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Glossar zum Wissensmanagement im Bevölkerungsschutz

Abstract

Das „Glossar zum Wissensmanagement im Bevölkerungsschutz“ von Norf, Tiller und Fekete (2019) stellt die wesentlichen Begriffe und Konzepte zu Wissensmanagement und seiner Bedeutung für den Bevölkerungsschutz vor. Das Glossar ist ein Ergebnis des Forschungsprojektes WAKE (https://wake-project.eu/), das Lösungsansätze für den bestmöglichen Umgang mit Wissen im Bevölkerungsschutz entwickelt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Aufarbeitung der Flüchtlingssituation 2015/2016. Es geht um die Frage, wie das darin erworbene Wissen und die dabei gemachten Erfahrungen strukturiert gesammelt, gesichert, aufgearbeitet und für spätere Szenarien genutzt werden können. Das Glossar kann und soll kein Ratgeber für die praktische Einführung von Wissensmanagement in Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgabe (BOS) sein. Denn für die Einführung eines Wissensmanagements kann es kein Patentrezept geben. Es muss in jedem einzelnen Fall eine individuell zugeschnittene, praktische Wissensmanagementlösung erarbeitet werden. Allerdings entwickelt das WAKE-Projekt, aufbauend auf dem Glossar, Empfehlungen zur Einführung oder Verbesserung eines Wissensmanagements im Organisationsalltag und in Einsatzsituationen im Bevölkerungsschutz.

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Glossar zum Wissensmanagement im Bevölkerungsschutz

Author: Norf, Celia,Tiller, Petra,Fekete, Alexander
Year: 2019
Source: https://cos.bibl.th-koeln.de/files/848/IRSR_Vol1_2019_GlossarWissensmanagementBevSch.pdf
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 1/ 2019
Ka s en Fehn, Alexande Feke e, Ch is He kämpe , Alex Lechleu hne ,
Ompe Aimé Mudimu, Celia No , Ul Sch emme
Glossa
zum
Wissensmanagemen
im
Be ölke ungsschu z
Celia No , Pe a Tille & Alexande Feke e
Un e Mi a bei on
Johanne Kau mann & Noah He schbach
2
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 1/ 2019
This documen is published wi hin he se ies 'In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch'.
All publica ions can be downloaded om h p://opus.bsz-
bw.de/ hk/doku/publizie e_Sch i en eihen.php.
Despi e ho ough e ision he in o ma ion p o ided in his documen is supplied wi hou
liabili y. The documen does no necessa ily p esen he opinion o he edi o s.
EDITION NOTICE
Edi o s o Se ies
Ka s en Fehn (P o . D . iu . D . e . medic.)
Alexande Feke e (P o . D .-Ing.)
Ch is He kämpe (B. Eng.)
Alex Lechleu hne (P o . D . med. D . e . na .)
Ompe Aimé Mudimu (P o . D .-Ing.)
Celia No (M. Sc.)
Ul Sch emme (P o . D .-Ing.)
TH Köln - Uni e si y o Applied Sciences
Ins i u e o Rescue Enginee ing and Ci il P o ec ion
Be zdo e S . 2
50679 Cologne
Ge many
www.i g. h-koeln.de
Edi o ship o Se ies - con ac : alexande . eke e@ h-koeln.de
Edi o s o his Volume
Celia No (M. Sc.)
Pe a Tille (M. A.)
Alexande Feke e (P o . D .-Ing.)
Wi h he assis ance o :
Johanne Kau mann (B. Eng.)
Noah He schbach
Con ac
Celia No
Email: celia.no @ h-koeln.de
Phone: + 49 (0) 221 8275 2739
Pe a Tille
Email: pe a. ille @ h-koeln.de
Phone: + 49 (0) 221 8275 2452
Web: h p:// isknc isis.wo dp ess.com
Recommended Ci a ion
No , C, Tille , P & Feke e, A 2019, Glossa zum Wissensmanagemen im
Be ölke ungsschu z. In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch, 1/2019.
ISSN-Numme 2366-4029
Cologne, Augus 2019
3
Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Inhal s e zeichnis
Abbildungs e zeichnis ............................................................................................................................. 4
Abkü zungs e zeichnis ............................................................................................................................ 5
Vo wo ................................................................................................................................................... 6
1. Einlei ung ......................................................................................................................................... 7
2. Au bau und Benu zung des Glossa s ............................................................................................. 10
3. Glossa zum Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z.......................................................... 12
4. Li e a u e zeichnis Einlei ung und Glossa .................................................................................. 39
5. Wissenscha liche Aus üh ungen zum Thema Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z ..... 40
4
Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Abbildungs e zeichnis
Abbildung 1: Wissensk eislau nach P obs e . al. (2012) ..................................................................... 33
Abbildung 2: Wissenspy amide nach Aamod und Nygå d (1995) ...................................................... 34
Abbildung 3: Wissensspi ale, auch SECI-Modell genann nach Nonaka und Takeuchi (1995) ............. 35
Abbildung 4: Genese on Wissen nach Da enpo und P usak (1999) ................................................. 36
Abbildung 5: Wissens eppe nach No h (2016) ................................................................................... 37
Abbildung 6: TOM-Modell nach Ge ha ds und T aune (2011) ............................................................ 38
5
Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Abkü zungs e zeichnis
AKNZ Akademie ü K isenmanagemen , No allplanung und Zi ilschu z
ASB A bei e -Sama i e -Bund Deu schland
BAMF Bundesam ü Mig a ion und Flüch linge
BBK Bundesam ü Be ölke ungsschu z und Ka as ophenhil e
BMBF Bundesminis e ium ü Bildung und Fo schung
BMI Bundesminis e ium des Inne n, ü Bau und Heima
BOS Behö den und O ganisa ionen mi Siche hei sau gaben
DRK Deu sches Ro es K euz
FU Be lin F eie Uni e si ä Be lin
H sg. He ausgebe In bzw. He ausgebe Innen
JUH Johanni e -Un all-Hil e
KZV Konzep ion Zi ile Ve eidigung
MHD Mal ese Hil sdiens
TH Köln Technische Hochschule Köln
THW Technisches Hil swe k

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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Vo wo
Liebe Lese innen und Lese ,
das o liegende Glossa s ell die wesen lichen Beg i e und Konzep e zu Wissensmanagemen und
seine Bedeu ung ü den Be ölke ungsschu z o . Es soll Ihnen e möglichen, einen e s en Übe blick
übe das Thema zu e hal en. Das Glossa is ein E gebnis des Fo schungsp ojek es WAKE
(h ps://wake-p ojec .eu/)1, das Lösungsansä ze ü den bes möglichen Umgang mi Wissen im Be öl-
ke ungsschu z en wickel . Ein besonde es Augenme k lieg dabei au de Au a bei ung de Flüch lings-
si ua ion 2015/2016. Es geh um die F age, wie das da in e wo benes Wissen und die dabei gemach en
E ah ungen s uk u ie gesammel , gesiche , au gea bei e und ü spä e e Szena ien genu z we -
den können. Das Glossa kann und soll kein Ra gebe ü die p ak ische Ein üh ung on Wissensma-
nagemen in Behö den und O ganisa ionen mi Siche hei sau gabe (BOS) sein. Vielmeh we den im
Ve lau des WAKE-P ojek es, au bauend au diesem Glossa , o ganisa ions- und behö denspezi ische
Handlungsemp ehlungen ü die p ak ische Umse zung on Wissensmanagemen lösungen im Be öl-
ke ungsschu z en wickel . Jede BOS besi z eine eigene, im Lau e de Zei gewachsene S uk u und ein
cha ak e is isches Au gabenp o il. Um ih e Ziele zu e eichen, besi z und benö ig sie en sp echend
spezi isches Wissen. Fü die Ein üh ung eines Wissensmanagemen s kann es dahe kein Pa en ezep
geben. Es muss in jedem einzelnen Fall eine indi iduell zugeschni ene, p ak ische Wissensmanage-
men lösung e a bei e we den. Die spä e im WAKE-P ojek olgenden Emp ehlungen können aus die-
sem G und auch keine Gene allösung ü ein in allen BOS iden isches Wissensmanagemen bie en. Sie
können abe we olle Anhal spunk e bie en, Wissensmanagemen p ak isch einzu üh en und im O -
ganisa ionsall ag und in Einsa zsi ua ionen im Be ölke ungsschu z e ek i mi Wissen umzugehen.
Sie können die olgende Ein üh ung ge ne übe sp ingen und di ek ins Glossa eins eigen. Wi emp-
ehlen Ihnen abe , sich einen Momen Zei zu nehmen und die nächs en d ei Sei en zu lesen. Denn
diese e mi eln eine e s e Vo s ellung, was Wissensmanagemen bedeu e , und welche He aus o de-
ungen au eine BOS im s uk u ie en und ganzhei lichen Umgang mi Wissen zukommen2. Wissens-
managemen is zwa e was, das be ei s jede Mensch ü sich – meis seh in ui i – p ak izie , um
sein Wissen im All ag ode A bei sleben zu o dnen und sinn oll einzuse zen (z.B. in Fo m eines eigenen
Ablagesys ems ü Da eien au dem Compu e ). Fü BOS, die das Wissen iele Mi a bei enden au ein
gemeinsames Ziel hin s uk u ie en und gewinnb ingend nu zen müssen, is Wissensmanagemen je-
doch eine ielschich ige und schwie ige Angelegenhei . Ge ade angesich s de besonde en He aus o -
de ungen im Be ölke ungsschu z wie demog aphische Wandel, Eh enam und sich ände nden Lagen
sehen sich BOS dami kon on ie , ih e bishe p ak izie en Ansä ze on Wissensmanagemen zu ana-
lysie en, anzupassen und wei e zuen wickeln.
Wi wünschen Ihnen iel F eude beim Lesen!
Celia No , Pe a Tille und Alexande Feke e
1 Das P ojek WAKE (Mig a ionsbezogenes Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z de Zukun ) wi d ge ö de du ch
das BMBF im Rahmen des P og amms „Fo schung ü die zi ile Siche hei 2012-2017“ (P ojek lau zei 10/2018-09/2021).
P ojek pa ne sind neben de TH Köln, übe die dieses Glossa en s anden is , die Ka as ophen o schungss elle de FU
Be lin, das DRK, das THW und die JUH. Assoziie e Pa ne sind u.a. das BAMF, de ASB und de MHD.
2 Um die Lesba kei zu gewäh leis en, haben wi in de Einlei ung on de klassischen wissenscha lichen Zi ie weise abge-
sehen. Die Gedanken und Ideen zum Wissensmanagemen be uhen au olgende Publika ionen: Aue und S u z (2007), Bü -
gel (1998); Co ey und P oß-Gill (2006); Da enpo und P usak (1999); Ge ha ds und T aune (2011); Meusbu ge (2018);
Pi che (2014); P obs e al. (2012); S embe und Göbel (2013)
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
1. Einlei ung
Vielleich kennen Sie das aus Ih e Behö de ode O ganisa ion auch: E ah ungen we den unzu-
eichend au gea bei e und das Rad wi d imme wiede neu e unden. Neue Ideen und Vo schläge
bleiben unbe ücksich ig , weil man bes imm e Dinge „schon imme so gemach ha “. Ku ze Gesp äche
in de Ka eeküche gel en als „Kla sch“, obwohl sie o seh in o ma i sind. Du ch eine hohe Mi a bei-
e luk ua ion geh we olles Wissen e lo en. Es gib zwa eine Da enbank, wich ige In o ma ionen
lassen sich abe nu schwe inden.
Diese Beispiele e deu lichen die Rele anz eines um assenden „Wissensmanagemen s“. Das Wo
selbs wi k au den e s en Blick e was absch eckend, besag abe eigen lich nich s ande es als:
- Eine BOS e kenn , wie wich ig Wissen gene ell is , um ih e Ziele zu e eichen.
- Sie de inie genau, welches Wissen sie b auch , um ih e Au gaben e ek i und e izien zu
e üllen, abe auch, welches Wissen nich geb auch wi d.
- Da au hin mach sie das in de BOS be ei s o handene, abe auch ehlende und nich meh
benö ig e Wissen aus indig (z.B. Handlungslei äden, Checklis en, Leh büche ). Ebenso iden i-
izie sie be ei s bes ehende Ins umen e (z.B. Lessons Lea ned, Fo bildungsangebo e, pe -
sönliche Ne zwe ke de Mi a bei enden) und echnischen Hil smi el on Wissensmanage-
men (z.B. Da enbanken).
- Sie gene ie neues Wissen aus gemeinsamen o ganisa ionalen E ah ungen und dem implizi-
en (also E ah ungs-) Wissen de Mi a bei enden (z.B. du ch egelmäßige E alua ionen) und
e gänz die o handenen Bes ände, alls nö ig, du ch Wissen on außen (z.B. mi Hil e on
Fachleu en, Fo bildungsangebo en).
- Sie b ing das Wissen in eine leich e s ändliche Fo m und O dnung (O ganig amme, Yellow
Pages, kla und ein ach s uk u ie e Da enbanken, kla e Kommunika ionswege, Ve sch i li-
chung des gene ie en Wissens in Handlungslei äden, Checklis en e c.).
- Sie mach es ü die Mi a bei enden so e ügba , dass auch sie ih e Au gabe inne halb de
O ganisa ion sinn oll und e olg eich e üllen können. Du ch Schulungen, Handlungslei äden
e c. wi d das gene ie e Wissen wiede in die O ganisa ion zu ückge üh .
- Da es sich bei Wissensmanagemen um kein einmalig zu e eichendes Ziel, sonde n um einen
o lau enden P ozess handel , muss sich eine BOS imme wiede au s Neue mi den ge ade
besch iebenen Sch i en auseinande se zen. Die Wissensbes ände müssen s ändig übe p ü
und ak ualisie we den. Zudem wi d keine BOS bei de Ein üh ung eines Wissensmanage-
men s on G und au neu an angen, sonde n imme au be ei s bes ehenden Teillösungen au -
bauen und du ch wei e e e gänzen3.
Vielleich agen Sie sich je z : Wenn Wissen schon in Da enbanken o ganisie wi d, egelmäßige E a-
lua ionen s a inden und E ah ungen in Lessons Lea ned au gea bei e we den – wa um b auch eine
BOS da übe hinaus dann noch ein gesonde es und zei au wändiges Wissensmanagemen ? Diese
F age is be ech ig , wenn Wissensmanagemen als e was Zusä zliches und Belas endes wah genom-
men wi d. Alle dings bewi k e ek i es Wissensmanagemen das genaue Gegen eil: Nach eine an-
änglichen, siche lich ans engenden Ein üh ungs- und Umgewöhnungsphase e möglich es nich nu
3 Diese P ozess de De ini ion on Wissenszielen und dem da an anschließenden Iden i izie en, E we ben, En wickeln,
(Ve -)Teilen, Nu zen, Bewah en und Bewe en on Wissen besch eib den sogenann e Wissensk eislau on P obs e al.
(2012), aus üh liche e In os dazu im Anhang.
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
die Ve ein achung on A bei sabläu en, sonde n auch die Kla hei on Ve an wo lichkei en, S uk u-
en und Kommunika ion und dadu ch die Fö de ung de Mo i a ion und Leis ungss ä ke de Mi a bei-
ende.
Auch wenn in den BOS be ei s in Teilen Wissensmanagemen be ieben wi d, bes ehen diese einzelne
S a egien meis isolie nebeneinande he . Nich zule z , weil kla e S uk u en, A bei sabläu e, Zu-
s ändigkei en und Kommunika ionswege ehlen, we den einzelne P ak iken nich mi einande e -
ne z und dahe ih e Po en iale nich oll ausgeschöp . Ein um assendes und s a egisches Wissens-
managemen ha den Meh we , dass es diese Teillösungen sinn oll mi einande e binde , sie au ein
übe geo dne es Ziel aus ich e und die Mi a bei enden dadu ch den Nu zen de Maßnahmen ü die
E üllung ih e Au gaben e kennen. Es s eh in wenige Zei meh und meh Wissen zu Ve ügung
s eh , dessen Gül igkei alle ding gleichzei ig kü ze wi d. Aus diesen G ünden muss in en sp echend
kü ze e Zei imme meh Wissen gesich e , e a bei e , ge eil , übe a bei e , wei e en wickel und an
das Lei bild eine BOS angepass we den. Diese könn e ih e Au gaben e izien e und e ek i e e ül-
len, wenn es eine kla e e Vo s ellung da übe gäbe, welches Wissen ü die E eichung ih e Ziele no -
wendig is und welches unnö ige Wissen ge os „ e gessen“ we den kann. Im zielge ich e en Iden i-
izie en, Ve ne zen und Anwenden des ele an en und geeigne en Wissens lieg dahe de Schlüssel
ü den Nu zen eines um assenden Wissensmanagemen s.
Eine de wich igs en Au gaben on Wissensmanagemen , auch im Be ölke ungsschu z, is es, das in-
di iduelle, implizi e Wissen und die E ah ungen de Mi a bei enden (das meis schwe in Wo e zu
assen is ), ü die O ganisa ion explizi , also sich ba , e ügba und nu zba zu machen. So kann es
übe pe sonelle und s uk u elle Ve ände ungen hinweg e hal en bleiben und geh nich e lo en. Mi
dem s e igen Anwachsen und de Bedeu ungszunahme on Wissen ha ein ie g ei ende Wandel in
de A de A bei ( on o wiegend kö pe liche zu o wiegend geis ige A bei ) und de Beschä i-
gungss uk u s a ge unden (u. a. weil iele eiwillige Hel e au g und de g oßen Dis anz zwischen
ih em haup be u lichen A bei spla z und ih em Wohno ü das Eh enam nu noch eingesch änk zu
Ve ügung s ehen). Wissen is imme an den Menschen gebunden, allein on ihm is es abhängig, ob
e sein Wissen zu Ve ügung s ell ode nich . Dami muss abe auch de Umgang mi den Mi a bei-
enden on G und au neu übe dach we den. Diesem Ums and kann eine BOS am bes en ge ech
we den, wenn sie bei de Ein üh ung eines Wissensmanagemen s nich nu den O ganisa ionszielen
und echnischen Lösungen Beach ung schenk , sonde n ge ade auch den Mi a bei enden einen g oßen
S ellenwe ein äum . Ein Wissensmanagemen kann in eine BOS also nu dann e olg eich einge üh
we den, wenn alle d ei Dimensionen (Technik, O ganisa ion und Mensch)4 beach e we den.
Die O ganisa ion und ih e Lei ung müssen sich zunächs übe die Wich igkei und den S ellenwe on
Wissen zu E üllung de Au gaben kla we den. Die Ein üh ung eines Wissensmanagemen s kann nu
e olg eich sein, wenn man on seinem Nu zen übe zeug is und es on de Füh ungsebene ückhal -
los ge ö de wi d. Ein Wissensmanagemen soll e dabei nich als e was Unna ü liches on außen au -
gezwungen we den. Es soll e ielmeh an die jeweilige Behö den- und O ganisa ionss uk u und -kul-
u sowie an be ei s o handene Elemen e eines Wissensmanagemen s angepass we den.
Ein Wissensmanagemen läss sich zwa auch ohne echnische Hil smi el ein üh en, mi Hil e eines
O dne sys ems angesich s de Menge an Dokumen en, mi denen mi le weile gea bei e wi d, is das
4 Hie bei handel es sich um das sogenann e TOM-Modell on Bullinge e al. (1998).
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
abe kaum noch möglich. Eine kla s uk u ie e Da enbank, Diskussions o en, Social Media, Yellow
Pages und ande e IT-Lösungen sind eine gu e Basis ü eine leich e s ändliche und dami eibungslose
Kommunika ion in eine O ganisa ion. Alle dings is es allein mi de Ein üh ung eine Da enbank als
Wissensmanagemen eben nich ge an. Die bes e Da enbank hil nich s, wenn die Mi a bei enden sie
nich nu zen, weil sie nich wissen, wo genau sie ih Wissen ablegen sollen ode wie sie au das Wissen
ande e Mi a bei enden zug ei en können. Viele sind, aus un e schiedlichen G ünden, auch nich ge-
will , ih Wissen de Allgemeinhei zu Ve ügung s ellen.
Hie komm die d i e Dimension ins Spiel: de Mensch. Das a bei s ele an e Wissen, das die Mi a -
bei enden besi zen, is ih Kapi al, abe auch das de O ganisa ion. Die Mi a bei enden we den dieses
Kapi al nu in eine e auens ollen und we schä zenden A mosphä e ge ne zu Ve ügung s ellen.
Eine solche A mosphä e bedeu e u. a.: alle Mi a bei enden sind wich ige Wissens äge , nich nu das
Füh ungspe sonal; Fehle we den nich als Ve sagen, sonde n als Möglichkei zum Le nen gesehen;
Mi a bei ende können da au e auen, auch wei e hin geb auch und geschä z zu we den, obwohl
sie ih Wissen de Allgemeinhei zu Ve ügung s ellen. Eben alls gehö dazu, nich nu die g ei ba en
Mi el und Me hoden ü Wissensmanagemen in den P ozess au zunehmen (z. B. Schulungen, Da en-
banken, kla e Kommunika ion und S uk u en, Yellow Pages, Lei äden e c.). Es soll e ielmeh ganz
bewuss aus de b ei en Pale e an Hil smi eln, Kommunika ions- und Ve ne zungswegen geschöp
und diese als we olle E gänzung in eg ie we den. Hie zu gehö en o allem auch in o melle Ab-
läu e, pe sönliche Ne zwe ke und Ka eepausen- bzw. Zwischen-Tü -und-Angel-Gesp äche. Sie bes im-
men das O ganisa ionsleben so ode so und dahe lohn es sich, sie als ele an e Fo m des In o ma-
ions- und Wissensaus ausches anzue kennen und zu nu zen. Denn diese A on Aus ausch ö de
Ve auen, Zusammenhal , Kollegiali ä und dami schließlich die Mo i a ion de Mi a bei enden.
Wenn eine BOS das o ganisa ionale Wissen und das pe sönliche Wissen ih e Mi a bei enden be ei s
gu o ganisie und sinn oll nu z , b auch sie kein zusä zliches Wissensmanagemen ein üh en. Wenn
alle dings we olle zei liche, inanzielle und pe sonelle Ressou cen e lo en gehen, weil es an kla en
Zus ändigkei en und Kommunika ionswegen ehl , we olles Wissen in uns uk u ie en Da enban-
ken e lo en geh und sich A bei sabläu e unnö ig wiede holen, dann emp iehl es sich, übe die Ein-
üh ung eines s uk u ie en und um assenden Wissensmanagemen s nachzudenken. Abe : Wissens-
managemen bie e keine schnelle Lösung. Es bedeu e , sich au einen langen Ums ellungsp ozess ein-
zulassen, in dessen Ve lau auch die Mi a bei enden mi einbezogen we den müssen. Denn sie sind
die Fachleu e ü den konk e en Beda an benö ig en Lösungen. Zudem is die Umse zung on Wis-
sensmanagemen in die P axis seh iel schwie ige als die schöne Idee. Denn selbs , wenn die Mo i-
a ion da is , ein Wissensmanagemen einzu üh en, ze b ich de gu e Vo sa z meis schnell wiede
da an, dass man wede weiß, wo man an angen, noch wie man das Ganze eigen lich konk e umse zen
soll. Fü die p ak ische Ein üh ung muss man sich dahe e ah ene Wissensmanagemen -Expe Innen
zu Sei e holen. Wissensmanagemen is eine Eins ellung, eine Geis eshal ung gegenübe den ak uel-
len Ve ände ungen und En wicklungen (u.a. Zuwachs on Wissen, Technologien, demog aphische
Wandel). Am Ende eines langen und siche lich auch ans engenden P ozesses ha man abe eine BOS
mi o ene Kommunika ion, kollegiale und p oduk i e Zusammena bei und mo i ie en Mi a bei-
enden, die ih Wissen und ih e A bei sk a de Behö de bzw. O ganisa ion ge ne zu Ve ügung s el-
len. Ge ade im Be ölke ungsschu z, dessen obe s es Ziel es is , Menschenleben zu beschü zen, is
diese Au gabe on besonde e Bedeu ung.
16
Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Wissensziele
No ma i
Ope a i
S a egisch
Le nenden
O ganisa ion
Pe sönliches
Wissensmanagemen
O ganisa ionales
Wissensmanagemen
Wissensmanage-
men p oblem
Me hoden des
Wissensmanage
men s
B ains o ming
Bes P ac ice
Da enbanken
Diskussions- o en
Fo bildungen
Gelbe Sei en
G uppen-
mee ings
G oupwa e
Kollegiale
Ne zwe ke
Lessons Lea ned
Planspiele
Soziale Medien
Übungen
Wiki
Wissensland-
ka en

