Nauji dvikamieniai asmenvardžiai 1991–2010 m. Lietuvos vardyne
Full text
DAIVA SINKEVIČIŪTĖ
Universität Vilnius
Forschungsgebiet: Onomastik.
NEUE ZWEISTÄMMIGE PERSONENNAMEN IM LITAUISCHEN NAMENBESTAND 1991–2010
Neue zusammengesetzte Eigennamen des Zeitraums 1991–2010 im litauischen Onomastikon
ZUSAMMENFASSUNG
Bei der Vorstellung neuer zweistämmiger Personennamen, die Bürgern der Republik Litauen gegeben wurden, die zwischen 1991 und 2010 geboren sind, wird eine Methode zur Erneuerung des litauischen Namenbestands in den letzten Jahrzehnten erörtert. Die Untersuchung ergab, dass bei der Bildung zweistämmiger Namen mit gebräuchlichen Stämmen neue Bestandteile verbunden werden, die aus Appellativa (oder Namen appellativischen Ursprungs), Kurzformen zweistämmiger Personennamen oder fremdsprachigen Namen hervorgegangen sind, welche die häufigsten Grundlagen bilden. Dies zeigt, dass die Bedeutung des zugrunde liegenden Wortes für die Entstehung eines Namensstamms nicht wichtig ist. Es kamen auch Namen vor, die aus zwei neuen Stämmen gebildet wurden und die Tendenzen bei der Bildung von Personennamen mit einem neuen Stamm bestätigten. Aus den untersuchten Namen ging hervor, dass der Hauptgrund für die Entstehung eines neuen Namensbestandteils die Bekanntheit oder Häufigkeit des ihn enthaltenden Personennamens ist; dies wurde auch durch die Auswahl gebräuchlicher Stämme für neue Namen gestützt. Die häufigste Grundlage für die Stämme ist die erste Silbe und der erste Konsonant der zweiten Silbe. Dies zeigt, dass beim Übergang eines Wortteils zum Stamm dessen bedeutungstragender Teil – der Anfang – am wichtigsten ist und gewöhnlich die Silbengrenze überschreitet.
SCHLÜSSELWÖRTER: Personenname, neuer zweistämmiger Name, Appellativ, Kurzform, Name fremder Herkunft.
ANNOTATION
Der Artikel stellt neue zusammengesetzte Personennamen vor, die litauischen Staatsbürgern gegeben wurden, die im Zeitraum 1991–2010 geboren wurden, und erörtert damit eine der Methoden, mit denen der litauische Bestand an Eigennamen in den letzten Jahrzehnten erneuert wurde. Die Untersuchung ergab, dass zusammengesetzte Eigennamen durch die Kombination geläufiger Stämme mit neuen Bestandteilen gebildet werden, die meist aus Appellativa (oder Namen appellativischen Ursprungs), Koseformen zusammengesetzter Personennamen oder ausländischen Namen stammen, die die häufigsten Grundwörter darstellen. Sie zeigen, dass der
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Bedeutung des Grundworts für die Bildung des Stammes eines Eigennamens nicht wichtig ist. Es gibt auch Eigennamen, die aus zwei neuen Stämmen zusammengesetzt sind und die Tendenz belegen, Personennamen mit einem einzigen neuen Stamm zu bilden. Die untersuchten Eigennamen machen deutlich, dass der Hauptgrund für die Bildung einer neuen Namenskomponente die Beliebtheit oder Häufigkeit des Personennamens ist, der sie enthält; dazu trug auch die Auswahl traditioneller Stämme für die Bildung neuer Eigennamen bei. Die häufigste Grundlage der Stämme bilden die erste Silbe und der erste Konsonant der zweiten Silbe. Dies zeigt, dass beim Übergang eines Wortteils zum Stamm dessen Anfang als wichtigster bedeutungstragender Teil gewöhnlich die Silbengrenzen überschreitet.
SCHLÜSSELWÖRTER: Personenname, neuer zusammengesetzter Eigenname, Appellativ, Koseform, Name ausländischer Herkunft.
1. 1. EINLEITUNG
Untersuchungen zu Personennamen zeigen, dass der litauische Namensbestand seit 1991 intensiv erneuert wird (Maciejauskienė 1998; Sinkevičiūtė 2011; Sinkevičiūtė, Griniūtė 2014). Wie auch in anderen Ländern vollziehen sich in Litauen Veränderungen: Es werden neue Namen gebildet, Personennamen ausländischer Herkunft und ihre Varianten aus anderen Sprachen übernommen, und geläufige Namen werden umgeformt; in den vergangenen Jahren werden sie litauischen Kindern häufiger gegeben als zuvor (Sinkevičiūtė, Griniūtė 2014). Ein weiterer Teil der neuen Namen besteht aus seltenen Ergebnissen individueller Kreativität. Um festzustellen, wie und warum sie gebildet wurden, müsste man daher ihre Schöpfer ausfindig machen, was sich jedoch nur schwer verwirklichen lässt.
Zu den auf diese Weise geschaffenen Namen gehören neue zweistämmige Personennamen, deren Bestandteile Lexeme unterschiedlicher Herkunft sind (Maciejauskienė 1998; Sinkevičiūtė 2011). Obwohl Vitalija Maciejauskienė (1998: 39–40) Namen, die durch die Verbindung einheimischer und fremder Bestandteile gebildet wurden, aufgrund ihrer hybriden Wortbildung negativ bewertet, unterscheidet sie diese und erläutert die Herkunft der Bestandteile, zu denen Kürzungen und Teile von Namen ausländischer Herkunft geworden sind. Damit wird bestätigt, dass es in Litauen im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts neue zweistämmige Namen gab und dass ihr Inventar nicht abgeschlossen ist.
An den neuen Namen, die Kindern in den Jahren 2007–2010 gegeben wurden, zeigt sich, dass zweistämmige Personennamen nicht nur durch die Verbindung geläufiger Stämme mit Namensteilen ausländischer Herkunft und deren Kürzungen gebildet werden; zu neuen Bestandteilen werden auch Appellativa sowie Anfangs- und Endteile von Namen appellativischen Ursprungs (Sinkevičiūtė 2011: 219–220). Die Bildung neuer zweistämmiger Personennamen ist somit nicht nur Teil der kontinuierlichen Erneuerung des Namensbestands in den vergangenen Jahren; deutlich wird auch die Allgemeingültigkeit des Prozesses: Appellativa und Eigennamen werden fortlaufend zu neuen Namensbestandteilen. An den neuen zweistämmigen Namen aus den Jahren 2007–2010 lässt sich erkennen, dass ihre Bestandteile häufig
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Namensbestandteile, die in Litauen oder in mehreren verschiedenen Personennamen häufig vorkommen.
Auf dieser Grundlage wurde angestrebt, die neuen zweistämmigen Vornamen zu identifizieren, die in den ersten beiden Jahrzehnten des Bestehens des unabhängigen Litauens in Gebrauch kamen, und ihre Bestandteile zu erörtern. Zur Verwirklichung dieses Ziels sollte anhand der onomastischen Fachliteratur herausgearbeitet werden, wie neue litauische zweistämmige Vornamen in früheren Jahrhunderten gebildet wurden, sollten Gruppen zweistämmiger Vornamen nach ihren neuen Stämmen unterschieden und die Gesetzmäßigkeiten ihrer Entwicklung beschrieben sowie festgestellt werden, wie und welche gebräuchlichen Stämme in neuen zweistämmigen Vornamen verwendet werden.
Bei der Klassifizierung der Personennamen wurden das Wörterbuch der Herkunft litauischer Vornamen von Kazys Kuzavinis und Bronys Savukynas Lietuvių vardų kilmės žodynu (2003, im Folgenden LVKŽ), das Wörterbuch litauischer Familiennamen von Aleksandras Vanagas Lietuvių pavardžių žodynu (1985–1989, im Folgenden LPŽ) herangezogen und das Verzeichnis der Stämme zweistämmiger Vornamen von Zigmas Zinkevičius (2008: 73–169) überprüft. Ein Vorname wurde in die Untersuchung aufgenommen, wenn er in diesen Quellen nicht verzeichnet war und mindestens einer seiner Bestandteile im LVKŽ, in zweistämmigen Onymen des LPŽ oder im Stammverzeichnis von Z. Zinkevičius fehlte. Solche Personennamen wurden als neue zweistämmige Vornamen betrachtet. Außerdem wurde auf der Website www.vardai.vlkk.lt geprüft, ob die Kombination eines neuen Stammes mit einem gebräuchlichen bereits einen Vornamen aus früheren Jahren gebildet hatte; ein Personenname wird daher nur dann behandelt, wenn festgestellt wurde, dass er erstmals zwischen 1991 und 2010 vergeben wurde.
