scieee Science in your language
[de] (orig)

Macht allein Schaden klug? Wissen, Erfahrung und Lernen im Umgang mit Risiken. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis zum 27. Treffen des Arbeitskreises Naturgefahren/Naturrisiken.

Author: Bloemertz, Lena,Bohle, Johannes,Bostenaru Dan, Maria,Armas, Iuliana,Hoffmann, André,Reinke, Verena,Saurugg, Herbert,Tillmann, Tanja,Lechleuthner, Alex,Lotter, Andreas,Fekete, Alexander,Grinda, Christiane,Norf, Celia,Fuchs, Sven,Kuhlicke, Christian
Year: 2015
Source: https://cos.bibl.th-koeln.de/files/154/IntegrativeRiskandSecurityResearch_Volume3_2015_MachtalleinSchadenklug.pdf
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Alexande Feke e, Ch is iane G inda, Alex Lechleu hne ,
Ompe Aimé Mudimu, Celia No , Ul Sch emme
Mach allein Schaden klug?
Wissen, E ah ung und Le nen
im Umgang mi Risiken
Bei äge aus Wissenscha und P axis
zum 27. T e en des A bei sk eises
Na u ge ah en/Na u isiken
Edi ed by Alexande Feke e, Ch is iane G inda & Celia No
2
Mach allein Schaden klug?
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
T
his documen is published wi hin he se ies 'In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch'.
All publica ions can be downloaded om h ps://www. h-koeln.de/anlagen-ene gie-und-
maschinensys eme/sch i en eihe-in eg a i e- isk-and-secu i y- esea ch_17446.php,; o you use
h p:// inyu l.com/oaj4 7a
Despi e ho ough e ision he in o ma ion p o ided in his documen is supplied wi hou liabili y.
The documen does no necessa ily p esen he opinion o he edi o s.
EDITION NOTICE
Edi o s o Se ies
Alexande Feke e (P o . D .-Ing.)
Ch is iane G inda (Dipl.-Geog .)
Alex Lechleu hne (P o . D . med. D . e . na .)
Ompe Aimé Mudimu (P o . D .-Ing.)
Celia No (M. Sc.)
Ul Sch emme (P o . D .-Ing.)
TH Köln Uni e si y o Applied Sciences
Ins i u e o Rescue Enginee ing and Ci il P o ec ion
Be zdo e S . 2
50679 Cologne
Ge many
www.i g. h-koeln.de
Edi o ship o Se ies - con ac : [email p o ec ed]
Edi o s o his Volume
Alexande Feke e (P o . D .-Ing.)
Ch is iane G inda (Dipl.-Geog .)
Celia No (M. Sc.)
Con ac
Celia No
Email: celia.no @ h-koeln.de
Phone: + 49 (0) 221 8275 2739
Web: h p:// isknc isis.wo dp ess.com
Recommended Ci a ion
Su name, Fi s Name (Yea o Publica ion): Ti le. In: Feke e, A, G inda, C
& No , C (Eds.) Mach allein Schaden klug? Wissen, E ah ung und Le nen
im Umgang mi Risiken– Bei äge aus Wissenscha und P axis zum 27.
T e en des A bei sk eises Na u ge ah en/Na u isiken. In eg a i e Risk
and Secu i y Resea ch, 3/2015, Page Re e ence.
Cologne, Decembe 2015
3
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Zum Gelei
Nach g öße en übe egionalen und auch kleine en egionalen Schadene eignissen wi d wiede hol
disku ie , welche Mechanismen und Maßnahmen e o de lich sind, um die Gesellscha wide s ands ähige
gegen Na u ge ah en (und auch ande e Ge ah en) zu machen. Jüngs e Beispiele hie ü sind das E dbeben in
Nepal im Ap il/Mai 2015, abe auch aus dem Be eich ande e gesellscha liche Risiken die im Sep embe
einse zende Flüch lingsbewegung in Rich ung Mi eleu opa.
Diese ö en lich, au poli ische und wissenscha liche Ebene ge üh e Auseinande se zung üh s e s zu
einem gewissen Ak ionismus, zu unmi elba en Bekundungen on mone ä e Abgel ung de Schäden, und
zu Bekenn nissen im Sinne eine e o de lichen nachhal ige en Schu zs a egie basie end au dem
Risikoansa z. lm Lau e on Wochen und Mona en nach den E eignissen e ebb diese Diskussion alle dings
egelmäßig, nu e einzel we den g undlegende T ans o ma ionsp ozesse im Umgang mi Na u ge ah en
anges oßen. Vo diesem Hin e g und s ell e das 27. T e en des AKs die F agen nach dem Zusammenhang
zwischen de Rolle on Wissen, E ah ung und Le nen im Umgang mi gegenwä igen abe auch zukün igen
Na u ge ah en in den Mi elpunk .
Rund 40 Teilnehme innen und Teilnehme aus Deu schland, Os e eich, Rumänien, G iechenland und de
Schweiz skizzie en im Rahmen on P äsen a ionen einen in eg a i en Rahmen zum Ve s ändnis on
Le np ozessen o dem Hin e g und des Pos ula es dass gesellscha liches Le nen und dami de
gesellscha liche Umgang mi Na u ge ah en indi iduelle Le nkomponen en o ausse z : Nu wenn
zumindes Teile eine Gesellscha be ei sind, beispielsweise on Nachba n, lokalen Ins i u ionen ode aus
de eigenen E ah ung ih en Umgang mi Na u ge ah en zu ände n, wi d man aus Schaden klug.
Die p äsen ie en Beispiele um ass en den Umgang mi Übe schwemmung, Hi ze, F os - und B andschaden
in de Landwi scha , einem möglichen Ve sagen des S omne zes und E dbeben. Anhand einige Lei agen
ausch en sich die Mi wi kenden des AKs übe ih e Fo schungse gebnisse aus:
 Welche Wissensbes ände we den in de Fo schung zu Na u ge ah en bzw. - isiken als legi im
angesehen und welche nich ?
 Wi d E ah ung mögliche weise übe bewe e ?
 Ve hinde n „hunde p ozen ige Schu z e sp echen“ Le np ozesse?
 Au welche Risiken soll e sich eine Gesellscha sich übe haup o be ei en – und wie iel Flexibili ä
soll e dabei e hal en bleiben?
 Welches Eigenleben en al en einmal publizie e Schwellenwe e?
 Welche Pa adigmen e ablie en sich und was sind die G ünde da ü ?
Gas gebe des 27. AK-T e ens wa das Ins i u ü Re ungsingenieu wesen und Ge ah enabweh de
Fachhochschule Köln. Wi möch en uns ganz he zlich im Namen alle Teilnehme innen und Teilnehme des
T e ens bei Alexande Feke e, Ch is iane G inda und Celia No ü die o ganisa o ische Vo be ei ung und
Du ch üh ung o O bedanken. Insbesonde e eu es uns, dass wi mi o liegendem Band wiede einmal
in e essan e Bei äge aus einem AK-T e en zusammen assen konn en, und diese Au nahme in die Kölne
Sch i en eihe In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch ge unden haben.
S en Fuchs, Wien & Ch is ian Kuhlicke, Leipzig
4
Mach allein Schaden klug?
Danksagung
Das Ins i u ü Re ungsingenieu wesen und Ge ah enabweh de Technischen Hochschule Köln bedank
sich he zlich bei allen Mi wi kenden des 27. AK-T e ens, insbesonde e den Vo agenden, die mi ih en
Bei ägen dieses T e en zu einem in e essan en und ielsei igen Aus ausch gemach haben.
Ein g oße Dank gil auch den Au o en des o liegenden Sammelbandes ü die Mühe und Be ei scha ,
einige Themen des AK-T e ens abe auch Bei äge, die du ch dieses T e en und sein Thema ange eg
wu den, sowohl aus wissenscha liche als auch z.T. aus P axissich ü die Ö en lichkei au zube ei en.
Auch danken wi den ex e nen Re iewe n ü die P ü ung de Bei äge diese Ausgabe hinsich lich ih e
wissenscha lichen Quali ä . Wi danken ihnen ielmals ü die in es ie e Zei und Mühe. Nach
alphabe ische Reihen olge geh unse Dank an: Ma in Bönewi z - Helmhol z-Zen um ü Umwel o schung;
Ma ia Bos ena u Dan - Uni e si ä Buka es ; S en Fuchs - Uni e si ä ü Bodenkul u Wien; Thomas
Lindemann - Johanni e Auslandshil e; Ge i Meenen - Technisches Hil swe k; Sabine Obe mölle - Rhein-
E -K eis; Roman Pepe ho e - AG In e disziplinä e Siche hei s o schung, FU Be lin; Ch is ine P okop -
Wes älische Wilhelms-Uni e si ä Müns e ; Ke s in Rosenow-Williams - Ruh -Uni e si ä Bochum.
Unse besonde e Dank geh an die Sp eche des A bei sk eises Ch is ian Kuhlicke und S en Fuchs, die uns
die O ganisa ion und Du ch üh ung dieses 27. AK an e au haben.
Diese Sammelband e ein mul idisziplinä e Sch eib- und Sich weisen, um einen Dialog und eine Diskussion
anzu egen. Wi bedanken uns ü in e essie e Zusch i en und Kommen a en, die den Au o en hel en, die
Bei äge inhal lich wei e zuen wickeln und neue Ne zwe ke zu knüp en.
Alexande Feke e, Ch is iane G inda & Celia No
Ins i u ü Re ungsingenieu wesen und Ge ah enabweh / Technische Hochschule Köln
5
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Inhal s e zeichnis
Fachbei äge (pee - e iewed)
S uk u ie ungsmöglichkei en des Themas Wissen und Le nen im Ka as ophen isikomanagemen
Lena Bloeme z 6
Räumliche O dnung in T énelle-Ci on: Risiko, Siche hei und Klien elismus
Johannes Bohle 10
Die Einwi kung on Ka as ophen in de Ve gangenhei : Eine digi ale Da s ellung ü die Spu en
des 1977 E dbebens au das Maghe u Boule a d in Buka es und ih e Wechselwi kung mi
Da s ellungen ü die S ad Köln
Ma ia Bos ena u Dan & Iuliana A mas 23
Wissen und E ah ung bei de Abweh on Spä os schäden im deu schen Weinbau
And é Ho mann 28
„The Big Easy“ ode Op e on Na u gewal en? New O leans als Fallbeispiel ü den Umgang
mi dem Vulne abili ä sbeg i im Geog aphieun e ich
Ve ena Reinke 36
Die e nachlässig en Scha ensei en de Ve ne zung
He be Sau ugg 42
S u m lu en, Washo e -P ozesse und Dünendu chb üche au Syl und Am um
Tanja Tillmann 62
Welches Po en ial bie e das Geo ada (GPR) als Me hode zu O ung on Lawinen e schü e en
Tanja Tillmann 79
Diskussionsbei äge
Aus Schaden Klug – Re ungsdiens Mi nahme EKG-De ib illa ions-Einhei in die No au nahme bei
Pa ien en mi eine e mu e en He ze k ankung
Alex Lechleu hne & And eas Lo e 88
Mach Schaden klug? Übe legungen zu Wissen, E ah ung, und Le nen im Umgang mi Risiken
Alexande Feke e, Ch is iane G inda & Celia No 90

6
Mach allein Schaden klug?
S uk u ie ungsmöglichkei en des Themas Wissen und Le nen
im Ka as ophen isikomanagemen
Lena Bloeme z
Email: [email p o ec ed]
Abs ac
Das 27. T e en das AKs beschä ig e sich mi de Rolle on Wissen, E ah ung und Le nen im Umgang mi
gegenwä igen und zukün igen Risiken un e dem Ti el „Mach alleine Schaden klug?“. Diese A ikel
möch e sich de Bean wo ung diese F age annähe n, in dem e einen Vo schlag ü die Bedeu ung de
Beg i e im Ka as ophen isikomanagemen skizzie .
Einlei ung
Eine E wa ung, welche an das Ka as ophen isikomanagemen (KRM) ges ell wi d, is es, zu eine e höh en
Siche hei de Be ölke ung beizu agen. Demen sp echend üh en die imme wiede und imme häu ige
mi g oßen Schäden einhe gehenden Na u e eignisse dazu, sich zu agen, welche Rolle Wissen, E ah ung
und Le nen (WEL) ü den Umgang mi gegenwä igen und zukün igen Risiken ha . Schnell we den dabei
Aussagen ge o en, wie „hä en wi das gewuss …“. Um sich de F age was ü e olg eiches KRM ehl
sys ema isch nähe n zu können, möch e diese Bei ag e s e De ini ionen ü WEL au zeigen und de en
Bei ag ü KRM disku ie en.
Risiko
Um in Hinblick au gegenwä ige und zukün ige Risiken die Bedeu ung on WEL zu be ach en, is zunächs
eine De ini ion on Risiko no wendig. De Beg i Risiko wi d iel äl ig geb auch 1. Dies wi d u.a. deu lich
wenn man e such eine F age au die An wo „haben Risiken zugenommen“ zu geben. Häu ig wi d eine
Zunahme on Risiken gleichse z mi eine Zunahme on konk e en Bed ohungen, wie zum Beispiel
Ex emwe e eignissen. Ande s sieh es aus wenn man die Un e scheidung on Luhmann (1991) benu z .
Nach Luhmann kann man Risiko im Gegensa z zu Ge ah als bewuss e En scheidungen in Bezug au
mögliche in de Zukun ein e ende E eignisse ansehen. Benu z man diese Un e scheidung, nehmen
Risiken zu, wenn En scheidungsmöglichkei en zunehmen. Weichha (2007) iden i izie noch wei e e
Dis ink ionspaa e wie Risiko/Chance und Risiko/Siche hei , welche jeweils eine ande e Sich au Risiko
implizie en.
Im o liegenden Au sa z wi d Risiko wi d als das Zusammen e en eines E eignisses (skizzie du ch
Wah scheinlichkei und Ausmaß) mi eine bes imm en Schadensan älligkei (Ve wundba kei und
Exposi ion) angesehen. Dies en sp ich auch de ak uellen Benu zung des Risikobeg i s du ch den IPCC
(2014) und wi d in de bekann en Fo mel: Risiko = E eignis/Ge ah (Wah scheinlichkei * Ausmaß) *
Exposi ion * Vulne abili ä (R = W*A*E*V) ausged ück . Eine Risikoanalyse au G undlage de oben genann en
Fak o en bilde eine G undlage ü das Ka as ophen isikomanagemen (KRM).
Ak eu e und Phasen des Ka as ophen isikomanagemen s2
Zu Diskussion de Rolle on WEL im KRM wi d hie zu Ve ein achung nu zwischen de Phase de
Vo beugung (Vo be ei ung und P ä en ion) und de Phase de Bewäl igung di ek nach einem E eignis
un e schieden. Vo einem E eignis geh es da um, das Risiko zu e inge n, nach einem E eignis da um, eine
Ka as ophe zu bewäl igen. Vo beugung beinhal e dami eine sinn olle Abschä zung on
Wah scheinlichkei und zu e wa endem Ausmaß, sowie die Ve inge ung on Exposi ion und
Ve wundba kei . Die Zusammen assung diese un e schiedlichen Aspek e in einem „Risikowe “ kann o
allem dabei hel en, un e schiedliche Ge ah en und de en po enzielle Auswi kungen zu e gleichen.
1 Eine Übe sich e schiedene Risikode ini ionen inde sich z.B. in Renn (2008).
2 Spieke mann e al. (2015) haben eine Disas e -Knowledge Ma ix (DKM) en wickel , welche dazu dien Ba ie en de Übe agung on
Da en, In o ma ionen, Wissen und Weishei und die jeweils be o enen Ak eu e in den e schiedenen Phasen des
Ka as ophen isikomanagemen (P ä en ion, Vo be ei ung, Bewäl igung und Regene a ion) zu iden i izie en. Jedoch wi d do
E ah ung als Teil des Wissens angesehen und Le nen als omnip äsen e Vo ausse zung zu Scha ung on Da en, In o ma ionen, Wissen
und Weishei . Dami is de Fokus ein ande e als im hie o liegenden A ikel.
7
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Bewäl igung beinhal e No hil e und Wiede au bau. Da beim Wiede au bau bzw. de Regene a ion die
gleichen Maßs äbe gel en soll en wie bei de Vo beugung, wi d hie nu die No hil e be ach e wi d.
Als Ak eu e im KRM we den di ek Be o ene, ö en liche Sek o (lokal, na ional, in e na ional),
Wissenscha le , Ve siche ung und die Ak eu e de No hil e un e schieden. Manche diese Ak eu e müssen
ü die Gesam gesellscha Rahmenbedingungen se zen, ande e wiede um we den zu Be a ung
he ange u en, wiede ande e müssen En scheidungen e en die ih e Ve wundba kei di ek be e en.
Ak eu e Di ek Be o ene (Be ölke ung und Indus ie), ö en liche Sek o , Wissenscha le ,
Ve siche ungen, Ak eu e de No hil e (inkl. NROs)
Phasen des KRM Vo beugung (Analyse und Ve ände ung on Wah scheinlichkei , Ausmaß, Exposi ion,
Ve wundba kei ), Bewäl igung
Tabelle 1: KRM – Ak eu e und Phasen
Quelle: Eigene Au s ellung
Dami En scheidungen ge o en we den (können), is zumeis eine genaue Kenn nis eine konk e en
Si ua ion (Da en), als auch ein Ve s ändnis de g undsä zlichen Zusammenhänge no wendig. Daneben muss
die no wendige Mo i a ion, e was zu e ände n, exis ie en, dami bes ehende E kenn nisse umgese z
we den. Vo allem in de Phase de Vo beugung spiel die Mo i a ion eine wich ige Rolle, da hie die
Unsiche hei übe die Zukun eine en scheidende G öße is , wäh end es bei de No hil e um die Reak ion au
eine konk e o liegende Si ua ion geh .
Wissen, E ah ung und Le nen
Es gib e schiedene Ansä ze Wissen zu un e eilen. Die bekann es e da on is die Un e scheidung in
explizi es und „s illschweigendes“ ode implizi es3 Wissen ( ü eine Ein üh ung und Diskussion des
Zusammenhangs on implizi em, explizi em und s illschweigendem Wissen siehe z.B. G an 2007, welche
die iel zi ie e A bei on Polanyi (1996) ezipie ). Wissen soll hie e s anden we den als explizi es Wissen,
welches Subjek en bewuss zu Ve ügung s eh und welches in Sp ache da geleg we den kann. Zudem geh
es bei Wissen (im Gegensa z zu Da en) da um, ein Ve s ändnis on Zusammenhängen zu haben. Dami geh
Wissen übe die eine Ansammlung on Da en hinaus. Als sinn oll e schein es dami Wissen zu de inie en als
s uk u ie e E kenn nis, die sich in Theo ien ode Regeln e packen läss .
Bei E ah ung s eh nich die Ze legung de Reali ä in einzelne Bes and eile und ein Ve s ändnis de
Zusammenhänge im Vo de g und, sonde n Gesam eind ücke und das Du chleben on Si ua ion. Was
hie bei in den Vo de g und ge ück wi d, is zum einen die Ta sache, dass manches Wissen implizi is und
kaum in Wo e ge ass und nu du ch E leben e lang we den kann. E ah ungen sind .a. auch wich ig, um in
Ka as ophensi ua ionen schnell (und quasi in ui i ) En scheidungen zu e en (siehe u.a. Klein (1998)), da
häu ig nich genügend Zei ü eine genaue Analyse bleib . Als wich ig wi d hie zudem angesehen, dass
E ah ungen nich nu die a ionale Ebene, sonde n auch die emo ionale Ebene ansp echen. Zu wissen, dass
bei einem E dbeben iele Häuse eins ü zen we den und dies zu Chaos und eine hohen Anzahl on Op e n
üh , is nich das gleiche wie die eigene E ah ung eine de a igen Si ua ion.
Le nen wiede um be on , dass Wissen und E ah ung den jeweiligen Ak eu en zu einem bes imm en
Zei punk zu Ve ügung s ehen muss. Hie mi ück die F age in den Mi elpunk , we Wissen und/ode
E ah ung ha und dieses auch umse zen kann.
„The known is hus app op ia ed by he knowe so ha (depending on he o m o knowledge) i is
unde s ood and applicable, ei he h ough he use o his acqui ed knowledge in conc e e ac ions o as
guidance o decision-making.” (Spieke mann e a. 2015: 97).
Diese Umse zung en häl auch das Übe denken on P ä e enzen. Dabei sind E ah ungen häu ig
unabdingba ü Le nen, wie on Donahue und Tuohy skizzie :
„The e [a e] no ee h in lessons om someone else’s expe ience. We don’ eally lea n om o he s unless
we can eally imagine ou sel es in ha o he pe son’s ci cums ance.” (Donahue and Tuohy (2006:11).
3 Implizi es Wissen is im Allgemeinen nu du ch Übung, eigenes E leben zu e langen (z.B. Fah ad ah en, All agsbewäl igung).
8
Mach allein Schaden klug?
Ziel dieses A ikels is es nich , zu un e suchen, ob und wie Wissen bishe sys ema isch in Bezug zu Risiken
gese z wu de und wie man dies e besse n kann, sonde n anhand de d ei oben skizzie en Beg i e kla e
zu un e scheiden, ob man ge ade on de Rolle on Wissen (Kennen on Zusammenhängen), E ah ung
(in ui i es Handeln in konk e en Si ua ion, sowie die Fähigkei sich No -Si ua ionen o zus ellen) ode Le nen
(Aneignung on Wissen und E ah ung, sowie Übe denken on P io i ä en) sp ich , welche ü e besse es
KRM ele an sind.
WEL im Risikomanagemen
Was das Ausmaß und die Wah scheinlichkei on Na u e eignissen angeh , basie en Aussagen zumeis au
de Auswe ung on Zei eihen/Da en. Fü iele Na u ge ah en, gib es zwa inzwischen auch Ve suche
p ozessha zukün ige sich e ände nde Wah scheinlichkei en o he zusagen (z.B. S ü me und
Niede schläge im Rahmen des Klimawandels), abe Zei eihen sind wei e hin on g oße Bedeu ung. Bei au
Zei eihen be uhenden Wah scheinlichkei saussagen is a sächlich alleine Schaden, welche klug mach , da
nu neue E eignisse zu Ände ung on S a is iken üh en. Jedoch is es sel en eine alsch eingeschä z e ode
e ände e Wah scheinlichkei eines Na u e eignisses welches zum Ein e en eine Ka as ophe üh . Die
S a is iken sind deshalb .a. ü die Fes legung ü lang is ige Be ach ungen und die Fes legung on
Ve siche ungsp ämien on Bedeu ung.
Die Fes legung on Ge ah en äumen, in denen man die Exposi ion analysie is eng mi de E assung on
po enziellen Na u e eignissen e bunden. In Bezug au Ve inge ung on Exposi ion sind häu ig
In o ma ionen da übe , dass Na u e eignisse ein e en können on g öße e Rele anz als Wissen übe das
genaue Ausmaß und die Möglichkei de Vo he sage eines bes imm en E eignisses. Gene elle In o ma ionen
da übe , welche Na u ge ah en in welchem Gebie au e en können, soll en heu zu age übe all o handen
sein. Jedoch sind die In o ma ionen meis nich allen po enziellen Ak eu en bekann . Hie is die Haup age
wohl ehe , we be ei is ü die Be ei s ellung de nö igen In o ma ionen zu so gen und dami Le nen zu
e möglichen. Ebenso gil ü Ve wundba kei , dass die g undlegenden Zusammenhänge, welche dazu
üh en, dass eine Schadensan älligkei bes eh , zumeis bekann sind. Fehlende Möglichkei ode Einsich
Vo so ge zu be eiben (z.B. Schu zmaue n, Gesundhei s o so ge) und de Zugang zu In o ma ionen
(ak uelle Zus and eines Gebäudes), welche es e lauben eine konk e e Si ua ion besse einzuschä zen, sind
meis en scheidende als ehlendes Wissen.
Bei ielen diese Aspek e komm es da au an, dass exis ie endes Wissen den jeweiligen Ak eu en zu
Ve ügung s eh und die Be ei scha e was zu e ände n o handen is . Diskussionen um das
Risikomanagemen wü den da on p o i ie en, wenn in den ö en lichen Da s ellungen auch be ich e wü de,
wa um im Vo eld keine Ve inge ung on Risiken s a ge unden ha . Meis , lieg das da in, dass nu ein
Abwägen zwischen un e schiedlichen Op ionen s a inde und keine einen En scheidungen zwischen
„Risiko eingehen“ ode „kein Risiko-eingehen“ möglich sind, sonde n man sich ielmeh zwischen
un e schiedlichen Risiken en scheiden muss. G undp obleme beim Umgang mi Ge ah en und de en
Konsequenzen sind die We ung un e schiedliche A en de Auswi kungen (au un e schiedliche
Be ölke ungsg uppen, ode Sek o en (z.B. Umwel , Menschen, Wi scha , …)), sowie das Abwägen zwischen
Risiken eine hohen Wah scheinlichkei und einem ge ingen Schadenpo enzials und Risiken mi eine kleinen
Wah scheinlichkei und einem hohen Schadenpo enzial. Auch die F age des po enziellen Nu zens des
Eingehens eines Risikos is hie on Rele anz. Au welche G undlage en schieden wi d, welches po enzielle
E eignis als p oblema ische als ein ande es angesehen wi d4, häng on ielen Aspek en ab, welche z.B. on
Douglas/Wilda sky (1982) ü Gesellscha en und in de Fo schung zu indi iduellen Wah nehmungen on
Risiken z.B. on Slo ic (2001) un e such wo den sind. Au g und all diese Aspek e kann es keine ein ache
Risiko Gegenübe s ellung geben, welche einem kla dabei hil P io i ä en zu se zen. Risikomanagemen is
deshalb o allem ein Aushandlungsp ozess.
Fazi
Das Ein e en absolu e Siche hei bzw. die gänzliche Abwesenhei on Risiko is un ealis isch und in den
meis en Si ua ionen inde ein Abwägen zwischen e schiedenen Op ionen mi je un e schiedlichen Risiken
4 In kons uk i is ischen Ansä zen wiede um is das Vo handensein eine ealen Ge ah kaum on Bedeu ung, de Fokus lieg alleine
da au wie inne halb Gesellscha en bes imm e Bed ohungen/Risiken disku si gescha en we den (siehe g undlegend dazu Foucaul
(1982)).
9
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
s a . Zudem is häu ig P ozesswissen o handen, abe In o ma ionen (Da en) übe eine bes imm Si ua ion
ehlen. De Ru nach noch meh Wissen, um diese Si ua ion zu e besse n, wi d hie nu beding e olg eich
sein. Wie auch in de Publika ion on Spieke mann e al. da geleg wi d:
„The ( esea ch) gap be ween knowledge o isk, i s in e p e a ion and ac ion allows us o e-con i m ha a
lack o knowledge is no he key challenge. The issue ela ed o inc easing disas e losses lies much mo e
wi h isk in e p e a ion and unde s anding, men ali ies ac oss scales, powe s uc u es, pe sonal
a i udes, alues, wo ld iews and budge cons ain s. […] I appea s ha he ocus on ` he knowledge
gap` can legi ima ely be ques ioned.” (Spieke mann e al. 2015:107)
Die obigen Aus üh ungen s ellen nu einen e s en Ansa z da , die Bedeu ung on Wissen, E ah ung und
Le nen di e enzie e zu be ach en. Bei Aussagen wie „hä en wi das gewuss “, muss man sich kla machen,
dass mi dem „gewuss “, so wohl Zugang zu In o ma ionen/Da en, Wissen übe Zusammenhänge, als auch
E ah ung gemein sein können. Zudem soll e man s e s die F age danach s ellen, welchem Ak eu Wissen
ode E ah ung ehlen, bzw. wo Le np ozesse nich s a ge unden haben.
Absolu e Siche hei is eine Illusion. Vielleich gil es deshalb .a. s e s Vo sich wal en zu lassen und auch au
une wa e e bzw. soga unbekann e E eignisse o be ei e zu sein. Die im Rahmen de Resilienz-Diskussion
angebo enen allgemeinen Fak o en de S ä kung on Resilienz, wie zum Beispiel Di e si izie ung und
Pu e kapazi ä , sind zum Beispiel nich au das Wissen um konk e e Ge ah en und de en po enziellen
Auswi kungen angewiesen. Auch was allgemeine Fak o en de Bewäl igung angeh , lassen sich iele
allgemeine P inzipien inden, welche die Reak ion au jegliche A on E eignis e möglichen.
Li e a u e zeichnis
Douglas, M & Wilda sky, A 1982, Risk and Cul u e: An Essay on he Selec ion o Technical and En i onmen al
Dange s, Uni e si y o Cali o nia P ess, Be keley, CA.
Donahue, AK. & Tuohy R, 2005, ‘Lessons we don’ Lea n: A s udy o he Lessons o Disas e s, why we epea
hem, and how we can lea n hem’, Homeland Secu i y A ai s, ol. 2, no. 2, A ailable om:
www.hsaig.o g
Foucaul , M 1982, S uc u alism and pos -s uc u alism. Telos 55, pp. 95-211.
G an , K 2007, ‘Taci knowledge Re isi ed – We Can S ill Lea n om Polanyi’, The Elec onic Jou nal o
Knowledge Managemen , ol. 5, no. 2, pp.173-180.
Ho igan PG 2007, Epis emology: An In oduc ion o he Philosophy o Knowledge, iUni e se, New Yo k
IPCC 2014, Clima e Change 2014: Impac s, Adap a ion, and Vulne abili y. Pa A: Global and Sec o al Aspec s.
Con ibu ion o Wo king G oup II o he Fi h Assessmen Repo o he In e go e nmen al Panel on Clima e
Change, Camb idge Uni e si y P ess, Camb idge, Uni ed Kingdom and New Yo k, NY, USA,
Klein G 1998, Sou ces o powe : How people make decisions, MIT P ess, Camb idge, MA.
Luhmann, N 1993, Risk: A Sociological Theo y, de G uy e , New Yo k.
Polanyi, M 1966, The aci dimension, Doubleday, Ga den Ci y
Renn, O 2008, ‘Concep s o Risk: An In e disciplina y Re iew – Pa 1: Disciplina y Risk Concep s’, GAIA, ol. 17,
no.1, pp.50–66.
Slo ic, P 2001, ‘T us , emo ion, sex, poli ics, and science: su eying he isk-assessmen ba le ield’, Risk
Analysis, ol. 19, no. 4, pp. 689–701.
Spieke mann, R, Kienbe ge , S. No on, J, B iones, F & Weichselga ne , J 2015 ‘The Disas e -Knowledge Ma ix
– Re aming and e alua ing he knowledge challenges in disas e isk educ ion’, In e na ional Jou nal
o Disas e Risk Reduc ion, ol. 13, pp. 96-108.
Da ies, M. 2001, ‘Knowledge (Explici and Implici ): Philosophical Aspec s’, In e na ional Encyclopedia o he
Social & Beha io al Sciences. Else ie , pp. 8126-8132
Weichha , P 2007, ‚Risiko-Vo schläge zum Umgang mi einem schille nden Beg i ‘, Be . z. d . Landeskunde,
ol. 81, no. 3, pp. 201-214.
16
Mach allein Schaden klug?
T énelle-Ci on: Raumo dnungsins umen e
In den olgenden Aus üh ungen wi d zue s ein Blick au die Raumo dnungsins umen e gewo en und dabei
on de na ionalen bis zu Ebene de Liegenscha o gegangen. Anschließend we den die Disku se in den
wissenscha lichen Publika ionen un e such und mi ak uellen äumlichen P ak iken in Ve bindung gese z .
Die anzösische Gese zgebung ha bislang die lokalen Besonde hei en de Übe seedepa emen s wenig
be ücksich ig . Vo allem in den 1980e und 1990e Jah en wa die Reak ion au die en s andenen
Ma ginal ie el du ch eiwillige und e zwungene Umqua ie ung in soziale Wohnbaup ojek e (HLM,
habi a ion à loye modé é) gep äg . Ähnlich wie in den anzösischen G oßs äd en, ode wie oben
besch ieben in Kings on, en s anden in Fo -de-F ance ganze Vie el, beispielsweise die ‚Ci é Dillon‘, die as
ausschließlich aus diesen Wohnblöcken bes ehen. Um den nega i en Folgen diese P axis in den
Ma ginal ie eln en gegenzuwi ken, o de de Be ich Le chimys Umsiedlungen zu e meiden und den
Ve bleib de Be ölke ung in den bes ehenden S uk u en, wenn möglich, zu a o isie en: „[…] les opé a ions
de es uc u a ion […] doi en p i ilégie le main ien des habi an s chaque ois que la na u e des lieux le
pe me “ [„[…] die Res uk u ie ungsmaßnahmen […] sollen den Ve bleib de Bewohne Innen a o isie en,
wenn das an diesem O möglich is “] (Le chimy 2009; Übe se zung J.B.). De Be ich Le chimys dien als
Vo lage ü das nach ihm benann e na ionale Gese z 725 (o.A. 2011). Das Gese z implemen ie wich ige
Ände ungen in die Raumo dnung: S aa s e e e Innen, au kommunale ode depa emen ale Ebene,
können pe Dek e Gebäude als he un e gekommen, unhygienisch ode unsiche dekla ie en und
Maßnahmen wie Reno ie ung ode Ab iss ano dnen. Ti ellose Bewohne Innen haben Ansp uch au
inanzielle En schädigung, solange sie länge als zehn Jah e in ih em Haus leben, soll e das Gebäude wegen
Umges al ungsmaßnahmen beispielsweise abge issen we den. Um die Umsiedlung muss sich de S aa ode
die Kommune kümme n (o.A. 2011). Zum einen wi d de Kommune meh Handlungsspiel aum in de
Raumo dnung gegeben (mi de Vo gabe, Res uk u ie ungen Umsiedlungen o zuziehen) und zum ande en
is es Ti ellosen möglich im Falle eine Umsiedlung inanzielle En schädigung zu e hal en. Die beiden
ele an en Ins umen e ü die Klassi izie ung on Gebäuden und G unds ücken sind de Plan P é en ion des
Risques und de Plan local d’u banisme.
Den Plan P é en ion des Risques (P é ec u e de la Ma inique 2004) gil es au d ei Ebenen zu lesen: E s ens,
au de Ebene de oben besch iebenen Ka ego ien on Na u ge ah en, zwei ens, au de Ebene aus de
Siedlungss uk u esul ie enden He aus o de ungen und d i ens als Syn hesedokumen . Fü das Gebie on
T énelle-Ci on gil die zwei höchs e Ge ah ens u e ü Übe schwemmungen (en lang des U e s de Ri iè e
Madame). Fü die Ge ah E dbewegungen gil ebenso die zwei höchs e und in Teilen die d i höchs e S u e.
Als gewachsenes Ma ginal ie el am Rand de S ad wi d T énelle-Ci ons Besiedlungss uk u au de
en sp echenden Ka e in de mi le en Ka ego ie einges u . Im Syn hesedokumen (Abb. 4) is das Gebie
en sp echend de gelben und de o angen Zone zugeo dne . Da aus we den olgende Vo gaben ü die
Raumo dnung abgelei e : Kein Bau on ö en lichen Gebäuden, bes ehende p i a e Bebauung soll siche e
gemach we den und geplan e Bau o haben sollen die bes ehenden Ge ah en be ücksich igen.

