Verb.) ‘zählen’ SD¹ 153; rokavóti, -ója, -ójo 1. ‘arithmetisch rechnen, zählen’ Ds; 2. (refl.) ‘sich verantworten’: Und als die lange Zeit vergangen war, kehrte der Herr jenes Knechtes zurück und rechnete mit ihnen ab Ch 125.19; Wie hast du dich mit deiner Seele (deinem Gewissen) verantwortet? DK 68 (siehe auch DvŽ II 194) ← (Subst. / Verb.) poln. rachować ‘zählen, (nach)denken; erwarten; vertrauen usw.’ (< ahd. rechen, rechnen ‘zählen’ / nhd. rechnen ‘(aus)rechnen’ / [SW V 457–458; SPW XXXV 4–5; SSt VII 418; Brückner 1985: 451; Połomski 2010: 14; Фасмер III 450; ЭСБМ XI 151; MLex 164; siehe auch Kazak 2011: 81]) → altweißruss. раховати, раховать, роховати ‘zählen; bedenken, beachten’ (ГСБМ XXX 32; Булыка 1980: 81), weißruss. (dial.) раховаýb / рахаваýb ‘(aus)zählen; im Sinn haben’ (Носович 1984: 561; Байкоў, Некрашэвіч 1993: 278; СБГП IV 293; TC IV 287), russ. dial. ра́хова́ть ‘zählen, messen; besprechen, bedenken’ (Даль IV 86; СРНГ XXXIV 345) ≠ weißruss. dial. рахова́цца ‘im Sinn haben, bedenken’ (TC ebd.) 1.3. Alternative Polonismen kùsinti, -ina, -ino (tr. Verb.) ‘verlocken, anstiften, überreden’: Der Faulpelz... stiftete die Schlafmützen dazu an, sich für den Kampf zu rüsten K. Donel (Pp 206 [LKŽe; siehe auch Kabelka 1964: 122]) ↔ (Subst. / Verb.) poln. kusić ‘kosten; versuchen; verführen; behindern’ (< altkirchenslaw. ИСКѪСИТИ ‘erproben; verführen; beurteilen’ ← urslaw. *kusiti ‘kosten; berühren’ ← got. kausjan Luk 14.19 ‘prüfen, erproben; kosten’ [SW II 649; SPW XI 589–591; Sławski III 429–430; Фасмер II 431–432; ECУM III 160; ССЯ I 796–797; Uhlenbeck 1900: 94, 95; Lehmann 1986: 219; siehe auch ЭССЯ XIII 135; Kardelis 2003: 107), ‖ altweißruss. кусити ‘verführen; erproben’ (ГСБМ XVI 246) ≠ alt russ. кусити ‘berühren; kosten’ (СРЯВ VIII 144 [Germanismen]). 48 A c t a L i n g u i s t i c a L i t h u a n i c a L X X I Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai 2. ZUSAMMENFASSUNG Die in den Werken von K. Donelaitis verwendeten Polonismen lassen sich den Gruppen der monogenen (11), der unbestimmten (47) und der alternativen (1) Polonismen zuordnen. Strukturell sind diese Entlehnungen in morphologisch (α) reine (ālasas, blūznyti, bòstras, budavōnė, cimbōlai, čestavōti, čỹžė; grẽčnas, –à; gvõltas, gvõltyti, karbãčius, klãpas, klãpčius, kób­otas, kūkarka, kūkorius, kulkà, lenciūgas, macnùs, maskōlius, miesčionis, mišìa, moliavōti, moliōrius; nõbažnas, –a; padõnas, paliavōti, pažỹčyti, põnas, ponavōti, porà / póra, procià, pùlokas, rodà / róda, skárbas, skrynė, skūrà, šaltyšius, šmõtas, šoblė, trõpyti, vỹskupas, võžyti, zalniẽrius, žegnonė, žegnóti, žỹčyti) und (β) hybride (čestavójimas, glóda, kùšinti, lėbauti; nuõpertas, –à; pasilie cavōti, pōteriai, pūstėlninkas, rokùndas) sowie (γ) wortbildende semantische morphemweise (oder partitive) Lehnübersetzungen (iškadà, pakamõrė, péržegnoti) einzuteilen. Morphonologische Varianten und sekundäre Ableitungen belaufen sich auf 24 (adpẽntai, atpẽntai, bóti, česnis, čiepėlis, dabóti, dabótis, delmõnas; iškādininkas, –ė; jóm arkas, jóm arkininkas, kaštúodintis, kaštúotis, krõmininkas, kūknė, mąčkas, nabãšnikas; ponãtis; põniškas, –a; rokúoti, svìklas, šaltyšiáuti, šėtra, viñčiavoti). Nach