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In Education We Trust? Vertrauen in Bildung und Bildungsmedien

Author: Otto, Marcus; Fabel-Lamla, Melanie; Hemetsberger, Bernhard; Scharl, Katharina; Rehlinghaus, Franziska; Bormann, Inka; Thies, Barbara; Bartmann, Sylke; Pfaff, Nicolle; Welter, Nicole; Epp, André; Christophe, Barbara; Fabrykant, Marharyta; Luku, Esilda; Ma
Publisher: Göttingen: V&R unipress
Year: 2022
Source: https://repository.gei.de/bitstreams/62e5a58d-2c91-4394-b18b-74ce762a072c/download
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ISBN P in : 9783847115090 – ISBN E-Lib: 9783737015097
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Bildungsmedien o schung
S udien des Leibniz-Ins i u s ü Bildungsmedien
Band 153
He ausgegeben onEckha d Fuchs
Redak ion
Wibke Wes e meye , Wendy Anne Kopisch und Nicola Wa son
Die Reihe is e e ie .
»Bildungsmedien o schung« is die Fo se zung de Reihe »Ecke .
Die Sch i en eihe«. Die Bandzählung wi d o ge üh .
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Eckha d Fuchs /Ma cus O o (Hg.)
In Educa ion We T us ?
Ve auen in Bildung undBildungsmedien
Mi 6Abbildungen
V&Runip ess
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Umschlagabbildung: © GEI, 2020
Vandenhoeck &Rup ech Ve lage | www. andenhoeck- up ech - e lage.com
ISSN 2749-408X
ISBN 978-3-7370-1509-7
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Inhal
Ma cus O o
P olog ...................................... 7
IEinlei ung
Melanie Fabel-Lamla
Ve auen in Bildung und Schule – heo e ische und empi ische
Annähe ungen aus e ziehungswissenscha liche Pe spek i e ....... 17
II Ve auen in Bildung als gesellscha liche Ins i u ion
Be nha d Heme sbe ge
Ö en liches Schul e auen in K isenzei en:eine Ve allsgeschich e?... 41
Ka ha ina Scha l
Ve auen in Ve au hei en. S abilisie ung de „G amma o Schooling“
du ch Bildungs e o men und ih e Leh mi el ................ 53
F anziska Rehlinghaus
Ve auensspiele in de be ieblichen Wei e bildung de 1960e und
1970e Jah e .................................. 79
III Ve auen und Selbs e aueninBildungsp ozessen aus
biog a ie heo e ische Pe spek i e
Inka Bo mann/Ba ba a Thies
Ve auen als Ressou ce e olg eiche Bildungsbiog a ien .........107
Sylke Ba mann /Nicolle P a /Nicole Wel e
Zum Ve häl nis on Ve auen und Bildung ausbiog a ie heo e ische
Pe spek i e ...................................121
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And é Epp
Ve auen in die eigene (Bildungs-)Biog a ie be ö de n –
Biog a iea bei im Handlungs eld Schule ..................141
IV Ve auen in schulische Bildungsmedien und ih e Aneignung im
Un e ich
Ba ba a Ch is ophe
Ve auen und Miss auen im Geschich sun e ich .
Empi ische Beobach ungen zu eine p ekä en Balance ...........163
Ma ha y aFab ykan
T us in he S o y:Na a i e Tools o Cons uc ing C edibili y in
Eu opean His o y Tex books .........................181
Esilda Luku
(Mis) us o Knowledge Dissemina ed h ough Video Tes imonies when
Teachingabou he Holocaus :The Albanian Case .............203
VIn e ak i e Pa cou s:Ve auen und digi ale Bildungsmedien
Felici as Macgilch is
Digi ale Bildungsmedien und die Aushandlung on Ve auen und
Kon olle ....................................229
Sig id Fah e
Ve auensbildende MaßnahmenzuOpen Educa ional Resou ces
(OER) ......................................233
Philipp Deny /Ma in P iedigkei /And eas Weich
Zwischen Ve auen und Kon olle. Pos digi ale Medienkons ella ionen
im schulischen Un e ich ...........................247
Jasmin T oege /Julie Lüpkes /Anneka in Bock
In So wa e We (Do No ) T us ........................255
Zu den Au o innenund Au o en .......................265
Inhal 6
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Ma cus O o
P olog
Ve auen is eine G undbedingung –ode ielleich genaue : Hin e g undbe-
dingung –menschliche Exis enz und gesellscha lichen Zusammenlebensund
zeichne sich doch ge ade dadu ch aus, dass es zumeis implizi ode la en bleib .
Sobald Ve auen z.B. in ins i u ionellen Kon ex en ode auch in zwischen-
menschlichen Beziehungen explizi hema isie wi d, kann ge ade dami be ei s
de Ve dach en s ehen, dass es an Ve auen ehle. In de kul u wissenscha -
lichen, his o ischenund soziologischen Fo schung is Ve auen als eine zen ale
Ka ego ie de mode nen Gesellscha inun e schiedlichs en hema ischen Zu-
sammenhängen zum Gegens andgemach und heo e isie wo den.1Demnach
an wo e Ve auen au die zunehmende Komplexi ä de sozialen Wel o
allem in olge de P ozesse gesellscha liche Di e enzie ung, die säm liche Le-
bensbe eiche e ass und le z lich dazu üh ,dass es unmöglich wi d, in den
un e schiedlichen Lebensbe eichen aus eigene E ah ung und Anschauung
um assendbewande zu sein. Da aus esul ie die No wendigkei , sich da au
zu e lassen –also da au zu e auen –,dass das gesellscha liche Leben in
einem e wa ba en Rahmen „ unk ionie “,ohne sich dessen s ändig e gewis-
se n zu müssen.Sobeg ei Luhmann Ve auen einschlägig als elemen a en
Mechanismusde „Reduk ion onKomplexi ä “und de inie es g undlegend
als „Zu auen zu eigenen E wa ungen“.2Da übe hinaus un e scheide e im
Rahmen seine Theo iede unk ional di e enzie en mode nen Gesellscha
zwischen einem pe sonalen Ve auen und einem gleichsam „anonymen“Sys-
em e auen, das sich übe g ei end au soziale und psychischeSys eme ich en
kann und das e als einen „bewuss iskie en Ve zich au mögliche wei e e
In o ma ionen“angesich s de Komplexi ä de Wel beg ei .3Mi hin is die
1Vgl. o allem Niklas Luhmann, Ve auen. Ein Mechanismus de Reduk ion soziale Kom-
plexi ä ,S u ga : Enke, 1968 sowie u.a. U e F e e (Hg.), Ve auen. His o ische Annähe-
ungen,Gö ingen: Vandenhoeck &Rup ech , 2003 und dies., Ve auens agen. Eine Obses-
sion de Mode ne,München: Beck, 2013.
2Vgl. Luhmann, Ve auen,1.
3Vgl. ebd.,27 .
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kons uk i eGes al ung onKon ingenzangesich s de Unmöglichkei , die
schie g enzenlose Fülle onIn o ma ionen und po enziellem Wissen zu übe -
blicken, das zen ale Bezugsp oblem on Ve auen. Im Rahmen de Selbs be-
sch eibung de mode nen Gesellscha als Wissens- und (digi ale) In o ma i-
onsgesellscha e lang die F age des Ve auens dahe eine e höh e Au me k-
samkei . Dies mani es ie sich gegenwä ig in den Deba en zu Beg i en wie
„Fake News“ode „Fake Science“,indenen es um Ve auen und dessen zu-
nehmend wah genommene E osion in Poli ik, Massenmedien, Wissenscha ,
Wi scha sowie in gesellscha lichen Ins i u ionen insgesam geh .
In de gesellscha lichen Ins i u ion de Bildung spiel Ve auen ode dessen
beobach e e Abwesenhei in den en sp echendenO ganisa ionen, P ozessen,
Disku sen, P ak iken und Medien de Bildung au un e schiedlichen Ebenen und
in e schiedenen Hinsich en eine Rolle, und demen sp echendis Ve auen
mi le weile zu einem zen alen Gegens and e ziehungs- und bildungswissen-
scha liche Fo schung gewo den.4Alle dingshaben sich in de Fo schung be-
s imm e Schwe punk e wie o allem die soziale Beziehung zwischen Leh enden
und Le nenden, Ve auen im Rahmen onSozialisa ion und Bildungsbiog a ien
sowie „Ve auensbildungsp ozesse in pädagogisch-p o essionellen Kon ex en“
he ausgebilde 5,wäh end ande e Aspek e –wie insbesonde e die F age des
Ve auens bezogen au schulische Bildungsmedien –imme noch wenige e -
o sch sind. In de Bildungsmedien o schung kann Ve auen indes au un e -
schiedlichen Ebenen ele an we den, wie im Folgenden exempla isch und
schlaglich a ig angedeu e we den soll. So basie be ei s die P oduk ion on
Schulbüche n und Bildungsmedien au de Annahme, dass ihnen als gesell-
scha lich ode ga s aa lich au o isie en Ins anzen de Wissens e mi lung
e au wi d. Die Inhal e onSchulbüche n und schulischen Bildungsmedien,
insbesonde e de sinnbildendenFäche Geschich e, Geog a ie, Poli ik/Sozial-
kunde und Religion/E hik, lassen sich wiede umda au hin un e suchen, in-
wie e n da in Ve auen als disku si eode seman ische Ressou ce de Selbs -
e gewisse ung und Selbs behaup ung (auch gegenübe einem disku si kon-
s i uie en Ande en ode einem kons i u i en Außen) ungie ode als solche
mobilisie wi d. Die Kon ingenz onVe auen als Zu auen in die eigenen
E wa ungen (Luhmann) läss sich dann auch in Rela ionzuPhänomenen wie
Unsiche hei und Angs ,insbesonde e auch bezogen au K isenseman iken ode
Bed ohungsszena ien in solchen Selbs besch eibungen okussie en. Im Rahmen
de Aneignung ode Rezep ion on Schulbüche n und schulischen Bildungs-
medien lassen sich schließlich im Hinblick au den Aspek des Ve auens iel-
4Vgl. den Bei ag onMelanie Fabel-Lamla in diesem Band.
5Vgl. ebd.,18und die wei e en Bei ägedieses Bandes, die eine sei s diese Schwe punk e
au g ei en und ande e sei s übe sie hinausweisen.
Ma cus O o8
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IEinlei ung
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Melanie Fabel-Lamla
Ve auen in Bildung und Schule – heo e ische und
empi ische Annähe ungenaus e ziehungswissenscha liche
Pe spek i e
Ve auen ha im Kon ex de Co ona-Pandemie an Ak uali ä und Bedeu ung
gewonnen –dies gil auch mi Blick au schulische Bildung. So wu de bei-
spielsweise imme wiede bei Leh k ä en, Schüle innen, Schüle n und El e n um
Ve auen in jene bildungspoli ischen Maßnahmen gewo ben, die den schuli-
schen Be ieb au ech e hal en und Un e ich auch un e Pandemiebedingun-
gen e möglichen sollen. Wenn um Ve auengewo ben wi d, dann is das imme
schon ein Indiz da ü , dass Ve auenschwinde . Ma in Ha mannsp ich in
diesem Zusammenhang onVe auen als „K isenka ego ie“.1Nach de The-
ma isie ung onbed oh em, schwindendem ode ehlendem Ve auen in K i-
sensi ua ionen olgen in de Regel „ e auensbildendeMaßnahmen“,die Ab-
hil e scha en und e lo en gegangenes Ve auen wiede au bauen sollen. Als
solche Maßnahmen lassen sich im Bildungssys em im Kon ex de Co ona-
Pandemie z. B. Hygienepläne, Szena ienwechsel, Abs ands egelungen, Masken-
p lich , egelmäßiges und sachge ech es S oßlü en, de Einbau onFil e anla-
gen sowie Schnell es s o Un e ich sbeginn iden i izie en. Die Co ona-Pan-
demie wi k zudem als ein Ka alysa o ü die Digi alisie ung onSchule und
Un e ich , und auch hie s ellen sich neue, e auens ele an e F agen, wenn es
um den Schu z onP i a hei im Dis anzun e ich , um da enschu z ech liche
S anda dsbei de Ve wendung ondigi alen Bildungs ools in Schulen ode um
den Schu z onPe sönlichkei s ech en im Rahmen onVideokon e enzenbzw.
Au zeichnungen onUn e ich geh .
Ve auen in Bildungskon ex en wa lange Zei kein ele an es Thema in de
E ziehungswissenscha , und bis An ang de 2000e Jah e gab es nu wenige
empi ischeS udien zu Ve auensphänomenen im Kon ex onBildung und
E ziehung im deu schen Sp ach aum. Im Rahmen eines onde DFG ge ö de en
wissenscha lichen Ne zwe kes zum Thema „Bildungs e auenund Ve au-
1Ma in Ha mann, „Ve auen“,in: Ge ha d Göhle , Ma hias Ise und Ina Ke ne (Hg.),
Poli ische Theo ie. 22 umkämp e Beg i e zu Ein üh ung,Wiesbaden: VS Ve lag, 2004, 385–
401, hie : 386.
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ensbildung“wu den on2007 bis 2012 heo e ische und konzep ionelle Zugänge
sowie Fo schungse gebnissegesich e und eigene S udien o ange ieben.2Dabei
wu den zum einen Bildung und Ve auen im Kon ex onS
ozialisa ion, Bio-
g a ie und Enkul u a ion un e such und zum ande en Ve auensphänomene
und Ve auensbildungsp ozesse in pädagogisch-p o essionellen Kon ex en
beleuch e .Aus diesem Fo schungszusammenhang sind e schiedene Publika-
ionen he o gegangen, u.a. ein Themenhe de Zei sch i ü Pädagogik zu
„Ve auenals pädagogische G undka ego ie“und zwei Sammelbände.3Fol-
gende Beobach ungen und Übe legungen wa endamals de Ausgangspunk de
Au o innen bei de Be assung mi Ve auen in Bildungskon ex en, die auch aus
heu ige Sich du chaus nochals zu e end e scheinen:
–Im all äglichen Sp achgeb auch schein de Ve auensbeg i eindeu igbe-
s imm zu sein undbeda inde Regelkeine wei e enExplika ion.Imwis-
senscha lichen Disku s zeig sichhingegen, dass Ve auenein ehe unscha e
Beg i is undjenachdisziplinä e Zugehö igkei , heo e ische He ange-
hensweise sowieKonzep ualisie ung un e Ve auen du chaus Un e schiedli-
ches e s anden wi d.Die Unschä ekomm auch da inzum Ausd uck, dass
Ve auenzuAl e na i beg i en –wiez.B.Ve lässlichkei ,Glaubwü digkei ,
Ane kennung, We schä zung, Glaube,Ho nung, Zu e sich –nu schwe ab-
g enzba is .
–Ve auen e weis sich als ein „empi isch schwe zugängliches Phänomen“4–
zumindes wenn Ve auen nich (nu ) als Eins ellung,sonde n als ein p ä-
e lexi es Phänomen konzipie wi d.
–Ve auenkannals einpädagogisches Lei mo i gel en, denn sowohl in klas-
sischen pädagogischen Sch i en als auch in de pädagogischen P axis wi d
Ve auen eine hohe Bedeu ung zugesch ieben. De Ve weis au Ve auen
zeig sich dabei iel ach als posi i bese z eund no ma i eFo de ung bzw.
un e lek ie e P ämisse ü die Ges al ung pädagogische Kon ex e.
2Sand a Tie el, Sylke Ba mann, Melanie Fabel-Lamla, Susanne Ko mache , Nicolle P a ,
Nicole Wel e und Ma enZelle , Bildungs e auen –Ve auensbildung. Ne zwe k zu Re-
kons uk ion onVe auensbildungsp ozessen in sozialen und p o essionellen Kon ex en.
An ag au die Ein ich ung eines Wissenscha lichen Ne zwe ks bei de DFG,2007, h p://
www.bildungs e auen.de/ma e ial/An ag_Ne zwe k_Bildungs e auen_Ve auensbildung.
pd , zule z gep ü am4.Juli 2022.
3Melanie Fabel-Lamla und Nicole Wel e , „Ve auen als pädagogische G undka ego ie“,in:
Zei sch i ü Pädagogik 58, 6(2012), 769–771;Sand aTie el und Ma en Zelle (Hg.), Ve -
auensp ozesse in de Sozialen A bei ,Bal mannsweile : Schneide Ve lag Hohengeh en, 2012;
Sylke Ba mann, Melanie Fabel-Lamla, NicolleP a und Nicole Wel e (Hg.), Ve auen in de
e ziehungswissenscha lichen Fo schung,Opladen: Ve lag Ba ba a Bud ich, 2014.
4Ma in End eß, Ve auen,Biele eld: ansc ip , 2002, 53.
Melanie Fabel-Lamla18
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In den le z en Jah en ha sich eine e ziehungswissenscha liche Ve auens o -
schung e ablie und wei e ausdi e enzie . Ziel dieses Bei ags is es, einen
Übe blick übe o liegende heo e ische und konzep ionelle Zugänge zum Ve -
auensbeg i in e ziehungswissenscha lichen Kon ex en sowie zu ak uellen
Be unden de Ve auens o schung im Kon ex onSchule zu geben. Hie ü
sollen zunächs –ausgehend onhis o ischen pädagogischen sowie soziologi-
schen Ansä zen – e schiedene Dimensionen und Face en des Ve auensbe-
g i s beleuch e we den. Im Anschluss e olg ein knappe Übe blick übe F a-
ges ellungen, Gegens andskons uk ionen und Be unde de ak uellen e zie-
hungswissenscha lichen Fo schung zu Ve auen im schulischen Kon ex , wobei
sich o allem au S udien aus dem deu schen Sp ach aum bezogen wi d. Ab-
schließend we den Pe spek i en e ziehungswissenscha liche Fo schung zu
Ve auen und Miss auen im Kon ex onBildung, Schule und Bildungsmedien
au gezeig .
E ziehungswissenscha liche Ve auens o schung und Bezüge zu
ande en Disziplinen
Ve auen in his o ischen Ansä zen de Pädagogik
Eine e ziehungswissenscha liche Pe spek i eau Ve auen kann zunächs an
klassische his o ische Sch i en de Pädagogik anknüp en. Hie zeig sich,dass
mi de zen alen G undannahme eine „Bildsamkei des Zöglings“5in päd-
agogischen Konzep ionen sei dem 18. Jah hunde sowohl ein Ve auen in die
Bildungs ähigkei des Subjek s als auch ein Ve auen in die „Idee de Bildung als
We “6 o mulie wi d, die eine Ins i u ionalisie ung ö en liche und sys e-
ma ische E ziehung im Ve lau des 19. Jah hunde s übe haup e s e mög-
lich e.7
Dieses gene alisie e Ve auen in Bildung und in die Bildungs ähigkei des
Subjek s bilde eine G und o ausse zung ü pädagogisches Handeln und päd-
agogische In e ak ionen. So wi d das E ziehe -Zögling-Ve häl nis als eine au
Ve auen basie ende Beziehung en wo en, in welche de E ziehende in die
Bildsamkei seine Zöglinge e auen und ihnen mi a ek i e Zuneigungbe-
5Johann F ied ich He ba , „Um iss pa
¨dagogische Vo lesungen“[1835/1902], in: Ka l Keh -
bach und O o Flu
¨gel (Hg.), Sa
¨m liche We ke,Aalen: Scien ia, 2. Neud uckde Ausgabe 1887–
1912, Langensalza, 10 (1989), 69–196, hie : 69.
6Sylke Ba mann, Nicolle P a und Nicole Wel e , „Ve auen in de e ziehungswissenscha -
lichen Fo schung“,in: Zei sch i ü Pädagogik 58, 6(2012), 772–783, hie : 776.
7Melanie Fabel-Lamla und Nicole Wel e , „Ve auen als pädagogische G undka ego ie“,769–
771.
Ve auen in Bildung und Schule 19
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gegnen solle, um ih Zu auen zu gewinnen.8Ve auen wi d dabei als Mi el
gesehen, um das Selbs e auen de Kinde und Jugendlichen zu s ä ken und
ih e En wicklung, abe auch ih e Le nleis ungen zu ö de n. So o mulie Nie-
meye : „Je wenige man seinen ZöglingenVe auenzeig , des o wenige le nen
sie sich selbs zu auen und des o wenige we den sie auch leis en. Man beweise
ihnen also Ve auen.“9Die komplemen ä eFigu des Ve auens des Kindes in
den Pädagogen inde sich be ei s bei Rousseau und Pes alozzi und spä e bei
Nohl, de da on ausgeh , dass sich E ziehungsp ozessee s wi ksam en al en
können, wenn auch de Zögling dem E ziehe Ve auen schenk und sich da -
übe die e ziehe ische Au o i ä legi imie .10
Diese pädagogischen Beg ündungs igu en –die Bedeu ung gene alisie en
Ve auens in Bildung und in die En wicklungs- und E ziehungs ähigkei des
Kindes sowie die No wendigkei gegensei igen Ve auens au de Ebene de
Leh e -Schüle -Beziehung –we den in de Re o mpädagogik au geg i en und
e ie und inden sich bis heu e in p og amma ischen Fo de ungen, konzep-
ionellen Sch i en und E ah ungsbe ich en aus de P axis.11 Dami sind be ei s
un e schiedliche Ebenen und Objek edes Ve auens im Kon ex onSchule
angesp ochen:Ve auen in übe g ei ende, abs ak e Sys eme, wie Bildung als
We und die Bildsamkei des Menschen, sowie Ve auen au de Ebene de
pädagogischen Beziehung.
Neben den klassischen pädagogischen Sch i en g ei die e ziehungswis-
senscha liche Ve auens o schung au (en wicklungs-)psychologische und
biog a ie heo e ische, o allem abe au soziologische Ansä ze zu ück, die im
Folgenden ku z skizzie we den.
8Vgl. Ba mannu.a., „Ve auen in de e ziehungswissenscha lichen Fo schung“,775 .;
Melanie Fabel-Lamla, Sand a Tie el und Ma en Zelle , „Ve auen und P o ession. Eine
e ziehungswissenscha liche Pe spek i eau heo e ische Ansä ze und empi ische Analy-
sen“,in: Zei sch i ü Pädagogik 58, 6(2012), 799–811;U e F e e , Ve auens agen. Eine
Obsession de Mode ne,München: Ve lag C. H. Beck, 2013; Thomas Mülle , „Ich kann Nie-
mandem meh e auen.“Konzep e onVe auen und ih e Rele anz ü die Pädagogik bei
Ve hal enss ö ungen,Bad Heilb unn: Klinkha d , 2017.
9Augus He mann Niemeye , G undsä ze de E ziehung und des Un e ich s ü El e n,
Hausleh e und Schulmänne ,Halle:Buchhandlung des Waisenhauses, 5. Au lage 1802, 174.
10 Jean-Jacques Rousseau, Émile ode Übe die E ziehung [1755], S u ga : eclam, 1993, 253;
Johann Hein ich Pes alozzi, S anse B ie [1799], h p://www.hein ich-pes alozzi.de/we ke/pe
s alozzi- oll ex e-au -diese -websi e/1799-s anse -b ie /, zule z gep ü am4.Juli 2022;
He man Nohl, Die pädagogische Bewegung in Deu schland und ih e Theo ie,F ank u a. M.:
Schul e-Bulmke, 1935; gl. Ba mann u.a., „Ve auen in de e ziehungswissenscha lichen
Fo schung“;Inka Bo mann, „T ans o ma ionen de Thema isie ung on Ve auen in Bil-
dung“,in: dies. u.a. (Hg.), Ve auen in de e ziehungswissenscha lichen Fo schung,Opla-
den: Ve lag Ba ba a Bud ich, 2014, 101–121;Fabel-Lamla u.a., „Ve auen und P o ession“.
11 Vgl. Susanne Thu n, „Ve auen e meh Ve auen“,in: Leh en
&
Le nen 44, 6(2018), 27–
31.
Melanie Fabel-Lamla20
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Ve auen in soziologischen Ansä zen
Soziologische AnalysennehmenVe auensphänomene ideal ypisch au d ei
e schiedenen „Eme genzebenen des Sozialen“12 in den Blick und un e scheiden
zwischen pe sonalem,spezi ischemund sys emischem bzw. gene alisie em
Ve auen: Au de Mik oebene, also de Ebene onFace- o- ace-In e ak ionen
und pe sönlichen Beziehungen, wi d pe sonales Ve auen e o e . Ve auen in
abs ak e Sys eme (ode auch Kons uk e,A e ak e) wie Ins i u ionen, Tech-
nologien, Medien und Expe ise wi d als sys emisches bzw. gene alisie esVe -
auen au de Mak oebene ge ass .13 Au de Mesoebene is das spezi ische
Ve auen anzusiedeln.14 Dieses wi d z. B. Ve e e innen und Ve e e n on
Expe ensys emen, wie e waP o essionsangehö igen, en gegengeb ach . Es is
im Gegensa zzuSys em e auen an konk e e Pe sonen gebunden, bezieh sich
abe nich au die indi iduellen und pe sönlichen Eigenscha en de Expe in
bzw. des Expe en, sonde n au ih e bzw. seine achliche Kompe enz. Auch
Analysen onVe auen in O ganisa ionen und in inne be ieblichen A bei s-
p ozessen sind au de Mesoebene und als spezi isches Ve auen zu e o en.15
Fü die e ziehungswissenscha liche Ve auens o schungkann ü dasHand-
lungs eld Schule diese Sys ema isie ung he angezogen we den, um die un e -
such en Ve auensphänomene zu o dnen: Au de Mik oebene wi d pe sonales
Ve auen als Elemen de zwischenmenschlichen Beziehungen in de Schule,
insbesonde e in de Leh e -Schüle -Beziehung un e such , au de Mesoebene
das Ve auen in p o essionellen bzw. o ganisa ionalen Zusammenhängen in
eine Schule, also z. B. zwischen Schullei ung und Kollegium, zwischenEl e n
und Schule ode in Koope a ionszusammenhängen und schulischen Ne zwe -
ken, und au de Mak oebene das gene alisie e Ve auenindas Schulsys em, in
die Bildungspoli ik ode auch in Ins umen e de Schulen wicklungund S eue-
ung.16
Viel ach wi d in de e ziehungswissenscha lichen Fo schung an ein Ve -
s ändnis onVe auen angeknüp , wie es e wa on Luhmann17,abe auch in
12 End eß, Ve auen,53.
13 Vgl. Niklas Luhmann, Ve auen.Ein Mechanismus de Reduk ion soziale Komplexi ä ,
S u ga : UTB, 4. Au lage 2000; An hony Giddens, „Risiko, Ve auen und Re lexi i ä “,in:
Ul ich Beck,An honyGiddens und Sco Lash, Re lexi eMode nisie ung. Eine Kon o e se,
F ank u a. M.: Suh kamp, 1996, 316–337;End eß, Ve auen.
14 Sabine Wagenblass, „Ve auen“,in: Hans-UweO o und Hans Thie sch (Hg.), Handbuch
Soziala bei /Sozialpädagogik,Neuwied, K i el: Luch e hand, 2. Au lage 2001, 1934–1942.
15 Vgl. End eß, Ve auen.
16 Vgl. Melanie Fabel-Lamla und Janina Fe ze , „Ve auen in Schule(n) –ein Übe blick“,in:
Sylke Ba mann u.a. (Hg.), Ve auen in de e ziehungswissenscha lichen Fo schung,Opla-
den: Ve lag Ba ba a Bud ich, 2014, 251–272.
17 Luhmann, Ve auen.
Ve auen in Bildung und Schule 21
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ande en soziologischenAnsä zen konzep ualisie wi d, und dasdie F age nach
de Funk ionali ä onVe auen in den Mi elpunk ück . Ve auen wi d hie
als wich ige soziale Ressou ce bes imm , um Unsiche hei smomen e, Nich -
Wissen bzw. dasFehlen olls ändige In o ma ionen übe b ücken und En -
scheidungen e en zu können. Dami wi d de Risikoaspek des Ve auens
be on , denn mi dem Schenken onVe auen –sei es gegenübe Pe sonen ode
Ins i u ionen –bleib zunächs ungewiss, ob die dami e bundenen E wa un-
gen auch e üll we den. Im Falle, dass Ve auenen äusch wi d, müssenpe -
sönlich die nega i en Konsequenzen ge agen we den. Ve auen is somi eine
„ iskan e Vo leis ung“18,die angesich s de Komplexi ä onSi ua ionen, de
ehlenden Möglichkei , das Handeln ande e o auszusehen, ode ehlende
Expe ise und In o ma ionen no wendig is , um übe haup handlungs ähig zu
bleiben. Somi ungie Ve auen als „Mechanismus de Reduk ion soziale
Komplexi ä “19.Ve auenmach uns handlungs ähig auch in Si ua ionen, in
denen wi nich alles übe schauen und bedenkenkönnen, indem es Unsiche -
hei en sowie ehlendesWissen au Sei en de Ak eu e zei lich übe b ück .
Wäh end in o mode nen Gesellscha en Ve auennoch eng mi Ve au -
hei e bunden und au unmi elba e Sozialbeziehungenbezogen wa , muss in
mode nen Gesellscha en zunehmend in abs ak e Sys eme wie Ins i u ionen,
echnische Appa a u en und Expe en e au we den, um En scheidungen
un e Bedingungen onun olls ändigem Wissen und Unsiche hei e en zu
können.20 Mi de Ausdi e enzie ung gesellscha liche Funk ionssys emenimm
die Konku enz zwischen Sys emen zu, und nach- adi ionale gesellscha liche
Beziehungen müssen e s ä k übe Ve auensmechanismen ges eue we den.
Dies e o de onSys emen und Ins i u ionenwie onGesellscha smi gliede n
„ak i es Ve auen“21,das he o geb ach und wachgehal en we den muss.
Ve auenswü digkei muss also ak i he ges ell we den, und das Ve auen-
schenken wi d zu eine bewuss en, e lek ie en En scheidungun e Risiko.22
Viele Fo schungsansä ze in de E ziehungswissenscha schließen an dieses
unk ionale Ve s ändnis onVe auen an, doch zeigen sich au de Ebene de
konk e en Konzep ualisie ung und empi ischen E assung onVe auensphä-
nomenen un e schiedliche Vo gehensweisen. Zen al e weis sich hie o allem
die Di e enz zwischen eine Konzep ualisie ung onVe auen als explizie ba ,
hema isie ba und e lexi zugänglich und eine Konzep ualisie ung onVe -
18 Ebd.,27.
19 Ebd.
20 Vgl. An hony Giddens, Konsequenzen de Mode ne,F ank u a. M.: Suh kamp, 3. Au lage
1999.
21 Giddens, „Risiko, Ve auen und Re lexi i ä “,319.
22 Vgl. Giddens, Konsequenzen de Mode ne und de s., „Risiko, Ve auen und Re lexi i ä “.
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auen als p ä- e lexi es, „implizi es, ungie endes Ve auen“23.Diese Di e enz
implizie un e schiedliche me hodologische ZugängezuPhänomenen des
Ve auens: zum einen die E assung onVe auen als e lexi e ügba e
Eins ellungs- ode a ionale Handlungsdimension und zum ande en die Au -
assung onVe auenals e ah ungsbasie e und in In e ak ionen gene ie e,
implizi e Ressou ce sozialen Handelns.24 Im e s en Fall wi d Ve auen als e-
lexi e ügba e und a ionale Eins ellung bezogen au bes imm e Aspek e in
Be agungen e ass , d. h. die Be ag en sollen zu Einschä zungund Beu eilung
onMaß und A ih es eigenen Ve auens Auskun geben (z. B. Wie iel Ve -
auen haben Sie in dasBildungssys em in Deu schland?). S udien, die Ve auen
als p ä- e lexi es Phänomen konzep ualisie en und implizi es, ungie endes
Ve auen zu e assen e suchen, sind hie au ande e empi ische He ange-
hensweisen angewiesen, wie e waquali a i - ekons uk i eVe ah en, die au
In e ak ionsgeschich en und die E ah ungsbasie hei onVe auen zuzu-
g ei en e suchen.25
Ve auens o schungimKon ex on Schule
En lang de eben o ges ell en Sys ema isie ung onVe auensphänomenen
au un e schiedlichen sozialen Eme genzebenen we den im Folgenden ak uelle
e ziehungswissenscha liche Fo schungs elde zu Ve auen skizzie , wobei de
Fokus au den schulischen Kon ex ge ich e wi d.26
Ve auen au de Ebene de Leh e -Schüle -Beziehungund dasSelbs e auen
on Schüle innen und Schüle n
S udien zu Ve auensphänomenen au de Ebene de Leh e -Schüle -Beziehung
liegen o allem aus de pädagogischen Psychologie o , die Ve auen als In-
e ak ions a iable in de Leh e -Schüle -Beziehungund den Ein luss onVe -
auen au die Le nen wicklung onSchüle innen und Schüle ninden Blick
nimm . Sei den 1990e Jah en un e such Schwee in Zusammena bei mi Thies
die En wicklung, S abilisie ung und Ve ände ung on Ve auenals E gebnis des
23 End eß, Ve auen,68.
24 Vgl. Ba mann u.a., „Ve auen in de e ziehungswissenscha lichen Fo schung“.
25 Vgl. End eß, Ve auen; Ba mannu.a., „Ve auen in de e ziehungswissenscha lichen
Fo schung“.
26 Vgl. Fabel-Lamla und Fe ze , „Ve auen in Schule(n) –ein Übe blick“;Melanie Fabel-Lamla,
„Schule“,in: Ma in K. W. Schwee (Hg.), Face en des Ve auens und Miss auens. He aus-
o de ungen ü das soziale Mi einande ,Wiesbaden: Sp inge VS, 2022, 175–200.
