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A s Sciences
TH Köln
Fo schung und Inno a ion in de Hochschulbildung
Syl ia Heucheme , S e anie Spö h und Bi gi Szczy ba (H sg.)
Hochschuldidak ik e o sch Quali ä
P o ilbildung und We e agen in de
Hochschulen wicklung III
Syl ia Heucheme , S e anie Spö h und Bi gi Szczy ba (H sg.)
Hochschuldidak ik e o sch Quali ä
P o ilbildung und We e agen in de Hochschulen wicklung III
Fo schung und Inno a ion
in de Hochschulbildung
he ausgegeben on
P o . D . Syl ia Heucheme (Technische Hochschule Köln)
P o . D . Reinha d Hochmu h (Leibniz-Uni e si ä Hanno e )
P o . D . Niclas Schape (Uni e si ä Pade bo n)
D . Bi gi Szczy ba (Technische Hochschule Köln)
Band 4
Syl ia Heucheme , S e anie Spö h und Bi gi Szczy ba (H sg.)
Hochschuldidak ik e o sch Quali ä
P o ilbildung und We e agen in de
Hochschulen wicklung III
Bibliog aphische In o ma ionen de Deu schen Na ionalbiblio hek
Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen Na ionalbiog a ie;
de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne un e h p://dnb.dn-b.de ab u ba .
„Fo schung und Inno a ion in de Hochschulbildung“ is eine wissenscha liche Sch i en eihe des
Hochschulse e s „Cologne Open Science“ de TH Köln. Sie wi d he ausgegeben on P o . D . Syl ia
Heucheme (Technische Hochschule Köln), P o . D . Reinha d Hochmu h (Leibniz-Uni e si ä Hanno-
e ), P o . D . Niclas Schape (Uni e si ä Pade bo n) und D . Bi gi Szczy ba (Technische Hochschule
Köln).
Die Ve an wo ung de Bei äge lieg bei den Au o innen und Au o en.
Band N . 4, 2019
Ti elges al ung: P o . And eas W ede/TH Köln
Layou : Ann-Ka h in Kaise /TH Köln
Lek o a und Sa z: Ch is in Bee mann & Lisa-Ma ie F iede/TH Köln
URN: u n:nbn:de:hbz:832-cos4-8271
Dieses We k wu de als elek onisches Dokumen übe Cologne Open Science, dem Hochschulse e
de Technischen Hochschule Köln, publizie . Ab u un e : h ps://cos.bibl. h-koeln.de
5
Inhal
Quali ä in Leh e und S udium – (k)ein Quali ä sbeg i ü alle?
Einlei ung
Syl ia Heucheme , S e anie Spö h & Bi gi Szczy ba 7
E olg eich s udie en – Wie können die Hochschulen die Quali ä de Leh e
e besse n?
Man ed P enzel 15
Teil I
Quali ä als Kul u
Kommunika i e Validie ung on Fo schungse gebnissen als Ins umen pa izipa-
i e Quali ä sen wicklung
Ma ia Kond a juk, Philipp Pohlenz & Ve ena Wal e bach 23
Ges al ung o ma i - e lexi e Quali ä sen wicklungsp ozesse bei mul iplen
P ojek zielen
Ina Dama is Buch o h & Johanna Runge 33
Wie gelang die Didak ik wissenscha lichen Sch eibens in die Fachleh e?
Konzep ion und E alua ion eine Leh enden o bildung
No a Ho mann & Yasmin Leibena h 47
Teil II
Quali ä als E eichen on S anda ds
En wicklung on p axiso ien ie en Kompe enz as e n: Empi ische Be unde aus
de Validie ung im Rahmen eine A bei sgebe *innenbe agung
Alexande Baumga ne & Claude Mülle 63
Beglei o schung als B ücke zwischen Leh enden und S udie enden
Mi iam Hommel, A min Ege enmeie , Ul ike Maie & Axel Lö le 79
Ve s e igung digi ale Hochschulleh e in de Technischen Mechanik – Adap ion
eines Re e enzmodells zu Quali ä ssiche ung in den S udien e lau de
Bauwissenscha en
Ma cel Pelz, Ma in Lang, Felix Walke , Yasemin Özmen, Jö g Schneide & Ral Mülle 97
6
Teil III
Quali ä als Bewegung hin zu e was Besse em
Den Einsa z digi ale Medien im na u wissenscha lichen Un e ich leh en –
Un e suchung de Leh ini ia i e Didak ik:digi al im Spannungs eld on s ando -
übe g ei ende Wi kungsanalyse und s ando spezi ische E alua ion
Ch is oph Vogelsang, Daniel Laumann, Ch is oph Thyssen & Alexande Finge 115
Hochschuldidak ik, Cu iculumen wicklung, S udiengangdesign –
Fo m Follows Func ion
And eas F i sch & Susanne Lippold 129
De ini ion on äche übe g ei enden Quali ika ionszielen und de en Übe p ü ung
du ch S udie endenbe agungen
S e an Schelske & And eas F i sch 143
Ve zeichnis de Au o innen und Au o en 155
7
Quali ä in Leh e und S udium – (k)ein
Quali ä sbeg i ü alle?
Einlei ung
Syl ia Heucheme , S e anie Spö h & Bi gi Szczy ba
Vo beme kung zu „P o ilbildung und We e agen in de Hoch-
schulen wicklung“ Bände I-IV
An Hochschulen ha in den le z en Jah en ein ie g ei ende Wandel s a ge unden. In ensi mi Inno-
a ions- und Ges al ungsp ozessen in Leh e, S udium und Fo schung be ass , haben sie sich neuen
gesellscha lichen He aus o de ungen ges ell . Hochschulen gene ie en du ch Fo schung Re lexions-
po en ial übe sich selbs , zeigen sich als le nende O ganisa ionen und äumen de p o essionellen
Leh e einen hohen S ellenwe ein. Dadu ch we den hochschuldidak isch (schon imme ) ele an e
F agen e s ä k zu Au gabe de lokalen und e gleichenden Hochschulbildungs o schung und
de en gewonnene E kenn nisse zum Mo o de Hochschulen wicklung.
Du ch Fö de p og amme un e s ü z , sind zahl eiche P ojek e zu Leh en wicklung en s anden, die
den dynamischen Wandel an den Hochschulen ge ö de und wich ige Impulse gese z haben: Insbe-
sonde e neu en wickel e Angebo e, die eine zunehmend di e sen S udie endenscha o enes und
komplexes Le nen in Viel al e möglichen, sind e s ä k in den Fokus ge ück . Du ch die pa adigma i-
sche Wende hin zu Kompe enzo ien ie ung (Schape , 2012) de inie en Hochschulen, Leh ende und
S udie ende heu e neue Ve an wo lichkei en. In eg ie e und ans o ma i angeleg e Quali ä sma-
nagemen sys eme un e s ü zen die Be eilig en, sich selbs k i isch zu e lek ie en und Le n- und Leh -
leis ungen egelmäßig zu p ü en. Die Be ei scha dazu bilde die Basis ü eine kon inuie liche Quali-
ä sen wicklung und mach aus Hochschulen le nende O ganisa ionen, die au de Basis on ins i u i-
onellen Lei we en und wissenscha lichen E kenn nissen ih e P o ilbildung be eiben.
Von de leh enden zu le nenden Hochschule (Heucheme & Szczy ba, 2011) – zu diesem Kul u wan-
del äg die Hochschuldidak ik du ch ih e meh pe spek i ische und in e disziplinä e Fo schung
maßgeblich bei. Sie e ände die We o s ellungen und das Au gabenp o il in Leh e und S udium,
wi d ih e sei s on dem sich wandelnden Au gabenp o il beein luss und is so Teil des Hochschulp o-
ils.
Syl ia Heucheme , S e anie Spö h & Bi gi Szczy ba
14
Li e a u
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Managemen ? (53-60). Ve ügba un e : h ps://www. h-
koeln.de/mam/downloads/deu sch/hochschule/p o il/leh e/leh en wicklung.pd [5.6.2018].
15
E olg eich s udie en
Wie können die Hochschulen die Quali ä de
Leh e e besse n?
Man ed P enzel
Leh e an Hochschulen be uh nich nu au den Einzelleis ungen on Pe sonen. Fü ‚gu e Leh e‘ zu
so gen, s eh in eine indi iduellen und ins i u ionellen Ve an wo ung. In diesem Bei ag soll es um
die le z e e gehen: Ich möch e agen (und ein paa An egungen dazu geben), was die Hochschulen
als Ein ich ungen ü gu e Leh e un können. Ich möch e he ausa bei en, dass ins i u ionelle S a e-
gien eine wesen liche Bedingung sind, um die Leh e an eine Hochschule sys ema isch zu e besse n
und ein e olg eiches S udium zu ö de n. Dami meine ich S a egien ü die Leh e, und zwa solche,
die zum P o il de jeweiligen Hochschule passen und dabei hel en, ein en sp echendes Kompe enz-
p o il de S udie enden zu en wickeln (Wissenscha s a , 2017).1
1 Was is und wie en wickel sich ‚gu e Leh e‘?
Die F age, was ‚gu e Leh e‘ auszeichne und wo au diese be uh , läss sich nich ganz ein ach bean -
wo en. Das zeig sich in ielen Diskussionen übe die Möglichkei en, die Quali ä de Leh e einige -
maßen objek i und zu e lässig zu beu eilen, und das übe Fachg enzen und Hochschul ypen hin-
weg. Ich bin du chaus de Au assung, dass wi übe geeigne e Ve ah en zu Bewe ung de Leh qua-
li ä deba ie en müssen. Auch die Ve ah en zu Beu eilung on Fo schungsleis ungen haben G en-
zen und e langen hohen Au wand, wenn alide U eile ge o en we den sollen. Hohe Au wand
wä e deshalb auch ü die Beu eilung de Leh quali ä ge ech e ig . Dieses Thema möch e ich hie
abe nich e ie en.
Von S a egien wi d im Hochschulbe eich ge ne ge ede . Ich möch e abe be onen, dass S a egien
dazu dienen, Wege zum E eichen bes imm e Ziele zu klä en und zu besch eiben. Deshalb muss man,
be o S a egien en wickel we den, sich zunächs übe die Ziele e s ändigen, die le z lich e eich
we den sollen.
Als allgemeine Fo mel ü ins i u ionelle Ziele wi d häu ig au ‚gu e Leh e‘ ode ‚Ve besse ung de
Leh e‘ e wiesen. Wenn man sich abe o Augen üh , wie allgemein ode abgehoben ‚gu e Leh e‘
o de inie wi d, dann übe asch es nich , wenn die S a egien eben alls im Unge äh en bleiben.
1 Teile des Bei ags s immen übe ein mi dem Vo ag „Gewünsch e Di e si ä - be ü ch e e He e ogeni ä “, de im Jah es-
be ich 2016 des Wissenscha s a es abged uck wu de.
Man ed P enzel
16
De e s e Sch i de S a egieen wicklung muss also da au ge ich e sein, eine Ve s ändigung übe
die Zielse zungen zu e eichen, die on de Hochschule ü ih e Leh e anges eb we den und die sie
auszeichnen. So könn e disku ie we den, was an de Hochschule als ‚S udiene olg‘ e s anden wi d
und wo an diese es gemach we den soll, e wa an eine Absol en *innenquo e ode an ande en,
wei e en K i e ien. Die Hochschule könn e auch e ö e n, ob ein besonde es P o il an Kompe enzen
en wickel we den soll e, das genau diese Hochschule auszeichne – und en sp echend S udiengänge
akzen uie . Eine wei e e F age könn e sich da au ich en, wie man sich sys ema isch e gewisse n
will, inwiewei die anges eb en Kompe enzen a sächlich e eich wu den und ob sich diese im wei-
e en be u lichen Leben und pe sönlichen Wi ken de S udie enden bewäh haben.
2 Wi kungen de eu opäischen S udien e o m
Bei diesen F agen nach den Kompe enzen de S udie enden – also nach den S udienzielen und S u-
diene gebnissen – komm man nich umhin, sich mi den Wi kungen de eu opäischen S udien e o m
zu be assen, denn de Bologna-P ozess s and o allem ü ein neues Pa adigma in de Hochschulleh-
e: Die Aus ich ung au Leh - und Le nziele und insbesonde e die E gebnisse!
In de Bildungs o schung we den e schiedene Aspek e on Cu icula un e schieden, die hel en kön-
nen, auch die Ans engungen de Bologna-Re o m einzuo dnen. Demen sp echend kann man zwi-
schen dem in endie en, dem kodi izie en und dann dem implemen ie en Cu iculum, sowie
schließlich dem e eich en Cu iculum di e enzie en. Im Sinne diese Un e scheidung wa die Bolog-
na-Re o m o allem da au angeleg , die Rela ionen zwischen dem ‚kodi izie en‘, dem ‚implemen-
ie en‘ und dem ‚e eich en‘ Cu iculum sys ema isch zu bea bei en und diese abzus immen.
Pauschal und zuspi zend wü de ich sagen, dass die Ans engungen sich alle dings häu ig da au
konzen ie en bzw. besch änk en, Beziehungen zwischen dem ‚kodi izie en‘ und dem ‚implemen-
ie en‘ Cu iculum he zus ellen und zu bea bei en. Im Üb igen is das ja auch die Rela ion, die bei de
Quali ä ssiche ung und P og ammakk edi ie ung in e s e Linie im Blick s eh . Aus meine Sich müs-
sen wi uns abe ganz besonde s und k i isch mi dem ‚e eich en‘ Cu iculum auseinande se zen,
zunächs um Rückmeldung übe die g undsä zliche E eichba kei zu e hal en, o allem abe (im
Sinne eine E alua ion) übe das im S udienall ag wi klich E eich e (mi Blick au die Leh ziele).
Diese du ch den Bologna-P ozess in endie e Pe spek i enwechsel in Rich ung eine konsequen en
Ziel- und E gebniso ien ie ung wi d in de ö en lichen und hochschulin e nen Diskussion seh iel
wenige be on im Ve gleich zu k i ischen Deba e übe Leis ungspunk e ode übe die Ge ah eine
einsei igen und ins umen ellen Reduk ion des S udiums allein au die employabili y de
Absol en *innen (Wissenscha s a , 2015).
Meine Au assung nach wi d man mi solchen e eng en Be ach ungen dem Bologna-P ozess nich
ge ech . Ein wesen liches Anliegen on Bologna wa es, die bishe ige o wiegende Inpu -
O ien ie ung de Hochschulleh e (nämlich ein ach siche zus ellen, dass die Inhal e geleh we den)
e bunden wi d mi einem In e esse am ‚Ou pu ‘, indem ebenso da au geach e wi d, was a sächlich
gele n wi d. Nach inzwischen ach zehn Jah en Bologna-Re o m da man du chaus de F age nach-
gehen, ob die e wünsch e neue Aus ich ung de Hochschulleh e – nämlich de Wechsel on eine
E olg eich s udie en
17
ausschließlichen Inpu -S eue ung zu eine e s ä k en Be ücksich igung des Ou pu – inzwischen an
den Hochschulen in Deu schland ollzogen wu de.
Sinn und Ziel de Modula isie ung des Cu iculums wa ein sys ema ische und allmähliche Kompe-
enzau bau, abges imm in Modulen, die g öße e Zusammenhänge, E kenn nisse und Fähigkei en
sich ba we den lassen. Die im Rahmen on Bologna anges eb e ‚Kompe enzo ien ie ung‘ bedeu e
also o allem, sich sys ema isch zu e gewisse n, ob die S udie enden das können, was sie nach
Au assung de Leh enden (im Sinne eines kohä en en ‚in endie en‘, ‚kodi izie en‘ und ‚implemen-
ie en‘ Cu iculums) können und behe schen soll en, ü das wei e e Le nen im S udium e wa ode
ü zukün ige Anwendungssi ua ionen in Wissenscha und Be u . Um sich en sp echend e gewis-
se n zu können, soll en die Ziele so ge ass und besch ieben sein, dass man eine einige maßen kla e
und nachp ü ba e Vo s ellung on diesem anges eb en Können ha . Au diese Weise bes eh dann
auch wiede die Möglichkei , zum Beispiel bei de Implemen ie ung des Cu iculums nachzus eue n,
e wa du ch zusä zliche, e ie ende ode ande s geschni ene Ve ans al ungen und Leh -Le n-
Ve ah en.
3 Dimensionen eines Hochschuls udiums
De Wissenscha s a ha sich im Jah 2015 in den „Emp ehlungen zum Ve häl nis on Hochschulbil-
dung und A bei sma k “ mi dem Thema ‚Kompe enzen‘ eingehende beschä ig . In diesem Papie
we den d ei Dimensionen eines Hochschuls udiums besch ieben. Sie bilden einen Rahmen, in dem
di e enzie e S udienziele e o e und gewich e we den können:
(1.) (Fach-)Wissenscha (als achliches und wissenscha liches Wissen und Können),
(2.) Vo be ei ung au den A bei sma k (auch un e de Pe spek i e, dass diese einem nich gu o -
he sagba en Wandel un e lieg ) und
(3.) Pe sönlichkei sbildung (und auch hie haben wi Aspek e he o gehoben, die in einem S udium
besonde e Bedeu ung gewinnen, wie die En wicklung eine achlichen Iden i ä , eines Be u s-
e hos zum Beispiel).
Das Modell bie e O ien ie ung ü eine inhal lich di e enzie e Ziel- und Kompe enzo ien ie ung, die
bislang an ielen Hochschulen noch nich geb äuchlich is und selbs e s ändlich bei de S udienkon-
zep ion genu z wi d. Alle dings muss g undsä zlich zuges anden we den, dass die Umse zung de
Re o mziele des Bologna-P ozesses bei gleichzei ige Expansion des Hochschul-Sys ems und zahl ei-
chen adminis a i en Zusa zau gaben e olgen muss e und deshalb an den Hochschulen o o wie-
gend o mal bea bei e wu de – ohne eine inhal liche Re lexion und den Ansp uch, mi dem je eige-
nen P o il und den en sp echenden Leh zielen Le np ozesse in Gang zu se zen und zu un e s ü zen.
Diese Tendenz zu eine o malisie en S udiengangs- und Cu iculumen wicklung dü e auch mi
dem zei gleich zu S udien e o m einge üh en Ve ah en de Akk edi ie ung on S udiengängen
zusammenhängen. Zwa ha de Wissenscha s a imme wiede be on (z.B. Wissenscha s a , 2012),
wie wich ig eine solche ex e ne Quali ä ssiche ung ü die Hochschulen is – e ha abe auch es ge-
s ell , dass diese übe wiegend eine o male Bewe ung on Mindes s anda ds da s ell und dass
du ch die E üllung solche o male Vo gaben keineswegs au oma isch auch gu e Leh e e zeug wi d.
Man ed P enzel
18
Deshalb gil es heu e, den Hochschulen dabei zu hel en, die inhal liche Zielo ien ie ung nachzuholen
und dami ih e S a egie ähigkei in de Leh e zu e höhen und sich ba zu machen.
4 Die Idee de Leh e assungen und Leh p o ile
Als einen da ü geeigne en Weg möch e ich eine Idee einb ingen, die de Wissenscha s a den Hoch-
schulen be ei s im Jah 2015 emp ohlen ha : Die En wicklung on übe geo dne en Leh e assungen
und da au au bauenden s udiengangspezi ischen Leh p o ilen. An diesem Beispiel läss sich seh gu
zeigen, wa um die ins i u ionelle Ve an wo ung ü die Quali ä de Leh e eine so g oße Rolle spiel ,
wie in dem jüngs en Posi ionspapie zu S a egien ü die Hochschulleh e (Wissenscha s a , 2017)
bek ä ig wi d:
Mi den d ei Dimensionen, die ich o hin als Ke nme kmale eines Hochschuls udiums besch ieben
habe, we den nämlich zunächs nu die Kompe enzen um issen, die ü ein Hochschuls udium im
Allgemeinen s ehen. Bei eine Ve s ändigung übe die Ziele eine Hochschuls a egie ü die Leh e
müssen dazu abe auch Besonde hei en de jeweiligen Hochschule be ücksich ig we den (Region,
Fäche spek um, Hochschul yp ode S udie endenklien el), und na ü lich wei e e Besonde hei en
ih es P o ils.
4.1 Leh e assungen
Leh e assungen dienen zunächs dem Zweck, das Selbs e s ändnis eine Hochschule als Leh ins i-
u ion zu klä en. Wäh end es o ensich lich und selbs e s ändlich zu sein schein , wie und wodu ch
sich eine Ein ich ung in de Fo schung auszeichne , is das ü den Be eich de Leh e o nich e kenn-
ba . Dami ehlen Bezugspunk e, um die eigene Leis ung in de Leh e eino dnen zu können, abe auch
Bezugspunk e und Ansp üche, welche die Leh e alle Kolleg*innen he aus o de n und an egen. In de
Fo schung is das ande s; da sind die Bezugspunk e ü alle kla und ie in e nalisie . Eine Leh e as-
sung e häl dami eine o ien ie ende Funk ion: Sie s ä k die Iden i ä de Hochschule als O des
Leh ens und Le nens und die Iden i ika ion de Hochschulangehö igen mi diesen Ansp üchen.
Eine Leh e assung soll e als Maxime und Rahmen alle wich igen, mi de Leh e in Ve bindung s e-
henden Ak i i ä en und Belange eine Hochschule – on de S udienbe a ung bis zu Pe sonal ek u-
ie ung – p ägen. Dabei kann die Leh e assung beispielsweise hochschuleinhei liche G undsä ze ü
die Cu iculumen wicklung und Quali ä ssiche ung, ü die Zusammena bei mi Schulen bei de
Ges al ung de S udieneingangsphase, ü die Rek u ie ung und Auswahl sowie die Beglei ung und
Un e s ü zung on S udie enden, ü die Einbindung digi ale Medien in die Leh e ode hinsich lich
de Anwendung spezi ische Leh - und Le nphilosophien es hal en. Sie kann da übe hinaus auch
g undlegende Vo s ellungen o mulie en, wie das Mi einande on S udie enden und Leh enden an
de Hochschule zu ges al en is .
Eine Leh e assung besch eib nich zule z eine Mission de jeweiligen Ein ich ung, die ü S udien-
in e essie e und ü abnehmende Ein ich ungen (also Wi scha , Indus ie) hoch in e essan is (und
an de die Leis ungen de Hochschule abe auch beu eil we den können).
Hie zeig sich auch die Chance eine unk ionalen Di e enzie ung de Hochschulen, die eben mi den
Leh e assungen explizi machen können, was ein S udium an ih e Ins i u ion bedeu e , ü welche
E olg eich s udie en
19
S ä ken, Schwe punk e und Kompe enzp o ile sie s eh . Deshalb sollen Leh e assungen inhal lich
keine one-size- i s-all-Konzep e sein: Eine kleine Fachhochschule im Ruh gebie wi d ein ande es P o il
en wickeln als eine g oße Uni e si ä in eine G oßs ad wie Be lin, selbs in den gleichen Fäche n. Am
An ang soll e jeden alls eine Selbs e lexion de Hochschulen s ehen hinsich lich de eigenen Zielse -
zungen, S ä ken und He aus o de ungen, de egionalen Einbe ung und des Beda s ih e S udie en-
den.
4.2 Leh p o ile
De Wissenscha s a schläg ü die Umse zung eine wi ksamen Zielo ien ie ung in de Leh e des
Wei e en o , die hochschulwei en, übe geo dne en Leh e assungen zu e gänzen du ch spezi ische
Leh p o ile ü die einzelnen S udiengänge: Solchen Leh p o ilen äll die Au gabe zu, ü einen S udi-
engang die Leh ziele, die anges eb en Absol en *innenp o ile und die didak ischen Ansä ze zu
konk e isie en.
Hie können wiede um die o hin angesp ochenen d ei Dimensionen on Kompe enzen wesen lich
dazu bei agen und hel en, die Besonde hei en eines S udiengangs au de Zielebene zu cha ak e i-
sie en. Auch ü die Leh p o ile gil , dass sie die anges eb en Absol en *innenp o ile p ägnan und
e s ändlich es hal en, um ü die S udienin e essie en wie auch po en ielle A bei gebe eine O ien-
ie ungs unk ion übe nehmen zu können. Die Leh p o ile sollen die jeweils anges eb en Absol-
en *innenp o ile so in p ägnan e Fo m es hal en und T anspa enz hinsich lich de S udieninhal e
sowie de zu e we benden Kompe enzen scha en. Solch eine ausd ückliche und e bindliche Kom-
munika ion on Quali izie ungszielen kann auch den S udienin e essie en hel en, Fehlen scheidun-
gen bei de Wahl des S udienangebo s zu e meiden. Die Klä ung de Quali izie ungsziele is zudem
die Vo ausse zung ü eine konsequen zielo ien ie e Ges al ung de Cu icula.
Nun wi d ielleich manch eine denken: Die om Wissenscha s a ange eg en Zielklä ungen mi
Blick au Leh e assungen und Leh p o ile haben wi doch längs ollzogen! Wi haben doch im Zuge
de Bologna-Re o m unzählige S udiengangsbesch eibungen und Modulhandbüche e ass ! E ül-
len diese nich schon be ei s die besch iebenen Funk ionen on Leh p o ilen?
Be o mi diesem Einwand die A bei an einem Leh p o il o schnell abge an wi d, ege ich eine ku ze
‚Gewissense o schung‘ an, ob und wie so g äl ig do die Absol en *innenp o ile mi de S udien-
s uk u und den Leh zielen abges imm wu den. Wo dies gelungen is , kann ich mi a sächlich o -
s ellen, dass Leh p o ile gewisse maßen auch au de Basis on Übe legungen und Papie en ausgea -
bei e we den können, die im Zuge de Ums ellung au ges u e und modula isie e S udiengänge
en wickel wu den. Das wä e eine A bo om-up-En wicklungss ang.
Au de ande en Sei e könn e man sich abe auch eine op-down-An egung o s ellen, nämlich sich
mi einigem Abs and zu e gewisse n, wo man eigen lich mi dem S udiengang hin will – und ge ade
heu e und in nächs e Zukun . Cu icula e al en schnelle als man denk und sich wünsch . Und wie
imme schein auch hie ein Zusammenspiel on einem bo om-up- und op-down-Vo gehen am iel-
e sp echends en zu sein.
Man ed P enzel
20
Was ich dami auch sagen will: Die En wicklung on Leh p o ilen is eine höchs an egende und an-
sp uchs olle Angelegenhei , eigen lich eine P oblems ellung, an de sich Wissenscha le *innen mi
ih e Neugie , Begeis e ung und K ea i i ä aus oben können. Leh en kann F eude machen, und das
gil soga ü das Engagemen in de En wicklung on Cu icula und Leh konzep en.
5 Einzelp ojek e s. übe geo dne e S a egien
Auch wenn ich hie mi meinen Aus üh ungen einigen Ve besse ungsbeda ausgemach habe, muss
gleichwohl g undsä zlich ane kann we den, dass an unse en Hochschulen iele o s du chaus iel äl-
ige Bemühungen zu Fö de ung de Leh e ges a e wu den und wei e e olg we den.
Einige besonde s glänzende Beispiele we den z.B. mi Leh p eisen ins Lich de Ö en lichkei ge-
b ach – und das is seh , seh wich ig! Die e dien e Au me ksamkei ü Engagemen und e olg ei-
che P ojek e in de Leh e bewi k dabei meh als die Eh ung de Pe sonen selbs : Sie äg diese ge-
lungenen Ansä ze in die B ei e, läd zum Aus ausch und zum Nachmachen ein und beein luss so das
Gesam sys em.
Aus de hie on mi eingenommenen ins i u ionellen Pe spek i e können gelungene Einzelp ojek e
zu Ve besse ung de Leh e abe nich übe geo dne e S a egien ü eine Ve besse ung de Leh e
e se zen. Wi wollen ja Ve besse ungen in de B ei e und Fläche und wi wollen, dass sich das Ni eau
de Leh e insgesam e höh – nich nu bei den be ei s hochg adig engagie en Leh enden.
Fü die Umse zung on ins i u ionellen S a egien benö ig man lang is ig angeleg e P og amme zu
Ve besse ung de Leh e mi g oße Reichwei e – und nich nu e einzel e P ojek e, die zei lich be-
g enz und meis lokal, d. h. au einige wenige und kleine e A bei sg uppen ode Leh einhei en be-
sch änk bleiben. Wie in de Fo schung müssen Maßnahmen zu Ve besse ung de Leh e sys ema isch
abges imm e und au einande au bauende Sch i e um assen.
Wie nachhal ig mi ins i u ionellen S a egien Du chb üche ü eine Ve besse ung de Quali ä de
Leh e e ziel we den können, häng abe auch s a k da on ab, ob und wie S a egien zusammenge-
üh we den, um bekann e, besonde s wich ige ode o d ingliche P oblembe eiche de Leh e an
eine Ein ich ung zu bea bei en. Wich ig schein es mi zu sein, in den nächs en Jah en Inno a ionen
in de Hochschulleh e insbesonde e au s a egische Ansa zpunk e zu konzen ie en, bei denen o -
d inglich Handlungsbeda bes eh und bei denen man abschä zen kann, in absehba e Zei deu liche
Ve besse ungen in de B ei e de Leh e e eichen zu können.
