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Leitfaden - Are you ready? Handlungsbereitschaft zur Prävention von Kinderübergewicht in Kommunen

Schröder, Maike,Hassel, Holger,Babitsch, Birgit

Abstract

Die hohe Prävalenz von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter stellt eine zentrale Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar und erfordert umfassende, systematisch geplante sowie lokal verankerte Präventionsstrategien. Kommunen nehmen hierbei eine Schlüsselrolle ein, da sie als übergeordnetes „Dach-Setting“ die strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die Initiierung, Koordination und nachhaltige Umsetzung von Präventionsmaßnahmen schaffen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die kommunale Handlungsbereitschaft (Community Readiness), die maßgeblich beeinflusst, ob und in welchem Umfang präventive Strategien realisiert werden können. Der vorliegende Leitfaden wurde entwickelt, um eine bestehende Lücke in Deutschland zu schließen: die bislang fehlende spezifische Anwendung des Community Readiness Models auf die Prävention von Kinderübergewicht im kommunalen Kontext. Aufbauend auf dem Originalhandbuch des Community Readiness Models wurde das Instrument übersetzt, thematisch angepasst und praxisorientiert weiterentwickelt. Der Leitfaden ermöglicht Kommunen, ihre Handlungsbereitschaft systematisch zu erfassen, zu bewerten und gezielt weiterzuentwickeln, um darauf aufbauend bedarfsgerechte Präventionsmaßnahmen zu planen und umzusetzen. Der Leitfaden richtet sich an kommunale Fachkräfte, Entscheidungsträger*innen und Multiplikator*innen und umfasst eine Einführung in das Konzept der kommunalen Handlungsbereitschaft, eine Anleitung zur Anwendung des Community Readiness Models, eine Checkliste zur Identifikation fördernder und hemmender Faktoren sowie konkrete Handlungsempfehlungen und unterstützende Materialien zur Umsetzung. Über den Fokus der Übergewichtsprävention im Kindes- und Jugendalter hinaus bietet der Leitfaden auch Potenzial für die Anwendung in weiteren Handlungsfeldern der Gesundheitsförderung und Prävention.

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Deckblatt Handlungsbereitschaft zur Prävention von Kinderübergewicht in Kommunen ARE YOU READY? Leitfaden Illustration von pch.vector / Freepik Impressum, Legende der Symbole Strategie 1 Impressum Autor*innen: Maike Schröder1,2,3, Holger Hassel2,4, Birgit Babitsch1 1Abteilung New Public Health, Universität Osnabrück Fachbereich Humanwissenschaften, Osnabrück, Deutschland 2Fakultät Angewandte Naturwissenschaften und Gesundheit, Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, Coburg, Deutschland 3Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung, Pädagogische Hochschule Heidelberg, Heidelberg, Deutschland 4Berliner Institut für Gesundheit und Soziales, Berlin, Deutschland Kontakt: Maike Schröder E-Mail: [email protected] Januar 2026 Legende der Symbole Verweis auf ergänzende Materialien Zusätzliche Informationen bzw. Erläuterungen Ziel Danksagung 2 Danksagung Ein herzliches Dankeschön gilt, … allen Kommunen, die sich an der Studie beteiligt und diese mit ihrem Engagement bereichert haben, … allen Interviewpartnerinnen und Interviewpartnern, die ihre Zeit, Perspektiven und Erfahrungen eingebracht haben, … sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Community Readiness Workshops. Vielen Dank für Ihre wertvolle Unterstützung, Ihre Expertise und die konstruktive Zusammenarbeit –Sie haben entscheidend zum Gelingen dieses Projekts beigetragen! Illustration von pch.vector / Freepik Inhalt Inhalt Kommunale Handlungsbereitschaft Handlungsbereitschaft – was ist das? ….……. Dimensionen der Handlungsbereitschaft ….. Stufen der Handlungsbereitschaft …………….. Ablauf eines Community Readiness Assessments Schritt 1: Auswahl der Befragten ……………….. Schritt 2: Durchführung der Befragung ……… Schritt 3: Auswertung der Befragung …………. Schritt 4: Strategieentwicklung ..………………… Förderung der kommunalen Handlungsbereitschaft Checkliste …………………………………….……………. Handlungsempfehlungen ………………….………. Quellen und weiterführende Materialien Quellen ………………………………………...…………… Ergänzendes Material ………………………………… Kom 7 8 9 Aasldjfs dkfbla 12 15 15 18 Ha n 21 24 3 Impressum …………………….…………………………… Legende der Symbole …………………………………. Danksagung …………………………………..…………… Inhalt …………………………………………..…………….. Einleitung …………………………………..………………. 1 1 2 3 4 1 2 3 4Ha n 29 31 Einleitung Einleitung Die hohe Prävalenz von Übergewicht und Adipositas im Kindesund Jugendalter –nachfolgend als Kinderübergewicht bezeichnet –stellt eine bedeutende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar [1, 2]. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind umfassende, systematisch geplante und lokal verankerte Präventionsstrategien erforderlich [3-5]. Kommunen kommt dabei eine zentrale Rolle zu –sie fungieren als sogenanntes „Dach-Setting“, indem sie die strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen bieten, um Präventionsmaßnahmen zu initiieren, zu koordinieren und nachhaltig umzusetzen [6-8]. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Umsetzung solcher Maßnahmen ist die Handlungsbereitschaft der Kommune (Community Readiness). Sie bestimmt maßgeblich, ob und in welchem Umfang Präventionsstrategien umgesetzt werden können. Das Community Readiness Model stellt ein systematisches Instrument dar, mit dem sich der aktuelle Stand der kommunalen Handlungsbereitschaft erfassen, bewerten und gezielt weiterentwickeln lässt [9, 10]. Obwohl das Modell international erfolgreich in verschiedenen gesundheitlichen Bereichen eingesetzt wird, fehlt in Deutschland bislang eine spezifische Übertragung auf den Bereich der Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen [11-13]. Zudem fehlen praxisorientierte Ansätze und Erkenntnisse dazu, wie die kommunale Handlungsbereitschaft im Bereich der Prävention von Kinderübergewicht gestärkt werden kann, um die Präventionsarbeit langfristig zu fördern. An dieser Stelle setzt der vorliegende Leitfaden an: Er wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelt, um diese Lücke zu schließen und Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Präventionsarbeit strategisch weiterzuentwickeln und wirkungsvoll zu gestalten. Der Leitfaden basiert auf dem Originalhandbuch [10] des Community Readiness Models, das dazu übersetzt und thematisch an die Kinderübergewichtsprävention im kommunalen Kontext angepasst wurde. 4 Was bietet der Leitfaden? Was bietet der Leitfaden? Mit diesem Leitfaden erhalten Kommunen ein praxisnahes Instrument, um: •den Stand ihrer Handlungsbereitschaft zur Prävention von Kinderübergewicht einzuschätzen, •darauf aufbauend geeignete Maßnahmen zu planen und umzusetzen, •und ihre Präventionsarbeit zu stärken. Der Leitfaden richtet sich an Fachkräfte, Entscheidungsträger*innen und Multiplikator*innen, die in der kommunalen Prävention von Kinderübergewicht tätig sind. Er enthält: •eine praxisorientierte Einführung in das Konzept der kommunalen Handlungsbereitschaft, •eine Anleitung zur Anwendung des Community Readiness Models zur Ermittlung der Handlungsbereitschaft, •eine Checkliste zur Identifikation von fördernden und hemmenden Faktoren auf die kommunale Handlungsbereitschaft, •konkrete Handlungsempfehlungen zur gezielten Förderung der kommunalen Prävention von Kinderübergewicht, •sowie unterstützende Materialien zur Umsetzung. Obwohl der Leitfaden primär auf das Thema Kinderübergewicht ausgerichtet ist, bietet er aufgrund seines strukturierten und praxisnahen Ansatzes auch Potenzial für die Anwendung in anderen gesundheitlichen Handlungsfeldern und Settings. Die zugrunde liegende Methodik kann flexibel auf unterschiedliche Themen der Gesundheitsförderung und Prävention übertragen werden –etwa auf Bewegungsförderung, psychische Gesundheit oder Suchtprävention – und unterstützt Kommunen dabei, bedarfsgerechte und wirksame Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. 5 Kapitel 1: Kommunale Handlungsbereitschaft 1 Kommunale Handlungsbereitschaft Illustration von pch.vector / Freepik Handlungsbereitschaft –was ist das? Handlungsbereitschaft – was ist das? Handlungsbereitschaft (Community Readiness) … …beschreibt das Maß, in dem eine Kommune bereit und in der Lage ist, ein Gesundheitsthema bzw. -problem aktiv anzugehen. …wird durch das Community Readiness Model messbar gemacht, das an der Colorado State University ursprünglich für den Einsatz in der Prävention von Alkoholund Drogenmissbrauch entwickelt wurde. …ist wichtig für die Entwicklung und Implementierung von Interventionen und kann den Erfolg und die Nachhaltigkeit von Maßnahmen beeinflussen [9, 10]. Eine geringe Handlungsbereitschaft bedingt z. B., dass das Gesundheitsproblem oder -thema nicht als solches wahrgenommen wird, sodass Bemühungen auf Widerstand oder Gleichgültigkeit treffen und Ressourcen nicht zur Verfügung gestellt werden [9, 10]. Mit dem Community Readiness Model lässt sich beurteilen, wie handlungsbereit eine Kommune für die Prävention von Kinderübergewicht ist [9, 10]. Durch die Befragung kommunaler Akteur*innen im Rahmen eines Community Readiness Assessments werden sowohl die materielle (z. B. Ressourcen) und immaterielle Infrastruktur (z. B. Verantwortlichkeiten) als auch Wissen, Einstellungen und Prioritäten erfasst und in fünf Bereitschaftsdimensionen abgebildet (s. nachfolgende Seite) [9, 10, 12]. Auf dieser Basis können Präventionsmaßnahmen an die spezifischen lokalen Bedingungen angepasst und Ansätze entwickelt werden, um die Handlungsbereitschaft zu steigern und Präventionsbemühungen langfristig zu fördern [9, 10]. Definition 7 Dimensionen der Handlungsbereitschaft Dimensionen der Handlungsbereitschaft Entscheidungstragende sind Personen, die Verantwortung für die gesamte Kommune (z. B. Bürgermeister*in) oder für bestimmte Bereiche (z. B. Schulleitungen, Leitung des Gesundheitsamtes, Elternbeiräte) tragen. Verglichen mit Gemeinschaftsmitgliedern (z. B. Bürger*innen, Lehrund Fachkräfte) nehmen sie eine aktive Entscheidungsfunktion wahr oder fungieren als treibende Kräfte [9, 10]. Wissen der Gemeinschaft über Bemühungen Wie viel weiß die Kommune über die lokalen Bemühungen zur Prävention von Kinderübergewicht und deren Wirksamkeit? [10] Entscheidungstragende Wie ist die Einstellung der Entscheidungstragenden dazu, Kinderübergewicht kommunal zu adressieren? [10] Gemeinschaftsklima Wie ist die Einstellung der Gemeinschaft dazu, Kinderübergewicht kommunal zu adressieren? [10] Wissen der Gemeinschaft über das Thema Wie viel weiß die Kommune über das Thema Kinderübergewicht, z. B. Ursachen, Folgen? [10] Ressourcen Welche Ressourcen werden für die Prävention von Kinderübergewicht genutzt oder könnten genutzt werden? [10] 8 2 Durchführung der Befragung, 3 Auswertung der Befragung Durchführung der Befragung −Die Befragung wird mithilfe eines Leitfadens (ergänzende Materialien, ab S. 38), der spezifische Fragen für jede Dimension enthält, durchgeführt. −Das Gespräch kann persönlich oder telefonisch stattfinden. Bestenfalls wird es aufgezeichnet. −Die durchschnittliche Zeit für die Befragung beträgt ca. 30 Minuten [10]. 