Ve auen in Bildung und Schule 23
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Wechselspiels onpe sonalen Disposi ionen und schulischen Rahmenbedin-
gungen au de Basis on( eil-)s anda disie en Be agungen und ha eine
di e enzielle Ve auens heo ie o geleg .27 Die E gebnisse zeigen, dass sich
aus Sich onSchüle innen und Schüle n e auenswü dige Leh k ä e du ch
Un e s ü zung, Zugänglichkei , Respek , Au ich igkei , Ve lässlichkei und
Au hen izi ä auszeichnen. Ein wich ige Be und is zudem, dass posi i eVe -
auens e ha
¨l nisse die Beu eilung de Un e ich sges al ung, die Schüle be-
eiligung im Un e ich und die Einschä zung des pe sönlichen Le ne olgs be-
güns igen.28
Wei e eS udien e weisen da au , dass eine e auens olle Leh e -Schüle -
Beziehung eine S eige ung des In e esses und eine angs eie Le numgebung
ö de und di ek ode indi ek mi höhe em Le ne olg de Schüle innen und
Schüle assoziie is .29 So weis in de Ha ie-S udie die onden Fak o en Ve -
auen, Kompe enz, Dynamik und Unmi elba kei beein luss e „Glaubwü dig-
kei “de Leh pe son aus Sich de Le nenden eine de höchs en E ek s ä ken au
den Le ne olg au .30 Ebenso zeigen sich au Sei en de Leh k ä e posi i eE -
ek e, wie z. B. ein höhe es Wohlbe inden, meh A bei szu iedenhei und ein
ge inge es Belas ungse leben.31
De sich hie an anschließenden F age, wieVe auen in de Schule ge ö de
we den kann, is Pe e mann nachgegangen.32 E ha ein D ei-Phasen-Modell des
Ve auensau baus zwischen Leh k a undSchüle innen bzw. Schüle n en wi-
ckel , das au die He s ellung eine e s ändnis ollen Kommunika ion ziel ,
bed ohliche Handlungen e meide und geziel e auens ö de nde Maßnah-
men einse z .33
27 Ma in K. W. Schwee , Ve auen in de pa
¨dagogischen Beziehung,Be n: Hans Hube , 1996;
de s., „Eine di e en ielle Theo ie in e pe sonalen Ve auens –Übe legungen zu Ve au-
ensbeziehungzwischenLeh enden und Le nenden“,in: Psychologie in E ziehung und Un-
e ich 44 (1997), 2–12; de s., „Ve auen in E ziehungs- und Bildungsp ozessen“,in: de s.
(Hg.), Ve auens o schung 2010: AS a e o he A ,F ank u a. M.: Pe e Lang Ve lag, 2010,
151–172; Ba ba a Thies, Ve auen zwischen Leh e n und Schu
¨le n,Mu
¨ns e : Waxmann, 2012.
28 Schwee , „Ve auen in E ziehungs- und Bildungsp ozessen“.
29 Vgl. Lisa S. Rome o, „T us , Beha io , and High School Ou comes“,in: Jou nal o Educa ional
Adminis a ion 53, 2(2015),215–236.
30 John Ha ie und Klaus Zie e , Kenne deinen Ein luss! „Visible Lea ning“ ü die Un e -
ich sp axis,Bal mannsweile : Schneide Hohengeh en, 2. Au lage 2017, 81.
31 Vgl. den Übe blick bei Schwee , „Ve auen im Klassenzimme “,in: de s. (Hg.), Leh e -
Schüle -In e ak ion. Inhal s elde , Fo schungspe spek i en und me hodische Zugänge,Wies-
baden: Sp inge VS, 2017, 523–545.
32 F anz Pe e mann, Psychologie des Ve auens,Gö ingen: Hog e e, 4. Au lage 2013; de s.,
„Ve - und Zu auen in de Schule. Psychologische Hin e g und“,in: Pädagogik 69, 4(2017),
33–35.
33 Vgl. auch Silke G inke, „Ein Modell zum Ve auensau bauimSchulall ag“,in: jou nal ü
leh e Innenbildung 1(2018),37–40.
Melanie Fabel-Lamla24
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dungssys em bzw. in Schulensink . Gleichzei ig deu en E gebnissewie aus de
be ei s genann en4.JAKO-O Bildungss udie ode de ep äsen a i en El e n-
be agung „WasEl e nwollen“(2015)da au hin, dass El e n den Leh k ä en
ih e Kinde g undsä zlich ein hohes Ve auen en gegenzub ingenscheinen
und dass bei F agen zu E ziehung ode zu schulischen Belangen ih e Kinde
de en Leh k ä e als e auens olle Ansp echpa ne innen und -pa ne gel-
en.64 Als eine wei e e Di e enzie ungsdimension läss sich ein anhal endes ge-
ne alisie es Ve auen in Bildungsze i ika e und gene ell in Bildung kons a-
ie en. Das gene elle „Bildungs e auen“65 schein nahezu ungeb ochen zu sein.
Bildungspoli ische Maßnahmen –wie ein „Meh an Bildung“,z.B.du chdie
Fö de ung ühkindliche E ziehung, meh Zei ü Bildung in Ganz agsschulen,
de Ausbau onSchulen, die meh Bildungschancen und höhe eBildungsab-
schlüsse e möglichen sollen, ode de Ausbau des Übe gangssys ems mi dem
Ziel de Fö de ung de Ausbildungs ei e – inden b ei e Un e s ü zung in de
Ö en lichkei und gel en als ich ige An wo au die e höh en An o de ungen
de Wissensgesellscha . Inso e n is bei de F age nach dem Sys em e auen in
das Bildungswesen zwischen Ins i u ionen e auen, Ve auen in de en Pe so-
nal und gene alisie em Ve auen in Bildung zu un e scheiden, da das Ausmaß
an Ve auenindiese Objek e unabhängig oneinande a iie en kann.66
Abschließend sollde Blick au Fo schungen zu Ve auen bzw. Miss auen in
Maßnahmende S eue ung im Bildungssys em ge ich e we den. Die Educa-
ional Go e nance o schung besch eib die nach dem sogenann en PISA-Schock
e g i enen Quali ä ssiche ungs-, Quali ä sen wicklungs- und Kon ollmaßnah-
men (z. B. Schulinspek ionen, Bildungss anda ds, Ve gleichsa bei en) als e -
auensbildende Maßnahmen, mi denen sich die Bildungspoli ik als wi k-
mäch ige Ak eu (wiede ) zu e ablie enund e lo en gegangenes Ve auen in
das Bildungswesen zu ückzugewinnen e such . Hie s ell sich die F age, in-
wiewei diese Maßnahmen und Ins umen e de Daue beobach ung und Kon-
olle e auensbildend wi ken können, dokumen ie sich doch in ihnen
/documen s/publika ionen/73/diw_01.c.92609.de/04-21-2.pd , zule z gep ü am4.Juli 2022;
Be elsmannS i ung, „Ve auen in Deu schland.Eine quali a i eWe es udie de Be els-
mann S i ung. Task Fo ce ‚Pe spek i e2020 –Deu schlandnach de K ise‘“,Gü e sloh,
h ps://www.be elsmann-s i ung.de/ ileadmin/ iles/BS /P esse/impo ed/downloads/xcms
_bs _dms_30530_30531_2.pd , zule z gep ü am4.Juli 2022; Fo sa, „RTL/n- -T endba-
ome e : FORSA AKTUELL: Ins i u ionen-Ranking“,Köln: Fo sa, 2019, h ps://www.p esse
po al.de/pm/72183/4158914, zule z gep ü am4.Juli 2022.
64 Bo mannund Niedlich, „El e lichesVe auen gegenübe den Leh k ä enih es Kindes“;
Voda one S i ung Deu schland(Hg.), WasEl e nwollen. In o ma ions-und Un e s u
¨ zungs-
wu
¨nschezuBildung undE ziehung.EineBe agung desIns i u s u
¨ DemoskopieAllensbachim
Au agde Voda oneS i ung Deu schland,Du
¨sseldo ,2015,h ps://www. oda one-s i ung.de
/wp-con en /uploads/2019/06/Was_El e n_wollen.pd , zule z gep ü am 4. Juli 2022.
65 Vgl. Tie el u.a., „Bildungs e auen –Ve auensbildung.“
66 Vgl. Fabel-Lamla und Fe ze , „Ve auen in Schule(n) –ein Übe blick“.
Ve auen in Bildung und Schule 31
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gleichzei ig ein ins i u ionalisie es Miss aueninIns i u ionende Bildung.67
Luhmanna gumen ie , dass „Ve auen in die Funk ions ähigkei onSys emen
[…]V
e auen in die Funk ions ähigkei ih e immanen enK
on ollen
ein(schließ )“68.Vo diesem Hin e g und kann de Einsa z onIns umen en de
Daue beobach ung und Kon olle somi du chaus e auenss i end wi ken.
Dies se z jedoch o aus, dass den Ins umen en selbs und ih e Handhabung
e au wi d. Die ak uellen Diskussionen um me hodische P obleme, Bewe -
ungssys eme und die „Ve messung“ onBildung ode auch die Ausse zung on
Schulinspek ionen in meh e en Bundeslände n e weisen da au , dass on
einem o behal losen Ve auen in die Ins umen e de S eue ung wohl ehe
nich auszugehen is , so dass es aglich e schein ,obübe die Ins i u ionali-
sie ung onMiss auen a sächlich gene elles Ve auen in das Bildungssys em
zu ückgewonnen we den kann.69
Pe spek i en e ziehungswissenscha liche Fo schung zu Ve auen
in Bildung und Bildungsmedien
Rückblickend au F ages ellungen de his o ischen Pädagogik in Bezug au
Ve auen zeig sich in de e ziehungswissenscha lichen Fo schung eine deu -
liche Ausdi e enzie unghinsich lich de „Objek e“und Ebenen onVe auen,
die onde pe sonalenEbene de pädagogischen Beziehung und Selbs e auen
übe Ve auen in A bei s- und O ganisa ionkon ex en de Einzelschule sowie in
pädagogische Expe ise bis hin zu Ve auen in Bildungsins i u ionen, Ins u-
men e und ande e abs ak e Sys eme wie Bildsamkei eichen. Dabeiwi d mi
un e schiedlichen Konzep ualisie ungen onVe auen sowie o schungsme-
hodischen Zugängen gea bei e , die iel ach noch explizi e hema isie we den
könn en,umdie dami einhe gehenden Implika ionen anspa en e zu machen.
Welche Pe spek i en ü eine e ziehungswissenscha liche Fo schung zu Ve -
auen in Bildung und Schule zeichnen sich o dem Hin e g und ak uell o -
liegende Be unde ab?
67 Vgl. Jü gen Kussau, „Dimensionen de Koo dina ion: Hie a chische Beobach ung in eine
an agonis ischen Koope a ionsbeziehung“,in: Jü gen Kussau und Thomas B üsemeis e ,
Go e nance, Schule und Poli ik. Zwischen An agonismus und Koope a ion,Wiesbaden: VS
Ve lag, 2007, 155–220; Inka Bo mann, „Ve auen in Ins i u ionen de Bildung ode : Ve -
auen is gu –is E idenzbesse ?“,in: Zei sch i ü Pädagogik 58, 6(2012), 812–823;
Bo mann, „T ans o ma ionen de Thema isie ung onVe auen in Bildung“.
68 Luhmann, Ve auen,77.
69 Vgl. KlausZie e , „K i ik an de Ve messung de Bildungslandscha “,in: Pädagogische
Rundschau 65, 1(2011), 19–24; Bo mann, „Ve auen in Ins i u ionen de Bildung ode :
Ve auen is gu –is E idenz besse ?“.
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Inzwischenliegen zwa e schiedene S udien o , die Ve auen s ä ke in eine
P ozesspe spek i eein ücken und z. B. P ozessedes Au baus onVe auen in
pädagogischen Beziehungen und A bei skon ex en, Maßnahmen zu Ges al ung
eine Ve auenskul u an Schulenode die En wicklung onBildungs e auen
aus eine biog a ischen Pe spek i ehe aus un e suchen. Doch ü die E o -
schung onVe auensphänomenen im schulischen Kon ex wä e es wich ig,
noch sys ema ische Fo schungsans engungen zu un e nehmen, um den P o-
zesscha ak e des Au baus onVe auensbeziehungen und onVe auensa -
bei , die eku si eS uk u onVe auensak en sowie auch P ozesse und Fo -
men de (Wiede -)He s ellung onVe auenswü digkei im p ak ischen Voll-
zug z. B. in e hnog a ischen S udien he auszua bei en.70
Eine Reihe onS udien wende sich ausgehend onBe unden, die au Ve -
auen als Ke n essou ce ü Le ne olge und schulische En wicklungsp ozesse
e weisen, inzwischen de F age zu, wie Ve auen in Schule ak i he ges ell
we den kann und welche Ve auenss a egien sich als wi ksam e weisen –sei es
in de Leh e -Schüle -Beziehung,imKollegium, in de mul ip o essionellen
Koope a ion, in de El e na bei ode im Rahmen de Schullei ungs ä igkei .
Hie soll en zukün ig sys ema ische auch die möglichen Ambi alenzen eine
ak i en Ve auensa bei und die Ge ah en eine Ins umen alisie ung on
Ve auen, die Ve auensg undlagen un e g aben kann, un e such we den.
Be ei s o einigen Jah en ha Schwee ange eg , neben Ve auenauch
Miss auen in Kon ex en de Bildung und E ziehung s ä ke zu be ücksich igen
und sys ema ische Un e suchungen hie zu anzuschließen.71 Aus dem hie o -
liegenden Fo schungsübe blick e geben sich be ei s einigeAnknüp ungspunk e,
wie e wadie Ins i u ionalisie ung onMiss auen du chDaue beobach ung und
Kon olle im Bildungssys em als e auensbildendeMaßnahmeode die
Übe legungen, bei Kinde n und Jugendlichen in belas e en Lebenslagen ein
„gesundes“Miss auen zu ö de n, um diese o Missb auch ih es Ve auens
schü zen zu können.72 Diese ehe übe aschenden Einsich en e weisen au die
Funk ionali ä und Meh dimensionali ä onMiss auen73,denen es im schuli-
schen Handlungs eld wei e nachzugehen gil .
Abschließend is zu kons a ie en, dass sich die E ziehungswissenscha bzw.
Schulpädagogik bishe kaum mi Ve auen in (schulische)Bildungsmedien
be ass ha . Im Anschluss an soziologische Ansä ze, die das Ve auenschenken
an Risiken binden, läss sich mi Blick au (schulische) Bildungsmedien eine
70 Vgl. Fabel-Lamla u.a., „Ve auen und P o ession“.
71 Schwee , „Ve auen in E ziehungs- und Bildungsp ozessen“.
72 Vgl. Mülle , „Ich kann Niemandemmeh e auen.“,96.
73 Vgl. Ma in End eß, „Ve auen und Miss auen –SoziologischeÜbe legungen“,in: Ch is ian
Schilche u.a. (Hg.), Ve auen und Koope a ion in de A bei swel ,Wiesbaden: VS Ve lag,
2012, 81–102.
Ve auen in Bildung und Schule 33
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ganze Reihe onF agen au äche n, die es zukün ig nähe zu bea bei en gil : Wie
wi d in analogen und digi alen schulischen A bei s-und Le nma e ialien e -
such , Glaubwü digkei und Ve auen z. B. in eine sachge ech e Da s ellung
he zus ellen?Welche Aspek e und Symbole e scheinen ü die Ve auenswü -
digkei onBildungsmedien zen albzw.welche e auens ö de ndenMaß-
nahmen lassen sich bei P oduzen en und Anbie e n onBildungsmedien iden-
i izie en?Welche e auensbildenden(Kon oll-)Maßnahmen und Ins u-
men e wä en geeigne , um eine sei s die nö ige F eihei bei de Au be ei ung on
In o ma ionen und de En wicklung on(o enen) Leh - und Le nma e ialien zu
e möglichenund ande e sei s bes imm eQuali ä ss anda dssiche zus ellen?
Und schließlich, wie können Kinde und Jugendliche in Bildungsins i u ionen zu
„ak i em Ve auen“74 gegenübe Wissen, Wissenscha , Expe innen, Expe en
und gesellscha lichen Ins i u ionen be ähig we den und dami zu Ak eu innen
und Ak eu en we den, die um die Vielhei mögliche Beobach e s andpunk e in
pos adi ionalen Gesellscha en wissen und be ei sind, imme wiede neu be-
wuss e, e lek ie e En scheidungen als iskan e Vo leis ungen zu e en und zu
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II Ve auen in Bildung als gesellscha liche Ins i u ion
Das Ve auen in die gesellscha liche Ins i u ion de Bildung und ih e O gani-
sa ionenis eine sei s eine zen ale Vo ausse zung ü ih e e ek i eIns i u io-
nalisie ung o allem im Rahmen de Du chse zung und gesellscha lichen Ak-
zep anz eine allgemeinen Schulp lich und bilde ande e sei s ge ade deswegen
imme wiede einen Gegens and kon o e se ö en liche Deba en, bildungs-
poli ische Re o men und gesellscha liche Aushandlungsp ozesse.So ich en
sich au die gesellscha liche Ins i u ion de Bildung iel äl ige gesellscha liche
E wa ungen, e bundenmi de F age, inwie e n diese E wa ungen ge ech -
e ig sind und in angemessene Weise e üll we den.
In diesem Zusammenhang e ö e de Bei ag „Ö en liches Schul e auen
in K isenzei en: eine Ve allsgeschich e?“ onBe nha d Heme sbe ge , wie ins-
besonde edie Ins i u ion de schulischen Bildung sei dem 19. Jah hunde
wiede hol zu einem exponie en Gegens and gesellscha liche Deba en ge-
wo den is . Dazu okussie e da au , wie insbesonde e ö en liche Schulen ei-
ne sei s als Ins anzen de Bewäl igung gesellscha liche P obleme in K isen-
zei en be ach e wu den und ag anschließend danach, wie sie ande e sei s
selbs zunehmend zu einem Gegens and eine iel ach beschwo enen Ve au-
ensk ise gewo den sind.
De Bei ag „Ve auen in Ve au hei en. S abilisie ung de ‚G amma o
Schooling‘du ch Bildungs e o men und ih e Leh mi el“ onKa ha ina Scha l
widme sich den Aushandlungsp ozessendes Ve auens in und du ch bil-
dungspoli ische Deba en und Re o men. Den Ausgangspunk ih e Analyse
bilden die ezen en Bildungs e o men in de Schweiz, die au eine g undlegende
Kompe enzo ien ie ung in de schulischen Bildung abzielen. Die F age des
Ve auens s ell sich dabei im Hinblick da au , inwie e n de Re o mansp uch
de Kompe enzo ien ie ung in de gegebenen schulischen Reali ä und insbe-
sonde e angesich s de e wende en Leh mi el sowie de Leh e ausbildung
angemessenund umse zba is . Dazu a bei e de Bei ag d ei maßgebliche
„Ve auens e häl nisse“he aus, welche die Aushandlungsp ozesse des Ve -
auens in die Bildungs e o men und de en Umse zung in Bildungsmedienge-
p äg haben.
F anziska Rehlinghaus un e such inih em Bei ag „Ve auensspiele in de
be ieblichen Wei e bildung de 1960e und 1970e Jah e“aus his o ische Pe -
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spek i edie Aushandlungsp ozesse des Ve auens in die be iebliche Wei e -
bildung du ch die E aluie ungund Kon olle in de Bundes epublik Deu sch-
land in den 1960e und 1970e Jah en. Dazu ekons uie sie, wie im Rahmen de
be ieblichen Wei e bildung eine „ e auens olle A mosphä e“inszenie
wu de und wie Ve auen in die be iebliche Wei e bildung du chPa izipa ion
he ges ell we den soll e. Schließlich demons ie sie, wie du chMaßnahmen
de E aluie ung und Kon olle die be iebliche Wei e bildung zunehmend un e
Kos en-Nu zen-Aspek en be ach e wu de.
Insgesam zeigen die Bei äge, inwie e nge ade das Ve auen in die gesell-
scha liche Ins i u ion de Bildungimme wiede zum Gegens and ö en liche
Deba en und iel äl ige Aushandlungsp ozesse gewo den is .
Ve auen in Bildung als gesellscha liche Ins i u ion40
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li e a ischen Rich ung mani es ie , die sich spä es ens um die Jah hunde -
wende mi dem E ah ungs aum Schule du chaus auch seh k i isch auseinan-
de se z .28 Somi s ieg Schule auch als allgemeine –und gegenübe ande en
pädagogischen In e en ionen imme ausschließliche e –Ins i u ion zu Ein-
üh ung in gemeinsame Wel -Deu ungenau . Nach Humbold wä e Schule auch
de O de T adie ung on „Modi des Wel e s ehens“,übe die soziale Kom-
munika ion e möglich wi d.29 Ein ge eil e E ah ungs aum Schule e möglich
allgemeine Ein üh ungen in ge eil e Wah nehmungen undKommunika ions-
a en übe das Soziale. Wiekann Zusammenleben unk ionie en?Welche ma-
hema ischen, sp achlichen, eligiösen ode küns le ischen Ausd ucksweisen
gib es, übe die wi uns zueinande in Beziehung se zen können ode e suchen
können, uns dem Gegenübe e s ändlich zu machen?Ge a en ge ade diese
schulisch adie en Wel -Deu ungen in K isenzei en meh als sons ins
Schwanken ode bie en sie keine In e p e a ionsmöglichkei beziehungsweise
angemessene Ausd ucks o m meh an, so läss sich auch e klä en, wa um
Schulen mi dem Au ag de Lösungsoziale P obleme bedach we den.De
Au ag an Schulen geh abe auch dami einhe , dass sie wiede keh end in ih e
Geschich e selbs in K isen ge ede wu den, da sie o enkundig nich inde Lage
wa en, Gesellscha en o ih en P oblemen zu bewah en. Ge ade Schulbüche
eku ie en au und kons uie endiese K isen häu ig ge adezu pa adigma isch.30
Jedoch blieb die e s aunliche Pe sis enz bes ehen, au Schulk isenmi Schul e-
o m zu eagie en.Eine mögliche E klä ung lieg im isk-sha ingdeal beg ünde :
Sind Schulen disku si eO e de In eg a ionsoziale P obleme ü eine k i-
sengebeu el eÖ en lichkei ,sind sie auch e an wo lich ü die Ad essie ung
neue gesellscha liche P obleme. Wenngleich sie wiede hol mi minimalem
E olg ope ie en und Fe leibigkei bei Kinde nebensowenig e meiden können
wie ökonomische K isen, e kö pe n Schulen unmi elba die disku si eHo -
nung im K isene leben,dass sie eine besse e Zukun he s ellen könn en. Jene
Au gabe eben, ü die Schulen einge ich e wu den.
28 Beispielsweise du ch Robe Musil, Raine Ma ia Rilke, Ma ie onEbne -Eschenbach,He -
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lichen Wandels und Gegens and schulische Bildungsmedien“,in: F ank Bösch, Nicole
Dei elho und S e an K oll (Hg.), Handbuch K isen o schung,Wiesbaden: Sp inge VS, 2020,
103.
Ö en liches Schul e auen in K isenzei en:eine Ve allsgeschich e? 47
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Ein Abgesang au das Ve auen in ö en liche Schulen?
Diese disku si eE olgsgeschich e, Schulen zu K isen he apie he anzuziehen
und als gesellscha liche Ho nung ü eine besse e Zukun da zus ellen,31 bleib
bis zu Gegenwa hin beobach ba . Spä es ens sei Mi e des 20. Jah hunde s ha
diese E zählung jedoch g oße Risse bekommen.32 Eine besse gebilde e und
eiche e, auch zahlenmäßig gewachsene Mi elschich de wes lichen Gesell-
scha en nach dem Zwei en Wel k ieg konn e au Schulk isene zählungen an-
de s eagie en als alle Gene a ionen zu o .33 Ha en bishe K isene ah ungen,
Schulk isene zählungen und - e o men zu S eige ung des Ve auens in ö -
en liche Schulen beige agen, kam mi den 1950e und 1960e Jah en bei-
spielsweise du ch Geo g Pich und de onihm ausge u enen „Deu schen Bil-
dungska as ophe“ ü iele wiede eine p i a inanzie e Schule zu Re ung des
eigenen Nachwuchses in age.
Alleine die ö en lichkei swi ksame Wa nung Pich s: „Wenn das Bildungs-
wesen e sag , is die ganze Gesellscha inih em Bes and bed oh “34,mag zu-
sä zlich e ängs ig haben. Diejenigen, die in de Lage wa en, p i a e Lösungen
ü diesen k isenha en Ums and zu inden, a en dies auch. Das Ve auen in die
ö en liche Schule magdu ch die Menge pädagogisie e soziale P obleme in
diese Zei nich ges ä k wo den sein. Ein Mangel an Ve auen ode de ge-
sellscha sdu chziehende Ve auens e lus is nach End eß35 ein zen ales
Hinde nis ü ö en liche und demok a ische Ins i u ionenwie auch ein empi-
ische Indika o , die Fa o isie ung p i a e Diens leis ungsun e nehmen und
P i a schulen gegenübe ö en lichen Ein ich ungen zu e klä en. Gegenübe
1992 wa die Anzahl p i a ge üh e Schulen beispielsweise in Deu schland 2019
lau Da en des S a is ischen Bundesam es um 50 %au 11,2 %alle Schulen
ges iegen.Alleine die e s e PISA S udie in Kombina ion mi dem sogenann en
PISA-Schocksoll 2001 schlaga ig2,1 %meh Schüle innen und Schüle in
p i a e Schulen geb ach haben.36 I onische weise wu den de a ige Tes ungen
31 James G. Ma ch, „Educa ion and he pu sui o op imism“,in: Texas Tech Jou nal o Edu-
ca ion 2, 1(1975), 5–17.
32 Da id Tyack und La y Cuban, Tinke ing Towa ds U opia. ACen u yo Public School Re o m,
Camb idge: Ha a d Uni e si y P ess, 1995; Da id Tyack, Robe Loweund Elisabe h Hanso ,
Public Schools in Ha d Times. The G ea Dep ession and Recen Yea s,Camb idge, London:
Ha a d Uni e si y P ess, 1984.
33 Be nha d Heme sbe ge und Ka ha ina Thy i, „Educa ion and F eedom.Ricko e , Spu nik
and Educa ional S anda ds“,in: Sebas ianEngelmann, Be nha d Heme sbe ge und F ank
Jacob (Hg.), Wa and Educa ion,Pade bo n:B ill, 2022, 95–115.
34 Geo g Pich , Die deu sche Bildungska as ophe,München: d , 1965, 9 .
35 End eß, Ve auen,61 .
36 Man ed Weiß, Allgemeinbildende P i a schulen in Deu schland. Be eiche ung ode Ge-
äh dung des ö en lichen Schulwesens?,Be lin: bub, 2011, 21.
Be nha d Heme sbe ge 48
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en wickel , um das Ve auenindie Funk ionsweise de Schulsys emezue hö-
hen, wenngleich ih e E gebnisse ge ade das Gegen eil bewi ken.37 Die nega i e
Be ich e s a ung und disku si e Rahmung,s
oe
in E klä ungsansa z, soll meh
(Mi elschich -)El e n die En scheidung ü den P i a schulsek o nahegeleg
und 2013 45 %alle deu schen El e n dazu e anlass haben, in eine Um age
anzugeben, dass sie eine P i a schule de ö en lichen o ziehen wü den,
könn en sie die inanziellen Mi el nu mühelose au b ingen. Ähnliches läss
sich in Ös e eich kons a ie en, wo 2018 10 %alle un e ich sp lich igen Kin-
de P i a schulen besuch en –ein T end,de sei den 1990e Jah en empi isch
nachzuweisen is .38
Nun mag eingewand we den, dass p i a inanzie e Schulbesuchdie Ta -
sache onins i u ionalisie e Beschulung de nachkommenden Gene a ion
nich e ände . Es sei doch wenig Anlass zu So ge, wenn Kinde und Jugend-
liche zu Schule gingen und dabei noch s aa liche Ausgaben gesenk wü den.
Dieses ökonomis isch-libe alis ische A gumen un e schläg den o hin ange-
deu e en Punk de gemeinscha lichen, allgemeinen Ein üh ung in Wel -Deu-
ungen, die übe ein zen alis isch ges eue es und demok a isch kon ollie es
und e ände es ö en liches Schulwesen siche ges ell wi d. Die E möglichung,
au G undlage gemeinsame schulische T adie ungen übe soziale P obleme ins
Gesp äch zu kommen,Ve s ändnis ü di e gie ende Lebensen wü e au zu-
b ingen und Solida i ä ü Benach eilig e zu zeigen, agmen ie mi einem sich
zusehends p i a isie enden Schulwesen. Bie en P i a schulen –wie o mode ne
Hausleh e –en sp echend el e liche Wünsche und Finanzmöglichkei en Spe-
zialinhal e, homogene Klassenzusammense zungen und auße schulische Ak i-
i ä en, mag das Ve auen s eigen, die jeweilige Zukun de (p i ilegie en)
Schüle innen und Schüle gesiche zu haben, wasjedoch nega i egesam ge-
sellscha liche soziale Konsequenzen mi sich b ingen kann. Ein Blick au das in
diesem P ozess wei e o gesch i ene Ame ika zeig , dass eine zunehmende
F agmen ie ung ö en liche Bildungssys eme du ch den P i a sek o mögli-
che weise auch zu F agmen ie ung des Sozialen bei äg .39 Tauchen nun soziale
37 Kenne h J. Ge gen und Ezekiel J. Dixon-Román, „Social Epis emology and he P agma ics o
Assessmen “,in: Teache s College Reco d 116, 11 (2014), 5.
38 S a is ische Angaben sind en nommen onFORSA 2013, „Familie und Wahl. E gebnisbe-
ich “,h ps://www.el e n.de/public/mediab owse plus_ oo _ olde /PDFs/ o sa_e gebnisbe
ich %202013.pd ,zule z gep ü am 01. Ap il 2021, und NCES 1995–2017, „P i a e ele-
men a y and seconda y school en ollmen and p i a e en ollmen as ape cen age o o al
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p ü am01. Ap il 2021, sowie Bi ie 2018, „Na ionale Bildungsbe ich Ös e eich 2018“,
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gep ü am01. Ap il 2021.
39 Robe H. Wiebe, „The Social Func ion o Public Educa ion“,in: Ame ican Qua e ly 21, 2
(1969), 147–164, auch Diane Ra i ch, The Schools We Dese e: Re lec ions on he Educa ional
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P obleme au (so e n diese noch als allgemeine und nich pa ikula e, g up-
penspezi ische da ges ell we den), ehl e mu lichzukün ig eine gemeinsam
ge eil e Ins i u ion, die in K isenzei en soziale P obleme ad essie und Ho -
nung au eine besse e Zukun geben kann. Auch wenn das Ve auen in die
Ins i u ion Schule a g amponie schein , so s ell sich gegenwä ig imme hin
noch die F age, welche Ins i u ion in unse e Demok a ie so allgemein ge eil und
akzep ie sein könn e, soll e Schule diese Funk ion nich meh e üllen und
legi imes Zusammenleben e möglichen. Noch düs e e : Zählen wi gegenwä ig
die le z en Tage de uns bekann en Schule?40 Und welche Konsequenzen ha dies
ü ein demok a isches Gesellscha ssys em und das Ve auen in Demok a ie
ganz gene ell?Weile s ell e es , „dissa is ac ion in such key a eas as educa ion
has been one o he con ibu ing ac o s o he mo egene al ‚c isis o con idence‘
in public au ho i y.“41 Solange es jedoch jene gib , die demok a isches Ringen in
ö en lichen Schulen als maßgebliche Au gabe sehen und sich dem e p lich e
ühlen, gib es Ho nung.42
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41 Weile , „Educa ion, PublicCon idence“,23.
42 Michael W. Apple, „Public Schools and Ac ingAgains he Th ea s o Democ acy“,in: Da id
C. Be line und Ca l He manns (Hg.), Public Educa ion. De ending aCo ne s one o Ame-
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Ka ha ina Scha l
Ve auen in Ve au hei en. S abilisie ungde „G amma o
Schooling“du chBildungs e o men und ih e Leh mi el
1. Einlei ung:De Re o mansp uch „Kompe enz“ i
schulische No mali ä en
De Ansp uchska alog an Schule nimm du ch die wel wei e Ve ne zung,du ch
globale Leis ungss udien wie PISA, die Ausdi e enzie ung onBildungs- und
Le n e s ändnissen und die Di e si izie ung de Schüle scha s e ig zu. Zugleich
zeig Schule in ih en Funk ionsweisen eine g oße Beha ungsk a inBezug au
das, wassich bewäh ha .1Eine E klä ung ü die hie angesp ochene Resis enz
schulische P axis gegenübe Re o m o haben geben Tyack und Tobin mi de
Me aphe „G amma o Schooling“2:T adie e schulische S uk u enund O -
ganisa ions o men implizie en bes imm eP ak iken des Leh ensund Le nens,
die sich als selbs e s ändlich legi imie enund ep oduzie en.Dazu gehö en
neben Lek ionen, Pausen und dem Klassenzimme auch Leh mi el3und das
Un e ich en nach Leh buch ( ex bookbased ins uc ion4). Ca s en Heinze
sp ich deswegen oneine „g amma o ins uc ion“.5Und ü Ma iannaJäge
bes eh die „G amma o Schooling“aus „Ve hal ens egeln […], welche […]
Schule […]mi eine ins i u ionskon o men Bedeu ung e sehen“.6Diese
P ak iken de „G amma o Schooling“sind „Teil eines o wiegend implizi en
1Vgl. Ewald Te ha d, „Leh ans al und Le nwe ks a zugleich?An o de ungen an das Bil-
dungsp o il onSchule heu e“,in: Michael K üge und Nils Neube (Hg.), Bildung im Spo ,
Wiesbaden: Sp inge VS, 2011, 53–68.
2Da id Tyack und William Tobin, „The ‚G amma ‘o Schooling: Why has i been so ha d o
change?“,in: Ame ican Educa ional Resea ch Jou nal 3, 13 (1994), 453–479.
3Ca s en Heinze, „His o ische Schulbuch- und Inno a ions o schung – heo e ische und me-
hodische Übe legungen“,in: de s., Das Schulbuch im Inno a ionsp ozess,Bad Heilb unn:
Klinkha d , 2011, 15–23.
4Tyack und Tobin, „The ‚G amma ‘o Schooling“,455, 464.
5Heinze, „His o ische Schulbuch- und Inno a ions o schung“,15.
6Ma ianna Jäge , „‚Ruhigsein is das Alle wich igs e!‘Die He s ellung eine schulischen O d-
nung“,in: Anja Siebe Egge e al. (Hg.), Kindhei (en) in o malen, non o malen und in o -
mellen Bildungskon ex en,Wiesbaden: Sp inge , 2019, 65.
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P o essionswissens […]da übe , wasSchule sei und wie sie […]ideale weise zu
unk ionie en habe.“7Die „G amma o Schooling“kons i uie also das Bild
dessen, wie „no male Schule“ unk ionie . Diese als selbs e s ändlich ange-
nommene Funk ionsweise wollen Re o men e ände n, so auch zahl eiche
Maßnahmende Ou pu s eue ung, die in den le z en zwei Jah zehn en lancie
wu den und die E neue ungsan o de ungen an dasschulische Pe sonals ellen.