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A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Zen ale Beg i e des
Wissensmanagemen s
De ini ionen/
E läu e ungen
Anwendungsbeispiel
im Be ölke ungsschu z
A
A en on Wissen
Un e scheidung zwischen eine Vielzahl on Wissensa en und E -
scheinungs o men in de Fachli e a u . In diesem Glossa inden sich
De ini ionen ü die gängigs en A en, on denen iele als Gegensa z-
paa e genann we den. [10, 15]
➔ Explizi es Wissen, Ex e nes Wissen, Implizi es Wissen, Indi i-
duelles Wissen, In e nes Wissen, Kollek i es Wissen, objek i-
es Wissen, Subjek i es Wissen
Kein Beispiel, da Sammelbeg i
B
Bes P ac ice
Fü eine bes imm e P oblems ellung e a bei e e Lösung, welche die
da ü bes mögliche Lösung da s ell . Bes möglich bedeu e , dass diese
Lösung mi ande en inne halb ode auße halb de O ganisa ion e gli-
chen und als bes e e kann wu de. [15]
➔ Me hoden des Wissensmanagemen
Dami eine BOS ih e Au gaben besse e üllen kann, e a bei e sie zum Beispiel
Handlungsabläu e ü Einsä ze, in denen die ideale Lösung zu Einsa zbewäl igung
besch ieben wi d und die die bishe igen Handlungsabläu e e se z .
Bes ände on Wissen
Exis ie endes indi iduelles und kollek i es Wissen in eine O ganisa-
ion bezogen au bes imm e Sachgebie e [21]
➔ Wissensbasis
Alles Wissen, das z.B. zum Sachbe eich bauliche B andschu z in eine BOS o han-
den is , zähl zu ih en Wissensbes änden. Dabei handel es sich nich nu um das o -
ganisa ionale Wissen, wie Lei äden e c., sonde n auch um das Wissen de einzel-
nen Mi gliede .
Be ölke ungswissen
Häu ig nich dokumen ie e In o ma ionen und Einschä zungen übe
exis ie ende, sich e ände nde ode neue Ge ah en aus eilweise ge-
ne a ionsübe g ei enden Kenn nissen de Umgebung [3]
Au g und langanhal ende T ockenhei komm es zu einem Waldb and. Ein lokale
Landwi kenn den Fo s wie seine Wes en asche. Als die Feue weh ankomm ,
kann e ih den bes en Zu ah sweg weisen. Mi Hil e dieses Be ölke ungswissens
e lie die Feue weh keine we olle Zei beim E eichen de B ands elle.
Bewah ung on Wissen
Bewuss e Auswahl, Speiche ung und Siche ung on ele an em Wis-
sen [15, 21]
➔ Wissensk eislau
In eine Einsa znachbesp echung s ellen die Einsa zk ä e es , welches Wissen sich
ü die Lagebewäl igung als hil eich e wiesen ha und dahe es gehal en we den
muss und welches Wissen ü zukün ige P ozesse unwich ig is bzw. gewo den is
und dahe nich bewah we den muss.
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Zen ale Beg i e des
Wissensmanagemen s
De ini ionen/
E läu e ungen
Anwendungsbeispiel
im Be ölke ungsschu z
Bewe ung on Wissen
Messung des E olgs de du chge üh en Wissensmanagemen maß-
nahmen en sp echend de zu o gese z en Wissensziele [21]
➔ Wissensk eislau , Ziele on Wissen, No ma i es Wissensziel,
ope a i es Wissensziel, S a egisches Wissensziel
Eine BOS ha beschlossen, dass ie eljäh lich ein B ains o ming zu Beu eilung on
Einsa zs a egien du chge üh wi d. Nach einem Jah zieh sie Bilanz und bewe e ,
ob dieses Fo ma e olg eich ü die En wicklung besse e Einsa zs a egien wa und
zukün ig wei e ge üh we den soll.
C
Communi ies o P ac ice
➔ Kollegiale Ne zwe ke
D
Da en
Sammlung und Messung on Beobach ungen. Ih e Bedeu ung wi d
e s dann deu lich, wenn sie in einen bes imm en sachlichen Zusam-
menhang ges ell we den. [20]
➔ Wissens eppe, In o ma ionen
Die S ad en wässe ungsbe iebe Köln sammeln sys ema isch Da en übe Wasse -
s and, Fließgeschwindigkei e c. des Rheins und be ei en diese au . Die da aus en -
s andenen Da en können die Be iebe nun bei zukün igen Hochwasse e eignissen
als En scheidungsg undlage nu zen.
Da enbanken
Technische Me hode zu Ve wal ung, A chi ie ung und Reche che on
In o ma ionen [15, 21]
➔ Me hoden des Wissensmanagemen
Alle In o ma ionen, die eine BOS zu E üllung ih e Au gaben dienen, also z.B. Ein-
sa zpläne, Bes P ac ice, Handlungslei äden e c., we den in eine Da enbank ge-
speiche und o ganisie . Von do können sie on alles Mi gliede n auch wiede
abge u en und e wende we den.
Decla a i e knowledge
➔ Konzep uelles Wissen
Diskussions o en
IT-Pla o m, die die Kommunika ion äumlich nich zusammena bei-
ende Teams e möglich und e leich e . F agen können bean wo e ,
Lösungen e a bei e und Bei äge gespeiche we den. [12]
➔ Me hoden des Wissensmanagemen
Ve schiedene O sg uppen eine BOS bilden ein Diskussions o um, um sich übe
mögliche Vo gehensweisen und Lösungen in Einsä zen auszu auschen.
E
Eingebe e es Wissen
Sozial kons uie es Wissen is eingebe e in den jeweiligen O ganisa-
ionskon ex und nich objek i o gegeben [11, 14]
An on Schmi z wechsel au g und eines Umzugs on den Johanni e n zu DRK und
me k e s dann welche un e schiedlichen A bei s ou inen es in den beiden O gani-
sa ionskul u en gib .
19
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Zen ale Beg i e des
Wissensmanagemen s
De ini ionen/
E läu e ungen
Anwendungsbeispiel
im Be ölke ungsschu z
Embedded knowledge
➔ Eingebe e es Wissen
Embodied knowledge
➔ Ve inne lich es Wissen
Emb ained knowledge
➔ Konzep ionelles Wissen
Encoded knowledge
➔ Kodie es, objek i ie es Wissen
Encul u ed knowledge
➔ Kul u elles Wissen
En wicklung on Wissen
Bildung neuen Wissens, du ch die En wicklung neue Fähigkei en in-
ne halb eine O ganisa ion [15, 21]
➔ Wissensk eislau
Fü die En wicklung on o ganisa ionsin e nem Wissen s ehen zahl eichen K ea i -
echniken zu Ve ügung. Die Lei ung e ans al e bei eine Mi gliede e sammlung
ein B ains o ming zum Thema E ek i e Wa nung de Be ölke ung im K isen all und
kann da aus einen neuen Handlungslei aden en wickeln.
E eigniswissen
Wissen inne halb und auße halb de O ganisa ion übe E eignisse und
T ends [14, 15]
➔ Gegens andswissen
Im Themenbe eich de E s en Hil e gib es egelmäßig medizinische E kenn nisse.
Eine BOS in o mie sich übe diese und in eg ie sie in ih e A bei sabläu e.
E ah ung
Bes and eil implizi en Wissens, o nu schwe in Wo e zu assen und
sch i lich zu dokumen ie en. Sie hel en neue Si ua ionen mi hil e e -
gangene E lebnisse einzuo dnen und zu e s ehen. [11, 15]
➔ G ound u h, Implizi es Wissen
➔ Ve inne lich es Wissen
Im Kölne Ka ne al wi d ein Hel e on ein paa Jecken zu einem au dem Boden lie-
genden Mann ge u en. Du ch seine 20-jäh ige E ah ung im Sani ä sdiens de JUH
e kenn e so o , dass es sich um eine Alkohol e gi ung handel , ohne die Symp-
ome im Einzelnen bewuss ü sich du chgehen zu müssen.
E ah ungsscha z
Du ch p ak ische Anwendung heo e ische Konzep e en s andene E -
kenn nisse
➔ E ah ung
Die Feue weh -Diens o sch i 3 e klä heo e isch jeden kleinen Sch i ü einen
konk e en Löscheinsa z. Diese Ablau wi d so lange eingeüb , bis alle Einzelhei en
in den E ah ungsscha z de Einsa zk ä e übe gegangen sind.
20
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Zen ale Beg i e des
Wissensmanagemen s
De ini ionen/
E läu e ungen
Anwendungsbeispiel
im Be ölke ungsschu z
E we b on Wissen
Ve b ei e ung de indi iduellen und o ganisa o ischen Wissensbasis
[15, 21]
➔ Wissensk eislau
Eine BOS ehl nach de Ein üh ung des neuen BHKG (Gese z übe den B andschu z,
die Hil eleis ung und den Ka as ophenschu z) in NRW die nö ige ju is ische Kompe-
enz. Dahe zieh sie eine ex e ne Expe in ü eine Schulung des Pe sonals hinzu
und e wi b sich somi das nö ige Wissen.
E en knowledge
➔ E eigniswissen
Explizi es Wissen
Alles bewuss e, sp achlich o mulie ba es und e sch i lichba es Wis-
sen. Es is allgemein zugänglich und p oblemlos au e schiedene Zu-
sammenhänge übe agba . [11, 12]
➔ Implizi es Wissen
Bei den JUH soll Wissensmanagemen einge üh we den. EineMi a bei e is nun
beau ag die Vielzahl an explizi em, e sch i lich em Wissen, z.B. Büche , Leh bü-
che und Schulungsma e ial, Handlungslei äden, Check-Lis en, Da enbanken,
Diens o sch i en e c. zu sammeln und zu s uk u ie en.
Ex e nes Wissen
Alles Wissen, das eine O ganisa ion und/ode einzelnen Mi gliede n
nich selbs zu Ve ügung s eh und dass sie on auße halb hinzuge-
zogen we den muss [11]
➔ In e nes Wissen
Au de A1 is ein Ge ah en anspo e on de Fah bahn abgekommen. Nach de
wei äumigen Spe ung zieh die Feue weh das TUIS (T anspo -Un all-In o ma-
ions- und Hil eleis ungssys em) des Ve bandes de chemischen Indus ie ü den
achge ech en Umgang mi den en wichenen Chemikalien zu Ra e. Weil dieses Wis-
sen bei de Feue weh in e n nich zu Ve ügung s eh , muss sie au diese ex e ne
Wissensquelle zu ückg ei en.
F
-
-
-
G
Gegens andswissen
Wissen mi Bezug zum "Gegens and", also übe was e was gewuss
wi d [11, 14,15]
➔ A en on Wissen, Inhabe wissen
Kein Beispiel, da Sammelbeg i
Gelbe Sei en
Ve zeichnis, in dem alle Mi a bei enden mi ih en Fähigkei en, ih em
Fachwissen und wei e en Kon ak in o ma ionen egis ie sind. E -
möglich ein schnelles Au inden on Ansp echpa ne . Häu ig mi
dem englischen Beg i Yellow Pages bezeichne . [12, 15, 20]
➔ Me hoden des Wissensmanagemen
Eine BOS leg zu besse en Übe sich in e ne S uk u en Gelbe Sei en an. Jede
Mi a bei ende üll da ü einen S eckb ie mi allen ele an en In o ma ionen aus,
z.B. Name, Ausbildung, Fachkenn nisse, Sp achen, Hobbies, Fo o e c. Mi Hil e eine
Such unk ion können die Mi a bei enden nun schnell, auch übe Ab eilungsg enzen
hinweg, Ansp echpa ne ü bes imm e F agen inden.
Genese on Wissen
Eines de e schiedenen Modelle on Wissensen s ehung. Die Genese
on Wissen is ein Modell on Da enpo und P usak (1999). [9]
➔ Modelle de Wissensen s ehung
Kein Beispiel, da Modell
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Wissensmanagemen s
De ini ionen/
E läu e ungen
Anwendungsbeispiel
im Be ölke ungsschu z
G ound u h
➔ E ah ungsscha z
G oupwa e
In o ma ions- und Kommunika ions echnologie, die gemeinsames
A bei en meh e e Pe sonen übe äumliche Dis anzen hinweg online
a bei en e möglich . Zum Beispiel zu E s ellung on gemeinsamen
Dokumen en, G uppen e minkalende , Videokon e enzsys eme,
schwa ze B e e . [4]
➔ Me hoden des Wissensmanagemen
Eine BOS will zu Einsa z o be ei ung und zum Einsa z o gehen Dokumen e e s el-
len, in de das Fachwissen e schiedene Be eich ein ließ . Da es aus zei lichen
G ünden seh schwie ig is , die en sp echenden Fachleu e an einen Tisch zu b in-
gen, wi d eine Onlinepla o m einge ich e , in de die Be eilig en gemeinsam an
den Dokumen en a bei en können. Sie können dies sowohl zu e schiedenen Zei en
als auch on e schiedenen O en aus un.
H
-
-
-
I
Iden i ika ion on Wissen
Sammlung und Dokumen a ion on Wissen und E ah ungen inne -
halb eine O ganisa ion zu Fes s ellung des bes ehenden Wissensum-
angs. Diese E kenn nisse können dadu ch sowohl o ganisa ionsin e n
als auch -ex e n s uk u ie zu Ve ügung ges ell we den. [21]
➔ Wissensk eislau
Nach de LÜKEX 2018 we den in de Ab eilung K isenmanagemen des BBKs die ge-
wonnenen E kenn nisse de Einsa zk ä e iden i izie , also gesammel , dokumen-
ie und sys ema isch ausgewe e . In Fo m on Lessons Lea ned- und Bes P ac-
ice-Dokumen en, Vo ägen und Wo kshops we den sie sowohl an in e nen als
auch ex e nen In e essie en zu Ve ügung ges ell .
Implizi es Wissen
Indi iduelles, meis in ui i es, in de eigenen Tä igkei und E ah ung
ie e anke es Wissen. O mals is man sich dieses Wissens nich be-
wuss und kann es dahe nu schwe in Wo e assen und wei e ge-
ben. [2, 18]
➔ Explizi es Wissen, E ah ung, A en on Wissen
Eine langjäh ige Mi a bei e in des Räumdiens es in Köln weiß nach eine S u m-
nach in ui i welche S aßen zue s ge äum we den müssen. Die eingehenden
Fak en bes ä igen ih e Ve mu ung. Da sie ku z o ih e Pensionie ung s eh , be-
s eh die Ge ah , dass dieses implizi e Wissen mi ih em Ausscheiden e lo en geh .
Indi iduelles Wissen
Implizi es und/ode explizi es, an eine Pe son, max. an einen engen
Pe sonenk eis gebundenes Wissen [4, 11]
➔ Kollek i es Wissen, E ah ung, Explizi es Wissen, Implizi es
Wissen
Das Wissen, das in eine BOS zu einem bes imm en Sachbes and an eine Pe son o-
de einen engen Pe sonenk eis gebunden is .
In o ma ionen
Fü eine Pe son ode O ganisa ion ele an en Da en. Aus Da en we -
den In o ma ionen und diese bilden die G undlage ü die En s ehung
on Wissen [20]
➔ Modelle de Wissensen s ehung
Die du ch die Auswe ung de Da en zum Rheinpegel en s andenen In o ma ionen
geben Aussagen da übe , dass Hochwasse e eignisse im F ühjah gehäu o kom-
men.

