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Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse

Oleksandra V. Popova; Ilona M. Derik; Natalya S. Zhmayeva

Abstract

    The article deals with the issues related to the concept of evaluative-attitudinal category represented in linguistics and its manifestation in political discourse. The authors investigate the structure of addressee’s positive and negative attitudes towards a certain situation, which generates emotional component of connotation. Special attention is given to the semantic structure of evaluative attitudes and means of their expression. The notions “evaluative-attitudinal category”, “political discourse” and “political communication” are considered from different viewpoints. The functions of the political text alongside translation strategies (the strategy of tertiary translation) and tactics (translational grammatical transformations –permutations, substitutions, additions and omissions) are determined. The authors give examples of how interlocutors’ particular feelings arise by means of emotional structure of exclamatory and rhetorical questions, exclamations, expressions of gratitude, praise, condemnation, etc. on the material of Ukrainian political texts. The ways of their reproduction in English are presented.

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OLEKSANDRA V. POPOVA Die Staatliche Institution „Südukrainische Nationale Pädagogische Universität namens K. D. Ushynsky“ ORCID-ID: orcid.org/0000-0002-6244-5473 Forschungsgebiete: Lehre der englischen und chinesischen Sprache für künftige Übersetzer und Dolmetscher (Lehrmittel und soziopolitischer Hintergrund zur Entwicklung von Fertigkeiten im Hörverstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben); Übersetzungswissenschaft (Diskursanalyse, Übersetzungsadäquanz, translatorische Kompetenz, taktische und strategische Fragen der Übersetzung); Allgemeine Linguistik; Vergleichende Linguistik usw. ILONA M. DERIK Die Staatliche Institution „Südukrainische Nationale Pädagogische Universität namens K. D. Ushynsky“ ORCID-ID: orcid.org/0000-0002-8979-4745 Forschungsgebiete: Übersetzungswissenschaft, Allgemeine Linguistik, stilistische Interpretation, Diskursforschung, Germanistik. NATALYA S. ZHMAYEVA Die Staatliche Institution „Südukrainische Nationale Pädagogische Universität namens K. D. Ushynsky“ ORCID-ID: orcid.org/0000-0003-3382-0155 Forschungsgebiete: Diskursanalyse, Textlinguistik, Übersetzungswissenschaft. DOI: doi.org/10.35321/all88-12 BESONDERHEITEN DER WIEDERGABE DES MODERNEN POLITISCHEN DISKURSES Besonderheiten der Übersetzung des modernen politischen Diskurses 254 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse ZUSAMMENFASSUNG Der Artikel behandelt Fragen im Zusammenhang mit dem in der Linguistik vertretenen Konzept der evaluativ-attitudinalen Kategorie und ihrer Manifestation im politischen Diskurs. Die Autoren untersuchen die Struktur der positiven und negativen Einstellungen des Adressaten gegenüber einer bestimmten Situation, die die emotionale Komponente der Konnotation hervorbringt. Besondere Aufmerksamkeit gilt der semantischen Struktur evaluativer Einstellungen und den Mitteln ihres Ausdrucks. Die Begriffe „evaluativ-attitudinale Kategorie“, „politischer Diskurs“ und „politische Kommunikation“ werden aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Bestimmt werden die Funktionen des politischen Textes sowie Übersetzungsstrategien (die Strategie der tertiären Übersetzung) und -taktiken (translatorische grammatische Transformationen – Permutationen, Substitutionen, Hinzufügungen und Auslassungen). Die Autoren geben anhand ukrainischer politischer Texte Beispiele dafür, wie bestimmte Gefühle der Gesprächspartner durch die emotionale Struktur von Ausruf- und rhetorischen Fragen, Ausrufen, Ausdrücken von Dankbarkeit, Lob, Verurteilung usw. entstehen. Die Möglichkeiten ihrer Wiedergabe im Englischen werden dargestellt. SCHLÜSSELWÖRTER: politischer Diskurs, evaluative Einstellungen, Übersetzungsstrategien und -taktiken, emotionale Konnotation, Semantik. ANMERKUNG Im Artikel werden die mit dem Begriff der Kategorie der evaluativen Einstellung in der Sprachwissenschaft verbundenen Fragen und die Erscheinungsformen dieser Kategorie im politischen Diskurs analysiert. Die Autoren untersuchen die Struktur der positiven und negativen Einstellung des Adressaten zu einer bestimmten Situation, die eine emotionale Komponente der Konnotation hervorbringt. Große Aufmerksamkeit gilt der semantischen Struktur der evaluativen Einstellung und ihren Ausdrucksmitteln. Die Begriffe „Kategorie der evaluativen Einstellung“, „politischer Diskurs“ und „politische Kommunikation“ werden unter verschiedenen Aspekten betrachtet. Im Artikel werden die Funktionen des politischen Textes sowie Übersetzungsstrategien (die Strategie der Übersetzung für Dritte) und -taktiken (grammatische Übersetzungstransformationen – Ersetzungen, Umstellungen, Hinzufügungen und Auslassungen) bestimmt. Die Autoren führen Beispiele aus ukrainischen politischen Texten an, die veranschaulichen, wie bestimmte Gefühle der Gesprächspartner durch die emotionale Struktur von Ausruf- und rhetorischen Fragen, Ausrufe, Ausdrücke der Dankbarkeit, des Lobes, der Verurteilung und andere Wendungen entstehen. Die Möglichkeiten ihrer Übersetzung ins Englische werden dargestellt. SCHLÜSSELWÖRTER: politischer Diskurs, evaluative Einstellung, Übersetzungsstrategien und -taktiken, emotionale Konnotation, Semantik. 1. EINLEITUNG Die evaluative Einstellung gilt als ein ziemlich allgemeines Phänomen, das der kognitiven Tätigkeit gleichgesetzt werden kann. Evaluative Tätigkeit ist für den Menschen charakteristisch Straipsniai / Articles 255 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA Natur, da die gesamte von einer Person wahrgenommene Umwelt mit dem vorhandenen evaluativen Weltbild korreliert. Die evaluative Einstellung ist als Kategorie fest in das Gebiet vielfältiger linguistischer Untersuchungen eingegangen. Der Begriff „Einstellung“ wird seit Langem in Artikeln, Monografien und Dissertationen verwendet. Die Bewertungskategorie wurde von zahlreichen einheimischen und ausländischen Wissenschaftlern untersucht (Kosmeda 2000; Prychod’ko 2001; Ostrovs’ka 2001; Kolšanskij 2018; Arutjunova 1984; Vol’f 1985; et al.). Die Interaktion zwischen einer Person und ihrer Umwelt trägt zur Entwicklung einer evaluativen Sicht auf die Welt bei. Der evaluative Charakter menschlicher Erkenntnis wird in zahlreichen Studien hervorgehoben. Allgemein wird angenommen, dass die entscheidende Funktion der Kommunikation dem Wortschatz zukommt. Aleksander I. Iliadi (2022: 30–63) konzentriert sich auf etymologische Merkmale slawisch-iranischer Komposita, die ihre Semantik verändert haben. Daher müssen die antike und die moderne Semantik des Lexems bei der Kommunikation unter den heutigen Bedingungen berücksichtigt werden. Die Interaktion zwischen einer Person und ihrer Umwelt trägt zur Entwicklung einer evaluativen Sicht auf die Welt bei. Der evaluative Charakter menschlicher Erkenntnis wird in zahlreichen Studien hervorgehoben. Nina D. Arutjunova (1984) ordnet die evaluative Einstellung den rein menschlichen Kategorien zu. Einerseits wird die Bewertung durch die physische und psychische Natur eines Menschen, sein Dasein und seine Gefühle bestimmt; andererseits bestimmt sie die Denkweise, die Tätigkeit und die Einstellung eines Menschen zu anderen Menschen und Gegenständen der Wirklichkeit sowie die Wahrnehmung von Kunst (Arutjunova 1984). Die evaluative Einstellung als Kategorie wird in verschiedenen Wissensbereichen wie Philosophie, Logik, Ethik und Psychologie untersucht. Die moderne Psychologie behauptet, dass die Einstellung eng mit der kognitiven Funktion verbunden ist. Evaluative Einstellungen entstehen innerhalb der Kommunikation, die unterschiedlicher Art sein kann: sozial, zwischenmenschlich, kulturell, politisch und massenorientiert (Lasswell 2006; McLuhan, Fiore 1967; Powell, Cowart 2016; Shannon 1948). Ziel und Verlauf der Kommunikation werden durch soziale Komponenten begründet (Habermas 2000; Motrenko 2005; Sosnin, Mychnenko, Lytvynova 2011). Kommunikation wird mittels sprachlicher Zeichen, eines gemeinsamen Symbolsystems sowie außersprachlicher Mittel (Gesichtsausdrücke, Gesten usw.) realisiert, die entsprechend den Absichten und Zielen der Sprecher Manipulation hervorrufen können (Oleškov 2006). Daher können wir annehmen, dass Kommunizierende während des Informationsaustauschs dazu neigen, ihre Denkweisen zu verändern (Harre, Smith 1995; Parygin 1999). Der Prozess der Informationsübertragung wird in verbale, nonverbale, emotionale und kognitive Kommunikation eingeteilt. Psychologen und Sprachphilosophen sind der Ansicht, dass Kommunikation überzeugende Mittel, einschließlich Manipulationstechniken, zur Erzielung positiver Wirkungen und zur Entwicklung des sozialen Bewusstseins enthalten muss (Andreeva 2000; Černova, Slotina 2012; Holovatyj 2006; Chmiljar 2017). 256 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse Der politische Diskurs gehört neben anderen Diskursarten (administrativer, juristischer, militärischer, pädagogischer, religiöser, medizinischer, wirtschaftlicher, werblicher, sportbezogener, wissenschaftlicher, medienbasierter usw. Diskurs) zum institutionellen Diskurs (Van Dijk 1995). Er zeigt sich in hohem Maße im sozialen Umfeld und umfasst die Verwendung bestimmter verbaler und einstellungsstimulierender Mittel. Der kontextuelle Hintergrund jedes einzelnen Diskurses sollte analysiert werden, um zu erkennen, wie er funktioniert, und seinen Prozess und seine Ergebnisse modellieren zu können (Harris 1952; Schiffrin, Tannen, Hamilton 2001; Бaceвyч 2010; Karasik 2010; Shymko 2021). Es ist anzumerken, dass die Ukraine gegenwärtig schwierige Zeiten im Zusammenhang mit militärischen Handlungen durchlebt. Daher spielt die politische Tätigkeit in allen Lebensbereichen eine wesentliche Rolle: im sozialen, kulturellen, bildungsbezogenen, wirtschaftlichen, diplomatischen usw. Bereich. Die Wahrnehmung der Entscheidungen der Regierung durch die Ukrainer hängt von den Mitteln und Wegen ab, mit denen sozial wichtige Informationen an die Bürger der Ukraine vermittelt werden. Da sich die Ukraine in die Europäische Union integriert, hat die Aufgabe des Übersetzers/Dolmetschers an Bedeutung gewonnen. Es sind die Übersetzer/Dolmetscher, die die Ukraine auf der Weltbühne vertreten, und ihr Verständnis der denotativen und konnotativen Semantik wirkt sich auf die Ergebnisse der Übermittlung politischer „Botschaften“ an Partnerländer aus. Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Relevanz der Arbeit aus der Notwendigkeit einer eingehenderen Untersuchung der Probleme im Zusammenhang mit der Wiedergabe der evaluativ-attitudinalen Kategorie im Rahmen des politischen Diskurses unter übersetzungswissenschaftlichem Aspekt sowie aus der Analyse der Besonderheiten ihrer Wiedergabe bei der Übersetzung der bezeichneten Texte aus dem Ukrainischen ins Englische. Die Reden des Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelenskyi enthalten evaluative und attitudinale Konnotationen, die mit negativer und positiver Semantik ausgestattet sind. Unter den genannten Bedingungen ist es einerseits von großer Bedeutung, sie adäquat zu entschlüsseln, und andererseits, ihr Wesen ins Englische zu übertragen. Somit sind der linguistische und außersprachliche Rahmen der Originalreden von Volodymyr Zelenskyi und ihre Aktualisierungen in der Zielsprache (Englisch) unsere Forschungsobjekte; die Mittel zur Übersetzung evaluativer und attitudinaler Lexik aus dem Ukrainischen ins Englische innerhalb des untersuchten Materials sind der Forschungsgegenstand. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Bedeutung des Konzepts der evaluativ-attitudinalen Kategorie in der Linguistik und ihre Manifestation im politischen Diskurs offenzulegen. Das Ziel basiert auf den folgenden Aufgaben: • die Mittel zum Ausdruck von Einstellungen in der Ausgangssprache (Ukrainisch) zu analysieren; • Übersetzungsmittel zur Wiedergabe von Einstellungen in der Zielsprache (Englisch) zu ermitteln. Straipsniai / Articles 257 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA Forschungsmaterial und Methodik. Die ukrainischen Texte der Reden und täglichen Ansprachen des Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelenskyi aus dem Zeitraum von März 2022 bis Dezember 2022 sowie ihre Übersetzungen ins Englische wurden als Forschungsmaterial ausgewählt. Diese Materialien wurden auf der offiziellen Website des Büros des Präsidenten der Ukraine (verfügbar unter: https://www.president.gov.ua/news/speeches),, auf Twitter und Facebook veröffentlicht. Der Umfang der Ausgangstexte beträgt 65 bedingte Druckbogen. Eine umfassende Analyse des ukrainischen öffentlichen Diskurses umfasst in unserem Fall die integrierte Anwendung wissenschaftlicher Forschungsmethoden, insbesondere: • Stichprobenmethode – zur Zusammenstellung des empirischen Materials innerhalb des politischen Diskurses; • linguistische Analyse – zur Identifizierung linguistischer und außersprachlicher evaluativer und attitudinaler Marker des politischen Diskurses; • Methode der theoretischen Verallgemeinerung des untersuchten Materials – zur Ermittlung der adäquaten Übersetzungsmittel, die bei der Übertragung der Reden des ukrainischen politischen Führers – des Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelenskyi – ins Englische unter Berücksichtigung der sprachlichen Besonderheiten des Ukrainischen und Englischen einzusetzen sind; • Methode der Übersetzungsanalyse – zur Identifizierung der Übersetzungsbesonderheiten bei der Übertragung des untersuchten Materials ins Englische. 2. DIE EVALUATIV-ATTITUDINALE KATEGORIE: DER LINGUISTISCHE ASPEKT, IHR SUBJEKT UND OBJEKT IN EVALUATIV-ATTITUDINALEN AUSSAGEN Die Sprache ermöglicht die Widerspiegelung der Beziehung des Menschen zur umgebenden Welt unter verschiedenen Aspekten. Dies gilt insbesondere für die Einstellung (Bewertung). Bewertung und Einstellung können als umfassende Kategorie betrachtet werden; es ist anzunehmen, dass es wohl kaum eine Sprache auf der Welt gibt, die keine eigenen Bezeichnungen für gut oder schlecht besitzt. Diese Frage bleibt aufgrund der Vielfalt der Erforschung der evaluativen und attitudinalen Kategorie sowie der unterschiedlichen Ansätze zur Bestimmung evaluativer und attitudinaler Werte und zur Analyse evaluativer und attitudinaler Kategorien weiterhin aktuell. Darüber hinaus ist die Evaluierbarkeit ein recht komplexes Phänomen für weitere Analyse und Verständnis und wird nicht nur in der Linguistik, sondern auch in vielen anderen Wissenschaften untersucht. Das Interesse der Linguisten an der eingehenden Untersuchung 258 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse der evaluativen und attitudinalen Kategorie wächst dank des Vorhandenseins eines breiten Spektrums ihrer Ausdrucksmittel stetig. Jeden Tag muss ein Mensch etwas über Umweltphänomene erfahren und seine Einstellung ihnen gegenüber zum Ausdruck bringen. Die Bewertung ist eine Komponente des Prozesses, der darauf abzielt, die alltägliche Wirklichkeit widerzuspiegeln und eine Einstellungsbeziehung zwischen Subjekt und Objekt herzustellen. Heute ist die Untersuchung der evaluativen und attitudinalen Kategorie von besonderer Bedeutung, da die Frage nach der Beziehung und Wechselwirkung zwischen Semantik und Pragmatik sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht relevant wird. Der Inhalt von Bewertung und Einstellung war stets Gegenstand von Debatten unter Philosophen, Logikern und Linguisten. Anlass zur Besorgnis gab das Fehlen klarer Kriterien für Bewertung und Einstellung. Die philosophische Kategorie von Bewertung und Einstellung ist durch folgende Funktionen gekennzeichnet: weltanschauliche, methodologische (sie gibt einem Menschen eine allgemeine Orientierung in der Welt), logische (sie beteiligt sich am mentalen Prozess), praktische sowie die auf die Entwicklung der geistigen Kultur ausgerichtete Funktion (Zagraevskaja 2007). Die Hauptrichtung bei der Untersuchung der evaluativen und attitudinalen Kategorie durch moderne Wissenschaftler bezieht sich auf die Definition evaluativer und attitudinaler Bedeutungen und Ausdrucksmittel. Heutzutage hat sich diese Forschung auf die Untersuchung ihrer semantischen, funktionalen und pragmatischen Merkmale ausgeweitet, während die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler früher nur auf die Analyse der evaluativen und attitudinalen Semantik und Struktur gerichtet war. Es besteht die Annahme, dass Bewertung und Einstellung eng mit der Pragmatik verbunden sind. Das heißt, der Sprecher beabsichtigt, den Hörer zu beeinflussen, um dessen angemessene Reaktion zu formen. Auf dem Gebiet der Linguistik führt die Kategorie der Bewertung zu einer Reihe von Unstimmigkeiten. Viele Autoren betrachten die Begriffe „Beurteilung“ und „Evaluierbarkeit“ häufig als identisch. Bei der Erklärung der Beziehung zwischen diesen Konzepten sollte festgestellt werden, dass sich die Evaluierbarkeit auf die sprachliche Umsetzung der logischen Kategorie der Bewertung bezieht, also auf die Eigenschaft sprachlicher Einheiten, Einstellungsbedeutung auszudrücken. Bewertung wird als eine Meinung über die Einstellung, den Grad oder die Eigenschaft eines Objekts betrachtet. Das Konzept „Einstellung“ bildet die Grundlage für das evaluative Urteil, das heißt, im Prozess der Zuordnung des Bewertungsgegenstands zur Einstellungswelt wird die Bewertung des Wirklichkeitsobjekts gebildet. Infolgedessen wird die durch Sprache objektivierte und durch sprachliche Mittel ausgedrückte Bewertung zur Evaluierbarkeit (Heleta, Žmajeva 2022: 31–43). Oft werden die Wortverbindungen „Kategorie der Bewertung“ und „Kategorie der Evaluierbarkeit“ in einem ähnlichen oder gleichen Kontext verwendet, doch derzeit gibt es keine klare Unterscheidung zwischen diesen Konzepten, und in den meisten Fällen werden sie austauschbar gebraucht. Es ist wichtig anzumerken, dass die Verwendung des Begriffs „Kategorie der Bewertung“ weitgehend mit der Definition einer logischen Kategorie und Straipsniai / Articles 259 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA ihrer Umsetzung in der Sprache verbunden ist, während sich die Kategorie der Evaluierbarkeit hauptsächlich als linguistisches Konzept manifestiert, insbesondere als Komponente der Konnotation (Heleta, Žmaeva 2022: 31–43). Bewertung gilt als die grundlegende Kategorie der Wirklichkeit. Der Mensch analysiert die gesamte ihn umgebende Welt: Realien, Gegenstände, Phänomene, Eigenschaften und Verhaltensweisen. Auch die Gedanken, Handlungen und Gefühle des Menschen werden analysiert. Daher kann nahezu alles Gegenstand der Bewertung sein. Bewertung ist ein Faktor, der die Bildung eines Weltbildes von Werten und Einstellungen hervorbringt, da Werte und Einstellungen jeder Kultur innewohnen. Eine positive oder negative Einstellung gegenüber einer Person, einem Gegenstand oder einem Phänomen, die durch die Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung seiner Eigenschaften mit den Bewertungskriterien des Bewertungssubjekts bedingt ist, d. h. die emotionale Bewertung (Markelova 1993), wird wie jede Bewertungsstruktur durch zwei Faktoren widergespiegelt: einen objektiven und einen subjektiven. Sie stellt das Verhältnis des Bewertungssubjekts zum Objekt sowie der Eigenschaften des Objekts selbst, auf das die Bewertung gerichtet ist, dar. Alle Bewertungen beruhen auf dem menschlichen Wertesystem und stellen eine komplexe semantische Polarität zum Prädikatpaar, d. h. gut/schlecht, positiv/negativ usw., dar, die dazu beiträgt, den Wert von Objekten auf allen sprachlichen Ebenen zu bestimmen. Die Bewertungskategorie weist vieles mit der Modalitätskategorie gemeinsam auf. Da der verbale Ausdruck subjektiver Einstellungen und Bewertungen nur im Kommunikationsprozess aktualisiert wird, ist die subjektive Modalität entsprechend eine Kommunikationskategorie, die die subjektive Beziehung zum Inhalt der Aussage ausdrückt. Bewertung ist ein bewusstes Phänomen, das das Ergebnis des Verstehens des Wertes von Umweltphänomenen widerspiegelt. Arten der Bewertung von Lebenssachverhalten, die durch eigene oder allgemein anerkannte Wertesysteme, Normen und Gesetze wahrgenommen werden, sind jedem Individuum eigen. Die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler konzentriert sich auf die Untersuchung verschiedener Aspekte der Bewertung: das Verhältnis von Ausdruck, Modalität und Bewertung; Mittel zum Ausdruck der Bewertung, Bewertungsobjekte, die Bedeutung von Bewertungskategorien in der Übersetzung, geschlechtsspezifische Aspekte des Bewertungs-Thesaurus, die Klassifikation von Wortbewertungsformen und Bewertung: Sprechakte usw. Bewertung erstreckt sich als funktional-semantische Kategorie auf alle Sprachebenen und wird durch eine Gesamtheit sprachlicher Einheiten mit evaluativ-attitudinalem Wert repräsentiert, die die positive oder negative Einstellung des Sprechers zum Inhalt der Mitteilung ausdrücken und auf die Umsetzung einer bestimmten kommunikativen Aufgabe abzielen (Krysanova 1999). Bewertung ist eine Folge der funktional-kommunikativen Ausrichtung des Diskurses. Ihre