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Privat versus Staat - Schussfahrt zur Zwangsversicherung? Tagungsband zum 16. Kölner Versicherungssymposium am 16. Oktober 2011

Year: 2012
Source: https://cos.bibl.th-koeln.de/files/15/4_2012.pdf
Fo schung am IVW Köln, 4/2012
Ins i u ü Ve siche ungswesen
P i a e sus S aa - Schuss ah zu
Zwangs e siche ung?
Tagungsband zum 16. Kölne Ve siche ungssymposium
am 16. Ok obe 2011
Ins i u ü Ve siche ungswesen
Zusammen assung
Das Ve häl nis zwischen p i a e Ges al ung und s aa liche Regulie ung in
de Ve siche ungswi scha wa das he aus o de nde Thema des 16.
Kölne Ve siche ungssymposiums 2011 und des o liegenden
Tagungsbandes. In dem allgemeinen Teil we den in G undsa zbei ägen
die Posi ionen e wünsch e und une wünsch e o dnungspoli ische
Eing i e in die P i a au onomie des Ve siche ungsma k s da ges ell . In
den anschließenden ün A bei sg uppen zu den Be eichen
Lebens e siche ung, K anken e siche ung, P lege e siche ung,
Sach e siche ungen und Ha p lich e siche ungen wu de das
Spannungs e häl nis behandel . Neben den
Expe ens a emen s sind
auch die Diskussionsbei äge de Tagungs eilnehme es gehal en.
Abs ac
The
ela ionship be ween p i a e con igu a ion and go e nmen
egula ion o he insu ance indus y was he challenging opic o he “16.
Cologne Insu ance Con e ence 2011” and he p esen con e ence
p oceedings. In he gene al sec ion, undamen al essays illus
a e he
posi ions o desi ed and undesi ed egula o y in e e ence in he insu ance
ma ke 's p i a e au onomy. In he i e wo kg oups ha ollowed on he
ields o li e insu ance, heal h insu ance, nu sing ca e insu ance, p ope y
insu ance, and indemni y insu ance he s ess a io is deal wi h. Besides
expe s a emen s, he p oceedings also con ain con ibu ions o he
discussion by con e ence membe s.
- 1 -
Vo wo
Seh geeh e Lese ,
das Zusammenspiel zwischen p i a e Ges al ung und s aa liche Regulie ung in de Ve -
siche ungswi scha wa das he aus o de nde Thema des 16. Kölne Ve siche ungssym-
posiums 2011.
In den Re e a en de Haup e e en en wu den G undposi ionen e wünsch e und une -
wünsch e o dnungspoli ische Eing i e in die P i a au onomie des Ve siche ungsma k s
da ges ell . In den anschließenden ün A bei sg uppen zu den Be eichen Lebens e si-
che ung, K anken e siche ung, P lege e siche ung, Sach e siche ungen und Ha -
p lich e siche ungen disku ie en die jeweils bis zu 50 Teilnehme au de G undlage
on Expe ens a emen s die F agen nach de Angemessenhei und Quali ä de s aa li-
chen Regulie ungen und nach no wendigen En wicklungspo en ialen.
Die E gebnisp äsen a ionen im Plenum e mi el en ein di e enzie es Bild de Bewe -
ung ak uelle Ve siche ungsma k egulie ung mi einem kla en C edo ü wenige abe
quali a i e besse e Regulie ung. Zugleich wu den zahl eiche An egungen ü Quali-
ä s e besse ungen in den einzelnen Anwendungsbe eichen o ges ell und disku ie .
De Tagungsband gib Ihnen In o ma ionen übe die achliche Ausges al ung de ak uel-
len Regulie ung und übe die Bewe ung aus Sich de Expe en aus Wissenscha , Poli ik
und Ve siche ungsp axis.
Viel F eude und Nu zen beim Lesen wünsch Ihnen
P o . D . A nold
Di ek o des Ins i u s ü Ve siche ungswesen, Fachhochschule Köln
- 1 -
Inhal
1EINFÜHRUNG ................................................................................................................... 2
1.1ORDNUNGSPOLITISCH ERWÜNSCHTE STAATSEINGRIFFE IN DIE PRIVATAUTONOMIE ........................... 2
1.2ORDNUNGSPOLITISCH UNERWÜNSCHTE EINGRIFFE IN DIE PRIVATE VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT .... 8
1.3PFLICHTVERSICHERUNGEN AUS JAPANISCHER SICHT .......................................................................... 14
2ARBEITSGRUPPEN ........................................................................................................ 19
2.1ARBEITSGRUPPE LEBENSVERSICHERUNG UND BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG ......................... 19
2.1.1S a emen La s Ga schke, Ve b auche zen ale Bundes e band .......................................... 19
2.1.2S a emen D . Reine Will, Asseku anz Ra ing-Agen u GmbH .............................................. 21
2.1.3S a emen Roland Webe , Vo s and Debeka Ve siche ungen ............................................... 23
2.1.4Podiumsdiskussion ................................................................................................................................ 27
2.2ARBEITSGRUPPE KRANKENVERSICHERUNG .......................................................................................... 31
2.2.1S a emen D . Volke Leienbach, Ve band de p i a en K anken e siche ung e.V. ....... 31
2.2.2S a emen A min Lang, Sozialexpe e de SPD ............................................................................ 36
2.2.3Podiumsdiskussion ................................................................................................................................ 37
2.3ARBEITSGRUPPE PFLEGEVERSICHERUNG .............................................................................................. 39
2.3.1S a emen E a Ch is ina Scha ba ke, Junge Libe ale, FDP ..................................................... 40
2.3.2S a emen And eas Muschik, SCOR Global Li e Rück e siche ung Schweiz AG .............. 44
2.3.3Podiumsdiskussion ................................................................................................................................ 46
2.4ARBEITSGRUPPE SACHVERSICHERUNG ................................................................................................. 51
2.4.1Ein üh ung P o . D . Gün he : En wicklung de Elemen a schaden e siche ung in
Deu schland .............................................................................................................................................. 51
2.4.2S a emen Ma in Wü h ich, Schweize ische Ve siche ungs e band und
Geschä s üh e Elemen a schadenpool ........................................................................................ 55
2.4.3S a emen Oli e And é Haune , Lei e Sach- und Technische Ve siche ung,
Schaden e hü ung, S a is ik, Gesam e band de Deu schen Ve siche ungswi scha
e. V. .............................................................................................................................................................. 61
2.4.4Podiumsdiskussion ................................................................................................................................ 64
2.5ARBEITSGRUPPE HAFTPFLICHTVERSICHERUNG .................................................................................... 68
2.5.1S a emen P o . D . Hans-Pe e Schwin owski, Humbold -Uni e si ä zu Be lin ............. 68
2.5.2S a emen Nils Hellbe g, Lei e Ha p lich -, K edi -, T anspo - und
Lu ah e siche ung, S a is ik, Gesam e band de Deu schen
Ve siche ungswi scha e. V. ............................................................................................................. 76
2.5.3Podiumsdiskussion ................................................................................................................................ 79
KONTAKT ................................................................................................................................. 81
- 2 -
1 Ein üh ung
1.1
O dnungspoli isch e wünsch e S aa seing i e in die P i a au ono-
mie
Von La s Ga schke, Ve b auche zen ale Bundes e band
Das 16. Ve siche ungssymposium de Fachhochschule Köln s eh un e dem Mo o: „P i a
e sus S aa – Schuss ah zu Zwangs e siche ung?“. Ich hal e den Ti el de Ve ans al ung
ü alsch. E e mi el den Eind uck, dass es in de P axis imme möglich wä e eine kla e
Abg enzung zwischen „S aa “ und „Ma k “ o zunehmen. Ju as uden en le nen solche Ab-
g enzungsme hoden im e s en Semes e . Dieses Denken be uh au de Vo s ellung on
un e scheidba en Sphä en. „S aa “ is dabei dem ö en lichen Rech zuzuo dnen mi iel-
ach zen alisie e poli ische En scheidung und de en hie a chischen Du chse zung.
„Ma k “ hingegen basie au p i a em Rech . Die En scheidungs indung e olg dezen al
und au Augenhöhe im Zusammenspiel on Angebo und Nach age.
Mi diese Abg enzung einhe gehend, wi d dann da übe disku ie , welches Sys em dem
ande en da in übe legen is , gesellscha liche Ve eilungsp obleme zu lösen. Siche lich
gib es ein G und e s ändnis übe die Ziele de Ma k wi scha : „Gu e Wa e gegen gu en
P eis! Alle k iegen, was sie wollen!“. Die zen ale F age dabei is jedoch, ob de Ma k es
selbs ich e ode e die en sp echenden Rahmenbindungen benö ig . De ka ego ische
Impe a i on Kan is nich ge ade Mains eam. Wollen wi ame ikanische Ve häl nisse, wo
nach de ökonomischen Theo ie des Rech s, die S eue ung übe pönale Schadense sa z-
summen in die Un e nehmenskalkula ion ein ließen? Ob die Al e na i e eine kos engüns-
ige e ü das be o ene Un e nehmen is , wage ich zu bezwei eln.
Meines E ach ens is die F age „S aa ode P i a !“ genauso alsch wie die Al e na i e „Geld
ode Leben!“. Na ü lich wi d sich de Raubmö de das Geld nich en gehen lassen und
müss e dahe ich ige Weise „ Geld ode Geld und Leben!“ aus u en. Ebenso s ell sich also
ehe die F age: S aa ode P i a und S aa . P o . We ne Sinn e a in seinem Au sa z
„Ve b auche schu z als S aa sau gabe“ (in Pe spek i en de Wi scha spoli ik 2003) eine
gegen eilige Au assung: „De S aa e bie e den eien Ma k ausch mi bes imm en Gü-
e n nied ige Quali ä . E e zwing also höhe e Quali ä en, als sie de Ma k on allein
he o b äch e, was dann unweige lich höhe e P oduk ionskos en und höhe e P eise zu
Folge ha . Das Mo o des Ve b auche schu zes schein zu sein, dass dumme Bü ge om
S aa zu ih em Glück gezwungen we den, so wie unmündige Kinde on ih en El e n – eine
sch eckliche Vo s ellung ü ein libe ales Gemeinwesen und ein Alb aum ü den Volks-
wi .“
Fü ihn wa die BSE-K ise im Wesen lichen ein In o ma ionsp oblem: „Im Ideal all wü den
Anbie e Wa en un e schiedliche Ge ah en äch igkei anbie en, die Ma k p eise wä en
nach de Höhe de P oduk ionskos en ges a el , und ein jede könn e sich ei zwischen
al e na i en Kombina ionen aus P eis und Gesundhei sge ah en en scheiden“. An diese
S elle sei ein kleines Beispiel zu Risikoeinschä zung on Ve b auche ges a e . De Deu -
sche Ve b auche ag 2011 beschä ig e sich mi einem ähnlichen Thema „Wie iel S aa

- 3 -
b auch de Ve b auche ?“. P o . Klaus We enb och ha im Rahmen seines Vo ags un e
einem Teil de Gäs e olgende E hebung du chge üh :
„Bi e s ellen Sie sich o : Sie lei en eine s aa liche Gesundhei sbehö de und eine hoch an-
s eckende und lebensbed ohliche K ankhei b ich aus. In de aku en Ge äh dungszone
leben 6.000 Menschen. Gegenmaßnahmen sind möglich, abe nu in besch änk em Um-
ang. Sie müssen sich zwischen zwei möglichen No allplänen en scheiden. Bei Einsa z on
Plan A we den 2.000 Menschen ge e e . Bei Einsa z on Plan B gib es eine Wah schein-
lichkei on einem D i el, dass 6.000 Menschen ge e e we den und eine Wah scheinlich-
kei on zwei D i eln, dass niemand ge e e wi d.
Fü welchen de beiden Pläne wü den Sie sich en scheiden?“
Fü Plan A en schieden sich 69% de Be ag en, ü Plan B nu 31%. Bei einem ande en Teil
de Gäs e wu den die Aussagen bei gleichem Sach e hal wie olg geände :
„Einsa z on Plan A we den 4.000 Menschen s e ben. Bei Einsa z on Plan B gib es eine
Wah scheinlichkei on einem D i el, dass niemand s i b und eine Wah scheinlichkei on
zwei D i eln, dass alle 6.000 Menschen s e ben“
Fü Plan A en schieden sich hie nu 26% de Be ag en, 74% en schieden sich ü die is-
kan e e Va ian e.