Stämme, die in zweistämmigen Onymen des LVKŽ und LPŽ verzeichnet sind, gelten als gebräuchlich, ebenso die daraus gebildeten zweistämmigen Vornamen, da sie litauischen Ursprungs sind und bereits im litauischen Vornamenbestand funktionieren. Die bislang in den Quellen nicht belegten Stämme, aus denen zusammen mit gebräuchlichen Bestandteilen neue Vornamen gebildet wurden, werden bedingt als neu bezeichnet, da sie auch in zweistämmigen Vornamen vorgekommen sein können, die vor 1991 vergeben wurden. Verformte Varianten von Stämmen werden nicht den neuen Bestandteilen zugerechnet, da sie nicht authentisch sind, sondern aufgrund terminologischer Besonderheiten entstanden oder auf Schreibfehler zurückzuführen sind.
Bei der Identifizierung neuer Bestandteile trat ein Problem hinsichtlich des Alters der Stämme auf, da einige als neu betrachtete Bestandteile mit Stämmen im Verzeichnis von Z. Zinkevičius übereinstimmten, die der Forscher als gebräuchlich einstufte. Wenn es daher den Anschein hatte, dass ein Stamm im genannten Verzeichnis unbegründet angesetzt worden war – meist aufgrund einer vermuteten anderen Herkunft der Personennamen mit diesen Stämmen (Sinkevičiūtė 2010: 147–148) –, wurde eine andere Erklärung der Herkunft der Vornamen vorgeschlagen und der Stamm als neu eingestuft.
Die Personennamen werden nach neuen Stämmen in Gruppen eingeteilt, wobei beide Bestandteile ausgewiesen werden. Zu einem als gebräuchlich eingestuften Stamm wird ein zweistämmiges Onym aus dem LVKŽ, LPŽ oder dem Verzeichnis von Z. Zinkevičius angeführt, das diesen Stamm enthält. Die Herkunft neuer Bestandteile wird anhand der ihnen zugrunde liegenden Appellativa oder der im LVKŽ verzeichneten Vornamen erläutert. Wenn sich die Herkunft eines neuen Bestandteils nicht anhand der Personennamen im LVKŽ belegen ließ, wurden auch Vornamen aus anderen Quellen angeführt, die im Text genannt werden. Wiederholt sich derselbe Stamm in anderen Personennamen, wird mit einem Pfeil auf den Vornamen verwiesen, der in seiner Gruppe zuerst genannt wird, um wiederkehrende Stämme hervorzuheben. Neue
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Die Vornamen wurden anhand der Akzentuierungstendenzen strukturell ähnlicher litauischer Personennamen akzentuiert; in einzelnen Fällen wurden Akzentuierungsvarianten angegeben.
Das Untersuchungsmaterial wurde 2006 über die Staatliche Kommission für die litauische Sprache vom Dienst des Bevölkerungsregisters beim Innenministerium der Republik Litauen (im Folgenden: Register) bezogen und durch Vornamen aus späteren Jahren ergänzt. Da mehrgliedrige Bezeichnungen als einzelne Einheiten behandelt wurden, wurden über 23.000 Vornamen geprüft; davon wurden 100 als einzelne Untersuchungseinheiten ausgewählt – neue zweistämmige Vornamen, die Bürgern der Republik Litauen mit Geburtsjahren von 1991 bis 2010 gegeben wurden. Bei der Präsentation der Vornamen wird nach einem neuen eingliedrigen Personennamen aus dem Register eine Zahl angegeben, die zeigt, wie vielen Kindern der Name im Untersuchungszeitraum gegeben wurde. Die Bestandteile zusammengesetzter Bezeichnungen wurden ebenfalls als eingliedrige Vornamen behandelt. Die gesamte Statistik zu den untersuchten und zugrunde liegenden Vornamen ist auf der Website www.vardai.vlkk.lt verfügbar.
2. NEUE LITAUISCHE ZWEISTÄMMIGE PERSONENNAMEN AUS FRÜHEREN JAHRHUNDERTEN
In der onomastischen Fachliteratur wird behauptet, dass viele litauische zweistämmige Vornamen auf die Zeit der baltischen Einheit zurückgehen; ihre Altertümlichkeit wird durch Entsprechungen der Personennamen und ihrer Stämme in der Anthroponymie anderer baltischer Völker gestützt (Zinkevičius 1977: 228; 2008: 71–72). Neben diesen Personennamen gibt es auch zweistämmige Vornamen mit neu geschaffenen Stämmen litauischer Herkunft, deren Bestandteile durch Umgestaltung vorhandener Stämme oder dadurch entstanden, dass Appellative zu neuen Bestandteilen wurden (Zinkevičius 2008: 181–190). Litauische Personennamen unterscheiden sich also nicht von den Namen anderer Völker – ähnliche Veränderungen fanden auch bei Namen in anderen Sprachen statt; hinzugefügt sei, dass in anderen Sprachen auch Kurzformen zu neuen Namensstämmen wurden (vgl. Bach 1952: 131; Superanskaja 1988: 8).
Remdamasis lietuvių pavardėmis Z. Zinkevičius (2005: 46–47; 2008: 484–486) nustatė, kad Lietuvoje yra svetimkilmius kamienus turinčių dvikamienių asmenvardžių, kurie atsirado krikščioniškiems vardams ėmus brautis į senąją savos kilmės kamienų sistemą. Taigi dvikamienių vardų kamienų atnaujinimas svetimos kilmės elementais yra senas reiškinys, vykęs dar prieš pradedant rastis lietuvių pavardėms.
V. Maciejauskienės (1973: 177–179) atlikta istorinių onimų analizė patvirtino, kad ir formuojantis pavardėms Lietuvoje radosi naujų dūrinių su krikščioniškų vardų, jų trumpinių ir apeliatyvų kilmės kamienais bei asmenvardžių, turinčių abu krikštavardinius dėmenis. Šių vardų kamienais tapdavo įvairūs svetimkilmiai asmenvardžiai, o dūriniai, kurių kamienai – krikštavardžiai, dažni ir vokiečių vardyne (Maciejauskienė 1973: 177–178, su literatūra). Tai remia visuotinai žinomą faktą, kad naujų dėmenų įtraukimas į vardus yra
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ein universelles Phänomen, das auch für andere Sprachen charakteristisch ist und sich bei der Herausbildung litauischer Familiennamen deutlich gezeigt hat.
Die Bildung neuer zusammengesetzter Vornamen, die im Vornamenbestand von Kindern des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts zu beobachten ist, setzt also die in früheren Jahrhunderten erfolgte Erneuerung zweistämmiger Personennamen fort. Die neu geschaffenen Personennamen sind Komposita, durch die der Vornamenbestand erweitert wird. Offenbar wurden während des gesamten 20. Jahrhunderts neue Vornamen geschaffen, doch können sie aufgrund des bisherigen Forschungsstands noch nicht vorgestellt werden.
3. NEUE PERSONENNAMEN MIT APPELLATIVISCHEN STÄMMEN
Einige der neuen Vornamen sind Personennamen mit Bestandteilen appellativischer Herkunft, deren Grundlage litauische Appellative sind, sowie litauische Vornamen appellativischer Herkunft oder Anfänge solcher Wörter. Da Vornamen appellativischer Herkunft auf demselben gemeinsprachlichen Wortschatz beruhen, wurden die Namen, die solche Elemente enthalten, gemeinsam aufgeführt, denn gewöhnlich lässt sich nur schwer unterscheiden, ob einem neuen Bestandteil ein Appellativ oder ein Vorname appellativischer Herkunft zugrunde liegt.