Basis dieses „Re o mka ussell“8is de wi kungs olle Beg i „Kompe enz“,9de
mi dem C edo de Kompe enzo ien ie ung einen E neue ungsansp uch in
Bezug au die adie e schulische P axis e heb und deswegen als „in e en ion
in o p ac ice“10 gel en kann. Denn de Beg i de Kompe enz u das schulische
Pe sonal zu Ve ände ung und somi zu In ages ellung onSelbs e s änd-
lichkei en und des gewohn en all äglichen Tuns au . Eine solche Mobilisie-
ungsleis ung en al en bildungspoli ische In e en ionen und P og amma iken
insbesonde e dadu ch, dass die sie bezeichnenden Beg i e in ih e Bedeu ung
un e bes imm sind11 und keine Ansagen zu Umse zung de neuen Ansp üche
gemach we den. Auch de Beg i „Kompe enz“bleib ( o z un e schiedliche
Kompe enzmodellie ungen)inseine Bedeu ung age und di us12 und auch bei
ihm ehl es an p ak ischem Wissen und konk e en Handlungsanweisungen, wie
„Kompe enzo ien ie ung“im Un e ich ealisie we den kann. Mi diese
Lee s ellewi d die konk e eUmse zung des E neue ungsansp uchs an das
schulische Feld wei e ge eich . Da aus olg , dass solche Re o mansp ücheund
-zumu ungen zwangsläu ig mi Momen en de Ve unsiche ung einhe gehen. Zu
ih e Übe b ückung und zu Füllung de Lee s elle s ehen g undsä zlich un e -
schiedliche P ak iken be ei . Das können neu en wickel e Bemühungen zu
Umse zung de neuen Ansp üche sein. Ode abe P ak iken, die sich schon o
de In e en ion bewäh haben und die demen sp echend zu indi iduellen und
kollek i en E ah ung de Ad essie en gehö en. Bezüglich des Kompe enzbe-
g i s mach And eas Gelha d da au au me ksam, dass „E ah ung als Kapi al
zu beg ei en [sei], […]das dabei hel en kann, S e igkei in den Wechselzu
b ingen“13.Bei bildungspoli ischen E neue ungsansp üchen be i dies den
7Ebd.
8Te ha d, „Leh ans al und Le nwe ks a zugleich?“,55.
9Vgl. Ka l-Heinz Damme , Ve messene Bildungs o schung. Wissenscha sgeschich liche Hin-
e g ünde zu einem neolibe alen He scha sins umen ,Hohengeh en: Schneide , 2015, 113 .
10 S ephen Ball, Educa ion policy and social class,London, New Yo k:Rou ledge, 2006, 46.
11 Vgl. Wal e He zog, „Kompe enzen ü die Zukun ? Eine K i ik am Leh plan 21“,in:
Schweize ische Zei sch i ü Bildungswissenscha en 40, 2(2018), 514; Al ed Schä e ,
„Einlei ung: die An-A chiede O dnung und das P oblemde Bindung“,in: de s. (Hg.),
Hegemonie und au o isie ende Ve üh ung,Pade bo n: Schöningh,2014, 14.
12 Wal e He zog, Bildungss anda ds,S u ga : Kohlhamme , 2013, 37–41;de s., „Kompe en-
zen ü die Zukun “,512.
13 And eas Gelha d, K i ikde Kompe enz,Zü ich: Diaphanes, 2018, 104.
Ka ha ina Scha l54
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Wechsel ongewohn en, allsei s bekann en zu neuen P ak iken des Leh ens und
Le nens.Solche S abili ä sugge ie ende E ah ungen eku ie en im schulischen
Kon ex au jene kon inuie lich ollzogenen P ak iken, die das „no male“Bild
onSchule ausmachen, mi denen das schulische Pe sonal also zwangsläu ig
e au is . In Bezug au den bildungspoli ischen Ansp uch de Kompe enz-
o ien ie ung s eh mi jenem „Un e ich en nach Leh buch“eine solch e au e
P axis be ei , mi de Leh mi el als Füh ungsins anz des Un e ich s au o isie
sind. Diese Au o isie ung zu olgen leg nahe, dass Leh mi eln dahingehend
e au wi d, dass sie den „ ich igen“Wegzu Umse zung des neuen Ansp uchs
de Kompe enzo ien ie ung inden.14 Ob de P ak ik des ‚Nach-Leh buch-Un-
e ich ens‘ onLeh pe sonen a sächlich Ve auen en gegengeb ach wi d ode
ob sie ehe de eigenen E ah ung und Expe ise e auen, den omBeg i
„Kompe enz“ad essie en E neue ungsansp uch umzuse zen, is eine F age, die
sich o dem Ho izon des Disku sesumKompe enz s ell und die ü die Klä-
ung de Bedingungen onSchulen wicklung eine An wo beda . Be o wi
uns de Bean wo ung in de heo iegelei e en Analyse zuwenden, gil es, die
e was o schnelle Ve wendung de Beg i e Ve au hei , Ve auenund Ve -
auenswü digkei me hodologisch einzuholen, sodass e klä ba wi d, wa um
Leh mi eln und de e au en P axis des Nach-Leh buch-Un e ich ensübe -
haup das Ve auen en gegengeb ach wi d, jene mi dem Beg i „Kompe enz“
einge o de e Ve ände ung umzuse zen.
2. Ve häl nisse on Ve au em und Ve auen
Al ed Schä e konzep ualisie in seine Auseinande se zung mi dem Beg i
Ve auen das Ve au e als ge eil e P axis, die sich du ch Teilhabe als indi i-
duelle E ah ung e mi el :
Ve au hei is Resul a e gangene E ah ungen in konk e en Si ua ionen, subjek i-
esKo ela soziale P axis. Die Subjek i i ä diese E ah ungen mag nach A , Häu-
igkei , In ensi ä usw. un e schiedlich sein. jedoch sind ih e Gegens ände sozial ob-
jek i ie und als solche de e minie . […]Ve au hei is Resul a des Einbezogenseins
in einenp ak isch ge egel enP ozeß und de subjek i en E ah ung des Umgangs mi
diesen ( echnischen und sozialen) Regeln als kompe en e Teilnehme .15
Du ch die E ah ung, dass e was in de Ve gangenhei unk ionie ha , dass diese
Regeln und P ak iken ü einen selbs wie ü ande e bekann und gül ig sind,
14 Vgl. bezüglich Pe sonen: RolandReichenbach, Pädagogische Au o i ä . Mach und Ve auen
in de E ziehung,S u ga : Kohlhamme , 2011, 168.
15 Al ed Schä e , „Ve auen: Eine Bes immung am Beispiel des Leh e -Schüle -Ve häl nisses“,
in: PädagogischeRundschau 34 (1980), 725.
Ve auen in Ve au hei en. S abilisie ung de „G amma o Schooling“55
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e mi el Ve au hei Ve lässlichkei , auch in Zukun diese P ak iken ollzie-
hen zu können und so handlungs ähig zu sein. Eine solche Handlungs ähigkei
se z als Bedingung abe Ve auen ins Ve au e o aus. Au diesen Zusam-
menhang onVe auen ins Ve au e und Handlungs ähigkei mach Geo g
Simmel in seine Un e suchung zum Geheimnis au me ksam. Eine sei s konzi-
pie e Ve auen „als die kün ige Hypo hese e nün igen Ve hal ens, die si-
che genug is , um p ak isches Handeln da au zu g ünden.“16 Und ande e sei s
heb e he o , dass T adi ionen, Ins i u ionen –also das Ve au e –insbe-
sonde e dann Ve auen in die eigeneHandlungs ähigkei scha , wenn nu
Einzelhei enübe den Handlungszusammenhang bekann sind:
Die T adi ionen und Ins i u ionen, die Mach de ö en lichen Meinung[…]sind so es
und zu e lässig gewo den, daß man ondem and en nu gewisseÄuße lichkei en zu
wissen b auch , um das ü die gemeinsameAk ione o de liche Zu auen zu haben.17
Demnach e möglich Ve auen in Ve au hei en auch dann (hypo he ische)
Handlungsmöglichkei en zu en wickeln, wenn um assendesode de aillie es
Wissen ehl . Wenn also, wie im hie o liegenden Fall,Ansp üche ges ell we -
den, die zwa das Handlungsziel Kompe enzo ien ie ung als ein zu e eichendes
ad essie en, abe die e wende en Beg i e in ih e Bedeu ung age und die ü
die Ziele eichung unk ionalen Handlungen unkla sind und selbs en wo en
we den müssen.
In diesem Sinne konzipie SimmelVe auen als einen dem Glaubenähnli-
chen18 „Zus and zwischen Wissen und Nich -Wissen“19 und olge da aus: „De
öllig Wissende b auch nich zu e auen, de öllig Unwissende kann e -
nün ige weise nich einmal e auen.“20 Fü Ke s in Je gus se z Ve auen also
Ungewisshei als seine „zen ale Komponen e“21 o aus:
Nach Ve auenund dessen E neue ung wi d in k isenha en Si ua ionen e lang , […]
in denen das e mein lich Bes ehende in F age s eh und die Vo läu igkei des Gül igen
zum Vo schein komm .22
16 Geo g Simmel, „Das Geheimnisund die geheime Gesellscha “,in: de s., Soziologie. Un e -
suchungen übe die Fo men de Ve gesellscha ung,Be lin: Duncke &Humblo , 1950/1908,
263.
17 Ebd.,264.
18 Geo g Simmel, Philosophie des Geldes,F ank u a. M.: Suh kamp, 1989/1900, 165; gl. auch
Guido Mölle ing, „The Na u e o T us : F om Geo g Simmel o aTheo y o Expec a ions,
In e p e a ion and Suspension“,in: Sociology 35, 2(2001), 404.
19 Simmel, „Das Geheimnis“,263.
20 Ebd.
21 Ke s in Je gus, „De Ru nach Ve auen. Zum (Un-)Ve häl nis onPoli ik, Inszenie ung und
Pädagogisie ung des Ve auens“,in: Vie eljah ssch i ü wissenscha liche Pädagogik 94, 4
(2018), 559.
22 Je gus, „De Ru nach Ve auen“,553.
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Figu a ion:Leh mi el als S uk u ie ungsmomen on Un e ich
Die e s e Figu a ionkonzipie Leh we ke als un e ich slei endes40 „S uk u-
ie ungsmi el“41.Sie ha ih e Geschich e im Schul eld42 und ungie in de
Deba e als Ve sp echen de Implemen ie ung des neuen Leh plans im Un e -
ich :
Gene ell is die S uk u ie ungsleis ung de Leh mi el uns i ig und die Nu zung
diese Leis ung selbs e s ändlich. Es sind die Leh mi el, die den Un e ich übe -
sich lich hal en, die Komplexi ä […] eduzie en, das zei liche Nacheinande es legen,
die inhal lichen S a ionendes Le nens he s ellensowie die S uk u onAu gaben und
Leis ungen bes immen. Jede Leh e und jede Leh e in se z o aus, dass […]Un e -
ich nich jeneu k eie we den muss. Ohne die S uk u ie ungsleis ung onLeh -
mi eln könn e Schule kaum s a inden. Die p ak ische Bedeu ung de Leh mi el is
auch du ch die wachsende Einsich au gewe e wo den,dass die heu igen Leh pläne
nich das GeschehenimKlassenzimme bes immen […]. Es is dahe wei aus sinn-
olle , au die S uk u ie ung des Un e ich s du ch Leh mi el zu e auen […].43
Die I e a ion de Figu a ion „Leh mi el als S uk u ie ungsmomen onUn-
e ich “zeig sich an Leh mi eln zugesch iebenen Eigenscha en wie „übe -
sich lich hal en“,„Komplexi ä (…) eduzie en“,„zei liche Nacheinande es -
legen“,„die inhal lichen S a ionen des Le nenshe s ellen“und „Au gaben und
Leis ungenbes immen“–Eigenscha en also, die Leh mi el allesam als Un-
e ich und un e ich liches Le nen he s ellend, s uk u ie end, s eue nd und
kon ollie end kons ellie en. Diese „S uk u ie ungsleis ung“wi d als o aus-
gese z e Reduk ion onKomplexi ä bewo ben, inso e n „Un e ich nich je neu
k eie we den muss“.Deswegen sei es sinn olle als Leh pe son au Leh mi el
zu e auen. Neben de Zusch eibung onEigenscha en an Leh mi el wi d
noch eine wei e edisku si eOpe a ion ollzogen, mi de Leh mi el als Be-
dingung onUn e ich pos ulie we den: mi „Un e ich neu k eie en“und
„Leh mi eln e auen“we den zwei p o essionelle Handlungsweisen un e -
40 Vgl. Ma co Adamina und Bea Maye , „Auswi kungen de Implemen a ion onBildungs-
s anda ds au die En wicklung onLeh mi eln“,in: Lände be ich Schweiz. Implemen a ion
onBildungss anda ds au Leh planen wicklung, Leh mi elen wicklung, Un e ich sges al-
ung und Leh e innen- und Leh e bildung,Be n: EDK, 2011, 25–38; Anni Hei zmann und
Alois Niggli, „Leh mi el –ih e Bedeu ung ü Bildungsp ozesseund die Leh e bildung“,in:
Bei äge zu Leh e innen- und Leh e bildung 28, 1(2010), 6–19.
41 E aMa hes und Syl ia Schü ze, „Einlei ung“,in: dies. (Hg.), Schulbüche au dem P ü s and,
Bad Heilb unn: Klinkha d , 2016, 9–18, 9.
42 Vgl. ebd.; Jö g Doll und Anna Reh inge , „His o ische Fo schungss änge de Schulbuch-
o schung und ak uelle Beispiele empi ische Schulbuchwi kungs o schung“,in: Niehaus e
al. (Hg.), Schulbüche im Fokus,Müns e : Waxmann,2012, 19–42.
43 Jü gen Oelke s, „Bildungss anda ds und de en Wi kung au die Leh mi el“,in: Bei äge zu
Leh e bildung 28, 1(2010), 34.
Ve auen in Ve au hei en. S abilisie ung de „G amma o Schooling“63
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schieden und gegensä zlich konno ie : Mi dem Ausd uck „Leh mi eln e -
auen“sind alle zugesch iebenen Eigenscha en wie auch die Einschä zung,dass
ohne Leh mi el „Schule kaum s a inden“könne, e knüp . Hingegen is
„Un e ich neu k eie en“nu mi einem „nich müssen“konno ie , das als
allgemeingül ig o ausgese z e Einschä zung onLeh pe sonen pos ulie wi d.
Mi de Un e scheidung zu „Leh mi eln e auen“we den jenem „Un e ich
neu k eie en“implizi 44 noch gegen eilige Eigenscha en wie „unübe sich lich“
und „hohe Komplexi ä “a es ie und es wi d als Ve an wo ung onLeh -
pe sonen pos ulie . Hinsich lich ih e „Wi ksamkei “ ü die He s ellung on
Un e ich sind die beiden un e schiedenen p o essionellen Handlungen ge-
gensä zlichma kie und gewe e : die Negie ung „nich müssen“ma kie jenes
„Un e ich neu k eie en“als Ausnahme und we e es so in seine Gel ung ab,
wohingegen „Leh mi el e auen“als „sinn olle“Ve an wo ungsübe agung
au Leh mi el und als allgemein ane kann e Bedingung eines kompe enzo i-
en ie en Un e ich s au gewe e wi d. Die Un e scheidungsp ak ikde un e -
schiedlichkonno ie en p o essionellenHandlungen und ih e gegensä zlichen
Ma kie ung und We ung läss sich in eine di e enziellen Figu o malisie en.
„in Leh mi el e auen“„Un e ich neu k eie en“
„S uk u ie ungsleis ung onLeh mi eln“
„inhal liche S a ionendes Le nens
he s ellen“
„zei liche Nacheinande es legen“
„Au gaben und Leis ungen bes immen“
[S uk u ie ungsleis ung de
Leh pe son]
„Un e ich übe sich lich hal en“[Un e ich is unübe sich lich]
„Komplexi ä eduzie en“[hohe Komplexi ä ]
[müssen] „nich müssen“
„uns i ig“
„Nu zung selbs e s ändlich“
„sinn oll“
[Schule kann s a inden]
[s i ig]
[besonde s]
[p oblema isch]
„Schule kann kaum s a inden“
Abbildung 1: Di e enzielle Figu „in Leh mi el e auen s. Un e ich neu k eie en“
Die Bedeu ungskons uk ion, dass Leh mi el Leh plan o gaben in die Un e -
ich sp axis übe üh en und so Un e ich s uk u ie en, wi d in ande en Äu-
ße ungen auch übe den Ausd uck „heimliche Leh plan“au ge u en.45 Diese
44 Solche im Kon as zu explizi en Zusch eibungen ollzogenen implizi en A ibuie ungen
kons i uie en gegensä zlicheEigenscha s elde zu den un e schiedenen Beg i en.Inden
Abbildungen sind explizi e Zusch eibungen mi An üh ungss ichen, implizi e mi eckigen
Klamme n kenn lich gemach .
45 Vgl. Anni Hei zmann und Alois Niggli, „Leh mi el –ih e Bedeu ung ü Bildungsp ozesse
und die Leh e bildung“,in: Bei ägezu Leh e bildung 28, 1(2010), 14; ebenso U sula Schae ,
„Sou ce books a he han cou se books –Die Bildungs e o m im F emdsp achenun e ich
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Me apho ik is sei den 1970e Jah en bekann im schulischen Disku s.46 Mi ih
we den Leh mi elals Ins umen e eines sub ilen, linea en S eue ungsmodells
„Leh plan –Leh mi el –Un e ich “ge ass , welches s a de Leh pe son das
Leh buch als Füh ungsins anz des Un e ich s au o isie .47 Jene „S uk u ie-
ungs unk ion“ onLeh mi eln implizie also eine Ve an wo ungsübe a-
gung au Leh mi el, die ih e Ve auenswü digkei o üh und mi eine de-
au o isie enden En las ung onLeh pe sonen einhe geh .
Figu a ion:Leh mi el als T anspo eu on Inno a ionen
Dami die adie e Figu a ion „Leh mi el als S uk u ie ungsmi el on Un-
e ich “ih e Ve auenswü digkei und Gül igkei o dem Hin e g und eines
neuen Leh plans mi Re o mansp uch glaubha machen kann, we den spezi i-
sche An o de ungen an Leh mi el ges ell , die die Inno a ionsk a neue
Leh mi el pos ulie en.48 P ominen sind dabei die onde in e kan onalen
Leh mi elzen ale ilz au ges ell en „G undsä ze de Kompe enzo ien ie ung in
Leh mi eln“49,die Vo ausse zungen ü die Benennung und Gel ung als kom-
pe enzo ien ie es Leh mi el o mulie enund als „O ien ie ungshil en und
P ü k i e ien“50 ungie en. Sie sind ein o izielle Beleg de Ve auenswü dig-
kei , wenn den ges ell en „Ansp üche[n] an Leh - und Le nma e ialien ü einen
kompe enzo ien ie en Un e ich “51 en sp ochenwi d. Bei neuen Leh mi eln
und die neue Rolle ü die Leh mi el“,in: Bei äge zu Leh e bildung 25, 2(2007), 256, 264;
Wiebke Oppe mann, „Wasbedeu e de Leh plan 21 ü die Leh mi elen wicklung?“,in:
Denkne z Jah buch,2018, 66–73, h p://www.denkne z.ch/wp-con en /uploads/2019/03/11_
Leh plan_21_ ue _die_Leh mi elen wicklung.pd , zule z gep ü am17. No embe 2020;
Mi jam Egli Cuena , Giuseppe Manno und Ch is ine Le Pape Racine, „Leh pläneund Leh -
mi elimDiens e de Kohä enz im F emdsp achencu iculumde Volksschule“,in: Bei äge
zu Leh e bildung 28, 1(2010), 113 .
46 Vgl. Jü gen Zinnecke , De heimliche Leh plan,Weinheim: Bel z, 1975.
47 Heinze, „His o ische Schulbuch- und Inno a ions o schung“,21.
48 Vgl. Ka in Böls e li Ba dy, Ma kus Rehm und Ma kus Wilhelm, „Die Bedeu ung on
Schulbüche n im kompe enzo ien ie en Un e ich –am Beispiel des Na u wissenscha s-
un e ich s“,in: Bei ägezu Leh e bildung 28, 1(2010),143; Oppe mann, „Wasbedeu e de
Leh plan 21 ü die Leh mi elen wicklung?“;Egli Cuena , Manno und Le Pape Racine,
„Leh pläne und Leh mi el im Diens e de Kohä enz“,112, 121.
49 In e kan onale Leh mi elzen ale ilz, Kompe enzo ien ie ung in Leh mi eln,2010, h ps://
www.ilz.ch/wp-con en /uploads/2020/06/2012_kompe enzo ien ie ung.pd , zule z gep ü
am 18. No embe 2020, 4.
50 Ebd.
51 Ebd.; gl. auch Adamina und Maye , „Auswi kungen de Implemen a ion onBildungs-
s anda ds“;Jü gen Oelke s e al., Expe ise: Quali ä en wickeln –S anda ds siche n –mi
Di e enzumgehen,Be lin: Bundesminis e ium ü Bildung und Fo schung, 2008.
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we den die K i e ien iel ach als e üll beu eil ,52 wasih e Ve auenswü digkei
bes ä ig . Als zen ale Beleg da ü wi d die „Übe eins immung“de Leh mi el
mi den im Leh plan de inie en Kompe enzen ange üh :
In eine onde In e kan onalen Leh mi elzen ale (ilz) in Au ag gegebenen Analyse
wi d au gezeig ,dass […]inden ak uellen Leh mi elneine hohe Übe eins immung mi
de im Leh plan21angeleg en Kompe enzo ien ie ung e eich wi d.53
Mi els de hie pos ulie en Passung onLeh plan o gaben mi den Inhal en
neue Leh mi el we den sie selbs als Umse zung onKompe enzo ien ie ung
gesehen und dami zu einem Ve sp echen, auch Un e ich in Rich ung de om
Leh plan ge o de en Kompe enzo ien ie ung zu e ände n. Dami auch die
Leh mi eln zugesch iebene S uk u ie ungs unk ion in eine abgeände en Fi-
gu a ion wiede au . Sie en wi Leh mi el nich nu als wi ksames Ins umen
bei de Umse zung des Leh plans, sonde n ü ein e ände es kompe enzo i-
en ie es, inno a i es Leh en und Le nengene ell: Leh mi el sind „T anspo -
mi el onEn wicklung und Inno a ion“54 –„Leh mi el [ agen] neue Konzep e
ins Klassenzimme “55 –Leh mi el „dienen dazu […]Inno a ionenzu ans-
po ie en“56.Solche und ähnliche Aussagen we den iel ach a ikulie . Sie
konzipie enLeh mi el übe Ausd ücke wie „ agen“und „ anspo ie en“,die
eine Bewegung eine Ladung onAnach Bmodellie en, als zen ales Ve mi -
lungsins umen de Inno a ionen ins Klassenzimme . Du ch die Bedeu ungs-
übe agung we den Leh mi el zu Behäl nissen, die mi neuen Konzep en und
Inno a ion ge üll sind und die übe die Nu zung onLeh mi eln in den Un-
e ich gelangen. Dami wi d ein Bild au ge u en, das sugge ie , dass die In-
no a ion de Kompe enzo ien ie ung allein mi hil e onLeh mi eln im Un-
e ich implemen ie wi d. Diese Figu a ion, die neuen Leh mi eln eine zen-
52 Vgl. Adamina, „Leh - und Le nma e ialien im kompe enzo ien ie en Un e ich “,367;
Oppe mann, „Wasbedeu e de Leh plan 21 ü die Leh mi elen wicklung?“;Oelke s,
„Bildungss anda ds“,34.
53 Adamina und Maye , „Auswi kungen de Implemen a ion onBildungss anda ds“.
54 Nelly Hee , „Inno a ion –T adi ion –P axis auglichkei : Leh mi elkonzep ionen und ih e
G enzen“,in: Babylonia 1(2012), 8–12, 8.
55 Ebd.
56 Adamina, „Leh -und Le nma e ialien im kompe enzo ien ie en Un e ich “,362; gl.
auchAdamina undMaye , „Auswi kungen de Implemen a ion onBildungss anda ds“;
Böls e li Ba dy, Rehm undWilhelm, „DieBedeu ung on Schulbüche n“;Adamina, „Leh -
undLe nma e ialien im kompe enzo ien ie enUn e ich “.
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ale We igkei bezüglich de Du chse zung g undlegende Ve ände ungen im
Schul eld zusp ich , wi d beispielsweise hie i e ie : Es
we den gu e Leh we ke dazu bei agen können,den Pa adigmenwechsel zu ollziehen.
[…]neue Leh we ke [können] du chaus als „agen o change“(Hu chinson &To es,
1994), als Hil smi el ü den Vollzug de Bildungs e o meingese z we den.57
Diese Äuße ung e knüp „neue Leh we ke“übe ein „we den“mi eine Zu-
kun spe spek i e, in de sie übe die Benennung als „Hil smi el“eine die
Leh pe son un e s ü zende Rolle bei de Umse zung eines kompe enzo ien-
ie en Un e ich s zugesp ochen bekommen,wohingegen die i e ie e A ibu-
ie ung „agen o change“neue Leh mi el soga als zen ale Handlungs äge des
„Pa adigmenwechsel“konzipie . Fü dieses Ve sp echen wi d eine bekann e,
abe e ände e Figu a ion onLeh mi eln als T anspo eu onInno a ionen
i e ie ,58 die Leh mi el als „bedeu sam“59 ü eine um assende E neue ung on
Schule und Un e ich in Aussich s ell und sie dadu ch au o isie und als
e auenswü dig inszenie . Diese Bedeu ungskons uk ion zu Leh mi eln
wi d nach ollziehba , wenn man die Äuße ung in eine na a i eFigu 60 ( gl.
Abbildung 2) o malisie .
In diese is de Kompe enzo ien ie ung ein o de nde Leh plan 21 de im-
plizi genann e Au aggebe (O donan ). Explizi o mulie sind mi dem zu
ollziehenden Pa adigmenwechsel die das Handlungsziel anzeigende Objek -
posi ion sowie die Posi ion des handlungsun e s ü zenden Adju an en, die mi
den als Hil smi el benann en neuen Leh we ken bese z is . In e essan sind
abe o allem die lee gelassenen Ak an enposi ionen: Es wi d kein Hand-
lungssubjek benann , auch ein Handlungs e hinde nde , ein die Ve auens-
wü digkei des Adju an en einsch änkende Opponen auch in den Äuße-
ungen nich au und auch P o i eu e des Pa adigmenwechsels (Bene izian en)
we den keine genann .Die Umse zung se z also allein au die Handlungsmach
desAdju an en „neueLeh mi el“.Alle dings o de n solche Lee s ellenzwangs-
57 Schae , „Sou ce books a he han cou se books“,264.
58 Heinze, „His o ische Schulbuch- und Inno a ions o schung“,42; Alexand a To e e al.,
„Schulbuch und Inno a ion?Die Ein üh ung eines neuen Leh mi els als (kein) Anlass zum
Inno a ions ans e “,in: Die deu sche Schule 111, 3(2019), 294–309, 297 .
59 Böls e li Ba dy, Rehm und Wilhelm, „Die Bedeu ung onSchulbüche n“,140.
60 Na a i eFigu en gehen au die na a i e Semio ik Algi das Julien G eimas zu ück, mi de
sich Äuße ungen da au hin analysie en lassen, welche Ak eu e bei de Realisie ungeine
Handlung als be eilig e Ak an en au ges ell sind und welche Posi ionund Funk ion sie in
Rela ion zu ande en Ak an en einnehmen: Ein na a i es Subjek wi d oneinem Au ag-
gebe (O donan en) beau ag , ein Begeh en (Objek ) wie z.B. einen Handlungs ollzug ode
das E eichen eines Ziels u.ä. auszubilden,was du ch einen Hel e (Adju an en) un e s ü z
und oneinem Opponen en e schwe wi d und du ch die Posi ion des Nu znieße s (Be-
ne izan en) (de-)legi imie wi d. Vgl. Maie Reinha d,Ry e K ebs und W ana, Lesa en im
P o essionalisie ungsp ozess,2012, 90–92.
Ve auen in Ve au hei en. S abilisie ung de „G amma o Schooling“67
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läu ig ih e Füllung he aus:Cha ak e is isch ü dieses Ve auens e häl nis is ,
dass die ge o de e Re o mie ung des Un e ich s nu dann e olg eich is , wenn
die neuen Leh mi el auch genu z we den –also eine Leh pe son in die Sub-
jek posi iongese z wi d, die neue Leh mi el als Füh ungsins anz des Un e -
ich s au o isie und so übe die e au e P ak ik „nach Leh buch un e ich en“
den Pa adigmenwechsel ealisie und zusammen mi den Schüle n und Schü-
le innen zu Nu znieße n onneuen Leh mi eln a ancie .
Das e s e Ve auens e häl nis basie also au Konzep ionen neue Leh -
we ke als Mi el de Un e ich s üh ung und de -e neue ung,die in ielen
Äuße ungen de Deba e mi els Me aphe n, Di e enzie ungen und Konno a-
ionen i e ie we den, die neuen Leh we ken die Ve an wo ung ü die He -
s ellung onUn e ich übe agen und sie so gegenübe de Expe ise de
Leh pe son au o isie en. Vo allem abe sp echen die Aussich au Umse zba -
kei de neuen An o de ung „Kompe enzo ien ie ung“und die We ungen, wie
„selbs e s ändlich“,„uns i ig“,„sinn oll“,Leh mi el als e au e, unhin e -
gehba e schulische No mali ä gül ig. Zugleich o de die Da s ellung on
Ve auenswü digkei ein Un e ich ennach Leh mi eln –wie Simmel o mu-
lie –als Hypo hese angemessenen p o essionellen Leh e handelns ein. Dami
wi d zugleich Ve auen in Leh mi el als p o essionelles Ve häl nis zu Leh -
mi eln ad essie : eine sei s als E wa ung, die inszenie e Ve auenswü digkei
onLeh mi eln anzue kennen und ande e sei s, in die e au e, als No mali ä
pos ulie e Vo s ellung zu e auen, dass Schule und Un e ich (wei e hin) am
bes en mi hil e onLeh mi eln unk ionie en.
Adju an
„neue Leh we ke als
Hil smi el“
Subjek
[unbese z ]
Bene izian
[unbese z ]
O donan
[Leh plan 21]
Opponen
Objek
„Pa adigmenwechsel
ollziehen“
„Bildungs e o m ollziehen“
[Kompe enzo ien ie ung
umse zen]
[unbese z ]
Abbildung 2: Na a i eFigu „Leh mi el als ‚agen o change‘“
Ka ha ina Scha l68
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Zwei es Ve auens e häl nis:Zwei el an de Ve auenswü digkei on
Leh mi eln
Es gib in de Deba e zum Leh plan 21 auch P oblema isie ungen, die an de
Inno a ionsk a neue Leh mi el und somi an ih e Ve auenswü digkei
zwei eln. Es inde ein d ei ache B uch in de Da s ellung onVe auenswü -
digkei gegenübe Leh mi eln und de Figu „Leh mi el als T anspo eu on
Inno a ionen“s a .Diese d ei ache Deau o isie ung de Figu a ion „Leh mi el
als T anspo eu onInno a ion“ i in de E zählung zu Umse zung eines
kompe enzo ien ie en Un e ich sinFo m ond ei Opponen en de Wi k-
samkei und somi de Ve auenswü digkei onLeh mi eln au .
E s ens wi d Leh mi eln abgesp ochen, die P og amma ik de indi iduellen
Fö de ung zu bedienen:
Viele de heu e geb äuchlichen Leh mi el genügen den An o de ungen an einen in-
di idualisie endenUn e ich […]nich […], sodassdie Leh k ä e au sich selbs und
ih endidak ischen E indungs eich um angewiesen sind.61
Indi iduelleFö de ung wi d in diese Äuße unginDi e enz zu mi Kompe enz
konno ie en Leh mi eln gese z . Hinsich lich de Konno a ion onLeh mi eln
und Kompe enz is „indi iduelle Fö de ung“also eine Lee s elle, die Leh pe -
sonen nich meh mi Ve auen in Leh büche ilgen können, sonde nmi ih em
„didak ischen E indungs eich um“aus üllen müssen. Mi dem Ansp uch au
indi iduelle Fö de ung auch in de E zählung zu Umse zung eines kompe-
enzo ien ie en Un e ich s ein e s e Opponen au , de die Wi ksamkei des
neuen Leh buchs (Adju an ) ilg und mi „E indungs eich um“eine onde
Leh pe son zu leis ende Kompensa ionein o de . Neue eLeh mi el we den so
nich als En - sonde n als Belas ung ü Leh pe sonen und dami als nich e -
auenswü dig kons ellie .
Zu Miss auen komm es zwei ens du ch die Zusch eibung, dass Leh mi el
die Leh pe son in ih en Handlungsop ionen und somi in ih emdidak ischen
E indungs eich um de e minie en: „Leh mi el liessen den Leh pe sonen keine
F eihei . Ge ade de Leh plan 21 gebe eine S uk u ie ung o , welche die Indi-
iduali ä de Leh pe sonen einsch änke.“62 Zwa wi d diese K i ik an neuen
Leh mi eln nu dis anzie end zi ie . Nich sdes o o z üg dieses dis anzie-
ende Sp echen de Na a ion mi de onLeh mi eln o gegebenen „S uk u-
ie ung“einen wei e en Opponen en hinzu: Leh mi el e scheinen nich meh als
Adju an en de Leh pe son bei de Umse zung de neuen An o de ung, sonde n
als ein die didak ische „F eihei “und „didak ischen E indungs eich um“de
61 Oelke s, „Bildungss anda ds“,38.
62 Oppe mann, „Wasbedeu e de Leh plan 21 ü die Leh mi elen wicklung?“,70.
Ve auen in Ve au hei en. S abilisie ung de „G amma o Schooling“69
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Leh pe son deau o isie ende Wide sache . Auch diese E zählung alsi izie die
Figu a ion „Leh mi el als T anspo eu onInno a ion“und inszenie neue
Leh mi el als nich e auenswü dig.
