Petro Gotlybo Milkaus verstos giesmės Prūsijos Lietuvos oficialiajame evangelikų liuteronų giesmyne: kiekybinis aspektas
Full text
BIRUTĖ TRIŠKAITĖ
Institut für Litauische Sprache
ORCID-ID: orcid.org/0000-0003-2286-4080
Forschungsgebiete: das Schrifttum Preußisch-Litauens im 16.–18. Jahrhundert, die Geschichte der zweisprachigen litauischen Lexikografie und der geschriebenen litauischen Sprache.
DOI: doi.org/10.35321/all85-05
PETRO GOTLYBO MILKAUS VERSTOS GIESMĖS PRŪSIJOS LIETUVOS OFICIALIAJAME EVANGELIKŲ LIUTERONŲ GIESMYNE: KIEKYBINIS ASPEKTAS
Die von Peter Gottlieb Mielcke übersetzten Lieder im offiziellen Gesangbuch für die evangelischen Lutheraner Preußisch-Litauens: quantitativer Aspekt
ZUSAMMENFASSUNG
Der Beitrag untersucht quantitativ den Beitrag von Peter Gottlieb Mielcke (1695–1753) zum Liedrepertoire des Gesangbuchs von Johann Behrendt (1667–1737) Iß naujo perweißdėtos ir pagérintos Giesmû=Knygos (Königsberg, 1732, ²1735 u. a.) und erörtert außerdem die Rezeption der von Mielcke übersetzten Lieder in späteren Redaktionen und Ausgaben des offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuchs Preußisch-Litauens. Die Analyse der Liedrepertoires der Gesangbücher des 18.–20. Jahrhunderts ergab, dass das erste Behrendt’sche Gesangbuch am stärksten durch Mielckes Lieder erweitert wurde; in einigen späteren Ausgaben wurde zudem ein von Mielcke übersetztes Lied Adam Friedrich Schimmelfennig (1699–1763) zugeschrieben.
SCHLÜSSELWÖRTER: litauisches Schrifttum des 18. Jahrhunderts, Peter Gottlieb Mielcke, offizielles evangelisch-lutherisches Gesangbuch Preußisch-Litauens
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Die von Peter Gottlieb Mielcke übersetzten Lieder im offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuch Preußisch-Litauens: quantitativer Aspekt; Gesangbuch, Gesangbuch von Johann Behrendt Iß naujo pérweizdėtos ir pagerintos Giesmũ=Knygos (1732).
Z U S A M M E N F A S S U N G
Der Beitrag analysiert aus quantitativer Sicht den Beitrag von Peter Gottlieb Mielcke (1695–1753) zum Liedrepertoire im Gesangbuch von Johann Behrendt (1667–1737) Iß naujo pérweizdėtos ir pagerintos Giefmũ=Knygos (Königsberg, 1732, 1735 usw.). Außerdem wird die Aufnahme der von Mielcke übersetzten Lieder in die späteren Ausgaben und Fassungen des offiziellen Gesangbuchs für die evangelischen Lutheraner Preußisch-Litauens erörtert. Die Analyse der Liedrepertoires der Gesangbücher des 18.–20th Jahrhunderts zeigt, dass Mielcke den bedeutendsten Beitrag zur ersten Ausgabe des Behrendt’schen Gesangbuchs leistete. Zudem wurde in bestimmten späteren Ausgaben des Gesangbuchs ein von Mielcke übersetztes Lied irrtümlich Adam Friedrich Schimmelpfennig (1699–1763) zugeschrieben.
SCHLÜSSELWÖRTER: litauisches Schrifttum des 18. Jahrhunderts, Peter Gottlieb Mielcke, offizielles evangelisches Gesangbuch für die Lutheraner Preußisch-Litauens, Gesangbuch von Johann Behrendt Iß naujo pérweizdėtos ir pagerintos Giefmũ=Knygos (1732).
Der Absolvent der Universität Königsberg, der erste bekannte Dozent des dortigen Litauischen Sprachseminars, der evangelisch-lutherische Pfarrer von Georgenburg (lit. Georgenburg) und Mielkiemie, Peter Gottlieb Mielcke (1695–1753), Vater des berühmten Kantors von Pillkallen, Christian Gottlieb Mielcke (1733–1807), war einer der aktivsten Förderer des litauischen Schrifttums in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Seine Verdienste stehen vor allem mit dem von dem Oberhofprediger und Theologieprofessor Johann Jacob Quandt (1686–1772) geleiteten kollektiven Verlagsprojekt litauischer religiöser Bücher in Verbindung: Mielcke ist als einer der Übersetzer der ersten gedruckten litauischen Bibel (1735) und als Korrektor der gesamten Übersetzung bekannt, ferner als einer der Herausgeber des neuen offiziellen Gesangbuchs (1732) und als Übersetzer von Liedern sowie als Korrektor des Neuen Testaments (1727). Außerdem übersetzte er mindestens fünf Erlasse der preußischen Regierung; erst kürzlich wurde festgestellt, dass ihm zahlreiche Ergänzungen im handschriftlichen Wörterbuch Clavis Germanico-Lithuana (Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert) zuzuschreiben sind (Triškaitė 2013: 39–86). Der vorliegende Beitrag konzentriert sich auf einen Bereich von Mielckes lituanistischer Tätigkeit – die Übersetzung von Liedern.
In der Historiografie des litauischen Schrifttums schwankt die angegebene Zahl der von Mielcke übersetzten und veröffentlichten Lieder. So nannte Gottfried Ostermeyer (1716–1800) in seinem Werk Erfte Littauifche Liedergefchichte und später Mykolas Biržiška
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in seinem Buch Iš mūsų kultūros ir literatūros istorijos 18 (Ostermeyer 1793: 253; Ostermejeris 1996: 418; Biržiška 1931: 243); Ansas Bruožis nannte in der Studie Mažosios Lietuvos buvusieji rašytojai ir žymesnieji lietuvių kalbos mylėtojai etwa 18 ([Bruožis] 1920: 43), Vaclovas Biržiška in Aleksandryne (1963) 17 oder 16 (BržA II 52–53), während die in Boston herausgegebene Lietuvių enciklopedijoje (1959), ferner die Mažosios Lietuvos enciklopedijoje (2006) und das Mažosios Lietuvos enciklopedijos žinyne (2015) nur 16 angeben (LE XVIII 473; MLE III 117; MLEŽ 472). Darüber hinaus wird in Anlehnung an Ostermeyer gewöhnlich vorbehaltlos die Auffassung vertreten, dass Adam Friedrich Schimmelfennig (1699–1763) die meisten Lieder zum von Johann Behrendt (1667–1737) zusammengestellten Gesangbuch beigesteuert habe (vgl. „Schimmelpfennig hat zu dem Behrendtſchen Gefangbuch das meiſte geliefert“, Ostermeyer 1793: 130; Ostermejeris 1996: 364).
Ziel dieses Beitrags ist es, den quantitativen Beitrag Peter Gottlieb Mielckes zum Repertoire des Gesangbuchs von Johann Behrendt zu bewerten, indem das Verhältnis zum Beitrag anderer Übersetzer aufgezeigt wird, und außerdem die Rezeption der von Mielcke übersetzten Lieder in späteren Ausgaben und Redaktionen des offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuchs Preußisch-Litauens zu bestimmen. Für die Analyse werden historisch-vergleichende sowie analytisch-deskriptive Methoden herangezogen.
1. DIE LIEDER VON PETER GOTTLIEB MIELCKE IN DER AUSGABE DES GESANGBUCHS VON 1732
Die von dem Pfarrer von Georgenburg, Peter Gottlieb Mielcke, übersetzten Lieder wurden erstmals in der ersten Ausgabe des von dem Oberpfarrer von Insterburg (lit. Insterburg), Johann Behrendt, bearbeiteten neuen offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuchs für Preußisch-Litauen Iß naujo perweiždėtos ir pagerintos Giefmų=Knygos gedruckt. Es erschien 1732 in Königsberg in der Druckerei von Johann Friedrich Reussner (?–1742) (im Folgenden – G1732). Das neue Gesangbuch wurde im Rahmen der Umsetzung des Verlagsprogramms von Johann Jacob Quandt für litauische religiöse Bücher erstmals zusammengestellt.