Bei der Bestimmung der Bestandteile wurde geprüft, ob der als neu betrachtete Stamm mit einer appellativischen Grundlage übereinstimmt und ob im anderen Namensteil, der ihn enthält, ein geläufiger Stamm belegt ist. Wenn sich ein mit einer appellativischen Grundlage übereinstimmender Stamm vom geläufigen Bestandteil nur durch einen oder zwei Laute unterschied, wurde er als neu eingestuft, da angenommen wurde, dass der geläufige Stamm wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Appellativ oder einem daraus abgeleiteten Vornamen verändert worden war. Einige appellativische Stämme führt Z. Zinkevičius (2008: 181–190) in seiner Liste neuer Bestandteile auf. Personennamen mit diesen Bestandteilen wurden in die Untersuchung aufgenommen, wenn die Verbindung des appellativischen Stammes mit einem geläufigen Stamm in den Namen dieser Liste von Z. Zinkevičius nicht vorkam.
Im Vornamenbestand von Kindern der Jahre 1991–2010 wurden also folgende neue zweistämmige Personennamen mit appellativischen Stämmen gefunden:
Aūkšvaidė 1: auks- (< auksas, Aūkšė) und vaid- (vgl. Dóvaidė),
Aušmantė 1: aus- (< aūsti, Austėja)¹ und mant- (vgl. Daũmantė),
Aušvydė 1: aus- (siehe Aušmantė†)² und vyd- (vgl. Ar̃vydė),
Diẽvilas 1: die- < diev- (< diẽvas) und vil- (vgl. Dóvilas),
1 Zigmas Zinkevičius (2008: 75) skiria kamieną aus-, remdamasis avd. Aušmanas, kuris greičiausiai nėra lietuvių dvikamienis vardas, kaip jis mano, bet iš vokiečių kalbos skolintas asmenvardis, fiksuotas lietuvių pavardėje, dėl jo struktūros ir formos panašumo į kitus vokiškos kilmės asmenvardžius (LPŽ I 140). Todėl dėmuo aus- nelaikytas įprastu asmenvardžių kamienu.
2 Der Stamm dieses Vornamens aus- könnte eine Verformung von auš- sein, vgl. Aušvydė.
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Dóveidė 1: do- (vgl. Dóvilė) und veid- (< véidas3,
Dóuildas 2: do- (vgl. Dómantas) und vild- (< vildėti „welken“, vìldyti „kühlen, abkühlen“, vildúoti „schaukeln, kibildúoti“; auch engl. wild- „wild“)⁴,
Džiaugsmìnà 1: džiaugs- < džiaugsm- (< džiaũgsmas) und min- (vgl. Eidminà),
Džiãvaldas 1: džia- (< džiãžas)⁵ und vald- (vgl. Dóvaldas),
Džìgimantas 1: džig- (< džìgitas) und mant- (vgl. Daũmantas)⁶,
Gaũtvidas 1: gaut- (< gáuti)⁷ und vid- (vgl. Vidmantas)⁸,
Giedvilė 1: gied- (< giẽdras, Giẽdrė, außerdem giedóti)⁹ und vil- (vgl. Dóvilė),
Jausmilė 1: jaus- (< jaũsti) und mil- (vgl. Dómilė),
Jausminà 1: jaus- (siehe Jausmilė↑) und min- (siehe Džiaugsmìnà↑),
Jūmantė 1: jū- (< jūra, Jūratė) und mant- (siehe Aũsmantė↑),
Jūrmantė 1: jur- < jūr- (< jūra, Jūratė)¹⁰ und mant- (siehe Aũsmantė↑),
Litvidas 1: lit- (< litas) und vid- (siehe Gaũtvidas↑),
Lokimantas 1: lok- (< lokỹs) und mant- (siehe Džìgimantas↑),
Ráivildas 1: rai- (vgl. Vorn. Ráivydas) und vild- (siehe Dóvildas↑),
Rãsivildas 2: ras- (vgl. (?) Pers.-N. Rãstautas, siehe Zinkevičius 2008: 129) und vild- (siehe Dóvildas↑),
Rùtautė 1: ru- < rū- < rūt- (< rūta, Rùtā) und taut- (vgl. Gytautė),
Rùtvydas 1: rut- < rūt- (< rūta, Rùtā, außerdem Rūtėnis) und vyd- (vgl. Arvydas),
3 Z. Zinkevičiaus (2008: 158) išskirtas kamienas veid- nelaikytas įprastu, nes tyrėjo pateikti asmenvardžiai su veid- greičiausiai perimti iš vokiečių ir vėliau perdirbti (Sinkevičiūtė 2014: 164). Dėl to avd. Dóveidė panašumas su lie. véidas nėra antrinis. Šio vardo kamienas veid- gali būti iškreiptas ir iš vaid-, plg. Dóvaidė.
4 Der Stamm dieses Namens vild- könnte eine Verformung von vilt- sein, vgl. Dóviltas.
5 Das Element džia- könnte auch aus dem Film von R. Banionis Vaikai iš Amerikos viešbučio übernommen worden sein, der 1990 gedreht und während der litauischen Wiedergeburtszeit gezeigt wurde, und zwar aus dem Spitznamen Džãgeris des Haupthelden.
6 Dieser Name lässt sich vielleicht als Ergebnis einer Euphemisierung erklären, bei der /ž/ durch /dž/ ersetzt wurde; vgl. den Namen Žìgimantas, beeinflusst durch den in englischsprachigen Ländern häufigen Namen Džeisonas. Diese Auffassung ist jedoch zweifelhaft, da Džeisonas ein seltener Name in Litauen ist, während der „überarbeitete“ Name Žìgimantas eine seltenere Variante des allgemein gebräuchlichen und beliebten Namens Žygimantas ist und gegenüber dem Namen Žygimantas deutlich seltener vorkommt.
7 Antrojo dėmens pozicijoje Z. Zinkevičiaus (2008: 90) išskirtas gaut- nelaikytas įprastu kamienu, nes yra grafinis kamieno gaud- variantas (Sinkevičiūtė 2013: 121–123). Šio vardo kamienas gaut- gali būti iškreiptas ir iš gaud-, plg. Gaũdvydas.
8 Obwohl das LVKŽ keine zweistämmigen Namen mit dem zweiten Stamm vid- verzeichnet, wechseln sich vid- und vyd- wahrscheinlich auch im zweiten Stamm ab, wie auch im ersten Stamm.
9 Z. Zinkevičiaus (2008: 93) išskirtas kamienas gied- nelaikytas įprastu, nes yra grafinis ged- variantas (Sinkevičiūtė 2009: 348–349), nors tyrėjas ir spėja, kad gied- galėjo atsirasi iš ged- dėl lenkų kalbos įtakos. Šio vardo kamienas gied- gali būti iškreiptas ir iš ged-, plg. Gėdvilė.
10 Den Stamm jur- leitet man glaubwürdiger von jūr- ab, als ihn mit der Kurzform Jūras in Verbindung zu bringen, angesichts der Beliebtheit des Namens Jūratė.
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Teismantas 1: teis- (< teisùs, Teisùtis) und mant- (siehe Džigimantas↑),
Ugmilė 1: ug- (< ugnìs, Ùgnė) und mil- (siehe Jausmilė↑),
Váitvildas 1: vait- (vgl. Váitkantas) und vild- (siehe Dóvildas↑),
Žaismintà 1: žais- (< žaisti) und mint- (vgl. Armintà)11.
Einige appellativische Stämme sind in Namen nur einmal belegt, andere waren jedoch Bestandteile mehrerer verschiedener Namen und bildeten wiederkehrende Kombinationen mit gebräuchlichen Stämmen. Zu diesen Stämmen gehören aus-, jaus-, ras-, rut- und vild-. Aufgrund ihres wiederholten Auftretens ist anzunehmen, dass diese Elemente bereits zu festen Bestandteilen neuer Namen werden. Appellativische Elemente bilden am häufigsten den ersten Stamm; neue Namen dieser Gruppe beginnen daher häufiger mit appellativischen Stämmen.