De d i e K i ikpunk be i einen schon in ande en Deba en genann en
Sach e hal , welche in de Na a ion als d i e Opponen au i : Es is die
un e lek ie e Nu zung onLeh büche n im Un e ich und die mi ih einhe -
gehende uneingesch änk e Au o isie ung und blinde Ane kennungde Ve -
auenswü digkei neue Leh mi el du ch Leh pe sonen.Mi diese K i ik wi d
sich –im Gegensa z zum e s en Ve auens e häl nis und de da in i e ie en
di e enziellen Figu –nich gegen, sonde n ü das eigene E s ellen onUn-
e ich und die Nu zung des didak ischen E indungs eich ums als p o essio-
nelles Handeln plädie . Denn ein Schulbuchkann
auch indi iduellen k ea i en Un e ich behinde n, indem Leh e au die ihnen om
Leh plan zugesp ochene Au onomie bei de Ano dnung de Themen wei gehend e -
zich en und sich eng an die im Leh buch o gegebenen[Themen] hal en.63
Dass sich Leh pe sonen so „eng“an das „Vo gegebene hal en“,„au Au onomie
e zich en“und so ih e eigene E ah ung und Expe ise deau o isie en, wi d
nich den einsch änkenden E ek en des Leh mi els,sonde n dem uneinge-
sch änk en Ve auen onLeh pe sonen ins Ve au e angelas e –und das,
„obwohl […]Leh mi el […]den Leh pe sonen in jedem Falle genügend
Spiel aum“64 lassen. Mi de Zusch eibung on „genügend Spiel aum“wi d de
Na a ion zu Umse zung onKompe enzo ien ie ung neben einem d i en
Opponen en auch ein d i e Adju an hinzuge üg , de die onLeh mi eln
ausgehende De e minie ung au heb . Alle dings könn e ge ade diese didak ische
O enhei kompe enzo ien ie e Leh mi el das blinde Ve auen onLeh pe -
sonen in Leh mi el he aus o de n, inso e n Ve auengemäß Simmel ja ge ade
Adju an
1 „neue Leh we ke als Hil smi el“
2 „didak ische E indungs eich um“
3 „genügend Spiel aum“
Subjek
„Leh e “
Bene izian
[unbese z ]
O donan
[Leh plan 21]
Opponen
1 „indi iduelle Fö de ung“
2 „ o gegebene S uk u ie ung“
3 [Blindes Ve auen in Leh mi el]
Objek
„Pa adigmenwechsel“bzw.
„Bildungs e o m ollziehen“
[Kompe enzo ien ie ung
umse zen]
Abbildung 3: Na a i eFigu „Leh mi el als Hinde nis ü Pa adigmenwechsel“
63 Ch is ian Si e, „Das GW-Schulbuch“,in: Wol gang Si e und Helmu Wohlschlägl (Hg.):
Bei äge zu Didak ik des „Geog aphie u. Wi scha skunde“-Un e ich s. Bd. 16, Wien: In-
s i u ü Geog aphie de Uni e si ä Wien, 2001, 447–472, 448.
64 Ilz, Kompe enzo ien ie ung in Leh mi eln,4.
Ka ha ina Scha l70
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dann einse z , wenn es Ungewisshei en, Lee s ellen und Wissenslücken gib , die
mi Ve auen in e au e No mali ä en und Au o i ä en –wie hie in Leh -
mi el –ge üll we den.
Mi den d ei in den P oblema isie ungen en wo enen,die Wi ksamkei on
Leh mi eln einsch änkenden Opponen en is den beiden Figu a ionen, welche
Leh mi el als S uk u ie ungs- und E neue ungsmomen on Un e ich
kons ellie en, ih e Ve auenswü digkei und Gül igkei en zogen.
D i es Ve auens e häl nis:Ve auen in dieLeh e bildung und in die Expe ise
on Leh pe sonen
Als Lösung des d ei achen Ve lus es de Ve auenswü digkei onLeh mi eln
wi d meh ach die „Aus- und Wei e bildung“de Leh e innenund Leh e
kons ellie . Ih wi d zuge au , die Leh pe sonen mi els „ e ie e Auseinan-
de se zung“mi Leh mi eln da in zu „un e s ü zen“,einen kompe enzo ien-
ie en Un e ich he zus ellen:
Au einenkompe enzo ien ie en Un e ich ausge ich e e […]Leh - und Le nma e-
ialien e langenhinsich lich de Ve wendungund des Einsa zes im Un e ich on den
Leh pe sonen eine e ie e Auseinande se zung mi inhal lichen, konzep ionellen und
me hodischen F agen. […]Umdie Leh pe sonen bei de Realisie ungih e an-
sp uchs ollen und eilweise neuen Au gaben zu un e s ü zen, müssen F agen zu
Auswahl und insbesonde e zum Einsa z onLeh - und Le nma e ialienimUn e ich
in de Aus- und Wei e bildungs ä ke als bishe au genommen we den.65
Es sind die au einen „kompe enzo ien ie en Un e ich ausge ich e en Leh -
ma e ialien“und die mi ihnen e knüp en „ansp uchs ollen und eilweise
neuen Au gaben“,die ü den Einsa z neue Leh mi el im Un e ich eine solche
Quali izie ung de Leh pe sonen „ e langen“.66 Mi diese Zusch eibung, Leh -
mi el selbs wü den eine neue Expe ise onLeh pe sonen ein o de n, e -
scha sich die Leh e bildung eine eigene Au gabe in de ge o de en Imple-
men ie ung jene omLeh plan ad essie en „Kompe enzo ien ie ung“:Sie ha
Ve auen in die Ausbildung onLeh pe sonen zu „Bewuss hei “und „Re lek-
ie hei “bezüglich de eingese z en Leh mi el auszubilden,umde en p o es-
sionelle, „ e lek ie e Ve wendung“zu gewäh leis en:
In de Leh e bildung dü e es […] o allem da umgehen, kün ige Leh pe sonen
dahingehend zu quali izie en, o handeneLeh mi el e lek ie zu e wenden. […]
65 Vgl. Adamina, „Leh - und Le nma e ialien im kompe enzo ien ie en Un e ich “,368.
66 Vgl. ebd.,369 .; ebenso:Oelke s e al., Expe ise;Schae , „Sou ce books a he han cou se
books“,264 .
Ve auen in Ve au hei en. S abilisie ung de „G amma o Schooling“71
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Vo ausse zung da ü is eine Bewuss hei de allgemeinen und achdidak ischen
Funk ionen de im Fach e wende en Leh mi el.67
In beiden P oblema isie ungen wi d nun eine d i e Figu a ion, und zwa die
eine p o essionellen Leh mi elnu zung, au ge u en und mi els eine na a i-
enFigu i e ie : Es is die Leh e bildung (O donan ), die eine e lek ie e
Leh buchnu zung (Objek ) als p o essionelles Handeln ein o de und da ü –
s a neuen Leh mi eln –die Bewuss hei , Re lek ie hei und Expe ise de
Leh pe son als Adju an en kons ellie , welche du ch blindes Ve auen (Op-
ponen ) unwi ksamgemach we den. Folglich we den e lek ie agie ende
Leh pe sonen als Füh ungsins anz des Un e ich s au o isie und als Bene izi-
an en posi ionie .
Diese in de Deba e meh ach o geb ach e Konzep ion p o essionellen Han-
delns sch änk die Gül igkei und dami auch die Ve auenswü digkei beide
Figu a ionen omLeh buch als S uk u ie ungsmomen und als T äge on
Inno a ionenein und s ell blindes Ve auen in Leh mi elals unp o essionelle
Hal ung onLeh pe sonen he aus. Als e auenswü dig we den die Leh e bil-
dung sowie geschul e und e lek ie agie ende Leh pe sonen inszenie , die
Leh mi eln so eine ziel üh endeFunk ion zu ückgeben. Mi diese Figu a ion
p o essionellen Handelnsals e lek ie e Leh buchnu zung geh also ein e än-
de es Ve auens e häl nis einhe , dasLeh pe sonen eine e an wo ungs olle
Rolle bei de Planung,Du ch üh ung und S eue ung eines inno a i en, kom-
pe enzo ien ie en Un e ich s zu ückgib –und zwa a bei s eilig mi neuen
Leh mi eln.
67 Hei zmann und Niggli, „Leh mi el –ih e Bedeu ung ü Bildungsp ozesse“,15.
Adju an
1 „Bewuss hei “
2 „Re lek ie hei “
3 [Expe ise] „Funk ion Leh mi el“
Subjek
„Leh pe sonen“
Bene izian
„Leh pe sonen“
O donan
„Leh e bildung“
Opponen
[blindes Ve auen
in Leh mi el]
Objek
„Leh mi el e lek ie
e wenden“
Abbildung 4: Na a i eFigu „ e lek ie e Leh buchnu zung“
Ka ha ina Scha l72
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F anziska Rehlinghaus
Ve auensspiele in de be ieblichen Wei e bildung de 1960e
und 1970e Jah e
Einlei ung
In de Geschich e be iebliche Wei e bildung im 20. Jah hunde wu de dem
Konzep des „Ve auens“in iele leiHinsich eine bedeu same Rolle zuge-
sp ochen. Be iebliche Pe sonalexpe innen und -expe en1sahen in de Wei-
e bildung, die sich de Quali izie ung und Op imie ung de Kompe enzen und
des Ve hal ens onBeschä ig en annahm, iel ach das passende Ins umen , um
ein „ e auens olles Zusammena bei en“im Be ieb zu e möglichen.2Neue e
Un e suchungen zum Wandel be iebliche Sozialbeziehungen haben he aus-
gea bei e , dass be iebswi scha licheDisku se sei den 1920e Jah en um
das ech e Ve häl nis zwischen Disziplinie ung und Kon olle eine sei s und
Ve auen ande e sei s k eis en, ohne, dass sich eine eindeu ige Tendenz zu-
guns en e auensbildende Maßnahmen im 20. Jah hunde ausmachen ließe.3
Be iebsgemeinscha s o s ellungen de Zwischenk iegszei und Füh e -und-
Ge olgscha s-Konzep e im Na ionalsozialismus4se z en au Ve auen als no -
wendige Bedingung onP oduk i i ä ,weil es den Ein luss de Gewe kscha en
1ImFolgenden wi d eine gende sensible Sch eibweise du ch neu ale Fo men und Doppel-
nennungen imme dann e wende , wenn in de Da s ellungode in den Quellen Menschen
un e schiedlichenGeschlech s gemein sind. Wenn ausschließlich Männe hema isie we -
den, wenn aus den his o ischen Quellen nich eindeu ig he o geh , ob neben Männe n auch
F auen ode Menschen ande en Geschlech s gemein sind, ode wenn es sich um es s ehende
Beg i lichkei en de jeweiligen Zei handel , wi d das ü das 20. Jah hunde übliche gene-
ische Maskulinum de Quellensp ache e wende . Wenn geschlech sneu ale Ak eu e und
Ins i u ionen (e wa „Anbie e “,„O ganisa o en“)gemein sind, wi d eben alls das gene ische
Maskulinum e wende .
2Guido Fische , „De Mensch im Be ieb und in de Gesellscha “,in: Pe sonal 26 (1974), 4–8,
hie : 5.
3Dazu insbesonde e: Ru h Rosenbe ge , Expe en ü Humankapi al: Die En deckung des
Pe sonalmanagemen sinde Bundes epublik Deu schland,München: Oldenbou g, 2008;
Ka s en Uhl, Humane Ra ionalisie ung?: Die Raumo dnung de Fab ik im o dis ischen
Jah hunde ,Biele eld: ansc ip , 2014.
4„Gese z zu O dnung de na ionalen A bei “,in: Reichsgese zbla 7(1934),45–56, hie : 45.
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zu ückzud ängen, „Be iebs ieden“he zus ellen und Minde leis ungen zu
e meiden e sp ach.5Auch in de Bundes epublik wu de Ve auen im Kon ex
neue Menschen üh ungskonzep ed
isku ie und zum Schlüssel ü die öko-
nomische Leis ungs ähigkei onUn e nehmen e nann .6In all diesen Fällen
wu de Ve auen als eine men ale Disposi ionde inie ,de en E oka ion und
Ve b ei ung am A bei spla z du chbes imm e Me hoden e le nba e schien.7
Wäh end die Thema isie ung onVe auen als ökonomische Ressou ce auch
in de ak uellenManagemen -Li e a u einen p ominen en Pla z einnimm und
ga oneinem „Ve auensmanagemen “die Rede is , ü dasWei e bildung
eines de en scheidenden Ins umen e zu sein schein ,8is den sich wandelnden
Ve auensbeziehungen im Wei e bildungsp ozess selbs aus analy ische Pe -
spek i ebislang wenig Beach ung geschenk wo den. Dabei is Ve auen auch
no wendig, um Bildung übe haup e olg eich e zielen zu können. Zwischen den
Ebenen seine Wi ksamkei soll e man aus heu is ischen G ündenso g äl ig
di e enzie en. Au eine ins i u ionellen Ebene muss die Un e nehmens üh ung
Ve auen in die Vo s ellung en wickeln, dass de Au bau eines eigenen Bil-
dungsp og amms dazu geeigne is , ak uelle und zukün ige He aus o de ungen
zu bewäl igen. Das abe wa keineswegs imme selbs e s ändlich. Das Ve auen
in das Ins umen de Bildung wa abhängig onpoli ischen Ve häl nissenund
Wi scha slagen, onVe suchen ih e Plausibilisie ung, abe auch ondisku -
si en Aushandlungen inne halb de Be iebe. Es muss ezudem un e ü e
5Heid un Hombu g, „The ‚HumanFac o ‘and he Limi s o Ra ionaliza ion: Pe sonnel Ma-
nagemen S a egies and he Ra ionaliza ion Mo emen in Ge man Indus y be ween he
Wa s“,in: S e en Tolliday (Hg.), The Powe o Manage?: Employe s and Indus ial Rela ions in
Compa a i e-His o ical Pe spec i e,London: Rou ledge, 2010, 147–175; Helmu h T ischle ,
„Füh e ideal und die Fo mie ung aschis ische Bewegungen: Indus ielle Vo gese z en-
schulung in den USA, G ossb i annien,de Schweiz, Deu schlandund Ös e eich im Ve -
gleich“,in: His o ischeZei sch i 251, 1(1990), 45–88.
6Einen Fo schungsübe blickbie e : Ka s en Uhl, „De Fak o Mensch und das Managemen :
Füh ungss ile und Mach beziehungen im indus iellen Be ieb des 20. Jah hunde s“,in: Neue
poli ische Li e a u 55, 2(2010), 233–254.
7Sabine Donaue , Emo ions a Wo k –Wo kingonEmo ions: TheP oduc ion o Economic
Sel es in Twen ie h-Cen u y Ge many,Diss.,Be lin, 2013,h ps:// e ubium. u-be lin.de/bi
s eam/handle/ ub188/330/Disse a ion_Sabine_Donaue .pd ?sequence=1&isAllowed=y,
zule z gep ü am1.Juli 2022.
8Un e ielen ande en: Ral A. B ickau und Ch is ianS äd e (Hg.), Ve auensmanagemen in
Un e nehmen: Eine heo e ische und empi ische Nu zenanalyse un e besonde e Be ücksich-
igung de Wechselwi kung onMi a bei e - und Kundenloyali ä ,Müns e : Monsens ein und
Vanne da , 2011;Man ed Fuchs, Sozialkapi al, Ve auen und Wissens ans e in Un e neh-
men,Wiesbaden: Deu sche Uni e si ä s-Ve lag, 2006; Gün he Seebe , „Le nende Mi a bei e
b auchen Ve auen“,in: Di k Saue land, Sabine Boe ne und Gün he Seebe (Hg.), Sozial-
kapi al als Vo ausse zung onLe nen und Inno a ion,Lah : AKAD,2003, 44–64; Jö g E.
Allgäue , Ve auensmanagemen : Kon olle is gu , Ve auen is besse : Ein Plädoye ü
Ve auensmanagemen als zen ale Au gabe in eg ie e Un e nehmenskommunika ion on
Diens leis ungsun e nehmen,München: b ain sc ip , 2009.
F anziska Rehlinghaus80
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we den du ch Ve auen in das Leh pe sonal ode die Ins i u e,die die Ve an-
s al ungen du ch üh en soll en, und du ch Ve auen in die Le n ähigkei und
-willigkei de Belegscha , die du chaus un e schiedlicheingeschä z wu den.9
Fü die Be ei scha de Beschä ig en wa wiede umde en Ve auen in die
Absich ende Un e nehmens üh ung und ih e Vo gese z en e o de lich,
genau wie in die Kompe enz und Redlichkei de Leh enden.Inde be ieblichen
Wei e bildung e komplizie ensich also die Ve auens- und Miss auens e -
häl nisse, die in den sozialen Beziehungen im Be ieb übe haup he sch en ode
ü sie a isie wu den, wobei sich hie in zei genössische Deba en übe die Ziele
und Möglichkei en gu e Bildung ü E wachsene, übe die Aussagek a on
Humankapi al heo ien, übe die An o de ungen und Chancen „lebenslangen
Le nens“ode auch übe die Mi bes immung de Beschä ig en wide spiegel en.
De hie bei e handel e Ve auensbeg i besch ieb dabei keine o ausse -
zungslose in e pe sonale Beziehung, bei de die Ve siche ung, e auenswü dig
zu sein, aus eich e, um das subjek i eGe ühl wohlwollendenVe auens beim
Gegenübe auszulösen.10 S a dessen wu de Ve auen als dasP oduk eine
kogni i en E wa ung behandel ,die au o he gemach en E ah ungen ba-
sie e.11 Es wa abhängig onde Kalkula ion des Risikos, dass dieses Ve auen
en äusch we den wü de, und ha e dahe den Cha ak e eines Spiels zwischen
den Be eilig en, das gewonnenode eben auch e lo en we den konn e. Dahe
s ell e es nich die G undlage eine no ma i en Beziehung de am Bildungs-
p ozess Be eilig en da , sonde n wu de als P oduk eines E kenn nisp ozesses
und als a ionale Vo ausse zung koope a i e Beziehungen angesehen, denen
no wendige weise bes imm e In o ma ionen zug unde liegen muss en.12 Es gal
als ein ökonomische Fak o in eine Fo mel onP oduk i i ä und Leis ungs-
ähigkei , den es du ch geziel eMaßnahmen he zus ellen gal . Dami s ell e
Ve auen eine A „soziales Kapi al“da , bei dem man da onausging, dass es
9Siehe auch: F anziska Rehlinghaus, „Gegen Linke eden: Die Poli isie ung be u liche Bil-
dungsa bei in de Bundes epublik de 1970e -Jah e“,in: Zei his o ische Fo schungen/S udies
in Con empo a y His o y 17, 3(2020), h ps://zei his o ische- o schungen.de/3-2020/5879,
zule z gep ü am1.Juli 2022.
10 Ma in Schwee (Hg.), In e pe sonales Ve auen: Theo ien und empi ischeBe unde,Wies-
baden: VS Ve lag ü Sozialwissenscha en, 1997.
11 Hie zu: Henning Nuissl, „Baus einedes Ve auens: Eine Beg i sanalyse“,in: Be line
Jou nal ü Soziologie 12, 1(2002), 91–94; U e F e e , Ve auens agen:Eine Obsession de
Mode ne,München: C. H. Beck, 2013, 16.
12 Zu Gegenübe s ellung beide Ve auens heo ien siehe:And eas Kaminski, „Ha Ve auen
G ündeode is Ve auen ein G und?Eine dialek ische Tugend heo ie onVe auen und
Ve auenswü digkei “,in: Jens Ke sche und Jan Mülle (Hg.), P axis und „zwei e Na u “:
Beg ündungs igu en no ma i e Wi klichkei in de Diskussion,Müns e : Men is, 2017, 167–
188.
Ve auensspiele in de be ieblichen Wei e bildung de 1960e und 1970e Jah e 81
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jede zei „ums andslos in poli isches ode ökonomisches Kapi al“umgemünz
we den konn e.13
Mi geschich swissenscha lichen Me hoden is kaum zu e g ünden, in wel-
chen Si ua ionen und wie genau sich das Ge ühl des Ve auens in Wei e bildung
mani es ie e. Washingegen ekons uie ba is , sind die disku si en P oble-
ma isie ungen onVe auen ode seine Abwesenhei ebenso wie die Ve suche,
„Ve auenskul u en“zu e ablie en.14 De Bei ag möch eau zeigen, wiein
bundesdeu schen Un e nehmen in de Zei de Bildungsexpansion au e -
schiedenen Wegen e such wu de, die Basis ü Ve auen in Wei e bildung und
im Bildungsp ozess he zus ellen und zu a ionalisie en. Im Mi elpunk s ehen
die En wicklungund Du ch üh ung onE alua ionsp ak iken, die den We on
Wei e bildung ü ein Un e nehmen zu e mi eln und spä e soga he zus ellen
e sp achen und dami in de Lage schienen, Ve aueninWei e bildung und die
da ü no wendige In es i ion zu scha en. Hie an we den die Ambi alenzen
he ausgea bei e , die zwischen den Ve suchen, Ve auenswü digkei ak i
he zus ellen, und den Möglichkei en de Ve auensgewäh ung bes anden. De
Philosoph And eas Kaminski ha das Ve häl nis als ein dialek isches besch ie-
ben: „Mi zunehmende Ve au hei nimm die Ve auenswü digkei zu, abe
de Beda und die Möglichkei zu e auen ab!“15 Fü die be iebliche Wei e -
bildung bedeu e e das, dass die Ins umen e, die en wickel wu den,umein
e idenzbasie es Ve auen in Bildung zu p oduzie en, in e pe sonellesVe -
auen in age s ell en,wenn nich soga un e minie en.
De Bei ag ekons uie zunächs , wie Un e nehmen in den 1950e und
1960e Jah en e such en, das Ve auen de Beschä ig en in Wei e bildung übe
die Ges al ung onUn e ich sa mosphä en und übe An eize zu gewinnen, die
jedoch imme wiede in den Sog indus ielle Kon lik lagen ge ie en. In einem
zwei en Sch i wi ddie Ein üh ung onSemina e alua ionen ab Mi e de
1960e Jah e als un e nehme ische S a egie in e p e ie , den ö en lichen Fo -
de ungen nach gese zlich ga an ie en Mi bes immungs ech en in Bildungs a-
gen du ch eiwillig gewäh e Mi wi kungsmöglichkei en zu begegnen. De d i e
Abschni analysie , wie sich die Ziel ich ung onVe auen e ände e und als
Wei e bildung in den 1970e Jah en Kos en-Nu zen-Maßs äben un e wo en
wu de. Die Ins alla ion onBeobach ungssys emen ging mi de Ve p lich ung
de Beschä ig en einhe , das Ve auen ih e A bei gebe und A bei gebe innen
in ih e Bildungs ähigkei nich zuen äuschen.Diese Pe spek i wechsel bilde e
die G undlage da ü , dass Un e nehmen auch in Zei en wi scha liche K ise de
13 U e F e e , „Ve auen –eine his o ische Spu ensuche“,in: dies. (Hg.), Ve auen: His o i-
sche Annähe ungen,Gö ingen: Vandenhoeck und Rup ech , 2003, 7–66, hie : 9.
14 F e e , Ve auens agen,24.
15 Kaminski, „Ha Ve auen G ünde?“,178.
F anziska Rehlinghaus82
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Ins i u ion Wei e bildung e au en, obwohl sich ih e Rendi e niemals siche
bezi e n ließ.
Die Un e suchung basie au un e ö en lich em Ma e ial aus den A chi en
di e se G oßun e nehmen, au Publika ionen aus dem Kon ex pe sonalpoli-
ische und be iebswi scha liche Expe enkul u en und au S udien de sich
um 1970 in de Bundes epublik Deu schland e ablie enden E alua ions o -
schung.
Ve auens olle A mosphä en
Be ei s sei den 1950e Jah en gab es in einzelnen Un e nehmen und B anchen
e s e Ve suche, Bildungsmaßnahmendu chzu üh en, die in Anknüp ungan
äl e e Be iebsgemeinscha skonzep e und ame ikanische Human-Rela ions-
Ansä ze die „Ve menschlichung“de Beziehungen zwischen Vo gese z en und
Beschä ig en ins Zen um s ell en. Mi den Bemühungen um ein gu es Be-
iebsklimasoll e die Leis ungs ähigkei de Beschä ig en e höh , abe gleich-
zei ig auch gewe kscha lichen Ein lüssen begegne we den. Es ging um eine
kon lik eie In eg a ion des Indi iduums in die hie a chische O dnung des
Be iebes und in einem wei e en Sinne auch in die neue Gesellscha s- und
Wi scha so dnung.16 Ve auen wu de ü die be ieblichePe sonal üh ung als
wich ige Vo ausse zung und als e s ebenswe es Gu de inie .17 In Wei e bil-
dungen zu e le nen, wie man im Be ieb eine „gu e Zusammena bei […] ö -
de n, und so das Ve s ändnis und In e esse ü das Gesam geschehen […]we-
cken“könne, wa nich s ande es als eine e auensbildendeMaßnahme de
Un e nehmenslei ungen, ü de en Realisie ung insbesonde e die Meis e und
Vo a bei e in die P lich genommenwu den, die als „Bindeglied zwischen Be-
iebs üh e und Handwe ke “gal en.18 Das wa keine leich e Au gabe, denn in
den Auseinande se zungen um die zukün ige Wi scha so dnung wa en
Ho nungen de Beschä ig en au eine Sozialisie ung de Indus ie ode zu-
mindes au gese zlich ga an ie e Mi bes immungs ech e wei gehenden äusch
wo den.19
16 Dazu bspw.: Di k Ca epoel, „K ise de human ela ions?“,in: De A bei gebe 1/2 (1955), 14 .
17 Guido Fische , „Ein neues Fachgebie : Die soziale Be iebsleh e“,in: Mensch und A bei 10, 3
(1958), 87–90, hie : 89.
18 Niede sch i übe die Ein üh ung de Vo ags eihe ü Meis e de Ingenieu -Ab eilungen
am Donne s ag, dem 7. Ok obe 1954, Baye A chi Le e kusen (BAL) 59/194.
19 Be nha d Go o, En äuschung in de Demok a ie: E ah ung und Deu ung onpoli ischem
Engagemen in de Bundes epublik Deu schland wäh end de 1970e und 1980e Jah e,Be lin:
De G uy e Oldenbou g, 2018, 29–34. Eine Ausnahme bilde e das Mon anmi bes im-
mungsgese z on1951: „Gese z übe die Mi bes immung de A bei nehme in den Au -
Ve auensspiele in de be ieblichen Wei e bildung de 1960e und 1970e Jah e 83
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Dahe wu de die He s ellung onbe ieblichem Ve auen eines de zen alen
Ziele onWei e bildung, wasnu wenig da übe aussag , ob dami auch ein
Ve auen in den Bildungsp ozessselbs e bunden wa . Die Un e nehmenslei-
ungen be ie ensich iel ach au E ah ungsbe ich e aus den USA, die den
Meh we e hal ens okussie e Bildung ü das Be iebsklimabe on en, e -
such en jedoch auch mi eigenen Akzen en, einen spezi isch „deu schen“Wegzu
e ablie en.20 Viel ach wu den un e nehmenseigenes Füh ungspe sonal und Be-
iebspsychologen als Leh k ä e eingese z , die zu ausgewähl en Themen Vo -
äge hiel en, nach denen es dann Raum ü Nach agen und Diskussionengab.
Ab den 1960e Jah en wu den auch Angebo e ex e ne Anbie e gebuch , die e wa
im Wuppe ale K eis, dem Bundes e band ü be iebliche Wei e bildung, o -
ganisie wa en.21 Die didak ischen Ins umen e wa en zu diese Zei wenig
iel äl ig, sodass die Wege de Ve auensbildung zumeis übe die kul u ellen
P ak iken gingen, die sich im Um eld de Leh e ans al ungen e ablie en. Dazu
gehö e beispielsweise, dass Semina edu chih e Ve lage ung in un e neh-
menseigene E holungsheime einen F eizei cha ak e e hiel en, de besonde s in
den eien Abends unden ausgeleb wu de.22 Alkohol,Spo , Musik und Tanz
soll en nich nu dasZusammengehö igkei sge ühl zwischen den Teilnehmen-
den s ä ken, sonde n auch das Ve auen in die Kame adscha lichkei des
Leh pe sonals, dassich be ei willig an de F eizei ges al ung be eilig e.23 Fü das
Ve häl nis zwischen Beschä ig en und Un e nehmenbedeu e e die Gewäh ung
sich s ä en und Vo s änden de Un e nehmen des Be gbaus und de Eisen und S ahl e -
zeugenden Indus ie“,in: Bundesgese zbla 24 (1951), 347–349.
20 Siehe hie zu: Jacqueline McGlade, „The Big Push: The Expo o Ame ican Business Edu-
ca ion o Wes e n Eu ope a e he Second Wo ld Wa “,in: La s Engwall und Ve a Zamagni
(Hg.), Managemen Educa ion in His o ical Pe spec i e,Manches e , New Yo k: Manches e
Uni e si y P ess, 1998, 50–65; Ch is ian Kleinschmid , De p oduk i eBlick: Wah nehmung
ame ikanische und japanische Managemen - und P oduk ionsme hoden du ch deu sche
Un e nehme 1950–1985,Be lin: Akademie-Ve lag, 2002, 173–204; Susanne Hilge , „Ame i-
kanisie ung“deu sche Un e nehmen: We bewe bss a egien und Un e nehmenspoli ik bei
Henkel, Siemens und Daimle -Benz(1945/49–1975),S u ga : S eine , 2004, 240–259; Al ed
Kiese , „The Ame icaniza ion o Academic Managemen Educa ion in Ge many“,in: Jou nal
o Managemen Inqui y 13, 2(2004), 90–97.
21 Ludwig Vaubel, „Fö de ungsein ich ungen in de Bundes epublik und ih e Zusammena bei
im ‚Wuppe ale K eis‘“,in: Ka l Alb ech (Hg.), Un e nehmens üh ung: Wei e bildung des
Füh ungsnachwuchses in Deu schland,Düsseldo : Econ, 1965, 19–29; Sieg ied Faßbende ,
Übe be iebliche Wei e bildung onFüh ungsk ä en: De Wuppe ale K eis und seine Mi -
gliede ,Essen: Gi a de , 1969.
22 Ab den 1960e Jah en anden beispielsweise die Meis e a bei sgemeinscha en de Baye AG
im un e nehmenseigenen Skiheim Neuas enbe g s a : Fa ben ab iken Baye AG, Pe sonal-
ab eilung/Ausbildung, Ankündigung 12. Meis e a bei sgemeinscha , 1. Augus 1965, BAL
59/194.
23 Siehe hie zu beispielsweise den E ah ungsbe ich in: D . G. O.,Be ich übe den 11.
G undku s de A bei sgemeinscha Ene gie ü junge Kau leu e aus de Ve so gungsindu-
s ie, 3. Juli 1961, His o isches Konze na chi RWE (HK RWE) V1/424.
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solche Auszei en und F ei äume eine A P i ilegie ung, ü die im Gegenzug
Loyali ä e wa e wu de. Passende weise wu den die Ausgaben ü Bildung bis
Ende de 1960e Jah e als be iebliche Sozialleis ungen e buch .24
Gleichwohl passie e es in de konk e en Bildungsp axis imme wiede , dass
das Bemühen um eine e auens olle A mosphä e miss auisch be ach e
wu de. Ein Beispiel hie ü inde sich in den Bildungsak i i ä en im S ein- und
B aunkohlebe gbau an Rhein und Ruh . Insbesonde e im S einkohlebe gbau
ha en die A bei sbedingungen in den 1940e und 1950e Jah en zu eine im-
mensen Fluk ua ion de Beschä ig en ge üh , die die Leis ungs ähigkei de
deu schen Kohleindus ie ge äh de e. Alseine de en scheidenden U sachen
wu de de „G ubenmili a ismus“in den Zechen iden i izie .25 Au Ve mi lung
beide Ki chen wu den hie ab Beginn de 1950e Jah e egelmäßig Ku se übe
neue Kenn nisse be iebliche Menschen üh ung du chge üh und zwa zu-
nächs in Ve ans al ungen,andenen Be gwe ksdi ek o en, Anges ell e, S eige
und Be ga bei e gemeinsam eilnahmen.26 Diese Ak i i ä en wu den spä e
auch au den B aunkohle agebauausgewei e . Nach Vo ägen onGeis lichen,
Psychologen, Sozial heo e ike node Füh ungspe sonal aus dem Be gbau zu
Themen wie „Menschen üh ung und Menschenbehandlung“kam es zu ge-
meinsamen Aussp achen,indenen sich die Anwesenden übe die Vo äge,abe
auch übe ih e pe sönlichen E ah ungen am A bei spla zaus auschen soll en.
De Raum ü ein o enes Gesp äch übe alle Hie a chieg enzen hinweg gal in
den An angsjah en als einmalig in de be ieblichen Wei e bildung und wu de
als Königsweg dekla ie , um eine neue Ve auensbasis im Be gbau zu s i en.27
Ta sächlich jedoch kumulie eninden Aussp achen Miss e s ändnisse, de en
U sachen in de Didak ik de Ve ans al ungen selbs lagen, und die dazu geeigne
wa en, die in endie en Bildungszwecke zu un e minie en.28 In den in e nen
24 So beispielsweise in de Baye AG: Pe sonal- und Sozialwesen. Jah esbe ich e de Wohl-
ah sab eilung bzw. de Sozialab eilung 1951–1970, Vol. 4, BAL 221/3.
25 Hans-Ch is oph Seidel, „A bei sbeziehungenund Sozialpoli ik im Be gbau: VomNa ional-
sozialismus bis zum Ende de al en Bundes epublik“,in: Die e Ziegle (Hg.), Geschich e des
deu schen Be gbaus,Bd. 4: Rohs o gewinnungimS uk u wandel. De deu scheBe gbauim
20. Jah hunde ,Müns e : Aschendo , 2013, 445–514.
26 Ma lis Hennig, Die GemeinsameSoziala bei de Kon essionen im Be gbau (GSA): Eine Un-
e suchung zu ch is lichenMi e an wo ung im Be gbau,Diss. Ruh -Uni e si ä Bochum,
Bochum: Manusk ip , 1995; T augo Jähnichen (Hg.), Den Wandel ges al en: 50 Jah e ge-
meinsame Soziala bei de Kon essionen im Be gbau,Essen: Kla ex , 2000.
27 Gilbe Co man und We ne Lo mann(Hg.), Laß sie Menschen bleiben im Be ieb: Neue
Wege de Gemeinsamen Soziala bei de Kon essionen,S u ga : K euz Ve lag, 2. Au lage
1960.