Li e a u
Wissenscha s a (2012). Emp ehlungen zu Akk edi ie ung als Ins umen de Quali ä ssiche ung.
Köln: Wissenscha s a .
Wissenscha s a (2015). Emp ehlungen zum Ve häl nis on Hochschulbildung und A bei sma k .
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Wissenscha s a (2017). S a egien ü die Hochschulleh e. Posi ionspapie . Köln: Wissenscha s a .
Teil I
Quali ä als Kul u
23
Kommunika i e Validie ung on
Fo schungse gebnissen als Ins umen
pa izipa i e Quali ä sen wicklung
Ma ia Kond a juk, Philipp Pohlenz & Ve ena Wal e bach
In diesem Bei ag soll zunächs dezidie das Ve ah en de kommunika i en Validie ung aus un e -
schiedlichen disziplinä en Zugängen da ges ell und me hodologisch beg ünde we den, um aus
diese Zusammenschau unse Ve s ändnis on kommunika i e Validie ung abzulei en. Im Anschluss
wi d exempla isch anhand des empi isch gene ie en Modells de Leh au assung (Kond a juk &
Schulze, 2016a; 2016b; Schulze & Kond a juk, 2017) ein Hochschulen wicklungskonzep o ges ell ,
welches in das o schungsme hodische Ve ah en de kommunika i en Validie ung eingebe e is .
Dieses Modell on Leh au assung dien als Ausgangspunk de Be ach ung eines kommunika i en
Fo schungsp ozesses, de ließend in den P ozess de pa izipa i en Quali ä sen wicklung münde .
In his a icle, he me hod o communica i e alida ion om di e en disciplina y app oaches shall be
illus a ed and will be me hodologically jus i ied in o de o de i e ou unde s anding o communica-
i e alida ion om his synopsis. Subsequen ly, a concep o highe educa ion de elopmen is p e-
sen ed by means o empi ical indings and is embedded in he esea ch me hodology o communica-
i e alida ion. Speci ically, his is he empi ically gene a ed model o eaching pe cep ion in highe
educa ion (Kond a juk & Schulze, 2016a; 2016b; Schulze & Kond a juk, 2017). This model se es as a
s a ing poin o conside ing a communica i e esea ch p ocess ha lows luen ly in o he p ocess o
pa icipa o y quali y de elopmen .
1 Einlei ung
Hochschul o schung is als anwendungsbezogene empi ische Fo schung übe ‚Hochschulbelange‘
(Win e & K empkow, 2013) nah an de Hochschulp axis und dami eng mi dem hochschulpoli ischen
En wicklungs eld de Quali ä ssiche ung in S udium und Leh e (und zunehmend in ande en Leis-
ungsbe eichen, wie de Fo schung, dem Wissens ans e u.a.) e woben. Wege de Nu zba machung
und Ve we ba kei on Fo schungse gebnissen ü die Hochschulp axis sind dahe on besonde em
In e esse. Kommunika i e Validie ung s ell dabei ein geeigne es Fo schungs e ah en da , um E -
kenn nisse aus de empi ischen Hochschul o schung in die Hochschulp axis zu übe üh en und sinn-
oll zu e knüp en – sozusagen als p axisnahe S a egie ü den Umgang mi Fo schungse gebnissen
im Sinne eine e idenzbasie en und a ionalen S eue ung. Eine solche wi d zunehmend on Hoch-
schulen e wa e , die im S eue ungslei bild des New Public Managemen mi s eigenden Kompe en-
zen in de au onomen Selbs s eue ung ausges a e , gleichzei ig abe mi s eigenden An o de ungen
hinsich lich ih e Rechenscha sp lich gegenübe e schiedenen In e esseng uppen kon on ie
we den (Hü he & K ücken, 2016; Pohlenz, 2009).
Ma ia Kond a juk, Philipp Pohlenz & Ve ena Wal e bach
30
Dami wi d die Fo schung zu einem ebenso p ak ischen wie poli ischen P ozess. Diese s eh in de
Logik de na u alis ischen E alua ion, die ih e sei s K a aus de Pa izipa ion de am be o sch en Feld
be eilig en Ak eu e zieh .
4 Pa izipa i e Quali ä sen wicklung du ch gemeinsame P axis
und gemeinsame P axis du ch pa izipa i e Quali ä sen wick-
lung am Beispiel Leh au assung
Ausgangspunk unse e konzep ionellen Übe legungen eine pa izipa i en Quali ä sen wicklung
hochschulische Leh e bilde das Modell de Leh au assung als gegens andsbeg ünde e Theo ie
(Kond a juk & Schulze, 2016a; 2016b). Dieses Modell is E gebnis eine empi ischen Un e suchung, bei
de das Selbs e s ändnis de Leh enden im Mi elpunk s and. Fo schungslei end wa en dabei u.a.
F agen nach de indi iduellen Wah nehmung de eigenen Rolle als Leh ende, des Leh all ags und de
S udie endenscha . Dabei wu den Leh ende de Uni e si ä aus un e schiedlichen Fakul ä en mi
un e schiedlichem S a us und aus un e schiedlichen akademischen Lau bahns adien einbezogen. Das
Modell de Leh au assung se z sich aus olgenden Bes and eilen zusammen: a) je indi iduelle Sinn-
und Bedeu ungszusammenhänge, die sich au Leh e beziehen (wie z. B. die Wah nehmung de S u-
die enden ode die Funk ion on Leh e); b) die Posi ion de Leh enden in de Hochschule (z.B. s uk u-
elle Einbindung, Ve ags e häl nisse usw.), einschließlich des Zugangs zum Tä igkei s eld Leh e; c)
das Leh handeln un e Ve o ung in den (hochschul-)didak ischen Handlungsebenen (neben Leh e
und Fo schung auch G emiena bei usw.); d) die wah genommenen sowie die a sächlichen Rahmen-
bedingungen on Leh e an Hochschulen (Regula ion s. Flexibili ä ); e) die Typen on Leh au as-
sung4 mi den Me kmalsdimensionen: Ve mi lung on Inhal en; indi iduelle Aus ich ung des Gegen-
s andsbezugs; Beziehung de Leh enden zu den S udie enden und Posi ionie ung de Hochschulleh-
enden im Sys em Hochschule (Funk ionali ä on Leh e). Dynamik e häl das Modell du ch das ela i-
onale In-Beziehung-Se zen de Bes and eile (a-e).
Das an ande e S elle be ei s e p ob e Modell de Leh au assung lie e einen dezidie en Deu ungs-
und E klä ungsansa z, „de die Leh enden und ih e Handlungsabsich en besse e s ehen läss und
bspw. E klä ungen ü Wide s ände gegen hochschuldidak ische Maßnahmen gib und Ablei ungen
on möglichen Implika ionen zu Ve besse ung de Leh e sowie ü Un e s ü zungss uk u en e -
laub “ (Schulze & Kond a juk, 2017, S. 125). Konk e e Anwendung kann das Modell de Leh au as-
sung als Gegens and pa izipa i e Quali ä sen wicklung im P ozess de kommunika i en Validie ung
inden. Das au be ei e e Modell de Leh au assung wi d dann 1.) in de Be a ung und im Leh -
coaching, 2.) in konk e en hochschuldidak ischen Se ings (z.B. Wo kshop: meine Rolle als Leh en-
de* ) und 3.) in indi ek en hochschuldidak ischen Fo ma en (Aus ausch im A bei sbe eich an eine
Fakul ä ) eingese z . Im Rahmen de in Au bau be indlichen P o essionalisie ungss a egie de O o-
on-Gue icke-Uni e si ä Magdebu g im Feld on S udium und Leh e (Eins ieg in die Sys emakk edi-
ie ung, Au bau eines hochschuldidak ischen Ze i ika sp og amms u. .m.) wi d das Modell in Kü ze
zum Einsa z kommen, so dass die en sp echenden E ah ungen dann an geeigne e S elle be ich e
we den können. De o liegende Bei ag ha e hingegen zum Ziel, die Konzep ion des analy ischen
4 Zu Besch eibung de Typen ( on Leh au assung) siehe Kond a juk & Schulze, 2016a und 2016b.
Kommunika i e Validie ung on Fo schungse gebnissen als Ins umen pa izipa i e Quali ä sen wicklung
31
Modells heo e isch zu beg ünden und zu eine diesbezüglichen Diskussion übe Wei e en wick-
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33
Ges al ung o ma i - e lexi e
Quali ä sen wicklungsp ozesse bei
mul iplen P ojek zielen
Ina Dama is Buch o h & Johanna Ruge
Ein zen ale Bes and eil on Quali ä sen wicklungsp ozessen bes eh in de Auseinande se zung mi
de Zieldimension des jeweiligen P ojek es. Auch wenn die mi den jeweils in endie en Zielen e -
bundenen We o s ellungen und Handlungslogiken nich explizi o mulie we den, sind diese doch
handlungslei end in de Umse zung des P ojek es. Am Beispiel des Quali ä so ensi e-Leh e bildung-
P ojek es „Leibniz-P inzip“ wi d ein o ma i - e lexi e Quali ä sen wicklungsp ozess o ges ell ,
welche e such Spannungs elde und Zielkon lik e nich zu e neinen. Die Hü den dieses Vo gehens
we den hema isie .
A cen al aspec in a p ojec ’s quali y-de elopmen p ocess is he con on a ion and discussion o he
in ended goals. E en i alues and di e en logics o ac ion associa ed wi h he in ended goals a e no
o mula ed explici ly, hey a e ne e heless guiding he p ojec ’s implemen a ion. Using he example
o he Quali ä so ensi e-Leh e bildung p ojec Leibniz-P inzip, a o ma i e- e lexi e app oach o
quali y de elopmen is p esen ed, which does no deny a eas o con lic and con lic ing goals. The
obs acles o his app oach a e add essed.
1 Einlei ung
Quali ä ssiche ungs- und Quali ä sen wicklungsmaßnahmen sind ein wich ige und o auch e -
p lich ende Bes and eil on gegenwä igen Re o mp ojek en in de Leh e *innenbildung. Als ein
zen ale Fokus on Quali ä sen wicklungsp ozessen kann die Auseinande se zung mi de Zieldi-
mension des jeweiligen P ojek es e ach e we den, welche handlungslei end ü das konk e e Vo ge-
hen im P ojek is . Auch ü ein Ve s ändnis de P ojek dynamik is die Be ach ung diese Dimension
une lässlich.
Inne halb diese Zieldimension kommen mi dem P ojek e bundene We o s ellungen zum T a-
gen. Diese spiegeln sich in den explizi aus o mulie en P ojek zielen, jedoch auch in implizi en An-
nahmen und Handlungslogiken des P ojek es wide . Inne halb de uni e si ä en Leh e *innenbildung
e binden sich dami We o s ellungen da übe , was eine ‚gu e‘ Leh k a , abe auch, was eine ‚gu e‘
Leh e *innenbildung auszeichne . Ve schiedene Aspek e sollen im Rahmen de P o essionalisie ung
on angehenden Leh k ä en e mi el we den: Zum einen E ek i i ä swissen – welches Leh pe so-
nen dazu be ähig „Un e ich zielbewuss zu planen, du chzu üh en, und zu e lek ie en" (Dick, 1996,
S.5) – und zum ande en ein Ve an wo ungswissen, die P o essionsmo al (Dick, 1996; Ose e al.,
1992).
Ina Dama is Buch o h & Johanna Ruge
34
We o s ellungen we den nich nu übe die e mi el en Inhal e anspo ie , sonde n auch übe
die Ausges al ung und die Maßnahmen, die zu ih e Ve mi lung he angezogen we den1 (siehe u.a.
Ebke & Kliemann, 2012). Bei den Handlungslogiken in de uni e si ä en Leh e *innenbildung lassen
sich eine Zielge ich e hei au die spä e e P axis on eine Be onung des Eigenwe es on Bildung an
sich analy isch un e scheiden. Hie bei spiel auch die angenommene We igkei on Theo ie- und
P axisbezügen in de Leh e *innenbildung eine Rolle. Ebenso e weis dies au F agen des S ellenwe -
es und des Ve häl nisses on Theo ie und P axis.
In den Handlungslogiken on Re o mp ojek en, welche eine Ve besse ung uni e si ä e Bildungsan-
gebo e ans eben, sind s e s auch We o s ellungen inbeg i en, auch wenn diese o nich explizie
we den. Somi p ägen diese We e die Ausges al ung diese P ojek e. Ein mögliche Bei ag zu Fö de-
ung on Quali ä im P ojek kon ex kann das O enlegen diese in de Zieldimension immanen en
We o s ellungen sein. Dieses O enlegen mach zu o Implizi es de Diskussion zugänglich und
äg so zu eine e olg eichen Zusammena bei im P ojek bei. Somi basie auch die Auswahl eines
Quali ä sen wicklungsansa zes au spezi ischen We o s ellungen2.
Im Folgenden wi d diese P ozess am Beispiel des Re o mp ojek es „Leibniz-P inzip“ nachgezeichne .
Au gezeig we den soll, inwiewei We e in Bezug au die Leh e *innenbildung einen Ein luss au die
Ausges al ung des P ojek es haben. Anhand eine analy ischen T ennung we den e schiedene mi -
einande e wobene P ojek ebenen be ach e , au denen sich e schiedene We o s ellungen
wiede inden. Diese e schiedenen Vo s ellungen können zu Kon lik en üh en, sowohl inne halb des
P ojek s, als auch in de Realisie ung on Quali ä sen wicklungsmaßnahmen. Diese können als
exempla isch im Kon ex gegenwä ige Re o mbes ebungen be ach e we den.
De Bei ag illus ie eine mögliche Ges al ung on Quali ä sen wicklungsp ozessen, die au eine
e lexi e Auseinande se zung mi de Zieldimension se z und a bei e k i ische Punk e he aus, an
denen diese Fo m in dem gegebenen Kon ex an ih e G enzen s öß . E is wie olg au gebau :
• Vo s ellung des Ansa zes: Nach eine Skizzie ung de Rahmenbedingungen und zen alen Inhal e
des P ojek s (siehe 2.) wi d de im „Leibniz-P inzip“ gewähl e Quali ä sen wicklungsansa z o ge-
s ell (siehe 3.), welche au de Explika ion on implizi en We e o s ellungen inne halb eines
P ojek s basie . Es we den die zug undeliegenden Vo annahmen und heo e ische Übe legungen
skizzie (siehe 3.1.) und Einblicke in die konk e e Vo gehensweise gegeben (siehe 3.2.).
• Vo s ellung inhal liche Be unde (siehe 4.): Dabei we den insbesonde e die Zieldimension und die
da aus olgenden Handlungslogiken analy isch besch ieben. Dies geschieh anhand eine analy i-
schen T ennung on d ei P ojek ebenen. Zen ale Bes and eile de Analyse sind bes ehende Ziel-
kon lik e und Spannungs e häl nisse. Dies e weis au po en ielle Hü den bei dem zu o skizzie -
en Vo gehen. Um dies zu illus ie en, we den au den e schiedenen P ojek ebenen auch Hü den
dieses Vo gehens hema isie und diese mi einande in Beziehung gese z .
1 We e und We e e mi lung können ebenso eine eigene Thema ik im Rahmen de Leh e *innenbildung da s ellen. Dies
is jedoch kein zen ale Fokus dieses Bei ags.
2 Das explizi im P ojek an ag o mulie e Ziel eines „au kommunika i e Re lexion basie ende E alua ionsansa zes
…[zu ]… S ä kung eine kollegial-koope a i en Uni e si ä skul u ” se z die Rahmenbedingungen ü die Auswahl eines
Quali ä sen wicklungsansa zes.
Ges al ung o ma i - e lexi e Quali ä sen wicklungsp ozesse bei mul iplen P ojek zielen
35
• K i ische Re lexion des Ansa zes inne halb des Gesam kon ex es (siehe 5.): Abschließend we den
Po en iale und Hü den diese Fo m de Quali ä sen wicklung inne halb des zu o skizzie en Ge-
sam kon ex es o mulie .
2 Das „Leibniz-P inzip“
Das BMBF-ge ö de e Quali ä so ensi e Leh e bildung-P ojek „Leibniz-P inzip“ okussie die Fö de-
ung e lek ie e Handlungs ähigkei als Basis ü lang is ig e olg eiches Leh e *innenhandeln. Das
Gesam p ojek se z sich zusammen aus ie Teilp ojek en, die aus jeweils spezi ische Pe spek i e
eine s uk u elle und inhal liche Wei e en wicklung de Leh e *innenbildung im uni e si ä en Kon-
ex ans eben.
De Fokus des e s en Teilp ojek s „Leh e /in we den on An ang an“ is die Ve mi lung on Leh am s-
zugehö igkei und des Ve s ändnisses ü die inne e Logik des Leh am ss udiums. Das zwei e Teilp o-
jek „Di e si ä ssensibili ä in de inklusi en Schule“ ziel au einen gene ellen Pe spek i wechsel hin
zu eine p o essionalisie en Sensibili ä ü die Di e si ä on Le nenden und zum kons uk i en
Umgang mi Di e si ä in pädagogischen Kon ex en. Das d i e Teilp ojek , die „Didak isch s uk u ie -
e Fachwissenscha “, s eb eine ad essa eno ien ie e Ve besse ung komplexe achwissenscha li-
che Leh e ans al ungen an. Das ie e Teilp ojek „Vi uelle Hospi a ion - Leh -Le nsi ua ionen
mul imedial e ah en und e p oben“ okussie eine Ve besse ung des P axisbezugs du ch heo iege-
lei e e Auseinande se zung mi Leh -Le nsi ua ionen3.
Ungeach e de disziplinä en und inhal lichen Viel al e binde die ie Teilp ojek e die Bezugnahme
au Re lexion als zen ale Ka ego ie in de Leh e *innenbildung. In besonde em Fokus s ehen (1) die
be u sbiog a isch angeleg e, selbs e lexi e Auseinande se zung mi dem eigenen pädagogischen
Handeln sowie (2) die e lexi e Auseinande se zung mi Rahmenbedingungen, S uk u en und P o-
zessen on Schule und Un e ich . Als explizie e Zielse zung des Gesam p ojek es wi d mi Blick au
die Leh am ss udie enden o mulie : „Im Ideal all wi d so eine lebenslange Be ei scha zu Ve ände-
ung au de G undlage de Re lexion eigene Be u se ah ung ge ö de “ (Gillen, 2015, S.17).
3 De Quali ä sen wicklungsansa z
Die Quali ä sen wicklung basie au einem o ma i - e lexi en Ansa z. Im Gegensa z zu eine sum-
ma i angeleg en Quali ä sen wicklung, welche au die E gebnisse des P ojek es okussie , lieg bei
einem o ma i en Quali ä sen wicklungsansa z de Fokus au dem P ozess. Du ch diesen Ansa z wi d
ane kann , dass nich alle Kon ex e und Dynamiken o ab absehba und planba sind (S ockmann,
2007). Des Wei e en wi d das e lexi e Vo gehen in de Umse zung de Quali ä sen wicklung be on .
Es wi d in egelmäßigen Abs änden das bishe ige Vo gehen e lek ie und es können gg . Anpassun-
gen im Ve lau des P ojek es o genommen we den. Um die Flexibili ä im P ojek e lau auch au de
Ebene de Du ch üh ung de Quali ä sen wicklung zu gewäh leis en, können das Vo gehen sowie
spezi ische Fokussie ungen de Quali ä sen wicklung nach Beda angepass we den.
3 ü wei e eichende In o ma ionen: www.leibniz-p inzip.uni-hanno e .de
Ina Dama is Buch o h & Johanna Ruge
36
Au de Ebene des Gesam p ojek es s ü z sich die Quali ä sen wicklung au das Vo gehen de heo-
iebasie en E alua ion (Chen, 2004; Thumse -Dau h, 2007). Diese s ell eine p agma ische Ve bin-
dung zwischen Quali ä sen wicklung und E o schung de P ojek dynamik da , wie im Folgenden
skizzie wi d.
3.1 De Ansa z de heo iebasie en E alua ion
De Ansa z de heo iebasie en E alua ion s ü z sich au die E s ellung sogenann e P og amm heo-
ien (Chen, 2004; Thumse -Dau h, 2007). Die P og amm heo ien dienen de Besch eibung de explizi
o mulie en, als auch implizi en Annahmen, die dem P ojek zug unde liegen. Es lassen sich sechs
Domänen on P og amm heo ien un e scheiden, welche da au abzielen, sowohl die S uk u des
P og ammes, als auch die Wi kweisen sich ba zu machen. Die Zieldimension wi d in den e s en d ei
Theo iedomänen sich ba : Die e s e Theo iedomäne explizie die Zielse zungen des P ojek es. Die
Pe spek i en de un e schiedlichen, am P ojek be eilig en Ak eu e und de en In e essen we den
hie bei be ücksich ig und somi die globale Zielse zung in einzelne Face en wei e ausdi e enzie .
Die zwei e dien de Besch eibung de Logik hin e dem gewähl en Ve ah en de Implemen a ion.
Dies kann somi als eine Beg ündung des angedach en Vo gehens be ach e we den, welche sowohl
heo e ische Vo annahmen, als auch p agma ische Abwägungen en häl . Die d i e Theo iedomäne
besch eib die ele an en Rahmenbedingungen. De Kon ex , in welchem sich das P ojek beweg ,
p äg Ressou cen und Hinde nisse ü die P ojek umse zung und is somi essen iell ü ein ie e es
Ve s ändnis de P ojek dynamik. Bei diesen d ei Theo iedomänen handel es sich um eine Explika ion
zug undeliegende no ma i e Theo ien. Diese schlüsseln au , welche Sollzus and als e s ebenswe
e ach e wi d und welche Vo gehensweise hie ü als angemessen und e e ba wah genommen
wi d. Diese Theo ien sind somi gep äg du ch We o s ellungen.
Die Ausges al ung de Zieldimension wi d in den Gesam kon ex eingebe e be ach e : In einem
sogenann en Handlungsmodell [ac ion model] we den die Ve knüp ungen de bes ehenden Hand-
lungslogiken zusammenge ass und Ak eu e in ih e Ve ha e hei in den jeweiligen Rahmenbedin-
gungen da ges ell (Chen, 2004, 2006). Schließlich is es wich ig zu be ach en, inne halb welche
O ganisa ionss uk u en [implemen a ing o ganiza ion] die ü die P og ammimplemen a ion Ve -
an wo lichen [p og am implemen e s] agie en. Die gegebene O ganisa ionss uk u , e mi el übe
die Rahmenbedingungen [ecological con ex ], als auch be ei s o handene und mögliche Koope a io-
nen [associa e o ganiza ions and communi y pa ne s], p ägen die Möglichkei en de konk e en In e -
en ionss a egie und Du ch üh ung [in e en ion and se ice deli e y p o ocols], die schließlich die
Spezi ika de P ojek zielg uppe [ a ge popula ion] be ücksich igen soll. Huey T. Chen (2006, S. 77)
ass das Handlungsmodell wie in Abb. 1 da ges ell zusammen.
Ges al ung o ma i - e lexi e Quali ä sen wicklungsp ozesse bei mul iplen P ojek zielen
37
Abbildung 1: Ac ion Model nach Chen (2006).
Die wei e en Theo iedomänen modellie en die Wi kweisen des P og ammes inne halb de zu o
ausdi e enzie en S uk u en und Annahmen. Es wi d analy isch ge enn zwischen den E ek en des
P og amms, In e en ionsmechanismen sowie de Gene alisie ba kei und T ans e po en iale. Hie
lieg de Fokus au den in de Phase de Implemen a ion s a indenden P ozessen. Zen al sind hie
die olgenden F agen: Wie lassen sich du ch das P og amm e ziel e E ek e – unabhängig da on, ob
diese in endie wa en ode nich – du ch die In e en ionen e klä en? Inwiewei lassen die beobach-
e en In e en ionsmechanismen und Dynamiken des P ojek es Rückschlüsse au die Gene alisie ba -
kei und auch T ans e ie ba kei diese In e en ion au ande e Kon ex e zu?
Im Folgenden wi d das konk e e Vo gehen de E s ellung diese Theo ien im „Leibniz-P inzip“ e läu-
e . Im Rahmen dieses A ikels okussie en wi uns hie au die no ma i en Theo iedomänen und die
Hü den bei dem gewähl en Vo gehen.
3.2 Konk e es Vo gehen de Quali ä sen wicklung inne halb des
P ojek es
Die Quali ä sen wicklung inne halb des „Leibniz-P inzip“ olg einem Meh ebenenansa z und is in
d ei un e schiedlichen au einande au bauenden Ebenen angeleg . Die einzelnen Teilp ojek e e alu-
ie en selbs s ändig ih e jeweiligen Teil o haben. Hie bei können diese selbs s ändig Foki ü das
Vo ankommen ih es spezi ischen Vo habens bes immen und mi ü ih en Fachbe eich adäqua en
Theo ien und Ansä zen a bei en. Die eilp ojek übe g ei ende Quali ä sen wicklung siedel sich au
de zwei en Ebene an und basie au dem zu o besch iebenen Ansa z de heo iebasie en E alua i-
on. Hie sind auch die Mi a bei e innen de Quali ä sen wicklung angesiedel . Die d i e Ebene s ell
die Gesam koo dina ion des P ojek es da , welche o allem die zukün ige En wicklung des P ojek es
in den Blick nimm und s eue nd in den P ojek e lau eing ei en kann.
Ina Dama is Buch o h & Johanna Ruge
38
Die eilp ojek übe g ei ende Quali ä sen wicklung kann somi als ein Bindeglied zwischen de e s en
Ebene und den e schiedenen Zielse zungen de ielen Ak eu *innen im P ojek und de Gesam ko-
o dina ion des P ojek es angesehen we den. Somi nehmen die ü diese Au gabe zus ändigen Mi a -
bei e innen hie die Rolle des „E alua o [s] als Mode a o “ ein (siehe hie zu Guba & Lincoln, 1989).
Diese Ve mi lung geschieh übe zwei au einande au bauende A bei sschwe punk e: die Dokumen-
enanalyse und die Scha ung on Re lexionsanlässen4, welche en sp echend dokumen ie wu den.
Diese e schiedenen Quellen dien en auch de E s ellung de e schiedenen Domänen de P o-
g amm heo ien.
Die im P ojek an allenden Dokumen e wu den hinsich lich Aussagen in Bezug au die e schiedenen
Theo iedomänen s uk u ie zusammenge ass . Hie zu zählen beispielsweise de P ojek an ag,
Publika ionen übe das P ojek , in e ne p og ess epo s und Zwischenbe ich e. So wu den zu Be-
sch eibung de Ausgangslage de P ojek an ag hinsich lich de o mulie en (Teil-)Ziele und de en
zug undeliegenden Vo annahmen, sowie des angedach en Vo gehens und dessen Beg ündungen
du chgea bei e .
Hie au au bauend wu de dann ein e s e Re lexionsanlass in Fo m on eilp ojek spezi ischen Ziel e-
lexionswo kshops gescha en. In diesen Wo kshops wu den mi den ü die Implemen a ion Ve an -
wo lichen gemeinsam die E gebnisse aus de Dokumen enanalyse disku ie . Zen ale Beg i e im
An ags ex wu den gemeinsam hinsich lich des Ve s ändnisses und de konzep uellen Ausges al-
ung disku ie . Es is anzume ken, dass diese sowohl inne halb, als auch zwischen den einzelnen
Maßnahmen nich imme einhei lich gedach we den. Eine Explika ion de Viel äl igkei im P ojek
wi d jedoch im Rahmen de Quali ä sen wicklung ü die Ve s ändigung, als auch ü die kollegiale
Zusammena bei im P ojek als wich ig e ach e .
Die Wo kshops wu den dokumen ie , ausgewe e und die E gebnisse diese Analysen wu den den
Be eilig en und de P ojek lei ung zu ückgespiegel .
Im Allgemeinen e olgen die Scha ung diese Re lexionsanlässe und die Rückspiegelung de E geb-
nisse de Analysen – die Explika ion on Handlungslogiken – die In en ion, kollegiale Ve s ändi-
gungsp ozesse anzu egen. Diese können sich sowohl au p agma ische, als auch au wissenscha liche
Zielse zungen beziehen. Aus de Logik des skizzie en Ansa zes he aus wi d eine e lexi e Auseinan-
de se zung mi den zug undeliegenden Handlungslogiken und e schiedenen P axen als ein Meh -
we ü das P ojek an sich be ach e .
4 Die de Analyse zug undeliegenden Dokumen e sind olgenden Re lexions o ma en en nommen: Wo kshops, wissen-
scha liches Kolloquium, Klausu agung.