17
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Abbildung 5: Ausschni aus dem PPR
Quelle: Bohle 2015
18
Mach allein Schaden klug?
Valé ie No embe (No embe 2002) bezeichne Zonie ung als be o zug e äumliche Figu zu Übe se zung
on Risiko. Dem wohn das Ve sp echen on Siche hei inne, denn we in de weißen Zone leb , is siche ;
we in de iole en Zone leb , is in s ändige Ge ah . Vo diesem Hin e g und is es wenig übe aschend,
dass P ak iken wie Umsiedlung e g i en we den. De T ans e de Be ölke ung on eine (unsiche en) Zone
in eine (siche e) Zone is Ausd uck diese essen ialis ischen äumlichen Logik. Soziale Reali ä en we den
hie bei nich be ücksich ig , wie die E ah ungen mi den Umsiedlungsp og ammen in HLM de 1980e und
1990e Jah e zeigen.
E gänz wi d de Plan P é en ion des Risques du ch den Plan local d‘u banisme (ADUAM 2008). Wäh end de
Plan P é en ion des Risques aus den be echne en Ge ah en Bedingungen ü bauliche Maßnahmen eines
Gebie es egel , de inie de Plan local d‘u banisme mi Rückg i au den Plan P é en ion des Risques die
konk e en Bebauungs egeln. Im Plan local d‘u banisme wi d o allem ü die p i a e Nu zung bes imm , was
gebau we den da , wie gebau we den da und welche Nu zung e laub is .
Fü die o liegende Falls udie sind einige A ikel des Plan local d‘u banisme besonde s in e essan , da sie die
Di e enz zwischen ju is ischen Regelungen und de lokalen Reali ä e anschaulichen: A ikel d ei de inie ,
dass aus G ünden des B and- und Zi ilschu z jedes G unds ück ü Fah zeuge e eichba sein muss. Dies is
du ch die gewachsene S uk u und Topog aphie des Vie els nich gegeben, iele Gebäude sind nu übe
T eppen ode Innenhö e zu e eichen. Die bes ehenden S aßen sind eilweise zu schmal ü
Einsa z ah zeuge. A ikel ie egel den Zugang zu kommunalen Leis ungen wie T ink- und Abwasse ,
Elek izi ä , Tele onanschluss und Ab allen so gung. Alle Gebäude sind zwa an das Ve so gungsne z
angeschlossen, alle dings is die Zuo dnung de Lei ungen zu Gebäuden schwie ig, was die Kon olle on
Nu zung und die Ab echnung e schwe . Die Ab allen so gung is nu do möglich, wo die en sp echenden
kommunalen Fah zeuge die S aßen passie en können. Die En so gung on Ab ällen in die Ri iè e Madame
wi d egelmäßig hema isie . An de Ri iè e Madame is lau A ikel sechs ein Ko ido on zehn Me e n
eizulassen. Diese Regelung is nu eilweise umgese z und ein kon lik äch iges Feld: Am Flussu e siedeln
o allem Bewohne Innen, die spä e nach T énelle-Ci on gezogen sind und mi eingesessenen
Bewohne Innen übe die F age nach de Besiedlung de U e zone in Kon lik ge a en (Audebe & Sa ache
2002). A ikel ach besag , dass au dem gleichen G unds ück ein Mindes abs and on ie Me e n zwischen
Gebäuden liegen muss. Dies läu de S uk u des ‚lakou‘ zuwide . Hie i die undamen ale Rolle on
Zi kula ion in de O dnung u bane Räume zu Tage (Legg 2011). Das Ziel des Siche hei sdisposi i es in den
Raumo dnungsins umen en is es, Zugang zum Vie el und die Zi kula ion on Einsa z ah zeugen im Vie el
zu e möglichen.
Au de Ebene de einzelnen Liegenscha en in T énelle-Ci on gib es ein wei e es Ins umen , die
Risikoanalyse die on de S ad in Au ag gegeben wu de (GEOTER & Ville de Fo -de-F ance 2006). Dabei
wu den alle Gebäude in T énelle e ass , de en We geschä z und be echne , welche Kos en ü
Baumaßnahmen zu S ä kung de Wide s ands ähigkei en s ehen wü den. In Abb. 5 is das Da enbla eines
de e ass en Gebäude ep oduzie . Die Risikoanalyse um ass In o ma ionen wie Fo og a ien, Au iss,
G und iss, Wohn läche, geschä z e We und e bau e Ma e ialien des Gebäudes. Auße dem wi d die
Ve wundba kei des Gebäudes klassi izie und in en sp echende Ka ego ien übe se z . Mögliche Kos en ü
Ab iss, Umbau und Schu zmaßnahmen we den be echne und abschließend aus den In o ma ionen
Emp ehlungen abgelei e . Die e hobenen Da en könn en als Be echnungsg undlage ü
Res uk u ie ungsmaßnahmen im Sinne des Plan local d‘u banisme und des Plan P é en ion des Risques
dienen. In ande en u banen Kon ex en ließen sich die Maßnahmen auch als Ausp ägung on Inwe se zung
un e suchen. Im o liegenden Fallbeispiel läss sich eine solche Tendenz nich e kennen. Aus den ge üh en
Gesp ächen mi e schiedenen in ol ie en Ak eu en geh he o , dass die ge ä ig en s aa lichen
In es i ionen nich au ökonomischen Rück luss abzielen, sonde n au die Siche ung des sozialen F iedens.
19
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Abbildung 6: Beispiel ü Risikoanalyse de Liegenscha en
Quelle: GEOTER & Ville de Fo -de-F ance 2006
Zusammen assend is es zus ellen, dass in den le z en Jah en eine Reihe on Dokumen en e s ell wu den,
die au e schiedene A und Weise die äumliche O dnung e assen, klassi izie en, bewe en und egulie en.
Alle diese Dokumen e k eisen um F agen de (Un-)Siche hei , o allem mi Ve weis au Na u ge ah en. Das
bedeu e ü die Be ölke ung on T énelle-Ci on, dass die Gemeinde pe E lass jedes Gebäude mi de
Beg ündung au Na u ge ah en ode Siche hei ab eißen lassen kann. Alle hie o ges ell en Dokumen e
wü den ein en sp echendes Vo gehen s ü zen. Die Mach dazu lieg in den Händen de Mai ie, also des
Bü ge meis e am es, das heiß sei 1945 bei de Pa i P og essis e Ma iniquais.
Wissenscha liche Disku se und lokale P ak iken
Eine Disku sanalyse de wissenscha lichen Dokumen e (Audebe & Sa ache 2002; Le chimy 1992;
Ma oungo & Sa ache 2005; Sa ache 2000) die zum Thema o liegen, e gib ün zen ale Themenkomplexe:
Ve wundba kei , nich - egelkon o mes Ve hal en, ehlende Risikokul u , Iden i ä , Regie ung und S eue ung.
Die Ve wundba kei de Be ölke ung on T énelle-Ci on wi d o allem mi Ve weis au Na u ge ah en und
soziale Cha ak e is ika beg ünde . Eng hie mi e bunden sind die Ve weise au mannig al iges nich -
egelkon o mes Ve hal en, besonde s in Hinblick au bauliche P ak iken. Mi diesen beiden Disku sen
e bunden is jene de ehlenden Risikokul u . Un e dem Schlagwo de ehlenden Risikokul u we den
un e ande em die passi e Hal ung de Be ölke ung, nich o handene Sensibili ä ü Risiken sowie
unangepass e P ak iken und Eins ellungen im Umgang mi Risiken subsummie . Diese Punk e ließen sich
auch mi ehlende Risikowah nehmung besch eiben, abe in e essan e weise wi d quasi ausschließlich au
ehlende Risikokul u eku ie . Diese Ums and ließe sich als Ve such in e p e ie en, den posi i bese z en
Disku sen übe Iden i ä und E be des Vie els au dem gleichen Feld zu begegnen und en sp echend die
F age nach dem Geis des Vie els ande s zu bese zen.
In den Felde n Iden i ä , sowie Regie ung und S eue ung lassen sich Übe schneidungen es s ellen. Hie bei
geh es beispielsweise da um, die Be ölke ung zu kon ollie en, sie zu Räson zu b ingen, beziehungsweise
nich au zusch ecken. Das is e knüp mi Ve weisen au die Umsiedlungsp ak iken in HLM, die
Ve lech ungen zwischen Vie el und Lokalpoli ik, sowie die soziale Kohäsion des Vie els. Ähnlich wie die
20
Mach allein Schaden klug?
Dokumen e de e s en Dokumen g uppe, bewegen sich die wissenscha lichen Dokumen e im
Spannungs eld Siche hei und Iden i ä , wobei o allem die Vulne abili ä des Vie els ad essie wi d.
In de Zusammenschau de beiden Dokumen g uppen lassen sich die Technologien au de äumlichen
Ebene de Be ölke ung, beziehungsweise des Milieus, als Biopoli ik au assen. Die P ozesse um Ve besse ung
de ‚unwü digen Lebens e häl nisse‘, die Risikoanalyse, die Risikokul u , e c. sind E ek e de Ausb ei ung de
Siche hei sdisposi i e mi dem Ziel, Kon olle übe die äumliche O dnung zu e langen (Rabinow 1982).
Au de Ebene konk e e P ak iken gib es eine Reihe on lokalen Ini ia i en, die un e S ichwo en wie ‚Rech
au S ad ‘ ode ‚Écoqua ie ‘ au P ak iken de gewachsenen und heu e noch ele an en Aneignung des
Raumes e weisen und dabei F agen on Iden i ä abe auch on En wicklung, E be und Fo sch i
hema isie en. Au de ande en Sei e wu de dami begonnen, die in den Dokumen en angeleg e
Umges al ung du chzu üh en. In einem e s en Sch i wi d die bauliche S uk u des Vie els dahingehend
geände , dass meh au omobile Zi kula ion on außen und inne halb des Vie els möglich wi d. Im
Spannungs e häl nis de p äsen en Disku se on Risiko, Siche hei Ve wundba kei und Iden i ä en s ehen
e schiedene Räume und äumliche Rep äsen a ionen. T énelle-Ci on als Risiko-Raum, als e wundba e
Raum, als Lebens-Raum, als Solida i ä s-Raum.
G enzen on Ve siche hei lichung
Aus den besch iebenen P ozessen geh he o , dass eine au Ve siche hei lichung okussie e Analyse de
Thema ik nich ge ech wi d. Sinn olle e schein es eine gou e nemen ali ä sanaly ische Pe spek i e
einzunehmen. Denn diese ahnde nich nach on Siche hei sdisku sen ausgelös en g oßen und kleinen
Ausnahmezus änden, sonde n ag nach Subjek i ie ungsweisen, P oblema isie ungen, sowie
Ra ionali ä en und Technologien des Regie ens (Rosol & Schippe 2014). Diese sollen im Sinne eines
zusammen assenden Endes schlaglich a ig beleuch e we den. Die Subjek i i ä de Bewohne Innen on
T énelle-Ci on wi d du ch Wissens o men und Regie ungs echniken, sp ich Techniken de Regie ung des
Selbs und de Regie ung Ande e , bes ändig ausgehandel . Die kon ligie enden Disku se um ehlende
Risikokul u au de einen und iel äl ige soziale P ak iken wie de ‚ echnique du coup de main‘ au de
ande en Sei e e anschaulichen dies. Die P oblema isie ung on Siche hei in T énelle-Ci on is das Resul a
konk e e Disku se und P ak iken, die es als ein zu egie endes P oblem iden i izie en. Spannend am
o liegenden Fallbeispiel is , dass die An wo en au das kons uie e Siche hei sp oblem seh
un e schiedlich aus allen und sich de P ozess wie kollek i es Wissen übe das zu egie ende
Siche hei sp oblem gebilde wi d di ek mi e olgen läss . Dass T énelle-Ci on zum einen ein Risiko aum is
und zum ande en Umsiedlungsp ojek e wie in den 1980e und 1990e Jah en nega i bewe e we den wi d
on allen In e iewpa ne n als Common Sense he ausgea bei e . Welche An wo en sich au das
Siche hei sp oblem du chse zen is noch umkämp . Be ach e man die Dokumen e zu Raumo dnung und
die olgenden In e en ionen e gib sich ein klein eiliges Puzzle, aus dem als ak uell dominie ende
Handlungs a ionali ä die Maxime de Ve besse ung de Lebensums ände geh . Die ‚he un e gekommenen
und unwü digen Wohn e häl nisse‘ sollen du ch s aa liche Maßnahmen e besse we den und so die
Siche hei des Vie els gegenübe Na u ge ah en e höh und gleichzei ig die soziale S uk u e hal en
bleiben. Die Mo i a ion dahin e läss sich nich kla ennen und he ausa bei en. Klien elismus und/ode de
Wunsch die Iden i ä des Vie els als zen ale Bes and eil eine ma inikanischen Iden i ä zu bewah en
scheinen jedoch gewich ige e Fak o en als die e höh e Siche hei o Na u ge ah en da zus ellen.
Ausgangsbasis ü die obige Analyse wa en die Technologien des Regie ens, konk e die Appa a e, ech liche
Regelungen und Ins i u ionen, die bes imm e P ak iken und P oblemsich en nahe legen.
Fazi
Das Leben in T énelle-Ci on is sei de G ündung des Vie els on Unsiche hei gep äg . Unsiche hei au
de einen Sei e du ch Na u ge ah en, au de ande en du ch soziale P obleme wie un e ande em nich
geklä e Besi z e häl nisse, Gene a ionskon lik e, p ekä e Lebens e häl nisse und Gewal . In diesem
Spannungs eld komm de O dnung des Raumes und den s uk u ie enden Technologien und Ra ionali ä en
eine zen ale Rolle zu (Foucaul 2004a; 2004b). Risiko und Disposi i e de Siche hei sind das E gebnis
spezi ische Ra ionali ä en und Technologien, die gesellscha liche Wi klichkei en bedingen, quan i izie ba
und dadu ch egie ba machen (Ma issek 2008). De Tex s ell klassische Elemen e de Raumo dnung in den
Vo de g und um au zuzeigen, dass Raumo dnung „[…] nich nu als Technik de äumlichen Ges al ung […],
21
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
sonde n als zu ie s no ma i e, mach geladene und poli ische Technologie des Regie ens […]“ (Reube 2010,
S. 208) e s anden we den kann.
Am Beispiel T énelle-Ci on wi d deu lich, dass Risiko und (Un-)Siche hei das E gebnis diese Technologien
des Regie ens sind. In T énelle-Ci on sind nich Risiko und Siche hei , sonde n die So ge um die
Ve besse ung de ‚unwü digen Lebens e häl nisse‘ die No m, die das Handeln anlei e . Mi ande en Wo en,
die anzus ebende No m is nich die Siche hei de Be ölke ung, sonde n die Ve besse ung de
Lebens e häl nisse, um den S a us quo beizubehal en. Diese p äg die gou e nemen alen P ak iken. Mi de
gou e nemen ali ä sanaly ischen Pe spek i e lassen sich die Technologien und Ra ionali ä en des Messens,
Klassi izie ens und Quan i izie ens als no wendig ü die Kons uk ion de P oblema isie ung on Risiko
e s ehen. Ohne den wissenscha lichen Disku s und die Übe se zung in Ka en und Pläne wä e ein Sp echen
übe Risiko und Siche hei nich ele an . Die Raumo dnungsins umen e legi imie en dies e s . Ka en,
Pläne, S a is iken und esul ie ende Schä zungen on Wah scheinlichkei en cha ak e isie en die Mechanik
de Siche hei (Foucaul 2004a; Hannah 2000).
Die Raumo dnungsins umen e spiegeln den echnok a ischen Cha ak e de Ra ionali ä en und es igen die
Dicho omie Expe en e sus Lokalbe ölke ung, die in den Disku sen eingesch ieben is . De Geis des
Vie els, beziehungsweise die Kul u des Vie els is das am s ä ks en umkämp e disku si e Feld. Hie s ehen
sich zwei gegensä zliche Posi ionen gegenübe . Mi dem Ve weis au die soziale Kohäsion und die Iden i ä
des Vie els, wi d dem Disku s übe die ehlende Risikokul u en gegengea bei e . Se ge Le chimy e kö pe
die Spannung zwischen diesen Polen. Au de einen Sei e is e als S ad plane Expe e, au de ande en Sei e
beg ünde e seine echnok a ischen Lösungs o schläge mi Ve weis au die gewachsene Iden i ä des
Vie els (Chamoiseau 1995; Le chimy 1992; Le chimy 2009). Um de Komplexi ä des Fallbeispiels ge ech zu
we den, a gumen ie de o liegende Bei ag ü die Be o zugung eine gou e nemen ali ä sanaly ischen
Pe spek i e gegenübe eine Analyse on Ve siche hei lichung.
Zusammen assend is zu kons a ie en, dass Disku se um Risiko und (Un-)Siche hei , Iden i ä , sowie
En wicklung, Fo sch i und E be konku ie en und das Leben im Vie el s uk u ie en. Mi ande en Wo en:
au de äumlichen Ebene de Be ölke ung des Vie els wi d Mach übe Technologien de Biopoli ik
ausgeüb . Dabei spielen die Kons uk ion on Risiko und Siche hei sdisposi i e eine zen ale Rolle. Ähnlich
wie in ande en u banen Räumen de Ka ibik is in dem e läu e en Fallbeispiel de Klien elismus eine
eibende K a hin e gou e nemen alen P ak iken.
Danksagung
Die Feld o schung ü diesen Be ag wu de inanziell un e s ü z du ch das P ojek „Die Ame ikas als
Ve ech ungs aum“ am Cen e o In e Ame ican S udies de Uni e si ä Biele eld. Ein e s e En wu wu de
im Rahmen de Tagung „Poli ische Geog aphien on En wicklung, Risiko und Ve siche hei lichung“ im
Ok obe 2014 an de Uni e si ä Bonn o ges ell , ielen Dank den Teilnehme Innen ü die Anme kungen
und An egungen.
He zlichen Dank an die beiden anonymen Re iewe Innen ü die hil eichen Kommen a e und an die
He ausgebe Innen dieses Sammelbandes ü die Au nahme und Be euung des Bei ags.
Au Ma inique bin ich olgenden Pe sonen zu besonde em Dank e p lich e : Romain C use ü die
E s ellung de Ka e; B uno Ca e ü die in e essan en Gesp äche übe und die Exku sionen in die
e schiedenen Vie el on Fo -de-F ance; Se ge Le chimy und Pascal Sa ache ü die uch ba en Gesp äche
übe Geschich e, Gegenwa und Zukun on T énelle-Ci on.
Li e a u e zeichnis
ADUAM 2008, Plan local d‘u banisme‘ Online, ADUAM Po al [31. Juli 2014].
Audebe , C & Sa ache, P 2002, Les qua ie populai es de la ille de Fo -de-F ance. App oche socio-
his o ique e in ég a ion u baine, La géog aphie. Te e des Hommes, ol. 174, no.1507, pp. 20-31.
Buzan, B, Wae e , O & de Wilde, J 1998, Secu i y. A New F amewo k o Analysis, Lynne Rienne Publishe s,
Boulde .
Césai e, A 1956 [1939], Cahie d’un e ou au pays na al, P ésence a icaine, Pa is & Daka .
Chamoiseau, P 1995, Texaco, Pipe , München & Zü ich.
Cha les, C 2002, ‘Ga ison Communi ies as Coun e Socie ies. The Case o he 1998 Zeek's Rio in Jamaica’,
Ideaz, ol. 1, no. 1, pp. 29-43.