28 Siehe zu Folgendem: F anziskaRehlinghaus, „Nächs enliebe ü die Kohleng ube: Die Ge-
meinsame Soziala bei de Kon essionen im Be gbauzwischen E ziehungsansp uch und
Quali ika ions e sp echen“,in: Sa a-Ma ie Demi iz, Jan Kelle shohnund Anne O o (Hg.),
Ve auensspiele in de be ieblichen Wei e bildung de 1960e und 1970e Jah e 85
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Be ich en de Ve ans al e häu en sich Klagen da übe , dass A bei e und An-
ges ell e mi einem gehö igen Maß an Miss auen zu den Ve ans al ungen e -
scheinen wü den,weil be ei s o ab in den Be ieben o eine Indok ina ion
gewa n wo den wa .29 Weil die Gewe kscha en nich in die Bildungsa bei
eingebunden wa en, e schienen die Ve ans al ungen als eine sub ile Fo m de
Gehi nwäsche, die le z lich nu au eine P oduk i i ä ss eige ungziel e. Die
s a ke P äsenz de Ki chen e e e schü e Ängs e o ih em missiona ischen
Ei e .30 In den Aussp achen ühl en sich ge ade die Be ga bei e du ch die An-
wesenhei de Di ek o en da in gehemm , ih e Ansich en o en zu a ikulie en,
weil sie nach ägliche Sank ionen ü ch e en.Das Füh ungspe sonal hingegen
beschwe e sich, dass die Beschä ig en die Gelegenhei nu zen wü den, um
unge ech e ig e weise Damp abzulassen, und wa den Dozen en o , jeden
kleinen Vo all im Be ieb unnö ig au zubauschen.31 Vonallen Sei en wu de
K i ik an den ange e ig en Semina p o okollen geäuße , weil sich keine G uppe
zu e end wiede gegeben and.32
Die Ve ans al e such en dem Ve auens e lus du ch eigene Publika ionen
en gegenzuwi ken, die das Miss auen gegenübe den Ve ans al ungenselbs
zum Gegens and mach en. Zudem e such en die Un e nehmen, An eize ü die
Teilnahme in Fo m eines Tagungsgeldes zu scha en, das zusä zlich zum Lohn
bezahl wu de. Auch diese Maßnahme e wies sich als kon ap oduk i : Das Ta-
gungsgeld wu de in den Be ieben als Beleg da ü gewe e , dass die Ve ans al-
ungen die Belegscha en zu spal en und zu en solida isie en e such en. Dem
wachsenden Miss auen wu de le z lich dadu ch abgehol en,dassdie Semina e
ab Beginn de 1960e Jah e nu noch ü homogene Mi a bei e - und dann auch
Mi a bei e inneng uppen und ohne das be iebliche Lei ungspe sonal s a an-
den, die geis lichen Dozen en du ch p o essionelle Be iebspädagogen e se z
und die Gewe kscha en und Be iebs ä e in die Semina konzep ion und
-du ch üh ung mi eingebunden wu den. Die Ve ans al e onbe ieblichen
Bildungsmaßnahmen in den 1950e und 1960e Jah en muss en o enba ak i
um das Ve auen de Beschä ig en we ben, um sie ü das Bildungsgeschehen
und die Bildungsinhal e emp änglich zu machen. Die A mosphä e des Miss-
auens am A bei spla z s ahl e o mals in die Wei e bildung aus, ge ade wenn
T ans o ma ions e sp echen: Zu Geschich e onBildung und Wissen in Mon an egionen,
Essen: Kla ex ,2021, 83–110.
29 B ie onE.Heinemann, Tagebau F echen om27. Sep embe 1958, His o isches A chi RWE
Powe 1717/1;De Mensch im Be gbau. 2. Rundb ie aus de gemeinsamenSoziala bei de
Kon essionen im Be gbau, 1951, S. 8, His o isches A chi RWE Powe 160/1.
30 E ah ungsbe ich onLudwig W.,8.Ap il 1958, His o isches A chi RWE Powe 1717/1.
31 B ie onMa hias Te ho s an He n Dok o Ing. F ied ich Schul z, 21. Augus 1963, His o-
isches A chi RWE Powe 1718/3.
32 Tagungsbe ich übe den G undku sus Tagebaue in Walbe be g am 31. Mä z/1. Ap il 1965,
5. Mai 1965, His o isches A chi RWE Powe 42/1.
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hin e den Angebo en ande e Absich en e mu e wu den als diejenigen,die
ö en lichkommunizie wo den wa en.
Ve auen du ch Pa izipa ion?
Solche Kon lik e e schä en sich mi den ö en lichen Deba en übe die Ein-
üh ung eines bezahl enBildungsu laubs, die ab Mi e de 1960e Jah e an Dy-
namik gewannen. Im Zuge gewe kscha liche Fo de ungen,jede und jedem
Beschä ig en die Möglichkei eine jäh lichen Bildungszei bei olle Lohn o -
zahlung zuzuges ehen,33 wu den die be ieblichen Bildungsangebo e eine zu-
nehmend k i ischen Be ach ung un e zogen. Die doppel e Beg ündung, dass
Bildung ein Bü ge ech sei34 und dass In es i ioneninBildung eine lohnende
olkswi scha liche In es i ionda s ell en,35 se z edie Un e nehmenun e D uck.
In gewe kscha snahen Publika ionen und sozialwissenscha lichen Analysen
wu de den A bei gebe innen und A bei gebe na es ie , ein eli ä esBildungs-
e s ändnis zu p legen, weil es wede au eine Mündigkei de S aa sbü ge und
S aa sbü ge innen noch au ih e indi iduelle En al ung ziel e, sonde n au eine
be u liche Zu ich ung de abhängig Beschä ig en nach ku z is igen ökonomi-
schen Beda en.36 Ta sächlichweh en sichdie In e essen e bände de P i a -
wi scha in denAuseinande se zungenumden Bildungsu laub ehemen da-
gegen, Bildungmi de „Gießkanne“zu e eilen, ans a so g äl igzuübe p ü en,
we übe haup „bildungswillig“und „bildungs ähig“sei.37 De Bildungsu laub
33 Hans Meenzen, „Fü und wide den ‚Bildungsu laub‘:De DGB ha seine Fo de ung p äzisie
–A bei gebe lehnen ab“,in: A bei und Sozialpoli ik 20, 11 (1966), 303–305; Pe e Möh ing,
„De Bildungsu laub aus de Sich de A bei nehme “,in: Loccume P o okolle: Vo ausse -
zungen und Inhal eines Bildungsu laubs.Tagung om5.bis 8. Mai 1967 13 (1967), 66–77;
Roland Pe y, „P axisde E wachsenenbildung:Bezahl e Bildungsu laub“,in: Gewe k-
scha liche Mona she e 8(1960), 495 .
34 Ral Dah endo , Bildung is Bü ge ech : Plädoye ü eine ak i eBildungspoli ik,Hambu g:
Nannen, 1966.
35 F ied ich Edding, „Bildung und Wi scha : Ansä ze zu eine Ökonomie des Bildungswe-
sens“,in: In e na ionale Zei sch i ü E ziehungswissenscha 6(1960), 129–140. Ebenso:
Sach e s ändigen a zu Begu ach ung de gesam wi scha lichen En wicklung, Jah esgu -
ach en 1965–66: S abilisie ungohne S agna ion,S u ga , Mainz: W. Kohlhamme , 1965, 176.
36 Ma in Bae hge, „Die Bildungspoli ik de un e nehme ischen Wi scha s e bände“,in: Die
Deu sche Be u s- und Fachschule 6(1969), 403–416; Gisela S ü z, Be u spädagogik un e
ideologiek i ischem Aspek ,F ank u a. M.: Suh kamp, 1970; spä e auch: We ne Ma ke ,
E wachsenenbildung als Ideologie: Zu K i ik ih e Theo ien im Kapi alismus,München: Lis ,
1973.
37 He mann F anke, „Gegen Bildungsu laub nach dem Gießkannenp inzip“,in: Indus ieku-
ie ,20. Janua 1968, 12; Ch is ian Scha , „Auch Bildung mi de Gießkanne?: Be iebe und
S eue zahle sollen Gewe kscha sschulung inanzie en“,in: Indus ieku ie ,31. Mä z 1966,
4; Sieg ied Balke, „Sozialpoli ik heiß Bildungspoli ik“,in: De A bei gebe 12 (1966), 352.
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wu dedeshalb be ei sAn angde 1960e Jah eineinen „Tabu-Ka alog“de Un-
e nehme e bändeau genommen.38
In eine Zei , in de de poli ische Ein luss de Gewe kscha en du ch die
Regie ungsbe eiligung de SPD wuchs, schienen s aa liche In e en ionen s än-
dig im Be eich des Möglichenzuliegen. Die Ankündigung eines no ellie en
Be iebs e assungsgese zes mi wei eichenden Mi bes immungs ech en auch
in de be ieblichen Wei e bildung wi k e sich au de en P axis aus. Dem ö -
en lichen Miss auen begegne en die Pe sonalab eilungen mi eine s ä ke en
Einbindung de Beschä ig en in die Bildungsplanung. Ve auen, so wa man
sich hie zunächs einig, konn e dann (wiede -)he ges ell we den, wenn die
Angebo e sich an indi iduellen „Bildungsbedü nissen“o ien ie en. In eine
B oschü e zu Wei e bildung in de Baye AG hieß es 1968 demen sp echend:
„Neben A bei s- und Ve diens möglichkei en sind die in einem Un e nehmen
e ö ne en be u lichen En wicklungschancen mi en scheidend ü dessen Bild in
de Ö en lichkei und bilden einen e heblichen An eiz ü die Einsa zbe ei -
scha de Mi a bei e .“39 Wei e bildung wu de als eine Win-Win-S a egie in-
e p e ie , die sich ü dasUn e nehmen auszahlenwü de: Man e sp ach sich
eine höhe e achliche Kompe enz und Leis ungsbe ei scha de Beschä ig en,
weil sie sich in ih e Indi iduali ä be ücksich ig ühl en, und le z lich auch
einen Imagegewinn des Un e nehmens. Ans elle gese zlich ga an ie e Mi be-
s immungs ech e wu den zu Be iedung inne be iebliche Ve häl nisse also
neue Mi wi kungsmöglichkei enimBildungsp ozess einge äum .
Ab Mi e de 1960e Jah e expe imen ie en e s e deu sche Un e nehmen mi
dem Einsa z onF agebögen, um Auskün e übe das Semina geschehenzu
e hal en. Sie wu den am Ende eine Ve ans al ung ausge eil , onden Teilneh-
menden ausge üll , um anschließend onden Pe sonalab eilungen ausgewe e
zu we den. Zunächs ging es dabei um eine Fo m de Quali ä skon olle, bei de
die Zu iedenhei de Teilnehmenden im Zen um s and. Die F agebögen, die
beispielsweise bei Baye eingese z wu den, besch änk en sich au ie Aspek e:
„Wiewei e üll en sich Ih e E wa ungenandas Semina ? –Ha en Sie den
Eind uck, daßsich Zei und Au wand,die Sie in das Semina in es ie haben,
gelohn haben? –Gesam beu eilung –Beme kungen“.40 So wenig aussagek ä ig
diese Be agungau den e s en Blick e scheinen mag, so wenig soll e manih en
Ein luss au die Ve auensbeziehungen in den Ve ans al ungenun e schä zen.
Die Bögen e mi el en zunächs , wie die Quali ä des Inpu s wah genommen
wo den wa . Ha e es den Bedü nissen de Le nenden genüg ?Ha e es ihnen
38 He mann Jahns, Bildungsu laub: Analyse onS a egien de Gewe kscha en, de Un e neh-
me e bände und des S aa es bei einem poli ischen Kon lik ,Diss. Uni e si ä Hambu g,
Hambu g: Manusk ip , 1977, 162–166.
39 Baye AG, Wei e bildung bei Baye ,1968, 3 ., BAL 074–007.
40 Baye AG, E alua ionsbögen ca. 1974, BAL 341/14.
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Einzelne in Rollenspielen, Videoanalysen und T-G uppen-Expe imen en
kommen ie en soll en.65 Inklusi ede Rollede Leh pe son e gab sich dadu ch
eine komplexe Ma ix de Selbs - und F emdbeobach ung, die zugleichd
ie
S uk u wechselsei ige Abhängigkei en zwischen den Be eilig en in ensi ie e.
Die E aluie ung on Wei e bildung wa dami o ensich lichkein „neu ales“
Ins umen , das dem eigen lichen Le np ozess äuße lich wa , sonde n eine
Maßnahme,die das Wei e bildungsgeschehen selbs s imulie e und beein-
luss e. Fak ischsoll en dieSemina edu ch Elemen eih e Übe p ü ungdu ch-
d ungen we den, wasda in seinen Höhepunk and, dass die Un e ich sme-
hoden, wie beispielsweise Videoau zeichnungen, zu E aluie ungsme hoden
um unk ionie wu den. De Vo eil wu de da in gesehen, dass keine lei „E a-
luie ungswide s ände“de Teilnehmendenzube ü ch en seien, weil diese die
E aluie ung als Le nsi ua ion wah nähmen.66 Zwei elsohne e schwammen in
de Folge die G enzen zwischen Semina - und Teilnehmendenbewe ungen.
Dahe gab es ü die Nu zungde Da en iel äl ige Ve wendungsmöglichkei en,
die mi un e Begeh lichkei en weck en.
Schließlich, so wi d a gumen ie , is ein Managemen ku s ein he o agendes Beob-
ach ungs eld,umdie S ä ken und Schwächen eines Teilnehme s zu beu eilen.Wi d de
Ku sübe dies noch esiden iell und mi eingebau en S eß-Si ua ionen ü die Teil-
nehme du chge üh , so kann die Schulungslei ung an Ve hal ens- und Pe sönlich-
kei sda en he ankommen,die an keine ande en S elle im Un e nehmenan allen.67
Zugleich jedoch wu den die Risiken solche Ve suche e lek ie : Die Fachli e-
a u wa n e da o , dass eine Zwecken emdung de gewonnenen Da en die
E aluie ungse gebnisse e älschen wü de, wenn die Teilnehmenden gewah
wü den, dass ih e Leis ung wäh end de Maßnahme in die Pe sonalbeu eilung
ein loss.68
In den Un e nehmen selbs wu den die Vo schläge du chaus ezipie ,wobei
die meis enMaßnahmen zu au wändigund eue gewesen wä en, um im Be-
iebsall agAnwendung zu inden. Lang is ig se z en sich die Me hoden du ch,
die ein Bewuss sein ü die omUn e nehmen e ho en E ek e au die Be-
schä ig en he zus ellen im S ande wa en. Wasmein e das genau?Die In o -
ma ionslücke übe den e wa ba en Gewinn onBildungsin es i ionen, die
zu o du chdas Ve auenindie Theo ien de Bildungsökonomie ge üll wo den
wa , ließ sich du ch die neuen E alua ionsme hoden o enba nich übe b ücken.
Auch hie e blieb ein Res an Unsiche hei . Sie ließen sich gleichwohl dazu
einse zen, um die e wünsch e Wi kung onWei e bildung au die Teilnehmen-
65 Ebd.,30 .
66 Ebd.,92–94.
67 Ebd.,42.
68 Ebd.
Ve auensspiele in de be ieblichen Wei e bildung de 1960e und 1970e Jah e 95
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den selbs zu e ozie en. In ielen Un e nehmen wu den wei e hin F agebögen
eingese z , die ih en Fokus nunmeh au den Ou pu de Maßnahmen ich e en.
Hie in soll en die Teilnehmenden jedoch übe die Anwendungsmöglichkei en
des E le n en in de P axis e lek ie en.Dami wu den die Be ag en deu liche
als zu o au den eigenen An eil an ih em Wei e bildungse olg e wiesen.
Flankie wu de de Pe spek i wechsel du cheine neue In o ma ionsp axis.
Die E alua ionsauswe ungen wu den onden Pe sonalab eilungen an die
Teilnehmenden,Dozie enden, Vo gese z en und o mals auch an den Vo s and
gesand . Diesem gegenübe wu de dami nich nu die Quali ä de Angebo e
p äsen ie ,sonde n auch das s e e Bemühen de Bildungsab eilungen um die
E mi lung des E olges, waso enba „Ve auen in die Mechanismen de Ve -
auensbildung“he zus ellen e such e.69 Die Vo gese z en wu den da an e in-
ne , dass es gal , die Bedingungen ü den Le n ans e he zus ellen und diesen
zu übe wachen. Die Leh enden e hiel en ein Feedback übe ih e Leis ungen, was
einen Ans oß zu Op imie ung de Ve ans al ungen geben soll e. Am Wich-
igs en wa jedoch de Ein luss, den die Zusendung de E aluie ungse gebnisse
au das be ag e Pe sonal ausüben soll e. Ein Fall aus de Wei e bildungsp axis
de Fi ma Be elsmann mag das illus ie en. Im Juni 1979 and hie ein Semina
zum Thema „Pe sönliche A bei s echniken“s a , das oneinem ex e nen In-
s i u e ans al e wo den wa . Die Beu eilungen wa en e hee end und zeig en,
dass die geschü en E wa ungen nich e üll wo den wa en. Bei de Rücksen-
dung de E gebnisse e wies die Pe sonalab eilung da au , dass de Semina e -
olg sich le z lich da an e weisen müsse, ob die Teilnehme dazuinde Lage
seien, das e mi el e Wissen auch umzuse zen.
Selbs wenn de Ti el ein T aining onTechniken ode Fe igkei en naheleg ,handel es
sich abe le z lich doch um eine A onVe hal ens aining. Dami is gleichzei ig auch
die Schwie igkei angesp ochen,in e häl nismäßig ku ze Zei wäh end des Semina s
Ve ände ungen onpe sönlichen Gewohnhei en und Ve hal ensweisen zu e eichen.
Das E p oben und Fes igen neue und e ek i e e A bei sweisen kann […]nu am
jeweiligen A bei spla z selbs e olgen.70
Danach olg e de Hinweis, dass de mi el is igeE ek in eine Nachbe agung
nach einigen Mona en e mi el we den wü de. Die Ve an wo ung ü den Se-
mina e olg wu de deu lich an die Beschä ig en zu ückdelegie . E aluie ungen
wu den dadu ch on eine Messme hode zu einem ak i enS eue ungsmi el
69 Ma in End eß, „Ve auenskons ella ionen: Zu Rele anz und T ag ähigkei de Un e -
scheidung onpe sönlichem und sys emischem Ve auen“,in: Sylke Ba mann, Melanie
Fabel-Lamla, Nicolle P a und Nicole Wel e (Hg.), Ve auen in de e ziehungswissen-
scha lichen Fo schung,Opladen, Be lin, To on o: Ve lag Ba ba a Bud ich, 2014, 31–48, hie :
36.
70 Zen ale Pe sonalab eilung Be elsmann, Semina A bei s echniken om11.–12.6.1979,
28. Juni 1979, Un e nehmensa chi Be elsmann AG (UA BAG) 0059/11.
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um unk ionie , um diejenige Selbs e lexion de Teilnehmenden zu e zeugen,
die ü Ve hal ens e ände ungenamA bei spla z no wendig schienen.
Diese E wa ungen onSei en de Pe sonalab eilungen blieben o enba nich
olgenlos. Beschä ig e nu z en F agebögen in de Folgezei e meh dazu, um
den Nu zen de Maßnahmen ü ih pe sönlichesA bei s e hal en zu e siche n:
Alle Semina e haben mi zusä zliche Kenn nisse übe Gebie e e mi el , die ich s ändig
anwenden kann.Die so e hal enen bzw. e wei e en Kenn nisse üh en zu besse en und
schnelle en En scheidungen/P oblemlösungen in de äglichen P axis und geben zu-
sä zliche Siche hei .71
Ähnlich wie diese Mi a bei e aus dem Be elsmann-Musikbe eich demons-
ie en auch ande e Beschä ig e, dass sie dazu ähig wa en, das Bildungse lebnis
di ek au die eigene Leis ungs ähigkei zu beziehen und dami die E wa ungen
des Un e nehmenszue üllen.
Hinsich lichde sich hie ina ikulie enden Ve auensbeziehungen ha e sich
im Ve gleich zu den 1960e Jah en ein Rich ungswechsel ollzogen. O ensich -
lich ühl en sich die Beschä ig en dazu e p lich e ,übe ih e An wo das
Ve auen zu ech e igen, das das Un e nehmenindie In es i ion in ih Hu-
mankapi al se z e. Diese Ve auenswe bung wu de auch deshalb ele an , weil
längs eine enge Ve zahnung zwischen be iebliche Wei e bildung und de Be-
u eilung onMi a bei e innenund Mi a bei e n exis ie e. Die Dokumen a ion
des Bildungswillens und de indi iduellen Leis ungs ähigkei in den Pe sonal-
beu eilungsbögen wa ü Beschä ig e ge ade in Zei en de Wi scha sk ise
en scheidend ü ih e A bei spla zsiche hei gewo den.72 Ge ade weil sich Kos-
en-Nu zen-Analysen in de be ieblichen Wei e bildung eine olls ändigen
Ra ionalisie ung en zogen, ugen die Beschä ig en nunmeh die Beweislas
ih e Ve auenswü digkei .73
Schluss
Die be iebliche Wei e bildung wa inden 1960e und 1970e Jah en de Aus-
agungso iel äl ige Ve auensspiele, in denen das Ve auen in die Ins i-
u ion Bildung abgewogen wu de gegen das Ve auen de am Bildungsp ozess
71 Be elsmannAG, Teilnehme -Kommen a e zu Semina en de Zen alen Wei e bildung
(Auszüge),1981, UA BAG 0059/14.
72 Hie zu auch: F anziska Rehlinghaus, „‚Den E olg siche machen‘:Zu Eliminie ung on
Kon ingenz als Wei e bildungsziel“,in: Geschich e in Wissenscha und Un e ich 9/10
(2020), 555–572.
73 Sylke Ba mann, Melanie Fabel-Lamla, Nicolle P a und Nicole Wel e , „Ve auen in de
e ziehungswissenscha lichen Fo schung“,in: dies., Ve auen,11–30, hie : 18.
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be eilig en Ak eu e und Ak eu innen.Au ällig is dabei eine Wesensähnlichkei
zwischen dem ökonomischen Blick au Ve auenund dem ökonomischen Blick
au Bildung. Ebenso wie Bildung imme meh als eine In es i ion beg i en
wu de, de en E ag sich en ie en soll e, wu de Ve aueninBildung im Wi -
scha ssys em du chRisikoabschä zungen und ma hema ischeKalkula ionen
he zus ellen e such . Es wu de dami zum P oduk eine objek i ie en Bezie-
hung einande beobach ende Be eilig e , die in e schiedenen Fo mende
E alua ion ih en Ausd uck and. Deu lich zeig sich hie , dass de Ausgang
solche Ve auensspiele abhängig wa on de Bedeu ung, die die Un e nehmen
Bildungsmaßnahmen ü ih e poli ischenund ökonomischen Zwecke beimaßen.
Wäh end die 1950e und 1960e Jah e angesich s des A bei sk ä emangels und
s a ke gewe kscha liche Fo de ungen noch gep äg wa en onVe suchen, das
Ve auen de Beschä ig en du ch a mosphä ische Maßnahmen,An eize ode
Mi wi kungsmöglichkei enzugewinnen, o de en die Un e nehmenumso
eindeu ige e Beweise ü die Ren abili ä onWei e bildung, je meh sie hie in
in es ie en. In Zei en de Wi scha sk ise soll e dem Ve auens e lus in den
Wi scha s ak o Bildung zunächs mi a ionalen Planungs e ah en und Da-
ensammlungen begegne we den, wo ü die E alua ions o schung ausge eil e
Ins umen a ien en wickel e. Ta sächlich jedoch wa en die Maßnahmen selbs
dazu geeigne , die Ve auensbasis zwischen den be eilig en Ak eu en und Ak-
eu innen zu un e minie en, weil sie di ek in die Bildungsp axis in e enie en
und die Mach e häl nisse e schoben.
Dami eil de Bei ag eine Beobach ung, die Inka Bo mann ü dasZei al e
des in e na ionalen Bildungsmoni o ings o mulie ha . Sie ha he ausgea bei-
e , dass die e idenzbasie en Ve suche, Ve auen in die Ins i u ion Bildung
he zus ellen und zu s eue n, als „ungewoll en Nebene ek “eine Ve s ä kung on
Miss auen zu Folge haben können: De im Zei al e de e idenzbasie en
Neuen S eue ung dominie ende Weg, Ve auenmi els de Ins i u ionalisie ung
onBeobach ungs- und Kon ollins umen en zu s abilisie en, bi g po enziell
die Ge ah seine Dys unk ionali ä .74
Auch in wes deu schen Un e nehmen de 1970e Jah e e schien die Auswei-
ung onE alua ionen zunächs als iel e sp echende Weg, um ih e In es i-
ionen zu ech e igen. Weil sich jedoch o enba e, dass sich de E ek e -
hal ensbezogene Maßnahmen kaum kausal he lei en ließ, wu de nich länge
die Semina quali ä kon ollie , sonde n ielmeh die Be ei scha de Be-
schä ig en, das e mi el e Wissen in den P oduk ionsp ozess einzub ingen.
Ve auengebendeund -nehmendewechsel en dami die Posi ionen. Mi diese
Umwidmung soll e de mi Wei e bildung e bundene ökonomische Zweck,
74 Inka Bo mann, „Ve auen in Ins i u ionende Bildung ode : Ve auen is gu –is E idenz
besse ?“,in: Zei sch i ü Pädagogik 58, 6(2012), 812–823, hie : 819.
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nämlich die E höhung de Leis ungs ähigkei des Humankapi als, in dasIn-
s umen de E alua ionen implemen ie we den.
Dennoch g ei eszuku z, die En wicklung de E alua ionsp ak iken nu als
E ablie ung eines un e nehme ischen Disziplinie ungssys emszuin e p e ie en,
in dem Ve auen keinen Pla z meh besaß. Plausible is es, in E alua ionen
gleiche maßen S abilisa o en wie Ge äh de bes ehende Mach beziehungen zu
sehen, weil sie au die Teilnehme innenund Teilnehme als in e p e ie ende
Subjek e angewiesen wa en. Und diese konn en imme auch „Bedeu ungsin-
s abili ä ene zeugen und T ans o ma ionen e möglichen“.75 Wei da on en -
e n , ein p oba es Mi el ü die Quali ä skon olle und -siche ungzusein, wa en
die E alua ionen selbs hochg adig expe imen elle Ve suchsano dnungen, die
sich nich olls ändig ökonomisch a ionalisie en ließen und dami einen Res an
Unsiche hei beließen, de wiede um nu du ch Ve auen übe b ück we den
konn e.
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eins immung onE wa ungen, Übe zeugungen und de Bewe ung de He -
aus o de ung im neuen Feld, kann es zu eine e leich e en En wicklung on
Ve auen und eine e auensbasie en Handlung kommen, zum Beispiel de
Wah nehmung onUn e s ü zungsbeda und -angebo enode dem Au suchen
und dem Nu zen onRessou cen, die bei de Bewäl igung de T ansi ion hel en
können. Komm es zu eine Diskonko danz,is die Ve auensen wicklung be-
ein äch ig und ehe da on auszugehen, dass S udie ende sich zu ückziehen
und un e e schwe en Bedingungen bzw. in ge inge em Maße e auensba-
sie e Handlungen eingehen.
Dies illus ie en auch die olgend p äsen ie en d ei mi einande e bunde-
nen (be ei s als empi ische O iginalun e suchungen publizie en) eigenenS u-
dien, die sich au die Un e suchung de Bedeu ung onVe auen als Ressou ce
in de S udieneingangsphase konzen ie en.
PPhhaasseeddee AAnnppaassssuunnggaannddiieeSS uukk uu eeiinneess
ssppeezzii iisscchheennFFeellddss
((ssii uuaa ii ee FFaakk oo ))
•wah genommene und bewe e e
He aus o de ungen
•Wah genommene
Ve auenswü digkei
•Emo!onen
SSoozziiaalleePP aakk iikkeenn
(( ee aauueennssbbaassiiee eeHHaannddlluunnggeenn))
•Wah nehmung, Au suchen, Nu zung
on Ressou cen
•E ah ung e auens olle
Beziehungen
ee sscchhiieeddeenneeTTyyppeenn
ee aauueennss oollllee AAnnppaassssuunngg
aanniinnss ii uu iioonneelllleennHHaabbii uuss
ddeessjjeewweeiilliiggeennFFeellddeess
VVee aauueennssüübbee zzeeuugguunnggeennuunndd--ee wwaa uunnggeenn
((ppee ssoonnaallee FFaakk oo ))
•indi iduelle Ve auens endenz
(Übe zeugung, dass Ve auen möglich is )
•implizi e Ve auens heo ie
(si ua! a iable E wa ung an Ve auenswü digkei )
e au es Feld ehe un e au es Feld
Abbildung 1: Heu is isches Modellzu Bedeu ung habi uellen Ve auens als Ressou ce in de
S udieneingangsphase (Bo mann und Thies, 2019b, 285)
Ve auen als Ressou ce e olg eiche Bildungsbiog a ien 111
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S udien zu Un e suchung de Rele anz on Ve auen in de
S udieneingangsphase
Zunächs wu de un e E s semes e s udie enden eine F agebogens udie zu
Un e suchung de wah genommenen S udiensi ua ion du chge üh .Aus die-
sem Samplewu den S udie ende ü eine In e iews udie ek u ie , in de un-
e schiedliche Typen habi uellen Ve auens e mi el wu den.21 Schließlich
un e such e eine d i e S udie die Beziehung zwischen Ve auenund subjek i-
emS udiene olg. Le z e e ziel e da au ab, den Ein luss on „ i “-Va iablen zu
un e suchen, also Va iablen, die die He s ellung onPassung zwischen Pe son
und Umgebungbegüns igen.22
In den d ei S udienwu den olgende Ke n ages ellungen bea bei e :
1. Inwie e n üh Ve auen in de T ansi ion zu Hochschule zu un e -
schiedlichen Typen habi uelle s uden ische Ve auensp ak iken?
2. Wiehängen Ve auen und die Wah nehmung de S udiensi ua ion zusam-
men?
3. Wiewi d die Rolle onVe auen au den subjek i en S udiene olg beein-
luss –du ch welche Va iablen?
Dabei wu de angenommen, dass Ve auen als Elemen sozialen Kapi als eine
ungleich e eil e Ressou ce is , die mi un e schiedlichen Ve auensp ak iken
einhe geh .23 Auße demwu de e mu e , dass die „ i “-Va iablen, hie konzi-
pie übe die Exklusionswah nehmung onS udie enden sowie ih a ek i es
Commi men gegenübe de eigenen Hochschule, Ein luss ausüben au den E -
ek , den Ve auen sowohl au den subjek i en S udiene olg als auch au das
Wohlbe inden ha .24
Bei den F agebogens udien handel essich um Online-E hebungen un e
Bachelo s udie enden. Die Analyse de quan i a i en Da en e olg e mi els
Ko ela ions-, Reg essions- und Media ionsanalysen.25 Im Rahmen de In e -
iews udie wu den episodische In e iews26 ge üh , die nach e ein ach en
21 Bo mann und Thies, „T us and us ing p ac ices“;dies., „Ve auen als Ressou ce“.
22 Thies, Heise und Bo mann, „Social Exclusion“.
23 Bo mann und Thies, „T us and us ing p ac ices“;dies., „Ve auen als Ressou ce“.
24 Thies, Heise und Bo mann, „Social Exclusion“.
25 K is ophe J. P eache und And ewF.Hayes, „Asymp o ic and esampling s a egies o
assessing and compa ing indi ec e ec s in mul iple media o models“,in: Beha io Resea ch
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26 UweFlick, „Das Episodische In e iew“,in: Ge ud Oele ich und Hans-Uwe O o (Hg.),
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Inka Bo mann /Ba ba a Thies112
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Regeln ansk ibie 27 sowie mi els de s uk u ie enden quali a i en Inhal s-
analyse mi dem Zielde Typenbildung28 ausgewe e wu den. Im Folgenden
we den ausgewähl eE
gebnisse de d ei S udien o ges ell .
E gebnisse
Zu de F age, inwie e nVe auen in de T ansi ion zu Hochschule zu un e -
schiedlichen Typen habi uelle s uden ische Ve auensp ak iken üh , lie e
die In e iews udie Au schluss. Vonden insgesam 28 In e iews wu den le z -
lich 16 In e iews mi jenen S udie enden be ücksich ig ,die ein nied iges ode
hohes ins i u ionelles Ve auengegenübe Hochschulen be ich en und en we-
de einen akademischen Familienhin e g und habenode nich . Anhand diese
dicho om konzipie en Me kmalsausp ägungen und ih e Kombina ion sind
heo e isch ie Typen denkba , ondenen d ei empi isch o ge unden wu -
den.29
–Typ Aum ass S udie ende mi akademischem Hin e g und und hohem in-
s i u ionellem Ve auen. Diese wu den in de S udie die p oak i angepass en
Ve auenden genann . Es handel sich um S udie ende, die be ich en, dass die
hohen ins i u ionellen An o de ungen auch de Maßs ab ü die eigenen
An o de ungen an de Hochschule sind. Sie e s ehen die Hochschule als
A bei spla z, den sie onih em P i a leben ennen. Die S udieneingangs-
phase e leben sie seh posi i , sie euen sich und sind s olz au diesen neuen,
in iele leiHinsich he aus o de nden Lebensabschni , den sie als selbs be-
wuss e und au onome Ne zwe ke innen und Ne zwe ke p oak i ges al en.
–Bei Typ Bhandel es sich um S udie ende, die keinen akademischen Famili-
enhin e g und haben und übe ein hohes ins i u ionelles Ve auen gegenübe
de Hochschule be ich en.Diese Typ wu de bezeichne als die nachAnpas-
sung s ebenden Ve auenden. Es handel sich hie um S udie ende, die nach
Wegen suchen, um den ins i u ionellen An o de ungen zu genügen. Sie haben
dabei eine nega i eWah nehmung de S udieneingangsphase und beklagen
die Anonymi ä , die Unübe sich lichkei de Uni e si ä , haben Angs o
Fehle n und äuße n o mals auch inanzielle So gen. Wich ig is ihnen ins i-
u ionelles Wohlwollen, wäh end sie s uden ische Beziehungen als o mals
27 Tho s en D esing und Tho s en Pehl, P axisbuch In e iew, T ansk ip ion
&
Analyse. An-
lei ungen und Regelsys eme ü quali a i Fo schende,Ma bu g: Eigen e lag, 8. Au lage 2018.
28 Udo Kucka z, Quali a i eInhal sanalyse. Me hoden, P axis, Compu e un e s ü zung,
Weinheim: Bel z Ju en a, 4. Au lage 2018; Udo Kelle und Susann Kluge, VomEinzel all zum
Typus. Fall e gleich und Fallkon as ie ung in de quali a i en Sozial o schung,Wiesbaden:
VS, 2. Au lage 2010.
29 Bo mann und Thies, „T us and us ing p ac ices“,172.
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onKonku enz gep äg wah nehmen. Diese S udie enden äuße n häu ig
S olz, g enzen sich onih e Familie ab und ho en au den eigenen sozialen
Au s ieg du ch das S udium.