Alle appellativischen Stämme entstanden aus Wortanfängen. Die häufigste Grundlage ist die erste Silbe, die offen (siehe Aùsmantė, Aùsuvydė, Diẽvilas, Dóveidė, Džigimantas, Gaũtvidas, Giedùilė, Jausmilė, Jausmindà, Jùrmantė, Litvidas, Lokimantas, Rùtautė, Rùtydas, Teismantas, Ugmilė, Žaismintà) oder geschlossen ist (siehe Aùksvaidė, Dóvildas, Džiaugsmindà, Ráivildas, Rãs vildas, Váitvildas), sowie der erste Konsonant der zweiten Silbe. Dies zeigt, dass bei der Bildung appellativischer Stämme der bedeutungstragende Teil über die erste Silbe hinausgeht und nicht von der Silbenstruktur abhängt. Fälle, in denen der Stamm dem Wortanfang entspricht, der nicht mit dem bedeutungstragenden Teil der Grundlage – der Wurzel – übereinstimmt (siehe Džiãvaldas, Džigimantas, Giedùilė, Ugmilė), legen die Annahme nahe, dass bei der Umwandlung von Appellativa in Stämme die Initiale und die Mediale der ersten Silbe entscheidend sind.
Es gab Fälle, in denen an einen neuen ersten appellativischen Stamm ein solcher gebräuchlicher zweiter Stamm angefügt wurde, dessen Anfang mit dem letzten Konsonanten der Finalsilbe des ersten Stammes übereinstimmte (vgl. Diẽvilas, Džiaugsmindà, Rùtautė). Bei der Bildung neuer Namen werden gebräuchliche zweite Stämme also mitunter auch nach ihrem Anfangskonsonanten ausgewählt. Die appellativischen Personennamen, deren Anfang mit den neuen Stämmen übereinstimmte, sind weit verbreitet; es handelt sich um die Namen Aùksė, Austėja, Giẽdrė, Jūratė, Rūtà, Ùgnė. Dies zeigt, dass bei der Entstehung neuer Stämme die Beliebtheit der Namen, die sie enthalten, eine wichtige Rolle spielt.
Aus den appellativischen Elementen geht hervor, dass häufiger Wörter aus den Bereichen Emotionen (džiaugs-, jaus-), Tiere und Pflanzen (lok-, ru-, rut-), Naturgegenstände und -erscheinungen (jū-, jur-, ug-) oder menschliche Handlungen (aus-, gaut-, žais-) als Grundlage dienen
11 Man kann vermuten, dass dieser Name einer in Litauen geborenen Litauerin durch assoziative Umgestaltung eines im Ausland häufigen Namens Jasmine entstanden sein könnte (DFN 173, siehe auch Fußnote 23), dessen Entsprechungen im Namensbestand der Bürger der LR Džasminà, Jasminà, Žasminà lauten. Und so weiter. Da jedoch die genannten Entsprechungen des Namens Jasmine im Namensbestand der Bürger der LR ein gemeinsames Merkmal aufweisen – manche davon sind Personennamen von Kindern nichtlitauischer (häufig Roma-) oder nicht angegebener ethnischer Zugehörigkeit –, wurde diese Annahme verworfen, da solche Assoziationen bei der Namensgebung für in Litauen geborene Litauer gewöhnlich vermieden werden. Aus diesem Grund wurde der Name Žaismintà auch nicht mit dem Künstlernamen der russischen Popsängerin Žasmin in Verbindung gebracht.
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verwandte Lexik. Andere Stämme weisen unterschiedliche Semantiken auf, was die individuellen Umstände der Namensbildung widerspiegelt.
4. NEUE PERSONENNAMEN MIT AUS KURZFORMEN STAMMENDEN NAMENSSTÄMMEN
Auch Kurzformen, die von litauischen zweistämmigen Namen mit herkömmlichen Stämmen abgeleitet sind, werden zu neuen Namensbestandteilen. Stämme dieser Herkunft lassen sich erkennen, wenn der neue Bestandteil nicht mit einer Stammgrenze zusammenfällt: Seine Grundlage bilden der erste Stamm und der Anfang des zweiten sowie ein Teil des Stamm anfangs (Initiale und Mediale) oder seines Endes (Mediale und Finale).
Die Grundlage der aus Kurzformen hervorgegangenen Bestandteile der untersuchten Personennamen ist der erste Stamm und der Anfang des zweiten; andere Stämme als Grundlage kamen im Namensbestand von 1991–2010 nicht vor. Viele Personennamen mit der genannten Grundlage sind litauische Vor- und Familiennamen. Daher wird bei der Vorstellung der Personennamen dieser Gruppe und der Erörterung der Herkunft ihrer Bestandteile zunächst die Kurzform aus dem LVKŽ angegeben und anschließend ihre Grundlage – der zweistämmige Name.
Somit wurden im Namensbestand der Kinder von 1991–2010 folgende neue zweistämmige Personennamen mit aus Kurzformen stammenden Stämmen gefunden:
Armingas 1: ar- (vgl. Arvydas) und ming- (< Mingas, M ingaudas)¹², Eikvilė 1: eik- (< Eikė, Eikantė) und vil- (vgl. Dovilė), Ermindas 2: er- (vgl. den Familiennamen Ervydas)¹³ und mind- (< Mindas, Mindaugas), Geitvilė 1: geit- (< Geitė, Geitautė) und vil- (siehe Eikvilė↑), Jóvaigė 1: jo- (vgl. Jómantė) und vaig- (< Vaigė, Vaigailė), Kęstgailė 1: kęst- (< Kęstė, Kęstautė, ebenso Kęstūtis, Kęstas) und gail- (vgl. Jógailė), Kęstminė 1: kęst- < kęst- (siehe Kęstgailė↑) und min- (vgl. Eidminą), Mindvidas (1): mind- (siehe Ermindas↑) und vid- (vgl. Vidmantas)¹⁴, Minduydė 1: mind- (siehe Ermindas↑) und vyd- (vgl. Arvydė), Va imindas 1: vai- (vgl. Vaigaudas) und mind- (siehe Ermindas↑).
Zweistämmige Personennamen mit aus Kurzformen stammenden Stämmen sind selten; wahrscheinlich wurden Kurzformen deshalb zuvor auch nicht als eigenständige Grundlage ausgewiesen.
¹² Der Stamm ming- kann mit dem Vornamen Domingas in Verbindung gebracht werden (insbesondere wegen der positionsbedingten Übereinstimmung mit dessen Endung), doch dieser Name ist im litauischen Namensbestand selten und wird erst seit Ende des 20. Jahrhunderts verwendet; alternativ kommt der Familienname Mingas infrage, der durch den Namen des chinesischen Basketballspielers Jao Mingo bekannt wurde, der erfolgreich in der NBA spielte.
¹³ Nors Z. Zinkevičius (2008: 86) kamieną er- laiko savarankišku, tačiau dėl pozicijos jį patikimiau laikyti kamieno ar- variantu (LPŽ I 581). Taip pat kamienas er- galėjo atsirasti ir iš v. Ernėstas, Ėrvinas pradžios.
¹⁴ Zum Stamm vid- siehe Fußnote 8.
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Die Herkunftsbestandteile der besprochenen Kurzformen stehen etwas häufiger an der Position des ersten Stammes; neue zweistämmige Namen werden also eher mit ihnen begonnen.
Die Bestandteile kęst–, mind– wiederholten sich in den Namen, was darauf hindeutet, dass sie zu festen Bestandteilen von Personennamen werden. In neue Namen gelangten die Bestandteile kęst–, mind– wahrscheinlich aufgrund der Beliebtheit der Personennamen Kęstūtis, Mindaugas. Somit wird die Bildung und Verbreitung neuer Namen mit aus Kurzformen hervorgegangenen Stämmen durch die Gebrauchshäufigkeit von Namen beeinflusst, die diese Stämme enthalten.
Alle neuen, aus Kurzformen hervorgegangenen Stämme entstanden am Anfang zweistämmiger Namen und überschritten die Grenze der ersten Silbe (und des ersten Stammes) der zugrunde liegenden zweistämmigen Namen. Bei der Entstehung von Stämmen aus Kurzformen ist somit die Lautfolge bis zum vokalischen Teil der nächsten Silbe entscheidend.
5. PERSONENNAMEN MIT NEUEN STÄMMEN FREMDEN URSPRUNGS
Weitere neue Namen enthalten Stämme, die aus Personennamen fremden Ursprungs hervorgegangen sind. Grundlage dieser Stämme sind Namen fremden Ursprungs, ihre Kurzformen oder deren Anlaute. Es kamen auch Personennamen vor, deren Bestandteile aus den Endungen von Namen fremden Ursprungs gebildet wurden.