22
Mach allein Schaden klug?
Cla ke, C 2009, F om Slum o Ghe o‘ in Global Change and Ca ibbean Vulne abili y, Hg. D McG ego , D Dodman
& B Ba ke , UWI P ess, Kings on, pp. 261-278.
Co y, O 2012, ‘Secu i isa ion and 'Riski ica ion'. Second-o de Secu i y and he Poli ics o Clima e Change‘,
Millenium Jou nal o In e na ional S udies, ol. 40, no. 2, pp. 235-258.
C a e , C 2011, Les p ésiden s des Régions Ul a Pé iphé iques son allés à T énelle‘ Online: Homepage Ville de
Fo -de-F ance [31. Juli 2014].
Foucaul , M 2004a, Siche hei , Te i o ium, Be ölke ung, Suh kamp, F ank u am Main.
Foucaul , M 2004b, Die Gebu de Biopoli ik, Suh kamp, F ank u am Main.
GEOTER & Ville de Fo -de-F ance 2006, ‚Analyse des isques du qua ie T énelle‘.
G o e, K 2013, ‘Adap a ion Machines and he Pa asi ic Poli ics o Li e in Jamaican Disas e Resilience’,
An ipode, ol. 46, no. 3, pp. 611-628.
Hannah, M 2000, Go e nmen ali y and he mas e y o e i o y in nine een h-cen u y Ame ica, Camb idge
Uni e si y P ess, Camb idge & New Yo k.
Howa d, D 2005, Kings on. A cul u al and li e a y his o y, Signal, Ox o d.
INSEE 2014, ‘Recensemen de la popula ion. 972 Ma inique’, Online: INSEE Po al [15. Juni 2015].
Ja e, R 2015, ‘F om Ma oons o Dons. So e eign y, Violence and Law in Jamaica‘, C i ique o An h opology,
ol. 35, no. 1, pp. 47-63.
Ko , B & Oßenb ügge, J 2010, ‚Geog aphie de (Un)Siche hei – Ein üh ung zum Themenhe ’, Geog aphica
Hel e ica, ol. 65, no. 3, pp. 167-171.
Legg, S 2011, ‚Secu i y, e i o y, and colonial popula ions. Town and empi e in Foucaul 's 1978 lec u e
cou ses‘, in Pos colonial spaces. In The poli ics o place in con empo a y cul u e, eds. A Te e son & S
Ups one, Palg a e Macmillan, Basings oke & New Yo k, pp. 146-163.
Le chimy, S 2009, ‚L’habi a insalub e e indigne dans les dépa emen s e égions d’ou e-me : un dé i à ele e ‘
Online: Minis è e de l’in é ieu , de l’ou e-me e des collec i i és e i o iales Po al [15. Juni 2015].
Le chimy, S 1992, De l'habi a p écai e à la ille. L’exemple ma iniquais, L’Ha ma an, Pa is.
Ma ouze , D 2002, ‚Le appo a ec i à la ille, conséquences u baines e spa iales: Le cas de Fo -de F ance‘,
Annales de Géog aphie, ol. 111, no. 623, pp. 73-85.
Ma issek, A 2008, Die neolibe ale S ad , T ansc ip , Biele eld.
Ma oungo, J & Sa ache, P 2005, ‚Risque sismique e ulné abili é humaine au qua ie T énelle à Fo -de-
F ance‘, Écologie e P og ès, no. 4, pp. 7-17.
No embe , V 2002, Les e i oi es du isque, Pe e Lang, Be n.
o.A. 2011, ‚Loi n 2011-725 du 23 juin 2011 po an disposi ions pa iculiè es ela i es aux qua ie s d’habi a
in o mel e à la lu e con e l’habi a indigne dans les dépa emen s e égions d’ou e-me ‘ Online:
Legi ance Po al [13. Juni 2015].
Oels, A 2013, ‚Rende ing clima e change go e nable by isk. F om p obabili y o con ingency‘, Geo o um, no.
45, pp. 17-29.
P é ec u e de la Ma inique 2004, ‚Plan P é en ion des Risques Na u els P é isibles de la Ma inique‘.
Rabinow, P 1982, ‚O donnance, Discipline, Regula ion. Some e lec ions on U banism‘, Humani ies in Socie y,
ol. 5, no. 3-4, pp. 267-278.
Reube , P 2012, Poli ische Geog aphie, Schöningh, Pade bo n.
Rosol, M & Schippe , S 2014, ‚Das oucaul sche Konzep de Gou e nemen ali ä ‘ in Theo ien in de Raum- und
S ad o schung, Eds. J Oßenb ügge & A Vogelpohl, Wes älisches Damp boo , Müns e .
Sa ache, P 2000, ‚O igines e é olu ions de l'habi a spon ané en Ma inique‘, Aménagemen e Na u e, no.
139, pp.114-120.
23
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Die Einwi kung on Ka as ophen in de Ve gangenhei :
Eine digi ale Da s ellung ü die Spu en des 1977 E dbebens au
das Maghe u Boule a d in Buka es und ih e Wechselwi kung
mi Da s ellungen ü die S ad Köln
Ma ia Bos ena u Dan, Iuliana A mas
Email: [email p o ec ed]ls uhe.de, iulia_a [email protected]. o
Ein üh ung
Diese A ikel be uh au eine pos dok o alen Fo schung de e s en Ve asse in (siehe Danksagung). Das Ziel
des pos doc P ojek es (2014-2015) is es, eine al e na i e Ka enda s ellung zu den heu igen du ch GIS
en wo enen Ka enbilde n zu en wickeln, die besse ü eine s a egische Planung des
Ka as ophenmanagemen s geeigne sein soll. Das Bedü nis eine s a egischen Planung be uh au die
No wendigkei bes imm e Ak ionsgebie e de aillie zu bea bei en und dahe e schiedene Maßs äbe
gleichzei ig zu Ve ügung zu haben.
Im Buch „Tickle you ca as ophe“ zeig Salewski (2011) die Geschich e neue Ka en echniken, als An wo an
Ha ley (1989), die in de Ka enda s ellung hil eich sein können, da sie eine sei s de s a egischen Planung
dienen, ande e sei s sogenann e Walkscapes da s ellen. Diese sind: das Szena io (Kahn, 1962) und das
“de i é“ (Debo d, 1955). Die Ve bindung zwischen beiden Da s ellungen besch eib unse e Ansich nach
die Ve bindung zwischen eine sys emischen Vo gehensweise und de s a egische Planung. Das
Ka enkonzep in diese Vo gehensweise un e s ü z das Konzep bezüglich de Rou e und das Bild de S ad
in unse em Vo schlag.
Die Pädagogik-Komponen e de Ka as ophen, Thema des T e ens in Köln (aus Schaden le nen), is auch ein
Vo sa z in unse e A bei . Diese Komponen e s ü z sich au die Vo gehensweise des „lessons lea ned“, wobei
man aus den e gangenen Ka as ophen le nen kann. Wäh end die S a egie als Vo gehensweise (Kahn,
1962) einen mili ä ischen U sp ung ha e um nach und nach in e schiedene Be eiche de Wissenscha
übe nommen zu we den ( on de Planung bis in die Didak ik), s amm „lessons lea ned“ aus dem
P ojek managemen /Wissensmanagemen . Zum Beispiel ha das Ea hquake Enginee ing Resea ch Ins i u e
ein P og amm, das sich dem Le nen aus dem E dbebene ah en widme
(h ps://www.ee i.o g/p ojec s/lea ning- om-ea hquakes-l e/). Jedes neue E eignis wi d un e such und
Leh en ü die kün ige P ä en ion gezogen. Auch das GFZ Po sdam ha das Konzep „lessons lea ned“ ü
das Hochwasse an de Elbe 2002 angewand (zahl eiche Ve ö en lichungen un e : h p://www.g z-
po sdam.de/ o schung/uebe blick/depa men s/depa men -5/hyd ologie/p ojek e/abgeschlossene-
p ojek e/lessons-lea ned/). Dadu ch sind spä e e Hochwasse e eignisse nich meh so schadens eich
gewesen. Das pädagogische Konzep on z.B. Thomas B ückne (1998) ö de genau dieses
Wissensmanagemen . Die S uk u unse es P ojek s ha ih en U sp ung im
Ka as ophenp ojek managemen . Insbesonde e sind wi an dem i uellen Teil bezüglich de Simula ionen
in e essie . Die Simula ion is ein We kzeug in de s a egischen Planung gemäß Habi a II (das zwei e
T e en des P og amms de Ve ein en Na ionen ü menschliche Siedlungen – UN-HABITAT - Uni ed Na ions
Human Se lemen s P og amme), abe auch ein E gebnis eines Szena ios. De zei we den die Ansä ze ü
Habi a III au eine e besse en Basis en wickel . Die Simula ion bilde auch eine didak ische S a egie, die
au eine indi ek en Ak ion basie (Ce ghi , 2006). Simula ionsbeispiele im Ka as ophenmanagemen wa en
das Haup hema des C3 Teilp ojek es „Modellbildung und Simula ion“ (Lei ung F ank Fied ich, F i z
Gehbaue ) des SFB 461 (h p://www. mb.ki .edu/SFB461_C3/p ojek ziele/p ojek ziele.h ml). In unse em
Vo haben geh es um Mul imediaun e s ü zung des Le nens. Das Konzep de S ad üh ung in den O en, die
als Zeugen ühe e Ka as ophene eignissen dienen, wi d aus de physischen Wel in die Wel de Simula ion
übe agen. Zum Le nen we den in unse em Ansa z digi ale Spiele zu O ung au de Ka e eingese z . Fü
die physische Wel wu den eben alls Vision und s a egische Planung eingese z , im Rahmen des AESOP
(Associa ion o Eu opean Schools o Planning) Wo kshops „Becoming local“ Buka es , im Juni 2014 (un e de
24
Mach allein Schaden klug?
Lei ung on Ce en Seze ). In Debo d’s Ka e (1955) ha diese die e schiedenen Be eiche de S ad gemäß
de Psychologie beim Du chwande n de S aßen da ges ell . Dadu ch wi d die psychische Wel auch im
Be eich de Ka en wei e gegeben. Obwohl dieses Konzep be ei s die Ka as ophendimension in sich äg
(gemäß Salewski, 2011), geh Gociman (2006) einen Sch i wei e , indem sie den Wiede au bau nach
Ka as ophene eignissen mi de men alen Ka e de Einwohne in Ve bindung b ing . Die men ale Ka e
be uh au einem höchs e olg eichen Konzep on Ke in Lynch, „Das Bild de S ad “ (1960). Lynch (1960)
un e scheide zwischen die Flächen- ode Linienmäßigkei on S ad be eichen (G enzgebie , Me kmal, Weg
e c.) wie sie in einem gu e au en Du chgehen de S ad on den Bewohne n wah genommen we den.
Dieses Konzep is inzwischen Un e ich s ach an S äd ebau akul ä en.
Augus Sande – K iegsze s ö ung in Köln
Im Jah e 2010 ha die E s e asse in eine A chi o schung zum Thema Ka as ophenpho og aphie aus dem
19. Jah hunde beim Canadian Cen e o A chi ec u e du chge üh : Feue , E dbeben, Übe lu ung, K ieg
(Köln sowie eine Pa ise Kommune), Vulkane (Pho og aph Gio gio Somme ). Neben Na u ka as ophen
we den auch on Menschen e u sach en Ka as ophen pho og aphisch da ges ell . Un e den
A chi objek en be inde sich die Mappe om Pho og aph Augus Sande : „Köln nach de Ze s ö ung“. Die
Bomba die ung on Köln is zwa nich die bekann es e Ze s ö ung im 2. Wel k ieg, abe de
pho og aphische Ansa z on Sande (1945-46) gil als Ka as ophenleh e. Augus Sande e such e mi Hil e
de Bilde eine Nach ich zu hin e lassen und zwa :
„We den Un e gang on Köln mi e leb und übe leb ha , kann sich noch eine Vo s ellung machen on dem
Vo gang de u ch ba en Ka as ophe, wi d es abe niemals e s ehen können, denn es handel sich ja nich
um eine Na u ka as ophe, wie bei ‚Pompei und He kulanum‘, sonde n um ein o sä zlich begangenes
Ve b echen du ch eine uchlose Poli ik, die uns Elend und Ve de ben geb ach ha . Die Mappe, die eine
kleine Auswahl pho og aphische Dokumen e en häl , müssen Zei genossen und Nachkommen eine ha e
und une bi liche Mahnung sein. Die p ophe ischen Wo e abe des ‘g oßen Füh e s‘ müssen eine Wa nung
sein ü alle Zei en in poli ischen F agen.“ (Augus Sande 1945-46) Abb. 1 s ell eine Lis e de Kölne O e da ,
die nach de Ze s ö ung ü das Buch o og a ie wu den. Eine de aillie e Besch eibung be inde sich in
Bos ena u (2011a). Wi haben auch Sande ‘s Buch in de Fo schung mi einbezogen, obwohl es nich aus dem
19. Jah hunde s amm , weil es sich um dieselbe A on Pho og aphie handel : küns le ische Da s ellung
on Ka as ophene eignissen. Im Ve gleich zu Kozák und Ce nák (2010) haben wi uns au Ka as ophen
konzen ie , da ande e äl e e Bildda s ellungsweisen on Ka as ophen schon on den e wähn en Au o en
mi einbezogen wu den. Diese A on Pho og aphie un e scheide sich öllig on de heu igen, die
en wede echnisch is , ode bei de es sich um Bilde handel , die den Medien dienen.
Im Rahmen unse es P ojek es a bei e en wi da an auch das Ka enkonzep mi den Ka as ophenbilde n zu
e binden. Da ü wu de ein Da enbankkonzep en wickel und zwa eine On ologie de Bilde (Bos ena u,
2011b). Die on ologische Vo gehensweise is eine Möglichkei die Bilde einige Klassi ika ionsk i e ien
zuzuo dnen. Eine ande e Vo gehensweise is das komplexe Ne zwe k. Mi de So wa e ORA wi d ein
Ne zwe k de Zusammenhänge, welche diese Klassi izie ungen de On ologie olgen (Ka as ophen yp, O ,
Pho og aph, Zei punk e c.), e s ell und die Bilde on Köln in diesem Zusammenhang genau lokalisie . Fü
ein Beispiel solche Anwendung siehe Sun (2015). Dieses Ne zwe k is abe ka enunabhängig. De nächs e
Sch i is die Übe lappung des Ne zwe ks au die Ka e. In den nächs en Sch i en wi d mi dem Bild selbe
gea bei e und es wi d ein Zusammenhang zwischen Pho og aphie und Ka e du ch die in de Ein üh ung
e wähn en, abe auch mi Hil e wei e e Me hoden he ges ell . Popa (2014) ha das Konzep de men alen
Ka e on Lynch (1960) au die Landscha sanalyse übe agen. Eine Ruinenlandscha wi d in unse em
P ojek auch wie eine Landscha analysie . Als Beispiel dien hie Abb. 2, de Anblick aus de Lu de Kölne
Innens ad , ühe und heu e. Die E gebnisse de Landscha sanalyse lassen sich au Ka en nach de
Me hode on Lynch (1960) ein agen. Man kann Me kmal uinen e wenden (die als solche soga e hal en
we den könn en, wie die Gedäch niski che in Be lin), abe auch wei gehend ze s ö e Gebie e ode die
Füh ungs ou en, die in de E kundung e wende wu den (de men alen Ka e olgend), sowie auch die
G enzgegend. Eine Da s ellung de Lynch Me hode gib es in Bos ena u (2013). In Abb. 1 wu den diejenigen
Pho os e gekennzeichne , die ü eine solche Analyse geeigne sind. Au dem Lu bild dien das U e bild
de Da s ellung de Silhoue e, wie in Bos ena u und Panagopoulos (2014) ü Lissabon.
25
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Pa ie am Dom
Al s ad am Dom
De ail des Doms
Die Rhein on mi Dom
Blick om Dom au Deichmannhaus und Jesui enki che
S . Apos eln
De Neuma k mi S . Apos eln
Blick om Dom au Hb ., Deichmannhaus und Jesui enki che
Aus de Al s ad
Die Hohes aße
Hohenzolle nb ücke
Blick om Dom au Hohenzolle nb ücke + Messegelände
De Neuma k mi S . Apos eln
Hohenzolle nb ücke
Blick om Dom au die Al s ad mi Rheingelände
Eigels ein
Zeughaus
S . Ma in und S apelhaus
S . Ge eon (2)
Pa ie um die Elendski che
Blick au S . Ge eon
S . Ma ia im Kapi ol
Se e ins ie el
Deu sche Pla z mi Hochhaus
Jesui enki che
Jesui enki che am Hb .
S . Pan aleon
S . U sula
Geo gski che
„K a du ch F eude“
De Ausblick eines Kölne s aus seinem Fens e
Dü ene s aße
Abbildung 1: Lis e de Bilde im Buch on Augus Sande (siehe Legende wei e im Tex )
Quelle: Eigene Da s ellung
Abbildung 2: Lu bild de Innens ad Köln mi Sank apos eln, je z und zu o . Pho o: je z (links) Bos ena u, 2000, dann ( ech s), Augus
Sande : Blick om Dom au die Al s ad mi Rheingelände, 1945-1946, Pla e 5 om he po olio Köln nach de Ze s ö ung 1945-1946,
ol.1, Gela in sil e p in , 22,1 x 28,9 cm, Collec ion Cen e Canadien d'A chi ec u e/Canadian Cen e o A chi ec u e, Mon éal,
PH1982:0018.01:005 © Pho og aph. Samml./SK S i ung Kul u – A. Sande A chi , Köln, VG Bild-Kuns , Bonn 2015.
Die einzelnen Ruinen sind auch wich ig als Me kmale au de Ka e, ode als Kno enpunk e de
Füh ungs ou e. Diese Möglichkei wi d in eine eigens en wickel en und im Folgenden p äsen ie en
Mul imediaanwendung da ges ell . Fü diese Anwendung haben wi die e gesch iebenen und
un e s ichenen Bilde in Abb. 1 ausgewähl .
Mul imedia Anwendung – Da s ellung de S ad Köln
Mul imedia Anwendungen we den in diesem Jah ausend imme häu ige zu Da s ellung
geis eswissenscha liche Inhal e e wende , da un e zählen auch die i uellen Reisen (sog. „a mchai
a el“ au dem Bildschi m, e au um 2000 h p://www.a mchai - a el.com/). Im Jah 2000 ha die
E s au o in an eine solchen mul imedialen Füh ung ü die S ad Köln gea bei e und gleichzei ig die S ad
zum Anlass des Mul imedia e s besuch . Die Füh ung wu de mi de Au o enso wa e Mac omedia (je z
Adobe) Di ec o gemach und das Mul imedia e en wu de den Anwendungen diese So wa e gewidme ,
un e de Anwesenhei on Mi gliede des En wicklungs eams aus San F ancisco.
In Hughes (1999) bekomm man einen gu en Übe blick de Posi ionie ung diese Au o enso wa e in de
Geschich e de Mul imedia. Wie Kahn (1962) und Debo d (1955) s amm das Konzep de So wa e auch on
de A wie Filme ged eh we den. G undkonzep e wie „sco e“ (die Bühnens eue ung in de
Compu e anwendung) belegen es. Die geplan e Anwendung en häl die olgenden Momen e: Zei leis e,
Füh ung, Quiz (Spiel). Die Füh ung e olg au eine Ka e. Die Kno en des Ne zwe ks, das de Fußgänge in
de E kundung de S ad e olg , blenden beim Übe ah en mi de Maus ein his o isches Bild ein. Wenn
32
Mach allein Schaden klug?
bei Vollmond, und zwa besonde s dann, wenn de Vollmond au die Eisheiligen alle. Dies is jedoch
wissenscha lich nich nachweißba .
Ein Blick in ande e E d eile (No dame ika, Neuseeland) zeig jedoch, dass – un e den do igen Bedingungen
– eine e olg eiche F os schadensabweh – z.B. du ch die Au lösung de Bodenin e sion mi els
Lu e wi belung – umse zba und ökonomisch e e ba is (Poling 2008). Das Thema behe sch e in den
be o enen Gebie en die olgenden Weinbau ach agungen und wa de Ans oß zu e schiedenen
Fo schungsmaßnahmen. Im b anchenin e nen Disku s s ehen o allem mode ne Techniken
(Heißlu gebläse, Gelke zen, Lu e wi beln du ch Hubsch aube und Windmaschinen) im Vo de g und, da
sie aus Sich de landwi scha lichen P ak ike den Eind uck e mi eln, die Ge ah in den G i zu
bekommen. Die im Obs bau nach wie o e b ei e e F os schu zbe egnung spiel ü den Weinbau
hingegen kaum eine Rolle, da die dazu no wendige Bewässe ungsin as uk u nich o handen und
ökonomisch nich leis ba is .
In b anchenin e nen Disku s wu de auch die hohe Technik-A ini ä de Winze deu lich, ü die de T ak o
mi angehäng em Ge ä die übliche Technik is , um den Weinbe g zu bea bei en. Besonde s de
P lanzenschu z mi Fungiziden p äg die E ah ung und das Ve s ändnis de Winze in de Schadensabweh ,
mi mobile , mode ne Technik zei nah und ak i gegen die Ge ah o gehen zu können. Deshalb s and
schnell die Vo s ellung on einem Schu zge ä im Raum, das an den T ak o angehäng die F os ge ah
bekämp - eine Ideal o s ellung iele Winze , on mobilen Lu e wi belungs- ode Heiz echniken (Abb. 6)
bis hin zu F age nach Sp i zmi eln (sog. P lanzens ä kungsmi eln), die die F os schadensge ah senken
könn en. Dieses ak i e Vo gehen geh auch einhe mi dem subjek i en Ge ühl, au jeden Fall e was ge an zu
haben, um die jungen P imä iebe de Rebe p oak i zu e en, auch wenn de eale Nu zen de Me hode
u.U. zwei elha sein könn e.
Die Ein luss ak o en de Schadensge ah bei Spä ös en sind jedoch ollkommen ande e als bei bio ischen
Schade ege n. E s mi dem Ve s ändnis de Kal lu bildung und –Ansammlung sowie ih e äumlich
geziel en Bekämp ung is es möglich, wi ksame Abweh s a egien in ge äh de en A ealen zu en wickeln.
Deshalb wa es zunächs wich ig, den Winze n du ch geziel e Schulung – z.B. au den Weinbau ach agungen
und du ch die O izialbe a ung de Landwi scha s e wal ung – ü die Ein luss ak o en des Spä os s zu
sensibilisie en.
P ä en i e Me hoden s ehen de zei wenige im Fokus des Disku ses, da dies o mi eine Ände ung de
Bewi scha ungsweise einhe gehen müss e. Nu , so e n dies in den Rahmen de eigenen be ieblichen
Bewi scha ungsweise pass , is eine Adap ion ealis isch. Ein Beispiel da ü is die Übe nahme on oll
mechanisie ungs ähigen Nich schni -/Minimalschni sys emen in den os ge äh de en Tie lagen in
Rheinhessen und de P alz: Du ch eine e ände e E ziehungs o m wi d ein Viel aches an Rebenholz und
Knospen hecken- ode buscha ig bis in 2m Höhe e hal en. Dadu ch s ehen meh Knospen p o Rebe zu
Ve ügung als in de klassischen Bogene ziehung; somi auch meh on ihnen einen Schaden übe leben.
Auße dem ag die Meh hei de Knospen dabei übe den ge äh lichen Kal lu see hinaus (siehe Abb. 5). Das
Minimalschni sys em is jedoch nu do willkommen, wo die Möglichkei de ollen Mechanisie ung de
T aubenp oduk ion e wünsch is , und dies sind o allem Rheinhessen und die P alz, da in den do igen
ebenen Lagen iele Fassweinp oduzen en ansässig sind, die dieses Sys em aus G ünden de
A bei sökonomie schä zen. Anbaugebie e mi s ä ke adi ionellem Einschlag und einem hohen An eil on
Selbs e ma k e n s ehen diesem Sys em nach wie o k i isch gegenübe , da es die Möglichkei de
T aubenselek ion du ch Handlese ausschließ .