–Typus Cum ass S udie endemi nich -akademischem Familienhin e g und
und ge ingem ins i u ionellen Ve auen. Diese Typus wu de als die en -
emde en Ge ing e auenden bezeichne . Diese S udie enden b ingen ih e
Skepsis und eilweise Abweh onins i u ionellen An o de ungen zum Aus-
d uck. Sie wünschen sich zwa ins i u ionelles Wohlwollen und eine s a ke
S udie endeno ien ie ung,abe sie nehmen diese nu in ge ingem Maße als
e üll wah . Den In e iews zu olge äll ihnen die O ien ie unginde S u-
dieneingangsphase schwe ; sie e weisen z.B. au echnische He aus o de-
ungen, beklagen eine nega i eAsymme ie zwischen Leh enden und S u-
die enden sowie die Schwie igkei , Anschluss zu inden und geben an, sich
einsam zu ühlen.Auch sie haben Ho nungau sozialen Au s ieg du chdas
S udium, sind abe unsiche übe ih eneigenen S udiene olg.
Die im Rahmen de quali a i en Auswe ung ge undenen Typen wu den au de
Basis de Da en aus de quan i a i en F agebogene hebung di e enzie e un-
e such (s. Abb. 2).
Abbildung 2: P o ile de Typen au den Skalen zu Selbs wi ksamkei ,zu Ve ügba kei on
Bewäl igungss a egien und zu S udienzu iedenhei (Bo mann und Thies, 2019 b, 294)
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Die s a is ischenP o ile de d ei in de In e iews udie e mi el en Typen zeigen
dabei einigeÄhnlichkei en, abe ebenso deu liche Un e schiede.
–E neu zeig sich, dass Typ Aingewisse Hinsich p i ilegie zusein schein .
S udie ende des Typs Ageben eine hohe s uden ische Selbs wi ksamkei s-
übe zeugung an, be ich en übe Bewäl igungss a egien e schiedene A
und Zu iedenhei mi dem S udium.
–S udie ende des Typs Bdagegen scheinen be-, abe nich übe las e zu sein.
Die We e sind du chweg ge inge als bei Typ A –mi Ausnahme bei de
Zu iedenhei mi den S udieninhal en.
–Typ Cschein ein he ausge o de e Typus in Hinblick au s uden ische
Selbs wi ksamkei sübe zeugung zu sein, abe auch in Hinblick au die Be-
wäl igungss a egien und die Zu iedenhei mi dem S udium.
Nachdemdie beiden zue s o ges ell en, mi einande e knüp en S udienzeigen
konn en,welche Ve auensp ak iken und - ypen bei S udie enden mi un e -
schiedlichen akademischen Familienhin e g ünden in de S udieneingangs-
phase einhe gehen30,also wie Ve auen als Ressou ce in de T ansi ionsphase
wi k , widme esich schließlich die d i e S udie31 de F age, wodu ch beein luss
wi d, welche Rolle Ve auen au den subjek i en S udiene olg ha . Hie bei
s ell e sich e s ens he aus, dass S udie endeaus nich -akademischen Familien
übe ge inge es Ve auen e ügen. Zwei ens zeig e sich, dass dasVe auenden
subjek i en S udiene olg und das Wohlbe inden beein luss .D i ens sagen
Exklusionswah nehmung und a ek i es Commi men als „ i “-Va iablenden
subjek i en S udiene olg o he . Vie ens mediie en die beiden „ i “-Va iablen
den Ein luss, den Ve auen au den subjek i en S udiene olg ha . Das heiß ,
dass das gene elleVe auen, das o de T ansi ione wo ben wi d, das Exklu-
sionsemp inden nega i und das a ek i eCommi men posi i beein luss , also
den „ i “p äde e minie . Die „ i “-Va iablen wi ken dann e wa ungskon o m
au den S udiene olg.
Diskussion
Zunächs is es zuhal en, dass Ve auen bzw. Ve auensp ak iken sozial un-
e schiedlich e eil sind und habi uelles Ve auen mi un e schiedlichen
Wah nehmungen und Bewe ungen de S udiensi ua ionen einhe geh . Gleich-
zei ig wu de illus ie , dass Ve auen und Ve auensp ak iken die soziale In-
eg a ion und die Bindung an die Hochschule e leich e n. Diese wiede umwi k
30 Ebd.; siehe auch dies., „Ve auen als Ressou ce“.
31 Thies, Heise und Bo mann, „Social Exclusion“.
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sich endenziell posi i au den S udiene olg aus. Höhe es Ve auen ö de
Ve auensp ak iken, ge inge es Ve auen dagegen e schwe die He s ellung
on „ i “,also die Passung onindi iduellen und ins i u ionellen Fak o en. Die
E gebnisse de d ei S udien zeigen g undsä zlich, dass höhe es Ve auen und
die da aus esul ie enden Ve auensp ak iken gewisse maßenbelohn we den,
e waindem S udie endesich in un e s ü zenden Ne zwe ken onGleichge-
sinn en ode jenen, die sich be ei s mi de Hochschule gu auskennen, enga-
gie en. Ge inge es Ve auen geh dagegen endenziell mi eine e minde en
Teilhabe an und Nu zung onun e s ü zendenRessou cen einhe und kann
dahe ehe als ein Hemmnis ü S udiene olg be ach e we den.
Die E gebnisse de d ei S udien un e s ü zen das eingangs o ges ell eheu-
is ische Modell zu Bedeu ung habi uellen Ve auens als Ressou ce in de
S udieneingangsphase. Demnach schein sich ein „mi geb ach es“,also schon
o dem Ein i in die Hochschule o handenes, hohes Ve auen güns ig au die
Wah nehmung und Bewe ung de He aus o de ungenande Hochschule, die
e leb e Ve auenswü digkei onPe sonen und Ein ich ungen in de Hoch-
schule, die Emo ionen in de S udieneingangsphase sowie den Au bau und die
Nu zung on e auens ollen Beziehungen an de Hochschule auszuwi ken.
Diese Implika ionen onVe auen s ellen sich ganz ähnlich bei S udie enden
mi und ohne einen amiliä en akademischen Hin e g undda . Ebenso s ell sich
he aus, dass S udie ende mi ge ingem Ve aueno enba wenige gu in de
Lage sind, o handene Angebo e zu Un e s ü zung in de S udieneingangsphase
in Ansp uch zu nehmen ode au Mi s udie ende zuzugehen und selbs un e -
s ü zende Ne zwe ke au zubauen. Wenngleich sie eben allsbe ich en, soziale
Un e s ü zung in Ansp uch zu nehmen, scheinen sie in ge inge em Maße übe
unk ionale S a egien wie ak i es Coping ode posi i es Denken zu e ügen. In
Anlehnung an Whi e32 und Fulle 33 kann inso e n a gumen ie we den, dass
s uden isches Ve auen ein wich ige ,abe bislang wenige okussie e An-
sa zpunk ü hochschulischeMaßnahmenis , die da au abzielen, S udie ende
bei de Anpassung an ins i u ionelleHe aus o de ungen und die soziale In e-
g a ion an de Hochschule zu un e s ü zen.
Wieausge üh wu de, is das o he o handeneVe auen de S udie enden
eine wich ige Ressou ce ü die e olg eiche T ansi ion. Dieseskann alle dings
du ch die Zielins i u ion nich unmi elba beein luss we den. In den Hoch-
schulen selbs müss e es dahe ehe da um gehen, den S udie enden die He -
s ellung onPassung zu e leich e n und dadu ch die Chance au ih en S udi-
ene olg zu e höhen. Mögliche weise kann dadu ch eine T ans o ma ion des
ins i u ionellen Habi us’de Hochschule eingelei e we den, e wadadu ch, dass
32 Whi e, „Using P incipleso T us “.
33 Fulle , „Social Capi al and he ole o us “.
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implizi gel ende Regeln anspa en e gemach we den. Auch eine Fö de ung
des a ek i en Commi men s und Zugehö igkei sge ühls onS udie enden
könn e den e olg eichen Übe gang un e s ü zen. Dazu könn en zielg uppen-
spezi ische Angebo e in ensi ie we den, die den meh achen Übe gang (nich
nu den Übe gang on de Eigenins i u ionindie Ins i u ion Hochschule, son-
de n insbesonde e bei nich adi ionellenS udie enden den Übe gang onde
He kun s amilie in ein neues soziales Milieu) e leich e n hel en. In e en ionen,
die das Exklusionsemp inden au angen und das a ek i eCommi men ö de n,
gib es be ei s.34
Hil eich könn en zudem di e enzie e Maßnahmen sein, die das kogni ions-
ode das emo ionsbasie e Ve auen35 ansp echen. Kogni ionsbasie es Ve -
auen be uh au Übe zeugungenz.B.bezüglich de Ve lässlichkei ,emo ions-
basie es Ve auendagegen au wechselsei ige So ge36.Insbesonde e S udie-
ende, die die T ansi ion an die Hochschule un e e schwe en Bedingungen
s a en, könn en da onp o i ie en, wenn sie wah nehmen, dass es in de
Hochschule Ein ich ungenund Pe sonen gib , denen die soziale In eg a ion de
S udienan änge und S udienan änge innen wich ig is und die de en Ve ne -
zung ö de n, z.B. du ch sys ema ische Men o ingp og ammeode geziel e
Pee -Be a ung.
Solche und eine Vielzahl wei e e denkba e Maßnahmen sind auch deshalb
ele an , weil das wah genommene spezi ische Ve auen in Bildungsins i u io-
nen insgesam dasgene alisie e Ve auen s ä k 37und dami zu S ü zung on
demok a ischen G undp inzipien38 bei äg . Zudem üh de S udiene olg on
nich adi ionellen S udie enden lang is ig zum Abbau onsoziale Un-
gleichhei im Bildungssys em, die das gene alisie e Ve auen beein äch igen
kann, wie z.B. G een und P es on39 zeigen. Im S udiene olg nich adi ionelle
S udie ende bes eh da übe hinaus po enziell die Chance, dass sich nach und
nach de ins i u ionelle Habi us onHochschulen e ände und zunehmend
34 Tama a Ma ks eine , S e an Janke und Oli e Dickhäuse , „E ec s o ab ie psychological
in e en ion on s uden s’sense o belonging and educa ional ou comes: The ole o s uden s’
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36 Ebd.,25.
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38 Axel Honne h, „E ziehung und demok a ische Ö en lichkei “,in: Zei sch i ü E zie-
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meh S udie ende aus nich -akademischenEl e nhäuse ne olg eich sind und in
de Hochschule eine Bildungska ie e ans eben.
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ezep ionis in im ho el male . und meine el e n haben dann ein achmal i gendwann
übe leg : „sag mal edua d, wie wä e es denn, wenn du das nich auch ielleich machs ?“
da au hin dach e ich mi , ja, hmm, das wä e eigen lich ga keine so schlech e idee. das
wä e mal wasneues. es is e was spannendes. ich habe dann, ich glaube ie e schie-
denep ak ika absol ie in e schiedenen ho els ich wa ja(,) un e ande em wa ich au
no dseeinsel-a dann einmal als eiwillige/ ja (,) doch als eiwilliges p ak ikumwa ich
dann in dem ho el […]und die p ak ika haben mi auch alle ge allen. also, es sp ach
eigen lich nich s dagegen, dass ich sagen konn e, ja, de be u ho el achmann, de
ge äll mi je z nich . ähm, auch dass m/, dass meine schwes e die ausbildung je z
bes anden ha e. und ähm, das ha mich alles nu dazu ge üh , dass ich gesag habe, „ja,
okay,das, das wills du je z machen“(444–461).36
Fes zuhal en is , dass die gesellscha liche E wa ung, sich ü einen Ausbil-
dungsbe u zu en scheiden und die gleichlau end in de amilia en Au o de ung
zum Ausd uck komm , als selbs e s ändlich e s anden wi d. Neben dem pe -
sonalen Ve auen in die El e nund de en Einschä zungen zu Edua ds Pe son
inde sich eine Posi ionie ungzudem o geschlagenenAusbildungsbe u ,
e bunden mi eine Übe p ü ung de Idee, und diese Übe p ü ung kennzeich-
ne ein sys emisches Ve auen in Ausbildungslogik. So wi d zunächs die on
Edua d ollzogeneAbwägung und Aneignung de Be u swahl e zähl heo e isch
du ch ku ze E alua ionen ma kie . Ange eg du ch den amiliä en Kon ex
beginn ein kogni i e P ozess („dach e“,448), de übe d ei S u en zu heo e-
ischen Aneignung de Idee des Ausbildungsbe u es üh : 1. die Idee wi d als
„keine so schlech e“(449) eingeschä z ;2.imKonjunk i („wä e“,449) wi d das
Vo haben als „wasneues“(450) an izipie , so dass le z lich 3. die Idee als „e was
spannendes“klassi izie we den kann (450).Diese kogni i eAneignung wi d im
Wei e en du ch meh e e P ak ika anhand onE ah ungen übe p ü und im
Ke n abgesiche . Da die P axise ah ungendie zu o angeeigne e Idee bes ä i-
gen, kann im le z en Sch i eine Handlung en wo en („machen“,461) und
dami eine En scheidung ge o en we den.
Die Unsiche hei bezüglich de Anzahl de P ak ika („ich glaube“,450) zeig ,
dass nich die E ah ungende einzelnen P ak ika biog a isch ele an sind,
sonde n die Absiche ung du ch dasTun selbs –man mach P ak ika –,also
ein gene alisie es Ve auen in das Sys em P ak ikum im Rahmen onBe u s-
indungsp ozessen als eine Fo m onBildungs e auen. Da übe hinaus e -
weis de Hinweis „ eiwilliges p ak ikum“(452) au eine Un e scheidung,inde
das Selbs bild, die No m übe e üll zu haben, zum Ausd uck komm , ode
ande s o mulie :Edua d ha sich bzw. seine En scheidung meh ach abgesi-
che . Zwei möglichweise zu e allgemeine nde Aspek e bezüglich eine bio-
g a ischen Pe spek i e au Ve auen im Kon ex onBildung können kons a-
36 Die Zahlen en sp echenden Zeilennumme n im In e iew ansk ip .
Zum Ve häl nis on Ve auen und Bildung aus biog a ie heo e ische Pe spek i e 127
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ie we den: a) En scheidungen ü eine Be u sausbildung basie enau Ve -
auen in den ins i u ionalisie en Weg, e bunden mi eine Hal ung, das
Rich ige ( o ab) ge an zu haben bzw. zu un. Da nich ein Bezug zu sich selbs ,
sonde n ein Ve auen in Ins i u ionen o angig is , s ehen b) die P ak ika ü
eine Bea bei ung onUnsiche hei und sie s i en in de Fo m Ve auen, dass
ausgehend onde Annahme eines e ah ungsbasie en Wissens zu e sich lich
au die kün ige Si ua ionde Ausbildung geblick we den kann. Ve auens eh
hie ü einen Mechanismus zu S abilisie ung unsiche e biog a isch ele an e
E wa ungen. Dass dieses Ve auen ehe kon ap oduk i is , da au diesem
Wege e mein lich abgesiche e E wa ungen en s ehen, die le z lich ehe P o-
zesse des Ve lus s onVe auen und im Wei e en des Miss auens begüns igen
können, wi d im Folgenden da geleg .
Zu Beginn des In e iews und in Fo m eine P äambel wi d die E zählung als
eine „ziemlich lange leidensgeschich e“(31) angekündig . Ohne diese hie im
Einzelnen nachzuzeichnen, sei angeme k , dass die Ausbildung in einem Ho el
s a and, in dem zu o ein P ak ikum abgeleis e wu de. Das „Leiden“bezieh
sich u.a. au E k ankungen, die onEdua d mi dem ü ihn au g und de
o he igen E ah ungenübe aschenden schlech enBe iebsklima in Ve bin-
dung geb ach we den. Ein Ve lus on zunächs „Ve auen können“hin zu
einem Miss auen als eine S a egie zu Bea bei ung eine biog a isch schwie-
igen Si ua ion is aus Sich des P o agonis en die Folge.
es wu de seh iel geläs e . es kamen seh iele ge üch e au […]und das wa hal alles
imme ech nega i .demnachdach e ich mi , wenn ich pe sönlichnich s sage, dann
kann auch au mich nich s zu ückkommen. da keine leige üch e en s ehen und auch
nich übe mich geläs e wi d. demnach habe ich nu meinea bei gemach . und habe
ga kein e auen zu den ande en meh ge unden,weil man/ode ich ging ein ach
imme da on aus, pass au , die könn en i gende was schlech es ondi e zählen. des-
wegen miss aus du denen ein ach und du a bei es ein ach ü dich alleine (93–101).
De da geleg e Ve lus eine Be ei scha zum Risiko im Sinne eines Ve au-
ens o schusses („ga kein e auen zu den ande en meh ge unden“,98 .)
ich e sich au den A bei skon ex und dami ohne Ausnahmeau alle Kolle-
ginnen und Kollegen. En sp echend wi d sich hie in e s e Linie au die Si ua ion
in ih e Gesam hei und nich au spezi ische Pe sonen bezogen. Die omVe -
auens e lus gekennzeichne e biog a isch belas ende (Gesam -)Si ua ion e -
äh übe das Miss auen als S a egie („deswegen miss aus du“,100 .) eine
Bea bei ung. Schwie igeund mögliche weise nich um assendzu e s ehende
Zusammenhänge, wie hie dasande s e wa e e Be iebsklima, können en -
sp echend du ch Miss auen gehandhab we den. Diese Umgangsweise ko e-
lie mi einem s abilen Selbs bezug und -bild, so dass Miss auen auch dem
eigenen Schu z dien . Begüns ig du chdas E leben eines beg enz en Raumes
Sylke Ba mann /Nicolle P a /Nicole Wel e 128
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–eine Insel – inde sich die skizzie e S a egie übe den O de Ausbildung
hinaus bzw. ze ließen die G enzen zwischen dem Ho el als Ausbildungso und
de Insel:
au insel_a ühl e man sich auch i gendwie s ändig beobach e .[…]jaman leb nich
ei. un e ande em auchwegen den/ wegen den mi be/ mi a bei e n. und ähm, es kam
dann gegen ende ap il –ich wa ein ach beim einkau en –kam dann ein ku sche zu mi
hin. […]und de wuss e noch ganz genau wie ich am alle s en ag, also am e s en augus
zwei ausendneun, wie ich au die insel gekommen bin. das ha / das sp ich sich alles so
au de insel he um.und genauso wa esdann hal auch im ho el. also, es ha sich alles
he um gesp ochen. und deswegen dach e ich, ähm, häl s du mal s ill. […]jaich bin au
insel_a bin ich niemals los gewesen […]j
a, deswegen ich ha e auch sozusagen keine
eunde da. weil man imme allen miss au ha e, konn e man auch kein e auen zu
den ande en dann inden(108–128).
Die obige E zählung is komplex, da sie sowohl zei lich meh e e Ebenen e ass
(Ankun und knapp neun Mona e Dasein) als auch den wechselsei igen Bezug
zwischen A bei und Insel au zeig und dami eine biog a isch- äumliche Kon-
s ella ion,die du ch „s ändig beobach e “(109) sowie als „nich ei“(110)
cha ak e isie is . In Anlehnung an Go man37 zeig sich hie eine biog a isch-
äumliche E ah ung mi (ode in) eine o alen Ins i u ion, die aus Sich des
P o agonis en ein Miss auen legi imie . Die S a egie „imme allen miss au “
(127 .) bleib dahe kons an , wenn auch mi de E wei e ung,dass noch „an-
de e“exis ie en, also diejenigen, die sich auße halb de (um assenden) Le-
benswel Ausbildung be inden. Dass dann ein „ e auenzuden ande en“(128)
als Ausd uck eine Be ei scha zum Risiko nich möglich is , s ell zwa eigen-
heo e isch eine Konsequenz des Miss auens da , da übe hinaus s ehen die
„ande en“biog a ieanaly isch abe ü ein Ve s ändnis onWel , in dem
F eundscha en möglich und e wünsch sind. Im Wei e en geling es Edua d
dann insbesonde e du chSelbs - und pe sonales Ve auen, die Si ua ion zu
e ände n: „le z endlich sind wi dann auch mi meine amilie zusammen zu
dem en schluss gekommen, dass es keinen sinn meh ha , dass ich diese aus-
bildung o se ze“(81–84). Die Ausbildungwi d en sp echend o zei ig beende ,
auch wenn kein al e na i e Handlungsen wu en wickel is :
als ich dann alle dings abgeb ochen ha e, dann s and ich sozusagen auch mi lee en
händen da. also, ich ha e keinenande en be u swunsch.[…]also, man mag ielleich
dies machen. man mag das machen. und man ha hie seine in e essen, abe wenn man
das je z alles zusammen üh en will, dann en s eh kein ich ige be u swunsch. das
sind alles e schiedene kleinebe u e, abe kein ich ige , es e , g oße , in dem das alles
zusammen komm (461–468).
37 E ing Go man, Übe die soziale Si ua ion psychia ische Pa ien en und ande e Insassen,
F ank u a. M.: Suh kamp, 1973.
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Die Me aphe de „lee en hände“(462) e bunden mi de Fo mulie ung „be-
u swunsch“(463) zeigen eine Hinwendungzusich selbs und zu de F age, was
zu einem pass . Ans elle des an änglichen sys emischenVe auens wi d nun die
Ve an wo ung in Fo m eine o enen Suchbewegung bei sich selbs e o e und
zum Zei punk des In e iews e schein die Suche nach einem „ ich ige[n], es-
e[n], g oße[n]“(467) Be u als eine zwa g oße, abe le z lich als eine Au gabe,
die es zu bea bei engil . En sp echend bleib das gene alisie e Bildungs e -
auen bezogen au die Ins i u ion Ausbildung ungeach e de E ah ungen und
unhin e ag bes ehen. Zugleich ma kie die Hinwendung zu sich selbs die
Vo s ellung eine s ä ke enGes al ung (Suchbewegung) als Ausd uck eines
Ve auens in sich selbs .
Ve auen in die soziale und e hische In eg i ä on Schule –
Zwischen de Habi ualisie ung assismus ele an en Wissens und
dem O ien ie ungsschema de Rassismusk i ik
An isemi ismus- und Rassismusk i ik gehö en wie de My hos de Me i ok a ie
zu den g undlegenden Selbs besch eibungen de bundesdeu schen Gesell-
scha 38 und we den als solche sei langem als pädagogische Au gabe disku ie .39
Die olgende Fallanalyse geh am Beispiel des Wi kens an isemi ismus- und
assismus ele an e Wissensbes ände de F age nach, wie gene alisie es Ve -
auen den Umgang mi schulisch e mi el en Wissensbes änden e mi el .
Im biog a isch-na a i en In e iew mi dem 18-jäh igen Alex40 ge ä die
In e ak ion zu eine Si ua iondes Ringens um Sagba kei , als das Thema Mi-
g a ion au gewo en wi d. De Abi u ien Alex, de ge ade eine Leh e zum
Bankkau mann begonnen ha , kenn bes imm esoziale No men de Rassis-
musk i ik und e lek ie o diesem Hin e g und die Ge ah en pauschale Zu-
38 As id Messe schmid , „Dis anzie ungsmus e . Vie P ak iken imUmgangmi Rassismus“,
in: Anne B oden und Paul Meche il (Hg.), Rassismus bilde . Bildungswissenscha licheBei-
äge zu No malisie ung und Subjek i ie ung in de Mig a ionsgesellscha ,Biele eld: an-
sc ip , 2010, 41–58.
39 Theodo W. Ado no, „E ziehung nach Auschwi z“,in: de s. (Hg.), E ziehung zu Mündigkei ,
F ank u a. M.,1966, 92–109.
40 Name und O e sind anonymisie . Das In e iew mi Alex wu de im P ojek „Islam eind-
lichkei im Jugendal e “im Somme 2017 als eines on20na a i -biog a ischen In e iews
mi nich -muslimischen Jugendlichen in NRW e hoben. Das onLamya Kaddo und Nicolle
P a on2017–2020 gelei e e P ojek wu de onde S i ung Me ca o un e s ü z ( gl.
Lamya Kaddo , Aylin Ka abulu und Nicolle P a , „‚Ob das wi klich de Sinn omIslam is
weiß ich nich ‘–Pe spek i en nich -muslimische junge Menschen au den Islam im Kon ex
an imuslimischen Rassismus in de BRD“,in: Disku s. Zei sch i ü Kindhei s- und Ju-
gend o schung 16, 2(2021), 244–259).
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sch eibungenund unzulässige Ve einhei lichungen. Zugleich e s ick sich
Alex’a gumen a i eDa s ellungineine Bewegung des Pendelns zwischen kul-
u alisie enden und biologis ischen Zusch eibungen eine sei s und de K i ik
onRassekons uk ionen ande e sei s:
ich bin je z , ich bin o en jedem menschen gegenübe , es is mi absolu egal, wo
de jenige he komm , wenn ich mich mi dem e s ehe(.) man e s eh sich abe nich
mi jedem di ek so au anhieb guu ehm [I: kla ] wenn ich mich mi jemandem e s ehe,
dann is es mi wi klichegal, wo de jenige he komm und wenn jemand dann wasgegen
den sag , dann (.) sag ich auch, pass mal au (.) is mi scheißegal,was du ondem häl s ,
du muss den deswegen nich beleidigen [I: mhh] so, das da s ehe ich dann auch ü ein
und das is mi dann auch wich ig,dass niemandmeine eunde blöd anmach , ohne
g und [I: ja], ich meine, wenn die beiden je z s ei haben ode sound (.) und die dann
i gendwas sagen, dann misch ich mich da auch nich ein, weil ich dann nich in de
ma e ie d in bin, wie gesag , das is das hema mi den d i en,ich bin ja dann de d i e
und wasmisch ich mich dann da ein, dann sollen die das selbe schon (.) klä en, also
wenn je z kla , wenn je z i gendwas assenspezi isches is und so, sage ich auch, ey es
gib g enzen und seine a ha nich s mi seine asse zu un, also hal mal den ball lach
(412–425)
De Biog a en wi sich eigen heo e isch als „o en jedem Menschen gegen-
übe “(412), wobei He kun „absolu egal“(413) is , sch änk abe zugleich ein,
dass ein Sich-gu -Ve s ehen hie ü eine Bedingung sei, die eben nich imme
gegeben sei. Au die F age hin, ob e „Menschen mi Mig a ionshin e g und“
(In e iewe in, 411) kenne, assoziie Alex dieses A ibu mi eine ande en
He kun und diese mi nich -gu - e s ehen.Solida i ä b ing Alex also nu
Menschen (mi Mig a ionshin e g und) en gegen, mi denen e sich „ e s eh “
(415). Sein Engagemen ü diese e äh a gumen a i wei e e Einsch änkungen:
Beleidigungen ode Ang i e gegenübe de be o enen Pe son müssen „ohne
G und“(419) und dü en nich im Kon ex eines S ei s e olgen, in dem e „de
D i e“(422) wä e.Seine Kons uk ion onMi schüle innen und Mi schüle n
mi Mig a ionshin e g und bezieh sich also neben den Aspek en He kun und
Nich -Ve s ehen auch au die Zusch eibung onAuseinande se zungen. Als eine
Ausnahme omeigenen Nich -Eing ei en ma kie Alex wiede um Si ua ionen,
in denen e Rassismus wah nimm : „wenn je z i gendwas assenspezi isches is “
(423 .). Beleidigungen und Ve allgemeine ungen o dem Hin e g und on
Rassekons uk ionen weis e deu lich zu ück, wende diese dabei jedoch zu-
gleich ak i als Ka ego isie ungsschema an (425). Dies zeig sich insbesonde e im
a gumen a i en Anschluss an die o ges ell e Sequenz:
da wü de ich dann schon, wenn ich das mi k iegen wü de, wenn e je z sagen wü de, du
keine Ahnung du d eckige Jude ode so [I: mhh] eh ih seid doch alle gleich, keine
Ahnung, da wü de ich dann sagen ey (.) nu weil de Jude is , is de kein ande e
Mensch als du [I: mhh] ehm (.) es gib keine De ini ion on(.) Rassen, kla es gib
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e schieden Rassen, abe du kanns nich sagen, Juden sind geizig,haben ne Hakennase,
sind m-haben diese Ve hal ensmus e ,kanns du nich sagen, kla , die haben ielleich
nE scheinungsbildode äuße es, was(.) washal , also zum Beispiel diese(.) ich sag je z
mal Hakennase,weil iele Tü ken haben ja schon so ne (.) Nase ne, also, also zumindes
iele,die ich kenne haben dann hal auch wi klich so ne Nase, abe deswegen mach ich
niemanden schlech an [I: mhh] (.) ode de kann, de jenigekann ja im P inzip nich
da ü , dass e so is , wie e is , weil e ja soo au die Wel kam J[I: mhh] und eh (.) [I:
mhh] ja, also da wü de ich dann schon sagen, hal mal den Ball lach, du kanns nich (.)
eine Rasse übe nKamm sche en und die ka ego isie en (Alex, 425–437).
Um seine In e en ionen gegen Rassismus zu e deu lichen, kons uie de
Sp eche eine ik i eSi ua ion, in denen an isemi ischeKons uk ionen zum
T agen kommen. Dabeibezieh sich Alex au assismusk i ische Re lexionen,
um Rassismus (im Sinne on e einhei lichende Abwe ung) zu iden i izie en,
e s ick sich jedoch zugleich in an isemi ismus ele an es Wissen und u
dami genau jene Kul u alisie ungen, Na u alisie ungen und Rassekons uk-
ionen au , die e a gumen a i zu ückweis . Um eine assismusk i ische Posi ion
zu ma kie en, ep oduzie e an isemi ische S e eo ype und Rassekons uk-
ionen. Im Gegensa z zu eindeu igen sp achlich-s ilis ischen Zu ückweisung de
an isemi ischen Zusch eibungen üh Alex sie als assis ische Ad essie ungen
an die G uppe de „Tü ken“ alidie end o , indem e ihnen das physiogno-
mische Me kmal de „Hakennase“zusch eib und sie als „Rasse“homogenisie .
E u dami ge ade jene Un e scheidungen au , die A zu C¸ic¸ek, Alisha B. Hei-
nemann und Paul Meche il ü hie on be o ene Menschenals E ah ungen des
Ve lus s onWel e auen besch eiben.41
Alex be u sich mi diesem ambi alen en O ien ie ungszusammenhang, de
seine Selbs einschä zung als wel o en ebensoeinschließ wie assismus ele-
an es und assismusk i isches Wissen, un e ande em au den E ah ungs aum
de Schule als Bildungsins i u ion. Alex e siche sich und e au schulischen
Wissensbes änden und Quali ika ionen als e lässliche S uk u enineine on
Unsiche hei en gep äg en sozialen Reali ä . Sie e möglichen ihm die Einmün-
dung in eine Be u sausbildung, wo sie „nu abi u ien en nehmen“(262) und die
Alex gegen Unwägba kei eneines Jugendlebens u.a. dadu ch absiche ,dasse
„ ü die ausbildung“(189) seinen langjäh igen „ e eins- ußball au geben (.) ja (.)
woll e“(188) und die Wiede au nahme eine geschei e en Beziehung zu ück-
weis mi de Fo de ung „mach dein scheißabi u [I: mhh]und dann komm“
(976). Alex’biog a ische En scheidungen sind omS eben nach Siche hei und
S abili ä gekennzeichne , biog a ische Risiken e such e zuguns en des E -
41 A zu C¸ic¸ek, Alisha Heinemann und Paul Meche il, „Wa um so emp indlich?Die Au o i ä
assis ische O dnung ode ein assismusk i isches Plädoye ü meh Emp indlichkei “,in:
B i a Ma schke und Heinz U. B inkmann (Hg.), „Ich habe nich s gegen Auslände , abe …“:
All ags assismus in Deu schland,Be lin: LIT, 2015, 143–167.
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eichens onQuali ika ionszielen auszuschließen. In seinen Da s ellungen do-
kumen ie sich dami ein hohes gene alisie es Bildungs e auen, dasBildung
eng üh au Quali izie ung und das E eichen soziale Posi ionen, die ihm du ch
Quali ika ionen ga an ie scheinen.
En lang dieses gene alisie en Ve auens in Bildung bezieh sich Alex auch
bei Themen, gesellscha lichen Kon lik en und O ien ie ungsunsiche hei en au
schulische In e ak ions o men und un e ich lich legi imie e Wissensbes ände,
um sich no mkon o m posi ionie en zu können. Am Beispiel des islamis ischen
Te o s als „Ande es“en al e sich in de biog a ischen Da s ellung a gumen-
a i die Rele anz schulische Auseinande se zungen ü seine gesellscha spo-
li ische O ien ie ungssuche:
[…]ich hab meine acha bei [I: ja] in poli ik, in de el en klasse ode in de Q1 ehe
gesag , hab ich übe sala ismus gesch ieben [I: ah], weil mich das hema ex em in-
e essie (.) muss ich eh lichsagen, also de , mi dem Islam selbe hab ich (.) je z auch
nich soo iel zu un, auch nich mi dem ko an ode so (.) ehm (.), abe ich weiß, dass (.)
iele ehm (3) ja iele lände islamischen glaubens (.) sich (.) ondiesem islamismus de
exis ie ehm (.) dis-ek-dis anzie en [I: mhh] und eh (.) hal auch ja (.) hal auch sich au
den ko anbe u en, wo d in s eh ode d-das wo die sagen, das s eh soo nich im ko an,
die-die handeln nich im (.) au ag des ko ansehden dschihad auszu üh enund das is
(.) ja, also ich inde, dass de islam (.) imme mi dem islamismus, so in den [I: mhh] nu
weil, nu weil die islamis en sagen, ja ko an-ko an ehm (.) ich ind, dass wi d genauso
wie die ganzen menschenund eine asse das- das wi d soll alles übe einenkamm
gesche (.) [I: mhh] und das inde ich, das inde ich schade ehm (.) eh gläub eh gläubige
mensch, de eh (.) ja im islam is (.) de is kein-de is kein e o is J[I: mhh] alsoda
is , das e wechseln iele und das inde ich schade, weil (.) de glaube ha ela i wenig
mi eh (.) den geis esk anken e o is enzu(547–592, gekü z ).
Die Ins i u ion de Facha bei in de Obe s u e siche das do ep oduzie e
Wissen legi ima o isch ab. Die Auseinande se zung mi dem Sala ismus in eine
Hausa bei üh bei Alex zu de Einsich , dass sich iele Musliminnen und
Muslime omIslamismus „dis anzie en“(584).InÜbe eins immung zu domi-
nan en Na a i en des an imuslimischen Rassismus auch bei jungen Menschen42
bilden Te o und Gewal ü ihn eine zen ale Assozia ion zum Islam, den e in
diesem Zusammenhang als ücks ändig und di e en kons uie . De Islam ha
ü ihn „zwa nich s mi den g unddeu schen we en und g unddeu schen so zu
un“,is „abe (.) hal ein eil ondeu schland mi le weile“(788–90). Vo dem
Hin e g und poli ische En scheidungen e kenn Alex die Viel al onReligio-
nen in de Bundes epublik Deu schland an. Gleichzei ig weis e Ve einhei li-
chungen im Rahmen on Rassekons uk ionen, e allgemeine nde Zusch ei-
42 Vgl. Kaddo , Ka abulu und P a , „‚Ob das wi klich de Sinn omIslam is weiß ich nich ‘
Pe spek i en nich -muslimische junge Menschen au den Islam im Kon ex an imuslimi-
schen Rassismus in de BRD“.