Nach Ostermeyer war Mielcke bei der Vorbereitung des neuen Gesangbuchs ein eifriger Helfer Behrendts: „Peter Gottlieb Mielcke [...] [w]ar [...] beym damaligen Gefangbuch [...] Behrendts vornehmster Gehülfe“ (Ostermeyer 1793: 253; Ostermejeris 1996: 418). Die Bedingungen für die Zusammenarbeit dieser beiden Pfarrer nicht nur am Gesangbuch, sondern auch an der litauischen Bibel waren günstig, denn Mielcke diente vom Frühjahr 1726 bis Ende 1735 in Georgenburg, das in der Nähe des kirchlichen Zentrums Insterburg lag, wo Behrendt Pfarrer war.
Mielcke selbst erwähnte seinen Beitrag zum neuen Gesangbuch in einem an die preußische Regierung in Königsberg gerichteten Gesuch vom 23. April 1731. Er erklärte, er habe das Gesangbuch verbessert, abgeschrieben und viele neue Lieder übersetzt: „habe ich das Littauſche Gefang=Buch verbefſert, abgeſchrieben, und viele neue Lieder überſetzet“
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Die von Peter Gottlieb Mielcke übersetzten Lieder im offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuch Preußisch-Litauens: quantitativer Aspekt
(Mielcke 1731–04–23: 21r; Faksimile, Transkription und Übersetzung siehe Triškaitė, Sidabraitė 2019: 98–99, 105). Die Zahl seiner übersetzten und eingereichten Lieder nannte er nicht; sie lässt sich jedoch anhand des bis heute erhaltenen und derzeit einzigen bekannten Exemplars der ersten Ausgabe feststellen, das in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SBB PK: En 9820) Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz aufbewahrt wird (LBP 18, Nr. 135), da die Übersetzer bei den Liedern durch Kryptonyme angegeben sind.
Um Mielckes quantitativen Beitrag zum neuen Gesangbuch zu bewerten, ist zu berücksichtigen, dass Behrendt sich auf das zu Beginn des 18. Jahrhunderts erschienene, von dem Pfarrer von Budwethen Friedrich Sigmund Schuster (1671–1750) herausgegebene Gesangbuch Naujos pagėrintos Giefmjų=Knygos (1705, im Folgenden – G1705) stützte – die dritte Ausgabe des Gesangbuchs von Daniel Klein (1609–1666) Naujos Giefmjų Knygos (1666), aus der drei Viertel der Lieder übernommen wurden (LB I 45; Michelini 2009: 97). Mielckes Beitrag ist daher auf zwei Ebenen zu bewerten; genauer gesagt, ist sein Beitrag zum neuen Repertoire des Gesangbuchs und zum gesamten Repertoire, das sowohl die neuen als auch die alten Lieder umfasst, zu bestimmen.
In der Ausgabe von 1732 und später wurden Mielckes übersetzte Lieder mit dem Kryptonym „P. G. M. P. G.“ gekennzeichnet, d. h. P[eter] G[ottlieb] M[ielcke,] P[astor] G[eorgenburgensis] (Peter Gottlieb Mielcke, Pfarrer von Georgenburg). Die Titel der von Mielcke übersetzten und in der ersten Ausgabe des neuen Gesangbuchs gedruckten Lieder sind in Tabelle 1 aufgeführt (alphabetisch nach dem ersten Liedwort). Davon wurden 6 im Hauptteil des Gesangbuchs und 13 im Anhang „Appendix arba Kittos naujos Giefmes ßwėžey pridėtos“¹ veröffentlicht (siehe Tabelle 3).
TABELLE 1. Die in G1732 veröffentlichten, von Peter Gottlieb Mielcke übersetzten Lieder und ihre deutschen Originale
Titel der in G1732 veröffentlichten litauischen Übersetzungen Mielckes (Anzahl der Strophen)
Titel der in G1732 angegebenen deutschen Originale (Anzahl der Strophen)
Autoren der deutschen Originale
IĖy Pon’s Diew’s mus nę́gelbėtu (3 str.) ← Wăr GOtt nicht mit uns diefe Ȝeit (3 str.) Martin Luther (1483–1546)
IĘsau Kristau, kurs tu gawaï (3 str.) ← Der Du HErr IEsu Ruh und Raft (3 str.) Georg Werner (1589–1643)
¹ Vermutlich bestimmte das Bestreben, möglichst viele neue Lieder zu veröffentlichen, die Gliederung des Behrendt’schen Gesangbuchs von 1732: Es erschien nicht als einheitliches Werk, sondern bestand aus einem Hauptteil (G1732 1–358, Nr. 1–301) und einem Anhang (G1732 359–408, Nr. 302–335). Offenbar waren nach der Übergabe des Hauptteils an die Druckerei weitere neue Lieder noch für den Druck vorbereitet worden; daher wurden sie später im Anhang gedruckt.
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Jesus Christus, ich rufe dich an (13 Str.)
←
HErr IEſu Chrift ich ſchrey zu dir (13 str.)
anonym
Jesus, du Freude des Himmels (8 Str.)
←
IEſu meines Lebens Leben (8 str.)
Ernst Christoph Homburg (1607–1681)
Wenn die Sünde mich quälen will (8 Str.)
←
Wenn meine Sēund mich kräncken (8 str.)
Justus Gesenius (1601–1673)
Lobt Gott im Himmel, ihr Christen (8 Str.)
←
Lobt GOtt ihr Chriften allzug[leich] (8 str.)
Nicolaus Herman (~1500–1561)
Sei uns gnädig, Gott (3 Str.)
←
Es wolt uns GOtt genädig ſeyn (3 str.)
Martin Luther
Liebe Christen, freut euch (10 Str.)
←
Nun freut euch lieben Chriften (10 str.)
Martin Luther
Liebe Christen, freut euch (5 Str.)
←
Sey freudig arme Chriftenheit (5 str.)
Valentin Thilo (1607–1662)
Mein lieber Jesus, schenke mir deine Gnade (9 Str.)
←
Laß mich jetzt ſpühren IEſu dein Erbarmen (9 str.)
Heinrich Bussenijus (~1626–1665)
Gepriesen und gelobt sei auch Gott (3 Str.)
←
GOtt ſey gelobet und gebenedeıet (3 Str.)
Martin Luther
Befiehl dem lieben Gott deine Wege (12 Str.)
←
Befiehl du deine Wege (12 str.)
Paul Gerhardt (1607–1676)
Vor Gott, den Geliebten (9 Str.)
←
Ich habs verdient/ was will ich doch (9 Str.)
Paul Gerhardt
Jubelt, ihr Gläubigen (6 Str.)
←
Nun jauchtzet all ihr Frommen (6 str.)
Michael Schirmer (1606–1673)
Mit Dank singt nun fröhlich Lob (9 Str.)
←
Nun dancket all’ und bringet Ehr (9 Str.)
Paul Gerhardt
Richtet innig euer aller Herz (4 Str.)
←
Mit Ernſt o Menſchen Kinder (4 str.)
Valentin Thilo
Heiliger Geist, besuche uns (7 Str.)
←
O Heil’ger Geift kehr bey uns ein (8 str.)
Michael Schirmer
Du, lieber Jesus, meine Seele (12 Str.)
←
IEſu/ der du meine Seele (12 str.)
Johann Rist (1607–1667)
Allmächtiger ewiger Vater, erbarme dich unser (3 Str.)
←
O allmächtiger ewiger Vater/ erbarm dich unser (3 str.)
Johann Horn (~1490–1547)
Wie ersichtlich, waren die Autoren der von Mielcke übersetzten deutschen Lieder die bedeutendsten Schöpfer des 16. und 17. Jahrhunderts. Er übersetzte vier Lieder Martin Luthers (1483–1546) und drei
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Die von Peter Gottlieb Mielcke übersetzten Lieder im offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuch Preußisch-Litauens: quantitativer Aspekt
Lieder von Paul Gerhardt (1607–1676), je zwei Lieder von Michael Schirmer (1606–1673) und Valentin Thilo (1607–1662) sowie je ein Lied von Johannes Horn (~1490–1547)², Nicolaus Herman (~1500–1561), Georg Werner (1589–1643), Heinrich Bussen († ~1626–1665), Justus Gesenius (1601–1673), Johannes Rist (1607–1667) und Ernst Christoph Homburg (1607–1681), außerdem ein anonymes Lied³ (siehe Tabelle 1). Es wurde festgestellt, dass Mielcke 15 deutsche Lieder erstmals ins Litauische übersetzte, während 4 seiner Übersetzungen neue Varianten bereits früherer Übersetzungen darstellen (Michelini 2010: 133–161, außerdem 225–226).