33
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Abbildung 5: Wäh end bei de üblichen Bogene ziehung ( ech s) ein To alschaden en s and,
sind im Minimalschni sys em (links); kaum Ve lus e zu e kennen
Quelle: Hochschule Geisenheim Mai 2011
Sei 2011 is zudem zu beobach en, dass in de Zulie e e b anche des Weinbaus die F os schadensabweh als
neues Business en deck wi d, was du ch eine e s ä k e Bewe bung on Abweh mi eln und –Techniken zu
sehen is : Gelke zen und Gebläse zu Beheizung (Abb. 6), Lu e wi belungsge ä e sowie angebliche
F os schu z-Sp i zmi el (sog. P lanzen-S ä kungsmi el) mi unkla e Wi kung. Auch we den
F os e siche ungen angebo en, wobei diese wegen des nu schwe e siche ba en Kumul isikos en wede
eue sind ode nu un olls ändigen Schu z bie en können.
Aus de F ages ellung nach de Wi ksamkei einzelne F os schu zme hoden und de en Adap ie ba kei au
mi eleu opäische Ve häl nisse sind in den Ins i u ionen ü Weinbau o schung de einzelnen Bundeslände
e schiedene angewand e Fo schungsp ojek e en s anden (z.B. Mülle e .al. 2014, Pe gen e .al. 2015). Ande e
P ojek e beschä igen sich mi de Iden i izie ung ge äh de e Weinbaulagen mi els Geog aphische
In o ma ionssys eme (Obe ho e e .al. 2012, Ka schall e .al. 2015, Ko emba e .al. 2015). Eine Fokussie ung
de ag a ökonomischen Fo schung au ein spezielles be iebliches Risikomanagemen im Weinbau s eh
jedoch noch aus.
Abbildung 6: S opgel®-F os schu zke ze und mobiles F os bus e ®-Heißlu gebläse
Quelle: Schwappach 2012
Le ne ah ungen im Spä os des F ühjah s 2014
Im F ühjah 2014 gab es in den deu schen Weinanbaugebie en zwei Spä os e eignisse mi le e In ensi ä
(Tie s empe a u en -2° bis -3°C). Du ch den Schaden 2011 sensibilisie , wu den in ielen ge äh de en
34
Mach allein Schaden klug?
Weinbaulagen Abweh maßnahmen du chge üh . Besonde s in de P alz mi ih en elie a men Anbau lächen
a en g oß lächige Lu e wi belungsmaßnahmen in Ak ion, z.B. du ch Hubsch aube ie lüge und e s mals
auch du ch ein Sys em on Windmaschinen, die o s es ins allie wu den und bei Du weile eine Fläche
on 45 ha schü zen (Abb. 7).
Abbildung 7: Windmaschinen im Einsa z zu Au lösung on Bodenin e sionen bei Du weile /P alz
Quelle: Sy ing-Lingen elde 2014
In kleine en Kal lu a ealen wu de dem F os be ieblich indi iduell du ch Feld eue und Gelke zen
begegne . Die angewand en Maßnahmen zeig en eine e ek i e Wi kung, abe auch ih e G enzen au : So is
die am liche Genehmigung on Windmaschinen z.B. abhängig on ih e Lä mbelas ung;
Hubsch aube einsä ze sind gebunden an die Nach luglizenzen de Flugge ä e und ih e Pilo en. O enes
Feue wu de on Anwohne n eilweise missin e p e ie und üh e zu Fehlala men de ö lichen Feue weh .
Vo allem abe wu de deu lich, dass g oße Flächen indi iduell nu schwe zu schü zen sind und
en sp echende Gegenmaßnahmen deshalb als Gemeinscha sau gabe geplan we den müssen.
Die wei gehend besonnene Reak ion de Winze ha gezeig , dass eine Sensibilisie ung ü die
Schadensge ah s a ge unden ha . De wei e e Le np ozess im Umgang mi de Ge äh dung und den
geeigne en Abweh maßnahmen wi d ges eue we den du ch die E ah ung de Winze bei eale
F os ge ah in den kommenden Jah en.
Fazi
Nach dem schwe en F os schaden 2011 ha die deu sche Weinbaub anche die Ge äh dung du ch Spä ös e
e kann . Fü die Ge äh dung sensibilisie , e such en die Winze bei Spä ös en im F ühjah 2014 du ch
Abweh maßnahmen die Schadensge ah zu minimie en. Dabei s anden o allem ak i e, echnische
Maßnahmen im Vo de g und. P ä en i e Maßnahmen, die u.U. einen ge inge en (Kos en-)Au wand
da s ellen, sind nu on In e esse, sowei sie in die jeweilige be iebliche Bewi scha ungsweise passen.
Viele Winze sind jedoch nach wie o unsiche , mi welchen Me hoden sie ih e ge äh de en Weinbaulagen
e ek i schü zen können. Ein au den einzelnen Be ieb angepass es Risikomanagemen benö ig o ab eine
Bewuss seinsbildung übe die spezi ische F os schadensge äh dung des jeweiligen Be iebes, um ein solches
Risikomanagemen au bauen zu können. Hie is noch wei e e En wicklungs- und Be a ungsbeda
o handen.
35
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Ein Blick in ande e E d eile zeig , dass – un e de do igen Bedingungen – eine e olg eiche Schadensabweh
möglich is . Es is jedoch die Au gabe de Weinbau o schung, die Adap ie ba kei e schiedene
Schu zs a egien au die Wi ksamkei in mi eleu opäischen Ve häl nissen zu übe p ü en.
Li e a u e zeichnis
Geh ke, T 2013, ‚Risikomanagemen ü Ex emwe e e eignisse aus Sich de Ve siche ungswi scha ‘ in
Klimawandel und Ex emwe e e eignisse - ein P oblem ü die Landwi scha , eds Ch is en, GE, Flessa, H,
La acz-Lohmann, U, Mühling, KH, Mülle , J & Waldha d , R 1/2913: DLG-Ve lag (Ag a spec um des
DAF, Band 46), pp. 119–136.
Geige , R 1961, Das Klima de bodennahen Lu schich , B aunschweig.
Hoppmann, D 2009, ‚Klimawandel und Weinbau‘, in 125 Jah e We e s a ion Geisenheim 1884-2009.
Jubiläumsband mi Bei ägen aus de ag a me eo ologischen Fo schung und Be a ung, ed Pe seke-
Ockelmann, C, O enbach am Main: Deu sche We e diens (Annalen de Me eo ologie, 45), S. 106-
123.
Hoppmann, D 2010, Te oi . We e , Klima und Boden im Weinbau, S u ga (Hohenheim).
Hup e , P & Bö ngen, M 2004, ‚Gib es Klimaka as ophen?‘, in Na u wissenscha liche Rundschau, H. 5/2004,
pp. 233-240.
Ka schall, T, Wodinski, M, Rachimo , C, We ne , P, S ock, M, Boh, W, on; Oes e le, H & Hoppmann, D 2015,
‘Changes in phenology and os isks o Vi is ini e a (c Riesling) be ween 1901 and 2100’ in
Me eo ologische Mona szei sch i . Online e ö en lich : 11.02.2015. DOI: 10.1127/me z/2014/0534
Kessle , OW & Kaemp e , W 1940, ‚Die F os schadens e hü ung. Reichsam ü We e diens ‘,
wissenscha liche Abhandlungen, ol. IV, no. 2. Be lin.
Ko emba, C, Tin up G, & T app, M 2015, ‚Spä os ge äh dung des Weinanbaugebie s P alz – eine
klima ologische und elie basie e Be ach ung‘, Deu sches Weinbau-Jah buch 2015, pp-19-28.
Mülle , M &Schwappach, P 2014, ‚Dami sich die Reben nix ab ie en‘, Rebe & Wein, ol. 4, pp. 22-24.
Obe ho e , J & D eßle , M. 2012, ‚Neues Simula ionsmodell ü Flächenpo en iale‘, De Deu sche Weinbau, ol.
21, pp.18-20.
Pe gen, M & We kle, J 2015, ‚Den Aus ieb e zöge n, F os schäden e meiden‘, De Deu sche Weinbau 2015,
ol.6, pp. 42-44.
Poling, EB 2008, ‘Sp ing Cold Inju y o Wineg apes and P o ec ion S a egies and Me hods’, Ho Science, ol.
43, no. 6, pp. 1652-1662.
Schwappach, P 2012, ‚F os bekämp ung: Was können wi un – Was können wi uns leis en?‘, Vo ag au den
54. Vei shöchheime Weinbau agen am 15.02.2012. Baye ische Landesans al ü Weinbau und
Ga enbau
Showe s, H, Michel, S & Pe e , A 2004, ‚Klima ische Bewe ung änkische Weinbe ge mi Hil e Geog a ische
In o ma ionssys eme‘, Quali ä smanagemen im Obs - und Weinbau. KTBL-Sch i , ol. 421, pp. 225–231.
Sy ing-Lingen elde , G 2014, F os schu z o o en im Einsa z. Tempe a u en un e Ge ie punk . Online e ügba
un e h p://www.du weile .de/d140416.h ml, [22.05.2015].
Wi mann, O, & Weise, R 1971, ‚Boden und Klima änkische Weinbe ge‘, in A las des baye ischen
S aa sminis e iums ü E näh ung, Landwi scha und Fo s en. München.
36
Mach allein Schaden klug?
„The Big Easy“ ode Op e on Na u gewal en?
New O leans als Fallbeispiel ü den Umgang mi dem
Vulne abili ä sbeg i im Geog aphieun e ich
Ve ena Reinke
Email: Ve ena. [email protected]
Abs ac
New O leans - The Big Easy ode Op e on Na u gewal en? Die in diese F age en hal enen kon ä en
Besch eibungen implizie en be ei s den Kon lik , in dem sich New O leans im US-Bundess aa Louisiana
be inde : Eine sei s we den diese S ad o mals Süds aa en lai , Blues, Jazz sowie k eolische Leich lebigkei
zugewiesen; ande e sei s e binden iele Menschen sei dem e hee enden Hu ikan Ka ina im Augus 2005
ein Ka as ophenszena io mi ih . Assoziie we den Bilde on in den Flu en E unkenen, Obdachlosen und
eine nahezu komple übe lu e en S ad , die den Namen The Big Easy nich meh e dien . Na u gewal en,
Ka as ophen - E eignisse wie „Ka ina“ in New O leans sind nich nu Themen iele Medien; auch im
Geog aphieun e ich in de Schule sind sie ein Gegens and, so we den be ei s junge Menschen, die
zukün ig unse e Gesellscha mi ges al en, mi oben besch iebenen Bilde n kon on ie .
Unweige lich mi New O leans in Ve bindung zu b ingen is zudem de Vulne abili ä sbeg i , de sei einigen
Jah en auch in Geog aphie-Schulbüche n zu lesen is und Schüle innen und Schüle , abe auch Leh k ä e
o eine He aus o de ung s ell : Was bedeu e Vulne abili ä genau und in Bezug au die jeweiligen
Fallbeispiele? Die Vielschich igkei des Beg i s e o de eine e ie e Auseinande se zung de Themen
du ch die Leh k a , um diesen Te minus ü Schüle innen und Schüle so au zube ei en, dass sie ihn im
Kon ex des Un e ich s e schließen und anwenden können.
Das Fallbeispiel New O leans bie e sich da ü seh gu an, da es das Zusammenwi ken on Na u (k ä en),
Mensch und Gesellscha e deu lich und mi dem Hu ikan Ka ina die Ve wundba kei eine
e mein lichen Supe mach o Augen üh . In dem Bei ag wi d die Konzep ion eine Un e ich ssequenz
o ges ell , in welche de Vulne abili ä sbeg i wie ein s uk u gebendes Elemen ungie , da das
sukzessi e E a bei en des Beg i s den kumula i en Wissensau bau und e ne z es Denken un e s ü z .
Que e weise zu ande en Fallbeispielen und e s e E gebnisse aus dem Un e ich bie en einen kleinen
Einblick in den Umgang mi dem Te minus in de Schule, welche ge ade im Hinblick au das Le nen ü die
Zukun on besonde e Bedeu ung is .
„Vulne abili ä “ als Fachbeg i im Jah gang 9?
„New O leans is ande s als die meis en klischeeha en S äd e de USA. Ein G und ü die
Be ölke ungsen wicklung is , dass die a men Gebie e on New O leans im „Kessel“ de S ad liegen. Diese
Gebie e, welche g öß en eils a oame ikanisch besiedel sind, sind wäh end Ka ina übe schwemm und
ze s ö wo den. Die meis en Weißen besiedeln besse gelegene Gebie e.“ (Robin, 15 Jah e).
Es is ungewöhnlich, ein Schüle zi a an den An ang eines Diskussionsbei ages in einem solchen Band zu
s ellen. S amm es doch aus eine Hausau gabe im Rahmen eine Ku zeinhei im Geog aphieun e ich eine
9. Klasse, so deu e es gleichzei ig au die An wo au die im Ti el o mulie e F age hin: Ja!
Ve wundba kei en du ch Na u ge ah en sind Thema im Schulun e ich . Die Zeilen des Schüle s zeigen, dass
Jugendliche be ei s üh mi komplexen Themen wie z.B. dem Fallbeispiel Hu ikan Ka ina kon on ie
we den, wenn es e wa um „Na u ge ah en“ geh . Schula lan en in de ak uellen Ausgabe (z.B. Die cke 2015)
beinhal en nunmeh soga hema ische Ka en, die mi dem Ti el „Ve wundba kei und ih e Messung“ ode
„Risikoindex“ übe sch ieben sind und zugehö ige G aphiken mi Beg i en wie Vulne abili ä , Resilienz,
Anpassungskapazi ä zeigen. Du ch den Leh plan e bindlich es geleg e Themen wie Na u gewal en
b ingen olglich die Beschä igung mi dem Themenkomplex de Ve wundba kei mi sich und bie en somi
die Möglichkei , Te mini wie Vulne abili ä in den Un e ich einzubinden. Doch wie geling dieses Vo haben,
ohne dabei in eine A „Ka as ophenpädagogik“ zu e allen und ohne die Jugendlichen zu übe o de n?
Dass es Thema des E dkundeun e ich s is und sein soll e, zeigen nich zule z die neuen Ka en in den
37
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Schula lan en. Ohne eine aus üh liche Beschä igung mi dem Beg i können die Ka en jedoch nu beding
e schlossen we den. Es beda eine e ie en Auseinande se zung mi dem Beg i , was exempla isch an
Raumbeispielen e olgen soll e.
Fü den E dkundeun e ich bie e das Fallbeispiel New O leans die Chance, das Zusammenwi ken on
Na u (k ä en), Mensch und Gesellscha zu e deu lichen, da du ch den Hu ikan „Ka ina“ de
Wel be ölke ung die Ve wundba kei eine e mein lichen Supe mach o Augen ge üh wo den is . New
O leans wi d als Fallbeispiel in die Themen eihe USA eingebunden, um p oblemo ien ie ein komplexes
Thema zu e schließen und da übe den im Kon ex des globalen Wandels imme wich ige we denden
Vulne abili ä sbeg i in seinen Face en da zulegen. Genann e Te minus ungie in diese als
s uk u ie endes Elemen , da das sukzessi e E a bei en des Beg i s den kumula i en Wissensau bau und das
– nich nu – in de Geog aphie maßgebende e ne z e Denken e möglich .
Zen al in allen S unden is de Mensch-Umwel -Kon lik . Schon die ühe Besiedlung des seh emp indlichen
Na u aums mach New O leans gene ell als Raum e wundba , sodass ein Kamp gegen die Na u nich
geling ( gl. Col en 2006: 24). Was du ch Deiche o Übe schwemmung geschü z we den soll, is Land, das
in New O leans übe wiegend un e dem Mee esspiegel lieg , sodass einige Vie el besonde s ge äh de sind.
Nich zu ällig we den Zusammenhänge zwischen de Höhenlage, dem Ausmaß de Flu und e hnische
Zusammense zung eines S ad eils bei de Ka ena bei e iden . Die Schüle können so selbs au die
„soziale Vulne abili ä “ de S ad schließen, die sich in de e hnischen Seg ega ion spiegel . So kann deu lich
we den, dass im al en Süden du chaus nich die Rede on Gleichbe ech igung is , sonde n dass es as den
Anschein ha , „Jim C ow“ sei noch längs nich ausgezogen.
Ein undie es U eils e mögen se z zwangsläu ig um ang eiches Wissen aus physisch-und
humangeog aphischen Pe spek i en o aus, was du ch e schiedene Me hoden sowie übe A bei mi
Ka en und Da en e mi el we den kann, um den Schüle n den ace en eichen Beg i e s ändlich zu
machen.
„Mud, mud, mud … his is a loa ing ci y, loa ing below he su ace o he wa e in a bed o mud…“
(Bone al La obe 1819; zi . nach Campanella 2008)
New O leans lieg in de Küs enebene am Gol on Mexiko in einem Gebie , das on Mai bis Ok obe on
Hu ikans be o en sein kann. Die Küs enebene on Louisiana bie e solchen Na u ge ah en eine e le zliche
Ang i s läche, was im Folgenden ü die on d ei Wasse kö pe n umgebene S ad New O leans knapp
um issen wi d. Die genaue Höhenlage de S ad zu de inie en is au g und de zahl eichen T ans o ma ionen
schwie ig und beda genaue Be ach ung. Gene ell wi d die Lage in den Medien mi ca. 80% un e dem
Mee esspiegel angegeben. Häu ig une wähn bleib jedoch de P ozess de Landabsenkung, de sich in den
le z en 200 Jah en in ensi ie ha . Diese Ve ände ungen sind zum einen au die Un e b echung de
na ü lichen Sedimen a ionsp ozesse des Mississippi du ch an h opogene Übe o mung zu ückzu üh en
(Campanella 2006). Zum ande en lieg die Absenkung an de gene ellen na u geog aphischen
Bescha enhei des Mississippi-Del as und des Sump landes de Küs enebene (Campanella 2006.) Nich nu
die Senkungsp ozesse des Landes in ensi ie en jene Vulne abili ä , auch de Ve lus de o gelage en
Feuch gebie e du ch E osion und wi scha liche Ak i i ä en im Gol on Mexiko nimm de S ad einen
wi ksamen Schu z im Falle eines Hu ikans, da diese „we lands“ die S u mgeschwindigkei eduzie en
können und wie ein Schu zwall ungie en, was du ch ühe e Au zeichnungen beleg is ( gl. an Hee den
2006, Campanella 2006, Col en 2006). Zahl eich o handenes Ka enma e ial übe die
Sedimen a ionsp ozesse und den „Coas al Land Loss“ is sei „Ka ina“ e neu gesich e wo den und
dokumen ie den Ve lus de na ü lichen Ba ie e (z.B. S udien on an Hee den 2006, Campanella 2010,
Col en 2006 und 2009). De Mensch ha le z lich selbe die physische Vulne abili ä induzie .
Die besonde s ge äh de en S ad gebie e haben be ei s in de Ve gangenhei die güns igs en G unds ücke
gebo en, so is schon üh eine Ve eilung de Besiedlung nach Sozials a us und E hnie e olg . Die Reak ion
au diese ungüns igen na ü lichen Bedingungen zeig sich in Schu zmaßnahmen gegen Na u gewal en:
Deiche sollen o Hochwasse schü zen, Kanäle die S ad „en wässe n“ und g oße Wasse schleusen (z.B. Lake
Pon cha ain) die g oßen Wasse massen im Falle eine Flu „managen“. Dass dies ein T ugschluss is , die
Technik den nö igen Wide s and nich leis e , ha „Ka ina“ in New O leans o enba . Das Deichsys em is
kollabie , die S ad ha noch Wochen, nachdem de Hu ikan am 29.08.2005 au Land a , un e Wasse
ges anden. „Ka ina“ ha ganze S ad eile weggespül und die labile Sei e de S ad gezeig : Das

38
Mach allein Schaden klug?
Ka as ophenmanagemen e sag e, E akuie ungsmaßnahmen unk ionie en beg enz ode ga nich , die
Welle on Hil sbe ei scha un e den Ame ikane n konn e nich koo dinie we den. Diese schlech e
O ganisa ion ha sich auch noch Wochen nach dem S u m du ch die Ka as ophe hindu ch gezogen. Sei
dem Wiede au baup ozesses spiegel sich die soziale Vulne abili ä e neu : Einige S ad eile (z. B. F ench
Qua e , Ga den Dis ic ) haben be ei s nach wenigen Wochen kaum Spu en on Ka ina e kennen lassen; im
Lowe 9 h Wa d hingegen wi d auch heu e noch die Be ech igung deu lich, im Hinblick au das
Ka as ophenmanagemen zu disku ie en, ob es sich um „geschei e e Planung ode geplan es Schei e n“
(Cu e & Gall 2008: 353) handel . Das Vie el Lowe 9 h Wa d, das seh ie am Indus ial Canal lieg und
du ch den Deichb uch do besonde s s a k be o en gewesen is , ha zum Zei punk des S u ms zu 98% aus
a oame ikanische Besiedlung bes anden. Das Vie el wa übe wiegend ü Wohn aumnu zung o gesehen
(Kamme baue 2014). Fü das Bild dieses S ad eils is p i a es Eigenheim cha ak e is isch; in de Regel seh
ein ache kleine Häuse , die übe Gene a ionen hinweg in de Familie blieben, sodass da in auch de G und
ü die Ve bundenhei de (ehemaligen) Bewohne zu sehen is („neighbou hood communi ies“). Doch ie
Jah e nach dem S u m sieh es do aus wie in einem Geis e do , da die S ad hie nich in den Wiede au bau
in es ie und nu wenige Menschen wiede ansiedeln können. Die A oame ikane ühlen sich e ieben,
une wünsch und mach los. Hil e gib es nu beding on Non-P o i -O ganisa ionen. Als Beispiel sei hie das
„Make-i -Righ -P ojek “ un e de Schi mhe scha B ad Pi s zu nennen, das geziel im Lowe 9 h Wa d den
Wiede au bau un e s ü z und gleichzei ig meh In es i ionen de S ad in Bildung o de . Vo wü e de
Ve nachlässigung we den lau , gab es doch schon o „Ka ina“ zu wenig ö en liche Schulen im Lowe 9 h
Wa d, sodass die Bewohne kaum Chancen ha en, die hohe A mu s a e zu e inge n und K iminali ä zu
e minde n. Aus de Pe spek i e de S ad is es do jedoch zu ge äh lich; im Falle eine neuen Flu gäbe es
ein ach keinen Schu z ( gl. Logan 2005, Felgen e 2008). Eine e s e Leh e nach Ka ina? Ode geh es doch
um den hohen An eil de a oame ikanischen Be ölke ung? Ein Kon lik , de o dem his o ischen
Hin e g und des al en Südens die Seg ega ionen und ehlende Gleichbe ech igung e iden we den läss . Ein
ande es Beispiel hie ü bie en die ehemaligen „Public Housing P ojec s“, die Wohn aum ü sozial schwache
Bü ge de S ad be ei hal en – auch hie sind die Bewohne zu 99% a oame ikanische Abs ammung. S .
Be na d in de S . Be na d A ea is nach dem S u m geschlossen wo den, weil die Häuse hoch un e Wasse
ges anden haben, was aus Sich de ehemaligen Bewohne , die in No un e kün en und z. T. in ande en
S äd en un e geb ach wo den sind, kein G und ü eine Schließung hä e sein müssen. Was Jakob & Scho b
als „soziale Säube ung“ (2008) bezeichnen, besch eib die S ad e wal ung on New O leans als
Neuges al ung zu einem Mixed-Income-Vie el, wo sich eine Mi elschich e ablie en soll. Po enzielle
Kandida en ü einen Wohn aum können sich bei de ansässigen Haus e wal ungsbehö de bewe ben. Die
Chancen de a oame ikanischen Be ölke ung können – a i ma i o mulie – in de Folge dieses
Ums uk u ie ungskonzep es zusammenge ass we den, wozu de Un e i el on Jakob & Scho b pass : „Wie
New O leans nach de Flu seine Un e schich e ieb.“ (Jakob & Scho b 2008). „Ka ina“ ha Kon lik e
o engeleg , die nach Bohle (Bohle 2007) ein Pa adebeispiel ü den Vulne abili ä sbeg i in d ei Ebenen
lie e n: Ökologie, Technologie, Gesellscha . Auch die Doppels uk u on in e ne und ex e ne Vulne abili ä
is hie e kennba . Soziale Vulne abili ä esul ie auch aus Dispa i ä en in einem Raum, die in de
Jah gangss u e 9/10 häu ig Thema sind. In New O leans i dies in besonde em Maße zu, da zusä zlich ein
Zusammenhang zwischen Ungleichhei en on Räumen (au de Ebene de Vie el) und beispielsweise
ökonomische Vi ali ä e olgen kann, sodass dieses Raumbeispiel ü die De ini ion des Beg i es
Bezugsebenen bie e (Bohle 2007). New O leans ha bis 2005 o z einige Leh s unden (z.B. Hu ikan Be sy)
nich aus o he igen P oblemen gele n , sonde n aus Fehle n die alschen Schlüsse gezogen ( gl. Col en e
al. 2008: 31), was sich schon wie in dem zu o on I o an Hee den gezeichne en Szena io angekündig ha ,
du ch „Ka ina“ 2005 zu Ka as ophe gewo den is und zu eine ande en Wah nehmung dieses Raumes
ge üh ha . Diese Kon lik zwischen Umwel , Mensch und Gesellscha und dem Risiko, mi dem geleb
we den muss, wi d in New O leans/Süd-Louisiana seh deu lich.
Fü die Zukun le nen
Diese Wechselwi kung zwischen na u geog aphischen Gegebenhei en und dem Menschen sowie die
Beschä igung mi den deu lich we denden Kon lik en im Rahmen dieses Un e ich sgegens andes sind
exempla isch ü geog aphische F ages ellungen, die au das Zusammenwi ken zwischen Mensch und Na u
39
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
zielen. Die Menschen in New O leans haben eins du ch die Besiedlung und Umges al ung de Na u eine
e mein liche Beg enzung de selben bewi k , Hu ikan „Ka ina“ jedoch ha umgekeh die De e minie hei
de Bü ge im Falle eine Na u gewal gezeig .
Im Rahmen diese soll den Schüle n eine sei s das Ve s ändnis na ü liche Sys eme e mi el we den, was
übe den Zugang de En s ehung on Hu ikans e olg . Übe die Anwendung de Kenn nisse au das
Fallbeispiel Ka ina wi d Bezug genommen au das Raumbeispiel New O leans in No dame ika ( gl.
Niede sächsisches Kul usminis e ium KC 20085), ü das die Schüle na u geog aphische Gegebenhei en
e a bei en und diese au die Bedingungen und He aus o de ungen ü Menschen beziehen. In de zwei en
S unde se zen sich die Schüle au de Basis diese Lagebeziehung mi de No wendigkei , abe auch mi den
G enzen isikominimie ende Maßnahmen auseinande und e kennen, dass die Menschen in Louisiana mi
dem Risiko leben müssen, da auch Schu zmaßnahmen wie Deiche nich o den Na u gewal en schü zen.
Somi we den Aspek e aus den Kompe enzbe eichen „Fachwissen“, „Räumliche O ien ie ung“ und
„Beu eilung und Bewe ung“ in einem neuen und komplexe en Kon ex ainie und hema isch um
mögliche Folgen wie e hnische Seg ega ion, Dispa i ä en, P obleme bei de Wiede he s ellung eines Raumes
e wei e (KC 2008). Dahe wi d ande e sei s und übe wiegend gemäß de An o de ung an die
Jah gangss u en 9/10 das Ve s ändnis ü humangeog aphische – in e s e Linie gesellscha liche – P ozesse
geschul , da die Schüle sich au einem hohen Ni eau mi e hnische Seg ega ion und einem scheinba
unlösba en Kon lik im Wiede au bau de S ad auseinande se zen, bei dem die Na u bzw. Umwel du ch die
physische Vulne abili ä de S ad auch imme eine Rolle spiel .
Da de Schwe punk in de Jah gangss u e 9/10 au de unk ionalen Be ach ungsweise komplexe Mensch-
Umwel -Beziehungen lieg , e schein es sinn oll, den eigen lich schwie igen Beg i „Vulne abili ä “ in das
Un e ich sgeschehen zu in eg ie en, da e auch bei den noch olgenden Themen (Klimawandel,
Ressou cenmanagemen e c.) genu z we den kann. In den o ges ell en Un e ich ss unden is e zum
einen s uk u gebend, zum ande en no wendig im Hinblick au die Kompe enzschulung in diese
Ku zeinhei , in de das Beu eilen und Bewe en im Vo de g und s ehen soll und somi de unk ionalen
Be ach ungsweise ge ech wi d (KC 2008). Die Schüle e schließen be ei s in S unde I eine Dimension de
Ve wundba kei on Räumen (physisch). Dass ein Raum im P inzip jedoch e s ulne abel wi d, wenn de
Mensch be o en is , s ell den unabdingba en Zusammenhang zu Mensch-Umwel -P oblema ik he aus,
womi de Un e ich sgegens and dem Säulenp inzip de „mode nen Geog aphie-Didak ik“ en sp ich :
„Die Deiche ha en beim Hu ikan ‚Ka ina‘ e sag . Die Op ionen lau en nun: die S ad in Teilen ode
ganz au geben ode die Deiche e s ä ken und den nächs en Hu ikan abwa en. Die En scheidung äll
nich ein ach na u wissenscha lich/hyd ologisch aus, sonde n ingenieu s echnisch, poli isch,
ökonomisch und sozial.
Sie äll abe im Ve häl nis zu Na u , die dazu in Teilen in das Handeln
einbezogen wi d.
[He o hebung V.R.] Deshalb sp ich man in de mode nen Geog aphie on den
gesellscha lichen Na u e häl nissen, die in eine „D i en Säule“ im Fach konzep ionell un e such und
behandel we den.“ (Rhode-Jüch e n 2009: 12).
Einige S ellen de Un e ich seinhei e o de n zwei elsohne we eo ien ie es Denken. Die
Subjek o ien ie ung is auch eine wesen liche Vo ausse zung zu In ensi ie ung des U eils e mögens
(Ho mann 2012, Meye & Felzmann 2012, Wilhelmi 2010).
In diesem Kon ex sind bei de un e ich lichen Planung auch Themenkomplexe aus de neu odidak ischen
Fo schung seh dienlich, insbesonde e die E kenn nisse zu dem sogenann en dekla a i en Gedäch nis.
Dieses wi d wiede um in ein seman isches, das ü die Speiche ung on Fak en und Da en zus ändig is , und
ein episodisches Gedäch nis un e eil , das sich au bildha e Vo s ellungen, E ah ungen und Emo ionen
bezieh . Le z e es spiel eine wich ige Rolle: „Fü Behal ensp ozesse auch und ge ade im Be eich des We e-
Le nens sind episodische Zugänge besonde s wich ig.“ (Schi p 2009: 250). Basie end au diese E kenn nis is
die me hodische Ges al ung de hie skizzie en Un e ich s eihe zu de Ve wundba kei New O leans‘ s a k
an eal exis ie enden Pe sonen sowie de en Schicksale o ien ie .
Fü die Schulung de Beu eilungs- und Bewe ungskompe enz bie e sich das Thema diese
Un e ich seinhei seh gu an, denn: „Dabei haben sich Themen und F ages ellungen bewäh , die
au hen ische und he aus o de nde P obleme, mul iple Kon ex e mi iel äl igen und kon o e sen
Pe spek i en au g ei en und keine eindeu igen Lösungen zulassen.“ (Coen & Ho mann 2010: 10). Die Schüle
5 Im Folgenden abgekü z als KC 2008.
40
Mach allein Schaden klug?
bea bei en mi New O leans ein au hen isches Fallbeispiel, können aus e schiedenen Pe spek i en
E kenn nisse und gegensä zliche Posi ionen kennen le nen, mi zu e lässigen Da en a bei en und au diese
Basis übe den Kon lik in New O leans bewe end disku ie en. Die Schüle we den keine Lösung inden
können. Diese Dissens soll sich jedoch als p oduk i e weisen, indem das Bewuss sein ü
Raum e an wo ung in ensi ie wi d. Die o als Schwie igkei wah genommenen P inzipien Kon o e se
und Meh dimensionali ä e weisen sich im Hinblick au das T aining de Bewe ung als no wendig und
gewinnb ingend, so können die Schüle wei e üh ende F agen zu Vulne abili ä de S ad New O leans
en wickeln (Coen & Wenz 2012).
Posi i wi d sich das In e esse de meis en Schüle sowohl an den USA als auch an „Na u ka as ophen“
auswi ken, was du ch eine In e essens udie beleg is (Hemme & Hemme 2010).
Bishe ige Leh en ü zukün iges Leh en
„Naja, also eine Ka as ophe is das ja eh e s , wenn es wi klich Op e und so ich ig g oßen Schaden gib ,
ansons en is so ein S u m ja eine na ü liche Sache.“ (Ma is, 14).
Ja! Eine solche Schüle äuße ung üh auch im Gesp äch mi 14-16jäh gigen schon zu eine Diskussion übe
den Ka as ophenbeg i und bes ä ig zudem, dass so komplexe Beg i e eine in ensi en Be ach ung
bedü en.
Die oben skizzie en didak ischen Schwe punk e sind in ih en G undzügen übe agba au ande e
Fallbeispiele. Exempla isch is hie eine Un e ich s eihe zum Raumbeispiel No dos indien zu nennen, e ne
auch die Übe schwemmungsp oblema ik in Bangladesch. Es is deu lich gewo den, dass Schüle bei de
langsamen E schließung des Beg i s diesen in seinen Face en e assen können. Bei den bishe igen
Du ch üh ungs e suchen mi un e schiedlichen Le ng uppen ha sich de di ek e Bezug zu den ealen
Fallbeispielen aus dem Lowe 9 h Wa d und dem di ek en Pe sonenbezug als hil eich e wiesen. Diese
Zugang, de das episodische Gedäch nis ansp ich , schein hie le n ö de lich ü die E assung des Beg i es
zu sein. Bishe gib es jedoch als Da enma e ial, anhand dessen die Ve mu ung gep ü we den kann,
lediglich sch i liche Bea bei ungen on Schüle n aus d ei Le ng uppen, in denen die Ve wendung des
Beg i es „Vulne abili ä “ analysie wi d, sowie E gebnisse aus dem Un e ich , in dem die Schüle innen und
Schüle eine neun en Klasse an einem niede sächsischen Gymnasium eine Podiumsdiskussion du ch üh en
und so mündlich den Te minus in das Gesp äch einb ingen. Somi handel es sich um e s e Eind ücke, die
abe eine wei e en Übe p ü ung bedü en. Basis is eine eigens konzipie e Ku zeinhei zum Thema, in die
Da en- und Bildma e ial in eg ie wu de, das zum Teil aus einem S udienp ojek o O he o gegangen is .
Fes s eh , dass Beg i e wie Risiko, Vulne abili ä , Ka as ophe, Anpassungskapazi ä du chaus auch Thema in
de Schule sind und nun auch in gängigen Schula lan en au e en. Ge ade im Sinne eine Bildung, die junge
Menschen au zukün ige P ozesse au de E de o be ei en soll, is es wich ig, sie mi genann en Beg i en
und de en Geb auch e au zu machen. Dass die De ini ion on Vulne abili ä eilweise nich ganz
eindeu ig is bzw. es e schiedene Au assungen gib , soll die Idee de In eg a ion in den Schulun e ich
o e s nich angie en - wich ig ü die Ve mi lung is eine kla e kennba e S uk u , anhand de e ein
Fallbeispiel als Un e ich sgegens and ü Jugendliche au be ei e we den kann.
Li e a u e zeichnis
Bohle, HG 2007, ‚Geog aphien de Ve wundba kei en‘, Geog aphische Rundschau, ol. 59, no. 10, pp. 20-25.
Campanella, R 2010, Del a U banism., Ame cian Planning Associa ion, Chicago, Washing on.
Campanella, R 2008, Bien illes Dilemma. A his o ical geog aphy o New O leans, Cen e o Louisiana S udies,
La aye e.
Campanella, R. 2006, Geog aphies o New O leans, Cen e o Louisiana S udies, La aye e.
Coen, A & Wenz, H 2012, ‚Hu ikan ‚I ene‘. Mi dem Kompe enze we bsschema Geog aphieun e ich
planen‘,Geog aphie und Schule, ol. 36, no.95, 2/2012, pp. 14-20.
Coen, A & Ho mann, KW 2010, ‚Beu eilen und Bewe en. Schlüsselkompe enzen eines mode nen
Geog aphieun e ich s‘, P axis Geog aphie, ol. 5, pp.10-11.
Col en, C.2009, Pe ilous Place, Powe ul S o ms. Hu icane P o ec ion in Coas al Louisiana, Uni e si y P ess o
Mississippi, Jackson.
Col en, C. 2006, An Unna u al Me opolis. W es ing New O leans om Na u e, Uni e si y P ess, Ba on Rouge.
Cu e , S & Gall, M. 2008, ‚Hu ikan Ka ina – geschei e es Planen ode geplan es Schei e n?‘, in Na u isiken
und Sozialka as ophen, eds Felgen e , C & Glade, T, Heidelbe g: Sp inge , Be lin, pp. 352-366.
Die cke 2015, Wel a las, Wes e mann, B aunschweig.
41
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Felgen e , C. 2008, ‚Wiede au bau nach Ka as ophen‘,, in Na u isiken und Sozialka as ophen, eds
Felgen e , C & Glade, T, Heidelbe g: Sp inge , Be lin, pp. 281-294.
Hemme , I.& Hemme , M 2010, Schüle in e esse an Themen, Regionen und A bei sweisen des
Geog aphieun e ich s. E gebnisse de empi ischen Fo schung und de en Konsequenzen ü den Un e ich ,
Hochschul e band ü Geog aphie und ih e Didak ik e.V. (Selbs e lag), Weinga en.
Ho mann, KW. 2012, ‚Schulgeog aphie – quo adis? Zu Gesellscha s ele anz eines s anda dbasie en
Geog aphieun e ich ‘, in Geog aphie ü eine Wel im Wandel, eds Fassmann, H & Glade, T, 57.
Deu sche Geog aphen ag 2009 in Wien. Ve ö en lich du ch Vienny Uni e si y P ess in Gö ingen:
V&R unip ess.
Jakob, C & Scho b, F 2008, Soziale Säube ung. Wie New O leans nach de Flu seine Un e schich e ieb, Un as ,
Müns e .
Kamme baue , M. 2014, ‚Asymme ische Wiede au bau nach Ka as ophen. Das Lowe Nin h Wa d in New
O leans nach O kan Ka ina‘, in Raum o schung und Raumo dnung, ol. 72, no. 5, pp. 427-439.
Logan, J. 2005, The Impac o Ka ina: Race and Class in S o m-Damaged Neighbo hoods. Ab u ba im In e ne :
h p://www.s4.b own.edu/ka ina/ epo .pd [29.07.12].
Meye , C & Felzmann, D 2011, ‚Was zeichne ein gelungenes e hisches U eil aus? E hische U eilskompe enz
im Geog aphieun e ich un e de Lupe‘, in Geog aphische Bildung. Kompe enzen in didak ische
Fo schung und Schulp axis, eds Meye , C, Hen y, R & S öbe , G, Bildungshaus Wes e mann
Schulbuch e lage, B aunschweig, pp. 130-146.
Niede sächsisches Kul usminis e ium 2008, Ke ncu iculum ü das Gymnasium. E dkunde. Schuljah gänge 5-10.
Ab u ba un e : h p://db2.nibis.de/1db/cu o/da ei/kc_gym_e dk_08_nib2.pd [28.07.2012,.
Rhode-Jüch e n, T 2009, Eckpunk e eine mode nen Geog aphiedidak ik. Hin e g undbeg i e und Denk igu en,
Kle /Kallmeye , Seelze-Velbe .
Schi p, H 2009, ‚‘Wie le n unse Gehi n We e und O ien ie ungen? Neu odidak ische Zugänge zu
En wicklung we o ien ie e E ah ungen und Kompe enzen‘, in Neu odidak ik. G undlagen und
Vo schläge ü gehi nge ech es Leh en und Le nen, ed He mann, U., 2nd ed ion, Bel z, Weinheim und
Basel, pp. 246-260.
Van Hee den, I 2006, The S o m. Wha wen w ong and why du ing Ka ina. The Inside-S o y om he Louisiana
Scien is , Penguin G oup, New Yo k.
Wilhelmi, V. 2010, ‚Wo soll das hin üh en? U eils indung mi de „Dilemma-Me hode.“‘, in P axis Geog aphie,
ol. 5/2010, pp. 37-39.
48
Mach allein Schaden klug?
Abbildung 5: Dominoe ek e können eine Vielzahl on Folgee eignissen auslösen;
Quelle: PublicDomainPic u es, www.pixabay.com
Abbildung 6: Mögliche be ei s abschä zba e s a egische Schocke eignisse;
Quelle: Eigene Da s ellung
Mi le weile gib es eine Reihe on möglichen und ealis ischen Szena ien (Abb. 6), die du ch sys emische
Risiken ausgelös we den können. Wesen lich is dabei, dass as imme unse e K i ische In as uk u on
einem solchen s a egischen Schocke eignis be o en wä e, da es en sp echende Wechselwi kungen und
Abhängigkei en gib (Komplexe Sys eme). S a egische Schocks sind E eignisse, die äuße s sel en
o kommen, jedoch e no me Auswi kungen e wa en lassen. Nassim Taleb ha da ü den Beg i de
„Schwa zen Schwäne“ gep äg . E üg noch hinzu, dass de a ige E eignisse im Nachhinein imme ein ach zu
e klä en sind, o he abe nich e kann ode igno ie we den (Taleb 2013b).
Ein Finanzkollaps hä e e wa e hebliche Auswi kungen au die zahl eichen In as uk u baus ellen de
Ene giewende. Umgekeh könn en Blackou s – übe egionale und länge andaue nde S om- und
In as uk u aus älle – zu wei eichenden Wi scha s- und Finanzk isen üh en. Du ch die ielschich ige
Ve ne zung können sich s a egische Schocks häu ig ein ach au ande e Sys eme ausb ei en (Dominoe ek e)
– au die Gesellscha , au Un e nehmen, au ande e In as uk u be eiche bzw. au so gu wie alles, was
dami e bunden is . Dabei gib es eine Reihe on Falls icken, die diese Ausb ei ung begüns igen.
Ein Beispiel is die Jus -in-Time/Jus -in-P ozess-Logis ik, die einen seh hohen Synch onisa ionsg ad e o de
und dahe seh s ö an ällig is , wenn wich ige Ke engliede zei gleich aus allen. Dies is im All ag kaum