Ges al ung o ma i - e lexi e Quali ä sen wicklungsp ozesse bei mul iplen P ojek zielen
39
4 Be unde de P og amm heo ie und Hü den dieses Vo gehens
Im Folgenden we den die e s ell en Handlungsmodelle in ih en Bezügen zum Gesam kon ex o ge-
s ell . De Fokus lieg hie bei au bes ehenden Zielkon lik en und Spannungs e häl nissen, was po-
enzielle Hü den bei dem zu o skizzie en Vo gehen illus ie . Hie zu wi d eine analy ische T ennung
zwischen d ei Ebenen o genommen:
• die Teilp ojek ebene (siehe 4.2.)
• die P ojek ebene (siehe 4.3.)
• die Ebene des Gesam kon ex es (siehe 4.4.)
4.1 Hü den ü eine einhei liche P og amm heo ie
Inne halb de Ziel e lexionswo kshops wu den die Teilziele de einzelnen Teilp ojek e wei e ausdi e-
enzie . Dieses leg e un e ande em auch o en, dass de Rückbezug au die ge eil e Zielse zung de
Ve besse ung de Leh e *innenbildung du ch Re lexion zwischen als auch inne halb de Teilp ojek e
seh un e schiedlich gedach wi d.
Das is p oblema isch ü die E s ellung eine kohä en en P og amm heo ie au de Ebene des Ge-
sam p ojek es, welche in de Lage wä e, die P ozessdynamik inne halb des P ojek es au G undlage
ih e zug undeliegenden Handlungslogiken zu assen.
Als Hü den ü eine kohä en e P og amm heo ie wu den zusammen assend die olgenden Punk e
iden i izie , wie im Nach olgenden nähe e läu e :
Teilp ojek übe g ei end kann nich on eine einhei lichen P ojek zielg uppe ausgegangen we den.
Die Zielg uppen a iie en on S udie enden mi und ohne Leh am sbezug, Dozie enden und Leh -
k ä en. Dies spiegel sich in den Handlungslogiken wiede und da in, welche Aspek e des Leh am s-
s udiums als zen al e ach e we den. Hie e ö ne sich ein Spannungs eld zwischen de Be onung
de Leh am s- und de Fachzugehö igkei de S udie enden. Des Wei e en un e scheiden sich die
Au assungen beim Ve häl nis on Theo ie und P axis und bei de F age, welche S ellenwe diesen
be ei s im Hochschulkon ex zugesp ochen wi d.
Ina Dama is Buch o h & Johanna Ruge
46
We ning, R., Robak, S. Schomake , C., Bickes, H. A nd , A.-K., & Sie e s, I. (2015). Viel al ö de n. Die
inklusi e Schule. Unimagazin. Fo schungsmagazin de Leibniz Uni e si ä Hanno e (03/04), 24-
27.
47
Wie gelang die Didak ik
wissenscha lichen Sch eibens in die
Fachleh e?
Konzep ion und E alua ion eine
Leh enden o bildung
No a Ho mann & Yasmin Leibena h
Die Sch eibwe ks a de Johannes Gu enbe g-Uni e si ä Mainz e s eh die Ve mi lung wissen-
scha liche A bei s echniken im Sinne de Hochschulen wicklung als Au gabe de gesam en Ein ich-
ung – und dami auch de Fachleh enden. De Bei ag analysie , wie eine da au ausge ich e e Leh-
enden o bildung zu Quali ä sen wicklung de Leh e und Re lexion übe We hal ungen de Dozie-
enden bei agen kann. Geschilde we den die heo e ischen und empi ischen Hin e g ünde de
Fo bildung, ih e Ziele und ih e Konzep ion. Wei e we den das E alua ionsdesign sowie quali a i e
und quan i a i e E gebnisse disku ie .
The w i ing cen e a Johannes Gu enbe g-Uni e si y in Mainz conside s he en i e ins i u ion - and
he e o e also s a - esponsible o eaching academic wo king ools. This pape analyses how co e-
sponding s a aining can con ibu e o quali y de elopmen in eaching and challenge eache ’s
alues. I ou lines he heo e ical and empi ical backg ound o he aining, i s aims, and s uc u e.
Fu he , i discusses he e alua ion design and quali a i e as well as quan i a i e esul s.
1 Einlei ung: Hochschulen wicklung du ch Sch eib ö de ung in
de Fachleh e
Akademisches Sch eiben – d.h. de gesam e Fo schungsp ozess mi Themen indung/Thesenbildung,
Reche che und Lek ü e, S udie/Ve such/Analyse, Roh ex und Übe a bei ung – is ein zen ales Ele-
men jedes S udiums. Haben S udie ende e olg eiche S a egien hie ü en wickel , so behe schen
sie nich nu ü ih S udium no wendige wissenscha liche A bei s echniken, sonde n b ingen zudem
ü den Be u seins ieg zen ale Schlüsselquali ika ionen mi (Löde mann & Scha e , 2010, S. 81 .;
DIHK, 2015, S. 10 und 17).
Zahl eiche E hebungen belegen jedoch g oße Schwie igkei en S udie ende beim Ve assen akademi-
sche Tex e (Ballweg e al., 2016; Ho mann & Seipp, 2015; Sennewald & Mandalka, 2012). Den d in-
genden Beda nach geziel e Fö de ung zeigen besonde s nachd ücklich die S udienquali ä smoni o-
e, de en Lis e mi Ve besse ungswünschen de S udie enden sei 2012 du ch den Wunsch nach
Un e s ü zungsangebo en zum wissenscha lichen A bei en ange üh wi d (DZHW, 2012, S. 18 .;
2013, S. 18 .; 2014, S. 13 .; 2015, S. 24).
No a Ho mann & Yasmin Leibena h
48
Diesem Beda begegnen an zahl eichen deu schsp achigen Hochschulen Sch eibzen en mi ach-
übe g ei enden Angebo en wie Einzelbe a ung, Wo kshops und Hand eichungen. Diese e eichen
jedoch nu einen B uch eil de S udie enden und ände n nich s an eine de U sachen s uden ische
Sch eibschwie igkei en, dass Sch eiben in de Fachleh e zwa als P ü ungs o m e lang wi d, iel ach
jedoch dessen Sinn, konk e e An o de ungen ode mögliche Vo gehensweisen kaum e mi el we -
den (Ehlich & S ee s, 2003, S. 134 und 139). S udien zu langjäh igen En wicklung akademische
Sch eibkompe enzen (Kellogg, 2014; Pohl, 2007; S einho , 2007) en sp echend wä e es jedoch nö ig,
Sch eibkompe enzen sch i weise übe den Ve lau eines S udiums hinweg au zubauen, e wa du ch
die lau Me as udien äuße s wi ksame explizi e Ve mi lung on Sch eibs a egien (Phillipp, 2017).
Sollen neben achübe g ei ende akademische Sch eibkompe enz auch achspezi ische A bei s- und
Sch eibweisen p axisnah und anwendungso ien ie ge ö de we den, so is dies allein inne halb de
Fachleh e möglich (Beau o 2007). Ein wei e e Vo eil de Einbindung sch eibdidak ische Maßnah-
men, wie e wa Sch eibau gaben, in die Fachleh e lieg in de en le n- und mo i a ions ö de liche
Wi kung (Ande son e al., 2015; Somme s & Sal z, 2005).
Fü eine solche Ve anke ung sch eibdidak ische Ak i i ä en in de Fachleh e b auch es engagie e
Leh ende mi sch eibdidak ische Kompe enz. Hochschulleh ende im deu schsp achigen Raum haben
jedoch selbs i. d. R. keine de a ige Sch eib ö de ung e ah en, sonde n ih e Sch eib ähigkei implizi
und au odidak isch e wo ben. Dahe sehen sie de en Fö de ung eilweise nich als ih e Au gabe an,
sonde n weisen sie de Schule (Ho mann & Seipp, 2015, S. 9 .) ode den S udie enden selbs zu. Auch
ehlen ihnen en sp echende me hodisch-didak ische Kenn nisse und Fähigkei en. Die im o liegen-
den Bei ag geschilde e Leh enden o bildung (LF), die sei 2013 jäh lich an de Johannes Gu en-
be g-Uni e si ä Mainz (JGU) angebo en wi d und sei dem on insgesam 167 Teilnehmenden be-
such wu de, ziel dahe da au ab, Leh ende zu sys ema ischen Fö de ung akademische Sch eib-
kompe enz zu mo i ie en und zu be ähigen und sie dabei zu un e s ü zen.
Lang is ig möch e die LF zu Quali ä s e besse ung de Leh e und eine hochwe ige en Hochschul-
bildung bei agen, die geziel ü S udium und Be u zen ale Sch eibkompe enzen ö de . Ange-
s eb wi d, die Hochschule nach den We en Kompe enzo ien ie ung und O enhei auszu ich en,
und S udie enden mi he e ogenen Bildungshin e g ünden du ch die Fö de ung ü das S udium
benö ig e Kompe enzen den Anschluss zu e möglichen. Eine solche Hochschulen wicklung kann die
LF siche lich nich als alleinige Maßnahme an egen, jedoch ih en Teil dazu bei agen, wenn sie mi
zusä zlichen Bemühungen einhe geh . Solche sind an de JGU e wa Be a ung ü Leh ende, w i ing
ellows und online-Leh ma e ial, Aus ausch mi de Akk edi ie ung, mi Cu iculums e an wo lichen
und Ak eu en, die Sch eib ö de ung in den Fachbe eichen be eiben. Au hochschulpoli ische Ebene
is die Sch eibwe ks a zudem in de SIG (Special In e es G oup) ‚Sch eib o schung‘ in de ge sus
(Gesellscha ü Sch eibdidak ik und Sch eib o schung) ak i , die ak uell an einem Posi ionspapie zu
Fö de ung on Sch eibkompe enzen im S udium a bei e . Um nachhal ig zu eine P o ilbildung de
Hochschulen in Rich ung Sch eib ö de ung beizu agen, sind dami e s e Sch i e un e nommen, in
de en Kon ex sich die im Folgenden da ges ell e LF e o e .
Wie gelang die Didak ik wissenscha lichen Sch eibens in die Fachleh e?
49
2 Ziele und Konzep ion de Fo bildung
Die LF ziel da au , bei den Teilnehmenden (TN) Leh kompe enz zu Fö de ung akademischen Sch ei-
bens auszubilden und s eb dazu olgende Le nziele in den Be eichen sch eibdidak ische Leh -/
Le nübe zeugungen, Wissen und Handlungss a egien an: Die TN
• e lek ie en eigene Sch eibe ah ungen und -s a egien sowie sch eibdidak ische Ak i i ä en in
de eigenen Leh e,
• sind sich de s u enweisen En wicklung akademische Sch eibkompe enz bei S udie enden und
de No wendigkei ih e Fö de ung bewuss ,
• sehen es als Teil ih e Au gabe als Fachleh ende an, me hodische Kompe enzen zum wissen-
scha lichen A bei en in de eigenen Leh e und Be euung zu ö de n,
• können S u en des A bei sp ozesses, Sch eib ypen sowie ypische P oblem elde ü das Sch ei-
ben in ih em Fach da s ellen und iden i izie en,
• in eg ie en Me hoden zu Bewäl igung de einzelnen Phasen wissenscha lichen A bei ens (The-
men indung, Reche che und Li e a u auswe ung, Roh ex en, Übe a bei en) in ih e Leh e und Be-
euung,
• in eg ie en Sch eibau gaben, die me hodische und achliche Kompe enzen ö de n, in ih e Leh e,
• geben selbs Feedback und/ode in eg ie en in ih e Leh e angelei e es Pee -Feedback au s uden-
ische Tex en wü e als An egung zu Tex übe a bei ung,
• wenden bes ehende ode selbs en wickel e Feedback- und Bewe ungs as e ü wissenscha li-
che A bei en an,
• e lek ie en ih e Rolle als Be euende* und Bewe ende* und s eue n Be euungsp ozesse ü
akademische A bei en geziel und
• e s ellen au die eigene Leh si ua ion und den Fachkon ex angepass e Le n-, Be euungs- ode
P ü ungs o men zu Fö de ung wissenscha lichen A bei ens, üh en diese du ch und en wickeln
sie au Basis on E alua ionse gebnissen wei e .
En sp echend hochschuldidak ischen S anda ds (Be end , 2002, S. 10; AHD, 2005) is die LF in d ei
au einande au bauende Module (Abb. 1) un e gliede und se z da au ,
• das Vo wissen de TN sowie ih e konk e en Anliegen als selbs Sch eibende sowie das Sch eiben
Leh ende einzubeziehen,
• den kollegialen Aus ausch übe Leh e ah ungen und Eins ellungen zu Leh e anzu egen,
• heo e isch und empi isch undie es sch eibdidak isches Wissen zu e mi eln,
• sch eibdidak ische Me hoden du ch die TN e p oben und e lek ie en zu lassen und
• die TN dabei zu un e s ü zen, selbs en wickel e Konzep e in de eigenen Leh e und Be euung
umzuse zen.
No a Ho mann & Yasmin Leibena h
50
Abbildung 1: Au bau de Fo bildung.
Du ch Wahlmöglichkei en können indi iduelle hema ische Schwe punk e gese z we den. Als Fo -
ma e we den Ganz ags- und Ku zwo kshops e gänz du ch indi iduelle und kollegiale Be a ung bei
de En wicklung und Umse zung eigene Leh konzep e sowie du ch Expe en- und kollegiale Hospi a-
ion. Mi Ausnahme des E aluie ens, das in Folge de hema ischen Eing enzung ausgeklamme wi d,
we den alle hochschuldidak ischen Themen elde (Leh en und Le nen, P ü en, Be a en, Inno a i es
En wickeln on S udium und Leh e) ausschließlich in Bezug au wissenscha liches A bei en abge-
deck .
Die insgesam 52 A bei seinhei en (= AE, eine AE en sp ich 45 Minu en) um assende LF s a e mi
einem ein ägigen Basismodul (1) on 8 AE, das olgende heo e ische und me hodische G undlagen
behandel : Sch eib ypen, -p ozess, -p obleme, -kompe enzen wicklung und - ö de ung inne halb de
Fachleh e sowie Leh -/Le n o schung (cons uc i e alignmen , Le nziele, Kompe enzen, Sch eiben als
Le nme hode). Es inde jeweils d ei Wochen o Beginn des Somme semes e s s a , sodass die TN im
Wo kshop da an a bei en, e s e Maßnahmen zu Fö de ung on Sch eibkompe enz in eine konk e e
Leh e ans al ung zu in eg ie en (Ho mann, 2017).
Da au olg ein E wei e ungsmodul (2) mi 18 AE, in dem Ku zwo kshops on je 3 AE indi iduell
gewähl we den können. Diese behandeln S a egien und Me hoden zu Un e s ü zung einzelne
Phasen des A bei sp ozesses, Sch eibau gaben, Feedback, Be euung, Bewe ung und Akademische
In eg i ä . Die Wo kshops we den wäh end de gesam en Vo lesungszei im Somme semes e ange-
bo en, sodass das Thema Sch eib ö de ung lang is ig p äsen bleib und imme wiede in die Leh -
p axis ein ließen kann. Auch bilde sich so eine Ke ng uppe on TN he aus, die sich gegensei ig be-
s ä ken und nach und nach wei e e Kolleg*innen ü die Thema ik und die LF gewinnen. De Eins ieg
Wie gelang die Didak ik wissenscha lichen Sch eibens in die Fachleh e?
51
in die Ke ng uppe wi d dadu ch nied igschwellig gehal en, dass alle Wo kshops auch sepa a besuch
we den können, ohne sich di ek ü das gesam e P og amm zu e p lich en.
Den Abschluss bilde ein P axismodul (3) on 26 AE, das inno a i e Leh e un e s ü z . Da in en wi-
ckeln die TN gemeinsam mi einem* Kolleg*in aus de LF und de LF-Lei ung sch eibdidak ische
Konzep e ü die eigene Leh e, Be euung ode P ü ung. Diese we den anschließend mi S udie en-
den umgese z , wobei Tandempa ne *in und LF-Lei ung in eine Si zung hospi ie en. Das Konzep
wi d gg . en sp echend den Rückmeldungen aus de Hospi a ion sowie den sch i lichen Be agungen
de S udie enden modi izie und in e essie en TN p äsen ie sowie zu Diskussion ges ell . Ab-
schließend olg die Publika ion als bes p ac ice-Sammlung un e h ps://www.sch eibwe ks a .uni-
mainz.de/leh konzep e-de -jgu/, um wei e e Leh ende da an eilhaben zu lassen.
3 E alua ionsdesign
Die LF wi d du ch die Gesam e alua ion des hochschulwei en P ojek s LOB: Leh en-O ganisie en-
Be a en beglei e . Diese is wie die Sch eibwe ks a am Zen um ü Quali ä ssiche ung und
-en wicklung angesiedel , alle dings nich Teil de Hochschuldidak ik, sodass eine unabhängige
Pe spek i e gewäh leis e is .
Die o ma i e E alua ion de LF e üll p imä zwei Funk ionen (S ockmann & Meye , 2013, S. 73 .):
• Du ch die sys ema ische E assung de TN-Rückmeldungen gewäh leis e sie die o lau ende
Op imie ung de LF-Inhal e, -p ozesse und -s uk u en (En wicklungs unk ion).
• Sie e ass konk e e E ek e de LF-Teilnahme au die TN (E kenn nis unk ion), wobei im Sinne
eine an den P ojek zielen o ien ie en E alua ion .a. olgende F ages ellungen ich ungsweisend
sind:
o Inwiewei we den die TN ü die No wendigkei de Fö de ung wissenscha liche A bei s-
echniken sensibilisie (Eins ellung),
o e ügen die TN übe die hie ü e o de lichen Kenn nisse (Wissen) und
o in eg ie en die TN die Didak ik wissenscha lichen Sch eibens a sächlich in ih e Leh e (Han-
deln)?
Das bis 2015 meh ach modi izie e E alua ionsdesign be ücksich ig neben den (Selbs -)
Einschä zungen de TN die S udie endenpe spek i e und uß au den in Abbildung 2 da ges ell en
quan i a i en und quali a i en E hebungsme hoden. Die Anzahl de ü 2015-2017 o liegenden
Da en is jeweils in Klamme n angegeben. Eingese z we den:
• eine s anda disie e Eingangsbe agung o Beginn de LF (online), um das bishe ige Engagemen
de TN ü die Sch eib ö de ung sowie ih e Leh e ah ung zu e assen (n = 59),
• sch i liche Ve ans al ungsbe agungen di ek im Anschluss an die Wo kshops als G undlage ü
die Wei e en wicklung de LF (n = 30),
• eine s anda disie e Abschlussbe agung de TN (online, n = 32), in de Feedback zu gesam en LF
e be en und au I ems de Eingangsbe agung zu ückgeg i en wi d, um du ch einen P ä-Pos -
Ve gleich Aussagen übe die En wicklung de TN im Hinblick au Sch eib ö de ung e en zu kön-
nen,
No a Ho mann & Yasmin Leibena h
52
• lei adenges ü z e E alua ionsgesp äche, um e ie ende Rückmeldungen zu Quali ä de LF
sowie zu on den TN wah genommenen Möglichkei des P axis ans e s zu e hal en (die
ansk ibie en In e iews (n = 5) we den mi s uk u ie enden quali a i en Inhal sanalysen nach
Kucka z (2016, S. 97-121) in MaxQDA ausgewe e ),
• indi iduell ü die TN des P axismoduls konzipie e sch i liche S udie endenbe agungen (n =
16), um die E ek e de en wickel en Leh konzep e au S udie ende zu e assen, und
• Dokumen enanalysen de im P axismodul e s ell en Leh konzep e (n = 22) und Hospi a ionsp o-
okolle (n = 22), um In o ma ionen übe in die Leh e ans e ie e Inhal e de LF zu e hal en.
Abbildung 2: E alua ions e ah en.
4 E alua ionse gebnisse
Die olgenden E alua ionse gebnisse aus dem Zei aum 2015-2017 geben Au schluss übe 1. die
Einschä zungen de TN zu Konzep ion und Du ch üh ung de LF sowie 2. das E eichen de Zielse -
zungen des P og amms, Ve ände ungen au Eins ellungs-, Wissens- und Handlungsebene zu bewi -
ken.
4.1 Konzep ion und Du ch üh ung de LF
In den sch i lichen Be agungen zu den Wo kshops e zielen diese insgesam Du chschni sno en on
1,3 bis 2,2. Als besonde s posi i heben die TN die iel äl igen me hodischen An egungen mi E p o-
bung an eigenen Ma e ialien und den kollegialen E ah ungsaus ausch he o . Die LF-S uk u mi
meh e en Ku zwo kshops üg sich lau Rückmeldungen aus den Pos -Be agungen gu in die Zei -
planung de TN ein und ö de eine o lau ende Beschä igung mi de Thema ik. Teilweise k i isie-
en TN alle dings die knappe Zei planung und äuße n Beda nach wei e üh ende Diskussion und
Re lexion. Ein wei e e K i ikpunk is die Schwie igkei , die Inhal e au die eigene Leh e zu übe agen,
insbesonde e in MINT-Fäche n. Aus Sich geis es- und sozialwissenscha liche TN bilde das P o-
g amm die Aspek e wissenscha lichen A bei ens gu ab.
Absol en *innen des P axismoduls bezeichnen die Hospi a ionen und die indi iduelle Be a ung du ch
die Sch eibwe ks a als besonde s hil eich und bes ä kend.
Wie gelang die Didak ik wissenscha lichen Sch eibens in die Fachleh e?
53
4.2 Ve ände ung au Eins ellungsebene
Die Eingangsbe agung o Beginn de LF zeig , dass die TN die Ve mi lung wissenscha liche
Sch eibkompe enz be ei s als Au gabe de Hochschule be ach en. An wo en au die o enen F agen
in den Wo kshop- und Abschlussbe agungen zeigen o z diese be ei s posi i en Ausgangssi ua ion,
dass die TN du ch die LF ih e eigene Leh e sowie ih e pe sönliche wissenscha liche A bei sweise
e lek ie en und die S udie endensich eilweise besse nach ollziehen können. Auch in E alua ions-
gesp ächen besch eiben un e schiedlich leh e ah ene TN indi iduelle posi i e E ek e de LF-
Teilnahme au ih e Eins ellung, wobei sie besonde s he o heben, dass sie de Sch eib ö de ung
insgesam meh Raum geben möch en und sich – .a. du ch die Teilnahme am P axismodul – in ih e
Leh enden olle bes ä k ühlen.
4.3 Wissenszuwachs
Die Auswe ung de I ems, die sowohl in de Vo - als auch de Abschlussbe agung e wende wu -
den (P ä-Pos -Design) zeig , dass die TN ih sch eibdidak isches Wissen nach de LF du chschni lich
posi i e einschä zen und sich häu ige in de Lage dazu sehen, S udie ende geziel zu un e s ü zen
und kons uk i es Tex -Feedback zu geben (Abb. 3).
Abbildung 3: Du chschni liche Einschä zung de TN o und nach de LF zu sch eibdidak ischem Wissen.
No a Ho mann & Yasmin Leibena h
54
Besonde s deu liche En wicklungen sind bei de Kenn nis konk e e sch eibdidak ische Me hoden zu
e zeichnen. Die Analyse au Indi idualebene (Abb. 4) zeig mi Ausnahme on ie TN, die nu an ein
bis zwei Wo kshops eilgenommen haben (Fälle 1, 5, 8, 10), posi i e En wicklungen de Selbs ein-
schä zungen. Vie Be ag e wiesen be ei s o Besuch de LF hohe Ausgangswe e au , sodass sie sich
maximal um einen Skalenwe au den Höchs we e besse n konn en (Fälle 11, 16, 21, 25).
Abbildung 4: En wicklung de Leh endeneinschä zungen zu Kenn nis sch eibdidak ische Me hoden.
Ve ände ung des Leh handelns
In den Be agungen am Ende de Wo kshops besch eiben die TN zahl eiche Pläne zu konk e en Um-
se zung des E a bei e en in de eigenen Leh e, Be euung und P ü ung. Da zu diesem Zei punk je-
doch nu P ognosen möglich sind, beinhal e die Abschlussbe agung am Ende de gesam en LF die
F age, welche Inhal e ückblickend als hil eich emp unden und a sächlich in de Leh e umgese z
wu den. Lau do igen Rückmeldungen se zen die TN e meh au die In eg a ion on Sch eibme-
hoden und -au gaben in ih e Leh e ans al ungen sowie Pee -Feedback und ges al en ih e Bewe -
ungsk i e ien anspa en e . G undsä zlich zeig die Abschlussbe agung, dass die TN bei de In eg a-
ion on LF-Inhal en in die eigene Leh e indi iduelle Schwe punk e se zen.
De Abgleich de Selbs einschä zungen de TN zu ih em Leh handeln in de Vo - und Abschlussbe a-
gung weis im Ve gleich zum Wissenszuwachs au ge inge e Ve ände ungen hin (Abb. 5).
Wie gelang die Didak ik wissenscha lichen Sch eibens in die Fachleh e?
55
Abbildung 5: Du chschni liche Einschä zung de TN o und nach de LF zum Leh handeln.
Zwa schä zen die Be ag en ih sch eibdidak isches Engagemen nach de LF im Du chschni höhe
ein, jedoch bleib die du chschni liche Bewe ung de a sächlichen Umse zung au einem ehe
nied igen Ni eau. Die Analyse au Indi idualebene zeig , dass beispielsweise die In eg a ion on
Sch eibme hoden in die Leh e nu bei 3 on 20 Be ag en nach dem Besuch de LF eine wich ig(e )e
Rolle spiel (Fälle 5, 10, 19). Fün Leh ende gaben be ei s in de Vo be agung an, dass sie Sch eibme-
hoden nu zen, um Leh inhal e zu e a bei en (Fälle 4, 11, 16, 21, 23) (Abb. 6).
63
En wicklung on p axiso ien ie en
Kompe enz as e n
Empi ische Be unde aus de Validie ung
im Rahmen eine
A bei gebe *innenbe agung
Alexande Baumga ne & Claude Mülle
De o liegende Bei ag besch eib die E s ellung on p axiso ien ie en Kompe enz as e n
am Beispiel on bes ehenden S udienangebo en in de Disziplin Wi scha und Rech an eine
Hochschule ü angewand e Wissenscha en. Kompe enz as e s ellen au un e schiedlichen
Ni eaus u en S udiengangziele da . Ausgehend on de Auseinande se zung mi ypischen
Be u s- und Tä igkei s elde n sowie An o de ungen an Absol en *innen des jeweiligen S udi-
engangs wu den in Zusammena bei mi den S udienganglei enden Kompe enzen o mulie ,
die abbilden, was die S udie enden am Ende des S udiums können sollen. Die Validie ung de
Kompe enz as e e olg e o dem Hin e g und de Beschä igungs ähigkei du ch lei aden-
ges ü z e In e iews mi zukün igen A bei gebe *innen de Absol en *innen. Die Be unde
zeigen, dass sowohl Fachkompe enzen als auch übe achliche Kompe enzen zen al ü die
Beschä igungs ähigkei sind, wobei die Fachkompe enz als Basisan o de ung angesehen
wi d und sich Absol en *innen mi ih en Me hoden-, Sozial- und Selbs kompe enzen beim
Be u seins ieg, abe auch in de Be u sen wicklung di e enzie en und p o ilie en können. Die
En wicklung de Kompe enz as e bilde die Basis ü die E assung de Fach-, Me hoden-,
Sozial- und Selbs kompe enz de S udie enden und e möglich die Wei e en wicklung on
S udienangebo en sowie die Fö de ung on kompe enzo ien ie em Leh en und Le nen.
This pape desc ibes he de elopmen o applica ion-o ien ed compe ency amewo ks using
he example o a p ojec o de elop such a amewo k o exis ing s udy p og ams in he
domain o business and law a a Swiss uni e si y o applied sciences. Compe ency amewo ks
de ine s udy p og am goals on di e en achie emen le els. Using analysis o ypical wo k
scena ios o g adua es and employe expec a ions as a s a ing poin , compe encies we e
o mula ed ha ep esen wha s uden s should be able o demons a e by he end o hei
s udies. A se ies o s uc u ed in e iews was conduc ed wi h employe s o alida e he com-
pe ency amewo ks. The indings show ha bo h p o essional and gene ic compe encies a e
cen al o he employabili y o g adua es. While p o essional compe ency is ega ded as a
basic equi emen , gene ic compe ency allows g adua es o dis inguish hemsel es om
o he candida es bo h when s a ing hei wo k li e and la e when pu suing and ad ancing
hei ca ee . The de elopmen o compe ency amewo ks o ms he basis o he assessmen
o ou dimensions: p o essional, me hodological, social, and sel -compe encies; an addi ional
aim is he u he de elopmen o eaching and lea ning ac i i ies.