2 3 Auswertung der Befragung −Zur Auswertung werden die aufgezeichneten Gespräche verschriftlicht. −Die Gespräche werden (idealerweise von zwei Personen) analysiert, indem Textaussagen je Bereitschaftsdimension auf dafür vorgesehenen Bewertungsskalen (ergänzende Materialien, ab S. 44) zugeordnet werden. −Für jede Dimension wird ein Punktewert gebildet (dimensionsbezogener Bereitschaftswert). −Der Mittelwert der Dimensionen ergibt den Punktewert der Handlungsbereitschaft (GesamtBereitschaftswert). −Punktewerte werden auf die volle Zahl vor dem Komma abgerundet und einer der neun Bereitschaftsstufen zugeordnet [10]. Eine Vorlage zur Dokumentation der Punktewerte findet sich auf den nachfolgenden Seiten. 15 Community Readiness Bewertungsbogen Community Readiness Bewertungsbogen (übersetzt und thematisch adaptiert nach [10]) Kommune: …………………………… Individueller Score Bewerter*in: ………………………………….. Dimensionen Interviews Nr. 1 Nr. 2 Nr. 3 … Ø Wissen über Bemühungen Entscheidungstragende Gemeinschaftsklima Wissen über das Thema Ressourcen Bewerter*in: ………………………………….. Dimensionen Interviews Nr. 1 Nr. 2 Nr. 3 … Ø Wissen über Bemühungen Entscheidungstragende Gemeinschaftsklima Wissen über das Thema Ressourcen 16 Community Readiness Bewertungsbogen Gemeinsamer Score Dimensionen Interviews Nr. 1 Nr. 2 Nr. 3 … Ø Wissen über Bemühungen Entscheidungstragende Gemeinschaftsklima Wissen über das Thema Ressourcen Ø Anmerkungen: 17 4 Strategieentwicklung Strategieentwicklung −Um Fortschritte zu erzielen, sollten alle fünf Bereitschaftsdimensionen ausgeglichen sein, daher liegt der Fokus zuerst auf der Dimension mit dem niedrigsten Wert. −Die generischen Strategien zur Bereitschaftssteigerung, die das Modell zur Verfügung stellt (Kapitel 1), müssen an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden. Eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) bietet hier die Möglichkeit, relevante Rahmenbedingungen sowie Stärken und Hindernisse in der Kommune zu identifizieren und in die Strategieentwicklung einzubeziehen. Eine entsprechende Vorlage ist auf der nachfolgenden Seite zu finden. −Empfehlenswert ist die Zusammenarbeit in einer Gruppe, die aus den Befragten sowie weiteren relevanten und interessierten kommunalen Akteur*innen bestehen kann. Ziel ist es, gemeinsam Strategien zur Steigerung der Handlungsbereitschaft zu erarbeiten, die an den lokalen Kontext angepasst sind [10]. 4 Nachdem die Strategien entwickelt, implementiert und über einen Zeitraum umgesetzt wurden, kann deren Wirksamkeit gemessen werden, indem das Community Readiness Assessment wiederholt wird. Wenn möglich, sollten dabei die gleichen oder ähnliche Personen befragt werden [10]. Weitere Informationen zum Community Readiness Model und zur Durchführung eines CR-Assessments: Handbook for Using (colostate.edu). 18 Arbeitsblatt „SWOT-Analyse“ Mögliche Diskussionspunkte: Programme und Aktivitäten, Bekanntheit von Programmen und Aktivitäten, Wissen über das Thema Kinderübergewicht, Organisationen, Befürworter, Ressourcen Netzwerke, Erfahrungen, Normen/Werte/Einstellungen, Veränderungsbereitschaft, Prozesse/Abläufe, Kommunikation, Marketing/ Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaft/Industrie/ Infrastruktur S –Strengths (Stärken) Welche Stärken können Sie identifizieren? ……. W –Weaknesses (Schwächen) Welche Schwierigkeiten gibt es? Können Sie Barrieren/Hindernisse identifizieren? ……. Mögliche Diskussionspunkte: Lokale/staatliche Richtlinien und Programme, Werte/ Normen/Wissen, Programme, Haltungen, Zukünftige Entwicklungen, Personen/Organisationen außerhalb Wirtschaft/Industrie, Standort und Lage, Finanzierungsquellen/ Ressourcen O –Opportunities (Möglichkeiten) Welche Optimierungsmöglichkeiten sehen Sie? An welche Strukturen könnte man anknüpfen? Was könnte man ausbauen? ……. T –Threats (Risiken) Welche Risiken gibt es? ……. Arbeitsblatt „SWOT-Analyse“ (übersetzt und thematisch adaptiert nach [10]) 19 Weiterführende Informationen zur Durchführung und Auswertung einer SWOT-Analyse finden sich in: Pelz W, Döring M (2017) SWOT-Analyse. In: Patze-Diordiychuk P et al. Methodenhandbuch Bürgerbeteiligung. Beteiligungsprozesse erfolgreich planen. Band 1. München, oekom. Kapitel 3: Förderung der kommunalen Handlungsbereitschaft 3 Förderung der kommunalen Handlungsbereitschaft Illustration von pch.vector / Freepik Checkliste Förderliche Faktoren Partizipation Entscheidungstragende und Gemeinschaftsmitglieder nehmen an Präventionsbemühungen teil (z. B. Schulstunden/Projektstunden) Entscheidungstragende und Gemeinschaftsmitglieder unterstützen Präventionsmaßnahmen und Projekte aktiv (z. B. bei der Entwicklung, Umsetzung) Netzwerke Es gibt Netzwerke zwischen Gemeinschaftsmitgliedern (z. B. „Eltern -Cafés“, Gesprächsrunden), in denen das Thema angesprochen werden kann Es gibt Netzwerke zwischen Entscheidungstragenden (z. B. Arbeitsgruppen ), in denen das Thema bearbeitet werden kann Ressourcen Finanzielle und materielle Ressourcen werden für Präventionsbemühungen bereitgestellt oder könnten dafür genutzt werden Öffentliche Räume wie Spielplätze, Parks und Wälder (Gemeinschaftsressourcen) stehen zur Verfügung Diese Checkliste bietet einen Überblick über zentrale Faktoren, die die Handlungsbereitschaft einer Kommune im Bereich der Kinderübergewichtsprävention beeinflussen können [15]. Sie dient als praxisnahe Orientierung für eine erste Einschätzung der lokalen Rahmenbedingungen und