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Interprofessionelle Ausbildung (IPE) an Hochschulen: Eine qualitative Studie zu Lehrerüberzeugungen (engl. Teacher Beliefs) in gesundheitsbezogenen Studiengängen

Abstract

Um den gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Anforderungen und Herausforderungen im Gesundheitswesen Rechnung zu tragen, wird die interprofessionelle Zusammenarbeit (IPCP) gefordert. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit interprofessionelle Kompetenzen im Rahmen von interprofessioneller Ausbildung (IPE) bei Fachkräften im Gesundheitswesen anzubahnen. Die Entwicklung von Kompetenzen in Bildungssettings ist in hohem Maße von der aktiven Rolle der Lehrpersonen geprägt. Die Überzeugungen dieser Lehrenden (engl. teacher beliefs) hinsichtlich des Lehrens und Lernens stellen eine maßgebliche Einflussgröße auf das pädagogische Handeln dar. Sie beeinflussen didaktische Entscheidungen und haben somit direkte Auswirkungen auf den Lernerfolg der Lernenden. Zu den Überzeugungen von Hochschullehrenden in Bezug auf IPE existieren in Deutschland bislang nur wenige empirische Untersuchungen. Vor diesem Hintergrund zielt die vorliegende Dissertation darauf ab, Einblicke in die Überzeugungen von Hochschullehrenden bzgl. der IPE zu gewinnen. Im Rahmen dieses Erkenntnisinteresses ergibt sich die zentrale Forschungsfrage: Welche Überzeugungen zur interprofessionellen Ausbildung (IPE) lassen sich bei Hochschullehrenden in gesundheitsbezogenen Studiengängen identifizieren? Dem wissenschaftlichen Bezugsrahmen ist zu entnehmen, dass die didaktisch-pädagogischen Entscheidungsgrundlagen bei der Gestaltung von IPE durch Hochschullehrende bislang unzureichend beleuchtet worden sind. Zudem ist wenig darüber bekannt, wie Hochschullehrende IPE im Allgemeinen verstehen und welche Kompetenzanforderungen sie im Zuge der IPE bei sich wahrnehmen. Um diesen Forschungslücken zu begegnen, wurden drei spezifische Schwerpunkte für die zentrale Forschungsfrage festgelegt, auf deren Grundlage die identifizierten Überzeugungen betrachtet wurden: 1) Was verstehen Hochschullehrende unter interprofessioneller Ausbildung (IPE) in gesundheitsbezogenen Studiengängen? 2) Wie erleben Hochschullehrende die interprofessionelle Ausbildung (IPE) in gesundheitsbezogenen Studiengängen? 3) Wie ist aus Sicht der Hochschullehrenden interprofessionelle Ausbildung (IPE) zu gestalten? Zur Beantwortung dieser Fragestellungen wurden 16 qualitative, halbstrukturierte Interviews mit Hochschullehrenden durchgeführt, die zum Zeitpunkt der Erhebung interprofessionelle Bildungsangebote in gesundheitsbezogenen Studiengängen in Deutschland durchgeführt haben. Die erhobenen Daten wurden systematisch mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2022) ausgewertet. Die Ergebnisse bezüglich der Lehrerüberzeugungen zum Verständnis von IPE zeigen, dass unterschiedliche Auffassungen darüber existieren, wie IPE definiert werden sollte und welche Bildungsformate als interprofessionell gelten. Ungeachtet dieser Unterschiede lassen sich übergreifende Merkmale von IPE, wie das Lernen voneinander, miteinander und übereinander sowie der interprofessionelle Austausch, identifizieren. Zudem herrscht unter den Hochschullehrenden Einigkeit über die Zielsetzung von IPE: die Lernenden zu IPCP befähigen, um dadurch die Patient:innenversorgung zu verbessern. Die Ergebnisse hinsichtlich der Lehrerüberzeugungen zum Erleben von IPE verdeutlichen sowohl Herausforderungen als auch Chancen im Rahmen von IPE. Dabei zeigt sich insgesamt die Überzeugung, dass IPE notwendig ist und in die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Gesundheitsberufe integriert werden sollte. In Bezug auf die Gestaltung von IPE konnten in den Untersuchungsergebnissen vielfältige Überzeugungen identifiziert werden, die von der curricularen Struktur bis hin zur konkreten Ausgestaltung einzelner interprofessioneller Bildungsangebote reichen. Zudem fanden sich Lehrerüberzeugungen zu didaktischen Besonderheiten interprofessioneller Lehr-/Lernangebote und die damit verbundenen (Rollen-)Anforderungen für IPE-Lehrende. Die Ergebnisse stützen bestehende internationale Befunde der interprofessionellen Ausbildungsforschung und erweitern diese um nationale Erkenntnisse zu den Überzeugungen von Hochschullehrenden hinsichtlich des Verständnisses, Erlebens und der Gestaltung von IPE. Darüber hinaus verdeutlichen die Ergebnisse die Relevanz von Faculty Development (FD), um Lehrende in der IPE bei ihrer Kompetenzentwicklung zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, in der interprofessionellen Ausbildungsforschung Überzeugungen weiter zu berücksichtigen, um die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit mit einer größeren Stichprobe und in unterschiedlichen Kontexten zu vertiefen.

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Interprofessionelle Ausbildung (IPE) an Hochschulen: Eine qualitative Studie zu Lehrerüberzeugungen (engl. Teacher Beliefs) in gesundheitsbezogenen Studiengängen

Author: Brandes, Cindy
Year: 2026
DOI: 10.48693/829
Source: https://osnadocs.ub.uni-osnabrueck.de/bitstream/ds-2026020314076/1/thesis_brandes.pdf
an de Uni e si ä Osnab ück
zu E langung des Dok o g ades D . phil.
Thema
In e p o essionelle Ausbildung (IPE) an
Hochschulen: Eine quali a i e S udie zu
Leh e übe zeugungen (engl. Teache Belie s) in
gesundhei sbezogenen S udiengängen
Cindy B andes
Die Disse a ion wu de be eu du ch
P o . D . Bi gi Babi sch
P o . D . U sula Walkenho s
Uni e si ä Osnab ück
Fachbe eich Humanwissenscha en
Gesundhei swissenscha en
Osnab ück 2025
Disse a ion
Ku z assung
Um den gegenwä igen gesam gesellscha lichen An o de ungen und He aus o de ungen im
Gesundhei swesen Rechnung zu agen, wi d die in e p o essionelle Zusammena bei (IPCP)
ge o de . Da aus e gib sich die No wendigkei in e p o essionelle Kompe enzen im Rahmen
on in e p o essionelle Ausbildung (IPE) bei Fachk ä en im Gesundhei swesen anzubahnen.
Die En wicklung on Kompe enzen in Bildungsse ings is in hohem Maße on de ak i en
Rolle de Leh pe sonen gep äg . Die Übe zeugungen diese Leh enden (engl. eache belie s)
hinsich lich des Leh ens und Le nens s ellen eine maßgebliche Ein lussg öße au das
pädagogische Handeln da . Sie beein lussen didak ische En scheidungen und haben somi
di ek e Auswi kungen au den Le ne olg de Le nenden. Zu den Übe zeugungen on
Hochschulleh enden in Bezug au IPE exis ie en in Deu schland bislang nu wenige empi ische
Un e suchungen. Vo diesem Hin e g und ziel die o liegende Disse a ion da au ab,
Einblicke in die Übe zeugungen on Hochschulleh enden bzgl. de IPE zu gewinnen. Im
Rahmen dieses E kenn nisin e esses e gib sich die zen ale Fo schungs age: Welche
Übe zeugungen zu in e p o essionellen Ausbildung (IPE) lassen sich bei Hochschulleh enden
in gesundhei sbezogenen S udiengängen iden i izie en? Dem wissenscha lichen
Bezugs ahmen is zu en nehmen, dass die didak isch-pädagogischen En scheidungsg undlagen
bei de Ges al ung on IPE du ch Hochschulleh ende bislang unzu eichend beleuch e wo den
sind. Zudem is wenig da übe bekann , wie Hochschulleh ende IPE im Allgemeinen e s ehen
und welche Kompe enzan o de ungen sie im Zuge de IPE bei sich wah nehmen. Um diesen
Fo schungslücken zu begegnen, wu den d ei spezi ische Schwe punk e ü die zen ale
Fo schungs age es geleg , au de en G undlage die iden i izie en Übe zeugungen be ach e
wu den: 1) Was e s ehen Hochschulleh ende un e in e p o essionelle Ausbildung (IPE) in
gesundhei sbezogenen S udiengängen? 2) Wie e leben Hochschulleh ende die
in e p o essionelle Ausbildung (IPE) in gesundhei sbezogenen S udiengängen? 3) Wie is aus
Sich de Hochschulleh enden in e p o essionelle Ausbildung (IPE) zu ges al en?
Zu Bean wo ung diese F ages ellungen wu den 16 quali a i e, halbs uk u ie e In e iews
mi Hochschulleh enden du chge üh , die zum Zei punk de E hebung in e p o essionelle
Bildungsangebo e in gesundhei sbezogenen S udiengängen in Deu schland du chge üh
haben. Die e hobenen Da en wu den sys ema isch mi els de quali a i en Inhal sanalyse nach
Kucka z und Rädike (2022) ausgewe e .
Die E gebnisse bezüglich de Leh e übe zeugungen zum Ve s ändnis on IPE zeigen, dass
un e schiedliche Au assungen da übe exis ie en, wie IPE de inie we den soll e und welche
Bildungs o ma e als in e p o essionell gel en. Ungeach e diese Un e schiede lassen sich
übe g ei ende Me kmale on IPE, wie das Le nen oneinande , mi einande und übe einande
sowie de in e p o essionelle Aus ausch, iden i izie en. Zudem he sch un e den
Hochschulleh enden Einigkei übe die Zielse zung on IPE: die Le nenden zu IPCP be ähigen,
um dadu ch die Pa ien :innen e so gung zu e besse n. Die E gebnisse hinsich lich de
Leh e übe zeugungen zum E leben on IPE e deu lichen sowohl He aus o de ungen als auch
Chancen im Rahmen on IPE. Dabei zeig sich insgesam die Übe zeugung, dass IPE
no wendig is und in die Aus-, Fo - und Wei e bildung de Gesundhei sbe u e in eg ie we den
soll e. In Bezug au die Ges al ung on IPE konn en in den Un e suchungse gebnissen
iel äl ige Übe zeugungen iden i izie we den, die on de cu icula en S uk u bis hin zu
konk e en Ausges al ung einzelne in e p o essionelle Bildungsangebo e eichen. Zudem
anden sich Leh e übe zeugungen zu didak ischen Besonde hei en in e p o essionelle Leh -
/Le nangebo e und die dami e bundenen (Rollen-)An o de ungen ü IPE-Leh ende.
Die E gebnisse s ü zen bes ehende in e na ionale Be unde de in e p o essionellen
Ausbildungs o schung und e wei e n diese um na ionale E kenn nisse zu den Übe zeugungen
on Hochschulleh enden hinsich lich des Ve s ändnisses, E lebens und de Ges al ung on IPE.
Da übe hinaus e deu lichen die E gebnisse die Rele anz on Facul y De elopmen (FD), um
Leh ende in de IPE bei ih e Kompe enzen wicklung zu un e s ü zen. Vo diesem Hin e g und
e schein es sinn oll, in de in e p o essionellen Ausbildungs o schung Übe zeugungen wei e
zu be ücksich igen, um die E gebnisse de o liegenden A bei mi eine g öße en S ichp obe
und in un e schiedlichen Kon ex en zu e ie en.
In e p o essional Collabo a i e P ac ice (IPCP) is equi ed o mee he cu en socie al demands
and challenges in heal hca e. This esul s in he necessi y o p omo ing in e p o essional
compe encies in he con ex o In e p o essional Educa ion (IPE) among heal hca e
p o essionals. The de elopmen o compe ence in educa ional se ings is la gely shaped by he
ac i e ole played by eache s. Teache belie s ega ding eaching and lea ning cons i u e a
signi ican ac o in luencing pedagogical ac ion. They in luence didac ic decisions and hus
ha e a di ec impac on s uden s' lea ning success. To da e, he e ha e been only a ew empi ical
s udies in Ge many on he belie s o uni e si y eache s ega ding IPE. In his con ex , his
disse a ion aims o gain deepe insigh s in o he belie s o uni e si y eache s ega ding IPE.
The cen al esea ch ques ion a ises om his in e es : Wha belie s o uni e si y eache s
ega ding In e p o essional Educa ion (IPE) can be iden i ied among uni e si y eache s in
heal h- ela ed deg ee p og ammes? The scien i ic amewo k makes i clea ha he didac ic-
pedagogical bases o decision-making in he design o IPE by uni e si y eache s ha e so a
been insu icien ly examined. In addi ion, li le is known abou how uni e si y eache s
gene ally unde s and IPE and wha compe ence equi emen s hey pe cei e o hemsel es in
he cou se o IPE. To add ess hese esea ch gaps, h ee speci ic p io i ies we e se o he
cen al esea ch ques ion, on he basis o which he iden i ied belie s a e o be conside ed: 1)
Wha do uni e si y eache s unde s and by In e p o essional Educa ion (IPE) in heal h- ela ed
deg ee p og ammes? 2) How do uni e si y eache s expe ience In e p o essional Educa ion
(IPE) in heal h- ela ed deg ee p og ammes? 3) How should In e p o essional Educa ion (IPE)
be designed om he pe spec i e o uni e si y eache s?
To answe hese ques ions, 16 quali a i e, semi-s uc u ed in e iews we e conduc ed wi h
uni e si y eache s who we e o e ing in e p o essional educa ion p og ammes in heal h- ela ed
deg ee p og ammes in Ge many a he ime o he su ey. The da a collec ed was sys ema ically
e alua ed using quali a i e con en analysis acco ding o Kucka z and Rädike (2022).
Rega ding eache s' belie s abou he unde s anding o IPE, i was ound ha di e en iews
exis abou how IPE should be de ined and which educa ional o ma s a e conside ed o be
in e p o essional. Despi e hese di e ences, o e a ching cha ac e is ics o IPE, such as lea ning
om each o he , wi h each o he and abou each o he , as well as in e p o essional exchange,
we e iden i ied. In addi ion, uni e si y eache s ag ee on he objec i e o IPE: o enable lea ne s
o achie e IPCP, he eby imp o ing pa ien ca e. Teache s' belie s ega ding hei expe iences
o IPE highligh bo h challenges and oppo uni ies in he con ex o IPE. O e all, he e is a
belie ha IPE is necessa y and should be in eg a ed in o he educa ion, aining and con inuing
educa ion o heal h p o essionals. Wi h ega d o he design o IPE, a wide ange o belie s
could be iden i ied, anging om he cu icula s uc u e o he conc e e design o indi idual
in e p o essional educa ional p og ammes. In addi ion, eache s' belie s ega ding he didac ic
peculia i ies o in e p o essional eaching and lea ning p og ammes and he associa ed ( ole)
equi emen s o IPE eache s we e ound.
The esul s suppo exis ing in e na ional indings om in e p o essional educa ion esea ch
and expand on hese wi h na ional insigh s in o he belie s o uni e si y eache s ega ding hei
unde s anding, expe ience and design o IPE. Fu he mo e, he esul s demons a e he
ele ance o acul y de elopmen (FD) in suppo ing eache s in IPE in de eloping hei
compe ences. Agains his backg ound, i seems sensible o con inue o ake belie s in o accoun
in in e p o essional educa ion esea ch in o de o deepen he esul s o he p esen wo k wi h a
la ge sample and in di e en con ex s.
Danksagung
Ich möch e an diese S elle all jenen danken, die mich au dem langen und zei weise
he aus o de nden Weg zu Fe igs ellung diese Disse a ion beglei e und un e s ü z haben.
Mein besonde e Dank gil meinen Be eue innen, F au P o . D . Bi gi Babi sch und F au P o .
D . U sula Walkenho s . Ih e achliche Expe ise, gepaa mi ih em Ve auen, ih e Geduld
und ih e e mu igenden A , ha mich du ch diese in ensi e Zei ge agen. Ih e Rückmeldungen
wa en s e s leh eich, zugleich bes ä kend und sie haben mein wissenscha liches Denken und
Handeln en scheidend ge ö de – da ü bin ich Ihnen seh dankba .
Diese A bei en s and im Rahmen des G aduie enkollegs „In e p o essionelle Leh e in den
Gesundhei sbe u en – Ve mi lung, P ü ung, E alua ion“ (ILEGRA). Dahe möch e ich mich
he zlich bei de Robe Bosch S i ung ü die inanzielle Un e s ü zung bedanken. Zudem
haben die Kolleglei ung, Koo dina o innen, Wissenscha le innen und Wissenscha le sowie
die Kollegia :innen mi s e s eine angenehme und p oduk i e A bei sa mosphä e gebo en,
wo ü ich eben alls seh dankba bin. Vo allem den Kollegia :innen om S ando Osnab ück
möch e ich meinen Dank aussp echen. De Aus ausch mi Euch, die an egenden achlichen
Diskussionen und die gegensei ige Un e s ü zung – auch in emo ional schwie igen Phasen –
haben maßgeblich zum Ve assen diese Disse a ion beige agen und mi das Du chhal en,
auch übe die Zei des G aduie enkollegs hinaus, e heblich e leich e .
Ein g oßes Dankeschön gil auch den Pe sonen, die mich bei de In e codie ung un e s ü z , bei
zahl eichen A bei s e en im S udie endenzen um beglei e und mi bei en spann en
gemeinsamen Mi agessen in de Mensa nich nu zugehö , sonde n auch we olles Feedback
und neue Impulse gegeben haben.
Zudem gil mein Dank allen Hochschulleh enden, die mi Einblick in ih e Übe zeugungen zu
IPE gewäh en. Ohne Ih e Be ei scha , an den In e iews eilzunehmen, wä e dieses
Fo schungs o haben nich ealisie ba gewesen.
Die E s ellung diese Disse a ion ha in den le z en Jah en zei liche, emo ionale und soziale
Ressou cen in Ansp uch genommen. Viele soziale Ak i i ä en und Zei mi F eund:innen und
Familie muss en zu ückges ell we den. Da ü , dass meine Familie, F eundinnen und F eunde
mich in meinem Fo schungs o haben s e s un e s ü z und mi au iel äl ige Weise zu Sei e
s anden, bin ich ihnen unendlich dankba . Von ganzem He zen abe möch e ich meinem F eund
Flo danken – ü Deine une schü e liche Un e s ü zung und Deinen Glauben an mich.
Osnab ück, im Augus 2025

I
Inhal s e zeichnis
Abkü zungs e zeichnis .......................................................................................................... IV
Abbildungs e zeichnis ............................................................................................................ V
Tabellen e zeichnis .............................................................................................................. VII
1. Einlei ung .............................................................................................................................. 1
1.1 Wissenscha liche Rele anz und p ak ische Nu zen des Fo schungsp ojek es............... 1
1.2 Fo schungsin e esse und Vo gehen .................................................................................. 3
1.3 Au bau de A bei ............................................................................................................. 5
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen .......................................................................... 7
2.1 (Hochschul-)Leh ende aus de bildungswissenscha lichen Pe spek i e ......................... 7
2.1.1 Bedeu ung de (Hochschul-)Leh enden im Leh -/Le np ozess ................................. 7
2.1.2 Ausgewähl e Fo schungse gebnisse .......................................................................... 9
2.2 In e p o essionali ä im Gesundhei swesen .................................................................... 14
2.2.1 In e p o essionelle Zusammena bei im Gesundhei swesen .................................... 14
2.2.2 In e p o essionelle Ausbildung (IPE) im Gesundhei swesen .................................. 16
2.2.3 Ausgewähl e Fo schungse gebnisse ........................................................................ 19
2.3 Übe zeugungen de Hochschulleh enden in de in e p o essionellen Ausbildung ........ 30
2.4 Zusammen assung des wissenscha lichen Beg ündungs ahmens ................................. 34
3. Zielse zung und Fo schungs agen de Un e suchung ................................................... 37
4. Theo e ische Hin e g und ............................................................................................... 40
4.1 Leh e übe zeugungen im Handlungskompe enzmodell de Leh pe sonen .................... 40
4.2 Leh e übe zeugungen ( eache belie s) .......................................................................... 44
4.2.1 Leh e übe zeugungen – Ein üh ung und Beg i sklä ung ....................................... 44
4.2.2 Leh e übe zeugungen – Funk ionen und S uk u me kmale ................................... 49
4.2.2.1 Funk ionen on (Leh e -)Übe zeugungen ......................................................... 49
4.2.2.2 Me kmale on (Leh e -)Übe zeugungen........................................................... 53
4.2.3 Leh e übe zeugungen – Abg enzung zu den e wand en Beg i en ....................... 62
4.2.3.1 Eins ellungen ..................................................................................................... 63
4.2.3.2 Subjek i e Theo ien .......................................................................................... 65
4.2.3.3 Wissen ............................................................................................................... 68
II
4.2.3.4 Fazi zu Abg enzung on Leh e übe zeugungen zu ande en Beg i lichkei en
....................................................................................................................................... 72
4.3 In e p o essionelle Ausbildung (IPE) ............................................................................. 75
4.3.1 Ve s ändnis in e p o essionelle Ausbildung – Eine Beg i sklä ung ..................... 76
4.3.2 Theo e ische Bezugspunk e zu Ges al ung in e p o essionelle Ausbildung ......... 84
4.3.3 Hochschulleh ende im in e p o essionellen Kon ex – Beg i s e s ändnis und
An o de ungen .................................................................................................................. 88
4.3.4 Didak ische S uk u elemen e zu Ges al ung in e p o essionelle Ausbildung ...... 97
4.3.4.1 Kompe enzbesch eibungen in de in e p o essionellen Ausbildung (IPE) ....... 97
4.3.4.2 Leh -/Le ngegens ände in de in e p o essionellen Ausbildung ..................... 103
4.3.4.3 Leh -/Le nme hoden in de in e p o essionellen Ausbildung ......................... 108
4.4 Zusammen assung o schungs ele an e Theo ieaspek e ............................................ 114
5. Me hodisches Vo gehen ................................................................................................... 118
5.1 Me hodologische Eino dnung de Un e suchung und Beg ündung des quali a i en
Fo schungsdesigns .............................................................................................................. 118
5.2 Da ene hebung de Un e suchung ................................................................................ 121
5.2.1 Auswahl und Rek u ie ung de S ichp obe ............................................................ 121
5.2.2 E hebungsme hode Lei adenin e iew ................................................................. 127
5.2.3 Kons uk ion des In e iewlei adens .................................................................... 130
5.2.4 In e iewdu ch üh ung .......................................................................................... 136
5.3 Da enauswe ung .......................................................................................................... 137
5.3.1 Vo be ei ung de Da enauswe ung ....................................................................... 137
5.3.2 Auswe ung mi els quali a i e Inhal sanalyse nach Kucka z und Rädike (2022)
......................................................................................................................................... 138
5.4 Diskussion des me hodischen Vo gehens ..................................................................... 160
6. Da s ellung de Un e suchungse gebnisse ..................................................................... 164
6.1 Haup ka ego ie Eins ieg/Mo i a ion in die in e p o essionelle Ausbildung (IPE) ....... 164
6.1.1 Subka ego ie: Indi iduelle Mo i e ........................................................................ 165
6.1.2 Subka ego ie: Wege in die IPE .............................................................................. 167
6.2 Haup ka ego ie Ve s ändnis on in e p o essionelle Ausbildung (IPE) ..................... 168
6.2.1 Pe sönliches Beg i s e s ändnis on in e p o essionelle Ausbildung (IPE) ....... 168
6.2.2 Me kmale on in e p o essionelle Ausbildung (IPE) ........................................... 178
6.2.3 Zielse zungen de in e p o essionellen Ausbildung (IPE) ..................................... 180
6.3 Haup ka ego ie E leben und Bedeu ung on in e p o essionelle Ausbildung (IPE) .. 183
6.3.1 No wendigkei on IPE .......................................................................................... 184
III
6.3.2 He aus o de ungen IPE .......................................................................................... 186
6.3.3 Chancen IPE/IPCP ................................................................................................. 192
6.4 Haup ka ego ie Ges al ung on in e p o essionellen Leh -/Le nangebo en ................ 196
6.4.1 Ges al ung Mesoebene (Cu iculum) ..................................................................... 196
6.4.2 Ges al ung Mik oebene (Leh e ans al ung) ......................................................... 202
6.4.2.1 Didak ische Planung/Umse zung on IPE ...................................................... 202
6.4.2.2 Besonde hei en Ges al ung IPE ....................................................................... 218
6.5 Haup ka ego ie Leh ende in de in e p o essionellen Ausbildung (IPE) ..................... 226
6.5.1 Rollen on Leh enden in de IPE ........................................................................... 226
6.5.2 An o de ungen und He aus o de ungen on Leh enden in de IPE ...................... 232
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse ............................. 236
7.1 Ve s ändnis on in e p o essionelle Ausbildung (IPE) ............................................... 237
7.2 E leben und Bedeu ung in e p o essionelle Ausbildung (IPE) ................................... 247
7.3 Ges al ung on in e p o essionellen Leh -/Le nangebo en .......................................... 251
7.4 (Rollen-)An o de ungen Leh ende in de in e p o essionellen Ausbildung (IPE) ..... 275
7.5 Limi a ionen de A bei ................................................................................................ 282
8. Schlussbe ach ung .......................................................................................................... 287
8.1 Implika ionen ü die Bildungsp axis ........................................................................... 287
8.1.1 Impulse ü die Leh -/Le nges al ung de in e p o essionellen Ausbildung (IPE) 287
8.1.2 Impulse ü die Kompe enzen wicklung on Hochschulleh enden in de
in e p o essionellen Ausbildung (IPE)............................................................................ 291
8.2 Implika ionen ü die in e p o essionelle Ausbildungs o schung ................................ 294
Li e a u e zeichnis ............................................................................................................. 298
Anhangs e zeichnis ............................................................................................................. VIII
IV
Abkü zungs e zeichnis
CAIPE Cen e o he Ad ancemen o In e p o essional Educa ion
CIHC Canadian In e p o essional Heal h Collabo a i e
CIPE Con inuing In e p o essional Educa ion, in e p o essionelle Fo - und
Wei e bildung
COACTIV Cogni i e Ac i a ion in he Class oom: The O ches a ion o Lea ning
Oppo uni ies o he Enhancemen o Insigh ul Lea ning in
Ma hema ics, P o essionswissen on Leh k ä en, kogni i ak i ie ende
Ma hema ikun e ich und die En wicklung ma hema ische Kompe enz
F Fall
FD Facul y De elopmen
GMA Gesellscha ü Medizinische Ausbildung
HRG Hochschul ahmengese z
HRK Hochschul ek o enkon e enz
IP In e p o essionell/In e p o essionali ä
IPCP In e p o essional Collabo a i e P ac ice, In e p o essionelle
Zusammena bei
IPE In e p o essional Educa ion, In e p o essionelle Ausbildung
IPEC In e p o essional Educa ion Collabo a i e
IPL In e p o essional Lea ning, In e p o essionelles Le nen
MT-21 Ma hema ics Teaching in he 21s Cen u y
NHG Niede sächsisches Hochschulgese z
OSCE Objec i e s uc u ed clinical examina ion
P lBG P legebe u egese z
RBS Robe Bosch S i ung
SVR Sach e s ändigen a zu Begu ach ung de En wicklung im
Gesundhei sbe eich
TALIS Teaching and Lea ning In e na ional Su ey
TEDS-M Teache Educa ion and De elopmen S udy: Lea ning o Teach
Ma hema ics
WHO Wo ld Heal h O ganiza ion
1. Einlei ung
4
Leh pe sonen nach Baume und Kun e (2011) he angezogen (siehe Kapi el 4.1), welches in
ielen (in e -)na ionalen S udien, wie COACTIV, MT-21 und TEDS-M, zu E o schung on
Leh e :innenkompe enzen he angezogen wu de (Baume & Kun e , 2006, 2011; Blömeke e
al., 2008, 2010). Nach dem Modell zählen P o essionswissen, Selbs egula ion, mo i a ionale
O ien ie ungen und Übe zeugungen bzw. We hal ungen zu den Face en p o essionelle
Handlungskompe enz on Leh pe sonen (Baume & Kun e , 2011).
Welche Übe zeugungen Hochschulleh ende zum in e p o essionellen Leh en und Le nen
e e en, wu de in Deu schland bishe nu wenig un e such . Wenngleich die E hebungen zum
Facul y De elopmen und die En wicklungen on en sp echenden T ainingsp og ammen, den
S ellenwe on Leh enden im IPE-Kon ex e deu lichen (Ande son e al., 2014; Da Sil a e
al., 2022; Milo e al., 2017). Die Iden i ika ion de Leh e übe zeugungen zum Leh en und
Le nen im in e p o essionellen Kon ex (im Folgenden: Leh -Le n-Übe zeugungen) e möglich
einen undie en und sys ema ischen Zugang zum Ve s ändnis, au wessen G undlage
Hochschulleh ende ih e in e p o essionellen Leh -/Le nangebo e konzipie en. Au g und de
E kenn nisse können neue Anknüp ungspunk e gescha en we den, die in e p o essionellen
Leh -/Le nkonzep e (wei e -)zuen wickeln sowie gg . Un e s ü zungsbeda e bei de
Ges al ung on IPE ü die Leh enden zu iden i izie en. Da übe hinaus soll im Rahmen de
o liegenden A bei dem Fo schungsdeside a begegne we den, dass bishe wenig übe das
Ve s ändnis on IPE aus Sich de Hochschulleh enden bekann is (Boe che e al., 2016;
Khalili e al., 2022), obwohl dieses als Ausgangspunk didak ische Planung maßgeblich die
Quali ä de IPE beein lussen kann (Ba e al., 2005; Olenick e al., 2010; Sundbe g e al.,
2019).
Da IPE in e schiedenen Le nkon ex en s a inden kann, z. B. in p ak ischen Se ings, im
Rahmen on Simula ionen im Skills Lab, in Klassenzimme n sowie anhand on E-Lea ning-
Fo ma en (Ree es, Fle che e al., 2016), is es no wendig den Kon ex de o liegenden
Fo schungsa bei o ab es zulegen. Um de Fo de ung on Ree es, Pelone e al. (2016)
nachzukommen, einen diese Le nkon ex e ie e gehend zu un e suchen, d. h. „ o de elop a
be e app ecia ion o he app oaches IPE acili a o s adop o e ec i ely engage wi h lea ne s“
(Ree es, Pelone e al., 2016, S. 1216), wu den in de o liegenden Fo schungsa bei
ausschließlich Leh e ans al ungen be ach e , welche im Rahmen on gesundhei sbezogenen
S udiengängen du chge üh we den. Die IPE im Zuge de p ak ischen Ausbildung, z. B. au
eine in e p o essionellen Ausbildungss a ion (siehe dazu Nock, 2018), wi d in de E hebung
nich okussie . G und da ü is die Annahme, dass sich das Leh en und Le nen an den
e schiedenen Le ns ando en un e scheide (Eule , 2015) und ande e Übe zeugungen

1. Einlei ung
5
handlungslei end ü die Ges al ung dessen sind. Dennoch is da on auszugehen, dass es
mögliche weise Übe schneidungen in den Leh -Le n-Übe zeugungen in den un e schiedlichen
Kon ex en gib und diese nich ennscha oneinande abgeg enz we den können.
Vo dem Hin e g und de skizzie en Ausgangslage (siehe Kapi el 1.1) und dem
zug undeliegenden Fo schungsin e esse, wu de sich in de o liegenden Fo schungsa bei ü
ein quali a i es Un e suchungsdesign en schieden. Da ü wi d die inhal lich s uk u ie ende
quali a i e Inhal sanalyse nach Kucka z und Rädike (2022) eingese z . Das lei adenges ü z e
In e iew wu de als Da ene hebungs e ah en ausgewähl , welches die Möglichkei bie e ,
einen Einblick in die Übe zeugungen de Hochschulleh enden hinsich lich de IPE zu e hal en.
Zu Explo a ion de Leh e übe zeugungen wu den Hochschulleh ende aus e schiedenen
Gesundhei sbe u en be ag , welche in den Be eichen E go he apie, Logopädie, Medizin
6
,
P lege, Physio he apie sowie wei e en gesundhei sbezogenen Be u s elde n ä ig sind.
1.3 Au bau de A bei
Die o liegende Fo schungsa bei gliede sich in ach Kapi el. Im einlei enden Kapi el 1
we den die ele an e P oblems ellung, das E kenn nisin e esse und de zu un e suchende
Fo schungsgegens and sowie das Fo schungs o gehen skizzie . Da an anschließend wi d im
Kapi el 2 de wissenscha liche Beg ündungs ahmen e läu e , wobei zum einen die
Hochschulleh enden und de en Übe zeugungen aus eine bildungswissenscha lichen
Pe spek i e beleuch e sowie diesbezüglich Fo schungse gebnisse besch ieben we den (Kapi el
2.1). Zum ande en wi d die Bedeu ung de IPE ü die IPCP in den Gesundhei sbe u en und
dazu en sp echende ausgewähl e Fo schungse gebnisse he ausges ell (Kapi el 2.2). Die
ak uelle Da enlage zum Un e suchungsgegens and Leh e übe zeugungen zu IPE wi d eben alls
in diesem Kapi el da geleg und mögliche Fo schungslücken iden i izie (Kapi el 2.3).
Anschließend we den die E kenn nisse zum wissenscha lichen Beg ündungs ahmen
zusammenge ass (Kapi el 2.4). Da au olgend we den im d i en Kapi el die da aus
abgelei e en Zielse zungen und F ages ellung(en) diese Fo schungsa bei besch ieben. Im
ie en Kapi el we den die heo e ischen Zugänge zu den Leh e übe zeugungen und de IPE
da geleg . Dazu we den die Leh e übe zeugungen aus eine kompe enzo ien ie en Pe spek i e
be ach e und das Handlungskompe enzmodell on Baume und Kun e (2011) als
Re e enz ahmen genu z (Kapi el 4.1). Des Wei e en we den die Übe zeugungen on
Leh enden heo e isch eingeo dne , de inie und zu benachba en Beg i en in Beziehung
6
In diese Fo schungsa bei wi d de Te minus „Medizin“ in de Regel als Synonym ü die Humanmedizin
e wende ; abweichende De ini ionen we den explizi benann .
1. Einlei ung
6
gese z (Kapi el 4.2). De Un e suchungsgegens and IPE wi d in Kapi el 4.3 be ach e und
de inie , de en heo e ischen Bezugspunk e e läu e sowie die Kompe enzan o de ungen de
Hochschulleh enden in diesem Kon ex au G undlage ak uelle E kenn nisse da geleg . Zule z
we den die bishe in de Li e a u benann en didak ischen S uk u elemen e zu Ges al ung on
IPE zusammen assend ausge üh . Die Zusammen assung de ele an en Theo ieaspek e ü
die zug undeliegende Fo schungsa bei e olg in Kapi el 4.4. Das da au olgende Kapi el 5
widme sich dem me hodischen Vo gehen. Hie bei we den ein üh end die me hodologische
Eino dung de Un e suchung sowie die Beg ündung des ausgewähl en quali a i en
Fo schungsdesigns o genommen (Kapi el 5.1). Da an anschließend wi d de P ozess de
Da ene hebung (Kapi el 5.2) und Da enauswe ung (Kapi el 5.3) de aillie besch ieben. Das
Kapi el ende mi de Diskussion des me hodischen Vo gehens (Kapi el 5.4). Im Kapi el 6
we den die E gebnisse de Un e suchung da ges ell und in Kapi el 7, un e Bezugnahme de
E kenn nisse aus dem wissenscha lichen Beg ündungs ahmen und dem heo e ischen
Hin e g und, zusammenge ass und disku ie . Zudem we den Limi a ionen de A bei
au ge üh (Kapi el 7.4). Im le z en Kapi el 8 wi d eine Schlussbe ach ungen o genommen,
indem, ausgehend on den Un e suchungse gebnissen, Implika ionen ü die Bildungsp axis
abgelei e we den (Kapi el 8.1). Die do o mulie en Impulse beziehen sich zum einen au die
Leh -/Le nges al ung on IPE (Kapi el 8.1.1) und zum ande en au die Kompe enzen wicklung
de Hochschulleh enden im in e p o essionellen Kon ex (Kapi el 8.1.2). Das Kapi el schließ
mi Implika ionen ü mögliche Anschluss o schungen im in e p o essionellen Kon ex
(Kapi el 8.2).
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
7
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
Dieses Kapi el s ell den wissenscha lichen Beg ündungs ahmen de o liegenden A bei da .
Das Fo schungs eld de In e p o essionali ä wi d au g und seine komplexen und
ielschich igen Na u in e disziplinä be ach e , da es F ages ellungen um ass , die sich eine
olls ändigen E assung du ch eine einzelne Disziplin en ziehen. In e p o essionali ä kann
dahe als ein Que schni s hema e s anden we den. Ausgehend on eine
bildungswissenscha lichen Pe spek i e we den zunächs die Bedeu ung und die
Übe zeugungen on (Hochschul-)Leh enden im Leh -/Le np ozess beleuch e (siehe Kapi el
2.1.1), wobei ele an e Fo schungse gebnisse p äsen ie we den (siehe Kapi el 2.1.2).
Anschließend wi d die Rele anz de IPCP ü die Gesundhei s e so gung (siehe Kapi el 2.2.1)
sowie die Bedeu ung de IPE ü die IPCP in den Gesundhei sbe u en (siehe Kapi el 2.2.2) aus
eine gesundhei swissenscha lichen Pe spek i e he ausgea bei e , wobei eben alls
ausgewähl e Fo schungse gebnisse au ge üh we den (siehe Kapi el 2.2.3). Im Anschluss wi d
die ak uelle Da enlage zu dem Un e suchungsgegens and de Leh e übe zeugungen im Kon ex
de IPE skizzie (siehe Kapi el 2.3). Das Kapi el schließ mi eine Zusammen assung de
ele an en Fo schungse gebnisse sowie de He ausa bei ung de ü diese Fo schungsa bei
bedeu samen Fo schungsdeside a e (siehe Kapi el 2.4).
2.1 (Hochschul-)Leh ende aus de bildungswissenscha lichen Pe spek i e
2.1.1 Bedeu ung de (Hochschul-)Leh enden im Leh -/Le np ozess
De Leh be u is sowohl im schulischen als auch hochschulischen Kon ex on eine hohen
Komplexi ä gep äg , die einen s ändigen Umgang mi Unsiche hei en, Flexibili ä und schnelle
Reak ionen au gleichzei ig au e ende Reize e o de (Ma ischek-Jauk & Am mann, 2020;
Voss e al., 2011). Um diesen An o de ungen zu en sp echen, nu zen Leh ende un e schiedliche
Komponen en ih e p o essionellen Kompe enz, welche meis „au E ah ungen in ühe en,
ähnlichen Si ua ionen basie en und nich imme bewuss a ikulie ba sind“ (Voss e al., 2011,
S. 252). Es wi d angenommen, dass die Vo s ellungen on Leh pe sonen übe Leh en, Le nen
und (aus-)bildungsbezogene Themen ih e Leh p axis sowie ih e p o essionelle En wicklung
mi bes immen und somi eine zen ale Ein lussg öße ü die didak ische Un e ich sges al ung
da s ellen (Kuhl e al., 2013; Lübeck, 2009). Eine zen ale Komponen e de p o essionellen
Handlungskompe enz on Leh enden sind, neben dem Wissen, de Mo i a ion und
Selbs egula ion, ih e Übe zeugungen (engl. belie s) (Baume & Kun e , 2011). En sp echend
kons a ie e König (2012): „i is likely ha belie s become impo an in challenging si ua ions
whe e he eache 's knowledge is insu icien o whe e he necessa y knowledge is no a ailable
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
8
o deal wi h he si ua ion” (S. 9). Demnach g ei en Leh ende besonde s in Si ua ionen, in denen
Handeln un e D uck ge o de is , au ih e Übe zeugungen bzw. subjek i en Theo ien zu ück,
ans a ih gele n es Wissen anzuwenden (Paja es, 1992). Folglich schenken
Bildungs o sche :innen sei Mi e de 1980e -Jah en den Übe zeugungen und Eins ellungen
e meh Au me ksamkei und s ellen dami s ä ke die Kogni ionen on Leh enden in den
Fokus de Fo schung, ans a ih e Ve hal ensweisen und Fähigkei en (Ash on, 2015; Bleck e
al., 2022). Somi wi d ane kann , dass „ eache s a e ac i e, hinking decision-make s who make
ins uc ional choices by d awing on complex, p ac ically-o ien ed, pe sonalized, and con ex -
sensi i e ne wo ks o knowledge, hough s and belie s” (Bo g, 2003, S. 81).
Dass die Leh pe son mi ih en Übe zeugungen und Eigenscha en ein zen ale Ein luss ak o
au die Le nleis ungen de Le nenden is , wu de spä es ens sei de wegweisenden Me aanalyse
„Visible Lea ning – le nen sich ba machen“ on Ha ie (2009) e kann . Dami wi d die
empi ische Be ach ung de Leh enden wei e legi imie , indem kons a ie wi d, dass „die
Übe zeugungen und das Engagemen de Leh pe sonen dasjenige da s ellen, was den g öß en
Ein luss au die Le nleis ungen ha und was wi am ehes en beein lussen können [He o hebung
im O iginal]“ (Ha ie, 2021, S. 24). Auch ü den hochschulischen Kon ex bes ä ig en
Schneide und P eckel (2017) und Fe guson (2020) empi isch, dass Leh ende maßgeblich zu
E ek i i ä on Leh e ans al ungen bei agen, sodass eine Be ach ung de Übe zeugungen
on Hochschulleh enden wich ig sei. Ein wei e e G und, weshalb Leh e übe zeugungen
ele an sind, is die Ta sache, dass „Inno a ionen und Re o men on den Leh k ä en nich
ode nich in e wünsch e Fo m in die P axis umgese z we den, wenn keine Übe eins immung
zu de en zen alen be u sbezogenen Übe zeugungen bes eh “ (Reusse & Pauli, 2014, S. 653).
So können die Leh enden zum Beispiel die inno a i en Leh -/Le nkonzep e als unp ak ikabel
e ach en, da sie nich mi ih en gewohn en Rou inen übe eins immen ode weil sie nich zu
ih en anges eb en Bildungszielen passen. Dies kann le z endlich zu s a ken
Unsiche hei sge ühlen üh en (B own & McIn y e, 1995) (siehe Kapi el 4.2.2). Kembe und
Kwan (2000) un e s ü zen diese Ansich , indem sie in ih e quali a i en In e iews udie mi
Hochschulleh enden es s ell en, dass g undlegende Ve ände ungen de Bildungsquali ä au
Ve ände ungen de pädagogischen Übe zeugungen be uhen. Folglich is es sinn oll, dass
sowohl die Leh enden selbs als auch das Füh ungspe sonal in den Bildungsins i u ionen die
bes ehenden Übe zeugungen de Leh enden kennen. Dadu ch bes eh die Möglichkei sich mi
ihnen o ab auseinande zuse zen und eine e olg eiche Umse zung de geplan en Inno a ionen
zu gewäh leis en ( an D iel e al., 2007; Ve loop e al., 2001).
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
9
2.1.2 Ausgewähl e Fo schungse gebnisse
7
Die Übe zeugungen on Leh enden s ehen be ei s sei ielen Jah en im Fokus de
in e na ionalen Bildungs o schung (Fens e mache , 1979; Nespo , 1987; Paja es, 1992; Pa ick
& Pin ich, 2001). Sei dem das Konzep Einzug in die Diskussion um das p o essionelle
Leh e :innenwissen (Blömeke e al., 2008; B omme, 1997) sowie in die Schul e gleichss udie
TIMSS (Kölle e al., 2000) gehal en ha , e hiel en Leh e übe zeugungen auch im
deu schsp achigen Raum e meh Au me ksamkei . Du ch die e s ä k e in e na ionale
Zusammena bei inne halb de empi ischen Leh e :innenbildungs o schung im Rahmen on
TALIS (OECD, 2009), MT-21 (Blömeke e al., 2008) und TEDS-M (Blömeke e al., 2010)
we den Leh e übe zeugungen im deu schsp achigen Raum eben alls e o sch . Du ch die
E kenn nisse de COACTIV-S udie und das im Zuge dessen en s andene Kompe enzmodell
on Baume und Kun e (2011) (siehe Kapi el 4.1), wu de die Bedeu samkei on
Leh e übe zeugungen ü das p o essionelle Leh e :innenhandeln empi isch bes ä ig und somi
das E kenn nisin e esse e ie (Kun e e al., 2011; Reusse & Pauli, 2014).
G undsä zlich läss sich die bishe ige Fo schung zu Leh e übe zeugungen als ein
b ei ge äche es Fo schungs eld cha ak e isie en, wobei sich dabei kein einhei liches
übe g ei endes E kenn nisin e esse e kennen läss . Empi ische Be unde zu
Leh e übe zeugungen liegen ü den allgemeinbildenden Schulbe eich (Blömeke e al., 2008;
Ha inge e al., 2006; S aub & S e n, 2002; Voss e al., 2011), den Hochschulkon ex (Assen
e al., 2020; Chan & Luk, 2022; Fe guson, 2020; E. Fische & Hänze, 2019; Kembe , 1997;
Schu z, 2017; Sco , 2016) sowie ü den be u sbildenden Be eich (Be ding, 2015; Geise ,
2022; Kä ne e al., 2018; Rebmann e al., 2015; Sei ied, 2012) in e gleichsweise g oße Zahl
o . Fü den gesundhei sbe u lichen Be eich hingegen exis ie en bislang nu e einzel S udien,
und speziell im Hinblick au IPE lassen sich bislang kaum sys ema ische E kenn nisse zu den
Leh e übe zeugungen iden i izie en. Au g unddessen we den im Folgenden o nehmlich
E kenn nisse aus de allgemeinen Bildungs o schung besch ieben, wobei de en Übe agba kei
au den in e p o essionellen Kon ex k i isch zu e lek ie en is . Vo dem Hin e g und de ü
diese A bei besch iebenen Fo schungs agen und dem zug undeliegenden E kenn nisin e esse
(siehe Kapi el 3) we den zudem o nehmlich die E gebnisse zu den Leh -Le n-Übe zeugungen
sowie zu den epis emologischen Übe zeugungen de Leh enden besch ieben. Beide
7
Das Teilkapi el wu de in leich e ände e Fo m be ei s im No embe 2024 im Rahmen des Bei ages „Teache
Belie s als heo e ische Bezugspunk ü in e p o essionelles Leh en und Le nen“ zu Ve ö en lichung im
He ausgebe :innenwe k on Walkenho s , U. & Fische , M. (2024). In e p o essionelle Bildung ü die
Gesundhei s e so gung beim Sp inge e lag publizie .