Alexande Baumga ne & Claude Mülle
64
1 Kompe enzo ien ie ung in de Hochschule
Die Aus ich ung de Hochschulen an anzus ebenden Kompe enzen de S udie enden is in de Bil-
dungslandscha es e anke . Die dazu üh enden En wicklungen können eine sei s o einem (1)
bildungspoli ischen und ande sei s o einem (2) leh -le n- heo e ischen Hin e g und besch ieben
we den.
(1) Im Zuge de Bologna-Re o men wi d aus bildungspoli ische Sich das Ziel e olg , das S udium
s ä ke an be u lichen Kompe enzen auszu ich en. Eine zen ale Fo de ung is , dass ein S udium
unabhängig on seine domänenspezi ischen Aus ich ung die Beschä igungs ähigkei de S u-
die enden ö de n soll. Alle dings bedeu e dies nich , dass ein S udium seine Absol en *innen
möglichs eng au konk e e An o de ungen be u liche Au gaben o be ei en muss (Wick, 2011).
Es geh o allem da um, neben achlichen auch übe achliche Kompe enzen zu ö de n, welche
zu Bewäl igung b ei e be u liche Tä igkei s elde be ähigen. Die Bologna-Re o men agen e -
ne dazu bei, dass S udiengänge konsequen au lea ning ou comes ausge ich e sein sollen. Die
Konzep ion de Abgangskompe enzen de S udie enden e olg hie bei au den Ebenen S udien-
gang, Modul und Leh e ans al ung. Es inde somi ein Wechsel on eine Inhal s- zu eine ou -
come-O ien ie ung s a . Insbesonde e im Zusammenhang mi de ou come-O ien ie ung wi d ei-
ne Aus ich ung an den zu ö de nden Kompe enzen de S udie enden nahegeleg (Pae z e al.,
2011; Schape e al., 2012; Zla kin-T oi schanskaia e al., 2017).
(2) Aus leh -le n- heo e ische Sich we den als Basis zu kompe enzo ien ie en Ges al ung on
Un e ich kons uk i is ische und handlungs heo e ische Ansä ze e olg . Als Reak ion au den
de izi ä en Anwendungsbezug und mangelnde T ans e leis ungen an Hochschulen we den Leh -
Le n-Ve ah en en wickel , die be ei s on Beginn an Anwendungssi ua ionen abbilden und den
Le np ozess als ak i , selbs ges eue , kons uk i , si uie sowie sozial da s ellen (Schape &
Sonn ag, 2007). Bei de Anwendung kons uk i is ische Ansä ze wie z.B. dem p oblem-based
lea ning geh es nich lediglich um die Ve mi lung on anwendungsbezogenem Wissen, sonde n
ausd ücklich um die Fö de ung on Kompe enzen, die es e möglichen in komplexen A bei ssi ua-
ionen ode bei uns uk u ie en P oblems ellungen e an wo ungs oll und lexibel zu handeln.
Zudem läss sich au Basis handlungs heo e ische Ansä ze eine kompe enzo ien ie e Ges al ung
on Un e ich beg ünden. Die En wicklung be u liche Handlungskompe enz kann bei de Um-
se zung eine au den Le nenden okussie en und am Le np ozess o ien ie en Hochschuldidak ik
als Lei idee ausgemach we den (Schape , 2012; Wild , 2004).
T o z de zunehmenden Bedeu ung de Kompe enzo ien ie ung an Hochschulen is de Kompe enz-
beg i keineswegs eindeu ig geklä . Besonde s ele an e Ansä ze en s ammen de empi ischen
Bildungs o schung (z.B. Klieme & Ha ig, 2007; Weine , 2001), de Be u sbildung (z.B. Hacke , 2005)
sowie de Be u spädagogik (z.B. Ree z, 2006; Ro h, 1971).1 In p axiso ien ie en S udiengängen an
Hochschulen de angewand en Wissenscha en wi d häu ig au die Kompe enzau assung de Be u s-
pädagogik e wiesen, die den E we b be u liche Handlungskompe enz in den Vo de g und s ell
und dami die Fo de ung de Beschä igungs ähigkei be ücksich ig (Schape , 2012). Be u s ele an e
1 Einen zusammen assenden Übe blick übe die un e schiedlichen Kompe enz e s ändnisse inde sich bei Schape (2012).
En wicklung on p axiso ien ie en Kompe enz as e n
65
Handlungskompe enzen we den häu ig in ie übe geo dne e Be eiche einge eil : Fach-, Me hoden-,
Sozial- und Selbs kompe enz (F ey, 2004). In diese Ein eilung s ehen neben den achlichen o allem
die übe achlichen Kompe enzen im Vo de g und, die häu ig als besonde s ele an bei de Bes im-
mung und Fo mulie ung on S udiengangzielen gel en. Jedoch weisen Nickolaus und Walke (2016)
au die Unschä e des ie dimensionalen Kons uk s sowie die unbes imm e Gewich ung de einzel-
nen Kompe enz ace en hin. P oblema isch is zudem, dass die Dimensionie ung on Kompe enz
nich disziplinspezi isch e olg (wie bei de empi ischen Bildungs o schung), sonde n ehe in eine
e allgemeine en Fo m.
Neben de Deba e um den Kompe enzbeg i wu den im eu opäischen Hochschul aum in den le z-
en Jah en e schiedene P ojek e und Ini ia i en übe die Abs immung on S udieninhal en au de
G undlage on (na ionalen) Quali ika ions ahmen du chge üh (z.B. Join Quali y Ini ia i e, 2004;
CoRe, 2007). Hinsich lich des Quali ika ions ahmens ü den schweize ischen Hochschulbe eich
(nq .ch-HS) läss sich es hal en, dass in diesem die Dublin Desc ip o s (Wissen und Ve s ehen, Anwen-
dung on Wissen und Ve s ehen, U eilen, Kommunika i e Fe igkei en, Selbs le n ähigkei ) ü die
S udiens u en Bachelo , Mas e , Dok o a und Wei e bildung übe nommen wu den (CRUS e al.,
2011). Das Kompe enzkonzep is somi b ei und unspezi isch angeleg (Pilche e al., 2017). Es läss
genügend Raum ü die Ve wendung ande e Ansä ze de Kompe enzo ien ie ung, da es keine heo-
e ischen Bezüge zu Kompe enzau assung de empi ischen Bildungs o schung, de Be u sbildung
ode Be u spädagogik au weis . Zu Bes immung, Sys ema isie ung und Fo mulie ung on kompe-
enzo ien ie en S udiengangzielen gib de nq .ch-HS nu eine g obe O ien ie ung. Aus diesen Fes -
s ellungen olg die No wendigkei eine T ans o ma ion des nq .ch-HS in ein Kompe enz as e zu
Spezi izie ung de Abgangskompe enzen on S udie enden in einem S udiengang. Zudem wi d im
Zusammenhang mi den Bologna-Re o men ein hohe We au die Fö de ung de Beschä igungs ä-
higkei de S udie enden geleg . Da aus olg die Auseinande se zung mi ypischen Be u s- und
Tä igkei s elde n sowie An o de ungen an Absol en *innen bei de En wicklung on Kompe enz as-
e n.
Alexande Baumga ne & Claude Mülle
66
2 F ages ellung und P ojek design
Im P ojek Kompe enz as e an de School o Managemen and Law (SML) de Zü che Hochschule ü
angewand e Wissenscha en (ZHAW) wu de in Zusammena bei mi in e nen s akeholde n (Zen um
ü Inno a i e Didak ik: Bildungspe spek i e; S udienganglei ende: Hochschulpe spek i e) ü ach
Bachelo - und ach Mas e s udiengänge in de Disziplin Wi scha und Rech eine spezi ische Ziel-
s uk u abgelei e , die sich an Be u s- und Tä igkei s elde n on S udienabgänge *innen o ien ie
(Baumga ne & Mülle We de , 2016). Die Übe p ü ung de Gül igkei und Quali ä de Kompe enz-
as e e olg e du ch ex e ne s akeholde (A bei gebe *innen: Un e nehme pe spek i e).
Au de G undlage de Aus üh ungen im o he igen Kapi el e geben sich ü die En wicklung on
Kompe enz as e n sowie de en Validie ung im Kon ex de ZHAW SML olgende F ages ellungen:
• Wie können be u s ele an e Kompe enzen ü S udiengänge in de Disziplin Wi scha swissen-
scha en p axiso ien ie modellie und e ass we den?
• Wie können Kompe enz as e du ch zukün ige A bei gebe *innen alidie we den und welche
E gebnisse we den gene ie ?
Die Modellie ung de Kompe enz as e an de ZHAW SML basie au E kenn nissen aus Wissenscha
und P axis. Au de G undlage des Kompe enzs uk u modells nach F ey (2004) wu de im Sinne des
Kompe enz e s ändnisses de Be u spädagogik eine Sys ema isie ung o genommen, bei welche
hochschulin e ne Dokumen e wie die Weglei ung ‚Kompe enzo ien ie ung de ZHAW‘, bes ehende
Kompe enzmodelle aus de P axis (Umse zungsbeispiele on Hochschulen2 sowie Un e nehmen aus
de Wi scha 3) und die Desk ip o en des Quali ika ions ahmens ü den schweize ischen Hochschul-
be eich (nq .ch-HS) mi einbezogen wu den. De Au bau des Kompe enz as e s o ien ie sich an den
ie übe geo dne en Be eichen Fach-, Me hoden-, Sozial- und Selbs kompe enz, welche wiede um
bis zu ün Teilkompe enzen um assen (Abb. 1). Mi diese Ein eilung wi d de zunehmenden Bedeu-
ung de übe achlichen Kompe enzen (Me hoden-, Sozial- und Selbs kompe enz) Rechnung ge a-
gen, die zu Bewäl igung b ei e be u liche Tä igkei s elde be ähigen sollen.
2 Anhand eine In e ne eche che wu den ach in e na ionale Hochschulen (de angewand en Wissenscha en), welche übe
eine Akk edi ie ung de Associa ion o Ad ance Collegia e Schools o Business (AACSB) e ügen, au de en Kompe enz-
modelle bzw. kompe enzo ien ie e S udiengangziele hin analysie .
3 Die In o ma ionen en s ammen dem nich e ö en lich en Abschlussbe ich des Vo p ojek s Kompe enzmodell des
Ins i u s ü Angewand e Psychologie de ZHAW. In eine Um age mi 32 Un e nehmungen mi na ionale und/ode in e -
na ionale Aus ich ung und un e schiedliche G öße (Anzahl Mi a bei ende) wu den das Vo handensein und die Nu zung
on Kompe enzmodellen analysie .
En wicklung on p axiso ien ie en Kompe enz as e n
67
Abbildung 1: Kompe enz as e ü den Bachelo s udiengang Be iebsökonomie.
Alexande Baumga ne & Claude Mülle
68
Fü die Teilkompe enzen wu den wissenscha lich undie e K i e ien zu E assung e a bei e (z.B.
VALUE Rub ic De elopmen P ojec de Associa ion o Ame ican Colleges & Uni e si ies), welche ü
ie Ni eaus u en d ei bis ün P lich k i e ien und zusä zlich op ionale K i e ien beinhal en (Baum-
ga ne e al., 2016). In Tabelle 1 we den exempla isch die K i e ien de Teilkompe enz ‚Mündliche
Kommunika ion‘ au ge üh . Die Ni eaus u en ‚An änge ‘, ‚Fo gesch i ene An änge ‘, ‚Fo gesch i -
ene ‘ und ‚Expe e‘ (S e ens & Le i, 2005) sollen den po enziellen En wicklungs e lau de S udie-
enden im S udium abbilden. Fü die S udiengänge wu de zudem ü die jeweiligen Teilkompe enzen
das Ansp uchsni eau es geleg ; ü Bachelo s udiengänge is dies häu ig das Ni eau ‚Fo gesch i e-
ne* ‘, ü Mas e s udiengänge meis ‚Expe *in‘. In de Zukun soll im Ve lau e des S udiums de
indi iduelle Kompe enzs and lau end e hoben und diese zusammen mi Le n essou cen zu wei e-
en En wicklung zu ückgemelde we den. Das an de ZHAW SML en wickel e Kompe enzmodell
beinhal e dami die on Be gsmann e al. (2015) ü Kompe enzmodelle ge o de en d ei Dimensio-
nen: (1) Kompe enzbe eiche esp. -s uk u , (2) Kompe enzni eaus und (3) Kompe enzen wicklung
und e üll dami die diesbezüglich au ges ell en Quali ä sk i e ien zu De ini ion eines Kompe enz-
modells und einzelne Kompe enzen.
Teilkompe enz
An änge *in
Fo gesch i e-
ne*
An änge *in
Fo gesch i e-
ne*
Expe *in
K i e ien
(P lich /
Op ional*)
Die S udie enden
können in mündli-
che Fo m wenig
ad essa en- und
si ua ionsge ech
und übe zeugend
kommunizie en.
Die S udie enden
können in mündli-
che Fo m einige -
maßen ad essa en-
und si ua ionsge-
ech und übe zeu-
gend kommunizie-
en.
Die S udie enden
können in mündli-
che Fo m ad essa-
en- und si ua i-
onsge ech und
übe zeugend
kommunizie en.
Die S udie enden
können in mündli-
che Fo m seh
ad essa en- und
si ua ionsge ech
und übe zeugend
kommunizie en.
S uk u
(Au bau, zen a-
le Aussage)
Kommunizie
wenig s uk u ie
und kaum nach-
ollziehba und
die zen alen
Aussagen sind
nich e kennba .
Kommunizie
einige maßen
s uk u ie und
nach ollziehba
und die zen alen
Aussagen sind
einige maßen
e kennba .
Kommunizie
s uk u ie und
nach ollziehba
und die zen alen
Aussagen sind
meis e kennba .
Kommunizie seh
gu s uk u ie und
ein ach nach ollzieh-
ba und die zen alen
Aussagen sind kla
e kennba .
Ve bale Aus-
d uck
(Wo wahl,
Sa zbau)
Die Wo wahl is
wenig e end
und e s ändlich
und de Sa zbau
häu ig unkla und
unlogisch. Es
we den iele
Füllwö e e -
wende .
Die Wo wahl is
einige maßen
e end und e -
s ändlich und de
Sa zbau meis kla
und logisch.
Es we den einige
Füllwö e e wen-
de .
Die Wo wahl is
e end und e -
s ändlich und de
Sa zbau kla und
logisch.
Die Wo wahl is seh
e end und gu
e s ändlich und de
Sa zbau seh kla und
logisch.
En wicklung on p axiso ien ie en Kompe enz as e n
69
Teilkompe enz
An änge *in
Fo gesch i e-
ne*
An änge *in
Fo gesch i e-
ne*
Expe *in
Pa a e bale
Ausd uck
(Aussp ache,
Tempo, Lau -
s ä ke, Be o-
nung)
Die Sp echweise
(Be onung, Aus-
sp ache, Tempo,
Lau s ä ke) is
kaum an egend
und e s ändlich.
Die Sp echweise
(Be onung, Aus-
sp ache, Tempo,
Lau s ä ke) is
einige maßen
an egend und
e s ändlich.
Die Sp echweise
(kla e Be onung,
deu liche Aussp a-
che, Tempo, Lau -
s ä ke) is an egend
und e s ändlich.
Die Sp echweise
(kla e Be onung,
deu liche Aussp a-
che, Tempo, Lau -
s ä ke) is seh an e-
gend und e s änd-
lich.
Non e bale
Ausd uck
(Hal ung, Blick-
kon ak , Mimik,
Ges ik, Bewe-
gung im Raum,
Angemessen-
hei de Klei-
dung)
Die Kö pe sp ache
(Hal ung, Blick-
kon ak , Ges ik,
Mimik, Bewegung
im Raum, Klei-
dung) wi d kaum
un e s ü zend
eingese z und die
Pe son wi k
wenig glaubwü -
dig und übe zeu-
gend.
Die Kö pe sp ache
(Hal ung, Blickkon-
ak , Ges ik, Mimik,
Bewegung im
Raum, Kleidung)
wi d einige maßen
un e s ü zend
eingese z und die
Pe son wi k eini-
ge maßen glaub-
wü dig und übe -
zeugend.
Die Kö pe sp ache
(Hal ung, Blickkon-
ak , Ges ik, Mimik,
Bewegung im
Raum, Kleidung)
wi d un e s ü zend
eingese z und die
Pe son wi k
glaubwü dig und
übe zeugend.
Die Kö pe sp ache
(Hal ung, Blickkon-
ak , Ges ik, Mimik,
Bewegung im Raum,
Kleidung) wi d s a k
un e s ü zend einge-
se z und die Pe son
wi k seh glaubwü -
dig und übe zeu-
gend.
Einsa z on
Medien und
Illus a ionen*
Medien und
Illus a ionen
we den wenig
passend einge-
se z , sind wenig
e s ändlich und
un e s ü zen die
Aussage kaum.
Medien und Illus -
a ionen we den
einige maßen
passend eingese z ,
sind einige maßen
e s ändlich und
un e s ü zen die
Aussage einige -
maßen.
Medien und Illus -
a ionen we den
passend eingese z ,
sind gu e s änd-
lich und un e s ü -
zen die Aussage
wi kungs oll.
Medien und Illus a-
ionen we den seh
passend eingese z ,
sind seh gu e -
s ändlich und un e -
s ü zen die Aussage
seh .
F emdsp ache*
Kann sich kaum
spon an, ließend
und kla ausd ü-
cken.
Kann sich einige -
maßen spon an,
ließend und kla
ausd ücken.
Kann sich spon an,
ließend und kla
ausd ücken, ohne
ö e deu lich
e kennba nach
Wo en suchen zu
müssen.
Kann sich an allen
Gesp ächen und
Diskussionen be eili-
gen und is auch mi
Redewendungen und
umgangssp achli-
chen Wendungen gu
e au .
Be a ung und
Ve handlung*
Klä Bedü nisse
und S andpunk e
de Gesp ächs-
pa ne nich ,
e a bei e keine
angemessenen
Lösungs o schlä-
ge und e ziel
keine E gebnisse.
Klä Bedü nisse
und S andpunk e
de Gesp ächs-
pa ne kaum,
e a bei e beding
angemessene
Lösungs o schläge
und e ziel nu
beding e olg ei-
che E gebnisse.
Klä Bedü nisse
und S andpunk e
de Gesp ächs-
pa ne , e a bei e
angemessene
Lösungs o schläge
und e ziel ü alle
Be eilig en gu e
und e olg eiche
E gebnisse.
Klä Bedü nisse und
S andpunk e de
Gesp ächspa ne
um assend, e a bei-
e angemessene
Lösungs o schläge
und e ziel ü alle
Be eilig en seh gu e
und e olg eiche
E gebnisse.
Alexande Baumga ne & Claude Mülle
70
Teilkompe enz
An änge *in
Fo gesch i e-
ne*
An änge *in
Fo gesch i e-
ne*
Expe *in
A gumen a ion*
A gumen ie
unkla und unlo-
gisch, b ing keine
übe zeugenden
A gumen e ein
und geh au
Gesp ächspa ne
kaum angemessen
ein.
A gumen ie
einige maßen kla
und logisch, b ing
einige maßen
übe zeugende
A gumen e ein und
geh au Ge-
sp ächspa ne
einige maßen
angemessen ein.
A gumen ie kla
und logisch, b ing
übe zeugende
A gumen e ein und
geh au Ge-
sp ächspa ne
angemessen ein.
A gumen ie seh
kla und logisch,
b ing seh übe zeu-
gende A gumen e
ein und geh au
Gesp ächspa ne
s e s angemessen
ein.
Tabelle 1: K i e ien zu E assung de Teilkompe enz ‚Mündliche Kommunika ion‘.
Die S uk u des Kompe enz as e s wu de in einem zi kulä en P ozess ü ach Bachelo - und ach
Mas e s udiengänge angepass . Dabei wu den in Quali ä swo kshops mi S udienganglei enden
Teilkompe enzen und de en Ni eaus u en bes imm sowie ypische Be u s- und Tä igkei s elde und
An o de ungen on Absol en *innen des S udiengangs e a bei e , in welchen die Kompe enzen in
de P axis Anwendung inden. Im Bachelo s udiengang Be iebsökonomie e gib sich au g und on
ün e schiedenen S udien e ie ungen (Gene al Managemen ; Banking and Finance; Accoun ing,
Con olling, Audi ing; Economics and Poli ics; Risk and Insu ance) eine Vielzahl an Be u s- und Tä ig-
kei s elde n. Diese basie en au den achlichen Inhal en de S udien e ie ung, eine S ellenanalyse
on Absol en *innen sowie S ellenanzeigen on Jobpo alen. Fü die S udien e ie ung ‚Accoun ing,
Con olling, Audi ing‘ wu den beispielha olgende ypischen Be u s- und Tä igkei s elde iden i i-
zie : Eins eige *in Wi scha sp ü ung, (Junio ) Con olle *in, (Junio ) Financial Accoun an (s. auch
Abb. 2). Die Bezugnahme au mögliche Be u s- und Tä igkei s elde sollen sowohl den S udie enden
als auch zukün igen A bei gebe *innen die E gebnisse eines S udiengangs e deu lichen.
En wicklung on p axiso ien ie en Kompe enz as e n
71
Be u s- und Tä igkei s eld 1: Eins eige *in Wi scha sp ü ung
Als Absol en *in des S udiengangs BSc Be iebsökonomie Accoun ing, Con olling, Audi ing
a bei en Sie beispielsweise als Eins eige *in in de Wi scha sp ü ung in P ü ungs-, T euhand-
und Be a ungsun e nehmen. Dabei wi ken Sie bei de P ü ung on eingesch änk en und/ode
o den lichen Re isionen on KMU bis G ossun e nehmen un e schiedlichs e B anchen (inkl.
ö en lich- ech liche Kö pe scha en) sowie allgemeinen T euhandau gaben mi . Sie p ü en als
Teil eines Teams die Büche sowie Jah es echnungen au Übe eins immung mi Gese z und
Regelwe ken. S eue hemen besp echen Sie mi einem Spezialis en und nehmen nach Abklä-
ung des Sach e hal s die Ve anlagung o . Zudem p ü en Sie P ozesse, insbesonde e im Rah-
men des in e nen Kon ollsys ems. Basie end au mode nen P ü ungsme hoden und -
ins umen en sind Sie zus ändig ü die Siche s ellung eine aus eichenden Da enbasis, dami
ein p o essionelles und quali izie es P ü ungsu eil ge äll we den kann. Fe ne be a en Sie Non-
Audi Kunden zu inanziellen Themen.
Kompe enzen: Eins eige *in Wi scha sp ü ung
• Fachkompe enzen: Theo ie- & P axis ele an e Fachinhal e wissen & e s ehen, Theo ie- & P axis-
ele an e Fachinhal e anwenden, analysie en & e knüp en sowie e aluie en
• Me hodenkompe enzen: P oblemlösung & K i isches Denken, Wissenscha liche Me hoden, A -
bei sme hoden, - echniken & - e ah en, Nu zung on In o ma ionen
• Sozialkompe enzen: Sch i liche Kommunika ion, Koope a ion im Team & Umgang mi Kon lik en
• Selbs kompe enzen: Selbs managemen & Selbs e lexion, Le nen & Ve ände ung
Abbildung 2: Beispiel eines Be u s- und Tä igkei s elds mi zugewiesenen Teilkompe enzen.
Fü die Kompe enze assung im Rahmen de Übe p ü ung de S udiengangziele (Assu ance o Lea n-
ing) wi d in egelmäßigen Abs änden das Cu iculum de S udiengänge analysie und Bewe ungsan-
lässe in Modulen (S udie endenp oduk e: z.B. Sch i liche P ü ung, Mündliche P ü ung, P äsen a ion,
Falls udie, Abschlussa bei en, Semina a bei en, P ojek be ich e) ü die e schiedenen Teilkompe en-
zen iden i izie . Somi wi d auch gewäh leis e , dass alle Teilkompe enzen eines S udiengangs in den
Modulen ep äsen ie sind und keine ‚blinden Flecken‘ en s ehen. Die K i e ien zu E assung de
e schiedenen Teilkompe enzen we den dabei zu ub ics ü einen Bewe ungsanlass zusammenge-
ass . Die Dozie enden (F emdbeu eilung) und S udie enden (pee - und Selbs beu eilung) des Mo-
duls e assen die Teilkompe enzen mi els des ICT- ools myCompe ence anhand beobach ba e Leis-
ungen in Modulen (Mülle e al., 2016). Mi myCompe ence wi d eine echnische Applika ion be ei -
ges ell , welche die Zuweisung de Bewe ungsanlässe zwischen den Modulen und Ak eu *innen
(insbesonde e Dozie ende und S udie ende) koo dinie und mi de sich die Ni eaus u en de Teil-
kompe enzen e assen lassen. Anschließend können die Da en ak eu spezi isch ausgewe e und die
E gebnisse zu ückgemelde we den.
Um die Beschä igungs ähigkei de S udie enden zu gewäh leis en und die Quali ä zu übe p ü en,
wu den zu Validie ung de spezi ischen Kompe enz as e lei adenges ü z e Expe enin e iews mi
zukün igen A bei gebe *innen de Absol en *innen du chge üh .
Alexande Baumga ne & Claude Mülle
78
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79
Beglei o schung als B ücke zwischen
Leh enden und S udie enden
Mi iam Hommel, A min Ege enmeie , Ul ike Maie & Axel Lö le
S udie ende we den an ielen Hochschulen in de S udieneingangsphase du ch Un e s ü zungs-
maßnahmen wie Vo ku se ode semes e beglei ende Tu o ien ge ö de . An de Hochschule Aalen
we den diese Maßnahmen du ch eine wissenscha liche Beglei o schung lankie . De o liegende
Bei ag besch eib einige E kenn nisse aus diese Beglei o schung und ein Feedback-Sys em, das
dieses Wissen in geeigne e Fo m an die be eilig en Ak eu e (S udie ende und Leh ende) wei e lei e .
Bes ehende Annahmen on Leh enden und S udie enden sollen dami übe p ü ba gemach we den
und zu eine besse en Pass ähigkei de E wa ungen de Ak eu e mi den a sächlichen Gegeben-
hei en in S udium und Leh e bei agen.
A many uni e si ies, s uden s in he in oduc o y phase a e suppo ed by suppo i e measu es such
as p e-cou ses o semes e -accompanying u o ials. A Aalen Uni e si y, hese measu es a e accom-
panied by a scien i ic esea ch. The p esen a icle desc ibes some insigh s om his accompanying
esea ch and a eedback sys em ha o wa ds his knowledge in an app op ia e o m o he ac o s
in ol ed (s uden s and lec u e s). Exis ing assump ions o lec u e s and s uden s should he ewi h be
made e i iable and con ibu e o a be e i o he expec a ions o he ac o s wi h he ac ual condi-
ions in s udy and eaching.
1 E wa ungen und Handlungss a egien in de S udien-
eingangsphase
Die ma hema ischen Kenn nisse de neuen S udie enden gehen nach Henn und Polaczek (2007)
imme wei e zu ück. Da au können lau eine S udie de DZHW1 (Heublein e al., 2010) auch die
hohen Abb uchquo en bei ielen S udie enden zu ückge üh we den. Die P oblema ik des ehlenden
Vo wissens in den G undlagen de Ma hema ik wi d du ch die Ö nung de Hochschulen ü S udie-
ende mi wei e en Bildungsbiog aphien noch e s ä k , da die un e schiedlichen Schul o men keine
einhei lichen Bildungspläne au weisen. So is z.B. die Vek o echnung an Gymnasien und Be u s-
kollegs nich meh zwingend im Leh plan en hal en. Dü schnabel und Wu h (2015, S. 183) beobach-
en „eine sys ema ische Disk epanz zwischen den Hochschule wa ungen und den Kenn nissen, die
ein Schulabgänge mi b ing “.
1 DZHW: Deu sches Zen um ü Hochschul- und Wissenscha s o schung
Mi iam Hommel, A min Ege enmeie , Ul ike Maie & Axel Lö le
80
Um die e wa e en Kenn nisse zu S udienbeginn o mal zu besch eiben und allgemein bekann zu
machen, wu de on de cosh-G uppe21de Mindes an o de ungska alog Ma hema ik en wickel .
Dieses Dokumen beinhal e eine Au lis ung de Kompe enzen, die neue S udie ende zu Beginn eines
WiMINT32S udiums mi b ingen soll en. Ein angegliede e Au gabenka alog soll den S udie enden
eine Möglichkei bie en, ih e Kenn nisse mi den An o de ungen abzugleichen. Diese „Ka alog mi
den e wa e en Mindes an o de ungen [is ] zwa in Fachk eisen bekann , nich abe lächendeckend
bei Leh e n und Hochschuldozen en und schon ga nich bei den Schüle n und S udienan änge n“
(Dü schnabel & Wu h, 2015, S. 183). Neue S udie ende gehen ielmeh da on aus, dass sie die ma-
hema ischen G undlagen behe schen und ih e Kenn nisse ich ig einschä zen können. Sie sehen
dahe häu ig keinen Handlungsbeda , diese G undlagen zu wiede holen.