Die übrigen in der Ausgabe von 1732 angegebenen Kryptonyme belegen, dass neben Mielcke noch mehrere Pfarrer Preußisch-Litauens durch neue Liedübersetzungen zum Behrendt’schen Gesangbuch beitrugen. Die mit den Kryptonymen „J. B. Arch. Inft.“, „I. B. Arch. I.“ und „J. B. A. J.“ gekennzeichneten Lieder übersetzte Behrendt selbst; „A. F. S. P. P.“ bezeichnet den Pfarrer von Papelken, Adam Friedrich Schimmelfennig; „P. R. P. W.“ den Pfarrer von Walterskehmen, Philipp Ruhig (1675–1749); „C. St. P. S.“ den Pfarrer von Szeldwethen, Christian Stimer (Stimehr, 1676–1750); „A. L. P. M.“ den Pfarrer von Memel, Abraham David Lüneburg (1670–1743); „J. J. S. Pašt. Ruff.“ den Pfarrer von Ruß, Johann Jacob Sperber (1679–1741). Behrendt ergänzte sein Gesangbuch auch um einige Lieder aus dem hymnodischen Nachlass dreier damals bereits verstorbener Übersetzer: des Pfarrers von Coadjuthen, Johannes Andreas Caesar (~1650–1710), des Pfarrers von Pillupönen, Christoph Poll (?–1693), und des Pfarrers von Norkitten, Friedrich Christoph Rabe (1669–1720) (bei ihren übersetzten Liedern standen entsprechend die Angaben „J. A. Cæf. P. C.“, „J. Andr. Cæfar. Paft. Coadjut.“, „Chriftoph. Poll. P. Pillupp.“, „Chriftoph. Pollii. Paft. Pillup.“, „C. Poll. P. P.“ sowie „F. C. R. P. N.“) (vgl. LB I 46).
Behrendt veröffentlichte im Gesangbuch von 1732 335 alte und neue Lieder (G1732 1–408, Nr. 1–335; Quandt 1735–12–01: [VI]). Nach den Forschungen von Guido Michelini wurde die erste Ausgabe des Behrendt’schen Gesangbuchs gegenüber ihrer Quelle, dem Gesangbuch Schusters, um 81 Lieder erweitert, von denen 75 Lieder übersetzt
² Die Autorschaft des deutschen Originals von Mielckes übersetztem Lied „Wilffálys ämžináffis Tėwe, fufimilk ant murû“ „O allmächtiger ewiger Vater / erbarm dich unfer“ wurde Horn auf der Grundlage der von Philipp Wackernagel vorgelegten Angaben zugeschrieben (siehe Wackernagel 1870: 356, Nr. 427; außerdem siehe Michelini 2010: 226).
³ Als Autor des deutschen Originals „HErr IEſu Chriſt ich ſchrey zu dir“ von Mielckes übersetztem Lied „Įežau Kriftau, tawęſp’ Baukiu“ wird in späteren Gesangbüchern (z. B. 1877, 1936) „Janssen“ angegeben. Möglicherweise war damit der Liedübersetzer Petrus Janssen (1698–1770) gemeint (mehr über ihn siehe Koch 1973: 34–35).
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von zehn Pfarrern Preußisch-Litauens, während 6 anonym sind⁴. Aus den in der Ausgabe von 1732 angegebenen Kryptonymen geht hervor, dass Behrendt 18 Übersetzungen veröffentlichte, Schimmelfennig 15, Ruhig 9, Stimer 4 sowie Lüneburg und Sperber je eine. Außerdem nahm Behrendt 8 neue Lieder bereits verstorbener Pfarrer in sein Gesangbuch auf: von Caesar und Poll je 3⁵, von Rabe 2. Alle diese Übersetzer übertrifft Mielcke hinsichtlich der Liedzahl – von ihm wurden 19 Übersetzungen veröffentlicht (siehe Tabelle 1), also ein Lied mehr als von Behrendt. Bei einer quantitativen Bewertung des neuen Gesangbuchrepertoires, mit anderen Worten unter Berücksichtigung der Zahl der neuen Lieder, ist daher festzustellen, dass 1732 unter den zeitgenössischen Übersetzern Mielcke die meisten Übersetzungen veröffentlichte: In der ersten Ausgabe machen seine Übersetzungen 23,45% oder nahezu ein Viertel des neuen Liedrepertoires und 5,67% aller in dieser Ausgabe veröffentlichten Lieder aus (allerdings wurde das offizielle Gesangbuch später fortlaufend durch Lieder anderer Übersetzer ergänzt, sodass Mielckes Anteil abnahm; siehe unten – Abschnitt 2). Kehrt man zu Ostermeyers Behauptung zurück, Schimmelfennig habe die meisten Lieder zum Behrendt’schen Gesangbuch beigesteuert (Ostermejer 1793: 130; Ostermejeris 1996: 364), so ist festzustellen, dass er in der Ausgabe von 1732 nach der Zahl der veröffentlichten Lieder erst an dritter Stelle stand.
2. DIE LIEDER VON PETER GOTTLIEB MIELCKE IN DER AUSGABE DES GESANGBUCHS VON 1735
Das neue Gesangbuch Behrendts wurde alle paar Jahre herausgegeben. Bis zu Mielckes Tod am 9. Juni 1753 erschien es noch fünfmal: Die zweite Ausgabe wurde 1735, die dritte 1738, die vierte 1740, die fünfte 1745 und die sechste 1748 gedruckt (LB I 45–47, Nr. 135–140)⁶.
⁴ Diese Zahl von Liedern (75 + 6 = 81) ergibt sich aus der Zusammenzählung der in Michelini’s Monografie Jono Berento Iš naujo perweizdėtos ir pagėrintos Giesmių Knygos. Mörlino traktato pritaikymas poezijoje veröffentlichten neuen Texte von G1732 (Michelini 2010: 67–209; vgl. Michelini 2009: 104).
⁵ Eines dieser drei Lieder von Johannes Andreas Caesar, „Kam tu Žmogau wargingas“, wurde erstmals im Gesangbuch von Johann Richovius (1652–1703) veröffentlicht (siehe „Kám režáili žiwatą“, G1685 522–524), später von Friedrich Sigmund Schuster wiederholt (siehe G1705 407–408), und erschien 1732 in stark redigierter Form, sodass es als neue Übersetzung gilt (Michelini 2010: 185–186). Ein weiteres Lied, „Diewe miel’s Štav Taw Paklàną“, wurde aus den Gesangbüchern Schusters und Richovius’ nachgedruckt (siehe G1685 367–368; G1705 566–568); somit wurden 1732 insgesamt 4 von Caesar übersetzte Lieder veröffentlicht.
⁶ Hinzuzufügen ist, dass die noch späteren Ausgaben zwar aus dem Gesangbuch Behrendts hervorgingen und die fortlaufende Nummerierung beibehielten (z. B. gilt die Ausgabe von 1750 als die siebte und die von 1753 als die achte), jedoch von Adam Friedrich Schimmelfennig bearbeitet wurden und als Schimmelfennig’sches Gesangbuch bezeichnet werden (siehe LB I 386, Nr. 1097–1098 u. a.; ausführlicher zum von Schimmelfennig zusammengestellten offiziellen litauischen Gesangbuch nach klassischem Modell siehe Michelini 2009: 132–153).