2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
10
‚Übe zeugungsa en‘ weisen eine enge Beziehung zueinande au , da beiden eine
le n heo e ische O ien ie ung ( ansmissi
8
s. kons uk i is isch
9
) zug unde lieg (Voss e al.,
2011). Die o ges ell en E kenn nisse s ammen sowohl aus dem allgemeinbildenden Be eich,
dem hochschulischen Kon ex und de be u lichen Bildung.
G undsä zlich wi d de Beg i Übe zeugungen in de Theo ie seh wei ge ass (siehe Kapi el
4.2.1). We den Leh e übe zeugungen empi isch be ach e , we den diese meis mi einem
un e ich snahen, konk e en und achspezi ischen Fokus ope a ionalisie (Läge & McCombie,
2015). Besonde s im Be eich de Ma hema ikdidak ik liegen iel äl ige E kenn nisse zu
Leh e übe zeugungen o (Blömeke e al., 2008, 2010; D ij e s e al., 2021; Op' Eynde e al.,
2002; Sulli an & Wood, 2008; Voss e al., 2011). Bezüglich des in e na ionalen
Fo schungss andes zu Leh e übe zeugungen s ellen Blömeke e al. (2008) o ielen Jah en
Folgendes es : Wenn Leh e übe zeugungen „ ach- und an o de ungsspezi isch
ope a ionalisie we den, is de Zusammenhang on Schüle leis ungen ü Übe zeugungen
seh iel s ä ke empi isch beleg als ü die einzelnen kogni i en Komponen en p o essionelle
Kompe enz“ (S. 220). Somi ungie en Leh e übe zeugungen als „B ücke zwischen Wissen und
Handeln” (Felb ich e al., 2010, S. 297).
Epis emologische Übe zeugungen im allgemeinbildenden und hochschulischen Be eich
Besonde s die epis emologischen Übe zeugungen on Leh enden we den in de
Bildungs o schung empi isch un e such (Biede mann e al., 2012; Fe guson, 2020; Me k e al.,
2017; Plöge -We ne , 2015; Rosman e al., 2020; Teu el Mo ales e al., 2019).
Epis emologische Übe zeugungen sind als „indi iduals´ belie s abou he na u e o knowledge
and he p ocesses o knowing” zu e s ehen (Ho e & Pin ich, 1997, S. 117) und we den
meis ens in ansmissi e und kons uk i is ische Übe zeugungen un e schieden. G undlage
sind en sp echende Le n heo ien, die Aussagen da übe en hal en, wie Le nende ih Wissen und
ih e E kenn nisse au bauen und e langen können (Lipowsky, 2006). Ve ügen Leh ende übe
ansmissi e Übe zeugungen, dann glauben sie, dass Le nen die Wei e gabe on Wissen an
Le nende is und diese wiede um lediglich passi e Rezipien :innen sind (Weißeno e al., 2013).
Somi wi d Wissen als objek i es s ehend e s anden, was z. B. ü das ma hema ische Leh en
und Le nen bedeu e , dass de ode die Leh ende e was o echne und die Le nenden dies
wiede hol nachahmen, um so zu le nen (Voss e al., 2011). Im Gegensa z dazu be onen
8
Nach Weißeno e al. (2013) be ach e die ansmissi e Pe spek i e Le nen als die Ve mi lung on Wissen,
welche meis einsei ig om Leh enden ausgeh .
9
Die kons uk i is ische Pe spek i e basie , lau Weißeno e al. (2013), au einem schüle zen ie en Leh -
Le n e s ändnis, bei dem Le nen als ak i e und eigen e an wo liche P ozess be ach e wi d.
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
11
kons uk i is ische Übe zeugungen die ak i e Auseinande se zung mi dem Le ngegens and
au Sei en de Le nenden, welche dabei on ih en Vo ausse zungen und Vo s ellungen gelei e
we den (Weißeno e al., 2013). Wissen wi d hie als p ozessha und „als E gebnis subjek i e
Kons uk ionsp ozesse“ (Voss e al., 2011, S. 239) e s anden. Ma hema isches Wissen wi d
demnach on den Le nenden im Zuge de ak i en Auseinande se zung mi ma hema ischen
P oblem- und Au gabens ellungen selbs angeeigne (Voss e al., 2011).
Es wu de empi isch de F age nachgegangen, wie sich die un e schiedlichen Leh -
/Le n heo ien in den epis emologischen Übe zeugungen de (angehenden) Leh e :innen
wiede inden ( ü den allgemeinbildenden Be eich siehe u. a. Blömeke, 2012; O ganisa ion o
Economic Co-ope a ion and De elopmen [OECD], 2009; Voss e al., 2011). So konn en
Samuelowicz und Bain (2001) ein b ei es Spek um an Leh e übe zeugungen in Bezug au das
Leh en im Hochschulbe eich es s ellen, welche on „Leh en als p imä es P äsen ie en on
In o ma ionen“ bis hin zum „Un e ich en als Le n ö de ung ü Le nende“ eich . In ähnliche
Weise komm Kembe (1997) nach de Auswe ung on 13 quali a i en S udien zu dem
Schluss, dass zwei O ien ie ungen zum Leh en bei den Hochschulleh enden o liegen: Die
Leh e :innenzen ie ung bzw. Inhal so ien ie ung au de einen Sei e und die
Schüle :innenzen ie ung bzw. Le no ien ie ung au de ande en Sei e. E s e e leg den
Schwe punk au die Ve mi lung on Inhal en, wäh end le z e e einen ehe
en wicklungso ien ie en Ansa z e olg und sich au das Le nen de Le nenden konzen ie .
Zusammenhang zwischen Leh e übe zeugungen, Un e ich squali ä und Le ne olg im
allgemeinbildenden und hochschulischen Be eich
Die Annahmen da übe , wie Le nende am bes en le nen hängen eng mi den epis emologischen
Übe zeugungen zusammen und gel en als handlungslei ende bzw. handlungsnahe Kogni ionen.
Folglich wi d ein Zusammenhang zwischen diesen Übe zeugungen und dem p o essionellen
Handeln angenommen (No on e al., 2005; Paja es, 1992; A. G. Thompson, 1992; Wool olk
Hoy e al., 2006), de o allem in de Leh e :innen o schung be ei s in ensi un e such wi d
(Doh mann, 2021; Miguel, 2019; Pe e mann, 2022). Es konn e u. a. ü den
Ma hema ikun e ich ein Zusammenhang zwischen Leh -Le n-Übe zeugungen und de
Un e ich squali ä he ausges ell (Dubbe ke e al., 2008; Ha inge e al., 2006) sowie de en
Ein luss au die Leis ungen de Le nenden gezeig we den (Dubbe ke e al., 2008; S aub &
S e n, 2002; Voss e al., 2011). Voss e al. (2011) konn en in ih e ep äsen a i en
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
12
Längsschni s udie im Rahmen des Fo schungsp og amms COACTIV
10
zeigen, dass
kons uk i is ische Übe zeugungen in einem posi i en Zusammenhang mi dem Le ne olg und
de Un e ich squali ä im Ma hema ikun e ich s ehen und Po en ial zu kogni i en
Ak i ie ung de Le nenden besi zen. T ansmissi e Übe zeugungen on Leh enden e wiesen
sich wiede um als nach eilig ü den Le ne olg und die Un e ich squali ä (Voss e al., 2011).
Folglich sei es ü Voss e al. (2011) eine logische Konsequenz, (angehende) Leh ende da in zu
un e s ü zen, „Übe zeugungen au zubauen, die empi isch in posi i em Zusammenhang zu
Un e ich squali ä und Le ne olg de Schüle scha s ehen, und umgekeh diejenigen zu
eduzie en, die einen nega i en Zusammenhang zum Un e ich se olg au weisen“ (Voss e al.,
2011, S. 250). Auch im hochschulischen Be eich belegen empi ische S udien, dass die
Übe zeugung, Leh e e olge ausschließlich das Ziel de einen Wissens e mi lung
( ansmissi e Übe zeugung), welche sich in einem ehe leh e :innenzen ie en Handeln zeig ,
on den Le nenden meis ens mi obe lächlichem Le nen assoziie wi d. Im Gegensa z dazu
se zen Leh ende mi le nendenzen ie en Übe zeugungen ehe ak i ie ende Me hoden ein, die
die Le nenden zu einem e ie en Le nen an egen und sie dabei un e s ü zen, Ve an wo ung
ü ih eigenes Le nen zu übe nehmen (T igwell e al., 1999).
Leh e übe zeugungen im gesundhei sbe u lichen Be eich
Bezogen au den gesundhei sbe u lichen Ausbildungsbe eich liegen eben alls E hebungen zu
den Leh e übe zeugungen o (O enho -de Jonge e al., 2021; O enho -de Jonge e al.,
2019). Ans a explizi den Te minus de Übe zeugungen zu un e suchen, we den in diesem
Kon ex häu ig e wand e Beg i e wie Concep ions (d . Vo s ellungen) ode Pe cep ions (d .
Wah nehmungen) un e such (Bonsaksen & B een-F anklin, 2022; Jacobs e al., 2016; Paci ico
e al., 2020; S o els e al., 2021).
In de Auseinande se zung mi Leh e übe zeugungen zum Leh en, Le nen und Wissen haben
O enho -de Jonge e al. (2021) ein Klassi izie ungssys em explizi ü die medizinische
Ausbildung en wickel . Als G undlage des Klassi izie ungssys ems dien en die Vo a bei en
on Samuelowicz und Bain (2001), welche ü den medizinischen Ausbildungskon ex
angepass bzw. e eine wu den. Das Klassi izie ungssys em bes eh aus sechs
Übe zeugungso ien ie ungen und neun Übe zeugungsdimensionen (u. a. Aspek e wie
anges eb e Le ne gebnisse, Mo i a ion de Le nenden), inne halb dessen die
10
In de ep äsen a i en Längsschni s udie COACTIV wu den sowohl Leh ende als auch Le nende in die
empi ische E hebung einbezogen und die Übe zeugungen on Ma hema ikleh enden und de en Zusammenhang
mi dem Un e ich shandeln und den Le ne olg de Le nenden be ach e (Voss e al., 2011).
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
13
Leh e übe zeugungen hinsich lich des G ades ih e Leh - und Le nzen ie ung
11
eingeo dne
we den. Dazu üh en sie halbs uk u ie e In e iews mi 26 Medizine :innen an zwei
Hochschuls ando en (eine in den Niede landen und eine in Kali o nien) du ch, die zum
E hebungszei punk in de medizinischen Hochschulleh e ä ig wa en und übe mindes ens
zehn Jah e Leh e ah ung e üg en. In diese E hebung konn en O enho -de Jonge e al.
(2021) un e schiedliche Dimensionen de Leh -Le n-Übe zeugungen on Leh enden sowie
Wissen he ausa bei en, welche sich au einem Kon inuum zwischen Leh - und Le nzen ie ung
bewegen. Es wu de beispielsweise die Scha ung eines ö de lichen Le num elds be on , die
Wissenskons uk ion en wede au Sei en des Leh enden ode als Ko-Kons uk ion mi de
Umwel bzw. zwischen Leh enden und Le nenden e s anden sowie da ü plädie , inhal liches
Wissen mi de P axis de Pa ien :innen e so gung zu e knüp en. Die
S udien eilnehme :innen sind zudem da on übe zeug , dass Leh ende die in insische
Mo i a ion de Le nenden ö de n soll en, um e ie es Le nen zu e möglichen. G undsä zlich
wa en alle Ausp ägungen de leh - und le nzen ie en Übe zeugungen in de E hebung
e e en, obwohl die in e iew en Leh enden be ei s sei übe 10 Jah en nach einem
le nzen ie en Cu iculum un e ich e en. O enho -de Jonge e al. (2021, S. 11)
schluss olge en, dass „ he de elopmen om a eaching-cen ed o a lea ning-cen ed belie
o ien a ion does no au oma ically ake place when a cu iculum is inno a ed owa ds lea ning-
cen edness“, weshalb zu En wicklung le nzen ie e Übe zeugungen au sei en de Leh enden
in ensi e e und geziel e e Maßnahmen nö ig sind.
Im Be eich de Medizindidak ik beschä ig sich die S udie on Teu el Mo ales e al. (2019)
mi dem Ein luss epis emologische Übe zeugungen und in insische Mo i a ion au das
kons uk i is ische Leh konzep on Leh enden in de medizinischen Ausbildung, jedoch ehl
hie de Bezug zum in e p o essionellen Kon ex . Mi dem Ziel diejenigen Übe zeugungen zu
iden i izie en, „die eine s ä ke e Zus immung zum kons uk i is ischen Leh konzep bewi ken“
(Teu el Mo ales e al., 2019, S. 1), um da au hin die medizindidak ischen Wei e bildungsku se
zu e besse n, haben Teu el Mo ales e al. (2019) 246 Leh ende im Rahmen eine
F agebogene hebung zu ih en epis emologischen Übe zeugungen be ag und de en An wo en
quan i a i ausgewe e . Die E gebnisse bes ä ig en den Zusammenhang, dass „wei e
en wickel e epis emologische Übe zeugungen sowie eine s a ke in insische Leh mo i a ion
11
Die Un e scheidung zwischen leh zen ie und le nzen ie ähnel de Klassi izie ung de Leh e übe zeugungen
in ansmissi und kons uk i is isch und wi d in de o liegenden A bei synonym bzw. in einem engen
Zusammenhang s ehend e s anden.
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
20
nu au die Pa ien :innen wi k sich IPCP posi i aus, es konn en auch Ve besse ungen in Bezug
au die A bei szu iedenhei , das Engagemen , die E izienz und das Wohlbe inden bei den
Gesundhei s achk ä en es ges ell we den. Zudem kann IPCP zu eine Reduzie ung on
Bu nou üh en (Wei e al., 2022). Au de Ebene de O ganisa ion konn en . a.
Ve besse ungen bzgl. de O ganisa ions uk u , de P ozessabläu e, de Kos eneinspa ungen
und de Un e s ü zung un e einande iden i izie we den. Neben den E ek en on IPCP,
e en Wei e al. (2022) auch Aussagen bzgl. de Hinde nisse und E olgs ak o en
18
on IPCP
in un e schiedlichen Se ings de Gesundhei s e so gung (K ankenhäuse n, P imä kliniken und
häusliche P lege). Um IPCP e olg eich du chzu üh en, beda es demnach z. B. gemeinsame
Ziele und We e au de O ganisa ionsebene, abe auch au de Ebene zwischen den
Gesundhei s achk ä en. Zudem sei es hie bei wich ig, dass eine Teamumgebung he sch , in
de die Rollen kla und die Ressou cen ge ech e eil sind bzw. kein Mach ge älle he sch .
Au de Ebene des Indi iduums sei es wich ig, dass den ande en Gesundhei sbe u en Ve auen
und Respek gegenübe geb ach we de und eine gu e Kommunika ion exis ie e. Liegen diese
Fak o en nich o , ungie en sie ü Wei e al. (2022) au oma isch als Ba ie en ü eine gu e
IPCP. Diese genann en E olgs ak o en und Hinde nisse können Hinweise da au geben,
welche An o de ungen an die Gesundhei s achk ä e bei de IPCP ges ell sind und wie da au
z. B. im Rahmen on IPE o be ei e we den kann bzw. welche Kompe enzen angebahn
we den müssen.
Auch Rawlinson e al. (2021b) be ach e en in ih e Übe sich be ei s exis ie ende Re iews die
Wi ksamkei on IPCP, alle dings explizi im Be eich de P imä e so gung. Insgesam
wu den 34 Re iews aus den Jah en 2002-2019 eingeschlossen, wo on ach Mixed-Me hods
Re iews und 26 quali a i e Re iews wa en. Iden i izie wu den sechs e schiedene
Pa ien :innene gebnisse (klinische E gebnisse, E gebnisse de Medika ion, Inansp uchnahme
de Gesundhei s e so gung, P ozesse de P lege, Lebensquali ä , Funk ions ähigkei ,
Pa ien :innenzu iedenhei ), welche dahingehend ka ego isie wu den, ob die IPCP zu eine
Ve besse ung, eine Ve schlech e ung, zu gemisch en E gebnissen ode zu keinen
Ve ände ungen de pa ien :innenbezogenen E gebnissen ge üh haben. Insgesam kommen
Rawlinson e al. (2021b) zu dem Schluss, dass es hin eichende Belege ü die Wi ksamkei de
in e p o essionellen Zusammena bei (IPCP) in de P imä e so gung o liegen. In den
un e such en S udien e besse en sich klinische, medikamen öse und p ozessbezogene
Pa ien :innene gebnisse sowie de en Zu iedenhei du ch IPCP. Diese E gebnisse scheinen ü
18
Wei e e E olgs ak o en und Ba ie en ü die IPCP speziell in de P imä e so gung we den u. a. bei Rawlinson
e al. (2021a) besch ieben.

2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
21
die Ve besse ung de Gesundhei s e so gung iel e sp echend und obus zu sein, da sie sich
übe e schiedene Be ölke ungsg uppen, P imä e so gungsein ich ungen und A en de IPCP
zu e allgemeine n schein . Jedoch bleiben die Auswi kungen de IPCP au die Reduzie ung
de Inansp uchnahme on Gesundhei sdiens en, wie z. B. K ankenhauseinweisungen, ode au
die Ve besse ung de Lebensquali ä und Funk ions ähigkei de Pa ien :innen unkla , da die
meis en Übe sich sa bei en gemisch e E gebnisse zeig en. Es wu den keine
Ve schlech e ungen de pa ien :innenbezogenen E gebnisse ü i gendeine Ka ego ie on
E gebnissen be ich e . G undsä zlich sind die In e en ionen, die IPCP beinhal en, komplex
und iel äl ig, weshalb bei de Bewe ung de Wi ksamkei on IPCP die kon ex uellen
Besonde hei en de In e en ion be ücksich ig we den müssen (Rawlinson e al., 2021b).
Das Scoping-Re iew on Cade e al. (2024) ha e zum Ziel, Belege ü den Zusammenhang
zwischen IPE-In e en ionen und de Be ei s ellung eine e ek i en Pa ien :innen e so gung
zu besch eiben und zusammenzu assen. Da ü wu den Ve ö en lichungen aus den Jah en
2015-2020, welche un e schiedliche me hodische Ansä ze e wende en, einbezogen. Insgesam
wu den n=94 A ikel iden i izie , die Belege ü einen posi i en Zusammenhang zwischen
IPE-In e en ionen und meh e en wich igen Quali ä sindika o en im Gesundhei swesen lie e n,
da un e Au en hal sdaue , medizinische Fehle , Pa ien :innenzu iedenhei , Au klä ung on
Pa ien :innen ode P legepe sonal und S e blichkei
19
. Als Fo schungsdeside a iden i izie en
die E gebnisse diese Übe sich sa bei die Un e suchung de konk e en Auswi kungen on IPE-
In e en ionen und die on den Absol en :innen e ziel en Pa ien :innene gebnisse. Die
E gebnisse de Me a-Re iews beg ünden die Fo de ung, dass be ei s in den Ausbildungen de
e schiedenen Gesundhei sbe u e die benö ig en Kompe enzen zu IPCP anzubahnen sind, um
eine adäqua e Ausbildung de zukün igen Fachk ä e zu gewäh leis en. Da übe hinaus geben
sie Hinweise, wo au die angehenden Gesundhei sbe u e o be ei e we den müssen (Ba ie en
de IPCP).
E kenn nisse zu Wi ksamkei on IPE hinsich lich Le nou comes
De zei sind nu beg enz e E kenn nisse übe die lang is igen Auswi kungen on IPE au die
a sächlichen Ve hal ensände ungen de Le nenden e ügba (Ree es, Fle che e al., 2016;
Spaulding e al., 2021). Dennoch weisen einige S udien au posi i e E ek e de IPE bzgl. des
in e p o essionellen Le nens und somi au die Wi ksamkei on IPE hin (Gu aya & Ba , 2018;
Nock, 2016; Ree es, Fle che e al., 2016; Ree es, Palaganas & Zie le , 2017). Um die
19
Fü eine de aillie e Übe sich de Quali ä sindika o en siehe Cade e al. (2024, S. 480).
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
22
Auswi kungen on in e p o essionellen Bildungsangebo en nachzuweisen, nimm o allem die
Be ach ung de Eins ellungen on Le nenden einen wich igen Un e suchungsgegens and in de
in e p o essionellen Ausbildungs o schung ein (Be ge -Es ili a e al., 2020; B owne e al.,
2021; Cu an e al., 2010; Ka oue e al., 2022; King & Viola o, 2020; Low e al., 2020; Michalec
e al., 2017; Pa el Gunaldo e al., 2022; Spaulding e al., 2021; Visse e al., 2017; Z. Wang e
al., 2019). Eine Auswahl diese S udiene gebnisse wi d im Folgenden de aillie besch ieben.
Beispielsweise zeig e die Me a-Analyse on Z. Wang e al. (2019), welche 16 quan i a i e
S udien zu den Eins ellungen und Wah nehmungen on Le nenden aus de (Zahn-)Medizin,
Pha mazie, Physio he apie und P lege einschloss, dass die IPE einen signi ikan en Ein luss au
das Ve s ändnis de Le nenden ü Zusammena bei ha e und zu eine e besse en Eins ellung
zu in e p o essionellen Teama bei üh e. In allen A ikeln wu den Like -Skalen e wende ,
mi denen die Be ag en die wah genommene Wi ksamkei e schiedene Übungskomponen en
sowie das Wissen und die Eins ellungsände ungen de S udie enden nach de IPE-In e en ion
bewe en soll en (Z. Wang e al., 2019). Bei de Analyse de Subskalen, de einbezogenen
Ins umen e
20
, zeig e sich, dass nu eine Subskala (Rollen und Ve an wo lichkei en) nach de
IPE-Schulung keine s a is isch signi ikan e Ve besse ung au wies (p=0,06), wäh end die
ande en ie Subskalenpunk e s a is isch signi ikan e Ve besse ungen zeig en (p<0,01). De
Gesam e ek es zeig e, dass IPE-Schulungen einen signi ikan posi i en Ein luss au die
Eins ellung de S udie enden zu IPE ha en (Z=6,85, p<0,01). Des Wei e en liegen
E kenn nisse dazu o , inwie e n die Eins ellungs e ände ungen de Le nenden om Um ang
in e p o essionelle Bildungsangebo e abhäng : beispielsweise s ell die E hebung on B owne
e al. (2021) eine Längsschni s udie da , die Langzei e ek e on zwei e schiedenen Fo ma en
zu Ve mi lung on IPE (Tages-IPE-Symposium ohne Beglei p og amm und Tages-IPE-
Symposium plus sems e beglei endes IPE-Angebo ) un e such . Hie bei wu den die
Eins ellungen zu in e p o essionellen Teama bei on 40 S udie enden aus de
Gesundhei s e wal ung und 57 S udie ende aus de E go he apie mi els de A i udes owa ds
Heal h Ca e Teams Scale (ATHCTS)
21
en sp echend de un e schiedlichen Fo ma e
mi einande e glichen. B owne e al. (2021) kamen zu dem E gebnis, dass beide Angebo e die
Eins ellungen zu in e p o essionellen Teama bei lang is ig e besse n und es keinen
Un e schied mach , ob die IPE-In e en ion ein ägig ode sems e beglei end e olg .
20
Folgende Ins umen e wu den in den S udien eingese z : IEPS, RIPLS, KidSIM A i ude Towa ds Teamwo k in
T aining Unde going Designed Educa ional Simula ion (ATTITUDES) ques ionnai e, In e disciplina y Weekly
Team In en o y.
21
Die ATHCTS wi d zu Bewe ung on Eins ellungen zu in e p o essionellen Teama bei e wende und gil
als eliables und alides Messins umen , welches on Heinemann e al. (1999) en wickel wu de.
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
23
Zudem beinhal e e auch die sys ema ische Übe sich sa bei on Spaulding e al. (2021) S udien,
die s a is isch signi ikan e E gebnisse in Bezug au die Ve besse ung de Eins ellungen
gegenübe ande en Disziplinen nach IPE-In e en ionen nachweisen. Das sys ema ische
Re iew beinhal e e insgesam 19 S udien in englische Sp ache, die on 2007-2017
du chge üh wu den. Sieben S udien s ell en eine s a is isch signi ikan e Ve besse ung des
Koope a ions e hal ens bei den Le nenden es , wobei 12 ande e S udien gemisch e E gebnisse
bezogen au die En wicklung on Koope a ions ähigkei en kons a ie en. Diesen posi i en
E gebnissen s ehen die E kenn nisse on Pa el Gunaldo e al. (2022) gegenübe , welche keine
signi ikan en Ve ände ungen bezüglich de kollabo a i en Fähigkei en bzw. Team ähigkei en
bei Le nenden nach IPE-In e en ionen es s ellen konn en. Dahe o de n sie wei e e
Längsschni s udien du chzu üh en, die die Auswi kungen on in e p o essionellen Leh plänen
und Le numgebungen au die Le ne gebnisse be ach en.
E kenn nisse zu geeigne en Ges al ung on IPE
Wie IPE ges al e we den muss, dami sie wi ksam is und die IPCP e besse , wu de in
e schiedenen S udien un e such : So üh en Bowman e al. (2023) ein sys ema isches Re iew
du ch, um Belege ü IPE-P og amme zu sammeln, die zu e ek i en lang is igen E gebnissen
im Gesundhei swesen üh en. Dazu wu den ün S udien eingeschlossen, die zwischen 2010-
2017 in englische Sp ache publizie wu den. Sie iden i izie en e schiedene A en on IPE-
Modellen, die mi un e schiedlichen Hinde nissen (z. B. uneinhei liches Ve s ändnis on IPE;
mangelnde Quali izie ung de Leh enden) und E olgs ak o en (z. B. In eg a ion on
e ah ungsbasie em Le nen) e bunden wa en. Eine sys ema ische Au be ei ung on Fak o en
ü e olg eiche IPE-P og amme konn e hie bei nich kons a ie we den, weshalb keine
obus en Belege ü die lang is igen Auswi kungen on bes imm en IPE-P og ammen au die
Gesundhei s e so gung und die Pa ien :innene gebnisse abgelei e we den konn en. Somi is
noch nich abschließend geklä , welches Fo ma ein e olg eiches und e izien es IPE-
P og amm haben soll e (Bowman e al., 2023; Co êa e al., 2022; Pa el Gunaldo e al., 2021)
bzw. welche Leh -/Le nangebo e zu Ve besse ung de in e p o essionellen Teama bei üh en.
Als u sächlich können da ü u. a. die he e ogenen S udiendesigns sowie die ge ingen
In o ma ionen übe die Umse zung de Leh -/Le nangebo e in den un e schiedlichen Kon ex en
genann we den (Fox e al., 2018). Dennoch gib es eine Reihe on Hinweisen ü geeigne
e scheinende Modelle zu Umse zung in e p o essionelle Leh -/Le nkonzep e (He a h e al.,
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
24
2017; Hube e al., 2019; Khan e al., 2016; Mahle e al., 2014; Ree es, Zwa ens ein e al.,
2010).
Bezüglich geeigne e Me hoden ü die Ges al ung on IPE liegen eben alls E kenn nisse o
(Ald iwesh e al., 2022; Hube e al., 2019). Beispielsweise wi d p axisbezogenes Le nen als
eine iel e sp echende Le n o m ü die IPE eingeschä z (Bowman e al., 2023).
Gleiche maßen wi d das simula ions-basie e Le nen als eine we olle und e ek i e Me hode
zu Scha ung au hen ische Le numgebungen in de IPE ane kann (Ald iwesh e al., 2022;
As bu y e al., 2020; Boles a & Chmil, 2014). So konn en sys ema ische Re iews sowie
Me aanalysen bes ä igen, dass simula ionsbasie e Leh -/Le nme hoden in de IPE die
Teama bei und Kommunika ion zwischen den e schiedenen Gesundhei sbe u en signi ikan
e besse n (Sezgin & Bek as, 2023; Welsch e al., 2018). Das sys ema ische Re iew on
Ald iwesh e al. (2022) zeig e, dass neben simula ionsbasie em Le nen auch E-Lea ning und
p oblemo ien ie es Le nen (PBL) als didak ische Ansä ze zu Ve mi lung on IPE an
S udie ende im G unds udium dienen und nich nu ein Leh -/Le nansa z, sonde n die
Kombina ion e schiedene Ansä ze ü die IPE genu z we den. Es is jedoch he o zuheben,
dass die Umse zung diese Leh - und Le nme hoden an den e schiedenen Uni e si ä en
e heblich a iie (He a h e al., 2017). Zudem gel en in e p o essionelle Ausbildungss a ionen
(IPAS) als eine geeigne e Fo m in e p o essionellen Le nens (Mihalje ic e al., 2018; Mink e
al., 2021; Mink e al., 2022), welche auch nachweislich zu eine signi ikan en Ve besse ung de
Pa ien :innenou comes (z. B. Ve inge ung des K ankenhausau en hal s, Ve inge ung de
Reope a ionen im Ve gleich zu no malen chi u gischen S a ionen) sowie zu Ve besse ungen in
de in e p o essionellen Team ähigkei bei den Le nenden und anlei enden Leh k ä en üh
(Büsse e al., 2025; Kune e al., 2022; Schlosse -Hup e al., 2024). Auch Mink e al. (2023)
zeigen in ih e empi ischen Un e suchung, dass Le nende au in e p o essionellen
Ausbildungss a ionen wich ige Kompe enzen ü die IPCP en wickeln. Hie zu zählen
kommunika i e Fähigkei en, Kla hei übe bzw. Umgang mi Rollen und Ve an wo lichkei en
sowie Fähigkei en in de Pa ien :innen e so gung und im Managemen . Besonde s o eilha
ü das Le nen do wu de die Möglichkei angesehen, eigen e an wo lich zu a bei en und in
de IPCP au den IPAS zu agie en, was in den üblichen p ak ischen Einsä zen inne halb de
Ausbildung sons kaum möglich is .
Bezogen au die E kenn nisse zum allbasie en Le nen, is die S udienlage noch nich so
eindeu ig. This le hwai e e al. (2012) kons a ie en in ih em sys ema ischen Re iew, dass das
allbasie e Le nen sich in de IPE e ablie ha und g undsä zlich die Le nenden und die
Leh enden posi i e Le ne ah ungen und -e olge dami e knüp en. Fallbasie es Le nen
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
25
schein das Le nen in kleinen G uppen zu ö de n. Alle dings konn en This le hwai e e al.
(2012) nich empi isch bes ä igen, ob es sich dabei um den Le ne ek in de G uppe ode um
den Le ne ek bei de Du ch üh ung on allbasie em Le nen handel . Auch is unkla ,
inwie e n diese Le n o men ande e Auswi kungen au das Le nen haben, als ande e
Le n o men (This le hwai e e al., 2012). Zum ak uellen Zei punk lassen sich nu schwe
E hebungen inden, die das allbasie e Le nen im Ve gleich zu ande en Le n o men e aluie en
(Co êa e al., 2022). Dennoch belegen neue e S udien wei e hin posi i e E ek e on
allbasie em Le nen in de IPE au die Le nou comes, was den Einsa z dieses Leh -
/Le nansa zes im in e p o essionellen Bildungskon ex beg ünde (Co êa e al., 2022;
He masa i & As ini, 2023; Wallace & Benson, 2018; Williamson e al., 2023). Das allbasie e
Le nen im Rahmen on Online Leh e in de IPE zeig eben alls posi i e Le nou comes:
He masa i und As ini (2023) üh en eine mixed-me hods S udie du ch, die da au abziel e
Auswi kungen des in e p o essionellen Online-Le nens un e Ve wendung on allbasie en
Diskussionen bei S udie enden des Hebammenwesens, Medizin und Pha mazie au die
Kommunika ions- und Teama bei -Kompe enzen zu e mi eln. Sie kommen in ih e S udie u. a.
zu dem E gebnis, dass allbasie es Le nen die Sensibili ä de Le nenden ü die P obleme de
Pa ien :innen und des in e p o essionellen Teams, das Bewuss sein ü die No wendigkei de
Re lexion und das Ve s ändnis ü die Bedeu ung de in e p o essionellen Teama bei
e besse . Auße dem gaben die S udie enden in de Be agung an, dass allbasie es Le nen
den Zusammenhal und die Kommunika ion inne halb de in e p o essionellen G uppe ö de .
Auch Les a i e al. (2023) bes ä igen in ih e Mixed-Me hods-S udie die un e s ü zende
Wi kung on Falla bei au den Teamzusammenhal in eine in e p o essionellen G uppe. Sie
kommen jedoch auch zu de E kenn nis, dass allbasie es Le nen in einem Online o ma
wenige ö de lich is als in P äsenz o ma en.
Da übe hinaus we den noch wei e e Me hoden ü das in e p o essionelle Le nen in
Einzels udien emp ohlen (He a h e al., 2017; Hube e al., 2019), welche in Kapi el 4.3.4.3
au geg i en we den.
E kenn nisse zu Leh enden in de IPE
Das Leh ende mi ih en Ansich en und Hal ungen wich ige Ein luss ak o en ü eine quali a i
hochwe ige IPE sind, wu de in de in e p o essionellen Ausbildungs o schung be ei s e kann ,
wenngleich die Leh enden e s in jüngs e Zei e meh empi isch be ach e we den
(Lindq is e al., 2018; Ree es, Pelone e al., 2016; Vasse e al., 2023). Beispielsweise kommen
Ree es, Pelone e al. (2016) im Rahmen ih e Me a-E hnog aphie zu dem Schluss, dass

2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
26
Leh ende eine Schlüssel olle bei de Gewäh leis ung eine e ek i en Ve mi lung on IPE
einnehmen. Um zu diese Schluss olge ung zu kommen, wu den, angesich s de Bedeu ung on
Leh enden im in e p o essionellen Leh kon ex und au g und de mangelnden Au me ksamkei
hinsich lich eine quali a i en Syn hese bishe ige Fo schungse gebnisse, die E gebnisse 12
eingeschlossene quali a i e S udien zusammenge ass , welche iel äl ige me hodische
Ansä ze e olg en (z. B. Falls udien, Phänomenologie E hnog a ie sowie Fokusg uppen,
Einzelin e iews, Beobach ungen, sch i liche Re lexionen). Als E gebnis de Syn hese wu de
es ges ell , dass die Leh ä igkei im in e p o essionellen Kon ex haup sächlich on den
olgenden Fak o en beein luss wi d: kon ex uelle Me kmale, E ah ungen des Leh enden und
Ve wendung e schiedene Mode a ionss a egien (Ree es, Pelone e al., 2016). Bezogen au
die E ah ungen de Leh enden kons a ie en Ree es, Pelone e al. (2016), dass die Leh enden
die Leh ä igkei im IP-Kon ex als Gelegenhei zu be u lichen Wei e en wicklung
wah nehmen, da sie es ihnen e möglich ih Wissen und ih e Fähigkei en bezüglich
Mode a ionskompe enzen zu e besse n. Deswei e en sei eine geziel e Vo be ei ung zu Beginn
und wäh end de Leh ä igkei im in e p o essionellen Kon ex no wendig, um de komplexen
Rolle als IP-Facili a o ge ech zu we den. Viele Au o :innen, kommen zu ähnlichen
E gebnissen, wobei e gangene und ak uelle e in e na ionale S udiene gebnisse au eine
unzu eichende Quali izie ung bzw. Vo be ei ung de Leh enden au die IPE in den
Gesundhei sbe u en hindeu en (B ay, 2008; Bu ing, Bhushan, B azeau e al., 2009;
Ch is ianson e al., 2019; F eeman e al., 2010; Hall & Zie le , 2015; Jones e al., 2015; Khalili
e al., 2022; Lindq is & Ree es, 2007).
Auch Bake e al. (2010) kommen zu dem Schluss, dass die IPE-E ah ung de Leh enden einen
signi ikan en Ein luss au die E gebnisse on IPE haben. Die E gebnisse deu en da au hin,
dass ih e e ah ungsgep äg en Ansich en übe das Po enzial on IPE zu Ve besse ung de IPCP
wah scheinlich eine en scheidende Rolle dabei spielen, wie sie den in e p o essionellen
Le np ozess in ih em eigenen Un e ich ö de n. Fü eine e olg eiche Umse zung on IPE
muss olglich bei de (Wei e -)En wicklung de Leh enden angese z we den.
Vo diesem Hin e g und is es nich e wunde lich, dass das Facul y De elopmen (FD)
22
als
eine wich ige Ein lussg öße ü eine e olg eiche IPE be on wi d und zunehmende
Übe legungen zu (Wei e -)En wicklung dessen anges ell we den (Ande son e al., 2014;
Ban ield & Lackie, 2009; Cen e o he Ad ancemen o In e p o essional Educa ion [CAIPE],
22
Facul y De elopmen um ass das b ei e Spek um an Ak i i ä en, die Ins i u ionen da ü nu zen um Leh ende
da in zu un e s ü zen ih e (Leh -)Kompe enzen wei e zuen wickeln (Sil e und Leslie, 2017).
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
27
2022; Ch is ianson e al., 2019; Da Sil a e al., 2022; S eine e al., 2016). Wie konk e solche
Facul y De elopmen -P og amme aussehen soll en, is bishe jedoch nich abschließend geklä
(Da Sil a e al., 2022; Ra ka e al., 2017), wenngleich be ei s P og amme mi en sp echenden
E alua ionen o liegen, die Ve besse ungen des in e p o essionellen Leh ens nachweisen (Al-
Sheikh, 2018; Jones e al., 2015; Milo e al., 2017; Sil e & Leslie, 2017). So konn en Jones e
al. (2015) nachweisen, dass ih en wickel es FD-P og amm die Leh enden au ih e
Leh ä igkei en in de IPE o be ei en und dadu ch eine Begeis e ung bzw. den Wunsch
ausgelös haben, sich wei e an IPE-Ak i i ä en zu be eiligen. Diese E kenn nis is wich ig, da
ande e E hebungen he aus anden, dass unzu eichende Vo be ei ungszei en, hohe
A bei sbelas ungen in de Leh e und ande e Ve p lich ungen, die Leh enden einsch änken, sich
ü die IPE zu engagie en (Ree es, Pelone e al., 2016). Mi FD-P og ammen läss sich diesen
He aus o de ungen gg . en gegenwi ken. Dennoch weisen Jones e al. (2015) auch da au hin,
dass ü eine nachhal ige Ve hal ens- und O ganisa ions e ände ung FD-P og amme benö ig
we den, die länge is ig und kon inuie lich die Leh k ä een wicklung be eiben.
Zen ale Schlüsselelemen e on e olg eichen FD-Ak i i ä en zu En wicklung de Leh enden
iden i izie en u. a. Hall und Zie le (2015). Demnach soll en FD-P og amme das Pee -
Lea ning zwischen z. B. Hochschulleh enden und P axisausbilde :innen, das E ah ungsle nen
sowie ein o lau endes Coaching bzw. Men o ing und die eigene ak i e Teilnahme an
in e p o essionellen Leh -/Le nangebo en beinhal en und ö de n. Zu ähnlichen E kenn nissen
kommen auch Ree es, Pelone e al. (2016) und C oke e al. (2016), die es eben alls ü
no wendig e ach en, den Leh enden egelmäßig Möglichkei en zum Aus ausch on Wissen,
E ah ungen und Ideen zu bie en. Denn besonde s Co-Facili a ion gil ü sie als Schlüssel
e olg eiche IPE-Angebo e, indem Leh ende diese egelmäßig gemeinsam planen und
du ch üh en. Ge ade de Einbezug de iel äl igen in e p o essionellen E ah ungen de
Leh enden und die Re lexion im in e p o essionellen Leh enden eam seien s e s in die IPE
einzubinden, dami diese Aspek e nich zu Ba ie en ü IPE we den wü den (C oke e al.,
2016). Wei e e Me kmale e olg eiche FD-Ak i i ä en sind die ins i u ionelle Un e s ü zung
(Sundbe g e al., 2019), die Ablei ung de Ziele und E gebnisse au de G undlage
in e p o essionelle Kompe enzen, die Fähigkei en zu Flexibili ä und G uppenmode a ion
sowie Möglichkei en ü Feedback und Re lexion (Ra ka e al., 2017; S eine e al., 2016).
Umso e s aunliche is es, dass in de desk ip i en Que schni se hebung on Khalili e al.
(2022), die sowohl quan i a i e als auch quali a i e Elemen e en häl , lediglich die Häl e de
152 be ag en Ins i u ionen (wel wei ) angeben, dass sie eine in e p o essionelle
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
28
Leh k ä een wicklung du ch üh en. Somi schein das FD noch keinen g oßen S ellenwe in
den Ins i u ionen zu besi zen.
Um Leh ende geziel au die An o de ungen o zube ei en, die eine Leh ä igkei im
in e p o essionellen Kon ex mi b ing , beda es, neben de En wicklung on FD auch eine
Vo s ellung da on, welche Kompe enzen Leh ende im Rahmen on IPE benö igen. Hie zu
liegen be ei s E hebungen o (LeG os e al., 2015; Sa gean e al., 2010). Diese we den z. B.
in Fo m on Kompe enzka alogen besch ieben, wenngleich hie nich imme o de g ündig die
Leh enden im Hochschulkon ex , sonde n ehe die Leh enden in de P axis be ach e we den
(Can e al., 2013; Chen e al., 2016). So un e such e u. a. B ay (2008) in ih e Delphi-S udie
welche Fähigkei en und Kenn nisse Facili a o s in de P axis benö igen, um in e p o essionelles
Le nen am A bei spla z zu e möglichen bzw. zu ö de n. De en abschließende E gebnisse
e deu lich en, dass Facili a o s als Vo be ei ung au in e p o essionelles Le nen (IPL)
o gesch i ene und e ie e Fähigkei en in de Mode a ion e we ben müssen, ähnlich denen,
die e o de lich sind, um ande e komplexe und iel äl ige G uppen zu un e s ü zen. Dass die
Mode a ionskompe enz de Leh enden in de (online) IPE einen wich igen S ellenwe
einnehmen, bes ä igen auch wei e e Un e suchungen (E ans e al., 2014; E ans & Pe y, 2023;
F ee h e al., 2019; Sil e & Leslie, 2017).
Auch ü Deu schland wu den u. a. die Kompe enzen on Leh enden im in e p o essionellen
Kon ex empi isch be ach e . So be ag en Schlicke und Ehle s (2023) in ih e quan i a i en
E hebung 76 Leh ende aus de Medizin, P lege und Physio he apie, welche an eine
Uni e si ä , Fachhochschule ode Be u s achschule in e p o essionell Leh en. Sie en wickel en
einen Online-F agebogen mi dem Ziel zu e heben, was den Leh enden in de IPE wich ig is ,
welche Kompe enzan o de ungen aus ih e Sich dami e bunden sind und inwie e n sie sich
in de Vo bild olle sehen. Als wich ige Aspek e ü die IPE wu de on de Meh hei de
Hochschulleh enden de Au bau eines leh ö de lichen Klimas (87%), eine didak ische Quali ä
des Un e ich s (82%) sowie die Mo i a ion de Le nenden (76%), abe auch die Begeis e ung
ü das eigene Fach (70%) benann . Am wenigs en wich ig e ach e en die Leh enden die
Teilnahme an Fo bildungen ü ih p o essionelles Handeln in de Leh e (33%), wenngleich
die Be ei scha an Quali izie ungsku sen ü die IPE dennoch bes eh (71%) (Schlicke &
Ehle s, 2023, S. 41). Als ele an e Kompe enzen ü ih e in e p o essionelle Leh ä igkei
besch ieben die Be ag en olgende in abs eigende Reihen olge:
• „In e p o essionelle Kommunika ion
• Respek ie en de ande en P o ession(en)
• E kennen p o essionsspezi ische G enzen
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
29
• Kla hei de eigenen Rolle
• Teama bei
• In e p o essionelle Re lexion
• In e p o essionelle Kon lik bewäl igung
• Gemeinsame Übe nahme on Ve an wo ung“ (Schlicke & Ehle s, 2023, S. 40)
Diese Kompe enzen schä z en die Be ag en insgesam als um ang eiche ein als jene
Kompe enzen, die Leh ende in de unip o essionellen Leh e benö igen. Bezogen au die F age,
ob sich die Leh enden als Vo bilde ü ih e Le nenden sehen, bejah en nu und die Häl e de
Be ag en diese. Dies wa unabhängig da on, ob sie einen uni e si ä en, achhochschulischen
ode be u s achschulischen Hin e g und besaßen (Schlicke & Ehle s, 2023, S. 40). T o z de
exis ie enden Besch eibungen de Kompe enzen on IPE-Leh enden, kommen Paignon e al.
(2022) zu dem Schluss, dass es in e na ional noch keinen akzep ie en Konsens da übe gib ,
welche Kompe enzen Leh ende speziell im in e p o essionellen Kon ex bedü en. Ein G und
da ü könn e sein, dass un e schiedliche Beg i s e s ändnisse on Kompe enz o liegen und
deshalb uneinhei liche Besch eibungen da übe exis ie en, was Leh ende inne halb de IPE
‚können‘ müssen.
Zudem wu de bishe nich abschließend geklä , was aus Sich de Leh enden konk e un e
dem Te minus IPE zu e s ehen is . So kons a ie Xy ichis (2020, S. 2), dass die „con usion
o e e minology emains a conce n“, wie z. B. die E gebnisse de Mixed-Me hods-S udie on
Ge be und Rüe li (2021) bes ä igen. Sie s ell en ü den schweize ische Raum u. a. du ch
Expe :innenin e iews (n=7) und eine Online-Be agung (n=350) es , dass 40 % de
Teilnehmenden Schwie igkei en ha en, den Beg i de In e p o essionali ä kla on ande en
Beg i lichkei en abzug enzen. Zu einem ähnlichen E gebnis komm auch Kunze (2023) im
Rahmen ih e quali a i en E hebung mi S udienganglei ungen, IPE-Koo dina o :innen bzw.
Dozen :innen ü IPE. T o z diese Uneinigkei läss sich beobach en, dass die De ini ionen des
Cen e o he Ad ancemen o In e p o essional Educa ion (CAIPE) und de
Wel gesundhei so ganisa ion (WHO) ü IPE imme meh Anklang inden und die
o liegenden Beg i s e s ändnisse p ägen. Die In e dependenz on IPE und IPCP wi d ebenso
als zen al ane kann (Ge be & Rüe li, 2021; So as, Kissmann & B ügge , 2016; Xy ichis,
2020). Olenick e al. (2010) kommen in ih e um assenden Li e a u eche che zu
konzep uellen Analyse on IPE eben alls zu dem E gebnis, dass das komplexe Kons uk de
IPE du ch iel äl ige In e p e a ionen, sich übe schneidende Te minologien, aus auschba e
Beg i e und eine uneinhei liche De ini ion cha ak e isie is .
2. Wissenscha liche Beg ündungs ahmen
36
Pe spek i e de Leh enden gene ie und eine empi isch undie e G undlage ü die
Wei e en wicklung in e p o essionelle Bildungsangebo e gescha en we den (siehe Kapi el 3).