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bungen an Musliminnen und Muslime wie auch Gleichse zungen onIslam und
Islamismus als undi e enzie es und dami illegi imes Wissen zu ück. Alex
e au au schulisch e mi el es Wissen, als s aa liche Ins i u ion bü g die
Schule ü die Ve auenswü digkei de do e wo benen Wissensbes ände.
Alex’El e n a bei en in de kommunalen Ve wal ung, ih e poli ischen Hal-
ungen besch eib e abg enzend als „nbisschen adikale “(735). In seinem
In e iew wi d deu lich, dass Schule und Familie ü Alex Kon ex esind, in denen
sich die dominie enden Hal ungen zum Islam wide sp echen. Es sind wide -
s ei ende Milieus, in denen das S eben nach S abili ä und Kon olle eine sei s
sowie die Fo de ung nach Re lexi i ä und O enhei ande e sei s dominie en.In
diesem Spannungs eld be inde sich Alex au de Suche nach eine Posi ionie-
ung, auch wenn die Habi ualisie ung assismus ele an en Wissens seine Da -
s ellungen deu lich p äg . Zum O ien ie ungsschema de En hal samkei ge-
genübe e einhei lichenden und abwe enden Zusch eibungen kann sich diese
junge E wachsene gleichwohl posi i ins Ve häl nis se zen, wenn es z.B. da um
geh , die Mig a ionsgesellscha anzue kennen. Fü Alex gehö de Islam zu
Deu schland –dies is ü ihn das E gebnis onEinwande ungspoli ik. Auch die
Ka ego ie „Muslim“bzw. „Muslimin“kann e o diesem Hin e g und in ih e
Bedeu ung k i isch e lek ie en, so dass e pauschalisie ende Zusch eibungen
hin e agen kann.
Diese pe sönlichen Auseinande se zungen e bleiben jedoch wei gehend au
de Ebene onO ien ie ungsschema a und s ehen in einem ge ingen Pas-
sungs e häl nis zu seinem Habi us. Hie komm jene sozialisie ende Wi kung
assis ische O dnungen zum Ausd uck, die Anne B oden und Paul Meche il als
„bildend“besch eiben:
Die sozialisie endeWi kung de kul u assis ischenZugeho
¨ igkei so dnung bes eh
da in, dass sie Selbs e s ändnisse p ak isch, kogni i -explizi , abe auch sinnlich-
leiblich e mi eln, in denen sich soziale Posi ionen und Lage ungen spiegeln.Rassis-
ische O dnungen e mi eln in de Weise No mali ä als sie ein Ve s ändnis de so-
zialen Wel , in dem sich die je eigeneS ellunginih da s ell , e möglichen.43
Rassismusk i ik is demgegenübe bei Alex ein kommunika i -gene alisie e
Wissensbes and,44 de soziale No men als Bezugspunk he anzieh , ü seine
pe sönlichen Wel deu ungenjedoch nu eingesch änk bedeu sam wi d. So be-
zieh e sich pe o ma i im Sp echenunk i isch au assismus ele an e Wis-
sensbes ände, benu z ohne Scheu biologische Rassekons uk ionen und sp ich
on „Wi “in Re e enz au die Dominanzgesellscha sowie on „Abs ammung“.
43 Anne B oden und Paul Meche il, „Rassismus bilde . Einlei ende Beme kungen“,in: dies.
(Hg.), Rassismus bilde . Bildungswissenscha liche Bei a
¨ge zu No malisie ungund Subjek-
i ie ung in de Mig a ionsgesellscha ,Biele eld: ansc ip , 2010, 7–24, hie : 17.
44 Ka l Mannheim, Wissenssoziologie,Be lin, Neuwied: Luch e hand, 1964.
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Bildungs e auen e schein hie als Ve auen in die soziale und gesellscha s-
poli ische In eg i ä de Ins i u ion Schule sowie in ih e bildende Wi kung.Alex
e au da au , du ch das E le nen ondekla a o ischem Wissen übe An ise-
mi ismus und Rassismus au de ich igen Sei e zu s ehen und sich poli isch
legi im posi ionie en zu können. Sein Ve auen in Wissensbes ände und Ze -
i ika ekann als gene alisie es Ve auen in die Ins i u ion Schule besch ieben
we den.45
Mi Ve weis au Niklas Luhmanns Aus üh ungen zu Ve auen als Mecha-
nismus de Komplexi ä s eduk ion besch eib F ank-Ola Rad keVe auen als
eine Fo m de Absiche ung onMy hen des E ziehungssys ems. Rad ke e weis
eine sei s au das P oblem de Kausali ä on E ziehung, die o dem Hin e -
g und ih esTechnologiede izi s den T ans e on Wissen in die Köp e on
Kinde n und Jugendlichen nich ga an ie en kann.46 Ande e sei s bezieh e sich
au das Ge ech igkei sp oblem de Schule, die alle bilden soll und sie zugleich
bewe en und selek ie en muss.47 P o essionali ä , P ü ungenund Ze i ika e
dienen nach Rad keals My hen, in denen übe o ganisa ionsbezogene Rou inen
und Ve ah en Ve auen gesiche wi d. Mi Blick au den hie ekons uie en
Fall Alex kann man als einen wei e en My hos den de Objek i i ä schulischen
Wissens e gänzen. Mi ihm bea bei e die O ganisa ion Schule insbesonde e
(abe nich nu ) in de poli ischenBildung das Handlungsp oblem, habi uali-
sie e Wissensbes ände nich inde gegebenen Zei ans o mie en zu können.
So un e lieg Alex o dem Hin e g und eines hohen gene alisie en Ve auens
in Bildungsins i u ionen de Illusion, du chdie schulisch ge ahm e Auseinan-
de se zung mi Di e enz e häl nissen in e hische Hinsich gesellscha liche
No men e üllen zu können.
Die hie ealisie e biog a ieanaly ische Auseinande se zung mi habi uali-
sie en Wissensbes änden im Ve häl nis zu schulischen E ah ungenamGe-
gens andsbe eich de Rassismusk i ik weis gene alisie es Bildungs e auen
als einen Fak o aus, de Illusionen onBildung und objek i em Wissen un e -
s ü z . Gene alisie es Bildungs e auen schein o diesem Hin e g und ein
geeigne es Konzep zusein, um Bildungsp ozesse im Kon ex o male Bil-
dungsins i u ionen im Ve häl nis zu habi ualisie en Wissensbes änden in bio-
g a ischen Zusammenhängen wei e zu un e suchen.
45 F ank-Ola Rad ke, „Ve auen im E ziehungssys em“,in: Heinz-Die e Assmann, F ank
Baasne und Jü gen We heime (Hg.), Ve auen,Baden-Baden: Nomos, 2014, 19–28.
46 Ebd.,21.
47 Ebd.,20.
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T ans o ma ion on Ve auen am Übe gang on de Jugend ins
E wachsenal e –biog a ieanaly ische Pe spek i en
Die im Bei ag da ges ell en Rekons uk ionen e weisen au gene alisie es
Bildungs e auen in die Ins i u ion und Logik onAusbildungen eine sei s und
in schulische Wissensbes ände und ih e No mkon o mi ä ande e sei s. Gene-
alisie es Ve aueninBildung siche als sys emisches Ve auen48 biog a ische
Handlungsschema a en lang onBildungska ie en in de Gegenwa sgesell-
scha ab. Im biog a ischen Zusammenhang wi d die Teilhabe an o malisie e
Bildung und das E langen onQuali ika ionen als soziale E wa ung und zu-
gleich als indi iduelle Handlungsen wu ep äsen ie . De Realisie ung eine
Ausbildung als biog a ische E appe im Fall Edua ds wie auch de no ma i en
Rich igkei schulisch legi imie en Wissens im Fall onAlex wi d gene alisie es
Ve auen en gegengeb ach , dasauchinK isen und Wide sp üchen s abil wi k .
Aus biog a ische Pe spek i ewi d bei Edua d deu lich, dass sein gene ali-
sie es Ve auen in die Ausbildungslogik eine hohe Ve le zlichkei p oduzie
und sein Selbs -und Wel e häl nis in age s ell . Edua d eagie mi Miss auen
gegenübe Pe sonen und schü z dami sein Selbs - und Wel e häl nis ebenso
wie sein gene alisie es Ve auen. Sein Miss auen s abilisie hie das Sys em-
e auen in die Ins i u ion Ausbildung. In den a gumen a i en Da s ellungen
onAlex zu Rassismus zeig sich in Bezug au das Selbs - und Wel e häl nis des
jungen Mannes, dass Ve auen in die Objek i i ä schulischen Wissens zum
Hinde nis ü die En wicklung eine assismusk i ischen Hal ung wi d. Gene-
alisie es Bildungs e auen un e s ü z Alex in seinem Selbs e häl nis als o -
ene Mensch, scha esabe nich , sein Wel e häl nis nachhal ig zu i i ie en,
sodass Rassekons uk ionen in seinem Denken s abil bleiben.
In beiden Fällen zeig sich: Gene alisie es und sys emisches Ve auen wi ken
nich nu un e s ü zend ü Bildungsp ozesse,sonde n e schließenauch En -
wicklungsp ozesse. Deu lichwi d auch, dass gene alisie es Ve auen, das in
Selbs - und Wel e häl nisse eingelage is , du chK isen und Wide sp üche
nich g undlegend in age ges ell ode e schü e wi d. Ge ade dami deu e
sich an, dass gene alisie es Ve aueninBildung in beiden Fällen auch dazu
bei äg , Bildungsins i u ionen gegenübe K i ik abzuschi men.
Miss auen in Bildungsins i u ionenwä ealsoangeb ach , um sich selbs zu
schü zen und gewal ollen Ve häl nissenmi Abweh begegnen zu können(Edu-
a d),ode um die Wi ksamkei und Reichwei e schulisch e mi el enWissens
k i isch zu e lek ie en (Alex).Wäh end LuhmannMiss auen als „ unk ionales
48 End eß, „Ve auenskons ella ionen. Zu Rele anz und T ag ähigkei de Un e scheidung
onpe sönlichem und sys emischem Ve auen“.
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den E hal eines Ausbildungspla zes, und auch de Gesellenb ie münde nich
zwangsläu ig in einem Beschä igungs e häl nis.10 Übe gänge we den dahe auch
als „k i ische Lebense eignisse“11,„Zonen de Ve wundba kei “12 und „Zonen
de Ungewisshei “13 bezeichne . Sie be gen po enzielle Unsiche hei , da ih
Ausgang o z An izipie ens und Abwägens g undsä zlich ungewiss bleib .14
Da Übe gänge imme wenige be echenba und o he sehba we den, is
zukün ig bei Abnahme de Planungsmöglichkei en ein g öße es Maß an Pla-
nungsno wendigkei e o de lich und somi ein ges eige es Ve auen in eigene
(Bildungs-)Fähigkei en sowie das eigene (Bildungs-)Po enzial.15 Indi iduen sind
dahe zunehmend gezwungen, Handlungss a egien zu en wickelnund biog a-
ische Leis ungenbeispielsweise in Fo m onBiog a iea bei zu e b ingen, um
die skizzie e Ungewisshei o z zunehmende Kon ingenze ah ungenkon-
ollie en zu können.16
Nach olgendwi d de F age nachgegangen, inwie e n mi Biog a iea bei
Ve auen in eigene Bildungsmöglichkei en (wiede -)gewonnen we den kann
und welche Po enziale es ü P o essionalisie ungsp ozesse onLeh k ä en
au weis , da auch ih Handeln au g und de an inomischen S uk u des Han-
delns onLeh k ä en onUngewisshei und Unsiche hei du chzogenis .17 Ode
ande s o mulie :Ha Biog a iea bei einen Ein luss da au , Ve auen in das
eigene p o essionelle Handeln zu en wickeln, ü das ja ge adeUnsiche hei und
Ungewisshei kons i u i sind?Diese F agen we den nach olgend un e Rückg i
au empi isches Ma e ial in den Blick genommen,das auszwei e schiedenen
Fo schungsp ojek en s amm . Zunächs wi d jedoch da geleg , wasun e Bio-
g a iea bei e s anden wi d.Abschließend e olgen ein Ausblick und eine k i-
ische Diskussion.
10 Inga T uschka , „Biog a ie und Übe gang“,in: Wol gang Sch öe , Ba ba a S aube , And eas
Wal he , Lo ha Böhnisch und Ka l Lenz (Hg.), Handbuch Übe gänge,Weinheim, Basel: Bel z
Ju en a, 2013, 44–63, hie : 48.
11 Sig un-Heide Filipp, „K i ische Lebense eignisse“,in: Jochen B ands äd e und Ullman
Lindenbe ge (Hg.), En wicklungspsychologie de Lebensspanne,S u ga : Kohlhamme ,
2007, 337–366.
12 Robe Cas el, Die Me amo phosen de sozialen F age. Eine Ch onik de Lohna bei ,Kon-
s anz: UVK, 2000.
13 Wal he und S aube , „Übe gänge in Lebenslau und Biog aphie“,30.
14 Sch öe , S aube , Wal he , Böhnisch und Lenz, „Übe gänge –Eine Ein üh ung“,11–22.
15 Vgl. T uschka , „Biog a ie und Übe gang“,49.
16 Vgl. Ca men Lecca di, „Young people’s ep esen a ions o he u u e and he accele a ion o
ime. Agene a ional app oach“,in: Disku s Kindhei s- und Jugend o schung 7, 1(2012),59–
73, hie : 63.
17 Vgl. We ne Helspe , „An inomien, Wide sp üche, Pa adoxien: Leh e a bei –ein unmög-
liches Geschä ? Eine s uk u heo e ische- ekons uk i ePe spek i eau das Leh e han-
deln“,in: Ba ba a Koch-P iewe, F i z-Ul ich Kolbe und Johannes Wild (Hg.), G undlagen-
o schung und mik odidak ische Re o mansä ze zu Leh e bildung,Bad Heilb unn: Klink-
ha d , 2004, 49–98.
Ve auen in die eigene (Bildungs-)Biog a ie be ö de n 143
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2. Biog a iea bei
Biog a iea bei ha in den le z en Jah en in nahezu allen pädagogischenA -
bei s elde n Eingang ge unden, wassich en sp echend in eine b ei en Publika-
ionslandscha niede schläg .18 Alle dings wi d de Beg i eilweise seh wei
ausgeleg ,sodass eigen lich alles, wasimLau e des Tages onMenschen e leb
wi d, da un e e s anden we den kann. Hinzu komm , dass Biog a iea bei in
einem in e disziplinä enFeld e o e we den kann (Psycho he apie, Sozial-,
E ziehungs- und Geschich swissenscha en) und sich e schiedeneBeg i lich-
kei en, wie bspw. biog a isch ele an e A bei 19,biog a isches Le nen20 und
biog a ieo ien ie e A bei 21,die eils synonym, abe auch in Abg enzung zu-
einande e wende we den, wie auch De ini ionen ausgebilde haben.22
Voneinem ganzhei lichen Menschenbild ausgehend wi d in Anlehnung an
Mie he nach olgend Biog a iea bei ge ass als
eine s uk u ie eFo m de Selbs e lexion in einem p o essionellen Se ing, in dem an
und mi de Biog a ie gea bei e wi d. Die angelei e e Re lexion de Ve gangenhei
dien dazu, Gegenwa zu e s ehen und Zukun zuges al en. Du cheine Einbe ung
de indi iduellen Lebensgeschich einden gesellscha lichen und his o ischen Zu-
sammenhang sollen neue Pe spek i en e ö ne und Handlungspo enziale e wei e
we den.23
Alle dings kann Biog a iea bei dem Indi iduum nich e o dne we den, son-
de n sie kann nu anges oßen und das Indi iduum dabei un e s ü z we den,
18 Vgl. Ch is ina Hölzle und I ma Jansen, Ressou ceno ien ie e Biog a iea bei . G undlagen –
Zielg uppen –K ea i eMe hoden,Wiesbaden:VSVe lag, 2009; Klom aß und Epp (Hg.), Au
neuen Wegen zum Leh e be u ;Ing id Mie he, Biog a iea bei . Leh - und Handbuch ü
S udium und P axis,Weinheim, München: Bel z Ju en a, 2014; Wol gang Raabe, Biog a ie-
a bei in de Benach eilig en ö de ung,Da ms ad : Hiba, 2004; Hans Geo g Ruhe, Me hoden
de Biog a iea bei . Lebensgeschich e und Lebensbilanz in The apie, Al enhil e und E -
wachsenenbildung,Weinheim,Basel: Bel z, 1998; Alexande Weihs und And é Epp, „Bio-
g aphische A bei und biog aphisches Le nen. Religionspädagogische und sozialpädagogi-
sche Pe spek i en im in e disziplinä en Dialog“,in: Religionspädagogische Bei äge (RpB) 82
(2020), 67–76.
19 Vgl. Raabe, Biog a iea bei in de Benach eilig en ö de ung,12.
20 Vgl. He mann Buschmeye , Lebensgeschich e und Poli ik: E inne n –E zählen –Ve s ehen.
Me hodische Zugänge zum biog aphischen Le nen,Soes , Boenen: Landesins i u ü Schule
und Wei e bildung, 1995, 97;Weihs und Epp, „Biog aphische A bei und biog aphisches
Le nen“,67–76.
21 Vgl. Ruhe, Me hoden de Biog a iea bei .
22 Vgl. Ing id Mie he, „Biog aphiea bei und A bei an und mi Biog aphie in de Leh e bil-
dung“,in: Klom aß und Epp (Hg.), Au neuen Wegen zum Leh e be u ,184–200, hie : 184 .
23 Mie he, Biog a iea bei ,24.
And é Epp144
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bes imm eHandlungen o zube ei en. E o de lich is somi , dass die eigen li-
che Biog a iea bei onden Be o enen selbs geleis e we den muss.24
Ziel onBiog a iea bei is somi , dass „Menschen(wiede ) le nen, ih e Bio-
g a ie ak i zu e leben und als einen Raum wah zunehmen, den sie selbe k ea i
(mi ) ausges al enkönnen“.25 Du ch das E zählende eigenen Lebensgeschich e
wi d die Möglichkei e ö ne , das eigeneIden i ä s e i o iumzue kunden.Es
können e schü e e und e gessene26 E ah ungen und E inne ungen gebo gen
und bishe un e s andene Teile de Biog a ie eine Bea bei ung e ah en, da
du ch die eingehende und wiede hol e Re lexion de eigenen Lebensgeschich e
die Chance zu neuen Bewe ung, Ve a bei ung und In eg a ion onE ah ungen
e ö ne wi d. Folglich können e mein lich „s a e S uk u en aus de Pe -
spek i edes Indi iduumsau gelös we den, da es sich quasi neu e inden, also
seine Biog a ie umsch eiben, kann“.27 Es können neue „s immige Rela ionen au
biog a ische Ve läu e en s ehen und sich e wei e e Ges al ungs a ian en e ö -
nen“.28
So können Indi iduen im Rahmen onBiog a iea bei ih Handlungspo en-
zial e wei e n und neue Pe spek i en au sich selbs e ö nen, sodass beispiels-
weise die Selbs wi ksamkei und Iden i ä sen wicklung be ö de we den. Bio-
g a iea bei äg „ e ne zu einem (punk uellen) e lexi en Ve s ehen de
eigenen Lebensgeschich eund de biog a ischen Ve s ickung mi un e -
schiedlichen E lebnissen und E ah ungen bei“,29 da die Ve lech ung onVe -
gangenhei , Gegenwa und Zukun sinnha au einande bezogen und mi -
einande e knüp we den kann.30
24 Vgl. And éEpp, „Subjek i eTheo ien onLeh k ä en übe ungüns ige Fak o en in de
Bildungsbiog a ie onSchüle innen und Schüle n –Wiekons uie en Leh k ä e den
Übe gang onde Schule in die Be u sausbildung?“,in: Zei sch i ü E ziehungswissenscha
21 (2018), 973–990, hie : 983.
25 Weihs und Epp, „Biog aphische A bei und biog aphischesLe nen“,70.
26 Vgl. And é Epp, „Me hodische Übe legungen zum E assen des biog a ischen Ve gessens im
Rahmen biog a ieo ien ie e quali a i e Längsschni o schung“,in: Mal e B inkmann,
Tho s en Fuchs, Wol gang Mese h und Jö g Zi as (Hg.), Ve gessen in de E ziehungswis-
senscha ,Weinheim: Bel z Ju en a (im E scheinen).
27 Ebd.
28 I ma Jansen, „Biog a ie im Kon ex sozialwissenscha liche Fo schung und im Hand-
lungs eld pädagogische Biog a iea bei “,in: Hölzle und Jansen (Hg.), Ressou ceno ien ie e
Biog a iea bei ,17–30, hie : 24.
29 Weihs und Epp, „Biog aphische A bei und biog aphischesLe nen“,70.
30 Vgl. Ch is ina Hölzle, „Gegens andund Funk ion onBiog aphiea bei im Kon ex Soziale
A bei “,in: Hölzle und Jansen (Hg.), Ressou ceno ien ie eBiog a iea bei ,31–54, hie : 31.
Ve auen in die eigene (Bildungs-)Biog a ie be ö de n 145
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3. Biog a iea bei im Handlungs eld Schule –
Ve schiedene Einblicke
Dass Biog a iea bei sich sowohl p oduk i in de En wicklung onSchüle n und
Schüle innen als auch de P o essionalisie ung onLeh k ä en niede schläg ,
wi d nach olgend mi hil e onempi ischen Da en aus zwei e schiedenen Fo -
schungsp ojek en exempla ischau gezeig .
3.1 Biog a iea bei und schulische En wicklungsp ozesse on Schüle n und
Schüle innen –(Wiede -)Gewinnen on Ve auen in die eigene
(Leis ungs-)Fähigkei
In dem Fo schungsp ojek „Au neuen Wegen zum Leh e be u . Bildungsbio-
g a ien nich - adi ionelle Leh am ss udie ende und biog a isches Le nen in
de Leh e bildung“31,das gemeinsam mi Sabine Klom aß du chge üh wu de,
s anden die Biog a ien onsogenann en nich - adi ionellen Leh am ss udie-
enden im Fokus des In e esses –also onPe sonen, die übe kein Abi u e -
ügen und übe Umwege ein Leh am ss udium au genommen haben. Mi diese
Pe soneng uppe wu den biog a isch-na a i eIn e iews ge üh , die mi els
na a ionsanaly ische Ins umen a ien in Anlehnung an Schü zeausgewe e
wu den.32
Im Rahmen de Analysea bei konn e ekons uk i he ausgea bei e we den,
dass die Biog a innen und Biog a en in ih e Schulzei zunächs mi Leh k ä en
in Kon ak s anden, denen sie eine zu ückweisende und Bildungsop ionen
schließende Bedeu ung zusch eiben und e s im wei e en Ve lau ode am Ende
ih e Schulzei au Leh k ä e a en, denen sie eine pe sönlich ane kennende
und Bildungswege ö nende Bedeu ung zusp echen. Le z e en wi d dabei on
den Fallgebenden eine en scheidende Rolle zugespiel , wenn es da um geh ,
Impulse ü En wicklungsp ozesse zu bekommen.33 Diese Leh k ä e weisen
Ähnlichkei en zu biog a ischen Be a e n und Be a e innen au ,34 inso e n ih
31 Vgl. Klom aß und Epp (Hg.), Au neuen Wegen zum Leh e be u .
32 Vgl. F i z Schü ze, „Biog aphie o schungund na a i es In e iew“,in: NeueP axis13 (1983),
283–293.
33 Vgl. And é Epp, „Mi de Ve gangenhei ( o wä s) in die Zukun –De Blick nich - adi-
ionelle Leh am ss udie ende au ih e ehemaligen Leh k ä e und ih e zukün igen Schü-
le *innen“,in: Klom aß und Epp (Hg.), Au neuen Wegen zum Leh e be u ,158–172.
34 Vgl. Die e Ni el, Gymnasiale Schullau bahn und Iden i ä sen wicklung,Weinheim: Deu -
sche S udien Ve lag, 1992, 412–420; Ch is ine Wiezo ek, Schule, Biog a ie und Ane kennung.
Eine allbezogene Diskussion de Schule als Sozialisa ionsins anz,Wiesbaden: VS Sp inge ,
2005, 28–31.
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Ve hal en ode manchmal auch nu eine einzelne Äuße ung Resonanz bei den
Biog a en und Biog a innen ausgelös ha . Diese Momen ede Resonanz sind als
Schlüsselmomen e zu e s ehen, die eine „sys ema ische Ve ände ung […ei-
gene ] E lebnis- und Handlungsmöglichkei en“35 auslösen und somi die Mög-
lichkei en de „Handlungsak i i ä en und Iden i ä sen al ungen“36 de Schüle-
innen und Schüle e wei e n:Von diesen Leh k ä en wu den die Fallgebenden
zu ak i en Ges al ung ih e (be u lichen) Zukun sen wü e und zum Bea bei-
en onschulischen He aus o de ungen anges oßen. Dies wi d nach olgend
exempla ischmi dem Fall Helena37 e anschaulich ,38 jedoch ohne hie eine
um assende und ie e gehende Rekons uk ion zu en al en.
Helena, die zunächs ein Gymnasium besuch ha , bekomm do ela i üh
du ch ih e Leh k ä e e mi el , dass sie do „ga nich s zu suchen“(Helena,
5639)habe und do „ alsch“(Helena, 57) sei, da ih kon inuie lich kommunizie
wu de, dass sie mi Abs and die schlech es e Schüle in sei. Fe ne ühl sie sich
nich nu du ch die Leh k ä e gedemü ig , sonde n ebenso onde ganzen
Klasse, wie dasnach olgendeZi a e deu lich :
Wenn i gendwie de No enspiegel angesch ieben wu de und es gab eine Sechs, wa
imme kla , ich ha e die Sechs und es haben alle auch ganz lau gesag . Das wa
na ü lich ü michimme eine ganz dumme Si ua ion, abe es wa eigen lichimme
allen kla . Und wenn es dann mal// wenn ich mal nich die Sechs wa , dann hießes: […]
‚Nee,die ha die Sechs heu e mal ausnahmsweise nich .‘Also es wu de imme ganz
explizi // eigen lich wu de ich so behandel , als wü de ich da nich hingehö en. Und
dann ha e ich i gendwann keine Lus meh . (Helena, 73–85)
Die Aus üh ungen e anschaulichen, dass sich Helena in de Klasse unwohl
ge ühl ha . Die kon inuie lichen e ike ie enden Äuße ungen du chdie Leh -
k ä e und Mi schüle und Mi schüle innen e ach e sie als ein Ins-Absei s-
S ellen ih e Pe son und ein Ve kennen ih e (Leis ungs-)Fähigkei en, da sie au
eine minde we ige Posi ion es geleg wi d. In olge de e ah enenZusch ei-
bungen esignie Helena allmählich und be eilig sich imme wenige am un-
e ich lichen Geschehen. Dass sich die Deu ungsmach de Leh k ä e au ih e
ganze Pe son niede schläg und auch das Ve aueninih e eigene(Leis ungs-)
Fähigkei beschädig , e anschaulich de nach olgendeZi a ausschni :
35 F i z Schü ze, „Kogni i eFigu en des au obiog aphischen S eg ei e zählens“,in: Ma in
Kohli und Gün he Robe (Hg.), Biog aphie und soziale Wi klichkei .Neue Bei äge und
Fo schungspe spek i en,S u ga : Me zle , 1984, 78–117, hie : 92.
36 F i z Schü ze, „Biog aphie o schung und na a i esIn e iew“,in: Neue P axis 13, 3(1983),
283–293, hie : 288.
37 Alle Namen und Pe sonenangaben sind aus G ünden des Da enschu zes maskie .
38 Vgl. Sabine Klom aß und Es he Meye , „Helena –Nich als Schüle in, abe als Leh e in zum
Gymnasium“,in: Klom aß und Epp (Hg.), Au neuen Wegen zum Leh e be u ,85–103.
39 Bei den Zahlen handel essich um die Zeilennumme n des T ansk ip s.
Ve auen in die eigene (Bildungs-)Biog a ie be ö de n 147
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Wasauch eben Leh e ü eine K a haben, ne?Die sagen ein Wo zu di und das wa ja
damals auch so. Die haben o he gesag : Du kanns nich s. Na ja gu , dann bin ich mi
dem Gedanken umgelau en,ich kann nich s. Und man übe äg ja imme das, was
man in de Schule mach , auch imme au seine Pe son und wenn mi jemand in de
Schule sag , ich kann nich s, denke ich hal , ich kann als Mensch nich s. (Helena, 671–
677)
Au g und ih e Leis ungen wechsel Helena nach de ün en Klasse in die Fö -
de s u e eine Koope a i en Gesam schule. Ih e schulischen Leis ungen s abili-
sie en sich,sie wi d ab de sieb en Klasse in den Realschulzweig eine Gesam -
schule einges u und e eich einen soliden mi le en Schulabschluss. Da sie sich
übe ih e be u lichen Pe spek i en unkla is , se z sie ih en Bildungsweg an eine
Fachobe schule o .40 E s do mach sie die E ah ung, „dass Leh e eigen lich
auch ande s können. Also dass die auch ne sein können und dass die auch einen
un e s ü zen“(Helena, 540–543). Helena we den nich nu Hil es ellungen und
We schä zung en gegengeb ach , sonde n sie wi d e mu ig , ein S udium au -
zunehmen. In p ägende E inne ung is ih insbesonde e die olgende Si ua ion
mi eine Leh k a geblieben:
Und dann ha eine Leh e in ein Wo zu mi gesag , das we de ich meinLeb ag nich
e gessen, sie ha gemein , ich wä e seh sou e än. Und ich habe damalsdagesessen
und habe nich e s anden,was sou e än bedeu e . Habe das zuHause nachgeschlagen
und habe gesehen,dass es heiß , dass man übe den Dingen s ehendis und eigen lich ja
so ein bisschenklüge is , als man schein . Und da wa ich so s olz au mich, es wa
eigen lich, glaube ich, das Schöns e, wasinmeinem Leben eine zu mi gesag ha . Und
ja, und diese Leh e in, muss ich sagenund noch mi ein ande e Leh e ,die haben
eigen lich mich so au die Idee geb ach , weil das dann ja// wi ha en dann ja auch so
Be u sbe a ung und S udienbe a ung als Fach sozusagenund da haben die hal auch
gesag : Ja, we will s udie en, we will das?Und so wei e und ich habe gesag , ja, ach, ich
könn e ielleich s udie en.Und alle so: ‚Ja kla , wa um denn nich .‘Also es wa au
einmal dann nich meh so: ‚Was? S udie en?Bis du blöd?‘Sonde n das wa das e s e
Mal,dass es dann so hieß: ‚Ja kla , na ü lich kanns du s udie en.Duhas doch einen
Abschluss dann. Geh doch s udie en.‘Also es wa so// so no mal. (Helena,509–526)
Mi de Aussage,dass Helena ein S udium au nehmen könne, e weis die
Leh k a eine sei s da au , dass sie diesbezüglichdie en sp echendenFähig-
kei en besi z und ande e sei s ebenso, dass sie ih das Ve auen en gegenb ing ,
das Fachabi u e olg eich abzuschließen. Insgesam e äh Helena du ch die
Leh k a eine We schä zung, die sie zu o onande en Leh k ä en so nich
e ah en ha . Da Helena ih e Leh k a aus de ün en Klasse eine übe aus
wei eichende Deu ungsmach zugesch ieben ha , wie du chdie Zwei el an den
eigenen Fähigkei en zum Ausd uck komm („denke ich hal , ich kann als Mensch
40 Vgl. Klom aß und Meye , „Helena –Nich als Schüle in, abe als Leh e in zum Gymnasium“,
85.
And é Epp148
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nich s“), ha die we schä zende Hal ung und die Übe zeugung onde S u-
die ähigkei Helenas, die ih die Fachobe schulleh k a inden be a enden
Gesp ächen en gegenb ing und äuße , bei de Biog a indagegen Gegen eiliges
bewi k und sie insgesam be lügel und bes ä k .41
Mi den hie ehe udimen ä en al e enAus üh ungen, die in de en sp e-
chenden Publika ion eingehend und in angemessene Tie e eine Ve anschauli-
chung e ah en, konn e exempla isch au gezeig we den,42 dass die in e iew en
nich - adi ionellen Leh am ss udie enden onau sie eingehenden Leh k ä en,
o mals auch als signi ikan e Ande e bezeichne , Impulse ü die eigene En -
wicklung wie auch ü die Ausges al ung de eigenen be u lichen Zukun e -
hal en haben. Diese Leh k ä emo i ie en, un e s ü zen und s oßen die Bio-
g a en und Biog a innen an, sich He aus o de ungen zu s ellen. Alle dings
machen dasdie Leh k ä e des Samples nich im Rahmen explizie e Biog a-
iea bei im Sinne Mie hes43,sonde n sie geben ehe implizi e Ans öße, die ü die
Biog a en und Biog a innen wi ksam we den und eine Resonanz en al en.44
3.2 Biog a iea bei und P o essionalisie ungsp ozesse on Leh k ä en –
Ve auenss eige ungindie eigene P o essionali ä ?
Im Fokus des Fo schungsp ojek s „Biog a ische Genese subjek i e Theo ien“
s eh die F age: Wieschlagen sich biog a ische E ah ungsau schich ungen on
Leh k ä en au ih e Sich - und Be ach ungsweisen zum Übe gang ih e Schüle
und Schüle innen in eine Be u sausbildung niede ?Neben biog a isch-na a i-
enIn e iews wu den Expe en- und Expe innenin e iews mi den Leh -
k ä en ge üh , die zunächs mi de Na a ionsanalyse und einem o enen
Kodie e ah en in Kombina ion mi dem ökosys emischen En wicklungsmo-
dell ge enn oneinande analysie und anschließend mi de allin e nen Zu-
sammenhangsanalyse au einande bezogen wu den.45
Die bishe igen E gebnisse de Un e suchung e weisen da au ,dass, e mi -
el du chBiog a iea bei , mi de Leh k ä e in ih em Lebens e lau in Be üh-
ung gekommensind, P o essionalisie ungsp ozesse anges oßen we den,die
sich wiede um au die Aus o mung de subjek i en Theo ies uk u niede -
41 Vgl. Epp, „Mi de Ve gangenhei ( o wä s) in die Zukun “,165–166.
42 Vgl. Klom aß und Epp, Au neuen Wegen zum Leh e be u .
43 Mie he, Biog a iea bei .
44 Vgl. Epp, „Mi de Ve gangenhei ( o wä s) in die Zukun “,159–160.
45 Vgl. And é Epp, „Übe legungen zu T iangula ion onbiog aphisch-na a i em In e iew
und Expe *innenin e iew. Me hodische Modi ika ionen und E wei e ungen zu E assung
onRela ionen zwischen Biog aphie und Subjek i e Theo ie“,in: Zei sch i ü Quali a i e
Fo schung 20, 1(2019), 191–206.