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Die von Peter Gottlieb Mielcke übersetzten Lieder im offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuch Preußisch-Litauens: quantitativer Aspekt
Den litauischen Bibliografen und Erforscherinnen und Erforscher des litauischen Schrifttums war kein bis heute erhaltenes Exemplar der zweiten Ausgabe (1735) bekannt (Biržiška 1924: Sp. 54, Nr. 153; LB I 45, Nr. 136). Man nahm an, dass diese Ausgabe nicht erhalten sei (Michelini 2010: 49; Michelini 2013: 84). Kürzlich wurde ein Exemplar der zweiten Ausgabe in Prag in der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik (tschech. Národní knihovna České republiky; NK ČR: 33 K 139; zum Gesangbuch von 1735 als Quelle und Werk siehe Triškaitė 2020: 33–82) gefunden.
Obwohl die zweite Ausgabe nur drei Jahre nach dem Erscheinen der ersten veröffentlicht wurde, ergab der Vergleich beider Ausgaben, dass es wichtige quantitative und qualitative Veränderungen gab. Die 1735 erschienene zweite Ausgabe wurde nicht nur um neue Lieder ergänzt, sondern auch ihre Struktur wurde umgestaltet und die Sprache der Lieder redigiert. Im Vergleich zur ersten Ausgabe wurde die zweite um 26 neue Lieder erweitert, während auf ein früheres Lied verzichtet wurde. Mit anderen Worten: Die Zahl der Lieder im Gesangbuch stieg von 335 auf 360 (vgl. G1732 1–408, Nr. 1–335 und G1735 1–432, Nr. 1–360). Das Lied, das nicht in die Ausgabe von 1735 aufgenommen wurde, war Mielckes „Mieli Krikščionis džiaukimės“, die Übersetzung des populären Liedes Martin Luthers „Nun freut euch lieben Christen“. 1732 wurden sogar zwei Übersetzungen davon veröffentlicht – nicht nur die von Mielcke, sondern auch Behrendts „Iu mes mielėji Krikščionis linksmay“; ab 1735 verblieb im Gesangbuch nur die zweite (vgl. G1732 171–172, Nr. 161; 389–390, Nr. 323 und G1735 196–197, Nr. 182; siehe außerdem G1832 225–226, Nr. 208 u. a.). Eine wichtige Neuerung bestand auch darin, dass alle im Anhang der Ausgabe von 1732 „Appendix arba Kittos naujos Giesmės ßwėžey pridėtos“ (G1732 359–408, Nr. 302–335) veröffentlichten Lieder, darunter auch die von Mielcke, 1735 in den Hauptteil des Gesangbuchs an die entsprechende thematische Liedgruppe versetzt wurden; zugleich wurde ein neuer Anhang „Kittos naujos Giesmės ßwėžey pridėtos“ (G1735 398–432, Nr. 335–360) zusammengestellt. Darin wurden alle 26 neuen Lieder aufgenommen; ihre Übersetzer waren nur zwei: Fabian Ulrich Glaser (1688–1747), der hier erstmals 18 Lieder veröffentlichte, und Adam Friedrich Schimmelfennig, der 8 neue Übersetzungen vorlegte (ausführlicher zu den Neuerungen der zweiten Ausgabe des Behrendt’schen Gesangbuchs siehe Triškaitė 2020: 55–67). Neue Übersetzungen Mielckes erschienen weder im Hauptteil des Gesangbuchs noch im neu zusammengestellten Anhang. Gerade hinsichtlich der Zahl der 1735 veröffentlichten Lieder übertraf Schimmelfennig Mielcke: In der zweiten Ausgabe wurden 18 Übersetzungen Mielckes und 23 Schimmelfennigs veröffentlicht (zusätzlich zu den genannten 8 neuen Liedern im Anhang wurden im Hauptteil 15 seiner Lieder aus der ersten Ausgabe wiederholt). Somit hatte Ostermeyer mit seiner Behauptung, Schimmelfennig habe die meisten Lieder zum Behrendt’schen Gesangbuch beigesteuert (Ostermeyer 1793: 130; Ostermejeris 1996: 364), nur teilweise recht, denn Schimmelfennig erlangte durch seine stetig zunehmenden Übersetzungen erst ab 1735 den Vorsprung. In der zweiten Ausgabe machten die veröffentlichten Lieder Mielckes 16,98% des neuen Liedrepertoires und 5% des gesamten Gesangbuchrepertoires aus.
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Wahrscheinlich wurde genau dieselbe Anzahl von Milkaus Liedern in der dritten (1738) und vierten (1740) Ausgabe veröffentlicht, von denen bislang kein einziges Exemplar gefunden wurde, ebenso in der fünften (1745), von der nur ein Exemplar bekannt ist, das in der Bibliothek der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg aufbewahrt wird (ЛБ 1044) (LB I 46–47, Nr. 139), und in der sechsten, von der zwei Exemplare bekannt sind: eines wird in der Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz aufbewahrt (SBB PK: En 9822) (LBP 18, Nr. 140), das andere, ein defektes Exemplar, in der Bibliothek der Universität Vilnius (VUB: LR 810/1) (LB I 47, Nr. 140). Diese Annahme wird durch die Analyse der Überlieferung von Milkaus Liedern in späteren Gesangbüchern gestützt (siehe unten – Kap. 3). Verändert haben sich lediglich die Proportionen im Vergleich zum Beitrag anderer Übersetzer, da sich das Repertoire der neuen Ausgaben ständig erweiterte; die vierte Ausgabe beispielsweise umfasste 400 Lieder (Ostermeyer 1793: 111; Ostermejeris 1996: 356), die fünfte – 4097, die sechste – 417 (G1748; siehe auch Quandt 1748–03–01: [VII]).
3. DIE REZEPTION DER LIEDER VON PETER GOTTLIEB MIELCKE IN SPÄTEREN AUSGABEN DES OFFIZIELLEN GESANGBUCHS
Die von Mielcke übersetzten Lieder wurden auch in späteren Redaktionen und Ausgaben des offiziellen Gesangbuchs nachgedruckt. 1750 erschien eine von Adam Friedrich Schimmelfennig bearbeitete Ausgabe des offiziellen Gesangbuchs mit einem hinzugefügten zweiten Teil, die die Tradition der Liedersammlung nach klassischem Modell begründete (ausführlicher siehe Michelini 2009: 132–153). Von 1750 bis 1776 erschienen die siebte bis dreizehnte Ausgabe des offiziellen Gesangbuchs; 1791 erschien vermutlich eine Neuauflage der achten (siehe LB I 386–388, Nr. 1097–1104; LBP 68, Nr. 1097, 1102). In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die von Karl Gotthard Keber (1756–1835) bearbeitete Gesangbuchredaktion (¹1832) zusammen mit einem von ihm hinzugefügten dritten Teil gedruckt (siehe LB I 191–192, Nr. 533–535); in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts erschien alle paar Jahre die von Friedrich Kurschat (1806–1884) bearbeitete Redaktion (siehe LB I 204–205, Nr. 570–576; LB I 213–215, Nr. 595–601), die ab 1857 bereits mit dem von ihm zusammengestellten dritten Teil gedruckt wurde. Die ersten beiden Teile all dieser Redaktionen wurden aus dem von Schimmelfennig bearbeiteten Gesangbuch nach klassischem Modell übernommen; dessen erster Teil beruhte auf dem Gesangbuch Behrendts, der zweite auf der Liedersammlung Glasers.
7 Quandt nannte im Vorwort 408 Lieder dieser Ausgabe (das Zitat siehe Michelini 2010: 49, Anm. 279), tatsächlich umfasst sie jedoch 409 (LB I 46, Nr. 139; Kaunas 1996: 166; Michelini 2009: 115).
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TABELLE 2.
Das Lied „IEżau Kriftau, kurs tu gawai“ und die Zuordnung seiner Übersetzung in den Ausgaben des offiziellen Gesangbuchs von 1732, 1735 und 1832
G1732 375, Nr. 313
G1735 62, Nr. 61
G1832 [68], Nr. 72
P. G. M. P. G.
P. G. M. P. G.
A. F. S. P. P.
Jesus Christus, der du gelebt hast, im Grabe gelegen und wohl geklungen hast, gib uns, dir zu dienen und auch die griechischen Völker.
Jesus Christus, der du gelebt hast, im Grabe gelegen und wohl geklungen hast, gib uns, dir zu dienen und auch den griechischen Völkern.
Jesus Christus, der du gelebt hast, im Grabe gelegen und wohl geklungen hast, gib uns, dir zu dienen und auch den griechischen Völkern.