3. Zielse zung und Fo schungs agen de Un e suchung
37
3. Zielse zung und Fo schungs agen de Un e suchung
Vo dem Hin e g und des zu o geschilde en wissenscha lichen Beg ündungs ahmens sowie
de he ausges ell en Fo schungslücken (siehe Kapi el 2), we den im Folgenden die
Zielse zungen und Fo schungs agen de o liegenden Fo schungsa bei da geleg .
Die g undlegende Annahme diese Fo schungsa bei is , dass Hochschulleh ende g undsä zlich
einen maßgeblichen Ein luss bei de Ges al ung on Bildungsp ozessen haben (Blömeke e al.,
2008; Kuhl e al., 2013; Kun e e al., 2011; Lübeck, 2009; Paja es, 1992; Reusse & Pauli,
2014; an D iel e al., 2007) und zu (Wei e -)En wicklung on IPE bei agen (Dubbe ke e al.,
2008; Ha inge e al., 2006). Dass die Hochschulleh enden im Kon ex de IPE eine zen ale
Rolle einnehmen, e deu lich auch das 3P-Modell des Leh ens und Le nens on F ee h und
Ree es (2004), welches als S uk u ie ungshil e zu Planung und Ges al ung on IPE genu z
we den kann (siehe Kapi el 4.3.2). Demnach gel en sowohl die Vo s ellungen on dem Le nen
und Leh en, die Vo s ellungen on de Zusammena bei als auch das Fachwissen de Leh enden
und de en Begeis e ung ü die IPE als maßgebliche Rahmenbedingungen ü eine e olg eiche
IPE. Vo diesem Hin e g und is es nich e wunde lich, dass die geziel e Be ach ung diese
Eigenscha en de Leh enden im Fo schungs eld de IPE ge o de wi d (Kaap-F öhlich e al.,
2022; Khalili e al., 2022). Bishe we den die Hochschulleh enden mi ih en Sich weisen und
Vo s ellungen und insbesonde e mi ih en Übe zeugungen jedoch nu wenig empi isch
un e such (El-Awaisi e al., 2021; Lindq is e al., 2018) (siehe Kapi el 2.3). Folglich wu de
das Po enzial de be ei s o handenen Kenn nisse und E ah ungen on Hochschulleh enden
bezüglich de IPE bishe nich um assend ausgeschöp . Da die Übe zeugungen on Leh enden
de en Handeln und pädagogisch-didak ischen En scheidungen beein lussen (können) (Buehl &
Beck, 2015; Doh mann, 2021; Miguel, 2019; Pe e mann, 2022), bie e die empi ische
Auseinande se zung mi Leh e übe zeugungen einen Zugang zu diesem Wissen und diesen
E ah ungsschä zen. Folglich okussie sich die o liegende Fo schungsa bei au die
E hebung de Übe zeugungen on Hochschulleh enden gegenübe IPE. Von diesem
E kenn nisin e esse ausgehend e gib sich die zen ale Fo schungs age:
3. Zielse zung und Fo schungs agen de Un e suchung
38
De wissenscha liche Bezugs ahmen e deu lich , dass die didak isch-pädagogischen
En scheidungsg undlagen bei de IPE-Ges al ung on Hochschulleh enden bislang nu
unzu eichend beleuch e we den, was die Ablei ung allgemeingül ige
Handlungsemp ehlungen e schwe . Zudem is wenig da übe bekann , was Hochschulleh ende
g undsä zlich un e IPE e s ehen (Boe che e al., 2016; Sundbe g e al., 2019; Xy ichis, 2020)
und wie bzw. welche Kompe enzan o de ungen sie im Zuge de IPE bei sich e leben (B ay,
2008; LeG os e al., 2015; Paignon e al., 2022; Sa gean e al., 2010). Um diesen o enen
Fo schungslücken zu begegnen, wu den ü die zug undeliegende Haup o schungs age d ei
konk e e Schwe punk e es geleg , au dessen G undlage die iden i izie en Übe zeugungen
be ach e we den sollen:
Die Leh e übe zeugungen zum Ve s ändnis, E leben und zu Ges al ung on IPE s ellen somi
übe geo dne e Lei pe spek i en de Fo schungsa bei da .
Die iden i izie en Leh e übe zeugungen we den zu bes imm en Themengebie en (z. B.
Leh enden ollenan o de ungen, De ini ionen on IPE, Leh -/Le nziele) eingeo dne und
analysie . Dabei geh es nich da um, den Un e schied zwischen unip o essionelle Ausbildung
und in e p o essionelle Ausbildung he auszus ellen. Vielmeh we den e s e Hinweise ü das
„Besonde e“ de IPE he ausgea bei e und die iden i izie en Übe zeugungen in Bezug au die
Ges al ung on IPE mi den Emp ehlungen aus de bishe igen Li e a u in Beziehung gese z .
Es soll eine ie e gehende E kenn nis da übe e lang we den, was aus Sich de
Hochschulleh enden un e IPE zu e s ehen is , wie sie diese wah nehmen und du ch welche
didak ischen S uk u me kmale (Inhal e, Zielse zung, Me hoden und Medien) sich diese
auszeichne . Vo diesem Hin e g und sollen Emp ehlungen ü eine ziel üh ende Ges al ung
on in e p o essionellen Leh -/Le nangebo en aus den Leh e übe zeugungen abgelei e
we den, um die Quali ä de IPE wei e zu s eige n (siehe Kapi el 8.2.1). Zudem sollen
Hinweise da übe he ausgea bei e we den, welche An o de ungen aus de Pe spek i e de
Hochschulleh enden im in e p o essionellen Kon ex an sie ges ell we den und inwiewei sie
3. Zielse zung und Fo schungs agen de Un e suchung
39
im Rahmen de in e p o essionellen Bildung (IPE) Un e s ü zung bei de Wei e en wicklung
ih e (Leh -)Kompe enzen benö igen (z. B. im Rahmen on FD) (siehe Kapi el 8.2.2). Denn die
Vo be ei ung und die geziel e Quali izie ung de Hochschulleh enden hinsich lich de IPE is
in Deu schland de zei noch ausbau ähig (Al in e al., 2014; Kaap-F öhlich e al., 2022). Die
Fo schungsa bei möch e dami einen Bei ag zu (Wei e -)En wicklung de
in e p o essionellen Ausbildungs o schung in den Gesundhei sbe u en in Deu schland leis en.
Um einen e s en Zugang zu den Übe zeugungen on Hochschulleh enden gegenübe IPE zu
e hal en, wu de sich ü ein quali a i es Fo schungsdesign en schieden. Im Rahmen dessen
e olg en 16 lei adenges ü z e In e iews mi Hochschulleh enden aus den Be eichen
E go he apie, Logopädie, Medizin, P lege, Physio he apie sowie aus wei e en Be u en, welche
im Gesundhei sbe eich ä ig sind (siehe Kapi el 5.2.1). In de Fo schungsa bei we den
ausschließlich die Übe zeugungen on Hochschulleh enden im in e p o essionellen Kon ex in
den Blick genommen, obwohl auch eine Fo schungslücke in Bezug au die Sich weisen de
Be u s achschulleh enden e kann wu de (S ümp le e al., 2019). G und da ü is , dass sowohl
in e na ional als auch na ional die E ablie ung und Du ch üh ung on in e p o essionellen
Bildungsangebo en übe wiegend im hochschulischen Kon ex s a inde . Dies is au die
ge ö de en in e p o essionellen P ojek e und Fo schungsp og amme und die besse en
s uk u ellen Vo ausse zungen an Hochschulen (z. B. meh e e S udiengänge un e schiedliche
P o essionen an einem S ando ; gleiche akademische Kon ex ) zu ückzu üh en (Nock, 2020;
WR, 2012). Des Wei e en we den in de Fo schungsa bei Hochschulleh ende in e iew , die
in gesundhei sbezogenen S udiengängen in e p o essionelle Bildungsangebo e du ch üh en.
Un e gesundhei sbezogenen S udiengängen, we den nich nu p imä quali izie ende
S udiengänge im Be eich P lege und E go-, Physio he apie sowie Logopädie e s anden,
sonde n auch be u sbeglei ende/addi i e S udiengänge mi einbezogen. Dies bilde einen Teil
de He e ogeni ä ab, in denen IPE im hochschulischen Kon ex de zei in Deu schland
angebo en wi d (WR, 2012, S. 13).
4. Theo e ische Hin e g und
40
4. Theo e ische Hin e g und
Ausgehend on den zug undeliegenden Fo schungs agen, wi d im Folgenden de heo e ische
Hin e g und en al e . Da ü wi d zue s im Kapi el 4.1 das S uk u modell p o essionelle
Handlungskompe enz on Leh k ä en o ges ell , welches ü die o liegende
Fo schungsa bei den Ausgangspunk de heo e ischen Einbe ung in die Bildungs o schung
ep äsen ie . Da an anschließend wi d das heo e ische Kons uk de Übe zeugungen on
(Hochschul-)Leh enden besch ieben, indem eine Beg i sein üh ung (Kapi el 4.2.1) und die
Skizzie ung de cha ak e is ischen S uk u me kmale und Funk ionen on
Leh e übe zeugungen (Kapi el 4.2.2) sowie eine Abg enzung zu e wand en Beg i lichkei en
(Kapi el 4.2.3) e olg . In Kapi el 4.3 wi d in die heo e ischen G undlagen de IPE einge üh ,
indem Beg i s e s ändnisse (siehe Kapi el 4.3.1), heo e ische Bezugspunk e (siehe Kapi el
4.3.2) und S uk u elemen e de Ges al ung on IPE besch ieben (siehe Kapi el 4.3.4) sowie
die Hochschulleh enden als besonde e Ak eu e in diesem Feld beleuch e we den (siehe Kapi el
4.3.3). Abschließend inde eine Zusammen assung de o schungs ele an en Theo ieaspek e
s a (siehe Kapi el 4.4).
4.1 Leh e übe zeugungen im Handlungskompe enzmodell de Leh pe sonen
Da on ausgehend, dass Leh ende die wich igs en Ak eu e im Bildungswesen da s ellen und die
Ges al ung on Leh -/Le nsi ua ionen sowie die Ve mi lung on Le ninhal en und die
E eichung on Leh -/Le nzielen zu ih en Haup au gaben zählen, sind spezielle An o de ungen
an das Leh e :innenhandeln geknüp (z. B. Unsiche hei en in de Planba kei on Un e ich )
(Baume & Kun e , 2011). Um diesen An o de ungen adäqua begegnen zu können, bedü en
Leh ende en sp echende Kompe enzen, welche on Baume und Kun e (2011) in ih em
Modell de p o essionellen Handlungskompe enz on Leh k ä en
24
besch ieben we den. Als
besonde s bedeu sam ü das kompen e Leh e :innenhandeln we den in diesem Modell die
kogni i en und a ek i en Disposi ionen on Leh enden angesehen. Au g unddessen s ellen die
Übe zeugungen on Leh enden einen zen alen Bes and eil de Leh e .innenkompe enz da ,
und bilden dahe den heo e isch beg ünde en Un e suchungsgegens and de o liegenden
Fo schungsa bei . Das Modell de p o essionellen Handlungskompe enz on Leh k ä en is de
24
Das Modell s ell ein empi isch übe p ü es Kompe enzmodell da , welches in de allgemeinbildenden
Leh e :innen o schung Ane kennung ge unden ha (Taibi, 2013). Im Gegensa z dazu lieg ü Hochschulleh ende
ak uell noch kein allgemein ane kann es und empi isch un e such es Kompe enzmodell o (T emp, 2012),
weshalb hie au die E kenn nisse de allgemeinen Bildungs o schung zu ückgeg i en wu de. Übe sich en ü
mögliche Vo schläge ü Kompe enzmodelle ü Hochschulleh e inden sich dennoch bei Al-Kabbani e al. (2012)
und Kahlke (2021).
4. Theo e ische Hin e g und
41
Ausgangspunk , um das Kons uk de Übe zeugungen aus de Pe spek i e des
kompe enz heo e ischen Ansa zes
25
empi isch zu be ach en.
Das Modell de p o essionellen Handlungskompe enz on Leh k ä en is im Rahmen des
COACTIV
26
-Fo schungsp og amms en s anden, welches am Max-Planck-Ins i u ü
Bildungs o schung (Be lin) und in Koope a ion mi ande en Hochschulen en wickel und bis
heu e o ge üh wi d. G undsä zlich un e such COACTIV in d ei Haup s udien „die Genese,
S uk u und Handlungs ele anz p o essionelle Kompe enz on Leh k ä en“ (Baume e al.,
2011, S. 7) und konzen ie sich dabei exempla isch au die achspezi ische Domäne
Ma hema ik.
Im Folgenden wi d das p o essionelle Handlungskompe enzmodell on COACTIV und dessen
einzelne Komponen en skizzie .
Das Modell de p o essionellen Kompe enz on Leh k ä en aus dem Fo schungsp og amm
COACTIV
Dem Modell lieg das Ve s ändnis de p o essionellen Handlungskompe enz nach Weine
(2001) zug unde und wi d wie olg de inie :
The heo e ical cons uc o ac ion compe ence comp ehensi ely combines hose in ellec ual
abili ies, con en -speci ic knowledge, cogni i e skills, domain-speci ic s a egies, ou ines
and sub ou ines, mo i a ional endencies, oli ional con ol sys ems, pe sonal alue
o ien a ions, and social beha io s in o a complex sys em. Toge he , his sys em speci ies he
p e equisi es equi es o ul il he demands o a pa icula p o essional posi ion. (S. 51)
Demnach wi d de Kompe enzbeg i neben seinen kogni i en Komponen en um die de
Mo i a ion, Voli ion und Selbs egula ion e wei e und s ell dami eine maßgebliche
Bedingung ü die Handlungsbe ei scha im be u lichen Leh kon ex da . Des Wei e en wi d
da on ausgegangen, dass Handlungskompe enzen e le n und e ände we den können
(Weine , 2001), was eine en scheidende Rolle bei de Leh am sausbildung spiel und die
Möglichkei de Quali ä ssiche ung bei den Leh enden bie e .
Lau dem COACTIV Kompe enzmodell e gib sich das p o essionelle Handeln on
Leh pe sonen aus de Rela ion on olgenden Aspek en:
25
Neben dem kompe enz heo e ischen Ansa z lassen sich Übe zeugungen auch im Sinne des be u sbiog aphischen
sowie s uk u heo e ischen Ansa z be ach en. Fü eine di e enzie e Abg enzung diese d ei Ansä ze siehe Me k
(2016).
26
Abkü zung ü „Cogni i e Ac i a ion in he Class oom: The O ches a ion o Lea ning Oppo uni ies o he
Enhancemen o Insigh ul Lea ning in Ma hema ics“ (d . „P o essionswissen on Leh k ä en, kogni i
ak i ie ende Ma hema ikun e ich und die En wicklung ma hema ische Kompe enz“). Wei e e In o ma ionen
zu COACTIV sind un e h ps://ezw.uni- eibu g.de/ o schung/ab eilung-empi ische-schul-und-
un e ich sen wicklungs o schung/coac i - o schungsp og amm/ zu inden.

4. Theo e ische Hin e g und
42
▪ „Spezi isches, e ah ungsgesä ig es dekla a i es und p ozedu ales Wissen
(Kompe enzen im enge en Sinne: Wissen und Können)
▪ P o essionelle We e, Übe zeugungen, subjek i e Theo ien, no ma i e P ä e enzen und
Ziele
▪ Mo i a ionale O ien ie ungen
▪ Fähigkei en de p o essionellen Selbs egula ion“ (Baume & Kun e , 2011, S. 33).
In Abbildung 1 wi d das Kompe enzmodell in seine Gänze e anschaulich und soll als ein
nich hie a chisches, „gene isches S uk u modell“ (Baume & Kun e , 2011, S. 33) des
Leh e handelns angesehen we den, welches sich aus den oben genann en ie
„Kompe enzaspek en“ (Baume & Kun e , 2011, S. 33) (Wissen, Übe zeugungen, Mo i a ion
und Selbs egula ion) zusammense z .
Abbildung 1
Das gene ische p o essionelle Handlungskompe enzmodell on Leh k ä en aus dem
COACTIV-Fo schungsp og amm
In Anlehnung an Baume & Kun e , 2011, S. 32
De Fokus au das P o essionswissen on Leh enden, welches als eng e knüp mi dem
p o essionellen Handeln in Bildungsein ich ungen und Handlungsen scheidungen gil , ha sich
o allem mi dem Einzug de kogni ionswissenscha lichen Be ach ung in die
Leh e :innen o schung e s ä k (Dann, 1989, 2000). So zählen das p ozedu ale und dekla a i e
Leh e :innenwissen zu den zen alen Komponen en on Leh enden, wenngleich es wei e hin
wenig empi isch bes ä ig e E kenn nisse übe z. B. dessen Epis emologie, S uk u dimensionen
und Typen gib (Baume & Kun e , 2011), di e enzie das COACTIV-Kompe enzmodell
besonde s das P o essionswissen in seine un e schiedlichen Kompe enzbe eiche und Face en
4. Theo e ische Hin e g und
43
aus, wie in Abbildung 1 zu sehen is . G undlage ü die Sys ema isie ung de e schiedenen
Dimensionen on Leh e :innenwissen bilde de Vo schlag on Shulman (1986). Das
P o essionswissen zeichne sich im COACTIV-Modell somi du ch ün e schiedene
Kompe enzbe eiche aus: Fachwissen, achdidak isches Wissen, pädagogisch-psychologisches
Wissen, O ganisa ions- und Be a ungswissen, welche wiede um z. T. du ch bes imm e
Kompe enz ace en cha ak e isie we den
27
.
Neben dem P o essionswissen gel en auch die Übe zeugungen und We hal ungen on
Leh pe sonen als Teil de Leh e :innenkompe enz. Übe zeugungen we den hie en sp echend
de De ini ion on Op' Eynde e al. (2002) als „subjek i ü wah gehal ene Konzep ionen,
welche die Wah nehmung de Umwel und das Handeln beein lussen“ (Baume & Kun e ,
2011, S. 41) e s anden. Im COACTIV-Modell we den un e schiedliche Übe zeugungen
sys ema isie und somi zwischen epis emologischen Übe zeugungen und Übe zeugungen zum
Leh en und Le nen (hie bezeichne als subjek i e Theo ien übe das Leh en und Le nen)
di e enzie (Baume & Kun e , 2011, S. 42). Zudem we den die sys ema ische
We ebindung, im Sinne eines Be u se hos (Ose , 2009), und die Zielsys eme on Leh enden
zu diesem Kompe enzaspek geo dne , da sie eben alls Ein luss au das konk e e
Leh e :innenhandeln im un e ich lichen Kon ex haben (Baume & Kun e , 2011).
Das Modell de p o essionellen Handlungskompe enz on Leh pe sonen e binde u. a.
E kenn nisse aus de Kompe enz o schung/- heo ie sowie p o essions heo e ische
Übe legungen
28
und lie e dabei eine heo e isch und empi isch undie e G undlage, um die
An o de ungen an die Leh pe sonen und die e o de lichen Me kmale besse zu e s ehen,
welche bei de e olg eichen Bewäl igung des be u lichen All ags no wendig sind. Zudem
bie e es einen Ansa zpunk ü die geziel e P o essionalisie ung de Leh enden im Rahmen de
Aus-, Fo - und Wei e bildung. Au g und de Spezi ika ion des Modells ü Leh ende in de
Ma hema ik und de Eino dnung in die allgemeine Bildungs o schung, bleib zu p ü en,
inwiewei das Kompe enzmodell auch ü Leh ende, welche im in e p o essionellen
Leh kon ex ä ig sind, gil ode inwiewei es adap ie bzw. e wei e we den müss e. Im
Rahmen diese o liegenden Un e suchung dien die Modellie ung de p o essionellen
Handlungskompe enz on Leh k ä en jedoch o angig zu heo e ischen Einbe ung de
Leh e übe zeugungen in den Kon ex de Bildungs o schung und zu wei e en Legi imie ung,
27
Zu aus üh liche en Besch eibung de einzelnen Kompe enzbe eiche des P o essionswissens on Leh enden
siehe Baume und Kun e (2011, S. 33–41).
28
Aus üh liche E läu e ungen zu den heo e ischen Bezugspunk e inden sich bei Baume und Kun e (2011,
S. 10–17).
4. Theo e ische Hin e g und
44
sich mi den Übe zeugungen im Leh kon ex empi isch auseinande zuse zen, mi dem Ziel die
Quali ä on Leh e siche zus ellen.
4.2 Leh e übe zeugungen
29
( eache belie s)
Ausgehend on den ühes en philosophischen Be ach ungen de Menschen, gel en
Übe zeugungen als die zu e lässigs en Indika o en, um das Ve hal en eines Menschen zu
e lek ie en und seine Leis ungen und En scheidungen zu an izipie en (Rokeach, 1968).
Folglich we den Leh e übe zeugungen als Teil de p o essionellen Handlungskompe enz on
Leh k ä en angesehen und ihnen ein maßgebliche Ein luss au das Leh en und Le nen bzw.
das un e ich liche Handeln on Leh enden zugesch ieben (Baume & Kun e , 2011; Paja es,
1992; Reusse & Pauli, 2014). Somi s ellen Leh e übe zeugungen bzw. Teache Belie s einen
zen alen Un e suchungsgegens and in de Bildungs o schung da (siehe Kapi el 2.1.2). Die
Klä ung, was konk e un e dem Kons uk de Leh e übe zeugungen zu e s ehen is , beda
eine ie e gehenden heo e ischen Auseinande se zung (Paja es, 1992). Diese wi d im
Folgenden da ges ell . Zunächs we den die Me kmale und Funk ionsweisen on (Leh e -
)Übe zeugungen skizzie und in Abg enzung zu Wissen und ähnlichen Beg i en, wie
Eins ellungen und subjek i e Theo ien, nähe besch ieben. Ziel dabei is , das zug undeliegende
Beg i s e s ändnis diese Fo schungsa bei da zus ellen. Du ch diese beg i liche Klä ung und
Eing enzung kann eine empi ische Un e suchung dieses Kons uk es e olg eich du chge üh
we den (Fi es e al., 2019; Paja es, 1992).
4.2.1 Leh e übe zeugungen – Ein üh ung und Beg i sklä ung
Übe zeugungen zeichnen sich du ch eine hohe Komplexi ä aus. Fü einen (empi ischen)
Zugang zu dem Kons uk Übe zeugungen wi d in de Li e a u mi un e schiedlichen
heo e ischen Konzep en gea bei e : Eins ellungen, We hal ungen, pe sönliche
O ien ie ungen, Mo i e sowie subjek i e Theo ien we den als Konzep e he angezogen, um sich
den Übe zeugungen on Leh enden zu nähe n (Blömeke e al., 2008). Folglich schein eine
eindeu ige De ini ion des Beg i es au g und un e schiedliche heo e ische Pe spek i en o
He aus o de ungen zu s ehen. Leh e übe zeugungen s ellen, wie be ei s o übe d eißig Jah en
lau Paja es (1992, S. 307), auch heu e noch ein „messy cons uc “ da , d. h. sie sind ein
unübe sich liches und nich einhei lich de inie es Kons uk (Blömeke, 2012; Doh mann,
29
Das Teilkapi el wu de in leich e ände e Fo m be ei s im No embe 2024 im Rahmen des Bei ages „Teache
Belie s als heo e ische Bezugspunk ü in e p o essionelles Leh en und Le nen“ zu Ve ö en lichung im
He ausgebe :innenwe k on Walkenho s , U. & Fische , M. (2024). In e p o essionelle Bildung ü die
Gesundhei s e so gung beim Sp inge e lag publizie .
4. Theo e ische Hin e g und
45
2021; Fi es & Buehl, 2012; Reusse & Pauli, 2014). Ein wei e e G und da ü lieg in de B ei e
des Fo schungs eldes zu Leh e übe zeugungen, welches eine lange T adi ion au weis und
E kenn nisse aus un e schiedlichen Fo schungsdisziplinen, wie z. B. E ziehungswissenscha ,
Pädagogische Psychologie, Fachdidak ik u. a. im Be eich Ma hema ik und Deu sch, einbezieh
(Blömeke e al., 2008; Calde head, 1996; Hoy e al., 2006; Kun e e al., 2011; Paja es, 1992;
A. G. Thompson, 1992) (siehe Kapi el 2). Mi jede diese Fo schungsdisziplinen gehen
he e ogene Pe spek i en au den Gegens and sowie e schiedene G undannahmen und
me hodische He angehensweisen einhe , wodu ch sich ein uneinhei liches Fo schungs eld mi
un e schiedlichen Beg i sde ini ionen e gib (Sei ied, 2009). Paja es üh e be ei s 1992 ü
den angloame ikanischen Fo schungsbe eich eine Vielzahl an Synonymen zu dem Beg i de
Belie s au : „a i udes, alues, judgemen s, axioms, opinions, ideology, pe cep ions,
concep ions, concep ual sys ems, p econcep ions, disposi ions, implici heo ies, explici
heo ies, pe sonal heo ies, in e nal men al p ocesses, ac ion s a egies, ules o p ac ice,
p ac ical p inciples, pe spec i es, epe o ies o unde s anding, and social s a egy” (Paja es,
1992, S. 309).
Auch im ak uellen bildungswissenscha lichen Disku s in Deu schland läss sich eine
inhal liche Unschä e und P oblema ik in de Abg enzung zu ande en kogni i en Kons uk en
sowie eine un e schiedliche Beg i s e wendung e kennen. Beg i e wie subjek i e Theo ien
und Vo s ellungen we den synonym zum Übe zeugungsbeg i e wende , obwohl ihnen eine
un e schiedliche Seman ik und heo e ische Eino dnung zug unde lieg (siehe Kapi el 4.2.3.2).
Zudem lassen sich wei e e iel äl ige Beg i s e wendungen und - a ian en in de deu schen
Fo schungsli e a u iden i izie en, wie beispielsweise Sich weisen (Sei ied, 2009),
Eins ellungen (Rube g & Po sch, 2017), Konzep ionen (Kembe , 1997), Vo s ellungen
(Ha inge e al., 2006), be u sbezogene Übe zeugungen (Reusse & Pauli, 2014) ode de
englische Beg i Belie s (Lede e al., 2002; Rolka, 2006; S einmann, 2022). Soga inne halb
eines Au o :innen eams a iie en die Beg i sbezeichnungen on un e ich sbezogene
Übe zeugungen (Leuch e e al., 2006) hin zu un e ich sbezogene Kogni ionen (Leuch e e
al., 2008). Lau Reusse und Pauli (2014, S. 643) ha „die un e schiedliche Übe se zung des
englischen Beg i s ‚Belie ‘ zu He e ogeni ä “ im deu schsp achigen Raum beige agen. Du ch
in e na ionale Koope a ionen in de empi ischen Leh e :innenbildungs o schung
30
schein sich
alle dings de Beg i Übe zeugungen im deu schen Sp ach aum du chgese z zu haben. Aus
30
Siehe hie zu z. B. die E hebungen on Blömeke e al. (2008, 2010); O ganisa ion o Economic Co-ope a ion
and De elopmen (2009) und Baume und Kun e (2006, 2011).
4. Theo e ische Hin e g und
52
beein lussen, wie seh eine Leh pe son sich ans eng und Engagemen zeig , um das P oblem
zu lösen ode ih e Ziele zu e eichen (Bandu a, 1997). Übe zeugungen haben le z lich
Auswi kungen au die „quali y o eache s‘ p ac ices“ (Fi es & Buehl, 2012, S. 479).
In de Li e a u we den noch wei e e Funk ionen on Übe zeugungen besch ieben, welche die
zu o genann en e gänzen. So iden i izie Ki chne (2016) die Ba ie e unk ion on
Übe zeugungen. Dami gemein is , dass Übe zeugungen ein gewünsch es Ve hal en on den
Leh enden (z. B. du ch Cu icula, Ausbildungs e o dnungen, Re o men, Lei bild de
Ins i u ion) einsch änken ode e hinde n können. S imm die neu einge üh e inno a i e
Le na , z. B. simula ionsbasie es Le nen im Skills Lab, nich mi den Leh -Le n-
Übe zeugungen eine Leh pe son übe ein ode wide sp ich sie ihnen soga , wi d die
Leh pe son diese gewünsch e Le na nich ode nich in de e wünsch en Fo m in ih e
Un e ich sp axis umse zen (Philipp, 2007; Reusse & Pauli, 2014). König (2012) sch eib
Übe zeugungen des Wei e en eine B ücken unk ion zu, indem sie zwischen dem
Leh e :innenwissen und de en Ve hal en in de Un e ich sp axis e mi eln. Beispielsweise
weiß eine Leh pe son, wie sie mi he aus o de nden Le nenden umgehen kann, je nach
Übe zeugung (z. B. ehe ansmissi ode kons uk i is isch) zeig sie ehe ein adelndes ode
abe zu Re lexion an egendes Ve hal en. Dadu ch hel en Übe zeugungen auch dabei mi den
Unsiche hei en und de Komplexi ä , die de Leh be u mi sich b ing , umzugehen.
Jedoch handeln Leh pe sonen nich imme en sp echend ih e ( e hal ensnahen)
Übe zeugungen, da in eine Si ua ion z. B. de Handlungsd uck bzw. die Belas ung zu g oß sein
kann (Dann, 2000), wo au hin e schiedene, z. T. konku ie ende und sich wiede sp echende
Übe zeugungssys eme gleichzei ig ak i ie we den und ein konsis en es Handeln e hinde n
(A. G. Thompson, 1992). In diesen Si ua ionen e lie „die übe geo dne e zielo ien ie e
S eue ung ih e koo dinie ende Funk ion“ (Dann, 2000, S. 84), sodass die Pe son ande s handeln
kann, als sie es eigen lich o ha e. Doch nich nu si ua i e Übe o de ungen, sonde n auch
kon inuie lich andaue nde belas ende Rahmenbedingungen können Leh pe sonen da an
hinde n en sp echend ih e Übe zeugungen und dami e knüp en Zielen zu handeln (Leuch e
e al., 2006).
Allen Funk ionen is gemein, dass sie nu wi ksam sind, wenn eine ele an e Si ua ion o lieg ,
die die en sp echenden Übe zeugungen ak i ie . Sie sind somi si ua ionsspezi isch und
kon ex abhängig. Da übe hinaus is da on auszugehen, dass besonde s die ie e liegenden und
du ch E ah ungen gesä ig en Übe zeugungen als Fil e , Rahmung, S eue ung und Ba ie en
ungie en, da sie zen ale im Übe zeugungssys em e anke sind. Auße dem wi ken sie ü
das indi iduelle Handeln als En las ung und schü zen Pe sonen da o , sich in ih en

4. Theo e ische Hin e g und
53
Handlungsweisen und -en scheidungen on de Außenwel in age s ellen zu lassen (Reusse
& Pauli, 2014).
4.2.2.2 Me kmale on (Leh e -)Übe zeugungen
Nach Reusse und Pauli (2014) sowie ande en Au o :innen lassen sich Übe zeugungen, neben
den besch iebenen Funk ionsweisen, auch anhand bes imm e Me kmale cha ak e isie en:
Leh e übe zeugungen
(1) haben einen zielge ich e en Gegens andsbezug,
(2) sind a ek i au geladen und an We e gebunden,
(3) zeigen einen indi iduellen bzw. kollek i en Habi us, de ins i u ionsgep äg e wo ben
sein kann,
(4) weisen einen G ad an S abili ä und e schwe e Ve ände ba kei au ,
(5) sind sowohl bewuss als auch unbewuss ,
(6) sind kon ex abhängig und pe sonengebunden.
Diese Me kmale we den im Folgenden genaue e läu e .
(1) Leh e übe zeugungen haben einen zielge ich e en Gegens andsbezug
Leh e übe zeugungen sind imme „au e was ge ich e “ (Reusse & Pauli, 2014, S. 644), d. h.
weisen einen zielge ich e en Gegens andsbezug au . Dabei können disziplinspezi isches
Fachwissen, A und Weise des Leh ens und Le nens, Bildungss uk u en ode bes imm e
Pe sonen, wie die Le nenden ode die Leh pe sonen selbs , Gegens and bzw. Inhal on
Leh e übe zeugungen sein. Bishe gib es jedoch noch keine allgemeingül ige Klassi ika ion
on Leh e übe zeugungen, weshalb un e schiedliche Ansä ze pa allel exis ie en, die zum Teil
achspezi isch (z. B. au das Fach Ma hema ik bezogen) ode achübe g ei end o mulie sind
(Baume & Kun e , 2006; Blömeke e al., 2008; Calde head, 1996; Kun e & Pohlmann, 2015;
Reusse & Pauli, 2014; Wool olk Hoy e al., 2006).
Au g und diese Viel äl igkei mögliche Sys ema isie ungen is es ü eine nach ollziehba e
E hebung de Leh e übe zeugungen wich ig zu besch eiben, wo um es sich bei den
un e such en Übe zeugungen konk e handel bzw. welche Gegens ände un e such we den
(Fi es e al., 2019). Die o liegende A bei o ien ie sich an dem heo e ischen Modell
p o essionelle Übe zeugungen on Leh k ä en, welches on Fische (2018) en wickel wu de
und sieben Dimensionen p o essionelle Übe zeugungen besch eib . Dieses
Sys ema isie ungsmodell is au G undlage zu o bes ehende einschlägige
Klassi ika ionssys eme en s anden (N. Fische , 2018, S. 39; N. Fische & Ehmke, 2019, S. 415)
4. Theo e ische Hin e g und
54
(siehe Tabelle 1). En sp echend we den besonde s die Übe zeugungen zum Un e ich en und
die Übe zeugungen de Leh k a (Selbs ) in den Blick de Un e suchung genommen, wobei
die ande en Dimensionen eben alls angeschni en we den. Denn wie McCombie (2011)
nach ollziehba e läu e , können solche Klassi ika ionssys eme nich als eine kla e T ennung
de einzelnen Dimensionen bzw. Gegens andsbe eiche on Übe zeugungen e s anden we den,
zu o hängen die einzelnen Gegens andsbe eiche mi einande zusammen.
Tabelle 1
Theo e isches Klassi izie ungsmodell de p o essionellen Übe zeugungen on Leh pe sonen
Theo e ische Dimension
Quellen
Epis emologische Übe zeugungen besch eiben aus eine achlichen bzw.
achübe g ei enden Pe spek i e das Wesen und die S uk u on Fäche n und
nehmen die Inhal e und P ozesse des Fachwissens in den Blick. Sie sind somi
achwissenscha lich zu e o en.
Baume e al., 2011; Blömeke
e al., 2008; Calde head, 1996;
Kun e & Pohlmann, 2015;
Reusse & Pauli, 2014;
Wool olk Hoy e al., 2006
Übe zeugungen zum Un e ich en d ücken die g undlegende Hal ung zum
„Leh en und Le nen“ aus. Das Un e ich en kann dabei on Leh enden in
un e schiedliche A und Weise (z. B. Wissens e mi lung, Le np ozess)
e s anden und in e schiedenen Kon ex en (z. B. schulisch, akademisch)
be ach e we den.
Baume e al., 2011; Blömeke
e al., 2008; Calde head, 1996;
Kun e & Pohlmann, 2015;
Reusse & Pauli, 2014;
Wool olk Hoy e al., 2006
Übe zeugungen de Leh k a (Selbs ) besch eiben, was die Leh enden un e
ih e eigenen Rolle als Leh k a e s ehen. Sie sind gep äg on de
Pe sönlichkei und dem eigenen Engagemen im Leh kon ex und geben
Auskun übe die Selbs wi ksamkei se wa ungen und An o de ungen in
Bezug au die Rollen aus Sich de Leh enden.
Blömeke e al., 2008;
Calde head, 1996; Reusse &
Pauli, 2014; Wool olk Hoy e
al., 2006
Übe zeugungen zu den Le nenden besch eiben die Sich de Leh enden au
die Le nenden im Einzelnen ode im Klassen e band und sind on
bes imm en Fak o en (z. B. Mi a bei , Cha ak e , Vo u eile, Fähigkei en)
beein luss . Diese Übe zeugungen können auch mi E wa ungen an die
(Le n-)Leis ungen de Le nenden e knüp sein.
Kun e & Pohlmann, 2015;
Reusse & Pauli, 2014;
Wool olk Hoy e al., 2006
Übe zeugungen zu Schule im Allgemeinen beinhal en die Au assungen de
Leh enden in Bezug au das Bildungssys em, die cu icula en Vo gaben,
Re o men und S anda ds sowie welche Ziele, Au gaben und Funk ionen die
Schule inneha .
Kun e & Pohlmann, 2015;
Reusse & Pauli, 2014;
Wool olk Hoy e al., 2006
Übe zeugungen zu Leh e :innenausbildung sind on den eigenen
E ah ungen au dem Ausbildungsweg hin zu Leh k a gep äg . Sie
beziehen sich abe auch au die Leh e :innenbildung und de en S uk u en im
Blömeke e al., 2008;
Calde head, 1996; Kun e &
Pohlmann, 2015; Reusse &
4. Theo e ische Hin e g und
55
Allgemeinen. So nehmen Un e suchungen z. B. Übe zeugungen zu
uni e si ä en Vo be ei ung au das Thema Di e si ä in den Blick.
Pauli, 2014; Wool olk Hoy e
al., 2006
Übe zeugungen aus gesellscha liche Pe spek i e be e en die Hal ungen zu
We en, Mo al o s ellungen und Zielen, welche im Kon ex on E ziehung
und Schule in de Gesellscha e e en we den. Welche Bedeu ung wi d
Schule zugesch ieben? Welche We e spielen bei den Themen He e ogeni ä
und Chancengleichhei eine Rolle?
Kun e & Pohlmann, 2015;
Reusse & Pauli, 2014;
Wool olk Hoy e al., 2006
In Anlehnung an N. Fische , 2018, S. 39; N. Fische & Ehmke, 2019, S. 415
An diese S elle sei zudem da au hingewiesen, dass in de o liegenden Fo schungsa bei jene
Übe zeugungen de Hochschulleh enden okussie we den, die sich ausschließlich au das
Leh en und Le nen, d. h. au die Bildungsp ozesse beziehen. Paja es (1992) s ell e es , dass
eine solche Kla s ellung une lässlich sei, da Leh ende auch übe ein b ei e es, allgemeine es,
übe ih en Be u hinausgehendes Übe zeugungssys em, e ügen, welches eben alls einen
Ein luss au ih un e ich liches Handeln habe. Dennoch s ellen diese Übe zeugungen keinen
explizi en Gegens and de o liegenden E hebung da . Wenn also im Folgenden on
Leh e übe zeugungen gesp ochen wi d, sind jene pädagogischen Übe zeugungen gemein , die
sich au das Leh en und Le nen im (Hochschul-)Kon ex beziehen.
(2) Leh e übe zeugungen sind a ek i au geladen und an We e gebunden
Des Wei e en zeichnen sich Übe zeugungen, wie oben on Reusse und Pauli (2014) e wähn ,
du ch ih en a ek i au geladenen Zus and und „no ma i -e alua i en Cha ak e “ (Reusse &
Pauli, 2014, S. 644; Rokeach, 1968) aus. Somi s ehen sie im engen Zusammenhang mi dem,
was eine Pe son ü wah bzw. ich ig häl . Sie d ücken aus, wo an Leh pe sonen glauben,
welche (pädagogischen) We e sie e e en, wie sie Si ua ionen bewe en und sie geben dem
(un e ich lichen) Handeln dadu ch O ien ie ung und Siche hei (Philipp, 2007; Reusse &
Pauli, 2014). De G ad des Ve auens in den Wah hei sgehal eine Übe zeugung kann dabei
inne halb des Übe zeugungssys ems a iie en (Ba -Tal, 1990). An diese S elle is auch eine
kla e Abg enzung zum Wissen gegeben, da dieses ak enbasie und wide sp uchs ei is
(Calde head, 1996; Philipp, 2007; Reusse & Pauli, 2014) (siehe Kapi el 4.2.3.3).
Demgegenübe sind Übe zeugungen nich imme wide sp uchs ei und gel en als subjek i .
Pe sonen können also zei gleich e schiedene gegensä zliche Übe zeugungen in ih
4. Theo e ische Hin e g und
56
Übe zeugungssys em in eg ie en. Beispielsweise besi zen Leh ende sowohl ansmissi e als
auch kons uk i is isch gep äg e Übe zeugungen (Baume & Kun e , 2011; Voss e al., 2011).
(3) Leh e übe zeugungen zeigen einen indi iduellen bzw. kollek i en Habi us, de
ins i u ionsgep äg e wo ben sein kann
Doch nich nu die on Reusse und Pauli (2014) besch iebenen indi iduellen Hal ungen on
Leh pe sonen we den in den Übe zeugungen e kennba , auch de du ch die Ins i u ion (Hoch-
)Schule e inne lich e und angeeigne e Habi us, wie Bildung zu e s ehen und zu leben is ,
bilde sich ab. Diese e laub es sich selbs „sowohl indi iduell als auch kollek i quasi
unbewuss und au oma isch … [un e Leh enden] zu e s ehen, be u s ypische Si ua ionen
ähnlich wah zunehmen und zu in e p e ie en“ (Reusse & Pauli, 2014, S. 644). Folglich läss
sich e mu en, dass Leh ende g undsä zlich auch übe g undlegende kollek i ane kann e
Übe zeugungen e ügen, die den Leh -/Le np ozess be e en. Diese ge eil en Übe zeugungen
we den auch als sha ed belie s bezeichne . Alle dings können auch inne halb eine
Be u sg uppe un e schiedliche Übe zeugungen exis ie en (S einmann, 2022). G und da ü is ,
dass sich Übe zeugungen o dem Hin e g und äuße e Ein lüsse und gemach e E ah ungen
en wickeln. So besi zen Pe sonen aus einem ähnlichen Kul u k eis ode im p i a en (z. B.
Pee g oup, Familie) und p o essionellen Um eld (z. B. Kollegium) ähnliche Übe zeugungen,
da sie den gleichen ex e nen Ein lüssen ausgese z sind und sich auch gegensei ig beein lussen
(Op' Eynde e al., 2002; OECD, 2009; Taibi, 2013). Die En s ehung und En wicklung on
Leh e übe zeugungen e olg somi im Rahmen de Sozialisa ion und im gesam en
Lebens e lau , sodass sie e le nba sind (Paja es, 1992). Folglich sind die konk e en U sp ünge
de Leh e übe zeugungen kaum au zuklä en. Übe zeugungen en wickeln sich on Gebu an
und we den gep äg du ch die In e ak ion mi de Außenwel . Du ch diese E ah ungen le n
jede Pe son, dass es un e schiedliche Übe eins immungen bezogen au manche Übe zeugungen
gib und sie auch gegen Wide sp üche s andhal en können. So gel en manche Übe zeugungen
nu ü einen pe sönlich als wah und niemand ande es s imm dami übe ein, an ande e
Übe zeugungen glauben wiede um alle Menschen gleiche maßen (Nespo , 1987; Paja es, 1992;
Rokeach, 1968). Beispielsweise komm Rokeach (1968) zu dem Schluss, dass
he o al belie sys em may be seen as an o ganiza ion o belie s a ying in dep h, o med as
a esul o li ing in na u e and in socie y, designed o help a pe son main ain, inso a as
possible, a sense o ego and g oup iden i y, s able and con inuous o e ime – an iden i y ha
is a pa o , and simul aneously apa om, a s able physical and social en i onmen . (S. 11)
Vo diesem Hin e g und is es nich e wunde lich, dass die subjek i en E ah ungen eine
zen ale Rolle bei de En wicklung on Übe zeugungen einnehmen. Dies uß auch au de
4. Theo e ische Hin e g und
57
Annahme on Nespo (1987), dass Übe zeugungen in Fo m on episodischen E inne ungen
o liegen. Eine Ve anschaulichung und aus üh liche Besch eibung de e schiedenen Ebenen,
inne halb de e Leh e übe zeugungen en s ehen (können), inde sich in Abbildung 4 (Taibi,
2013, S. 47).
Abbildung 4
Modell de Ebenen de En s ehung on Leh e übe zeugungen
In Anlehnung an Taibi, 2013, S. 47
Taibi (2013) zeig , dass sich Leh e übe zeugungen au de Mak oebene du ch die Ein lüsse, die
on de Gesellscha ausgehen en s ehen und en wickeln: d. h. du ch die Sozialisa ion und
kul u elle Übe agung, die sich aus de E ziehung, Enkul u a ion und Bildung e geben
(Paja es, 1992; Taibi, 2013). Somi sind die Übe zeugungen eine Leh pe son z. B. da on
gep äg , wie in ih em Kul u k eis gene ell Bildung e s anden wi d ode welches
Leh e s ändnis gene ell de Hochschulbildung zug unde lieg
33
.
Die Mesoebene besch eib die ins i u ionelle Ebene, au de Übe zeugungen wäh end des
P ozesses de „ge egel en Eingliede ung in Fach- und O ganisa ionskul u en bzw. … de
Enkul u a ion in akademische Disziplinen“ (Taibi, 2013, S. 46) en s ehen können.
33
Auch die E hebungen des OECD Teaching and Lea ning In e na ional Su ey (2009) bes ä igen die
kul u beding en Übe zeugungen on Leh pe sonen (siehe e ie end OECD (2009).