Die Leh enden haben eben alls spezi ische E wa ungen an die S udie enden. Neben gene ellen
Vo ausse zungen wie analy isches Denk e mögen, selbs s ändiges, selbs o ganisie es und diszipli-
nie es Le nen und A bei en ode Le nbe ei scha kommen o noch achspezi ische E wa ungen wie
A ini ä zu Ma hema ik und ma hema ische Vo kenn nisse hinzu (Ho s mann e al., 2016). Die He e-
ogeni ä de S udie enden hinsich lich ih e Bildungsbiog aphie sowie ih e ma hema ischen Kenn -
nisse is den Leh enden häu ig nich bewuss . Sie gehen da on aus, dass de G oß eil de neuen S u-
die enden Abi u ha und die Schulma hema ik behe sch sowie Un e s ü zungsangebo e nu z .
Dahe se zen sie in ih en Ve ans al ungen häu ig Kenn nisse o aus, die die a sächlichen Kenn nisse
de neuen S udie enden übe s eigen. Leh ende haben zudem meis cha ak e is ische Vo s ellungen
on de Leh e und dem hie zu passenden Leh konzep .
Die Pass ähigkei zwischen den An o de ungen eines S udiums und den E wa ungen on Leh enden
und S udie enden, die Lewin und Lischka (2004, S. 35) „als möglichs hohe Übe eins immung indi i-
duelle Kompe enzen de S udienan änge Innen mi den g undlegenden und spezi ischen An o de-
ungen eines S udiums, di e enzie nach Inhal und P o il“ de inie en, is somi o nich hin eichend
gu gegeben. Vielen S udie enden äll es au g und diese Disk epanz schwe , den Vo lesungen zu
olgen.
Mi eine Vielzahl an P ojek en, die im Zuge des Quali ä spak s-Leh e (QPL) om BMBF43ge ö de
we den (Deu sches Zen um ü Lu - und Raum ah e. V. [DLR], 2015), soll die Quali ä in S udium
und Leh e insbesonde e auch du ch die spezi ische Fö de ung de S udieneingangsphase e besse
we den. In den e schiedenen P ojek en we den beispielsweise Un e s ü zungsangebo e ü neue
S udie ende wei e en wickel bzw. neu konzipie , die de he e ogenen S udie endenscha den
Eins ieg in den S udienall ag e leich e n sollen. Die en wickel en Maßnahmen zielen o au die Ve -
besse ung de ma hema ischen G undkenn nisse ab und sollen die Kompe enzen und den Wissens-
s and de S udienan änge *innen ausgleichen, sodass diese den An o de ungen de Hochschule
genügen.
Auch an de Hochschule Aalen wu de ein QPL-P ojek einge ich e , um die neuen S udie enden im
Be eich de ma hema ischen G undlagen zu un e s ü zen. Das P ojek wi d wie iele ande e QPL-
2 cosh: Coope a ion Schule-Hochschule, h ps://leh e o bildung-bw.de/u_ma na ech/ma hema ik/bs/bk/cosh/
3 WiMINT: Wi scha , Ma hema ik, In o ma ik, Na u wissenscha und Technik
4 BMBF: Bundesminis e ium ü Bildung und Fo schung
Beglei o schung als B ücke zwischen Leh enden und S udie enden
81
P ojek e54du ch eine wissenscha liche Beglei o schung lankie , mi dem Haup ziel, die Wi ksamkei
de un e s ü zenden Maßnahmen nachzuweisen.
Abbildung 1 zeig die an de Leh e be eilig en Ak eu e mi ih en Annahmen. Die Beglei o schung
s eh zunächs isolie zwischen den S udie enden und den Leh enden. Eine F age is , wie sie – im
Sinne de Concep ual Change Theo ie (Posne e al., 1982) – zu einem Konzep wandel in de Leh e
an egen und so zu einem Bindeglied zwischen den Ak eu en we den kann. Ein Konzep wandel kann
beispielsweise begüns ig we den „du ch T anspa en machen on eigenen Vo s ellungen“ (Riegle ,
2014, S. 251) ode du ch „Hil es ellung, um solche [ ehle beha e en] Vo s ellungen zu übe winden
bzw. wei e zuen wickeln“ (ebd., S. 252).
Abbildung 1: An de Leh e be eilig e Ak eu e mi ih en Annahmen.
Diese Bei ag besch eib , wie an de Hochschule Aalen ehle beha e e Vo s ellungen au Sei en de
S udie enden und de Leh enden anspa en e gemach und die Pass ähigkei mi Hil e de E kenn -
nisse aus de wissenscha lichen Beglei o schung e besse we den sollen. In Kapi el 2 wi d zu-
nächs das zug undeliegende QPL-P ojek besch ieben. Du ch eine Analyse de achlichen und (bil-
dungs-)biog aphischen Vo ausse zungen de neuen S udie enden im Rahmen de wissenscha lichen
Beglei o schung des P ojek s (siehe Kapi el 3) e such die Hochschule die Disposi ionen de S udie-
enden zunächs zu e assen. E gebnisse diese Analyse we den übe ein neu en wickel es Feedback-
Sys em an die be eilig en Ak eu e, d.h. sowohl an die S udie enden als auch an die Leh enden, wei-
e gegeben (siehe Kapi el 4). Ziel dieses Feedbacks is es, das Wissen de am Leh p ozess be eilig en
Ak eu e zu e wei e n, ehle beha e e Vo s ellungen (Fehlkonzep e) au zudecken und das Ve s ändnis
ü einande zu s ä ken sowie Un e s ü zungsmöglichkei en au zuzeigen. Au diese Weise soll ein
Konzep wandel ange eg we den, so dass die Beglei o schung als B ücke zwischen Leh enden und
S udie enden genu z we den kann. Kapi el 5 ass , ausgehend on Abbildung 1, die E kenn nisse de
Beglei o schung und de in endie en Wi kung des Feedbacks au die be eilig en Pe soneng uppen
in eine e wei e en Da s ellung zusammen (siehe Abbildung 9). De Bei ag schließ mi einem ku -
zen Ausblick.
54 Siehe hie zu: h p://www.wiho o schung.de/de/beglei o schung-zum-quali ae spak -leh e-598.php
Mi iam Hommel, A min Ege enmeie , Ul ike Maie & Axel Lö le
82
2 QPL-P ojek AkaMikon
An de Hochschule Aalen wu de Ende 2011 im Rahmen des QPL-P ojek s AkaMikon65das G undlagen-
zen um (GLZ) einge ich e mi dem Ziel, S udienan änge *innen den Übe gang on de Schule zu
Hochschule zu e leich e n. Übe geo dne es Ziel is die Senkung de D op Ou -Quo e, d.h. die Senkung
des S udie endenan eils eines Jah gangs, de sein S udium nich abschließ . Das GLZ bie e den neu-
en S udie enden übe d eiwöchige ma hema ische Vo ku se o Vo lesungsbeginn und semes e be-
glei ende Tu o ien in den e s en S udiensemes e n eine achliche Un e s ü zung an (Nagengas e al.,
2013). Diese Angebo e we den e gänz du ch spezielle Maßnahmen zu Reduzie ung de He e ogeni-
ä , wie z.B. einen Online-Ku s zu Ma hema ik (K ieg e al., 2017), mi dem die S udie enden ih e
ma hema ischen G undkenn nisse selbs s ändig e wei e n bzw. es igen können.
Das QPL-P ojek wi d on Beginn an du ch eine wissenscha liche Beglei o schung lankie , welche
die Wi kung de P ojek maßnahmen un e such und insbesonde e auch En wicklungen in den achli-
chen Kenn nissen de S udie enden sich ba machen soll (siehe Abschni 3.2, Nagengas e al., 2013;
Nagengas e al., 2017).
3 E kenn nisse aus de Beglei o schung ü S udium und Leh e
Fü eine wissenscha liche Beglei o schung sind um ang eiche, quali a i hochwe ige Da ensä ze
une lässlich. Zu Analyse de indi iduellen Wi kung on Maßnahmen sind pe sonenbezogene Da en
e o de lich, um insbesonde e En wicklungen on S udie enden sich ba zu machen. Diese Da en
müssen jedoch da enschu z ech lich abgesiche we den, wo au auch Pohlenz e al. (2012) hinwei-
sen. Dies wu de ü das GLZ im Jah 2012 in einem Ve ah ens e zeichnis mi Un e s ü zung de Zen -
alen Da enschu zs elle de baden-wü embe gischen Uni e si ä en (siehe hie zu: www.zendas.de)
siche ges ell , sodass sei dem auch indi iduell e hobene Da en mi Da ensä zen aus dem Hochschul-
in o ma ionssys em (HIS) e knüp we den dü en. Die Da en we den au Basis de ech lichen Be-
s immungen nu on denjenigen S udie enden ausgewe e , die du ch eine Einwilligungse klä ung
zum Da enschu z ih e ausd ückliche Zus immung gegeben haben (Ege enmeie e al., 2016). Im
P ojek is es dami möglich, Da ensä ze on übe 1000 S udie enden p o Jah (meh als 60 % alle
neuen S udie enden) zu analysie en. Die im Folgenden da ges ell en E gebnisse wu den ausschließ-
lich aus Da en diese S udie enden gewonnen.
3.1 Regelmäßige Da ene hebungen
Im Rahmen des P ojek s we den om GLZ sei dem Somme semes e (SS) 2013 jedes Semes e ol-
gende Da en on den S udie enden e hoben:
• Teilnahmehäu igkei im Vo ku s (Vo lesung und Tu o ien)
• Tes e gebnisse zu Vo ku s-Themen (Schuls o Ma hema ik de Sekunda s u en 1 und 2)
• Selbs einschä zung de S udie enden zu Themen des Vo ku ses
• Teilnahmehäu igkei an semes e beglei enden Tu o ien
65 AkaMikon: Akademische Mi elbau ü kon inuie liche und hohe Quali ä in de G undlagenleh e
Beglei o schung als B ücke zwischen Leh enden und S udie enden
83
Diese Da en we den e gänz du ch sozio-demog aphische Da en aus dem HIS de Hochschule, d.h.
S ammda en wie beispielsweise de S udiengang, In o ma ionen zu Bildungsbiog aphie (z.B. Da um,
A und No e de Hochschulzugangsbe ech igung (HZB)) sowie P ü ungsda en zu ausgewähl en
P ü ungen de e s en Semes e .
Fü die E assung de Eingangskenn nisse de S udienan änge *innen sowie de En wicklung ih e
Kenn nisse im Lau e des Vo ku ses wu de ein um assendes, d eis u iges Tes konzep aus P e-, Pos -
und Follow Up-Tes (im Folgenden mi FU-Tes bezeichne ) en wickel . Dieses um ass die ma hema-
ischen Themen zu Sekunda s u e 1 (G undku s in de 1. Vo ku swoche) und zu Sekunda s u e 2
(B ückenku se mi Anwendungsbezug in de 2. Vo ku swoche) (Nagengas e al., 2013; Nagengas e
al., 2017). De FU-Tes wi d in G undlagen o lesungen du chge üh , um als Ve gleichsg uppe auch
S udie ende zu e eichen, die den Vo ku s nich besuch haben. De zei liche Ablau des Tes konzep-
es im Semes e e lau is in Abbildung 2 da ges ell . Um eine hohe Ve gleichba kei de Tes e geb-
nisse und dami de En wicklung de Kenn nisse de S udie enden e eichen zu können, wu de bei de
Konzep ion de Tes s da au geach e , dass sie hinsich lich S uk u und Punk e e eilung eine hohe
Ähnlichkei au weisen. Dami analysie we den kann, wie die S udie enden ih ma hema isches
Vo wissen bewe en, sollen sie o jedem Tes ih e Kenn nisse in den e schiedenen Themengebie en
des Vo ku ses einschä zen.
Abbildung 2: Zei liche Ve lau des beglei enden, d eis u igen Tes e ah ens zum Vo ku s.
3.2 Kenn nisse und Selbs einschä zung de S udie enden
Die olgenden Auswe ungse gebnisse we den exempla isch ü das Win e semes e (WS) 2016/17
da ges ell . Fü die o he igen Semes e sei SS 2013 liegen diese Auswe ungen eben alls o und
zeigen analoge E gebnisse.
Die in Abbildung 3 da ges ell e Auswe ung de Vo ku s-Tes s zum G undku s (GK) mi Inhal en de
Sekunda s u e 1 zeig , dass die ma hema ischen G undlagen bei ielen S udie enden zu S udienbe-
ginn nich bekann sind. Sie e eichen o wenige als 50 % de möglichen Punk e. Zu be onen is hie ,
dass insbesonde e im P e-Tes (zu Beginn des e s en Vo ku s-Tages) spon an ab u ba e Kenn nisse
gep ü we den. Du ch die Teilnahme am Vo ku s wi d die Si ua ion e was e besse (Pos -Tes ).
E wa 4-6 Wochen nach Ende des Vo ku ses wi d ein FU-Tes gesch ieben, de die Nachhal igkei de
Wissens e besse ung du ch den Vo ku s übe p ü en soll. Die Teilnehme *innen dieses Tes s we den
au ge eil in Vo ku s-Teilnehmende (FU-Tes Vo ku s-Teiln.) und S udie ende, die den Vo ku s nich
besuch haben (FU-Tes Nich Vo ku s-Teiln.). Le z e e ungie en als Ve gleichsg uppe. Ein Ve gleich
de Tes e gebnisse de un e schiedlichen G uppie ungen in Abbildung 3 lie e Hinweise da au , in
wie wei sich die ma hema ischen Kenn nisse du ch den Vo ku s eak i ie en lassen.
Mi iam Hommel, A min Ege enmeie , Ul ike Maie & Axel Lö le
84
Abbildung 3: En wicklung de ma hema ischen Kenn nisse de neuen S udie enden im Tes -Ve lau zum Vo ku s, WS 2016/17.
Eine Gegenübe s ellung de Tes e gebnisse de S udie enden mi ih e Einschä zung de eigenen
ma hema ischen Kenn nisse gib einen Hinweis da au , ob die S udie enden ih Leis ungsni eau
ealis isch einschä zen. De Boxplo in Abbildung 4 zeig einen Ve gleich de Selbs einschä zung on
S udie enden bezüglich de ma hema ischen Themen des Vo ku ses (schwa ze Käs en) mi ih en
a sächlichen Kenn nissen in den Vo ku s-Tes s (blaue Käs en).
Abbildung 4: Ve gleich de Selbs einschä zungen on am Tes e ah en Teilnehmenden (schwa z) mi ih en Tes e gebnissen
(blau), WS 2016/17.
Deu lich sich ba sind in Abbildung 4 die eilweise g oßen Abs ände zwischen den blauen und
schwa zen Käs en. Je wei e die Käs en sowie die Mediane ( o e Linien) auseinande liegen, des o
wei e is die eigene Einschä zung de S udie enden on den unmi elba ab u ba en Kenn nissen
en e n . Übe lappen die Käs en sich s a k, so bedeu e dies eine ealis ische e Selbs einschä zung.
Die S udienan änge *innen des WS 2016/17 übe schä zen ih e Kenn nisse in den ma hema ischen
G undlagen also s a k, was sich insbesonde e im e s en gesch iebenen Tes zeig (siehe P e-Tes bzw.
FU-Tes Nich Vo ku s-Teiln.). Dies is ü die Vo ku s eilnehmenden de P e-Tes und ü diejenigen,
die nich am Vo ku s eilnehmen, de FU-Tes . Au ällig is auße dem, dass im Pos -Tes nich nu die
Tes e gebnisse deu lich besse we den; auch die Selbs einschä zung de S udie enden is e was
höhe als im P e-Tes . Dies zeig , dass die S udie enden ih en Le n o sch i auch selbs wah nehmen.
Beglei o schung als B ücke zwischen Leh enden und S udie enden
85
Die bishe igen Auswe ungen wide legen die Annahme de S udie enden, eine ealis ische achliche
Selbs wah nehmung zu haben (siehe Abbildung 1). Nu wenn es geling , sie au ih e De izi e au me k-
sam zu machen und ein ealis ische es Selbs bild zu e zeugen, we den die S udie enden e en uell zu
eine eigens ändigen Bea bei ung ih e achlichen Schwächen mo i ie .
3.3 Nu zung on Un e s ü zungsmaßnahmen und Bildungsbiog aphien
Um das S udie e hal en de neuen S udie enden besse einschä zen zu können, wi d auch die Teil-
nahmehäu igkei an den GLZ-Maßnahmen be ach e . Abbildung 5 zeig das Teilnahme e hal en de
S udienan änge *innen an Vo lesung und Tu o ium des Vo ku ses. Es äll au , dass die Teilnahme im
Lau e des Vo ku ses jeweils zum Wochenende hin (ges ichel e o e Linie) s a k nachläss , am Mon ag
abe wiede e was anwächs . Die Tu o ien sind gene ell wenige s a k besuch als die Vo lesung. Zu
beach en is , dass in de d i en Vo ku swoche keine Vo lesung, sonde n nu Tu o ien zu Ve ie ung
de ma hema ischen Inhal e des Vo ku ses s a inden. Die linke G a ik zeig das E gebnis ü die
gesam e Hochschule. Im Ve gleich dazu is in de ech en G a ik exempla isch das E gebnis ü einen
S udiengang da ges ell . Hie bei äll au , dass das Vo ku s-Tu o ium in diesem S udiengang on den
S udie enden un e du chschni lich s a k genu z wi d (im Ve gleich zu Nu zung alle S udie enden
de Hochschule). Die Annahme iele Leh ende , dass die Un e s ü zungsangebo e egelmäßig und
ak i genu z we den, is somi eilweise ehle beha e .
Abbildung 5: Teilnahme de S udie enden am Vo ku s (Vo lesung und Tu o ium), WS 2016/17.
Neben den Da en zum Vo ku s wu den Da en de neuen S udie enden aus dem HIS analysie . Eine
Analyse de G uppenzusammense zung im Hinblick au die Bildungsbiog aphie/HZB-A ha ü e -
schiedene S udiengänge un e einande und im Ve gleich zu den neuen S udie enden de gesam en
Hochschule deu liche Un e schiede o enba (siehe Abbildung 6, links: gesam e Hochschule, ech s:
einzelne S udiengang). Dies ha au g und e schiedene Cu icula in den un e schiedlichen Schul-
o men Konsequenzen au die Eingangskenn nisse de S udie enden (Nagengas e al., 2017). Die
Auswe ung zeig , dass die Teilnehmenden an den E s semes e o lesungen keines alls einhei liche
Bildungsbiog aphien au weisen, sonde n eine hohe He e ogeni ä o lieg .
Mi iam Hommel, A min Ege enmeie , Ul ike Maie & Axel Lö le
86
Abbildung 6: An eil de S udie enden un e schiedliche Bildungsbiog aphien/HZB-A en76 ü die gesam e Hochschule und
einen S udiengang, WS 2016/17.
Fü jede HZB-A kann auße dem die du chschni liche Hochschulzugangsbe ech igungs-No e (HZB-
No e) bezogen au S udiengang und Semes e be echne we den. De Ve gleich de Du chschni sno-
en ü einen S udiengang mi denen de gesam en Hochschule kann Hinweise au das Ni eau de
Eingangskenn nisse de S udie enden geben.
Mi Hil e de Beglei o schung konn en am GLZ Le n o sch i e de S udie enden im Lau e des Vo -
ku ses sowie posi i e E ek e zwischen de Teilnahme an den Un e s ü zungsmaßnahmen (Vo ku s
bzw. semes e beglei endes Tu o ium) und de Semes e klausu in de e s en Ma hema ik-
Ve ans al ung87nachgewiesen we den. Eine Ve knüp ung de Bildungsbiog aphien/HZB-A en mi
den Tes e gebnissen des Vo ku ses bzw. mi den Klausu e gebnissen de e s en Semes e klausu in
Ma hema ik is in Nagengas e al. (2017) da ges ell . Hie in wi d gezeig , dass es einen Zusammen-
hang zwischen den ma hema ischen Eingangskenn nissen und de Bildungsbiog aphie gib . Dies
mach deu lich, wie wich ig die Kenn nis de G uppenzusammense zung zu Fes legung des o aus-
se zba en Ni eaus ü die Leh enden sein kann.
Basie end au Abbildung 1 ass Abbildung 7 die gewonnenen E kenn nisse aus de wissenscha li-
chen Beglei o schung hinsich lich de an de Leh e di ek be eilig en Ak eu e zusammen. Sie zeig
insbesonde e, dass die Annahmen de S udie enden und Leh enden nich imme de Reali ä en sp e-
chen und dahe on diesen k i isch gep ü we den soll en.
76 aHR: allgemeine Hochschul ei e, FHR: Fachhochschul ei e, gHR: achgebundene Hochschul ei e,
BK2: Be u skolleg 2 (zweijäh ig, in de Regel ohne Be u sausbildung),
BK1: Be u skolleg 1 (einjäh ig, in de Regel mi Be u sausbildung)
87 Diese kann je nach S udiengang un e schiedlich bezeichne sein und nach Fach ich ung gg . ande e Schwe punk e haben,
z.B. „G undlagen de Ma hema ik“, „Wi scha sma hema ik“ ode „Ma hema ik 1“.
Beglei o schung als B ücke zwischen Leh enden und S udie enden
87
Abbildung 7: E kenn nisse aus de wissenscha lichen Beglei o schung.
4 Feedback de E kenn nisse aus de Beglei o schung an die
Ak eu e
Feedback is inzwischen ein iel ach un e such es Fo schungs eld. Du ch Feedback kann u.a. die
achliche Selbs wah nehmung de S udie enden beein luss we den (Na ciss, 2013; Wild & Mölle ,
2009) und Leh ende können au spezi ische Me kmale de S udie endeng uppen in ih en Ve ans al-
ungen hingewiesen we den (Pohlenz e al., 2012). De Zei punk und die Fo m des Feedbacks sind
dabei en scheidend da ü , ob posi i e ode ehe nega i e E ek e e ziel we den (Ha ie & Timpe ley,
2007; Kluge & DeNisi, 1996; Wild & Mölle , 2009). Zielg uppe und In en ion des Feedbacks spielen
hie eine wich ige Rolle.
Na ciss (2013) besch eib mi dem In e ac i e Tu o ing Feedback Model ein Modell, das die un e -
schiedlichen P ozesse und Fak o en in Feedback-Mechanismen zu Ve besse ung on Le n e hal en
und Le ne olg beinhal e . Neben de egelmäßigen Übe p ü ung und Bewe ung on Le n o sch i -
en bezogen au einen es geleg en Rich we gehö die Kommunika ion übe Le n o sch i e bzw.
es ges ell e Disk epanzen ( e bunden mi Hil es ellungen zu Schließung on Lücken) zu einem
e olg eichen Feedback-Sys em. Dies kann einen Konzep wandel an egen. Bei de En wicklung on
Feedback-Sys emen is au eine hohe Quali ä im Design und in de Kommunika ion de Feedback-
Benach ich igung zu ach en.
Na ciss (ebd.) be on alle dings auch, dass au Sei en de Le nenden de Wille und die Fähigkei en zu
Behebung on Fehle n und zu Ände ung des eigenen Le n e hal ens o handen sein müssen, um
Wissenslücken schließen zu können. Dies deck sich auch mi dem Modell des adap i en Le nens
(Boekae s & Niemi i a, 2000). Nach Wild und Mölle (2009, S. 58) können (wiede hol e) Misse olge,
die das eigene Selbs we ge ühl bed ohen, dazu üh en, dass Le nende e suchen, den S a us Quo
au ech zu e hal en und ge ade nich ak i an eine Behebung on achlichen De izi en a bei en.
Mi iam Hommel, A min Ege enmeie , Ul ike Maie & Axel Lö le
94
Da die Auswe ungen au un e schiedlichen Hochschulebenen e schiedene Bedeu ung haben kön-
nen (Pohlenz e al., 2012), we den die Be ich e in agg egie e Fo m auch an die Fakul ä sebene (De-
kan*innen sowie Beau ag e des Quali ä smanagemen s) und die Hochschullei ung e schick (Maie
e al., 2018). Au diese Weise können die Be ich e als Basis ü En scheidungen in de Hochschulen -
wicklung genu z we den. Insbesonde e cu icula e En wicklungen können hie du ch zu Ve besse-
ung de Leh e ange eg bzw. un e s ü z we den.
Danksagung
Das P ojek AkaMikon wi d aus Mi eln des Bundesminis e iums ü Bildung und Fo schung (BMBF)
un e dem Fö de kennzeichen 01PL16015 im Rahmen des „Gemeinsamen Bund-Lände -P og amms
ü besse e S udienbedingungen und meh Quali ä in de Leh e“ (siehe hie zu: www.quali ae spak -
leh e.de) ge ö de . Die Ve an wo ung ü den Inhal de Ve ö en lichung lieg bei den Au o *innen.
Li e a u
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97
Ve s e igung digi ale Hochschulleh e in
de Technischen Mechanik
Adap ion eines Re e enzmodells zu
Quali ä ssiche ung in den S udien e lau de
Bauwissenscha en
Ma cel Pelz, Ma in Lang, Felix Walke , Yasemin Özmen, Jö g Sch öde &
Ral Mülle
In diesem Bei ag wi d übe die Implemen ie ung on digi ale Hochschulleh e in de S udien o - und
S udieneingangsphase in den Ingenieu wissenscha en be ich e . Im Rahmen des Ve bund o -
schungsp ojek es FUNDAMENT1 wu de ein Konzep en wickel , mi dem die indi iduellen Le np ozes-
se im Bauingenieu s udium – mi dem Schwe punk Technische Mechanik – ge ö de we den sollen.
Neben de Ausgangslage und dem ak uellen S and des Einsa zes on e-lea ning-Elemen en in den
Ingenieu wissenscha en wi d das P ojek besch ieben. Den Abschluss bilden das me hodische Vo -
gehen und ein Ausblick au die wei e e Planung des P ojek es.
This pape epo s on he implemen a ion o digi al media in highe educa ion in he p elimina y and
in oduc o y phase o he enginee ing sciences. As pa o he collabo a i e esea ch p ojec
FUNDAMENT, a concep was de eloped wi h he objec i e o suppo ing indi idual lea ning p ocesses
in he ci il enginee ing s udies wi h a special ocus on enginee ing mechanics. In addi ion o he ini ial
si ua ion and he cu en s a e o he use o e-lea ning elemen s in enginee ing sciences, he p ojec is
desc ibed. The conclusion is o med by he me hodological app oach and an ou look on he u he
planning o he p ojec .
1 Zu Ausgangslage
An den deu schen Hochschulen is in den le z en Jah en eine s eigende Anzahl on E s semes e n
es zus ellen. Gegenwä ig beginnen e wa 500.000 junge Menschen jäh lich ein S udium an
Uni e si ä en ode Hochschulen ü Angewand e Wissenscha en. Alle dings komm die ak uelle
S udie des DZHW (Deu sches Zen um ü Hochschul- und Wissenscha s o schung) zu dem E gebnis,
dass auch e wa ein D i el alle S udienan änge *innen das S udium o zei ig ohne Abschluss
abb ich (Heublein e al., 2017). Bei eine gesonde en Be ach ung de Fach ich ung
Bauingenieu wesen an Uni e si ä en kann soga eine Abb uchquo e on 48% es ges ell we den
(ebd.).
1 Ein besonde e Dank geh an das Bundesminis e ium ü Bildung und Fo schung (BMBF) ü die Fö de ung des Fo -
schungs o habens FUNDAMENT (FKZ 16DHL1024 und 16DHL1025) im Rahmen de Rich linie zu Fö de ung on Fo -
schung zu digi alen Hochschulbildung inne halb de 1. Fö de linie im Fo schungs eld „Digi ale Hochschulleh e“.
Ma cel Pelz, Ma in Lang, Felix Walke , Yasemin Özmen, Jö g Sch öde & Ral Mülle
98
Dami de En schluss zu Exma ikula ion ge o en wi d, müssen die S udie enden einen komplexen
und meh dimensionalen S udienabb uchp ozess du chlau en, de nach Heublein e al. (2017) in
e schiedene Phasen au ge eil we den kann, die wiede um du ch un e schiedliche Fak o en beein-
luss we den. In den Ingenieu wissenscha en sind die zwei haup ausschlaggebenden Fak o en ü
den S udienabb uch Leis ungsp obleme (38%) und mangelnde S udienmo i a ion (17%) (ebd.).
Zu den Leis ungsp oblemen lassen sich Bewegg ünde wie z.B. endgül ig nich bes andene P ü ungen
(11%), eine Wah nehmung on zu hohen S udienan o de ungen (8%) ode auch Zwei el an de
pe sönlichen Eignung ü das S udien ach (8%) zählen (ebd.). Bewegg ünde eine mangelnden
S udienmo i a ion liegen haup sächlich in eine alschen E wa ungshal ung gegenübe dem
begonnenen S udium (10%) (ebd.). Diese läss sich cha ak e isie en du ch aus S udie endensich
„ alsche[n] Vo s ellungen on Fachinhal en ... [und] Fehleinschä zungen ih es eigenen
Leis ungs e mögens“ (ebd., S. 29).