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E läu e ungen
Anwendungsbeispiel
im Be ölke ungsschu z
In o ma ionsmanagemen
Alle P ozesse zu E assung, O ganisa ion und S eue ung on In o ma-
ionen in eine O ganisa ion. Es bilde die G undlage ü ein e ek i es
Wissensmanagemen . [3]
Bei de Ein üh ung eines Wissensmanagemen s kann eine BOS au die in e ne Da-
enbank als In o ma ionsmanagemen sys em au bauen, in de die Mi a bei enden
säm liche In o ma ionen zu e gangenen Einsä zen einge agen haben.
Inhabe wissen
Wissen mi Bezug zum "Inhabe ", also wie das Wissen mi de Pe son
ode O ganisa ion e bunden is [11, 14, 15]
➔ Gegens andswissen, A en on Wissen
Kein Beispiel, da Sammelbeg i
Ins umen e des
Wissensmanagemen s
➔ Me hoden des Wissensmanagemen
In e nes Wissen
Inne halb eine O ganisa ion o handenes Wissen [11]
➔ Ex e nes Wissen, A en on Wissen
Das Wissen, das inne halb eine BOS zu einem bes imm en Sachbes and o handen
is , im Gegensa z zu dem Wissen, das da ü on auße halb he angezogen we den
muss.
J
-
-
-
K
Kodie es, objek i ie es Wissen
Explizi o handenes Wissen in Fo m on Da enbanken, Fo meln, Re-
geln usw. [14]
➔ Explizi es Wissen, Inhabe wissen, objek i es Wissen
Alles Wissen, das in eine BOS sch i lich dokumen ie is und in Da enbanken ode
Büche n e c. nachgeschlagen we den kann, z.B. Handlungslei äden, Fo meln (wie
z.B. die Risiko o mel)
Kollegiale Ne zwe ke
Ne zwe ke, in denen sich Fachleu e o ganisa ionsin e n und -ex e n
mi einande übe gemeinsame achliche Themen und E ah ungen
aus auschen [2, 11]
E ah ung
Die Füh ungsk ä e meh e e DRK und THW O s e bände e en sich egelmäßig
und besp echen die Einsa z ak ik ü kommende Ve ans al ungen. Du ch diesen
achlichen Aus ausch bilden sie kollegiale Ne zwe ke
Kollek i es Wissen
Wissen, übe das alle ode zumindes iele Mi gliede eine O ganisa-
ion e ügen, ode gemeinsam da au zug ei en können [2, 11]
➔ Indi iduelles Wissen, objek i es Wissen, Subjek i es Wissen
Das kollek i e Wissen, das in eine BOS zu einem bes imm en Sachbes and allge-
mein e ügba und nich an bes imm e Pe sonen gebunden is , z.B. Handlungslei -
äden, Vo sch i en, e ablie e Ve hal ensweisen e c.
Konzep ionelles Wissen
Die Fähigkei om Einzel all au gene elle Mus e zu schließen [11, 14]
➔ Inhabe wissen
Nach meh e en Einsä zen au G oß e ans al ungen, bei denen ein DRK-Mi glied
au geb ach e Besuche Innen be uhig ha , kann e je z e kennen, mi Hil e welche
psychologischen Techniken e p inzipiell be uhigend au Menschen einwi ken kann.
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Zen ale Beg i e des
Wissensmanagemen s
De ini ionen/
E läu e ungen
Anwendungsbeispiel
im Be ölke ungsschu z
Konzep uelles Wissen
Wissen übe Sachbes ände (Fak enwissen) [11, 14, 15]
Gegens andswissen
In Ausbildungsleh gängen an de AKNZ le nen die Teilnehmenden die Ände ungen
on Gese zen und Vo sch i en, z.B. die Neue ungen in de Konzep ion Zi ile Ve -
eidigung (KZV)
Kul u elles Wissen
In de jeweiligen O ganisa ionkul u o handenes Wissen, Selbs e -
s ändnis, die gemeinsamen O ien ie ungen und We e. Wi d on den
Mi gliede n du ch Sozialisa ionsp ozesse an neue Mi gliede wei e ge-
geben. [14]
➔ Inhabe wissen, Implizi es Wissen
Abgesehen om übe g ei enden Ziel im Be ölke ungsschu z, Menschen in No lagen
zu hel en, se z jede einzelne BOS ü sich noch einmal in e n Schwe punk e, z.B.
lieg o allem die echnische Komponen e in de Hand des THWs, wäh end die
Hil so ganisa ionen ehe einen medizinischen und be euungs echnischen Fokus ha-
ben.
L
Le nende O ganisa ion
Du ch Wissensmanagemen wi d eine O ganisa ion zu "le nenden O -
ganisa ion". Diese se z sowohl die Le nbe ei scha de Mi a bei en-
den o aus als auch eine O ganisa ionskul u , in de Wissens- und E -
ah ungsaus ausch g undlegende Bes and eil sind. [22]
Kein Beispiel, da Obe beg i
Lessons Lea ned
Sys ema ische Dokumen a ion und Au be ei ung on E ah ungen in
eine O ganisa ion, du ch die sie aus E olgen und Misse olgen sys e-
ma isch le nen und ih e P ozesse op imie en kann [15, 17]
➔ Me hoden des Wissensmanagemen
Nach einem Einsa z wi d im Team nach eine bes imm en S uk u au gea bei e ,
was gu und was wenige gu gelau en is . Die E kenn nisse we den anschließend in
zukün ige Einsa zabläu e in eg ie .
M
Me akogni i es Wissen
➔ Konzep ionelles Wissen
Me hoden des Wissensma-
nagemen
Hil smi el zu p ak ischen Anwendung und Umse zung des Wissens-
managemen [14]
Mi Hil e e schiedene Ins umen e und Me hoden (z.B. B ains o ming, Lessons
Lea ned, Bes P ac ice, Übungen, Planspiele, Fo bildungen, Dokumen ensys eme,
Kollegiale Ne zwe ke, G uppenmee ings e c.) kann das Wissensmanagemen eine
BOS in die P axis umgese z we den.
Modelle des Wissensmanage-
men s
In de Fachli e a u we den die Bezeichnungen "Wissensmanagemen -
modell" und "Wissensmodell" nich deu lich un e schieden. Dahe
we den hie im Glossa en sp echende Wissensmanagemen lösungen
als "Ansä ze on Wissensmanagemen " bezeichne .
Kein Beispiel, da Obe beg i
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Wissensmanagemen s
De ini ionen/
E läu e ungen
Anwendungsbeispiel
im Be ölke ungsschu z
Modelle de Wissensen s ehung Es gib e schiedene Modelle, wie Wissen en s eh , z.B. Wissenspy a-
mide, Wissensspi ale, Wissens eppe, Genese on Wissen. [11]
Kein Beispiel, da Sammelbeg i
N
Nich wissen
Bewuss e ode unbewuss e Mangel an Wissen als unumgängliche
Bes and eil on Wissensmanagemen [13, 20]
Nich wissen is bis zu einem bes imm en Ausmaß un e meidba e Bes and eil des
Be ölke ungsschu zes und de bewuss e Blick au ehlende Bes ände on Wissen
kann zu eine Übe lebens age we den. Alle dings is es wich ig abzuwägen, wie iel
Wissen und Nich wissen ü eine konk e e En scheidungssi ua ion nü zlich is .
No ma i es Wissensziel
Ve anke ung de Bedeu ung on Wissen im O ganisa ionslei bild und
in de O ganisa ionskul u [12]
➔ Ziele on Wissen, ope a i es Wissensziel, S a egisches Wis-
sensziel
Als einen de zen alen Punk e ih es O ganisa ionslei bildes leg eine BOS als no -
ma i e Wissensziel es , dass Wissen eine he aus agende Rolle ü die E üllung ih-
e Au gabe im Be ölke ungsschu z spiel . Da ü möch e sie das Wissen und die E -
ah ungen aus den e gangenen Einsä zen zielge ich e ü zukün ige Einsä ze nu -
zen.
Nu zung on Wissen
Eines de Ziele des Wissensmanagemen s eine O ganisa ion zu Be-
wäl igung ih e Au gaben [21]
➔ Wissensk eislau
Mi Hil e on Handlungslei äden, Wei e bildungen e c. wi d den Mi gliede n eine
BOS das Wissen aus ühe en Einsä zen zu Ve ügung ges ell . So können sie es ü
zukün ige Lagebewäl igungen nu zen.
O
objek i es Wissen
Synonym zu allgemein gül igem, Kollek i es Wissen und Gegensa z zu
an den Menschen gebunden, indi iduellem Wissen [11, 15]
Das objek i e Wissen, das im Be ölke ungsschu z zu einem bes imm en Sachbe-
s and allgemein ane kann und e ügba is , z.B. Handlungslei äden, Leh büche
e c.
ope a i es Wissensziel
Umse zung de s a egischen Wissensziele im äglichen A bei sablau
[21]
➔ Ziele on Wissen, No ma i es Wissensziel, S a egisches
Wissensziel
Um ih e Expe ise im Be eich echnische Sys eme zu T inkwasse e so gung in e n
auszubauen, leg eine BOS als ope a i es Wissensziel es , dass die Mi a bei e Innen
und Hel e Innen de humani ä en No hil e jäh lich d ei Schulungen besuchen sol-
len.
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Wissensmanagemen s
De ini ionen/
E läu e ungen
Anwendungsbeispiel
im Be ölke ungsschu z
O ganisa ionales Wissensma-
nagemen
Beg i wi d in Abg enzung zum Beg i "Pe sönliches
Wissensmanagemen " e wende . Bei o ganisa ionalem
Wissensmanagemen handel es sich um eine Un e nehmenss a egie.
Dabei wi d mi Hil e on P ozessen und Me hoden
Wissensmanagemen in eine O ganisa ion einge üh .
Kein Beispiel, da Obe beg i
P
Pe sönliches Wissensmanage-
men
Wissensmanagemen des einzelnen Mi a bei e s. Es gib ähnliche Teil-
p ozesse wie beim O ganisa ionales Wissensmanagemen , de Fokus
lieg abe au den pe sönlichen Be eichen und dem indi iduellen e -
an wo ungsbewuss en Umgang mi In o ma ionen und Wissen.
Kein Beispiel, da Obe beg i
Planspiele
Anhand des Du chspielens on komplexen Si ua ionen le nen die Teil-
nehmenden e schiedene Handlungsop ionen kenne und e wei e n so
ih E ah ungswissen in einem isiko eien Rahmen [15]
➔ Me hoden des Wissensmanagemen
Um au aku e Ge ah ensi ua ionen besse eagie en zu können, üh en BOS im Vo -
eld mögliche Szena ien als Planspiele du ch.
P ocedu al knowledge
➔ P ozesswissen
P ozesswissen
Wissen übe P ozesse, also (au oma isie e) Abläu e und Zusammen-
hänge [14, 15]
➔ Gegens andswissen
In eine BOS wissen alle Mi a bei ende wie die Meldewege inne halb und zwischen
Ab eilungen ablau en, abe auch z.B. nach welchen Sch i en ein Einsa z e olg .
QR
-
-
-
S
SECI-Modell
➔ Wissensspi ale
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Zen ale Beg i e des
Wissensmanagemen s
De ini ionen/
E läu e ungen
Anwendungsbeispiel
im Be ölke ungsschu z
Z
Ziele on Wissen
Rich ungsgebend ü das Wissensmanagemen . Sie legen es , welche
Bes ände on Wissen in eine O ganisa ion au gebau we den und las-
sen sich in no ma i e, s a egischen und ope a i e Wissensziele un e -
scheiden.[12, 15]
In eine BOS soll ein Wissensmanagemen einge üh we den. Übe die Fes legung
de Wissensziele wi d ein Plan e s ell , mi welchen Mi eln und Maßnahmen in
welchen Be eichen welches Know-How au gebau we den soll.