unterstützt dabei, mögliche Handlungsbedarfe frühzeitig zu erkennen –auch ohne ein vollständiges Assessment durchzuführen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Checkliste 21 Checkliste Freiwillige (z. B. durch Freiwilligendatenbanken/ -börsen) und Fachkräfte können für Präventionsbemühungen genutzt werden Hinderliche Faktoren Priorität Es gibt keine klare Unterstützung durch Entscheidungstragende, da andere Themen priorisiert werden Es gibt keine klare Unterstützung durch Gemeinschaftsmitglieder, da andere Themen priorisiert werden Niederschwelligkeit Informations - und Präventionsangebote sind nicht (ausreichend) niederschwellig (z. B. liegen außerhalb der Kita - und Schulzeiten, schlechte Erreichbarkeit, Teilnahmegebühren) Wissen und Problembewusstsein In der Kommune gibt es keine Informationen zum Thema Kinderübergewicht und Präventionsbemühungen In der Kommune gibt es zu viele Informationen (zu unterschiedlichen Themen) Die verfügbaren Informationen sind nicht zielgruppenspezifisch, stehen nicht niederschwellig zur Verfügung oder werden über ungeeignete Kommunikationswege verbreitet In der Kommune besteht ein mangelndes Interesse zur Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderübergewicht In der Kommune existiert ein niedriges Problembewusstsein zum Thema Kinderübergewicht 22 Checkliste Strukturen und Ressourcen Es mangelt an Ressourcen (u. a. Personal, Zeit, Wissen, Finanzierung) für Informations - und Präventionsbemühungen Es existieren administrative Hürden bei der Verlängerung oder Beantragung von Projekten/Mitteln Es sind Einzelpersonen, die zu „Kümmerern“ werden und das Thema vorantreiben Weitere Informationen zur Herleitung dieser Faktoren sind in den Veröffentlichungen zum Forschungsprojekt (Schröder et al., 2023 und Schröder et al., 2024) zu finden. 23 Handlungsempfehlungen Ressourcen für Präventionsbemühungen in der Kommune optimieren Bestandsaufnahme zu den Ressourcen − Übersicht vorhandener und möglicherweise nutzbarer finanzieller und materieller Ressourcen (Organigramm) erstellen, u. a. Förderund Finanzierungsmöglichkeiten (wo können Anträge gestellt werden? Wo wurden Förderungen bereits erfolgreich beantragt?), Kooperationsmöglichkeiten (z. B. lokaler Einzelhandel, Firmen und Unternehmen, Landwirte, WissenschaftsPraxis-Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten, Freiwilligenagenturen) − Übersicht vorhandener personeller Ressourcen erstellen, u. a. Verantwortlichkeiten, Expertise, Erreichbarkeiten Vorhandene Ressourcen nutzen − Evaluation und Weiterentwicklung vorhandener Maßnahmen − Suche nach Schnittstellen, um Synergieeffekte zu nutzen und Ressourcen (u. a. Geld, Zeit, Personal) zu = Strategie= Ziel Die folgenden Empfehlungen [20] beruhen auf Praxiserfahrungen aus fünf Kommunen mit einer Handlungsbereitschaft der Stufen 3 und 4. Sie bieten eine erste Orientierung für Kommunen, die ihre Aktivitäten zur Prävention von Kinderübergewicht weiterentwickeln und stärken möchten. Dabei gilt: Die Empfehlungen ersetzen keine individuelle Bereitschaftsermittlung und Strategieentwicklung. Sie sollten stets an die spezifischen Gegebenheiten und Bedürfnisse vor Ort angepasst werden. Handlungsempfehlungen 24 Ergänzendes Material: Neunstufige Bereitschaftsskala Ergänzendes Material Stufe 1 Kein Problembewusstsein − Die Gemeinschaftsmitglieder haben keine Kenntnisse über lokale Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen. − Die Entscheidungstragende sind der Ansicht, dass Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Kommune kein Problem darstellt. − Die Gemeinschaftsmitglieder sind der Ansicht, dass Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen keinen Anlass zur Besorgnis gibt. − Die Gemeinschaftsmitglieder haben kein Wissen über das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. − Es sind keine Ressourcen für lokale Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen verfügbar. Stufe 2 Verleugnung des Problems − Entscheidungstragende und Gemeinschaftsmitglieder glauben, dass Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in ihrer Kommune kein Problem ist, oder sie glauben, dass es nicht thematisiert werden kann oder sollte. − Gemeinschaftsmitglieder haben möglicherweise falsche Vorstellungen oder falsches Wissen über die aktuellen lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen. − Nur wenige Gemeinschaftsmitglieder haben Wissen über das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Es existieren möglicherweise falsche Informationen oder Missverständnisse. − Gemeinschaftsmitglieder und/oder Entscheidungstragende unterstützen es nicht, verfügbare Ressourcen für lokale Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen zu nutzen. − "Wir können (oder sollten) nichts dagegen unternehmen!