Na ü lich e heb die Be agung keinen Ansp uch au Rep äsen a i i ä . Sie e mi el abe
einen Eind uck, wie schwe es a sächlich is , Risiken einzuschä zen. P o okan s ell sich
dami abe auch die F age, ob es übe haup einen mündigen Ve b auche gib ode e nu
ein heo e isches Kons uk on Wi scha swissenscha le n is .
Dies üh auch zu de F age, welche S oß ich ung ein solches In o ma ionsmodell im Ve -
gleich zu eine e waigen P oduk egulie ung ha . P o . Udo Rei ne ha seinem Vo ag “Fi-
nanzau sich und Ve b auche schu z“ en sp echend Übe legungen anges ell :
Rech smodell In o ma ionsmodell Regulie ung
Schu zgu E we ben Konsumie en
Ziel is Ra ionali ä Gu es P oduk
Ha ung ü Auswahl E olg
Ansa zpunk bei E we bshandlung Bedü nis
Mi el P ozedu al Ma e iell
Mo al de Fai ness Ve an wo lichkei
Ma k als Ziel Mi el
Abbildung 1: Rech smodell - In o ma ionsmodell – Regulie ung
Be ach e man diese Tabelle, muss man zu dem E gebnis kommen, dass man beides
b auch . Demen sp echend is es nach den Wo en on Wilhelm on Humbold (in „Ideen
zu einem Ve such, die G enzen de Wi ksamkei des S aa s zu bes immen“):
- 4 -
„De Zweck des S aa es kann nämlich ein doppel e sein; e kann Glück be ö de n ode nu
Übel e hinde n wollen, und im le z e en Fall Übel de Na u ode Übel de Menschen.“
Sowei es da um geh , das Übel zu e hinde n, wi d die O dnungs unk ion des S aa es an-
gesp ochen. Sie besch änk sich nich nu au Gewäh leis ung des We bewe bs, sonde n
um ass auch eine Schu z unk ion des S aa es. De S aa ha du chaus die Au gabe ge äh -
liche P oduk e om Ma k zu nehmen. Bei Gammel leisch is dies o ensich lich. Nach A i-
kel 9 Absa z 5 de EU-Ve o dnung 1094/2010 kann die Eu opäische Au sich sbehö de ü
das Ve siche ungswesen und die be iebliche Al e s e so gung abe ebenso bes imm e
A en on Finanz ä igkei en e bie en ode besch änken. Sol enz o sch i en ü Ve siche-
ungsun e nehmen ode Vo sch i en zu Siche ungs onds sind Ausd uck diese Schu z-
unk ion.
Gehö abe auch die Gewäh leis ung on Ge ech igkei zu diese Schu z unk ion des S aa-
es? Dem Zi il ech is sie bekann , die ius communica i a. Schon A is o eles kons a ie e,
dass ein e agliche Leis ungsausgleich dann ge ech sei, wenn Leis ung und Gegenleis-
ung in einem We gleichgewich s änden. Wie wi d die Ge ech igkei he ges ell ? F ied-
ich Ca l on Sa igny e a die These, dass de Ve agsschluss selbs Ausd uck diese
Ge ech igkei sei. Wa um soll e ich einen Ve ag schließen, den ich ü unge ech hal e?
Gleichzei ig s ell e e (in „Das Obliga ions ech “) abe auch es , dass die He scha übe
eine ande e Pe son sich nu au einzelne Handlungen abe nich au die Pe son als Ganzes
beziehe und diese Besch änkung nich wei e gehen dü e, als dies das Bedü nis des Ve -
keh s e o de e, du ch Rech sins i u e ane kann und geschü z sei.
Beda es also doch des S aa es? Nach den E kenn nissen aus de Be a ungsp axis de Ve -
b auche zen alen gib es den g öß en Ä ge und die meis en Beschwe den in genau je-
nen Mä k en, die in den le z en 10 bis 15 Jah en du ch poli ische En scheidungen gescha -
en wo den sind. In den Mä k en Telekommunika ion (Mobil ele onie, In e ne zugang),
Ö en liche Ve keh , S om- und Gas e so gung, Al e s o so ge und Finanzp oduk e ha-
ben Ve b auche die meis en Schwie igkei en mi Anbie e n und einen hohen G ad an Un-
siche hei . Diese P oblembe eiche zeichnen sich wahlweise du ch Monopols uk u en,
Ma k ungleichgewich zu Las en de Ve b auche und ein e hebliches In o ma ionsge älle
aus.
Die möglichen Lösungsansä ze au den Ve siche ungsbe eich bezogen wä en: P lich e si-
che ung, Kon ahie ungszwang, Inhal skon olle on Allgemeinen Ve siche ungsbedin-
gungen, In o ma ionsp lich en. Nach olgend we de ich au zeigen, dass diese Elemen e alle
schon in un e schiedlichen Ausp ägungen e ablie sind.
Wi haben die Ve siche ungsp lich bei Zulassung eines KFZ, ü bes imm e Be u sg uppen
und sei dem GKV-WSG auch in de P i a en K anken e siche ung. Sei de Ein üh ung de
Ries e -Ren e wi d übe eine Op -ou -Va ian e ü die kapi algedeck e Al e s o so ge
nachgedach . Im ak uelle Koali ions e ag on CDU, CSU und FDP heiß es: „In de Fo m
de Umlage inanzie ung kann die P lege e siche ung jedoch ih e Au gabe au Daue nich
e üllen. Dahe b auchen wi neben dem bes ehenden Umlage e ah en eine E gänzung
du ch Kapi aldeckung, die e p lich end, indi idualisie und gene a ionenge ech ausge-
s al e sein muss.“ Ich will keinen Hehl da aus machen: Wi haben e hebliche Bedenken
- 5 -
bei eine solchen Ve lage ung. Wenn sich die Poli ik jedoch dazu en scheiden soll e, diesen
Weg zu gehen, s eh die Ve siche ungswi scha zwangsläu ig in de P lich einen ange-
messenen und bezahlba en Ve siche ungsschu z ü Jede mann anzubie en. De Ausbau
de kapi algedeck en, p i a ech lichen Absiche ung da wede zu Ausg enzung einzel-
ne Ve b auche om Ve siche ungsschu z noch zu eine inanziellen Übe o de ung des
Ve b auche s üh en.
Den Kon ahie ungszwang kennen wi aus de KFZ-Ha p lich e siche ung und dem Ba-
sis a i in de PKV. Imme wiede kam die F age au , wie man in bes imm en Ve siche-
ungsbe eichen mi de zei nich e siche ba en Risiken umgehen soll. Ein Beispiel is die
Elemen a schadenabsiche ung bei de Wohngebäude e siche ung, ein ande es die Be u -
sun ähigkei s e siche ung. De ehemalige Ve siche ungsombudsmann P o . Wol gang
Röme ha diese F age einen Vo ag au de BdV Wissenscha s agung 2010 gewidme .
Ich möch e nich alsch e s anden we den, die au dem Ma k be indlichen P oduk e sind
un e dessen iel ach quali a i hochwe ig. Abe ein G oß eil de Ve b auche e häl sie
nich , nu mi Einsch änkungen ode kann sie sich nich leis en. Diese Aspek soll e bei de
ans ehenden Diskussion übe eine e wei e e Fö de ung de Absiche ung gegen das E -
we bsminde ungs isiko in de s aa lich ge ö de en Vo so ge nich aus den Augen e lo-
en we den.
Denn wenn de S aa das Glück be ö de n will und da ü eine s aa liche Fö de ung ein-
se z , ech e ig dies s aa liche Rahmense zungen, insbesonde e dann, wenn de Ma k
subop imal unk ionie . Dies beinhal e na ü lich auch die F age nach de E izienz de
Fö de ung. So zeigen e schiedene Analysen on Ries e -Angebo en, dass die Kos en ü
Ries e -Ve äge eilweise die Zulagen au zeh en. We das Rech au Anbie e wechsel
nu z , kann das eingezahl e Kapi al nahezu olls ändig e lie en. Wi o de n dahe ein-
d inglich au , zumindes im Segmen de s aa lich ge ö de en Al e s o so ge da ü zu
so gen, dass Ve b auche n wi scha lich e izien e, das heiß kos enschlanke P oduk e
angebo en we den.
Regulie ung is ein s e ige P ozess. So kann die „Ries e “-Ren e die in sie gese z en poli i-
schen E wa ungen nu dann e üllen, wenn sie on Ve b auche n auch angenommen wi d
und die Fö de möglichkei en op imal ausgenu z we den. Schau man sich den bishe igen
Ve b ei ungs- und Nu zungsg ad de Zusa z en e an, is dies bis da o nich de Fall. So s e-
hen knapp 14,6 Millionen Ve ägen e wa 37 Millionen Fö de be ech ig e gegenübe . Un-
kla is , wie iele de 14,6 Millionen Ve äge noch ak i bespa we den. Nach Angaben
des Bundesminis e iums ü A bei und Soziales wi d de An eil de uhend ges ell en Ries-
e -Ve äge (ak uell keine Bei agsleis ungen in de Anspa phase) ü das Jah 2008 au
und 15 P ozen geschä z . Unkla is auch, welche An eil de a sächlichen zusä zlichen
Al e s o so ge au die Ries e -Fö de ung zu ückgeh , und wie hoch de An eil sogenann e
Mi nahmee ek e is ; also de An eil de Ries e -Ve äge, ü die ande e bes ehende Ve -
äge gekündig wu den und die dami keine wi kliche Zunahme de Al e s o so ge be-
deu en. Es is also au G undlage eine aliden Da ene assung zu übe p ü en, ob das Ziel
eine lächendeckenden Gesam e so gung du ch zusä zliche Vo so ge mi els Ries e -
Ren e, be iebliche und unge ö de e Vo so ge a sächlich e eich wi d. Übe den S and
- 6 -
de Ziele eichung soll e jäh lich be ich e we den. Soll en die E gebnisse nega i sein, is
en sp echend gegenzus eue n.
Schau man au den Ve siche ungsbe eich insgesam , muss jedoch es s ellen, dass Ve -
b auche schu z zunehmend in die Hände de Ge ich e geleg wi d. Dies is eine Folge de
De egulie ung on 1994. Da die Allgemeinen Ve siche ungsbedingungen nich meh de
behö dlichen Genehmigung un e liegen, un e allen sie die AGB- ech lichen Inhal skon-
olle. Jedoch s oßen die Kon ollmöglichkei en im Wege des kollek i en Ve b auche -
ech sschu zes eilweise an ih e G enzen. P eisklauseln abe auch Klauseln, die de unmi -
elba en Besch eibung de beide sei igen Leis ung/Gegenleis ung dienen, we den meh -
hei lich als kon oll es angesehen. Ein Ausweg wä e die Scha ung eines Klageins umen s
ü Ve b auche e bände, bei dem - ähnlich wie im Kapi alanlege -Mus e e ah en - im
Wege eine Fes s ellungsklage abs ak geklä wi d, ob ein Ansp uch des Ve b auche s
bes eh ode ein bes imm es Ve hal en des Anbie e s zulässig ode unzulässig wa . Zusä z-
lich soll e die B anche abe auch übe Mindes s anda ds in e schieden P oduk be eichen
nachdenken. Die Mus e bedingungen des Gesam e bandes de Deu schen Ve siche-
ungswi scha eichen da ü als Benchma k nich aus.
Bei In o ma ionsp lich en wi d ein seh s a ke Fokus au die Phase des Ve agsschlusses
geleg , wohingegen die In o ma ionsp lich en wäh end de Ve agslau zei und bei de
Ve agsbeendigung des Ve ages (Abwicklungs anspa enz) nu udimen ä ge egel
sind. Hie kann einiges e besse we den.