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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Abbildung Wissensk eislau
Wissen iden i i-
zie en
Wissen bewah en
Wissen nu zen
Wissen ( e ) ei-
len
Wissen en wi-
ckeln
Wissen e we ben
Wissensziele
Wissen bewe en
Abbildung 1: Wissensk eislau nach P obs e . al. (2012)
34
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Abbildung Wissenspy amide
Abbildung 2: Wissenspy amide nach Aamod und Nygå d (1995)
35
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Abbildung 3: Wissensspi ale, auch SECI-Modell genann nach Nonaka und Takeuchi (1995)
Abbildung Wissensspi ale/SECI-Modell
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Abbildung 4: Genese on Wissen nach Da enpo und P usak (1999)
Abbildung Genese on Wissen
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Abbildung Wissens eppe
Abbildung 5: Wissens eppe nach No h (2016)

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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Abbildung TOM-Modell
Abbildung 6: TOM-Modell nach Ge ha ds und T aune (2011)
39
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Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
4. Li e a u e zeichnis Einlei ung und Glossa
[1] Aamod , A. and Nygå d, M. (1995), “Di e en oles and mu ual dependencies o da a, in o ma ion, and
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[2] Aue , T. and S u z, W. (Eds.) (2007), ABC de Wissensgesellscha , 1. Au l., Doculine-Ve l.-GmbH, Reu lingen.
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den.
[5] Bullinge , H.-J., Wö ne , K. and P ie o, J. (1998), “Wissensmanagemen . Modelle und S a egien ü die P a-
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[6] Bü gel, H.D. (Ed.) (1998), Wissensmanagemen , Sp inge Be lin Heidelbe g, Be lin, Heidelbe g.
[7] Co ey, S.R. and P oß-Gill, I. (2006), De 8. Weg: Mi E ek i i ä zu wah e G öße; mi 8 Filmen au DVD, GA-
BAL Managemen , 3. Au l., GABAL, O enbach.
[8] Da enpo , T.H. and P usak, L. (1999), Wenn Ih Un e nehmen wüß e, was es alles weiß: Das P axishand-
buch zum Wissensmanagemen , 2. Au lage, Ve lag Mode ne Indus ie, Landsbe g/Lech.
[9] Da enpo , T.H. and P usak, L. (2010), Wo king knowledge: How o ganiza ions manage wha hey know,
[Nachd .], Ha a d Business School P ess, Bos on, Mass.
[10] Feke e, A. and Hu schmid , G. (Eds.) (2018), Machba kei ss udie ü einen A las de Ve wundba kei und
Resilienz: Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z.
[11] Ge ha ds, S. and T aune , B. (2011), Wissensmanagemen : 7 Baus eine ü die Umse zung in de P axis, 4.
Au l., Ca l Hanse Fachbuch e lag, s.l.
[12] Ka u z, H., Geie , W. and Mi schke, T. (Eds.) (2017), Be ölke ungsschu z: No all o so ge und K isenma-
nagemen in Theo ie und P axis, Sp inge Be lin Heidelbe g, Be lin, Heidelbe g, s.l.
[13] Ka enkamp, O. (2011), Implizi es Wissen in O ganisa ionen: Konzep e, Me hoden und Ansä ze im Wissens-
managemen , Zugl.: Do mund, Techn. Uni ., Diss., 2010, Do munde Bei äge zu Sozial o schung, 1.
Au l., VS Ve lag ü Sozialwissenscha en / Sp inge Fachmedien Wiesbaden GmbH Wiesbaden, Wiesbaden.
[14] Lehne , F. (2014), Wissensmanagemen : G undlagen, Me hoden und echnische Un e s ü zung, 5., ak uali-
sie e Au lage, Hanse , München.
[15] Meusbu ge , G. (2018), Un e nehmens üh ung mi Wissensmanagemen : Wissenso ien ie es Manage-
men aus de P axis, Meusbu ge Gun am GmbH, Wol u .
[16] Mi elmann, A., Della Schia a, M., Dücke , S. and Te hoe en, G. (2011), We kzeugkas en Wissensmanage-
men , Books on Demand GmbH, No de s ed .
[17] Nonaka, I. and Takeuchi, H. (1995), The knowledge c ea ing company: How Japanese companies c ea e he
dynamics o inno a ion, Ox o d Uni . P ess, New Yo k.
[18] No h, K. (2016), Wissenso ien ie e Un e nehmens üh ung: Wissensmanagemen ges al en, 6., ak uali-
sie e und e wei e e Au lage, Sp inge Gable , Wiesbaden.
[19] Pi che , R. (Ed.) (2014), Wissensmanagemen , Wissens ans e , Wissensne zwe ke: Konzep e, Me hoden,
E ah ungen, Publicis, Some e .
[20] P obs , G.J.B., Raub, S.P. and Romha d , K. (2012), Wissen managen: Wie Un e nehmen ih e we olls e
Ressou ce op imal nu zen, 7. Au l., Sp inge Gable , Wiesbaden.
[21] Reinmann, G., Mandl, H., E lach, C. and Neubaue , A. (2001), Wissensmanagemen le nen: Ein Lei aden
zu Ges al ung on Wo kshops und zum Selbs le nen, Bel z Wei e bildung, Bel z, Weinheim.
[22] S embe , J. and Göbel, A. (2013), Wissensmanagemen in ö en lichen Ve wal ungen: Gemeinsame empi i-
sche S udie de Ma e na GmbH In o ma ion & Communica ions und de Hochschule Ha z Fachbe eich Ve -
wal ungswissenscha en.
40
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Glossa - Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
5. Wissenscha liche Aus üh ungen zum Thema Wissensmanagemen
im Be ölke ungsschu z
Die nach olgenden Ausa bei ungen zum Thema Wissen und Wissensmanagemen sind de Ve ö en -
lichung „Machba kei ss udie ü einen A las de Ve wundba kei und Resilienz (A las VR) – Wissens-
managemen im Be ölke ungsschu z“ on Hu schmid und Feke e (H sg.) (2018) en nommen. Diese
bilde den neues en S and de Fo schung zum Thema Wissensmanagemen allgemein und im Be öl-
ke ungsschu z be ei s so um assend und di e enzie ab, dass eine wei e e Ve ö en lichung keinen
Meh we e geben hä e. Mi dem Ein e s ändnis de Au o Innen Blank-Go ki, Hu schmid und Feke e
haben wi aus diese Ve ö en lichung die Kapi el I-IV und VII übe nommen und nu hie und da ein
paa kleine Ände ungen o genommen. Mi diesen Ände ungen wi d die inhal liche Aussage des U -
sp ungs ex es nich e ände . Es soll dami lediglich ein zusammenhängende Lese luss e eich we -
den, de du ch das Weglassen on Kapi el V und VI ansons en un e b ochen wo den wä e. Dies gil
auch ü die S ellen, wo wi eigene E gänzungen hinzuge üg haben. Diese sind deu lich mi „No e
al.“ gekennzeichne .
!
Gab iele!Hu schmid !!&!Alexande !Feke e!(H sg.)!
Wissensmanagemen !
im!Be ölke ungsschu z!
Machba kei ss udie! ü !einen!A las!de !
Ve wundba kei !und!Resilienz!(A las!VR)!!!
Au o en:!Ve ena!Blank-Go ki!▪!Lukas!Edbaue !▪!Alexande !Feke e!▪!
Gab iele!Hu schmid .!Un e !Mi a bei ! on:!Ma in!Blümel!▪!Ma in!
Hilljege des!▪!Ma cel!Kös e !
!
3
beein luss , e besse und übe g ei end e ne z we den kann. In diesem Zusammenhang bezieh
Wissensmanagemen als übe geo dne es Konzep die be ei s genann en Aspek e „Wissense we b und
- e mi lung“ sowie „Wissens ans e “ mi ein. Kapi el II und III machen dies im De ail deu lich. Da übe
hinaus zeig Kapi el III au , dass im Wissensmanagemen ein ganzhei liche Ansa z im Vo de g und
s eh . Technische Sys eme zu Speiche ung und Kommunika ion on Inhal en allein g ei en zu ku z. Nu
gemeinsam mi dem Blick au Ne zwe ks uk u en, neue Fo men des o ganisa ionalen Le nens und eine
in elligen e Ano dnung on O ganisa ionss uk u en e gib sich ein ag ähiges
Wissensmanagemen konzep (Ka enkamp 2011; Lehne 2012).
Wie können diese heo e ischen G undlagen und Übe legungen nun ü den Be ölke ungsschu z
genu z we den? Diese F age widme sich Kapi el IV und zeig au , welche Ansä ze aus dem
Wissensmanagemen wie ü den Be ölke ungsschu z genu z we den können. Kapi el V ass die
Ke naspek e de Da s ellung on Wissen und Wissensmanagemen noch einmal zusammen und
e such einen Ausblick zu geben.
Zusammenge ass :
 Wissen is eine zen ale und handlungsbeein lussende Ressou ce.

Wissen im Be ölke ungsschu z kann aus un e schiedlichen Pe spek i en be ach e
we den: Wissense we b und -
e mi lung sowie Wissens ans e sind mögliche
Schwe punk e. Wissensmanagemen g ei beide Aspek e als wesen liche Elemen e au und
bie e einen um assenden Ansa z zum sys ema ischen und bewuss en Umgang mi Wissen.