2. Gib uns Vertrauen, durch dein Blut Erlösten, führe uns in die Freude des Himmels, zur Heiligkeit deines Vaters.
2. Gib uns Vertrauen, durch dein Blut Erlösten, führe uns in die Freude des Himmels, zur Heiligkeit deines Vaters.
2. Gib uns Vertrauen, durch dein Blut Erlösten, führe uns in die Freude des Himmels, zur Heiligkeit deines Vaters.
3. Dir sei Dank, lieber Jesus, der du für uns gekreuzigt wurdest; gib uns durch deine Hilfe, den Weg zur Freude des Himmels zu vollenden.
3. Dir sei Dank, lieber Jesus, der du für uns gekreuzigt wurdest; gib uns durch deine Hilfe, den Weg zur Freude des Himmels zu vollenden.
3. Dir sei Dank, lieber Jesus, der du für uns gekreuzigt wurdest. Gib uns durch deine Hilfe, den Weg zur Freude des Himmels zu vollenden.
Die Analyse des Repertoires des offiziellen Gesangbuchs belegt, dass auch später – sowohl in den Redaktionen Schimmelfennigs, Kebers und Kurschats als auch in den nachfolgenden Redaktionen des 20. Jahrhunderts (z. B. 1936) – 18 von Mielcke übersetzte Lieder erhalten blieben (siehe Tabelle 3). Es handelt sich stets um dieselben erstmals 1732 veröffentlichten Lieder, die in der Ausgabe von 1735 wiederholt wurden (siehe oben – Abschnitt 2). Mit anderen Worten: Seit 1735 blieb die Zahl der Lieder Mielckes im offiziellen Gesangbuch konstant – zwei ganze Jahrhunderte lang wurden weiterhin 18 seiner Übersetzungen veröffentlicht (siehe Tabelle 3).
Es ist darauf hinzuweisen, dass in einigen späteren Ausgaben (z. B. 1776, 1832, 1877, 1936) bei Milkaus’ Lied „IEżau Kriftau, kurs tu gawai“, übersetzt aus Georg Werners „Der Du HErr IEſu Ruh und Raft“, als Übersetzer mit dem Kryptonym „A. F. S. P. P.“ Šimelpenigis angegeben wird (G1776 67–68, Nr. 72; G1832 [68], Nr. 72; G1877 67–68, Nr. 72; G1936 67–68, Nr. 72). Mit anderen Worten: In diesen Ausgaben gibt es nur 17 Lieder, die mit dem Kryptonym „P. G. M. P. G.“ gekennzeichnet und Milkus zugeschrieben sind (siehe Tabelle 3). Die philologische vergleichende Analyse belegt jedoch, dass dieses Lied in Wirklichkeit dieselbe Übersetzung ist, die bereits 1732 unter dem Namen Milkaus veröffentlicht wurde (siehe Tabelle 2).
Dass die Zuschreibung der Übersetzung „IEżau Kriftau, kurs tu gawai“ an Šimelpenigis in den späteren Gesangbüchern als Irrtum zu betrachten ist, lässt auch der Umstand nicht bezweifeln, dass Milkųs sowohl in der zweiten Ausgabe von Berentas’ Gesangbuch (G1735 62, Nr. 61, siehe Tabelle 2) als auch in dem von Šimelpenigis selbst redigierten
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achten (siehe G1753[=G1791] 67–68, Nr. 72)⁸ (allerdings wurde in der dreizehnten Ausgabe, die 1776 nach Šimelpenigis’ Tod erschien, bei diesem Lied bereits das Kryptonym „A. F. S. P. P.“ eingetragen). Darüber hinaus schrieb auch der Sohn Petras Gotlybas Milkaus, Kristijonas Gotlybas Milkus, in dem von ihm vorbereiteten inoffiziellen Gesangbuch Sėnos ir naujos krikščioniškos Giesmės (1806, im Folgenden – MG1806, siehe Abb. 1) die Übersetzung dieses Liedes Petras Gotlybas Milkus zu. Hinzuzufügen ist, dass der Sohn dieses von seinem Vater übersetzte Lied bei der Veröffentlichung leicht redigierte⁹:
P. C. M. P. G. Jesu Christo! der du einst im Grabe süß geruht hast, gib uns, in dir zu ruhen und von den Sünden loszukommen. 2. Gib uns Vertrauen, erlöst durch dein Blut, führe uns in den Himmel błownajį zum Vater, der uns so liebt. 3. Dir sei Dank, liebster Jesu, der du für uns gekreuzigt wurdest, gib uns, durch deine Pein jene zu ewiger Freude zu machen. (MG1806 69, Nr. 70)
¹ ABB. 1. Das Lied „Jezau Kristau! kurs tu gawai“ und die Zuschreibung seiner Übersetzung im Gesangbuch von Kristijonas Gotlybas Milkaūs Sėnos ir naujos krikščioniškos Giesmės (1806); VUB: Lʀ 777
⁸ Dass das 1791 erschienene Gesangbuch eine Neuauflage der achten Ausgabe war, siehe LB I 388, Nr. 1103. Das derzeit bekannte einzige Exemplar der achten Ausgabe ist ohne Titelblatt erhalten, weshalb das genaue Erscheinungsjahr unbekannt ist. Aufgrund von Quandts Vorwort (es ist auf 1752 datiert) und dem zusammen mit dem Gesangbuch eingebundenen Gebetbuch (es wurde 1753 gedruckt) wird angenommen, dass es 1752 oder 1753 erschienen sein muss (LB I 386).
⁹ In dem angeführten Zitat sind die korrigierten Übersetzungsstellen, abgesehen von Korrekturen der Orthografie und Zeichensetzung, von der Verfasserin dieses Aufsatzes unterstrichen. Zu erwähnen ist, dass das beim Lied angegebene Kryptonym „P. C. M. P. G.“ einen Korrekturfehler enthält: Statt „C.“ hätte „G.“ stehen müssen (d. h. „G[otlybė]“).