Die In o ma ionsp lich en müssen b anchenübe g ei end e einhei lich we den. Es da
dahe keine sek o ale Einzel egelung geben. Gleichzei ig müssen Doppelungen de zu
e eilenden In o ma ionen e mieden we den. Ich hal e das P oduk in o ma ionsbla ü
einen Sch i in die ich ige Rich ung, weil es den Ve b auche do abhol , wo e s eh . Es
muss jedoch zu eine wi klich e s ändlichen Visi enka e de Ve siche ung we den. Nie-
mand ha im Vo eld ge es e , was de Ve b auche übe haup e s eh . Mi wä e es auch
liebe , wenn de Ve b auche als P oduk in o ma ion ü eine Ren en e siche ung olgen-
de Aussage e hiel e: Die Ren en e siche ung is eine We e au ein langes Leben und Sie
haben gewonnen, wenn sie äl e als 85 Jah e we den.
E gänzend muss es einem akul a i en, nach olgenden In o ma ionsansp uch des Ve -
b auche s an dessen Beda o ien ie geben. De Ve b auche benö ig zusä zliche In o -
ma ionen om Ve siche e zu Nachbe echnungen zu den Rückkau swe en, bei Ansp uch
au Be eiligung an den Übe schüssen und Bewe ungs ese en ode Mi nahme eines be-
s imm en Teils seine Al e ungs ücks ellung beim Wechsel de PKV. Das
In o ma ionsgebah en de Ve siche ungswi scha is hie e besse ungswü dig.
Unabhängig on den e agsspezi ischen In o ma ionen muss na ü lich auch ü eine
Ma k anspa enz geso g we den. Hie sind Ve b auche in o ma ionen als
Jede manns ech anzusehen. Es geh um allgemein zugängliche In o ma ionen als E gän-
zung zu den e agsspezi ischen In o ma ionen. Mi Sol ency II wi d eine P lich zu Ve ö -
en lichung des Kapi alau schlags wegen de Nich einhal ung de quan i a i en ode qua-
li a i en Ve p lich ungen geben. Viel in e essan e ü Ve b auche sind die E gebnisse de
S ess es s bei Ve siche ungen ode In o ma ionen zu e hischen, sozialen und ökologi-
- 13 -
se zgebe echne dami , sons hä e e die zwei e Ausgleichss u e nich e inden müssen!
Dann we den alle ande en PKV-Ta i e ausgleichsp lich ig!
Als wenn das noch nich genug wä e, ha de Gese zgebe auch ein ollkommenes Kündi-
gungs e bo e häng und e ha mi den Ve agss a en ü säumige P ämienschuldne
angesich s de en ch onischen Geldmangels ein wah ha s ump es Schwe geschmiede .
Auße dem müssen auch wäh end de so genann en Ruhenszei de Ve siche ung aku e
Leis ungen en gol en we den, d.h. es muss so gu wie alles bezahl we den, was nich im
Vo hinein planba is . Nu Schönhei sope a ionen wi d es zu einem de a igen doppel en
Null a i nich geben. Welch ein Segen.
Dami nich genug. Ein wei e es kleines Beispiel zeig die sch ankenlose Um e eilungs-
men ali ä unse e Gesundhei spoli ike . Bislang he sch e in de p i a en K anken e si-
che ung das so genann e Übe maß e bo , und zwa ausd ücklich mi Billigung des BGH.
Nachdem diese dann abe Zwei el an Reichwei e und Wi ksamkei de zug unde liegen-
den e aglichen Bes immung bekommen ha e, ha e die Re o mkommission den weisen
Vo schlag un e b ei e , die ühe e BGH-Rech sp echung in eine en sp echende Vo sch i
umzuwandeln. Danach soll e de Ve siche e nich zu Leis ung e p lich e sein, wenn
Au wendungen ü die Heilbehandlung in einem unangemessenen Ve häl nis zu den e -
b ach en Leis ungen s anden.
Was ha de Gese zgebe da aus gemach ? Ihm ging das, was de BGH und die on Expe -
en ges ell e Re o mkommission ü ich ig be unden haben, zu wei . Heu e muss de Ve -
siche e nu die Au wendungen nich bezahlen, die in einem au älligen Miss e häl nis zu
den e b ach en Leis ungen s ehen. Au wendungen, die „lediglich“ in einem unangemes-
senen Ve häl nis zu den e b ach en Leis ungen s ehen, müssen om e siche en Kollek i
ge agen we den.
Das, meine Damen und He en, sind nu einige wenige Missg i e des Gese zgebe s, die
eine unangemessene S eue ung p i a wi scha liche Ve häl nisse da s ellen und die
auch zu wi scha lich un e nün igen Lösungen ge üh haben. Die Reihe könn e man –
ich bedau e, es so sagen zu müssen – nahezu beliebig o se zen. Im Zeichen de sozialen
Ge ech igkei häl de Gese zgebe das Unge ech e ü e o de lich: E belas e einige we-
nige zahlungsk ä ige Bü ge , wobei e ganz ohne jede Scham selbs in die Gese zesbe-
g ündung sch eib , dass es ihm ge ade au diese A de T ans e leis ung und Umweg i-
nanzie ung ankomm . Dass sich dann imme meh de so genann en s a ken Schul e n aus
diesem Sys em e abschieden, bis dieses in Ge ah is , au g und seine Ins abili ä auch die
so genann en Schwachen nich meh s ü zen zu können, schein nu den wenigs en au zu-
allen, is jeden alls nich poli ische opinio communis. Ge ech igkei bedeu e die Gleich-
behandlung on Gleichem. Auch eine s eng ma k wi scha lich o ganisie e Gesellscha
is zu iskalisch inanzie en T ans e leis ungen an die Bedü igen e p lich e . Hü en wi
uns da o , die „Soziale Ge ech igkei “ mi de Fo de ung nach eine „Gleichhei des Un-
gleichen“ zu e wechseln, sie also so zu de inie en, dass alle mi einem Ansp uch au sozia-
le Fü so ge dami zugleich den Ansp uch e we ben, mi denen gleich behandel zu we -
den, die die Mi el ü den Sozials aa e wi scha en. Sons wi d auch de Sozials aa zu
einem Wieselwo : Die äuße e Hülle s eh noch, das Inne e is lee . Vielen Dank!

- 14 -
1.3
P lich e siche ungen aus japanische Sich
Von Keisuke Ema, Mi sui Sumi omo Insu ance Co. L d.
“The e shall be e e nal peace and cons an iendship be ween Thei Majes ies he King o
P ussia and he Tycoon o Japan, as well as be ween hei hei s and successo s.”
So heiß es in dem e s en Pa ag aphen des „T ea y o ami y and comme ce“ zwischen Ja-
pan und Deu schland, welche am 24. Janua 1861 beschlossen wu de und den G unds ein
ü eine langjäh ige F eundscha de beiden Lände leg e. Sei he wu de diese F eund-
scha du ch iele Gemeinsamkei en ge es ig . Beispielsweise is Deu schland ü Japan de
wich igs e eu opäische Handelspa ne und Japan ü Deu schland de zwei g öß e in Asi-
en. Sowohl kul u ell als auch wissenscha lich bes ehen enge Ve bindungen beispielsweise
du ch das Japanisch-Deu sche Zen um Be lin ode das Deu sche Ins i u ü Japans udien
in Tokio.
Auch in de Ve siche ungswi scha zeichnen sich iele Pa allelen ab, welche ich im Fol-
genden am Beispiel de gese zlichen P lich e siche ungen da s ellen we de.
Zue s möch e ich abe ein paa g undlegende Fak en übe den japanischen Non-Li e-
Ve siche ungsma k e läu e n. Do sind zu zei 28 inländische Ve siche e ä ig, wobei 5
da on auslands inanzie sind. 22 ausländische Ve siche e be eiben mi le weile, übe
Niede lassungen ode Ve mi le , ih Geschä au dem japanischen Ma k . Die Gesam -
p ämieneinnahmen liegen bei EUR 75,2 M d. und die Zahl de E we bs ä igen in de Ve si-
che ungswi scha beläu sich au ca. 92.600. Im Ve gleich zu 1996 is eine Reduzie ung
on 10,4 % zu e zeichnen. Die d ei g öß en japanischen Ve siche e 1 zeichnen zusammen
ca. 89 % des Gesam ma k olumens im Non-Li e-Be eich.2 Gemäß den neus en Zahlen ü
das e s e Halbjah 2011 s eige sich diese An eil soga au 92 %.
Die Ve siche ungsp oduk e we den zu 92,1 % übe Agen en3 e kau . Diese Zahl e deu -
lich , wa um die Ve siche e insgesam 202.098 Ve e ungen im ganzen Land haben. De
Ve ieb übe Makle be äg lediglich 0,4 % und das Di ek geschä 7,5 % de abgeschlos-
senen Ve äge. Zu dem Ve iebsweg des Di ek geschä s soll e hie abe be on we den,
dass dessen Bedeu ung in den le z en Jah en, o allem übe das In e ne , zugenommen
ha und e wa e wi d, dass sie auch in Zukun noch zunimm . Die Gesam p ämienein-
nahmen eilen sich wie olg au :
1 MS&AD Insu ance G oup, Tokio Ma ine Insu ance Holdings, NKSJ Holdings
2 Gene al Insu ance Fac Book 2011
3 Hie sind auch die i men e bundenen Ve mi le im Indus iegeschä gemein .
- 15 -
Abbildung 2: P ämienau eilung de Gesam p ämieneinnahmen im Non-Li e-
Ve siche ungsma k
In diese Da s ellung sind sowohl die P ämien ü das P i a kundengeschä als auch ü
das gewe bliche und indus ielle Ve siche ungsgeschä en hal en.
Im P i a kundengeschä exis ie nu eine gese zlich o gesch iebene P lich e siche ung,
und zwa die o.g. CALI. Hie handel es sich um eine K z-Ha p lich e siche ung, die abe ,
im Gegensa z zu deu schen K z-Ha p lich e siche ung, nu Pe sonenschäden bis zu ei-
ne maximalen Ve siche ungssumme in Höhe on EUR 300.000,00 abdeck . Da übe hin-
ausgehende Pe sonenschäden sowie Sachschäden und die Kasko e siche ung sind eiwil-
lig in Deckung zu geben.
Im gewe blichen und indus iellen Ve siche ungsma k gib es, ähnlich wie in Deu schland,
meh e e P lich e siche ungen:
 A omk a -Ha p lich e siche ung4
 Ma i ime Oil-Pollu ion-Ha p lich e siche ung
 Lu ah zeug-Ha p lich e siche ung
 Ha p lich e siche ung ü Bauun e nehme im Wohnungsbau
Die Ma i ime Oil-Pollu ion-Ha p lich e siche ung deck Schäden die wäh end eines See-
anspo s on Öl du ch dieses e u sach we den. Die Höhe de P lich deckungssumme
bes imm sich du ch die G öße des Schi es, wobei e s Schi e ab einem Gewich on 2.000
B u o egis e onnen e siche ungsp lich ig sind. Keine Ve siche ungsp lich bes eh ü
bes imm e Be u szweige, wie es in Deu schland z.B. ü A chi ek en und Rech sanwäl e de
Fall is . Insgesam be äg de P ämienan eil am Gesam olumen ü die Allgemeine Ha -
4 Einzelhei en we den spä e e läu e .
AUTOM OBILE
49.2%
FIRE
15.1%
PERSONAL
ACCIDENT
9.2%
MISCELLANEOUS
11.9%
Ma ine &
T ansi
3.2% CALI
11.5%
- 16 -
p lich e siche ung in Japan 6,1 %. In Deu schland sind es 12,1 %.5 Das zeig , dass die Be-
deu ung de Ha p lich e siche ung in Japan noch bedeu end ge inge is als hie zulande.
Bezüglich de gese zlichen Sozial e siche ungen bes eh in Japan, genauso wie in
Deu schland, eine Ve siche ungsp lich . Die S uk u en sind eben alls seh ähnlich. Auch
Japans Sozial e siche ungssys em bes eh aus den „5 Säulen de Sozial e siche ung“:
K anken e siche ung, Ren en e siche ung, Un all e siche ung, P lege e siche ung und
A bei slosen e siche ung. De e siche e Pe sonenk eis is gleich und die A de Finan-
zie ung de Bei äge be uh eben alls au dem P inzip des Sozialausgleichs. Un e schiede
zwischen deu schem und japanischem Sozial e siche ungssys em bes ehen nu in Klei-
nigkei en und sollen hie nich nähe e läu e we den. Es soll abe im Folgenden nähe au
die P lich deckung on A omk a we ken in Japan eingegangen we den.