Bildung wird nicht nur durch ihre unmittelbaren Operatoren, sondern auch durch viele andere Faktoren beeinflusst: Präsupposition, kulturelle und soziale Weltanschauung, psychologisches Wissen, Gewohnheiten und Ansichten des Informationssenders, 260 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse Kenntnis des Inhalts des Textes, der der Mitteilung unmittelbar vorausgeht (Prychоd’ko 2001). Da Bewertung kognitiver Natur ist, kann sie als logisch-subjektiv betrachtet werden. Die evaluativen und kognitiven Funktionen der Sprache sind eng miteinander verbunden. Gleichzeitig sind sie gleichwertig; das Bewerten begleitet das Erkennen. Im Prozess des Bewertens wird Erkenntnis geschaffen. Die Wechselbeziehung von Bewertung und Erkenntnis gehört zum Bereich der kognitiven Linguistik. Ein ausschließlich kognitiver Ansatz, der die Beziehung zwischen Sprache und Denken regelt, eignet sich besser für die Untersuchung der Bewertungskategorie, da er die kognitiven Aktivitäten eines Menschen erforscht. Das Bewerten als Prozess der Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen ist auf die Entscheidungsfindung ausgerichtet und hilft bei der Wahl weiterer praktischer Handlungen. Ein Mensch nimmt die ihn umgebende Welt wahr und verleiht ihr Sinn; daher besitzt er im Alltag die Fähigkeit, sprachliche Sachverhalte in seiner täglichen Praxis zu bewerten. Der Ursprung des Konzepts „Evaluierbarkeit“ legt in seiner Bedeutung mindestens drei wesentliche Elemente fest: eine Beschreibung der äußeren Eigenschaften von Objekten und Dingen als Gegenstände der wertenden Einstellung eines Menschen zu ihnen; die Psychotypen des Menschen selbst als Subjekt dieser Beziehungen; sowie die Beziehungen zwischen Menschen und ihre Kommunikation. Dadurch erlangen Werte eine verallgemeinerte Bedeutung. Jede Wertekategorie besitzt eine grundlegende Wertbedeutung – eine objektive, psychologische und soziale. Indem ein Mensch die Natur eines Objekts oder Phänomens erkennt, legt er bestimmte Aspekte sozialer Beziehungen offen. Die Bedeutung einer Sache oder eines Phänomens wird in erster Linie durch die soziale Einstellung dazu sowie durch individuelle und universelle Werte bestimmt. Als vollständigster Ausdruck der Lebenserfahrung einer bestimmten Gesellschaft bilden sich Werte zu einem bestimmten System heraus, an das sich das Individuum bei seiner eigenen Bewertung hält. Individuelle Werte sind eine persönliche Wiedergabe allgemeiner oder kollektiver Werte. Jeder Mensch hat seine eigenen, abhängig von den Kommunikationsbesonderheiten der jeweiligen Person. Die Identifizierung, Übernahme und Aneignung sozialer Werte durch Individuen werden durch ihre soziale Identifikation mit den Werten kleiner Kontaktgruppen bestimmt, denen die Gesprächspartner angehören. Vinogradovs Auffassung, dass „das Wort in den expressiven Farben des sozialen Umfelds erstrahlt“, bleibt weiterhin relevant. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass es „die Persönlichkeit (individuell oder kollektiv) des Sprechers widerspiegelt und seine Bewertung der Wirklichkeit charakterisiert; es ist zweckmäßig hervorzuheben, dass seine persönliche Bewertung ihn als Vertreter der einen oder anderen sozialen Gruppe qualifiziert. Ausdruck ist immer subjektiv und persönlich – vom flüchtigsten bis zum stabilsten, von der Aufregung eines Augenblicks bis zur Dauerhaftigkeit eines Straipsniai / Articles 261 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA Menschen neben seiner unmittelbaren Umgebung, Klasse, Epoche, seinem Volk und seiner Kultur“ (Vinogradov 1986: 135). In einer individuellen Bewertung spiegelt der Autor nicht nur seine Einstellung wider, sondern auch das allgemein anerkannte Prinzip der Dinge, das in dieser Gesellschaft besteht. Das heißt, selbst im Falle einer subjektiven Bewertung gibt es das Konzept einer normativen Position. Somit ist die stereotype Wahrnehmung des Bewertungsgegenstands im Verhältnis zum normativen Sachverhalt, der in dieser Gesellschaft akzeptiert wird, eines der Kriterien, auf deren Grundlage die Bewertung vorgenommen wird. Das Fehlen einer allgemeinen Auffassung hinsichtlich der Eigenständigkeit der evaluativ-attitudinalen Kategorie veranlasst uns, sie als Bestandteil der Vergleichskategorie zu betrachten und die integrale Kategorie „Vergleich und Bewertung“ hervorzuheben. Eine solche Verallgemeinerung ist nicht bedeutungslos, denn „vergleichen bedeutet, seine Einstellung auszudrücken, zu „bewerten“, zu „messen“, geleitet von unseren Gefühlen und Leidenschaften“ (Karcevskij 1976: 107–112). Elena M. Vol’f ist der Ansicht, dass Bewertung die inhärenten Eigenschaften des Subjekts einbezieht, d. h., dass sie eine objektive Komponente enthält. Nach Vol’f beruht das Bewertungssubjekt sowohl auf der persönlichen Einstellung zum Bewertungsobjekt als auch auf stereotypen Einstellungen gegenüber dem Objekt (Vol’f 1985). Die Auswahl der Bewertungstypen ist eines der Probleme der Bewertungsforschung. Es gibt eine Reihe von Klassifikationen von Bewertungen, die auf verschiedenen Kriterien beruhen. Vol’f (1985) teilt Bewertungen in emotionale und rationale ein. Die emotionale Bewertung ist in erster Linie eine individuelle Bewertung, die eine unmittelbare Reaktion auf ein Objekt darstellt. Sie beruht auf individuellen Stereotypen, die in der Vorstellung eines bestimmten Sprechers enthalten sind. Der Wert der rationalen Bewertung tendiert dazu, zeitliche Rahmen zu beseitigen. Die emotionale Bewertung zielt darauf ab, den emotionalen Zustand des Gesprächspartners zu verändern und eine entsprechende Reaktion hervorzurufen, während die rationale Bewertung dazu bestimmt ist, der geäußerten Meinung zuzustimmen oder sie abzulehnen (Heleta, Žmāeva 2022: 31–43). Je nach Anzahl der Bewertungsobjekte werden absolute oder relative Bewertungen unterschieden. Zur Definition der absoluten Bewertung können wir die Begriffe „gut“ und „schlecht“ verwenden, zur Definition der relativen (komparativen) Bewertung dagegen die Begriffe „besser“ und „schlechter“. Bei einer absoluten Bewertung gibt es gewöhnlich ein Bewertungsobjekt, bei einer relativen Bewertung hingegen zwei Objekte. Mit anderen Worten: Die absolute Bewertung enthält einen impliziten Vergleich, der auf der Gemeinsamkeit sozialer Stereotype beruht, während die komparative Bewertung im Vergleich von Objekten miteinander besteht (Sapir 1985: 43–78). Folglich kann die Bewertung ihrem Charakter nach in eine positive, negative und neutrale Bewertung unterteilt werden, die auf Zustimmung, Verurteilung oder dem Fehlen ausgeprägter Merkmale beruhen. Wissenschaftler behaupten, dass verschiedene Bewertungsarten in der Sprache unterschiedlich ausgedrückt werden können (Heleta, Žmāeva 2022: 31–43). 262 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse Aus semantischer Sicht umfasst die Bewertung einen wertenden Aspekt der Bedeutung sprachlicher Ausdrücke; ein Bewertender ist der Ansicht, dass ein Bewertungsobjekt gut oder schlecht ist (Vol’f 1985). Die Gesamtheit aller positiven und negativen Werte bildet das Wertbild der Welt einer Gesellschaft. Das Wertbild der Welt wird durch die Besonderheiten der Kultur bestimmt, besitzt einen eigenen historisch geformten, dieser Kultur eigentümlichen Charakter und grenzt sie vor dem Hintergrund der Weltkultur ab (Pisanova 1997). Wissenschaftler unterscheiden universalmenschliche und national-kulturelle Wertesysteme sowie kollektive und individuelle Systeme (Heleta, Žmaևva 2022: 31–43). Die Bewertung ist durch eine spezifische Struktur gekennzeichnet. Auf der Grundlage der Logik von Bewertungen werden obligatorische Komponenten der Bewertungsstruktur unterschieden: das Bewertungssubjekt, also eine Person, die einem beliebigen Gegenstand einen Wert zuweist, indem sie eine Bewertung ausdrückt; das Objekt, also der Bewertungsgegenstand (individuelle Eigenschaften des beschriebenen Gegenstands können das Objekt bilden); der Bewertungscharakter bestimmt, ob Gegenstände als gut oder schlecht qualifiziert werden; unter der Bewertungsgrundlage werden Positionen und Belege verstanden, die das Subjekt zur Zustimmung oder Verurteilung bewegen. Die sprachliche Kategorie der Bewertung setzt das Vorhandensein zusätzlicher Komponenten in ihrer Struktur voraus, etwa eines Bewertungsprädikats, eines Aspekts und der Bewertungsmotivation. Insbesondere betrachtet Telija die Struktur der Bewertung in der Sprache wie folgt: „Das Subjekt (die Persönlichkeit mit ihren Vorlieben und ihrer Weltanschauung) und das Objekt (ein Fragment der Welt in seinen systemischen Zusammenhängen) sind durch ein wertendes Urteil verbunden, in dem sich die eine oder andere Leidenschaft des Subjekts gegenüber der Welt ausdrückt“ (Telija 1986: 16). Die Untersuchung der Bewertbarkeit unter semantischem Gesichtspunkt hat dazu beigetragen, aufzudecken, dass subjektive und objektive Faktoren eng miteinander verbunden sind. Es kann sogar festgestellt werden, dass das Objektive und das Subjektive verschiedene Seiten ein und desselben Phänomens sind, nämlich der Erkenntnis und der Widerspiegelung der Wirklichkeit. Die Subjektivität beruht auf der Objektivität. Auf der Grundlage der in der objektiven Wirklichkeit existierenden Phänomene bildet sich ihre subjektive Bewertung heraus. Das Subjekt der Bewertungsstruktur kann eine Person, ein Teil der Gesellschaft oder die gesamte Gesellschaft sein; die Bewertung kann auch kein Subjekt haben, sie ist stets regulativ. Aleksandr A. Ivin zufolge besteht die Formulierung des Relativismus darin, dass „das, was für eine Person gut ist, für eine andere nicht gut sein muss, und man stets angeben sollte, für wen genau etwas gut ist, das heißt, die Bewertung durch die Angabe der Person, die sie äußert, relativieren sollte“ (Ivin 2015: 46–47). In linguistischen Untersuchungen zu Fragen des Subjekts in wertenden Äußerungen wird unterschieden, dass sich das Bewertungssubjekt vom Sprecher unterscheidet. Im ersten Fall kann es sowohl der Autor des Textes als auch jede andere Person sein. Es gibt zudem zwei Arten von Subjekten: dasjenige, das eine wertende Sichtweise äußert, und dasjenige, für das das Objekt einen Wert besitzt. Forscher Straipsniai / Articles 263 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA weisen darauf hin, dass das Bewertungssubjekt in der Äußerung nicht ausgedrückt sein muss, ohne dass sie dadurch ihre wertende Bedeutung verliert. Das Bewertungsobjekt ist in der Äußerung immer vorhanden; es kann eine Person, ein Gegenstand, ein Phänomen oder ein Sachverhalt sein, auf den sich die Bewertung bezieht (Heleta, Žmaeva 2022: 31–43). Die Besonderheit des Objekts in der Bewertungsstruktur bestimmt