De Zei punk , an dem die genann en Fak o en zum S udienabb uch üh en, lieg in den e s en ie
Fachsemes e n. Demnach beenden be ei s 42% de S udie enden de Ingenieu wissenscha en in den
e s en beiden Fachsemes e n ih S udium, bei wei e en 31% inde de S udienabb uch im 3. bzw. 4.
Fachsemes e s a (ebd.).
Zusammen assend läss sich die S udieneingangsphase in ingenieu wissenscha lichen S udiengän-
gen als en scheidend ü den wei e en E olg de S udie enden im Ve lau ih es S udiums bezeichnen.
S udie ende, de en S udiene olg in den e s en Semes e n ausbleib , besch eiben den g öß en An eil
an Exma ikula ionen (Henn & Polaczek, 2007).
Als po enzielle U sache ü die Leis ungsp obleme is ein Rückgang spezielle achliche , auch ma-
hema ische Kenn nisse bei S udienan änge *innen e an wo lich (Heublein & In de Smi en, 2013;
Henn & Polaczek, 2007). Diese Wissenslücken lassen sich wäh end de S udieneingangsphase nu mi
g oßen Schwie igkei en au a bei en (Willige e al., 2014).
Diese P oblema ik nimm sich das Re e enzmodell zu Quali ä ssiche ung an Fakul ä en de Ingeni-
eu wissenscha en nach Heublein und In de Smi en (2013) an. Das Re e enzmodell dien zu Siche-
ung und beda sbeding en E höhung de S udienquali ä , indem „die S udie enden in jede Phase
ih es S udiums wi kungs oll beglei e we den, ih e S udienmo i a ion au ech e hal en und ge ö -
de wi d und ih Fachwissen und ih e Kompe enzen e wei e we den“ (ebd., S. 7). An diese S elle sei
explizi da au hingewiesen, dass es sich hie bei um kein allgemeingül iges Modell ü das Quali ä s-
managemen in S udium und Leh e handel . Eine exak e und einhei liche Übe agba kei is au -
g und on un e schiedlichen Bedingungen und Fak o en an e schiedenen S ando en nich möglich,
abe auch nich no wendig (ebd.).
Das Re e enzmodell besag , dass zu Ve besse ung des S udiene olges ein Bündel on Un e s ü -
zungsmaßnahmen zu un e schiedlichen Zei punk en im S udien e lau hil eich sein kann. P ä en i
können o S udienbeginn Selbs einschä zungs es s21und so genann e Vo - und B ückenku se ö de -
lich sein, in de S udieneingangsphase dagegen zusä zliche Leh angebo e wie bspw. in e ak i e
online-Module (ioM) (Abb. 1).
21 Im Folgenden wi d ü online du chge üh en Selbs einschä zungs es s die geb äuchlich englischsp achige Bezeichnung
Online-Sel -Assessmen (OSA) e wende .
Ve s e igung digi ale Hochschulleh e in de Technischen Mechanik
99
Uni e si ä en bie en be ei s eine Vielzahl solche O ien ie ungs- und Un e s ü zungsmaßnahmen an,
um den S udienan änge *innen den Eins ieg in das S udium zu e leich e n. Alle dings we den die
genann en Angebo e sel en on den S udienin e essie en bzw. S udie enden wah genommen und
bei den Fe nbleibenden handel es sich haup sächlich um diejenigen, die de a ige Hil es ellungen
d ingend benö igen wü den (Heublein e al., 2017).
Abbildung 1: Re e enzmodell – Quali ä ssiche ung im S udien e lau (Pelz e al., 2018).
Die Bewe ung de a ige Un e s ü zungsmaßnahmen in de S udien o phase is dabei du chaus
ambi alen . So konn e zwa empi isch „kein Zusammenhang zwischen de Teilnahme an einzelnen
Angebo en zu S udienbeginn und posi i en E ah ungen in den e s en Wochen des S udiums“
(Heublein e al., 2017, S. IX) es ges ell we den, alle dings wi d in de S udie ausd ücklich o de
Schluss olge ung gewa n , dass demen sp echend die Angebo e übe lüssig seien, da die Zahl de
S udienabb eche *innen – ohne diese Angebo e – sons noch deu lich höhe liegen könn e (ebd.).
Im Nach olgenden soll de ak uelle S and on OSA und online e ügba en Vo ku sen (OV) de S udi-
en o phase in den Ingenieu wissenscha en da ges ell we den. E gänzend we den in de S udien-
eingangsphase un e s ü zende ingenieu wissenscha liche ioM be ach e .
Ma cel Pelz, Ma in Lang, Felix Walke , Yasemin Özmen, Jö g Sch öde & Ral Mülle
100
2 Ingenieu wissenscha liche Online-Sel -Assessmen s, Online-
Vo ku se und in e ak i e online Module
Selbs einschä zungs es s haben den Zweck, S udienin e essie en mi Hil e eines onlinebasie en
S udie ähigkei s es s die Gelegenhei zu selbs s ändigen objek i en E mi lung ih e Eignung (Leis-
ungss and) ü einen bes imm en S udiengang an eine Hochschule zu geben (Schmid -A ze e al.,
2012). Alle dings e zeichnen solche Angebo e nu ge inge Teilnehme zahlen. Ge ade einmal knapp
25% de S udienin e essie en absol ie en de a ige Eingangs- und Selbs einschä zungs es s, obwohl
45% de Be ag en diese als nü zlich e ach en (Willige e al., 2014). Jedoch liegen bislang keine empi-
ischen Be unde bezüglich de Wi ksamkei solche OSAs o .
Bei Be ach ung de e ügba en online-Angebo e äll au , dass nu seh wenige und zumeis achun-
spezi ische Themen elde abgep ü we den. Beispielsweise wi d on de Ruh -Uni e si ä Bochum
das Po al s udicheck32 ü Hochschulen in NRW angebo en. Bezüglich des Ingenieu s udiums wi d
einzig de Themenkomplex de Ma hema ik abgehandel . Dagegen bleiben na u wissenscha liche
Zusammenhänge und ingenieu wissenscha liche Anwendungskon ex e, wie sie bspw. in de Techni-
schen Mechanik (TM) zu inden sind, unbe ücksich ig . Somi kann ein abschließendes Feedback übe
die s udien ele an en ingenieu wissenscha lichen Vo kenn nisse de Teilnehmenden – du ch bes e-
hende OSAs – nu eingesch änk gegeben we den.
Vo ku se, auch B ückenku se genann , dienen de Au ischung bzw. Ve ie ung des Schulwissens. In
de Regel inden Vo ku se als P äsenz e ans al ungen übe einen Zei aum on ca. zwei Wochen s a .
De hema ische Schwe punk lieg auch hie zumeis au de Ma hema ik (Kempen & Wassong,
2017).
Alle dings besuch nu gu die Häl e alle S udienin e essie en in den Ingenieu wissenscha en diese
Vo ku se (Willige e al., 2014). Die ge ingen Teilnehme zahlen haben be ei s zu einem Umdenken an
den Hochschulen ge üh . Als Konsequenz wu den e meh Ansä ze konzipie , die eine Ve knüp-
ung de klassischen P äsenz o ku se mi eine e-lea ning-Komponen e okussie en. Als Beispiele ü
solche OV seien an diese S elle s udiVEMINT4,3Ma h-B idge54und de Online Ma hema ik B ückenku s
OMB+65genann . Die au ge üh en OV e binde die Zielse zung de Ve mi lung ma hema ische
G undlagen an S udienin e essie e bzw. S udienan änge *innen. Wie be ei s bei den OSAs bleiben
achwissenscha liche G undlagen eines ingenieu wissenscha lichen S udiengangs (z.B. TM) unbe-
handel .
Auch bei den OV is de Um ang empi ische Fo schungsbe unde ech schmal; insbesonde e Lang-
zei e ek e blieben bishe une o sch . Fische (2014) e aluie in eine de wenigen S udien die Wi k-
samkei des – im blended-lea ning-Konzep du chge üh en – OV VEMINT7.6Im P e es -Pos es -
Design zeig e ein Ve gleich de Teilnehmenden eines ma hema ischen P äsenz o ku ses mi denen
32 h p://www.s udicheck.n w, S and: 18.04.2018.
43 h ps:// ddm.uni-pade bo n.de/p ojek e/s udi emin /allgemeines, S and: 18.04.2018.
54 h p://www.ma h-b idge.o g, S and: 18.04.2018.
65 h ps://www.ombplus.de/ombplus/public/index.h ml, S and: 18.04.2018.
76 h p://www. emin .de, S and: 18.04.2018.
Ve s e igung digi ale Hochschulleh e in de Technischen Mechanik
101
des blended-lea ning VEMINT-Vo ku ses, dass Le z genann e zwa endenziell besse e E gebnisse
e zielen; insgesam wa alle dings nu ein ge inge Leis ungszuwachs zu beobach en (Fische , 2014).
In meh e en na ionalen und in e na ionalen A bei en wu de die S udieneingangsphase un e such .
Hie bei konn en Hinweise da au ge unden we den, dass S udienan änge *innen häu ig P obleme mi
dem Ve s ändnis de achlichen Ke nkonzep e haben (P us y & Russell, 2011). Dies ha wiede um die
be ei s skizzie en Leis ungsp obleme zu Folge. S udie ende scheinen somi nich in de Lage zu sein,
die Vo lesungsinhal e mi den en sp echenden Ke nkonzep en zu e binden. Ve suche, diese Ve bin-
dung du ch zusä zliche Ve anschaulichungen de heo e ischen Sach e hal e – z.B. mi els Demons -
a ionsexpe imen en inne halb de Ve ans al ung – he zus ellen, bleiben ohne posi i en E ek
(C ouch e al., 2004). Alle dings liegen bishe nu Un e suchungen ü das Fach Physik o (ebd.); im
ingenieu wissenscha lichen Be eich gab es bishe noch keine en sp echenden Analysen.
Die Fö de ung des konzep ionellen Wissens könn e du ch indi iduelle Dozie ende-S udie ende-
Disku se in Tu o ien ode Übungen e eich we den. En sp echende Angebo s o ma e we den be ei s
an Uni e si ä en angebo en, alle dings we den diese du ch das Ve häl nis hohe S udie endenzahlen
au de einen und beg enz e Anzahl an Tu o ien und Übungen au de ande en Sei e limi ie .
Abhil e könn en sogenann e ioM scha en, die insbesonde e im angelsächsischen Raum be ei s en -
wickel wu den (z.B. P us y e al., 2009, 2011; P us y & Russell, 2011). Die E alua ion on ioM e olg
bishe unzulänglich und e laub keinen Rückschluss au die Gene alisie ba kei de e ziel en E gebnis-
se. Auch sind o schungsme hodische De izi e – keine Randomisie ung, ehlende Kon ollg uppe, kein
Längsschni – es zus ellen. Eben alls ehl die Be ach ung indi iduelle Le np ozesse, die du ch
Bedingungs ak o en und Wi kmechanismen abgebilde we den können, welche sich wiede um aus
kogni ionspsychologischen Modellen sowie en sp echenden Ins umen en ablei en lassen. Inso e n
bes eh hie insbesonde e mi Blick au die Wi ksamkei on ioM im Be eich de TM ein e hebliches
Fo schungsdeside a .
Fü die E assung de Wi kung digi ale Hochschulleh e au indi iduelle Le np ozesse on S udie en-
den beda es eine kla en Vo s ellung übe die Bedingungs ak o en und Wi kmechanismen, welche
die Le np ozesse beein lussen, und eines kogni ionspsychologischen Modells übe die Wissenss uk-
u de S udie enden selbs . Die PPIK-Theo ie on Acke man (1996) s ell hie ü eine gu undie e
empi ische Basis da , welche die En wicklung domänenspezi ischen Wissens un e Einbezug de
( luiden) In elligenz, des In e esses, de Pe sönlichkei s ak o en sowie des domänenspezi ischen
Vo wissens (in Ma hema ik, Physik e c.) als Teil de k is allinen In elligenz besch eib . Meh e e S udien
belegen die Bedeu ung de genann en De e minan en ü die En wicklung domänenspezi ischen
Wissens (Acke man, 1996; 2000; Acke man & Hegges ad, 1997). G oße Teile s immen auch mi den
Wi k ak o en akademische Leis ung in de Hochschule übe ein (Helmke e al., 2008). Eine Übe a-
gung de Elemen e de PPIK-Theo ie au S udie ende de Ingenieu wissenscha en lieg bishe nich
o .
Ma cel Pelz, Ma in Lang, Felix Walke , Yasemin Özmen, Jö g Sch öde & Ral Mülle
102
3 Das Ve bund o schungsp ojek FUNDAMENT
Ausgehend on den zu o genann en Fo schungsbe unden ha das Ve bund o schungsp ojek
„Fö de ung des indi iduellen Le ne olgs mi els digi ale Medien im Bauingenieu s udium“ –
FUNDAMENT (Uni e si ä Duisbu g-Essen (UDE) und Technische Uni e si ä Kaise slau e n (TU KL))
das Ziel, die indi iduellen Le np ozesse im Bauingenieu s udium du ch den Einsa z digi ale
Hochschulleh e zu ö de n. Du ch die En wicklung und den Einsa z geeigne e hochschuldidak ische
Maßnahmen soll die Quali ä de uni e si ä en Leh - und Un e s ü zungsangebo e wei e e besse
und de S udiene olg im Bauingenieu s udium ges eige we den. Die Angebo e un e s ü zen die
S a egie de Digi alisie ung in S udium und Leh e an den beiden S ando en und agen au diese
Weise zu P o ilbildung de Uni e si ä en bei.
FUNDAMENT se z mi seinen p ä en i en Maßnahmen sowohl in de S udien o be ei ungsphase als
auch in de S udieneingangsphase an (Abb. 1).
In de S udien o be ei ungsphase wi d zum einen ein OSA angebo en. Du ch den Einsa z des OSAs
sollen eine ak i e Auseinande se zung mi den eigenen In e essen und de en Passung zu den Inhal-
en und Rahmenbedingungen des S udiengangs sowie eine Rückmeldung zu Passung des eigenen
Vo wissens in Bezug zu den achlichen An o de ungen des a o isie en S udiengangs e olgen.
Das OSA bes eh aus zwei Teilbe eichen: Im e s en Teilbe eich we den die De e minan en des PPIK-
Modells nach Acke man (1996) – be u liches In e esse, in ellek uelles Engagemen , k is alline und
luide In elligenz – übe geeigne e Ins umen e ge es e . De zwei e Teilbe eich be ass sich mi dem
Vo wissen de S udienin e essie en. Neben den ma hema ischen G undlagen (MG) wi d eben alls de
Themenbe eich de na u wissenscha lichen G undlagen (NG) abge ag . In den MG we den die Be-
eiche de Ma hema ik okussie , die in den e s en S udiensemes e n de Ingenieu wissenscha en
benö ig we den. Bei den NG we den speziell die G undlagen de Physik zu He an üh ung an die TM
be ach e . Das OSA is in de Lage, lückenha es Vo wissen de S udienin e essie en au zudecken
und ein pe sonalisie es Feedback auszugeben, welches au en sp echende Themengebie e des OV
e weis . Au diese Weise wi d den S udienin e essie en nich nu eine Selbs einschä zung bezüglich
ih es s udiengangspezi ischen Leis ungss andes gegeben, sonde n sie e hal en auch In o ma ionen
bezüglich de Passung ih e E wa ungen zu den An o de ungen ih es zukün igen S udiengangs.
Die Umse zung des Online-Sel -Assessmen s (Abb. 2) e olg e in de Open-Sou ce online Tes umge-
bung TAO87(Tes ing Assis é pa O dina eu ).
87 h ps://www. ao es ing.com, S and: 18.04.18.
Ve s e igung digi ale Hochschulleh e in de Technischen Mechanik
103
Abbildung 2: Sc eensho – TAO I ems des OSAs © FUNDAMENT.
Zu Au be ei ung de im OSA au gedeck en Wissenslücken e hal en die S udienin e essie en die
Möglichkei , e schiedene Themen im OV zu wiede holen bzw. neu zu e le nen. De OV is , wie be ei s
das OSA, in die Themengebie e de MG und NG au ge eil . Die MG we den in die Un e hemen B uch-
echnung, quad a ische Funk ionen, Gleichungssys eme, T igonome ie, Vek o echnung und Analy-
sis gegliede . In den NG we den die Un e hemen K ä e/Momen e, Schwe punk , Lage , S abili ä
und Zug, D uck, Biegung behandel . Zu jedem Un e hema we den jeweils eine Inpu -Sei e (Abb. 3)
und dazugehö ige e ie ende Übungsau gaben be ei ges ell ; die Umse zung e olg e eben alls in
de TAO-Umgebung.
Ma cel Pelz, Ma in Lang, Felix Walke , Yasemin Özmen, Jö g Sch öde & Ral Mülle
110
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Teil III
Quali ä als Bewegung hin zu e was Besse em
115
Den Einsa z digi ale Medien im
na u wissenscha lichen Un e ich
leh en
Un e suchung de Leh ini ia i e
Didak ik:digi al im Spannungs eld on
s ando übe g ei ende Wi kungsanalyse und
s ando spezi ische E alua ion
Ch is oph Vogelsang, Daniel Laumann, Ch is oph Thyssen & Alexande
Finge
Angehende Leh k ä e de Na u wissenscha en müssen im Rahmen ih e Ausbildung au den un e -
ich lichen Einsa z digi ale Medien o be ei e we den. Um dieses Ziel zu e eichen, wu den im Rah-
men eine Ini ia i e Leh p ojek e ü Leh am ss udiengänge an zwöl deu schen Hochschulen en wi-
ckel und bzgl. we bezogene Zielg ößen (z.B. Eins ellung zum Le nen und Leh en mi digi alen
Medien) s anda disie e aluie . Zusä zlich wu den die Dozie enden zu den on ihnen e wa e en
Ände ungen bzgl. diese G ößen be ag und beide Be agungen in Beziehung gese z . Dieses Vo ge-
hen s eh exempla isch ü ein hochschuldidak isches Fo schungsdesign zu Ve bindung eine s and-
o übe g ei enden und s ando spezi ischen E alua ion.
Du ing hei uni e si y s udies, p ospec i e eache s should be p epa ed o use digi al echnology
(ICT) as an e ec i e ins uc ional ool. To each his goal, new aining cou ses o p ospec i e science
eache s ha e been de eloped a wel e uni e si ies in Ge many. P e- and pos in e en ion su ey
compa isons we e ca ied ou o e alua e he e ec i eness in changing pa icipan s’ a i udes o-
wa ds lea ning using ICT and o he ou come a iables. To combine his e alua ion ac oss uni e si ies
wi h an analysis conce ning indi idual lea ning objec i es a each uni e si y he lec u e s we e also
asked o aspi ed changes o hese a iables in hei own cou ses. This esea ch design ypi ies an
e alua ion in highe educa ion aiming a mul iple objec i es in a combined s anda dized manne .
1 P oblems ellung
Zunehmend we den deu sche Schulen mi echnische In as uk u zum s anda dmäßigen Einsa z
digi ale Medien im Un e ich ausges a e . Dies is nich zule z mi de Ho nung e bunden, dass
sich hie du ch insbesonde e die Quali ä des Un e ich s in na u wissenscha lichen- echnischen
Fäche n e höh . Eine Vo ausse zung is alle dings, dass angehende Leh k ä e no wendige Fähigkei-
en zum achspezi ischen Einsa z on und auch posi i e We hal ungen und O ien ie ungen zum
Leh en und Le nen mi digi alen Medien e we ben (E me & O enb ei -Le wich, 2010).
Ch is oph Vogelsang, Daniel Laumann, Ch is oph Thyssen & Alexande Finge
116
Die Be ei s ellung passende Leh konzep e ü die na u wissenscha liche Leh e bildung is dahe
eine zen ale hochschul- achdidak ische Au gabe. Um diesem Beda zu begegnen, wu de du ch die
Joachim He z S i ung die Leh ini ia i e Kolleg Didak ik:digi al ins Leben ge u en, in de en Rahmen an
zwöl deu schen Hochschulen die Umse zung en sp echende Leh p ojek e un e s ü z wu de. Fü
eine empi ische Analyse de Wi ksamkei muss en dabei zwei E alua ionspe spek i en kombinie
we den. Zum einen gal es, die hochschulübe g ei ende Wi kung de Ini ia i e mi einhei lichen K i e-
ien und Ins umen en zu p ü en. Zum ande en muss e auch s ando spezi isch das E eichen indi i-
duelle Zielschwe punk e ü jedes einzelne Leh p ojek übe p ü ba sein. Diese Bei ag s ell exemp-
la isch ein Un e suchungsdesign o , das e such dieses Spannungs eld p oduk i au zulösen und so
zu Siche ung de Quali ä on Hochschulen wicklungsp ojek en beizu agen.
2 Hin e g und: Kolleg Didak ik:digi al
Ziel de Ini ia i e Kolleg Didak ik:digi al is es, Leh konzep e zu en wickeln, du ch die Leh am ss udie-
ende mi na u wissenscha lichen Fäche n Kompe enzen zum adäqua en Einsa z digi ale Medien im
Un e ich e we ben können. Dies geschieh , indem Nachwuchsk ä e de na u wissenscha lichen
Fachdidak iken in Fo m on Junio Fellowships inanziell un e s ü z we den (Meßinge -Koppel ,
2015). Wei e hin wi d ihnen du ch Ve ne zungs e en und Wo kshopangebo e (z.B. zu Medien o ma-
en wie Augmen ed Reali y-Anwendungen) ein E ah ungsaus ausch un e einande und mi Ex-
pe *innen de Fachdidak iken (Senio Fellows) ü das Le nen mi digi alen Medien e möglich . Im
Rahmen de e s en Fö de phase om F ühjah 2016 bis zum He bs 2017 wu den insgesam zwöl
Leh -Le n-P ojek e an e schiedenen Hochschulen (wei e -)en wickel und e p ob . Alle P ojek e
en s ammen den Fachdidak iken de Biologie, Chemie und Physik sowie dem Fach Na u & Technik (in
Baye n). Ein P ojek wu de in den bildungswissenscha lichen S udienan eilen de Leh e bildung
e o e (Tab. 1).
Uni e si ä Domäne Ti el
Leh am s-
Zielg uppe
Be lin
Physik
Expe imen ie en:digi al
Sek. I & II
Leipzig Biologie
Biodi e si ä digi al - lokale Biodi e si-
ä du ch Medien iel äl ig e ah en Sek. I & II
München Chemie
Expe imen ie en und Modellie en im
Chemieun e ich Sek. I & II
Saa b ücken Chemie
In eg a ion on iPads in das o schen-
de Expe imen ie en Sek. I & II
B emen Chemie
LSC:digi al – Leh e bildung, Schulp a-
xis, Cu iculumen wicklung: ein e -
ne z e Ansa z zu digi alen Medien im
na u wissenscha lichen Un e ich
Sek. I & II
Müns e Physik
eal:digi al – die In eg a ion zweie
Wel en Sek. I & II
Bambe g
Bildungs-
wissenscha Na u – Technik – Kogni ion (Bionik) alle Schul o men
München Physik
Leh en mi digi alen Medien – Feed-
back und Guidance bei de Nu zung Sek. I & II
Den Einsa z digi ale Medien im na u wissenscha lichen Un e ich leh en
117
Uni e si ä Domäne Ti el
Leh am s-
Zielg uppe
digi ale Medien im Un e ich
Regensbu g
Na u & Tech-
nik
Neue Medien als Hil smi el in Na u -
wissenscha & Technik G undschule
Kaise slau e n
Biologie
Auße schulische Le no 2.0
Sek. I & II
Hanno e Chemie
Chemiedidak ik im digi alen Klassen-
zimme Sek. I & II
Pade bo n Physik
Modellie ung komplexe P obleme im
Un e ich mi digi alen Medien Sek. I & II
Tabelle 1: Übe sich übe die Leh p ojek e de e s en Fö de phase.
Die Leh konzep e wu den meis als egulä e Leh e ans al ungen in Semina o m angebo en. Sie
e olg en un e schiedliche achdidak ische Schwe punk e, bezogen e schiedene Zielg uppen ein
und s eb en iel äl ige Le nziele an. Den zen alen Le ngegens and bilde en s e s spezi ische Einsa z-
o men digi ale Medien ü den na u wissenscha lichen Un e ich , wie z.B. das Expe imen ie en mi
Hil e on able s. Um diese Viel äl igkei zu illus ie en, we den nach olgend zwei Ve ans al ungen
ku z besch ieben.
Den Schwe punk des P ojek s „Modellie ung komplexe P obleme im Un e ich mi digi alen Medi-
en“ bilde e bspw. die Analyse eal beobach ba e Phänomene (z.B. Fallschi msp ung) und die Bildung
on physikalischen Modellen zu ih e Besch eibung. Beide P ozesse wu den mi Hil e digi ale We k-
zeuge un e s ü z (z.B. du ch digi ale Videoanalyse). Ih e E gebnisse dokumen ie en die S udie en-
den in Fo m eines Le n ideos.
Im P ojek „Auße schulische Le no 2.0“ hingegen e s ell en S udie ende im Rahmen eine Exku sion
in ein Na u kundemuseum eigene Augmen ed Reali y-Ma e ialien (Thyssen, 2017). Diese können im
Anschluss mi Hil e eine App on Besuche *innen dieses Museums genu z we den. Alle Leh p ojek e
bie en Leh am ss udie enden die Möglichkei , den Umgang mi digi alen Medien speziell im na u -
wissenscha lichen Un e ich zu ainie en. Um zu p ü en, ob dies geling und die anges eb en Ziele
des Kollegs e eich wu den, e olg e eine e gleichende Analyse de Wi kungen de Ve ans al ungen.
Das übe g ei ende Ziel alle Ve ans al ungen wa eine Ve besse ung de Selbs wi ksamkei zu Ges al-
ung on Le numgebungen mi digi alen Medien, wobei achspezi ische und in e disziplinä e Aspek e
be ücksich ig wu den. Du ch eigen e an wo liche Teile soll e ü die Mo i a ion zum Einsa z digi a-
le Medien eine posi i e Wi kung e ziel we den.
Ch is oph Vogelsang, Daniel Laumann, Ch is oph Thyssen & Alexande Finge
118
3 Theo e ische Rahmen
Eine Wi kungsanalyse des Kollegs soll e dabei olgenden An o de ungen genügen. (1) Sie muss au
spezi ische Einsa z o men on digi alen Medien ü den na u wissenscha lichen Un e ich okussie-
en, (2) abe o z un e schiedliche Fachdomänen und Zielse zungen sowohl eine Ve gleichba kei
de Ve ans al ungswi kungen, als auch die Abbildung spezi ische Schwe punk e, e lauben. (3) Wei-
e hin sollen ih e E gebnisse anschluss ähig zu bes ehenden Leh e p o essions o schung sein und (4)
möglichs E kenn nisse zu Leh en und Le nen gene ie en, die auch übe das Kolleg hinaus übe ag-
ba sind. Zudem (5) muss die E assung en sp echende E alua ionsg ößen zei ökonomisch di ek in
den Ve ans al ungen e olgen (Be agungszei : zehn Minu en).
Da die einzelnen P ojek e un e schiedliche inhal liche Schwe punk e se zen, is eine e gleichende
E assung on z.B. Wissens e ände ungen nu schwe möglich. Alle Ve ans al ungen e olgen das
gemeinsame Ziel, bei S udie enden die Be ei scha und Mo i a ion zu e höhen, digi ale Medien im
Un e ich einzuse zen. Zu Iden i ika ion passende E alua ionsg ößen wu de dahe die heo y o
planned beha io (TPB) (Fishbein & Ajzen, 2010) als Heu is ik he angezogen, die ü die Un e suchung
on p ak izie enden Leh k ä en schon e olg eich e wende wu de (K eijns e al., 2013). Im Rahmen
de TPB wi d angenommen, dass die In en ion, ein bes imm es Handeln auszu üh en, hie bezogen
au den Einsa z digi ale Medien im schulischen Un e ich , on Eins ellungen und We hal ungen zu
diesem Handeln (Beu eile ich diese Handlung als ziel üh end?), eine subjek i emp undenen No m
(E wa e mein soziales Um eld, dass ich so handle?) und de wah genommenen Handlungskon olle
(Bin ich ähig, diese Handlungen adäqua auszu üh en?) beein luss wi d (Abb. 1).
Abbildung 1: Zielg ößen ü die Wi kungsanalyse des Kollegs Didak ik:digi al.