G undsä zlich sind Be eibe on A omk a we ken (AKW) unbeg enz ha ba zu machen
ü Schäden aus dem Be ieb solche A omk a we ke. Zu Deckung de da aus olgenden
Ha p lich schäden wu de 1960 in Japan de A ompilz geg ünde , gemäß dessen eine
Ha p lich e siche ung ü A omk a we ksbe eibe e p lich end abzuschließen is . Eine
Ve siche ung ü eigene Sachwe e is nich e o de lich.6 Die Höhe de P lich e siche-
ungssumme wi d abhängig on de G öße des A omk a we kes es geleg und be äg
maximal EUR 1 M d. Diese P lich e siche ung se z sich aus zwei e schiedenen Pools zu-
sammen:
A ompilz de Ve siche e : Diese bes eh aus einem Ve bund on 23 Ve siche e n, de je-
dem AKW-Be eibe die gese zlich o gesch iebene Mindes deckungssumme p o S ando
bie e . Diese Deckung beinhal e zahl eiche Ausschlüsse; un e ande em g ei ein Aus-
schluss ü Schäden du ch E dbeben und Tsunamis.
A ompilz des S aa es: Hie handel es sich um eine Deckungse wei e ung zum A ompilz
de Ve siche e . Beispielsweise bes eh Deckung ü Ha p lich ansp üche, die bis zu 10
Jah e nach dem Zwischen all en s ehen. Auße dem exis ie hie kein Ausschluss ü Schä-
den du ch E dbeben und/ode Tsunamis. Auch Schäden du ch Vulkanausb üche sind ge-
deck . Kein Ve siche ungsschu z bes eh alle dings bei g ob ah lässig he beige üh en
Schäden.
Eine Doppel e siche ung zwischen den beiden Pools kann nich en s ehen, da de A om-
pilz des S aa es nu Deckung ü solche Schäden bie e , die übe den A ompilz de Ve si-
che e nich gedeck sind.
Fü Ha p lich ansp üche, die übe die Deckungssumme hinausgehen, muss de Be eibe
selbs au kommen. Soll e diese den Fo de ungen nich nachkommen können, sp ing in
de Regel de S aa zu Be iedigung de Ansp üche ein. Fü Schäden, die in beiden Pools
ausgeschlossen sind, wie z.B. solche du ch höhe e Gewal , inne e Un uhen ode K iegse -
eignisse, leis e zu 100 % de S aa eine En schädigung.
5 GDV S a is ik 2011
6 Anme kung: TEPCO besch änk e sich au den Abschluss de gese zlich o gesch iebenen Ha p lich e si-
che ung. Eine Ve siche ung de Sachwe e bes and zum Zei punk des E dbebens und Tsunamis om
11.03.2011 nich .
- 17 -
Au g und de jüngs en E eignisse in Japan im Mä z 2011 gehe ich im Folgenden au die
Deckung ü E dbebenschäden am Beispiel de Haus a e siche ung ein. Vo he möch e
ich abe eine Übe sich übe den e siche en Gesam schaden geben. Diese beläu sich
au EUR 25,2 M d. au ge eil au die e schiedenen Ve siche ungsspa en. De Schaden in
den Spa en Haus a - und Gebäude e siche ung schläg sich mi dem höchs en An eil
niede und be äg insgesam EUR 18 M d., wobei EUR 10 M d. on den p i a en Ve siche-
e n7 und EUR 8 M d. on ö en lich- ech lichen Ve siche e n8 ge agen we den. Au die
Indus ie e siche e en äll ein An eil on EUR 5,4 M d. und die Lebens e siche e e bu-
chen einen Schaden in Höhe on EUR 1,8 M d.
Fü die Haus a - und Wohngebäude e siche ung ha de japanische S aa ein Schema e -
abschiede , we mi welchem An eil an den Schäden aus einem E dbeben ha e . Die Ge-
sam ha ungsg enze ü En schädigungen aus E dbebenschäden lieg bei EUR 47 M d.
Diese G enze is au e schiedene p i a e und s aa liche Ins i u ionen au ge eil . Gesam -
schäden bis zu eine Höhe on EUR 1 M d. we den zu 100 % on de Japan Ea hquake
Reinsu ance Co. (JER)9 ge agen. Die da übe hinaus zu zahlenden EUR 15 M d. we den au
den S aa , die JER und die p i a en Non-Li e-Ve siche e e eil . De S aa äg einen An-
eil on EUR 7,5 M d. (50 %), die JER einen An eil on EUR 3,3 M d. (22 %) und die p i a en
Ve siche e EUR 4,2 M d. (28%). Den es lichen An eil des Schadens bis zu Höchs ha -
ungsg enze on EUR 47 M d., also EUR 31 M d., äg zu 95 % de S aa . Die üb igen 5 %
we den zu gleichen Teilen au die JER und die Non-Li e-Ve siche e e eil . Summie be-
deu e das ü die be eilig en Ins i u ionen olgende Ha ungshöchs g enzen:
JER EUR 5,075 M d.
Non-Li e-Ve siche e EUR 4,975 M d.
Japanische S aa EUR 36,950 M d.
Gesam EUR 47,000 M d.
Abbildung 3: Ha ungshöchs g enzen bei E dbebenschäden in Japan (gül ig bis Mai
2011)
Dieses Schema wa alle dings nu bis Mai 2011 gül ig. Nach dem e hee enden E dbeben
om 11.03.2011 wu de dieses Schema geände . Im Wesen lichen wu den die Non-Li e-
Ve siche e du ch den S aa deu lich en las e ; die Ha ungsg enze lieg abe wei e hin bei
EUR 47 M d. Die e s e EUR 1 M d. e bleib wie bishe bei de JER. S a EUR 15,4 M d. äg
de S aa nun 50 % de au die e s e EUR 1 M d. olgenden EUR 6,3 M d. 40,5 % (EUR 2,55
M d.) dieses Be ages äg die JER und die e bleibenden 9,5 % (EUR 0,6 M d.) gehen zu
Las en de Non-Li e-Ve siche e . Die üb igen EUR 39,7 M d. we den zu 95 % om S aa ge-
agen und 5 % da on e bleiben zu gleichen Teilen bei de JER und den Non-Li e-
Ve siche e n. Dieses neue Schema ände die Ha ungshöchs g enzen wie olg :
7 GIAJ: Gene al Insu ance Associa ion o Japan
8 ZENKYOREN: Na ional Mu ual Insu ance Fede a ion o Ag icul u al Coope a i es
9 Anme kung: Im gemeinsamen Besi z de Non-Li e Ve siche e
- 18 -
JER EUR 4,5 M d.
Non-Li e-Ve siche e EUR 1,5 M d.
Japanische S aa EUR 41,0 M d.
Gesam EUR 47,0 M d.
Abbildung 4: Neue Ha ungshöchs g enzen bei E dbebenschäden in Japan (gül ig ab
Juni 2011)
Rückblickend au das E dbeben und die da aus esul ie enden Folgen ü die Be ölke ung
und die lokalen Un e nehmen kann man, o z des eno men Ausmaßes an Beschädigun-
gen und Ze s ö ungen, sagen, dass die wi scha lichen Folgen ü die Ve siche e e häl -
nismäßig ge ing aus allen. Insgesam lieg de wi scha liche Gesam schaden aus dem
E dbeben, dem Tsunami und den da au ge olg en a oma en Schäden du ch Fukushima
bei EUR 135 bis 210 M d. (en sp ich 3 bis 5 % des BIP)10. Im Ve gleich zu diesen Zahlen is
de An eil des e siche en Gesam schadens in Höhe on EUR 25,2 M d. am wi scha li-
chen Gesam schaden mi 12 bis 19 % seh ge ing.
De G oß eil de Eu opäe , de die E eignisse im Mä z 2011 e olg ha , wa besonde s
beeind uck und eilweise i i ie on de Men ali ä de japanischen Be ölke ung und
de en Umgang mi diese Ka as ophe. Sie zeig e eine Akzep anz und Gelassenhei , die ü
Eu opäe nich nach ollziehba und be emdlich e schien. Diese Gelassenhei und die Fä-
higkei , auch schlimme Dinge zu akzep ie en und mi ihnen umzugehen, kann man auch
au die Eins ellung zu P lich e siche ungen übe agen. Japane neigen sel en dazu, sich
gegen au e leg e Regeln zu weh en. Da im P i a be eich in Japan nu eine P lich e siche-
ung exis ie , de en Sinn ü die b ei e Be ölke ung nach ollziehba is , is de en Umse -
zung du chaus e wünsch . Eine ech liche Du chse zung zusä zliche P lich e siche un-
gen is mi g oßen Hinde nissen e bunden. Es muss sich um (Kumul-) Risiken handeln,
on denen jede Bü ge be o en sein könn e und nich nu eine bes imm e G uppe wie
z.B. bei den deu schen P lich e siche ungen ü bes imm e Be u szweige. Aus diesen
G ünden, und auch au g und de ge ingen Anzahl, gib es in Japan sel en Diskussionen
ode Wide s and zum Thema P lich e siche ungen.
10 Anme kung: Diese Zahlen basie en au Ve mu ungen, konk e e gesiche e Zahlen gib es bishe nich .

- 19 -
2 A bei sg uppen
2.1
A bei sg uppe Lebens e siche ung und be iebliche Al e s e so -
gung
Die Eing i e des S aa es in die p i a e Vo so ge: Ve b auche schu z ode Ve b auche gänge-
lung ? Lei ung P o . D . Oska Goecke, Ins i u ü Ve siche ungswesen, FH Köln
Zu Beginn de Podiumsdiskussion gib de Diskussionslei e P o . Goecke den Teilnehme n
Gelegenhei zu einem ein üh enden S a emen .
2.1.1 S a emen La s Ga schke, Ve b auche zen ale Bundes e band
Ich möch e übe das Fö de n des Gu en sp echen und dies am Beispiel de Ries e -
Fö de ung e deu lichen. De Gese zgebe ha gesag : Wi wollen, dass de Ve b auche
p i a Al e s o so ge be eib . Dies soll ohne P lich e siche ung und ohne Zwang ge-
schehen, ielmeh wollen wi die p i a e Vo so ge ö de n und dami einen ökonomi-
schen An eiz se zen. Hie gil m.E. de G undsa z: „We bezahl bes imm !“ Es is das legi i-
me In e esse des S aa es zu sagen: Wenn ich als S aa e hebliche Gelde in solche P ojek e
ließen lasse, dann lege ich auch es , was die K i e ien diese P oduk e sein sollen.
Regulie ung is ein kon inuie liche P ozess! Wi wachen nämlich nich i gendwann au
und dann is die Regulie ung ganz plö zlich da. Die Regulie ung un e lieg dem poli ischen
Willensbildungsp ozess und diese is mi de Regulie ung nich abgeschlossen. Bes ehen-
de Regulie ungsbe eiche we den beobach e e . In neue en Gese zen is eine E aluie ung
ausd ücklich o gesehen. U.U. s ell man dann es , dass e was nich ich ig unk ionie
und dann wi d nachjus ie . Regulie ung is imme ein lebendige O ganismus!
Bei de Ries e -Fö de ung ha de Gese zgebe gesag , wi wollen einen einhei lichen Fö -
de ahmen. Denn ein zen ales P oblem aus unse e Sich wa , dass in de We bewe bssi-
ua ion nich Rendi easpek e eine Rolle spiel en, sonde n die s eue liche Fö de ung im
Vo de g und s and. So haben wi je z ü un e schiedliche P oduk g uppen einen einhei -
lichen Fö de ahmen. Au diese Weise kann auch das P oduk , das dem Kunden eigen lich
am bes en en sp ich , on ihm ausgewähl we den.
Bei den Ries e -K i e ien ha man jedoch im Lau e de Zei es ges ell , dass noch nich alles
so unk ionie , wie es soll e. Die Ein üh ung de Ries e -Ren e s and un e schlech en Vo -
zeichen. Bei unge ö de en P oduk en e hiel de Ve mi le höhe e P o isionen, weshalb
Ries e zunächs nu de Tü ö ne ü den Ve kau ande e P oduk e wa . Die Ve kü zung
de Ve eilung de Abschluss- und Ve iebskos en au ün Jah e wa de Knie all o dem
Ve ieb. Unse Vo schlag ging damals dahin, bei allen Al e s o so gep oduk en die Ab-
schluss- und Ve iebskos en gleichmäßig au die gesam e Ve agslau zei zu e eilen.
