RIMA BAKŠIENĖ Institut für die litauische Sprache ORCID-ID: orcid.org/0000-0002-6716-0776 Forschungsschwerpunkte: experimentelle Phonetik, Phonologie, Geolinguistik. DOI: doi.org/10.35321/all88-06
EINIGE ZU PRÄZISIERENDE FÄLLE DER TRANSKRIPTION ŽEMAITISCHER SUBDIALEKTE MIT IPA-SYMBOLEN
Einige präzisierte Fälle bei der Transkription žemaitischer Subdialekte mit IPA-Symbolen
ANNOTATION
Die Verwendung der Symbole des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA) für die Transkription litauischer Dialekte wird von Dialektologen bereits seit 2017 diskutiert; 2021 wurde auch ein IPA-Satz für die litauische Standardsprache bestätigt. Bisher wurden jedoch die Möglichkeiten der IPA-Transkription der aukštaitischen Subdialekte eingehender untersucht, während den žemaitischen Subdialekten deutlich weniger Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Der Artikel behandelt weniger analysierte Fälle der Wiedergabe žemaitischer Sprechweisen mit IPA-Symbolen und präzisiert einige in früheren Publikationen vorgeschlagene Aspekte der Transkription. Im Anhang des Artikels werden Beispiele für die Transkription spezifischer žemaitischer Laute, vor allem Diphthonge, mit IPA-Symbolen sowie die Nummern der Symbole im IPA-System und die standardisierten Unicode-Zeichen angegeben. Die Systeme des Vokalismus und insbesondere der Prosodie der žemaitischen Subdialekte sind im Hinblick auf die Transkription komplexer als jene der aukštaitischen Subdialekte; die Opposition der Tonakzente wird häufig durch ein anderes Bündel prosodischer Merkmale ausgedrückt. Diese Unterschiede sind bei der Transkription diphthongischer Silben besonders relevant; aufgrund der Realisierung der Tonakzente weisen diese eine besonders ausgeprägte Variabilität auf. Daher wird der Transkription diphthongischer Silben im Artikel die größte Aufmerksamkeit gewidmet. Die im Artikel vorgelegten Vorschläge sollten nicht als endgültig und unumstritten betrachtet werden. Nach weiteren Untersuchungen und möglicherweise dem Aufkommen von Vorschlägen anderer Forschender und neuen Erkenntnissen werden einige Fragen der dialektalen IPA-Transkription künftig wahrscheinlich noch präzisiert werden.
SCHLÜSSELWÖRTER: Phonetik, Transkription, Internationales Phonetisches Alphabet (IPA), litauische Dialekte, Žemaiten.
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Einige zu präzisierende Fälle der Transkription žemaitischer Subdialekte mit IPA-Symbolen
ANNOTATION
Dialektologen diskutieren seit 2017 die Verwendung der Symbole des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA) für die Transkription litauischer Dialekte; der IPA-Satz für das Standardlitauische wurde ebenfalls 2021 bestätigt. Bislang wurden jedoch die Möglichkeiten der Transkription des Aukštaitischen eingehender untersucht, während den žemaitischen Subdialekten weniger Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Der Artikel behandelt die Fragen der Transkription der žemaitischen Subdialekte der litauischen Sprache mithilfe der Symbole des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA), überarbeitet bestimmte Symbole aus dem 2017 vorgelegten früheren Satz von IPA-Symbolen für die Laute der litauischen Dialekte sowie Transkriptionsweisen.
Im Hinblick auf die Transkription ist das System des Vokalismus und insbesondere der Prosodie in den žemaitischen Subdialekten komplexer als im Aukštaitischen; die žemaitischen Tonakzente weisen andere Merkmale auf. Diese Unterschiede sind bei der Transkription von Diphthongen besonders relevant, die durch eine besonders hohe Variabilität gekennzeichnet sind. Der Artikel enthält zahlreiche Beispiele für die Transkription von Silben, die Diphthonge enthalten und unterschiedliche Tonakzente tragen. Nach künftig durchgeführten eingehenderen Untersuchungen zur Dialektphonologie und der Zusammenfassung weiterer theoretischer Arbeiten wird die Transkription litauischer Dialekte mit IPA-Symbolen weiter überarbeitet werden.
SCHLÜSSELWÖRTER: Phonetik, Transkription, Internationales Phonetisches Alphabet (IPA), litauische Dialekte, Žemaitisch.
EINLEITENDE BEMERKUNGEN
Da die Zahl der Arbeiten in der litauischen Dialektologie zunimmt, in denen die Transkription dialektaler Laute mithilfe der Symbole des Internationalen Phonetischen Alphabets (TFA, engl. IPA, vgl. IPA 2023) wiedergegeben wird, ist auf den 2017 für die litauischen Dialekte vorgeschlagenen IPA-Satz (vgl. Bakšienė, Čepaitienė 2017) zurückzukommen und sind einige Punkte zu präzisieren. In der wissenschaftlichen Literatur wurde die Schreibweise der aukštaitischen Subdialekte mit IPA bereits recht ausführlich diskutiert (eine Zusammenfassung siehe Bakšienė 2022), doch die hinsichtlich der neuen Transkription wesentlich komplexeren Lautsysteme der žemaitischen Subdialekte wurden bislang nur wenig behandelt; ihnen ist bisher lediglich eine Publikation gewidmet (Bakšienė 2018).
Das Ziel des Artikels besteht darin, die bislang überhaupt nicht oder nur wenig analysierte Transkription von Einheiten des žemaitischen Vokalismus und der Prosodie mit IPA zu überprüfen, einige zuvor vorgeschlagene Transkriptionsfälle zu präzisieren und Beispiele für mit IPA transkribierte žemaitische Laute vorzulegen (vgl. Anhänge 1 und 2). Die Aufgaben der Untersuchung sind: 1) das Vokalismussystem der žemaitischen Subdialekte zusammenzufassen und die im Hinblick auf die IPA-Transkription problematischsten Vokaleinheiten zu erörtern; 2) die wichtigsten Prinzipien der Bezeichnung žemaitischer Konsonanten mit IPA-Symbolen zu überblicken; 3) mögliche Verfahren zur Wiedergabe der Allotone der žemaitischen Tonakzente mit IPA zu präsentieren und die Möglichkeiten der Transkription von besonders mit dem Tonakzent verbundenen diphthongischen Silben zu erörtern. Für die Untersuchung wurden zahlreiche zuvor veröffentlichte
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Material aus den Arbeiten der Dialektologen: Beschreibungen der Subdialekte und Mundarten sowie in Kopenhagener Transkription aufgezeichnete Texte. Gearbeitet wurde mit den Methoden der Analyse der wissenschaftlichen Literatur und der deskriptiven vergleichenden Methode.