Bei der Erklärung der Herkunft von Bestandteilen, die aus dem Anfang von Namen hervorgegangen sind, werden die zugrunde liegenden Wörter angegeben – offizielle Namen und ihre Kurzformen. Wenn die fremdsprachigen Stämme mit den im LVKŽ angegebenen, in Litauen verbreiteten Kurzformen übereinstimmten, die zu selbstständigen Namen geworden waren, wurden ihre offiziellen Namen nicht genannt, sofern sie selten waren. Bei neuen Bestandteilen wurden offizielle Namen nur dann angegeben, wenn angenommen wurde, dass ihre Kurzformen nicht verbreitet sind oder strukturell nicht dem neuen Stamm entsprechen. Zur Erklärung der Herkunft von Bestandteilen, die aus dem Ende von Namen hervorgegangen sind, werden Namen fremden Ursprungs genannt, die die betreffende Endung enthalten. Wenn sich ein Bestandteil sowohl auf eine Endung eines Namens fremden Ursprungs als auch auf den Anfang eines Personennamens fremden Ursprungs mit demselben Bestandteil oder auf dessen Kurzform zurückführen lässt, werden beide Ausgangsformen angegeben.
Im Namensbestand der Kinder von 1991 bis 2010 wurden somit die folgenden neuen zweistämmigen Personennamen mit Stämmen aus Namen fremden Ursprungs gefunden:
Adimantė 1: ad– (< Adà, Adėlė) und mant– (vgl. Daūmantė),
Agmilė 2: ag– (< Ágnė, ebenso Agà, Ágė) und mil– (vgl. Dómilė),
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Aimándas 2: ai- (vgl. Aigùstė) und -mandas (< Amándas, Armándas) oder mand- (< Mándas, Armándas)¹⁵,
Akmìlė 3: ak- (< Akvilė)¹⁶ und mil- (siehe Agmilė↑),
Almándė 1: al- (vgl. Algìnà) und mand- (< Mánda, Amánda)¹⁷,
Brigimantas 1: brig- (< Brigė, Brigità) und mant- (vgl. Daùmantas),
Deĩminas 1: dein- (< Deĩnas (GVL 112)) und min- (vgl. Ar̃minas),
Džèivydà 1: džèi- (< Džèidė (GVL 228), Džèinė (GVL 228)) und vyd- (vgl. Ar̃vydė),
Èdmantė 3 (1): ed- (< Edà, Edità, außerdem Èdas, Èdmundas, Èdvardas) oder ed- < edm- (< Èdmundas) und mant- (siehe Adìmantė↑),
Edmintà 1: ed- oder edm- (siehe Èdmantė↑) und mint- (vgl. Armintà),
Egvìlija 1: eg- (< Ègė, Egìdija) und vil- (vgl. Dóvilė),
Eilándas 1: ei- (vgl. Eĩmantas) und -landas (< Erlándas, Rolándas),
Eisùità 2: eis- (vgl. Eismìnà) und -vita (< Jovità, Rosvità) oder vit- (< Vità)¹⁸,
Eitlándas 1: eit- (vgl. Eĩtminas) und -landas (siehe Eilándas↑),
Elìnantas 1 (1): el- (< Èlas, Èlis, Elìgijus) und mant- (siehe Brigimantas↑),
Èlmantė 1: el- (< Elà, Èlė, Elenà, Elvyrà)¹⁹ und mant- (siehe Adìmantė↑),
Ìgmantas 1: ig- (< Ìgnas, Ìgnius) und mant- (siehe Brigimantas↑),
Ìngvidė 1: ing- (< Ìnga, außerdem Ingridà, Ingebòrga) und vid- (vgl. Vìdmantė)²⁰,
Ìnvidas 1: in- (< Ìnas, Ìngvaras, Inocẽntas, ebenso Inà, Ìnga, Inesà) und vid- (vgl. Vìdmantas)²¹,
15 Z. Zinkevičius (2008: 111) skiria įprastą kamieną mand-, bet įvertinti jo pagrįstumą trūksta duomenų. Dėl svetimos kilmės vardų su mand- populiarumo Lietuvoje manytina, kad su jais sietinas ir naujųjų vardų dėmuo.
16 Dieser Name lässt sich vielleicht als eine Ableitung mit dem Suffix -ilė auffassen, die von v. Åkme mit dem Stamm akm- ausgeht (?). Einer der Gründe für die Vergabe eines Namens mit akm- könnte die häufige Werbung der UAB „ACME Film“ gewesen sein, einem der größten Filmverleiher im Baltikum, die während der Vorführungen dieser Filme gezeigt wurde. Ein weiterer möglicher Grund ist vielleicht eine assoziative Verbindung des Namens mit lit. akmuõ „Nuss“ (?). Auch Akmìlė könnte durch Euphemisierung umgebildet worden sein, und zwar direkt aus Akvìlė.
17 Zur Herkunft von mand- siehe Fußnote 15. Die Entstehung dieses Namens könnte auch durch engl. almond „Nuss“ beeinflusst worden sein.
18 Z. Zinkevičius (2008: 164) skiria įprastą kamieną vit-, bet atrodo, kad jį turintys tyrėjo minimi vardai yra skirtingos kilmės: vieni kilo iš pavardžių, kurios skolintos iš vokiečių kalbos (LPŽ II 1242), kiti yra dvikamienių asmenvardžių su vyd- ar vid- grafiniai variantai (Sinkevičiūtė, Račickaja 2014: 314), o trečių vardų patikimumui įvertinti trūksta duomenų, nors atrodo, kad daugelyje nereikia skirti dėmens vit-, o matyti priesagą -it, užrašytą -yt dėl tarminių ypatybių, grafinio perteikimo. Kadangi svetimkilmiai vardai su baigmeniu -vita dažni Lietuvoje, tai šis jų baigmuo galėjo išplisti ir į naujus vardus. Garsinis panašumas su vit- turinčiomis lietuvių pavardėmis taip pat galėjo paskatinti susidaryti naujus dvikamienius vardus su vit-.
19 Der Stamm dieses Namens, el-, könnte eine Abwandlung von al- sein, vgl. Àlmantė.
20 Zum Stamm vid- siehe Fußnote 8.
21 Zum Stamm vid- siehe Fußnote 8.
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Josuvìtė 1: jos- (vgl. Jóštautė) und -vita oder vit- (siehe Eisvità↑), Jusminà 1: jus- (< Jùstė, Justinà)²² und min- (siehe Eidminà), Jùstautė 1: jus- < just- (< Jùstė, Justinà)²³ und taut- (vgl. Gýtautė), Krìsmantas 2: kris- (< Kristijōnas, Kristupas, Kristis, außerdem Krìsas (GVL 254)) und mant- (siehe Brìgimantas↑), Kristmantas 1: krist- (< Kristijōnas, Kristupas, Kristis) und mant- (siehe Brìgimantas↑), Kristautas 1: kris- < krist- (siehe Kristmantas↑) und taut- (vgl. Výtautas), Lāvìltė 1: la- (< Latója (GVL 259), Latišà (GVL 259))²⁴ und vilt- (vgl. Dóvilte), Leodángas 1: leo- (< Lèò (GVL 263), Lė̀onas) und dang- (vgl. Aũdangas), Mãtautas 1: ma- < mat- (< Mãtas) und taut- (siehe Kristautas↑), Mãtuydas 1: mat- (< Mãtas) und vyd- (vgl. Ãrūydas), Mingrìdas 1: min- (vgl. Mìntautas) und -gridas (< Ingrìdas, Sigrìdas), Minrėntas 1: min- (siehe Mingrìdas↑) und -rentas (< Florėntas, Laurėntas), Nėd̀mantė 1: ned- (< Nė̀das (GVL 311), Nedà)²⁵ und mant- (siehe Adìmantė↑), Neilìmantas 1: neil- (< Neìlas (GVL 311)) und mant- (siehe Brìgimantas↑), Neimándas 1: nei- (vgl. Neĩmantas) und -mandas (siehe Aimándas↑), Òmantas 1: o- (< Òškaras, Òsvaldas) und mant- (siehe Brìgimantas↑),
22 Den Stamm jus- kann man auch als einheimisches Element betrachten, das mit litauisch jùsti. in Verbindung gebracht wird. Als Grundlage wurde die fremder Herkunft gewählt, wegen der Beliebtheit der Vornamen Jùstė, Justinà; außerdem gibt es den Vornamen Jùstautė (s. dort) mit assimiliertem Stammschluss just-.