“ Stufe 3 Vages Problembewusstsein − Einige wenige Gemeinschaftsmitglieder haben zumindest von lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen gehört, wissen aber wenig darüber. − Entscheidungstragende und Gemeinschaftsmitglieder glauben, dass Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Kommune ein Problem Neunstufige Bereitschaftsskala (übersetzt und thematisch adaptiert nach [10]) 31 Ergänzendes Material: Neunstufige Bereitschaftsskala sein könnte. Sie zeigen jedoch keine unmittelbare Motivation zum Handeln. − Die Gemeinschaftsmitglieder haben nur vages Wissen über das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. − Es stehen begrenzte Ressourcen zur Verfügung, die für lokale Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen genutzt werden könnten. − "Es sollte wahrscheinlich etwas getan werden, aber was? Vielleicht wird jemand anderes daran arbeiten." Stufe 4 Vorplanung − Einige Gemeinschaftsmitglieder haben zumindest von lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen gehört, wissen aber wenig darüber. − Entscheidungstragende und Gemeinschaftsmitglieder erkennen an, dass Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Kommune ein Problem ist und dass etwas getan werden muss, um es anzugehen. − Die Gemeinschaftsmitglieder haben begrenztes Wissen über das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. − Es gibt nur begrenzte Ressourcen, die für lokale Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen genutzt werden könnten. − "Dies ist wichtig. Was können wir tun?" Stufe 5 Vorbereitung − Die meisten Gemeinschaftsmitglieder haben zumindest von lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen gehört. − Die Entscheidungstragenden unterstützen aktiv die Fortführung oder Verbesserung der gegenwärtigen lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen oder die Entwicklung neuer Bemühungen. − Die Einstellung in der Kommune ist „Wir sind darüber besorgt und wollen etwas dagegen unternehmen.“ − Die Gemeinschaftsmitglieder haben Grundkenntnisse über Ursachen, Folgen und Symptome von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Stufe 7 Stabilisierung − Die meisten Gemeinschaftsmitglieder verfügen über mehr als nur Grundkenntnisse zu lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen, einschließlich Namen und Zweck der 32 Ergänzendes Material: Neunstufige Bereitschaftsskala Bemühungen, Zielgruppen und anderer spezifische Informationen. − Die Entscheidungstragenden sind aktiv daran beteiligt, die langfristige Tragfähigkeit der lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen sicherzustellen oder zu verbessern. − Die Haltung in der Kommune lautet: "Wir haben Verantwortung übernommen". Die Gemeinschaftsmitglieder sind ständig daran beteiligt, das Thema anzugehen. −Die Gemeinschaftsmitglieder verfügen über mehr als nur Grundkenntnisse zum Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. − Ein beträchtlicher Teil der für die Bemühungen bereitgestellten Ressourcen stammt aus Quellen, von denen eine kontinuierliche Unterstützung erwartet werden kann. − "Wir haben Verantwortung übernommen". Stufe 8 Erweiterung − Die meisten Gemeinschaftsmitglieder verfügen über beträchtliche Kenntnisse der lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen, einschließlich des Grades ihrer Wirksamkeit. − Die Entscheidungstragenden spielen eine Schlüsselrolle bei der Ausweitung und Verbesserung der lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen. − Die Mehrheit der Gemeinschaftsmitglieder unterstützt die Präventionsbemühungen oder die Notwendigkeit von Bemühungen nachdrücklich. Die Beteiligung ist hoch. −Die Gemeinschaftsmitglieder verfügen über mehr als nur Grundkenntnisse zum Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen und haben ein beträchtliches Wissen über die lokale Prävalenz und die Konsequenzen. − Es wird erwartet, dass ein großer Teil der zugewiesenen Ressourcen für eine kontinuierliche Unterstützung verwendet wird. Die Gemeinschaft sucht nach zusätzlicher Unterstützung für die Umsetzung neuer Bemühungen. −"Wie gut funktionieren unsere derzeitigen Programme und wie können wir sie verbessern?“ Stufe 9 Professionalisierung − Die meisten Gemeinschaftsmitglieder verfügen über beträchtliche und detaillierte Kenntnisse der lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen. − Die Entscheidungstragenden überprüfen kontinuierlich die Evaluationsergebnisse der Präventionsbemühungen und passen die 33 Ergänzendes Material: Neunstufige Bereitschaftsskala finanzielle Unterstützung entsprechend an. − Die meisten wichtigen Segmente der Kommune sind sehr unterstützend und aktiv beteiligt. − Die Gemeinschaftsmitglieder verfügen über detailliertes Wissen zum Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen und haben umfangreiche Kenntnisse über die lokale Prävalenz und die Konsequenzen. − Diversifizierte Ressourcen und Mittel sind gesichert, und es wird erwartet, dass die Präventionsbemühungen fortgesetzt werden. − "Diese Bemühungen sind ein wichtiger Teil des Gefüges unserer Gemeinschaft". 34 Ergänzendes Material: Generische Strategien zur Bereitschaftssteigerung Stufe 1: Kein Problembewusstsein −Erreichen und begeistern Sie die Menschen in Ihrem Netzwerk und bitten Sie sie um Unterstützung - seien Sie kreativ! Geben Sie Ihnen Ideen und Inhalte, die sie in den Sozialen Medien oder auf anderen Kanälen veröffentlichen können, um über Kinderübergewicht zu informieren und darauf aufmerksam zu machen. −Sammeln Sie Erfahrungsberichte/Geschichten von Gemeinschaftsmitgliedern, die von (Kinder-)Übergewicht betroffen sind (oder darüber berichten können) und finden Sie kreative Wege, diese Informationen zu verbreiten. Stufe 2: Verleugnung des Problems −Veröffentlichen Sie Informationen zum Kinderübergewicht in Mitteilungsblättern und Newslettern (z. B. lokale Mitteilungen, Rundbriefe) oder über die sozialen Medien. −Kommunizieren Sie strategisch mit Personen, die Einfluss nehmen und Entscheidungen treffen können. Stufe 3: Vages Problembewusstsein −Präsentieren Sie Informationen zum Kinderübergewicht auf lokalen Veranstaltungen und in Gruppen. Nennen Sie nicht nur Fakten, sondern verwenden Sie visuelles Material und Geschichten. Bringen Sie Ihre Botschaften auf den Punkt. −Informieren Sie die Öffentlichkeit, z. B. durch das Verteilen von Flyern, Postern und Plakaten zum Kinderübergewicht. −Initiieren Sie eigene Veranstaltungen, um Informationen zu präsentieren. Die Veranstaltungen sollten ansprechend sein, Spaß machen oder einen anderen Nutzen für potenzielle Teilnehmer*innen haben. 