1. DAS ŽEMAITISCHE VOKALISMUSSYSTEM UND SEINE BEZEICHNUNG IN DER IPA
Eine zusammengefasste Darstellung der mit IPA-Symbolen aufgezeichneten Phoneme des Vokalismus der žemaitischen Subdialekte ist in Tabelle 1¹ dargestellt (ausführlicher siehe Atkočait y tė, Rinkauskienė 2003; LKTCh 2004 u. a.; zum Vokalismus der hochlitauischen Subdialekte vgl. Bakšienė 2022: 168).
¹ TABELLE. Vokalphoneme der žemaitischen Subdialekte
¹ In der Tabelle sind nur Vokaleinheiten mit Phonemstatus aufgeführt; die wichtigeren Phonemvarianten werden gesondert erörtert. In runden Klammern sind die sogenannten „zweigesichtigen“ Phoneme angegeben, die in keinem der žemaitischen Subdialekte systematisch vorkommen. Nicht aufgenommen wurden die Entsprechungen der standardsprachlichen ie, uo im Nordžemaitischen [eɪ], [oɪ], da sie von vielen Autoren als Diphthonge betrachtet werden. Ihre Transkription wird im Artikel bei den Diphthongen erörtert.
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Der größte Teil der für die Aufzeichnung des Vokalismus der žemaitischen Mundarten benötigten IPA-Symbole stimmt mit den hochlitauischen überein (siehe Bakšienė 2022: 180–182, Anhang 1); außerdem wurden die problematischsten Fälle der Transkription des žemaitischen Vokalismus bereits kurz erörtert (siehe Bakšienė 2018: 107–113), weshalb hier nur einige wenige die Vokale betreffende Fragen kommentiert werden sollen.
Im Hinblick auf die Gruppe der geschlossenen und ihnen nahestehenden Vokale ist erneut zu betonen, dass sich die langen und kurzen Vokale des Litauischen nicht nur quantitativ, sondern auch hinsichtlich ihrer Qualitätsmerkmale unterscheiden; nicht umsonst haben sich in den Arbeiten zur litauischen Phonetik die Doppelnamen für sie eingebürgert: lange–gespannte und kurze–ungespannte Vokale (Pakerys 2003: 24–25; vgl. Kazlauskienė 2018: 39–41). Daher ist bei der Transkription zu unterscheiden: Die Symbole der geschlossenen IPA-Vokale (engl. close) sind zur Aufzeichnung der langen, halblangen und, was besonders wichtig ist, der aus ihnen vollständig verkürzten žemaitischen Vokale zu verwenden², z. B.: [ˈuːi̯ːərs] ~ vỹras, [uˈiːrʲe̯i̯ˈlʲiːs] / [uˈi̯rʲi̯e̯lʲiˈs] ~ vyrelis, [ˈnɑktʲi] ~ nãktį, [ˈʃuːnʲi] ~ šunį; [ˈɡruːʔds] ~ grūdas, [ɡruˈlʲdɑːm] / [ɡruˈdɑːm] ~ grūdá̄ms, [ˈmʲeːtu] ~ mė̃tų, [ˈmʲiːəˈnʲe̯sʲu] ~ mėnesių; die Symbole der den geschlossenen Vokalen nahestehenden IPA-Vokale (engl. near-close) dagegen sind für die von Natur aus kurzen oder die erweiterten kurzen (mit dem Diakritikum lowered) žemaitischen Vokale zu verwenden, z. B.: [ˈʒ́i̯bɑ] / [ˈʒ́i̯bɑ] ~ žība, [ˈbʊvɑ] / [ˈbʊ̯vɑ] ~ būvo. Diese Unterscheidung wurde auch in zahlreichen früheren žemaitischen Texten vorgenommen (siehe Girdenis 1996; 2008; 2012; Babickienė, Jasiūnaitė, Pečeliūnaitė, Bagužytė 2007; AAT 2018 u. a.). Obwohl bei der Transkription in traditioneller Kopenhagener Schreibweise in allen Fällen dieselben Symbole i, u geschrieben wurden, wurden sie, wenn sie aus langen Vokalen hervorgegangen waren, nirgends als erweitert gekennzeichnet, wie dies für die von Natur aus kurzen žemaitischen Vokale charakteristisch ist. Bei der Beschreibung der Transkription wurde in mehr als einer Quelle sogar betont, dass sie mehr oder weniger gespannt, hoch und sogar merklich geschlossener als die entsprechenden kurzen Vokale der korrekten Standardsprache i, u und nur geringfügig weniger gespannt als die entsprechenden langen Vokale sind (Girdenis 2012: 24–26).
In dem früheren der žemaitischen Transkription gewidmeten Artikel blieb die Bezeichnung der reduzierten Vokale in den Endungen des Žemaitischen in der IPA völlig unerörtert. In den in Kopenhagener Transkription aufgezeichneten Texten gibt es besonders viele žemaitische reduzierte Endungen, deren Vokalreduktion zumindest in späteren Jahren, am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts, gewöhnlich in zwei Abstufungen gekennzeichnet wurde: Es wurden lediglich hochgestellte Buchstabensymbole (bei schwächerer Reduktion) und hochgestellte, eingeklammerte Symbole (bei stärkerer Reduktion) geschrieben. In früheren Quellen finden sich in žemaitischen reduzierten Endungen auch nicht hochgestellte, sondern nur eingeklammerte Vokale – (i), (e), (a) usw. (siehe LKA Pr 1956; LKT 1970). Die Autoren der Texte führen als Unterschiede zwischen stärkerer und schwächerer Reduktion einen unterschiedlichen Grad der Stimmhaftigkeit des Vokals und die Realisierung seiner Funktion als Silbenkern an: Wenn der Vokal stimmlos (fast unhörbar) ist und keine Silbe mehr bildet, wird das Vokalzeichen hochgestellt in Klammern angegeben; wenn er noch eine Silbe bildet, wird es lediglich hochgestellt (Girdenis 2008: 24; 2012: 33;
² Zur Bezeichnung der Intonationen siehe unten, Abschnitt 3 des Artikels.
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(AAT 2018: 49). Bei der Transkription der žemaitischen Vokale mit IPA-Zeichen wird unter einigen von ihnen (mittlerer Öffnungsgrad) systematisch das Diakritikum ̯ (engl. lowered) geschrieben, das eine größere Offenheit bezeichnet, z. B.: [ˈʒ̞ʲɛna] / [ˈʒ̞ʲɛna] ~ žino, [ˈb̞ɔva] / [ˈb̞ɔva] ~ būvo; dadurch bleibt nach dem Buchstaben keine Möglichkeit mehr, das Diakritikum für einen nichtsilbischen Laut zu kennzeichnen. Daher ist im IPA-System zur Bezeichnung der reduzierten žemaitischen Vokale in allen Fällen über ihnen das Diakritikum ̆ (engl. extra short) zu schreiben, das die besondere Kürze des Lautes bezeichnet, z. B.: [²ⁿʲɛka] ~ nieko, [¹ˈsʲuːtʲɛ] ~ siūti usw.; die Grade der Vokalreduktion können nicht differenziert werden.