23 Man kann auch den Stamm jus- unterscheiden, der mit den Vornamen Jùstė, Justinà sowie mit litauisch jùsti. in Verbindung gebracht wird. Die Abgrenzung von just- wurde gewählt, weil das zweite Element des Stammes mit dem Anlaut des zweiten Stammes übereinstimmt. Andererseits könnten die Vornamen Jusminà und möglicherweise auch Jausminà (s. dort) als assoziativ gebildete oder umgestaltete Personennamen nach dem häufigen ausländischen Vornamen Jasmine (vgl. seine Varianten Jasmin, Yasmin, DFN 173; siehe außerdem Fußnote 11) gedeutet werden, da diese Namen Mädchen gegeben wurden, die im Vereinigten Königreich geboren wurden. Dennoch wurde entschieden, die Elemente jus-, jaus- konsequent mit Appellativa in Verbindung zu bringen, da diese Elemente in anderen als neu geltenden zweistämmigen Namen wiederkehren, was ihre Eigenständigkeit zeigt.
24 Es wurde die Vermutung geäußert, dass das Element la- unter dem Einfluss von v. Lāvija entstanden sein könnte, das 2005–2008 durch die Tätigkeit der Journalistin Lavija Šurnaitė bekannt war (Sinkevičiūtė 2011: 219). Der in den Medien erwähnte Name Lāvijos könnte die Bildung von v. Lāvìltė beeinflusst haben. Hinzuzufügen ist jedoch, dass das Anfangselement la- auch in anderen Sprachen häufig bei der Bildung neuer Namen vorkommt (GVL 259); daher könnte v. Lāvìltė auch unter dem Einfluss ausländischer Namenstrends entstanden sein. Der von Z. Zinkevičius (2008: 105) angesetzte Stamm la- erscheint nicht plausibel, denn die von ihm genannten, aus Familiennamen rekonstruierten Personennamen sind keine zweistämmigen Namen: Einige sind aus anderen Sprachen entlehnt, andere aus Appellativen entstanden, und wieder andere sind Varianten weiterer litauischer Personennamen (LPŽ II 9–40).
25 Zu den Stämmen fremder Herkunft wurde ned- gezählt, denn der in Litauen gebräuchliche Männername Nėdas, von dem wahrscheinlich auch der Frauenname Nedà gebildet wurde, verbreitete sich aufgrund der in der englischen Sprache entstandenen und in vielen Sprachen verwendeten Kurzform Nėdas (zur Herkunft siehe GVL 311). Die Erklärung in LVKŽ 248, wonach Nedà (der Männername Nėdas kommt dort überhaupt nicht vor) eine Kurzform von Nedėjòs sei, überzeugt nicht, da Nedėjà ein ungebräuchlicher Name ist (den Angaben der Website vardai.vlkk.lt zufolge wurde er keinem Mädchen gegeben); daher ist anzunehmen, dass sich auch seine Kurzform nicht verbreitet hat.
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Nauji dvikamieniai asmenvardžiai 1991–2010 m. Lietuvos vardyne
Raigridas 1: rai- (vgl. Familienname Ráivydas) und -gridas (siehe Mingrìdas↑), Raksùilė 1: raks- < roks- (< Ròkšė (GVL 356), Roksanà (GVL 356)) und vil- (siehe Egùlija↑), Ramùita 1: ram- (vgl. Ramùyda) und -vita oder vit- (siehe Eisùita↑), Rèdminas 1: red- (< Rėdas) und min- (siehe Deĩnminas↑), Rèdyydas 1: red- (siehe Rèdminas↑) und vyd- (siehe Mãtyydas↑), Redvilė 1: red- (< Redà) und vil- (siehe Egùlija↑), Rìdmantė 1: rid- (< Ridà, auch Rìdas) und mant- (siehe Adìmantė↑), Rikvidà 1: rik- (< Rikárda, auch Rìkas, Rikárdas) und vid- (siehe Ìngvidė↑), Rìsmantė 1: ris- (< Risà (GVL 344), auch Rìsas (GVL 344)) und mant- (siehe Adìmantė↑), Rìtmantas 1: rit- (< Rità)²⁶ und mant- (siehe Brigìmantas↑), Sáivydas 1: sai- (< Sáimonas)²⁷ und vyd- (siehe Mãtyydas↑), Sangridas 1: san- (vgl. Sángirdas) und -gridas (siehe Mingrìdas↑), Simantà 1: si- < sim- (< Simà, Simonà)²⁸ und mant- (siehe Adìmantė↑), Simintà 2: si- < sim- (siehe Simantà↑) und mint- (vgl. Armintà), Titvydas 1: tit- (< Tìtas) und vyd- (siehe Mãtyydas↑), Tòmantė 1: to- < tom- (< Tomà, auch Tòmas) und mant- (siehe Adìmantė↑), Tùmantas 1: tu- < tum- (< Tùmas)²⁹ und mant- (siehe Brigìmantas↑), Visáldas 1: vis- (vgl. V ìsmantas) und -aldas (< Romuáldas, Renáldas) oder ald- (< Áldas, Romuáldas)³⁰, Vytárdas (oder Výtardas) 1: vyt- (< Výtas, Výtautas) und -ardas (< Eduárdas, Leonárdas oder Èdvardas, Rìcardas)³¹, Vìtgardas 1: vit- (< Vìtas) und gard- (vgl. Aĩgardas).
²⁶ Der Stamm rit- könnte auch appellativischen Ursprungs sein – umgebildet aus litauisch rytàs, v. Rýtis. Die angenommene fremde Herkunft von rit- wird mit der Beliebtheit des Vornamens Rità erklärt.
²⁷ Sáimonas ist die im Litauischen adaptierte Form des englischen Vornamens Sìmonas. In Anlehnung an den Personennamen Saĩmantas unterscheidet Z. Zinkevičius (2008: 131) den Stamm sai-, doch wegen der unzureichenden Daten ließ sich dieser Personenname nicht identifizieren; falls es sich um einen neuen Namen handelt, ist anzunehmen, dass er ebenfalls durch Umbildung des Vornamens Sáimonas entstanden sein könnte.
²⁸ Der Stamm si- dieses Namens kann als entstellte Form von sy- angesehen werden, vgl. Sýmantė.
²⁹ Nors Z. Zinkevičius (2008: 152) ir skiria kamieną tum-, tačiau prie šio kamieno teikiamas asmenvardis yra kilęs iš pavardės, kurios pamatas, atrodo, yra apeliatyvas (LPŽ II 1082) ir todėl nelaikytinas įprastu.
³⁰ Der Stamm ald- lässt sich auch mit litauisch Áldas verbinden, vgl. Aldõnas; angesichts der Position von ald- im zweiten Stamm des neuen Namens erscheint jedoch ein Zusammenhang mit Personennamen fremder Herkunft überzeugender.
³¹ Der Zusammenhang des Zweitstammbestandteils -ard- mit den Stämmen gard- und vard- (vgl. Eĩgardas, Gẽdvardas) erscheint zweifelhaft, da litauische Personennamen mit diesen Stämmen viel seltener sind als Namen fremder Herkunft (siehe www.vardai.vlkk.lt).
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Neue zweistämmige Personennamen mit Stämmen fremder Herkunft sind unter allen Namen am häufigsten. Dies zeigt, dass die Bedeutung der Stämme bei der Bildung neuer Namen nicht wichtig ist. Da neue Bestandteile mit allgemein bekannten Namen fremder Herkunft in Verbindung gebracht werden, ist die Bekanntheit der Person, nach der sie benannt sind, einer der Gründe für das Entstehen eines neuen Bestandteils. In den Namen wiederholten sich die fremdsprachigen Bestandteile ag-, ak-, ed-, el-, kris-, krist-, mat-, red- und sim-; daher ist anzunehmen, dass sie zu festen Bestandteilen neuer Personennamen werden.