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Petro Gotlybo Milkaus verstos giesmės Prūsijos Lietuvos oficialiajame evangelikų liuteronų giesmyne: kiekybinis aspektas
TABELLE 3. Die in G1732 veröffentlichten von Petras Gotlybas Milkus übersetzten Lieder und ihre Rezeption in den offiziellen Gesangbuchausgaben des 18.–20. Jahrhunderts
Lfd. Nr. | In G1732 veröffentlichte ursprüngliche litauische Übersetzung von Milkus | G1732 Seite, Lied-Nr. | G1735 Seite, Lied-Nr. | G1753 Seite, Lied-Nr. | G1776 Seite, Lied-Nr. | G1832 Seite, Lied-Nr. | G1877 Seite, Lied-Nr. | G1936 Seite, Lied-Nr. 1. Pagarbinti Š, Dieve buk įgal laupintas — S. 138–139, Nr. 130 — S. 161, Nr. 149 — S. 106–167, Nr. 173 — S. 106–167, Nr. 173 — S. 106–167, Nr. 173 — S. 106–167, Nr. 173 — S. 106–167, Nr. 173 2. MAnoumus buk Dieve — S. 152–153, Nr. 144 — S. 175, Nr. 163 — S. 178, Nr. 187 — S. 178, Nr. 187 — S. 201–202, Nr. 187 — S. 178, Nr. 187 — S. 178, Nr. 187 3. JEr Pon’s Diew’s mus ne gelbetu — S. 157, Nr. 148 — S. 179, Nr. 167 — S. 181–182, Nr. 191 — S. 181–182, Nr. 191 — S. 205, Nr. 191 — S. 181–182, Nr. 191 — S. 181–182, Nr. 191 4. Mieli Krikščionis džiaukimės — S. 171–172, Nr. 161 — – — – — – — – — – — – 5. Jėzau Kratau, tavep’ bačkiu — S. 194–196, Nr. 178 — S. 223–225, Nr. 201 — S. 244–246, Nr. 241 — S. 244–246, Nr. 241 — S. 279–281, Nr. 241 — S. 244–246, Nr. 241 — S. 244–246, Nr. 241 6. Miel’s Jėzau fawa man futek Malonę — S. 196–197, Nr. 179 — S. 225–226, Nr. 202 — S. 246, Nr. 242 — S. 246, Nr. 242 — S. 281–282, Nr. 242 — S. 246, Nr. 242 — S. 246, Nr. 242 7. RYškauk it jus wiernеji — S. 361, Nr. 303 — S. 5–6, Nr. 5 — S. 7–8, Nr. 7 — S. 7–8, Nr. 7 — S. 8–9, Nr. 7 — S. 7–8, Nr. 7 — S. 7–8, Nr. 7 8. Širdingay pratikykit, kožnas favo Szirdį — S. 362, Nr. 304 — S. 7–8, Nr. 7 — S. 9, Nr. 9 — S. 9, Nr. 9 — S. 10–11, Nr. 9 — S. 9, Nr. 9 — S. 9, Nr. 9 9. Laupinkit’ Diewą Danguje, Krikščionis — S. 362–363, Nr. 305 — S. 18–19, Nr. 19 — S. 18–19, Nr. 18–19, Nr. 21 — S. 16(e)–16(f), Nr. 21 — S. 18–19, Nr. 21 — S. 18–19, Nr. 21 — S. 18–19, Nr. 21 10. Jėzau, tu Dangaus Linksm ybę — S. 372–373, Nr. 311 — S. 51–52, Nr. 52 — S. 54–55, Nr. 61 — S. 54–55, Nr. 61 — S. 52–53, Nr. 61 — S. 54–55, Nr. 61 — S. 54–55, Nr. 61
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Lfd. Nr. | In G1732 veröffentlichte Titel der litauischen Übersetzungen von Milkus | G1735 Seite, Lied-Nr. | G1753 Lied- = [179] Seite, Lied-Nr. | G176 Seite, Lied-Nr. | G182 Seite, Lied-Nr. | G1877 Seite, Lied-Nr. | G1936 Seite, Lied-Nr. 11. KAD Griekės manne kankinių nór — S. 373–374, Nr. 312 — S. 54–55, Nr. 54 — S. 57–58, Nr. 63 — S. 55–56, Nr. 63 — S. 57–58, Nr. 63 — S. 57–58, Nr. 63 12. Ilgiau Kritau, kurs tu gavai — S. 375, Nr. 313 — S. 62, Nr. 61 — S. 67–68, Nr. 72 — S. [68], Nr. 72* — S. 67–68, Nr. 72* — S. 67–68, Nr. 72* — S. 67–68, Nr. 72* 13. Sėventa Dvawna mus aplanky — S. 379–380, Nr. 316 — S. 85–87, Nr. 87 — S. 94–95, Nr. 102 — S. 99–101, Nr. 102 — S. 94–95, Nr. 102 — S. 94–95, Nr. 102 — S. 94–95, Nr. 102 14. Wingdÿs amžinasis Tėve, užmirik ant mumū — S. 380–381, Nr. 317 — S. 93–94, Nr. 95 — S. 100–101, Nr. 110 — S. 108, Nr. 110 — S. 100–101, Nr. 110 — S. 100–101, Nr. 110 — S. 100–101, Nr. 110 15. Tu, miel’s Tėvau, Dūže mano — S. 382–384, Nr. 319 — S. 148–150, Nr. 139 — S. 154–156, Nr. 162 — S. 173–175, Nr. 162 — S. 154–156, Nr. 162 — S. 154–156, Nr. 162 — S. 154–156, Nr. 162 16. SO Dekawone jau lhnkmy auplinhkit — S. 388, Nr. 322 — S. 189–190, Nr. 177 — S. 192–193, Nr. 203 — S. 218–219, Nr. 203 — S. 192–193, Nr. 203 — S. 192–193, Nr. 203 — S. 192–193, Nr. 203 17. Paliecawók mielaumui Diewui Iawo Kellus — S. 390–392, Nr. 324 — S. 203–204, Nr. 187 — S. 206–207, Nr. 215 — S. 234–236, Nr. 215 — S. 206–207, Nr. 215 — S. 206–207, Nr. 215 — S. 206–207, Nr. 215 18. Prieš Diewą ławą mielėj — S. 395–397, Nr. 326 — S. 226–228, Nr. 203 — S. 247–248, Nr. 243 — S. 282–283, Nr. 243 — S. 247–248, Nr. 243 — S. 247–248, Nr. 243 — S. 247–248, Nr. 243 19. Mielí Krikščionis džiaugkities — S. 407–408, Nr. 335 — S. 396–397, Nr. 334 — S. 410–411, Nr. 398 — S. 480–481, Nr. 398 — S. 410–411, Nr. 398 — S. 410–411, Nr. 398 — S. 410–411, Nr. 398
(Das Zeichen * bedeutet, dass das Lied „Ezaal Kritau kurs tu gavai“ in der Ausgabe mit dem Kryptonym „A E F S P. P.“ gekennzeichnet ist.)
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Acta Linguistica Lithuanica LXXXV
Die von Petras Gotlybas Milkus übersetzten Lieder im offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuch Preußisch-Litauens: ein quantitativer Aspekt
Vaclovas Biržiška vermutete, dass Petras Gotlybas Milkus mehr Lieder übersetzt haben könnte, als im offiziellen Gesangbuch veröffentlicht wurden, und dass er sogar eine handschriftliche Sammlung litauischer Lieder zusammengestellt habe, die später sein Sohn Kristijonas Gotlybas Milkus genutzt habe; seine Auffassung begründete er jedoch nicht und gab die Quelle der Information nicht an (siehe BržA II 53). Falls eine solche Sammlung existiert hätte, wäre zu erwarten, dass der Sohn nicht nur die bereits früher gedruckten Lieder seines Vaters, sondern auch zumindest einen Teil der handschriftlichen veröffentlicht hätte. Dennoch veröffentlichte Kristijonas Gotlybas Milkus in seinem Gesangbuch Sėnos ir naujos krikßçonißkos Gieſmės nur 17 Lieder seines Vaters – alle waren bereits im offiziellen Gesangbuch veröffentlicht worden; nicht aufgenommen wurden lediglich zwei Übersetzungen: das bereits erwähnte „MIeli Krikßçionis dźauk imės“ und „Wißgálys amźinaffis Tėwe, ſuffimilk ant mufû“ (das zweite Lied wurde weiterhin im offiziellen Gesangbuch gedruckt, siehe Tabelle 3).
Zusammenfassend zur Rezeption der von Milkus übersetzten Lieder ist festzuhalten, dass sie nicht nur in den Gesangbüchern von Berendt und Šimelpenigis, sondern auch in den späteren Ausgaben des offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuchs Preußisch-Litauens bis zur Mitte der 1930er-Jahre nachgedruckt wurden (siehe Tabelle 3).
4. SCHLUSSFOLGERUNGEN
1. Die quantitative Analyse der im offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuch Preußisch-Litauens veröffentlichten Lieder von Petras Gotlybas Milkus (Peter Gottlieb Mielcke, 1695–1753) hat gezeigt, dass seine Lieder, die erstmals in der ersten (1732) Ausgabe von Jono Berents (Johann Behrendt, 1667–1737) Gesangbuch Jß naujo pérweizdėtos ir pagerīntos Gieſmû=Knygos erschienen, wesentlich zur Erneuerung des Repertoires dieser Liedersammlung beitrugen: Von allen damaligen Übersetzern lieferte Milkus die meisten Übersetzungen (19) – sie machten nahezu ein Viertel des neuen Liedrepertoires aus.
2. In der zweiten (1735) Ausgabe von Berents Gesangbuch wurde Milkaus Lied „MIeli Krikßçionis dźauk imės“, übersetzt aus Martin Luthers „Nun freut euch lieben Chr iften“, weggelassen; somit wurden in dieser Ausgabe 18 seiner Lieder veröffentlicht. Seit der zweiten Ausgabe änderte sich die Zahl der veröffentlichten Übersetzungen von Milkus nicht mehr, d. h. er trug nicht weiter mit neuen Übersetzungen zur Erweiterung des Gesangbuchs bei, und diese 18 Lieder bildeten bis unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg einen stabilen Bestandteil des Repertoires des offiziellen Gesangbuchs.