2. ANMERKUNGEN ZUR TRANSKRIPTION DER ŽEMAITISCHEN KONSONANTEN
Das Konsonantensystem des Žemaitischen ist unter dem Gesichtspunkt der Transkription einfacher als das des Aukštaitischen, da es nicht so viele verschiedene Fälle der Härtung vor Vorderreihenvokalen gibt. Spezielle IPA-Konsonantenzeichen, die gerade für die Transkription der žemaitischen Subdialekte erforderlich wären, gibt es nicht; zu verwenden sind dieselben Zeichen wie bei den aukštaitischen Konsonanten. Hier sei nur an eine den Dialektologen seit Langem bekannte und ausführlich beschriebene Erscheinung erinnert (vgl. Girdenis 1971: 27; Jasiūnaitė 1994; LKTCh 2004: 258; Babickienė, Jasiūnaitė, Pečeliūnaitė, Bagužytė 2007: 12–13 u. a.): In den nördlichen, genauer nordwestlichen žemaitischen Mundarten, vor allem im Gebiet der Kretingiškiai, werden einige Konsonanten in nichtauslautenden Silben vor Vokalen des Typs e, ė weniger palatalisiert. In solchen Positionen werden sie nur dann palatalisiert, wenn ihnen weiter hinten ein weicher Konsonant folgt; in den übrigen Fällen werden sie halbhart oder ganz hart ausgesprochen. Bei der Transkription solcher Beispiele aus dem Gebiet der Kretingiškiai und den angrenzenden Mundarten ist bei den Konsonanten, obwohl sie vor den Vorderreihenvokalen [ɛ], [ɛː], [e̞], [e̞ː], [en], [ɛm], [el], [er], [e̞l] stehen, das Diakritikum ʲ (engl. palatalized), das die Weichheit bezeichnet, nicht zu schreiben, z. B.: [ˈrʲɛta] ~ rito, [ˈvɛ̞dɔ] ~ vėdū, [²ˈʒv̞ʲɛnts] ~ šventas, [bɛ¹ˈrɛˀms] ~ birimas, [²ˈvɛ¹ks] ~ vilkas, [¹ˈdɛˀrb] ~ dirba, [¹ˈpɛ¹ns] ~ pienas usw. Unter den zur Gruppe der weniger gehärteten Konsonanten gerechneten Lauten werden von den Dialektologen, die über diese Erscheinung geschrieben haben, meist die Konsonanten k, g, š, ž, l sowie die Affrikaten č, dž besonders hervorgehoben; ihre Weichheit ist daher in allen Positionen vor Vorderreihenvokalen zu bezeichnen, z. B.: [ˈkʲɛːkʲɛ] ~ keikė, [ˈgʲɛːrʲɛ] ~ geri, [²ˈʃʲɛ¹ns] ~ šienas, [vɛ¹ˈʒʲɛˀms] ~ vežimas, [¹ˈɛˀka] ~ liko, [baʒʲˈnʲiːʒʲɛˀlʲɛ] ~ bažnyčėlė, d. h. bažnytėlė usw. Wie man sieht, werden unter den nicht härtbaren žemaitischen Konsonanten š, ž allgemein ebenfalls genannt; bei einer zusammenfassenden Transkription im IPA sind daher [ʃ], [ʒ] zu schreiben, eine Unterscheidung harter und weicher Laute durch verschiedene Zeichen ist nicht erforderlich
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(vgl. Kazlauskienė 2018: 51; Bakšienė 2022: 171–172)³. Nach Osten hin verschwindet die betreffende Besonderheit allmählich; vor allen Vorderreihenkonsonanten werden häufiger die regulären weichen Konsonanten verwendet. Daher ist bei der Transkription darauf zu achten, welche Laute im jeweiligen Fall ausgesprochen werden.
3. DAS PROSODISCHE SYSTEM DES ŽEMAITISCHEN UND DIE BEZEICHNUNG DER DIPHTHONGISCHEN SILBEN
Die meisten Transkriptionsprobleme bereitet wohl die Verschriftung der Einheiten der prosodischen Ebene der litauischen Dialekte, insbesondere der Intonationen. Das prosodische System der žemaitischen Mundarten ist zweifellos das komplexeste, da sich sowohl die Merkmale ihrer Hauptakzentintonationen von denen der Standardsprache unterscheiden als auch zahlreiche Nebenakzente verwendet werden, die sowohl durch den Akzententzug als auch durch die Akzentverlagerung entstanden sind (ausführlicher vgl. LKTCh 2004: 198–200).
Für die IPA-Transkription der žemaitischen Intonationen ist dieselbe wesentliche Präzisierung wie für die aukštaitischen Subdialekte vorzunehmen. In früheren Veröffentlichungen zur Transkription der žemaitischen Mundarten (Bakšienė 2018; 2019) wurde vorgeschlagen, das Fallen bzw. Steigen des Intonationstons durch Diakritika zu kennzeichnen; inzwischen hat sich jedoch die Kennzeichnung der Intonationen aller Dialekte durch hochgestellte Ziffern ¹ (Akut) und ² (Zirkumflex)⁴ durchgesetzt. Daher sind auch alle žemaitischen Intonationsallotone auf dieselbe Weise zu kennzeichnen (vgl. Tabelle 2).
Die erforderlichen Intonationsziffern werden vor der betonten Silbe⁵ in allen Fällen geschrieben (in Silben mit Haupt-, vorgezogenem und nach hinten verlagertem Akzent), wenn eine akute oder zirkumflexe Intonation deutlich hörbar ist. Wenn keine eindeutige Intonation hörbar ist
³ Um die artikulatorische Differenzierung harter und weicher Konsonanten dieser Gruppe deutlicher darzustellen, könnte man auch für das Žemaitische die für das Aukštaitische vorgeschlagenen unterschiedlichen IPA-Symbole verwenden: postalveolare [ʃ], [ʒ] zur Bezeichnung der weichen, retroflexe [ʂ], [ʐ] zur Bezeichnung der harten Konsonanten. Eine entsprechende Depalatalisierung gibt es jedoch in den žemaitischen Dialekten nicht; zudem ist die Artikulation der žemaitischen Konsonanten insgesamt bislang nicht ausführlich beschrieben, sondern es wurden vor allem ihre akustischen und auditiven Eigenschaften untersucht (vgl. Kliukienė 2011). Es ist anzunehmen, dass sich die Artikulation der žemaitischen harten Konsonanten deutlich von derjenigen der entsprechenden aukštaitischen, insbesondere depalatalisierten, Laute unterscheiden würde. Dies bleibt Gegenstand künftiger Untersuchungen.