Den Einsa z digi ale Medien im na u wissenscha lichen Un e ich leh en
119
Als geeigne e Zielg ößen wu den dahe die olgenden Kons uk e ausgewähl :
• Eins ellung zum Le nen mi digi alen Medien, soziale No me wa ungen, subjek i wah genom-
mene cons ain s (also Hinde ungs ak o en) sowie
• Selbs wi ksamkei se wa ungen zum Medieneinsa z im na u wissenscha lichen Un e ich .
Da S udie ende in de Regel nich die Möglichkei haben, Gele n es di ek in de Schule umzuse zen,
können wede das a sächliche Handeln noch spezi ische In en ionen e ass we den (z.B. Anzahl
geplan e Medieneinsä ze). Fü die E alua ion wi d dahe eine gene elle mo i a ionale O ien ie ung
zum Einsa z on digi alen Medien im Un e ich e ass . Im Sinne des Modells p o essionelle Hand-
lungskompe enz nach Baume & Kun e (2006) we den hie also ehe in en ionale, we bezogene
Kompe enz ace en be ach e . De Ein luss diese G ößen au das Handeln on e ah enen Leh k ä -
en wu de zudem in ielen Fo schungsa bei en bes ä ig (z.B. E me & O enb eich-Le wich, 2010).
Anzume ken is , dass keine P ü ung de TPB als Theo ie anges eb wu de, weshalb o z gegebene
‚Abweichungen‘ on heo e ischen Idealkons uk en dennoch eine adäqua e Wi kungsanalyse mög-
lich is . Zusä zlich wu den einige demog a ische Angaben e ass (z.B. Leh e ah ungen, p i a es
Mediennu zungs e hal en).
4 Fo schungs agen
Im Rahmen de Wi kungsanalyse des Kollegs Didak ik:digi al we den die olgenden Fo schungs agen
un e such :
1. Wie e ände n sich Eins ellungen, Mo i a ion, No me wa ungen, subjek i e cons ain s und
Selbs wi ksamkei se wa ung de eilnehmenden S udie enden im Ve lau de en wickel en Leh -
P ojek e?
2. Wie s a k decken sich e hobene Ve ände ungen in den Zielg ößen mi den Zielse zungen de
Dozie enden ü ih e eigene Ve ans al ung?
Die An wo en au die e s e F age e möglichen eine Beu eilung de Ini ia i e als Ganzes, gemessen
an gemeinsamen, ex e nen K i e ien. Die zwei e F age hingegen ziel da au ab, den E olg de P ojek-
e an de Passung on e ziel en Ve ände ungen zu den Zielse zungen de Dozie enden zu messen.
5 Me hode
Zu Bea bei ung de Fo schungs agen wu den die eilnehmenden S udie enden in einem p e-pos -
su ey-Design jeweils zu Beginn und am Ende de Leh p ojek e mi Hil e eines s anda disie en F age-
bogens be ag . Zusä zlich wu de on den Dozie enden nach de Ve ans al ung ein F agebogen bea -
bei e , mi dem ih e Ve ände ungse wa ungen bzgl. de Zielg ößen ü ih e S udie endeng uppe
e ass wu den. Zu P ü ung de Skalen wu den zudem S udie ende in Ve gleichs e ans al ungen an
den P ojek s ando en que schni lich e ass .
Ch is oph Vogelsang, Daniel Laumann, Ch is oph Thyssen & Alexande Finge
126
Da hie zu e schiedens e Ak eu e inne halb de Hochschulen und übe S ando e hinweg koo dinie
we den müssen, is die Wei e en wicklung, Du ch üh ung und die k i ische Re lexion de a ige Vo -
haben ein genuines Au gaben eld de Hochschuldidak ik. Zugleich können hochschuldidak ische
Fo bildungen in de a ige Leh ini ia i en in eg ie we den.
Die Fo se zung des Kolleg Didak ik:digi al e möglich eine wei e e Da ene hebung ü neue Leh p o-
jek e an wei e en S ando en und dadu ch e en uell eine Gene alisie ung beobach e e E ek e.
Hinweis: Dieses P ojek wu de ge ö de du ch die Joachim He z S i ung, Hambu g.
Li e a u
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129
Hochschuldidak ik, Cu iculum-
en wicklung, S udiengangdesign
Fo m Follows Func ion
And eas F i sch & Susanne Lippold
Un e de a chi ek onischen Me aphe o m ollows unc ion sollen He aus o de ungen de Cu iculu-
men wicklung beleuch e we den. Ausgangspunk sind die Bemühungen de Au o *innen um einen
in eg a i en Ansa z ü die En wicklung on Cu icula, de Pa izipa ion und die Aus ich ung au S u-
dienziele gewäh leis e . Anhand on Fallbeispielen we den zunächs I wege und Hemmnisse de
Cu iculumsen wicklung beleuch e . Anschließend we den en lang eine Simula ion de P ozess-
sch i e om in endie en bis zum ealisie en Cu iculum die Me kmale eine gelungenen Cu iculu-
men wicklung en wickel . Dabei we den u. a. die Quali ä de Koope a ion bei de En wicklung lokale
Lösungen und die sys ema ische Einbindung hochschuldidak ische Expe ise di e enzie he o ge-
hoben.
In his a icle he challenges o he de elopmen p ocesses o he cu iculum o uni e si y deg ee
p og ammes will be add essed. Employing he me apho “ o m ollows unc ion” he au ho s a gue
o an in eg a ed app oach, s a ing om he in ended cu iculum o he ealized uni e si y deg ee
p og amme. The emphasis is placed on he quali y o collabo a ion, aylo -made solu ions and he
pa icipa ion o uni e si y didac ic expe s.
1 Einlei ung
Die Uni e si ä en Bochum und G ei swald gehö en mi zu den e s en Hochschulen in Deu schland,
die sich im Rahmen des on de Bund-Lände -Kommission ü Bildungsplanung und Fo schungs ö -
de ung (BLK) au geleg en Modell e suchsp og amms „Modula isie ung“ (Bohn e al., 2002) au den
Weg begeben haben, S udiengangs e o men in ein Gesam konzep einzube en und als ins i u ionel-
le Gesam au gabe au zu assen. Fallbeispiele aus beiden Hochschulen illus ie en die heu igen He aus-
o de ungen:
Fallbeispiel 1: Ein Fachbe eich e an wo e einen be ei s einmal eakk edi ie en S udiengang. In de
egelmäßigen, alle d ei Jah e du chge üh en S udiengangse alua ion wu den die ielen P ü ungs-
leis ungen on den S udie enden als P oblem benann . De Fachbe eich übe a bei e e da au hin das
Cu iculum. Dabei wu den u. a. Module zusammengeleg , um die Anzahl de P ü ungsleis ungen zu
eduzie en.
And eas F i sch & Susanne Lippold
130
Die eine Anzahl de P ü ungen wa dami eduzie , abe die einzelnen P ü ungsleis ungen wa en in
Inhal und Um ang ansp uchs olle gewo den. Das P oblem de hohen P ü ungsbelas ung bes and
dami in ande e Fo m wei e . Nach eine Feedbackschlei e übe das Quali ä smanagemen , das auch
in hochschuldidak ischen F agen be ä , wu de das Cu iculum nun im Sinne des cons uc i e align-
men (Biggs & Tang, 2007) übe a bei e .
Fallbeispiel 2: In Vo be ei ung de Reakk edi ie ung übe a bei e e ein Fachbe eich das Cu iculum
eines S udiengangs inhal lich und o ganisa o isch s immig. Dabei wu den Module mi hohem Leis-
ungspunk eum ang ge eil . Das E gebnis wa en iele kleine Module, mi eilweise wenige als 5
Leis ungspunk en. En gegen de Be a ung du ch die Leh kommission de Hochschule ging de Fach-
be eich dami ins Akk edi ie ungs e ah en. Die Gu ach e wü dig en das s immige Cu iculum, sp a-
chen abe mi Bezug au die lände gemeinsamen S uk u o gaben de Kul usminis e kon e enz
(KMK) (2010) aus o malen G ünden eine Au lage zu Modulg öße aus. Zu E üllung de Au lagen
plan e de Fachbe eich zunächs die Zusammenlegung on Modulen, ungeach e de Kohä enz de
Le nziele. Übe e schiedene Feedbackschlei en wu de gemeinsam mi allen ele an en Ak eu en ein
s immiges und zugleich akk edi ie ungs ähiges Cu iculum e a bei e .
Fallbeispiel 3: Die KMK-S uk u o gabe eine Mindes modulg öße on 5 Leis ungspunk en sowie die
Soll o gabe, dass ein Modul aus mindes ens zwei Ve ans al ungen bes eh , e anlass e einen Fachbe-
eich, ein P osemina , welches ü sich allein genommen 3 Leis ungspunk e um assen wü de, mi
eine ande en Ve ans al ung in einem Modul zu koppeln. Ex e ne Gu ach e monie en spä e die
inhal lich nich beg ünde e Modulkopplung. Das P osemina habe ein einziga iges Quali ika ionsziel
(sich ein Themen eld selbs s ändig e a bei en, dieses in einem Vo ag o s ellen und k i ische F agen
dazu bean wo en) und solle wiede als eigens ändiges Modul mi 3 Leis ungspunk en und nu aus
eine Ve ans al ung bes ehend ealisie we den. Fachbe eich und Hochschule olg en dem Gu -
ach e o um.
S udiengangsen wicklung is ein Schwe punk hema de Hochschuldidak ik (B inke & T emp, 2012).
Die Fallbeispiele illus ie en jedoch gu , dass selbs an Hochschulen, die sich ühzei ig und lächen-
deckend mi S udien e o m agen be ass haben, das hochschuldidak ische Wissen und das Wissen
übe o male An o de ungen an Cu icula dispa a sind. Das sys ema ische Zusammenwi ken e -
schiedene Ak eu sg uppen (Fung, 2017; Lippold, 2005, S. 9), eine ausgewogene hochschulin e ne
A bei s eilung (F i sch e al., 2013, Woschnack e al., 2016, S. 79-84), eine quali izie e Ve mi le olle
(Nie hamme e al., 2017) und die Gewäh leis ung bes imm e Abläu e (B ahm & Jene , 2013; Wal-
kenho s , 2017) we den als geeigne e Maßnahmen angesehen. Unse e E ah ung nach bleib die
He aus o de ung bes ehen, in P ozessen de Cu iculumen wicklung aus de Pe spek i e de Hoch-
schuldidak ik nich nu eak i , sonde n p oak i ges al end ä ig zu we den.
Wenn im Folgenden on Cu iculum die Rede is , mein dies das Leh - und Le np og amm eines S u-
diengangs, das au eine Theo ie des Leh ens und Le nens au bau und sich an Le nzielen und Le n-
p ozessen o ien ie . Cu iculumen wicklung is demzu olge de P ozess de Gene ie ung ode Re o m
eines Cu iculums. Un e S udiengangdesign wi d hingegen die schema ische S uk u eines S udien-
gangs, es geleg im jeweiligen Hochschulkon ex e s anden. Rele an e Aspek e sind beispielsweise
Ein-Fach-/Zwei-Fach-S udiengang, majo -mino -Sys em, P axis-/Auslandsphase, P lich -/ Wahl-
p lich module u.a. Mi dem Beg i S udiengangen wicklung we den die P ozessabläu e be on . Diese
Hochschuldidak ik, Cu iculumen wicklung, S udiengangdesign
131
um assen neben de Cu iculumen wicklung i. e. S. auch G emienbe a ung, Akk edi ie ung, die Au -
nahme des S udienbe iebs und di e se Rückkopplungen.
2 Viel al de In o ma ion
Bei de En wicklung ode Re o m on Cu icula wi d eine en scheidende Weiche ü die S udienquali-
ä , die S udie ba kei und dami ü den E olg eines S udiengangs ges ell . Fü den P ozess de Cu i-
culumen wicklung is eine Vielzahl on achlichen, s uk u ellen und ech lichen Rahmenbedingun-
gen sowie pädagogischen E wägungen ele an . Diese können subsummie we den un e den Übe -
sch i en ‚Kompe enzo ien ie ung‘ und ‚S uk u o gaben‘ (Abb. 1).
Abbildung 10: Viel al de In o ma ionsquellen und Soll o gaben au den P ozess de Cu iculumsen wicklung (schema ische,
e ein ach e Da s ellung).
Fü Kompe enzo ien ie ung is o allem eine g undlegende We hal ung de Leh pe son kennzeich-
nend: die O ien ie ung an den Bedü nissen und Möglichkei en de Le nenden. Diese ha ih en U -
sp ung . a. in hochschuldidak ischen E kenn nissen und Konzep en. The shi o m eaching o lea n-
ing, deep lea ning, s uden engagemen und cons uc i e alignmen sind hie . a. anzu üh en (un e -
hal sam wie leh eich e anschaulich in dem on de Uni e si y o Aa hus 2006 p oduzie en Leh ilm
"Teaching Teaching & Unde s anding Unde s anding“). Die O ien ie ung an den Le ne gebnissen als
G undlage de Hochschulleh e, wie sie mi den allgemeinen Bildungszielen eines Hochschuls udiums
in Eu opa (Dublin Desc ip o s, 2003; 2005) e bindlich wu de, ha unse es E ach ens die P ozesse und
E gebnisse de Cu iculumen wicklung en scheidend beein luss .
And eas F i sch & Susanne Lippold
132
Die on uns so genann en S uk u o gaben esul ie en o nehmlich aus den Aus üh ungen s aa li-
che Ins i u ionen, o nehmlich kodi izie in den Landeshochschulgese zen, den S uk u o gaben
de Kul usminis e kon e enz (2003; 2010) und den Regeln des Akk edi ie ungs a s ü die Akk edi ie-
ung on S udiengängen (2013) zu echnischen Umse zung de Bologna-Re o m.
Vo allem de DAAD und die Hochschul ek o enkon e enz haben die mi de Bologna-Re o m e bun-
dene Cu iculumen wicklung be ö de . So inden S udiengangsen wickle *innen in den Ma e ialien
des P ojek s nexus (Cu sie en & Sch öde , 2012; Schape , 2012; G oblingho , 2015; Sch öde , 2015)
geeigne e Fo mulie ungshil en ü Modulhandbüche , abe auch zu F agen de Kompe enzo ien ie-
ung bes imm e Leh e ans al ungsa en und P ü ungs o men. Daneben s anden ühzei ig auch
o ganisa ionale Aspek e, die Einbe ung in ein Gesam konzep und die ins i u ionelle Ve an wo ung
im Fokus de Be ach ungen (Ze akis, 2008).
Eine Sonde s ellung nehmen ein Fakul ä en ag ode Fachbe eichskon e enzen ein, die achspezi ische
S anda ds ü die Quali ika ionsziele se zen. Anlass und Ziel wa en, den Hochschulen und Leh enden
Hil es ellungen ü die Umse zung de Bologna-Re o m zu geben und bewäh e achliche S anda ds
zu siche n. Beispielha sei hie au die Hand eichung de Kon e enz de Fachbe eiche Physik (2010)
e wiesen. Au Eu opäische Ebene beispielha he o gehoben we den sollen das TUNING P ojek
(Tuning Educa ional S uc u es in Eu ope) und die Nach olgep ojek e de Eu opean Associa ion o
Ins i u ions in Highe Educa ion (EURASHE) wie Measu ing and Compa ing Achie emen s o Lea ning
Ou comes in Highe Educa ion in Eu ope.
Bis spä es ens 2008 wa en nach Einschä zung de Au o *innen die wesen lichen konzep ionellen
Bei äge und P axisbe ich e zu F agen de Cu iculumen wicklung im Zusammenhang mi de Bolog-
na-Re o m geleis e . Mi Jene (2014) kons a ie en wi , dass die Ges al ung on S udienp og ammen
an Hochschulen die nö ige Au me ksamkei e äh und dass eine Vielzahl on Ma e ialien ü die
Ges al ung on Bachelo - und Mas e s udiengängen e ügba is . P ak isch alle Hochschulen in
Deu schland, Ös e eich und de Schweiz haben en sp echende Hand eichungen ü ih Leh pe sonal.
Ausgehend on diesem Be und e ö ne sich alle dings die F age nach de Rele anz de iel äl igen
In o ma ionen ü die konk e e S udiengangsges al ung. Nach Einschä zung de Au o *innen kann im
nich s anda disie en und komplexen Sys em de Cu iculumen wicklung nu beding au bes ehen-
de Lösungen und S anda ds zu ückgeg i en we den, auch au g und des hochschulpoli isch e -
wünsch en T ends zu p o ilie en S udienangebo en. Mus e o mulie ungen können bes en alls
An egungen lie e n. Unse e Meinung nach e ö ne dies neue Chancen ü die hochschuldidak ische
Expe ise o O .
3 Cu iculumen wicklung und Ve wal ungshandeln
Ein zwei es Handlungs eld be i die ins i u ionelle Gesam e an wo ung ü die Cu iculum- und
die S udiengangen wicklung. Im Leu en-Kommuniqué (2009) wi d eine Zwischenbilanz zu Bologna-
Re o m gezogen: „Cu icula e o men sind als kon inuie liche P ozesse zu e s ehen, die quali a i
hochs ehende, lexible und e meh au indi iduelle Bedü nisse zugeschni ene Bildungswege
he o b ingen“ (ebd., S. 4). Die anhal ende Bedeu samkei diese Aspek e un e s eichen jüngs he -
ausgegebene Emp ehlungen und Hand eichungen. Dem Wissenscha s a (2017) zu olge is die Cu i-
Hochschuldidak ik, Cu iculumen wicklung, S udiengangdesign
133
culumen wicklung als gemeinsame und wissenscha liche Daue au gabe anzusehen und zu p legen.
Walkenho s (2017, S. 2) kons a ie : „An Ideen mangel es in de Regel nich , abe häu ig an eine
sys ema ischen Vo gehensweise, um hie aus ein we bewe bs ähiges Angebo zu en wickeln.“
Au de ande en Sei e müssen alle sys emakk edi ie en Hochschulen P ozessbesch eibungen bzw.
Quali ä shandbüche ü die S udiengangen wicklung o hal en. Die Einbeziehung on S a usg up-
pen e e e *innen und ex e nen Expe *innen muss dokumen ie we den, bes imm e Abläu e und
En scheidungs indungen im Rahmen de akademischen Selbs e wal ung müssen ge egel sein. Die
Realisie ung des Cu iculums muss kon ollie und E gebnisse ückgekoppel we den. Sowei , so gu ?
Die Cu iculumen wicklung geschieh p imä o dem Hin e g und in e ne Gep logenhei en, ach-
wissenscha liche S anda ds und achkul u elle Besonde hei en am Fachbe eich (Jene , 2014). An
diese S elle kommen güns igen alls die oben genann en iel äl igen In o ma ionsangebo e und
Ma e ialien zu Gel ung. Wi s immen B ahm und Jene (2013) zu, dass die Fo mulie ung de lea ning
ou comes häu ig eine adminis a i e Übung da s ell , de meis keine Diskussion übe die Le nziele
o ausgeh . Hochschuldidak ische und wei e e Ak eu e we den häu ig e s beim Vo liegen eines
Cu iculumen wu s einbezogen.
Die einlei end on den Au o *innen o ges ell en Fallbeispiele zeigen, dass die S udiengangen wick-
le *innen in den Fachbe eichen ein ehe dispa a es Wissen übe Hochschuldidak ik und hochschul-
ech liche Vo gaben haben. Es sind o allem die mi un e e kü z wah genommenen o malen
An o de ungen ü die Akk edi ie ung on S udienp og ammen wie Modulg ößen, Anzahl de P ü-
ungsleis ungen, Um ang on Bachelo -/Mas e a bei en e c., die S udiengang e o men ini iie en.
So e n sich Hochschulen au spezi ische Vo gaben zum S udiengangdesign bzw. zu S udiengang-
s uk u e s ändig haben, e olg die Cu iculumen wicklung en lang diese Lei linien.
Die hochschul ech lichen, kapazi ä s ech lichen und sons igen P ü ungen du ch die Hochschul e -
wal ung e olgen e s anhand des in de S udien- und P ü ungso dnung kodi izie en Cu iculums.
S udien- und P ü ungso dnungen sind mi en scheidend ü eine s uk u ell quali ä s olle Leh - und
S udiengangges al ung (Classen, 2013). Die Hochschul e wal ungen sind hie mi einem Ve o ech
ausges a e . Ve weise au Kapazi ä s e o dnung, Rech ssiche hei ode P ü ungsadminis a ion
lie e n unabweisba e Beg ündungen. F agen des cons uc i e alignmen und die Kohä enz des Cu i-
culums e lie en dabei nach unse e E ah ung an Bedeu ung. Dami wi d die Hochschul e wal ung
ehe als P ü ins anz angesehen und wenige als hil eiche Pa ne *in.
Es is sei ens de Hochschule a ional und sinn oll, die Hochschul e wal ung be ei s ühzei ig bei de
Übe üh ung des in endie en Cu iculums in das in Sa zungen kodi izie e Cu iculum einzubeziehen.
Dami können die P ozesse de S udiengangen wicklung beschleunig und aus Sich de Leh enden
F us a ion sowie Meh a bei nach einem ablehnenden P ü e me k e mieden we den. Au diese
Weise we den alle dings bewäh e, kapazi ä s ech lich unp oblema ische Leh - und Le n o men
adie . Die P ü ungs o men we den in dem Bes eben, mögliche Klagen abzuweh en, wei es ge-
hend s anda disie .
And eas F i sch & Susanne Lippold
134
Das Umse zen on P ozessplänen kann als no wendige Bedingung ü quali ä s olle Cu iculumen -
wicklung gekennzeichne we den (Walkenho s , 2017). Ve wal ungs ä igkei en we den eduzie und
die Quali ä de zu en wickelnden Cu icula e höh . Es muss jedoch auch kons a ie we den, dass
Ve wal ungshandeln und das Bes eben nach Rech ssiche hei die P ozesse de Cu iculumen wick-
lung iel ach dominie en und dass Bewäh es adie wi d. Die T ieb ede is das gemeinsame Be-
s eben on Fachbe eichen und Hochschul e wal ung, die no wendige minis e ielle Genehmigung
bzw. die e olg eiche Akk edi ie ung zu e hal en (Tab. 1).
Inhal liche Ges al ung de S udiengänge
du ch Leh ende VS. Adminis a ion on P ü ungswesen und
S udieno ganisa ion
•
S uk u ie ung de Cu iculumen wick-
lung du ch „ge ühl e“ E o de nisse de
Akk edi ie ung
• Teilweise Nu zung on Fo mulie ungs-
hil en ü Modulhandbüche
• Besch änkungen bei de Cu iculumen -
wicklung au g und unzu eichende In-
o ma ion .a. übe Rech s agen
<
>
• Übe p ü ung u. a. on P ü ungs- und
S udieno dnungen bzgl. S uk u o -
gaben, Kapazi ä s e o dnung und
Rech ssiche hei .a. bei Neuein ich-
ung on S udiengängen sowie im Zu-
sammenhang mi Akk edi ie ungsp o-
zessen
• Hochschuldidak ik kaum ele an
Tabelle 1: Dominanz des Ve wal ungshandelns bei de Cu iculumen wicklung.
Daneben schein es s uk u elle Ba ie en ü die Anwendung on Theo ien de Hochschuldidak ik bei
Leh enden und in Einhei en, die die S udiengangen wicklung in de Hochschul e wal ung un e s ü -
zen, zu geben ode auch ehlende In o ma ionen. Dies gil umgekeh auch ü die Kenn nisse in de
Hochschuldidak ik zu ech lichen F agen und F agen des Kapazi ä s ech s. Es gib iel e sp echende
Ansä ze, um Cu iculumen wicklung und S udiengangen wicklung mi hochschuldidak ische Pe -
spek i e anzu eiche n. Beispielha sei hie das Sa elli -P og amm am KIT (Klink e al., 2016) genann .
Ein wei e e Ansa z wä en hochschuldidak ische Quali izie ungen de Ak eu e in den Hochschul e -
wal ungen.
4 E ablie ung eines in eg a i en Ansa zes
4.1 Me hoden
Mi dem Ziel, einen in eg a i en Ansa z ü die En wicklung on Cu icula zu e ablie en, wu de au de
46. Jah es agung de Deu schen Gesellscha ü Hochschuldidak ik an de TH Köln de Wo kshop
„Hochschuldidak ik, Cu iculumsen wicklung, S udiengangsdesign“ mi 29 Teilnehmenden du chge-
üh . Im Fokus s anden de P ozess de En wicklung bzw. de Übe a bei ung eines S udien-
gang(konzep )s und die S ä kung de Rolle de Hochschuldidak ik bei de Cu iculumen wicklung.
In me hodische Hinsich wu de mi Fallbeispielen und Kleing uppena bei mi Pe spek i wechsel
gea bei e .
Hochschuldidak ik, Cu iculumen wicklung, S udiengangdesign
135
Nach eine Ab age übe die Vo kenn nisse de Teilnehmenden und eine anschließenden Vo s ellung
des on den Au o *innen e e enen in eg a i en und p ozesso ien ie en Ansa zes zu S udiengan-
gen wicklung wu den die Teilnehmenden gebe en, in Kleing uppen übe K i e ien ü eine gelungene
Cu iculumen wicklung zu disku ie en. Auße dem soll en die Teilnehme *innen den in eg a i en,
p ozesso ien ie en Ansa z in de simulie en P axis e p oben.
Wie die Ab age übe die Vo kenn nisse de Teilnehmenden zeig e, konzen ie en sich diese au
hochschuldidak isches Fachwissen wie die Kenn nis de Le nziel axonomien. Au ällig wa de hohe
An eil on Teilnehmenden, die nu ein ge inges bis mi le es Wissen übe die einschlägigen hoch-
schul ech lichen Vo gaben angaben. Es bes anden meh hei lich keine E ah ungen mi Akk edi ie-
ungsan ägen (Abb. 2). Dami missen ‚die Hochschuldidak ike *innen‘ wich ige Aspek e de S udien-
gangen wicklung und be a en u. U. alsch. Die Be eiligung an Vo haben de Cu iculumen wicklung
e schein du chaus hin eichend gegeben. Es is zu e mu en, dass bei eine hema isch einschlägigen
Fo bildungs e ans al ung, die sich an Angehö ige de Hochschul e wal ungen ich e – und die
bspw. den Ti el ‚Rech ssiche hei on P ü ungso dnungen‘ agen wü de, de E ah ungshin e g und
de do igen Teilnehmenden diame al ausgep äg sein wü de.
Abbildung 11: E ah ungshin e g und de Teilnehme *innen (N=29) am Wo kshop „Hochschuldidak ik, Cu iculumsen wick-
lung, S udiengangsdesign“ au de 46. Jah es agung de Deu schen Gesellscha ü Hochschuldidak ik an de TH Köln; Angege-
ben is die Anzahl de Nennungen; 1. Wie o wa en Sie schon an de En wicklung eines Cu iculums be eilig ? (0=ge ing/1-
2=mi el/>2=hoch); 2. Kennen Sie eine, meh e e ode das ganze Po olio de Le nziel axonomien? (ei-
ne=ge ing/meh e e=mi el/alle=hoch); 3. Kennen Sie die einschlägigen Pa ag aphen in Ih em Hochschulgese z zu Zulassung,
P ü ungen und Regels udienzei ? (nein=ge ing/ eilweise=mi el/alle=hoch); 4. An wie ielen Akk edi ie ungsan ägen haben
Sie bishe mi gesch ieben? (0=ge ing/1-2=mi el/>2=hoch).
And eas F i sch & Susanne Lippold
142
Sch öde , M. (2015). Kompe enzo ien ie p ü en. Zum Le ne gebnis passende P ü ungsau gaben
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143
De ini ion on äche übe g ei enden
Quali ika ionszielen und de en
Übe p ü ung du ch
S udie endenbe agungen
S e an Schelske & And eas F i sch
Quali ä ssiche ungssys eme ü die Hochschulleh e basie en au Quali ika ionszielen. Alle dings blei-
ben iele wei e üh ende F agen o en. Beispielsweise lieg es nich au de Hand, welche Ziels uk u
ü die jeweilige Hochschule geeigne is , ode wie die Ziele eichung übe p ü we den kann. Im
Bei ag wi d de P ozess on de Zielauswahl bis zu empi ischen P ü ungen du ch S udie endenbe-
agungen e deu lich . Neu is dabei de Fokus au Le ngelegenhei en. Du ch die dami anges eb e
Synch onisie ung on Zielen und Da en soll die Wi ksamkei on Ve ah en zu Quali ä sen wicklung
de Leh e e höh we den. E s e E gebnisse di e enzie en gu zwischen S udiengängen und geben
neue Impulse ü die Ges al ung on Modulen und Cu icula.
Quali y assu ance sys ems o highe educa ion a e based on quali ica ion goals. Howe e , many
u he ques ions emain open. Fo example, i is no ob ious which goal s uc u e is app op ia e o
he espec i e uni e si y o how goal achie emen can be measu ed. The a icle illus a es he p ocess
om goal selec ion o empi ical es ing h ough s uden su eys. New is he ocus on lea ning oppo -
uni ies. Th ough he synch oniza ion o goals and da a, he app oach aims a an imp o emen o he
e ec i eness o eaching quali y de elopmen p ocedu es. Fi s esul s clea ly di e en ia e be ween
s udy p og ams and gi e new impulses o he design o modules and cu icula.