Die ande e Rich ung wa die Nachs eue ung im Hinblick au die T anspa enz. Zen ales Ziel
wa es, übe kla e Kos enin o ma ionen eine Ma k anspa enz he zus ellen. Komm man
dann nach 5 Jah en zu dem E gebnis, dass dieses Ansinnen on de Anbie e sei e o pe-
die wi d, so muss nachges eue we den. So kam es dazu, dass im e s en Sch i die Kos-
- 20 -
en in Eu o und Cen ausgewiesen we den muss en. Auch dies wi d nich eingehal en: Wi
üh en Abmahn e ah en, weil Anbie e die Kos en nich in Eu o und Cen ausweisen. Von
de Anbie e sei e kam dazu die An wo , sie könn en es ga nich ausweisen, da sie die
Kos en nich be echnen könn en. Dann age ich mich, was is das P ima : Is es das P ima ,
dass es einen Kos enausweis gib ode is das P ima die F eihei des Kos ensys ems mi
de Folge, dass de Anbie e die Kos en eben nich ausweis . Dieses Beispiel zeig genau
das Spannungs eld zwischen Regulie ung und P oduk ges al ung. De P oduk e gleich is
imme noch nich möglich. Als nächs e S u e soll ein P oduk in o ma ionsbla einge üh
we den. Es soll mi Rendi e- und Kos enkennzi e n gea bei e we den. Ob dies dem Ve -
b auche wi klich hil , wage ich zu bezwei eln. Die Diskussion zu Zuschuss en e wi d de
Diskussion wei e en Au ieb geben, auch was das Thema Kos enbeg enzung be i .
Je z wi d da übe disku ie , welche K i e ien an die dann „obliga o ische“ Al e s e so -
gung ges ell we den, die de Ve b auche 5 bis 35 Jah e be eiben soll. Na ü lich sind hie
alle In e essensg uppen un e wegs. Die be iebliche Al e s o so ge häl ih e P oduk e ü
das einzig Wah e! Die p i a en Anbie e u en: „Hal ! hal ! - wi wollen auch mi dabei sein!“
Dieses Beispiel zeig , dass Regulie ungsimpulse nich ausschließlich on de Ve b auche -
schu zsei e o ange ieben we den.
Zu Rech wi d in de poli ischen Diskussion da au e wiesen, dass de Ve b auche e ah-
en möch e, welche Rendi e e e zielen kann. Inso e n is es konsequen , wenn die Eu opä-
ische Kommission kapi albildende P oduk e mi einande e gleichba machen will. So ha
de Ve b auche bei eine kapi albildenden Lebens e siche ung na ü lich ein essenzielles
In e esse da an, zu e ah en wie hoch die Rendi e au seinen Bei ag is und wie sich diese
Rendi e e echne .
Bei eine Ak ienanlage gib es kla e Spiel egeln: Die Ak ionä e en scheiden, was sie als Di-
idende ü ih e Anlage bekommen. Wie e olg die Gewinnzuweisung bei eine Lebens-
e siche ung? Nich das Ve siche enkollek i - on dem imme so ge ne gesp ochen wi d
– en scheiden da übe , sonde n die Ak ua e und das Ve siche ungsun e nehmen. Das
kann man so machen! Abe dann muss man ü T anspa enz so gen. Imme meh Leu e
beginnen zu hin e agen, ob die E gebnisse, die in den Ve siche ungsun e nehmen e a -
bei e wu den, ealis isch sind. Fü dieses Hin e agen muss zwangsläu ig au zwei Ebenen
eine An wo ge unden we den: Au de In o ma ions- und Regulie ungsebene.
Ich möch e noch einen wei e en Punk ku z ansp echen. Es is m.E. ein I glaube, alles übe
Zi il ech egeln zu wollen. Es ehl dem Zi il ech gegenübe dem Au sich s ech an eine
den gesam en Ma k um assende Vollzugss a egie. De Fall de 10-Jah es e äge im Ve -
siche ungsbe eich is nu ein kleines Beispiel hie ü . Ve b auche schu zo ganisa ionen
hiel en 10-Jah es Ve äge ü unzulässig. Wi haben dann le z endlich o dem BGH ge-
wonnen. Anschießend du en wi dann die ganze B anche abklappe n, um die 10-Jah es
Ve äge aus dem Ma k aus zu bekommen. Hie muss übe e ek i e e Mechanismen de
Ma k be einigung nachgedach we den.
- 21 -
2.1.2 S a emen D . Reine Will, Asseku anz Ra ing-Agen u GmbH
Eing i e des S aa es in die Handlungs- und Ve ügungsbe ech igung on Menschen und
im be iebswi scha lichen Zusammenhang in wi scha liche Abläu e und S uk u en
we den als Regulie ung bezeichne . Dabei kann es sich insbesonde e um die Regulie ung
des Ma k ein i s bzw. -aus i s, de P oduk quali ä , de P eise, de Publizi ä sp lich en
ode des Ve hal ens de Ma k ak eu e, z.B. in Bezug au die Einhal ung on Regeln zu Ve -
iebs e ah en ode zu Leis ungse s ellung und Kapi alauss a ung, handeln.
Regulie ung be i nich nu die Anbie e sei e, sonde n auch In e mediä e, wie Ve iebe,
und die Nach age , z.B. du ch Ve siche ungsp lich . Regula o ische Eing i e des S aa es
sollen und können im poli ischen Um eld nich ziellos e olgen. Ein zen ales Regulie-
ungsziel im Ve siche ungsma k is es da ü zu so gen, dass die Ve p lich ungen aus den
Ve siche ungs e ägen daue ha e üll we den. Wobei dieses Gläubige schu zziel p imä
du ch die Ve meidung on Insol enzen siche ges ell we den soll.
Regulie ung ha des Wei e en das ö en liche In e esse und Ziel, Ve auens e lus e in die
Leis ungs ähigkei des Ve siche ungsbe eiches zu e meiden, um dami die Funk ions ä-
higkei des Ma k es zu gewäh leis en. Hie s eh die gesam gesellscha liche Wohl ah im
Vo de g und des In e esses. Angesich s de Ta sache, dass die Ve siche ungsun e nehmen
am Kapi alma k de g öß e deu sche ins i u ionelle Anlege sind, is dies in de ak uellen
Ma k si ua ion auch leich nach ollziehba . Am Rande sei hie nu beme k , dass dieses Ziel
bis da o auch gu umgese z wo den is , was man angesich s de g a ie enden Ve we -
ungen am Kapi alma k nich pe se o ausse zen kann. Ande s gesag , die Regulie ung
bzw. die Au sich ha bishe gewi k . Zugleich sehen wi hie un e den S ichwo en Sol-
ency II, MaRisk VA und S ess es s eine deu liche E wei e ung des au sich s ech lichen
Rahmens sowohl in quan i a i e als auch quali a i e Hinsich . Auch wenn im De ail übe
die Ausges al ung de neuen Finanzau sich in ensi ge ungen wi d, bes eh Einigkei übe
das Ziel und das g undlegende Vo gehen.
Ein wei e e G und ü Regulie ung is in de Reduk ion on In o ma ions- und Übe wa-
chungskos en zu sehen, was speziell ü den p i a en Nach age on Ve siche ungsschu z
on hohe Bedeu ung is . Dami einhe geh das Ziel, bes ehende In o ma ionsasymme -
ien zwischen Anbie e n und Nach age n on Ve siche ungsschu z du ch die Ein üh ung
on z.B. In o ma ionsp lich en ode Regeln des Ha ungs ech s au zuheben ode abzubau-
en. Beim Thema In o ma ion spiel im Ve siche ungsma k auch die Beau sich igung de
Ve iebe als In e mediä e zwischen Anbie e und Nach age eine wich ige Rolle. Auch
hie haben sich die au sich s ech lichen An o de ungen e schä . Ich möch e nu au die
Ve o dnung übe In o ma ionsp lich en bei Ve siche ungs e ägen und die Auskun s-
und Dokumen a ionsp lich en aus de EU-Ve mi le ich linie hinweisen.
Sei dem im Juli 1994 das d i e Gese z zu Du ch üh ung e siche ungs ech liche Rich li-
nien de Eu opäischen Union in K a ge e en is , können die Ve siche e P oduk - und
P eisges al ungen eigens ändig en scheiden. Sie bedü en mi wenigen Ausnahmen (in
de subs i u i en K anken e siche ung und in de P lich e siche ung) keine Vo abkon-
olle ode Genehmigung du ch die Au sich sbehö de meh . Die so genann e De egulie-
ung ha das Ziel, die Diens leis ungs eihei und die Niede lassungs eihei in de eu opäi-
- 22 -
schen Union zu ö de n. Dabei is zu beach en, dass sowohl die Konsumen en als auch die
P oduzen en on den F eihei en des gemeinsamen Ma k es im Sinne des eien Wa en-
und Diens leis ungs e keh s p o i ie en sollen. De Raum ü eine P oduk egulie ung is
somi poli isch gewoll beg enz . S aa liche Eing i e im Be eich de Al e s o so gep oduk-
e gib es abe do , wo de S aa Fö de mi el zu Ve ügung s ell . T eu dem Mo o „We
bezahl , kann auch bes immen, was die Kapelle spiel “, bes eh hie aus meine Sich ein
g undsä zliche Konsens übe die Sinnha igkei on Maßnahmen de P oduk egulie ung.
Inwiewei die ge o enen Regula ien aus Ve b auche sich ziel üh end sind, läss sich si-
che lich kon o e s disku ie en.
Dami we den au Angebo s- und Nach agesei e die poli ischen Ziele nach Konsumen-
en- und P oduzen en eihei du ch das egula o ische Ziel des inanziellen Gläubige -
schu zes in Fo m eine inanzwi scha lichen Regulie ung de Anbie e lankie . Wobei
das Thema de Konsumen ensou e äni ä und dami de Konsumen enin o ma ion ein
wich iges e bindendes Elemen da s ell . Fü die Diskussion übe das ich ige Maß an
Regulie ung und de en Ansa zpunk e e schein es mi an diese S elle auch wich ig he -
o zuheben, dass die schu zwü digen In e essen de Ve siche en gegenübe dem Ve si-
che e zweige eil sind und dabei in Konku enz s ehen. De Ve siche e is sowohl Schuld-
ne de P ämie - und ha als solche ein na ü liches In e esse an eine möglichs nied igen
P ämie - als auch Gläubige de Leis ung. Dami ha e ein schu zwü diges In e esse nach
eine aus eichend siche en Kalkula ion, hohen Siche hei smi eln und speziell bei Al e s-
o so gep oduk en auch angemessen Gewinnausschü ungen.
Dass Ga an ien und Siche hei einen P eis haben, dies kann jede im Momen bei eu opäi-
schen S aa sanleihen, die e mein lich imme als siche gal en, anschaulich nach ollzie-
hen. Die Be ei scha de Nach age , ü meh Siche hei eine höhe e P ämie ode eine
ge inge Rendi e in Kau zu nehmen, is alle dings im Ve siche ungsma k , mi Ausnahme in
de Rück e siche ung, wenig e b ei e bzw. s öß au g oßes Un e s ändnis.
Das Ve s ändnis de Ve b auche zu s ä ken und In o ma ionen so be ei zus ellen, dass sie
die Konsumen ensou e äni ä ö de n, soll e s ä ke in den Fokus de Au sich sziele bzw.
des poli ischen Handlungs ahmens ücken. Zugleich sind die Anbie e ge o de , dem
Thema T anspa enz (noch) meh E ns ha igkei zu e leihen. In diesem Sinn und als einen
Gedanken ü die Diskussion möch e ich mi einem Zi a eines innischen Poli ike s, He n
U ho Kekkonen, enden. E ha gesag : „Siche hei e eich man nich , indem man Zäune
e ich e , Siche hei gewinn man, indem man To e ö ne .“
- 29 -
nehmensspezi ische In o ma ionen nö ig seien und zum ande en müss en die Un e lagen
ech ssiche sein.