⁴ Diese Variante wurde von den Dialektologen nach langen Diskussionen als zweckmäßiger anerkannt, weil sie weder tonale Merkmale als eindeutige Indikatoren der Intonation noch eine besonders festgelegte Richtung des Tonverlaufs (Steigen oder Fallen) angibt, die bei der Realisierung der Intonationen sehr unterschiedlich sein kann und maßgeblich von der Phrasenintonation und anderen Faktoren abhängt (vgl. Kazlauskienė 2018: 8, 19; VLKK k-25).
⁵ Die Silbengrenzen bestimmt man am besten überall nach der STR-Regel: Eine neue Silbe beginnt dort, wo die größte Konsonantenverbindung gefunden wird, die dem Konsonantenmodell am Wortanfang entspricht (Girdenis 2003: 134–141).
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(die sogenannte mittlere Intonation, die sowohl als Alloton des Akuts als auch des Zirkumflexes auftreten kann), werden keine Ziffern geschrieben, sondern nur die Zeichen für den Haupt- oder Nebenakzent.
TABELLE 2. Allotone der žemaitischen Intonationen⁶
Wenn der Akut als gebrochene Intonation realisiert wird, ist nach dem den Silbenkern bildenden Vokal das hochgestellte IPA-Zeichen für den glottalen Plosiv ʔ zu schreiben (engl. glottal stop). Dieses Symbol wurde bereits in früheren den Žemaiten gewidmeten Publikationen vorgeschlagen; nach einer erneuten Untersuchung der Bezeichnung ähnlicher Bedeutungen in anderen Sprachen (vgl. Basbøll 2005: 37, 82–87; LVG 2013: 25, 105; siehe ferner Girdenis 2003: 282) soll seine Schreibposition jedoch etwas ausführlicher kommentiert werden. Im IPA-System beschreiben Diakritika, die nach einem bestimmten Symbol geschrieben werden, ein zusätzliches Merkmal des vor dem Diakritikum stehenden Lautes; vgl. die Bezeichnung verschiedener Varianten des Konsonanten [t]: [tʰ] – aspiriert, [tʷ] – labialisiert, [tʲ] – palatalisiert, [tˠ] – pharyngalisiert, [tʸ] – velarisiert (siehe HIPA 1999: 15–17; IPA 2023). Merkmale der Vokalquantität gelten als stärker
⁶ Bedeutungen der in der Tabelle verwendeten Abkürzungen und Symbole: PK – Hauptakzent, AK – zurückgezogener Akzent, NK – vorverlagerter Akzent, PŽ – Südžemaiten, ŠŽ – Nordžemaiten, + – charakteristisch; (+) – teilweise charakteristisch, die Variante ist nicht in allen Mundarten verbreitet oder wird nur in bestimmten Wortpositionen verwendet; – – nicht charakteristisch. Die Westžemaiten wurden nicht in die Tabelle aufgenommen, da ihre Intonationen analog bezeichnet würden und die Subdialektgruppe selbst im 21. Jahrhundert bereits nahezu ausgestorben ist.
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inherent, daher ist es genauer, das Zeichen ʔ nach dem Symbol für die Vokallänge zu schreiben, z. B.: [ˈuːiˀrs] ~ ū́yras, [ˈdɑːkts] ~ dáiktas. Die žemaitischen diphthongierten [ie], [uo] werden ebenso wie die entsprechenden homogenen Diphthonge der Standardsprache gewöhnlich nicht in Bestandteile zerlegt, sondern als Vokalphoneme mit wechselnder Artikulation betrachtet; im Fall der gebrochenen Intonation wird daher ebenfalls empfohlen, das Diakritikum nach dem gesamten Silbenkern zu schreiben, z. B.: [ˈbʲiɛˀɡ] ~ bė́ga, [ˈkuoˀjɛ] ~ kója. Ebenso sind die žemaitischen [ɛi], [ɔu] zu transkribieren, z. B.: [ˈpʲɛi̯ns] ~ píenas, [ˈjɔu̯dɐ] ~ júodo⁷.
Im Hinblick auf die IPA-Transkription sind Silben mit gebrochener Intonation gesondert zu behandeln, deren Grundlage komplexe Diphthonge (wenn sie nicht monophthongiert werden) und gemischte Diphthonge sind. In den früheren kanonischen Arbeiten der litauischen Dialektologie wurden die Merkmale der gebrochenen Intonation nur nach Gehör beschrieben; später trat eine große Zahl von Experimentalisten hinzu, die die Intonationen der Žemaiten untersuchten, und in fast allen Arbeiten wird als Hauptmerkmal ein „Bruch“ der Stimme angegeben, der mit der Plötzlichkeit der Grundtonveränderung zusammenhängt – zunächst steigt der Ton an, erreicht ein Maximum und fällt dann plötzlich ab, wodurch auditiv ein Knarren, Rauschen u. Ä. wahrgenommen wird. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass bei der Aussprache der gebrochenen Intonation die Stimmritze etwas verengt (oder sogar kurz vollständig verschlossen) wird, wodurch der Eindruck zweier aufeinanderfolgender Laute entsteht (eine Übersicht siehe Švageris 2015: 29–36; Bakšienė 2016: 50–52). In den Arbeiten wird nicht klar angegeben, an welcher Stelle des Silbenkerns der genannte „Bruch“ eintritt; aus solchen Beschreibungen geht jedoch hervor, dass er im inneren Teil (wenn der „Bruch“ als deutlichere Glottalisierung realisiert wird) oder im zweiten Teil (wenn er stärker durch Knarren und Rauschen realisiert wird) erfolgen sollte. Obwohl die Forscher des Lettischen mit einer ähnlichen Intonation in allen Fällen das Zeichen ʔ nach dem gesamten Silbenkern setzen, z. B.: [juːʔks] ‘Lachen’, [mei̯ʔtɐ] ‘Mädchen’, [cerʔt] ‘fangen’, [vaɫʔks] ‘Bach; Landenge’ (LVG 2013: 26), wäre es bei der Transkription der žemaitischen gebrochenen Intonation dennoch genauer, das Glottalisierungszeichen nach dem ersten Bestandteil des Diphthongs / der gemischten Verbindung zu schreiben, da sich gerade hier die Energie der Intonation konzentriert, z. B.: [ˈʃaːʔtʲɛ] / [ˈʃaːʔtʲɛ] ~ šáuti, [ˈkaːʔɫns] / [ˈkaːɫʔns] ~ kálnas, [ˈdaːʔrps] / [ˈdaːrʔps] ~ dárbas, [ˈdʲɛʔrʲpʲtʲɛ] / [ˈdʲɛʔrʲpʲtʲɛ] ~ dirbti usw. Eine analoge Bezeichnung findet sich auch in Beschreibungen der dänischen Phonologie, die den prosodischen „Bruch“ (dän. stød ‘stoßen’) erfassen, der stark an die žemaitische gebrochene Intonation erinnert; dort wird er genau nach jenem Silbenteil bezeichnet, in dem die betreffende prosodische Einheit realisiert wird, vgl.: [bɔːʔw] ~ bog ‘Buch’, [bɑeʔɫ] ~ bag ‘für’, [pʰɛʔːn] ~ pæn ‘großartig’, [halʔs] ~
⁷ In früheren žemaitischen Texten, die in Kopenhagener Transkription aufgezeichnet wurden, wurde gewöhnlich keiner dieser Laute zerlegt und die durch die Intonation bedingte Verlängerung ihrer Bestandteile nicht bezeichnet (siehe Girdenis 1996; 2008; 2012; Babickienė, Jasiūnaitė, Pečeliūnaitė, Bagužytė 2007; AAT 2018 u. a.).