4. Theo e ische Hin e g und
58
Au de Mik oebene, welche sich konk e au das Indi iduum bezieh , sind Übe zeugungen
e wa zum Leh en und Le nen e o e , die du ch pe sönliche E ah ungen gep äg sind und
beispielsweise in de eigenen schulischen Biog a ie gesammel we den. Neben den
pe sönlichen E ah ungen, zählen auch P axise ah ungen im Schulkon ex , d. h. konk e
e leb e Un e ich ssi ua ionen als (angehende) Leh pe son, und das be u sbezogene Wissen, im
Sinne on Fachwissen und pädagogisches Wissen, de Leh pe son zu den En s ehungsquellen
on Übe zeugungen. Auch ande e Pe sonen, wie z. B. Leh ende, können Ein luss da au
ausüben, dass Übe zeugungen en s ehen. Nespo (1987, S. 320) s ell , dazu he aus dass „c ucial
expe ience o some pa icula ly in luen ial eache p oduces a ichly-de ailed episodic memo y
which la e se es he s uden as an inspi a ion and a empla e o his o he own eaching
p ac ices". So kann die Beobach ung des un e ich lichen Handelns ode die Wah nehmung
e bale Äuße ungen on ande en Leh enden p ägend ü die eigene En wicklung sein.
Dadu ch kann eine ein luss eiche Leh pe son nachhal ig im Gedäch nis e bleiben, indem diese
als Inspi a ion und Vo bild ü die eigene Un e ich sp axis dien (Taibi, 2013, S. 46)
34
. Im
Zuge dessen kons a ie Taibi (2013), dass die A bei en on Fang (1996) und Pa k und E me
(2007) eine e wei e e Pe spek i e au die En s ehung on Übe zeugungen einnehmen. Neben
de „ehe ezep i e[n] Au nahme“ (Taibi, 2013, S. 44) on Eind ücken, In o ma ionen und
gemach en E ah ungen, nimm die „Re lexion de eigenen Le n- und Leh e ah ungen“ (Taibi,
2013, 43 .) eine eben alls zen ale Rolle bei de En s ehung on Übe zeugungen ein. Dies
bes ä ig die Wich igkei on angelei e en Re lexionsp ozessen in de Leh am sausbildung bzw.
die ansons en e schwe e Zugänglichkei on Leh e übe zeugungen (siehe Me kmal (5) wei e
un en). Die au Mik oebene en s ehenden Übe zeugungen we den in de
Leh e übe zeugungs o schung p imä in den Blick genommen (Taibi, 2013), weshalb hie zu
di e se E kenn nisse o liegen (siehe Kapi el 2.1.2).
(4) Leh e übe zeugungen weisen einen G ad an S abili ä und e schwe e Ve ände ba kei au
Wei e e Me kmale on Übe zeugungen sind nach Reusse und Pauli (2014) ih e S abili ä und
(nu schwe e) Ve ände ba kei , welche sowohl empi isch als auch konzep ionell iel disku ie
we den (Blömeke, 2012; Fi es & Buehl, 2012; Fu inghe i & Pehkonen, 2002; Kagan, 1992;
Rokeach, 1968; A. G. Thompson, 1992). Übe zeugungen we den du ch pe sönliche
E ah ungen im Lebens e lau en wickel und du ch wiede keh ende Bes ä igung ge es ig . Sie
sind somi iden i ä ss i end, was sie noch e bundene und zen ale im pe sonalen
34
Eine um assende e Besch eibung de En s ehungsquellen und En wicklungsp ozesse on Leh e übe zeugungen
is bei Taibi (2013) und S einmann (2022) zu inden.
4. Theo e ische Hin e g und
59
Übe zeugungssys em e anke n läss (Rokeach, 1968). Diese Übe zeugungen können als
„exis en ial p esump ions“ (Paja es, 1992, S. 309) bezeichne we den, da sie als un e ände lich
und „beyond indi idual con ol o knowledge“ gel en (Paja es, 1992, S. 309). Sie we den
geglaub , weil sie ein ach da sind, ohne dass sie hin e ag we den (können). Zudem wi d
da on ausgegangen, dass es umso schwie ige is eine Übe zeugung zu e ände n, wenn diese
be ei s üh im Leben (z. B. in de Schulzei ) e anke wu de. Eine Ums uk u ie ung is
deshalb kaum zu ealisie en und allen alls du ch Wide s ände und K isen zu modi izie en
(Reusse & Pauli, 2014). Dies lieg in de beein luss en Wah nehmung und den dadu ch ande s
e a bei e en In o ma ionen, die au genommen we den. Demnach sind die Chancen höhe ,
Übe zeugungen zu e ände n, welche e s neu e wo ben wu den (Paja es, 1992; Rokeach,
1968). Dies bes ä ig auch Blömeke (2012) in ih e Un e suchung on angehenden Leh enden,
die eine Übe zeugungs e ände ung du ch Wissenszuwachs annehmen. Fu inghe i und
Pehkonen (2002) weisen de a ek i en bzw. kogni i en Komponen e eine Rolle bei de
S abili ä on Übe zeugungen zu. En sp echend zeigen Übe zeugungen, die eine hohe
Bedeu samkei ü eine Pe son haben, d. h. eine a ek i e Komponen e beinhal en, eine höhe e
S abili ä au als kogni i e Übe zeugungen. Dies kann auch de G und sein, weshalb z. B.
langjäh ig p ak izie ende Leh pe sonen neue Leh -/Le n o men bzw. - e o men nu zöge lich
in ih em un e ich lichen Handeln umse zen, wenn sie gegen ih e Übe zeugungen sp echen.
Zudem is da on auszugehen, dass Übe zeugungen ela i s abil sein müssen, dami sie im
Sinne de Fil e -, Rahmungs- und S eue ungs unk ion das Handeln on Leh pe sonen
beein lussen können. Denn lau Paja es (1992, S. 325) neigen Pe sonen soga dazu „ o hold on
o belie s based on inco ec o incomple e knowledge, e en a e scien i ically co ec
explana ions a e p esen ed o hem”. Dies s ell die Umse zung on e idence-based- eaching
o g oße He aus o de ungen. Dennoch is diese Wi kmechanismus dadu ch zu e klä en, dass
Übe zeugungen eine gewisse S uk u , O dnung und Rich ung in das Leben eine Pe son
b ingen und sie diese unge n au geben wollen. Zudem agen sie im sozialen und kul u ellen
Raum zu eine Iden i ä sbildung und zu einem gemeinsamen We esys em bei, was eben alls
hil , die Wel und sich besse zu e s ehen (Paja es, 1992, 317 .).
Fi es und Buehl (2012, S. 475) kommen zu dem Schluss, dass nich abschließend geklä is ,
ob Übe zeugungen e ände ba ode s abil sind. Vielmeh is da on auszugehen, dass
Übe zeugungen au einem Kon inuum be ach e we den können, au dem sich zen ale, ie im
Übe zeugungssys em e anke e Übe zeugungen ehe am s abilen Ende be inden und neue,
ehe isolie e Übe zeugungen am ins abilen Ende zu e o en sind. Zudem sind sie de
Au assung, dass sich Übe zeugungen imme (wei e -)en wickeln, da sich Indi iduen s ändig
4. Theo e ische Hin e g und
60
im Ve ände ungsp ozess be inden und das lebenslange Le nen und die gemach en E ah ungen
de en Übe zeugungen beein lussen. Auße dem muss eine Ve ände ung on Übe zeugungen
nich heißen, dass das Übe zeugungssys em g undsä zlich e ände wi d, sonde n sich
ielmeh de Komplexi ä sg ad des Übe zeugungssys em ände .
Auch Paja es (1992, S. 323) geh da on aus, dass sich Übe zeugungen e ände n können, dies
abe einen P ozess da s ell , de Sch i ü Sch i abläu und meis du ch eine In ages ellung
de bes ehenden Übe zeugungen ini iie wi d. Es kann eine neue Umgebung, die nich den
eigenen Vo s ellungen en sp ich , zu eine I i a ion de bishe igen E wa ungen und
Handlungsweisen üh en und bes en alls in eine Re lexion und Modi izie ung de
Übe zeugungen münden
35
. Als Beispiel nenn e die e s en P axiseinsä ze on
Medizins udie enden in de No au nahme ode in Ope a ionssälen. Du ch die Kon on a ion
mi dem F emden sind die S udie enden ge o de , ih e bishe igen E wa ungen und
Übe zeugungen zu übe p ü en, gg . neu einzuo dnen bzw. assimilie en ode ga zu e ände n.
Bezogen au den Leh kon ex kann hie die Si ua ion des sogenann en P axisschocks als
Beispiel he angezogen we den, wenn Leh am ss udie ende als Be u san änge :innen in das
Re e enda ia eins eigen bzw. in den Be u ein e en (Kei el & Oelschlegel, 2023; Voss &
Kun e , 2020).
Es is wei e zu p ü en, welche Übe zeugungen on Leh enden sich ehe ände n lassen und
welche Fak o en, einschließlich de Leh e ah ung, zu eine Ände ung bei agen können (Fi es
& Buehl, 2012). Auch Sange und Osgu ho pe (2011) sind de Au assung, dass die
Übe zeugungen und de en Bewuss machung in de Leh am sausbildung und im wei e en
En wicklungsp ozess on Leh pe sonen hema isie und imme wiede au geg i en we den
soll en. Sie gehen jedoch da on aus, dass eine Ve ände ung de Leh e übe zeugungen nich
zwangsläu ig zu einem ande en Ve hal en in de Un e ich sp axis üh .
(5) Leh e übe zeugungen sind sowohl bewuss als auch unbewuss
Nach Reusse und Pauli (2014) is ein wei e es Me kmal on Leh e übe zeugungen, dass sie
sowohl bewuss als auch unbewuss o liegen können. Ve ein ach gesag , gel en ehe kogni i
gep äg e Übe zeugungen als bewuss (explizi ) und ehe a ek i e Übe zeugungen als
unbewuss (implizi ) (Pehkonen & Pie ilä, 2003)
36
. Dies s ell die Zugänglichkei on
35
Ein mögliche E klä ungsansa z ü die (In-)S abili ä und (Un-)Ve ände ba kei on Leh e übe zeugungen
bie e de psychologische „concep ual change“-Ansa z, siehe e ie end u. a. Posne e al. (1982).
36
Zu Klä ung de e schiedenen Bewuss seinsg ade on Übe zeugungen e weis T au wein (2013) au die
Theo ies o Ac ion on A gy is, Pu nam, Smi h (1985) und A gy is & Schön (1974) als heo e ische
Bezugs ahmen.
4. Theo e ische Hin e g und
61
Übe zeugungen o He aus o de ungen. Pe sonen sind zwa in de Lage, ih e Übe zeugungen
kla zu e balisie en, jedoch bilden diese nu einen Teil de o handenen Übe zeugungen eines
Übe zeugungssys ems ab. Folglich gel en Übe zeugungen als „assumed o be implici o aci
because eache s may no be awa e o how hey in luence hei beha io ” (Pa ick & Pin ich,
2001, S. 118). Die implizi en und z. T. unbewuss en Übe zeugungen bleiben im Inne en de
Pe son e bo gen und kaum zugänglich. G und da ü is die g oße Zahl an Übe zeugungen zu
iel äl igen Gegens andsbe eichen und de en e schiedenen Funk ionen, die au die Pe son
einwi ken. Reusse und Pauli (2014, S. 646) kons a ie en olglich: „Je s ä ke Übe zeugungen
in das subjek i e Ge lech si ua ionsspezi ische Kogni ionen und dami in die au oma isie en,
all äglichen Deu ungs- und Handlungs ou inen e woben sind (Schoen, 1983: „knowledge in
ac ion“), des o schwie ige sind sie ü das Bewuss sein zugänglich“. De Zugang zu den
innenliegenden Übe zeugungen läss sich jedoch übe e lexi e P ozesse und Bewuss machung
ealisie en. Diese bie en eine Möglichkei be ei s o handene Übe zeugungen on
Leh pe sonen o enzulegen, k i isch zu hin e agen und gg . zu e ände n (Reusse & Pauli,
2014; Wool olk Hoy e al., 2006). McLeod und McLeod (2002, S. 122) kons a ie en, dass „ he
way ha we each s uden s o be awa e o hei belie s may ha e mo e implica ions o changing
hose belie s and imp o ing s uden lea ning han any hing else we do”. Die e lek ie e
Auseinande se zung mi den eigenen Übe zeugungen s ell olglich eine wich ige Komponen e
on Leh e :innenp o essionali ä da (Wool olk Hoy e al., 2006) und is die Vo ausse zung ü
die Ausbildung p o essionelle Übe zeugungen
37
(Wilde & Kun e , 2016). Dami sich
Leh am ss udie ende ih e Übe zeugungen bewuss we den, is es jedoch wich ig, dass die
(angehenden) Leh enden in de Lage sind ih e Übe zeugungen zu a ikulie en. Dies se z
o aus, dass sie übe haup wissen, wo on sie übe zeug sind. Ein wei e es P oblem, welches
die Explika ion on Übe zeugungen e schwe en kann, is de E wa ungse ek . So
e balisie en Leh pe sonen bes imm e Übe zeugungen, on denen sie ausgehen, dass sie on
ihnen e wa e we den, obwohl sie diese Übe zeugung ga nich e e en (Fi es & Buehl,
2012).
(6) Leh e übe zeugungen sind kon ex abhängig und pe sonengebunden
Als wei e es Me kmal on Übe zeugungen is lau Reusse und Pauli (2014) de en
Si ua ionsgebundenhei bzw. Kon ex abhängigkei zu nennen. Wie be ei s besch ieben, spielen
37
Nach Wilde und Kun e (2016, 308 .) ußen p o essionelle Übe zeugungen au Beg ündungen und
Re lexionsp ozessen sowie wissenscha lichen E kenn nissen. Demgegenübe s ehen die in ui i en
Übe zeugungen, welche wenige beg ünde aus subjek i en E ah ungen en s anden sind und gg . au alschen
Annahmen be uhen.
4. Theo e ische Hin e g und
68
„möglichs kohä en e Sys eme on Aussagen“ (S aub & Weidemann, 2015, S. 48) au zu assen
sind. Dennoch geh das FST da on aus, dass Menschen a ional au G undlage ih e subjek i en
Theo ien handeln. Dies un e scheide subjek i e Theo ien lau Reusse und Pauli (2014) on
Übe zeugungen, da diese meis so e anke im Übe zeugungssys em eine Leh pe son sind,
dass sie sich ehe zu „au oma isie en Wah nehmungs- und Handlungsmus e n“ (Reusse &
Pauli, 2014, S. 655) o mie en und als implizi e Handlungs ou inen wi ksam we den, was eine
kla e, e balisie ba e A gumen a ionss uk u und somi a ionales Handeln meis ausschließ .
Zudem s ellen subjek i e Theo ien, ähnlich wie wissenscha liche Theo ien,
Gese zmäßigkei en au , die a ionales Handeln zu Folge haben. Diese Gese zmäßigkei en sind
bei Übe zeugungen wenige s eng zu e s ehen und sind ehe als subjek i e Behaup ungen
einzuo dnen, die pe sönlich ü wah und ich ig gehal en we den und (meis ) nich übe p ü ba
sind.
4.2.3.3 Wissen
Die E o schung des Wissens on Leh enden s ell einen zen alen Schwe punk in de
P o essions o schung ü die Leh e :innenbildung da . So bes eh Konsens da übe , dass
Leh e :innenwissen als eine zen ale Komponen e de p o essionellen Kompe enz on
Leh enden und somi als wich ige Ein lussg öße ü ih be u liches Handeln zu e s ehen is
(Baume & Kun e , 2011). Aus welchen Dimensionen, Wissens ypen, En s ehungsu sp üngen
e c. das Leh e :innenwissen le z endlich bes eh und inwie e n es mi den Leh e übe zeugungen
in Zusammenhang s eh , is jedoch (noch) nich einhei lich geklä .
Zumeis wi d das Leh e :innenwissen in dekla a i es, d. h. heo e isch- o males, und
p ozedu ales Wissen, d. h. p ak isches Können, un e schieden (Baume & Kun e , 2006,
2011). Beide s ellen wich ige Vo ausse zungen da , dami Leh ende kompe en handeln
können. Um die A des Wissens on Leh pe sonen wei e zu di e enzie en, schlagen Baume
und Kun e (2011, S. 32)
40
olgende Sys ema isie ung o (siehe Kapi el 4.1):
• Fachwissen
• Fachdidak isches Wissen
• Pädagogisch-psychologisches Wissen
• O ganisa ionswissen
• Be a ungswissen
40
Die Sys ema isie ung e olg au den g undlegenden A bei en on Shulman (1986), welche on B omme (1997)
wei e en wickel wu den.

4. Theo e ische Hin e g und
69
Leuch e e al. (2006) besi zen ein b ei e es Beg i s e s ändnis on Leh e :innenwissen und
e s ehen auch Übe zeugungen, Eins ellungen bzw. subjek i e Theo ien, neben dem
p ozedu alen und dekla a i en Wissen, als Teil des p o essionellen Leh e :innenwissens.
Demnach g ei en Leh pe sonen au alle Face en des Leh e :innenwissens zu ück, um in de
Un e ich sp axis zu handeln. Dabei wi d das dekla a i e Wissen (u. a. ( ach-)didak isches und
pädagogisches Wissen zum Leh en und Le nen, disziplinä es Fachwissen) sys ema isch in de
(hochschulischen) Aus- und Wei e bildung e wo ben, wäh end das p ozedu ale Wissen o
allem du ch die gesammel en E ah ungen im konk e en Un e ich sgeschehen angeeigne
we den. Dieses subjek i e E ah ungswissen lieg meis implizi o und is
si ua ionsgebunden, weshalb es einen e lexi en Denkp ozess beda , um es zugänglich zu
machen. Nu so kann es sich auch im un e ich lichen Handeln mi dem meis bewuss en
dekla a i en Wissensbes änden e binden.
Baume und Kun e (2011) sind im Gegensa z dazu de Ansich , dass Wissen und
Übe zeugungen als ge enn e Face en de Leh e :innenkompe enz zu e s ehen sind. Anhand
diese beiden Beispiele zeig sich, dass bezogen au den Zusammenhang bzw. die Abg enzung
on Wissen und Übe zeugungen sich in de Li e a u und insbesonde e in de
Leh e :innen o schung un e schiedliche Posi ionen iden i izie en lassen. Es bes ehen die
Au assungen, dass Wissen und Übe zeugungen als ge enn oneinande (Baume & Kun e ,
2011; Nespo , 1987), als mi einande e sch änk (Paja es, 1992; Wool olk Hoy e al., 2006)
ode soga als jeweilige Un e ka ego ien bzw. Teile oneinande zu e s ehen sind (Fu inghe i
& Pehkonen, 2002; Leuch e e al., 2006; Philipp, 2007; Rokeach, 1968; S aub & S e n, 2002).
Folglich s ell die Abg enzung on (Leh e :innen-)Wissen und (Leh e -)Übe zeugungen eine
He aus o de ung da , da dazu eine einhei liche e kenn nis heo e ische Pe spek i e de
Fo sche :innen nö ig wä e (Fi es e al., 2019). So gehen Fu inghe i und Pehkonen (2002)
da on aus, dass es zum einen das wissenscha liche und zum ande en das subjek i e Wissen
gib . Le z e es wi d den Übe zeugungen zugeo dne , welches au indi iduellen E ah ungen
und Ve s ändnissen be uh , wobei objek i es Wissen als o mal und ö en lich akzep ie gil .
Auße dem be uh Wissen au Fak en, wäh end sich Übe zeugungen au Ve mu ungen,
Bewe ungen und Beu eilungen s ü zen (Calde head, 1996; Paja es, 1992). Zudem können
Übe zeugungen im Gegensa z zum Wissen mi einem un e schiedlichem G ad an Übe zeugung
e e en we den und sind nich konsens ähig (Philipp, 2007, S. 259).
G undsä zlich wi d die Wah hei skomponen e als Un e scheidungsk i e ium he angezogen, um
Wissen und Übe zeugungen oneinande abzug enzen. Leh e übe zeugungen zeigen an, dass
eine Leh pe son e was ü wah und ich ig häl , wobei sie da ü nich zwingend Beweise haben
4. Theo e ische Hin e g und
70
muss. Zudem weisen sie, wie be ei s e wähn , einen „emo ional au geladene[n] … no ma i -
e alua i e[n] Cha ak e “ (Reusse & Pauli, 2014, S. 644) au . Das achliche und pädagogische
Wissen on Leh enden wiede um be uh au wah en Begebenhei en, welches in de
Communi y allgemein als akzep ie gil und auch e kenn nis heo e isch beleg is (Richa dson,
1996). Calde head (1996, S. 715) besch eib es mi olgenden Wo en: „Al hough belie s
gene ally e e o supposi ions, commi men s, and ideologies, knowledge is aken o e e o
ac ual p oposi ions and he unde s andings ha in o m skill ul ac ion”. Ums i en is jedoch,
wann de Wah hei sansp uch e üll is . Denn die Wissenscha zeig doch imme wiede , dass
e was nu so lange als wah gil , bis es wide leg is (Philipp, 2007). Da an anknüp end besi z
Wissen ü Fens e mache (1994) ehe un e schiedliche G ade an Wah hei . So kann die
Wah hei zwa im s engs en G ad als „jus i ied ue belie “ (Fens e mache , 1994, S. 22)
e s anden we den, jedoch e laub auch ein milde e G ad, dass Wissensansp üche au eine
objek i beg ünde e Übe zeugung ges ell we den können und somi nich zwingend den
wissenscha lichen Beweis benö igen. E geh soga so wei , Wissen als solches anzue kennen,
solange es in einem bes imm en Kon ex ü wah gehal en wi d. So kons a ie e , dass
„objec i ely easonable belie is an accep able o m o knowledge wi hin he con ex o
educa ional p ac ice” (Fens e mache , 1994, S. 24). Besonde s in de Pädagogik sind
„empi isch abgesiche e Wah hei en“ (McCombie, 2011, S. 19) sel en, sodass die Posi ion
nach ollziehba is , wenn Leh e :innenwissen als Leh e übe zeugungen besch ieben wi d
(Leuch e e al., 2006). Denn ein Cha ak e is ikum on Leh e :innenwissen is de „ ie e e[.]
e kenn nis heo e ische[.] Gehal “ (McCombie, 2011, S. 19), wo nich eindeu ig kla is , was
wah is . Somi g ünde sich das Leh e :innenwissen, neben dem wissenscha lichen
Fachwissen, meis au subjek i en Wah hei en, die im Sinne on subjek i beg ünde en
Übe zeugungen o liegen und das un e ich liche Handeln beein lussen (Fi es e al., 2019;
McCombie, 2011).
Fü Paja es (1992) lieg de Un e schied in den beiden Kons uk en da in, dass Wissen objek i e
Ta sachen und Übe zeugungen Bewe ungen und Beu eilungen zu G undlage habe. Dennoch
ass e Übe zeugungen und Wissen nich oneinande ge enn , sonde n mi einande e woben
au , wenngleich Übe zeugungen mi ih en a ek i en, bewe enden und episodischen
Komponen en bei de Be ach ung on neuen Phänomenen als Fil e unk ionie en wü den
(Paja es, 1992, S. 325). Diese Fil e unk ion is auch de G und, weshalb es sinn oll e schein ,
dass Wissen und Übe zeugungen eine gewisse Nähe au weisen. Denn Übe zeugungen können
Ein luss au den Wissense we b nehmen. Beispielsweise wi d eine Leh pe son neue
In o ma ionen ehe wah nehmen und abspeiche n, wenn sie auch da on übe zeug is , dass de
4. Theo e ische Hin e g und
71
Wissensgegens and sinn oll is . Sandkühle (2009) geh soga so wei , dass e den Übe gang
on Übe zeugungen zum Wissen als ließend ansieh , sobald Übe zeugungen als allgemein
ane kann ü wah gehal en we den. Taibi (2013) olge da aus, dass Leh e übe zeugungen
dann zu Leh e :innenwissen we den, wenn alle in de Leh e :innen-Communi y mi dem
Übe zeugungsgegens and übe eins immen ode abe wenn sich die Übe zeugungen on
Leh enden mi wissenscha lichem Wissen ode Theo ien decken. An diese S elle wi d auch
die He aus o de ung deu lich, weshalb es schwie ig is Wissen und Übe zeugungen empi isch
oneinande abzug enzen
41
. So anden Fi es und Buehl (2012) beispielsweise he aus, dass
Leh ende ih Wissen übe das Leh en und Le nen und das da aus esul ie ende p ak ische
Handeln nich nu aus gesiche en Fo schungse gebnissen (Wissen) ablei en. Übe zeugungen
können – im Ve gleich zu Wissen – meh Ein luss da au haben, wie Leh ende bes imm e
Au gaben angehen bzw. P obleme lösen, sodass sie als „s onge p edic o s o beha io “
(Paja es, 1992, S. 311) gel en. Besonde s in he aus o de nden und komplexen
Un e ich ssi ua ionen, die schnelles eak i es Handeln e o de n, is es Leh pe sonen o nich
möglich „knowledge s uc u es and cogni i e s a egies“ (Paja es, 1992, S. 312) anzuwenden,
sodass sie au ih e ( e hal ensnahen) Übe zeugungen zu ückg ei en. Vo allem E ah ungen
(und da aus esul ie ende Übe zeugungen) we den als Rech e igung ü das un e ich liche
Leh e :innenhandeln he angezogen, was die „wisdom o p ac ice“ nach Shulman (1987)
nochmal e deu lich (Fi es & Buehl, 2012, S. 477). Vo diesem Hin e g und bes eh soga die
Au assung, dass eine Di e enzie ung zwischen Übe zeugungen und Wissen aus
le npsychologische Sich keine Rele anz habe, denn „knowledge and belie s exe ela ed
in luences on lea ning“ (Sou he land e al., 2001, S. 336).
Wie be ei s da ges ell , bes eh bishe keine hin eichend heo e isch ode empi isch beg ünde e
Di e enzie ung on Leh e :innenwissen und Leh e übe zeugungen. Dahe wi d nach olgend
eine handhabba e Beg i sbes immung und -abg enzung ü die o liegende A bei da geleg .
Hie ü wi d das Modell de p o essionellen Kompe enz on Leh k ä en on Baume und
Kun e (2011) he angezogen (siehe Kapi el 4.1), e gänz du ch die iden i izie en K i e ien on
Ki chne (2016):
In diesem Fo schungs o haben we den Übe zeugungen und Wissen als zwei ka ego ial
ge enn e Aspek e on p o essionelle (Handlungs-)Kompe enz on Leh enden e s anden
41
Zudem wu den bishe kaum geeigne e Maße zu E assung des Leh e :innenwissens en wickel , um ennscha e
Un e schiede zu besch eiben (siehe z. B. Kun e und Pohlmann, 2015).
4. Theo e ische Hin e g und
72
(Baume & Kun e , 2006, 2011). Wissen is demnach „ge ech e ig e wah e Glaube“
42
(Baume & Kun e , 2006, S. 496), wohingegen Übe zeugungen subjek i ü wah und ich ig
gehal en we den. Folglich haben Übe zeugungen „im Un e schied zu Wissen wede den
K i e ien de Wide sp uchs eihei noch den An o de ungen de a gumen a i en
Rech e igung … zu genügen“ (Baume & Kun e , 2011, S. 41). Übe zeugungen zeichnen
sich du ch ih e Indi iduali ä aus und Wissen in de Regel du ch seine Allgemeingül igkei . Die
Übe gänge zwischen den beiden Kompe enz ace en we den dabei als ließend angesehen
(Baume & Kun e , 2006, 2011).
4.2.3.4 Fazi zu Abg enzung on Leh e übe zeugungen zu ande en Beg i lichkei en
Wie in de o angegangenen Besch eibung de e schiedenen Kons uk e deu lich wu de, sind
sowohl Gemeinsamkei en als auch Un e schiede zwischen Übe zeugungen, Eins ellungen,
subjek i en Theo ien und Wissen zu kons a ie en. Allen gemein is die im Mi elpunk s ehende
E o schung on men alen S uk u en, welche besonde s in de Bildungs o schung als
handlungslei end ü (angehende) Leh pe sonen gel en. Das E kenn nisin e esse is bei diesen
Kons uk en au die Innensich on Leh pe sonen ge ich e . Dennoch häng es s a k on de
Fo schungspe spek i e bzw. Be ach ungsweise ab, inwie e n die ande en Kons uk e on
Übe zeugungen abgeg enz we den. Gemeinsam is jedoch allen Kons uk en, dass sie (meis )
ih en U sp ung in de (Sozial-)Psychologie haben und einen gleiche maßen g oßen S ellenwe
in de (Leh e :innen-)Bildungs o schung einnehmen. Ein maßgebliche Un e schied dabei is
jedoch, dass lediglich die subjek i en Theo ien übe eine kla um issene De ini ion e ügen,
welche aus dem eigens ändigen Fo schungsp og amm FST en sp ing . Übe zeugungen und
Eins ellungen hingegen we den je nach Fo schungsdisziplin un e schiedlich de inie und auch
Leh e :innenwissen wi d je nach Au o :in ande s klassi izie bzw. ka ego isie .
Im Folgenden sollen die zu o besch iebenen Gemeinsamkei en und Di e enzen zwischen den
Kons uk en anhand eine g a ischen Da s ellung
43
(siehe Abbildung 5) zusammen assend
e deu lich we den. Sie dien de Klä ung, wie in de o liegenden A bei Übe zeugungen in
Rela ion zu Eins ellungen, subjek i en Theo ien und Wissen e s anden we den. Die
beg i liche Abg enzung soll zu eine Schä ung des Kons uk es Leh e übe zeugungen
bei agen.
42
Diese Au assung is in de Philosophie wei e b ei e (Sandkühle , 2009). Zu K i ik an diesem S andpunk s.
Sandkühle , 2009, S. 87, 118-129.
43
Die G a ik wu de au G undlage de heo e ischen Aussagen on u. a. Baume und Kun e (2011), Dann (2000),
Fishbein und Ajzen (1975), G oeben e al. (1988), Paja es (1992) eigens e s ell .
4. Theo e ische Hin e g und
73
Abbildung 5
Ve häl nis on Übe zeugungen zu ähnlichen Beg i en
Quelle: B andes, 2024, S. 5
Wie in de Abbildung 5 in den sich übe schneidenden K eisen (Schni mengen) da ges ell ,
exis ie en e bindende Aspek e zwischen den einzelnen Kons uk en Eins ellungen, Wissen,
Übe zeugungen und subjek i e Theo ien, wobei sie auch gleichzei ig eine Abg enzung zu den
ande en Kons uk en implizie en
44
. Allen gemein is , dass sie o dem Hin e g und eigene
E ah ungen und de In e ak ion mi de (sozialen) Umwel e c. (Kon ex ) en s ehen und einen
Ein luss au das Handeln on Leh pe sonen haben (S eue ungs unk ion). Angelehn an das
heo e ische Modell on Baume und Kun e (2011) (siehe Kapi el 4.1), we den
Leh e :innenwissen und Leh e übe zeugungen sowie subjek i e Theo ien als Teil de
p o essionellen Handlungskompe enz on Leh enden e s anden (als gemeinsame
Schni menge in de Mi e da ges ell ).
Die Eins ellungen we den in de g a ischen Da s ellung bewuss in ande e Fo m abgebilde
(g au hin e leg ), da deu lich gemach we den soll, dass die (posi i e ode nega i e) Bewe ung
on Objek en bzw. Subjek en imme o dem Hin e g und de bes ehenden Übe zeugungen
e olg . In de o liegenden A bei we den Übe zeugungen, im Sinne on Fishbein und Ajzen
(1975), somi als Bewe ungsg undlage on Eins ellungen e s anden. Zudem wu de sich
44
Die konk e en Alleins ellungsme kmale de Kons uk e sind in de Abbildung nich meh konk e au ge üh ,
da sie in de o he igen Besch eibung e läu e wu den.

4. Theo e ische Hin e g und
74
bewuss da ü en schieden, die Kons uk e Wissen und Übe zeugungen in abge enn en Fo men
da zus ellen, um dem zug undeliegenden heo e ischen Modell on Baume und Kun e (2011)
(siehe Kapi el 4.1) zu en sp echen.
E gänzend zu den in Abbildung 5 da ges ell en Di e enzen . a. zwischen Übe zeugungen,
Wissen und Eins ellungen, soll noch de Vo schlag on T au wein (2013, S. 7) einbezogen und
dem Ve s ändnis diese A bei zug unde geleg we den. Demnach wi d zwischen den
Kons uk en ehe g aduell ans a ka ego ial un e schieden, sodass eine di e enzie e e
Abg enzung e olgen kann. Übe zeugungen sind somi zum einen ehe kogni i zu e s ehen,
sie gel en als explizi und e ände ba , zum ande en gib es abe auch a ek i au geladene
Übe zeugungen, die ehe implizi und schwe e ände ba sind (Fu inghe i & Pehkonen,
2002). Vo diesem Hin e g und is au de einen Sei e die Nähe on den kogni i en
Übe zeugungen zum Kons uk Wissen ehe gegeben und au de ande en Sei e sind die
Übe schneidungen zwischen a ek i en Übe zeugungen und Eins ellungen seh g oß.
Anknüp end an die Übe legungen on T au wein (2013) we den in Tabelle 2 die subjek i en
Theo ien mi einbezogen und de Ansa z de g aduellen Un e scheidung dahingehend
wei e en wickel , dass wei e e S uk u me kmale in den Blick genommen we den.
Tabelle 2
Gegenübe s ellung de S uk u me kmale on Übe zeugungen, Eins ellungen, subjek i en
Theo ien und Wissen
S uk u me kmale
Beg i e
kogni i
a ek i
e hal ensbezogen/
handlungslei end
Ve ände ba kei
Übe zeugungen
s a k
s a k
s a k
wenige s a k
Eins ellungen
wenige
s a k
seh s a k
s a k
s a k
Subjek i e
Theo ien
seh s a k
ga nich
s a k
wenige s a k
Wissen
seh s a k
ga nich
wenige s a k
seh s a k
Anme kung. Eigene Da s ellung.
Die Tabelle 2 s ell au G undlage de o angegangenen Da s ellungen zusammen assend die
zen alen S uk u me kmale on Übe zeugungen, Eins ellungen, subjek i en Theo ien und
Wissen gegenübe und bilde de en Rela ion zueinande du ch die g aduelle Skalie ung
45
on
ga nich , wenige s a k, s a k bis seh s a k ab. Sie e deu lich , dass die da ges ell en
45
Die g aduelle Skalie ung bezieh sich in diesem Zusammenhang au den G ad de Ausp ägung de
S uk u me kmale in Bezug au Übe zeugungen, Eins ellungen, subjek i e Theo ien sowie Wissensbes ände.
4. Theo e ische Hin e g und
75
Kons uk e au den e s en Blick iele Gemeinsamkei en besi zen, da iele S uk u me kmale
gleiche maßen o handen sind. Bei genaue e Be ach ung weisen sie jedoch einen
un e schiedlichen Wi kungsg ad bzw. eine un e schiedlich hohe Rele anz ü das
Leh e :innenhandeln au .
4.3 In e p o essionelle Ausbildung (IPE)
Es bes eh die Annahme, dass die IPE eine wesen liche Vo ausse zung ü eine zukün ige
e olg eiche IPCP zwischen e schiedenen Gesundhei sbe u en im
Gesundhei s e so gungsp ozess da s ell (siehe Kapi el 2.2.3). Dies lieg da in beg ünde , dass
du ch das in e p o essionelle Le nen inne halb de IPE ele an e Kompe enzen ü die IPCP im
Ve so gungskon ex e wo ben we den (F enk e al., 2022; So as, Men up & Meye , 2016;
WHO, 2010). Bei de En wicklung in e p o essionelle Ausbildungskonzep e und de
Scha ung en sp echende s uk u elle Rahmenbedingungen, kann in Deu schland, im
Gegensa z zum Ausland, bishe noch au einen ech ge ingen E ah ungsscha z
zu ückgeg i en we den (Ewe s e al., 2019; Walkenho s e al., 2015). Es bes eh die
Fo de ung, dass In e p o essionali ä es in den Ausbildungen de Gesundhei sbe u e e anke
wi d und be ei s bes ehende in e p o essionelle Leh -/Le np ojek e e s e ig we den (Kaap-
F öhlich e al., 2022; Räbige & Beck, 2018). G und o ausse zung da ü is zum einen die
Scha ung gese zliche Rahmenbedingungen, die IPE in den Ausbildungs e o dnungen und
Be u sgese zen o sch eiben, zum ande en die En wicklung s anda disie e Aus-, Fo - und
Wei e bildungsp og amme ü Leh ende und Le nbeglei e :innen (IP-Facili a o ) zu
in e p o essionellen Themen (Kaap-F öhlich e al., 2022).
Bei de Ges al ung on IPE gil es besonde s die enge Wechselbeziehung zwischen dem
Bildungs- und Ve so gungsbe eich „zu an izipie en, zu e s ehen und in die Kons uk ion on
Le np ozessen zu in eg ie en“ (Walkenho s & Hollweg, 2023, S. 13). Au g unddessen
kons a ie Walkenho s (2016, S. 25), dass es ü „komplexe und di e enzie e
in e p o essionelle Le np ozesse“ wei e e be u sübe g ei ende E kenn nisse beda , die übe
die einzelnen achdidak ischen und allgemein didak ischen Übe legungen hinausgehen.
Diesbezüglich kann die o liegende Fo schungsa bei e s e Hinweise geben, was das Besonde e
an in e p o essionellen Leh ges al ungen aus Sich de Hochschulleh enden is .
Was konk e un e IPE zu e s ehen is , welche in e p o essionellen Kompe enzen mi welchen
Leh -/Le ninhal en und didak ischen Ansä zen in diesem Rahmen anzubahnen sind und welche
Cha ak e is ika die Leh enden in diesem Kon ex auszeichnen, wi d o dem Hin e g und de
ak uellen Li e a u e kenn nisse im olgenden Kapi el da ges ell .
4. Theo e ische Hin e g und
76
4.3.1 Ve s ändnis in e p o essionelle Ausbildung – Eine Beg i sklä ung
Es is g undlegend ü eine e olg eiche Konzipie ung und Du ch üh ung on IPE, dass die
be eilig en Ak eu e, d. h. Leh ende, Füh ungsk ä e, mögliche Koope a ionspa ne und auch
Le nende, ein gemeinsames Ve s ändnis on IPE haben (Olenick e al., 2010), denn „a lack o
cla i y o key e ms can hinde sha ed meanings and implemen a ion e o s“ (S one, 2007,
S. 333). Ak uell läss sich es s ellen, dass eine einhei liche Ve wendung de Beg i e
In e p o essional Educa ion, in e p o essionelle Ausbildung, in e p o essionelles Leh en und
Le nen im in e na ionalen Fo schungs eld und in de P axis bishe nich o lieg und ehe eine
unk i ische Ve wendung und Übe nahme on bishe igen Te minologien in e schiedenen
Kon ex en zu beobach en is (Ge be & Rüe li, 2021; Khalili e al., 2019; Mahle e al., 2014;
Mi zka e al., 2016; Olenick e al., 2010; Ul ich e al., 2022). G undsä zlich ha sich im
in e na ionalen Kon ex du chgese z , die In e p o essional Educa ion mi IPE abzukü zen
(Khalili e al., 2019). Im deu schsp achigen Raum wi d IPE zumeis mi in e p o essionelle
Ausbildung (Kaap-F öhlich e al., 2022) bzw. in e p o essionelle Bildung ode
in e p o essionellem Leh en und Le nen übe se z (Ewe s e al., 2019; Ewe s & Reichel, 2017).
Eine wei e b ei e e und in de in e na ionalen Li e a u akzep ie e De ini ion ü IPE lie e
das „Cen e o Ad ancemen o In e p o essional Educa ion“ (CAIPE), nach dem sich die
In e p o essional Educa ion dadu ch auszeichne , dass „ wo o mo e p o essions lea n wi h,
om and abou each o he o imp o e collabo a ion and he quali y o ca e” (Cen e o
Ad ancemen o In e p o essional Educa ion [CAIPE], 2002, o. S.). Sie ähnel s a k de ebenso
e b ei e en De ini ion de WHO (2010, S. 13): „s uden s om wo o mo e p o essions lea n
abou , om and wi h each o he o enable e ec i e collabo a ion and imp o e heal h
ou comes“. In e p o essionelles Le nen (IPL) zeichne sich demnach nich nu du ch das
zei liche und ö liche gemeinsame Le nen de Le nenden in den Gesundhei sbe u en aus,
sonde n o allem du ch den in e ak i en Aus ausch und das gegensei ige mi einande ,
übe einande und oneinande Le nen de Le nenden e schiedene P o essionen. Ziel is es,
s e s die Quali ä und Pa ien :innene gebnisse de Gesundhei s e so gung zu e besse n. Dabei
is zu beach en, dass „ he na u e o in e ac ions should be ocused on he lea ne wi h he
educa ional goal o p o iding he knowledge, skills, and a i ude/ alues ocused on pa ien -
cen e ed ca e” (Bu ing, Bhushan, B azeau e al., 2009, S. 2). Zudem soll IPE den Le nenden
die Möglichkei bie en, meh übe ih en eigenen Tä igkei sbe eich zu e ah en und zei gleich
die Fähigkei en, Hal ungen und Pe spek i en de be u sspezi ischen Rollen ande e
Gesundhei sbe u e kennenzule nen. Auße dem zeichne sich IPE dadu ch aus, dass die
Le nenden espek oll mi einande umgehen und die einziga igen E ah ungen und
4. Theo e ische Hin e g und
77
Fachkenn nisse jedes Einzelnen aus dem in e p o essionellen Team wü digen und we schä zen
le nen (Ba e al., 2017). Gemäß dem Ve s ändnis de WHO sind IPE und IPCP als
komplemen ä e Elemen e anzusehen, da die IPE die G undlage ü eine gelingende IPCP
da s ell (WHO, 2010). Folglich is das in e p o essionelle Le nen (IPL), und somi die IPE
insgesam , un ennba mi dem in e p o essionellen Zusammena bei en (IPCP) e bunden,
wenn es um die Ges al ung in e p o essionelle Leh -/Le np ozesse geh (Ewe s & Schae e ,
2019; Khalili e al., 2019)).
E wei e wu de die CAIPE-De ini ion du ch die „In e p o essional Educa ion Task Fo ce“ de
„Ame ican Associa ion o Colleges o Pha macy“ (AACP) wie olg :
In e p o essional educa ion in ol es educa o s and lea ne s om 2 o mo e heal h
p o essions and hei ounda ional disciplines who join ly c ea e and os e a collabo a i e
lea ning en i onmen . The goal o hese e o s is o de elop knowledge, skills and a i udes
ha esul in in e p o essional eam beha io s and compe ence. Ideally, in e p o essional
educa ion is inco po a ed h oughou he en i e cu iculum in a e ically and ho izon ally
in eg a ed ashion. (Bu ing, Bhushan, B oeseke e al., 2009, S. 2)
Diese De ini ion on IPE is ü das Ve s ändnis on in e p o essionelle Ausbildung in de
o liegenden Fo schungsa bei lei end, da sie die gleichwe ige Bedeu ung de Leh enden
(„educa o s“) und de Le nenden („lea ne s“) ü die e olg eiche Ges al ung
in e p o essionelle Leh -/Le np ozesse he auss ell . Da an anknüp end wi d die Abkü zung
IPE in de Fo schungsa bei e wende , wenn on in e p o essionelle Ausbildung gesp ochen
wi d. Zudem wi d un e IPE das in e p o essionelle Leh en und das in e p o essionelle Le nen
subsumie , sodass die in e p o essionellen Bildungsp ozesse sowohl aus Sich des le nenden
Indi iduums als auch die pädagogisch-didak ischen Übe legungen de Leh enden be ach e
we den können. Un e in e p o essionellem Le nen (IPL) wi d in de Fo schungsa bei
Folgendes e s anden:
In e p o essionelles Le nen is Le nen, das du ch In e ak ionen zwischen Be u sangehö igen
(ode S udie enden) aus zwei ode meh e schiedenen P o essionen en s eh . Dies kann das
Resul a aus de in e p o essionellen Ausbildung sein ode spon an am A bei spla z ode in
Aus-, Fo - ode Wei e bildungssi ua ionen s a inden und kann dahe on zu ällige Na u
sein. (Ba e al., 2005; Ree es, Lewin e al., 2010 zi . nach Mi zka e al., 2016, 7)
Somi wi d die Au assung e e en, dass IPE zu IPL üh (bzw. üh en kann) und da ü den
o malisie en Rahmen bie e (Ewe s & Reichel, 2017; Ki o e al., 2014). IPL inde abe auch
auße halb on ins i u ionalisie e IPE im in o mellen Kon ex du ch selbs gemach e
E ah ungen s a , was in de o liegenden Fo schungsa bei abe nich o de g ündig
be ach e wi d. Zudem is o nehmlich die IPE im hochschulischen Kon ex gemein , da diese
den zug undeliegenden Un e suchungskon ex da s ell . Wi d on Leh enden bzw.
4. Theo e ische Hin e g und
84
mindes ens en sp echend de S u e 3 konzipie we den. Fü eine um assende
in e p o essionelle Kompe enzen wicklung is jedoch ein cu icula es Gesam konzep
in e p o essionelle Ausbildung (S u e 5) im Sinne eines Spi alcu iculums e s ebenswe
(Walkenho s & Hollweg, 2023, S. 311). Nu so bes eh die Möglichkei , „in einem
meh s u igen P ozess die le nziel axonomische Höhe de in e p o essionellen Ak i i ä en
sowie die An o de ungen an die Kompe enzen wicklung sukzessi e zu s eige n, indem au den
o he igen Kompe enzen au gebau wi d“ (Walkenho s & Hollweg, 2023, S. 311).
Anhand de Aus üh ungen on Walkenho s und Heinzelmann (2019) wi d nach ollziehba ,
weshalb de zei eine Vielzahl an un e schiedlichen cu icula en Fo ma en in de IPE exis ie en.
Je nach Ve s ändnis om in e p o essionellen Le nen und de dazugehö igen me hodisch-
didak ischen Ges al ung, können meh e e Fo ma e als IPE beg i en we den. Um das Ziel eine
Ve besse ung de Zusammena bei in de Gesundhei s e so gung du ch IPE zu e eichen,
eich es jedoch nich aus, e schiedene Be u sg uppen in einem gemeinsamen Se ing
zusammenzub ingen (This le hwai e, 2012). Es is ein Un e schied, ob Le nende e schiedene
Be u sg uppen konk e an einem bes imm en Thema le nen, wie sie in einem
in e p o essionellen Team zusammena bei en können, um die Pa ien :innen e so gung
e izien e und e ek i e zu ges al en (in e p o essionelles Le nen), ode ob sie lediglich
gemeinsam in eine Leh e ans al ung heo e isch das Thema „In e p o essionelle
Zusammena bei “ e mi el bekommen (mul ip o essionelles Le nen) (Oandasan & Ree es,
2005). Es beda ielmeh eine explizi en Fö de ung in e p o essionelle P ozesse in
un e schiedlichen Kon ex en und au iel äl ige Weise (This le hwai e, 2012). Dabei gil es
g undsä zlich didak ische Pa ame e einzubeziehen, indem bei de Planung on IPE sowohl die
anges eb en Le nou comes zu o es geleg (siehe Kapi el 4.3.4.1) als auch de da ü passende
me hodisch-didak ische Ansa z geziel ausgewähl we den (siehe Kapi el 4.3.4.3). Die
Rahmenbedingungen on IPE – d. h. zei liche Ve o ung im S udien e lau , zu ad essie ende
S udie endeng uppen, Auswahl on geeigne en Le nsi ua ionen – sind eben alls in die
Konzipie ung on IPE-Angebo en einzubeziehen (Ha den, 1998; Walkenho s & Hollweg,
2023).
4.3.2 Theo e ische Bezugspunk e zu Ges al ung in e p o essionelle Ausbildung
Eine eigene Theo ie des in e p o essionellen Leh ens und Le nens lieg bishe nich o ,
weshalb sich die IPE au be ei s o handene Theo ien, o nehmlich aus de
E wachsenenbildung sowie aus un e schiedlichen Bezugsdisziplinen (z. B. Psychologie,
Soziologie, Pädagogik e c.) bezieh . Besonde s die E kenn nisse aus de Pädagogik, d. h. . a.