49
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
spü ba , da kleine S ö ungen behe sch we den. Alle dings sind die Auswi kungen eines möglichen
Blackou s au diesen Be eich kaum abschä zba (Cas i 2012, Sau ugg 2012a, 2012b).
De wi scha liche D uck zu Op imie ung und E izienzs eige ung ha mi le weile zu eine Reduk ion de
Robus hei on Sys emen ge üh , da wich ige Redundanzen, Rese en und Pu e imme häu ige
eingespa we den (Wachs umspa adigma) (Dueck 2010). Dami sink die Fähigkei , mi g öße en
S ö ungen umgehen zu können.
Besonde s b isan sind die En wicklungen im Be eich de K i ischen In as uk u , on denen unse
Gemeinwesen ganz e heblich abhängig is . Du ch imme au wendige e und undu chsich ige e echnische
Lösungen und du ch die s eigende Ve ne zung scha en wi imme g öße e Ve wundba kei en, ohne uns
dessen bewuss zu sein ode da ü einen Plan B zu haben. Technische Siche ungen gegen Ka as ophen
e schieben häu ig nu den k i ischen Punk , an dem ein Sys em in die Ka as ophe kipp (Ossimi z e al.
2006, Beck 2008).
Ein wei e e Falls ick is , dass wi in den le z en Jah zehn en in unse e mi eleu opäischen Gesellscha seh
s abile und kons an e Ve häl nisse e leben du en. Dahe bes eh kaum ein Bewuss sein, dass die gesam e
Menschhei sgeschich e und auch heu e noch de G oß eil de Wel on Va iabili ä und zyklischen
En wicklungen gekennzeichne wa en und sind. Wi haben in den e gangenen Jah en in ielen Be eichen
wich ige Au angne ze eduzie , was uns wiede um an ällige gegenübe g öße en S ö ungen mach . Ob
dies den Finanzsek o , die Ene gie- und Rohs o e so gung, das eu opäische S om e so gungssys em, eine
Pandemie ode auch die möglichen Auswi kungen des Klimawandels be i , es gib eine Vielzahl an
po enziellen E eignissen, die uns ü s a egische Schocks an ällig machen. Dabei sind in Anbe ach de
möglichen Konsequenzen und de gesellscha s e ände nden Auswi kungen Wah scheinlichkei en
i ele an (Taleb 2013b).
Die Konsequenzen sind umso schwe wiegende , je sel ene ein E eignis ein i , und des o schwie ige is
eine analy ische Einschä zung. En scheidend is nich , dass jemand ein E eignis „ o he sag “, sonde n dass
diese „Vo he sage“ mi Konsequenzen e bunden is . Dahe is es no wendig, dass Sys eme und ih e
F agili ä analysie we den und nich Einzele eignisse ode einzelne Elemen e eines Sys ems (Taleb 2013a).
Eine Vo gangsweise, die heu e wei gehend nich üblich is (Zu ich 2014).
Ein bekann es Beispiel zu Illus a ion de Fehleinschä zung on Risiken is die sog. T u hahn-Illusion (Abb.
7): Ein T u hahn, de Tag ü Tag on seinem Besi ze ge ü e wi d, ha nich die ge ings e Ahnung, was am
Tag X passie en wi d. E muss au g und seine posi i en E ah ungen annehmen, dass die Wah scheinlichkei ,
dass e was g a ie end Nega i es passie , on Tag zu Tag kleine wi d. Am Tag o Thanksgi ing wi d jedoch
ein en scheidende Wendepunk ein e en, mi en sp echend a alen Folgen ü den T u hahn. Die T u hahn-
Illusion s eh zudem ü die Übe zeugung, dass sich jedes Risiko be echnen läss , obwohl dies nich möglich
is (Gige enze 2013, Taleb 2012).
Dabei spiel auch eine Rolle, dass das Nich o handensein on Beweisen mi einem Beweis ü ein
Nich o handensein e wechsel wi d. Es is da on auszugehen, dass o de g ündig s abile Sys eme agile
sind, als Sys eme, in denen häu ige S ö ungen au e en (Ve ne zung und Lebens ähigkei ). Da übe
hinaus wi d übe sehen, dass de sogenann e schlimms e Fall zu de Zei , da e sich e eigne e, schlimme wa
als de damals e wa e e „schlimms e Fall“ (Taleb 2013a).
50
Mach allein Schaden klug?
Abbildung 7: Die T u hahn-Illusion als Folge eines linea en, e gangenhei so ien ie en Denkens;
Quelle: Eigene Da s ellung
Exponen ielle En wicklungen
Un e ande em spielen bei de Un e schä zung de Auswi kungen exponen ielle En wicklungen eine
en scheidende Rolle (Abb. 8), die mi linea em Denken nu schwe e assba sind, wie olgende Legende zum
Ausd uck b ing : De E inde des Schachspiels ha e einen Wunsch ei. E wünsch e sich on seinem König
olgende o de g ündig seh bescheidene Belohnung: Fü das e s e Feld des Schachb e es ein Ko n, ü das
zwei e zwei Kö ne , ü das d i e ie Kö ne und bei jedem wei e en Feld doppel so iele wie au dem
o he igen Feld. Diese Wunsch wa jedoch nich e üllba . 2^64 en sp ich e wa 18 T illionen
Weizenkö ne n, ode und 100 Millia den Lkw-Ladungen Ge eide, was mi säm lichen Wel e n en sei
Beginn des Ge eideanbaus nich abdeckba wä e (Wikipedia: h p://de.wikipedia.o g/wiki/Sissa_ibn_Dahi
(16.09.15)). In e ne z en Sys emen s eig die Möglichkei de Wechselwi kungen exponen iell an, womi die
S eue ba kei d as isch sink (Kleine U sache, g oße Wi kung).
Dynamik
Mi de Ve ne zung s eig auch die Dynamik in einem Sys em. Diese bezeichne die Ände ungen alle
Sys emzus ände übe die Zei . Ein dynamisches Sys em s eh niemals s ill, es leb . Dahe sind Analysen
imme nu ein Ausschni zum Zei punk X, was sich bei de Planung ode Du ch üh ung on
Sys emeing i en meis ens nega i auswi k , da sich das Sys em ja lau end wei e e ände .
51
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Abbildung 8: Exponen ielle En wicklungen am Beispiel 2^x. Komm e wa in de IT-Wel zum T agen;
Quelle: Eigene Da s ellung
Eme genz
Eine wei e e Rolle spiel die s eigende Eme genz in komplexen Sys emen. Diese üh zu spon anen
He ausbildung on neuen Sys emeigenscha en ode S uk u en du ch das Zusammenspiel de
Sys emelemen e und de Rückkoppelungen. Die Eigenscha en de Sys emelemen e lassen dabei keine
Rückschlüsse au die eme gen en Eigenscha en des Sys ems zu. So sind e wa die Elemen e Saue s o und
Wasse s o b ennba . Ve ein im Wasse molekül kann Wasse zum Feue löschen e wende we den.
Zusä zlich komm es zu spon anen Selbs o ganisa ion, eine S eue ba kei , wie wi sie on linea en Sys emen
(„Maschinen“) kennen, is nich meh möglich. Komplexe P obleme lassen sich dahe nich in Teilp obleme
ze legen, um diese dann zu analysie en und anschließend wiede zu eine Gesam lösung zusammenzu ügen.
Rückkoppelungen
In komplexen Sys emen komm es zu posi i en und nega i en Rückkoppelungen. Posi i e Rückkoppelungen
wi ken selbs e s ä kend (meh üh zu meh ). Sie sind zwa ü einen S a ode ü ein Abb emsen wich ig,
jedoch au Daue schädlich. Nega i en Rückkoppelungen wi ken hingegen s abilisie end (meh üh zu
wenige ). Beide A en sind ü die Selbs s eue ung on komplexen Sys emen no wendig (Ves e 2011).
Ge ade am Finanzma k komm es imme wiede du ch posi i e Rückkoppelungen zu Blasenbildungen und
C ashs. De Ku s s eig und dami auch das In e esse an den Papie en, womi wiede de Ku s s eig . Abe
eben nich unendlich (Ve ne zung und Lebens ähigkei ). Und diese Zei punk is nie o he sagba
(Komplexe Sys eme). Auch wenn imme wiede mi ma hema ischen Modellen e such wi d, nega i e
En wicklungen o he zusagen, blieben bislang säm liche Ve suche e olglos. Menschen neigen gene ell
dazu, E olge au eigenes Können und Misse olg au äuße e Ein lüsse und Pech zu ückzu üh en. Dass es
e was mi Zu all und Glück zu un haben könn e, wi d in de Regel ausgeschlossen (Taleb 2013b). Wenn man
diese Mechanismen kenn , kann man sie auch nü zen. Das ha abe nich s mi eine e mein lichen
Be echenba kei zu un.
52
Mach allein Schaden klug?
Abbildung 9: S eue ung e sus Regelung
Quelle: Eigene Da s ellung
Ko ela ion e sus Kausali ä
Ein ande e I um en s eh , indem Ko ela ionen ge ne mi Kausali ä en gleichgese z we den
(Ku z is ige Ak ionismus e sus lang is ige Ziele). Die Ko ela ion besch eib eine Beziehung zwischen
un e schiedlichen E eignissen, Zus änden ode Funk ionen. Dabei muss keine kausale Beziehung bes ehen.
Kausali ä hingegen bezeichne einen na u gese zlichen, ep oduzie ba en Zusammenhang zwischen
U sache und Wi kung. Ein kausales E eignis ha eine es e zei liche Rich ung, die imme on de U sache
ausgeh , au die die Wi kung olg , was dahe in komplexen Sys emen mi lau enden Rückkoppelungen zu
Fehlschlüssen e lei e (Komplexe Sys eme) (Dueck 2015, Taleb 2013a).
So kann es zwa zwischen dem Rückgang de Gebu enanzahl und de Abnahme on S ö chen in eine
Region eine Ko ela ion geben, abe siche keine Kausali ä .
Ku z is ige Ak ionismus e sus lang is ige Ziele
Unse Wi scha ssys em bzw. die Ve olgung des Wachs umspa adigmas üh dazu, dass in ielen Be eichen
nu seh ku z is ig und auch ku zsich ig geplan und gehandel wi d (Wachs umspa adigma). Die
zunehmend au Kennzahlen ge iebene Be ach ung e lei e zu Ak ionismus. De Be ach ungsho izon
wi d au ku z is ige E olge eingesch änk , die lang is ige Lebens ähigkei bleib außen o . Ak ionismus
inde mi le weile as übe all s a , da e gesellscha s ähig gewo den is . S a die U sache eines P oblems
zu suchen und do anzuse zen, wi d häu ig nu eine Symp ombehandlung du chge üh , da diese asch
angewand we den kann und ein schnelles („ e ma k ba es“) E gebnis lie e . Fundamen ale Lösungen
hingegen üh en ku z is ig häu ig zu Nach eilen und b ingen e s lang is ig einen posi i en Nu zen bzw.
Meh we (Ossimi z e al. 2006) (E olu ionä e P ägungen).
Ob das eine nich e olg e Ve assungs- ode Ve wal ungs e o m, eine Bildungs-, eine Gesundhei swesens-
ode eine Pensions e o m is , die Beispiele können lange o gese z we den. Abe auch
Hochwasse schu zdämme ode Lawinenschu zbau en sind o wiegend eine Symp ombehandlung. Auch
hie e g öße n sich die Komplexi ä slücken. Sowie das bloße Ausschal en on Wa nein ich ungen keine
Ge ah en besei ig , wie e wa auch die Ölka as ophe im Gol on Mexiko 2010 einmal meh gezeig ha .
Wachs umspa adigma
Eine wesen liche Rolle bei ielen nega i en En wicklungen spiel unse scheinba unums ößliches
Wachs umspa adigma, dem sich quasi alles ande e un e zuo dnen ha . Dem Menschen is es imme wiede
gelungen G enzen auszudehnen. Ob beim Be ölke ungswachs um ode bei dem Ressou cen o kommen,
imme wu den die E wa ungen deu lich übe sch i en. Eine wei e e Möglichkei ku z is ig wei e wachsen
bzw. gu e Zahlen lie e n zu können bes eh da in, Rese en und Redundanzen zu eduzie en, ode
Wa ungsin e alle hinauszuzöge n. Ob dies jedoch lang is ig nachhal ig is , zeig sich e s in de Zukun .
Bis dahin gil die bishe ige E kenn nis, dass ein Sys em, das zwingend pe manen es Wachs um b auch , nich
nachhal ig exis ie en kann und dahe selbs seinen eigenen Un e gang he bei üh (Ossimi z e al. 2006,
Ves e 2011).
In de Na u gib es kein unbeg enz es, sonde n nu ein zyklisches bzw. s- ö miges Wachs um, da dieses
selbs ze s ö e isch wi k . Tumo e s ellen bishe den e olglosen Gegen e such da (Ves e 2011).
53
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
S- ö miges Wachs um
S- ö miges Wachs um beginn langsam, s eig nach eine länge en Pe iode exponen iell an und lach dann
wiede ab (Abb. 10). Ob du ch Angebo und Nach age, Ressou cen e knappung ode Beu e-
Räube e häl nisse, ausschlaggebend sind imme selbs egulie ende Regelk eise (Rückkoppelungen). Ein
wei e es Wachs um is nu übe einen neuen Zyklus (e wa du ch eine neue Technologie) möglich, de
ech zei ig anges oßen we den muss. Die küns liche Ausdehnung des exponen iellen Wachs ums üh e
bishe imme zum Sys emkollaps.
Abbildung 10: S- ö miges Wachs um
Quelle: Ves e , 2011
Menschen neigen dazu, diesen Mechanismus zu igno ie en. Was du chaus auch eine Zei lang gu gehen
kann, da Sys emg enzen dehnba und Sys eme gene ell elas isch sind (Sys eme). Diese E olg üh abe
zu eine Selbs übe schä zung de eigenen Fähigkei en, mi meis lang is igen nega i en Folgen
(Zei e zöge e Wi kungen). So haben e wa langjäh ige Ma k üh e wie Kodak im Be eich de analogen
Fo og a ie ode Nokia im Be eich de Mobil ele one de a ige En wicklungen (Digi al o og a ie bzw.
Sma phones) un e schä z . Kodak is Geschich e, Nokia spiel gegenübe seine ühe en Rolle nu meh ein
Scha endasein. Eine in ensi e Landnu zung üh zwa ku z is ig zu meh Wachs um und Ou pu , üh abe
zu eine Ressou cenübe nu zung und dami zum Rückgang ode zu olls ändigen Ze s ö ung de
Nu zba kei .
Abe auch undamen ale gesellscha liche Wei e en wicklungen en s ehen meis e s dann, wenn das Al e
un e gegangen is („Schöp e ische Ze s ö ung“). Auch Inno a ion üh gene ell dazu, dass bishe ige
Lösungen obsole we den ode mi wei wenige Ressou cenau wand bewäl ig we den können. Dies wi d
häu ig übe sehen und üh dann zu unangenehmen Übe aschungen, obwohl es sich imme um dieselben
Gese zmäßigkei en handel (Dueck 2010). En wede es geling ein ech zei ige Neuan ang und Übe gang,
ode es komm zu einem ab up en Ende (Ves e 2011).
Zei e zöge e Wi kungen
Eine wei e e Rolle spielen zei e zöge e Wi kungen. Dinge, die in de Fe ne liegen, sind ü uns schwe
abschä zba (E olu ionä e P ägungen). He zk eislau e k ankungen, Übe gewich und iele ande e
Wohls andsk ankhei en basie en au jah - wenn nich jah zehn elangem Fehl e hal en. Abe nich nu im
pe sönlichen Be eich haben wi dami Schwie igkei en. Auch de Klimawandel en s eh übe iele
Jah zehn e, zue s schleichend und dann imme schnelle . Es komm zu einem exponen iellen Ans ieg de
Auswi kungen, die i e e sible sind (Exponen ielle En wicklungen, - ö miges Wachs um).