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hals ‘Hals’, [ˈmanʔ] ~ mand ‘Mann’ (Basbøll 2005: 37, 82–87; 2022; siehe ferner Girdenis 2003: 282)⁸.
Weitere Beispiele für zwei vokalische / diphthongische Silben, die mit IPA-Symbolen aufgezeichnet sind und in žemaitischen Mundarten häufig vorkommen können, finden sich in Anhang 2 des Artikels. Einige Aspekte ihrer Transkription sollen ausführlicher kommentiert werden.
Bei klar ausgeprägten Intonationsoppositionen kann der erste Bestandteil des Diphthongs / der gemischten Verbindung in den žemaitischen Mundarten sowohl lang als auch halblang sein, wobei sowohl Diphthonge akuter als auch zirkumflektischer Herkunft realisiert werden. Die Intonationsopposition wird dann durch andere Merkmale ausgedrückt, wahrscheinlich durch die Plötzlichkeit gegenüber der Gleichmäßigkeit des Grundtons und nicht durch die Quantität. Hervorzuheben ist, dass die Länge der Bestandteile wegen der eng verschmolzenen Artikulation nur bei den žemaitischen Entsprechungen der standardsprachlichen ie, uo sowie bei diphthongierten ė, o nicht bezeichnet wird, z. B.: [ˈdovʔnã] ~ dúona, [ˈpʲeɪ̯nã] ~ píeno, [ˈtʲeʒʊs] ~ tėvas, [ˈkuo̯ʒʲeɪ] ~ kója usw.
Da der Eindruck beider phonologischer Intonationen bei den Žemaiten gewöhnlich auf dem ersten Bestandteil konzentriert ist, wird beim Diphthong au nach einem harten Konsonanten die Koartikulation mit dem zweiten Bestandteil (Labialisierung) relativ schwach ausgeprägt, deutlich schwächer als im hochlitauischen Gebiet (besonders in den östlichen Mundarten). Daher ist der erste Bestandteil meist mit dem Symbol des nicht labialisierten Vokals [ɑ] zu bezeichnen, z. B.: [ˈgɑʷtʲė] / [ˈgɑʷtʲė] ~ gáuti, [ˈlɑʷks] / [ˈlɑʷks] ~ laũkas. Das Symbol des labialisierten tiefen Vokals [ɒ] ist nur in seltenen Fällen zu schreiben, wenn die Intonation undeutlich ausgesprochen wird oder in einem unbetonten Diphthong au.
Ausführlicher zu kommentieren sind die Verwendung und Bezeichnung des Diphthongs au in der Position nach einem weichen Konsonanten. In der Standardsprache und in einigen hochlitauischen, zumindest den südlichen westhochlitauischen Texten, ist es üblich anzunehmen, dass in solchen Fällen eine vollständige Vorverlagerung des ersten Bestandteils erfolgt und er sich in den Vokal e verwandelt. Im IPA wurde vorgeschlagen, ihn als [ɛ] zu bezeichnen, z. B.: [ˈkʲɛʊ̯ras] ~ kiaūras, [ˈkʲɛʊ̯lʲe] ~ kiaulė, [kʲɛʊ̯lʲes] ~ kiaulės und dergleichen. Bei der Transkription žemaitischer Texte besteht jedoch die Tradition anzunehmen, dass die Vorverlagerung sehr gering ist; in solchen Fällen wird meist a geschrieben. In früheren Werken der Dialektologen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (siehe Gerullis 1930; Jonikas 1939) wurde die Vorverlagerung des a in dieser Position häufiger durch einen Punkt oben – ȧ – bezeichnet; manchmal wurde die durch den zweiten Bestandteil hervorgerufene Labialisierung zusätzlich durch einen kleinen Kreis markiert – å –, z. B.: bjaũrė ~ bjaũriai, ẫmž̌iaus ~ amžiaus (Gerullis 1930: 18). In späteren žemaitischen Texten (Girdenis 1996; 2008; 2012; Babickienė,
⁸ In den Fällen, in denen ein deutlicher „Verschluss“ nicht zu hören ist, sondern die Intonation stärker durch Knarren, Rauschen u. Ä. realisiert wird, könnte man nach dem Vokal des Silbenkerns oder nach dem zweiten Bestandteil des Diphthongs / der gemischten Verbindung auch das IPA-Diakritikum ˤ schreiben, das eine knarrende Stimme bezeichnet (engl. creaky voice). Systematisch ist dies jedoch nicht praktisch, da es in den žemaitischen Mundarten viele Vokale gibt, bei denen nach dem Buchstaben ein Diakritikum anderer Funktion geschrieben wird, beispielsweise zur Bezeichnung eines etwas offeneren Lautes; dann ist die Verwendung zweier Diakritika unter einem Buchstaben nicht mehr möglich (siehe ausführlicher Bakšienė 2019: 18, Anm. 11).