Wissensmanagemen dien de Ve besse ung und sys ema ischen Ve ne zung on
pe sonen- ode o ganisa ionsbezogenen Wissensbes änden.
 De A las VR zeig als Pilo e sion Möglichkei en sowie die Vo -
und Nach eile ü
Wissense we b und -
ans e im Kon ex eines Wissensmanagemen konzep es im
Be ölke ungsschu z au .
2. Wissensmanagemen : Vom Beda und Meh we ü den Be ölke ungsschu z
Wissensmanagemen (de englische Te m „knowledge managemen “ inde sich im Deu schen ebenso)
ha seine Wu zeln u.a. im wi scha lichen Kon ex . Auch wenn sich iele wei e e
Wissenscha sbe eiche mindes ens ebenso in ensi und o allem länge mi Aspek en beschä igen,
die unmi elba mi dem Thema zusammenhängen. Dazu gehö en nich zule z die Philosophie, die
Psychologie, die Soziologie, die Pädagogik u. . m. Vo allem Un e nehmen sind au de Suche nach
Lösungen, wie In o ma ionen und Wissen sys ema isie und „gemanag “ we den können. Mi dem
Ziel, die P oduk i i ä zu s eige n, wu den zunächs o allem IT-Lösungen einge üh ; Da enbanken zu
Speiche ung und Visualisie ung on explizi en Wissensbes änden s anden dabei im Vo de g und (G an
2007; Ka enkamp 2011). Mi Fo en wicklung und wissenscha liche Fundie ung des Themen eldes
wu de deu lich, dass diese ein echnische Sich weise zu ku z g ei . Die Bedeu ung de „sozialen
Dimension“ on Wissen – dem Menschen als Wissens äge – wu de zunehmend deu liche .
Gesam sys eme de Gewinnung, S uk u ie ung, O ganisa ion und Nu zba machung on Wissen –
bezogen au den indi iduellen Kon ex sowie au den o ganisa o ischen Rahmen – e wei e n die
Pe spek i e.

4
Hin e g und all diese En wicklungen is die F age, wa um es ü O ganisa ionen eine He aus o de ung
is , ih Wissens epe oi e abzu u en bzw. „why o ganiza ions do no know wha hey know” (Szulanski
1996, S. 38). Auch in O ganisa ionen des Be ölke ungsschu zes en s ehen in de all äglichen
A bei sp axis imme wiede Si ua ionen, in denen eigen lich e ügba es Wissen nich ab u ba is .
Häu ig lieg das an (1) Unkenn nis übe Wissensbes ände, (2) Kommunika ionsde izi en und/ode (3)
Flüch igkei on Wissen, das an einzelne, nu empo ä eingese z e Mi a bei e geknüp is
(Ka enkamp 2011; Lehne 2012; Penede 2013; Szulanski 1996; P obs e al. 2012).
Gleichzei ig wi d die No wendigkei , bes ehendes Wissen als zen ale Ressou ce nu zen zu können, als
wesen lich eingeschä z . Zu diesem E gebnis kamen die Teilnehme eines Wo kshops, de im Rahmen
de Machba kei ss udie zum A las VR du chge üh wu de ( gl. Kapi el IV). In Behö den und
O ganisa ionen des Be ölke ungsschu zes exis ie en zwa Maßnahmen, um o handenes Wissen zu
s uk u ie en und e ügba zu machen, diese sind jedoch häu ig Insellösungen.
O ganisa ionsübe g ei ende Lösungen haben bishe ehe eine un e geo dne e Bedeu ung gespiel .
Dabei is o allem in de Vo be ei ung abe auch in de Aba bei ung und Nachbe ei ung on K isen
und Ka as ophen ein in e disziplinä e Aus ausch übe O ganisa ionsg enzen hinweg une lässlich.
De Rückg i au be ei s bes ehende Wissensbes ände aus o angegangenen ähnlichen Si ua ionen,
de Aus ausch übe spezi ische Kenn nisse und Fähigkei en wi d o allem on En scheide n und
P ak ike n als Wunsch genann , um das „Rad nich jedes Mal neu e inden zu müssen“, wie es ein
Teilnehme des e wähn en Wo kshops o mulie e. Besonde e Beach ung soll en hie bei
Re e enzdisziplinen des Wissensmanagemen s (Anme kung on No e al.)
Lehne (2014) beschä ig sich aus üh lich mi den zahl eichen Re e enzdisziplinen des
Wissensmanagemen s. Seine Wu zeln ha Wissensmanagemen o allem in den Konzep en des
O ganisa ionalen Le nen und des O ganisa ionalen Gedäch nisses. Abe Wissensmanagemen und die
F age „Wie gehen O ganisa ionen mi Wissen um?“ is inzwischen auch Gegens and iele ande e
wissenscha liche Disziplinen. Lehne nenn hie o allem die Teildisziplinen de In o ma ik und
in o ma iknahen Wissenscha en (u.a. In o ma ik, Wi scha sin o ma ik), de
Wi scha swissenscha en (u.a. Managemen wissenscha en, Pe sonalwissenscha en,
O ganisa ionswissenscha en) und de Humanwissenscha en (u.a. Psychologie und Soziologie, hie
o allem die Wissenssoziologie). Da übe hinaus haben auch ande e Disziplinen Ein luss au die
E o schung und En wicklung on Wissensmanagemen , z.B. die Philosophie, Pädagogik,
Rech swissenscha en, Medienwissenscha en, Volkswi scha sleh e ode Poli ikwissenscha en.
Diese Vielzahl de Re e enzdisziplinen zeigen, wie in e disziplinä dieses Feld is . Du ch die
un e schiedlichen He angehensweisen de einzelnen Wissenscha sgebie e is eine sei s die
einhei liche De ini ion wich ige Beg i e schwe und es inden sich iele un e schiedliche Me hoden,
Techniken und Ansä zen des Wissensmanagemen s. Ande e sei s bes ehen zwischen den Konzep en
zahl eiche Ve bindungen, wodu ch wiede um eine kla e T ennung diese Konzep e und Au eilung
nach Disziplinen nich möglich is .
5
Einsa zauswe ungen und die Iden i izie ung on sog. „bes p ac ice“-Konzep en e ah en. Dabei is es
eine besonde e He aus o de ung, die speziellen S uk u en des Be ölke ungsschu zsys ems in
Deu schland zu be ücksich igen: Die Di e enzie ung zwischen haup - und eh enam lich Tä igen üh
zu einem g oßen Pool an un e schiedlichem Wissen, das in einem ielglied igen Sys em „gespeiche “
is . Wie dieses Wissen sys ema isch iden i izie und als Ressou ce genu z we den kann, muss eben alls
Teil eines Wissensmanagemen konzep es ü den Be ölke ungsschu z sein ( gl. Kapi el IV).
Zusammenge ass :

Wissensmanagemen beschä ig sich mi de Gewinnung, S uk u ie ung, O ganisa ion
und Nu zba machung on Wissen.
 Die Ressou ce Wissen wi d in O ganisa ionen nich imme konsequen und op imal genu z ;
Wissen e odie .

Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z bezieh sich sowohl au eine
o ganisa ionsin e ne als auch au eine o ganisa ionsübe g ei ende Pe spek i e.

Wesen liches Elemen on Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z is die F age nach
be ei s exis ie enden In o ma ions- und Wissensbes änden –
besonde s in Bezug au
Einsa zauswe ungen und bes -p ac ice-Konzep e.
6
II. Wissen: Be ach ungen zu einem ielschich igen Konzep
Ve ena Blank-Go ki
Den Beg i „Wissen“ eindeu ig zu de inie en, is keine leich e Au gabe. Es exis ie en unzählige
Aus üh ungen und Zusch eibungen in un e schiedlichen Fachdisziplinen zu diesem Beg i . Be ei s
Philosophen de An ike wie Pla on ode A is o eles haben sich mi dem Wesen on Wissen
auseinande gese z . Sei dem is es Gegens and iel äl ige wissenscha liche Disku se. Im Folgenden
we den G undlagen und Un e scheidungen des Beg i s o ges ell und hinsich lich ih e Rele anz ü
F ages ellungen zum Wissensmanagemen eingeo dne .
1. Wissen: G undlagen und Modelle
Un e schiedliche Sich weisen übe die Na u und Bescha enhei on Wissen machen es schwe , eine
eindeu ige Beg i sbes immung o zunehmen. Vielmeh schein es so zu sein, dass es „übe das Wesen
on Wissen […] seh un e schiedliche Vo s ellungen [gib ], die nich du ch De ini ionen au gelös
we den können“ (Lehne 2012, S. 58). De bekann es e Disku s bezieh sich au zwei Pe spek i en:
Wissen wi d eine sei s als (1) objek i und allgemeingül ig sowie (2) als subjek i und an Menschen
gebunden besch ieben.
Die e s e Sich weise geh da on aus, dass es Wissen gib , das losgelös om Indi iduum gespeiche is
(Poppe 1973) und au g und eine „objek i en Gewißhei “ (Kan 1978) ü alle Menschen gleich
zugänglich is . Dami sind beispielsweise ma hema ische Gleichungen ode ande e
na u wissenscha liche Gese zmäßigkei en gemein , die allgemein als „wah “ angenommen we den.
Da in lieg de en scheidende Un e schied zu subjek i o ien ie en Sich weise. Hie bei wi d Wissen
als Zus and ode Fähigkei eines Indi iduums e s anden (Poppe 1973). Da sich die meis en
Wissensmanagemen -Maßnahmen au die subjek i e Fo m on Wissen beziehen, s eh diese
Pe spek i e in den wei e en Be ach ungen im Vo de g und.
Mi de subjek i en De ini ion is die Annahme e bunden, dass Wissen an Menschen gebunden is und
es sich um ein soziales Kons uk handel . Es en s eh , wenn In o ma ionen on Indi iduen ode auch
O ganisa ionen au genommen und in E ah ungskon ex e eingeo dne we den (Da enpo und P usak
1999; Ka enkamp 2011). Wissen wi d demnach als E gebnis eines P ozesses de Ve a bei ung on
In o ma ion bzw. Da en und Zeichen gesehen. Ve schiedene Modelle e deu lichen diesen
Zusammenhang ( gl. Aamod und Nygå d 1995; No h 2002; Da enpo und P usak 1999 und Abbildung
II.1, II.2 und II.3).
7
Abbildung II.1: Wissenspy amide (nach Aamod und Nygå d 1995, Abbildung nach He mann 2012, eigene
Da s ellung)
Abbildung II.2: Wissens eppe (nach No h 2002, eigene Da s ellung)
Basis de meis en Modelle sind Zeichen ( gl. Abb. II.1 und II.2), die mi els Sinneswah nehmungen on
ealen Objek en abgelei e we den (die Semio ik be ass sich mi eine solch g undsä zlichen
Un e eilung). Dabei handel es sich um unzusammenhängende Buchs aben ode Zahlen, die e s du ch
eine bes imm e Reihen olge (sog. Syn ax) Sinn e geben. In manchen Modellen wi d auch de Beg i
8
„Fak en“ e wende ( gl. Abbildung II.3). Diese Ka ego ie ass Zeichen und Syn ax zusammen und
besch eib somi eben alls die G undlage ü die En wicklung on Wissen.
Abbildung II.3: Genese on Wissen (nach Da enpo und P usak 1999, Abbildung nach Weichselga ne und Pigeon
2015, eigene Da s ellung)
Da en sind aus Zeichen bzw. Fak en esul ie ende Messungen ode Beobach ungen, die alle dings noch
kon ex unabhängig exis ie en. Eine Bedeu ung e hal en sie e s , wenn sie eine sys ema ische Selek ion
e ah en. Pe sonen ode O ganisa ionen sammeln Da en ü die Bea bei ung eines bes imm en
Sach e hal s und lassen diese somi zu ele an en In o ma ionen we den (Pi che 2014). Im Kon ex
des Be ölke ungsschu zes übe nehmen diese Au gabe bspw. Lei s ellen und Lagezen en. Unabhängig
da on, ob es sich um ein Hochwasse , einen g oß lächigen S omaus all ode einen Massenan all on
Ve le z en (MANV) handel : Je nach Lage we den Da en gesich e , sys ema isch au genommen und mi
Sachbezug au be ei e . Au diese Weise en s ehen In o ma ionen, die ü die Aba bei ung eine No lage
en scheidend sein können. In o ma ionen haben dami einen hemenspezi ischen und gleichzei ig
subjek i en Bezug: Die Pe son ode O ganisa ion, die sie im P ozess de Da ensich ung als ele an
auswähl , miss ih eine en sp echende Bedeu ung bei.
Wissen und In o ma ionen s ehen in enge Ve bindung zueinande . Die o ganisie e und e lek ie e
Ve a bei ung on In o ma ionen kann die En s ehung on Wissen nach sich ziehen: We den
In o ma ionen in pe sönliche, indi iduelle E ah ungskon ex e in eg ie , können sich neue kogni i e
Ve knüp ungen en wickeln (Da enpo und P usak 1999; Ka enkamp 2011; Pi che 2014), die den

9
„Wissensinhabe “ zu Handlungen e anlassen (Lehne 2012, S. 58). So we den bspw. bei de
En scheidung ü ode gegen eine Maßnahme bei de Bekämp ung on Hochwasse (z. B. geziel e
Ö nung on Dämmen ode Deich o en) im bes en Fall alle e ügba en und ele an en
Lagein o ma ionen be ücksich ig . Gleichzei ig g ei en die Füh ungsk ä e und En scheide au eigene
be ei s exis ie ende Wissensbes ände aus Fachkenn nissen, ühe en E ah ungen, usw. zu ück ode
ziehen die jeweiligen Expe en hinzu.
Vo diesem Hin e g und wi d deu lich, dass Wissen sich nich eindimensional e klä en läss . Zwa is
die Au nahme und Ve a bei ung on In o ma ionen ein en scheidende Baus ein, um neues Wissen zu
gene ie en. Abe die be ei s bes ehenden indi iduellen Wissenss uk u en en scheiden da übe , wie
die neuen Elemen e au genommen und e a bei e we den. Abbildung II.4 zeig e schiedene
Bes and eile on Wissen, die nich imme ennscha zu un e scheiden sind und eine g oße
Schni menge un e einande au weisen (Da enpo und P usak 1999).
Abbildung II.4: Bes and eile on Wissen (nach Da enpo und P usak 1999, eigene Da s ellung)
Wie Menschen In o ma ionen e a bei en und neues Wissen gene ie en, häng in besonde em Maße
on o angegangenen E ah ungen ab. F ühe e Tä igkei en und Si ua ionen bilden die G undlage, au
denen neue Aspek e eingeo dne und bewe e we den können. Eng dami e knüp is das Konzep
de „P axis“. Im Englischen auch als „g ound u h“ (Da enpo und P usak 1999, S. 8) bezeichne , is
dami das Wissen gemein , dass du ch die p ak ische Anwendung heo e ische Konzep e und den
da aus esul ie enden E kenn nissen en s anden is . Bezogen au das he e ogene Feld des
Be ölke ungsschu zes sind hie bei o allem E ah ungen aus zu ückliegenden Einsä zen zu
10
Aba bei ung on komplexen Ge ah en- und Schadenslagen als zen al einzuo dnen. Da übe hinaus
lassen sich abe auch bspw. die p ak ische Anwendung on p ä en i en Schu zmaßnahmen und die
Du ch üh ung on Übungen benennen. Zu zen alen Bedeu ung on p ak ischem Wissen und
E ah ungswissen ü den Be ölke ungsschu z in Bezug au Aspek e on Wissensmanagemen inden
sich in Kapi el IV wei e e Aus üh ungen.
Zwei wei e e zen ale Bes and eile on Wissen sind die Fähigkei komplexe Sach e hal e au zunehmen
und sich ein U eil zu bilden. Im Gegensa z zu In o ma ionen und Da en beinhal e indi iduelles Wissen
auch imme einen bes imm en An eil an pe sönliche Meinung. Basie end au E ah ungen und
Vo kenn nissen, abe auch au Heu is iken (Daumen egeln, In ui ion) sowie indi iduellen We en und
Annahmen en scheiden Menschen da übe , wie neue, komplexe In o ma ionen au genommen und
e a bei e we den. Diese P ozess läu zu einem g oßen Teil unbewuss ab (Pi che 2014).
Zusammenge ass :
 De Beg i „Wissen“ läss sich au iel äl ige
Weise und aus un e schiedlichen
wissenscha lichen Pe spek i en de inie en; eine einhei liche Beg i sbes immung is nich
möglich.
 Wissen wi d hie als Zus and bzw. Fähigkei eines Indi iduums e s anden.
 Wissen is das E gebnis eines P ozesses de Ve a bei ung on In o ma ion bzw. Da en und
Zeichen.