54
Mach allein Schaden klug?
Ein ande es Beispiel s amm aus de IT-Wel , wo es in den e gangenen Jah en zu einem exponen iellen
Ans ieg in de Quali ä und Quan i ä de Zwischen älle gekommen is . Und wie es schein , is dami das
Ende noch nich e eich , ganz im Gegen eil. Das, was uns noch be o s ehen könn e, wü de alles Bishe ige in
den Scha en s ellen. Ein in as uk u elle Sys emkollaps is keine U opie (Zu ich 2014, Cas i 2012, G ü e
2013).
Auch das eu opäische S om e so gungssys em wi d on de Ö en lichkei wei gehend unbeach e imme
häu ige an de Belas ungsg enze be ieben. Die unsys emischen Eing i e de deu schen Ene giewende
agen dabei wesen lich zu Des abilisie ung bei (Ku z is ige Ak ionismus e sus lang is ige Ziele,
Komplexe Sys eme). Eine eu opäische G oßs ö ung („Blackou “) au G und eines Sys em e sagens schein
nu meh eine F age de Zei zu sein (Sau ugg 2012b).
Kleine U sache, g oße Wi kung
In hoch e ne z en Sys emen können kleine U sachen e hee ende Auswi kungen auslösen. So gib es e wa
noch imme die Nachwi kungen de ame ikanischen Immobilienk ise 2007. Nachdem die U sachen nich
behoben wu den, is da on auszugehen, dass die nach olgenden K isen noch he ige aus allen we den
(Ve ne zung und Lebens ähigkei ). Die Wechselwi kungen des hoch e ne z en Finanzsys ems wu den
und we den dabei iel ach un e schä z (Cas i 2012, Renn 2014, Taleb 2012).
Alle g oßen Blackou s de e gangenen Jah e (auße halb Eu opas) wu den du ch die Kumula ion meh e e
kleine E eignisse zum alschen Zei punk ausgelös . Eu opa is bishe da on e schon geblieben, was abe
leide keine Ga an ie ü die Zukun is (T u hahn-Illusion, Ve ne zung und Lebens ähigkei ) (Sau ugg
2012b).
Ein seh plas isches Beispiel sind auch Lawinen. Diese we den du ch kleine S ö ungen ausgelös . Du ch
selbs e s ä kende Rückkoppelungen en s eh die e hee ende und gleichzei ig i e e sible Wi kung.
Na ü lich gib es auch posi i e Beispiele ü kleine U sache, g oße Wi kung. E wa die zu ällige En deckung
on Penizillin, die massi e Auswi kungen au die Mo ali ä ha e. Ebenso kann hie das Pa e o-P inzip
he angezogen we den. Mi 20% des Au wandes 80% des E olges e eichen bzw. umgekeh , 80% des
Au wandes ü 20% des E olges.
E olu ionä e P ägungen
Bei menschlichen Handlungen spielen imme e olu ionä gep äg e Mus e eine Rolle. So neigen wi e wa
dazu, liebe ku z is ige E olge als einen lang is igen Meh we in Kau zu nehmen. In de Psychologie wi d
da ü de Beg i „Belohnungsau schub“ e wende . Dabei wi d au eine unmi elba e (ans engungslose)
Belohnung zu Guns en eine g öße en Belohnung in de Zukun e zich e , die alle dings en wede e s
du ch Wa en ode du ch o he ige Ans engung e lang we den kann. Dieses Phänomen kann heu e in
ielen Be eichen, e wa bei poli ischen En scheidungen, beobach e we den (Ku z is ige Ak ionismus
e sus lang is ige Ziele). Was e olu ionä du chaus Sinn gemach ha , s ell heu e häu ig einen lang is igen
Nach eil da (Klingholz 2014, Dueck 2010).
Eine ande e P ägung is , dass beim Tod eine g oßen G uppe iel meh Be o enhei en s eh , als wenn die
gleiche Anzahl on Pe sonen e eil s i b . Auch das is his o isch nach ollziehba , bed oh e de Tod eine
g öße en G uppe eine Sippe doch die Übe lebens ähigkei de ganzen Sippe. Das gil heu e nich meh .
Dennoch eagie en wi nach wie o nach diesem Mus e . So kamen e wa au ame ikanischen S aßen im
Jah 2002 und 1.500 Menschen meh ums Leben als in den Jah en zu o . Viele Menschen ü ch e en sich
nach 9/11 o dem Fliegen und a en die Reise liebe mi dem Au o an. Ein a ale I um (Ves e 2011). Seh
iel wu de sei he auch in die (Flug-)Siche hei in es ie . Gleichzei ig haben wi jedoch zugelassen, dass in
den le z en Jah en unse e Gesellscha im in as uk u ellen Be eich um ein Viel aches e wundba e
gewo den is .
Du ch den Klimawandel sind auch in unse en B ei en in Zukun e s ä k länge e Hi zephasen zu e wa en.
Bishe ige Auswe ungen haben e geben, dass es wäh end solche Hi zewelle zu einem massi en Ans ieg de
Mo ali ä komm bzw. dass es in den le z en 50 Jah en in Eu opa die meis en Todesop e in olge on
Hi zewellen gab. Gleichzei ig gib es dazu abe kaum ein ö en liches Bewuss sein. Dies is wohl auch da au
zu ückzu üh en, dass kein Einzele eignis zum Massenan all üh , sonde n dass es sich um einen
„schleichenden“ P ozess handel , wo noch dazu die Todesu sache nich imme eindeu ig eine U sache
zuo denba is (→
Ein aches U sache-Wi kungsdenken).
55
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Zum ande en üh en Du chschni swe e zu alschen E wa ungen, wie e wa beim Ans ieg de globalen
E de wä mung in Folge des Klimawandels. Viel wesen liche sind die e wa ba en Va ianzen (z.B.
Ex emwe e e eignisse), die sich besonde s au lokale Ebene auswi ken und auch die e o de lichen
Bewäl igungskapazi ä en be i . Du chschni swe e e mi eln im gene ellen einen alschen Eind uck und
e lei en zu alschen Schlüssen (Renn 2014).
Ein gene elles P oblem is auch, dass wi uns zu s a k au das konzen ie en, was wi be ei s wissen und
wenige au die Vo so ge, wie dies e wa Nassim Taleb zum Ausd uck b ach e:
„Wi neigen dazu, nich das Allgemeine zu le nen, sonde n das P äzise. Wi le nen keine Regeln, sonde n
nu Fak en. Jede weiß, dass wi meh Vo beugung als Behandlung b auchen, doch kaum jemand
belohn Vo beugungsmaßnahmen. Wi glo i izie en jene, de en Namen in die Geschich sbüche
eingegangen sind, au Kos en de jenigen, übe die unse e Büche schweigen.“ (Taleb 2013b: 9)
Mangelnde Sys embe ach ung
Allen Szena ien is gemein, dass die Basis diese En wicklungen au die mangelnde Sys embe ach ung und -
be ücksich igung zu ückzu üh en is . Wi agie en in ielen Be eichen noch so, als gebe es keine Ve ne zung
und man könn e die einzelnen Be eiche isolie be ach en („Silodenken“).
Diese I um wu de e wa 2013 im Rahmen des eu opäischen P og amms zum Schu z k i ische
In as uk u en (EPCIP) einges anden (Eu opäische Kommission 2013). Das Umdenken und neue Handeln
benö ig abe Zei . Zei , die wi in ielen Be eichen nich haben, da die En wicklungen mi den po enziellen
nega i en Auswi kungen ungeb ems o ansch ei en. Dennoch müssen wi dami beginnen.
Sys emisches Denken
Dami schließ sich de K eis zum linea en Denken. Albe Eins ein wi d ge ne mi „P obleme kann man
niemals mi de selben Denkweise lösen, du ch die sie en s anden sind.“ zi ie . Dahe sind ak uelle und
zukün ige He aus o de ungen, wie e wa de Klimawandel, Technikka as ophen („man-made disas e “),
Finanzk isen, Lebensmi elk isen, An ibio ika esis enzen, Te o ismus, Hunge snö e, Na u ka as ophen,
Pandemien ode Ressou cen e knappung nich alleine mi dem bishe igen – e gangenhei s- und
e ah ungsbasie en – Denken zu lösen.
Die „S eue ung“ e ne z e Sys eme e o de ebenso e ne z es Denken und Handeln, also sys emisches
Denken. Dabei müssen wi uns on de Vo s ellung de S eue ba - und Kon ollie ba kei , wie dies bei
Maschinen möglich is , e abschieden. Das unk ionie bei komplexen, o enen Sys emen nich . Nu wenn
wi das akzep ie en können, können wi le nen, mi den neuen He aus o de ungen und den dami
e bundenen Risiken umzugehen (Langne 2012).
56
Mach allein Schaden klug?
Abbildung 11: Ein Pa adigmenwechsel in de Siche hei sbe ach ung is e o de lich
Quelle: Eigene Da s ellung
Sys emisches Denken hil , das Wesen liche eines Sys ems, die Wi kungsge üge und Wechselwi kungen, zu
e kennen. Dabei geh es nich meh um die Konzen a ion au das Wesen liche, sonde n um die E assung
des ganzen Mus e s. Da übe hinaus muss die Au me ksamkei au En wicklungen und nich au Zus ände
geleg we den. Denn Zus ände ände n sich in dynamischen Sys emen häu ig (Ves e 2011, Dö ne 2011,
K izani s 2014).
Zusä zlich is ein „Sowohl-als-auch-Denken“ e o de lich. Die echnische Ve ne zung ha de Menschhei
iele posi i e E ungenscha en geb ach . Leide neigen wi dazu, diese Sei e übe zubewe en und die
möglichen Scha ensei en bis zum Ein i zu igno ie en. Unse abendländisches „En wede -ode -Denken“ is
binä . Gu und schlech , wa m und kal , ocken und heiß, gesund und k ank, a m und eich, und so wei e .
Die Be onung lieg au „und“, nich e wa au „ode “. Diese Aspek s eh uns häu ig im Weg. Dami we den
auch iele Handlungsspiel äume eingesch änk . Mi einem „Sowohl-als-auch-Denken“ läss sich die Reali ä
leich e abbilden. Sie is nich nu schwa z/weiß, sonde n es gib iele G aus u en dazwischen, wenngleich
die Pole eine wich ige Rolle spielen und sich gegensei ig bedingen. (Beck 2008, Völkl/Wallne 2013) Dahe
soll e es selbs e s ändlich sein, dass jede Sonnensei e auch eine Scha ensei e ha .
Auch in Zukun we den wi linea es, logisches, a ionales, analy isches ode achspezi isches Denken ü
da ü geeigne e P ozesse und Technologien benö igen. Abe wi b auchen zusä zlich Menschen, die das
ganze Sys em übe blicken und mögliche Fehlen wicklungen e kennen können. Denn die bishe du chaus
seh e olg eiche Denkweise eigne sich nu ü die Lösung on P oblemen in Sys emen mi ge inge
Komplexi ä . We den sie zu S eue ung on hochkomplexen Sys emen e wende , üh en sie zu
une wünsch en ode häu ig soga zu schme zha en Neben- und Folgewi kungen (Beck 2008). Je g öße das
Sys em wi d, des o schwie ige wi d die Realisie ung. Dahe müssen die in diesem Bei ag (nich ollzählig)
au gezähl en Aspek e be ei s im Sys emdesign ein ließen.
Na ü lich wä e es eine U opie anzunehmen, dass sich das ein ach und pe Top-Down-Ano dnung umse zen
ließe, was soga de Na u komplexe Sys eme wide sp echen wü de. Dahe geh es da um, dieses Wissen
möglichs b ei zu s euen, dami es in möglichs ielen Be eichen ein ließen kann und die
Selbs o ganisa ions ähigkei komplexe Sys eme, wie es auch unse e Gesellscha eines is , zu mobilisie en.
Dazu gehö e wa auch wiede die s ä ke e Übe nahme on Eigen e an wo ung (Dueck 2010, Giebel 2012).
Diese Fähigkei en we den wi in u bulen en Zei en d ingend benö igen. Von de Na u wissen wi , dass sich
e olu ionä e Ve ände ungen aus ielen kleinen Puzzles ücken en wickeln. Diese ügen sich zum ich igen
57
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
und nich o he sehba en Zei punk ohne zen ale S eue ung zusammen. Es gib keinen g oßen Plan. Alle
Ve suche de zen alen S eue ung sind bishe im wah s en Sinne des Wo es b u al geschei e .
Auslöse ü undamen ale Ände ungen sind meis g oße B üche ode K isen. Nich on unge äh bie en
K isen auch imme Chancen, einge e ene P ade zu e lassen und neue Wege zu gehen. In de
Ve gangenhei wa en de a ige K isen häu ig mi K iegen e bunden. Wi hä en heu e das Wissen und die
Fähigkei en, eine e olu ionä e Wei e en wicklung auch ohne Ze s ö ungen o anzu eiben.
Was wi be ei s heu e un können, is , uns au u bulen e Zei en einzus ellen und o zube ei en, indem wi
möglichs iele Puzzles ücke ges al en, die uns e wa au eine mögliche Pos -Wachs umsä a o be ei en.
Ode , indem wi beginnen, das Sys emdesign unse e K i ischen In as uk u zu übe denken. Bis hin zu
E höhung de gesam gesellscha lichen Resilienz, indem die Be ölke ung wiede als ak i es Sys emelemen
gesehen und die Selbs hil e- und Selbs o ganisa ions ähigkei ges ä k wi d (Giebel 2012). Viele kleine
Ak i i ä en, wie e wa de Wunsch nach egionalen P oduk en und We schöp ung, eine dezen alen
Ene gie e so gung aus e neue ba en Ene giequellen, U ban Ga dening („de Ga en in de S ad “) ode
Komplemen ä wäh ungen sind Anzeichen da ü , dass Ve ände ungen be ei s bo om-up begonnen haben.
Bo om-up bedeu e dabei, dass Menschen aus eigene Übe zeugung on sich aus ä ig we den und einen
Ve ände ungsp ozess ans oßen, de keinem Mas e plan olg und dahe nu beding s eue ba is . Ge ade
die unausweichliche Ene giewende üh zu eine massi en Mach e schiebung. Dass de a ige
En wicklungen nich eibungslos on sich gehen we den, is selbs sp echend (Schee 2012). Besonde s
ge äh lich is dabei de de zei eingeschlagene Weg, wie das g undsä zlich dezen ale Sys em de
e neue ba en Ene gie e so gung in das bishe zen ale Sys em de Ene gie e so gung in eg ie wi d. Die
Ene giewende bedeu e wei meh als nu die dezen ale S ome zeugung, wie sie de zei o wiegend
e olg wi d. Sie e o de einen Kul u wandel, um die bes ehende Komplexi ä slücke wiede zu minimie en.
Dahe is ge ade in diesem Be eich ein Plan B – was machen wi , wenn das Sys em die Eing i e nich meh
e äg und es zu einem empo ä en Sys emkollaps komm – un e zich ba . Einen solchen gib es de zei
jedoch nich . Was wiede um au unse linea es Denken und au die T u hahn-Illusion (Abb. 10)
zu ückzu üh en is .
Kogni i e G enzen
Aus S udien is bekann , dass unse Hi n bei maximal 3-4 mi einande e ne z en Fak o en die
Wechselwi kungen e assen kann (G aeme 2005) und dann an kogni i e G enzen s öß . Das häng e wa auch
mi den exponen iell ans eigenden Wechselwi kungen zusammen. Gleichzei ig e suchen wi abe wei e hin
die du ch Ve ne zung en s ehende Komplexi ä mi unse en bishe igen linea en Denkweisen und
Lösungsansä zen zu s eue n.
Visualisie ung
Eine Möglichkei mi diesen kogni i en G enzen besse umgehen zu le nen bes eh in de Visualisie ung bzw.
U sache-Wi kungsmodellie ung. Dabei handel sich o de g ündig um ein Kommunika ionsins umen , das
allen Be eilig en die Zusammenhänge und mögliche Wechselwi kungen (Wi kungszusammenhänge) besse
o Augen üh en. Ein Modell wi d umso besse , je meh un e schiedliche und auch wide sp üchliche
Blickwinkel en hal en sind. Dabei muss imme Bewuss sein, dass ein Modell nich die Reali ä , sonde n nu
ein e ein ach es Abbild diese da s ell , ähnlich wie eine Landka e nu ein e ein ach es Modell des
Geländes is und zu O ien ie ung dien . Zudem is bei komplexen Si ua ionen nie eine olls ändige
Be echenba kei sonde n imme nu eine Annähe ung möglich (Neumann 2013).
Hinzu komm , dass Menschen g undsä zlich au de Suche nach Mus e n bzw. nach E ah ungen aus de
Ve gangenhei sind, die bei de Bewäl igung de ak uellen Si ua ion hel en sollen (K izani s 2013, Taleb
2013b). Das unk ionie bei bekann en Si ua ionen seh gu , s öß abe imme dann an G enzen, wenn es
sich um eine neua ige Si ua ion handel , e wa wie bei den Auswi kungen de Komplexi ä sen wicklungen.
Auch bei de Modellie ung wi d man bei Unbekann en ode bei Unsiche hei en au das bes ehende
Bauchge ühl zu ückg ei en. Du ch die anspa en e Da s ellung und Diskussion können jedoch
Schwachs ellen bzw. auch S ä ken besse e kann we den, was beim einen „Ge ühl“ eine Pe son ode
Pe soneng uppe meis nich möglich is . Zudem kann das Modell jede zei mi neuen E kenn nissen
wei e en wickel und angepass we den. Insgesam geh es dabei wenige um e ige E klä ungen, als
ielmeh um neue Möglichkei en zum E assen sinn olle E klä ungen (Neumann 2013).
64
Mach allein Schaden klug?
(Tillmann 2014b). Die Un e suchungsgebie e besch änken sich geomo phologisch au den Be eich de
Neh ungshaken (Abb. 1), de en En s ehung du ch den Küs enlängs anspo on Sedimen en aus dem
pleis ozänen Lie e gebie de Inselgees ke ne e olg e.
Dünendu chb üche und Küs enschu z au Syl
Die Syl e Wes küs e lieg mi de B ei sei e in de Haup ang i s ich ung de Wind- und Wellenene gie. Es
übe wiegen nach Häu igkei und S ä ke Winde aus den Sek o en W, NW und SW, die in olge on S u m lu en
hohe Wasse s ände, Seegang, und e hebliche B andungsene gien im Be eich de Syl e Wes küs e e zeugen
können (De e 1977; Lamp ech 1957). Vo gelage e, die Insel schü zenden Außensände und Sandbänke wie
o Am um ehlen o Syl , sodass Seegang, B andung und Tidens ömung an de als „Hochene gie-Küs e“
(Schä e 2005: 228) bezeichne en Wes küs e zu s a ken Abb üchen üh en. Die g öß en Abb uchs a en sind
am südlichen Inselende (Hö num Odde) zu e zeichnen.
Einen massi en Eing i in das na ü liche Küs ensys em de Hö num Odde s ellen die 1967/68 am Wes s and
zum Schu ze de 1959 e bau en Ke sig-Fe ienhaussiedlung e ich e en Te apoden da (K ame 1992). Du ch
das 1270 m lange Te apodenque we k soll e de du ch Küs enlängs anspo in das Hö num-Tie
e ach e e Sand länge o de Küs e e weilen. Zwa se z e schon ku z nach Bauende eine
Sandablage ung und S and e besse ung im Lu de Bühne ein, au de Lee-Sei e kam es jedoch zu
S eige ung de jäh lichen Abb uch a en on 2 m au 15 m (Besch 1996). Zwischen den Jah en 1974 und 1980
wu den südlich des Längswe kes insgesam 150 m Dünen e odie (Kelle a 1992). Zum Ausgleich nega i e
Sandbilanz sowie de Abschwächung e osi e Phasen und de Siche ung und En las ung de Randdüne
du ch Reduzie ung de Wellenbelas ung we den au Syl sei 1972 in egelmäßigen Abs änden
Sand o spülungen p ak izie (EAK 1993). Eine besonde e Fo m de Sandau spülungen s ellen die
Sande sa zmaßnahmen im Be eich de übe lu ungsge äh de en Dünen äle da .
Abbildung 1: Un e suchungsgebie e au den Inseln Syl und Am um
Quelle: Eigene En wu in Anlehnung an die Topog aphische Ka e Deu schland/Schleswig Hols ein, Landes e messungsam
Schleswig-Hols ein, Bundesans al ü Ka og aphie und Geodäsie 2005)
Dünendu chb üche und Küs enschu z au Am um
Im Ve gleich zu Syl spiel de Küs enschu z de Insel Am um eine un e geo dne e Rolle. So sind ü Am um
in Ch oniken de jünge en Ve gangenhei keine g öße en Land e lus e du ch ze s ö e ische S u m lu en

65
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
hin e leg . Du ch den Kniepsand und die im Wes en o gelage en Außensände wi d Am um o dem
di ek en Ang i de No dsee geschü z (Tillmann e al. 2013). Wäh end S u m lu en wi d de g öß e Teil de
Ene gie be ei s am Kiepsand dissipie , sodass de Inselke n nu sel en di ek on B andung und Seegang
beein luss wi d. Demen sp echend inden bei Ex eme eignissen die g öß en Sedimen umlage ungen im
Be eich des Kniepsandes s a . So is de Küs enschu z de Wes küs e s a k on de En wicklung des
Kniepsandes gep äg . Die An änge des Küs enschu zes au Am um gehen au das 18. Jah hunde zu ück
und ha en p imä das Ziel, den zunehmenden Sand lug mi Hil e bio echnische Maßnahmen
einzudämmen. Dazu zählen das E ich en on Sand angzäunen und die geziel e Anp lanzung on
S andha e (Ammophila a ena ia). Au g und güns ige na ü liche Bedingungen begann de Bau on
massi en Schu zwe ken e s ab dem Jah e 1895 (K ame 1992).
Au Am um wu de eine du chgehende Dünenke e, die im Wes en de No ddo e Ma sch bes and, wäh end
de S u m lu 1825 du chb ochen (Mülle & Fische 1937). In de Folgezei wu de mi bio echnischen
Maßnahmen e such die Dünenlücken zu schließen. Um 1850 wa de Be eich an dem de No dhaken
anse z jedoch as öllig abge agen. Nu ein 1,5 m hohe Dünenwall schü z e die dahin e liegende Ma sch
noch o Übe lu ung aus Wes en (LKN-SH 2009). Man be ü ch e e einen e neu en Du chb uch zu Wa sei e
und eine Ab ennung de Am um Odde on de Haup insel (Remde 1972). Diese S elle wu de als Risumlücke
(Mülle & Fische 1937: 197) bezeichne . 1894 wu de mi dem Bau on S einbuhnen am No dende o de
Risumlücke begonnen, die jedoch die Ge ah eines Du chb uches nich e hinde n konn en. E s nach
meh malige Übe lu ung de Ma sch konn e im Jah 1914 die Risumlücke du ch einen 625 m langen Deich
no dwes lich on No ddo geschlossen we den (K ame 1992).
Mi de Ve lage ung des nö dlichen Endes des Kniepsandes e ände e sich die S ömung im Be eich de
Odde, sodass die Dünenke e bei Gää sdeel e wa 1 km nö dlich des Risumdeichs s a k e odie und
abge agen wu den (LKN-SH 2009). Das e schmäle e den No dhaken zunehmend, sodass auch do die
la en e Ge ah eines Inseldu chb uchs bes and. Da die S u m lu en des Jah es 1936 und 1954 die mi
bio echnische Maßnahmen gescha enen Vo dünen ab äum en und das Wasse in Fo m eines Washo e s bis
an die Wa sei e s öm e, wu de ein Bi umendeich mi eine Höhe on +4,50 m NN gebau (LKN-SH 2009),
de inzwischen au ganze Länge eingesande und du ch eine Randdüne on du chschni lich 6 m - 10 m
Höhe übe deck is (Abb. 5).
Im äuße s en No dos en de Insel lieg die Am um Odde, die on de En wicklung des Kniepsandes bis da o
noch nich p o i ie ha und als einziges Dünengebie de Insel eine nega i e Sedimen bilanz au weis . Die
Randdünen de Odde sind zum Teil schmal und on de la ionsbeding en Wind issen du chse z , sodass
e einzel Dünendu chb üche bei schwe en S u m lu en möglich sind. De Kniepsand ha diesen Abschni
bislang noch nich in aus eichendem Maße e eich , sodass die Odde den Mee esang i en in Fo m on
B andung und S u m lu en ela i schu zlos ausgelie e is und ein Sedimen nachschub aus Kniepsand und
Küs enlängs anspo ausbleib . Die Be eiche, an denen de Kniepsand au die Küs e au läu , sind on
S ömung und B andung am s ä ks en be o en. So e lage e sich die Ge ah ens elle on Gää sdeel zum
Hüsdeel bzw. dem Haus al (Abb. 5), in dem sich noch heu e au +2,75 m NN Höhe dass 1936 on de
Gemeinde No ddo e ich e e Vogelwä e haus des Ve eins Jo dsand be inde . Eine S u m lu am 23.12.1954
du chb ach den seesei ig schmal gewo dene Dünenwall und lu e e das dahin e liegende Haus al.
Bio echnische Maßnahmen in Fo m on Sand angzäunen und S andha e p lanzungen begüns ig en den
Wiede au bau eines S andwalles. Wäh end de S u m lu 1962 wu de diese Dünenwall e neu au eine
Länge on ca. 300 Me e e odie . Da zugleich de Dünenwall an de Wa sei e du chgeb ochen wa , lag das
Haus al au beiden Sei en o en zu dem Mee . Du ch bio echnische Maßnahmen und den Einsa z on
Planie aupen wu den die S andwälle wiede he ges ell . Wäh end de S u m lu 1965 b ach die No dsee
jedoch e neu in das Haus al ein. In de Folgezei wu de de Wiede au bau de Dünenwälle o dem Haus al
zusä zlich du ch die Wande ung des Kniepsandes nach No dos en begüns ig . Beding du ch die
No dos wande ung des Kniepsandes e lage e sich de Ge ah enpunk nach No den. Wei e e ehemalige
Du chb uchs ellen be anden sich Mi e de 1960e Jah e im Dünen al Saha a. An ang de 1970e Jah e sind
Abb üche des Dünenwalles o dem G a Bake deel (g oßes Seeschwalben al) es zus ellen, sodass die
S u m lu en im Jah e 1976 eine Lücke on und 150 Me e n in die Düneke e issen und zu eine
olls ändigen Übe lu ung des Dünen als üh en (LKN-SH 2009). Du ch bio echnische Maßnahmen wu den
die S andwälle wiede he ges ell und konn en sich begüns ig du ch die o sch ei ende
66
Mach allein Schaden klug?
No dos wande ung des Kniepsandes in de Folgezei zu hohen und b ei en Dünenwällen akkumulie en.
Heu e sind o allem das wei e im No den liegende Lungdeel (Lang al) sowie die äuße s e No dspi ze bei
S u m lu en du ch Übe lu ung ge äh de .
Me hoden
Die Un e suchung ezen e Washo e -Ablage ungen basie au Geo ada messungen, Boh ungen,
sedimen ologischen Analysen und geomo phologischen Geländebe unden. Das Geo ada , engl. G ound-
pene a ing ada (GPR), is ein hochau lösendes elek omagne isches Impuls e lexions e ah en, das eine
hochau lösende und ze s ö ungs eie P ospek ion des obe lächennahen Un e g undes bie e ( gl. u. a.
Annan 2001; Blindow e al. 2005). Elek omagne ische Wellen b ei en sich im Un e g und aus und we den bei
Ände ungen elek ische Ma e ialeigenscha en e lek ie , geb ochen, ges eu und zum Teil abso bie . Das
e lek ie e elek ische Feld de elek omagne ischen Welle wi d au gezeichne und in einem Weg-Zei -
Diag amm, dem Rada g amm, da ges ell . Du ch die Re lexion an Schich g enzen ode S ö kö pe n e häl
man ein quasi kon inuie liches P o il des Un e g undes in Abhängigkei on dessen dielek ischen
Eigenscha en (Annan 2009).
Haup u sachen ü Re lexionen im Küs enbe eich sind un e schiedliche elek omagne ische
Ma e ialeigenscha en bzw. die Ablage ungss uk u en inne halb de Sedimen kö pe . In klas ischen
Sedimen en we den diese häu ig du ch Ände ungen de Ko ng öße, -zusammense zung, - o m,
-o ien ie ung und -packung he o ge u en. In ielen Sedimen en sind Ko ng öße und So ie ung eine
Funk ion de p imä en Ablage ungss uk u en, sodass GPR-Re lexionen au p imä e sedimen ä e S uk u en
zu ückzu üh en sind (B is ow e al. 1996).
Die Geo ada messungen wu den mi einem Geo ada sys em SIR 2000 de Fi ma Geophysical Su ey Sys ems
Inc. in Kombina ion mi den An ennen equenzen 200 MHz und 400 MHz An enne du chge üh .
Topog aphische Höhenun e schiede en lang de GPR-T ansek e üh en zu Ve ze ungen im Rada g amm (Jol
& B is ow 2003; Tillmann & Wunde lich 2012) und wu den im unmi elba en Anschluss an die
Geo ada messungen mi Hil e eines di e en iellen GPS Sys ems e ass . Fü die Rada g amme wu de ein
minimales Bea bei ungs e ah en gewähl , um sich bei de In e p e a ion möglichs nah an den Rohda en
o ien ie en zu können. Mi de So wa e Re lex-Win (Sandmeie Scien i ic So wa e) wu den en sp echend
de nach olgenden Reihen olge die Nullzei punk -Ko ek u (s a ic co ec ion), de Dewow-Fil e (sub ac -
mean dewow), ein Bandpass-Fil e und de backg ound emo al-Fil e angewand . Mi Hil e de Gain-
Funk ion (ene gy decay) konn e die mi zunehmende Tie e e s ä k e Signalabschwächung kompensie
we den.
Die sedimen ologische Da enbasis s ellen Boh ungen da . In den Un e suchungsgebie en wu den
Rammke n- und Pü khaue sondie ungen du chge üh . Die Rammke nsondie ungen wu den mi eine
Kombina ion aus Benzinschlagkop boh e (Wacke boh e ), Schli zsonden (Ø = 80 mm, Ø = 60 mm, Ø = 30
mm) und hyd aulischem Ziehge ä du chge üh und bis zu eine Tie e on 8 m abge eu . Aus den
Boh ke nen wu den Sedimen p oben ü g anulome ische Labo analysen (Nass- und T ockensiebung)
en nommen. Zu Be echnung ko ng ößens a is ische Pa ame e wu de das P og amm G adis a nach Blo
& Pye (2001) e wende . Die Auswe ung nach ko ng ößens a is ischen Pa ame e n e olg e mi de
Me hode nach Folk & Wa d (1957).
E gebnisse
Washo e -P ozesse an de Südspi ze bei Hö num (Syl )
Ak uelle Washo e -E eignisse und Dünendu chb üche sind au de Insel Syl au das südliche Inselende
(Hö num Odde) konzen ie (Abb. 2). S ell e e end ü die ak uelle Washo e -Dynamik is das GPR-P o il 2
(Abb. 3). Die Dünen äle de Hö num Odde we den wäh end S u m lu en o mals on Wes nach Os
übe spül . Als Konsequenz de Dünendu chb üche und um an diesen S ellen eine Ab ennung de südlichen
Oddespi ze zu e hinde n, wu den zu Beginn de S u m lu saison 2007/2008 Sande sa zmaßnahmen in Fo m
eine Dünen e wallung on und 10700 m³ eingeb ach (LKN-SH 2009), die du ch bio echnische
Maßnahmen gesiche und du ch S andha e p lanzungen s abilisie wu de (Abb. 3 Bild C).
67
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Abbildung 2: Topog aphische Ka e on Syl mi Lage de GPR-P o ile 2 bei Hö num sowie GPR-P o il 1 und Boh ung 7 bei Ran um
Quelle: Topog aphische Ka e 1:25.000 Schleswig Hols ein, Landes e messungsam Schleswig-Hols ein, Bundesans al ü Ka og aphie
und Geodäsie 2005
Washo e -Sedimen e und du ch -S uk u en wie z. B. Washo e -Channel ode Washo e -Fans können nich
imme du ch hochau lösende Lu bilde iden i izie we den. He kömmliche geomo phologische Me hoden
zu Un e suchung on Washo e -Gebie en wie z. B. di ek e Geländebeobach ungen ode die In e p e a ion
on Lu bild- und LIDAR-Da en s oßen an die P oblema ik de äumlichen Abg enzung und eindeu igen
Iden i izie ung on Washo e -Sedimen en und S uk u en. Die Iden i izie ung und Un e scheidung on
Washo e -Sedimen en einzig au de Basis on sedimen ologischen Da en aus Boh ungen is eben alls nu
beding möglich. In einkö nigen, o ganisch ange eiche en Ma schsedimen en lassen sich Washo e -
Sedimen e in de Regel leich anhand on eingeschal e en g obklas ischen ge ing so ie en Sand-, Muschel-
und Schillho izon en nachweisen (God ey 1979; Sedwick & Da is 2003). Washo e -Sedimen e in einem
sandigen Sedimen a ions aum wie z. B. im Dünengelände ode au Sandwa lächen zu iden i izie en is
bedeu end schwie ige . Da übe hinaus s amm ein G oß eil de Washo e -Sedimen e selbs u sp ünglich
aus den e odie en Dünen und dem S andbe eich (Ho wi z 2008). Die du ch einse zende äolische
Mo phodynamik umgelage en Sande lassen sich du ch Boh ungen kaum on den u sp ünglich du ch
Washo e -P ozesse anspo ie en und abgelage en Sanden un e scheiden, da beide au ein einhei liches
Ausgangsma e ial zu ückzu üh en sind. Boh ungen bie en zudem nu punk uelle In o ma ionen und lie e n
da übe hinaus kaum In o ma ionen übe den in e nen Au bau und die sedimen ologische S uk u on
Washo e -Ablage ungen. Eine äumliche In e pola ion on Boh da en kann dahe häu ig zu Fehl- ode
Übe in e p e a ionen üh en. Au g und ehlende Sedimen s uk u en läss sich in de Regel auch keine
eindeu ige Fließ ich ung des Washo e s ablei en. Auch im Gegensa z zu Au schlüssen ( enches) bie e die
Geo ada me hode in de Regel eine s ä ke e la e ale Kon inui ä , die o allem ü die Analyse on
Sedimen s uk u en bedeu end is . Washo e sind Gebie e in ensi e äolische Mo phodynamik
(Lea he man & Za emba 1987), sodass o nich zwischen de u sp ünglich du ch den Washo e -P ozess
induzie en Sedimen a ion und de unmi elba im Anschluss einse zenden äolischen Mo phodynamik bzw.
Dünenbildung un e schieden we den kann ( gl. Abb. 3 Bild D).
Das Geo ada -P o il 2 (Abb. 3 Bild D) wu de im Ok obe 2008 un e Ve wendung eines GSSI SIR-2000 und
eine 200 MHz Geo ada an enne im ech en Winkel zu Washo e -Fließ ich ung gemessen (Abb. 2). Das
68
Mach allein Schaden klug?
T ansek e läu di ek au dem Vo spülkö pe de im Eingangsbe eich zum Dünen al eingeb ach en
Dünen e wallung (Abb. 3 Bild C). De obe e P o ilbe eich zeig im Rada g amm 2 nu wenig in e ne
Re lexionen und um ass Be eiche, die gänzlich ei on Re lek o en sind. Die wenigen, i egulä en und
diskon inuie lichen Re lexionen besi zen eine schwache bis seh schwache Ampli ude. Ve einzel sind di ek
an de heu igen Geländeobe läche Di ak ionshype beln ausgebilde . Die u sp üngliche o de
Dünen e wallung bes ehende Topog aphie des Dünen als is du ch den konka en Tal e lau zu e kennen.
Diese spiegel sich im Rada g amm du ch einen du chgehenden Haup e lek o mi seh s a ke Ampli ude
wiede . Un e dem Haup e lek o bzw. am G und des Dünen als sind zahl eiche Di ak ionshype beln
konzen ie . An de Basis des Dünen als inden sich Re lexionen mi le e Ampli ude, die sich dem konka en
Ve lau de Topog aphie anpassen. Zum Teil sind diese Re lek o en wannen- bis innen ö mig ausgebilde
(Kas en 1 in Abb. 3 Bild D) und e einzel on Di ak ionshype beln umgeben. Im Randbe eich is zudem ein
annähe nd ho izon ale Ve lau de Re lek o en zu beobach en (Kas en 2 in Abb. 3 Bild D). Das nö dliche und
südliche P o ilende wi d on den sich anschließenden Dünenzügen eingenommen.
69
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Abbildung 3: A. Dünen al im Süden Syl s o de S u m lu saison 2006/2007 (eigene Au nahme) am 19.10.2006). Zu Lage siehe Abb. 2. B:
Dünen al nach de S u m lu saison (Au nahme am 21.04. 2007). Zum S and hin geö ne es Dünen al ungie als Windko ido und
e möglich den T anspo on Sand aus dem S andbe eich. U sp üngliche Washo e -Sedimen e können im Gelände nich on
äolischen Sedimen en un e schieden we den. C: De Eingang des Dünen als wu de 2008 du ch eine au gespül e Dünen e wallung
geschlossen und du ch bio echnische S andha e p lanzungen o wei e e De la ion geschü z . D: GPR-P o il 2 (200 MHz). Rada g amm
nach dem P ocessing und de opog aphischen Ko ek u . E: In e p e a ion und Legende.
Quelle: in Anlehnung an Tillmann & Wunde lich (2014b).