Die meisten Bestandteile fremder Herkunft treten als Erststämme neuer Namen auf (42 von 55). Somit beginnen die Namen dieser Gruppe meist mit neuen Bestandteilen fremder Herkunft. Viele Erststämme entstanden aus der ersten offenen Silbe (siehe Adà, Brigità, Deĩnas, Edità, Egìdija, Èlas, Ìnas, Mãtas, Nèdas, Neĩlas, Rèdas, Redà, Ridà, Rikárda, Risà, Rità, Simà, Tìtas, Tòma, Tùmas, Vìtas) oder der ersten geschlossenen Silbe (siehe Ĩnga, Ròksė) eines Namens fremder Herkunft und dem ersten Konsonanten der zweiten Silbe. Offenbar wurde diese Stammstruktur durch die Grundlage geprägt: Am häufigsten hat die zweite Silbe des zugrunde liegenden Namens einen einkonsonantigen Anlaut. Diese Grundlage ist jedoch auch dann gegeben, wenn der Anlaut der zweiten Silbe zweikonsonantig ist (siehe Ãgnė, Akvilė, Ĩgnas, Jùstė, Kristijõnas). Wenn ein Name fremder Herkunft zum Stamm wird, bildet somit meist die erste Silbe zusammen mit dem ersten Konsonanten der folgenden Silbe seine Grundlage, unabhängig von der Struktur der zweiten Silbe und davon, ob die erste Silbe offen ist.
Die Erststämme just- und krist- bestätigen diese Aussage ebenfalls, denn bei den Namen Jùstautė, Kristautas (mit Ausnahme von Kristmantas) ist der letzte Konsonant des Auslauts des Erststamms an den ersten Konsonanten der zweiten Silbe angeglichen. Andererseits könnte der zweite übliche Stamm der Vornamen Jùstautė, Kristautas auch an den anlautenden Konsonanten des Erststamms angeglichen worden sein.
Die Grundlage anderer Erststämme ist entweder die erste offene Silbe (vgl. džei-, la-, o-, sai-) oder die ersten beiden Silben (vgl. leo-) von Namen fremder Herkunft. Dies zeigt, dass bei der Übernahme eines Teils der Grundlage in einen neuen Personennamen der Anlaut und der Silbenkern seiner ersten Silbe die wichtigsten Teile sind.
Die selteneren Bestandteile an der Position des Zweitstamms stammen aus den Endungen von Namen. Aufgrund ihres Wiederauftretens in verschiedenen Namen und mehrerer Kombinationen mit denselben üblichen Stämmen ist anzunehmen, dass die Endungen -gridas, -landas, -mandas und -vita32 zu festen Namenbestandteilen werden. Andere Endbestandteile, -aldas, -rentas, sind selten; sie zeigen jedoch, dass neue Bestandteile gewöhnlich aufgrund der Bekanntheit mehrerer Personennamen entstehen, die sie enthalten (siehe Floreñtas, Laureĩtas und Romuáldas, Renáldas). Somit finden an der Position des zweiten Bestandteils zweistämmiger Namen Veränderungen statt – auch hier gibt es neue Bestandteile, bei denen es sich am häufigsten um Endungen von Namen fremder Herkunft handelt.
32 Wahrscheinlich gehört auch der Vorname Almándė hierher.
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6.
ZWEISTÄMMIGE PERSONENNAMEN MIT ZWEI NEUEN STÄMMEN
Im litauischen Vornamenbestand von Kindern wurden auch Personennamen gefunden, die aus zwei neuen Stämmen gebildet sind. Beide Bestandteile sind aus Appellativa, Kurzformen oder Namen fremder Herkunft entstanden und als Stämme weder im LVKŽ noch in den zweistämmigen Onymen des LPŽ oder im Verzeichnis der gebräuchlichen Stämme von Z. Zinkevičius (2008: 73–169) belegt; bis 1990 (einschließlich) bildeten sie auch keine solche Stammkombination in einem einzelnen Namen.
Somit wurden im Vornamenbestand von Kindern für den Zeitraum 1991–2010 folgende zweistämmige Personennamen gefunden, die aus zwei neuen Stämmen gebildet sind:
Egvitas 1: eg- (< Ėgis, Egidijus) und -vitas (< Jovitas) oder vit- (< Vitas),
Deisvinà 1: deis- (< (?) Deižė (GVL 110)) und -vina (< Malvinà, Alvinà)33,
Gaivándas 1: gaiv- (< gaivùs, außerdem Gaivỹs, Gaĩvilas) und -andas (< Armándas, Rolándas),
Jolovìtà 1: jol- (< Jòlė, Jolánta, Jolità) und -vita (< Jovità, Rosovità) oder vit- (< Vitá)34,
Jorėstas 5: jor- (< Jõris) und -estas (< Ernėstas, Orėstas),
Jormándas 1: jor- (siehe Jorėstas↑) und -mandas (< Amándas, Armándas) oder mand- (< Mándas, Armándas)35,
Jùstvitas 1: just- (< Jùstas, Justìnas) und -vitas oder vit- (siehe Egvitas↑),
Jusuvità 1: jus- (< Jùstė, Justinà)36 und -vita oder vit- (siehe Jolovità↑),
Regvitas 2: reg- (< Rėgis, Regimantas) und -vitas oder vit- (siehe Egvitas↑),
Sõdautas 1: sod- (< sõdas) und -autas (< Gýtautas, Výtautas)37.
Die ersten Stämme dieser Namen sind appellativisch (gaiv-, jor-, sod-) oder stammen aus fremden Namen (eg-, deis-, jol-, jus-, just-, reg-). Dass die letztgenannten Bestandteile häufiger vorkommen, bestätigt, dass neue Namen meist mit Bestandteilen fremder Herkunft beginnen. Die Bestandteile eg-, jor-, jus- und just- wiederholten sich sowohl in diesen Namen als auch in Namen mit einem neuen Stamm, was darauf hindeutet, dass auch sie zu beständigen Bestandteilen neuer Namen werden.
33 Der Bestandteil vin- kann auch als Stamm litauischer zweistämmiger Namen gelten (vgl. Eisvinà, Eivinà); die Verbindungen zu Namen fremder Herkunft sind jedoch überzeugender, da diese Namen im litauischen Vornamenbestand häufiger vorkommen.
34 Zu Stamm vit- siehe Fußnote 18.
35 Zum Stamm mand- siehe Fußnote 15.
36 Zum Stamm jus- siehe Fußnote 22.
37 Die Autoren des LVKŽ bezeichnen das Element -autas in den Namen Gedáutas, Výtautas als Suffix, wahrscheinlich in Anlehnung an Pranas Skardžius (1996: 365), obwohl das Element -autas in neuen litauischen Namen aus einem Teil des häufigen zweiten Namensstamms zweistämmiger Namen, taut-, hervorgegangen sein könnte, der als Endung interpretiert wurde.
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Mit Ausnahme von just- entstanden alle Stämme aus der ersten Silbe und dem ersten Konsonanten der zweiten Silbe. Dies bestätigte die bereits geäußerte Annahme, dass der zum neuen Element werdende Namensanfang gewöhnlich die erste Silbe und den Anfang der folgenden Silbe umfasst.
Das zweite Element dieser Namensgruppe stammt meist aus Endungen von Namen fremder Herkunft (siehe -andas, -estas, -mandas, -vina, -vita, -vitas); vereinzelt trat auch die Endung einheimischer zweistämmiger Namen auf (siehe -autas). Aufgrund ihrer Wiederholung sind die Elemente -estas, -mandas, -vita und -vitas als feste Bestandteile neuer Namen anzusehen. Dies stützt auch die frühere Annahme, dass Endungen fremder Herkunft am häufigsten in die Position des zweiten Stamms übergehen.
7. TENDENZEN BEIM GEBRAUCH GELÄUFIGER STÄMME IN NEUEN ZWEISTÄMMIGEN NAMEN
Bei der Bildung von Namen mit neuen Stämmen bleibt das Ende des Personennamens traditioneller, da geläufige Stämme meist das zweite Element bilden. Sie sind drei- oder viergliedrig, doch Namen mit neuen Elementen aus allen drei Gruppen werden üblicherweise nur mit geläufigen dreigliedrigen Stämmen gebildet. Dies zeigt die Vielseitigkeit geläufiger dreigliedriger Stämme.
Am häufigsten wiederholte sich der zweite Stamm mant-, der bei Männer- und Frauennamen gegenüber anderen Stämmen dominiert (in 12 beziehungsweise 11 verschiedenen Personennamen). Die Verbreitung von mant- lässt sich durch die Häufigkeit der zweistämmigen Namen Eimantas, Deimantė, Dōrmantas, Žygimantas, die diesen Stamm enthalten, im Untersuchungszeitraum³⁸ sowie durch die Beliebtheit der Kurzform Mantas erklären, die 1991–2010 der zweithäufigste litauische Personenname war³⁹. Somit ist auch dann, wenn geläufige Stämme zu Bestandteilen neuer Namen werden, ihre Häufigkeit in den zugrunde liegenden Namen von Bedeutung.