4. Theo e ische Hin e g und
85
aus de Allgemeindidak ik, wi d als Basis ü die Ges al ung on IPE he angezogen. So we den
z. B. Theo ien genu z , um das indi iduelle Ve hal en sowie das Ve hal en on Indi iduen in
de G uppe zu e klä en, ode es wi d sich an adi ionellen Le n heo ien bedien , um
Le np ozesse im in e p o essionellen Kon ex besse zu e s ehen (Fo d & G ay, 2021).
Als Ausgangspunk ü die Ges al ung on IPE läss sich das 3P-Modell on F ee h und Ree es
(2004) he anziehen, welches au dem u sp ünglich on Biggs (1993) en wickel en Modell uß
und ü den in e p o essionellen Ausbildungskon ex adap ie wu de. Im Zuge dessen we den
Fak o en besch ieben, die die Ges al ung on IPE beein lussen, welche sich in d ei Be eiche
g uppie en lassen: P esage (Rahmenbedingungen), P ocess (P ozess) und P oduc (E gebnis)
(F ee h & Ree es, 2004) (siehe Abbildung 7).
Abbildung 7
Das 3P-Modell des Le nens und Leh ens nach F ee h und Ree es (2004)
In Anlehnung an F ee h & Ree es, 2004, S. 45
Vo dem Hin e g und des zug undeliegenden Fo schungsin e esses is besonde s zu be onen,
dass in dem 3P-Modell die Leh enden als wich ige Rahmenbedingung ü die (Wei e -
)En wicklung on IPE e s anden we den (F ee h & Ree es, 2004; Kaap-F öhlich e al., 2022),
da ausgehend on ih en Vo s ellungen zum Leh en und Le nen, die didak ische Ges al ung de
in e p o essionellen Leh -/Le nangebo e abhäng . Au welche möglichen Theo ien und
4. Theo e ische Hin e g und
86
didak ischen Bezugspunk e die Hochschulleh enden im Kon ex de IPE-Ges al ung
zu ückg ei en (könn en), wi d im Folgenden skizzie .
Gemäß de Hochschuldidak ik kommen o allem kompe enz-, si ua ions-, p oblem- und
handlungso ien ie e Leh konzep e in den (in e p o essionellen) S udiengängen de
Gesundhei sbe u e zum Einsa z (Walkenho s , 2016). Es wi d du ch die Anwendung on z. B.
p oblem- ode allo ien ie en Ansä zen das Ziel e olg , „Le nende […] in einen konk e en
handlungs eldbezogenen Kon ex einzu üh en und mi ihnen die Bei äge de e schiedenen
Gesundhei sbe u e zu Diskussion ode Lösung eines P oblems / eine Si ua ion zu e assen
und zu bea bei en“ (Walkenho s , 2016). Zudem e möglichen diese Le n o men in e ak i und
e lexi zu le nen, was besonde s ü die En wicklung in e p o essionelle Kompe enzen
wich ig is (Walkenho s & Hollweg, 2023; siehe Kapi el 4.3.4.1).
Eine Theo ie de Sozialpsychologie, die gemeinhin mi IPE e bunden is , is die
Kon ak heo ie (Allpo , 1954). Die Kon ak heo ie basie au dem P inzip, dass es nich
aus eich , gegensä zliche Pa eien zusammenzub ingen, um Vo u eile zwischen e schiedenen
sozialen G uppen abzubauen. Nega i e Eins ellungen on Mi gliede n e schiedene G uppen
können ehe du ch posi i en Kon ak e besse we den. Demnach sind ü eine e olg eiche
A bei sweise eine Reihe on Bedingungen e o de lich, um die posi i en Eins ellungen
zwischen Indi iduen zu e höhen. Zu diesen Bedingungen gehö en: ins i u ionelle
Un e s ü zung, Gleichbe ech igung de Teilnehmenden, F eiwilligkei , posi i e E wa ungen,
eine koope a i e A mosphä e, e olg eiche gemeinsame A bei , So ge und Ve s ändnis ü
Un e schiede und Gemeinsamkei en (Hews one e al., 2014, S. 40). Hinsich lich de
Anwendung de Kon ak hypo hese a gumen ie en Ca pen e und Dickinson (2016), dass die
En wicklung posi i e Eins ellungen e o de , dass die Le nenden in de Lage sind, sich o en
auszud ücken, ih e Meinungen in eine siche en Umgebung auszu auschen und Zei zu haben,
übe ih e Rolle in einem Team on Gleichen nachzudenken. Die Fo schung ha gezeig , dass
die Ve wendung de Kon ak hypo hese ü die Scha ung eine posi i en Le na mosphä e zu
eine Ve besse ung de Eins ellungen on Le nenden üh en kann, die au in e p o essionelle
Basis zusammena bei en (Ca pen e & Dickinson, 2016; Ca pen e & Hews one, 1996). Zudem
bie e sie die heo e ische G undlage ü das Ve s ändnis, wie in e p o essionelle
Kommunika ionsp ozesse geziel in de Leh e ges al e we den können (We sho en, 2021).
Des Wei e en läss sich, un e Rückbezug au kons uk i is ische Theo ien, o allem dem
sozialen Kons uk i ismus nach Wygo ski, beg ünden, wa um in e p o essionelles Leh en und
Le nen unk ionie : Die Kons uk ion de p o essionellen Wi klichkei inde in bes imm en
sozialen Kon ex en s a . Dabei spiel die soziale In e ak ion zwischen den Le nenden
4. Theo e ische Hin e g und
87
un e einande bzw. zwischen Le nenden und p o essionellen Vo bilde n eine he o gehobene
Rolle (Sills, 2005). Wie be ei s e ö e , inde IPE dann s a , wenn zwei ode meh
P o essionen im Gesundhei s- und Sozialwesen on, übe und mi einande le nen. Aus
kons uk i is ische Sich is es genau diese soziale Kon ex , de in e p o essionelles on
unip o essionellem Le nen un e scheide (Hean e al., 2009).
Ein wei e e mögliche heo e ische Bezugspunk is die „ heo y o ans o ma ional lea ning“
on Mezi ow (1998). Diese Theo ie, welche den Le n heo ien zuzuo dnen is , geh eben alls
on de Annahme aus, dass die En wicklung des Selbs on de In e ak ion mi ande en
abhängig is (Benne s, 2003). T ans o ma ionales Le nen ziel hie bei da au ab,
ehle beha e e ode un olls ändige, im Rahmen ühe e Le ne ah ungen gewonnene
Vo s ellungen on Mi gliede n ande e P o essionen zu übe winden. Das geschieh du ch die
Kon on a ion de Le nenden mi (Le n-)E ah ungen, welche ih de zei iges Wel bild in F age
s ellen, und du ch die k i ische Re lexion diese E ah ungen (Cha les e al., 2010). Hie bei
eich es jedoch nich aus, die Le nenden lediglich in e p o essionellen Le ne ah ungen
auszuse zen ode Le nende e schiedene Be u sg uppen gemeinsam in eine
Leh e ans al ung le nen zu lassen. Die Le nenden müssen ielmeh in eine sinn olle
In e ak ion mi einande e en können und hie bei die Möglichkei bekommen zu
kommunizie en, zu ko igie en und ih e eigenen Gedanken k i isch zu e lek ie en. Ohne diese
G undlage können nega i e In e ak ionsmus e e s ä k we den (Cha les e al., 2010).
Obwohl es eine Fülle on Theo ien gib , die im Kon ex on IPE angewende we den können
(Fo d & G ay, 2021; Hean e al., 2009), gib es imme noch eine Lücke in de angemessenen
Anwendung und E p obung diese heo e ischen Modelle in de P axis (Khalili e al., 2022;
Khalili e al., 2019; Lackie e al., 2020; Nisbe e al., 2011). Inwie e n sich die zu o skizzie en
heo e ischen Annahmen dennoch be ei s in den Übe zeugungen de Leh enden bezüglich de
Ges al ung on IPE wiede inden lassen, is in de o liegenden E hebung he auszus ellen
(siehe Kapi el 7.3). Zudem weis die IPE noch keine eigene Fachdidak ik au (Walkenho s ,
2016), wenngleich diesbezüglich die F age im Raum s eh , inwie e n sich die Didak ik de IPE
on ande en (Fach-)Didak iken un e scheiden wü de. Dow e al. (2021) schlagen z. B. eine
„ ansdisziplinä e Pädagogik“ ü die IPE o , die die gemeinsamen We e de
Zusammena bei on e schiedenen Gesundhei sbe u en wide spiegel . Dabei geh es nich um
eine bloße Mischung e schiedene p o essionelle Pädagogiken, sonde n ielmeh um die
Fokussie ung au die sich übe schneidenden Be eiche be u sspezi ische und
be u sübe g ei ende Kompe enzen und die Ablei ung gemeinsame Kompe enzen. Diese
4. Theo e ische Hin e g und
88
gemeinsamen Kompe enzen dienen dann als Ausgangspunk in e p o essionellen Le nens und
de Ges al ung in e p o essionelle Leh -/Le nangebo e.
4.3.3 Hochschulleh ende im in e p o essionellen Kon ex – Beg i s e s ändnis und
An o de ungen
Fü eine gelingende IPE gel en Leh ende als ein zen ale E olgs ak o (Ree es, Fle che e al.,
2016; Ul ich e al., 2020b). Deshalb we den im Rahmen diese Fo schungsa bei nich die
Le nenden in den Blick on IPE genommen, sonde n die Leh enden, welche im
in e p o essionellen Kon ex in den Gesundhei sbe u en ausbilden. Da die IPE, sowohl na ional
als auch in e na ional, o wiegend im hochschulischen Kon ex Anwendung inde , we den im
Folgenden Hochschulleh ende be ach e . Im Zuge dessen e olg eine ku ze Besch eibung, was
Hochschulleh ende im Allgemeinen auszeichne und wie die (Hochschul-)Leh enden im
in e p o essionellen Kon ex beg i lich e s anden we den. Zudem we den in E gänzung zu
den be ei s skizzie en Fo schungse gebnissen zu Leh enden (siehe Kapi el 2.2.3) geziel die
Kompe enzan o de ungen an das Leh pe sonal in de in e p o essionellen hochschulischen
Leh e e läu e .
Hochschulleh ende im Allgemeinen
Leh ende de Hochschule
48
„nehmen die ih e Hochschule jeweils obliegenden Au gaben in
Wissenscha und Kuns , Fo schung, Leh e und Wei e bildung in ih en Fäche n nach nähe e
Ausges al ung ih es Diens e häl nisses selbs ändig wah “, so leg es das
Hochschul ahmengese z (HRG) es (HRG, 2017). Folglich geh aus dem Passus he o , dass
alle Hochschulleh enden im Gel ungsbe eich des HRG mi Leh au gaben be au sind (S elze -
Ro he, 2008). Sie gel en als Fachleu e ü das Leh en und Le nen und bedü en, neben einem
abgeschlossenen Hochschuls udium, eine „du ch p ak ische E ah ungen bes ä ig e
pädagogisch-didak ische Eignung“ (NHG, 2007) und eine he aus agende Kompe enz im
wissenscha lichen A bei en (HRG, 2017). Zudem we den on ihnen ein e höh es Maß an
Fachkompe enz, ausgep äg e Sozialkompe enzen und ein undie es und abwechslungs eiches
Repe oi e an Me hodenkompe enz e wa e (T emp, 2012). Die Au gabe on
Hochschulleh enden is es, die Le nenden (aus-) zu bilden (Jo zik, 2013) und zum
selbs e an wo lichen, lebenslangen Le nen zu be ähigen (Wild , 2004). Fü die angemessene
Du ch üh ung diese Au gabe is es on en scheidende Bedeu ung, dass Hochschulleh ende
48
Zu wei e en Ausdi e enzie ung de an de Hochschule ä igen Leh enden. en wickel en Bloch und Wü mann
(2019) eine Typologie des Leh kö pe s an Uni e si ä en (siehe hie zu S. 48 ) und s ellen dami die he e ogenen
s uk u ellen Ausgangsbedingungen ü die Leh enden im Hochschulwesen da .
4. Theo e ische Hin e g und
89
mi den kon inuie lichen En wicklungen und Ve ände ungen im Wissenss and ih e
Fachdisziplinen e au sind und bei de Konzep ion, Planung sowie Implemen ie ung ih e
Leh e ans al ungen ak uelle E kenn nisse, F ages ellungen und Pe spek i en, die sich am
Le np ozess o ien ie en, be ücksich igen (Jo zik, 2013). Da übe hinaus zählen „Be a en,
P ü en, Adminis a ion, D i mi elakquise, Füh ung, Quali ä smanagemen […] und
Wei e en wicklung de eigenen Ka ie e“ (Jo zik, 2013, S. 49) eben alls zu den Au gaben on
in de Hochschule ä igen Leh enden. Dami einhe gehen hohe Kompe enze wa ungen und
ein hohe A bei sau wand, de die Hochschulleh enden je nach Au gabenbe eich o
auße o den lichen He aus o de ungen s ell (Ma ischek-Jauk & Am mann, 2020). Das Leh en
und das Un e ich en sind zwa unmi elba mi den Rech en und P lich en des Be u sbildes
e knüp , wie diese P lich en jedoch im Einzelnen aussehen und wie sie kompe en ausge üh
we den können, is bishe nich im De ail geklä . Dennoch gib es Bes ebungen ü die
En wicklung mögliche Kompe enzbesch eibungen on Hochschulleh enden (B endel e al.,
2006; Deu sche Gesellscha ü Hochschuldidak ik [dghd], 2018; Eichho n e al., 2017).
Beg i liches Ve s ändnis on „(Hochschul-)Leh enden“ im in e p o essionellen Kon ex
Das Ve s ändnis, welches dem Beg i „Leh ende: “ im Kon ex de (hoch-)schulischen und
p ak ischen IPE zug unde lieg , läss sich als uneinhei lich besch eiben. In de
englischsp achigen Li e a u gib es eine Reihe on Te mini, wie „ acili a o “, „ eache “,
„supe iso “, „ acul y“, „educa o “, „men o “ und „p ecep o “, welche zumeis synonym sowie
auch un e lek ie aus ande en Be eichen übe nommen und e wende we den (Ul ich e al.,
2022). Ul ich e al. (2022) kommen zu dem Schluss, dass die Beg i e „men o “, „supe iso “,
„ eache “ und „educa o “ nich ü die Leh enden im in e p o essionellen Leh kon ex passend
sind, da sie zumeis eine „in endie e und geplan e Ins uk ion“ au Sei en de Leh enden
um assen, die i. d. R. ausschließlich zwischen nu zwei Pe sonen (Leh ende: und Le nende: )
e olg und somi im Sinne eine Leh e :innenzen ie ung e s anden wi d. In de IPE
in e agie en i. d. R. meh e e Pe sonen au de Sei e de Leh enden und Le nenden, mi dem
Ziel de Le nendenzen ie ung (Ba e al., 2017). Ode abe die Beg i e inden o wiegend in
unip o essionellen Ausbildungsse ings Ve wendung bzw. we den nich ennscha on
in e p o essionellen Ausbildungs ä igkei en in de P axis di e enzie . Folglich schlagen sie
die Beg i sbezeichnung „IP acili a o “ ü Leh ende in de IPE o , da e be ei s in ielen
in e na ionalen einschlägigen Re iews und Publika ionen ü Leh ende in (hoch-)schulischen
Bildungsein ich ungen sowie in de P axis e wende wi d (Ul ich e al., 2022, S. 8). Howkins
(2008, S. 11) de inie den Beg i acili a o als „someone who emb aces he no ion o

4. Theo e ische Hin e g und
90
dialogue, is sel awa e, lea ns wi h he g oup bu is able o p o ide he app op ia e lea ning
esou ces and c ea e he en i onmen o e ec i e in e p o essional lea ning”
49
.
Obwohl de Beg i IP acili a o ode acili a o in de einschlägigen Li e a u imme häu ige
Ve wendung inde , wu de sich in de o liegenden A bei da ü en schieden, den Beg i
(Hochschul-)Leh ende: im in e p o essionellen Kon ex zu nu zen, um das Wo ding
wei es gehend beizubehal en, welches mi dem Un e suchungsgegens and Leh e übe zeugung
und dem Modell p o essionelle Handlungskompe enz on Leh k ä en e knüp is . Ul ich e
al. (2022) schlagen o , sowohl im deu schen als auch in e na ionalen Sp ach aum zukün ig
die einhei liche Beg i sbezeichnung IP acili a o zu nu zen, um Leh ende, die an de IPE
be eilig sind, zu besch eiben und sie g undsä zlich im Sinne eines/eine Le nbeglei e :in zu
e s ehen.
Besch eibung de Kompe enzan o de ungen on Hochschulleh enden in de IPE
50
Hochschulleh ende nehmen e schiedene Rollen ein und inne halb diese Rollen ungie en sie
au un e schiedliche Weise als Modell bzw. Vo bild ü die Le nenden. Besonde s im
in e p o essionellen Kon ex is es wich ig, ein posi i es Vo bild e hal en zu demons ie en
(F ee h e al., 2005; Hylin, 2010; an Diggele e al., 2020). Die Leh enden soll en selbs als
in e p o essionell kompe en handelnde Pe sonen des Gesundhei swesens au e en (B ay,
2008; Bundesam ü Gesundhei [BAG], 2020) und das on den Le nenden e wa e e
in e p o essionelle Ve hal en, z. B. im Rahmen on Team eaching-P ozessen, o leben. Als
Vo ausse zung da ü o mulie en Kaap-F öhlich e al. (2022, S. 20): „Alle Leh k ä e in den
Gesundhei sbe u en soll en die Bedeu ung de in e p o essionellen eambasie en Ve so gung
e s ehen und eine ausschließlich monop o essionellen Ve so gungslogik en gegenwi ken“.
Des Wei e en müssen die Hochschulleh enden im in e p o essionellen Kon ex einen besonde s
e lek ie en Umgang mi o u eilsbeha e en Äuße ungen bezüglich ande e Be u sg uppen
zeigen, da diese die S e eo ypisie ung au Sei en de Le nenden wei e e s ä ken können
(Boh e e al., 2016, 15). Die Leh enden müssen olglich o en ü un e schiedliche S andpunk e
und We esys eme sein, die du chaus mi denen de Le nenden und den eigenen kollidie en
können. Die Ane kennung de Exis enz ande e Wel anschauungen, die Scha ung on Raum
49
Zu e ie enden Auseinande se zung mi dem Un e schied zwischen Teaching und Facili a ion siehe Adhika i
(2019).
50
Im Folgenden we den die Kompe enzan o de ungen besch ieben, welche o nehmlich an Leh ende in de (hoch-
)schulischen in e p o essionellen Leh e ges ell sind, wenngleich diese g öß en eils auch au Leh ende in de
in e p o essionellen P axis zu e en. Eine spezi ische Be ach ung de Kompe enzen ü Ausbilde :innen in de
in e p o essionellen P axis inde sich bei G ibble e al. (2017); Paignon e al. (2022).
4. Theo e ische Hin e g und
91
zum Hö en diese Ansich en e o de ein geschick es Managemen und Gleichgewich du ch
die Leh enden, is abe eine Fähigkei , die ü eine e ek i e Füh ung eine komplexen,
iel äl igen G uppe e o de lich is (B ay, 2008; Wee & Goldsmi h, 2008). Ein (selbs -
)k i isches Hin e agen und E aluie en de eigenen Vo u eile sowie des eigenen
p o essionellen Handelns im Kon ex on IPE und IPCP zähl zu den wich igen Kompe enzen
on in e p o essionell Leh enden (Hube e al., 2019). Dadu ch e gib sich die Chance, dass die
Le nenden eben alls ih e Vo u eile bewuss e lek ie en und diese im Aus ausch mi den
Mi le nenden abbauen (Wee & Goldsmi h, 2008). Denn, wie be ei s B ay (2008, S. 32)
kons a ie e, is es „clea ly demons a ed ha a signi ican aspec o in e p o essional lea ning
and eaching is espec ing he iews o o he s”.
Da übe hinaus is es wich ig, dass die Leh enden sich nich ausschließlich au die eigene
Be u sg uppe und de en achwissenscha lichen E kenn nisse okussie en, um gegenübe den
ach emden Le nenden eine we schä zende und espek olle, abe auch in e essie e Hal ung
zu demons ie en (Boh e e al., 2016; Hube e al., 2019; Kaap-F öhlich e al., 2022). Dazu is
es unabdingba , dass den Leh enden zum einen ih eigene be u liche Hin e g und und zum
ande en die Rolle des Leh enden bzw. Pädagogen bewuss is (Newell-Jones & Lo d, 2008).
Dami einhe geh die An o de ung an Hochschulleh ende, eine p o essionelle Hal ung im
Kon ex ih e Leh e einzunehmen, indem sie das jeweilige Thema de Leh e ans al ung on
un e schiedlichen Pe spek i en be ach en und disku ie en lassen (B inke e al., 2018). Die
p o essionelle Hal ung spiel deshalb eine wich ige Rolle, da es das Ziel de
Hochschulleh enden sein soll e, alle Be u sg uppen, die an de in e p o essionellen Leh e
be eilig sind, gleichbe ech ig einzubeziehen und in ih em Le nen zu un e s ü zen (Howkins &
B ay, 2008). Dies mein z. B. auch, dass die Leh enden im Rahmen de Bea bei ung on Fällen
die Le nenden in ih em P oblemlösungsp ozess nich bewuss beein lussen, nu um die
Wich igkei ih e eigenen Be u sg uppe ü einen adäqua en Gesundhei s e so gungsp ozess
gegenübe den ande en Gesundhei sbe u sangehö igen he auszus ellen (Schwa z, 2017). Zwa
bie e die Fähigkei , Respek gegenübe den ande en Be u en sowie Ve auen und
Ve an wo lichkei zu zeigen, eine gewisse Neu ali ä , abe es is schwie ig, die eigenen
pe sönlichen und be u lichen E ah ungen gänzlich aus dem eigenen Handeln und den eigenen
Äuße ungen auszuschließen (B ay, 2008). Dies muss als besonde e An o de ung an
Hochschulleh ende in de in e p o essionellen Leh e ane kann we den.
Eine wei e e An o de ung an Leh ende in de in e p o essionellen Hochschulleh e s ell die
no wendige Begeis e ungs ähigkei bzw. die hohe Eigenmo i a ion ü die Leh ä igkei da
(Ba e al., 2017; F ee h & Ree es, 2004; Howkins & B ay, 2008; Vasse e al., 2023). Ohne
4. Theo e ische Hin e g und
92
eine posi i e G undeins ellung zum Leh be u und gegenübe den dami e bundenen
Au gaben is eine angemessene Be u sausübung kaum möglich (Scholkmann, 2018).
Besonde s im in e p o essionellen Kon ex soll en Leh ende „a p o essional de elopmen
pa hway ha has gi en hem a s ong commi men o, and ealis ic iew abou in e p o essional
lea ning and wo king” e ah en haben (F ee h e al., 2005, S. 99). Denn auch im Hinblick au
die Vo bild unk ion de Leh enden gegenübe den Le nenden is es unabdingba , dass diese
selbs om Nu zen des in e p o essionellen Le nens und Zusammena bei ens übe zeug is
(F eeman e al., 2010; F ee h e al., 2005). „Inne con ic ion and a good humou in he dace o
di icul ies“ sind dabei hil eich (F ee h e al., 2005, S. 100). Des Wei e en wi d on den
Hochschulleh enden e lang , den Pe spek i wechsel bei den Le nenden zu ö de n und im
Zuge dessen die e schiedenen Rollen e s ändnisse, z. B. inne halb de un e schiedlichen
Be u sg uppen, zu hema isie en (B ay, 2008; B inke e al., 2018; Walkenho s & Hollweg,
2023). Da ü is es wich ig, „die In e ak ion und Kommunika ion le n ö de lich“ zu ges al en
(B inke e al., 2018, S. 13; Kau e al., 2023) und die Le nenden dabei zu un e s ü zen, o z
un e schiedliche Sich weisen und Te minologien Miss e s ändnisse zu e meiden bzw. diese
zu übe winden (Bo ma, 2019; F ee h e al., 2005). Le z e es s ell besonde s im
in e p o essionellen Kon ex eine He aus o de ung da , da auch die Leh enden neu al
kommunizie en müssen und den eigenen be u sspezi ischen Fachja gon bewuss e meiden
soll en, um keine Ve wi ungen und Miss e s ändnisse bei de In e ak ion mi Le nenden
ande e Gesundhei sp o essionen zu o cie en. Somi we den on den Leh enden ü die
e olg eiche Umse zung on IPE ähnliche Kompe enzen e wa e , wie on den Le nenden ü
eine e olg eiche IPCP (Hall & Zie le , 2015).
Des Wei e en wi d emp ohlen, dass sich die Leh enden im in e p o essionellen Kon ex nich
nu als Wissens e mi le :innen e s ehen, sonde n als Le nbeglei e :innen (Ban ield &
Lackie, 2009; Ul ich e al., 2022). Dazu o mulie Hylin (2010) olgende e ende De ini ion
ü Leh ende als Le nbeglei e :innen:
A acili a o is a pe son who helps he s uden s o wo k oge he . The Facili a o is no a
eache ; he o she is no " eaching" in he meaning " ans e ing in o ma ion", a he a pe son
who can s a in ellec ual p ocesses by asking he igh ques ions. The acili a o is no a bank
o answe s, a he a sou ce o ques ions o help he s uden s s a hinking o s a wo king
in he igh di ec ion. (S. 57)
Bezogen au den in e p o essionellen Kon ex bedeu e dies, dass „ he in e p o essional
acili a o needs o be a uned o he dynamics o in e p o essional lea ning, skilled in
op imizing lea ning oppo uni ies, aluing he dis inc i e expe ience and expe ise wi h which
each o he pa icipa ing p o essions b ing“ (Ba , 1996a, S. 244). In e p o essionelle
4. Theo e ische Hin e g und
93
Le nbeglei e :innen sind demnach da ü zus ändig, die Le nenden bei ih en Le np ozessen zu
beglei en und Denkp ozesse anzu egen. Da übe hinaus soll en sie eine kollabo a i e
Le numgebung scha en, in de die Le nenden zum Pe spek i aus ausch und zu Re lexion
eigene Sich weisen e mu ig we den (Walkenho s & Hollweg, 2023). Da ü benö igen sie ein
b ei es Wissen im Be eich Leh en und Le nen sowie ein um ang eiches Repe oi e an
nü zlichen S a egien, um die Le nenden bei de E eichung on Kompe enzen zu un e s ü zen
und angemessene Leh -/Le nme hoden auszuwählen, denn „a knowledgeable and insigh ul
educa o is he key o e ec i e lea ning in many si ua ions“ (B adshaw & Hul quis , 2021, S. 8).
Im e ziehungswissenscha lichen Disku s is sei langem bekann , dass sich Le ng uppen du ch
eine gewisse He e ogeni ä auszeichnen, da Le nende übe un e schiedliche
Le n o ausse zungen, - ähigkei en, -in e essen und -bedü nisse e ügen. Dami umzugehen
is eine „G undbedingung pädagogischen Handelns“, abe ü die Leh enden auch als
didak ische He aus o de ung anzusehen (Biede beck & Ro hland, 2017, S. 223; Lindq is &
Ree es, 2007). In e p o essionelle Le ng uppen weisen eine „doppel e He e ogeni ä “ au
(Walkenho s & Hollweg, 2023, S. 313), welche o allem aus den un e schiedlichen
be u sbeding en Pe spek i en und E wa ungen sowie den da aus esul ie enden e schiedenen
be u sspezi ischen Rollen e s ändnissen en s eh (B ay, 2008; Newell-Jones & Lo d, 2008).
Auße dem un e scheiden sich die in e p o essionell Le nenden insbesonde e in Bezug au ih e
Le nan o de ungen, weil sie meis aus e schiedenen S adien ih e Be u sausbildung in
in e p o essionellen Leh e ans al ungen zusammenkommen und au un e schiedlichen
Le nni eaus sind (Hean e al., 2006). Auch die ins i u ionelle Sozialisa ion p äg die
Gesundhei sbe u e. Dadu ch, dass Medizine :innen an Uni e si ä en, die
Gesundhei s achbe u e in Deu schland hingegen meis an Hochschulen ü angewand e
Wissenscha en (HAWK) ausgebilde we den, e ügen die Le nenden übe un e schiedliche
Le n o ausse zungen und Habi us (Walkenho s & Hollweg, 2023). Auch die
zug undeliegenden Leh ansä ze und -me hoden können sich je nach Gesundhei sbe u
un e scheiden und eine Zusammen üh ung e schiedene Leh -/Le nak i i ä en sowie einen
iel äl igen Einsa z on Leh -/Le nme hoden e o de n. Die Leh pe son muss dies in de
Planung und Du ch üh ung de Leh e be ücksich igen, indem das indi iduelle Vo wissen und
die Le nweisen de Le nenden e kann und Le nsi ua ionen gescha en we den, die diese
He e ogeni ä ge ech we den (B adshaw & Hul quis , 2021; Dow e al., 2021). T o z diese
An o de ungen is es wich ig, He e ogeni ä nich nu als Belas ung, sonde n auch als Chance
ü IPL zu sehen, da die Le nenden im spä e en Be u sleben auch in he e ogenen
A bei sg uppen die Pa ien :innen e so gung siche s ellen müssen und so o ab da au
4. Theo e ische Hin e g und
100
Zu E gänzung diese Le nbe eiche, bie en Reichel und He inek (2017) eine Übe sich zu den
in e na ional emp ohlenen Le nbe eichen bzw. in e p o essionellen Kompe enzen, welche o
dem Hin e g und de wei e en En wicklungen in Tabelle 3 e wei e da ges ell wi d.
Tabelle 3
Zusammenschau in e p o essionelle Kompe enzen im Kon ex de Gesundhei s e so gung
aus in e na ionalen Rahmenpapie en
F amewo k o
Ac ion on
In e p o essional
Educa ion and
Collabo a i e
P ac ice
Compe ency
F amewo k o
Ad ancing
Collabo a ion
Co e
Compe encies o
In e p o essional
Collabo a i e
P ac ice
In e p o essional
Capabili y
F amewo k
(WHO, 2010)
CIHC (2024)
(IPEC, 2023)
(Cu in Uni e si y,
2011)
Pa ien :innen-
beziehung und
E kennen de
Pa ien :innen-
bedü nisse
Beziehungso ien ie e
und pe soneno ien ie e
P lege/Diens leis ungen
Pe sonen-,
klien :innenzen ie ,
gemeinscha s- und
be ölke ungso ien ie
klien :innen-, amilien-,
gemeinscha szen ie e
Diens leis ung/Be euung
Kommunika ion
Team Kommunika ion
Kommunika ion
Kommunika ion
Rollen und
Ve an wo lich-
kei en
Rollenklä ung und
Ve handlung
Rollen und
Ve an wo lichkei en
Rollenklä ung
Zusammena bei
Team ähigkei
Teams und
Zusammena bei
Team ähigkei
Bea bei ung on
Teamun e schieden
und
Meinungs e schieden-
hei en
Kon lik lösung
Kollabo a i e Füh ung
Le nen und
k i ische Re lexion
Re lexion
E hische P axis
We e und E hik
In Anlehnung an Reichel & He inek, 2017, S. 17
Die Übe schneidungen de Übe sich zeigen, dass ein Konsens da in bes eh , dass die
Le nenden im Rahmen de IPE dazu be ähig we den sollen, im in e p o essionellen Team
zusammenzua bei en und sich dabei de eigenen Rolle sowie de Rollen de ande en bewuss
zu sein. Sie sollen zudem in de Lage sein, das Leade ship und die Ve an wo lichkei en im
Gesundhei s e so gungsp ozess inne halb des in e p o essionellen Teams auszuhandeln und zu
klä en. Vo allem müssen die Le nenden übe ausgep äg e kommunika i e und
Kon lik lösekompe enzen e ügen, um im Team adäqua agie en zu können (Walkenho s &

4. Theo e ische Hin e g und
101
Heinzelmann, 2019). Die Fähigkei , sich und sein Handeln k i isch zu hin e agen und o dem
Hin e g und on E hik und We en zu e lek ie en, sind eben alls Kompe enzen, die im
in e p o essionellen Leh kon ex anzus eben sind (IPEC, 2023; WHO, 2010). Diese Face en
in e p o essionelle Kompe enz zielen alle gemeinsam da au ab, die Pa ien :innen beda s- und
bedü nisge ech im in e p o essionellen Team zu e so gen. Zwa wi d diese Aspek in den
jeweiligen Kompe enz ahmen e wähn , dennoch kommen O'Kee e e al. (2017) zu dem
Schluss, dass noch eine s ä ke e Fokussie ung au die Pa ien :innen in den Rahmenwe ken
o mulie we den müsse. Zumeis s eh bishe die e olg eiche In e ak ion zwischen den
e schiedenen Gesundhei sbe u en im Mi elpunk de Kompe enzen.
Ähnlich zu den zu o skizzie en Kompe enz ahmen, o mulie Ba (1998) olgende
„collabo a i e compe encies“ ü Le nende im in e p o essionellen Kon ex :
▪ Die eigenen Rollen und Ve an wo lichkei en gegenübe ande en Be u en kla
besch eiben.
▪ Die G enzen de eigenen Rolle, Ve an wo ung und Kompe enz e kennen und beach en,
abe die Bedü nisse in einem b ei e en Rahmen wah nehmen.
▪ Die Rollen, Ve an wo lichkei en und Kompe enzen ande e Be u e im Ve häl nis zu
den eigenen e kennen und espek ie en.
▪ Mi ande en Be u en zusammena bei en, um Ve ände ungen zu bewi ken und Kon lik e
bei de Be ei s ellung on P lege und Behandlung zu lösen.
▪ Zusammena bei mi ande en, um die Ve so gung einzelne Pa ien :innen zu beu eilen,
zu planen, be ei zus ellen und zu übe p ü en.
▪ Tole anz gegenübe Un e schieden, Miss e s ändnissen und Mängeln in ande en
Be u en.
▪ Fö de ung on in e p o essionellen Fallkon e enzen, Teambesp echungen usw.
▪ Au bau on wechselsei igen Beziehungen zu ande en Be u en (Ba , 1998, S. 181 zi .
nach Oandasan & Ree es, 2005, S. 31) [Übe s. d. Ve .]
Diese besch iebenen kollabo a i en Kompe enzen sind als allgemeine bzw. übe g ei ende
Kompe enzen zu e s ehen, übe die alle Ak eu e im Gesundhei swesen e ügen soll en. Sie
können nu du ch in e p o essionelle Leh -/Le nangebo e e eich we den und sind on solchen
übe g ei enden Kompe enzen zu un e scheiden, die gg . auch unip o essionell anzubahnen ode
die nu spezi isch ü eine bes imm e Be u sg uppe ele an sind. Diese Un e scheidung
soll en sich die Leh enden zu Beginn ih e Leh planung bewuss sein und en sp echende
En scheidungen ü ih e in e p o essionell anges eb en Lea ningou comes e en
(This le hwai e e al., 2014).
4. Theo e ische Hin e g und
102
Des Wei e en konn en im Rahmen eines Delphi-Ve ah ens mi einem d eiphasigen Mixed-
Me hods-Design 20 zen ale Kompe enzbesch eibungen ü eine gu e IPCP iden i izie
we den
55
, welche au Basis de subjek i en Hal ungen, Eins ellungen und P axise ah ungen
on Leh pe sonen, S udie enden und wei e en S akeholde n e mi el wu den. Folgende d ei
Kompe enzen wu den dabei als besonde s wich ig bewe e und schließen sich den be ei s
o mulie en Kompe enzen aus den zu o skizzie en F amewo ks an:
▪ Umse zung p o essionelle Ve hal ensweisen (z. B. Einhal en de Schweigep lich ,
Beach ung on P i a sphä e und Wü de e c.) und zen ale We e (Eh lichkei , In eg i ä ,
Respek , Ve auen) in de IP-Pa ien :innen-/Klien :innen e so gung;
▪ espek olle , ole an e Umgang mi eigenen und emden Meinungen,
Rollen o s ellungen und -zusch eibungen;
▪ ak i e Einbezug on Pa ien :innen/Klien :innen/Angehö igen übe den gesam en
Behandlungsp ozess (Hube e al., 2019, S. 49)
56
Ausgehend on solchen Kompe enzbesch eibungen können und soll en Leh ende eine geziel e
Auswahl an geeigne en Le ngegens änden ü ih e in e p o essionellen Leh -/Le nangebo e
e en (siehe Kapi el 4.3.4.2) und mi Hil e en sp echende Leh -/Le nme hoden bei den
Le nenden anbahnen (siehe Kapi el 4.3.4.3). Zudem soll en sich die Leh enden bei de
Leh planung im Sinne des Cons uc i e Alignmen s
57
Gedanken dazu machen, wie sie die
anges eb e Kompe enze eichung bei den Le nenden mi angemessenen P ü ungs o men
übe p ü en können (Biggs, 2014; González-Pascual e al., 2021). Da besonde s kommunika i e
Kompe enzen anges eb we den, beda es Beu eilungen, bei denen nich nu de einzelne
Le nende und seine Team ähigkei en bewe e we den, sonde n es soll e die Teamleis ung als
Ganzes be ach e we den. Denn „we canno gua an ee ha , by b inging oge he indi iduals
assessed as compe en , a compe en , unc ioning eam will esul ” (This le hwai e e al., 2014,
S. 871). Folglich eignen sich z. B. G uppenp ü ungen, in denen konk e in in e p o essionellen
Teams ein Fall bea bei e wi d.
G undsä zlich gil es bei de P ü ungsges al ung die zu e eichenden Kompe enzen konk e zu
ope a ionalisie en, um de en Übe p ü ba kei zu gewäh leis en. An diese S elle kons a ie en
Hube e al. (2019) noch P oblema iken, da die Kompe enz ahmen zumeis noch au eine ehe
allgemein-besch eibenden Ebene bleiben. Sogenann e en us able p o essional ac i i ies
55
Die E hebung and speziell im Rahmen des Schweize Gesundhei swesens s a , weshalb die E gebnisse o
dem Hin e g und un e schiedliche kul u elle , sozioökonomische und gesundhei spoli ische S uk u en
hinsich lich de Übe agba kei au ande e Lände (z. B. Deu schland) zu übe p ü en sind.
56
Eine olls ändige Besch eibung de 20 Kompe enzen inde sich bei Hube e al. (2019) ab Sei e 45 .
57
Cons uc i e Alignmen is lau Biggs (2014) ein didak isches Konzep , das siche s ell , dass Le nziele,
Leh me hoden und P ü ungs o men au einande abges imm sind, um das Le nen de S udie enden e ek i zu
ö de n.
4. Theo e ische Hin e g und
103
(EPAs) und Meilens eine sind neue e Konzep e und Bewe ungsansä ze aus de medizinischen
Ausbildung, die eine Möglichkei bie en, die Kompe enze eichung zu übe p ü en (Wagne &
Ree es, 2015). Auch OSCEs (Objec i e S uc u ed Clinical Examina ion) haben sich im
in e p o essionellen Kon ex als sinn olles kompe enzo ien ie es P ü ungs o ma e wiesen
(González-Pascual e al., 2021; Junghahn e al., 2021). OSCEs dienen de s uk u ie en
P ü ung klinisch-p ak ische Fe igkei en. An meh e en S a ionen we den e schiedene
klinische Si ua ionen un e s anda disie en Bedingungen simulie ode sch i liche Au gaben
bea bei e . Geschul e P ü e :innen bewe en die Leis ung anschließend anhand eine
o gegebenen Checklis e ode eines Beu eilungsbogens. Ein Vo eil des OSCE is , dass du ch
die kon ollie en Bedingungen eine hohe Objek i i ä und eine besse e Ve gleichba kei de
E gebnisse e eich we den kann (Junghahn e al., 2021). Zudem e o de das Ve ah en on
den Le nenden, das heo e isch gele n e Wissen und die Fähigkei en konk e in de simulie en
P axis anzuwenden (González-Pascual e al., 2021). Die E ablie ung solche P ü ungs o ma e
könn e insgesam ü die E assung in e p o essionelle Kompe enzen sinn oll sein, was
zukün ig empi isch zu übe p ü en is . Auch de GMA-Ausschuss „In e p o essionelle
Ausbildung“ is de Meinung, dass es no wendig sei, zukün ig „kompe enzbasie e
P ü ungs o ma e in e p o essionell auszu ich en und möglichs ü alle be eilig en
Be u sg uppen als P ü ungsleis ung cu icula zu implemen ie en“ (Kaap-F öhlich e al., 2022,
S. 24).
Obwohl die zu o skizzie en in e na ionalen Kompe enz ahmen ü die Besch eibung on
Kompe enzen und Ausbildungszielen ü IPCP exis ie en, we den diese de zei noch
un e schiedlich in den gese zlichen Ve o dnungen und Rahmen ich linien de
Gesundhei sbe u e au geg i en. Ein gemeinsames Kompe enz e s ändnis und die einhei liche
Besch eibung und De ini ion de in e p o essionellen Kompe enzen wä en zukün ig wei e hin
anzus eben und in de Fo schung zu beleuch en (Kaap-F öhlich e al., 2022; O'Kee e e al.,
2017). Zudem s eh noch eine „ undie e heo e ische Un e maue ung“ de bes ehenden
in e na ionalen Kompe enz ahmenmodelle aus (Hube e al., 2019, S. 10).
4.3.4.2 Leh -/Le ngegens ände in de in e p o essionellen Ausbildung
Fü die konk e e inhal liche Ausges al ung on in e p o essionellen Leh e ans al ungen lassen
sich e schiedene Möglichkei en iden i izie en. Zunächs is es g undlegend, sich zue s übe
die Ziele de Leh e ans al ung bewuss zu we den, um geziel die A und Weise de
inhal lichen Ges al ung es legen zu können. So müssen lau Ha den (1998) die Inhal e au
in e p o essionelle Kenn nisse, Fähigkei en und Eins ellungen ausge ich e sein, wenn als
4. Theo e ische Hin e g und
104
Zieldimension ein kollabo a i es Zusammena bei en ausgewähl wu de. Es „eignen sich … alle
Themen elde , die eine Zusammena bei und eine gemeinsame P oblemlösung in de
Gesundhei s e so gung e o de n“ (Kaap-F öhlich e al., 2022, S. 21).
Nach Nock (2016) lassen sich zwei g undsä zliche He angehensweisen iden i izie en, wie
in e p o essionelle Leh -/Le ngegens ände in de IPE behandel we den. Zum einen kann ein
achliches Que schni s hema, welches ü alle be eilig en Gesundhei sbe u e ele an is , als
Ausgangspunk ü IPL genu z we den, zum ande en kann die In e p o essionali ä als
explizi e Un e ich sgegens and in den Fokus de Leh e ge ück we den. Im e s en Fall soll e
neben de einen Ve mi lung on Fachwissen den Le nenden auch die Möglichkei gegeben
we den, Handlungskompe enzen zu en wickeln und Le nsi ua ionen zu scha en, in denen
oneinande , übe einande und mi einande gele n we den kann. In Bezug au die cu icula e
Einbe ung bie e diese Va ian e „ hema ische Ve lech ungsmöglichkei en be ei s bes ehende
cu icula e Einhei en (Modul e lech ung) übe e schiedene S udien-/Ausbildungsgänge
hinweg und zugleich das Po en ial zu longi udinalen Einbe ung meh e e Le neinhei en zu
un e schiedlichen Ausbildungszei punk en“ (Nock, 2016, S. 11). Beim zwei en Ansa z s eh die
IPCP als Le ngegens and im Mi elpunk und beda in den meis en Fällen eine g unds ändig
neuen Konzipie ung on Leh einhei en. Folgende Themen können in diesem Zusammenhang
in in e p o essionellen Le ng uppen behandel we den: Bea bei ung on Vo u eilen, E le nen
on Kommunika ions echniken, Umgang mi Kon lik en im Team sowie Kennenle nen on
Kompe enzen, Rollen, G enzen und gemeinsamen Zielen de e schiedenen Be u sangehö igen
im Gesundhei swesen. Losgelös on de En scheidung, welche Va ian e im Rahmen de
inhal lichen Ges al ung on IPE ausgewähl wi d, is zu be ücksich igen, dass keine
„inhal liche[n] Bezüge eine bes imm en P o ession dominie en – es soll e also eine
„in e p o essionelle Balance“ im eigen lichen Con en de Leh e ans al ungen o liegen“
(Nock, 2016, S. 11). Nu au diesem Wege kann gewäh leis e we den, dass säm liche Le nende
die Möglichkei e hal en, die ü die IPCP e o de lichen Kompe enzen zu en wickeln.
Welche Leh -/Le ninhal e de zei in e na ional zum Gegens and in de IPE gemach we den,
um die anges eb en Kompe enzen zu e eichen (siehe Kapi el 4.3.4.1) haben u. a. He a h e al.
(2017) im Rahmen ih es sys ema ischen Re iews e hoben und dabei es ges ell , dass die
zen alen Bes and eile de Cu icula und die Inhal e de in e p o essionellen Leh einhei en
o nehmlich au de S uk u on „knowledge, skills and alues“ basie en (He a h e al., 2017,
4) (siehe Tabelle 4). Im Zuge dessen konn e zudem eine e meh e Fokussie ung au die
Ve mi lung on Fähigkei en und Fe igkei en als au die En wicklung und Re lexion on
We en es ges ell we den (He a h e al., 2017).
4. Theo e ische Hin e g und
105
Tabelle 4
In e na ionale zen ale Leh -/Le ninhal e in de IPE
S uc u es
o Modules
Key a eas
Co e IPE Con en s
Knowledge
based
Knowledge on
Heal h
Communi y based amily heal h, heal h p omo ion, disease
p e en i e, heal h and socie y, heal h ca e sys em and heal h
p omo ion, Physical, psychosocial, spi i ual and cul u al
ca e, Global heal h, models and de e minan s o heal h bio
psychosocial aspec s o heal h beha io , Indigenous cul u e
and heal h, medical e o and pa ien sa e y, IP collabo a ion
in ela ion o di e en heal h p oblems, pa ien sa e y,
p esc ibing, mul iagency ca e, pe son cen e ed ca e
P o essionalism
P o essional compe ency, oles and esponsibili y,
in e p o essional heal h ca e, collabo a ion, heo e ical
backg ound o IPE, ba ie s o IP collabo a ion, s e eo ypes
in heal h p o essions, sociology o p o ession,
p o essionalism, collabo a i e p ac ice, undamen als o
p o essional collabo a ion, P o essionalism & P o essional
Iden i y
Social
en i onmen
Communi y esou ces, cul u al sensi i i y, socie al
s uc u e, inequali ies in heal h and social ca e, psychosocial
aspec o heal h human in e ac ion
Resea ch
Founda ion o IP p ac ice and esea ch I & II, IP heal h
ou come esea ch, he ole and use o scien i ic e idence,
esea ch me hods o IPE, science and esea ch me hods,
e idence based p ac ice
Value-
based
Law/Human
igh s/e hics
P o essional codes o e hics/conduc , co e alues,
p o essional p ac ice e hics and law, e hics, p o essional
e hics, p o essional issues and p ac ice