70
Mach allein Schaden klug?
Geo ada -P o il 2 en sp ich aus geomo phologische Sich dem nahe de Küs enlinie gelegenen
Eingangsbe eich eines Washo e -Channel und bilde dessen Que schni ab. Als g undlegend ü die
In e p e a ion e weis sich die Ve eilung on Di ak ionshype beln. Sie en s ehen an soli ä en,
punk ö migen Objek en im Un e g und, de en Abmessungen klein gegenübe de Wellenlänge sind. Diese
Objek e e lek ie en ein au e endes elek omagne isches Signal in alle Rich ungen, wi ken dadu ch als
Punk s eue und bilden sich im Rada g amm im Fo m on Hype beln ab ( gl. Annan 2001; Neal 2004).
De obe e Abschni wi d on den küns lich in Fo m eine Dünen e wallung eingeb ach en Vo spülsanden
eingenommen. Die Spülsande zeigen im Rada g amm nu wenig in e ne Re lexionen und deu en so au
einen li hologisch homogenen Sedimen kö pe (Ékes & Hickin 2001) hin. Die Washo e -P ozesse de Hö num
Odde o ien ie en sich s a k an de Topog aphie des Dünen als. Die u sp üngliche, o de Dünen e wallung
bes ehende Topog aphie des Dünen als is in den GPR-Da en anhand eines s a ken, du chgehenden
Re lek o s zu e kennen, de geomo phologisch den konka en Tal e lau des sich e osi in das Dünen al
eingeschni enen Washo e -Channel wide spiegel . Die Sedimen e im Liegenden des Dünen als sind zum
Teil in ih em obe en Be eich disko dan gekapp . Die hohe Ampli ude des basalen Kon ak be eichs des
Washo e -Channel läss sich du ch den Ma e ialwechsel und die dadu ch geände en elek omagne ischen
Ma e ialeigenscha en e klä en. Zudem wi d eine An eiche ung on Schwe mine alen an de Basis de
Washo e -Sedimen e, wie sie z. B. in Ho wi z (2008), Lea he man e al. (1977) und Mo on e al. (2007)
besch ieben wu de, e mu e . Anschließend we den zue s die ie s en S ellen im Dünen al du ch Washo e -
Sedimen a ion e üll .
T eibgu gelang mi de S u m lu b andung und du ch Washo e -P ozesse in das Dünen al hinein. Die in
das Dünen al einged ungenen Wasse massen b anden au diese Weise zei weilig an die sei lichen Rände
des Dünen als. Nach E eichen des Schei elpunk es de S u m lu und abnehmende Tideku e gehen die
Wasse massen zu ück, ließen zum Teil de Schwe k a olgend allmählich nach Wes en aus dem Dünen al
he aus ode e sicke n im sandigen Un e g und des Talbodens. Die zu ück ließende S ömung besi z
wei aus wenige Ene gie als die u sp üngliche S u m lu . Die Abnahme de Fließgeschwindigkei beding
eine ge inge e T anspo kapazi ä , sodass das on de wes lich b andenden und in das Dünen al du ch
Washo e -P ozesse eind ingenden No dsee mi gelie e e g obkö nige Ma e ial und T eibgu nich meh in
Suspension gehal en we den kann und im Dünen al zu Ablage ung gelang . Dies geschieh sowohl an de
Dünen albasis als auch an den sei lichen Rände n des Dünen als. Mi dich e Vege a ion bewachsene
Dünen äle ö de n die Akkumula ion on T eibgu und Sedimen . Die Vege a ion ungie dabei
insbesonde e als Sedimen änge ü die bodennah anspo ie en Komponen en.
Sedimen ologisch äuße sich die Abnahme de S ömungsin ensi ä in eine ü Washo e -Ablage ungen
ypischen ining-upwa d Sequenz. Demen sp echend sind Washo e -Sedimen e in de Regel an ih e Basis
g obkö nig und we den mi abnehmende Fließgeschwindigkei am Ende des S u mes nach oben hin eine
(And ews 1970; Lea he man & Williams 1983). Nach dem Zu ückbleiben es liche Wasse massen im
Dünen al olg eine S illwasse sedimen a ion mi anschließende Ve landung.
Die u sp üngliche la e ale und dis ale Ausb ei ung de Washo e -Ablage ungen is im Gelände anhand on
Teekg enzen dokumen ie . Teekg enzen sind du ch Ablage ung g obe Komponen en z. B. T eibgu , Kiese
und P lanzen es e gekennzeichne . Im Rada g amm p oduzie en diese Objek e Di ak ionshype beln. De
Höchs s and de Wasse massen im Dünen al bzw. de Schei elpunk de S u m lu is an den sei lichen
Rände n des Dünen als du ch eine den Flu saum nachzeichnende Teekg enze ma kie .
Kiese, S andge ölle und T eibgu we den o wiegend nahe de Küs enline und an de Basis de Washo e -
Channel abgelage (Lea he man & Za emba 1987) und deu en au eine e höh e Fließgeschwindigkei ,
S ömungs- und Wellenene gie zu Beginn de Übe lu ung hin und we den im Rada g amm eben alls als
Hype bel da ges ell . Di ak ionshype beln an de Basis de Washo e -Sequenz we den zum Teil auch du ch
übe deck e Vege a ion (z. B. S andha e ho s e ode Büsche de Kam scha ka-Rose) he o ge u en.
Ve gleichba e Re lexionsmus e , die au übe deck e Dünen ege a ion zu ückzu üh en sind, wu den be ei s
on Wang & Ho wi z (2007) und Gi adi & Da is (2010) als solche in e p e ie .
Washo e -P ozesse bei Ran um (Syl )
GPR-P o il 1 (Abb. 4) ha eine Länge on 97 Me e n und e läu in küs enno male Rich ung on Wes nach
Os . Es wu de eine maximale E kundungs ie e on 160 ns TWT bzw. -3,85 m NN e eich . Im GPR-P o il 1
lassen sich un e schiedliche Re lexionsbe eiche iden i izie en. De obe e P o ilbe eich (bis 40 ns TWT bzw.-0,2
71
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
m NN) wi d on ein allenden Re lexionen de Dünen azies eingenommen. Die un e e G enze bilde ein
du chgehende , ho izon ale Haup e lek o mi s a ke Ampli ude, de als G undwasse spiegel in e p e ie
wi d. Di ek un e halb des G undwasse spiegels sind ku ze, nach Os en ein allenden Re lek o en
nachzuweisen. Die mode a kon inuie lichen bis diskon inuie lichen Re lek o en e lau en in ih em obe en
Be eich angen ial und enden im un e en Be eich mi einem downlap au den un e lage nden ho izon alen
Re lek o en (P o ilbe eich zwischen 65 ns - 110 ns TWT) de Sandwa azies. Die mi einem Winkel on
du chschni lich 2° - 6° nach Os en ein allenden Re lek o en ep äsen ie en Ablage ungen, die au Washo e -
E eignisse zu ückzu üh en sind und we den dahe als Washo e -Fazies zusammenge ass . Ab 110 ns TWT
gehen die Re lexionen in die un e lage nden, eben alls ho izon al ausgebilde en Re lexionen eines
Mischwa s übe , die im Ve gleich zum Sandwa deu lich schwäche e Ampli uden zeigen. Die un e e G enze
des Mischwa s wi d du ch einen s a ken Re lek o eine Rada schich läche in 125 ns TWT bzw. -3 m NN
gebilde , de als Obe läche des im Un e g und ans ehenden Gees ke ns gedeu e wi d.
Boh ung 7 (Abb. 4) wu de als Pü khaue sondie ung bis zu eine Tie e on 3,5 m un e de Geländeobe läche
in das GPR-P o il 1 eingeb ach (Abb. 2). De obe e Teil des Boh ke ns bis zu eine Tie e on 0,8 m bes eh aus
gu so ie em (0,49 φ) bis seh gu so ie em (0,32 φ) hellem Feinsand (2,59 φ - 2,87 φ) ohne mak oskopisch
e kennba e Muschel agmen e und Schillan eile. Die Obe läche bilde ein bis zu eine Tie e on 0,15 m
ausgebilde e Podsol mi deu lichem Humusan eil und Wu zelwe k. E s ab eine Tie e on 1 m konn en im
Boh ke n e einzel Muschelb uchs ücke (Ce as ode ma edule) nachgewiesen we den. Boh ung 7 zeig on
3,5 m - 0,8 m Boh ie e eine deu lich ausgep äg e coa sening-upwa d Sequenz on Mi elsil (6,12 φ) bis
Mi elsand (1,21 φ). De Boh abschni zwischen 0,8 m und 2 m Tie e bes eh aus schlech so ie em (1,25 φ -
1,43 φ) Mi elsand und en häl dami die g öbs en Ko ng ößen des Boh ke ns. In eine Tie e on 2 Me e n
bilde ein 10 cm mäch ige Oxida ionsho izon die G enze zu li hologischen Einhei im Liegenden. Neben
Ros lecken sind do eine Wu zeln sowie eine leich e Humusan eiche ung zu e kennen. Bis zu eine Tie e
on 2,75 m bes eh diese Einhei aus Feinsand (2,0 φ), de mi 1,63 φ insgesam eine schlech e So ie ung
au weis . Ab eine Tie e on 3 m deu e die dunkelg aue Sedimen a be au s a k eduzie ende
Sedimen a ionsbedingungen hin. In 3,1 m Boh ie e wu den Schalen es e de Bal ischen Pla muschel
(Macoma bal ica) ge unden. In eine Tie e on 3,4 m konn en zudem Gehäuse de Wa schnecke (Hyd obia
ul ae) nachgewiesen we den.
72
Mach allein Schaden klug?
Abbildung 4: Wes -Os s eichendes GPR-P o il 1 (200 MHz). Zu Lage on GPR-P o il 1 und Boh ung 7 im Un e suchungsgebie siehe
Abb. 2 A: Rada g amm nach dem P ocessing und de opog aphischen Ko ek u . B: In e p e a ion
Quelle: Tillmann & Wunde lich (2013).
Washo e -P ozesse bei No ddo (Am um)
Die Boh ung AR3 be inde sich im Gää sdeel nö dlich de O scha No ddo und südlich de Am um Odde
(54°42’03’’ No d und 8°20’31’’ Os ) und wu de do bei Nied igwasse au eine Salzwiese eingeb ach (Abb.
5). Die Boh ung e eich eine Tie e on 8 m un e de Geländeobe läche (Abb. 6). Dies en sp ich eine
absolu en Tie e on -7,75 m NN. Aus Boh ung AR3 wu den 25 P oben g anulome isch un e such .
De obe s e Abschni des Boh ke ns (Abb. 6) wi d on eine 10 cm mäch igen Humusau lage mi Wu zeln
de ezen en Salzwiesen ege a ion eingenommen. Da un e olgen bis in eine Tie e on 0,45 m hellg aue
Feinsande (2,05 φ) mi einem Tonan eil on bis zu 11,5 %. Zwischen 0,45 m und 0,5 m Tie e we den die
Ablage ungen eine und de Tongehal nimm mi 22,7 % zu. Die dominie ende Ko ng öße is seh g obe
Sil (4,71 φ). Die obe e Einhei s ell die heu ige Salzwiese da , die sich im s ömungsbe uhig en Lee de
Am um Odde gebilde ha . Wenige Me e im Os en wi d die Landgewinnung und Vo lande höhung als
Me hode des Küs enschu zes du ch das Anlegen zahl eiche Lahnungen und G üppen sei 1951 un e s ü z .
Ma kan in den obe en 2 m Boh ie e is eine ausgep äg e Wechsellage ung mi eingeschal e en
Mi elsandlagen (1,85 φ - 1,87 φ). Im Gegensa z zu obe en Sandlage, die eine mäßig gu e So ie ung 0,61 φ
au weis , sind die un e en beiden Sandschich en on du chweg schlech e So ie ung (1,67 φ - 1,74 φ). De
An eil an Muschelschalen und B uchschill is in allen d ei Sandlagen hoch. Zwischen den einzelnen
Sandlagen sind die Sedimen e einkö nige . De An eil an Ton und o ganische Subs anz wie z. B. einen
Wu zeln is en sp echend höhe . Die mi le e Ko ng öße lieg zwischen Mi elsil (6,02 φ) und seh einem
Sand (3,75 φ). De Tongehal be äg 10,8 % - 33,5 %.
73
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Abbildung 5: Topog aphische Ka e mi Boh ungen und Küs enschu zelemen e im No den de Insel Am um
Quelle: Topog aphische Ka e 1:25.000 Schleswig Hols ein, Landes e messungsam Schleswig-Hols ein, Bundesans al ü Ka og aphie
und Geodäsie 2005).
Aus de jünge en Geschich e Am ums is bekann , dass das Gebie nö dlich on No ddo imme wiede
du ch Washo e -P ozesse beein luss wu de (Albe s & on Liebe mann 2006; Quedens 1994). Schwe e
S u m lu en in den Jah en 1936, 1954 und 1962 e odie en die Vo dünen wes lich des Gää sdeels, sodass
in olge de S u m lu 1962 das Wasse in Fo m eines Washo e s bis an die Wa sei e s öm e (Albe s & on
Liebe mann 2006) und so auch das Salzwiesengebie bei Boh ung AR3 übe lu e e. Da au beg ünde
we den die in die obe en zwei Me e des Boh p o ils eingeschal e en Mi elsandlagen als Washo e -
Sedimen e gedeu e , die sich e mu lich in Fo m eines Washo e -Fans au de Salzwiese bei Boh ung AR3
ablage en. Die schlech e So ie ung, de hohe An eil an B uchschill und die im Ve gleich zu den umgebenen
Schich en g oben Ko ng ößen sp echen ü die episodische Sedimen a ion un e empo ä e höh em
S ömungs egime.
80
Mach allein Schaden klug?
Abbildung 1: Tes eld am Nö dlichen Schnee e ne . A: Das Tes eld wu de mi Hil e on Slaloms angen eingeg enz und mi els
di e en iellem GPS und Maßbände n e messen. B: Lage des Tes eldes inne halb des Skigebie es Zugspi zpla eau (Ga misch-
Pa enki chen). C: Lage des Tes eldes neben den Gle sche seeli en I + II in 2650 m Höhe.
Quelle: Eigene Au nahmen, TK 1.25.000 Ga misch-Pa enki chen
Me hoden
Das Geo- ode Boden ada , engl. g ound-pene a ing ada (GPR), is ein hochau lösendes
elek omagne isches Impuls e lexions e ah en (EMR), das als geophysikalische Messme hode zu
ze s ö ungs eien P ospek ion des obe lächennahen Un e g undes eingese z wi d (Annan 2001; Blindow e
al. 2005). De U sp ung de Geo ada -Me hode geh au Fo schungen An ang des 20. Jah hunde s zu ück
mi dem Ziel ein Pa en au eine Technik zu Un e suchung und Lokalisie ung im Un e g und e g abene
Objek e anzumelden (Reynolds 2011). Sei den 1970e Jah en wu de das Anwendungsgebie des Geo ada s
imme b ei e , die Ge ä e und Technologie s e ig e besse (Fo kmann 2006) und e s e
In e p e a ionskonzep e ü Geo ada da en e ö en lich (Neal 2004). Geo ada s udien mi dem Ziel de
O ung on Lawinenop e n wu den u. a. on Jaedicke 2003; Ins anes 2004; Mod oo & Olhoe 2004; Heilig e
al. 2008 du chge üh .
Von eine Geo ada -Sendean enne we den ku ze, hoch equen e elek omagne ische Impulse eine
bes imm en F equenz in den Un e g und gesende . Elek omagne ische Wellen b ei en sich im Un e g und
aus und we den bei Ände ungen elek ische Ma e ialeigenscha en e lek ie , geb ochen, ges eu und zum
Teil abso bie . Die Ausb ei ungsgeschwindigkei is ma e ialspezi isch. Das e lek ie e elek ische Feld de
elek omagne ischen Welle wi d on eine Emp angsan enne egis ie , als sogenann e Signalspu
au gezeichne und in einem Weg-Zei -Diag amm, dem Rada g amm, da ges ell . Du ch die Re lexion an
Schich g enzen ode S ö kö pe n e häl man ein quasi kon inuie liches P o il des Un e g undes in
Abhängigkei on dessen dielek ischen Eigenscha en (Annan 2009).
Das Zei in e all zwischen Senden, Re lexion und Emp angen wi d als Zwei-Wege-Lau zei (TWT = wo-way
a el ime) bezeichne und in de Einhei Nanosekunden (ns) angegeben. Is die
Ausb ei ungsgeschwindigkei de Wellen im Un e g und bekann , kann anhand de Signallau zei die Tie e
de G enzschich espek i e des e lek ie enden Objek es bes imm we den. Die Geschwindigkei de