35 Generische Strategien zur Bereitschaftssteigerung (übersetzt und thematisch adaptiert nach [10]) Ergänzendes Material: Generische Strategien zur Bereitschaftssteigerung Stufe 4: Vorplanung −Überprüfen Sie bestehende Bemühungen zur Prävention von Kinderübergewicht in der Kommune (Lehrpläne, Programme, Aktivitäten usw.), um festzustellen, wer davon profitiert und wie erfolgreich diese sind. −Erhöhen Sie die Medienpräsenz für das Thema (z. B. durch lokale Radioankündigungen und andere Formen sozialer Medien). Stufe 5: Vorbereitung −Führen Sie öffentliche Foren/Diskussionsrunden durch, um gemeinsam Strategien zu entwickeln und weitere Bemühungen zu planen. −Nutzen Sie wichtige Persönlichkeiten und einflussreiche Personen, die vor Gruppen oder in den sozialen Medien über das Thema Kinderübergewicht sowie Präventionsbemühungen sprechen. −Planen Sie, wie Sie den Erfolg der Bemühungen bewerten können. Stufe 6: Initiierung −Planen Sie die Teilnahme an kommunalen Sitzungen, um über die Fortschritte der Bemühungen zu informieren (Fortschrittsberichte). −Führen Sie Befragungen durch, um bestehende Bemühungen zu verbessern und wichtige Stellen für die Veröffentlichung von Informationen zu identifizieren. Stufe 7: Stabilisierung −Planen Sie öffentliche Veranstaltungen, um die Unterstützung für die Prävention von Kinderübergewicht aufrechtzuerhalten. −Führen Sie Treffen (z. B. vierteljährlich) durch, um Fortschritte zu überprüfen und Strategien zu ändern. −Bereiten Sie Zeitungsartikel vor, in denen Sie über Fortschritte und Zukunftspläne berichten. 36 Ergänzendes Material: Generische Strategien zur Bereitschaftssteigerung Stufe 8: Erweiterung −Initiieren Sie politische Veränderungen durch die Unterstützung lokaler Vertreter*innen. −Informieren Sie die Medien über spezifische Trends im Zusammenhang mit dem Thema Kinderübergewicht (z. B. lokale Prävalenz). −Nutzen Sie Ergebnisse der Evaluationen zur Anpassung der Bemühungen. Stufe 9: Professionalisierung −Führen Sie externe Bewertungen durch und nutzen Sie das Feedback für Programmänderungen. −Führen Sie die Fortschrittsberichte fort und kommunizieren Sie die Ergebnisse auf verschiedenen Ebenen. Je nachdem, welcher Bereitschaftsstufe Ihre Gemeinschaft zugeordnet wird, bieten die Strategien konkrete Ansatzpunkte, um die nächste Stufe der Handlungsbereitschaft zu erreichen. Dabei ist zu beachten, dass auch die Strategien der jeweils niedrigeren Stufen berücksichtigt werden sollten, da sie wichtige Grundlagen schaffen [10]. Weitere Strategien finden sich hier: Handbook for Using (colostate.edu). 37 Ergänzendes Material: Leitfaden für die Bereitschaftsbewertung Leitfaden für die Bereitschaftsbewertung (veröffentlicht in [15]; übersetzt und thematisch adaptiert nach [10]) 1. Bitte beantworten Sie die folgende Frage aus Sicht der Gemeinschaftsmitglieder und nicht aus Ihrer persönlichen Sicht. Wie besorgt sind die Gemeinschaftsmitglieder Ihrer Kommune über das Thema Übergewicht im Kindesund Jugendalter auf einer Skala von 1 bis 10? (1 steht für "überhaupt nicht besorgt" und 10 für "sehr besorgt") Können Sie mir sagen, warum Sie von dieser Ausprägung ausgehen? Dimension 1: Kenntnis der Gemeinschaft über Maßnahmen Ich werde Sie jetzt nach aktuellen Maßnahmen in Ihrer Kommune zur Prävention von Übergewicht im Kindesund Jugendalter fragen. Mit Maßnahmen meine ich alle Programme, Aktivitäten oder Dienstleistungen in Ihrer Kommune, die der Prävention von Übergewicht im Kindesund Jugendalter dienen. 2. Gibt es Maßnahmen in Ihrer Kommune, die auf die Prävention von Übergewicht im Kindesund Jugendalter abzielen? Wenn ja, weiter mit Frage 3; wenn nein, springen Sie zu Frage 16. 3. Könnten Sie jede Maßnahme kurz beschreiben? 4. Wie lange gibt es die einzelnen Maßnahmen bereits 5. Wem nutzen diese Maßnahmen jeweils (z.B. einer bestimmten Altersgruppe, Personengruppen, Stadtteil usw.)? 6. Bitte antworten Sie auf die folgenden Fragen mit einer Einschätzung „keine, ein paar, einige, viele oder die meisten“ und begründen Sie Ihre Einschätzung. Wie viele Gemeinschaftsmitglieder: −haben von Maßnahmen gehört? −können Maßnahmen benennen? −kennen das Ziel dieser Maßnahmen? −wissen, an wen sich die Maßnahmen richten? −wissen, wie die Maßnahmen funktionieren (z.B. Aktivitäten oder wie sie umgesetzt werden)? −kennen die Wirksamkeit der Maßnahmen? 38 Ergänzendes Material: Leitfaden für die Bereitschaftsbewertung 7. Rückblickend auf Ihre Antworten, warum denken Sie, dass die Gemeinschaftsmitglieder Ihrer Kommune diesen Wissensumfang haben? 8. Gibt es unter den Gemeinschaftsmitgliedern Missverständnisse (Irrtümer) oder falsche Informationen über die aktuellen Maßnahmen? Wenn ja: Welche sind das? 9. Wie erfahren die Gemeinschaftsmitglieder von den aktuellen Maßnahmen? 10. Sehen die Gemeinschaftsmitglieder die gegenwärtigen Maßnahmen als erfolgreich an? Prüfen Sie: Was gefällt den Gemeinschaftsmitgliedern an diesen Maßnahmen? Was gefällt ihnen nicht? 11. Was sind Hindernisse für Einzelpersonen, um sich an diesen Maßnahmen zu beteiligen? 12. Was sind die Stärken dieser Maßnahmen? 13. Was sind die Schwächen dieser Maßnahmen? 14. Werden Evaluationsergebnisse genutzt, um Maßnahmen zu verändern oder neue zu beginnen? 