die wesentlichen Unterschiede zwischen Bewertung und Klassifikation: Die Bewertung dient dazu, das Objekt unter seinesgleichen hervorzuheben, während die Klassifikation das Objekt in eine Klassenstruktur einordnet. Eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass ein Subjekt bewertet werden kann, ist die Erfüllung einer bestimmten Funktion durch das Subjekt. Eine Bewertung wird möglich, wenn das Subjekt funktional bedeutsam wird, wobei zugleich die Kriterien für die Bildung wertender Urteile festgelegt werden. Die semantische Verbindung von Bewertungswörtern und Bezeichnungen des Bewertungsobjekts wird auf der Grundlage des Bewertungsaspekts hergestellt, der die Merkmale des zu bewertenden Objekts angibt (ebd.). Die Bewertungsstruktur umfasst Elemente von drei Typen: explizite, implizite und solche, die in beiden Fällen realisiert werden. Ein wesentliches Merkmal der Bewertung ist das Vorhandensein eines subjektiven Faktors, der mit einem objektiven Faktor interagiert. Die Auffassungen der Wissenschaftler zur Frage der Subjektivität und Objektivität in der Bewertung gehen auseinander. Andererseits wird die Bewertbarkeit mit dem gesamten Bereich des Subjektiven in der Sprache gleichgesetzt; jeder Sprachgebrauch durch das Subjekt gilt als wertend. Gennadij V. Kolšanskij erkennt das Vorhandensein eines Bewertungsfaktors in jedem kognitiven Akt an; daher ist Bewertung überall dort enthalten, wo das Erkenntnissubjekt mit der objektiven Welt zusammentrifft und dieser Zusammenstoß sprachlich ausgedrückt wird (Kolšanskij 2018). Arutjunova (1984) merkt an, dass die Bewertung eine subjektive Haltung zu den Erscheinungen der Umwelt ausdrückt, ihre objektiven Merkmale jedoch nicht widerspiegelt. Der subjektive Charakter der Bewertungskategorie lässt sich durch die Abhängigkeit der Bewertung vom fördernden Faktor einer bestimmten Wirklichkeit, von ihrem Wertesystem und vom Verhältnis zur Welt erklären (ebd.). Die Entsprechung zwischen deskriptiven und wertenden Bedeutungen tritt in der Semantik der Adjektive am deutlichsten hervor, da sie aus charakterisierender Semantik bestehen. Abgesehen von ihnen kann dieselbe Funktion von der Semantik der Partikeln, Modalwörter, Ausrufe, Substantive und Verben erfüllt werden. Wissenschaftler fordern, den objektiven Bewertungsfaktor zu berücksichtigen. Das Bewertungssubjekt stützt sich beim Ausdruck seiner Haltung gegenüber dem Bewertungsobjekt auf dessen Eigenschaften und nicht nur auf die eigenen Präferenzen. Darüber hinaus ist es wichtig, das Vorhandensein sowohl subjektiver als auch objektiver Faktoren zu berücksichtigen. Um ein Objekt zu bewerten, muss eine Person zunächst seine tatsächlichen Eigenschaften verstehen und erst dann ihre Haltung 264 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse ihnen gegenüber zum Ausdruck bringen. Somit kann der subjektive Zugang zu Gegenständen dem objektiven nicht vorausgehen, sondern folgt ihm (ebd.). Die Untersuchung der subjektiven und objektiven Faktoren beim Bewerten beinhaltet die Unterscheidung zwischen wertenden und deskriptiven Bedeutungskomponenten. Traditionell wird angenommen, dass die Verbindung zwischen deskriptiven und wertenden Bedeutungen im Adjektivsystem am klarsten und offensichtlichsten hervortritt, wobei dessen Zeichen-Semantik die Grundlage bildet. So gibt es unter den Adjektiven deskriptive Wörter, die keinerlei Bewertung enthalten (zum Beispiel portugiesisch, kupfern, morgendlich, zweibeinig usw.), wertende Adjektive (gut, ausgezeichnet, wunderbar, erstaunlich, schlecht usw.) sowie Adjektive, die wertende und deskriptive Inhalte verbinden (bequem, interessant, klug, interessant, schön, hässlich) (Vol’f 1985). 3. DER POLITISCHE DISKURS ALS KOMMUNIKATIVER RAUM FÜR DIE MANIFESTATION DER BEWERTUNGSKATEGORIE Derzeit wird politische Kommunikation überall durch das Prisma des Diskurses betrachtet, da dem Einsatz sprachlicher Ausdrücke zur Ausübung von Sprachwirkung neben der Bewertbarkeit die Hauptaufmerksamkeit gilt. Die Bewertung ist ein integraler Bestandteil der politischen Rede und spiegelt sich in den Beziehungen zum Volk wider. Dank der Bewertbarkeit wird es möglich, das Hauptziel einer politischen Rede zu erreichen – den Adressaten zu überzeugen, sein Vertrauen zu gewinnen und ihn zum Handeln zu bewegen. Mit anderen Worten: Die Bewertung ist der wichtigste Überzeugungsfaktor. Ein politischer Text hat den Zweck, den Leser (den Zuhörer, den Zuschauer) umfassend über große sozial bedeutsame Probleme und Ereignisse zu informieren, die derzeit in einer Gesellschaft stattfinden; er dient der wirksamen und ergebnisorientierten Herausbildung einer sozialen Bewertung der realen Wirklichkeit sowie der umfassenden Steuerung und Manipulation der öffentlichen Meinung durch ideologischen Einfluss auf die Gesellschaft. Politische Kommunikation stellt stets nicht nur einen Informationsraum dar, sondern auch eine Bewertung der analysierten Wirklichkeiten. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Zweck des politischen Diskurses nicht nur in der objektiven Bewertung der Umstände besteht, sondern auch darin, den Adressaten zu überzeugen und ihn zum Handeln zu bewegen. Der wichtigste Faktor dieser Überzeugung ist die Bewertung der Subjekte politischer Tätigkeit, der Situationen und der Handlungen. Ein politischer Text im weiten Sinne umfasst Kommunikationsformen, in denen die Komponenten Teil des politisch-lexikalisch-semantischen Feldes sind: der Nachrichteninhalt, der Adressat oder das Subjekt. Im engeren Sinne ist der politische Diskurs Straipsniai / Articles 265 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA ein Diskurs, dessen Ziel die Verwirklichung, Bewahrung und Suggestion politischer Macht ist (Kolesnikova 2011: 67–69). Anatolij N. Baranov und Evgenij G. Kazakevič untersuchen den politischen Diskurs als Gesamtheit aller in politischen Diskussionen verwendeten Sprechakte sowie als durch Tradition geheiligte und durch Erfahrung erprobte Regeln der öffentlichen Politik (Baranov, Kazakevič 1991). Die Bewertung des politischen Diskurses kann sowohl explizit als auch implizit, das heißt in offener oder verborgener Form, auftreten. Die Bewertung kann wie folgt differenziert werden: positiv, neutral und negativ. In der Linguistik werden folgende Merkmale des politischen Diskurses unterschieden: Dialogizität, Bewertbarkeit/Emotionalität, das Überwiegen des Massenpublikums; der dominante Faktor der Emotionalität und ein erheblicher Umfang tatsächlicher Kommunikation; semantische Unbestimmtheit, Euphemismus, bewusste Entziehung von der Wirklichkeit, verschiedene Gerüchte; die Indirektheit politischer Kommunikation dank der Massenmedien; die Notwendigkeit für Politiker, „für die Öffentlichkeit zu arbeiten“, sie entsprechend ihrem Image und ihrer Kommunikationsweise anzuziehen; die Dynamik der politischen Rede wird durch die Aktualität des Alltags und die Variabilität politischer Umstände bestimmt. Somit fügt sich die Bewertbarkeit in die Kriterien politischer Kommunikation ein. Die Bewertung gehört nicht nur zu den Hauptfunktionen des politischen Diskurses, sondern spielt auch eine unterstützende Rolle. Die Relevanz und Häufigkeit der Bewertung in politischen Texten wird durch den Faktor der politischen Situation bestimmt. Die Bewertung unterstützt die Umsetzung der grundlegenden Funktionen des politischen Diskurses: der informativen, argumentativen, funktionalen, delimitativen und gruppenunterscheidenden Funktion. Die Bewertung des politischen Diskurses und die Ausdrucksweisen direkter und indirekter Bewertung gelten als Zweck und Eigenschaften jedes politischen Textes. Die Umsetzung jeder informativen politischen Mitteilung beruht auf fünf Hauptzielen: Information, Analyse, Regulierung, Bewertung und Propaganda. Der politische Diskurs wirkt unmittelbar auf das Bewusstsein des Adressaten ein; die Veränderung seines Weltbildes erfolgt durch die Darstellung wertender Konzepte in politischen Texten. Mironova stellt fest, dass der politische Diskurs unmittelbar mit den Wertorientierungen in der Gesellschaft verbunden ist. Bewertungskategorien werden häufig als semantische und kognitive Konstrukte betrachtet. Zu Letzteren gehören universalmenschliche Eigenschaften: Gerechtigkeit, Gut, Böse, Demokratie und Freiheit. Somit beruht der politische Diskurs auf wertenden Konzepten. Daher steht seine unbestreitbare Zugehörigkeit zu den wertenden Diskursen außer Zweifel; das heißt, im politischen Diskurs sind axiologische Strategien die maßgeblichen (Mironova 1997: 30–45). Im Vergleich zu „Bewertung“ ist „Bewertbarkeit“ ein eher linguistischer Begriff. Černjavskaja interpretiert die Bewertung als eine Komponente der semantischen Struktur einer Spracheinheit; die Bewertung wird durch sprachliche Mittel oder durch Informationen 266 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse ausgedrückt, die in der Semantik der Einheit über die positiven oder negativen Eigenschaften des Objekts und über eine zustimmende bzw. missbilligende Haltung gegenüber dem Objekt enthalten sind (Černjavskaja 2001: 20–50). Gleichzeitig muss die Fähigkeit der Bewertung bestimmt werden, eine weitaus größere Vielfalt der Haltung des Subjekts gegenüber dem Realitätsobjekt zu zeigen als die gewöhnliche Haltung, die auf dem Gegensatz zwischen Zustimmung und Missbilligung beruht. Deshalb kann die Bewertung direkt oder verborgen ausgedrückt werden. Der andere Autor ist der Ansicht, dass auch das Weltbild in die Bewertungsstruktur einbezogen werden sollte – das Wertesystem des Subjekts, das sowohl das Wertesystem seiner Gesellschaft als auch das damit verbundene individuelle Wertesystem des Subjekts selbst umfasst (Romanova 2008). Unter dem Gesichtspunkt ihrer Widerspiegelung durch sprachliche Mittel wird die Bewertung in explizite (offensichtliche) und implizite (verborgene) Bewertung unterteilt. Die explizite Bewertung ist durch eine klare, offene Überzeugung gekennzeichnet, bei der die Probleme, die in das Blickfeld des Publikums treten, und die Mittel zu ihrer Lösung dargelegt werden, in den meisten Fällen ohne jede Wahlmöglichkeit. Die implizite Bewertung beruht ihrerseits auf der Absicht, die Empfänger zu ihren eigenen Schlussfolgerungen zu führen, die der Vorstellung des Autors entsprechen. Die Darstellung verborgener Bewertung wird durch Wörter mit entsprechender Konnotation, phraseologische Einheiten, besondere Arten syntaktischer Strukturen und Intonation unterstützt. Die explizite Bewertung wird mithilfe einer spezifischen Textform reproduziert, die verschiedene Andeutungen und Assoziationen umfasst. Es lässt sich feststellen, dass die Umsetzung der regulativen Funktion der