ihrer Verbreitung im Gebrauch und den Tendenzen lassen sie zwei Hauptgruppen erkennen: 1) nichtstandardsprachlichen Wortschatz – Dialektismen, die nur in den litauischen Dialektgebieten verwendet werden, sowie Archaismen/Historizismen, die in älteren und späteren litauischen Schriftzeugnissen belegt sind (adpẽntai, ālasas, atpẽntai, blūznyti, bòstras, bóti, budavōnė, česnis, čestavójimas, čestavōti, čiepėlis, čỹžė; dabóti, dabótis, delmõnas, glóda; grẽčnas, –à; gvõltas, gvõltyti; iškādininkas, –ė; jóm arkas, jóm arkininkas, karbãčius, kaštúodintis, kaštúotis, klãpas, klãpčius, kób­otas, krõmininkas, kūkarka, kūknė, kūkorius, kùšinti, lenciūgas, lėbauti, mąčkas, macnùs, maskōlius, mišìa, moliavōti, moliōrius; nabãšnikas, nõbažnas, –a; nuõpertas, –à; padõnas, pakamõrė, paliavōti, pasilie cavōti, pažỹčyti, ponãtis, ponavōti, procià, pùlokas, pūstėlninkas, rodà / róda, rokùndas, rokúoti, skárbas, skūrà, svìklas, šaltyšius, šaltyšiáuti, šėtra, šmõtas, šoblė, trõpyti, viñčiavoti, võžyti, zalniẽrius, žegnonė, žỹčyti); 2) Wörter der Standardsprache (cimbōlai, kulkà, miesčionis, péržegnoti, põnas; põniškas, –a; porà / póra, pōteriai, skrynė, vỹskupas, žegnóti). 3. SCHLUSSFOLGERUNGEN 1. Gemäß (α) der primären Entlehnungsquelle lexikalischer Varianten (unter arealem Gesichtspunkt), (β) der Entsprechung phonologischer/morphologischer/semantischer Varianten von Lexemen (auf Grundlage der Modulation von α) und dem Gebrauch slawischer Ausgangsformen (nicht zwingend indigener) in west- und ostslawischen Sprachen (auf Grundlage der Faktoren α und β) sind die Polonismen in den Werken von K. Donelaitis in drei Gruppen einzuteilen: I. m o n o g e n e (ohne Entsprechungen der Polonismen und/oder Entlehnungen in den ostslawischen Sprachen); II. u n b e s t i m m t e (unter dem Aspekt des Faktors α: Entlehnungen aus dem Polnischen, die in ostslawischen Sprachen verschiedener Zeiträume verwendet werden und/oder wurden); Straipsniai / Articles 49 ROLANDAS KREGŽDYS slawischen Sprachen); III. a l t e r n a t i v e (III.1. indigene Reflexe der urslawischen Grundsprache, die im Polnischen und in einer der ostslawischen Sprachen [Belarussisch oder Russisch (unter arealem Gesichtspunkt)] verwendet werden; III.2. Paare lexikalischer Varianten nichtslawischer Herkunft, bei denen die Lexeme der west- und ostslawischen Sprachen, die als Quelle eines polnischen Lehnworts im Litauischen gedient haben könnten, auf unterschiedliche Vorformen zurückgeführt werden; III.3. Semipolonismen). 2. In den Werken von K. Donelaitis kommen folgende Entlehnungen vor: a) 11 monogene Polonismen und 12 ihrer morphonologischen Varianten und sekundären Ableitungen; b) 47 unbestimmte Polonismen und 12 ihrer morphonologischen Varianten und sekundären Ableitungen; c) eine alternative lexikalische Entlehnung polnischer Herkunft. 