4. Theo e ische Hin e g und
106
Skills-
based
Communica ion
In e iewing skills, eam communica ion, ins uc ion and
p ac ice in communica ion skills
Team Wo k
Team wo k skills, eam wo k in he con ex o home isi s,
p ac ice collabo a i e skills in small g oup, de elop
collabo a i e eam wo king, de eloping collabo a i e
p ac ice, capable collabo a i e wo king, wo k in eams wi h
pa ien s o iden i y hei p oblems
Leade ship
Leade ship o se ice imp o emen , pa icipa i e
leade ship, con lic Resolu ion & decision making, con lic
in in e p o essional li e, applied decision making in IP
P ac ice
O he
p o ession
speci ic skills
Sha ing and planning o IPE pilo p ojec s, plan join
ac i i ies, skills on simula ion se ice imp o emen , skills
o p o essional lea ning, p e en i e se ices, communi y
esou ces, sel - e lec ion, pa ien assessmen
In Anlehnung an He a h e al., 2017, S. 4
In den analysie en Modulen, welche somi o nehmlich eine Wissens e mi lung ans eben,
konn en ie Haup hemenbe eiche iden i izie we den (He a h e al., 2017). Zum einen we den
Inhal e bezogen au den Be eich P o essionalism und Resea ch und zum ande en Social
en i onmen und Knowledge on Heal h in den in e p o essionellen Leh e ans al ungen
hema isie (siehe Tabelle 4) (He a h e al., 2017, 4). So se zen sich die Le nenden z. B. mi
Aspek en de Gesundhei s ö de ung und K ankhei sp ä en ion sowie Pa ien :innensiche hei
und IPCP zu Bewäl igung e schiedene Gesundhei sp obleme auseinande . Des Wei e en
e langen sie im Be eich Fo schung Wissen zu e idenzbasie e P axis, zu Rolle und zum
Nu zen on wissenscha lichen E kenn nissen und e hal en einen Einblick in die eingese z en
Fo schungsme hoden im Rahmen in e p o essionelle S udien (siehe Tabelle 4). Im
Themenkomplex Social en i onmen beschä igen sich die Le nenden z. B. mi de
Ungleichhei in Gesundhei und Sozial ü so ge und mi de Wi kung on psychosozialen
Aspek en au die Gesundhei des Menschen (siehe Tabelle 4). Kenn nisse bezüglich
P o essionali ä , in e p o essionelle Gesundhei s e so gung und kollabo a i e P axis sowie
zu den G undlagen de be u lichen Zusammena bei , be u liche Iden i ä und Ba ie en
in e p o essionelle Zusammena bei we den eben alls im Kon ex in e p o essionelle
Leh module e mi el (siehe Tabelle 4).
Neben de Wissens e mi lung s ell , lau He a h e al. (2017), die Anbahnung on Fähigkei en
und Fe igkei en einen ebenso wich igen Bes and eil de IPE da , besonde s im Be eich de
Communica ion, Team Wo k, Leade ship und ande e p o ession speci ic skills (He a h e al.,
2017, 4). Demnach e le nen die Le nenden z. B. Fähigkei en, um angemessen im Team zu
4. Theo e ische Hin e g und
107
kommunizie en. Da übe hinaus e le nen sie gene elle Team ähigkei en zu kollabo a i en
Zusammena bei in in e p o essionellen Teams sowie zu Zusammena bei mi Pa ien :innen,
um de en P obleme und Bedü nisse iden i izie en zu können (siehe Tabelle 4). Des Wei e en
wi d in den Leh modulen die Ausbildung on Kon lik lösungss a egien und eine undie en
En scheidungs ähigkei skompe enz ü die adäqua e Ges al ung on Behandlungsplänen bei
den Le nenden ge ö de (siehe Tabelle 4), indem passende Leh -/Le nme hoden (siehe Kapi el
4.3.4.3) eingese z we den. Abe auch die Planung gemeinsame Ak i i ä en, die Aneignung
on e lexi en Fähigkei en sowie die En wicklung on S a egien ü ein p o essionelles Le nen
sind Gegens ände in e p o essionelle Leh e (siehe Tabelle 4). Die Auseinande se zung mi
Themen wie E hik und Rech sowie den un e schiedlichen Be u skodizes de be eilig en
Gesundhei sbe u e und den dami e bundenen G undwe en is zudem maßgeblich ü eine
adäqua e IPCP und inde sich ak uell in in e p o essionellen Leh modulen wiede (siehe
Tabelle 4). Zudem können im Rahmen on IPE p ak ische Fe igkei en ainie we den, indem
die gemeinsame Pa ien :innen allbea bei ung hema isie wi d ode das in e p o essionelle
Agie en in No allsi ua ionen. Auch das p o essionsübe g ei ende Üben und Re lek ie en on
Gesp ächs üh ungs echniken (z. B. Au klä ungsgesp äche, Übe b ingen on schlech en
Nach ich en), s ell einen sinn ollen Le ngegens and im in e p o essionellen Kon ex da
(Schwa zbeck e al., 2019).
Neben de Vielzahl an be ei s iden i izie en Leh -/Le ninhal en im Kon ex on IPE,
kons a ie en He a h e al. (2017, 4) dennoch „[g]aps in he con en o IPE cu icula, lack o
common compe ency amewo k o cu iculum de elopmen , and benchma ks o academic
s anda ds”. Abschließend is da übe hinaus es zuhal en, dass die alleinige Ve mi lung on
be u sspezi ischen bzw. be u sunabhängigen Inhal sschwe punk en nich mi de Anbahnung
kollabo a i e P axis e wechsel we den da . Wenn Le nende z. B. eine gemeinsame
Vo lesung zum Thema HIV-Managemen besuchen und do die wich igen Inhal e
diesbezüglich e mi el bekommen, abe nich le nen, wie die Behandlung on HIV im
Gesundhei s eam zu ges al en is , so wi d lediglich nebeneinande abe wede oneinande noch
übe einande ode mi einande , d. h. in e p o essionell, gele n (Ha den, 1998). Folglich bes eh
eine In e dependenz zwischen eine geziel en Ges al ung des Le nse ings und de inhal lichen
Ausges al ung ü ein e olg eiches E eichen de anges eb en Kompe enzen, d. h.
in e p o essionelles Le nen.
4. Theo e ische Hin e g und
108
4.3.4.3 Leh -/Le nme hoden
58
in de in e p o essionellen Ausbildung
Die in de Li e a u besch iebenen und in den Hochschulen a sächlich eingese z en Leh -
/Le nme hoden in de in e p o essionellen Leh e sind iel äl ig, doch es lassen sich
allgemeingül ige Emp ehlungen iden i izie en (He a h e al., 2017; Hube e al., 2019; Khan e
al., 2016). Zu diesem E gebnis kommen u. a. He a h e al. (2017) in ih em sys ema ischen
Re iew, das eine e s e globale Zusammenschau bes ehende E kenn nisse zu IPE lie e . Es
konn e he ausges ell we den, dass „ adi ional eaching me hods including p oblem based, case
based, and eam based we e common among IPE p og ams” (He a h e al., 2017, 4).
Mul ip o essionelle Un e ich s o men, bei denen die Le nenden nich in be u sübe g ei ende
In e ak ionen e en, sonde n nu dieselben Un e ich sinhal e le nen, eignen sich wenige ü
das in e p o essionelle Le nen (Hube e al., 2019). Als essen ielle Aspek e e olg eichen
Le nens we den Ak i i ä , Selbs s eue ung, Si uie hei und In e ak i i ä angesehen, die sich
auch au die Ausbildung in e p o essionelle Kompe enzen übe agen lassen (B adshaw &
Hul quis , 2021; Hube e al., 2019; IPEC, 2023; WHO, 2010). Maßgebliches Ziel dabei is s e s
eine Le numgebung zu scha en, die es den Le nenden e möglich mi einande , oneinande
und übe einande zu le nen und so eine e auens olle In e ak ion zwischen ihnen au zubauen
(This le hwai e, 2012). Zudem bes eh ein Konsens da übe , dass „non adi ional s a egies such
as collabo a i e o coope a i e lea ning, ac i e in ol emen , and pa icipa ion in he lea ning
expe ience a e desi able o e ec i e lea ning” (B adshaw & Hul quis , 2021, S. 9). Fü die
me hodische Ges al ung on IPE is es zudem e o de lich, dass die Leh enden Leh -
/Le nse ings ges al en, die ele an e Le ne ah ungen ü die Le nenden be ei hal en und die
Le nenden zum (k i ischen) Nachdenken an egen (B adshaw & Hul quis , 2021; Knowles,
1980). Es is die Au gabe de Leh enden, ein e ek i es Le nen ü jeden Le nenden zu
e möglichen und die Auswahl de Leh -/Le nme hoden nich ausschließlich au Basis des
eigenen Leh s ils und de eigenen Vo lieben zu e en, sonde n die de Le nenden
mi einzubeziehen (B adshaw & Hul quis , 2021). Welche konk e en Leh -/Le nme hoden sich
besonde s ü das in e p o essionelle Le nen eignen bzw. in de Li e a u emp ohlen we den,
wi d im Folgenden besch ieben.
58
De o liegenden A bei lieg ein wei es Beg i s e s ändnis on Leh -/Le nme hoden zug unde. In Anlehnung
an Meye (2019, S. 45) we den sie als Ve ah en und Fo men e s anden, in und mi denen sich Leh ende und
Le nende „die sie umgebende na ü liche und gesellscha liche Wi klichkei un e ins i u ionellen
Rahmenbedingungen aneignen“. De Beg i Leh -/Le nme hoden um ass im Folgenden sowohl die Mak o- und
Meso- sowie Mik ome hodik (siehe dazu e ie end Meye (2019, S. 109–153)).
4. Theo e ische Hin e g und
109
Emp ohlene Leh -/Le nme hoden in de IPE
Ge ade weil das He s ellen on In e ak ion zwischen den be eilig en Gesundhei sbe u en im
Mi elpunk in e p o essionelle Leh ges al ung s eh , eignen sich kollabo a i e Le n o men
ü die Anbahnung in e p o essionelle Kompe enzen. Das Ziel is einen gemeinsamen
Le np ozess zu ges al en, dabei eine gemeinsame Wissensbasis au zubauen sowie
we schä zend mi einande zu kommunizie en (Walkenho s & Hollweg, 2023). Die Le nenden
üben dabei, ih e eigenen Gedanken gegenübe ande en Gesundhei sbe u en zu a ikulie en und
le nen dadu ch ande e S andpunk e kennen. Somi is es möglich, iel äl ige Sich weisen
gegenübe P oblemlösungen und F ages ellungen zu en wickeln, das En s ehen on
Fehl o s ellungen zu e meiden und gegensei ig sowie gemeinsam bishe ige Vo annahmen
und Eins ellungen zu hin e agen. Dies bie e die Chance, sich gemeinsam in de sozialen
G uppe e ie mi dem (in e p o essionellen) Le ngegens and auseinande zuse zen und on-,
mi - und übe einande zu le nen (Lübeck, 2009). Das Pee -Assis ed Lea ning (PAL)
59
s ell
eine solche mögliche kollabo a i e Leh -/Le n o m da , bei de de in e p o essionelle
Aus ausch zwischen Le nenden in Kleing uppen ges al e we den kann, ohne dass ein
hie a chisches Ge älle zwischen Leh enden und Le nenden en s eh (He inek e al., 2019;
He inek e al., 2022; Reichel e al., 2016). Die in diesem Rahmen s a indenden
Tu o :innenschulungen soll en speziell au die In e p o essionali ä ausge ich e sein. Bei de
Auswahl de Tu o :innen soll e au ein p o essionsübe g ei endes Gleichgewich geach e
we den, um möglichen Hie a chie e es igungen o zubeugen (Schwa zbeck e al., 2019). Die
Vo be ei ung, Beglei ung und Nachbe ei ung solche G uppenleis ungen du ch Leh ende sind
dennoch en scheidend ü ih en E olg. Es beda eine gu en Planung on Au gabens ellungen,
die dazu an egen, sich an sozialen, gemeinsamen Denk- und P oblemlösep ozessen zu
be eiligen und die eine kollabo a i e Zusammena bei übe haup e s möglich machen bzw.
e o de n (Lübeck, 2009).
Um ein oneinande -, übe einande und mi einande Le nen zu e möglichen, gil es als wei e es
g undlegendes Elemen de IPE, die Re lexions ähigkei de Le nenden zu ö de n (Oandasan
& Ree es, 2005; To en & Kunze, 2020). Fü das in e p o essionelle Le nen is es „une lässlich,
sich übe die eigenen E ah ungen, das eigene E leben und bishe e wo bene Kompe enzen
bewuss zu we den, die E gebnisse de Selbs e lexion zu e balisie en und un e schiedliche
Pe spek i en … zu disku ie en“ (Walkenho s & Hollweg, 2023, S. 11). Dazu beda es eine
59
Pee -Assis ed Lea ning (PAL) inde nach Topping (1996, S. 322) s a , wenn „People om simila social
g oupings who a e no p o essional eache s helping each o he o lea n and lea ning hemsel es by eaching“.
4. Theo e ische Hin e g und
116
angemessenen Anwendung und E p obung diese heo e ischen Modelle in de P axis (Khalili
e al., 2022; Khalili e al., 2019; Lackie e al., 2020; Nisbe e al., 2011).
Leh ende im IPE-Kon ex sind ein zen ale Fak o ü gelingende Bildungsp ozesse (F ee h &
Ree es, 2004; Howkins, 2008; Lindq is e al., 2018) und un e liegen spezi ischen (Rollen-
)An o de ungen, de en konk e e Besch eibung noch nich einhei lich geklä is (Paignon e al.,
2022). Sie benö igen eine p o essionelle und we schä zende Hal ung, O enhei gegenübe
ande en Gesundhei sbe u en (Boh e e al., 2016; Hube e al., 2019; Kaap-F öhlich e al.,
2022), Begeis e ungs ähigkei ü die Leh ä igkei und gegenübe In e p o essionali ä bzw.
IPE insgesam (F ee h e al., 2005; Scholkmann, 2018). Des Wei e en bedü en die Leh enden
hohe Mode a ionskompe enzen, die Fähigkei zum Umgang mi he e ogenen Le ng uppen
(Beh end e al., 2019; Dow e al., 2021; Hean e al., 2006; Walkenho s & Hollweg, 2023) sowie
Re lexionskompe enz und ein (selbs -)k i isches Hin e agen eigene Vo u eile (Hube e al.,
2019) (siehe Kapi el 4.3.4.1).
Bezogen au die konk e e Ges al ung on IPE, we den in e na ional de zei un e schiedliche
cu icula e Fo ma e und Modelle o geschlagen (Hallwaß & Hollweg, 2017; Ha den, 1998;
Nock, 2020; Walkenho s & Heinzelmann, 2019; Wilhelmsson e al., 2009), was o allem mi
den un e schiedlichen Ve s ändnissen on IPE, sowie den he e ogenen s uk u ellen und
gese zlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Lände n und an den Ins i u ionen zu un ha
(Ba , 2015; Nock, 2016). Unabhängig om gewähl en Fo ma ü IPE-Bildungsangebo e
müssen didak ische Pa ame e wie Le nou comes, Le ninhal e (siehe Kapi el 4.3.4.1 und
4.3.4.2) und passende me hodisch-didak ische Ansä ze (siehe Kapi el 4.3.4.3) es geleg
we den. Die Le nou comes können sich an exis ie enden Kompe enz ahmen
in e p o essionelle Kompe enzen o ien ie en, die Be eiche wie Rollenkla hei ,
Kommunika ion, Kon lik lösung und Re lexion um assen (CIHC, 2024; Cu in Uni e si y,
2011; IPEC, 2023; WHO, 2010). Inhal lich eignen sich achliche Que schni s hemen (z. B.
Pa ien :innensiche hei ) ode die In e p o essionali ä selbs als Un e ich sgegens and (Nock,
2016). Fü die me hodisch-didak ische Ges al ung we den insbesonde e simula ionsbasie es
Le nen au in e p o essionellen Ausbildungss a ionen (Khan e al., 2016; Mihalje ic e al.,
2018; Nock, 2018, 2020; Schwa zbeck e al., 2019), p oblemo ien ie es, e ah ungsbasie es,
p axisbasie es, eambasie es und allbasie es Le nen emp ohlen (B adshaw & Hul quis ,
2021; Hube e al., 2019; This le hwai e e al., 2014; C. Thompson, 2010; Walkenho s &
Hollweg, 2023; We sho en, 2021), da diese Ansä ze die In e ak ion, Selbs s ändigkei und
Re lexion de Le nenden ö de n, um spä e im Team in e p o essionell P obleme lösen zu
können (Ban ield & Lackie, 2009; This le hwai e e al., 2012; To en & Kunze, 2020; WHO,

4. Theo e ische Hin e g und
117
2010). Leh ende benö igen hie ü ein b ei es Wissen übe Leh en und Le nen sowie ein
um ang eiches Repe oi e an S a egien, um Le nende bei de E eichung in e p o essionelle
Kompe enzen zu un e s ü zen und en sp echend de he e ogenen Le n o ausse zungen
angemessene Leh -/Le nme hoden auszuwählen (B adshaw & Hul quis , 2021).
Inwie e n sich die E kenn nisse aus de Theo ie bzgl. IPE mi den Leh e übe zeugungen de
Hochschulleh enden decken bzw. inwie e n sie oneinande abweichen, is in de o liegenden
Fo schungsa bei he auszua bei en.
5. Me hodisches Vo gehen
118
5. Me hodisches Vo gehen
In dem olgenden Kapi el wi d das me hodische Vo gehen de Fo schungsa bei e läu e . Dazu
wi d zue s die Un e suchung me hodologisch eingeo dne sowie die Auswahl und Beg ündung
des quali a i en Ansa zes besch ieben (Kapi el 5.1). Da an anschließend e olg die Da legung
de Auswahl de S ichp obe, die E s ellung des In e iewlei adens und dessen Einsa z sowie
die Au be ei ung de Da en (Kapi el 5.2), be o das Auswe ungs e ah en e läu e und an
einem Beispiel illus ie wi d (Kapi el 5.3). Abschließend wi d das me hodische Vo gehen
k i isch disku ie und Limi a ionen de Fo schungsa bei au ge üh (Kapi el 5.4).
5.1 Me hodologische Eino dnung de Un e suchung und Beg ündung des quali a i en
Fo schungsdesigns
In de ekons uk i en Sozial o schung gil es g undsä zlich, die Wahl de Fo schungsme hode
o dem Hin e g und des Fo schungsgegens andes zu e en, um eine adäqua e empi ische
E hebung des zu un e suchenden Gegens andes zu gewäh leis en (Flick, 2019; K use, 2015).
Wie be ei s einlei end da ges ell , is die Be ach ung de Leh e übe zeugungen als
Fo schungsgegens and in de in e p o essionellen Ausbildungs o schung neu (siehe Kapi el
2.2.3). Es gib eine ausgep äg e S udienlage zu Leh e übe zeugungen an allgemeinbildenden
Schulen zum Leh en und Le nen in un e schiedlichen Fachbe eichen und de en en sp echenden
Fachdidak iken (z. B. Ma hema ik, Englisch, Deu sch). Inwiewei sich diese E kenn nisse au
den Be eich de IPE übe agen lassen, is de zei unkla . Folglich kann die F age nach den
Leh e übe zeugungen zu IPE als ein „Sch i ins Neuland“ (Be gold & Flick, 1990, S. 46)
bezeichne we den. Au g und dieses lückenha en Fo schungss andes wu de sich in de
o liegenden Fo schungsa bei ü eine quali a i e He angehensweise en schieden (Dö ing,
2023). Zudem gel en Leh e übe zeugungen als indi iduell und schwe zugänglich (Reusse &
Pauli, 2014), weshalb es maßgeblich is , eine me hodische Vo gehensweise zu wählen, die es
e laub , au Indi iduali ä einzugehen, wie es die quali a i e Fo schung zuläss . Denn
quali a i e Me hoden bie en die Möglichkei ein Phänomen ie e gehend zu e s ehen und aus
den gesammel en Da en eichhal ige Besch eibungen zum Kon ex , zu den un e such en
Pe sonen sowie zu de en Übe zeugungen zu e hal en (Ola son e al., 2015). Folglich we den
im Sinne eine explo a i en S udie Da en zu den Leh e übe zeugungen hinsich lich IPE in
In e iews sys ema isch e hoben und analysie . Dabei we den, ausgehend on o enen
F ages ellungen, un e ande em das Ve s ändnis, das E leben sowie die Ges al ung
in e p o essionelle Leh -/Le nangebo e de aillie un e such und di e enzie besch ieben.
5. Me hodisches Vo gehen
119
In de o liegenden Fo schungsa bei wi d da on ausgegangen, dass die om Menschen
e kann en und wah genommenen Dinge und Sach e hal e nich unabhängig on ih e
E kenn nis he exis ie en, „sonde n … on ihm le z lich kons uie “ (Lambe s, 2014, 23 .)
we den. Demzu olge äum das o liegende Fo schungs o haben de subjek i en
Wah nehmung und In e p e a ion de IPE eine besonde e Bedeu ung ein. Die Rekons uk ion
de Wah nehmung und In e p e a ion wu de en sp echend de skizzie en G undannahmen des
Sozialkons uk i ismus als ziel üh end e ach e . Aus den e kenn nis- bzw.
wissenscha s heo e ischen G undannahmen e geben sich wich ige me hodologische
P ämissen, wie in de ekons uk i en Fo schung mi Wi klichkei umgegangen we den muss.
Wenn „‚Wi klichkei ‘ e s im Zuge on sozialen In e ak ionen kons uie wi d, dann gil dies
auch ü die Reali ä de Fo schungssi ua ion“ (K use, 2015, S. 39). Das In e iew, anhand
dessen die Leh e übe zeugungen zu IPE un e such we den, gene ie demnach keine objek i e
Da enquelle, du ch die die Wi klichkei abgebilde we den kann, sonde n s ell eine „Reali ä
sui gene is [He o hebung im O iginal]“ (K use, 2015, S. 39) da , de en
Kons i u ionsbedingungen selbs e o sch we den müssen. Konsequen e weise zeig sich „die
da ges ell e Wi klichkei im Hinblick au die zueinande ela i und dynamisch s ehenden
Ebenen on Rep äsen anz (Wi klichkei sdimension) und Pe o manz (Da s ellungs unk ion)
imme nu in e schiedenen Ve sionen … [He o hebung im O iginal]“ (K use, 2015, S. 40).
Nach B eue (2009) is dami die Vo s ellung e bunden, dass wissenscha liche E kenn nis
nich au das S eben nach eine einzigen, absolu en Wah hei hinausläu , sonde n dass
e schiedene Wah hei en ode un e schiedliche Ve sionen on Wah hei on e hebliche
Rele anz und In e esse sein können – beziehungsweise dass die he kömmliche Au assung on
Wah hei in diesem Kon ex als agwü dig ode obsole be ach e we den muss.
Die o liegende A bei basie au den G undp inzipien quali a i e Fo schung, wie sie on
Dö ing (2023)
62
besch ieben we den. Im Zen um s eh dabei das P inzip de „ganzhei liche[n]
und ekons uk i e[n] Un e suchung lebenswel liche Phänomene“ (Dö ing, 2023, 64 .),
wobei die subjek i en Pe spek i en und Bedeu ungen de Be o sch en im Mi elpunk s ehen
(Flick, 2019). Die be o sch en Hochschulleh enden we den als Expe :innen ih e Leh p axis
e s anden, de en E ah ungen und Übe zeugungen nich du ch s anda disie e Mess e ah en,
sonde n du ch in e ak i e Kommunika ionsp ozesse – im o liegenden Fall du ch
lei adenges ü z e In e iews – ekons uie we den (Dö ing, 2023; Lamnek & K ell, 2016).
62
E gänzend zu den P inzipien quali a i e Fo schung on Dö ing (2023) siehe auch Flick (2019).
5. Me hodisches Vo gehen
120
Ziel is es, die subjek i gemein en Sinngehal e ih es Handelns im Kon ex on IPE
nachzu ollziehen.
Die Un e suchung o ien ie sich zudem am P inzip de „ e lek ie e[n] heo e ische[n]
O enhei " (Dö ing, 2023, S. 66). Ans elle eine hypo hesengelei e en Übe p ü ung s eh die
heo iegelei e e Explo a ion des Fo schungsgegens andes im Vo de g und (Dö ing, 2023). Im
Fo schungs o haben wi d dies dahingehend umgese z , dass die in de Li e a u eche che
en wickel en heo e ischen Vo annahmen de S uk u ie ung de Lei adenkons uk ion dienen
(siehe Kapi el 5.2.3), ohne die O enhei ü neue, une wa e e Sich weisen de
In e iew eilnehmenden zu beschneiden.
Des Wei e en zeichne sich de quali a i e Fo schungsp ozess du ch seine Flexibili ä sowie
Zi kula i ä zu Annähe ung an den Un e suchungsgegens and aus. De Fo schungsp ozess
wi d nich linea abgea bei e , sonde n in engem Bezug zu Empi ie wei e en wickel . Neue
E kenn nisse können e wa in Fo m on angepass en In e iew agen di ek in die lau ende
E hebung ein ließen (Dö ing, 2023).
Zule z bes imm das G undp inzip de Selbs e lexion de subjek i en Pe spek i en de
Fo schenden das quali a i e Fo schungs o haben. Die Subjek i i ä de Fo schenden gil nich
als S ö ak o , sonde n als in eg ale Bes and eil des Fo schungsp ozesses (Dö ing, 2023). Um
de po enziellen Ve ze ung du ch eigene Deu ungsmus e en gegenzuwi ken, wu den in de
o liegenden Fo schungsa bei die deduk i und induk i abgelei e en Ka ego ien im Rahmen
de quali a i en Inhal sanalyse nach Kucka z und Rädike (2022) mi els eines In e code -
P ozesses alidie (siehe Kapi el 5.3.2). So konn e de Ein luss indi iduelle Pe spek i en
kon ollie und die in e p e a i e Gü e de Analyse e höh we den (Dö ing, 2023).
Abschließend läss sich kons a ie en, dass de quali a i e Ansa z nich nu me hodisch adäqua ,
sonde n epis emologisch gebo en is , um Leh e übe zeugungen im Kon ex in e p o essionelle
Bildung als subjek i e Kons uk ionen on Wi klichkei zu ekons uie en. Die quali a i e
He angehensweise e laub es, das Fo schungsphänomen „ on innen he aus zu e s ehen“
(Flick, 2019, S. 95) und du ch sys ema ische Fall ekons uk ionen heo iegelei e e, abe
empi isch undie e Einsich en zu gewinnen.
Au g und de bishe übe schauba en Fo schungse kenn nisse zu den Leh e übe zeugungen im
Kon ex de IPE, kann die o liegende Fo schungsa bei dazu bei agen, das Fo schungs eld
Leh e übe zeugungen ü die IPE zu e schließen und das Übe zeugungssys em on
Hochschulleh enden in de IPE sich ba zu machen. Die quali a i e E o schung und
In e p e a ion on Leh e übe zeugungen zu IPE soll als e s e Zugang angesehen we den, de
5. Me hodisches Vo gehen
121
ü die En wicklung de p o essionellen Handlungskompe enz on Leh enden in de IPE als
Bedingung zu e s ehen is und Hinweise ü wei e üh ende Fo schung diesbezüglich geben
kann. Die S ä ke des ausgewähl en quali a i en Ansa zes lieg hie bei in de inhal lichen Tie e
des Einblicks in die Leh e übe zeugungen zu IPE. Die übe schauba e Menge an Da en gepaa
mi de egelgelei e en meh phasigen Vo gehensweise de quali a i en Inhal sanalyse (siehe
Kapi el 5.3.2) e möglich undie e Aussagen zu Quali ä de Übe zeugungen on
Hochschulleh enden zu IPE. Es is jedoch wich ig zu beach en, dass die E gebnisse nich
un e lek ie au ande e Kon ex e übe agen we den soll en, insbesonde e au g und de s a k
he e ogenen Bedingungen ü die Ges al ung on IPE an (Hoch-)Schulen in Deu schland.
5.2 Da ene hebung de Un e suchung
Als Me hode ü die Da ene hebung wu de das lei adenges ü z e In e iew gewähl (siehe
Kapi el 5.2.2, welches im Anschluss an die Aus üh ungen zu S ichp obe (siehe Kapi el 5.2.1)
da ges ell wi d. De Kons uk ionsp ozess des In e iewlei adens und die
In e iewdu ch üh ung we den in Kapi el 5.2.3 und 5.2.4 e läu e .
5.2.1 Auswahl und Rek u ie ung de S ichp obe
In diese Fo schungsa bei wi d die Fallauswahl nach dem K i e ium de „inne en
Rep äsen a ion“ ü quali a i e E hebungen ge o en (Hel e ich, 2011, 173 .). Nach Me kens
(1997, S. 100) is eine „angemessene Rep äsen a ion in diesem Sinne … imme dann e eich ,
wenn eine sei s de Ke n des Feldes in de S ichp obe gu e e en is und ande e sei s auch
die abweichenden Ve e e hin eichend in die S ichp obe au genommen wo den sind“.
Ausgehend on diesem Ve s ändnis wu den bei de Da enauswahl die Fälle so ausgewähl , dass
sie die heo e isch ele an en Me kmale innehaben und sich im Sinne de Va ianzmaximie ung
maximal oneinande un e scheiden und eine möglichs he e ogene, in e essan e
Pe soneng uppe ü die E hebung da s ellen (Kelle & Kluge, 2010; Me kens, 1997; Pa on,
2015). Folglich wu de ein quali a i e S ichp obenplan au ges ell , um eine k i e iengelei e e
sowie bewuss e, und nich wie in de quan i a i en Fo schung üblich, zu ällige Fallauswahl zu
e en (Kelle & Kluge, 2010). Im Zuge eines solchen selek i en Samplings sind o ab
Auswahlme kmale de inie wo den, die au G undlage on Kenn nissen aus de Li e a u als
ele an e Ein luss ak o en kons a ie wo den sind (Kelle & Kluge, 2010). Neben den
Einschlussk i e ien wu de die Anzahl de Un e suchungs eilnehmenden o Beginn de
Da ene hebung es geleg und die Da en e s nach Abschluss de E hebung analysie (Kelle &
Kluge, 2010). Zudem bezog sich de Auswahlp ozess de Fälle nich ausschließlich au die

5. Me hodisches Vo gehen
122
In e iew eilnehmenden (siehe Ein- und Ausschlussk i e ien), sonde n auch au die
Hochschulen, an denen sie ä ig sind (siehe Auswahl de Hochschuls ando e).
Ein- und Ausschlussk i e ien
Gemäß Kelle und Kluge (2010) wu den die ele an en Me kmalsausp ägungen anhand de
Fo schungs agen, den heo e ischen Vo übe legungen sowie au G undlage des Vo wissens
übe das Un e suchungs eld bes imm . Die ausgewähl en Me kmale sind in Tabelle 5
zusammen assend da ges ell .
Tabelle 5
Vo ab es geleg e Me kmalsausp ägungen zu Auswahl de In e iew eilnehmenden
In e iew eilnehmende
• Hochschulleh ende in gesundhei sbezogenen S udiengängen
• Ak uelle Leh ä igkei in de in e p o essionellen Ausbildung
• Be u liche Hin e g und im Be eich E go he apie, Medizin, Logopädie, P lege,
Physio he apie
• Geschlech (männlich/weiblich/di e s)
Anme kung. Eigene Da s ellung.
Als Einschlussk i e ium wu de zunächs es geleg , dass ausschließlich Hochschulleh ende
be ag we den sollen, die in gesundhei sbezogenen S udiengängen
63
in Deu schland zum
Zei punk de In e iewdu ch üh ung in e p o essionell leh en. Welche S ellenposi ion sie
inne halb de Hochschule bekleiden, d. h. ob als P o esso :in, wissenscha liche:
Mi a bei e :in, als Leh beau ag e: , wu de nich als K i e ium he angezogen.
Hochschulleh ende die ak uell nich (meh ) in de IPE ä ig sind ode nich an de Hochschule,
sonde n Be u s achschule in e p o essionell un e ich en, wu den aus de E hebung
ausgeschlossen. G und ü den Ausschluss de Leh enden an Be u s achschulen is , dass diese
Bildungsein ich ungen im Gegensa z zu Hochschulen ande en spezi ischen ins i u ionellen und
cu icula en Logiken un e liegen, was eine sys ema ische Ve gleichba kei de e hobenen
Da en e heblich einsch änken wü de. Zudem wu de sich ü die bewuss e Eing enzung des
Un e suchungs eldes au den hochschulischen Be eich en schieden, da do die
in e p o essionellen Leh -/Le nangebo e in e na ional de zei p imä e o e sind (He a h e
al., 2017) was eine Ve gleichba kei de E gebnisse ehe möglich mach . Auße dem we den in
63
Un e gesundhei sbezogenen S udiengängen, we den nich nu p imä quali izie ende S udiengänge im Be eich
Medizin, P lege und E go-, Physio he apie sowie Logopädie e s anden, sonde n auch be u sbeglei ende/addi i e
S udiengänge in diesen Be eichen einbezogen. Dies bilde die he e ogenen Kon ex e ab, in denen IPE de zei in
Deu schland im Hochschulwesen angebo en we den, lau WR (2012, S. 13).
5. Me hodisches Vo gehen
123
Deu schland in e p o essionelle Bildungsangebo e übe wiegend im hochschulischen Kon ex
umgese z , da du ch in e p o essionelle P ojek e und Fo schungsp og amme (z. B. Ope a ion
Team de RBS) die Vo ausse zungen da ü gescha en wu den (Nock, 2020). Zudem sollen die
Hochschulleh enden zum E hebungszei punk noch in de IPE ä ig sein, da die Explo a ion
on ak uellen E ah ungen im Kon ex de IPE und die zug undeliegenden
Leh e übe zeugungen im E kenn nisin e esse de Fo schung liegen. Denn Übe zeugungen
wi ken als Fil e in Bezug au die Wah nehmung und bilden einen Rahmen ü die Bewe ung
und Eino dnung on ak uellen Si ua ionen, was sich wiede um au das ak uelle Handeln
auswi k (Fi es & Buehl, 2012) (siehe Kapi el 4.2.2).
Des Wei e en wu den ausschließlich Hochschulleh ende be ag , de en He kun sbe u
64
den
Be eichen E go he apie, Physio he apie, P lege, Medizin ode Logopädie zuzuo dnen is , da
diese P o essionen auch un e den Le nenden de in e p o essionellen Leh -/Le np ojek en on
Ope a ion-Team
65
am s ä ks en e e en sind bzw. wa en (Nock, 2020) und somi de zei die
am häu igs en ad essie en Be u sg uppen im Rahmen on IPE sind. Explizi e E hebungen zu
den be u lichen Hin e g ünden on (Hochschul-)Leh enden in de IPE und on
Gesundhei sbe u en liegen de zei nich o und konn en dahe nich als Re e enz einbezogen
we den. Zudem kann die Be ach ung e schiedene be u liche Hin e g ünde de
Hochschulleh enden in e essan ü die Leh e übe zeugungen sein, weil die En s ehung und
En wicklung diese maßgeblich on de (be u lichen) Sozialisa ion übe iele Jah e hinweg
beein luss wi d (Paja es, 1992) und die un e schiedlichen Fachkul u en e schiedene
Pe spek i en au die IPE he o b ingen (können) (Cu an e al., 2007; Ga y e al., 2018; Les a i
e al., 2018). Auch das Geschlech s ell einen wich igen Ein luss ak o gegenübe den
Eins ellungen zu IPE da (Al-Qah ani & Gu aya, 2016; Cu an e al., 2007; Ka oue e al., 2022),
weshalb die Annahme bes eh , dass diese Fak o auch ü das Kons uk de
Leh e übe zeugungen im in e p o essionellen Kon ex bedeu sam sein könn e. Bezogen au die
Leh e übe zeugungen konn en im Zuge de TALIS-S udie, welche im Rahmen de in e na ional
e gleichenden Schul- und Leh e :innen o schung du chge üh wu de,
geschlech e spezi ische E ek e bezüglich Leh en und Le nen kons a ie we den (OECD,
64
Zu Fallkon as ie ung wu de sich le z endlich dazu en schieden auch Hochschulleh ende mi ande en
He kun sbe u en aus dem Be eich Psychologie ode Sozialwissenscha en einzubeziehen, um auch „ ach emde“
Pe spek i en au die IPE in den Gesundhei sbe u en zu explo ie en.
65
Die on de Robe Bosch S i ung ge ö de en Ope a ion-Team-P ojek e üh en zu einem maßgeblichen
Ans ieg an in e p o essionellen Leh -Le ngelegenhei en in den Ausbildungen de Gesundhei sbe u e und ück e
das Thema „In e p o essionali ä “ e meh in den Fokus on Fo schung und (Hochschul-)Leh e in Deu schland.
5. Me hodisches Vo gehen
124
2009). Folglich s ell das Geschlech eine ele an e Me kmalsausp ägung ü die Rek u ie ung
de In e iew eilnehmenden in de Fo schungsa bei da .
Auswahl de Hochschuls ando e
Die Hochschulen wu den au G undlage de do du chge üh en Ope a ion-Team-P ojek e im
Be eich IPE und kla ausgewiesene in e p o essionelle S udiengänge (z. B. in de
S udiengangsbesch eibung) ausgewähl . Die A und Weise, wie IPE inne halb de einzelnen
Hochschulen ges al e wi d bzw. au welche S u e sich die cu icula en Fo ma e im Sinne on
Walkenho s und Heinzelmann (2019, S. 394) e o en lassen (siehe Kapi el 4.3.1), wu de in
de Auswahl nich explizi be ücksich ig . Zudem wa es ü die Be ücksich igung de
Hochschulen ausschlaggebend, dass do mindes ens zwei Gesundhei sbe u e am selben
S ando s udie en und gemeinsam an in e p o essionellen Leh e ans al ungen eilnehmen,
dami e gleichba e Vo ausse zungen bzw. Rahmenbedingungen ü die Ges al ung on
in e p o essionellen Leh -/Le nangebo en gegeben sind.
Anzahl de In e iew eilnehmenden
Die Bes immung de Anzahl de zu in e iewenden Hochschulleh enden ü die o liegende
quali a i e Fo schung e olg e un e Be ücksich igung on zu o es geleg en heo iebasie en
K i e ien und im Hinblick au die Auswe ungsme hode de quali a i en Inhal sanalyse. Zudem
wu den die zu Ve ügung s ehenden zei lichen und pe sonellen Ressou cen einbezogen. Diese
s ellen nämlich einen besch änkenden Fak o bei de Fes legung des Um angs de Fallauswahl
da . Dies gil sowohl ü die Rek u ie ung de In e iew eilnehmenden und in besonde em
Maße ü die T ansk ip ion, Analyse und Auswe ung de Da en (Dö ing, 2023). Folglich wu de
die Anzahl de In e iew eilnehmenden o de E hebung au maximal 15 Teilnehmende
es geleg und somi de Emp ehlung on G i in und Hause (1993) en sp ochen, demnach bei
ün zehn ca. eins ündigen Einzelin e iews 80% de ele an en Aspek e ü die E hebung
e ass we den. Um aus jede Be u sg uppe nahezu gleich iele Teilnehmende zu be agen,
wu de die Fallzahl im Ve lau de Un e suchung au inal 16 Teilnehmende e höh . Die ge inge
Fallanzahl bie e die Möglichkei , die indi iduellen Sich weisen di e enzie zu ekons uie en
und die Fälle ie gehend in e p e a i zu analysie en (Dö ing, 2023; Kelle & Kluge, 2010).
5. Me hodisches Vo gehen
125
Dahe kann eine Ve allgemeinba kei de Aussagen bzgl. de Leh e übe zeugungen zum
Leh en im in e p o essionellen Kon ex ehe gewäh leis e we den.
Rek u ie ung de In e iew eilnehmenden
Zu Gewinnung de In e iew eilnehmenden wu den d ei Rek u ie ungss a egien genu z .
Zunächs wu den S udiengangslei e :innen und -koo dina o :innen gesundhei sbezogene
S udiengänge an den ausgewähl en Hochschulen pe E-Mail kon ak ie (siehe Anhang 4). In
ih e Funk ion als Ga ekeepe :innen übe mi el en sie, un e Beach ung de Einschlussk i e ien,
das In o ma ionsma e ial zu S udie an po enzielle In e iew eilnehmende inne halb ih e
Hochschule (Rek u ie ung du ch Ga ekeepe :innen) (K use, 2015; Me kens, 1997; Reinde s,
2012). Diese Rek u ie ungss a egie wu de gewähl , da so leich e e mi el we den konn e,
welche Pe sonen an den jeweiligen Hochschulen ak uell in de IPE ä ig sind. Neben de
Ga ekeepe :innen-Rek u ie ungss a egie wu den zwei wei e e Wege zu Gewinnung on
In e iew eilnehmenden genu z . Zum einen wu de das eigene be u liche Ne zwe k
au ge o de po enzielle Pe sonen übe das geplan e P ojek zu in o mie en und Kon ak da en
de P ojek lei ung an In e essen :innen wei e zugeben. Zum ande en wu den im Zuge des
Schneeball e ah ens In e iew eilnehmende gewonnen, indem be ei s be ag e Pe sonen nach
wei e en po enziellen Teilnehmenden ü ein In e iew ge ag wu den (Me kens, 1997;
Reinde s, 2012).
Nachdem die kon ak ie en Hochschulleh enden In e esse an dem Fo schungs o haben bei de
P ojek lei ung bekunde ha en, e hiel en diese po enziellen In e iew eilnehmenden ein
aus üh liches In o ma ionssch eiben (siehe Anhang 5 und 7), in dem das Fo schungs o haben
p äsen ie und F agen zum In e iewablau und Ve bleib de pe sönlichen Da en bean wo e
wu den. Dies dien e dazu, die po enziellen In e iew eilnehmenden endgül ig ü die Fo schung
zu gewinnen (K use, 2015). Nachdem die In e iew eilnehmenden die sch i liche Zusage und
die (digi al) un e sch iebene Einwilligungse klä ung (siehe Anhang 6) pe E-Mail
zu ücksende en, e olg e die Ve einba ung des In e iew e mins.
S ichp obenbesch eibung
In de Fo schungsa bei wu den Hochschulleh ende on insgesam sieben Hochschulen be ag ,
wo on die S ichp obe je d ei Uni e si ä en, d ei Fachhochschulen und eine p i a e Hochschule
um ass . Von Uni e si ä A wu den ie Pe sonen, on Uni e si ä B d ei Pe sonen und on
Uni e si ä C eine Pe son in e iew . Sowohl on den Hochschulen D, E, F als auch on de
p i a en Hochschule e klä en sich jeweils zwei Leh ende zu einem In e iew be ei . Insgesam
5. Me hodisches Vo gehen
132
Die Reihen olge de au ge üh en Themenblöcke is nich als s a e Vo gabe zu e s ehen,
sonde n ielmeh eine Hil e ü die Fo sche in, alle ele an en Themen im In e iew
anzusp echen. Dahe e olg e die Handhabung de Themenblöcke dynamisch und lexibel dem
Gesp ächs e lau und den „subjek i en Rele anzsys emen“ de In e iew eilnehmenden
angepass (K use, 2015, S. 212, siehe aus üh lich Hel e ich, 2011). Welche Themen wann im
Gesp äch hema isie we den, wu de dem indi iduellen Ve lau und den Äuße ungen de
In e iew eilnehmenden angepass (K use, 2015).
Tabelle 8
Themenblöcke des In e iewlei adens
Themenblock
Mo i a ion/ Eins iegs age
Ve s ändnis on in e p o essionelle Ausbildung (IPE)
Ges al ung/Umse zung in e p o essionelle Ausbildung (IPE)
Leh pe son in de in e p o essionellen Ausbildung (IPE)
He aus o de ungen und Chancen in de in e p o essionellen Ausbildung (IPE)
Fo - und Wei e bildung
Ak uelle Co id-Si ua ion
Anme kung. Eigene Da s ellung.
Mo i a ion/Eins iegs age
Die Eins iegs age wu de mi dem Ziel konzipie , he auszu inden, wa um und wie die/de
Hochschulleh ende zu dem Thema In e p o essionali ä bzw. zu IPE gekommen is . Das
In e esse lag da in, zu e g ünden, ob z. B. bes imm e E lebnisse bzw. E ah ungen dazu ge üh
haben, sich mi diesem Thema auseinande zu se zen und dieses dann auch leh en zu wollen,
da es als wich ig ü die Le nenden bzw. die Pa ien :innen e so gung e ach e wi d. Diese
Rückblick in die Ve gangenhei de Hochschulleh enden is sinn oll, da sich Übe zeugungen
au g und on E ah ungen, E kenn nissen und Ins uk ionen und/ode In o ma ionen, übe
einen langen Zei aum hinweg, en wickeln (Nespo , 1987; Paja es, 1992).
Ve s ändnis on in e p o essionelle Ausbildung (IPE)
Je nach Ve s ändnis on in e p o essionellem Leh en und Le nen und de dazugehö igen
me hodisch-didak ischen Ges al ung, können meh e e Fo ma e als IPE e s anden we den. Es
is ein Un e schied, ob Le nende e schiedene P o essionen anhand eines bes imm en Themas
le nen, wie sie in einem in e p o essionellen Team zusammena bei en können, um die
Pa ien :innen e so gung e izien e und e ek i e zu ges al en (in e p o essionelles Le nen),