Die übrigen zweiten Stämme sind seltener: Mit vyd- wurden 8, mit vil- 7, mit min- und vid- jeweils 6, mit mil- und taut- jeweils 4 und mit mint- 3 neue eigenständige zweistämmige Namen gebildet. Mit den Stämmen vil- und min- werden häufiger Frauennamen gebildet, mit vyd- und vid- etwas mehr Männernamen; die Stämme mil- und mint- sind dagegen nur für Frauennamen charakteristisch. Es ist anzunehmen, dass die Verbreitung dieser Stämme in Namen ebenfalls von der Häufigkeit der Männer- und Frauennamen abhängt, die diese Stämme enthalten.
Geläufige erste Namensstämme gibt es weniger, und in neuen Personennamen wiederholen sie sich oft nicht: In verschiedenen Namen kommen die Stämme al-, do- jeweils zweimal vor,
38 Die einsilbigen Namen mit diesem Stamm gehören zu den hundert häufigsten Namen der Jahre 1991–2010 (Eimantu wurden 3357, Dōmantu 2961, Žygimantu 2205 Jungen und Deimante 4773 Mädchen genannt).
39 Mit diesem einsilbigen Namen wurden mehr als 10 100 Jungen benannt.
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min- und rai-, die übrigen jeweils einmal. Dies lässt sich wahrscheinlich damit erklären, dass diese ersten Stämme sich auch in gewöhnlichen zweistämmigen Namen seltener wiederholen als die zweiten.
Die ersten gewöhnlichen Namensstämme können zwei-, drei- und viergliedrige Strukturen aufweisen, wobei Letztere selten sind. Aus den häufigeren zwei- und dreigliedrigen Stämmen geht hervor, dass neue, mit einem Konsonanten beginnende zweite Bestandteile sowohl an offene als auch an geschlossene erste Stämme angefügt werden; beim Übergang eines gewöhnlichen Stammes in neue Namen ist es daher wichtig, dessen Ganzheit zu bewahren.
8. ZUSAMMENFASSUNG
Die Namen litauischer Kinder aus den Jahren 1991–2010 zeigen eine Invasion neuer Bestandteile in litauische zweistämmige Namen, wie sie bereits bei historischen Personennamen beobachtet wurde; die Bildung dieser neuen Namen ist als Fortsetzung der Erneuerung zweistämmiger Namen früherer Jahrhunderte anzusehen. Die neuen Bestandteile sind meist Namen fremder Herkunft, seltener Appellativa oder Kurzformen zweistämmiger Personennamen. Die Häufigkeit derartiger fremdsprachiger Grundlagen zeigt, dass die Bedeutung ihrer Bestandteile bei der Namensbildung keine Rolle spielt.
Einige Bestandteile wiederholten sich in verschiedenen Namen und wurden mehrmals mit denselben gewöhnlichen Stämmen verbunden. Daher wird angenommen, dass diese Bestandteile zu festen Elementen neuer zweistämmiger Namen geworden sind. Diese Stämme sind appellativischen Ursprungs (aus-, jaus-, jor-, ras-, rut-, vild-), aus Kurzformen entstanden (kėst-, mind-) und fremder Herkunft (ag-, ak-, ed-, eg-, el-, jus-, just-, kris-, krist-, mat-, red-, sim- sowie -estas, -gridas, -landas, -mandas, -vita(s)). Daraus geht hervor, dass die wichtigste Voraussetzung für die Entstehung eines neuen Stammes die Bekanntheit der Personennamen ist, die ihn enthalten; ausgenommen sind jaus-, vild-, die sich offenbar aufgrund der Semantik der Appellativa verbreitet haben.
Neue Bestandteile sind häufiger erste Stämme zweistämmiger Namen. Ihre gewöhnlichste Grundlage bilden die erste offene oder geschlossene Silbe sowie der erste Konsonant der zweiten Silbe. Zu neuen Anfangsbestandteilen von Namen werden daher gewöhnlich jene Teile der Grundlage, die über die erste Silbe hinausreichen; die Struktur des neuen Bestandteils hängt nicht davon ab, ob die erste Silbe des Basiswortes geschlossen ist. Offene erste neue Stämme zeigen, dass bei der Übernahme des Wortanfangs in einen zweistämmigen Personennamen vor allem der Anlaut und der Silbenmittelteil der ersten Silbe maßgeblich sind.
Seltenere neue zweite Bestandteile sind zweierlei: Sie stammen entweder aus Wortanfängen oder aus Endungen anderer Namen. Aus Wortanfängen entstandene zweite Bestandteile gehören gewöhnlich zur selben Grundlage wie die ersten. Aus Endungen anderer Namen hervorgegangene Bestandteile nehmen ausschließlich die Position des zweiten Bestandteils ein; meist handelt es sich dabei um Endungen von Namen fremder Herkunft. Dennoch bestätigt das aus dem zweistämmigen Namen stammende Element -autas, das zu einer solchen Grundlage wurde, dass für das Entstehen eines neuen Bestandteils die Bekanntheit der Personennamen, die ihn enthalten, wichtig ist, während die Herkunft der Namen und die Bedeutung ihrer Grundlagen keine Rolle spielen.
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Bei der Bildung von Personennamen wurden gewöhnliche Stämme, die häufiger als zweite Bestandteile vorkommen, bisweilen an neue erste Bestandteile angefügt; dies zeigt sich an der Endung des neuen ersten Bestandteils, die mit dem Anlaut des gewöhnlichen Bestandteils übereinstimmt. Gewöhnliche zweite Stämme sind drei- und viergliedrig; die meisten Namen mit neuen Stämmen aller erörterten Herkunftsgruppen werden jedoch mit dreigliedrigen Stämmen gebildet, was deren Vielseitigkeit zeigt. Angesichts der Beliebtheit von mant- in neuen Namen lässt sich vermuten, dass auch die Häufigkeit gewöhnlicher Bestandteile in neuen Namen von der Beliebtheit ihrer Grundlage, der zweistämmigen Namen, abhängt. Gewöhnliche erste Stämme kamen seltener vor und wiederholten sich in neuen Namen nicht so häufig wie zweite Stämme. Dies zeigt, dass sie auch in den zweistämmigen Namen, aus denen sie übernommen wurden, nicht häufig sind.
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New Compound Proper Names of the Period 1991–2010 in the Lithuanian Onomasticon
SUMMARY
The names given to children during the period 1991–2010 make it clear that new compound proper names are being constantly created in Lithuania. Most new members are of foreign origin, whereas those originating from appellatives or from hypocoristic names are rarer. This fact shows that the main factor at work is the popularity of a given name rather than the meaning of lexemes. The stems aus-, jaus-, jor-, ras-, rut-, vild- (of appellative origin), kest-, mind- (of hypocoristic origin), ag-, ak-, ed-, eg-, el-, jus-, just-, kris-, krist-, mat-, red-, sim- bei -estas, -gridas, -landas, -mandas, -vita(s) (of foreign origin) have become stable members of the Lithuanian stock of proper names. New members usually occur as the first member of compound names which implies that a higher number of compound names begin with new components. The most common base of the new first components
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DAIVA SINKEVIČIŪTĖ
is the first syllable and the first consonant of the second syllable, which shows that in the creation of new components its meaningful part surpasses the limits of the syllable. As the second member we have two possibilities: the beginning or the end of a proper name. In this case new members also originated as a consequence of the popularity of a given proper name. Traditional components are usually found as the second member of compound names. They can consist of either three or four phonemes, but compound names whose first member belongs to any of the above mentioned three possible origins are found only with second members consisting of three phonemes. The high frequency of the member mant- shows that the success of traditional components is also dependent on the popularity of a given compound proper name.
Įteikta 2015 m. liepos 15 d.
DAIVA SINKEVIČIŪTĖ
Baltistikos katedra, Vilniaus universitetas
Universiteto g. 5, LT-01513 Vilnius, Lietuva
[email protected]
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Acta Linguistica Lithuanica LXXIII