politischen Rede gerade dank der Bewertbarkeit erreicht wird. Aus der Perspektive des politischen Diskurses ist dem axiologischen (wertenden) Vokabular besondere Aufmerksamkeit zu widmen, das in fünf Gruppen unterteilt wird: 1. rational wertend; 2. rational deskriptiv-wertend; 3. emotional-expressiv mit wertender Bedeutung (die wertende Komponente wird explizit dargestellt); 4. emotional-expressiv mit angefügter wertender Bedeutung (die wertende Komponente wird implizit ausgedrückt); 5. Vokabular mit kulturellen und wertenden Konnotationen. In den wertenden Definitionen von Wörtern wird persönliche ästhetische Erfahrung vermittelt. Das kommunikative Ziel, das sich der Sprecher setzt, besteht darin, dem Zuhörer seine Sichtweise bestmöglich zu vermitteln und ihn von der Möglichkeit und Rechtmäßigkeit dieser und nicht einer anderen Sicht auf die Welt zu überzeugen (Černejko 1996: 42–53). In ästhetischen und emotionalen Bewertungen zeigt sich die Widerspiegelung des Wortes, die im sprachlichen Bewusstsein der Person Straipsniai / Articles 267 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA manifestiert ist; assoziative Phänomene spiegeln sich im Wort oder durch seine Lautform wider. Forscher des politischen Diskurses unterscheiden verschiedene Arten kommunikativer Strategien: diskursive, stilistische, semantische, pragmatische, rhetorische, dialogische und andere. Die wissenschaftliche Literatur definiert keine einheitliche, allgemein anerkannte Klassifikation der Strategien und Taktiken des politischen Diskurses. Elena I. Šejgal hebt folgende Strategietypen im politischen Diskurs hervor: die Strategie der Verschleierung und Unterdrückung unerwünschter Informationen (sie ermöglicht es, unangenehme Tatsachen zu unterdrücken und weniger offensichtlich zu machen); die Strategie der Mystifizierung (Verbergen der Wahrheit, absichtliche Irreführung); die Strategie der Anonymität (Entpersonalisierung) als Technik zur Beseitigung der Verantwortung (Šejgal 2004). Da Macht mit einer bestimmten Person verbunden ist, besteht das Hauptziel der Tätigkeit von Politikern darin, das Vertrauen der Bevölkerung, also des Machtobjekts, anzufechten. Wenn Politik zu einem integralen Bestandteil des „Informationslebens“ eines Menschen wird, manifestiert sich der politische Diskurs durch den Sprachgebrauch in den sozialpolitischen und öffentlichen Kommunikationsbereichen (Kolesnikova 2011). Die Einflussnahme auf den Rezipienten, seine Überzeugungen und Gefühle ist das Hauptziel jeder politischen Rede, einschließlich Reden und Appellen, als wirksamer Mittel zur Erreichung des gesetzten Ziels. Das politische Image, das unter Berücksichtigung sprachlicher Mittel geschaffen wird, besitzt eine besondere Eigenart. Die pragmatische Ebene der sprachlichen Persönlichkeit eines Politikers gilt als eine der wichtigsten. Die Pragmatik des politischen Diskurses bezeichnet den Bereich des Verhaltens sprachlicher Zeichen im Prozess politischer Kommunikation. Gerade das Image eines Politikers spiegelt seine kognitiv-sprachlichen Strategien wider. Zweifellos sind die Reden und Ansprachen des Präsidenten von besonderer Bedeutung. Er steht vor einer wichtigen Aufgabe: eine Kommunikationsstrategie so aufzubauen, dass er die Gesellschaft konsolidieren, die Interessen verschiedener sozialer Gruppen koordinieren und das Land auf internationaler Ebene angemessen vertreten kann. Charakteristisch für den politischen Diskurs ist ein duales Weltbild. Die Schaffung eines axiologischen Sichtfeldes ohne Neutralität sowie die Aufteilung der Welt in „das Eigene“ und „das Fremde“, wobei „das Eigene“ zweifellos auf das Positive und „das Fremde“ auf das Negative verweist, werden durch die Umsetzung von Bewertung mithilfe verschiedener pragmatischer Kommunikationsmittel erreicht: direkte und indirekte wertende Äußerungen, hochspezialisiertes Vokabular mit expliziten und impliziten wertenden sowie lexikalischen Innovationen. Der Hauptunterschied zwischen dem politischen Diskurs und anderen mit Bewertbarkeit verbundenen Diskursarten liegt in seinem lexikalischen, grammatischen, strukturellen, pragmatischen und semantischen Gehalt. 268 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse 4. DIE SPEZIFIK DER ÜBERTRAGUNG DER BEWERTUNGSKATEGORIE IM POLITISCHEN DISKURS In den vergangenen Jahrzehnten konzentrierte sich der größte Teil der Forschung im Bereich der Analyse des politischen Diskurses auf die Beziehung zwischen Sprache und Politik. So zeigt beispielsweise die Untersuchung des politischen Diskurses von Paul Chilton (2004), dass Sprache und Politik auf grundlegender Ebene eng miteinander verbunden sind. Ebenso stellte Sara Rubinelli (2018: 17–29) fest, dass Sprache für die Politik wichtig ist, weil Politiker ihre Macht nutzen, um Entscheidungen zu treffen und Bürger durch Sprache zu beeinflussen. Mit anderen Worten: Die Verbindung zwischen Sprache und dem politischen Leben der Gesellschaft ist sehr eng. Erstens nimmt die vorgeschlagene Kommunikationsform die Merkmale eines Mittels zur Massenmanipulation an. Zweitens werden die zur Manipulation des Massenbewusstseins eingesetzten Sprachmechanismen als Einpflanzung demokratischer Ideen und Werte verstanden. Drittens müssen Wissenschaftler zur Nachverfolgung dieser Mechanismen auf den politischen Diskurs zurückgreifen und geeignete Methoden für seine Analyse finden. Tatsächlich ist das Verständnis der argumentativen Natur politischer Texte der Schlüssel zur angemessenen Einschätzung politischer Strategien (Fairclough, Fairclough 2012). Die Übersetzung des politischen Diskurses ist eine Kombination inkompatibler Anforderungen: Sie muss genau sein und bestimmte Aufgaben korrekt und schnell erfüllen können, zugleich aber politisch korrekt und präzise sein. Der Begriff „Diskurs“ verkörpert zahlreiche Konzepte, lässt sich jedoch nur schwer präzise definieren. In der Mitte des 20th Jahrhunderts legten Vertreter der linguistischen Schulen von Oxford und Cambridge die theoretischen Grundlagen für die Untersuchung des politischen Diskurses fest. Die vielversprechendsten Ergebnisse auf diesem Gebiet und seine systematische Erforschung wurden von Teun A. Van Dijk (2009) vorgestellt. Ausgehend vom Konzept des politischen Diskurses zeigte der Wissenschaftler, dass sich Kulturen zusätzlich zu den Unterschieden in der eigentlichen Konstruktion sozialer Situationen als Kontexte auch danach unterscheiden können, wie Kontextdefinitionen einen Text und ein Gespräch beeinflussen. Das Image eines Politikers ist eine Widerspiegelung seines persönlichen „Weltbildes“, seiner axiologischen Einstellungen und seiner Bewertung. Bewertung ist im Allgemeinen ein sehr charakteristisches Instrument zur Beeinflussung des Zuhörers; im politischen Bereich spielt sie zudem eine besondere strukturierende Rolle. Ohne Bewertung ist die Ausweitung politischer Ansichten unmöglich. Der politische Diskurs beruht auf utilitaristischen, moralischen und ethnischen Werten. Für eine eingehendere Untersuchung wird die Diskursanalyse weitgehend eingesetzt. Ihr Hauptzweck besteht darin, die Konventionen der Kodierung und Interpretation von Kultur in bestimmten diskursiven Feldern sowie die zugrunde liegenden Annahmen der Kultur Straipsniai / Articles 269 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA zu beschreiben (Fetzer, Lauerbach 2007: 3–30). Darüber hinaus kann sie eine verborgene Bedeutung aufdecken und den Unterschied zwischen der Rede eines Politikers und seinen wahren Absichten aufzeigen. Schließlich ermöglichen die Ergebnisse einer solchen Analyse, unbegründete Versprechen und durch sprachliche Mittel verbalisierte manipulative Strategien aufzudecken. Der Wert dieser Methode für die Untersuchung des politischen Diskurses ist unbestreitbar. Macht, Relationalität und Differenz gelten als Schlüsselmerkmale der globalen Politik in der Übersetzung (Berger, Esguerra 2018: 1–21). Das Hauptziel der Translationswissenschaft besteht somit darin, die spezifische Situation zu untersuchen, in der die Behörden Einfluss auf die Übersetzungstätigkeit und die kulturelle Entwicklung genommen haben. Die Übersetzung, die als Mechanismus der Darstellung einer anderen Kultur verstanden wird, spielt in der modernen Welt eine wesentliche Rolle. Sie ist nicht nur eine sprachliche Übertragung, sondern auch eine interkulturelle Tätigkeit (Bánhegyi 2014: 139–158). Die Genauigkeit der Übersetzung wird nicht nur durch die Kenntnis der Algorithmen der anderen Sprache erreicht, sondern auch durch die Überschneidung der ursprünglichen Botschaft mit dem kulturellen Raum des Übersetzers. In dieser Hinsicht sind Übersetzungen und Übersetzer in sehr spezifischen sozialen und politischen Kontexten situiert und unterliegen unvermeidlich den Veränderungen, Brüchen und Umwälzungen, denen diese Kontexte ausgesetzt sind (Berger, Esguerra 2018: 1–21). Der politische Diskurs ist ein integraler Bestandteil sozialer Beziehungen. Bei der Umsetzung des politischen Diskurses wirken neben außersprachlichen Faktoren und kognitiven Strukturen auch sprachliche Mittel mit. Unter Übersetzern herrscht die Auffassung, dass die Übersetzung politischer Texte von einem Spezialisten im Vergleich zu einer Fachübersetzung, die eingehende Kenntnisse auf dem spezifischen Gebiet der jeweiligen Übersetzungstätigkeit erfordert, keine besonderen Kenntnisse zu einem eng abgegrenzten Thema verlangt. Es ist hervorzuheben, dass beim Übersetzen politischer Themen das „Hintergrundwissen“ des Übersetzers weiterhin eine wichtige Komponente darstellt; je umfassender es ist, desto adäquater wird die Übersetzung sein. Die Umsetzung der Übersetzung des politischen Diskurses ermöglicht es, die übersetzungsbezogenen Merkmale sowie ein hohes lexikalisches Niveau zu berücksichtigen und zu analysieren, da das Vokabular politischer Themen sehr anfällig für semantische Veränderungen ist. Eine große Zahl von Wissenschaftlern stimmt darin überein, dass Übersetzen ein recht komplexer Prozess ist. Um den Inhalt der ursprünglichen Äußerung angemessen und korrekt zu vermitteln, muss die erforderliche Übersetzungsvariante gewählt und ihre grammatische Struktur korrekt übertragen werden. Bisweilen wird dies dadurch erschwert, dass stilistische Faktoren der Übersetzung unterliegen, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Der Erfolg eines übersetzten Textes des politischen Diskurses wird dadurch bestimmt, wie wirksam die sprachlichen Mittel zur Beeinflussung des Zuhörers sind und inwieweit ein übersetzter Text im Rahmen der Massenkommunikation den allgemein anerkannten Normen der anderen Sprache entspricht. 