3. Milkaus Lied „IEzau Kristau, kurs tu gawai“, übersetzt aus Georg Werners „Der Du HErr IEſu Ruhn und Raft“ und erstmals in der ersten (1732) Ausgabe von Berents Gesangbuch veröffentlicht, wird in einigen späteren Ausgaben, offenbar seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, unbegründet Adomas Frydrichas Šimelpenigis (Adam Friedrich Schimmelpfennig, 1699–1763) zugeschrieben.
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4. Bei der quantitativen Bewertung des Beitrags von Milkus zum Repertoire des offiziellen Gesangbuchs und im Vergleich mit dem Beitrag anderer zeitgenössischer Übersetzer ist festzustellen, dass Milkus hinsichtlich der Zahl der veröffentlichten Lieder in der ersten (1732) Ausgabe führend war; ab der zweiten (1735) Ausgabe nahm sein Anteil ab, während das Gesangbuch fortlaufend um neue Lieder anderer Übersetzer erweitert wurde.
QUELLEN UND LITERATUR
Biržiška Vaclovas 1924: Lietuvių bibliografija 1. XVI–XVIII amž., Kaunas: Veröffentlichung des Bildungsministeriums.
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[Bruožis Ansas] Probočių Anūkas 1920: Mažosios Lietuvos busimieji rašytojai ir žymesnieji lietuvių kalbos mylėtojai, Tilsit: Druckerei „Spauda“ (Pavlovskis).
BržA II – Vaclovas Biržiška, Aleksandrynas. Senųjų lietuvių rašytojų, rašiusių prieš 1865 m., biografijos, bibliografijos ir biobibliografijos 2. XVIII–XIX Jahrhunderte, Vilnius: Sietynas, 21990.
Fischer Albert Friedrich Wilhelm 1878–1879: Kirchenlieder=Lexicon. Hymnologisch=literarische Nachweisungen über ca. 4500 der wichtigsten und verbreitetsten Kirchenlieder aller Zeiten in alphabetischer Folge nebst einer Übersicht der Liederdichter. Zusammengestellt von Albert Friedrich Wilhelm Fischer, Oberpfarrer zu Groß=Ottersleben, Superintendent a. D. 1–2 [...] Gotha. Friedrich Andreas Perthes.
G1685 – Naujos Su pritarimu wiffû Bažicôs mufu Lietuwoję Mokitojû pagerintos GIESMJU KNYGOS, Taipojeg MALDU KNYGELES, Labja ufej Bažnyčofe Warto jimos Patog iey futaifitos ir bʒeʒey iʒdutos per M. Jona Rikowią / Norkicû Kleboną. KARALAUCUJE, Ißfpa uftos per PRIDRIKIO REUSNERO, paliktą Naßlę / 1685 (Internet-Ausgabe: Danielius Kleinas, Jonas Rikovi jus, Naujos pagerintos giesmių knygos, Naujos maldų knygelės, 1685, Transkription und Konkordanzen der Wortformen erstellt von Mindaugas Šinkūnas, Ona Aleknavičienė, Vytautas Zinkevičius, 2004).
G1705 – Danielius Kleinas, Frydrichas Šusteris, Naujos pagerintos giesmių knygos, Naujos maldų knygelės, 1704, Internet-Ausgabe: Transkription und Konkordanzen der Wortformen erstellt von Mindaugas Šinkūnas, Vytautas Zinkevičius, 2008.
G1732 – Ißnaujo pérweizdėtos ir pagérintos Giesmû=Knygos / kurriûje brangiá uſos fėnos ir naujos Giesmės ſurabytos / Diewui ant Garbės / ir Prūſû Karalyſtėje efantiems Lietuwninkams
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Die von Petras Gotlybas Milkus übersetzten Lieder im offiziellen evangelisch-lutherischen Gesangbuch Preußisch-Litauens: quantitativer Aspekt
über die beiden Glaubensbekenntnisse / zugleich mit Gebets=büchern / in denen nicht nur alte, sondern auch neue Gebete zu finden sind. Königsberg / im Jahre 1732. Gedruckt bei Johann Friedrich Reusner; SBB PK: En 9820.
G1735 – IƂ naujo pérweizdétos ir pagérintos Gieƒmû=Knygos / kurrûƒe brangiaûƒos ƒénos ir naujos Gieƒmes ƒuraßytos / Diewui ant Garbės, ir Prufû Karalyƒtėje eƒantiems Lietuwninkams ant Dubû IƂgánimo, podraug ƒu Maldû=Knygomis, kurrûƒe ne tiktay ƒénos, bet ir naujos Maldos randamos yra. Zweite Auflage, in Karalaucz̄uie / im Jahre 1735 gedruckt. [...]; NK ČR: 33 K 139.
G1748 – IƂ naujo pérweizdétos ir pagérintos Gieƒmû=Knygos, kurrûƒe brangiaûƒos ƒénos ir naujos Gieƒmes ƒuraßytos, Diewui ant Garbės ir Prufû Karalyƒtėje eƒantiems Lietuwninkams ant Dubû IƂgánimo podraug ƒu Maldû=Knygomis, kurrûƒe ne tiktay ƒénos, bet ir nau-jos Maldos randamos yra. Sechste Auflage. Karalaucz̄uie, im Jahre 1748. Mit königlichen Schriften; SBB PK: En 9822.
G1753 – [IƂ naujo pérweizdétos ir pagérintos Gieƒmû=Knygos, kurrûƒe brangiaûƒos ƒénos ir naujos Gieƒmes ƒuraßytos, Diewui ant Garbės ir Prufû Karalyƒtėje eƒantiems Lietuwninkams ant Dubû IƂgánimo podraug ƒu Maldû=Knygomis, kurrûƒe ne tiktay ƒénos, bet ir naujos Maldos randamos yra. (...) Karalaucz̄uie, im Jahre 1753]; LLTIB: B 1956 (def., Titel nach der Ausgabe von 1748 angegeben).
G1776 – Von neuem durchgesehene und verbesserte Gesang=bücher, in welchen die schönsten alten und neuen Gesänge, die Gott zur Ehre und den im Preußischen Königreich lebenden Litauern zu ihrer Seelenseligkeit verfasst wurden, samt den Gebets=büchern, in welchen nicht nur alte, sondern auch neue Gebete zu finden sind. In Königsberg, in der königlichen Buch=druckerei von Artung [1776] (www.epaveldas.lt).
G1832 – Von neuem durchgesehene und verbesserte Gesang=bücher, in welchen die schönsten alten und neuen Gesänge, die Gott zur Ehre und den im Preußischen Königreich lebenden Litauern zu ihrer Seelenseligkeit verfasst wurden, samt den Gebets=büchern, in welchen nicht nur alte, sondern auch neue Gebete zu finden sind. In Königsberg, in der königlichen Buch=druckerei von Artung [1832] (www.epaveldas.lt).
G1877 – Pagérintos Giefmijû=Knygos, kurioſa brangiaûſios ſénos in naujos Gieſmės ſuraßytos Diewui ant Garbės ir Prufû Karaliſtėje eſantiemſiems Lietuwninkams ant Dubîû IƂganimo podraug ƒu Maldû=Knygomis, kurioſa ne tiktay ƒénos, bet ir naujos Maldos randamos yra. IƂ Naujo pérweizdetos per F. Kursati, Lietuwninkû Kunigą Karaliaucz̄uie. Königsberg, 1877. Hartungƒche Zeitungs= und Verlags=Druckerei (www.epaveldas.lt).
G1936 – Pagerintos Giefmių Knygos, kurioſe brangiausios ƒenos ir naujos Gieƒmes ƒuraßytos Diewui ant Garbės ir Lietuwninkams ant Dubių IƂganymo podraug ƒu Maldų Knygomis bei nauju trečiosios Dalies Papildymu. Neu herausgegeben vom Evangelischen Konsistorium des Memelgebiets
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BIRUTĖ TRIŠKAITĖ
im Jahre 1936. Gedruckt in der Druckerei „Lituania“. Klaipėda, Palangos-Straße 23/24 (www.epaveldas.lt).
Kaunas Domas 1996: Das Buch Kleinlitauens. Die Entwicklung des litauischen Buches 1547–1940, Vilnius: Baltos lankos.