Eine Anme kung aus dem Publikum zu Rolle des Ve iebs au g ei end e wähn He
Ga schke das Beispiel G oßb i annien; do habe de Kunde die Wahl zwischen eine P o i-
sionsbe a ung und eine Hono a be a ung in Ve bindung mi einem Ne o a i . Dies sei ein
e s e Sch i zu T anspa enz. Au de P oduk ebene müsse übe Ne o a i e nachgedach
we den. Dann hä e de Ve b auche die Wahl und könne ei en scheiden, ü welches
Modell e sich en scheiden möch e.
He Webe k i isie den Ta i o behal bei de En gel umwandlung. So wü den im ö en -
lichen Diens nu die ö en lich- ech lichen Zusa z e so gungskassen die En gel umwand-
lung anbie en; dies sei kein unk ionie ende We bewe b. Im Hinblick au die Quali ä de
Ve iebe weis He Webe da au hin, dass beispielsweise die Debeka de zei 2100 Auszu-
bildende habe; die deu sche Ve siche ungswi scha bilde alle dings seine Meinung nach
zu wenige junge Menschen aus. Auße dem üh en eilweise alsche Incen i es zu Fehl-
s eue ungen in den Ve ieben. Den Vo schlag, nu noch Hono a be a ung zu e lauben,
weis He Webe en schieden zu ück, dies wü de das P oblem de Al e s o so ge nich
lösen, ielmeh wü de die Al e sa mu zunehmen. E plädie ü eine e nün ige Mi-
schung de Ve iebswege.
Wenn die Ve b auche a sächlich sich in ensi in o mie en und ak i nach bes en Lösun-
gen au dem Ma k suchen wü den, s ell D . Will es , dann wü de de Ma k zu ande en
Lösungen gezwungen sein und diese auch anbie en. Ta sächlich abe sei das de zei ige
Konsumen enin e esse ehe ge ing. So könn en sich einige Anbie e bequem ein ich en -
zumindes gel e dies ü die Ve gangenhei . De Ve d ängungswe bewe b um den einzel-
nen Kunden we de g öße , gleichzei ig sinke die Be ei scha de Kunden, sich mi dem
Thema Al e s e so gung zu beschä igen; dies zwinge die Ve siche e nich nu zu e kau-
en, sonde n auch solide zu be a en. Nach Au assung on He n D . Will we de de zei au
dem Ma k die lau enden Be euung und Be a ung de Kunden e nachlässig . Die Ve ie-
be seien zu s a k au den Zei punk des Ve agsabschlusses okussie und wenige an
eine lau enden gu en Be euung in e essie . E k i isie zudem, dass die P o isionen ehe
nach de „T ag ähigkei “ de P oduk e als nach dem a sächlichen Be a ungsau wand be-
messen wü den.
He Ga schke weis au eine Auswe ung des Bundes inanzminis e iums hin. Danach
muss en in seh ielen Fällen Ries e -Zulagen wegen unzu eichende Eigenbei äge zu-
ückge o de we den. Dies bes ä ige die Aussage on He n D . Will, dass nämlich die lau-
ende Be a ung unzu eichend sei. E plädie da ü , dass man on de bishe üblichen Ab-
schluss e gü ung au eine lau ende Ve gü ung übe gehen müsse.
Zum Schluss de Diskussion ass P o . D . Goecke die Konsenspunk e de Diskussion zu-
sammen: Es bes ehe Konsens da in,
dass de Ma k zwa unk ionie e, jedoch nu subop imal,
dass de G undsa z gel e: „We zahl , bes imm !“, dass also de S aa in besonde e Weise in
die ge ö de en P oduk e eing ei en dü e,

- 30 -
dass iel in ensi e da an gea bei e we den müsse, die ich igen In o ma ionen an die ich-
igen Ad essa en zu b ingen.
Schließlich s ell P o . Goecke eine übe wiegende Zus immung zu Fo de ung nach „besse-
e Regulie ung s a meh Regulie ung“ es .
Zum Abschluss de Diskussion bedank sich P o . Goecke bei den Re e en en und beim
Publikum ü die ege An eilnahme an de Diskussion.
- 31 -
2.2
A bei sg uppe K anken e siche ung
„(Wann) Komm die Bü ge e siche ung?“ Lei ung Ch is ian F enzel, VVB
2.2.1 S a emen D . Volke Leienbach, Ve band de p i a en K anken e si-
che ung e.V.
Die „Bü ge e siche ung“: Ansp uch und Wi klichkei eine poli ischen Idee
And ea Nahles ha Rech : Das deu sche Gesundhei swesen gehö e „zu den bes en de
Wel “, sag e die Gene alsek e ä in de SPD jüngs au eine Fachkon e enz ih e Pa ei. In
de Ta zeigen die Da en de O ganisa ion ü wi scha liche Zusammena bei und En -
wicklung (OECD), dass Deu schland bei den wich igs en Me kmalen ü die Quali ä de
medizinischen Ve so gung jeweils in de Spi zeng uppe lieg : So sind e wa die Zugangs-
möglichkei en zu Allgemein- und Fachä z en hie zulande am ge ech es en e eil . Sowohl
die A z dich e als auch die Zahl de K ankenhausbe en je 1.000 Einwohne lieg zum Teil
deu lich übe dem OECD-Du chschni . Und die Wa ezei en ü einen Facha z e min sind
in Deu schland am kü zes en un e allen un e such en Lände n.
Umso e s aunliche is es, dass sich diese E kenn nis nich in de Poli ik de Sozialdemok a-
en wide spiegel . Zwa heiß es in einem SPD-Pa ei agsbeschluss zu Gesundhei spoli ik,
es gehe da um „eines de mode ns en, leis ungs ähigs en und ge ech es en Gesundhei s-
sys eme de Wel zu en wickeln.“ Dabei wi d jedoch e kann , dass wi ein solches Sys em
längs haben. We den hingegen die Pläne de Pa ei ü eine Einhei s e siche ung umge-
se z , bes eh ielmeh die Ge ah , dass sich das he o agende Ve so gungsni eau in
Deu schland nich au ech e hal en läss . Die gleiche So ge gil auch ü die gesundhei s-
poli ischen Konzep e de G ünen und de Pa ei Die Linke.
Ein Einhei ssys em üh zu schlech e e Ve so gung
Alle d ei Pa eien wollen le z lich ein einhei liches Ve siche ungssys em scha en, in dem
sich jede Bü ge zwangs e siche n muss. Die P i a e K anken e siche ung (PKV) soll – je
nach Pa eimodell – en wede abgescha we den ode nu noch besch änk e Leis ungen
nach einem s aa lich o gegebenen Ka alog anbie en dü en.
Dabei is doch ge ade de unk ionie ende Sys emwe bewe b zwischen de P i a en und
de Gese zlichen K anken e siche ung Ga an de he o agenden medizinischen Ve so -
gung in Deu schland. Dies be i auch den Leis ungsum ang de Gese zlichen K anken-
e siche ung (GKV). Heu e muss es sich die Poli ik seh genau übe legen, wenn sie den
s aa lich o gegebenen Leis ungska alog einsch änken möch e. Denn bislang kann jede
Kü zung dazu üh en, dass sich meh Menschen ü die PKV en scheiden. In eine Einhei s-
e siche ung könn e niemand meh das bes ehende Sys em e lassen – de S aa hä e es
wesen lich leich e , Einschni e im Leis ungska alog o zunehmen. Dies ha die Che in des
GKV-Spi zen e bandes Do is P ei e längs bes ä ig : „Ohne die Konku enz on P i a e -
siche ungen wä e die Ge ah , dass de Leis ungska alog au eine minimale G und e so -
gung eduzie wi d, g öße . In einem Einhei ssys em ließen sich die Leis ungen leich e
eduzie en.“
- 32 -
Zu den g öß en Ve lie e n eine „Bü ge e siche ung“ wü den die Ä z e gehö en. Die SPD
will ü sie nämlich eine einhei liche Hono a o dnung ein üh en. S a de heu igen zwei
Ab echnungssys eme – dem Einhei lichen Bewe ungsmaßs ab (EBM) in de GKV und de
Gebüh eno dnung ü Ä z e (GOÄ) in de PKV – wü de es dann nu noch ein Sys em geben.
Dieses dü e jedoch schon aus Kos eng ünden ehe dem EBM mi seinen leis ungsbe-
g enzenden Budge -Deckelungen gleichen als de GOÄ. Im SPD-An ag heiß es zwa , die
einhei liche Hono a o dnung solle „insgesam nich zu wenige Mi eln ü die ambulan e
Ve so gung üh en“. Doch ganz gleich, ob dies so umgese z wü de ode nich : Am Ende
s ünde eine einhei liche Ve o dnung, die als Ve gü ungsg undlage ü den gesam en am-
bulan en Be eich gel en wü de. Zukün ige Kü zungen in de Ve gü ung de Ä z e wä en
dann ohne g öße e Schwie igkei en on de Poli ik umse zba . Denn ein konku ie endes
Ve gü ungssys em gäbe es ja nich meh .
Von de Hand in den Mund - bald ü alle?
Ve lie e eine solchen Re o m wä en auch die Gene a ionen unse e Kinde und Enkel.
Denn eine „Bü ge e siche ung“ wei e das sogenann e Umlage e ah en au alle Men-
schen aus. Schon heu e leb die GKV du ch dieses Finanzie ungssys em quasi on de
Hand in den Mund: Jede eingenommene Eu o muss so o wiede ü die Bezahlung de in
Ansp uch genommenen Leis ungen ausgegeben we den. Diese A de Finanzie ung
eich abe schon je z nich meh aus. So muss e das GKV-Sys em im Jah 2004 e s mals
mi S eue mi eln un e s ü z we den. Inzwischen ha sich diese Zuschuss meh als e -
zehn ach : au übe 15 Millia den Eu o im lau enden Jah . Und mi de zunehmenden Al e-
ung unse e Gesellscha wi d sich das P oblem asan e schä en. Denn die in Ansp uch
genommenen Gesundhei sleis ungen nehmen zu, je g öße de An eil äl e e Menschen in
eine Gesellscha is . Füh ende Gesundhei sökonomen haben e echne , dass de Bei-
agssa z in de GKV genau aus diesem G und in den kommenden Jah zehn en explodie-
en wi d. Je nach P ognose-Ins i u könn e de Bei agssa z on heu e 15,5 au bis zu 30
P ozen im Jah 2050 ans eigen.
Wäh end heu e zumindes die P i a e siche en – imme hin und 10 P ozen alle Ve si-
che en – ü ih e im Al e s eigenden Gesundhei skos en o so gen, wü den sie in eine
„Bü ge e siche ungs“-Wel eben alls in das Umlagesys em gezwungen. In de Folge wü -
de sich das Finanzie ungsp oblem zu Las en alle Ve siche en wei e e schä en.
Quali izie e A bei splä ze we den massi e eue
Na ü lich kennen auch die Ve ech e eine „Bü ge e siche ung“ die sich aus ih en Kon-
zep en e gebenden Finanzie ungsschwie igkei en, denen sie mi un e schiedlichen Ideen
begegnen wollen. Doch die en sp echenden Pläne wü den die gesam e Mi elschich in
Deu schland zum Ve lie e machen. So möch e e wa Die Linke die Bei agsbemessungs-
g enze komple abscha en. Heu e müssen A bei nehme und A bei gebe bis zu einem
Einkommen on 44.550 Eu o (ab 2012: 45.900 Eu o) Bei äge an die Gese zliche K anken-
e siche ung ab üh en. Fü da übe hinausgehende Einkün e wi d kein Bei ag ällig. Die
Folge des Modells de Linken wä e ein u e lose Ans ieg de Bei agslas o allem ü
Facha bei e und ande e gu e dienende E we bs ä ige und Selbs s ändige. Dabei wä e
- 33 -
alle dings aglich, ob eine de a unbeg enz e Bei agsp lich übe haup e assungs-
ech lich zulässig is , denn sie hä e mi dem e o de lichen Zusammenhang on Bei ag
und Leis ung nich s meh zu un.
Die G ünen und de Deu sche Gewe kscha sbund wollen die Bei agsbemessungsg enze
zwa nich gleich abscha en, abe d as isch on bishe 44.550 au 66.000 Eu o e höhen.