81
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
elek omagne ischen Welle is abhängig on den elek omagne ischen Ma e ialeigenscha en des
Un e g undes und nach A des Ma e ials un e schiedlich. Schnee bie e gene ell ein he o agendes
Medium zu Ausb ei ung on elek omagne ischen Wellen (Mod oo & Olhoe 2004).
Die Geo ada messungen wu den mi einem Geo ada sys em SIR 2000 de Fi ma Geophysical Su ey Sys ems
Inc. (GSSI SIR-2000) in Kombina ion mi eine 400 MHz An enne du chge üh . Die Geo ada messungen zum
Zweck de Objek o ung e olg en in einem Su ey Design längs und que zu den im Schnee e g abenen
Objek en. Fü die Ve suche zu Bes immung de Schnees a ig aphie wu den die Geo ada messungen
en lang de geg abenen Schneep o ile gemessen. Zu Kon ollzwecken wu den ech s und links de
Schneep o ile in einem Abs and on 5 m jeweils zwei wei e e GPR-P o ile au genommen. Topog aphische
Höhenun e schiede en lang de GPR-T ansek e üh en zu Ve ze ungen im Rada g amm (z. B. Jol & B is ow
2003; Tillmann & Wunde lich 2012) und wu den im unmi elba en Anschluss an die Geo ada messungen mi
Hil e eines di e en iellen GPS Sys ems (Ash ech P oMa k 2) e ass .
Fü die Rada g amme wu de ein minimales Bea bei ungs e ah en gewähl , um sich bei de In e p e a ion
möglichs nah an den Rohda en o ien ie en zu können. Mi de So wa e „Re lex-Win“ (Ve sion 5.6) de Fi ma
„Sandmeie Scien i ic So wa e, Ka ls uhe“ wu den en sp echend de nach olgenden Reihen olge die
Nullzei punk -Ko ek u (s a ic co ec ion), de Dewow-Fil e (sub ac -mean dewow), ein Bandpass-Fil e
und de backg ound emo al-Fil e angewand um S ö signale aus den Da en zu en e nen (Tillmann 2014).
Mi Hil e de Gain-Funk ion (ene gy decay) konn e die mi zunehmende Tie e e s ä k e
Signalabschwächung kompensie we den (Tillmann 2015). Da Di ak ionshype beln in den gezeig en
Rada g ammen im s a ken Maße zu In e p e a ion bei agen, wu den au das En e nen de Hype beln
du ch den Bea bei ungssch i de Mig a ion e zich e . Die Mig a ion wi d gemeinhin angewende um die
wah en Re lek o geome ien im Rada g amm wiede he zus ellen und somi die Au lösung de Rada g amme
zu e besse n (Annan 2001; Cassidy 2009).
E gebnisse
Tes s zu Objek o ung
Au dem Zugspi zpla eau wu den au einem speziell angeleg en Tes eld am Nö dlichen Schnee e ne
(Gle sche seeli e I + II) e schiedene Objek e eine ypischen Skiaus üs ung (Abb. 3) e g aben. Das Tes eld
on 10 m x 50 m wu de mi Hil e eines dGPS und Maßbände n eingemessen und mi Slaloms angen
abges eck (Abb. 1). Die Objek e wu den e messen und au de Su ey Linie im Schnee e g aben (Abb. 2).
Die exak e Posi ion de Objek e wu de mi einem dGPS bes imm und ma kie . Die Ve g abungs ie e im
Schnee wu de mi Lawinensonden e mi el (Abb. 2). Um die Schich enlage ung des Schnees zu
du chb echen um au diese Weise eine Lawine zu simulie en, wu den die obe s en 50 cm mechanisch
umg aben (Abb. 1).
Abbildung 2: A: Geo ada sys em GSSI SIR 2000 in Kombina ion mi eine 400 MHz-An enne und einem Su ey-Wheel. B: Typische
Objek e eine Skiaus üs ung wie z.B. ein Ca ing-Ski wu den im Schnee e g aben. Die Posi ion wu de mi els dGPS ma kie . C: Die
Ve g abungs ie e im Schnee wu de mi Lawinensonden e mi el .
Quelle: Eigene Au nahmen
Zu den e g abenen Objek en de Skiaus üs ung zählen: Mobil ele on, Skihelm, LVS (Lawinen-Ve schü e en-
Suchge ä ), Lawinen-Ai bag (Simula ion eines Lu aumes), Handschuh, Big Foo , Snowboa d, Ca ing Ski,
Rucksack (lee ), Skis ock, Lawinen-Schau el. Die Maße de Gegens ände sind in Abbildung 3 au ge üh .
82
Mach allein Schaden klug?
Abbildung 3: Maße de im Schnee e g abenen Gegens ände eine ypischen Skiaus üs ung.
Quelle: Eigene Da s ellung
Die Da ene hebung wu de mi einem Geo ada SIR 2000 de Fi ma Geophysical Su ey Sys ems Inc. (GSSI
SIR-2000) in Kombina ion mi eine 400 MHz An ennen equenz (Abb. 2) in einem kon inuie lichen
Messmodus und mi eine monos a ischen An ennen-Ano dnung du chge üh . Fü die Messungen wu de
das Lau ad (su ey wheel) an die An enne angeschlossen, das die S ecke des wäh end de Messung
zu ückgeleg en Weges und dami die Länge des P o ils miss (Abb. 2). Die Geo ada messungen wu den que
und längs zu den e g abenen Objek en o genommen. Fü die Rada g amme wu de eine mi le e
Ausb ei ungsgeschwindigkei de elek omagne ischen Welle im Un e g und on = 0,16 m/ns be echne .
Abbildung 4: Rada g amm (400 MHz) om Tes eld Nö dliche Schnee e ne (Gle sche seeli e I + II) mi den aus Abb. 3 e g abenen
Objek en eine Skiaus üs ung. Besonde s Objek e mi me allischen Bes and eilen bilden sich in Fo m on Di ak ionshype beln im
Rada g amm ab.
Quelle: Eigene Da s ellung
83
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Einzelne, nähe ungsweise punk - ode k eis ö mige Objek e im Un e g und, de en Abmessungen klein
gegenübe de Wellenlänge sind und die ein au e endes elek omagne isches Signal in alle Rich ungen
e lek ie en, wi ken ü das elek omagne ische Signal als Punk s eue und bilden sich im Rada g amm als
Di ak ionshype beln ab (Blindow e al. 2005; Neal 2004). Lieg ein S ö kö pe (z. B. ein Ski, Skis ock e c.), in
ge inge Tie e abe nich di ek un e halb de An enne, so wi d e au G und de halbkugel ö migen
Wellenausb ei ung dennoch abgebilde . Beim Aussenden de elek omagne ischen Welle e läu das Signal
nich ausschließlich senk ech in den Un e g und. Ein isolie e Punk wi d demzu olge schon be o und
nachdem das Geo ada senk ech übe ihm posi ionie is on dem Signal e ass . Dabei e inge sich die
scheinba e Tie e de Re lexion bei de Annähe ung und e g öße sich wiede beim En e nen (Neal 2004).
Bei de P ojek ion de Wegs ecke un e dem Messpunk en s eh schließlich als geome ische Fo m im
Rada g amm eine Hype bel, e u sach du ch die un e schiedlichen Lau zei en. Diese Ta sache e möglich
die De ek ion on Objek en im obe lächennahen Un e g und und is dami Vo ausse zung ü die
nach olgenden Tes s zu O ung on Lawinen e schü e en. Die Re lek ionen de einzelnen Objek e de
Skiaus üs ung bilden sich g öß en eils im Rada g amm (Abb. 4) ab. Wäh end alle Gegens ände mi
me allischen Bes and eilen im Rada g amm deu lich in Fo m eine Di ak ionshype bel zu e kennen sind,
bilden Skihandschuh und de unge üll e Rucksack keine Re lexion. Vo allem die g oßen Objek e Ski und
Snowboa d zeigen du ch ih e Me allbes and eile (Skibindung, S ahlkan en e c.) eine deu liche Re lexion mi
s a ke Ampli ude. Die Di ak ionshype bel, die im Rada g amm die Skibindung abbilde , zeig Mul iplen, die
höchs wah scheinlich du ch die Re lexion an de e höh en Bindungspla e de Skibindung en s ehen.
De Lawinen-Ai bag e üg zwa nich übe me allische Bes and eile, wi d abe im Ve gleich zum
Handschuh und Rucksack au g und seine G öße om Geo ada au gezeichne . De mi Lu ge üll e Ai bag
bilde hinsich lich seine dielek ischen Eigenscha en zu umgebenden Schneedecke eine Inhomogeni ä . Es
is anzunehmen, dass de du ch den Lawinen-Ai bag simulie e Hohl aum in de meh e e Tage al en
Schneedecke eine abweichende Dich e und Feuch igkei au weis . Unkla is hingegen, ob sich diese
dielek ische Kon as ebenso deu lich auch in einem locke en K is allge üge on isch ge allenem
Neuschnee, das mi Lu ge üll en Hohl äumen e sehenen is , abzeichne .
Einen ähnlichen dielek ischen Kon as wü de man auch zwischen dem menschlichem Kö pe eines
Ve schü e en und Schneedecke e mu en. Heilig e al. (2008) konn en du ch die Simula ion eines
e schü e en menschlichen Kö pe s nachweisen, dass sich diese in Rada g ammen au g und seine
dielek ischen Eigenscha en in ockenem Neuschnee de ek ie en läss . In Nassschnee mi eine in Lawinen
e gleichba en S a ig aphie konn e diese Nachweis dagegen nich e b ach we den.
Ob ein Gegens and ode Ve schü e e om Geo ada e ass wi d, häng dami on seinen
Re lexionseigenscha en bzw. dem elek omagne ischen Kon as ab, den e zu umgebenden Schneedecke
wäh end de Ve schü ung bilde .
Tes s zu Schnees a ig aphie
Nach olgende Tes zu Schnees a ig aphie wu den p imä mi dem Ziel de De ek ion einzelne Schich en
und Inhomogeni ä en inne halb de saisonalen Schneedecke ge ä ig . Die Schnees a ig aphie im
Un e suchungsgebie zum Zei punk de Messungen wu de anhand on 5 Schneep o ilen bes imm . Die
P o ile wu den in un e schiedlichen opog aphischen Posi ionen und Exposi ionen in de Nähe des
Tes eldes geg aben. Schnee wi d im Lau e des Win e s in Schich en akkumulie und un e lieg pe manen e
Me amo phose. Die einzelnen Schich en un e scheiden sich in Ko ng öße, Feuch igkei , Dich e und Packung
(Ho mann 2001). Is de Un e schied de einzelnen Schich en g oß und ih e Bindung un e einande ge ing,
bilden sich po en ielle Schwachs ellen inne halb de Schneedecke (Baue 1993). Du ch Au nahme de
Schneep o ile und Ru schblock es s wu den po en ielle Schwächezonen inne halb de Schneedecke
bes imm und mi den gemessenen Rada g ammen ko elie . Schneep o ile s ellen zei lich und ö lich
beg enz e S ichp oben da . Dahe wu den die Geo ada messungen im unmi elba en Anschluss an die
P o ilansp ache du chge üh . Die Schneep o ile wu den nach de gängigen Nomenkla u (z. B. Mun e 1997)
au genommen und die Hä e du ch den Hand es ( gl. Baue 1993; Ho mann 2001) au eine Skala on 1 - 5
bes imm . G undsä zlich is jede Schich wechsel (Schich g enze/Kon ak läche zwischen e schiedenen
Schich en) eine mögliche Glei läche (Mun e 1997). Die ge inge Ha eibung zwischen den einzelnen
Schich en kann in Hanglagen zu He abse zung de basalen Sche es igkei üh en und einen
Lawinenabgang he bei üh en (Ho mann 2001).
84
Mach allein Schaden klug?
Ein besonde es Augenme k lag dahe au de De ini ion einzelnen Schich en im Schneep o il und de
anschließenden Ko ela ion mi den Rada g ammen. Ob Geo ada messungen als Me hode ü eine de inie e
F ages ellung geeigne sind, wi d in e s e Linie du ch die Au lösung bes imm . Dahe is die Au lösung
besonde s ü die In e p e a ion on GPR-Da en im Kon ex de Schnees a ig aphie on g oße Bedeu ung
und de inie den Maßs ab de Schich en, die mi els Geo ada e ass we den können. Die e ikale
Au lösung, als de kleins e Abs and un e dem zwei übe einande liegende Schich en ge ade noch zu
un e scheiden sind (Neal 2004), wi d im Allgemeinen du ch die Wellenlänge kon ollie (Knapp 1990).


Aus de o. g. Gleichung geh he o , dass mi E höhung de F equenz ( ) die Wellenlänge (λ) kleine wi d und
die e ikale Au lösung mi kü ze e Wellenlänge zunimm . Eine hohe e ikale Au lösung kann du ch den
Einsa z eine An enne aus dem höhe en F equenzbe eich e eich we den. Schich en de en Mäch igkei
un e halb de e ikalen Au lösung eine 400 MHz-An enne liegen, können mi els Geo ada nich e ass
we den. Ob Schich wechsel inne halb des Schneep o ils a sächlich Glei lächen da s ellen bzw. eine
schwache Bindung und Ha eibung au weisen, läss sich nu mi Hil e des Ru schblock es es s ellen
(Ho mann 2001).
Abbildung 5: Schneep o il und Rada g amm (400 MHz) en lang des Schneep o ils. Im Rada g amm sind zwei Re lek o en sich ba , die
mi Hil e des Schneep o ils als Al schneeschich en iden i izie we den.
Quelle: Eigene Da s ellung
Im Rada g amm sind zwischen 65 cm und 109 cm Tie e zwei schwache, annähe nd du chgängige
Re lek o en sich ba . Diese beg enzen inne halb de Schneedecke eine ca. 45 cm mäch ige Al schneeschich .
Die Kon ak läche zwischen Al - und Neuschnee en s eh du ch die un e schiedlich wei o gesch i ene
Me amo phose. Als P oduk abbauende Me amo phose besi zen diese Al schneeschich en eine gewisse
Hä e und Ve dich ung und sind dahe au g und ih e un e schiedlichen elek omagne ischen Eigenscha en
auch im Rada g amm e kennba . Im Medium Schnee we den elek omagne ische Un e schiede besonde s
du ch die un e schiedliche Dich e und den Feuch igkei sgehal de einzelnen Schich en he o ge u en
(Yamamo o 2004).
Die iso he me Me amo phose se z unmi elba nach Ablage ung des Neuschnees ein. Neuschneek is alle
besi zen wegen ih e o s a k e zweig en hexagonalen Fo men eine im Ve häl nis zu ih em Volumen seh
g oße Obe läche. Die nach de Ablage ung einse zende Umk is allisie ung üh zu Ve kleine ung des
Ve häl nisses on Obe läche zu Volumen (Baue 1993). De in ie e en Schich en de Schneedecke
o kommende g obkö nige Al schnee e eich du ch die kugel ö mige Ges al seine Kö ne eine ge inge
Obe läche. Die einzelnen Schneekö ne ücken du ch die Se zung de Schneedecke enge zusammen und
85
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
be üh en sich iel ach. An den Be üh ungspunk en sublimie Wasse damp und bilde neue Ko nb ücken.
Dabei wi d de Po en aum zwischen den Kö nen e inge , das Volumen nimm ab und die Schneedecke
se z sich. Du ch diesen Vo gang wi d die Fes igkei des Schneege üges e höh und es kann zu Spannungen
in de Schneedecke üh en (Baue 1993).
Die Obe läche de obe en im Rada g amm (Abb. 5) e kennba en Al schneeschich e wies sich im
Ru schblock es als Glei läche. Im Schneep o il ließ sich au de Obe läche de Al schneeschich eine 1 cm
mäch ige Bildung on Obe lächen ei nachweisen. Au g und de ge ingen Mäch igkei können Schich en
on Obe lächen ei mi de gewähl en An ennen equenz on 400 MHz nich di ek im Rada g amm
abgebilde we den. Die Ins abili ä eine Schneedecke kann jedoch du ch die Bildung on Obe lächen ei
e s ä k we den. Ge ingmäch ige Schich en aus eingeschnei em Obe lächen ei s ellen au g und ge inge
Bindungsk ä e o mals Glei lächen da (Baue 1993).
In eine Tie e on 160 cm läss sich ein wei e e Re lek o e kennen, de lau Schneep o il eine Kon ak läche
zwischen Al - und Sulzschnee ma kie . Diese is wenige s a k ausgep äg und läss dahe au einen
ähnlichen Feuch igkei sgehal und eine e gleichba e Dich e schließen. Sulzschnee en s eh in de Regel
du ch die Du ch euch ung de Schneedecke, bei de sich die K is allkö ne mi einem Wasse ilm übe ziehen
und en häl dahe einen hohen Wasse an eil (Baue 1993). De im Ve gleich zu den umgebenen
Al schneeschich en ela i e höh e Wasse gehal wi d als G und ü den dielek ischen Kon as und die
en sp echende Re lek ion im Rada g amm gesehen. Dennoch is de elek omagne ische Kon as zwischen
Neuschnee und Al schnee allgemein g öße als de Kon as on Al schnee zu Sulzschnee und läss
en sp echende eine s ä ke e Re lexion in den Geo ada da en e mu en.
P obleme und G enzen de Geo ada -Me hode
Ob sich das Geo ada zu O ung on Lawinen e schü e en eigne , häng in e s e Linie om Fak o Zei ab.
Du chschni lich sind be ei s nach 30 Minu en In e en ionszei 50 P ozen de Lawinen e schü e en o
(Mun e 1997). Ein Haup ziel in de Lawineno ung und Be g e ung bes eh da in, die Suchzei en zu
e inge n.
In de p ak ischen Anwendung bedeu e dies, die Benu ze eundlichkei de Geo ada me hode zu
e besse n und gleichzei ig eine lächendeckende Anwendung zu e möglichen. Neben den genann en
Fak o en spiel zudem die logis ische Zugänglichkei de Unglücks elle eine Rolle. Ein Be e en des
Lawinenkegels du ch Suchmannscha en kann o mals wäh end aku e anhal ende Lawinenge ah in de
Region nich gewäh leis e we den. Ein besonde es Po en ial bes eh dahe in de Au oma isie ung
helikop e ges ü z e Lokalisie ungsme hoden. Hinsich lich de Anwendung on helikop e basie en
Geo ada messungen (Ai bo ne GPR) bes eh bislang noch ein Fo schungsde izi . E s e S udien (z. B. Heilig e
al. 2008; Negi e al. 2008) bes ä igen das Po en ial des Helikop e einsa zes bei de O ung on
Lawinen e schü e en mi els Geo ada , gewäh leis en bislang jedoch keine Minimie ung des Fak o s Zei
du ch Au oma isie ung de Messungen.
Eine wei e e Schwie igkei in de De ek ion bes eh in de genauen Iden i ika ion on Lawinen e schü e en
im Rada g amm. Zwa zeigen die o. g. Tes zu Lawineno ung, dass sich ypische Gegens ände eine
Skiaus üs ung im Rada g amm, o allem beding du ch ih e me allischen Bes and eile abzeichnen, so e n
diese om Geo ada im ich igen Winkel e ass we den. Auszuschließen is jedoch nich , dass sich auch
ande e in de Lawine e schü e e, na ü liche Objek e wie z. B. Res e on Vege a ion, Bäume, S eine und
Schneekonglome a e im Rada g amm in Fo m on Di ak ionshype beln abzeichnen.
Auße dem kann nich gewäh leis e we den, dass die o. g. Objek e de Skiaus üs ung bei S ills and de
Lawine in unmi elba e Nähe zum Ve schü e en akkumulie we den. So eagie die Skibindung meis au
E schü e ung und wi d sich in den meis en Fällen du ch die Lawine lösen und beding du ch die in
handelsüblichen Ski in eg ie e Skib emse zum S ills and kommen.
G enzen de Geo ada me hode bes ehen auch hinsich lich schnees a ig aphische F ages ellungen.
Schneeschich en de en Mäch igkei un e halb de e ikalen Au lösung de e wende en Geo ada an enne
liegen, können im Rada g amm nich iden i izie we den. Fü F ages ellungen aus dem Be eich de
Schnees a ig aphie eignen sich dahe besonde s An ennen equenzen aus einem Spek um das g öße als
400 MHz is . Au g und de besse en Au lösung können auch ge ingmäch ige Schich en om Geo ada e ass
we den, so e n sie einen en sp echenden dielek ischen Kon as au weisen.

86
Mach allein Schaden klug?
Die Schnees a ig aphie an einem bes imm en O zu eine bes imm en Zei s ell jedoch imme nu eine
Momen au nahme da . Eine Ve dich ung de Schneedecke du ch das Gewich de Geo ada ge ä e wäh end
de Messung en lang des Schneep o ils kann bei diesem Ansa z nich ausgeschlossen we den. Fü die
Ge ah enbeu eilung und Schneedeckenin o ma ionen in lawinenge äh de en Gebie en is jedoch eine
kon inuie liche Messung bzw. ein Moni o ing de Schneedecke übe den gesam en Win e sinn oll. Dieses
P inzip wu de e olg eich on Heilig (2009) angewand indem zu Beginn des Win e s eine pe manen e GPR-
Messappa a u an de Basis de Schneedecke ins allie wu de. Fü die Gesam beu eilung de Schneedecke
und des Ge ah enpo en ials in einem Skigebie wü de sich dahe besonde s ein lächendeckendes
Moni o ing emp ehlen. Zusammenge ass läss sich es hal en, dass die Me hode Geo ada sowohl in de
O ung on Lawinen e schü e en als auch in de Schnees a ig aphie heo e isch ein gewisses Po en ial
bie e . Die P ak ische Anwendung und Au oma isie ung de Me hode mi dem Ziel einen deu lichen Vo eil
hinsich lich Zei und P äzision zu e langen be inde sich jedoch bis da o noch in eine bislang
unzu iedens ellenden An angsphase de En wicklung.
Eino dung in den Sammelband
Mi dem A ikel soll ein Bei ag zum Thema des Sammelbandes „Mach allein Schaden klug“ geleis e
we den. Hie bei s eh die p ak ische Anwendung de Geo ada me hode in Bezug au Na u ka as ophen im
Vo de g und. Anhand on Beispielen wi d gezeig , inwie e n sich die geophysikalische P ospek ionsme hode
zu De ek ion on Lawinen e schü e en eigne . Die F age, ob Schaden allein klug mach , is aus de
Sich weise eines Übe lebenden eine Lawinenka as ophe wah scheinlich posi i zu bewe en. Alle dings
beda es wei e üh ende soziopsychologische S udien um eine Gewisshei da übe zu e langen, ob und
inwiewei ein solches E eignis einen Lawinen e schü e en da on abhäl sich de po en iellen Ge ah e neu
auszuse zen. Bei de Regulie ung on Schadense eignissen spiel die Me hodik dahe nu eine
un e geo dne e Rolle. De A ikel gib einen Einblick in das Po en ial de Geo ada me hode bei de O ung
on Lawinen e schü e en. Das Haup ziel de e olg eichen Lawinen e ung bes eh jedoch da in, die
Suchzei en zu e inge n. In de p ak ischen Anwendung de Geo ada me hode bedeu e dies, die
Benu ze eundlichkei zu e besse n und gleichzei ig eine lächendeckende Anwendung zu e möglichen.
Dies is zum je zigen Zei punk alle dings noch nich möglich.
Danksagung
Dem GEORADARFORUM sowie He n D . Jens Ho nung (Technische Uni e si ä Da ms ad / Ins i u ü
Angewand e Geowissenscha en) und He n P o . D . And eas Junge (Goe he-Uni e si ä F ank u / Ins i u
ü Angewand e Geophysik) sei he zlich ü die Be ei s ellung des benö ig en GPR-Equipmen s gedank .
Li e a u e zeichnis
Annan, AP 2009, ‘Elec omagne ic P inciples o G ound Pene a ing Rada ´, in G ound Pene a ing Rada :
Theo y and Applica ions, ed Jol, HM,, Else ie , Ams e dam, pp. 3-40.
Annan, AP 2001, G ound Pene a ing Rada – Wo kshop No es. Senso s and So wa e Inc., On a io, Kanada.
Baue , H 1993, Lawinen. – Alpen e einsleh sch i des ÖAV, Ös e eichische Alpen e ein, Be g e lag Rudol
Ro he , München.
Blindow, N, Rich e , T & Pe zold, H 2005, `Boden ada ´, in: Handbuch zu E kundung des Un e g undes 3 on
Deponien: Geophysik. Sp inge , Be lin, eds Knödel, K, K ümmel, H & Lange, G, pp.389-424.
Cassidy, NJ 2009, ` G ound Pene a ing Rada Da a P ocessing, Modelling and Analysis´, in G ound Pene a ing
Rada : Theo y and Applica ions, ed Jol, HM, Else ie L d, Ams e dam, pp.141-176.
Fo kmann, B 2006, ‚Geschich e, G undlagen und Zukun des GPR´, in Mi eilungen de Deu schen
Geophysikalischen Gesellscha , Sonde band 2/2006, pp.3-21.
Ins anes, A, Lonne, I, Sandake , K 2004, ‘Loca ion o a alanche ic ims wi h g ound-pene a ing ada ´, in:
Cold Regions Science and Technology, ol. 38, pp.55 - 61.
Heilig, A, Schneebeli, M & Fellin, W, 2008, ‘Feasibili y s udy o a sys em o ai bo ne de ec ion o a alanche
ic ims wi h g ound pene a ing ada and a possible au oma ic loca ion algo i hm´, in Cold Regions
Science and Technology, ol. 51, pp. 178 -190.
Heilig, A 2009, The sea ch o and loca ion o inhomogenei ies in seasonal snowpacks u ilizing g ound-
pene a ing ada echnology, Disse a ion Uni e si ä Heidelbe g.
Ho mann, M 2001 Lawinenge ah : Risiken e kennen – En scheidungen e en, BLV, München.
Jaedicke, C 2003, ‘Snow mass quan i ica ion and a alanche ic ims sea ch by g ound pene a ing ada ´, in
Su eys in Geophysics, ol. 24, pp.431 - 445.
87
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Jol, HM & B is ow, CS, 2003, ‘GPR in sedimen s: ad ice on da a collec ion, basic p ocessing and in e p e a ion,
a good p ac ice guide´, in G ound pene a ing ada in sedimen s, eds B is ow, CS & Jol, HM, Geological
Socie y, London, Special Publica ions, ol. 211, 9 - 27.
Knapp, R W, 1990, ‘Ve ical esolu ion o hick beds, hin beds and hin-bed cyclo hems’, in Geophysics, ol. 55,
pp.1183 - 1190.
Mod oo, JJ & Olhoe GR, 2004, ‘A alanche escue using G ound Pene a ing Rada ´, in: 10 h In e na ional
Con e ence on G ound Pene a ing Rada , Ki chene , Canada, pp. 507 -517.
Mun e , W. 1997, 3 x 3 Lawinen: En scheiden in k i ischen Si ua ionen. Agen u Pohl & Schellhamme , Ga misch
Pa enki chen.
Neal, A 2004, ‘G ound-pene a ing ada and i s use in sedimen ology: p inciples, p oblems and p og ess´ in
Ea h-Science Re iews, ol. 66, pp. 261 - 330.
Negi, H S, Thaku , N K & Sha ma, J K 2008, `Es ima ion o snow dep h and de ec ion o bu ied objec s using
ai bo ne G ound Pene a ing Rada in Indian Himalaya´, in Cu en Science, ol. 94, no.7, pp.865 - 870.
Reynolds, J M 2011, An in oduc ion o Applied and En i onmen al Geophysics, Second edi ion, Wiley,
Chiches e .
Tillmann, T 2014, ‘Why is ba ie spi ’s acc e ion no a simple p ocess? Insigh s om GPR-su eys o No he n
Am um (No h Sea/Ge man Bigh )´, in: Lambo , S., Giannopoulos, A., Pajewski, L., And é, F., Slob, E. &
C aeye, C. [H sg.]: P oceedings o he 15 h In e na ional Con e ence on G ound Pene a ing Rada , June 30
- July 4, 2014, B ussels, Belgium.
Tillmann, T 2015, ‘Geomo phology and In e nal Sedimen a y S uc u e o a Landwa d Mig a ing Ba ie Spi
(Sou he n Syl /Ge man Bigh ): Insigh s om GPR Su eys´, inSand and g a el spi s, eds Randazzo, G.,
Coope , JAG., Jackson, DWT, Sp inge , Coas al Resea ch Lib a y, pp.307 -325.
Tillmann, T & Wunde lich, J 2012, ‘G ound-pene a ing ada in coas al en i onmen s: Examples om he
islands Syl and Am um´, in B eme Bei äge zu Geog aphie und Raumplanung, ol. 44, pp. 60 - 76.
Yamamo o, T, Ma suoka, K, Na use, R 2004, ‘Obse a ion o in e nal s uc u es o snow co e s wi h g ound-
pene a ing ada ´, in: Annals in Glaciology, ol.38, pp.21 -24.
88
Mach allein Schaden klug?
Aus Schaden Klug – Re ungsdiens
Mi nahme EKG-De ib illa ions-Einhei in die No au nahme bei
Pa ien en mi eine e mu e en He ze k ankung
Alex Lechleu hne & And eas Lo e
Email: alex.lechleu hne @ h-koeln; and eas.lo e @ h-koeln.de
Pa ien en, die om Re ungsdiens in die No au nahme eine Klinik geb ach we den, bleiben im
Ve an wo ungsbe eich des Re ungsdiens es bis eine ech lich wi ksame Übe nahme du ch das
K ankenhauspe sonal e olg is .
S and de Technik is es, Pa ien en mi eine He ze k ankung wäh end des T anspo es mi eine EKG-
De ib illa ions-Einhei zu übe wachen. Diese soll e solange mi ge üh we den, bis die Übe nahme
abgeschlossen is und die übe nehmende Ins i u ion ih eigenes Moni o ing am Pa ien en angeschlossen
ha .
Seh sel en, abe imme wiede komm es o , dass die Kabel bei Ankun am K ankenhaus abgemach
we den und de Pa ien („die wenigen Sch i e“) in das K ankenhaus ohne Moni o ing geb ach we den.
Soll e de Pa ien dann in de No au nahme (ode au dem T anspo zu eine S a ion) dann kein Pe sonal de
Klinik o handen sein und/ode auch kein De ib illa o schnells ens e eichba , kann plö zliches
Kamme limme n nu e zöge behandel we den. Die Schadenswah scheinlichkei ü den Pa ien en
e höh sich.
De eine ode ande e langjäh ige Mi a bei e im Re ungsdiens kenn solche ode ähnliche Si ua ionen. D.h.
sie kommen also o . Es s ell sich die F age, wie hoch das Risiko da ü is und was ge an we den muss, um
das Risiko da ü zu senken?
Risiko bezeichne das P oduk aus Ein i swah scheinlichkei und Schadensausmaß eines E eignisses.
Folglich üh ein E eignis, das nich ein i (dessen Ein i swah scheinlichkei also gleich null is ) auch zu
keinem Risiko.
Das Risiko de Ein i swah scheinlichkei (= Gesam isiko) se z sich da übe hinaus aus einzelnen Teil isiken
zusammen, die ma hema isch mi einande in Ve bindung s ehen.
Es gil :
     ∙  ∙ 
Dabei sind die einzelnen Teil isiken:
Gesam isiko ü den Pa ien en.

Risiko, das dadu ch en s eh , dass ein Pa ien mi ka dialem Einsa zs ichwo
au dem Weg om RTW zu No au nahme du ch ein au e endes
Kamme limme n e leide

Risiko, das dadu ch en s eh , dass die Besa zung des RTWs das no wendige
Ma e ial zu adäqua en Behandlung eines Kamme limme ns (EKG mi
De ib illa o ) im Fah zeug läss
 Risiko, das dadu ch en s eh , dass das Pe sonal au de No au nahme nich
au einen Pa ien en mi Kamme limme n o be ei e is

Risiko, das dadu ch en s eh , dass das ü eine adäqua e Behandlung on
Kamme limme n no wendige Ma e ial au de No au nahme nich zu
Ve ügung s eh
89
In eg a i e Risk and Secu i y Resea ch
Volume 3/ 2015
Es is zu e kennen, dass das bei jedem Pa ien en o handene G und isiko 
du ch nich o handenes Ma e ial ode Pe sonal e höh wi d. Geh eines diese Teil isiken gegen null,
beweg sich auch die E höhung des Gesam isikos gegen null. Es genüg also, lediglich eines diese
Teil isiken zu eliminie en, um auch die E höhung des Gesam isikos möglichs ge ing zu ges al en. Wi d also
das besei ig , e inge sich auch die Risikoe höhung ü den Pa ien en en scheidend.
Das Mi üh en eines EKGs mi De ib illa o du ch die RTW-Besa zung üh olglich zu eine Ve inge ung des
Risikos ü den Pa ien en. So kann man nach ollziehba da s ellen, wie sich Risiken ü Pa ien en e minde n
lassen, dami man nich e s aus Schaden klug we den muss.