3. Der praktische Wert des Verzeichnisses der Polonismen in den Werken von K. Donelaitis lässt sich durch die begründete Explikation der ethnischen Zuordnung der Lexeme rechtfertigen; ihr wesentliches Ergebnis ist die Abgrenzung und Kodifizierung von Entlehnungen aus dem Polnischen und Belarussischen sowie von Germanismen. ABKÜRZUNGEN DER WERKTITEL VON K. DONELAITIS Ag – „Die Eiche und der Gewinnsüchtige“ (Fabel) L 1 – erster erhaltener Brief von K. Donelaitis (auf Litauisch verfasst) Lg – „Der Festschmaus von Fuchs und Storch“ (Fabel) PL – „Frühlingsfreuden“ (Teil des Gedichts Metai) Pp – „Pričkus’ Märchen über die litauische Hochzeit“ (frühes Fragment des Gedichts Metai) Pš – „Das Märchen vom Mistkäfer“ (Fabel) RG – „Herbstgaben“ (Teil des Gedichts Metai) Rj – „Rudikis, der Marktfahrer“ (Fabel) Šd – „Der großköpfige Hund“ (Fabel) VD – „Sommerarbeiten“ (Teil des Gedichts Metai) Vp – „Der Wolf als Amtmann“ (Fabel) ŽR – „Wintersorgen“ (Teil des Gedichts Metai) SPRACHABKÜRZUNGEN blr. – ein belarussisches (bzw. weißrussisches) Wort bulg. – ein bulgarisches Wort č. – ein tschechisches Wort dial. – ein mundartliches Wort (Dialektismus) DLd – Dialekt Großpolens (poln. wielkopolski) (Westpolen) go. – ein gotisches Wort (aus der ausgestorbenen ostgermanischen Sprache) gr. – ein griechisches Wort (aus der altgriechischen Sprache) it. – ein italienisches Wort jdš. – ein jiddisches Wort (eine hybride Sprache auf Grundlage des bairisch-österreichischen Dialekts des Hochdeutschen mit hebräischen Erbwortschichten älterer und mittlerer Sprachperioden sowie einem lexikalischen Superstrat mittel- und osteuropäischer Sprachen) (die Lexeme sind transkribiert, re- 50 Acta Linguistica Lithuanica LXXI Kristijono Donelaičio veikalų skolintinė leksika: polonizmai beruhend auf Yidisher Visnshaftlekher Institut [YIVO], transliteriert nach den Systemen zur Wiedergabe des polnischen Jiddisch [PN–74/N–01212]) Kšbd – kaschubische Dialektzone le. – ein Wort der polnischen Sprache der neueren Zeit [ab dem 19. Jh.] lie. – ein Wort der litauischen Sprache lo. – ein Wort der lateinischen Sprache MLd – Dialekt Kleinpolens (le. małopolski) (Südpolen) n. – Wort der neueren Sprachperiode (nur in Verbindung mit einer Sprachabkürzung) pers. – ein Wort der persischen Sprache pras. – (rekonstruierte) Form der urslawischen Sprache Psd – polnische Grenzdialekte (le. polszczyzna kresowa [Litauen, Lettland, Belarus, Ukraine]) r. – ein Wort der russischen Sprache s. – Wort der Sprachperiode des älteren Zeitraums (nur in Verbindung mit einer Sprachabkürzung) s. sl. – ein Wort der altkirchenslawischen Sprache SLd – schlesischer Dialekt (le. śląski) (Südwestpolen) s. le. – Wort der polnischen Sprache des älteren Zeitraums [2. Hälfte des 12. Jh. – 15. Jh.] s. v. a. – Wort der althochdeutschen Sprache [8.–11. Jh. (bis 1050)] tot. – Wort aus dem Tatarischen (Sprache) turk. – Wort aus dem Türkischen (Sprache) ukr. – Wort aus dem Ukrainischen (Sprache) v. – Wort aus dem Neuhochdeutschen (seit 1650) vengr. – Wort aus dem Ungarischen (Sprache) v. le. – Wort aus dem Polnischen der mittleren Periode (16.