15. Welche Planungen für zusätzliche Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht im Kindesund Jugendalter finden aktuell in der Kommune statt? Fragen Sie #16 nur, wenn die/der Befragte mit „Nein“ auf #2 geantwortet hat oder unsicher war. 16. Versucht jemand in der Kommune etwas zur Prävention von Übergewicht im Kindesund Jugendalter auf die Beine zu stellen? Können Sie mir dazu etwas erzählen? Dimension 2: Entscheidungstragende (Führung) Ich werde Sie nun dazu befragen, wie die Entscheidungstragenden in Ihrer Kommune zur Prävention von Übergewicht im Kindesund Jugendalter stehen. Mit Entscheidungstragende meine ich diejenigen Personen, die dieses Thema beeinflussen können, die Einfluss in der Kommune haben und diejenigen, die die Kommune bei der Erreichung ihrer Ziele führen. 17. Auf einer Skala von 1 bis 10, wie besorgt sind die Entscheidungstragenden Ihrer Kommune bzgl. des Übergewichts im Kindesund Jugendalter, wobei 1 "überhaupt nicht besorgt" und 10 "sehr besorgt" bedeutet? Können Sie mir erklären, warum es so ist? 39 Ergänzendes Material: Leitfaden für die Bereitschaftsbewertung 17a. Welche Priorität ordnen Entscheidungstragende in Ihrer Kommune der Prävention von Übergewicht im Kindesund Jugendalter zu? Können Sie erklären, warum? 18. Ich werde eine Liste von Möglichkeiten vorlesen, wie die Entscheidungstragenden ihre Unterstützung oder mangelnde Unterstützung für die Prävention von Übergewicht im Kindesund Jugendalter zeigen können. Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen mit einer Einschätzung „keine, ein paar, einige, viele oder fast alle“ und erläutern sie Ihre Einschätzung. Wie viele Entscheidungstragenden … −Unterstützen zumindest passiv die Maßnahmen, ohne unbedingt aktiv an dieser Unterstützung mitzuwirken? −Beteiligen sich an der Entwicklung, Verbesserung oder Umsetzung von Maßnahmen, z.B. als Mitglied einer maßnahmenbezogenen Arbeitsgruppe? −Unterstützen die Bereitstellung von Ressourcen zur Finanzierung der Maßnahmen in der Kommune? −Spielen eine Schlüsselrolle als treibende Kraft bei der Planung, Entwicklung oder Umsetzung von Maßnahmen? (Nachfrage: Wie machen sie das?) −Spielen eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung der langfristigen Durchführbarkeit von kommunalen Maßnahmen, z.B. indem sie Langzeitfinanzierungen bereitstellen? 19. Unterstützten die Entscheidungstragenden anderweitig Maßnahmen in der Kommune zur Prävention von Übergewicht im Kindesund Jugendalter? Wenn Ja: Wie zeigen sie diese Unterstützung? Zum Beispiel, indem sie passiv unterstützen, indem sie sich an der Entwicklung der Maßnahmen beteiligen oder indem sie eine treibende Kraft oder ein Schlüsselakteur bei der Verwirklichung dieser erweiterten Maßnahmen sind? 20. Optional: Wer sind die Entscheidungstragenden, die die Prävention von Übergewicht in Ihrer Kommune unterstützen? 21. Gibt es Entscheidungstragende, die der Prävention von Übergewicht im Kindesund Jugendalter entgegenstehen könnten? Wie zeigen sie ihren Widerstand? Dimension 3: Gemeinschaftsklima Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen wiederum aus Sicht der 40 Ergänzendes Material: Skalen zur Bewertung der Community Readiness Dimensionen Score Beschreibung 1 Die Gemeinschaftsmitglieder sind der Meinung, dass das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Kommune kein Problem darstellt. 2 Die Gemeinschaftsmitglieder sind der Meinung, dass das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Kommune ein Problem sein könnte, aber sie glauben nicht, dass es angegangen werden kann oder sollte. 3 Einige Gemeinschaftsmitglieder sind der Meinung, dass das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ein Anliegen in der Kommune sein könnte. Es wird nicht als Priorität angesehen. Es wird keine unmittelbare Motivation zum Handeln gezeigt. 4 Einige Gemeinschaftsmitglieder sind der Meinung, dass das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ein Anliegen in der Kommune ist und dass irgendeine Art von Anstrengung nötig ist, um es anzugehen. Obwohl einige zumindest passiv die aktuellen lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen unterstützen, beteiligen sich nur wenige an deren Entwicklung, Verbesserung oder Umsetzung. 5 Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder beteiligen sich an der Entwicklung, Verbesserung oder Umsetzung von lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen, indem sie an Gruppentreffen teilnehmen. 6 Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung, Verbesserung und/oder Umsetzung von lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen, möglicherweise als Mitglieder von Arbeitsgruppen oder indem sie sich öffentlich für die Maßnahmen aussprechen und/oder als andere Arten von treibenden Kräften. 7 Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder spielen eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung oder Verbesserung der langfristigen Durchführbarkeit der lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen. Die Einstellung in der Kommune ist "Wir haben Verantwortung übernommen". 8 Die Mehrheit der Gemeinschaftsmitglieder unterstützt die lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und 47 Ergänzendes Material: Skalen zur Bewertung der Community Readiness Dimensionen Score Beschreibung Jugendlichen und die Notwendigkeit dieser Bemühungen stark. Das Beteiligungsniveau ist hoch. „Wir müssen unsere Bemühungen fortsetzen und sicherstellen, dass das, was wir tun, effektiv ist.