Wissen en s eh au Basis be ei s bes ehende kogni i e Wissenss uk u en
(Vo e ah ungen, Fachwissen, Heu is iken, e c.)
2. A en on Wissen
Im o angegangenen Abschni s anden die Genese und die e schiedenen Bes and eile on Wissen im
Vo de g und. Im Hinblick au die speziellen F ages ellungen on Wissensmanagemen ( gl. Kapi el III)
is es da übe hinaus sinn oll, sich mi un e schiedlichen A en und E scheinungs o men on Wissen
auseinande zuse zen.
Die am häu igs en e wende e Di e enzie ung bezieh sich au implizi es und explizi es Wissen
(Nonaka und Takeuchi 1995; Polanyi 1962, 1985). Hie bei lieg de wesen liche Un e schied in de
„A ikula ions ähigkei “ (Ka enkamp 2011, S. 56): Explizi es Wissen is a ikulie ba und bewuss , es
lieg in g ei ba en Dokumen en, Büche n usw. o . Implizi es Wissen hingegen is nich olls ändig
a ikulie ba , is e ah ungsbasie und unbewuss . Es bezieh sich au das Können und pe sönliche
E ah ungen on Indi iduen ode O ganisa ionen. Demen sp echend kann es nich ohne wei e es
geäuße bzw. ex e nalisie und on ande en Pe sonen genu z we den.
Auch im Kon ex des Be ölke ungsschu zes sind beide Wissens o men zu inden. Be ich e zu
Fo schungsp ojek en, sys ema ische Au zeichnungen übe Einsä ze, Au sä ze in den einschlägigen
Fachzei sch i en, abe auch wenige o malisie e Fach o äge, Diskussions o en, Wo kshops usw.
machen deu lich, dass iel äl ige (Rep äsen a ions-)Fo men on explizi em Wissen o handen sind.
Gleichzei ig is das he e ogene Feld de Behö den und O ganisa ionen mi Siche hei sau gaben (BOS)
11
und de hema isch e wand en Ak eu e auch häu ig dadu ch gekennzeichne , dass Wissen au
spezi ischen E ah ungen basie und dadu ch an bes imm e Pe sonen gebunden is . Besonde s im
ope a i en, abe auch im poli isch-adminis a i en Be eich schein es eine g oße Menge an implizi em
Wissen zu geben, das nich ohne wei e es in eine explizie ba e Fo m übe üh we den kann. „Lessons
lea ned“-Ve ans al ungen und de en Dokumen a ion sowie sys ema ische Einsa zauswe ungen sind
Beispiele, die hie Abhil e scha en können.
Implizi es und explizi es Wissen kann sich nich nu au eine Pe son sonde n au eine ganze
O ganisa ion beziehen (Spende 1996; Wa necke e al. 1998). Abbildung 5 mach diese Un e scheidung
deu lich. Indi iduelles Wissen is dadu ch gekennzeichne , dass nu eine Pe son ode max. ein seh
exklusi e K eis bspw. an Füh ungsk ä en übe bes imm es Wissen e üg . Kollek i es Wissen
hingegen exis ie inne halb eine O ganisa ion, unabhängig on bes imm en Pe sonen. Das bedeu e
nich , dass alle Mi a bei e dieses Wissen besi zen, abe es is so wei e b ei e , dass es beim
Ausscheiden Einzelne e ügba bleib bzw. wiede asch gene ie we den kann. Eine wei e e
Di e enzie ung bezieh sich da au , dass ü die Au gabene üllung ele an es Wissen en wede
inne halb on O ganisa ionen o handen is (in e n) ode on außen (ex e n) dazu gehol we den muss
( gl. eben alls Abbildung II.5).
Abbildung II.5: Wissenswü el (nach (Wa necke e al. 1998), eigene Da s ellung)
Aus allen d ei genann en Gegensä zen (Dicho omien), „explizi -implizi “, „indi iduell-kollek i “ und
„in e n-ex e n“, lassen sich unmi elba e Folge ungen ablei en, mi denen sich Wissensmanagemen
auseinande se zen muss. Dazu gehö en F agen, wie
(1) implizi es Wissen in explizi es Wissen ans e ie we den kann,
(2) explizi es Wissen Teil indi iduelle Wissensbes ände wi d,
(3) indi iduelles Wissen in kollek i es Wissen übe üh wi d und
(4) ex e nes Wissen e ügba und in in e nes Wissen umgewandel we den kann.
Ande s o mulie :
Wie kann
(1) pe sönliches Wissen a ikulie , z. B. e sch i lich , we den?
(2) „Sch i wissen“ gele n we den?
(3) Wissen ge eil we den?
(4) Wissen in die eigene O ganisa ion übe üh we den?
12
Kapi el III und IV beleuch en diese Aspek e und o dne sie im Kon ex des Be ölke ungsschu zes ein.
De sog. Wissenswü el ( gl. Abbildung II.5) e deu lich die e schiedenen A en on Wissen. Die
Di e enzie ung zwischen implizi em und explizi em Wissen is o allem ü ein Wissensmanagemen -
Konzep ele an . Denn im Ke n geh es beim Wissensmanagemen da um, Wissensquellen besse zu
e ne zen. Beide Dimensionen bilden alle dings nu einen bes imm en und e dich e en Teil eines
g öße en Spek ums ab. Sowohl in de P axis als auch in de Wissenscha we den wei e e
Wissensa en un e schieden. Je nach Blickwinkel haben e schiedene Au o en hie zu un e schiedliche
Sys ema iken en wickel ( ü einen Übe blick gl. Ka enkamp 2011; Lehne 2012). So we den
Wissensa en bspw. eine sei s mi Bezug zum „Wissensinhabe “ be ach e . Die einzelnen Va ian en
beziehen sich olglich da au , wie Wissen an Pe sonen ode O ganisa ionen gebunden is . Einen
ande en Fokus se zen Besch eibungen on Wissensa en, die den „Wissensgegens and“ in den
Vo de g und s ellen. Zen al is hie bei das Wissen „übe e was“. Tabelle II.1 bie e einen Übe blick zu
den e schiedenen Pe spek i en und da aus abgelei e en Wissensa en.
Ve schiedene Wissensa en schließen sich nich gegensei ig aus. Im Gegen eil: Die o ges ell en
Fo men on Wissen exis ie en gleichzei ig und bilden in einem Zusammenspiel die G undlage ü
menschliches Handeln. Ebenso sind die Wissensbes ände on Pe sonen und O ganisa ionen nich
kons an . Das bedeu e , dass sie sich im zei lichen Ve lau e ände n können. So is es bspw. möglich,
dass das sog. E eigniswissen au g und neue E ah ungen anwächs , e bo genes Wissen ö en lich und
a ikulie ba wi d ode kul u elles Wissen sich inhal lich wandel (Lehne 2012).
Im Be ölke ungsschu z lassen sich die genann en Wissensa en eben alls iden i izie en, wobei
Schwe punk e e kennba sind: Je nach A de zu bewäl igende Au gabe haben nich alle Wissensa en
die gleiche Bedeu ung. Deu lich wi d diese Ums and, wenn die e schiedenen Ka ego ien in Bezug
zum Ka as ophenk eislau gese z we den. Abbildung II.6 gib einen Übe blick, welches Wissen zu
welchem Zei punk besonde e Rele anz ha . Dabei is zu be onen, dass es sich um ein heo e isches
Modell handel , das nich zwangsläu ig in allen ealen Si ua ionen zu i . Es dien alle dings dazu
he auszus ellen, dass zu un e schiedlichen Zei punk en e schiedene Wissensa en bei de
Au gabenbewäl igung im Vo de g und s ehen, wäh end ande e eine nachgeo dne e Rolle spielen.
Da aus lassen sich e s e Hinweise ablei en, wo Maßnahmen und Ins umen e on Wissensmanagemen
anse zen können.
19
Tabelle III.1: He aus o de ungen im Wissensmanagemen
Übe geo dne e
He aus o de ungen im
Wissensmanagemen
Konk e e He aus o de ungen im Wissensmanagemen
Wie e olg de T ans e
on
(1) implizi em zu
explizi em Wissen?
Fähigkei en und Kenn nisse zu bes imm en Themen elde n sind häu ig
implizi und an Pe sonen gebunden. Pe sönliche E ah ungen haben
einen Ein luss au En scheidungen, liegen abe häu ig nich explizie
o . Sys ema ische Dokumen a ion, Aus ausch o en e c.
können ein
mögliche Ansa zpunk sein.
(2) explizi em Wissen zu
indi iduellen
Wissensbes änden?
Selbs wenn Wissen explizi in Fo m on Dokumen en, Büche n usw.
o lieg , is dami nich au oma isch die Übe üh ung in indi iduelle
Wissensbes ände e bunden. De no wendige T ans e kann als eine
Fo m on Le nen angesehen we den. Fachspezi ische Aus-, Fo - und
Wei e bildungen un e s ü zen diesen P ozess.
(3) indi iduellem zu
kollek i em Wissen?
Bes eh in eine O ganisa ion Konsens da übe , welches
Wissen ü
meh als eine Pe son zu Ve ügung s ehen soll, sind e schiedene Wege
des T ans e s denkba . Pe sonen, die als Wissensinhabe bekann sind,
haben die Möglichkei du ch di ek en Aus ausch mi Kollegen ih Wissen
zu eilen (bspw. du ch pe sönlic
he Aus ausch o en). Ebenso sind
echnische Lösungen wie Da enbanken, Pla o men ode Wikis möglich.
Auch is es denkba , sog. Mul iplika o enschulungen du chzu üh en, in
denen Pe sonen ausgebilde we den, die das e wo bene Wissen dann
an einen g öße en Ad essa enk eis wei e agen können.
(4) ex e nem zu in e nem
Wissen?
Nich alles Wissen, das ü die Aba bei ung eine Au gabe no wendig is ,
is au oma isch inne halb de eigenen O ganisa ion e ügba , sonde n
muss aus ex e nen Quellen gewonnen we den. P ak ische
Möglichkei en sind de Aus ausch mi Fachexpe en und/ode in sog.
„Communi ies o P ac ice“.
Be ei s au Basis diese F agen läss sich e kennen, dass die Implemen ie ung eines ganzhei lichen
Wissensmanagemen s eine Au gabe is , die mi einem gewissen Maß an Au wand e bunden is -
sowohl pe sonell als auch zei lich (Schwaab 2007). Es beda eines sch i weisen Vo gehens, das in
einem ezip oken P ozess imme wiede an den An o de ungen de eigenen O ganisa ion angepass
wi d. Fü den Be ölke ungsschu z sind hie zu in Kapi el IV wei e e Aus üh ungen zu inden.