Das en sp äche einem Ans ieg um meh als 48 P ozen . So en s ünden in de „Bü ge e si-
che ung“ e hebliche Belas ungssp ünge ü einen G oß eil de Ve siche en, die obe halb
de heu igen Bemessungsg enze e dienen. Auch das be i o allem die Mi elschich .
Un e dem S ich wü de die K anken e siche ung ü Millionen on Anges ell en und
Selbs s ändigen d as isch eu e . Demnach müss e zum Beispiel ein In o ma ike bei de
Lu hansa mi einem B u o-Jah esgehal on 55.000 Eu o in de „Bü ge e siche ung“
schlaga ig übe 16 P ozen meh bezahlen: 8.030 s a bishe 6.905 Eu o im Jah . Noch
hä e wü de es e wa einen Indus iemechanike bei Me cedes mi einem Jah esgehal on
66.000 Eu o e en. E müss e und 40 P ozen meh Bei ag zahlen: 9.636 s a bishe
6.905 Eu o.
Die on de SPD geplan e Abscha ung de Bemessungsg enze ü den A bei gebe an eil
an den K ankenkassenbei ägen wä e nich s ande es als eine Sonde abgabe au A bei s-
plä ze. Ausge echne quali izie e und inno a i e Jobs, die Deu schland ü seine in e na-
ionale We bewe bs ähigkei d ingend b auch , wü den du ch diese „Gesundhei ss eue “
massi zusä zlich belas e . Und diese Las ä e kleine und mi els ändische Be iebe be-
sonde s schwe . Dabei zeichne sich schon je z ein Fachk ä emangel in Deu schland ab.
Poli ik pa adox: De zei gil ü die Zuwande ung quali izie e A bei sk ä e aus Nich -EU-
S aa en eine un e e Einkommensg enze on 66.000 Eu o. Dami will man geziel hochka ä-
ige Fachk ä e diese und höhe e Gehal sg uppen nach Deu schland locken, um die
We bewe bs ähigkei unse e Un e nehmen zu s ü zen. Und zu selben Zei plan die SPD,
die A bei gebe belas ung bei diesen Jobs mi de „Bü ge e siche ung“ um meh als 30
P ozen zu e höhen. Fü eine Spi zenk a mi 92.000 Eu o Jah es-B u ogehal wü de sich
die Bei agsbelas ung des A bei gebe s im SPD-Modell soga e doppeln: on heu e 3.252
Eu o au 6.532 Eu o.
Ohnehin lenk das SPD-Modell on de Ta sache ab, dass auch die Kos en des sogenann en
A bei gebe an eils imme e s om jeweiligen A bei nehme e wi scha e we den müs-
sen. Ande n alls wä e sein A bei spla z un en abel und wü de le z lich abgebau . De Weg-
all de Bei agsbemessungsg enze wü de sich zu allem Übe d uss wie eine B emse au die
kün ige Gehal sen wicklung auswi ken. Denn jede E höhung wü de ü die A bei gebe in
Zukun du ch die olle Bei agsp lich zu „Bü ge e siche ung“ zusä zlich e eue .
De Ans ieg de Mie en is quasi schon einkalkulie
Auch die Idee, wei e e Einkun sa en in die Bei agsbemessung einzubeziehen, dü e
kaum den gewünsch en E ek haben. So wollen die G ünen und Die Linke olle K anken-
e siche ungsbei äge zum Beispiel au Mie einkün e e heben. Das wü de abe in e s e
Linie die Wohnkos en ans eigen lassen. Denn die Ve mie e wü den die zusä zliche Abga-
be zumindes eilweise, wenn nich soga komple an die Mie e wei e geben. Belas e
- 34 -
we den dami also nich die e mein lich eichen Immobilienbesi ze , sonde n alle Mie e –
auch die mi ge ingem Einkommen. Ganz abgesehen da on, dass noch lange nich jede
Ve mie e „ eich“ is . Viel ach haben auch Bü ge mi kleinen ode mi le en Einkün en
lange ü den E we b eine Wohnung gespa , um mi den Mie einnahmen im Al e die
Ren e au zubesse n. Auch sie wü den du ch die „Bü ge e siche ung“ zusä zlich belas e .
Eine „Bü ge e siche ung“ b äch e also que du ch alle Gesellscha sschich en zahl eiche
Ve lie e he o . Wa um hal en die Be ü wo e diese Einhei s e siche ung dennoch so
ehemen an ih en Konzep en es ? Da ü gib es o allem zwei G ünde.
Die ideologische Mä om eichen P i a e siche en
So sp echen die Ve ech e eine „Bü ge e siche ung“ s e s da on, dass ein Einhei ssys-
em meh Ge ech igkei b inge. „Die g oßen Einkommen müssen ih en Bei ag leis en“,
heiß es e wa im Pa ei agsbeschluss de SPD. Hie wi d die Pa ei o enba zum Op e ih e
eigenen P opaganda. Denn diesem Gedankengang lieg de I um zug unde, dass alle
P i a e siche en eich seien. Das is jedoch Unsinn: Lediglich 13 P ozen alle Ve siche -
en in de PKV sind Anges ell e mi einem Einkommen übe de Ve siche ungsp lich g en-
ze. In de Wah nehmung iele SPD-Poli ike wi d jedoch die gesam e PKV mi diese klei-
nen G uppe iden i izie .
Die meis en P i a e siche en kommen aus de G uppe de Beihil ebe ech ig en. Dazu
zählen zum Beispiel Beam e wie Leh e und Polizis en ode Pensionä e, de en Einkommen
häu ig deu lich un e de Ve siche ungsp lich g enze liegen. P i a e siche sind zudem
iele Selbs s ändige, da un e Kleinun e nehme und Mi els ändle . Auch zahl eiche S u-
den en sind in de PKV e siche . Die S uk u de PKV-Ve siche en zieh sich also que
du ch die gesellscha lichen Schich en.
Ande s als on ielen bei SPD, G ünen und Linken e mu e , wü den die P i a e siche en
bei ih e Einbeziehung in eine „Bü ge e siche ung“ keineswegs alle den Höchs bei ag
en ich en. In de PKV zahlen sie isikoge ech e P ämien – und zwa nich nu ü sich, son-
de n auch ü ih e Kinde und Ehepa ne . Diese Angehö igen ielen in eine „Bü ge e si-
che ung“ un e die bei ags eie Familien e siche ung. Ein g oße Teil de heu igen PKV-
Ve siche en müss e dann also selbe keine Bei äge meh zahlen, nähme jedoch in ollem
Um ang die Leis ungen in Ansp uch. Die e ho en Meh einnahmen dü en in einem Ein-
hei ssys em mi hin deu lich ge inge aus allen als on ielen e mu e .
Noch so ein I um: Die „Zwei-Klassen-Medizin“
De zwei e G und, mi dem SPD, Bündnis 90/Die G ünen und Die Linke beha lich ih e
„Bü ge e siche ungs“-Konzep e e eidigen, is die Abscha ung eine angeblichen Zwei-
Klassen-Medizin in Deu schland. In eine Einhei s e siche ung, so a gumen ie en sie, wü -
de es keine Be o zugung on Pa ien en geben. Das kling gu . Doch we genau hinsieh
und das deu sche Gesundhei ssys em mi in e na ionalen S anda ds e gleich , muss es -
s ellen, dass es in Deu schland übe haup keine Zwei-Klassen-Medizin gib . So gel en im
K ankenhaus bei den s a ionä en medizinischen Leis ungen ü alle Ve siche en exak die-
selben Regeln. Es gib hie nich einmal ein un e schiedliches Ve gü ungssys em.

- 35 -
Auch die K i ik an un e schiedlichen Wa ezei en in den A z p axen e weis sich bei nähe-
em Hinsehen als übe zogen. Im in e na ionalen Ve gleich ha Deu schland beim schnellen
Zugang de gesam en Be ölke ung zu medizinischen Leis ungen die Nase wei o ne.
Hie zulande e hal en die Pa ien en schnelle einen Te min beim Facha z als in allen ande-
en 10 un e such en Lände n de O ganisa ion wi scha lich en wickel e Lände (OECD).
Wenn es in de ambulan en ä z lichen Ve so gung zu Un e schieden bei den Wa ezei en
komm , ha das wiede um o allem mi den Reak ionen iele Ä z e au die Budge be-
g enzungen im GKV-Sys em zu un, die eilich in eine „Bü ge e siche ung“ wei e gel en
wü den.
Eine wi kliche Zwei-Klassen-Medizin gib es ielmeh genau in den Lände n, die ein ein-
hei liches Gesundhei ssys em haben. Bes es Beispiel da ü is G oßb i annien. In dem Insel-
S aa sind je nach K ankhei Wa ezei en ü eine K ankenhausbehandlung ode einen
Facha z e min bis zu meh e en Mona en die Regel. We es sich leis en kann, beso g sich
do au eigene Kos en einen schnelle en Te min ode eine besse e Behandlung. Das Glei-
che wä e in einem Einhei ssys em in Deu schland zu be ü ch en. Du ch die Abscha ung
des We bewe bs und g öße we dende Finanzie ungsp obleme wü den Einschni e im
Leis ungska alog imme wah scheinliche . Zusä zliche Leis ungen müss en aus de P i a -
scha ulle bezahl we den. Das wä e dann eine ech e Zwei-Klassen-Medizin.
„Gleich“ ja - „besse “ nein
Eine „Bü ge e siche ung“ wä e also a sächlich dazu geeigne , zunächs einmal alles
gleich zu machen. Von meh Ge ech igkei ode ga eine besse en medizinischen Ve so -
gung kann abe keine Rede sein. Im Gegen eil: Ausnahmslose Zwangsmi gliedscha , meh
s aa liche Be o mundung, beg enz e Leis ungska alog, wenige Selbs bes immung, we-
nige We bewe b und wenige Nachhal igkei wä en die Folgen. Das E gebnis eine „Bü -
ge e siche ung“ wä e eine iesige Einhei s e siche ung, in de le z lich allein die Poli ik
da übe en scheide , wie hoch de Bei ag is und welche Gesundhei sleis ungen dem Ein-
zelnen bewillig we den ode nich .
Angesich s de demog a ischen Al e ung de deu schen Gesellscha s öß das umlage i-
nanzie e Sys em de Gese zlichen K anken e siche ung an seine G enzen. Wenn imme
wenige Junge ü imme meh Al e au kommen müssen, wi d dieses Sys em, das inanziell
on de Hand in den Mund leb , allein nich meh ag ähig sein. We in diesen Zei en ein
unk ionie endes Sys em wie die P i a e K anken e siche ung, in dem mi kapi algedeck-
en Rücks ellungen o bildlich und nachhal ig ü die absehba im Al e s eigenden
Gesundhei skos en o geso g wi d, willkü lich kapu mach , handel ausgesp ochen ku z-
sich ig und e an wo ungslos.
Die „Bü ge e siche ung“ is ein Ve lie e konzep
Sozialdemok a en, Bündnis 90/Die G ünen und Die Linke soll en also nochmals übe den-
ken, ob sie das gu unk ionie ende duale deu sche Gesundhei ssys em a sächlich op e n
wollen – ü eine g oße Illusion de Gleichmache ei. Denn eines s eh es : Wenn e s ein-
mal ein einhei liches Zwangssys em e ich e wo den is , gib es keinen Weg zu ück. Ve -
- 36 -
lie e wä en nich nu die und Millionen P i a e siche en. (Üb igens as genauso iele
Menschen, wie die SPD bei de le z en Bundes agswahl S immen e hal en ha .) Ve lie e
wä en alle Menschen in Deu schland.
2.2.2
S a emen A min Lang, Sozialexpe e de SPD
Abbildung 5: S a emen zu Bü ge e siche ung, A min Lang (SPD)
- 37 -
2.2.3 Podiumsdiskussion
In de A bei sg uppe K anken e siche ung wu de kon o e s zwischen den Expe en aus
Wissenscha und P axis au dem 16. Kölne Ve siche ungssymposium des Ins i u s ü Ve -
siche ungswesen (IVW) übe die Ein lüsse des S aa es au die Ve siche ungsb anche disku-
ie . Das Thema „(Wann) Komm die Bü ge e siche ung?“ b ach e wenig Konsens in de
Diskussion um die Zukun de P i a en K anken e siche ung (PKV). Hie schienen die Posi-
ionen de Kon ahen en D . Volke Leienbach om Ve band de P i a en K anken e siche-
e und A min Lang als SPD Sozialexpe e es gezu .