“ 9 Die Mehrheit der Gemeinschaftsmitglieder unterstützt die lokalen Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen und die Umsetzung zusätzlicher in hohem Maße. Wissen der Gemeinschaft über das Thema (Fettgedruckt zeigt an, wie sich eine Stufe von der vorherigen Stufe unterscheidet) Score Beschreibung 1 Die Gemeinschaftsmitglieder haben kein Wissen über das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. 2 Nur wenige Gemeinschaftsmitglieder haben Wissen über das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Bei vielen Gemeinschaftsmitgliedern gibt es falsche Vorstellungen über das Thema (z. B. wie und wo es auftritt, warum es angegangen werden muss, ob es lokal auftritt). 3 Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder haben von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen gehört. Bei einigen Gemeinschaftsmitglieder könnte es falsche Vorstellungen über das Thema geben. Die Gemeinschaftsmitglieder sind sich möglicherweise bewusst, dass das Problem in der Kommune auftritt. 4 Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder wissen ein wenig über die Ursachen, Folgen, Anzeichen und Symptome von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder sind sich bewusst, dass Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Kommune auftritt. 5 Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder wissen etwas über die Ursachen, Folgen, Anzeichen und Symptome von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder sind sich bewusst, dass Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in der Kommune auftritt. 6 Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder wissen etwas über die Ursachen, Folgen, Anzeichen und Symptome von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Zumindest einige 48 Ergänzendes Material: Skalen zur Bewertung der Community Readiness Dimensionen Score Beschreibung Gemeinschaftsmitglieder haben einige Kenntnisse darüber, wie häufig es in der Kommune auftritt und welche Auswirkungen es haben kann. 7 Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder wissen viel über die Ursachen, Folgen, Anzeichen und Symptome von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder haben etwas Wissen darüber, wie häufig es in der Kommune auftritt und welche Auswirkungen es haben kann. 8 Die meisten Gemeinschaftsmitglieder wissen eine Menge über die Ursachen, Folgen, Anzeichen und Symptome von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Zumindest einige Gemeinschaftsmitglieder haben viel Wissen darüber, wie häufig es in der Kommune auftritt, welche Auswirkungen es haben kann und wie man es lokal angehen kann. 9 Die meisten Gemeinschaftsmitglieder haben detailliertes Wissen über das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen, d. h. die Ursachen, Folgen, Anzeichen und Symptome. Die meisten Gemeinschaftsmitglieder haben detailliertes Wissen darüber, wie häufig es in der Kommune auftritt, welche Auswirkungen es haben kann und wie man es lokal angehen kann. Ressourcen (Fettgedruckt zeigt an, wie sich eine Stufe von der vorherigen Stufe unterscheidet) Score Beschreibung 1 Es sind keine Ressourcen für Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen in der Kommune vorhanden. 2 Es sind nur sehr begrenzte Ressourcen (z. B. Räumlichkeiten) vorhanden, die für Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen genutzt werden könnten. Es gibt keine Bemühungen, um diese Ressourcen für das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Die Finanzierung laufender Bemühungen ist nicht stabil oder kontinuierlich. 3 Es gibt einige Ressourcen (wie z. B. Räumlichkeiten, Freiwillige, Expert*innen, Spenden oder andere finanzielle Quellen), die für Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und 49 Ergänzendes Material: Skalen zur Bewertung der Community Readiness Dimensionen Score Beschreibung Jugendlichen genutzt werden könnten. Es gibt wenige oder keine Bemühungen, um diese Ressourcen für das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen einzusetzen. 4 Es wurden einige Ressourcen identifiziert, die für Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen genutzt werden könnten. Einige Gemeinschaftsmitglieder oder Entscheidungstragende sind dabei, sie für das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zu nutzen. 5 Es wurden einige Ressourcen identifiziert, die für Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen genutzt werden könnten. Einige Gemeinschaftsmitglieder oder Entscheidungstragende arbeiten aktiv daran, diese Ressourcen zu sichern ; zum Beispiel werben sie Spenden ein, schreiben Zuschussanträge oder suchen nach Freiwilligen. 6 Es wurden neue Ressourcen beschafft und/oder zugewiesen, um weitere Anstrengungen zu unterstützen, das Thema Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen anzugehen. 7 Ein beträchtlicher Teil der zugewiesenen Ressourcen für die Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen stammt aus Quellen, von denen eine stabile oder kontinuierliche Unterstützung zu erwarten ist. 8 Ein beträchtlicher Teil der zugewiesenen Ressourcen für Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen stammt aus Quellen, von denen eine kontinuierliche Unterstützung erwartet wird. Die Gemeinschaftsmitglieder suchen nach zusätzlicher Unterstützung für die Umsetzung neuer Bemühungen. 9 Diverse Ressourcen und Mittel sind gesichert, und es wird erwartet, dass die Bemühungen zur Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen fortgesetzt werden. Es gibt zusätzliche Unterstützung für neue Bemühungen. 50 Deckblatt Illustration von pch.vector / Freepik