Koch Eduard Emil 1973: Geschichte des Kirchenlieds und Kirchengesangs der christlichen, insbesondere der deutschen evangelischen Kirche 6. Erster Haupttheil. Die Dichter und Sänger, Hildesheim, New York: Georg Olms Verlag.
LB I – Lietuvos TSR bibliografija. Serija A. Knygos lietuvių kalba 1. 1547–1861, Vilnius: Mintis, 1969.
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Michelini Guido 2010: Jono Berento Iß naujo perveizdetos ir pagerintos Giesmû Knygos. Mörlino traktato pritaikymas poezijoje, Vilnius: Verlag der Litauischen Akademie der Wissenschaften.
Michelini Guido 2013: Gesangbücher Preußisch-Litauens zu Donelaitis’ Zeiten. – Acta Historica Universitatis Klaipedensis 26. Kristijono Donelaičio epochos kultūrinės inovacijos, 79–89.
Mielcke Peter Gottlieb 1731–04–23: Gesuch an die preußische Regierung in Königsberg um Befreiung von der Strafe, Jurbarkas (Abschrift); GStA PK: XX. HA Hist. StA Königsberg, EM 46 e, Nr. 53, 20r–21v, 22v.
MG1806 – Sénos ir naujos krikščoniškos Giesmės, ypaczey Sennieniems ant Gėro ju dideléis Raßtais išßpaũstos draug ju naujom’s Maldû Knygėlėmis. Königsberg, Druckerei von Lebrecht Ering, im Jahre 1806; VUB: Lᵣ 777 (www.epaveldas.lt).
MLE III – Mažosios Lietuvos enciklopedija 3. Mec–Rag, Vilnius: Stiftung Kleinlitauens, Institut für Wissenschafts- und Enzyklopädieveröffentlichungen, 2006.
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Ostermeyer Gottfried 1793: Erÿte Littauiſche Liedergeſchichte, ans Licht geſtellet von Gottfried Oſtermeyer, der Trempenſchen Gemeine Paſtore ſeniore und der Königl. Deutſchen Geſellſchaft zu Königsberg Ehrenmitglied. Königsberg, gedruckt mit Drieftischen Schriften.
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Petro Gotlybo Milkaus verstos giesmės Prūsijos Lietuvos oficialiajame evangelikų liuteronų giesmyne: kiekybinis aspektas
Ostermejeris Gotfrydas 1996: Rinktiniai raštai, herausgegeben und übersetzt von L. Citavičiūtė, Vilnius: Verlag für Wissenschaft und Enzyklopädie.
Quandt Johann Jacob 1735–12–01: I. N. I. In Christo hertzlich geliebter Lefer! – Von neuem durchgesehene und verbesserte Gesang=bücher, in denen die kostbarsten alten und neuen Gesänge niedergeschrieben sind / Gott zur Ehre und den in dem Königreich Preußen lebenden Litauern zur Erbauung ihres Heils, zugleich mit den Gebets=büchern, in denen nicht nur alte, sondern auch neue Gebete zu finden sind. Zum zweiten Mal herausgegeben in Königsberg / Im Jahre 1735. [...], [III–X].
Quandt Johann Jacob 1748–03–01: I. N. I. In Christo hertzlich geliebter Lefer! – Neu durchgesehene und verbesserte Gesang=bücher, worin die kostbarsten alten und neuen Gesänge aufgezeichnet sind, Gott zur Ehre und den in Preußen lebenden Litauern zur Erbauung, zusammen mit Gebets=büchern, in denen nicht nur alte, sondern auch neue Gebete zu finden sind. Zum sechsten Mal herausgegeben. In Königsberg, im Jahre 1748. Gedruckt mit königlichen Schriften, [III–XIV].
Triškaitė Birutė 2013: Die Einträge von Petras Gotlybas Milkus im handschriftlichen Wörterbuch Clavis Germanico-Lithuana. – Archivum Lithuanicum 15, 39–86.
Triškaitė Birutė 2020: Die zweite Ausgabe (1735) von Jono Berents Gesangbuch Iß naujo pérweizdėtos ir pagėrintos Giesmû=Knygos und Gebetbuch Maldû=Knygélos: ein unbekanntes Exemplar in Prag. – Archivum Lithuanicum 22, 33–82.
Triškaitė Birutė, Sidabraitė Žavinta, Hrsg., 2019: Lituanistinio sąjūdžio XVIII amžiaus Prūsijoje atodangos 2. Dokumentinis Milkų šeimos palikimas = Die Hintergründe der litauistischen Bewegung im 18. Jahrhundert in Preußen 2. Das dokumentarische Erbe der Familie Mielcke, Vilnius: Institut für litauische Literatur und Folklore.
Wackernagel Philipp 1870: Das deutsche Kirchenlied von der ältesten Zeit bis zu Anfang des XVII. Jahrhunderts 3, Leipzig: Druck und Verlag von B. G. Teubner.
Die von Peter Gottlieb Mielcke übersetzten Lieder im offiziellen Gesangbuch der evangelischen Lutheraner Preußisch-Litauens: quantitativer Aspekt
ZUSAMMENFASSUNG
Der Artikel analysiert den Beitrag von Peter Gottlieb Mielcke (lit. Petras Gotlybas Milkus, 1695–1753) zum Liedrepertoire in Jono Berents (lit.
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BIRUTĖ TRIŠKAITĖ
Jonas Berentas, 1667–1737) Gesangbuch Iß naujo pérweizdėtos ir pagėrintos Giefmnû=Knygos (Überarbeitetes und verbessertes Gesangbuch) (Königsberg, ¹1732, ²1735 usw.) aus quantitativer Sicht. Außerdem wird die Aufnahme der von Mielcke übersetzten Lieder in die späteren Ausgaben und Fassungen des offiziellen Gesangbuchs für die evangelischen Lutheraner Preußisch-Litauens erörtert.
Die quantitative Analyse der Mielcke-Lieder, die erstmals in der ersten Ausgabe des Gesangbuchs von Berendt (1732) erschienen, zeigte, dass sie wesentlich zur Erneuerung des Repertoires des Gesangbuchs beitrugen: Von allen Übersetzern jener Zeit lieferte Mielcke die meisten Übersetzungen (19 Lieder); sie machten nahezu ein Viertel des neuen Liedrepertoires aus.
Mielckes Lied „Mleli Krikßčionis d͡zaukimos“, übersetzt aus Martin Luthers „Nun freut euch lieben Chriſten“, wurde in die zweite Ausgabe von Berendts Gesangbuch (1735) nicht aufgenommen; damit umfasste diese Ausgabe insgesamt 18 von ihm übersetzte Lieder. In den folgenden Ausgaben änderte sich die Zahl der Übersetzungen Mielckes nicht, d. h. er trug nicht länger mit neuen Übersetzungen zur Erweiterung des Gesangbuchs bei, und die genannten 18 Lieder bildeten bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs einen stabilen Bestandteil des offiziellen Repertoires des Gesangbuchs.
Mielckes Lied „IEзaut Kriftau, kurs tu gawãi“, das aus Georg Werners „Der Dd HErr IEiu Ruh und Raiſt“ übersetzt und erstmals in der ersten Ausgabe (1732) von Berendts Gesangbuch veröffentlicht wurde, wurde in bestimmten späteren Ausgaben, offenbar seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, irrtümlich Adam Friedrich Schimmelpfennig (lit. Adomas Frydrichas Šimelpenigis, 1699–1763) zugeschrieben. Daher enthalten sie nur 17 Lieder mit dem Kryptonym „P. G. M. P. G.“.
Die quantitative Bewertung von Mielckes Beitrag zum Repertoire des offiziellen Gesangbuchs und der Vergleich mit den Beiträgen anderer zeitgenössischer Übersetzer führen zu dem Schluss, dass Mielcke nach der Zahl der veröffentlichten Lieder in der ersten (1732) Ausgabe führend war, während sein Beitrag ab der zweiten (1735) Ausgabe allmählich abnahm, als das Gesangbuch fortlaufend durch neue Lieder anderer Übersetzer ergänzt wurde.
Eingereicht am 9. Oktober 2021.
BIRUTĖ TRIŠKAITĖ
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Acta Linguistica Lithuanica LXXXV