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Jasiūnaitė, Pečeliūnaitė, Bagužytė 2007; AAT 2018) wurde nach einem weichen Konsonanten häufiger einfach au geschrieben, z. B.: muokėjau ~ mokėjau, vieliau ~ vėliau usw.⁹. Das nicht palatalisierte au findet sich in žemaitischen Texten auch in zahlreichen handschriftlichen Heften, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts von unseren bedeutendsten Forschern jener Zeit aufgezeichnet wurden: Birutė Rokaitė (1961, Paluknė, LKA 38), Zuzana Jonikaitė (1954, Skirpsčiai, LKA 95), Elena Grinaviečienė (1960, Judrėnai, LKA 286), Irena Erm antytė (1962, Darbėnai, LKA 91), Aldona Jonai tytė (1964, Skliaustė, LKA 13), Aleksas Girdenis (1973, Barstyčiai, LKA 42) und andere, z. B.: grâužtė ~ graužti, apsesâutosi ~ apsisâutusi usw. Beispiele mit palatalisiertem eu / æu kommen viel seltener vor; systematischer ist diese Notation bei Alberto Ružė aus dem Gebiet der Telšiškiai (1963, Viekšniai, LKA 34) und bei Alberto Rosinas aus dem Gebiet der Varniškiai (1960, Šaukėnai, LKA 194): kẽu,šẽ ~ kiaušiai, d. h. Eier, kẽu,rã ~ kiaurai, áu,dẽu ~ áudžiau usw. In der Beschreibung von A. Rosinas wird darauf hingewiesen, dass nach einem weichen Konsonanten au > eu geschrieben wird, z. B.: pjėuti ~ pjuáuti, keũli ~ kiaulė. Offensichtlich wären künftig weitere Untersuchungen, insbesondere auf der Grundlage instrumentalphonetischer Methoden, erforderlich, um den Grad der Palatalisierung dieses Lautes in den žemaitischen und aukštaitischen Mundarten zu bestimmen; bei der Transkription žemaitischer Texte mit IPA-Symbolen empfiehlt es sich jedoch, der vorherrschenden Tradition zu folgen und im Diphthong au nach einem weichen Konsonanten [ɑ] zu notieren, z. B.: [¹kʲɑːʋr̥s] / [¹kʲɑʋr̥s], [¹grʲɑːʋr̥jẽ] / [¹grʲɑʋr̥jẽ], [¹ɑʋʑ dʲɑʋs] / [¹ɑʋs¹ dʲɑʋs], [¹pʲɑʋtʲ] / [¹pʲɑʋtʲ], [¹ʒm̥¹j zʲɑʋs] / [¹ʒm̥¹j zʲɑʋs], [²kʲɑʋlʲ] / [²kʲɑʋlʲ], [²bʲɑʋrʲẽ] / [²bʲɑʋrʲẽ], [²¹kʲɑʋs¹ rʲẽʔ] / [²¹kʲɑʋs¹ rʲẽʔ], [ˈu̯iẽ²¹ɑʋs], [apˈsʲe̯ʃˈsʲɑʋotęsʲ] / [apˈsʲe̯ʃˈsʲɑʋotęsʲ] usw.¹⁰.
Auch im Diphthong ai (wenn er nicht monophthongiert wird) sowie in den Mischdiphthongen al, ar, an, am (wenn die letzten beiden nicht verengt werden) wird in den žemaitischen Mundarten bei beiden deutlich realisierten Akzenten (sowohl in Silben mit Hauptakzent als auch mit vorgezogenem und nachgezogenem Akzent) meist ein klares a ausgesprochen, das bis zur Länge eines langen oder halblangen Vokals gedehnt ist. Es ist ebenfalls überall mit dem IPA-Symbol [ɑ] zu bezeichnen, z. B.: [ɑ¹nɑːʔ] / [ɑ¹nɑʔ] ~ anái, d. h. ihr, [²¹uɑʲkʲũ] / [²¹uɑʲkʲũ] ~ vaĩkų, d. h. der Jungen, [¹ʃɑɫtɑ] / [¹ʃɑːɫtɑ] ~ šáltą, [²¹kɑrtɑ] / [²¹kɑːrtɑ] ~ kar̃tą, [¹nuɔ¹rɑːm] / [¹nuɔ¹rɑm] ~ nórime usw. Nur wenn der Akzent nicht deutlich differenziert wird, kann auch in diesen Diphthongen ein schwächeres, etwas reduziertes erstes Glied auftreten; in diesen Fällen wäre es mit dem IPA-Symbol [ɐ] zu bezeichnen. Insgesamt ist eine solche Reduktion des ersten Glieds für die žemaitischen Mundarten jedoch im Vergleich zu den aukštaitischen Mundarten nicht charakteristisch; der Vokal a bleibt selbst in einer unbetonten Silbe häufiger deutlich.
⁹ Ohne jegliche Palatalisierung wurde der Diphthong au nach einem weichen Konsonanten auch in den von Antanas Baranauskas aufgezeichneten žemaitischen Texten notiert (vgl. Specht 1920), z. B.: t jau ~ tuojau, teisiau ~ tiesiau usw.
¹⁰ Eine deutlich hörbare Palatalisierung des ersten Glieds kann in einzelnen Fällen zusätzlich durch das nach [ɑ] gesetzte Diakritikum ̟ (engl. advanced) festgehalten werden, z. B.: [¹kʲɑ̟ʋr̥s], [²¹kʲɑʋl̟].
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RIMA BAKŠIENĖ
In einem großen Teil des žemaitischen Gebiets (mit Ausnahme der südžemaitischen Raseiniškiai und der ihnen in anderen Unterdialekten nächstgelegenen Mundarten) werden die Mischdiphthonge am, an verengt. Bei der Transkription der verengten Laute ist ihr erstes Glied je nach Grad der Verengung mit den IPA-Symbolen [o] (weiter) oder [u] (enger) zu transkribieren, z. B.: [ˈkɔːn̪d̪ō] / [ˈkɔːn̪d̪ō] ~ kándu, [ˈkuːn̪d̪ī] / [ˈkuːn̪d̪ī] ~ kándi, [ˈsoːm̪t̪ʲis] / [ˈsoːm̪t̪ʲis], [ˈsuːm̪t̪ʲis] / [ˈsuːm̪t̪ʲis] ~ sámtis. Es ist zu beachten, dass in den nordžemaitischen Mundarten, vor allem im Gebiet der Telšiškiai, die meist aufgrund der Vokalassimilation stärker verengten Diphthongglieder dazu neigen, wesentlich geschlossener und gespannter zu sein und stärker an die Merkmale eines langen Vokals zu erinnern; daher sind sie mit dem IPA-Symbol des geschlossenen hinteren Vokals [u] zu transkribieren. Im Nordosten des Gebiets der südžemaitischen Varniškiai dagegen, um Užventis, Šaukėnai und Kuršėnai, werden diese Laute von Dialektologen gewöhnlich als offener und nicht verlängert angesehen; daher ist hier das IPA-Symbol des dem geschlossenen Vokal nahestehenden Vokals [ʊ] zu schreiben. Bei einem etwas höheren Offenheitsgrad ist auch das Diakritikum ̞ möglich, z. B.: [ˈlʊŋks] / [ˈlʊŋks] ~ lán-gas, [ˈsʊm̪t̪ʲis] / [ˈsʊm̪t̪ʲis] ~ sámtis.