270 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse Der primäre Zweck der Übersetzung politischen Diskurses besteht darin, beim Zielrezipienten eine Reaktion hervorzurufen, die derjenigen des ursprünglichen Sprechers einigermaßen ähnlich ist. In dieser Hinsicht nimmt die Rolle des Übersetzers zu. Da politischer Diskurs an eine Hierarchie von Werten appelliert, die in einer bestimmten Phase der gesellschaftlichen Entwicklung vorherrscht, muss der Übersetzer eine bestimmte politische Position einnehmen (Gentzler 2002: 195–218). Daher muss Letzterer den Ausgangstext interpretieren und geeignete sprachliche Mittel finden, um dessen Pragmatik und Emotionalität im Zieltext vollständig zu bewahren. Darüber hinaus mangelt es politischen Texten an logischer Ausgefeiltheit. Infolgedessen werden beim Übersetzen bestimmte sprachliche Stereotype mit „unbeholfenen“ Formulierungen sowie häufig konventionelle oder bedeutungstragende Wendungen einbezogen. Es sollte berücksichtigt werden, dass der Übersetzungsprozess seitens des Übersetzers bestimmte mentale Anstrengungen erfordert. Ein wichtiges Merkmal des politischen Diskurses ist sein Einfluss auf den Zuhörer oder das Publikum. Daher ist es wichtig, die kommunikativ-pragmatische Einstellung zu verstehen, die eine zielgerichtete Gesamtheit sprachlicher Mittel darstellt, die das Ausdruckssubjekt zur weiteren Einflussnahme auf den Rezipienten verwendet. Diskurs ist seinem Wesen nach mit der Pragmatik verbunden; der pragmatische Aspekt von Sprache und Kommunikation bezieht sich auf die Haltung einer Person gegenüber sprachlichen Zeichen, die darauf ausgerichtet sind, ihre Bewertungen, Emotionen und Intentionen beim Ausführen und Wahrnehmen sprachlicher Operationen im Diskurs auszudrücken. Fragen der Übersetzungsstrategien¹ haben in der Übersetzungswissenschaft beträchtliche Aufmerksamkeit erhalten. Einige Linguisten haben verschiedene Strategien vorgeschlagen, um den Konflikt zwischen syntaktischen und kommunikativen Funktionen beim Übersetzen zu lösen. So führt Mona Baker (2018) acht Übersetzungsstrategien auf, die professionelle Übersetzer verwenden, um sprachliche und pragmatische Bedeutungen aus der Ausgangssprache in die Zielsprache zu übertragen. Dazu gehören Übersetzungen mit allgemeineren Wörtern, Übersetzungen mit neutralem Vokabular, Übersetzungen mit kultureller Substitution, Übersetzungen unter Verwendung von Lehnwörtern mit Erklärungen, periphrastische Übersetzungen mit verwandten Wörtern, periphrastische Übersetzungen mit nicht verwandten Wörtern, Auslassung und Hinzufügung. Das Umfeld, in dem die Übersetzung stattfindet, beeinflusst jedoch unvermeidlich die vom Übersetzer verwendeten Strategien (Baker 2018). Politischer Diskurs wird geschaffen, um politische Macht zu erlangen, zu erhalten und auszuüben. Er zielt darauf ab, Ansichten über die Welt zum Ausdruck zu bringen und das Publikum, an das sich die Aufmerksamkeit richtet, von der unzweifelhaften Richtigkeit einer solchen Sichtweise zu überzeugen. Fiodorov stellt fest: „Der Hauptgrund für eine genaue Übersetzung ist die Kenntnis des Gegenstands“ (Fiodorov 2002: 34). Für den Übersetzer politischer Texte ist außerdem wichtig zu erkennen, dass „Sprache die Welt auf ihre eigene Weise gemäß den Sprachnormen organisiert. Sie spiegelt die historische Entwicklung eines Ethnos, die Bräuche und Traditionen eines Volkes sowie kulturelle Traditionen wider, die in jeder neuen Entwicklungsphase dieser sprachlich-kulturellen Gemeinschaft gebrochen und verändert werden“ (Popova 2011: 105–107). Straipsniai / Articles 271 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA Die Übersetzung politischen Diskurses weist eine Reihe stilistischer und funktionaler Eigenschaften auf, die mit den Merkmalen des politischen Diskurses selbst wechselseitig verbunden sind. Die relevanteste Funktion des politischen Diskurses ist der Einfluss auf den Adressaten. Die moderne Übersetzungstheorie sieht eine enge Beziehung zwischen Übersetzung und soziolinguistischen Faktoren. Der Rezipient nimmt einen übersetzten Text stets durch die Linse seiner nationalen Kultur wahr; dementsprechend können einige bedeutungstragende Aspekte falsch interpretiert oder überhaupt nicht verstanden werden. Politischer Diskurs kann als „komplexe Form menschlicher Tätigkeit“ beschrieben werden, die auf der Erkenntnis beruht, dass Politik ohne Sprache nicht betrieben werden kann. Politik betrifft Menschen und das Leben, das sie in organisierten Gemeinschaften führen. Politik hat, wie jede andere soziale Tätigkeit, ihre eigenen Merkmale und die für eine bestimmte Gruppe charakteristische sprachliche Vielfalt. Der Diskurs bedarf einer detaillierten Analyse. Obwohl die Erforschung des Verhältnisses zwischen Sprache und Macht vor langer Zeit begann, ist ein detaillierter und nuancierter Ansatz aus kritischer Perspektive zweifellos neu. Die Analyse eines Textes in der Originalsprache sollte sich nicht auf die Untersuchung syntaktischer Beziehungen zwischen sprachlichen Einheiten oder der denotativen Bedeutung von Wörtern beschränken, sondern die konnotativen Bedeutungen der formalen Struktur der Kommunikation berücksichtigen. Eine konnotative Bewertung der formalen Strukturen einer Mitteilung ist im Wesentlichen eine Analyse eines Kommunikationsstils, und der Diskurs ist der zentrale Bereich stilistischer Betrachtung. Die Art einer Mitteilung, die Absicht des Autors und des Übersetzers sowie das Publikum können die Übersetzungsart beeinflussen. In vielen Fällen kann der Übersetzer ein imperatives Ziel verfolgen, nämlich die Handlung klar und überzeugend zu machen; genau dies geschieht bei der Übersetzung politischen Diskurses. Übersetzungswissenschaft und interkulturelle Kommunikation sind eng miteinander verbunden. Übersetzer müssen in der Lage sein, auf einem hohen Niveau interkultureller Kompetenz zu arbeiten; gerade hier kommen komplexe Probleme ins Spiel. Der kulturelle Aspekt ist ein wichtiger Indikator für den interdisziplinären Charakter der modernen Übersetzungswissenschaft und bezieht sich auf die Analyse der Übersetzung in ihrem kulturellen, politischen und ideologischen Kontext. Der Übersetzer muss die ideologischen Mittel erkennen lernen, die für einen bestimmten Diskurs und eine bestimmte Epoche typisch sind, um sie zur Neustrukturierung der semantischen Beziehungen im Zieltext einzusetzen. In der modernen Übersetzungswissenschaft hat sich der Schwerpunkt von der Sprache auf menschliche Tätigkeit in einem kulturellen Kontext verlagert. Der Übersetzer muss sich der Merkmale bewusst sein, die einen Diskurs bestimmen, in dem ein Text verortet ist, wenn er irgendeinen Sinn historischer oder semantischer Identität bewahren soll. Der Übersetzer muss verstehen, dass die Verbindung zwischen einem Diskurs und einem Text von besonderer Bedeutung ist: Diskurs verkörpert sich in Texten, und Texte konstituieren einen Diskurs. Diskurs geht über eine Menge von Texten hinaus; das heißt, abstrakte Strukturen sind mit materiellen Bedingungen verbunden, die der Artikulation von Bedeutung zugrunde liegen (Scott, Bruce 1994: 580–607). 272 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse 5. MITTEL ZUM AUSDRUCK DER BEWERTUNGSKATEGORIE IM UKRAINISCHEN POLITISCHEN DISKURS Nach der Analyse des tatsächlichen Materials wurden auf der Grundlage der Klassifikation von Wolf, der zwischen rationalen und emotionalen Bewertungen unterscheidet, einige Mittel zum Ausdruck der Bewertungskategorie herausgearbeitet. Im Originaltext sind sowohl rationale als auch emotionale Bewertungen vorhanden. Im Verlauf der Analyse unterteilten wir die Bewertung außerdem in absolute oder relative sowie positive, negative oder neutrale Bewertung. Lexeme mit positiver Semantik sind Vertreter der rationalen Bewertung, etwa Adjektive, Substantive und phraseologische Einheiten (verfügbar unter: https://www.president.gov.ua/; Twitter und Facebook): „Dies war eine produktive Woche für die Ukraine. Viele verschiedene Aktivitäten – unter meiner Beteiligung, unter Beteiligung der First Lady der Ukraine, unter Beteiligung des Premierministers und des Außenministers.“ „Ich habe heute eine Sitzung des Stabs des Obersten Befehlshabers abgehalten. Die Fragen sind klar. Frontlinie. Versorgung unserer Militärangehörigen …“ (Und neue Bedrohungen, die von Russia geschaffen wurden.) „Wer tatsächlich stark ist und wer Stärke vortäuscht. Wer seine eigene Kraft wirklich spürt und wer mit aller Kraft versucht, Schwäche und Unsicherheit zu verbergen.“ „Übrigens: Seit der Einführung einer solchen Auszeichnung für unsere Militäreinheiten – und sie wurde im Mai dieses Jahres eingeführt – wurden bereits 46 Militäreinheiten für Mut und Tapferkeit ausgezeichnet. Der Heroismus und der Mut unserer Soldaten, das Streben nach Unabhängigkeit und Gerechtigkeit […].“ „Unser Staat beweist beispiellosen Mut […].“ Wörter mit evaluativer Bedeutung, nämlich effektiv, klar, stark, fürsorgeorientiert, heldenhaft, offen, muterfüllt, beispiellos mutig, greifbar, wahrheitsorientiert, auf Stärke beruhend und initiativ, können der rationalen Bewertung zugerechnet werden, Straipsniai / Articles 273 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA da der Sprecher kein Ziel verfolgt, eine Reaktion der Zuhörer hervorzurufen, sondern lediglich seine eigene Meinung äußert. Da der Bewertungsgegenstand in jedem der Sätze derselbe ist, kann die Bewertung als absolut betrachtet werden, was in den meisten Fällen einen positiven Charakter hat. „Ich bin unseren Soldaten für ihre Treffsicherheit dankbar!“ „Ich bin allen Menschen auf der Welt dankbar, die uns helfen, Leben und Freiheit zu schützen!“ „Ich danke all unseren Soldaten – von den Kommandeuren bis zu den einfachen Soldaten! Ich danke jedem, der unsere Verteidigung unterstützt!“ „Ich danke den Partnern für diese gewichtigen Schritte der Solidarität. Dank der Entscheidungen unserer Freunde bewahren wir die soziale Stabilität […]“ „Und nun möchte ich gesondert den Grenzschutzbeamten der Tschop-Abteilung danken, die bei Bachmut kämpfen […]“ „Jeden Tag gewinnen wir für die Ukraine neue Kräfte, um diesen Winter zu überstehen, und ich danke allen, die dafür arbeiten und unserem Staat helfen.“ „Und ich danke noch einmal all unseren Partnern, die helfen. Ich danke all unseren heldenhaften Mitarbeitern des Staatlichen Katastrophenschutzes, unserer Polizei und den Soldaten, die Minenräumungen durchführen.“ „Das ist ein spürbarer Druck. Und ich bin allen unseren Soldaten dankbar, die ihn aushalten. Ich bin auch den Partnern dankbar, die verstehen, dass wir unter solchen Bedingungen eine Verstärkung der Verteidigungshilfe benötigen. Ich danke allen, die kämpfen, arbeiten und helfen und dabei die Ukraine schützen!