20
Zusammenge ass :
 Wissensmanagemen ha das Ziel, e schiedene Wissensbes ände in neue Fo men zu
ans e ie en.
 Konk e e He aus o de ung on Wissensmanagemen be e en den T ans e on (a)
implizi em zu explizi em Wissen, (b) explizi em Wissen zu indi iduellen
Wissensbes änden, (c) indi iduellem zu kollek i em Wissen und (d) ex e nem zu in e nem
Wissen.
 Wissensmanagemen e olg einen ganzhei lichen Ansa z: Maßnahmen – wie bspw.
echnische Lösungen – unk ionie en nu , wenn sie on allen pe sonalen Ebenen
akzep ie sind und mi ge agen we den.
3. Ausgewähl e Wissensmanagemen -Ansä ze
Mi Blick au die konk e en An o de ungen, die ein ganzhei liches Wissensmanagemen mi sich b ing ,
wu den sei den 1980e -Jah en eine Vielzahl un e schiedliche Konzep e und Modelle en wickel ( gl.
ü einen Übe blick Lehne 2012). Im Ke n geh es in den meis en Modellen da um, einen heo e ischen
Rahmen zu en wickeln, wie e ek i es Wissensmanagemen in O ganisa ionen aussehen kann und wo
die Schwe punk e in de p ak ischen Umse zung liegen soll en. Dabei s ehen – je nach Aus ich ung de
Au o en – s e s un e schiedliche Teilaspek e und Schwe punk e im Vo de g und. Le z lich is es bishe
noch nich gelungen, ein übe g ei endes Modell zu en wickeln, das alle Sich weisen und Ansä ze
in eg ie .
Mi de im Folgenden o ges ell en „Wissensspi ale“ on Nonaka und Takeuchi (1995) sowie dem
„Wissensk eislau “ on P obs e al. (2012) we den ü die o liegende S udie zwei p ominen e
Konzep e au geg i en, die in de P axis e p ob sind und sich bewäh haben. Die jeweils pos ulie en
Baus eine ü ein ganzhei liches Wissensmanagemen bilden wesen liche Ke nelemen e ab und lassen
sich auch au die en sp echenden Beda e im Be ölke ungsschu z übe agen.
3.1 SECI-Modell (Nonaka/Takeuchi)
Im Ke n de sog. Wissensspi ale s eh de T ans e zwischen implizi em und explizi em Wissen. Nonaka
und Takeuchi (1995) nehmen in ih em Modell an, dass neues Wissen en s eh , wenn beide A en
mi einande in e agie en. Das kann au un e schiedlichen Ebenen s a inden – bspw. beim Indi iduum
selbs ode in de In e ak ion zwischen einzelnen Pe sonen, G uppen ode ga ganzen Un e nehmen.
Die Wissensumwandlung inde demnach übe ie Haup p ozesses s a :
21
Abbildung III.1: Wissensspi ale (Nonaka und Takeuchi 1995, Da s ellung übe nommen on
www.communi y-o -knowledge.de)
(a) Die Sozialisa ion mein das Teilen on implizi em Wissen zwischen zwei Indi iduen. In di ek e
In e ak ion (bspw. im pe sönlichen Gesp äch im Sinne eines „E ah ungsaus auschs“) geschieh
de T ans e „implizi zu implizi “ (Lehne 2012).
(b) Mi de Ex e nalisie ung is die Umwandlung on implizi em zu explizi em Wissen gemein .
En scheidend sind hie bei zwei Aspek e: Die A ikula ion on Wissen (bspw. bei de Äuße ung
und Diskussion on Ideen in A bei sg uppen) und die Übe se zung de a ikulie en Inhal e in
eine ü ande e e s ehba e Fo m (bspw. Modelle, Hypo hesen, Me aphe n, usw.) (Nonaka und
Konno 1998)
(c) Die Kombina ion besch eib den P ozess, wie explizi es Wissen wei e e Ve b ei ung inden
kann. Es geh dabei im Ke n um die Wei e gabe bzw. Di usion, die Sys ema isie ung und
Zusammen üh ung on be ei s bes ehenden Inhal en, um neues explizi es Wissen zu
gene ie en.(Nonaka und Takeuchi 1995). Hie kommen o allem Ins umen e wie
Dokumen a ionen, echnische Ne zwe ke usw. zum Einsa z (Lehne 2012).
(d) Die In e nalisie ung is „ein Le np ozess, de mi dem ´Lea ning by Doing` e wand is “
(Lehne 2012, S. 77). Die Au nahme on neuem explizi em und die Ve inne lichung in das
eigene implizi e Wissen sind die Ke nelemen e. Dabei is en scheidend, ob das neue Wissen
auch au indi iduelle Ebene angewand we den kann.
Alle ie P ozesse s ehen ü die Umwandlung und Gene ie ung on neuem Wissen. Alle dings sind sie
nich unabhängig oneinande zu sehen. En scheidend is das Zusammenspiel bzw. de spi al ö mige
Du chlau de P ozesse in Bezug au ein hema isches In e ak ions eld ( gl. Abbildung III.1). Als Beispiel
22
im Kon ex des Be ölke ungsschu zes sei die En wicklung eines neuen Konzep es ü Hochwasse schu z
genann . Mi dem Aus ausch zus ändige Mi a bei e au kommunale Ebene zu diesem Thema kann
die Sozialisa ion besch ieben we den. Ex e nalisie ung kann du ch einen sys ema isch angeleg en
Aus ausch on achlich ele an en Ak eu en aus P axis und Wissenscha e olgen, gg . mi de
Ziels ellung ein e s es explizi es Konzep bzw. inhal liche Emp ehlungen da ü zu gene ie en. Das neu
en s andene Konzep kann im Rahmen de Kombina ion mi be ei s exis ie enden Konzep en,
E ah ungen aus o angegangenen Hochwasse lagen usw. abgeglichen und kombinie we den. Au
diese Weise en s eh neues Wissen, das möglichs ielen Ak eu en zu Ve ügung ges ell we den soll e,
um diesen die Möglichkei zu geben, das neu en s andene Wissen zu in e nalisie en und in den eigenen
Bezügen anzuwenden, was wiede um zu einem e neu en Du chlau de Wissensspi ale und dami zu
eine wei e en Wissense neue ung üh en kann.
Das skizzie e Beispiel besch eib einen ideal ypischen Ablau und bilde siche nich alle ele an en
Aspek e ab, die no wendig sind, um neue be ölke ungsschu zspezi ische Konzep e zu en wickeln. Es
wi d alle dings deu lich, dass das SECI-Modell einen besonde en Fokus au Kommunika ion und Dialog
als Mi el des Wissensmanagemen s leg . Technische Ins umen e spielen nu eine un e geo dne e
bzw. e gänzende Rolle.
Nonaka und Takeuchi üh en ih e Übe legungen noch o und e gänzen das Modell um
Gesich spunk e, wie sich Wissen au un e schiedlichen o ganisa ionalen bzw. hie a chischen Ebenen
en wickel . Sie be onen dabei, dass un e schiedliche Vo ausse zungen bes ehen müssen, dami das
Konzep de Wissensspi ale auch e ek i eingese z we den kann. Besonde s he o zuheben sind
hie bei die Aspek e In en ion und Au onomie: Ein kla de inie es Ziel (In en ion) is die e s e P ämisse
ü einen e olg eichen P ozess de Wissensscha ung. Ein ebenso hohe S ellenwe komm de
Au onomie zu. Mi a bei e , die bspw. in selbs o ganisie enden Teams ä ig sein können, sind häu ig
mo i ie e und e a bei en im Sinne de Ziel o gabe neue Lösungen (Lehne 2012).
3.2 Wissensk eislau (P obs /Raub/Romha d )
Ein wei e es p ominen es Modell im Wissensmanagemen haben P obs e al. (2012) o geleg . Ih
Wissensk eislau beinhal e ach Baus eine, mi denen alle p ak ischen Elemen e eines um assenden
Wissensmanagemen s da ges ell we den. Sechs de Baus eine bilden die Ke np ozesses on
Wissensmanagemen und sind als K eislau angeleg . Es handel sich dabei um (1)
Wissensiden i ika ion, (2) Wissense we b, (3) Wissensen wicklung, (4) Wissens e eilung, (5)
Wissensnu zung und (6) Wissensbewah ung. Da übe hinaus hal en P obs e al. noch die
Komponen en „Wissensziele“ und „Wissensbewe ung“ es . Diese bilden den s a egischen Rahmen
ü die anwendungsbezogenen Ke np ozesse ( gl. Abbildung III.2).
23
Abbildung III.2: Wissensk eislau ( P obs e al. 2012, eigene Da s ellung)
Wissensziele geben allen ande en P ozessen ih e Rich ung. Soll Wissensmanagemen in eine
O ganisa ion umgese z we den, gil es sich im Vo eld zu übe legen, welche Fähigkei en au welchen
Ebenen au gebau we den sollen. Wesen lich is es hie bei zwischen no ma i en, s a egischen und
ope a i en Wissenszielen zu un e scheiden. Es ha e schiedene Konsequenzen, ob du ch
Wissensmanagemen die Un e nehmenskul u (no ma i ), de zukün ige Kompe enzbeda
(s a egisch) ode die konk e en Maßnahmen (ope a i ) angesp ochen we den sollen. Bei einem
um assenden Wissensmanagemen ansa z sind alle Ebenen gleiche maßen be o en und soll en o he
in das Konzep einge üg we den (P obs e al. 2012; Lehne 2012).
Mi de Wissensiden i ika ion is das Ziel e bunden, be ei s o handenes Wissen sowie
en sp echende Da en und In o ma ionen sich ba zu machen. Analog zu den o angegangenen
Aus üh ungen geh es in diesem Kon ex also nich zule z da um, wie de T ans e on implizi em zu
explizi em Wissen ges al e we den kann.
Die Komponen e Wissense we b bezieh sich au die F age, wie die indi iduelle und/ode
o ganisa o ische Wissensbasis e b ei e we den kann. P obs e al. (2012) sp echen in ih em Modell
dami auch den „Einkau “ on Fachexpe ise an, soll e die in e ne En wicklung nich möglich sein.
Wissensen wicklung e gänz in diesem Sinne den P ozess des Wissense we bs. Inno a i e Fähigkei en,
Ideen und P ozesses müssen nich zwangsläu ig ex e n e wo ben, sonde n können ebenso in e n
en wickel we den.
Mi de Wissens e eilung sind alle Ak i i ä en und Me hoden e bunden, die den T ans e on Wissen
an die e o de lichen S ellen ö de . Wie e eich o handenes Wissen die ich igen Ad essa en? Wie
kann die Wissens e eilung e ek i und e izien ges al e we den?
Im nächs en Sch i beinhal e das Modell die sog. Wissensnu zung, also die angemessene Anwendung
on Wissen zu E eichung de eingangs es gese z en Ziele. Dabei s ell sich im No mal all he aus,
welches Wissen sinn oll is und welches ü zukün ige P ozesse nich e hal en we den muss. De
24
P ozess de Wissensbewah ung nimm diese E kenn nisse au und bezieh sich au die Selek ion und
Speiche ung on Wissen.
Mi de Wissensbewe ung is die Messung des E olgs de du chge üh en
Wissensmanagemen maßnahmen e knüp . Hie bei is de Abgleich mi den eingangs o mulie en
no ma i en, s a egischen und ope a i en Wissenszielen en scheidend. Anhand de E gebnisse können
diese angepass und en sp echend neue Maßnahmen im Sinne de skizzie en Ke np ozesse eingelei e
we den. Dabei is zu be ücksich igen, dass das Modell on P obs e al. zwa g undsä zlich einen Ablau
als K eislau zug unde leg ( gl. Abbildung III.2). Gleichwohl können sich in de a sächlichen Umse zung
abe auch Ve ne zungen zwischen den Ke np ozessen e geben.
Zusammenge ass :
 De Ansa z ü ein ganzhei liches Wissensmanagemen inde sich in e schiedenen
Modellen und Konzep en wiede . P ominen e Beispiele sind die sog. Wissensspi ale nach
Nonaka/Takeuchi (SECI-Modell) und de Wissensk eislau nach P obs e al.
 Die Wissensspi ale beinhal e die Ke nannahme, dass neues Wissen en s eh , wenn
implizi es und explizi es Wissen mi einande in e agie en.
 Sozialisa ion, Ex e nalisie ung, Kombina ion und In e nalisie ung sind die ie
Haup p ozesse de Wissensspi ale. Sie besch eiben einen modellha en Ablau de
Umwandlung und Gene ie ung on neuem Wissen.
Das TOM-Modell (Anme kung on No e al.)
Ein wei e es Wissensmanagemen -Modell, das sich besonde s als Lei modell ü die p ak ische
Ein üh ung und Umse zung on Wissensmanagemen und zu E olgsmessung eigne , is das
sogenann e TOM-Modell on Bullinge , Wö ne und P ie o (1998; Bullinge e al. 1998). Es nähe sich
dem Thema Wissensmanagemen übe einen ganzhei lichen Ansa z mi hil e de d ei Dimensionen
O ganisa ion, Technik und Mensch an. Das Modell besag , dass ein Wissensmanagemen nu dann
e olg eich einge üh we den kann, wenn keine de d ei Dimensionen außen o gelassen wi d. Eine
O ganisa ion muss sich übe die Wich igkei on Wissen ü die E üllung ih e Au gaben im Kla en sein
und dahe Wissensmanagemen im Un e nehmen und den Geschä sp ozessen e anke n und in einem
lang is igen P ozess umzuse zen. Ohne den Rückhal im und die Fö de ung du ch das Managemen
wi d die Ein üh ung on Wissensmanagemen nich gelingen. Die alleinige Implemen ie ung z. B. eine
Da enbank im Un e nehmen g ei dabei alle dings zu ku z. Abgesehen da on, dass IT-Lösungen an die
jeweilige O ganisa ionss uk u und –kul u angepass sein müssen, we den Technologien nich ode
nu in beg enz em Maß uch en, wenn nich auch die Dimension Mensch Beach ung inde . Wissen is
an die Mi a bei enden gebunden und
diese we den die we olle Ressou ce nu in eine
e auens ollen, we schä zenden und ane kennenden A mosphä e zu Ve ügung s ellen. Neben
ma e iellen und imma e iellen An eizen soll e in de O ganisa ionskul u gel en: „Nich das Wissen
einzelne , sonde n das kollek i e Wissen is Mach “. (Bullinge e al. 1998: 8). En sp echend des Beda s
de jeweiligen O ganisa ion is eine geeigne e Schwe punk e eilung de d ei Dimensionen zu wählen.

25

De Wissensk eislau beinhal e e schiedene Baus eine, die sich au die p ak ischen
Elemen e on Wissensmanagemen beziehen.
 Am Baus ein „Wissensziele“ o ien ie en sich alle wei e en Abläu e im Wissensk eislau .
Ihm komm eine zen ale Bedeu ung zu, da Wissensziele o geben, au welchen Ebenen
(s a egisch, no ma i , ope a i ) Wissensmanagemen be ieben we den soll.
 Wissensk eislau und Wissensspi ale sind ideal ypische Modelle, de en Ke np ozesse in
de konk e en Umse zung nich imme kla abg enzba sind und In e dependenzen
au weisen.
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IV. Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
Gab iele Hu schmid & Ve ena Blank-Go ki
Die heo e ischen Auseinande se zungen zu Bescha enhei on Wissen und den G undlagen on
Wissensmanagemen aus Kapi el II und III haben be ei s e deu lich , dass de gesam e
Themenkomplex im Be ölke ungsschu z eine nich zu un e schä zende Rele anz ha . Hie an schließen
sich die olgenden Aus üh ungen unmi elba an.
Die F ages ellungen, die eine p ak ische Anwendung und Umse zung on Wissensmanagemen -
konzep en in de P axis des Be ölke ungsschu zes mi sich ziehen, liegen au de Hand. Das Feld de
Ak eu e is he e ogen, die s uk u ellen und pe sonellen Vo ausse zungen in den einzelnen
O ganisa ionen sind un e schiedlich. Die En wicklung eines allgemeingül igen Ansa zes is demnach
schwie ig und wü de den gewachsenen S uk u en gg . nich ge ech . Nich sdes o o z lohn es sich,
die Ressou ce „Wissen“ und die Vo eile eines s uk u ie en Wissensmanagemen s besse nu zen zu
können3.
Die Teilnehme zweie Wo kshops im Rahmen de Machba kei ss udie gewäh en Einblicke in den
bishe igen S a us quo zum Thema Wissensmanagemen in den jeweiligen O ganisa ionen und gaben
wesen liche Hinweise da au , wo die Po en iale de dami e bundenen F ages ellungen liegen. Die
Zusammense zung beide Expe enk eise wa so angeleg , dass eine möglichs b ei e Pe spek i e
en s ehen konn e. Be eilig wa en Ve e e on Hil so ganisa ionen und aus
Ka as ophenschu zbehö den e schiedene Ebenen (Kommunen, Lände und Bund), dem Technischen
Hil swe k (THW), dem Bundesam ü Be ölke ungsschu z und Ka as ophenhil e (BBK) sowie aus de
P i a wi scha (KRITIS-Be eibe ). Ebenso wa en Wissenscha le un e schiedliche Fach ich ungen
eingebunden. Au Basis de achlichen Einschä zungen und p ak ischen Hinweise aus den beiden
G emien konn en wesen liche Ansa zpunk e iden i izie und e s e Emp ehlungen ü die p ak ische
Umse zung on Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z e a bei e we den.
1. Wissensmanagemen in de P axis: De Umgang mi o handenen Quellen und Ins umen en
Wie in Kapi el II da ges ell , un e scheide die Theo ie zwischen Fak en, Da en, In o ma ion und
Wissen. In de P axis is diese Un e scheidung nich imme du chzuhal en. Au die Nach age hin,
wohe die Teilnehme de Wo kshops In o ma ionen und Wissen ü ih e A bei beziehen und welches
Fo ma sie dabei be o zugen, zeig e sich deu lich, dass im All ag nich explizi zwischen In o ma ionen
3 Anme kung on No e al.: Wie hoch de Beda an s a egischem und nachhal igem Wissensmanagemen im
Be ölke ungsschu z wi klich is , ha sich seh deu lich im Nachgang de Flüch lingssi ua ion 2015/2016 gezeig . Auch ohne
den Beg i an sich konk e zu nennen, wu den au Kon e enzen, in Wo kshops und in Ve ö en lichungen zahl eiche und
wich ige Aspek e des Wissensmanagemen s wiede hol angesp ochen: BABS 2017, BBK 2017, Biege e al. 2018, Embache
2015, Fa hie & Ma ini 2017, Feke e e al. 2015, Neube ge e al. 2018, Ro h 2017, Schucha d & Pepe ho e 2016. Auch
P ojek e wie HybO g (2018), SiKoMi (2018) ode WAKE (2018) zeigen die ak uelle und lang is ige No wendigkei eines
übe g ei enden Wissensmanagemen s im Be ölke ungsschu z im Kon ex on Mig a ion.
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und Wissen di e enzie wi d. Im Vo de g und s eh , dass Inhal e – unabhängig on ih e A und
Bescha enhei – gewonnen und genu z we den können.
Des Wei e en zeig e sich, dass un e schiedliche Ebenen eine Rolle bei de Iden i ika ion on Wissen
spielen: (a) Das di ek e be u liche Um eld, (b) die eigene O ganisa ion und (c) ex e ne Quellen
auße halb de eigenen O ganisa ion. Dabei is es zuhal en, dass es zwischen den Ebenen
Übe schneidungen gib ( gl. Abbildung IV.1).
Abbildung IV.1: Ebenen de Gewinnung on In o ma ionen und Wissen (eigene Da s ellung)
Die Bei äge de Teilnehme sind in Tabelle IV.1 im De ail au ge üh . Die Rückmeldungen machen
deu lich, dass die Bedeu ung de einzelnen In o ma ions- und Wissensquellen je nach
Au gabens ellung a iie (en sp echend de Phasen „Vo so ge“ und „Nachso ge“, Kapi el II, Abbildung
II.6). Da übe hinaus lassen sich alle dings einige Ke nka ego ien iden i izie en, die unabhängig on
spezi ischen Au gaben ode zu bea bei enden F ages ellungen eine Rolle spielen. So gaben bspw. alle
Be ag en an, dass besonde s kollegiale Aus ausch im di ek en be u lichen Um eld und
„E ah ungswissen“ (sog. implizi es Wissen, gl. Kapi el II) eine hohe Bedeu ung haben. In e essan und
beme kenswe is wei e hin die Benennung des Zu alls als nich sel ene In o ma ions- und
Wissensquelle. Dami is gemein , dass es im be u lichen All ag o komm , dass bes imm e Inhal e
nich geziel gesuch we den, sonde n als „Nebenp oduk “ eines Kon ak es, eine ande en Reche che
ode eine ande en Tä igkei en s ehen bzw. ge unden we den.
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Tabelle IV.1: In o ma ions- und Wissensquellen im Be ölke ungsschu z
In o ma ions- und Wissensquellen
O ganisa ionsin e ne
In o ma ions- und
Wissensquellen
Pe sonenbezogene Quellen
 Kollegen, ande e Mi a bei e , kollegiale Be a ung und
Ne zwe ke
 In e ne Expe en
 E ah ungsbe ich e (mündlich/sch i lich)
Techniko ien ie e Quellen
 in e nes Wiki
 Da enbanken, Po ale ( eilweise zugangsbesch änk )
Dokumen a ionssys eme
 Ak ena chi
 Dokumen enablage
 Kundenmeldungen, Sys emin o ma ionen
 Lagein o ma ionen: Ka en, Bilde
 S uk u ie es Un e nehmenswissen: Policies, Spezi ika ionen,
S anda ds
 Taschenka en und -ala mplan
 Wissenscha liche Hypo hesengene ie ung
O ganisa ionsex e ne
In o ma ions- und
Wissensquellen
Pe sonenbezogene Quellen
 Be a e , ex e ne Fachleu e aus ande en Behö den und
Ins anzen
 B anchena bei sk eise, Un e nehmensne zwe ke
 Ande e Diens s ellen/Behö den: Kollegiale Be a ung
 Wo kshops mi P ak ike n und sog. Endanwende n
Techniko ien ie e Quellen
 spezielle Po ale: Sammlungen on Fach hemen
 Websei en übe geo dne e ode ach e wand e Behö den
und Ein ich ungen
 Da enbanken, Po ale, Deep Web
Wissenscha liche Quellen
 Biblio heken (bspw. Fachin o ma ionss elle BBK)
 Fachmagazine
 Fo schungsp ojek e, wissenscha liche Be agungen
 Be eiligung an Public/P i a e Pa ne ship-P ojek en
Sons ige Quellen
 P esse/Medien
 Fo bildungssemina e
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(3) Wissen ( e -) eilen: Wie e olg de T ans e on indi iduellem zu kollek i em Wissen?
He aus o de ungen bzw. Möglichkei en im Be ölke ungsschu z:

Ve schiedene, auch echnische, Ins umen e können eingese z we den, um das Wissen
Einzelne ü die gesam e O ganisa ion zugänglich zu machen. Im Kon ex diese S udie
wu den e schiedene Handlungsop ionen genann , die pe sonenbezogen, echniko ien ie
ode als Dokumen a ionsmechanismus angeleg sind, wie z. B. in e ne Wikis ( gl. Tabelle 3).

Auch ein sys ema isches Fehle managemen ode die Dissemina ion on „bes p ac ice“
Ansä zen sind Handlungsop ionen.
(4) Wissen ( e -) eilen: Wie e olg de T ans e on ex e nem zu in e nem Wissen?
He aus o de ungen bzw. Möglichkei en im Be ölke ungsschu z:

Im Rahmen diese S udie nann en die Teilnehme de Wo kshops e schiedene Quellen bzw.
Möglichkei en, um ex e nes Wissen zu in e nalisie en. Die Communi ies o P ac ice, also
pe sönliche Kon ak e, spielen e neu eine wich ige Rolle, zusä zlich zu spezielle Po alen,
Websei en übe geo dne e ode ach e wand e Behö den und Ein ich ungen, ex e nen
Da enbanken und In e ne po alen. Auch wissenscha liche Quellen aus Biblio heken,
Fachmagazinen, Fo schungsbe ich en, Be eiligung an Public/P i a e Pa ne ship-P ojek en
und gene ell aus den Medien sind ele an . De „A las VR“ (Kapi el VI) is au g und seine
Funk ionen ein Beispiel ü ein speziell als ach-
und esso übe g ei end konzipie es
In o ma ions- und Wissensmanagemen po al.

Auch bei de Bean wo ung
diese Ke n age kann das Wissen de Be ölke ung
Be ücksich igung inden, da es in de Regel auße halb eine O ganisa ion exis ie .
Möglichkei en sind pa izipa i e Ve ah en z. B. im Rahmen de Fes legung on
Vo so gemaßnahmen, de Aus ausch mi e ablie
en Bü ge ini ia i en ode die geziel e
Ansp ache on Wissensinhabe n. Ausnahmen on diese „ex e nen-
in e nen“ Sich weise
bilden O ganisa ionen, die s a k lokal p äsen sind und einen hohen An eil an
eh enam lichen Mi a bei e n haben. In diesem Fall is das Wissen be ei s in de O ganisa ion
und kann ü die O ganisa ion zugänglich gemach we den.
Neben den d ei Komponen en des Wissensk eislau modells - Wissen iden i izie en, e we ben und
eilen, die im Kon ex de ie Ke n agen besp ochen wu den - seien zum Abschluss die Komponen en
„Wissen bewah en“ und „Wissen nu zen“ besp ochen.
Das Bewah en on Wissen geschieh , sobald en sp echende S uk u en und Ins umen e des
Wissens ans e s und -aus auschs on explizi em Wissen bes ehen. Das Bewah en soll e so o ganisie
sein, dass das Wissen – wenn es einmal o ganisa ionsin e n gespeiche is – leich iden i izie und
ge unden we den kann. Dies is o dem Hin e g und d ohende „Wissense osion“, z. B. du ch
Pe sonal luk ua ion ode Zei mangel, on hohe Rele anz. Ganz konk e kann sich das gu o ganisie e
Bewah en seh posi i au o handene Ressou cen auswi ken, da wenige Zei au gewende we den
muss, um Wissen zu inden und „das Rad nich jedes Mal neu zu e inden“. Mi Blick au den

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Be ölke ungsschu z is es ge ade die Phase de „Bewäl igung“ im Rahmen des „Ka as ophenk eislau s“
(Kapi el II, Abbildung 6), in de In o ma ionen und Wissen schnell zu Ve ügung s ehen müssen.
Das Nu zen on Wissen, also seine Ve wendung, geschieh in iele lei Hinsich und bezieh sich au alle
Phasen des „Ka as ophenk eislau s“ ( gl. Kapi el II): Das Wissen in den Phasen de Vo so ge, de
Bewäl igung und de Nachso ge is en sp echend de Au gabens ellungen seh un e schiedlich;
en scheidend is , dass Wissen nun im Sinne on Nu zen in konk e e Handlungen münde (E s ellen on
Risikoanalysen und Vo so gekonzep en, S absa bei , plan olle Wiede au bau). Au diese Weise kann
de de „K eislau “ ges opp und „Exi op ionen“ gene ie we den, sodass kün ige Ka as ophen
e hinde we den. Dahe is das Modell des Ka as ophenk eislau s auch nich als ein
de e minis isches, sich zwingend wiede holendes Ablau schema zu e s ehen.
Die Zusammens ellung de He aus o de ungen bzw. Möglichkei en on Wissensmanagemen im
Be ölke ungsschu z e deu lich , dass einige Handlungsop ionen meh als nu einem Ziel dienen, also
einen Meh achnu zen au weisen wie z. B. die CoPs, bes p ac ice Ansä ze, ein sys ema isches
Fehle managemen ode die Nu zung on Webpo alen. Diese Meh achwi kungen sind besonde s
dann in e essan , wenn z. B. au g und on Budge limi ie ungen P io i ä en bei de Ein üh ung und
Umse zung on Wissensmanagemen -Maßnahmen gese z we den müssen. Abe auch bei de
E s ellung eines ganzhei lichen Konzep es ü Wissensmanagemen in eine O ganisa ion soll en diese
Meh achwi kungen be ücksich ig we den.
Zusammenge ass :
 Die hie o ges ell e Zusammen üh ung on heo e ischen Modellen des
Wissensmanagemen s und Be ich en aus de P axis bie e einen Denkans oß und
O ien ie ung ü die Annäh ung be ölke ungsschu z ele an e O ganisa ionen mi dem
Thema Wissensmanagemen .
 Die iden i izie en He aus o de ungen ü den Be ölke ungsschu z mi Blick au die
Implemen ie ung on Wissensmanagemen bie en gleiche maßen Ansa zpunk e eine
solchen Implemen ie ung.
 Es exis ie en iel äl ige Möglichkei en, um Wissensmanagemen im Be ölke ungsschu z
zu ö de n und umzuse zen.
 Eine Wissensmanagemen -Maßnahme kann das E eichen meh e e Ziele ö de n; bei
knappen Ressou cen soll e diese Meh achnu zen beach en we den.
4. Lei agen ü die Ein ich ung eines Wissensmanagemen sys ems, ode Teile da on
Abschließend s ellen olgende Lei agen eine mögliche He angehensweise ü die E ablie ung eines
Wissensmanagemen sys ems, ode bes imm e Elemen e da aus, ü O ganisa ionen des
Be ölke ungsschu zes o :
37
a. Welche S uk u en und Ins umen e des Wissensmanagemen s bes ehen be ei s in meine
O ganisa ion?
b. Welche Beda e gib es in meine O ganisa ion?
c. Welchen E appen des „Wissensk eislau s“ we den diese Beda e zugeo dne ?
d. Welche Ke n agen sind mi diesen Zielen / E appen e bunden?
e. Welche Handlungsmöglichkei en gib es gene ell? Welche Möglichkei en passen am bes en zu
meine O ganisa ion?
. Welche Handlungsop ionen sind hinsich lich des Budge s de O ganisa ion ealis isch?
g. Wie kann ich basie end au 1. bis 6. eine Wissensmanagemen s uk u in meine O ganisa ion
konzipie en? We soll e in ol ie sein?
h. We soll e o de Implemen ie ung des Konzep es in ol ie sein?
i. Wie kommunizie e ich die Implemen ie ung und se ze sie um?
Als p axiso ien ie e Li e a u zu wei e en Ve ie ung sei Schwaab (2007) emp ohlen.
38
V. Zusammen assung und Ausblick
Alexande Feke e und Gab iele Hu schmid
Wissen is eine zen ale Ressou ce in O ganisa ionen, egal ob sie p i a wi scha lich, s aa lich ode
p i a -gesellscha lich (gg . gemeinnü zig) o ien ie sind. Wäh end die Bedeu ung diese Ressou ce
du chaus ane kann is , mangel es mi un e an S uk u en und P ozessen, die einen e ek i en und
e izien en Umgang mi Wissen ö de n und siche s ellen. Ein solches „Wissensmanagemen “ is
besonde s dann wich ig, wenn ande e Ressou cen wie Geld und Zei knapp sind. In de o liegenden
Ve ö en lichung und S udie wi d Wissensmanagemen als ein ganzhei liche Ansa z zu Ve besse ung
und sys ema ischen Ve ne zung on pe sonen- ode o ganisa ionsbezogenen Wissensbes änden
e s anden.
Die S udie s ell G undlagen des Wissensmanagemen s da und e läu e z. B. die Un e scheidung on
Da en, In o ma ionen und Wissen ode zwischen explizi em und implizi em Wissen. Konk e e
He aus o de ungen ü Wissensmanagemen sind zusammen assend da ges ell . De A ikel s ell
e ne die E gebnisse aus zwei p ojek bezogenen Wo kshops o , in denen mi Ak eu en aus dem
Be ölke ungsschu z e schiedene Aspek e des Wissensmanagemen s e a bei e und disku ie
wu den. Neben genu z en In o ma ions- und Wissensquellen sowie be ei s o handenen Ins umen en
wu den zudem P obleme und Beda e s uk u elle und inhal liche A disku ie . Die S udie ha
gezeig , dass es einen g oßen Beda in O ganisa ionen des Be ölke ungsschu zes gib , In o ma ionen
und Wissen besse zu e assen, zu eilen, au zube ei en, ku zum, ein In o ma ions- und
Wissensmanagemen zu be eiben. In den Wo kshops, abe auch in Einzelgesp ächen mi Be eilig en
aus Fo schung und P axis im Be ölke ungsschu z wu de imme wiede deu lich, dass man ein
G undp oblem eil : Zei ü Wissensmanagemen zu haben und Au me ksamkei und Akzep anz hie ü
zu gene ie en. Es kann es gehal en we den, dass es zwa e einzel e Baus eine on
Wissensmanagemen in den un e schiedlichen O ganisa ionen gib , jedoch ganzhei liche
Wissensmanagemen s uk u en ehlen. Theo ie bzw. Modelle des Wissensmanagemen s und
E kenn nisse aus den Wo kshops we den schließlich e knüp um Denkans öße und O ien ie ung ü
die Annähe ung be ölke ungsschu z ele an e O ganisa ionen an das Thema Wissensmanagemen zu
bie en.
Die Analyse in de S udie gliede sich en sp echend de Lei agen:
(1) Wie kann implizi es Wissen in explizi es Wissen ans e ie , d.h. pe sönliches Wissen a ikulie
und dokumen ie we den?
(2) Wie kann explizi es Wissen Teil indi iduelle Wissensbes ände we den, d.h. „Sch i wissen“
ode ande wei ig dokumen ie es Wissen, au genommen und gele n we den?
(3) Wie kann indi iduelles Wissen in kollek i es Wissen übe üh , d.h. Wissen ge eil we den?
(4) Wie kann ex e nes Wissen e ügba und in in e nes Wissen umgewandel , z. B. in die eigene
O ganisa ion übe üh we den?
Konk e e Handlungsop ionen und Ins umen e des Wissensmanagemen s ü O ganisa ionen des
Be ölke ungsschu zes we den he ausgea bei e .
39
Die o liegende Machba kei ss udie soll G undlagen und Ansä ze zum Nachdenken übe den Umgang
mi Wissen inne halb und zwischen O ganisa ionen des Be ölke ungsschu zes bie en und An egungen
zum Handeln geben. Ein Wissensmanagemen konzep wä e ü den Be ölke ungsschu z zu en wickeln
in Koope a ion mi Nu ze n au allen Ebenen; lokal bis in e na ional, aus P axis und Fo schung;
in eg a i , in e - und ansdisziplinä und an de E wei e ung des Wissensho izon s unbeding
in e essie . Wäh end des P ojek e lau s ha sich auße dem imme wiede die F age ges ell , welche
In o ma ionen in welche A Wissen übe haup übe üh und zugänglich gemach we den können.
40
VI. Li e a u e zeichnis
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