5. Me hodisches Vo gehen
133
ode ob sie gemeinsam in eine Leh e ans al ung das Thema e mi el bekommen
(mul ip o essionelles Le nen) (Oandasan & Ree es, 2005). In de Be agung wu den die
Hochschulleh enden deshalb nach ih em pe sönlichen Ve s ändnis on IPE ge ag , da es
maßgeblich die Ges al ung de Leh -/Le n e ans al ungen beein luss .
Ges al ung und Umse zung in e p o essionelle Ausbildung
Leh e übe zeugungen s eue n und beein lussen z. B. die Ges al ung on Leh -Le np ozessen
(u. a. die Auswahl on Leh -/Le nzielen) (Fi es & Buehl, 2012; König, 2012; Paja es, 1992;
Philipp, 2007). Folglich wa es on In e esse, wie Hochschulleh ende ih e Leh e im
in e p o essionellen Kon ex ges al en.
Um eine s uk u ie e Analyse de Übe zeugungen zu Ges al ung in e p o essionelle Leh -
/Le nangebo e zu gewäh leis en, wu den aus de bildungswissenscha lichen Li e a u Aspek e
iden i izie , die es zu be ücksich igen gil , um (Hochschul-)Leh e zu ges al en. Diese wu den
in den In e iews hema isie . Dazu gehö en zum einen die Leh -/Le ngegens ände in de IPE,
de beg ünde e Einsa z on bes imm en Leh -/Le nme hoden sowie die anges eb en Leh -
/Le nziele (Schmal, 2017). Zum ande en is de (hochschul-)didak ische Ansa z sowie die
pädagogischen P inzipien, welche die Hochschulleh enden in ih e Leh e e olgen, ü die
didak ische Planung on Leh e ans al ungen maßgeblich (Schmal, 2017) und deshalb in de
E hebung be ücksich ig wo den. Es is da on auszugehen, dass die Hochschulleh enden die
P inzipien dahingehend auswählen, dass sie mi ih en Übe zeugungen bzgl. Leh en und Le nen
im Einklang s ehen (Fi es & Buehl, 2012). Zudem gal es zu explo ie en, inwie e n sich
Besonde hei en bei de Auswahl des didak ischen Ansa zes ü die Planung und Ges al ung
in e p o essionelle Leh -/Le nangebo e e geben. Da übe hinaus wu de e ag , was die
Hochschulleh enden mi ih e Leh e ü Ziele ans eben, d. h. ob sie sich bei de Konzipie ung
de IPE an die F amewo ks bzw. Kompe enzen o ien ie en und diese als Ou come ü ih
gesam es Modul ansehen ode ob sie ü jede in e p o essionelle Leh einhei diese
Kompe enzen als Ziel o Augen haben. Um ein um assendes Bild on den Übe zeugungen de
Hochschulleh enden in Bezug au das in e p o essionelle Leh en zu e hal en, da ebenso de
Aspek de P ü ungsges al ung nich e nachlässig we den (Biggs, 2014). Folglich gal es zu
e heben, welche P ü ungs o ma e sich aus Sich de Hochschulleh enden am bes en ü die
Beu eilung in e p o essionelle Kompe enzen eignen und ob es dabei e was aus ih e Sich
„Besonde es“ zu beach en gil . Die F age nach den Ideal o s ellungen ziel da au ab, zu
iden i izie en, was den Hochschulleh enden ü die Ges al ung on IPE am wich igs en is .
5. Me hodisches Vo gehen
134
Du ch die Möglichkei de Äuße ung eigene Wünsche, können die Leh e übe zeugungen
explizi sich ba gemach we den.
Rollen e s ändnis de Leh enden in de in e p o essionellen Ausbildung
Nach Cendon e al. (2016) zeichne sich das G und e s ändnis on Leh e im hochschulischen
Kon ex aus Sich de Leh enden dadu ch aus, dass im Fokus „Nachdenken, Re lek ie en sowie
ein übe die Ve mi lung on akademischem Wissen und übe die di ek e Anwendba kei on
Wissen hinausgehendes En wickeln on Po enzialen s eh , das gemeinsam mi den
S udie enden s a inde “ (Cendon e al., 2016, S. 220). Ve bunden mi diese Hal ung haben
Hochschulleh ende un e schiedliche Rollen inne. Welche Rollen das im Kon ex de IPE sind,
gal es in den In e iews zu e heben. Dazu wu de mi o o mulie en und on den
In e iewpe sonen selbs en wickel en Me aphe n gea bei e . Diese können die zug unde
liegenden Annahmen und Übe zeugungen on Leh enden in Bezug au die Le nenden, die
Leh e an sich und ih e eigene Rolle im Leh kon ex au decken (Ben-Pe e z e al., 2003). Hie ü
wu den die Hochschulleh enden dazu au ge o de , übe die eigene Rolle als Leh ende:
nachzudenken, be o sie eine Me aphe auswählen, die am bes en ep äsen ie , wie sie sich in
ih e Rolle als Leh ende: im in e p o essionellen Kon ex wah nehmen. Neben
o geschlagenen Me aphe n on Sei en de Fo sche in konn en die Hochschulleh enden eigene
Me aphe n en wickeln, die sie und ih e Vo s ellungen on Leh enden ollen in de IPE am
bes en besch eiben.
He aus o de ungen und Chancen in de in e p o essionellen Ausbildung
Die Au gabe on Hochschulleh enden is es, die Le nenden (aus-) zu bilden (Jo zik, 2013) und
zum selbs e an wo lichen, lebenslangen Le nen zu be ähigen (Wild , 2004). Fü die adäqua e
Aus üh ung diese Au gabe is es maßgeblich e o de lich, dass „Hochschulleh ende mi de
sich s e s e schiebenden und e ände nden Wissensen wicklung ih e Fäche e au sind und
bei de Konzep ion, Planung und Du ch üh ung ih e Leh e ak uelle E kenn nisse, F agen und
Pe spek i en am Le np ozess o ien ie zug unde legen“ (Jo zik, 2013, S. 11). Vo diesem
Hin e g und läss sich kons a ie en, dass die Ges al ung de Leh e mi gewissen
He aus o de ungen e bunden is und besonde s an die Leh enden p o essionelle
An o de ungen s ell , die sich du ch „Komplexi ä und Mul i unk ionali ä “ auszeichnen
(Jas zebski, 2012, S. 57). In de Li e a u zum in e p o essionellen Leh en wu den be ei s
An o de ungen an Leh ende in diesem Be eich o mulie . Ausgehend on diesen
besch iebenen Kompe enzan o de ungen an Hochschulleh ende (in de IPE), bie e die
o liegende Un e suchung die Möglichkei he auszus ellen, inwie e n diese An o de ungen
5. Me hodisches Vo gehen
135
selbs on den Leh pe sonen wah genommen we den. Es bes eh die Annahme, dass
Übe zeugungen einen Rahmen ü die Eino dnung und Bewe ung on konk e en Si ua ionen
(z. B. schwie ige/he aus o de nde Si ua ionen) bilden und so das Handeln beein lussen (Fi es
& Buehl, 2012). Folglich wu den in den In e iews, die aus Sich de Leh enden
wah genommenen He aus o de ungen, abe auch Chancen und Po en iale de IPE e hoben, um
eine ausgewogene Be ach ung sowohl de hemmenden als auch ö de lichen Aspek e zu
e möglichen.
Ausblick Fo - und Wei e bildung
De o le z e F agenkomplex ziel e zum einen au die bilanzie ende Einschä zung de
Hochschulleh enden in Bezug au die IPE und de en a sächlichen Ein luss au die IPCP in de
Be u sp axis. Zum ande en soll e die Rolle de Fo - und Wei e bildung ü die Ausbildung
in e p o essionelle Kompe enzen eingeschä z und Möglichkei en zu Umse zung on Fo -
und Wei e bildungsmaßnahmen besch ieben we den. Dadu ch soll das E leben on IPE aus
Sich de Leh enden hinsich lich ih e No wendigkei und ih em Nu zen im Allgemeinen sowie
ü die IPCP im Konk e en ie e gehend beleuch e we den.
Ak uelle Co id-Si ua ion
Die In e iews wu den in einem Zei aum du chge üh , de du ch die wel wei e Co id-
Pandemie bes imm wa , die das gesellscha liche Geschehen und somi auch die (Hochschul-
)Leh e maßgeblich beein luss e (GKV-Spi zen e band, 2020; Lackie e al., 2020). Die
angeo dne en Kon ak besch änkungen und die dami einhe gehende Ums ellung de
P äsenzleh e au digi ale Leh e, esul ie e in Ände ungen in de Ges al ung de
in e p o essionellen Leh -/Le nangebo e (F enk e al., 2022; Khalili, 2020; Langlois e al.,
2020). Inwie e n sich die in e p o essionelle Leh ges al ung du ch die Pandemie auch bei den
In e iew eilnehmenden e ände ha , wu de somi eben alls be ücksich ig , wenngleich dieses
Themengebie nich im Fokus de E hebung s eh .
Die Ges al ung des In e iewlei adens e olg e en sp echend des Vo schlags on Hel e ich
(2011) und K use (2015) (siehe Tabelle 9). Die en wickel en F agen wu den zum einen zu
S ichwo en um o mulie (1 Spal e), um im In e iew als Memos zu ungie en, dami wich ige
Punk e nich e gessen we den, wenn sie nich on den In e iew eilnehmenden selbs
angesp ochen we den. Zum ande en wu den die F agen als konk e e Nach agen um o mulie ,
die in jedem In e iew als obliga o isch gal en (3 Spal e). Zusä zlich wu den o ab
Au ech e hal ungs agen en wickel , um den Gesp ächs luss au ech zue hal en bzw. die
5. Me hodisches Vo gehen
136
In e iew eilnehmenden dazu anzu egen, wei e au das angesp ochene Thema einzugehen (2
Spal e) (Hel e ich, 2011). Gene ell wu den bei de Fo mulie ung de Lei agen die skizzie en
An o de ungen an die Kons uk ion on In e iewlei äden on K use (2015) und Hel e ich
(2011) be ücksich ig , sodass z. B. die F agen o nehmlich einen e zählgene ie enden und
o enen Cha ak e ha en und unmiss e s ändlich bzw. nich zu komplex ges ell wu den
(K use, 2015).
Tabelle 9
Auszug aus dem In e iewlei aden
Block 1: Mo i a ion/ Eins iegs age
Mo i a ion ü IPE he aus inden. Wa um is IPE ü Sie wich ig. De pe sönliche We
on IPE
E zählau o de ung: Was ha dazu ge üh , dass Sie in de in e p o essionellen
Ausbildung ä ig sind?
Was wa en Ih e Bewegg ünde/Mo i a ion sich mi In e p o essionali ä
auseinande zuse zen?
Inhal liche
Aspek e/Check
Au ech e hal ungs agen
Konk e e Nach agen
• Mo i a ion zu
in e p o essionellen
Ausbildung
• En s ehung und
En wicklung on
Übe zeugungen
(p ägende
E eignisse?)
• (p ägende)
E ah ungen im IP-
Kon ex
• Pe sönliche We on
IPE
• Was sind
mögliche weise wei e e
Bewegg ünde ü Sie
in e p o essionell zu
Leh en?
• Gab es p ägende E lebnisse
in Ih em Leben/
be u lichen All ag, die dazu
ge üh haben, sich mi
In e p o essionali ä
auseinande zuse zen bzw.
in die in e p o essionelle
Ausbildung zu gehen?
• Be o Sie in die
in e p o essionelle
Ausbildung einges iegen
sind, haben Sie sich da o
auch schon mi dem Thema
In e p o essionali ä
beschä ig ? Wenn ja,
inwie e n/wa um?
• Inwie e n is Ihnen das
Thema In e p o essionali ä
bzw. in e p o essionelle
Ausbildung wich ig?
Anme kung. Eigene Da s ellung.
5.2.4 In e iewdu ch üh ung
Es wu den insgesam 16 quali a i e, lei adenges ü z e In e iews on de Fo sche in
du chge üh . Alle In e iews e olg en au g und de zum Zei punk de E hebung
5. Me hodisches Vo gehen
137
exis ie enden pandemischen Lage pe Tele on. De E hebungszei aum de In e iews
e s eck e sich om 06. Ap il 2021 bis zum 19. Juli 2021. Au G undlage des du chge üh en
P e es s, wu den die In e iews ü 60 – 90 Minu en geplan , wo übe die
In e iew eilnehmenden o ab in o mie wu den. Die Daue de In e iews um ass e zwischen
54 Minu en und 110 Minu en, wobei die du chschni liche In e iewlänge bei 81 Minu en lag.
Zu Beginn de In e iews und im Anschluss an die Beg üßung e olg e eine e neu e Au klä ung
de In e iew eilnehmenden bzgl. des geplan en Ablau s sowie übe den Zweck und Inhal des
In e iews. Zudem wu de übe p ü , ob eine zu o (digi al) un e sch iebene
Einwilligungse klä ung o lieg , welche das Ein e s ändnis zu digi alen Au zeichnung und
Nu zung de anonymisie en Aussagen zu Auswe ung on den In e iew eilnehmenden
einhol (siehe Anhang 6).
Wäh end de In e iews wu den on de Fo sche in e gänzende handsch i liche No izen
ange e ig , welche au kommende Themen und Gedanken es hiel en, um diese im Ve lau des
In e iews au zug ei en. Im Anschluss an die In e iews wu den zudem Pos sk ip s e ass ,
um s ichpunk a ig pa asp achliche Aspek e, wie die A mosphä e wäh end de In e iews bzw.
in e ak ionelle Besonde hei en sowie Gesp ächsdynamiken zu dokumen ie en (siehe Anhang
8). Die Pos sk ip s bilden ü die Analyse eine Da eng undlage, die nach jedem In e iew
anzu e igen sind (K use, 2015), da sie in e essan e Kon ex in o ma ionen dokumen ie en
können und die Möglichkei bie en, e schiedene In e iewsi ua ionen zu e gleichen (Flick,
2019).
5.3 Da enauswe ung
5.3.1 Vo be ei ung de Da enauswe ung
Die In e iews wu den mi einem Dik ie ge ä au gezeichne und anschließend on de
Fo sche in ansk ibie . De T ansk ip ionsp ozess wu de du ch die So wa e 4x un e s ü z .
Die dadu ch au oma isie en s andenen T ansk ip e bedu en dennoch eine manuelle
Nachbea bei ung du ch die Fo sche in, indem die zu o es geleg en T ansk ip ions egeln
eingea bei e und dessen Einhal ung übe p ü wu den. Die T ansk ip ions egeln
70
o ien ie en
sich an den Vo schlägen on Kucka z und Rädike (2022) sowie D esing und Pehl (2018) und
sind Anhang 9 zu en nehmen. Anschließend an den T ansk ip ionsp ozess wu den die sensiblen
70
Neben den e wende en T ansk ip ions egeln wu de sich da ü en schieden, wäh end des
T ansk ip ionsp ozesses au die g amma ikalisch ich ige Ve wendung de G oß- und Kleinsch eibung zu
e zich en. G und da ü is , dass du ch die eine Kleinsch eibung de P ozess des T ansk ibie ens beschleunig
we den konn e.

5. Me hodisches Vo gehen
138
In o ma ionen anonymisie , indem die Anonymisie ungen du ch eckige Klamme n [Land]
z. B. bei genann en Namen on Pe sonen, O en bzw. Lände n und Ins i u ionen kenn lich
gemach wu den. Zu O ganisa ion und S uk u ie ung des um ang eichen Tex ma e ials wu de
die So wa e MAXQDA (Ve sion 22.1 und o lau end) eingese z . Gemäß K use (2015) und
Kucka z und Rädike (2022) üh die Anwendung compu e ges ü z e Ve ah en zu eine
Ve besse ung de Quali ä quali a i e Fo schung, da die anspa en e Dokumen a ion und
Nach ollziehba kei des Auswe ungsp ozesses eine mögliche S eige ung de
Fo schungsquali ä nach sich ziehen kann. Es is jedoch zu beach en, dass de Einsa z on
MAXQDA nich zu eine au oma isch du chge üh en Analyse des Da enma e ials üh . Diese
Analyse s ell eine eigens ändige Leis ung im Kon ex de o liegenden Un e suchung da .
5.3.2 Auswe ung mi els quali a i e Inhal sanalyse nach Kucka z und Rädike (2022)
Im Folgenden wi d die En scheidung mi de inhal lich s uk u ie enden Inhal sanalyse nach
Kucka z und Rädike (2022) auszuwe en beg ünde und die einzelnen Sch i e des Ve ah ens
besch ieben.
Die 16 ge üh en In e iews wu den alle in den Auswe ungsp ozess einbezogen.
Demen sp echend gib es 16 Auswe ungseinhei en: F 01- F 16, wobei F ü einen einzelnen
Fall s eh . De e s e Teil de In e iews, die einlei enden Gesp äche, welche z. T. biog a ische
In o ma ionen de Teilnehmenden en häl , wu den nich be ücksich ig . Die Analyse beginn
demnach mi de e s en F age aus dem Lei aden sei ens de Fo sche in und ende mi de
Ve abschiedung.
Die En scheidung ü eine Auswe ung de lei adeno ien ie en In e iews anhand de
inhal lich s uk u ie enden Inhal sanalyse beg ünde sich in eine sys ema isch s uk u ie enden
Vo gehensweise bei de Auswe ung des In e iewma e ials sowie in de Möglichkei eine
e ie enden Analyse (Kucka z & Rädike , 2022). Übe dies bie e das Auswe ungs e ah en
die Möglichkei , anhand on ka ego ienbasie em A bei en sys ema isch und egelgelei e das
Da enma e ial auszuwe en und dieses du ch konk e e Sch i e nach ollziehba und anspa en
da zus ellen (Kucka z & Rädike , 2022). Des Wei e en sind die o liegenden
Fo schungs agen besch eibend o ien ie . Sie zielen au das Was, d. h. den Inhal , ab und haben
eine sys ema ische, aus üh liche Besch eibung des empi ischen Ma e ials zum Ziel. Denn es
handel sich, wie be ei s besch ieben, um ein explo a i es Fo schungs o haben, welches eine
en sp echende Auswe ungsme hode beda . Die quali a i e Inhal sanalyse nach Kucka z und
Rädike (2022) s ell eine solche da . Zudem sieh sie ein deduk i -indik i es Vo gehen o ,
d.h. sie e ach e neben de deduk i en auch eine am Ma e ial en s ehenden
5. Me hodisches Vo gehen
139
Ka ego ienen wicklung ü wich ig. Dies s ell eine Passung des Ka ego iensys ems an das
Ma e ial siche (Sch eie , 2014).
De Analysep ozess quali a i e Da en is imme auch da on gep äg , welche Vo annahmen
de /die Fo schende zu dem un e suchenden Gegens and inneha (B eue e al., 2019; Dö ing,
2023). Um die eigenen Pe spek i en zu e lek ie en, zu e wei e n und mi eine O enhei dem
Ma e ial gegenübe zu e en, wu de im Auswe ungs- und Analysep ozess das eigene
Fo schungsne zwe k einbezogen.
Im Folgenden we den die einzelnen Sch i e des Auswe ungsp ozesses besch ieben (siehe
Abbildung 8) und au das eigene me hodische Vo gehen übe agen.
Abbildung 8
Ablau schema eine inhal lich s uk u ie enden Inhal sanalyse nach Kucka z und Rädike
(2022)
In Anlehnung an Kucka z & Rädike , 2022, S. 132
Phase 1: Ini iie ende Tex a bei , Memos und Fallzusammen assungen
Ausgehend on den Fo schungs agen und den zug undeliegenden Vo annahmen e olg e die
Explo a ion de ansk ibie en In e iews. Das Ziel dabei wa es, ein e s es Ve s ändnis da on
zu e hal en, wie die In e iew eilnehmenden dem un e such en Gegens and de IPE
gegenübe s ehen (Kucka z & Rädike , 2022). Dahe wu den die T ansk ip e mi Beginn de
e s en Zeile, sequenziell und olls ändig gelesen und e s e au ällige Tex s ellen ma kie . Von
5. Me hodisches Vo gehen
140
eine o malen Be ach ung des Tex es in Bezug au die Tex länge ode Besonde hei en in de
Sp ache bzw. Wo wahl wu de abgesehen, da dies zum Teil in den Pos sk ip en es gehal en
wu de und es keinen Meh we ü die Bean wo ung de Fo schungs agen e sp ich
(Kucka z & Rädike , 2022). Im Zuge de wei e üh enden Tex e schließung e olg e das
Anlegen on Memos in MAXQDA, in denen z. B. e s e Gedanken, Ve mu ungen, Ideen ü
mögliche Analyseschwe punk e sowie inhal liche Ve me ke in Fo m on ku zen No izen
es gehal en wu den. Au g und ih e s uk u ie enden Funk ion, e wiesen sich die Memos als
un e s ü zende A bei smi el und in eg ale Bes and eil ü den gesam en Fo schungsp ozesses
(Kucka z & Rädike , 2022).
Anschließend wu den insgesam 16 Fallzusammen assungen („Case-Summa ys“) (siehe
Anhang 11) o dem Hin e g und de Fo schungs agen e s ell , um eine sys ema ische und
übe sich liche Da s ellung de Cha ak e is ika, de zu un e suchenden Einzel älle zu bie en.
Dadu ch konn e eine ak eno ien ie e Komp imie ung de Fallkomplexi ä o genommen und
de analy ische Blick au das Gesam ma e ial und dessen Un e schiedlichkei en geschä
we den (Kucka z & Rädike , 2022). Zudem s ell en sie im wei e en Fo schungsp ozess einen
hil eichen Ausgangspunk ü die E s ellung allbezogene hema ische Zusammen assungen
da (Kucka z & Rädike , 2022). Beg ünde in de Länge de T ansk ip e and eine
Fo mulie ung in S ichpunk en und in abella ische Da s ellung s a , wobei sich dabei s ik an
dem Gesag en de In e iew eilnehmenden o ien ie wu de. Als O ien ie ung und zu
S uk u ie ung dien e dabei de In e iewlei aden (Kucka z & Rädike , 2022).
Phase 2: En wicklung on Haup ka ego ien
Nachdem eine e s e Explo a ion de Da en du chge üh (Phase 1) und sich ein Zugang zu dem
Da enma e ial e scha wu de, e olg e eine inhal liche S uk u ie ung de Da en anhand on
Ka ego ien und Subka ego ien (Kucka z & Rädike , 2022). Ka ego ien e üllen den Zweck,
die Da en bzw. Teile de Da en en sp echend zu codie en. Die so en s andenen Codie einhei en
we den in de o liegenden Un e suchung als codie e Segmen e ode Tex segmen e
bezeichne . Das Ka ego iensys em ungie in dem Zuge als ein S uk u - und O dnungssys em.
Somi wi d bei e balen Da en, wie den o liegenden In e iew-T ansk ip en, ein codie es
Segmen als eine Tex s elle de inie , die mi eine bes imm en Ka ego ie ode einem
bes imm en Inhal , wie einem Thema, eine Ve hal ensweise ode einem Mo i e bunden is
(Kucka z & Rädike , 2022).
5. Me hodisches Vo gehen
141
Ausgehend on eine Vielzahl an möglichen Beg i sbezeichnungen ü Ka ego ien in den
Sozialwissenscha en un e scheiden Kucka z und Rädike (2022) zwischen sieben
e schiedenen A en: Fak en-Ka ego ien, hema ische, e alua i e, skalie ende, analy ische,
heo e ische, na ü liche und o male Ka ego ien (Kucka z & Rädike , 2022, 56 .). Du ch diese
Un e scheidung wi d eine „analy ische Sensibili ä bei eine quali a i en Inhal sanalyse
ge ö de “ (Kucka z & Rädike , 2022, S. 57). In de o liegenden Un e suchung wu den
übe wiegend hema ische Ka ego ien en wickel , welche im Sinne eines Anzeige s
en sp echende Tex segmen e he o heben, die In o ma ionen zu de jeweiligen inhal lichen
Ka ego ie en hal en.
Die Ka ego ienbildung e olg e o dem Hin e g und de Zielse zung de o liegenden
Un e suchung, d. h. de Fo schungs agen, sowie dem heo e ischen Hin e g und. Im Sinne
eine A-p io i-Ka ego ienbildung (deduk i e Ka ego ienbildung) wu den im e s en Sch i die
Haup ka ego ien au de Basis des In e iewlei adens und somi on eine be ei s o handenen
inhal lichen Sys ema isie ung abgelei e (Kucka z & Rädike , 2022, S. 71). Die inhal liche
Sys ema isie ung des In e iewlei adens g ünde e au heo e ischen Bezugspunk en (siehe
Kapi el 5.2.3, siehe Anhang 12), welche somi auch g undlegend ü die Ka ego ienbildung
wa en. Da on ausgehend e gaben sich olgende ün Haup ka ego ien:
(1) Eins ieg/Mo i a ion in die in e p o essionelle Ausbildung (IPE)
(2) Leh ende (in de in e p o essionellen Ausbildung (IPE))
(3) Ve s ändnis on in e p o essionelle Ausbildung (IPE)
(4) E leben und Bedeu ung on in e p o essionelle Ausbildung (IPE)
(5) Ges al ung on in e p o essionellen Leh -/Le nangebo en
Im Sinne de an Regeln o ien ie en Inhal sanalyse, wu de pa allel zum Ka ego iensys em
De ini ionen ü die einzelnen Ka ego ien o mulie (Kucka z & Rädike , 2022). Die
Ka ego iende ini ionen ungie en zum einen als konk e e Handlungsanweisungen bei de
Codie ung des Da enma e ials und zum ande en dokumen ie en sie die g undlegenden
Elemen e de Analyse, die bei de In e p e a ion de E gebnisse no wendig sind (Kucka z &
Rädike , 2022). In de quali a i en Inhal sanalyse is es möglich, dass eine codie e S elle
meh e e Aspek e beinhal e und somi gg . auch in meh e e Ka ego ien eingeo dne we den
kann. Au g und dessen is eine p äzise o mulie e De ini ion jede Ka ego ie une lässlich, um
eine hin eichende Gü e bei de Anwendung des Ka ego iensys ems zu gewäh leis en (Kucka z
& Rädike , 2022). Die Haup ka ego ien bilde en den Ausgangspunk de Analyse, anhand
dessen en sp echende Inhal e und Themen im Da enma e ial iden i izie we den konn en.
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
244
Di e se Ve s ändnisse on IPE-Fo ma en
Die zu o e läu e en un e schiedlichen Besch eibungen des mi -, on- und übe einande
Le nens und de IPE-Me kmale beein lussen die Leh e übe zeugungen hinsich lich dessen, wo
IPE an äng und wann nich meh on IPE gesp ochen we den kann, sonde n on eine ande en
Fo m des Le nens. Die Un e suchungse gebnisse zeigen, dass die Hochschulleh enden
dahingehend sowohl übe ein enges als auch ein wei es Ve s ändnis e ügen. Diesbezüglich
konn en im Rahmen de E gebnisanalyse zwei zen ale Un e scheidungsk i e ien iden i izie
we den, anhand de e die Hochschulleh enden die e schiedenen IPE-Fo ma e bes immen: die
Anzahl de be eilig en Be u sg uppen sowie de G ad des Aus ausches zwischen den Le nenden
(siehe Kapi el 6.2.1). Da aus läss sich die Ve mu ung ablei en, dass sich die be ei s in de
Li e a u besch iebene konzep ionelle, inhal liche und s uk u elle Viel al on cu icula en
Fo ma en zu Ausges al ung on IPE (Hallwaß & Hollweg, 2017; Nock, 2020; Wilhelmsson e
al., 2009) auch in den Leh e übe zeugungen de o liegenden Un e suchung abbilden läss .
Fü Hochschulleh ende, die übe ein ehe enges Ve s ändnis on IPE e ügen (F 03, F 06,
F 15), beginn IPE, wenn e schiedene Be u sg uppen mi einande Le nen, indem sie sich z. B.
gemeinsam ein be u sübe g ei endes Thema aneignen. Diese Au assung schließ an das IPE-
Ve s ändnis des CAIPE (2002) und de WHO (2010) an. Ein noch enge es Ve s ändnis lieg
o (F 01, F 02), wenn die Hochschulleh enden de Au assung sind, dass IPE e s mi dem
Aus ausch übe Inhal e inne halb eine in e p o essionellen Le ng uppe beginn , indem z. B.
die Gemeinsamkei en und Un e schiede in den be u sspezi ischen Sich weisen e a bei e und
bewuss die un e schiedlichen Pe spek i en au einen Le ngegens and hema isie we den, um
gemeinsam Ve so gungsp obleme lösen zu können. Dieses Ve s ändnis on IPE is an das
pos ulie e Ve s ändnis on Ewe s und Reichel (2017), Ge be und Rüe li (2021), Mahle e al.
(2014) und Mi zka e al. (2016) anschluss ähig. Das eine Nebeneinande si zen on
e schiedenen Be u sg uppen, welche sich ein gemeinsames Thema anhö en, ohne dabei
mi einande zu in e agie en, s ell ü die meis en Hochschulleh enden keine IPE da . Auch die
Li e a u o dne dieses Leh o ma ehe dem mul ip o essionellen Leh en und Le nen zu (Ewe s
& Reichel, 2017; Mahle e al., 2014; Mi zka e al., 2016; Walkenho s , 2016). Die
o liegenden E gebnisse zeigen ein wei es Ve s ändnis on IPE (F 04, F 05, F 10). IPE beginn
demnach be ei s, wenn eine unip o essionelle Le ng uppe on eine Leh pe son mi ande em
be u lichen Hin e g und Inhal e e mi el bekomm . Dami auch dieses Fo ma de Leh e ü
die Hochschulleh enden als IPE zähl , is es wich ig, dass die Leh pe son dabei ih e
be u sspezi ischen Sich weisen in die Leh e einb ing . Diese Fo m de IPE inde in de

7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
245
Li e a u bishe keine Be ücksich igung (Ge be & Rüe li, 2021) und e üll auch nich explizi
den Ansp uch an das mi einande , oneinande und übe einande Le nen in in e p o essionellen
Bildungsangebo en im klassischen Sinne, wie es u. a. die WHO-De ini ion besch eib . Dennoch
kann nich pauschal da on ausgegangen we den, dass die Le nenden du ch ein de a iges IPE-
Fo ma wenige übe ande e Be u sg uppen le nen, als es z. B. Le nende in in e p o essionellen
G uppen un. Die Wi ksamkei de e schiedenen IPE-Fo ma e hinsich lich de Anbahnung
in e p o essionelle Kompe enzen is au G undlage des Da enma e ials nich zu beu eilen.
Übe die un e schiedlichen Ve s ändnisse in e p o essionelle Leh o ma e hinaus zeigen sich
in den Aussagen de Hochschulleh enden auch g aduelle Abs u ungen, die in ih e S uk u
eine in de Fachli e a u o genommenen Sys ema isie ung e gleichba sind (Walkenho s &
Heinzelmann, 2019) (siehe Kapi el 4.3.1). Als Di e enzie ungsme kmale de einzelnen S u en
be ücksich ig en Walkenho s und Heinzelmann (2019) den Anlass des Le nens, den Inhal de
Leh e ans al ung sowie die Viel al de be eilig en Be u sg uppen. Ähnliche
Un e scheidungsme kmale können als Bezugspunk ü die e schiedenen Abs u ungen de
be ag en Hochschulleh enden he angezogen we den. Aussagen zu den Konsequenzen
hinsich lich de cu icula en Einbindung de IPE-Fo ma e, wie bei Walkenho s und
Heinzelmann (2019), können aus dem o liegenden Da enma e ial nich abgelei e we den. Die
o liegenden E gebnisse e wei e n dennoch die E kenn nisse de Wissenscha le innen, indem
die S u en du ch zusä zliche Aspek e e gänz (z. B. G ad des Aus ausches) ode e ie end
besch ieben we den. Die olgende Abbildung 30 zeig das E gebnis de Analyse und inwie e n
sich die S u en on Walkenho s und Heinzelmann (2019) (siehe Kapi el 6.2.1 Abbildung 6) in
dem o liegenden Da enma e ial iden i izie en lassen. Dabei sind die S u en 1, 2 und 3 on den
insgesam ün o geschlagenen S u en (Walkenho s & Heinzelmann, 2019) e kennba .
Dennoch zeig sich au de indi iduellen Fallebene, dass die spezi ische Di e enzie ung de
IPE-Fo ma e inne halb de besch iebenen S u en bislang wenige einhei lich in den
Leh e übe zeugungen mani es ie is .
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
246
Abbildung 30
Abgleich li e a u basie e und empi isch e mi el e S u en on IPE-Fo ma en
Anme kung. Eigene Da s ellung.
Legende. g aue Käs en = Übe agung de S u en on Walkenho s und Heinzelmann (2019)
au das empi ische Da enma e ial; Rau en = Leh ende in (In e -)Ak ion; ges ichel e K eise =
Le nende in (In e -)Ak ion zu bes imm en Themen
Au S u e 1 on Walkenho s und Heinzelmann (2019) inde IPE s a , wenn in
unip o essionellen Le ng uppen das Thema In e p o essionali ä explizi angesp ochen wi d.
Dieses IPE-Fo ma läss sich in den o liegenden Da en eben alls wiede inden. Da übe hinaus
e gänzen die Un e suchungse gebnisse S u e 1 dahingehend, dass d ei Hochschulleh ende es
auch als IPE be ach en, wenn Leh ende mi einem ande en be u lichen Hin e g und als die
Le nenden in unip o essionellen Le ng uppen ein be u sübe g ei endes Thema (z. B.
Bewegungsappa a ) aus e schiedenen be u lichen Pe spek i en beleuch e . Dies e möglich
den Le nenden, Kenn nisse übe ande e Be u sg uppen und de en Sich weisen zu le nen. Die
Besch eibungen on S u e 2 des S u enmodells lassen sich in ähnliche Weise in dem
Da enma e ial wiede inden. Die konk e e Thema isie ung on In e p o essionali ä sowie die
geziel e Fö de ung on und die Auseinande se zung mi in e p o essionellen Le np ozessen in
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
247
in e p o essionellen G uppen e olgen nach den Übe zeugungen de in e iew en
Hochschulleh enden sowie Walkenho s und Heinzelmann (2019) e s inne halb S u e 3. Die
Hochschulleh enden besch eiben wie das mi einande , oneinande und übe einande Le nen
e olgen kann und konk e isie en dami die bishe igen Aus üh ungen on Walkenho s und
Heinzelmann (2019) zu diese S u e. Konk e e Aus üh ungen zu S u e 4 lassen sich in den
Aussagen de Hochschulleh enden nich explizi wiede inden, da die cu icula e Einbindung
de e schiedenen IPE-Fo ma e in den In e iews nich hema isie wu de, wie es Walkenho s
und Heinzelmann (2019) an diese S elle okussie en. Dennoch konn en Leh e übe zeugungen
iden i izie we den, die die Ve anke ung on IPE im Sinne eines Spi alcu iculums bek ä igen
(siehe Kapi el 6.4.1), was an die E läu e ung zu S u e 5 des S u enmodells anschließ (siehe
Kapi el 4.3.1).
Die o liegenden E gebnisse deu en da au hin, dass Hochschulleh ende in den e gangenen
Jah en ein di e enzie e es und kla e kon u ie es Ve s ändnis on IPE en wickel haben,
sodass die E kenn nisse on Boe che e al. (2016) – wie z. B. die ehlende Kenn nis übe die
Zielse zungen und möglichen Gegens andsbe eiche on IPE au Sei en de Leh enden – in
Teilen als übe hol e scheinen. Obwohl die (Beg i s-)Ve s ändnisse on IPE sowie die ihnen
zug unde liegenden Übe zeugungen wei e hin nich olls ändig homogen sind – was im
Hinblick au die Indi iduali ä on Übe zeugungen nach ollziehba und legi im is – zeigen
sich doch wei eichende Übe eins immungen hinsich lich zen ale Me kmale und
Zielse zungen on IPE. Dies läss au ein geschä es gemeinsames Ve s ändnis schließen, das
bes ehende konzep ionelle Rahmungen on IPE wei e p äzisie .
7.2 E leben und Bedeu ung in e p o essionelle Ausbildung (IPE)
In de o liegenden Un e suchung wu den Übe zeugungen hinsich lich des E lebens de IPE
du ch Hochschulleh ende sowie den dami e bundenen He aus o de ungen und Chancen
iden i izie . Da ein G oß eil de Leh e übe zeugungen He aus o de ungen und Chancen on
IPE in Bezug au de en Ges al ung o mulie en, e olg die de aillie e Auseinande se zung mi
diesen Aspek en p imä in Kapi el 7.3. En sp echend de heo e ischen E kenn nisse zu
Übe zeugungen und dessen S uk u (siehe Kapi el 4.2.1) können die Leh e übe zeugungen
zum E leben on IPE als Ke nübe zeugungen de Hochschulleh enden in e p e ie we den, da
diese mi den Übe zeugungen zum Ve s ändnis und zu Ges al ung on IPE eng e bunden sind
und sie maßgeblich beein lussen. Folglich sind die Leh e übe zeugungen zum E leben on IPE
als Ke nübe zeugungen zen al in de Mi e des Übe zeugungssys ems de Hochschulleh enden
in Abbildung 31 da ges ell .
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
248
Abbildung 31
Zen ale Leh e übe zeugungen zum E leben on IPE (Ke nübe zeugungen zu IPE)
Anme kung. Eigene Da s ellung.
Legende. K eise = eine Ke nübe zeugung; Die un e schiedlichen G ößen de K eise haben
keine Bedeu ung und dienen nu de besse en Lesba kei .
No wendigkei und Chancen on IPE
Die Un e suchungse gebnisse e deu lichen, dass alle Hochschulleh enden – o dem
Hin e g und de bes ehenden He aus o de ungen und komplexen An o de ungen im
Gesundhei swesen – on de Sinnha igkei und Rele anz on IPE und IPCP ü alle Be eiche
de Gesundhei s e so gung übe zeug sind (siehe Abbildung 31). Dami einhe geh die
iden i izie e Leh e übe zeugung, dass IPE dazu bei agen kann bzw. bei äg in de P axis
in e p o essionell mi einande zu a bei en, sodass IPE die G undlage ü eine gelingende IPCP
da s ell und in die Ausbildung de Gesundhei sbe u e implemen ie we den soll e (siehe
Abbildung 31). In diese Leh e übe zeugung spiegel sich die on de WHO (2010) pos ulie e
Komplemen a i ä on IPE und IPCP wide und en sp ich wei gehend den E kenn nissen on
Lindq is e al. (2018), die IPE als zen ale Le ngelegenhei ü die spä e e IPCP in de P axis
bewe en. Aus den Übe zeugungen de Hochschulleh enden lei e sich zudem die Fo de ung
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
249
ab, die in Deu schland ini iie en in e p o essionellen P ojek e daue ha zu e ablie en und in
Bildungss uk u en sowie in Ausbildungs- und P ü ungso dnungen alle Gesundhei sbe u e
e bindlich zu e anke n. Diese Fo de ung s eh in Einklang mi bes ehenden
wissenscha lichen und poli ischen Bes ebungen in Deu schland (Kaap-F öhlich e al., 2022;
Räbige & Beck, 2018; WR, 2018).
Da übe hinaus be onen meh e e Hochschulleh ende, dass in e p o essionelle Kompe enzen
nich nu in de Ausbildung e mi el we den soll en, sonde n eine kon inuie liche
En wicklung e o de n, die übe Fo - und Wei e bildungsp og amme ge ö de we den muss
(F 01, F 02, F 04, F 05, F 06, F 07, F 09, F 10, F 11, F 12, F 13, F 14, F 15) (siehe Abbildung
31). Diese Sich weise wi d du ch Kaap-F öhlich e al. (2022) ges ü z , die s anda disie e Aus- ,
Fo - und Wei e bildungsp og amme ü Le nende, Leh ende und Le nbeglei e :innen im
in e p o essionellen Kon ex o de n. Dennoch be ich en einige Hochschulleh ende on eine
ge ingen Be ei scha zu in e p o essionellen Fo - und Wei e bildung (F 11, F 15). Als
mögliche U sachen nennen sie Hie a chiep obleme sowie das Bes eben, be u sspezi ische
P o essionalisie ung o in e p o essionelle Quali ika ion zu p io isie en (F 15).
Die o liegende Un e suchung zeig zudem un e schiedliche Leh e übe zeugungen hinsich lich
de Wi ksamkei on IPE au IPCP und die Pa ien :innen e so gung. Die geschilde en
E ah ungen de Hochschulleh enden mi den Le nenden deu en, ähnlich wie E kenn nisse
ühe e S udien, da au hin, dass IPE die Be ei scha und Neugie in e p o essionell
zusammenzua bei en ö de (B owne e al., 2021; Gu aya & Ba , 2018; Ree es, Palaganas &
Zie le , 2017; Spaulding e al., 2021; Z. Wang e al., 2019). Ob IPE jedoch konk e e
Pa ien :innenou comes e besse , wi d k i isch hin e ag (F 07, F 14). Obwohl sys ema ische
Re iews posi i e E ek e wie eine ges eige e Pa ien :innenzu iedenhei , eine eduzie e
Ve weildaue und eine ge inge e Fehle quo e belegen (Cade e al., 2024; Rawlinson e al.,
2021b; Wei e al., 2022), läss sich anhand de o liegenden Da en nich eindeu ig es s ellen,
ob diese E kenn nisse be ei s in den Übe zeugungen on allen Hochschulleh enden in eg ie
wu den, d. h. in Fo m achlich undie em Wissen p äsen sind (kogni i e Komponen e de
Übe zeugungen) (Reusse & Pauli, 2014; Rokeach, 1968). Eine mögliche E klä ung is die
asche En wicklung de in e p o essionellen Ausbildungs- und Ve so gungs o schung, de en
E gebnisse nich unmi elba in die Leh p axis bzw. Übe zeugungen in eg ie we den.
Die En scheidung, sich in de IPE zu engagie en, wi d maßgeblich du ch indi iduelle
E ah ungen im in e p o essionellen Kon ex beein luss (siehe Kapi el 6.1). Posi i e E lebnisse
in de IPCP ode ein aus de Be u sp axis abgelei e e Beda an IPCP und IPE wi ken als

7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
250
Mo i a ion. Dies bes ä ig bes ehende Fo schungse gebnisse, die zeigen, dass pe sönliche
E ah ungen Übe zeugungen p ägen (Fe guson, 2020; Fi es & Buehl, 2012; Paja es, 1992;
Schlich e , 2012). En sp echend weisen Leh ende mi um ang eiche en IPE-E ah ungen eine
posi i e e Eins ellung zu IPE au als Leh ende ohne en sp echende E ah ung (Cu an e al.,
2007; Ka oue e al., 2021; Olenick & Allen, 2013). In de o liegenden Un e suchung zeig
sich, dass Leh ende ohne eigene in e p o essionelle E ah ungen häu ig schwe e ü IPE zu
begeis e n sind, da sie de en Nu zen nich unmi elba e kennen. Dies un e s eich die
Bedeu ung in e p o essionelle P axise ah ungen ü die Be ei scha zu in e p o essionellen
Zusammena bei und Leh e.
He aus o de ungen inne halb de IPE
Sechs Hochschulleh ende bewe en die ak uelle Umse zung on IPCP in de
Gesundhei s e so gung sowie on IPE in Deu schland als unzu eichend und ausbau ähig (F 02,
F 03, F 04, F 05, F 15, F 16) (siehe Abbildung 31). Ih e Übe zeugungen d ücken die K i ik aus,
dass die de zei ige IPE au idealisie e Rahmenbedingungen ausgeleg is , die in de P axis o
nich exis ie en. Besonde s im ambulan en Se ing ehlen en sp echende S uk u en, um die
gele n e IPCP e olg eich umzuse zen (F 08, F 15). Zwei Hochschulleh ende (F 01, F 15) sind
dahe da on übe zeug , dass geeigne e Rahmenbedingungen in de Ve so gungsp axis
en scheidend sind, um das olle Po en ial on IPE und IPCP auszuschöp en – eine E kenn nis,
die an die E gebnisse on Khalili e al. (2022) anschluss ähig sind. Ein wei e es P oblem,
welches sowohl in de Li e a u on S ümp le e al. (2019), als auch on einem/eine
Hochschulleh enden (F 03) wah genommen wi d, is de hohe Beda an inanziellen
Ressou cen ü die E ablie ung on IPE. Diese s ehen meis ehe den Hochschulen zu
Ve ügung, wäh end Be u s achschulen o übe ge inge e Budge s e ügen. Dies üh dazu,
dass in e p o essionelle Bildungsangebo e au de Be u s achschulebene nu beg enz
wei e en wickel we den. Neben den hohen inanziellen Ressou cen e o de IPE auch
be äch liche zei liche Kapazi ä en, welche sechs Hochschulleh ende als zu beg enz e leben
(F 04, F 05, F 06, F 07, F 12, F 16). Dass dies eine Hü de ü das Engagemen im
in e p o essionellen Leh kon ex und ü die Umse zung on IPE da s ell , schä zen die
Hochschulleh enden ähnlich wie Khalili e al. (2022) ein. Eine zusä zliche He aus o de ung,
die die Hochschulleh enden wah nehmen, bes eh in de un e schiedlichen Be ei scha sowie
dem ehlenden In e esse e schiedene Be u sg uppen, in e p o essionell zu agie en. Ähnliche
Beobach ungen wu den in S udien on Ge be und Rüe li (2021) sowie Sundbe g e al. (2019)
gemach . Gleichzei ig wi d jedoch on Ge be und Rüe li (2021) zu Rech hin e ag , ob diese
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
251
Wah nehmung aus eich , um da aus einen gene ellen Wide s and gegen IPE in bes imm en
Be u sg uppen abzulei en. Die o liegenden E gebnisse lie e n nämlich eben alls Hinweise
da ü , dass bes imm e Be u sg uppen g undsä zlich de Leh ä igkei skep isch
gegenübe s ehen und dies nich zwingend explizi ü den in e p o essionellen Bildungsbe eich
gil .
7.3 Ges al ung on in e p o essionellen Leh -/Le nangebo en
Zu Bean wo ung de Fo schungs age „Wie is aus Sich de Hochschulleh enden
in e p o essionelle Ausbildung (IPE) zu ges al en?“ we den im Folgenden die zen alen
Un e suchungse gebnisse zu den Leh e übe zeugungen hinsich lich de Ges al ung on IPE
be ach e (siehe Kapi el 6.4). Besonde s die Analyse diese Leh e übe zeugungen e deu lich
die sys ema ische S uk u on Übe zeugungssys emen und die komplexen Ve bindungen
einzelne Clus e bzw. Übe zeugungen, wie Abbildung 32 e anschaulich .
Abbildung 32
Leh e übe zeugungen zu Ges al ung on IPE
Anme kung. Eigene Da s ellung.
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
252
Legende. K eise = eine Ke nübe zeugung; schwa ze Linien = Ve bindungen zwischen Clus e
und Übe zeugungsgegens and; blaue Linien = Ve bindungen zwischen den Übe zeugungen;
Die un e schiedlichen Fa ben e deu lichen die zusammengehö igen Übe zeugungen inne halb
eines Clus e s; Die un e schiedlichen G ößen de K eise haben keine Bedeu ung und dienen
nu de besse en Lesba kei .
Allgemeine didak ische Emp ehlungen zu Ges al ung on IPE
Im Da enma e ial lassen sich zen ale Ges al ungsaspek e iden i izie en, on denen die
Hochschulleh enden übe zeug sind, dass sie obliga o isch ü eine gelungene IPE sind. De
en sp echende Ausschni aus dem Gesam übe zeugungssys em (siehe Abbildung 27) is in
Abbildung 33 da ges ell .
Abbildung 33
Leh e übe zeugungen zu allgemeinen didak ischen Ges al ung on IPE
Anme kung. Eigene Da s ellung.
Legende. K eise = eine Ke nübe zeugung; schwa ze Linien = Ve bindungen zwischen Clus e
und Übe zeugungsgegens and; blaue Linien = Ve bindungen zwischen den Übe zeugungen;
Die un e schiedlichen G ößen de K eise haben keine Bedeu ung und dienen nu de besse en
Lesba kei .
Anknüp end an das be ei s besch iebene Me kmal on IPE, dass ein be u sübe g ei ende
Aus ausch s a inde , bes eh die Übe zeugung (F 01, F 03, F 05, F 07, F 08, F 13, F 15), dass
ü das gegensei ige Kennenle nen und den Aus ausch on un e schiedlichen Pe spek i en
bewuss Zei in den konk e en Leh -/Le neinhei en on den Leh pe sonen gescha en we den
muss, um ein mi einande , oneinande und übe einande Le nen zu e möglichen (siehe
Abbildung 33). Dies gil besonde s, wenn die Le nenden zu o wenig be u sübe g ei ende
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
253
Be üh ungspunk e ha en ode sich inne halb de G uppe nich wohl und siche ühlen. Zudem
beda es aus Sich on neun Hochschulleh enden (F 01, F 04, F 05, F 06, F 08, F 10, F 13,
F 14, F 16) auch in de Vo be ei ung on in e p o essionellen Bildungsangebo en eine Analyse
de Le n o ausse zungen de Le nenden und dessen Be ücksich igung bei de Konzipie ung
on Leh -/Le nangebo en (siehe Abbildung 33). Leh ende müssen demnach das indi iduelle
Vo wissen und die Le nweisen de Le nenden e kennen und soll en Le nsi ua ionen scha en,
die de He e ogeni ä in e p o essionelle Le ng uppen ge ech we den (B adshaw & Hul quis ,
2021). Die Le ng uppenanalyse wi d soga als zen ale Bes and eil de (Hochschul-)Didak ik
be ach e (Heimann e al., 1979; Jank & Meye , 2002; Kla ki, 1969) und s ell somi keine
Besonde hei gegenübe dem allgemeinen didak ischen Handeln on Leh pe sonen da , jedoch
gewinn sie ü die Hochschulleh enden im Kon ex de IPE eine besonde e Bedeu ung, da sie
in ensi e und di e enzie e du chge üh we den muss, um alle be u lich un e schiedlich
sozialisie en Be u sg uppen gleiche maßen zu ad essie en. Die Un e suchungse gebnisse
konk e isie en dies dahingehend, dass die Leh enden z. B. im Aus ausch mi Kolleg:innen
ande e Be u sg uppen ele an e Inhal e abs immen und da au ach en sollen, die eigene
Be u sg uppe im Leh -/Le np ozess nich zu be o zugen. Zudem wi d deu lich, dass die
un e schiedlichen p o essionsspezi ischen Wissensbes ände de Le nenden ane kann und
didak isch p oduk i genu z we den soll en (siehe Abbildung 33). Zwa s ell die He e ogeni ä
in de be u lichen Bildung g undsä zlich kein neues Phänomen da (Biede beck & Ro hland,
2017), jedoch e o de sie in de IPE eine e wei e e Be ach ungsweise. Denn neben den
allgemeinen he e ogenen Le n o ausse zungen – wie Vo wissen, Le ns a egien, Mo i a ion
und Kompe enzen – agen auch die un e schiedlichen be u lichen Hin e g ünde und de en
Ein luss au beispielsweise das Vo wissen und den Habi us, zu eine wei e gehenden
Di e si izie ung de Le ng uppe bei, weshalb das (An-)E kennen und die Nu zung de
He e ogeni ä de in e p o essionellen Le nendeng uppe in de IPE auch in de Fachli e a u
be on wi d (B adshaw & Hul quis , 2021; F ee h e al., 2019).
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
260
Fähigkei en und Fe igkei en in de IPE okussie we den soll e, als sich au die En wicklung
und Re lexion on We en zu konzen ie en, be onen z. B. F 01, F 10 und F 14 die Wich igkei
be u se hische Aspek e in de IPE zu hema isie en und dabei die Re lexions ähigkei de
Le nenden zu ö de n. He a h e al. (2017) s ellen die No wendigkei he aus, das Ve s ändnis
ü IPE und IPCP zu ö de n und sind somi de Meinung, dass das Thema IPE und IPCP in de
Ausbildung selbs behandel we den soll e. In e p o essionali ä als explizi e
Un e ich sgegens and, wie ihn z. B. auch Nock (2016) o schläg , wi d on den
Hochschulleh enden in de o liegenden Un e suchung nu e einzelnd benann (F 01, F 07).
In e p o essionali ä wi d hie ehe implizi im Zuge de Que schni s hemen hema isie ,
indem besonde s die Gelingensbedingungen ü die IPCP e mi el we den (z. B. gemeinsame
Te minologie, gemeinsame Behandlungsplanung, Kon lik lösung e c.). Themen wie
Gemeinscha s essou cen, kul u elle Sensibili ä , Gesellscha ss uk u sowie Ungleichhei en
im Gesundhei s- und Sozialwesen, wie es z. B. He a h e al. (2017) he auss ellen, we den on
den Hochschulleh enden nich benann . Jedoch konn en Leh e übe zeugungen iden i izie
we den, die die Themen Fehle kul u bzw. de Umgang mi Fehle n (F 04, F 10) sowie die
Be ach ung un e schiedliche Tes - und Be unde hebungs e ah en sowie Assessmen s aus de
be u sspezi ischen und in e p o essionellen Pe spek i e als wich ige Le ngegens ände in de
IPE be onen (F 02, F 07, F 13, F 15, F 16). Auch die Thema isie ung de ICF und
Quali ä ss anda ds sowie Clinical Reasoning s ellen ü die Hochschulleh enden ele an e
Que schni s hemen ü die IPE da . Diese Themen konn en He a h e al. (2017) wiede um in
ih e E hebung nich iden i izie en. Folglich s ellen die Un e suchungse gebnisse eine
E wei e ung de bishe igen E kenn nisse bzgl. ele an e Leh -/Le ngegens ände ü die IPE
da .
Rele an e Leh -/Le nziele ü die IPE (Mik oebene)
Die Leh e übe zeugungen hinsich lich de Leh -/Le nziele ü die IPE we den in Abbildung 36
de aillie da ges ell und zeigen eine deu liche Ve bundenhei zum Clus e ,Allgemeine
Zielse zung IPE‘ au . Sie schließen an die Fo de ung des Bundesminis e ium ü Gesundhei
(2023) und des WRs (2023) an, dass die Kompe enzen ü eine in e p o essionelle
Zusammena bei ges ä k we den sollen. Somi s eh ü die Hochschulleh enden die
Be ähigung de Le nenden, in de Be u sp axis mi ande en Be u sg uppen
zusammenzua bei en (IPCP), bei de Ges al ung in e p o essionelle Leh -/Le np ozesse als
Lei gedanke im Vo de g und (siehe Abbildung 36).