Im Diphthong ei (wenn er nicht monophthongiert wird) und in den Mischdiphthongen el, er, en, em ist es in žemaitischen Texten üblich, das geschlossenere e zu notieren (besonders im Diphthong ei, in dem der Einfluss des zweiten Glieds mit höherem Zungenhebung deutlich spürbar ist); daher ist hier sowohl in Silben akuter als auch zirkumflektischer Herkunft das IPA-Symbol des mittleren, offeneren Vokals [ɛ] zu schreiben, z. B.: [ˈɛi̯t̪ẽ] / [ˈɛi̯t̪ẽ] ~ eiti, [n̪ɛˈlɛi̯d̪o] / [n̪ɛˈlɛi̯d̪o] ~ neleido, [m̪ɛrˈgʲɛlʲkʊ] / [m̪ɛrˈgʲɛlʲkʊ] ~ mergėlkų, d. h. der Mädchen, usw. Der offene Laut [æ] könnte nur in seltenen Ausnahmefällen vorkommen. Wenn die ersten Glieder der Diphthonge en, em in den Mundarten verengt werden, verändern sie sich symmetrisch wie die ersten Glieder der entsprechenden Diphthonge der hinteren Reihe. Die verengten Glieder sind entsprechend mit den IPA-Symbolen [e] / [i] / [ɪ] / [ɪ̞] zu transkribieren, z. B.: [ˈm̪e̯ʔn̪ʲkʊ] / [ˈm̪e̯ʔn̪ʲkʊ], [ˈm̪i̯ʔn̪ʲkʊ] / [ˈm̪i̯ʔn̪ʲkʊ], [ˈm̪ɪn̪ʲkʊ] / [ˈm̪ɪn̪ʲkʊ] ~ ménkių.
Die verlängerten ersten Glieder des Diphthongs ui und der Mischdiphthonge il, ir, in, im, ul, ur, un, um können in verschiedenen žemaitischen Mundarten je nach dem phonologischen System des Unterdialekts gespannt oder ungespannt sein. Ihre Qualität hängt am stärksten davon ab, ob eine Vokalassimilation vorliegt, und, falls ja, auf welcher Grundlage die Vokale assimiliert werden, welche Ausnahmen vorkommen usw. Im Fall der Öffnung sind die durch den Akzent hervorgehobenen Glieder, ebenso wie einzelne geöffnete Vokale, mit den IPA-Symbolen [ę], [o̞] zu bezeichnen, z. B.: [ˈzɔɪ̯kʲʊs] / [ˈzɔɪ̯kʲʊs] ~ zuíkis, [ˈsʲpʲe̯ʔrʲt̪ʲe̯] / [ˈsʲpʲe̯ʔrʲt̪ʲe̯] ~ spírti, [ˈu̯e̯ʔlks] / [ˈu̯e̯ʔlks] ~ vīlkas, [ˈd̪oʔlʲkʲe̯] / [ˈd̪oʔlʲkʲe̯] ~ dūlkė usw. Im Fall keiner Öffnung erhalten die aufgrund des Akzents verlängerten Diphthongglieder ebenfalls das Merkmal eines langen Vokals; dann sind sie mit den geschlossenen IPA-Symbolen [i], [u] zu bezeichnen, z. B.: [ˈrʲimkʊs] / [ˈrʲimkʊs] ~ Rìmkus, [ˈmʲiːn̪s] / [ˈmʲiːn̪s]¹¹ ~ mìns, [ˈduːm̪pʲl̪ɛs] / [ˈduːm̪pʲl̪ɛs] ~ dùmplės.
In den žemaitischen Mundarten bleibt in allen Formen des Futurs der akute Akzent erhalten.
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Acta Linguistica Lithuanica LXXXVII
Keletas tikslintinų žemaičių patarmių transkripcijos TFA rašmenimis atvejų
Nur in den Raseiniškiai-Dialekten der südlichen Žemaiten und in einigen randständigen Varniškiai-Dialekten ist die Öffnung der genannten Bestandteile weniger ausgeprägt; daher sind sie als [ɪ], [ʊ] zu kennzeichnen, z. B.: [ˈdʲɪrʲpʲtʲɪ] ~ dirbti, [ˈkʊrʲmʲɪˌs] ~ kūrmis usw. Bei der fortdauernden Intonation können die Raseiniškiai beide Bestandteile des Diphthongs ui öffnen; dann sind beide als halblang zu transkribieren, mit Diakritika für einen offeneren Vokal, z. B. [ˈzʊ̞ʲkʲɪ̯s] ~ zuikis. Bei undeutlicher Realisierung der fortdauernden Intonation kann der Bestandteil auch ungeöffnet bleiben.
In der traditionellen Kopenhagener Transkription wurde das Zeichen für die sogenannte mittlere Intonation in den žemaitischen Subdialekten meist in Silben mit zurückgezogenem Akzent verwendet (obwohl es auch anderswo vorkommen kann), wenn keine klare Differenzierung der Intonationen vorliegt. Bei der Transkription solcher Beispiele im IPA-System werden, wenn in der Silbe mit zurückgezogenem Akzent keine eindeutige Intonation zu hören ist, vor der betonten Silbe keine Ziffern zur Kennzeichnung der Intonation geschrieben, sondern nur das Betonungszeichen der Silbe, z. B.: [ˈpʲɪ̯tʲa] ~ plytą, [ˈgalʊ̯a] ~ galvą usw. In den Fällen, in denen die mittlere Intonation als eindeutiges Alloton des Akuts oder Zirkumflexes zu verstehen wäre, sind die Intonationsziffern vor der betonten Silbe zu kennzeichnen (zu Beispielen aus dem hochlitauischen System vgl. Bakšienė 2022: 182–183, Anhang 2).
ZUSAMMENFASSUNG
Nach einem Überblick über das verallgemeinerte Bild des žemaitischen Vokalismus sowie über die wichtigsten Elemente des Konsonantismus und der Prosodie wurden im Artikel die Beziehungen der dialektalen Laute zum IPA-Symbolsystem erörtert und mögliche IPA-Entsprechungen für die spezifischen lautlichen Einheiten der žemaitischen Subdialekte, vor allem für diphthongische Laute, bestimmt. Aus dem früheren IPA-Zeichensatz von 2017 für die litauischen Dialekte wird die Kennzeichnung der žemaitischen langen (verkürzten) und kurzen (verlängerten) nicht-unteren Vokale im IPA präzisiert; die Möglichkeiten der Transkription žemaitisch reduzierter Vokale werden behandelt, Anmerkungen zur Aufzeichnung der žemaitischen Konsonanten im IPA gegeben, und die größte Aufmerksamkeit gilt der Transkription von Diphthongsilben und ihrer Varianten, die durch die Realisierung der žemaitischen Intonationen entstehen.