“ Diese Sätze sind ein Beispiel für den Ausdruck von Dankbarkeit seitens des Sprechers des Originaltextes und können ihrem Wesen nach neben der rationalen auch als absolute Bewertung mit positiver Bedeutung betrachtet werden. „Wenn Russia behauptet, es wolle angeblich Verhandlungen, aber selbst eine Mobilmachung ankündigt […]. Alles ist allen klar. Russia selbst begräbt die Aussicht auf Verhandlungen mit eigenen Händen“ 274 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse es selbst kündigt eine Mobilmachung an […]. Russia selbst verbirgt die Aussicht auf Verhandlungen mit eigenen Händen.) „Zerstörte Häuser, Folterkammern, Massengrab […].“ Die Bewertbarkeit wird in ganzen Sätzen ausgedrückt; dies wird durch die semantische Belastung des Satzes belegt, die beim Schreiben mithilfe grafischer Zeichen und in der mündlichen Rede durch die entsprechende fallende Intonation verstärkt wird. Die Bewertung kann als rational, absolut und negativ ausgedrückt charakterisiert werden. Ein großer Teil der Ausgangsinformationen dieser politischen Redeauszüge ist mit einem bestimmten ausgeprägten emotionalen Gehalt versehen, der dem Wesen der Bewertung ähnelt. Hier sind einige davon: „Seit 218 Tagen verteidigen wir uns gegen diejenigen, die mehr Raketen und Menschen haben als wir […]. Und wir tun alles, um unser Volk und die Unabhängigkeit der Ukraine zu schützen. Das ist unsere heilige Pflicht. Die Pflicht gegenüber unseren Eltern. Die Pflicht gegenüber unseren Kindern. Die Pflicht gegenüber allen Generationen unseres Volkes – gegenüber denen, die auf unserem Land gelebt haben, und denen, die dort leben werden. Wir brauchen nichts, was uns nicht gehört!“ „Was erwartet sie alle? Ihr kennt die Antwort […].“ Die Rede des Sprechers des Ausgangstextes ist mündlich; dank der verstärkten Intonation und der Betonung einzelner Wörter können wir daher verstehen, welche von ihnen evaluativ sind. Nach der Art der Bewertungskategorie sind Wörter wie abscheulich, kriminell, sinnlos, Grausamkeit, schrecklich emotional und darauf ausgerichtet, bei den Rezipienten eine bestimmte Reaktion auf den Inhalt der Äußerung hervorzurufen. Außerdem kann betont werden, dass sie alle absoluter und negativer Natur sind. „Katastrophale Lage auf der besetzten Krim. Die Informationen über das krimtatarische Volk werden vollständig bestätigt: Die meisten Einberufungsbescheide sind dort gerade für die Krimtataren ausgestellt […] ein weiterer Grund für die sofortige und harte Reaktion der ganzen Welt.“ Das Adjektiv „katastrophal“ ist durch den negativen Charakter der Bewertung mit emotionaler und absoluter Bedeutung gekennzeichnet. „Deportationen. Verbrannte Städte und Dörfer, vollständig zerstört – nichts Lebendiges bleibt übrig […]. Raketenterror. Massengräber […].“ Straipsniai / Articles 275 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA (Deportationen. Verbrannte Städte und Dörfer, vollständig zerstört – nach dem Rassismus bleibt nichts Lebendiges übrig […]. Raketenterror. Massengräber […].) Dem Wesen nach kann die Bewertung dieser Ausdrücke als negativ und absolut klassifiziert werden, mit einem deutlich ausgeprägten impliziten emotionalen Gehalt der Äußerung. „Ein offensichtlicher Kontrast zu uns.“ „Was erwartet sie alle? Ihr kennt die Antwort.“ „Wollt ihr mehr? Nein? Dann protestiert. Kämpft. Lauft weg […]. Das sind Möglichkeiten für euch, um zu überleben“ (russische Variante). „Und wann ist das geschehen? Sofort, nachdem in Indonesien der erste Tag des G20-Gipfels zu Ende gegangen war und die auffälligsten Erklärungen abgegeben worden waren, fanden die wichtigsten Treffen statt.“ „Warum gerade Odesa? Warum gerade die Ukraine? Warum gerade das Schwarze Meer? In diesem Jahr wurde die Ukraine zu einem weltweiten Vorbild für Mut […].“ „Diese Worte habe ich genau vor einem Jahr am selben Ort am selben Tag gesagt. Was hat sich seitdem verändert? Vieles. In unserem Land, in Europa und in der ganzen Welt.“ Unter Berücksichtigung der offensichtlichen negativen evaluativen Konnotation sind diese Sätze mit einem erheblichen emotionalen Gehalt versehen, da es sich um rhetorische Fragen handelt, deren Antwort bereits allen klar ist. „Wir werden alle Identitäten derjenigen feststellen, die gefoltert und misshandelt haben und die diese Gräueltat […] in unser ukrainisches Land gebracht haben.“ Durch die Verwendung lexikalischer Wiederholungen in den Sätzen wird die Emotionalität verstärkt. Die negativen sowie in ihrem Ausdruck absoluten Wörter „gefoltert“, „misshandelt“, „Gräueltat“ und „Verbrechen“ sind in der Übersetzung wertgeladen. „Die Welt sucht nach Mitteln, um Menschen vor Hunger und der Preiskrise zu schützen, und die Ukraine hat etwas anzubieten. Wir steigern kontinuierlich die Lebensmittelexporte, wir unterstützen das Welternährungsprogramm der UNO und schicken Getreide als humanitäre Hilfe in Länder, die es benötigen – nach Äthiopien und Somalia. Und niemals, niemals hat die Ukraine irgendeine Krise auf dem Lebensmittelmarkt provoziert.“ 276 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse – Äthiopien und Somalia. Und die Ukraine hat niemals, niemals irgendeine Krise auf dem Lebensmittelmarkt provoziert.) Im Originaltext gibt es eine doppelte Verneinung, die ebenfalls die Emotionalität der Äußerung hervorhebt und eine negative Haltung ausdrückt. „Ich danke euch allen, Jungs! Gut gemacht!“ „Raketen auf das NATO-Gebiet abzufeuern. Das ist eine sehr erhebliche Eskalation. Wir müssen handeln.“ „Und ich möchte jetzt all unseren polnischen Brüdern und Schwestern etwas sagen. Die Ukraine wird euch immer unterstützen! Sieg ist möglich, wenn es keine Angst gibt!“ „Wir tun alles, um unseren Jungs in diesem Abschnitt zu helfen. Unseren Helden, die dort die Verteidigung halten. Jeder, der dort ist, verdient den höchsten Dank!“ „Wir erinnern uns daran. Wir müssen es! Und wir sehen, was heute in der Welt geschieht, was in der Ukraine geschieht.“ „Irpin wurde befreit. Gut gemacht! Ich bin jedem und jeder dankbar – allen, die auf dieses Ergebnis hingearbeitet haben.“ Die Bewertung dieser Beispiele kann als rational, absolut und positiv oder neutral ausgedrückt charakterisiert werden. Aufgrund der semantischen Belastung der Sätze ist es möglich, die Stimmung des Sprechers und seine Haltung gegenüber Situationen dank grafischer Bedeutungen in Form von Ausrufezeichen zu verstehen. Die Kommunikationsweise des Sprechers weist charakteristische Merkmale auf und drückt seine Haltung zur Wirklichkeit durch Substantive mit einer evaluativen Komponente aus: „Helft denjenigen in den besetzten Gebieten, die Hilfe benötigen: älteren Menschen, Alleinstehenden und Familien mit Kindern. Die Ukraine wird in ihr gesamtes Land zurückkehren, und wir müssen dort so viele unserer Menschen wie möglich bewahren.“ „Das Ausbleiben massiver Raketenangriffe bedeutet lediglich, dass der Feind sich darauf vorbereitet und jederzeit zuschlagen kann. Obwohl es offensichtlich ist, dass wir auch ohne Licht genau wissen, wohin wir schießen und was wir befreien müssen […].“ Straipsniai / Articles 277 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA Alle bewertenden Substantive aus diesen Textpassagen sind Beispiele für emotionale Bewertung, die darauf abzielt, beim Zuhörer eine bestimmte Reaktion hervorzurufen; die Bewertung ist absolut und weist eine anschaulich negative Bedeutung auf. 6. LINGUISTISCHE INTERPRETATION DER ERHALTENEN DATEN In der vorliegenden Arbeit wurde die Bewertungskategorie nach verschiedenen Kriterien klassifiziert. Eine der wichtigsten Klassifikationen wurde von Vol’f (1985) vorgelegt, der zwischen emotionaler und rationaler Bewertung unterscheidet. Andere Linguisten und Wissenschaftler unterscheiden Bewertung als relativ oder absolut und teilen sie ihrem Wesen nach in positive, negative und neutrale Bewertung ein. Die emotionale Bewertung zielt darauf ab, beim Publikum eine bestimmte Reaktion auf ein konkretes Ereignis oder bestimmte Umstände hervorzurufen; daher ist sie dem Mitteilungscharakter dieser Beispiele politischer Reden nach überwiegend mit negativem Inhalt versehen. Die rationale Bewertung verfolgt ihrerseits nicht das Ziel, den emotionalen Zustand des Gesprächspartners zu verändern, sondern beinhaltet die Äußerung der eigenen Meinung, die auf Zustimmung oder Ablehnung seitens des Adressaten abzielt. Aus diesem Grund sind fast alle Beispiele rationaler Bewertung positiver oder neutraler Natur. Übersetzer/Dolmetscher neigen dazu, beim Umgang mit politischen Texten die Strategie der tertiären Übersetzung einzusetzen (Erstellung eines Zieltextes, der die Bedürfnisse des Sprechers der Zielsprache erfüllt; der Zweck eines Zieltextes kann sich von dem des Urhebers unterscheiden). In den in dieser Arbeit angeführten Texten politischer Reden gibt es überhaupt keine relative Bewertung. Da der absolute Wert in allen angeführten Beispielen vorkommt, bleibt die Rolle des einzigen Vergleichsobjekts gewöhnlich implizit. Viele Beispiele sowohl emotionaler als auch rationaler Bewertungen werden in ganzen Sätzen ausgedrückt, zum Beispiel: Emotionale Bewertung: „Sie stellen wohl nur keine Seife aus Menschen her und fertigen keine Lampenschirme aus Haut … Das Ausmaß erstreckt sich nicht auf ganz Europa […]!“ – „They don’t make soap out of people, they don’t make lampshades out of leather… The scale is not the whole of Europe […]!“ „Ich danke allen, die für den Sieg der Ukraine kämpfen und arbeiten!“ – „I am grateful to everyone who fights and works for the victory of Ukraine!“ „Ich bin allen Menschen auf der Welt dankbar, die uns helfen, Leben und Freiheit zu schützen!“ – „I am grateful to everyone in the world who helps us protect life and freedom!“ „Wie oft hat die Ukraine davon gesprochen, dass sich der Terrorstaat nicht auf unser Land beschränken wird?“ – „How many times has Ukraine said that the terrorist state will not be limited to our country?“ 278 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse „Und niemals, niemals hat die Ukraine irgendwelche Krisen auf dem Lebensmittelmarkt provoziert.“ – „Und die Ukraine hat niemals, niemals eine Krise auf dem Lebensmittelmarkt provoziert.“ Rationale Bewertung: „Ich bin allen dankbar, die für den Sieg der Ukraine kämpfen und arbeiten!“ – „Ich bin allen dankbar, die für den Sieg der Ukraine kämpfen und arbeiten!“ „Dankbar bin ich allen Menschen auf der Welt, die uns helfen, Leben und Freiheit zu schützen!“ – „Ich bin allen Menschen auf der Welt dankbar, die uns helfen, Leben und Freiheit zu schützen!“ „Die Ukraine wird euch immer unterstützen! Der Terror wird freie Menschen nicht brechen! Der Sieg ist möglich, wenn es keine Angst gibt!