–18. Jh.) V. lo. – Wort aus dem mittelalterlichen Latein (Sprache) v. v. a. – Wort aus dem Mittelhochdeutschen (von 1050 bis 1350) ŽV-Md – Dialekt des unteren Weichselgebiets und Masowiens (poln. mazowiecki) (Zentralpolen) Abkürzungen für Ortsnamen, grammatische Angaben u. a. siehe LKŽe (Internetzugang: www.lkz.lt). GRAFISCHE ABKÜRZUNGEN ← – Kennzeichnung der Quelle der unmittelbaren Entlehnung ↔ – Kennzeichnung der Quelle einer partitiellen (bzw. partiellen, d. h. nur bestimmte Wortteile betreffenden) Entlehnung → – Kennzeichnung einer sekundären Entlehnung (bei slawischen Sprachen z. B. aus dem Polnischen ins Weißrussische; aus dem Germanischen ins Polnische usw.) ⇦ – Kennzeichnung der Quelle sekundärer Entlehnung (von Mischbildungen) ≠ – Kennzeichnung semantischer Widersprüchlichkeit (einer Bedeutungsabweichung [unter dem Aspekt litauischer Lexeme]) ∥ – Kennzeichnung einer alternativen unmittelbaren Entlehnung ≯ – Kennzeichnung einer Abweichung der phonetischen oder morphologischen Struktur (unter dem Aspekt litauischer Lexeme) (...) – Varianten von Lexemen, die sich in ihrer phonetischen oder morphologischen Struktur unterscheiden Straipsniai / Articles 51 ROLANDAS KREGŽDYS LITERATŪRA ALEW – Altlitauisches etymologisches Wörterbuch. Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Hock, Mitarbeiter: Dr. Rainer Fecht, PD Dr. Anna Helene Feulner, PD Dr. Eugen Hill, PD Dr. Christiane Schiller, PD Dr. Dagmar S. Wodtko, Fördereinrichtung: DFG, 2007–2013 (http://www2.hu-berlin.de/indogermanistik/alew.php). 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Due to the analysis suggested here the following conclusions are proposed: 1. In accordance with the principles of (α) establishment of the primary source of variants of the Lithuanian loanwords (by virtue of areal attribution), (β) their phonetic / morphological / semantic identity (agreeably to modulation α), and also the usage peculiarities of primary forms (unessentially of the inherited layer) on the West Slavic ground and their secondary variants in the East Slavic languages (being based on the influence of factors α and β), Polonisms of the works by K. Donelaitis might be distributed into 3 groups: I. monogenic (i.e., not submitted in lexis of the East Slavic languages [by means of the factor α]); II. indeterminate (because of presence of variants of the loanwords from Polish in the East Slavic lexis [under the factor α] of the different period of time); III. alternative (III.1. the forms of the inherited layer specific to Polish and one of the East Slavic languages [in relation to the factor α]; III.2. doublet lexical variants of the foreign origin, derived from the different primary source; III.3. Semipolonisms). 2. The usage of the following Polonisms are identified in the works by K. Donelaitis: a) 11 monogenic lexical borrowings and 12 morpho-phonetic alternatives and secondary derivatives; b) 47 indeterminate lexical borrowings and 12 morpho-phonetic alternatives and secondary derivatives; c) 1 alternative loanword. 3. Lexis of the Polonisms of the works by K. Donelaitis is valuable for its clarification and evaluation features facing with the problem of segregation and codification of the Polonisms, White-Russianisms and Germanisms. Įteikta 2014 m. spalio 7 d. ROLANDAS KREGŽDYS Lietuvių kalbos institutas Petro Vileišio g. 5, LT-10308 Vilnius, Lietuva [email protected] Straipsniai / Articles 63