Die Analyse zeigte, dass die meisten Einheiten des Vokalismus und Konsonantismus der žemaitischen Subdialekte im Hinblick auf die IPA-Transkription unproblematisch sind; IPA-Zeichen (allein oder mit zusätzlichen Diakritika) geben die Eigenschaften der žemaitischen Laute ziemlich genau wieder. Bei der Transkription sollte jedoch besonders auf ihre Verwendungsbesonderheiten in den einzelnen Subdialekten geachtet werden (beispielsweise auf die Qualität der langen, verkürzten, kurzen und reduzierten Vokale, die Korrelation harter und weicher Konsonanten mit den Vokalen der Vorderreihe u. Ä.). Das Konsonantensystem der Žemaiten ist sogar als einfacher als das der Hochlitauer zu bewerten.
Eine ausführliche Übersicht über die Kennzeichnung der žemaitischen Intonationen und ihrer Allotone bestätigte jedoch erneut die Komplexität dieses prosodischen Phänomens im Hinblick auf die Transkription
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RIMA BAKŠIENĖ
und obwohl in jüngster Zeit Entscheidungen über seine Kennzeichnung im IPA-System in den litauischen Dialekten vorgeschlagen wurden, ist es möglich, dass sie künftig aufgrund neuer Erkenntnisse noch präzisiert werden.
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RIMA BAKŠIENĖ
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Several Clarified Cases in the Transcription of Žemaitian Subdialects by IPA Symbols
SUMMARY
The article addresses the questions of transcribing the Žemaitian subdialects of the Lithuanian language by the symbols of the International Phonetic Alphabet (IPA), revises certain symbols from the earlier set of the IPA symbols for the sounds of Lithuanian dialects presented in 2017 and ways of transcribing.
The first part of the article presents the generalized Žemaitian system of vocalism, discusses the transcription of phonemes and their variants by the IPA symbols. It highlights those Žemaitian vowel elements, which are most troublesome in terms of transcribing. The article discusses the possible IPA symbols to be used for the transcription of Žemaitian long, short and reduced vowels.
The second part of the article contains some comments on the transcription of Žemaitian consonants by the IPA symbols.
The third part is dedicated to discuss the transcription of Žemaitian pitch accents and their allotones by the IPA symbols. It also reviews the transcription of the syllables containing diphthongs and gives some transcribed examples. Due to the inconsistencies in the utterance of pitch accents, the syllables of this group have an especially high number of positional variants.
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1 PRIEDAS. Žemaičių patarimų garsams siūlomi TFA rašmenys¹²
Einige zu präzisierende Fälle bei der Transkription žemaitischer Subdialekte mit IPA-Zeichen
Kopenhagener Transkription IPA Wechselvokale und Diphthonge IPA-Nummer Unicode [ie] — [ie] — 301 + 303 — 0069 + 025B [ie̯] — [ie̯] — 301 + 303 + 505 — 0069 + 025B + 0306 [ɛ̝] — [ɛ̝] — 301 + 505 + 303 — 0069 + 0306 + 025B [ie̯] — [ie̯] — 301 + 505 + 302 + 430 — 0069 + 0306 + 0065 + 031E [e̝] — [e̝] — 302 + 430 + 319 — 0065 + 031E + 026A [i̯ɛ] — [i̯ɛ] — 301 + 503 + 301 + 505 — 0069 + 02D0 + 0069 + 0069 + 0065 + 031E [i̯] — [i̯] — 301 + 504 + 505 — 0069 + 02D1 + 0069 + 032F [uɔ] — [uɔ] — 308 + 306 — 0075 + 0254 [uɔ̯] — [uɔ̯] — 308 + 306 + 505 — 0075 + 0254 + 0306 + 0254 [uo] — [uo] — 308 + 505 + 306 — 0075 + 0306 + 0254 [uɔ̯] — [uɔ̯] — 308 + 505 + 307 + 430 — 0075 + 0306 + 006F + 031E [o̯ɔ] — [o̯ɔ] — 307 + 430 + 321 — 006F + 031E + 028A Zeichen prosodischer Einheiten ^ (gebrochene Intonation; Alloton des Akuts, mit deutlicher Glottalisierung ausgesprochen) ˇ (vor der Silbe) + (nach dem Silbenzentrum verlaufende Stimme oder nach dem ersten Bestandteil des Diphthongs / Doppellauts) ˘ (gebrochene Intonation; Alloton des Akuts, ohne deutliche Glottalisierung ausgesprochen, mit „knarrender Stimme“) — + 660 — 0089 + 0294 — + 816 — 0089 + 0330
¹ (vor der Silbe) + (nach dem Silbenzentrum verlaufende Stimme oder nach dem ersten Bestandteil des Diphthongs / Doppellauts)
² Erstellt auf Grundlage der Empfehlung zur Transkription der Standardsprache mit IPA-Zeichen (siehe VLKK-25). In den žemaitischen Subdialekten werden die im Anhang vorgelegten Transkriptionszeichen nur für diejenigen Laute gelesen, die sich von den hochlitauischen Lauten unterscheiden. Mit den Symbolen zur Transkription der hochlitauischen Laute und ihrer Merkmale kann man sich in der Quelle vertraut machen: 2022: 180–182 (Anhang 1).
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RIMA BAKŠIENĖ
2. ANHANG.
Beispiele für die Transkription der wichtigsten positionsbedingten Varianten der žemaitischen Diphthonge / Diphthongoide im Zusammenhang mit prosodischen Einheiten.¹³
³ In der Tabelle werden nur nicht monophthongierte Varianten der Diphthonge sowie die žemaitischen Entsprechungen der Vokale e und o der Standardsprache, ie und uo, angegeben. Monophthongierte Entsprechungen der Diphthonge der Standardsprache (z. B.: [ai] > [eː], [ei] > [eː] usw.) werden wie die entsprechenden Vokale transkribiert; siehe die Beispiele in Abschnitt 1 des Artikels (dort siehe auch ausführlicher zur Transkription žemaitischer Diphthongoide). Dargestellt werden nur die systematischsten Fälle der Diphthongtranskription; selbstverständlich können in der žemaitischen Mundart auch andere mit den Intonationen verbundene Aussprachevarianten vorkommen.
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Einige zu präzisierende Fälle der Transkription der žemaitischen Subdialekte mit IPA-Zeichen
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RIMA BAKŠIENĖ
Eingegangen am 3. April 2023
RIMA BAKŠIENĖ
Institut für die litauische Sprache
Petro-Vileišio-Straße 5, LT–10308 Vilnius, Litauen
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