“ – „Die Ukraine wird euch immer unterstützen! Der Terror wird freie Menschen nicht brechen! Der Sieg ist möglich, wenn es keine Angst gibt!“ „Wenn Russland erklärt, dass es angeblich Verhandlungen will, aber selbst eine Mobilmachung ankündigt [...]. Wenn Russland die klare Position der Ukraine zur Unmöglichkeit eines diplomatischen Prozesses kennt [...]. Alles ist für alle klar.“ – „Wenn Russland erklärt, dass es angeblich Verhandlungen will, aber selbst eine Mobilmachung ankündigt [...]. Wenn Russland die klare Position der Ukraine zur Unmöglichkeit eines diplomatischen Prozesses kennt [...]. Alles ist für alle klar.“ „Zerstörte Häuser, Folterkammern, Massengrab [...].“ – „Zerstörte Häuser, Folterkammern, Massengrab [...].“ Nach Durchführung einer Übersetzungsanalyse wurde festgestellt, dass die Suche nach einem Äquivalent oder einem Übersetzungsäquivalent die häufigste Methode zur Übersetzung der Bewertungsmittel politischer Texte auf lexikalischer und grammatischer Ebene war. Da Ukrainisch und Englisch strukturell nicht miteinander verwandt sind, weisen sie charakteristische Unterschiede auf, die die Übersetzung beeinflussen. Auf grammatischer Ebene verwendet der Übersetzer verschiedene grammatische Transformationen wie Umstellungen, Ersetzungen, Hinzufügungen und Auslassungen. Die einschlägigen Forschungsergebnisse zu den Übersetzungstechniken auf grammatischer Ebene in Prozent können dem dargestellten Diagramm entnommen werden (siehe Abbildung). Grammatische Transformationen ABBILDUNG. Übersetzungstechniken Straipsniai / Articles 279 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA Nach der Analyse der vorgelegten Ausschnitte politischer Reden wurde die Bewertungskategorie unter dem Gesichtspunkt verschiedener von Wissenschaftlern vorgestellter Klassifikationen betrachtet. Wir stellten fest, welche sprachlichen Mittel zur Umsetzung der Bewertungskategorie in der Ausgangssprache verwendet wurden. Die emotionale Bewertung wird durch emotional gefärbtes Vokabular ausgedrückt und ist gewöhnlich das Ergebnis der individuellen, subjektiven Ansichten des Adressaten über das Bewertungsobjekt, wodurch beim Adressaten eine entsprechende Reaktion hervorgerufen werden soll. Eine rationale Bewertung wird gewöhnlich durch neutrales Vokabular ausgedrückt und stellt die eigene Meinung des Sprechers dar. Eine positive Bewertung wird durch Lexeme mit positiver Semantik repräsentiert, während eine negative Bewertung durch Lexeme mit negativer Semantik repräsentiert wird. Eine absolute Bewertung enthält einen impliziten Vergleich. Sie ist durch ein einziges Bewertungsobjekt gekennzeichnet; die relative Bewertung ist ihr Gegenteil. Es lässt sich feststellen, dass rationale und emotionale Bewertungen nahezu gleich häufig vertreten sind und jeweils eine positive oder negative Bewertung bilden; beim Vergleich von absoluter und relativer Bewertung ist Letztere vollständig abwesend, da in keinem der vorgelegten Beispiele eine komparative Bewertung vorkam. Den Ergebnissen der Forschungsanalyse zufolge umfasst die Bewertung einzelne lexikalische Einheiten, die neben ganzen Sätzen angemessen in der Übersetzung wiedergegeben werden; dies wird durch den semantischen Rahmen der Sätze belegt, der beim Schreiben mithilfe grafischer Zeichen und in der mündlichen Rede durch die entsprechende Intonation verstärkt wird. Der Übersetzer konnte die stilistische Färbung des Originals vollständig vermitteln. Beim Übersetzen besteht eine gewisse Regelmäßigkeit in der Verwendung bestimmter Übersetzungstechniken auf lexikalischer und grammatischer Ebene. Die Übersetzungsanalyse zeigte, dass die Suche nach einem Übersetzungsäquivalent und einem Äquivalent eine gängige Übersetzungsmethode für alle Ausdrucksarten der Bewertungskategorie darstellte. Auf grammatischer Ebene wendet der Übersetzer aufgrund struktureller Unterschiede zwischen Ausgangs- und Zielsprache verschiedene grammatische Transformationen an: Umstellungen, Ersetzungen, Hinzufügungen und Auslassungen. 7 SCHLUSSFOLGERUNG Die von Arutiunova (1984), Vol’f (1985), Ivin (2015), Krysanova (1999) und Prychod’ko (2001) vorgestellten Klassifikationen der Bewertungskategorien werden mit positiven und negativen Bewertungen als einer Form des sprachlichen Einflusses auf das Publikum in Beziehung gesetzt. Die Bewertung zielt darauf ab, beim Gesprächspartner oder beim Publikum bestimmte Gefühle hervorzurufen, und ist durch eine spezifische emotionale Struktur gekennzeichnet: die Verwendung phraseologischer Einheiten, rhetorischer Fragen, Ausrufe, des Ausdrucks von Dankbarkeit, Lob, Verurteilung usw. Der bewertende Aspekt des politischen 280 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII Reproduction Peculiarities of the Modern Political Discourse Textes besteht aus Bedeutungen, die auf verschiedenen sprachlichen Ebenen realisiert werden – der lexikalischen, morphologischen und syntaktischen Ebene. Der bewertende Einfluss wird mit sozialem Einfluss, Interessenvertretung, Information und Erläuterung verglichen. Eine positive Bewertung wird durch den Ausdruck von Dankbarkeit, Lob, Unterstützung, Ermutigung usw. realisiert. Eine negative Bewertung wird durch Wut, Verurteilung, Verzweiflung, Unzufriedenheit usw. vermittelt. Die Bewertung besitzt eine eigene spezifische Struktur. Die Hauptfunktion der Bewertung besteht darin, die Haltung des Subjekts zur objektiven Realität im Kommunikationsprozess auszudrücken. In der semantischen Struktur des Wortes umfasst die Bewertung hauptsächlich die emotionalen Konnotationskomponenten, einschließlich rationaler und emotionaler Bewertungen. Der politische Diskurs konzentriert sich nicht nur auf den Ausdruck einer objektiven Bewertung von Umständen, sondern auch darauf, den Adressaten zu überzeugen und ihn/sie zum Handeln zu ermutigen. Der politische Diskurs beeinflusst das Bewusstsein des Rezipienten; seine/ihre Weltanschauung verändert sich durch die Darstellung von Bewertungswerten in politischen Texten. Die Bewertung fügt sich eindeutig in die Kriterien politischer Kommunikation ein, da sie zu den Schlüsselkriterien eines politischen Textes gehört und eine unterstützende Funktion erfüllt. Die Relevanz der Bewertung in politischen Texten wird durch den Faktor der politischen Situation bestimmt. Die Übersetzung des politischen Diskurses zielt darauf ab, bestimmte Reaktionen hervorzurufen. Die Aufgabe des Übersetzers wird dadurch erschwert, dass der politische Diskurs an die Wertehierarchie des spezifischen Zielpublikums appelliert, an das sich ein politischer Text richtet. Der primäre Zweck jeder politischen Botschaft oder Rede besteht im Wunsch des Sprechers, beim vorgesehenen Rezipienten eine Reaktion hervorzurufen. Die Äußerungen von Volodymyr Zelenskyi enthalten mit Bewertung versehene lexikalische Einheiten und Sätze. Daher wird bei der Übersetzung der Reden und Ansprachen des Präsidenten der Ukraine ins Englische die Strategie der tertiären Übersetzung angewandt, da sie die Erstellung eines Zieltextes erleichtert, der den Bedürfnissen des Sprechers der Zielsprache entspricht (der Zweck eines Zieltextes kann sich von dem des Verfassers unterscheiden). Auf grammatischer Ebene bestehen bestimmte Unterschiede zwischen den Strukturen der ukrainischen und englischen Sprache, weshalb folgende translatorische grammatische Transformationen beobachtet werden: Umstellungen, Ersetzungen, Hinzufügungen und Auslassungen (translatorische Taktiken). Nach der Analyse der untersuchten Texte lässt sich feststellen, dass die stilistischen Merkmale der Ausgangssprache vollständig in der Zielsprache wiedergegeben wurden. Die Analyse der Besonderheiten der Wiedergabe des politischen Diskurses anhand des Materials anderer Diskurstypen stellt eine Perspektive für die Untersuchung der Bewertungskategorie unter dem übersetzungswissenschaftlichen Aspekt dar. Straipsniai / Articles 281 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA REFERENCES Andreeva Galina M. 2000: Андреева, Галина М. Психология социального познания [Psichologija social’nogo poznanija], Москва: Аспект Пресс [Moskva: Aspekt Press]. Arutjunova Nina D. 1984: Арутюнова, Нина Д. 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Pabrėžiama, kad individualaus vertinimo atveju kalbėtojas perteikia ne tik savo požiūrį, bet ir visuotinai priimtinus, visuomenėje egzistuojančius principus arba, kitais žodžiais tariant, stereotipinį požiūrį į objektą. Emocinis vertinimas (asmens tiesioginė reakcija į objektą) yra priešingas racionaliam vertinimui (kuris remiasi protu, o ne emocijomis). Autoriai teigia, kad emociniu vertinimu siekiama pakeisti pašnekovo emocinę būseną ir sukelti atitinkamą reakciją, o racionalaus vertinimo tikslas yra sutikti arba nesutikti su išreiškiama nuomone. Absoliutus vertinimas yra susijęs su sąvokomis „geras“ ir „blogas“, o santykinis vertinimas išreiškiamas sąvokomis „geresnis“ ir „blogesnis“. Tyrime analizuojama teigiamo ir neigiamo adresato požiūrio į tam tikrą situaciją struktūra, kuri sukuria emocinį konotacijos komponentą. Daug dėmesio skiriama vertinamojo požiūrio semantinei struktūrai ir raiškos priemonėms: šaukiamiesiems ir retoriniams klausimams, susūkimams, dėkingumo, pagyrimo, pasmerkimo ir kitoms frazėms. Politinis diskursas yra susijęs su politine komunikacija, kurios pagrindinis tikslas yra įtikinti adresatą, pasitikėti juo ir paskatinti jį veikti, o politinis tekstas – su masiniu informavimu apie pagrindines visuomenei svarbias problemas ir įvykius, kurie šiuo metu vyksta visuomenėje. Straipsnyje analizuojami Ukrainos prezidento Volodymyro Zelenskio kalbų ir kasdienių kreipimųsi tekstai, apimantys laikotarpį nuo 2022 metų kovo mėnesio iki 2022 metų gruodžio mėnesio, ir jų vertimai į anglų kalbą. Kadangi ukrainiečių ir anglų kalbos turi tam tikrų struktūrinių skirtumų, straipsnyje aptariamos šios gramatinės vertimo transformacijos: pakeitimai, sukeitimai, pridėjimai ir praleidimai (vertimo taktikos). Įteikta 2023 m. gegužės 23 d. OLEKSANDRA V. POPOVA The State Institution “South Ukrainian National Pedagogical University named after K. D. Ushynsky” 34, Staroporofrankivska Str. 65020, Ukraine, Odesa [email protected] Straipsniai / Articles 287 OLEKSANDRA V. POPOVA, ILONA M. DERIK, NATALYA S. ZHMAYEVA ILONA M. DERIK The State Institution “South Ukrainian National Pedagogical University named after K. D. Ushynsky” 34, Staroporofrankiyska Str. 65020, Ukraine, Odesa [email protected] NATALYA S. ZHMAYEVA The State Institution “South Ukrainian National Pedagogical University named after K. D. Ushynsky” 34, Staroporofrankiyska Str. 65020, Ukraine, Odesa [email protected] 288 Acta Linguistica Lithuanica LXXXVIII