Ve auen in die eigene (Bildungs-)Biog a ie be ö de n 149
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schlagen. Dies wi d nach olgend mi dem Fallbeispiel F au Böß46 exempla isch
e deu lich . Zunächs wi d in g oben Zügen ih e biog a ische Gesam o mung
da geleg .
Die Ehe ih e El e n besch eib F au Böß als „ne ganz schwie ige“(Z. 71,
BIO).47 Au g und de E ah ungen des Va e s im zwei en Wel k ieg sei diese
„seelisch ein achk ank, seh dep essi “(Z. 312) und üh e zudem ein „ha es
Regimen “(Z. 314, BIO) un e dem die Biog a in leide . Im Anschluss an ih
Abi u nimm sie ein Tanzs udium au , äll jedoch be ei s zu Beginn des S u-
diums du ch eine ele an e P ü ung, sodass sie exma ikulie wi d. Dies is ü
sie die „g öß e En äuschung“(Z. 214, BIO) und auch eine wei e e „Demü igung“
(Z. 216, BIO) o ih em Va e , de sich zu o gegen das S udium ausgesp ochen
ha , sodass sie „in so ne Deso ien ie ungsphase ges olpe “(Z. 217, BIO) sei.
Alle dings wi d sie du ch ih e ehemalige Tanzleh e in mi els kon inuie liche
Gesp äche und dem Au zeigen ih e iel äl igen S ä ken („du bis ja in elligen ,
du kanns iel im sp achlichen Be eich“(Z. 228–229, BIO) dazu ange eg , sich mi
möglichen Zukun sen wü en auseinande zuse zen, sodass zunehmend eine
Bea bei ung de Lee s ellee olg . Diese Sach e hal kann als das Ans oßen on
Biog a iea bei du ch die Tanzleh e in be ach e we den, die F au Böß kon i-
nuie lich im wei e en Lebens e lau eigens ändig sowie du ch ande e Pe sonen
ange eg ollzieh , wie beispielsweise im Rahmen de he apeu ischen Au a -
bei ung ih e belas enden Familiengeschich e.
Die g oben Aus üh ungen e deu lichen, dass sich F au Böß im Rahmen on
Biog a iea bei e lexi mi ih em Gewo densein auseinande se z , po enzielles
Ve lau sku enpo enzial bea bei e (bspw. Schei e n in de Tanzp ü ung, be-
las ende Familiengeschich e) und die da aus esul ie enden Resonanzen p o-
duk i ü die Ausges al ung ih es Lebensweges au g ei . Biog a iea bei inde
zudem Eingang in ih Me hoden epe oi e (z.B. im Rahmen de Un e s ü zung
de p äsum i en jugendlichen Schulabgänge und Schulabgänge innen beim
Übe gang onde Schule in die Be u sausbildung) und auch ih In-Bezug-Se zen
zum eigenen pädagogischen Handeln weis Elemen e diese au .
Das empi ische Ma e ial e weis da au , dass sich F au Böß zumindes im-
plizi de biog a ischen Komplexi ä ,des Kon ingenz- und Sinnübe schusses48
46 Fü eine aus üh liche e Fallen al ung siehe:And é Epp, „Biog a iea bei im Rahmen on
Supe ision.Ungenu z e Po enziale ü die Leh e *innenbildung“,in: P axisFo schungLeh-
e *innenBildung (im E scheinen).
47 Die Abkü zungen BIO (biog a isch-na a i es In e iew) und EXP (Expe innen-/Expe -
enin e iew) e deu lichen mi welchem E hebungsins umen die In e iewzi a e gene ie
wu den.
48 Vgl. Pe e Alhei , „T ansi o ische Bildungsp ozesse: Das ‚biog aphische Pa adigma‘in de
Wei e bildung“,in: Wilhelm Made (Hg.), Wei e bildung und Gesellscha . G undlagen wis-
senscha liche und be u liche P axis in de Bundes epublik Deu schland,B emen: Uni e -
si ä B emen, 1993, 343–417, hie : 401.
And é Epp150
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zu Ausges al ung de eigenenBiog a ie bewuss zu sein schein , wie sie mi
olgende Fo mulie ung andeu e :
Also Süddeu schland kann e ich wenig, da ha e ich auch keine e wand en Bekann en.
Also auße ganz en e n e in Schwein u , abe das wa je z nich so, dass ich gedach
habe, naja könn eich mich auch nach Schwein u bewegen. Äh p jadenke ich heu e,
hä eich malmachen können, abe weiß man alles nich . (Z. 675–680, BIO)
Zudem weis ih e biog a ische E zählung eine gewisse (ökosys emische)Wei -
sich igkei au , die in un e schiedlichen Si ua ionen, wie beispielsweise in ih e
pa ne scha lichen Beziehungzueinem Mann in Südame ikazum Vo schein
komm . T o z des sehnsüch igen Wunsches nach eine pa ne scha lichen Be-
ziehung –mi de sie ih e emo ionalen Bedü nisse und Ve s ickungen hä e
uhigs ellen können –,gib sie sich diesen Bedü nissen nich ein ach so hin,
sonde n ing sich un e Einbezug iel äl ige Aspek e –im Sinne eine öko-
sys emischen Sich weise –zu eine wohlübe leg en En scheidung du ch.
Und e ha dann imme noch so gesag , ja abe du könn es doch nach A gen inien
kommen und dann ha e mich nochmal besuch in Kolumbien. Und dann, das wa
dann ü mich ganz ganz schwe , weil ich wa ja, bin imme noch, bin so ganz adi ionell
und ich ha e na ü lich auchdiesen T aum on Hei a en usw. und Familie. Und dann
ha e gesag , ich habe eine Wohnung in A gen inien ü uns gekau , hie is sie, du
kanns sie ein ich en. Und da wa ich i gendwie, da dach e ich ja, das is doch genau das
wasdudi wünschs . Abe möch es duineine Mili ä dik ak u ziehen,mi einem Mann
de ein Spiele is . Und dann habe ich gesag , dann habeich nochmal gekämp und hab
gesag , nein und du siehs doch, ich bin doch mi en im S udium und so, das geh je z
nich . Ich muss wenigs ens mein S udium zu Ende machen, komm du doch nach
Deu schland. Und wenn du zwei Jah emi mi in Deu schland geleb has und ich mein
S udium e ig habe, dann können wi imme nochmal d übe sp echen und wiede
zu ückgehen. Und das ha e nich gemach . Und dami wa kla , ich uh nach Hause,
die Beziehung wa zuEnde. (Z. 453–465, BIO)
Eine en sp echende ökosys emische Sich - und Be ach ungsweise leg F au Böß
auch im Hinblick au den Übe gang ih e Schüle innen und Schüle onde
Schule in eine Be u sausbildung an. Sie e meide e ein achende- eduk i eund
s e eo ype Beu eilung und bezieh iel äl ige Ein lüsse wieauch „Wechselwi -
kungen de un e schiedlichen Fak o en au eine dialek ische Weise“mi ein.49
„Also ich glaube, gene alisie en kann man das nich . Und we den Schüle n
wi klich wei e gehol en ha und we kompe en wa ode , das is o mals ganz
ganz schwie ig“(Z. 668–670, EXP). Dass sich Elemen e onBiog a iea bei in
F au Böß pädagogische P o essionali ä wiede inden, e deu lich auch de
Sach e hal , dass sie im Rahmende Un e s ü zung ih e Schüle innen und
Schüle in eine Be u sausbildung auch imme de „Summe onganz ielen
49 And é Epp, „Subjek i eTheo ien onLeh k ä en“,982.
Ve auen in die eigene (Bildungs-)Biog a ie be ö de n 151
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kleinen Sachendie im Lau e de [Lebens-]Jah e [ on Schüle und Schüle innen]
passie sind“(Z. 680, EXP) Beach ung schenk .
Die Aus üh ungen zeigen, dass Biog a iea bei nich nu das Nachdenken
übe das eigene Gewo densein e lexi be ö de , sonde n ebenso übe das ei-
gene pädagogische Handeln. Da Le z e es ein nich unbedeu same Teil eine
Leh e - ode Leh e innenbiog a ie is , also zum eigenen Gewo densein dazu-
gehö , soll e dies eigen lich nich e wunde n. En sp echend liegen somi e s e
Hinweise o , dass Biog a iea bei P o essionalisie ungsp ozesse ans öß .
Im Ve gleich zu dem Fall Helena aus dem Fo schungsp ojek „Au neuen
Wegen zum Leh e be u . Bildungsbiog a ien nich - adi ionelle Leh am ss u-
die ende und biog a isches Le nen in de Leh e bildung“wi d e sich lich, dass
das Ans oßen onBiog a iea bei au Sei en onF au Böß seh iel s ä ke
(ins i u ionell) ge ahm ollzogen e olg e: Die Tanzleh e in ha mi ih kon i-
nuie liche Gesp äche gesuch und ge üh , in denen sie beispielsweise übe
S ä ken, Schwächen und Zukun sen wü e gesp ochen haben, und auch die on
ih in Ansp uch genommenen The apies unden e weisen au eine en sp e-
chende Rahmung.
4. Fazi und Ausblick
Die hie exempla isch e anschaulich en Be undeaus den beiden Fo schungs-
p ojek en e deu lichen, dass das Auseinande se zen mi dem eigenen Gewo -
densein sowohl im Rahmen onexplizie e Biog a iea bei im Sinne onMie he
als auch in einem seh iel s ä ke en Ausmaß implizi anges oßen we den kann.50
So is nich zwingend eine s uk u ie e Fo m de Selbs e lexion no wendig, wie
sie höchs wah scheinlich F au Böß im Rahmen ih e he apeu ischenSi zungen
e ah en ha , sonde n diese kann –wie bei Helena –auch ehe punk uell ein-
gese z we den, um Ähnliches zu bewi ken. InBezug au (s uk u ie e) Selbs -
e lexion exis ie en somi un e schiedliche Nuancie ungenund In ensi ä en,
sodass hie die in Abschni 2e ö e en Schwie igkei en hinsich lich de Ab-
g enzung onBiog a iea bei zum Vo schein kommen.
Dass (implizi e und explizi e ) Biog a iea bei im Hinblickau das (Wiede -)
Gewinnen onVe auen in eigene (Bildungs-)Fähigkei en (z.B. das E b ingen
schulische Leis ungen) und Möglichkei en zu Ausges al ungde Biog a ie eine
bedeu same Rele anz zukomm , konn e mi hil e de empi ischen Fallbeispiele
e deu lich we den. Mi Biog a iea bei können P obleme, Ba ie en, Ablen-
kungen und Sackgassen iden i izie und hema isie we den. Es können ele-
50 Mie he, Biog a iea bei ,24.
And é Epp152
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Jasmin T oege /Julie Lüpkes /Anneka in Bock
In So wa e We (Do No ) T us
Im Bildungskon ex e auenwi da au , dass Schule ih emBildungsau ag
ge ech wi d. Gleichzei ig übe nimm in Zei en zunehmende Ve da ung on
Gesellscha und Bildung1Le nso wa eals (un-)sich ba e Ak eu Teile de
schulischen Ve mi lungsau gabe. In diesem als Da a izie ung besch eibba en
P ozess, bei dem Phänomene e ass , quan i izie und analysie we den,2is
nich imme anspa en , wiedie au Algo i hmenund Au oma isie ung basie-
ende So wa e das Leh en und Le nen p äg , da meis ein unmi elba e Einblick
in die algo i hmische Logik und die Da en lüsse e weh bleib . Obwohl Da en
und ih e In as uk u en niemals we neu al sind und g oßen Ein luss au die
Bedeu ung und En s ehung onWissen haben, müssen Da en zunächs als Da en
imaginie , also als solche e ass und mi Sinn e sehen we den, wie Gi elman
und Jackson und ande e Ve e e und Ve e e innen de C i ical Da a S udies
anme ken.3Diese P ozess de Imagina ion onDa en b ing eine in e p e a i e
Basis mi sich: „Jede Disziplin und disziplinä e Ins i u ion ha ih e eigenen
No men und S anda ds ü die Imagina ion onDa en.“4
Leh ende e wenden Le npla o men und So wa e im Ve auen da au ,
dass diese den Un e ich sinn oll e gänzen. Die Leh e innen und Leh e e -
ö nen so Möglichkei s äume ü So wa e und En wickle und En wickle innen
1Vgl. Daniel Houben und Bianca P ie el, Da engesellscha : Einsich en in die Da a izie ung des
Sozialen,Biele eld: ansc ip ,2018; Juliane Ja ke und And eas B ei e , „Edi o ial: The Da -
a ica ion o Educa ion“,in: Lea ning, Media and Technology 44, 1(2019), 1–6.
2Vgl. Vik o Maye -Scho
¨nbe ge und Kenne h Cukie , Big da a: A e olu ion ha will ans o m
how we li e, wo k and hink,London: Mu ay, 2013.
3Lisa Gi elmanund Vi ginia Jackson, „In oduc ion“,in: Lisa Gi elman(Hg.), „Raw da a“is an
oxymo on,Camb idge, Massachuse s: The MIT P ess, 2013, 1–14; Rob Ki chin, The Da a
Re olu ion: Big Da a, Open Da a, Da a In as uc u es and Thei Consequences,Thousand
Oaks: SAGE, 2014; Dana Boyd und Ka e C aw o d, „C i ical Ques ions o Big Da a“,in:
In o ma ion, Communica ion
&
Socie y 15, 5(2012), 662–679; Ruha Benjamin (Hg.), Cap i-
a ing Technology:Race, Ca ce al Technology, and Libe a o y Imagina ion in E e yday Li e,
Du ham: Duke Uni e si y P ess, 2019; S e ania Milan und Emiliano T e é, „Big Da a om he
Sou h(s): Beyond Da a Uni e salism“,in: Tele ision
&
New Media 20, 4(2019), 319–335.
4Gi elman und Jackson, „In oduc ion“,3;eigene Übe se zung.
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diese Sys eme,als wei e eAk eu e und Ak eu innen schulisches Leh en und
Le nen mi zuges al en. Dabei un e liegen Le npla o men und ih e Funk i-
onsweisen un e ande em ökonomischen Fak o en wie e wazei licheE izienz
ode Risikobewe ung. Le npla o men, die du chden wi scha lichen En -
s ehungskon ex gep äg sind, agen diese Logiken in den Un e ich . Gleich-
zei ig we den de a ige Pla o men, die dem Le nenden du ch in eg ie eBe-
lohnungssys eme S e ne, Münzen ode Spielzei in Aussich s ellen, onih en
He s elle innen und He s elle n o als „Lösung“ ü pädagogische P obleme
(beispielsweise he e ogene Schulklassen, ehlende Mo i a ion on Le nenden,
de izi ä eBe euungsschlüssel du ch Leh k ä emangel) gehandel . Wenn An-
wende und Anwende innen diese Pla o men nu zen und sich au die Se iosi ä
und Funk ionali ä de Sys eme e lassen, so e auen sie dabei ak isch ielen
wei e en P ozessen, Vo annahmen und Menschen,die hin e de genu z en
Technik s ehen.5
Wiedieses Ve auen in die Sys eme en wickel und ges eige we den kann,
beschä ig im Fo schungs eld de Mensch-Maschine-In e ak ion sei jüngs e
Zei auch En wickle innen und En wickle onau oma isie en,au Algo i hmen
basie enden Sys emen. Sie gehen de F age nach, wieinIn e ak ionen zwischen
Nu zenden und So wa e ein angemessenesMaß an Benu ze e auen in ma-
schinelle Sys eme gescha en we den kann,6um die Nu zungsbe ei scha (und
die ko ek e Nu zung)diese Sys eme zu e höhen: „[…] us has been iden i ied
as impo an o c ea ing willingness o use asys em and o ensu ing co ec use
o asys em. Wi hin au oma ed sys ems, us is ega ded as one o he leading
human-machine in e ac ion (HMI) issues.“7Die Implemen ie ung on e au-
ensbezogenen Fak o en wi d im Designp ozess onSo wa e insbesonde e au
Ebene de HMI-Schni s elle(GUI, In e ace) –beispielsweise du chdie Da -
s ellungen one klä enden Tex en ode au quan i a i en Logiken basie enden
Da en –umgese z .8
5Ma io Donick, „Technik e auen heu e und mo gen“,in: Ma io Donick, Die Unschuld de
Maschinen,Wiesbaden:Sp inge , 2019, 223–257.
6Sandy H. Huang, Kush Bha ia,Pie e Abbeel und Anca D. D agan, „Es ablishing App op ia e
T us ia C i ical S a es“,in: 2018 IEEE/RSJ In e na ionalCon e ence on In elligen Robo sand
Sys ems (IROS)(2018), 3929–3936; F ed ick Ekman, Mikael Johansson und Jana Socho ,
„C ea ing App op ia e T us in Au oma ed Vehicle Sys ems: AF amewo k o HMI Design“,
in: IEEE T ansac ions on Human-Machine Sys ems 48, 1(2018), 95–101.
7Jun Ma, Xueing Feng, Zaiyan Gong und Qianwen Zhang, „C ea ing App op ia e T us in
Au oma ed Vale Pa king Sys em“,in: ESEAT 2020 Jou nal o Physics: Con e ence Se ies 1549
052059 (2020), 1.
8Da id Mille , Mishel Johns, B ian Mok, Nikhil Gowda, Da id Si kin, Key Lee und Wendy Ju,
„Beha io alMeasu emen o T us in Au oma ion: The T us Fall“,in: P oceedings o he
Human Fac o s and E gonomics Socie y AnnualMee ing 60, 1(2016),1849–1853.
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Das In e esse an e auenss eige nden Maßnahmen in au oma isie e
Mensch-Maschine-In e ak ionen zeig die zen ale Rele anz ü En wickle und
En wickle innen, abe leg auch o en,dassSo wa ep oduzie endeih en P o-
duk en einen Modus des Ve auens einsch eiben. WieT öhle und Ma icic
he auss ellen, is das Ve auen in solche s a is ischenDa en ein his o isch ge-
wachsene , eligiös e wu zel e und epis emologisch wi ksame P ozess und ha
einen e heblichenEin luss au Bildungspoli iken. Die Selbs p äsen a ion dieses
P ozesses als „mode n, scien i ic, a ionaland secula “9 e mag die ideologi-
schen Hin e g ündejedoch wei es gehend zu e be gen.Übe agen au die
Nu zung onLe npla o mens ell sich also die F age, inwiewei das Ve auen
in Le nso wa e du ch die Da s ellung on e mein lichobjek i en Kennzahlen
e höh wi d und welche Vo s ellungen, P ozesse und Deside a a onund an
Bildung ihnen innewohnen.
Vo diesem Hin e g und gehen wi im Fo schungsp ojek DATAFIED10 de
F age nach, mi welchen Annahmen So wa ep oduzie ende die He s ellung
ih e in e schiedenen Bildungskon ex en e wende enLe nso wa ep oduk e
ahmen. Zu Bean wo ung diese F age blicken wi du chdie Linse quali a i e ,
ekons uk i e Fo schung im Mixed-Me hod-Design in die Black Box de
komplexensozio echnischen P ozesse,welche in eine adap i en, da enge ie-
benen Le npla o m eingesch ieben sind. Zumeinen ekons uie en wi die
Posi ionen de „Da en e mi le “anhand on In e iews mi So wa een wick-
le innen und So wa een wickle n. Zum ande en be ach en wi die Sys eme
selbs im Reku s au Me hoden de So wa e S udies wie beispielsweise dem
Walk h ough11 und we en diese mul imodalaus.12 Anhand unse e E gebnisse
9Daniel T öhle und Ve onika Ma icic, „Da a, us and ai h: he unheeded eligious oo s o
mode n educa ionpolicy“,in: Globalisa ion, Socie ies and Educa ion 19, 2(2021), 138–153,
139.
10 Das P ojek , das diesem Bei ag zug unde lieg , wu de mi Mi eln des Bundesminis e iums
ü Bildung und Fo schung un e dem Fö de kennzeichen 01JD1803B (DATAFIED) ge ö -
de . Die Ve an wo ung ü den Inhal diese Ve ö en lichung lieg bei den Au o innen.
11 Vgl. Ma hias Decuype e, „Resea ching Educa ional Apps: Ecologies, Technologies, Subjec-
i i ies and Lea ning Regimes“,in: Lea ning, Media and Technology 44, 4(2019), 414–429;
Michael Die e , Ca olin Ge li z, Anne Helmond, Na haniel Tkacz, Fe nando N. ande Vlis
und Es he Wel e ede, „Mul i-Si ua ed App S udies: Me hods and P oposi ions“,in: Social
Media +Socie y 5, 2(2019), 1–15; Richa d Edwa ds, „So wa e and he Hidden Cu iculum in
Digi al Educa ion“,in: Pedagogy, Cul u e
&
Socie y 23, 2(2015), 265–279; Ben Ligh , Jean
Bu gess und S e anie Duguay, „The Walk h ough Me hod: An App oach o he S udy o
Apps“,in: New Media
&
Socie y 20, 3(2018),881–900; Jasmin T oege und Anneka in Bock,
„The socio echnical walk h ough –ame hodological app oach o pla o m s udies“,
in: S udies in Communica ion Sciences 22, 1(2022), 43–52, h ps://doi.o g/10.24434/j.scoms.
2022.01.3064.
12 Claudia F aas und Ch is ian Pen zold, „Analyse mul imodale ansmedialkons i uie e
Disku se“,in: Heid un F iese, Gala Rebane, Ma kus Nolden, Mi iam Sch ei e (Hg.),
Handbuch Soziale P ak ikenund Digi ale All agswel en,Wiesbaden: Sp inge VS, 2016, 435–
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e lek ie en wi übe die Ve lech ung onVe auen, da enge iebene Le n-
so wa e und de zukün igen T ans o ma ion schulische Bildung. Unse e
S udie bilde e den Ausgangspunk ü den in e ak i en Pa cou s, in dem wi
Gäs e einluden, gemeinsam mi uns au die Quiz-So wa e Kahoo !zublicken.
Wi quizz en gemeinsam eine Kahoo !-Quiz unde –wie dies ausende on
Schüle n und Schüle innen o uns ge an haben und auch nach uns noch un
we den. Beim Spiel und bei de Re lexion des Spiels en s anden meh e e F agen,
au die wi hie zugespi z eingehen.
Wa um spielen wi Kahoo !?
Kahoo !is ein punk ebasie es Quizp og amm eines b i isch-no wegischen
En wickle -und En wickle innen eams, dass sich als „Global Playe “au dem
EdTech-Ma k bei Nu zendeninschulischen, uni e si ä en,be ieblichen und
p i a en Kon ex en e ablie ha . Fü unse Gedankenspiel zum Ve auenin
da enge iebene So wa e nu zen wi Kahoo !, weil es als Da enbankmanage-
men sys em seine E gebnisse unmi elba als Repo isualisie ausgib und in
Fo m onSp eadshee Repo s, beispielsweise als Excel-Tabelle, einen Auswe -
ungsübe blick de Quize gebnissebe ei s ell und so e hobene und akkumu-
lie e Quizda en sich ba we den. In Kahoo !gene ie eLe nda en we den also
gemessen und bilden die G undlage ü pädagogische P ozesse des P oblemlö-
sens und sind In o ma ionen, denen e au wi d, wie im Folgenden gezeig
wi d.
Waswi d bei Kahoo !ode ande en da enin ensi en digi alen
Spielen gemessen?
Ques ions he e o eneed o be asked ega ding wha educ ions exis inhoweduca ion
is now ‚known‘ h ough digi al da a. Clea ly conside a ion needs o be gi en o he
biases owa ds measu ing wha can be measu edmos easily. […]I isimpo an o
444; Gun he K ess und Theo anLeeuwen, Mul imodal Discou se. The Modes and Mediao
Con empo a y Communica ion,London: Bloomsbu yAcademic, 2001;S e an Meie , „Mul-
imodali ä im Disku s: Konzep und Me hode eine mul imodalenDisku sanalyse“,in:
Reine Kelle e al. (Hg.), HandbuchSozialwissenscha liche Disku sanalyse,Wiesbaden: VS
Ve lag ü Sozialwissenscha en, 2011, 499–532; Bo is T aue, „Visuelle Disku sanalyse. Ein
p og amma ische Vo schlag zu Un e suchung onSich - und Sagba kei en im Medien-
wandel“,in: Zei sch i ü Disku s o schung 2(2013), 117–136.
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ecognise he limi a ions o all such measu es ha a e gi en p ominence in con-
empo a y educa ion.13
Le nso wa e –wie auch Kahoo ! –zähl ge n,was gu und ein ach gemessen
we den kann. Is eine An wo ich ig ode alsch? Wielange ha die Schüle in
gea bei e ?Wann ha de Schüle o dem Rechne gesessen?Die Ve ah enslogik
des Messens on Leis ungsda en un e lieg dem Zwang, he e ogene Da en zu
einem e ein ach en Bildzusammenzu ügen, welches en wede im Wide sp uch
zu lebensp ak ischen Ums änden s eh ode diese soga ausblende .
Dabei ge a en jene Dinge aus dem Blick, die im Bildungskon ex mindes ens
ebenso wich ig, abe iel wenige eindeu ig messba sind: das Zwischen-
menschliche, die I i a ion als Le ngelegenhei ode das S olpe n und Fehle -
machen, um da aus ü spä e e P obleme Lösungen zu inden. Digi ale Leis-
ungsmessung is dahe an ällig ü Ka ego ien ehle . Auch die Bewe ung on
Eingabenineine Le nso wa e un e lieg somi schon o de Auswe ung selbs
einem Bias, weil die Me iken, die e ass we den, schon o ab es geleg und
p og ammie sind. Das P oblem hie bei is abe nich nu de Bias inne halbde
So wa e, sonde n auch die Schwie igkei ü iele Leh k ä e, diesen Bias zu
du chschauen und k i ischzu e lek ie en, be o e in die eigene Un e ich s-
p axis übe üh wi d, zum Beispiel du ch „T us in numbe s“14,wie Ozga es
o mulie .Den So wa enu zenden s ell sich somi die F age, wasgenau die
So wa e miss und ob sie ih e En scheidungen da au au bauen möch en.
Wie we den P obleme mi und du ch Da en gelös ?
[T]he ‚modelling‘o educa ion h ough digi al da aisseen o engende asense o
algo i hmically d i en ‚sys ems hinking‘–whe e complex (and unsol able) social
p oblems associa ed wi h educa ioncan be seen as complex (bu sol able) s a is ical
p oblems. Thus, digi al da a a e accompaniedbyaheigh ened sense o ‚solu ionism‘.
This leads o a ecu si es a e whe e da a analysis begins o p oduce educa ional se -
ings, as much as educa ion se ings p oducing da a.15
Die Idee, mi hil e onTechnologien im Allgemeinen jegliches P oblem de
Menschhei lösen und somi „ eibungslos“und unges ö leben zu können, be-
sch eib E geny Mo ozo mi seinem Beg i des „ echnologischen Solu ionis-
13 Neil Selwyn, „Da a en y: Towa ds he c i ical s udy o digi al da a and educa ion“,in:
Lea ning, Media and Technology 40, 1(2015), 64–82, 75.
14 Jenny Ozga, „T us in numbe s?Digi al Educa ion Go e nance and he inspec ionp ocess“,
in: Eu opean Educa ional Resea ch Jou nal 15, 1(2016), 69–81.
15 Selwyn, „Da a en y“,72.
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mus“16.Mo ozo wa n , dass solche Ideen Fo sch i ehe ge äh denals be lü-
geln, denn in eine echnologisch pe ek ionie en, allum assend da a izie en
und algo i hmisch ges eue en Wel wi d die Ve an wo ung ü Ve ände ung
allein dem Indi iduum übe agen –ohne Pla z ü Fehle . Pädagogische En -
scheidungsp ozesse in Bezug au Le n o sch i bzw. -s a egie sowie das Le nen
als solches lassen sich jedoch nich allein in analy ische, algo i hmische Logiken
übe se zen, sonde n leben onPa adoxien, I i a ionen und scheinba edun-
dan en Wiede holungsschlei en.17
WieSelwyn im obens ehenden Zi a be on , kann die Übe üh ung eine
s a is ischen Logik in den Bildungsall ag (digi ale) Bildung und Bildungsp ak-
iken so o men, dass sich (digi ale) Bildungsse ings en wickeln, die wiede um
nu de angeleg en, algo i hmischen Logik olgen. Eine solche „Philosophie de
Da ene mäch igung“wä e im Bildungskon ex in meh ache Hinsich beson-
de s p oblema isch. Eine sei s p oklamie sie, dass jedes P oblem lösba is und
s igma isie somi jene Nu zenden, die P obleme nich allein zu lösen e mögen.
Gleichzei ig näh de Ra ionali ä smy hoszahlenbasie e „Objek i i ä “den
dami e bundenen Glauben an das Sco ing und an Rango dnungen. Nu was
sich messen läss , kann auch e besse we den, womi sich eine Konku enz-
men ali ä pa excellence mani es ie .Dami e bunden e schü e sie das
Ve auen in die Zusammena bei in G uppen, indem sie die S ä ken des ge-
meinsamen P oblemlösens aus e schiedenen Pe spek i en e lach . Da übe
hinaus igno ie sie, dass o allem in de Schule hochkomplexe soziale P obleme
bea bei e we den, ü die es eben nich eine ein ache, schnelle, onMaschinen
he o geb ach e Lösung gib . Kahoo !is ein konk e es Beispiel ü ein seh
spezi ischesSys em, dem im Kleinen eben alls eine solche Philosophie de Da-
ene mäch igung eingesch ieben is .
Waspassie , wenn wi au So wa e in diesem e da e en Kon ex
e auen?
Au geladenmi dem Ve sp echen eine E möglichung […]sugge ie en die Da enma-
schinen nämlich eine e mein lich unmi elba e E assungalle P ozesse und dami ein
neues, un e s ell es Wissen übe alles und jeden. Ta sächlich abe we den sie de
16 E geny Mo ozo , To sa ee e y hing, click he e: The olly o echnological solu ionism,New
Yo k: PublicA ai s, 1. Au lage 2013.
17 Vgl. Elizabe h de F ei as und Ezekiel Dixon-Román, „The compu a ional u n in educa ion
esea ch: C i ical and c ea i epe spec i eson he digi al da a deluge“,in: Resea ch in Edu-
ca ion 98, 1(2017), 3–13; Da id Lundie, „The Gi enness o he Human Lea ningExpe ience
and I s Incompa ibili y wi h In o ma ion Analy ics“,in: Educa ional Philosophy and Theo y
49, 4(2017), 391–404.
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Reali ä nie ge ech we den können, weil die E assba kei imme mi eine echno-
epis emischen G enze des E assen-Könnens und mi eine poli ökonomischen G enze
des E assen-Wollens einhe geh .18
Ein Haup p oblem de Auswe ungen du ch Kahoo !is , dass bei de Analyse die
In e p e a ionsleis ung (in de Ko ek u , de Quan i izie ung und de Be ei -
s ellung onLe nda en) du ch das Sys em selbs eils o weggenommen und so
ein Ve auensei ensde Leh k ä e in die E gebnisda en p o ozie ode soga
o ausgese z wi d. Du ch die Genauigkei de Da en im Sp eadshee , ebensowie
du ch die Be ei s ellung onangeblich „ ohen“Le nda en und die ehlende
Rückkopplung zu Pla o m, en s eh hie zwa de Eind uck, meh Kon olle
übe die Le nda en, ih e Auswe ung und die anschließenden Sch i e zu haben.
Fak isch is dies jedoch eine Kon ollillusion, denn schon die zug undeliegenden
Da en selbs sind nich „un e s ell “ode ga „neu al“,sonde n en s ehen du ch
das menschlich ges eue e und dami imme einem Bias ausgese z eGene ie en
onDa ensä zen.19 Im Falle onKahoo !zeig sich diese Bias insbesonde e
du ch die Anwendung onwi scha lich-indus iell kon ex ualisie en S ess-
ak o en wie beispielweise dem Zei d uck, de Punk e e gabe, dem Pee -Ve -
gleich und de Au o de ung zu E gebnisop imie ung. Ve aueninKahoo !zu
legen, bedeu e also wah scheinlich auch, die mi de Pla o m e bundenen
Bildungs-, E kenn nis- und Analysep ozesse au o gezeichne e und in de
So wa e implemen ie e Vo s ellungenzu eduzie en.
Fazi
Unse e Be ach ung de Le nso wa e Kahoo !ha gezeig , dass das Messen on,
P oblemlösen mi und Ve auen in Le nda en k i ische, ealwi ksame Konse-
quenzen ü das Ve s ändnis onBildung mi sich b ing . Sie ha auch p oble-
ma isie , dass ein Ve aueninle nso wa ebasie e Da enauswe ung –auch
au g und ehlende Einsich indie zug unde liegenden algo i hmischen Logi-
ken –o de naheliegendeUmgang mi Le nda enanalyse sein mag. Ein k i i-
sche Blick au Kahoo !leg e jedoch die Rele anz eines e lek ie en Umgangs
mi Le nso wa e o en und konn e auße dem in e essan e F ages ellungen in
Bezug au die Da a izie ung onpädagogischen P ozessen e ö nen.
18 Anja B eljak, „Die Zei de Da enmaschinen:Zum Zusammenhang onA ek , Wissen und
Kon olle im Digi alen“,in: Raine Mühlho , Anja B eljak und Jan Slaby (Hg.), A ek Mach
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19 Vgl. Geo ey C. Bowke , Memo y p ac ices in he sciences,Camb idge, Massachuse s: MIT
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In So wa e We (Do No ) T us 261
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Wasmachen wi –als DATAFIED-Team –ausde Sammlung spannende ,
abe bishe noch wenig sys ema isie e F agen?Wi nehmen sie als Ge-
sp ächsanlass und e mu igen zu k i ischen Re lexion onDa en und Da en-
e auen. Wi laden ein, zu einem wei e en Nachdenken übe das Ve häl nis on
Ve auen in So wa e, welches sich insbesonde e im Bildungskon ex zu di e -
sen He aus o de ungen ela ionie en läss . Und schließlich plädie en wi ü
wei e e wissenscha liche und gesellscha sk i ischeAuseinande se zung mi
adap i e Le nso wa e –nich zule z o dem Hin e g und de ak uell ge-
üh en Deba e um den S ellenwe onküns liche In elligenz in de Bildung.
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