1 Einlei ung
Die O ien ie ung au Quali ika ionsziele bzw. lea ning ou comes is ein zen ales Anliegen de Eu opäi-
schen Bildungspoli ik (Eu opean Union, 2011). Ein Hochschuls udium soll die Ve mi lung on Fach-
wissen und achübe g ei endem Wissen sowie den E we b on achlichen, me hodischen und gene i-
schen Kompe enzen e möglichen (Akk edi ie ungs a , 2013, S. 11). En sp echend sind Quali ika ions-
ziele die G undlage on Quali ä ssiche ungssys emen in de Hochschulleh e (Wissenscha s a , 2015,
S. 39-53). Sie müssen konk e und plausibel ü S udiengänge und Module de inie we den (Akk edi-
ie ungs a , 2013, S. 22).
Alle dings lieg es nich au de Hand, welche Ziels uk u ü eine Hochschule zu wählen is ode wie
das E eichen de Ziele übe p ü we den kann. Im Gegen eil – die E ah ung zeig , dass übe geo dne-
e Quali ika ionsziele häu ig age, mul idimensional ode edundan o mulie sind.
S e an Schelske & And eas F i sch
144
Dies e wunde kaum, denn in einem nich -s anda disie en Gesam sys em mi he e ogene Hoch-
schullandscha , wei auslegba en Regeln und g oßem ö en lichen und medialen In e esse sind
Spa samkei und S ingenz ehe zwei angige K i e ien. Im Vo de g und s eh demgegenübe o
allem das Bedienen on in e nen und ex e nen In e esseng uppen (z. B. Minis e ien) ode das E üllen
on Akk edi ie ungse o de nissen. O bleib dann alle dings unkla , inwiewei Ve ah en de Quali-
ä sen wicklung in de Leh e (z. B. in e ne P og amme alua ion, ex e nes Audi ) alide Ope a ionali-
sie ungen de Quali ika ionsziele beinhal en. Dami die Ve ah en im Sinne eine Fundie ung de
Hochschuls eue ung wi ksam sein können, müssen die Quali ika ionsziele du ch S udie enden- und
Absol en *innenbe agungen sowie du ch hochschuls a is ische und ande e hochschulische Da en
nach ollziehba abgebilde we den – und dies, angesich s knappe Auss a ung de Hochschulen, au
möglichs ökonomische Weise (Wissenscha s a , 2008).
Es e s aun , dass kaum Ve ah en zu Messung de Kompe enzen on S udie enden und Absol-
en *innen zu Ve ügung s ehen, wobei exis ie ende Ansä ze (z. B. BE aKomp: B aun e al., 2008) die
g undlegenden Quali ika ionsziele wissenscha liche/küns le ische Be ähigung, A bei sma k o ien ie-
ung, Be ähigung zum gesellscha lichen Engagemen und Pe sönlichkei sen wicklung (Akk edi ie-
ungs a , 2013) auch nich oll abbilden. Wi agen uns, wa um de Nach age sei ens de Hochschu-
len kein passendes Angebo gegenübe s eh und haben uns dahe selbs au den Weg gemach , um
die äche übe g ei enden Quali ika ionsziele abzubilden.
Wi olg en dabei den S anda ds gu e P axis, wie den S anda ds ü E alua ion (DeGE al, 2016) und
den Emp ehlungen on Becke & B ookes (2006) sowie im Be eich de Ope a ionalisie ung den Übe -
legungen on Wes e mann (2000, 2002). Gemäß Becke & B ookes (2006) sollen beispielweise Pe -
spek i en on in e nen und ex e nen s akeholde n be ücksich ig , Inpu -, P ozess- und Ou pu -
Va iablen e hoben, sowie quan i a i e als auch quali a i e Messungen e wende we den.
Im Mi elpunk des A ikels s eh das Vo gehen bei Auswahl, De ini ion und Übe p ü ung de äche -
übe g ei enden Quali ika ionsziele am Beispiel de Uni e si ä G ei swald. Wi lie e n dami eine Be-
sch eibung, wie auch mi beg enz en Ressou cen nü zliche Ve ah en de Quali ä ssiche ung en wi-
ckel we den können, was im le z en Kapi el an einem Beispiel e ö e wi d.
Als kleins e Volluni e si ä Deu schlands is das P o il de Uni e si ä G ei swald du ch b ei e Fä-
che s uk u , Poly alenz und In e disziplina i ä gekennzeichne (s. Lei bild de Uni e si ä G ei s-
wald). Das Quali ä ssiche ungssys em is im Gegensa z zu ielen g oßen Uni e si ä en Deu schlands
wei es gehend äche - und achbe eichsübe g ei end angeleg . Im Hinblick au das Thema des Ban-
des „P o ilbildung und We e agen“ is es angesich s on Fäche iel al und In e disziplina i ä ge a-
de ü die Uni e si ä G ei swald wich ig, äche übe g ei ende Quali ika ionsziele zu de inie en und
de en Übe p ü ung siche zus ellen.
De ini ion on äche übe g ei enden Quali ika ionszielen und de en Übe p ü ung du ch S udie endenbe agungen
145
2 Auswahl de Quali ika ionsziele
In einem e s en Sch i we den die Ziele ausgewähl . Dabei sollen sowohl die zen alen Quali ika i-
onsme kmale eines Hochschuls udiums als auch die Besonde hei en de Uni e si ä G ei swald Be-
ücksich igung inden. Gleichzei ig soll die Auswahl möglichs spa sam und ennscha e olgen.
Maßgeblich ü die Auswahl de Ziele sind ü die Uni e si ä G ei swald die Allgemeinen Quali ika i-
onsziele eines Hochschuls udiums (Akk edi ie ungs a , 2013): 1) wissenscha liche ode küns le ische
Be ähigung, 2) A bei sma k o ien ie ung, 3) Be ähigung zum gesellscha lichen Engagemen , 4)
Pe sönlichkei sen wicklung. Diese Ziele we den di ek übe nommen.
Wei e e Ziele, die im Hinblick au die Quali ika ion de S udie enden eben alls ele an sind, we den
aus ins i u ionellen Schwe punk en gemäß Lei bild de Uni e si ä G ei swald (z. B. b ei e Fä-
che s uk u , S udie ba kei und S udiene olg) abgelei e . Diejenigen de Schwe punk e, die noch
nich du ch bes ehende Quali ika ionsziele abgebilde we den, we den zu zwei wei e en quali ika i-
onsbezogenen Zielen zusammenge ass : 5) Angebo a ak i e S udiengänge und 6) S udiene olg.
Mi Bezug au das Anliegen des o liegenden A ikels we den 5) und 6) hie nich wei e e olg .
3 De ini ion und Ablei ung de Schlüssel a iablen
In einem nächs en Sch i we den die Ziele aus o mulie , um eine wei e üh ende In e p e a ion und
Aus ich ung de Ziele im Ve s ändnis de Uni e si ä G ei swald zu e hal en (De ini ion). Anschließend
we den aus den De ini ionen die zugehö igen Schlüssel a iablen abgelei e , denen dann empi isch
messba e Indika o en zugeo dne we den (Ope a ionalisie ung).
1) Wissenscha liche ode küns le ische Be ähigung. „Die S udie enden e langen im S udium die
Kenn nisse und Fähigkei en, die zu (…) Anwendung und Wei e gabe on Wissen und wissen-
scha lichen ode küns le ischen Me hoden be ähigen (…). [Fü ] die Uni e si ä G ei swald [is ]
kennzeichnend, dass die S udie enden die Fähigkei zu wissensbasie em Handeln e langen sol-
len sowie Kenn nisse und Fähigkei en zu P oblemlösung auch in neuen (…) Si ua ionen anwen-
den (...)“ (Schelske & F i sch, 2016, S. 4 ). Da aus wi d als Schlüssel a iable abgelei e : Quali ä s-
g ad de wissenscha lich/küns le ischen Ausbildung.
2) A bei sma k o ien ie ung. „Die S udie enden sollen du ch ih S udium die Fähigkei e langen,
eine E we bs ä igkei au zunehmen, die dem e eich en o malen Quali ika ionsg ad angemessen
is . (…) Allgemein soll das S udium du ch hin eichenden Fo schungs- und P axisbezug au be u -
liche Tä igkei s elde o be ei en“ (Schelske & F i sch, 2016, S. 5). Da aus wi d als Schlüssel a iab-
le abgelei e : G ad de Be ähigung zu Au nahme eine quali izie en Beschä igung.
3) Be ähigung zum gesellscha lichen Engagemen . „Die S udie enden sollen du ch ih S udium zum
gesellscha lichen Engagemen (…) [und] e an wo lichem Handeln (…) be ähig we den. Fü
die Uni e si ä G ei swald is das en scheidende Quali ika ionsziel in diesem Zusammenhang die
Be ähigung de S udie enden zu Übe nahme on Ve an wo ung“ (Schelske & F i sch, 2016, S. 5).
Da aus wi d als Schlüssel a iable abgelei e : G ad de Be ähigung zu Übe nahme on Ve an wo -
ung.
S e an Schelske & And eas F i sch
146
4) Pe sönlichkei sen wicklung. „Die S udie enden sollen du ch ih S udium in ih e Pe sönlichkei s-
en wicklung o ansch ei en. Fü die Uni e si ä G ei swald bes eh deshalb das zen ale Ziel zu
Pe sönlichkei sen wicklung de S udie enden da in, dass (…) die in insische Mo i a ion zu (…)
eigen e an wo liche Wei e bildung (…) ge ö de we den soll (...)“ (Schelske & F i sch, 2016, S.
6). Da aus wi d als Schlüssel a iable abgelei e : G ad de Fö de lichkei im Hinblick au die Mo i a-
ion zu Wei e bildung.
4 Ope a ionalisie ung: Selbs einschä zungen on Kompe enzen
s. Le ngelegenhei en
Jede Schlüssel a iablen we den nun Ope a ionalisie ungen und Messins umen e zugeo dne . He -
kömmliche Ansä ze olgen dabei häu ig de Logik, dass Kompe enzen, die du ch das S udium e mi -
el we den sollen, on den S udie enden selbs eingeschä z we den (z. B. B aun e al., 2008). Aus
den Selbs einschä zungen (SE) wi d dann wiede um au die Quali ä de Ve mi lung on Kompe en-
zen geschlossen. Alle dings haben S udie ende Schwie igkei en, ih e Kompe enzen ko ek einzu-
schä zen (Hiemisch, 2012; K uge & Dunning, 1999).
Wi wollen an diese S elle die Diskussion zu E assung on Kompe enzen nich o üh en. Es soll
lediglich de ane kann e G undsa z de Be agungsme hodik ange üh we den, dass e hal ensnahe
und beobach ba e Aspek e du ch Be agungsme hoden zu e lässige zu e assen sind als immanen e
Kons uk e und wünschenswe e Eigenscha en (z. B. Schwa z, 1999).
Wi nu zen deshalb neben SE einen neua igen Ansa z, bei dem sich das Konzep de Le ngelegenhei-
en (LG) als nü zlich e wiesen ha . De Beg i s amm aus de Leh -Le n o schung und bezeichne
eine du ch den Leh enden sys ema isch gescha ene Au gabe ode Umgebung, anhand de e ü
den/die Le nende*n de E we b bes imm e Kompe enzen möglich is (z. B. Kunina-Habenich e al.,
2013). LG sind als Gegens and ü E alua ionen im Hochschulkon ex sinn oll, da S udie ende zwa
mögliche weise nich ih e Kompe enzen, da ü abe Cha ak e is ika ih es S udiums zu e lässig ein-
schä zen können, wie z. B. das Vo handensein eines empi ischen P ak ikums. Zudem können LG auch
du ch in e ne ode ex e ne Begu ach ung beu eil we den.
Im Folgenden we den Ope a ionalisie ungen und Messins umen e ü die Schlüssel a iablen au ge-
üh .
1) Quali ä sg ad de wissenscha lichen/küns le ischen Ausbildung
Die wissenscha liche/küns le ische Be ähigung um ass allgemeine akademische Kompe enzen
(ins umen elle, sys emische, kommunika i e; s. Quali ika ions ahmen S. 2 und S. 4 ) sowie die
spezi ische Fachkompe enz. Die in e ne Beu eilung de LG ia Dokumen enanalyse de S udien-/
P ü ungso dnung (SPO) und ih e ex e ne Begu ach ung dienen de quali a i en Messung des Inpu s
und dessen Umse zung in die P axis (P ozess). S udie enden- und Absol en *innenbe agungen
dienen de quan i a i en Messung on P ozess und Ou pu .
De ini ion on äche übe g ei enden Quali ika ionszielen und de en Übe p ü ung du ch S udie endenbe agungen
147
Beispiele zu den S udie endenbe agungen 1
Fü die E assung de ins umen ellen, sys emischen, kommunika i en und achlichen Kompe enz
übe SE wu de au I ems des BE aKomp zu ückgeg i en (B aun e al., 2008). Zudem wu den wei e e
I ems o mulie und Skalen en wickel , die au die jeweiligen LG abzielen.
Mi sys emische Kompe enz is die Be ähigung zu selbs s ändigen Wissensaneignung gemein .
(Beispieli em aus de Skala ‚Sys emische Kompe enz – SE‘: „Ich kann du ch mein S udium e ek i e
nach In o ma ionen suchen.“ nach BE aKomp, B aun e al., 2008)
Die kommunika i e Kompe enz ziel au die Fähigkei zu Fo mulie ung und Ve eidigung on wissen-
scha lichen Posi ionen ab. (Beispieli em aus de Skala ‚Kommunika i e Kompe enz – LG‘: „In meinem
S udiengang we den die S udie enden dazu ange eg , eigene achbezogene Posi ionen zu o mulie-
en und a gumen a i zu e eidigen.“)
Die ins umen elle Kompe enz ziel au die Anwendung des Gele n en ab. (Beispieli em aus de Skala
‚Ins umen elle Kompe enz – LG‘: „In meinem S udiengang we den die S udie enden dazu ange eg ,
gele n e Theo ien und Konzep e auch au neue Si ua ionen anzuwenden.“)
Schließlich wi d die Fachkompe enz e ass , die sich au die Behe schung de Ke nbe eiche des S u-
diengangs bezieh . (Beispieli em aus de Skala ‚Fachliche Kompe enz – SE‘: „Ich kann komplizie e
Sach e hal e meines S udien achs anschaulich da s ellen.“ nach BE aKomp, B aun e al., 2008)
2) G ad de Be ähigung zu Au nahme eine quali izie en Beschä igung
Die Be ähigung eine quali izie e Tä igkei au zunehmen, wi d übe LG de S udiengänge und A -
bei sma k e gebnisse de Absol en *innen ope a ionalisie . Die LG eines S udiengangs sollen dabei
einen hin eichenden Fo schungs- und Be u sp axisbezug au weisen.
Eigens ändiges wissenscha liches A bei en wi d on ielen A bei gebe *innen gewünsch und is ü
eine wissenscha liche Lau bahn essen iell. Fo schungsp ak ika, empi ische P ak ika und o schungs-
o ien ie e Ve ie ungen bie en LG, die ein hohes Maß an Wissenscha sbezug au weisen.
De be u sp ak ische Bezug is ü die A bei sma k o ien ie ung eben alls on g oße Bedeu ung.
Besonde s P ak ika, Exku sionen ode Abschlussa bei en in Koope a ion mi auße uni e si ä en O ga-
nisa ionen bie en LG, die ein hohes Maß an Be u sp axisbezug au weisen.
Um ang und Quali ä de LG mi Wissenscha s- und P axisbezug bilden sowohl Inpu als auch dessen
p ak ische Umse zung (P ozess) ab. Du ch Dokumen enanalyse de SPO sowie du ch ex e ne Begu -
ach ung we den die objek i en und du ch Be agungen die subjek i en Aspek e gemessen. E gebnis-
se au dem A bei sma k bilden den Ou pu ab.
S e an Schelske & And eas F i sch
148
Beispiele zu den S udie endenbe agungen 2
Um zu e assen, inwiewei S udie ende in ih em S udium das wissenscha liche A bei en e le nen,
wu den die Aspek e des wissenscha lichen A bei ens skizzie (Reche che, Analyse, Un e suchungs-
planung, Da ensammlung und Auswe ung). Im Anschluss da an wi d zum Beispiel das I em „In mei-
nem S udiengang wi d da au We geleg , dass die S udie enden die oben genann en Aspek e des
wissenscha lichen A bei ens e le nen.“ aus de Skala ‚Wissenscha sbezug – LG‘ p äsen ie . Be u s-
o ien ie ung wi d zum Beispiel du ch das I em „In meinem S udiengang e hal e ich einen gu en Ein-
blick in die spä e e Be u sp axis.“ aus de Skala ‚Be u sp axisbezug – LG‘ e ass .
3) G ad de Be ähigung zu Übe nahme on Ve an wo ung
Um die Be ähigung zu Übe nahme on Ve an wo ung abzubilden, we den eine sei s ö de liche LG
be ach e und ande e sei s SE on Absol en *innen he angezogen.
Empi ische P ak ika und P ojek a bei en bie en LG, die Möglichkei en zu Ve an wo ungsübe nahme
au weisen. Um ang und Quali ä de LG, die die Ve an wo ungsübe nahme ö de n, bilden sowohl
den Inpu als auch dessen p ak ische Umse zung ab. Du ch Dokumen enanalyse de SPO we den
dabei objek i en Aspek e gemessen. Übe wah genommene Ve ände ungen on Eigen e an wo -
ung und soziale Ve an wo ung wi d ia Be agungen de subjek i e Aspek des Ou pu e ass .
Dazu we den I ems aus en sp echenden F agebögen (Bie ho , 2000; Bie ho e al., 2005) e wende
und angepass .
Beispiele zu den S udie endenbe agungen 3
Hie zu sei ü Eigen e an wo ung und soziale Ve an wo ung je ein I em au ge üh : Schä zen Sie zu
den olgenden Pe sönlichkei saspek en ein, wie sie sich im Ve lau Ih es S udiums e ände haben: 1)
Ih e Be ei scha , kons uk i e Lösungen bei Teamkon lik en zu inden (Eigen e an wo ung, siehe
I em 3, Bie ho e al., 2005), 2) Ih e Be ei scha in eine G uppe ode Gemeinscha eiwillig Au ga-
ben zu übe nehmen (soziale Ve an wo ung, siehe I em 21, Bie ho , 2000). Au g und e s e Be unde
we den beide Subskalen zu eine Skala ‚Ve ände ung de Ve an wo ungsübe nahme‘ zusammenge-
ass .
4) G ad de Fö de lichkei im Hinblick au die Mo i a ion zu Wei e bildung
Ein wich ige Sch i in Rich ung eigen e an wo liche Wei e bildung is selbs egulie es und selbs -
ges eue es Le nen (zu Di e enzie ung de Beg i e Saks & Leijen, 2014). Selbs egulie es Le nen
wi d beispielsweise du ch P ojek e und empi ische P ak ika ge ö de , in denen die S udie enden
selbs s ändig Reche chen du ch üh en, Ideen und Konzep e e a bei en ode eigens ändig Un e su-
chungen planen, o ganisie en und du ch üh en.
Um ang und Quali ä de LG, die selbs egulie es und selbs ges eue es Le nen an egen ode ö -
de n, bilden sowohl Inpu als auch p ak ische Umse zung ab. Du ch Dokumen enanalyse de SPO
we den dabei die objek i en Aspek e gemessen. Eine Skala ‚Mo i a ion zu selbs bes imm en Wei e -
bildung‘ ziel im Rahmen on S udie enden- und Absol en *innenbe agungen au den subjek i en
Aspek des Ou pu s ab.
De ini ion on äche übe g ei enden Quali ika ionszielen und de en Übe p ü ung du ch S udie endenbe agungen
149
Beispiele zu den S udie endenbe agungen 4
Fü die Mo i a ion zu selbs bes imm en Wei e bildung seien olgende I ems beispielha da ges ell :
„Ich in e essie e mich ü be u liche Wei e bildungen, zu denen ich nich e p lich e bin.“ und „Es is
mi wich ig, übe meine be u lichen Wei e bildungen selbs zu bes immen.“
5 E s e E gebnisse de empi ischen Übe p ü ung du ch S udie-
endenbe agungen
In de Pilo phase wu den Be agungen in kleine en S udiengängen du chge üh . Dabei handel e es
sich um zwei na u wissenscha liche Bachelo s udiengänge (Na1: n = 24, Na2: n = 31) und um einen
philologischen S udiengang zu dem sowohl die Bachelo - als auch die Leh am ss udie enden be ag
wu den (Phil: n = 17). Fü Phil wu den in de Pilo phase auch S udie ende in höhe en Semes e n (> 5.
Semes e ) be ag . Un e den S udie enden wa en insgesam 34 F auen. Die S udie enden wa en im
Mi el 22.15 Jah e (SD = 4.05) al . Im Folgenden we den e s e E gebnisse zu den Quali ika ionszielen
be ich e und disku ie . Alle Skalen sind on 0 (= minimal mögliche Ausp ägung) bis 100 (= maximal
mögliche Ausp ägung) kodie . Zu Ve anschaulichung wu den ü jede Skala die Un e schiede zwi-
schen den S udiengängen ia ANOVA au Signi ikanz (α = 0.05) gep ü .
5.1 E gebnisse zum Ziel ‚Wissenscha liche ode küns le ische
Be ähigung‘
Die desk ip i en S a is iken zu den Kompe enz-Skalen und signi ikan e Un e schiede zwischen den
S udiengängen sind in Tabelle 1 abgebilde .
Kompe enz [Ope a ional.] Na1 Na2 Phil Gesam
Sys emisch [LG]** 47.40 (20.84) 49.60 (15.97) 66.71 (22.64) 52.43 (20,30)
Sys emisch [SE] 52.27 (22.04) 56.45 (21.61) 61.02 (28.26) 56.25 (23.39)
Kommunika i [LG]*** 51.04 (23.86) 38.75 (25.08) 69.11 (20.78) 50.18 (26.26)
Kommunika i [SE]* 47.28 (25.27) 43.95 (24.55) 63.24 (20.95) 49.65 (24.91)
Ins umen ell [LG]* 69.27 (20.18) 62.50 (21.16) 55.15 (25.41) 63.02 (22.24)
Fachlich [LG]** 79.17 (16.34) 63.31 (19.88) 67.65 (20.28) 69.62 (19.88)
Fachlich [SE] 66.67 (17.54) 55.24 (24.10) 67.19 (14.02) 61.98 (20.60)
Tabelle 1: Skalen on 0 bis 100 – Mi elwe e (S anda dabweichung).
Anme kung. * p < .05, ** p < .01, *** p < .001; LG = Le ngelegenhei en, SE = Selbs einschä zung.
S e an Schelske & And eas F i sch
150
Fü die Skala ‚Sys emische Kompe enz – LG‘ zeigen sich ehe ge inge We e ü die S udiengänge Na1
und Na2 und ein signi ikan höhe e We ü Phil, was da au hindeu e , dass es im le z e en S udien-
gang meh Le nmöglichkei en da ü gib , ein e izien es Selbs s udium zu e le nen. Fü die SE e -
schwinde diese bedeu same Un e schied.
Nich übe aschend sind die We e ü kommunika i e Kompe enz im sp achlich angebundenen
S udiengang Phil höhe als ü die na u wissenscha lichen S udiengänge, wobei auch hie die Un e -
schiede s ä ke bei den LG als bei den SE zu age e en. Bei de ia LG gemessenen ins umen ellen
Kompe enz schneiden demgegenübe die na u wissenscha lichen Fäche besse ab als Phil. O enba
gib es insbesonde e im S udiengang Na1 gu e Gelegenhei en, das gele n e Wissen auch anzuwen-
den.
Fü die Fachkompe enz zeig sich eine besonde s hohe Einschä zung ü die en sp echenden LG im
S udiengang Na1. Au die subjek i en Fachkompe enzeinschä zungen i dies in e essan e weise
nich zu. Da aus könn e geschlossen we den, dass im S udiengang Na1 besonde s geeigne e LG ü
den E we b de Fachkompe enz o liegen. Bei de Beu eilung de eigenen Fachkompe enz zeig sich
diese Übe legenhei gegenübe den ande en S udiengängen nich .
Obwohl kla e K i e ien ü das E eichen de Quali ika ionsziele noch en wickel we den müssen,
können ü die wissenscha liche/küns le ische Be ähigung be ei s bes imm e S ä ken und Schwä-
chen de S udiengänge ausgemach we den. In de Gesam schau scheinen die Kompe enzziele on
den S udiengängen g öß en eils e eich wo den zu sein. Insbesonde e die LG zum E we b de Fach-
kompe enz sind ü Na1 o enba seh gu ins Cu iculum in eg ie . Alle dings sind auch kla e
Schwachpunk e auszumachen. Kommunika i e Kompe enzen we den in den beiden na u wissen-
scha lichen S udiengängen o enba nu unzu eichend e mi el . Demgegenübe is de S udien-
gang Phil, de insgesam ech übe zeugend abschneide , bei de Anwendung des e le n en Wissens
nich besonde s s a k au ges ell .
5.2 E gebnisse zum Ziel ‚A bei sma k o ien ie ung‘
Das Ziel A bei sma k o ien ie ung wi d übe Skalen zu LG mi Wissenscha sbezug und zu LG mi
Be u sp axisbezug abgebilde (Tabelle 2).
Kompe enz [Ope a ional.]
Na1
Na2
Phil
Gesam
Wissenscha sbezug [LG]
66.67 (19,03)
58.87 (21.21)
58.59 (19.21)
61.44 (20.13)
Be u sp axisbezug [LG]
44.57 (22,84)
31.94 (17.65)
42.17 (31.52)
38.57 (23.71)
Tabelle 2: Skalen on 0 bis 100 – Mi elwe e (S anda dabweichung).
Anme kung. alle p > .05.; LG = Le ngelegenhei en.
De ini ion on äche übe g ei enden Quali ika ionszielen und de en Übe p ü ung du ch S udie endenbe agungen
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Gene ell schein es in allen un e such en S udiengängen Möglichkei en zu geben, die Aspek e des
wissenscha lichen A bei ens zu e le nen. LG mi Be u sp axisbezug inden sich dagegen o enba
sel ene . Insbesonde e de S udiengang Na2 schein hie De izi e zu haben, auch wenn de Un e -
schied zu den ande en S udiengängen nich signi ikan is (p = .12). Allgemein is bei einem Uni e si-
ä ss udium na u gemäß on einem ge inge en Be u sp axisbezug auszugehen als bei einem Fach-
hochschuls udium, weshalb K i e ien ü die Ziele eichung hie nich so s eng gese z we den soll-
en.
5.3 E gebnisse zum Ziel ‚Be ähigung zum gesellscha lichen
Engagemen ‘
Bei de Ve ände ung de Ve an wo ungsübe nahme zeig sich eine posi i e Tendenz bei allen S udi-
engängen (Tabelle 3). Dies wi d e sich lich, wenn man bedenk , dass keine Ve ände ung (ga nich
e höh ) mi 0 kodie is , wäh end seh s a ke posi i e Ve ände ungen (seh s a k e höh ) mi 100
kodie sind. Es schein also gene ell eine mode a e bis s a ke posi i e Ve ände ung im Ve lau des
bishe igen S udiums gegeben zu haben. Besonde s hohe Ve ände ungswe e we den ü Phil ange-
geben, obwohl diese Un e schied nich signi ikan is (p = .16).
Na1
Na2
Phil
Gesam
∆ Ve an wo ung
59.90 (26.06)
58.75 (29.02)
73.53 (21.14)
62.68 (26.68)
Tabelle 3: Skala on 0 bis 100 – Mi elwe e (S anda dabweichung).
Anme kung. p > .05.
5.4 E gebnisse zum Ziel ‚Pe sönlichkei sen wicklung‘
In allen d ei S udiengängen geben die S udie enden an, sich ü Wei e bildungen zu in e essie en
(Tabelle 4). Bei Phil zeig sich eine hohe Wei e bildungsmo i a ion, bei Na1 ehe ein gemäßig es
In e esse. Die Un e schiede sind jedoch nich signi ikan (p = .10).
Na1
Na2
Phil
Gesam
Wei e bildungsmo i a ion
55.20 (31.69)
64.58 (31.16)
76.47 (29.27)
64.26 (31.50)
Tabelle 4: Skala on 0 bis 100 – Mi elwe e (S anda dabweichung).
Anme kung. p > .05.
Mi Bezug au das Anliegen des A ikels we den E gebnisse zu den Zielen A ak i i ä de S udien-
gänge und S udiene olg nich da ges ell , abe un e dem Abschni Impulse ü die Leh e ku z au -
geg i en.