7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
261
Abbildung 36
Leh e übe zeugungen zu den Leh -/Le nzielen ü die IPE
Anme kung. Eigene Da s ellung.
Legende. K eise = eine Ke nübe zeugung; blaue Linien = Ve bindungen zwischen den
Übe zeugungen; Die un e schiedlichen G ößen de K eise haben keine Bedeu ung und dienen
nu de besse en Lesba kei .
Wie solche in e p o essionellen Kompe enzen es geleg und o mulie we den, wu de in den
In e iews nich explizi e ag , wenngleich eine Leh pe son (F 10) – ähnlich wie Kaap-
F öhlich e al. (2022) und Walkenho s e al. (2015) – die Meinung e i , dass die (in e -
)na ional bes ehenden in e p o essionellen Kompe enz ahmen (CIHC, 2024; IPEC, 2023;
WHO, 2010) dabei eine O ien ie ung bie en können. Inwiewei an den Hochschulen de
be ag en Pe sonen in e p o essionelle Kompe enz ahmen sys ema isch in die
Cu iculumen wicklung einbezogen we den, läss sich au Basis des o liegenden
Da enma e ials nich abschließend beu eilen. Gleichwohl s ü zen die E gebnisse on Khalili e
al. (2022) – denen zu olge wel wei bislang lediglich e wa die Häl e de Be ag en in ih en
Ins i u ionen en sp echende Rahmenwe ke zu S uk u ie ung in e p o essionelle Le nziele
he anzieh – die Annahme, dass solche Kompe enz ahmen bislang nich lächendeckend als
konzep ionelle G undlage ü die Fo mulie ung on Le nzielen und -inhal en in de IPE
e ablie sind. We den die e schiedenen in e p o essionellen Kompe enz ahmen (CIHC, 2024;
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
262
Cu in Uni e si y, 2011; IPEC, 2023; WHO, 2010) (siehe Tabelle 3, Kapi el 4.3.4.1) be ach e
und mi den Übe zeugungen de Hochschulleh enden hinsich lich ih e anges eb en Leh -
/Le nziele in Beziehung gese z , lassen sich dennoch Gemeinsamkei en sowie Un e schiede
ode E gänzungen iden i izie en, die im Folgenden ku z skizzie we den. Eine
Gegenübe s ellung is im Anhang 19 e anschaulich .
Sowohl die Kompe enz ahmen (CIHC, 2024; Cu in Uni e si y, 2011; IPEC, 2023; WHO,
2010) als auch die Übe zeugungen de Hochschulleh enden be onen die Bedeu ung eine
pe sonenzen ie en Ve so gung als zen ales Ziel on IPE. In den o mulie en
Kompe enzan o de ungen wi d da au abgeziel , dass Le nende be ähig we den, Pa ien :innen
beda s- und bedü nisge ech im in e p o essionellen Team zu e so gen (siehe Abbildung 36).
Alle dings zeig sich in de Analyse de Kompe enz ahmen und Leh e übe zeugungen, dass de
Fokus de Kompe enzanbahnung p imä au de Fö de ung de in e p o essionellen In e ak ion
zwischen den Be u sg uppen lieg , wäh end die di ek e Einbindung on Pa ien :innen in den
Le np ozess eine un e geo dne e Rolle spiel . Zu diesem Schluss kommen zumindes O'Kee e
e al. (2017) und o de n deshalb in den Rahmenwe ken eine s ä ke e Fokussie ung au die
Pa ien :innen. Obwohl de Einbezug on Pa ien :innen in in e p o essionelle Le n- und
Ve so gungskon ex e in e na ional zunehmend als zen ales Quali ä sme kmal on IPE und
IPCP be ach e wi d (Ge be & Rüe li, 2021; Hube e al., 2019; Kaap-F öhlich e al., 2022;
WHO, 2010), and diese Aspek in den In e iews mi den be ag en Hochschulleh enden
keine explizi e E wähnung. Zwa inde sich in de Besch eibung in e p o essionelle
Fallbesp echungen eine indi ek e Bezugnahme au pa ien :inneno ien ie e
En scheidungs indung, insbesonde e im Zusammenhang mi Sha ed Decision-Making (F 02),
dennoch bleib de Schwe punk de Kompe enzanbahnung au de Op imie ung de IPCP.
Dieses Ausbleiben hema ische Bezugnahme läss sich un e schiedlich in e p e ie en: Es
könn e eine sei s da au hinweisen, dass dem Pa ien :inneneinbezug sei ens de Leh enden
keine zen ale Bedeu ung beigemessen wi d und diese olglich (noch) nich in ih en
p o essionellen Übe zeugungen e anke is . Ande e sei s is auch denkba , dass bes ehende
ins i u ionelle, cu icula e ode o ganisa o ische Rahmenbedingungen die Umse zung
pa ien :innenzen ie e IPE-Fo ma e de zei e schwe en, sodass diese Aspek im
In e iewkon ex unbe ücksich ig blieb. Diese Lee s elle e weis somi nich nu au
po enzielle En wicklungsbeda e hinsich lich eine s ä ke en Ve anke ung
pa ien :innenzen ie e Pe spek i en in die Ges al ung in e p o essionelle Leh -
/Le nangebo e, sonde n auch au die Bedeu ung s uk u elle Vo ausse zungen ü die
Ausbildung en sp echende Übe zeugungen.
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
263
Des Wei e en wi d in den Kompe enz ahmen (CIHC, 2024; Cu in Uni e si y, 2011; IPEC,
2023; WHO, 2010) „Kommunika ion“ – neben Pa ien :inneno ien ie ung, Rollen und
Ve an wo lichkei en, Zusammena bei , Kon lik lösung, Re lexion sowie We e und E hik – als
zen ale Kompe enzbe eich benann . Die Bedeu ung kommunika i e Kompe enzen spiegel
sich auch in den Aussagen alle be ag en Hochschulleh enden wide , die insbesonde e den
be u sg uppenübe g ei enden Aus ausch im in e p o essionellen Team be onen (siehe
Abbildung 36). Fün on ihnen (F 01, F 02, F 10, F 11, F 15) heben zusä zlich die
No wendigkei eine gemeinsamen Te minologie he o , um achspezi ische Inhal e adäqua
be u sübe g ei end kommunizie en zu können (siehe Abbildung 36). Diese Übe zeugung deck
sich mi Kau e al. (2023), die eine gemeinsame Sp ache als essen iell ü eine gelingende
IPCP he auss ellen. En sp echend schlagen zwei Hochschulleh ende (F 15, F 16) sowie Kau
e al. (2023) und Bo ma (2019) das biopsychosoziale Modell und die ICF als Bezugssys eme
o . Da übe hinaus be onen die Hochschulleh enden die Kenn nis und Klä ung on Rollen und
Ve an wo ungsbe eichen als zen ale Leh -/Le nziele (siehe Abbildung 36), was eine di ek e
Übe eins immung mi den Kompe enzbe eichen de genann en Rahmenwe ke au weis . Eine
wei e e inhal liche Schni menge zeig sich in de Fo de ung nach gleichbe ech ig e
Zusammena bei ohne hie a chische S uk u en, kon lik ähigem Team e hal en und
gegensei igem Respek – Aspek e, die sowohl in den Kompe enz ahmen als auch in den
Übe zeugungen de Hochschulleh enden als g undlegende Zielse zungen in e p o essionelle
Bildungsp ozesse gel en (siehe Abbildung 36). Zahl eiche S udien (Hube e al., 2019;
Lindq is e al., 2018; Schlicke & Ehle s, 2023; Wei e al., 2022) bes ä igen diese Rele anz
und be onen eben alls, dass Rollenkla hei und lache Hie a chien essen iell ü eine gelingende
IPCP sind. Zen ale Vo ausse zung hie ü is ein espek olle , e auens olle und
angemessene Kommunika ionss il zwischen den P o essionen. Schließlich wi d onsei en de
Hochschulleh enden die Bedeu ung de Re lexions ähigkei he o gehoben (siehe Abbildung
36) – sowohl zu Selbs klä ung als auch zu Ane kennung emde Kompe enzen im Team.
Diese Aspek wi d eben alls in den Kompe enz ahmen de WHO (2010) und des IPEC (2023)
un e den Be eichen „Re lexion“ und „E hische P axis/We e und E hik“ als zen ale Zielg öße
au ge üh .
Die Leh e übe zeugungen und die Kompe enz ahmen zeigen auch einige Un e schiede in de
Schwe punk se zung de Kompe enzen bzw. Leh -/Le nziele ü IPE au . CIHC (2024) nenn
explizi „Kollabo a i e Füh ung" als Ke nkompe enz. In den In e iews hingegen wi d diese
Aspek nich explizi be on . Des Wei e en wi d die En wicklung eines e hischen
Ve s ändnisses on den Hochschulleh enden nich , wie in den Kompe enz ahmen des IPEC
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
264
(2023) und de WHO (2010), als ein Kompe enzbe eich benann . Zudem be onen die
Hochschulleh enden, dass sie in ih e in e p o essionellen Leh e Fachwissen an die Le nenden
e mi eln wollen und dies als zen ale Kompe enz ü die IPE ansehen (siehe Abbildung 36),
was in den Kompe enz ahmenwe ken kaum au ge üh wi d. Auße dem wi d die En wicklung
eine Hal ung zu IPCP und das in e p o essionelle Denken on ün Hochschulleh enden (F 02,
F 07, F 09, F 10, F 12) als Leh -/Le nziele o mulie (siehe Abbildung 36). Diese Aspek e
we den in den Kompe enz ahmen eben alls nich explizi e wähn , sodass die
Un e suchungse gebnisse Anlass zu wei e en Diskussion no wenige in e p o essionelle
Kompe enzen an egen könn e.
Obwohl die Be ach ung de Kompe enz ahmen die Möglichkei bie e , die
Leh e übe zeugungen hinsich lich de Leh -/Le nziele on IPE in den ak uellen Disku s zu
in e p o essionellen Kompe enzen einzuo dnen, muss diese Vo gehensweise dahingehend
k i isch be ach e we den, dass die o liegende Un e suchung einem ande en
E kenn nisin e esse und eine ande en me hodischen Vo gehensweise un e lieg , als die
Rahmenwe ke. Wäh end die Kompe enz ahmen ehe no ma i e und ideal ypische
Zielkompe enzen au Basis on Konsensp ozessen und Li e a u analysen sowie Fachexpe ise
o mulie en, sind die Leh e übe zeugungen subjek i e Kons uk e, welche on pe sönlichen
Eins ellungen, P axise ah ungen, ins i u ionellen Kon ex en und indi iduellen P io i ä en
gep äg sind (Reusse & Pauli, 2014). Zudem beansp uchen die Kompe enz ahmen in ih en
Aus üh ungen eine uni e selle Gül igkei , was nich au die iden i izie en
Leh e übe zeugungen zu i , da sie s e s kon ex - und subjek gep äg sind (Reusse & Pauli,
2014). Auße dem okussie en die Kompe enz ahmen die Besch eibung übe geo dne e
Kompe enzen s ä ke , wäh end die Leh e übe zeugungen auch konk e e e Angaben zu den
Fähigkei en, die ü die Zusammena bei im in e p o essionellen Team benö ig we den,
benennen.
Ein wei e e im Da enma e ial iden i izie ba e Aspek im Hinblick au die o mulie en Leh -
/Le nziele ü IPE bes eh da in, dass ie de be ag en Hochschulleh enden (F 01, F 03, F 11,
F 15) die Übe zeugung e e en, In e p o essionali ä und in e p o essionelle Kompe enzen
soll en be ei s im Rahmen de unip o essionellen Ausbildung hema isie und angebahn
we den. Besonde s wenn das Leh enden eam in e p o essionell au ges ell is , bie e dies auch
in de unip o essionellen Leh e das Po en ial, den Le nenden in e p o essionelle Teama bei zu
e mi eln und o zuleben. This le hwai e e al. (2014) e e en en gegen diese
Leh e übe zeugung ehe die Ansich , dass nu du ch ech e in e p o essionelle Ak i i ä en auch
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
265
in e p o essionelle Kompe enzen e eich we den können. Folglich inde ü einige
Au o :innen das in e p o essionelle Le nen ehe in de P axis wäh end eines P ak ikums s a
(Ree es, Pelone e al., 2016), als im ein hochschulischen Kon ex (Lindq is e al., 2018). Um
eine Ve zahnung on Theo ie und P axis in de Hochschule zu e möglichen, sind
p axiso ien ie e und simula ionsbasie e Me hoden umzuse zen. Da on sind die
Hochschulleh enden in de o liegenden Un e suchung übe zeug , wie im Folgenden
besch ieben wi d.
Emp ehlungen zu me hodischen Ges al ung on IPE (Mik oebene)
In den o liegenden Leh e übe zeugungen lassen sich di e se me hodische Emp ehlungen zu
Ges al ung on in e p o essionellen Bildungsangebo en iden i izie en (siehe Abbildung 37),
die sich mi den E kenn nissen aus de Fachli e a u decken. Inwie e n die emp ohlenen
konk e en Leh -/Le nme hoden a sächlich zum Kompe enze we b bei agen, kann mi de
o liegenden Un e suchung nich bean wo e we den, da zum einen eine ande e me hodische
Vo gehensweise nö ig gewesen wä e und zum ande en das E kenn nisin e esse nich in dem
Au zeigen on Wi kzusammenhängen, sonde n in eine e s en Explo a ion o handene
Übe zeugungen zu IPE aus Sich on Hochschulleh enden im Vo de g und s and. Ausgehend
om In e iewma e ial kann dennoch da on auszugehen we den, dass die Hochschulleh enden
nich on dem Einsa z bes imm e Me hoden übe zeug wä en, wenn diese nich aus ih e Sich
zu Leh -/Le nziele eichung bei agen wü den.

7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
266
Abbildung 37
Leh e übe zeugungen zu me hodischen Ges al ung on IPE
Anme kung. Eigene Da s ellung.
Legende. K eise = eine Ke nübe zeugung; blaue Linien = Ve bindungen zwischen den
Übe zeugungen; Die un e schiedlichen G ößen de K eise haben keine Bedeu ung und dienen
nu de besse en Lesba kei .
In Übe eins immung mi den E gebnissen di e se S udien (Ald iwesh e al., 2022; B adshaw
& Hul quis , 2021; Coman & Solomon, 2021; Co êa e al., 2022; He a h e al., 2017; He masa i
& As ini, 2023; Hube e al., 2019; Khan e al., 2016; Sal i, 2021; Walkenho s & Hollweg,
2023; Wallace & Benson, 2018; Williamson e al., 2023), welche da au hinweisen, dass Leh -
und Le nme hoden wie p oblem-, all- und eamo ien ie e Ansä ze in de IPE häu ig
Anwendung inden, sind auch iele de be ag en Hochschulleh enden da on übe zeug , dass
die Bea bei ung on P oblems ellungen im Rahmen des p oblemo ien ie en Le nens (F 01,
F 02, F 03) sowie die Auseinande se zung mi Fallbeispielen – e was du ch Falla bei (F 01,
F 02, F 03, F 05, F 07, F 08, F 09, F 10, F 11, F 13, F 15, F 16) ode in e p o essionelle
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
267
Fallkon e enzen (F 02, F 03, F 08, F 16) – einen zen alen Bei ag zu Fö de ung on IPCP
leis en (siehe Abbildung 37). So kann beispielsweise empi isch beleg we den, dass allbasie e
IPE Le nende dabei un e s ü zen kann, ih e Rollen und Ve an wo lichkei en zu üben (Teuwen
e al., 2020). Lau den Hochschulleh enden soll e die Fallen wicklung im in e p o essionellen
Team e olgen, um die un e schiedlichen be u sspezi ischen Pe spek i en und p ak ischen
E ah ungen de Leh enden in den Fall zu in eg ie en sodass diese dami ü alle Le nenden
ele an und eali ä snah ges al en sei (siehe Abbildung 37). Ande e Au o :innen (Boles a &
Chmil, 2014; Vyas e al., 2012; Walkenho s & Hollweg, 2023; R. Wang e al., 2015;
We sho en, 2021) be ich en übe ähnliche E kenn nisse und be onen eben alls, dass ealis ische
pa ien :inneno ien ie e Fälle nu du ch die Zusammena bei im in e p o essionellen Team
bewäl ig we den können und somi auch on diesem konzipie we den soll en.
Zudem e e en alle Hochschulleh enden die Übe zeugung, dass die Sozial o m
,Kleing uppena bei ‘ in de IPE am sinn olls en is (siehe Abbildung 37) – besonde s das
A bei en in in e p o essionellen G uppen, selbs wenn dies die Leh enden o he aus o de nde
didak ische En scheidungen s ell (z. B. au g und un e schiedliche be u sspezi ische
Koho eng ößen) (siehe Kapi el 6.4.2.2). Diese Emp ehlung wi d eben alls on Ba e al.
(2017) un e s ü z . Wie de Ansa z des eamo ien ie en Le nens on den Hochschulleh enden
angewand wi d, wi d un e schiedlich besch ieben. Von zwei Hochschulleh enden wi d das
Pee - o-Pee -Lea ning emp ohlen, indem sich die Le nenden gegensei ig Inhal e e mi eln und
Feedback geben (siehe Abbildung 37). Auch in de Fachli e a u wi d das Pee -Assis ed-
Lea ning (PAL) ü den in e p o essionellen Kon ex als gewinnb ingend e ach e (He inek e
al., 2019; He inek e al., 2022; Reichel e al., 2016). Aus Sich de Hochschulleh enden muss
die Planung des didak ischen Einsa zes on in e p o essionelle Kleing uppena bei on den
Leh enden bewuss und mi de P ämisse eine nich hie a chischen, angenehmen
Le na mosphä e sowie aus eichend Zei zum gegensei igen Kennenle nen e olgen (siehe
Abbildung 32). Diese Emp ehlung wi d du ch die E kenn nisse aus de Fachli e a u (z. B.
Theo ie de Kon ak hypo hese) bes ä k (Bynum & Haque, 2016; Ca pen e & Dickinson, 2016;
Edmondson, 2019; Hews one e al., 2014; I a son e al., 2021; LeG os e al., 2015; Oandasan
& Ree es, 2005; Olenick e al., 2010). Doch nich nu zu didak ischen Beg ündung de
in e p o essionellen Kleing uppena bei kann die Kon ak heo ie on Allpo (1954)
he angezogen we den. Es lassen sich auch wei e e Ke npunk e de Theo ie in den
Leh e übe zeugungen wiede inden. Somi is die Meh hei de Hochschulleh enden übe zeug ,
dass das eine Nebeneinande si zen on Le nenden e schiedene Be u sg uppen nich das
in e p o essionelle Le nen ö de , z. B. mi dem Ziel Vo u eile abzubauen. En sp echend de
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
268
Theo ie e kennen auch die Hochschulleh enden du ch die Auseinande se zung mi den
Gemeinsamkei en und Un e schieden das Po en ial, eine gleichbe ech ig e Ad essie ung alle
be eilig en Be u sg uppen zu gewäh leis en und koope a i e Leh -/Le n o men zu
implemen ie en, die den Aus ausch ö de n und die in e pe sonellen Beziehungen zwischen den
Le nenden posi i beein lussen zu können. Dies s imm mi den nach de Kon ak heo ie
genann en Bedingungen ü die E höhung posi i e Eins ellungen zwischen Indi iduen übe ein
(siehe Kapi el 4.3.2). Des Wei e en lassen sich die P inzipien de Kon ak heo ie auch in dem
Ve s ändnis on IPE de meis en Hochschulleh enden e kennen, die IPE als das mi einande ,
oneinande und übe einande Le nen zwischen e schiedenen Be u sg uppen e s ehen und
dami das ,in Kon ak e en‘ in den Mi elpunk s ellen. Die handlungslei ende Wi kung on
Übe zeugungen sowie das Zusammenspiel de kogni i en und e hal ensbezogenen
Komponen en (siehe Kapi el 4.2.2.1) wi d in Bezug au die zu o genann en Beispiele
o ensich lich, indem die Hochschulleh enden insbesonde e didak ische Me hoden im Kon ex
on (in e p o essionelle ) Kleing uppena bei anwenden, um den in e p o essionellen
Aus ausch zwischen den e schiedenen Be u sg uppen zu ö de n (siehe Abbildung 32).
Da ün Hochschulleh ende da on übe zeug sind, dass die Le nenden im Rahmen on IPE eine
Hal ung zu IPCP und ein in e p o essionelles Denken en wickeln (können) (siehe Kapi el
6.4.2.1), e ach en sie e ah ungso ien ie es Le nen und simula ionsbasie e Me hoden als
sinn oll (siehe Abbildung 37). Es bes eh dadu ch die Möglichkei , gemeinsam zu e leben (z. B.
in Rollenspielen ode Simula ionen im Skillslab), wie und wa um IPCP (nich ) unk ionie und
um un e schiedliche Be u spe spek i en einzunehmen sowie zu e lek ie en. Diese
Leh e übe zeugungen s immen mi den E gebnissen on Lindq is e al. (2018) übe ein,
wonach die be ag en Hochschulleh enden Leh -/Le nszena ien eben alls als nü zlich ü IPE
eins u en, die Si ua ionen simulie en, in denen eine IPCP e o de lich is . Dass
simula ionsbasie e Me hoden ü die IPE geeigne sind und iel ach eingese z we den, deck
sich auch mi den o handenen E kenn nissen de Fachli e a u (Ald iwesh e al., 2022; As bu y
e al., 2020; Khan e al., 2016; Ma ion-Ma ins & Pinho, 2020; Schwa zbeck e al., 2019). So
bes ä ig ein sys ema isches Re iew (Welsch e al., 2018) sowie eine Me aanalyse (Sezgin &
Bek as, 2023), dass simula ionsbasie e Leh -/Le nme hoden in de IPE die Teama bei und
Kommunika ion zwischen den e schiedenen Gesundhei sbe u en signi ikan e besse n.
Des Wei e en e e en die Hochschulleh enden in de o liegenden Un e suchung die
Au assung, dass eali ä snahe Un e ich s o ma e (siehe Abbildung 37), die mi de be u lichen
P axis e knüp ode in diese in eg ie sind, als besonde s geeigne e ach e we den, um
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
269
In e p o essionali ä im zukün igen Be u sall ag zu ö de n. Dies s imm mi den Ansich en
des BAG (2020) sowie wei e en S udiene gebnissen übe ein (Bowman e al., 2023; Gilligan e
al., 2014, S. 4; Hube e al., 2019). Das p axiso ien ie e Le nen is jedoch nu dann e olg eich,
wenn eine enge Abs immung und Zusammena bei bei dessen Planung und Du ch üh ung
zwischen den Le no en Hochschule und P axisein ich ung e olg und die Le nenden
a sächlich als ak i e Mi gliede im p ak isch ä igen in e p o essionellen Team agie en können
(BAG, 2020; This le hwai e e al., 2014). Insbesonde e sind die Hochschulleh enden on den
didak ischen Po enzialen in e p o essionelle Ausbildungss a ionen (IPA) übe zeug (siehe
Abbildung 37), da diese das p ak ische A bei en im in e p o essionellen Team un e s ü zen und
die E ah ungen de IPCP im ealen Kon ex e möglichen wü den. Dadu ch wi d auch die enge
Wechselbeziehung zwischen Bildungs- und Ve so gungsbe eichen im Le np ozess adäqua
be ücksich ig und in eg ie . Dies schließ an die bes ehenden E kenn nisse bes ehende
S udien an, die bes ä igen, dass in e p o essionelles Le nen au IPAs nachweislich zu
signi ikan en Ve besse ungen de Pa ien :innenou comes und IPCP üh (Büsse e al., 2025;
Khan e al., 2016; Kune e al., 2022; Mihalje ic e al., 2018; Mink e al., 2021; Mink e al.,
2022; Mink e al., 2023; Schlosse -Hup e al., 2024).
Da übe hinaus emp ehlen di e se Au o :innen (D inka & Cla k, 2016; Oandasan & Ree es,
2005; Walkenho s & Hollweg, 2023) die Re lexions ähigkei de Le nenden zu ö de n, um
ein oneinande -, übe einande und mi einande Le nen zu e möglichen. Anknüp end an diese
bes ehende Fo de ung, gil de Einsa z on e lexi en Me hoden auch ü iele de
Hochschulleh enden als zen al in de Ges al ung on IPE (F 01, F 02, F 03, F 04, F 10, F 14,
F 15, F 16), um die Re lexionskompe enz de Le nenden anzubahnen und ih k i isches Denken
zu schä en. Als Me hoden we den hie ü z. B. das Pee -Feedback bzw. Pee -Lea ning sowie
das Feedback on Leh enden an die Le nenden o geschlagen (F 01) (siehe Abbildung 37). Als
wei e e Me hode wi d on d ei Hochschulleh enden die P ojek a bei o geschlagen, indem
(Fo schungs-)P ojek e zu in e p o essionellen Themen on den Le nenden en wickel und diese
in die Be u sp axis ans e ie we den (F 01, F 09, F 16). So läss sich das allgemeine Ziel on
IPE e eichen, die IPCP und das Bewuss sein da ü in de P axis o anzu eiben und dessen
Po en iale zu e s ehen (siehe Abbildung 27).
Aus den o he igen Aus üh ungen läss sich kons a ie en, dass die Un e suchungse gebnisse
didak ische Beg ündungen aus de Pe spek i e de Hochschulleh enden ü den geziel en
Einsa z spezi ische Leh - und Le nme hoden in de IPE be ei s ellen. Somi s immen die
Hochschulleh enden bei de Ges al ung on IPE mi den on u. a. Wagne und Ree es (2015),
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
276
Abbildung 40
Zen ale (Rollen-)An o de ungen on Leh enden in de IPE
Anme kung. Eigene Da s ellung
93
.
Pe sönliche We e und Hal ung gegenübe IP/IPE/IPCP und Fähigkei zu Selbs e lexion
Die Rele anz de Leh e übe zeugungen ü das Leh e :innenhandeln wu de be ei s aus üh lich
beg ünde (siehe Kapi el 4.2.2). Auch die in e p o essionelle Ausbildungs o schung mi Blick
au die An o de ungen an IPE-Leh ende un e s ü zen die iden i izie e Leh e übe zeugung,
dass es wich ig ü dessen E olg is pe sönliche We e und eine Hal ung gegenübe IPE (und
IPCP) zu en wickeln (Howkins & B ay, 2008) (siehe Abbildung 40 und 41). Dazu gehö ü
die Hochschulleh enden (F 01, F 02, F 06, F 07, F 08, F 15, F 16) die O enhei und Neugie de
gegenübe ande en Be u sg uppen sowie die We schä zung und de Respek ande e
93
Die in diese A bei he ausgea bei e en Rollen on IPE-Leh enden zeigen sowohl hinsich lich ih e
Bezeichnung als auch in ih e inhal lichen Ausges al ung Übe schneidungen mi dem CanMEDS Physician
Compe ency F amewo k (2015). Diese Pa allelen be e en insbesonde e zen ale Kompe enzbe eiche wie
In e ak ion, Wissensmanagemen , Zusammena bei sowie p o essionelle Hal ung. T o z un e schiedliche
Kon ex e – klinisch-pa ien :innenbezogene Ve so gung im CanMEDS-Modell e sus hochschuldidak isch
ausge ich e e in e p o essionelle Leh e – läss sich eine g undlegende inhal liche Anschluss ähigkei de
Kompe enzdimensionen es s ellen.

7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
277
Pe spek i en au die Gesundhei s e so gung (siehe Abbildung 40 und 41). Ve ö en lichungen,
wie on Boh e e al. (2016), Hube e al. (2019) und Kaap-F öhlich e al. (2022), pos ulie en
ähnliche E gebnisse. Im Zuge dessen s ell die Be ei scha und Fähigkei zu Selbs e lexion
ü sechs Hochschulleh ende (F 01, F 02, F 07, F 09, F 11, F 15) eine zen ale G undlage ü
IPE da und is somi eine wich ige An o de ung an die Leh enden (siehe Abbildung 40 und
41). Dazu gehö ü die Hochschulleh enden u. a. sensibel ü die eigenen besch änk en
p o essionsspezi ischen Sich weisen zu sein. Dies gil nich nu ü den Umgang mi
Le nenden, sonde n auch im in e p o essionellen Leh eam (C oke e al., 2016). Ande e
S udien bes ä igen eben alls, dass sich die Leh enden hinsich lich de eigenen
p o essionsspezi ischen Sozialisa ion, Vo u eilen gegenübe ande e Be u sg uppen sowie des
eigenen p o essionellen Handelns im Kon ex de IPE und IPCP e lek ie en können müssen
(Boh e e al., 2016; B ay, 2008; Hube e al., 2019; Kaap-F öhlich e al., 2022; Schlicke &
Ehle s, 2023; Wee & Goldsmi h, 2008). Die Wich igkei diese Kompe enz wi d nochmal
dadu ch e deu lich , dass Re lexionsp ozesse ü die En wicklung indi iduelle
Übe zeugungen zu Leh ges al ung zen al sind, da sie einen Zugang zu den eigenen Le n- und
Leh e ah ungen e möglichen und au diese Basis die Wei e en wicklung didak ische
Übe zeugungen ö de n (Taibi, 2013). Die Fähigkei zu Selbs e lexion un e s ü z olglich
eine kon inuie liche k i ische Auseinande se zung mi den eigenen Übe zeugungen hinsich lich
de Leh - und Le np ozesse und äg somi zu de en o lau ende Anpassung und Op imie ung
bei.
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
278
Abbildung 41
Leh e übe zeugungen zu den Rollen und ollenübe g ei enden An o de ungen on Leh enden
in de IPE
Anme kung. Eigene Da s ellung.
Legende. K eise = eine Ke nübe zeugung; schwa ze Linien = Ve bindungen zwischen Clus e
und Übe zeugungsgegens and; blaue Linien = Ve bindungen zwischen den Übe zeugungen;
Die un e schiedlichen G ößen de K eise haben keine Bedeu ung und dienen nu de besse en
Lesba kei .
Au hen izi ä
Eine wei e e An o de ung, die in den E gebnissen besch ieben wi d (F 01, F 10, F 14), is die
Be ei scha und Fähigkei zu Au hen izi ä (siehe Abbildung 40 und 41). Diese Aspek zeig
sich besonde s in de Rolle Expe :in (siehe Abbildung 41), indem die Leh enden o en ih e
Wissenslücken gegenübe den Le nenden kommunizie en und ih e Expe ise neben dem
Fachwissen auch aus p ak ischen E ah ungen in in e p o essionellen Kon ex en speisen
soll en. Die No wendigkei on p ak ischen E ah ungen in de IPE/IPCP be onen auch F ee h
e al. (2005), wonach die Leh enden dadu ch ealis ische Ansich en übe in e p o essionelles
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
279
Le nen und A bei en e langen (können) und Kompe enzen e lang haben, die im
in e p o essionellen Kon ex e o de lich sind.
Engagemen , Commi men mi IP/IPE/IPCP
Des Wei e en un e s ü zen die o liegenden E gebnisse (F 01, F 07, F 12) bes ehende
E kenn nisse dahingehend, dass Leh ende in de IPE ein hohes Engagemen und Commi men
mi b ingen müssen, um e olg eich in e p o essionell zu leh en (Ba e al., 2017; F ee h &
Ree es, 2004; Howkins & B ay, 2008; Vasse e al., 2023) (siehe Abbildung 40 und 41). Die
E gebnisse deu en da au hin, dass de Nu zen on IPE den Le nenden nu beg enz e mi el
we den kann, wenn die Hal ung de Leh enden du ch mangelndes In e esse an IPE und/ode
eine g undsä zliche Skepsis gegenübe de No wendigkei on IPE ü die
Gesundhei s e so gung gekennzeichne is . Folglich nimm , lau ün Hochschulleh ende
(F 06, F 10, F 11, F 15, F 16), die Vo bild-Rolle eine zen ale Funk ion in de IPE ein (siehe
Abbildung 41) – was eben alls di e se S udien bes ä igen (F eeman e al., 2010; F ee h e al.,
2005; Ge be & Rüe li, 2021; Gio dano e al., 2012; Lindq is e al., 2018; an Diggele e al.,
2020). Die Leh enden soll en selbs als in e p o essionell kompe en handelnde Pe sonen des
Gesundhei swesens au e en (B ay, 2008; BAG, 2020) und das on den Le nenden e wa e e
in e p o essionelle Ve hal en im Sinne eines espek ollen und we schä zenden Umgangs,
z. B. im Rahmen on Team eaching-P ozessen, o leben. Da on sind auch ün de be ag en
Hochschulleh enden übe zeug (F 06, F 10, F 11, F 15, F 16) (siehe Abbildung 41), wenngleich
nich alle Hochschulleh enden diese Rolle explizi be onen bzw. bei sich wah nehmen. Zu
ähnlichen E gebnissen kommen auch Schlicke und Ehle s (2023), wo sich eben alls nu und
die Häl e de be ag en Leh enden als Vo bilde ü ih e Le nenden sahen.
Pädagogisch-Didak ische Fähigkei en
Eine wei e e zen ale (Rollen-)An o de ung an IPE-Leh ende, die sowohl aus den o liegenden
E gebnissen als auch aus e gänzenden E hebungen abgelei e we den kann, bes eh da in, dass
sie übe pädagogisch-didak ische Fähigkei en e ügen (siehe Abbildung 40 und 41). Dies is
g undsä zlich nich s Neues und ü alle Pe sonen e o de lich, die im Leh be u kompe en
handeln wollen (Baume & Kun e , 2011). Die o liegenden E gebnisse lie e n jedoch
Hinweise ü eine in e p o essionelle Ausges al ung de allgemeinen pädagogisch-didak ischen
Fähigkei en. So liegen Leh e übe zeugungen dazu o , dass Leh ende in de IPE die
He e ogeni ä de Le nenden be ücksich igen und nu zen müssen, welche sich im
in e p o essionellen Kon ex du ch un e schiedliche be u sbeding e Pe spek i en und
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
280
E wa ungen kennzeichne sowie aus den da aus esul ie enden e schiedenen
be u sspezi ischen Rollen e s ändnissen e gib (B ay, 2008; Newell-Jones & Lo d, 2008;
Walkenho s & Hollweg, 2023). Dies wi d du ch wei e e Ve ö en lichungen bes ä ig
(Beh end e al., 2019; B adshaw & Hul quis , 2021; F ee h e al., 2019) (siehe Kapi el 7.3). Die
An o de ung bes eh da in, mi els pädagogisch-didak ische Fähigkei en alle be eilig en
Be u sg uppen gleiche maßen in de IPE zu ad essie en (siehe Rolle Wissens e mi le :in) und
als Le nbeglei e :in das in e p o essionelle Le nen zu un e s ü zen (Ban ield & Lackie, 2009;
Howkins & B ay, 2008; Ul ich e al., 2022).
Die E gebnisse deu en da au hin, dass die Leh enden besonde s in in e p o essionellen Leh -
/Le nangebo en e s ä k als Le nbeglei e :innen handeln. Es geh da um, die
be u sspezi ischen Rollen e s ändnisse und Le n o ausse zungen de Le nenden zu
an izipie en und diese in de didak ischen Planung und Umse zung on IPE zu be ücksich igen
(Dow e al., 2021; Newell-Jones & Lo d, 2008; Walkenho s & Hollweg, 2023). Dies e leben
ün Hochschulleh ende (F 08, F 10, F 12, F 13, F 14) als he aus o de nd, da die
Le n o ausse zungen au g und de e schiedenen Fach- und Le nkul u en besonde s he e ogen
sind. Zudem besi zen die Leh enden keine be u sg uppenübe g ei ende Expe ise und
E ah ungen, was die ad essa enge ech e Au be ei ung de Leh -/Le ninhal e zusä zlich
e schwe (siehe Rolle Expe :in).
Ein wei e e Aspek pädagogisch-didak ische Fähigkei en s ell das lexible Handeln on
Leh pe sonen in den un e schiedlichen Leh -/Le nsi ua ionen da . Dieses wu de sowohl in den
o liegenden E gebnissen als auch in bes ehenden E kenn nissen als wich ig e ach e (Ban ield
& Lackie, 2009; F eeman e al., 2010). Des Wei e en bek ä igen die o liegenden E gebnisse
ande e S udien dahingehend, dass die Leh enden in de Rolle Mode a o :in in de Lage sein
müssen, die In e ak ion und Kommunika ion zwischen den Le nenden le n ö de lich zu
ges al en, indem eine gemeinsame Sp ache ge unden und Miss e s ändnisse au g und
un e schiedliche Te minologien e mieden we den (F ee h e al., 2005; Hall & Zie le , 2015;
Kau e al., 2023). Es wi d zudem ein besonde es Maß an Fähigkei en e wa e , die die
S eue ung g uppendynamische P ozesse e möglichen (Ban ield & Lackie, 2009; F eeman e
al., 2010; Ul ich e al., 2022; Wee & Goldsmi h, 2008). Die be ag en Hochschulleh enden
be onen in diesem Zusammenhang die besonde e Rele anz diese Fähigkei en o dem
Hin e g und de He e ogeni ä in e p o essionelle Le ng uppen. Sie sehen in de
p o essionellen Mode a ion einen zen alen Fak o , um das übe geo dne e Ziel de IPE zu
e eichen: den Aus ausch iel äl ige p o essionsspezi ische Pe spek i en zu e möglichen und
7. Zusammen assung und Diskussion de Un e suchungse gebnisse
281
eine gleichbe ech ig e Be eiligung alle be eilig en Be u sg uppen zu ö de n (siehe Abbildung
41). Diese Einschä zungen s ehen im Einklang mi den E gebnissen in e na ionale Fo schung.
So a gumen ie en Oandasan und Ree es (2005) sowie wei e e Au o :innen (Ande son e al.,
2009; Blu eau, 2020; E ans e al., 2016), dass in e p o essionelle Le numgebungen au g und
ih e s uk u ellen und inhal lichen Komplexi ä e höh e An o de ungen an die S eue ungs- und
Mode a ionskompe enz de Leh enden s ellen. Auch F ee h e al. (2019) heben he o , dass
ge ade die He e ogeni ä de Le nenden – hinsich lich ih e be u lichen Sozialisa ion,
Fachsp achen und epis emologischen Zugänge – eine geziel e und e lek ie e Mode a ion
e o de lich mach , um den p oduk i en Aus ausch on Pe spek i en sowie die Ane kennung
e schiedene p o essionelle Wissensbes ände zu e möglichen. Besonde s im Online-Fo ma
nimm die Rolle de Mode a ion einen wich igen S ellenwe ein, wie bishe ige E hebungen
he auss ellen konn en (Blu eau, 2020; E ans e al., 2018; E ans e al., 2020). Die Aussagen de
Hochschulleh enden in de o liegenden E hebung deu en eben alls da au hin, wenngleich
eine di e enzie e Un e suchung dieses Aspek s nich explizi okussie wu de.
Fachwissen übe IP/IPE/IPCP
Das Wissen on Leh pe sonen wi d als eine zen ale Komponen e de p o essionellen
Kompe enz on Leh enden be ach e (Baume & Kun e , 2011). Auch die be ag en
Hochschulleh enden e kennen diese Bedeu ung an und de inie en als wesen liche An o de ung
an Leh ende in in e p o essionellen Kon ex en die No wendigkei , ein undie es Fachwissen
übe IP/IPE/IPCP zu besi zen (F 07, F 16), um auch dessen Nu zen nach ollziehen zu können
(F 01, F 07, F 09, F 12, F 15) (siehe Abbildung 40 und 41). Auch F ee h und Ree es (2004)
be onen in ih em 3P-Modell den S ellenwe des Fachwissens de Leh enden ü den E olg
on IPE, wenngleich in ande en E hebungen ehe die didak isch-me hodischen Kompe enzen
on Leh enden in den Vo de g und ges ell we den (B ay, 2008; Schlicke & Ehle s, 2023).
Ak uelle E hebungen und die o liegenden E gebnisse deu en jedoch da au hin, dass nich
imme da on ausgegangen we den kann, dass jede Leh pe son übe dieses Ve s ändnis e üg
(Boe che e al., 2016) (siehe Kapi el 7.1). Zudem sind d ei Hochschulleh ende (F 01, F 07,
F 12) da on übe zeug , dass eine undie e Auseinande se zung mi dem Thema
In e p o essionali ä eine essenzielle Vo ausse zung da s ell , um eine kla e Hal ung zu diesem
Thema zu en wickeln. Dies is insbesonde e im Kon ex de Rolle als Bo scha e :in on
Bedeu ung (siehe Abbildung 41), da nu au diese G undlage de Nu zen on IP/IPE gegenübe
Le nenden und Kolleg:innen übe zeugend e mi el und de en In e esse da an geweck we den
kann. Die Rolle de Bo scha e :in wi d in bishe igen E hebungen nich besonde s

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