Die Bü ge e siche ung wu de ene gisch on Leienbach abgelehn und on Lang ge o -
de . Hie zu wu de on Lang das neue e o mie e Bü ge e siche ungskonzep de SPD –
welches ge ade eine Woche al wa – in den Schwe punk en p äsen ie . Fü die PKV Ve si-
che en wü de das bedeu en, dass nach den Plänen de SPD d ei Wahl ech e nach de Ein-
üh ung de Bü ge e siche ung bes änden. E s ens, die Ve siche en blieben oll e si-
che bei ih em ak uellen PKV Ve siche ungsun e nehmen. Zwei ens, de Ve siche e
wechsel in die Bü ge e siche ung des gleichen PKV Un e nehmens ode eines ande en
PKV Un e nehmens seine Wahl. Und D i ens, e wechsel in die Bü ge e siche ung eines
GKV Un e nehmens.
Nach de Ein üh ung de Bü ge e siche ung – wonach es nach Lang nach de nächs en
Bundes agswahl keine Al e na i e geben wi d – müss en nach Meinung on Lang beide
K anken e siche ungssys eme e o mie we den.
Nach Ansich on Leienbach s eue die SPD Gesundhei spoli ik hie au eine e deck e
Ve schuldung zu und löse das Demog a ie-P oblem in keine Weise. Vollkommen unkla
sei, was mi den Al e ungs ücks ellungen de PKV geschehen soll. Die SPD o de e eine
Mi nahme de Al e ungs ücks ellung "im Rahmen de Ve assungsmäßigkei ". Abscha en
möch e die SPD die Zwei-Klassen-Medizin. Dahe soll es nu ein Ve gü ungssys em ü Ä z-
e geben.
In de Diskussion emp inde Lang das heu e o handene Sys em als „ga nich so schlech “
und sp ich da on, dass in Deu schland au einem seh hohen Ni eau gejamme wi d. In
diesem Punk sind sich sowohl He Lang als auch He D . Leienbach einig.
Lau Lang lieg das P oblem da in, dass man ü die PKV neue und o allem meh S eue-
ungsins umen e ein üh en muss, um das P oblem des S uk u wandels in Hinblick au die
demog aphische En wicklung in Deu schland au zu angen. Die PKV sei unsolida isch, da
ab bes imm en Einkommenshöhen die jeweiligen Ve siche en in die PKV „ lüch en“ wü -
den. Leienbach wide sp ach an diesem Punk und zeig e au , dass ca. 70 % de PKV-
Ve siche en un e halb de Bei agsbemessungsg enze e dienen wü den.
In e essan wa de Punk , dass sich beide Re e en en im Hinblick au die Zu iedenhei de
PKV-Ve siche en au e schiedene S udien mi scheinba un e schiedlichem Teno aus
dem Ins i u Allensbach bezogen.
- 38 -
Übe die s i ige F age eine Abscha ung de Bei agsbemessungsg enze ü A bei gebe
mein e Lang, dass man als Volkspa ei nich nu an die 10 % de PKV-Ve siche en denken
könne. Die GKV b äuch e meh F eihei en und meh Geld, dieses solle du ch den Weg all
de Bei agsbemessungsg enze ü den A bei gebe an eil in die Kassen ließen. Ande s als
die G ünen, die nu eine E höhung de Bei agsbemessungsg enze o de n wü den.
Die s eue inanzie en Gesundhei ssys eme in Eu opa seien nich besse . Ande e Einkün e
wä en in Zukun wesen lich meh an Bedeu ung gewinnen. Die SPD möch e z.B. auch die
Einkün e aus Kapi al e mögen in die Be echnung mi einbeziehen, eine Einbeziehung de
Einkün e aus Ve mie ung und Ve pach ung sei indes nich meh gewoll . Als Beispiel wu -
de eine alleins ehende Ren ne in genann , die eine Einliege wohnung an ih en Enkel e -
mie e und die Mie einnahmen d ingend zum Leben benö ig “.
Leienbach bes ä k e, dass die Bü ge e siche ung und We bewe b nich zusammen pas-
sen. Die Bü ge e siche ung will Gleichhei un e allen und We bewe b bedeu e Un e -
schied. Wei e hin inanzie en die PKV-Ve siche en die GKV übe ih e S eue mi und haben
dami eine Doppelbelas ung.
Auch in Zukun soll es im Gesundhei ssys em nu einen Ges al ungs ahmen geben, in
dessen G enzen sich alle Ak eu e „so wei als möglich“ ei bewegen könn en, so Lang.
De S aa müsse alle dings imme dann einsch ei en, wenn es iele Al e, K anke und
Schwache gebe. Denjenigen denen es gu geh , die b auchen na ü lich keinen s aa lichen
Ein luss. Wo genau die G enze ü s aa lichen Ein luss in Zukun liegen soll, müsse on
„Fall zu Fall aus a ie “ we den.
Konsens wu de e ziel , dass ein We bewe b auch in Zukun s a inden soll e. Hie sei
auch an die ielen A bei splä ze bei den PKV-Un e nehmen zu denken.
In de abschließenden E gebnisp äsen a ion de A bei sg uppen mein e de e an wo li-
che Vo s and ü die Pe sonen e siche ung de Debeka Ve siche ungsg uppe Roland We-
be : "Dann müss en die gleichen s eue lichen und ech lichen Vo ausse zungen ü die
p i a en Anbie e gel en".
E kennba e He aus o de ungen und An o de ungen ü die Zukun sind beispielsweise,
dass
 alle Sys eme meh S eue ungsins umen e und Ve agskompe enzen möch en
 ü die Finanzie ung de GKV die Lohnsummenabhängigkei eduzie we den
muss
 eine Bü ge e siche ung den We bewe b beinhal en soll, nu übe die Ausp ä-
gung bes eh Uneinigkei
 eine Gene a ionensolida i ä das Ziel sein muss.
- 45 -
Die P lege e siche ung, ohne eine zusä zliche p i a e Abdeckung wä e nu möglich, wenn
die jeweilige Ren e aus eichen wü de, das is abe nich de Fall.
Beispiele aus ande en Lände n
Die P legeV in F ank eich is seh ausgep äg , da schon üh ein gewisses Bewuss sein in
de Be ölke ung gescha en wo den is . Die P oduk e sind ein ach und we den zi ka zu
Häl e übe die Banken e ieben. Ein wei e e Vo eil in F ank eich is , dass die demog a-
phische En wicklung wenige p oblema isch is , als bei uns in Deu schland.
In den USA gib es keine lächendeckende Absiche ung. Viele haben keine o den liche
Vo so ge und ge ade Einkommensschwache s ehen meis komple ohne Absiche ung da.
Alle dings gil in den USA ähnlich wie in F ank eich, dass die demog aphische En wicklung
wenige p oblema isch is , als bei uns in Deu schland, was in den USA ge ade an de ho-
hen Zuwande ung lieg . Die P legeV in Is ael ha eine seh hohe Du chd ingung. F ühe
wa sie in de K anken e siche ung beinhal e , is dann abe ausgenommen wo den, so-
dass man sich selbe zusa z e siche n muss e. Jede zwei e Is aeli ha diese Zusa z e si-
che ung. Die P legeV in de Schweiz spiel eigen lich keine g oße Rolle, da das Al e sein-
kommen in de Schweiz so hoch is , dass man schlich keine Ve siche ung b auch .
Fazi
Die P lege is angekommen und iele sind sich dessen auch bewuss , alle dings ehl auch
eiwillige Basis bis je z die Ve siche ungsdu chd ingung. Die Be ölke ung e wa e om
S aa , dass e die Zusa z e siche ung push . Es muss einen Mi elweg zwischen G undabsi-
che ung und mögliche Finanzie ung geben. Des Wei e en muss disku ie we den, wel-
ches Ni eau wi uns leis en können und was wi am Ende haben wollen. (Was wollen wi
ü einen Leis ungska alog und was is mi de Gene a ionenge ech igkei ?)

- 46 -
2.3.3 Podiumsdiskussion
Scha ba ke: Zu Vo be ei ung au den Vo ag habe ich ein Magazin eine unse e Vo eld-
o ganisa ionen du chgeblä e und als ich das so du chblä e e und nich gleich weg-
schmeißen woll e, habe ich au de le z en Sei e das Zi a ge unden „Papi wa um has du
nich o geso g ?“. Ich and die Fo mulie ung in e essan . De Vo wu de E benschu z-
e siche ung is nich alsch. (Einwu aus dem Publikum: „Gib es auch mi Mami“). Die
P legea bei wi d zu 75% on F auen e ich e .
In de Poli ik wi d übe eine P legezusa zp lich e siche ung on de FDP und de CDU
nachgedach . Die Be ü wo e in de CDU sind alle dings in de Minde hei . Die FDP möch-
e diese alle dings nich als Zusa z, sonde n als E sa z ü die bishe ige P lege e siche ung
und zwa in kapi algedeck e Fo m. Wenn es nich kapi algedeck is , wi scha e de S aa
mi dem Geld und ö en liche Haushal e wi scha en nich besse als P i a e und zusä z-
lich handel es sich um eine s aa liche Be o mundung. Deswegen s ehen die Jungen Libe-
alen ü eine Abscha ung des umlage inanzie en Sys ems und o de n eine 100% kapi-
algedeck e P legep lich e siche ung.
Bis zum Jah 2005 wa en die Jungen Libe alen ü eine Rückabwicklung, dies wa ab dem
Zei punk alle dings nich meh möglich, so dass man den S andpunk ände e und ein
auslau en o de .
Die P lege e siche ung is die einzige Sozial e siche ung, bei de es au g und ih e kleinen
G öße ealis isch e schein , au eine 100%ige Kapi aldeckung umzus eigen.
Als Ve e e de jeweiligen Gene a ion, soll e in de P lege e siche ung nich nu das
p legebedü ige Indi iduum be ach e we den, sonde n auch die E ben.
Eine P legezusa z e siche ung is unnö ig, da das A mu s isiko bei äl e en Menschen ge-
inge is als bei Jünge en.
Ein „Top “, in den de Bü ge , om S aa o gesch ieben, einzahlen muss, um das Risiko zu
decken, s ell eine Be o mundung da . Die P lege e siche ung soll e sich besse kapi alge-
deck inanzie en, wobei die FDP imme on einem Du chschni s e diene ausgeh . Am
bes en wä e es, wenn sich jede Bü ge p i a e siche n wü de, abe das is leide nich
möglich. De S aa abe soll e nich den Jungen in die „Tasche“ g ei en, um das Ve mögen
de Al en zu e en.
Die P lege e siche ung komm eine budge ie en Ve siche ung gleich (Zusa z en e). Da
jede Pe son al e , soll e auch jede ü sich selbs au kommen. Dies wi d abe bei man-
chen, weil sie ande e P io i ä en haben, nie de Fall sein. Doch in unse e Solida gemein-
scha müssen wi die A men imme mi inanzie en.
De medizinische Fo sch i is in de P lege zu e nachlässigen. In de In ensi medizin
hingegen gab es in den le z en Jah en g oße Ve besse ungen. Dadu ch e höh man ehe
die Zahl de P legebedü igen, da man das Leben und dadu ch das Leiden e länge .
Die Kos en, z. B. ü eine K ebsbehandlung, sind in Deu schland du ch die K anken e si-
che ung gedeck und müssen nich p i a ge agen we den. In den USA, wo ieles on den
- 47 -
p i a en Haushal en ge agen we den muss, kos e eine K ebsbehandlung 300.000 USD
und is somi kaum zu decken. O olg au eine schwe e K ankhei die P legebedü igkei .
Ein P legebedü ige mi P leges u e d ei, welche im Du chschni d ei Jah e daue , kos e
in Deu schland 100.000 Eu o. Das kann kaum jemand selbe agen. Dahe nimm man den
Jungen alles, um die Al en (Familie) zu p legen. Eine solche P lich is nich ge ech . In de
Schweiz is das ande s, da die Ren en do iel höhe sind, is man ü einen solchen P lege-
all selbs abgesiche .
Fazi : Pe spek i isch b auchen wi in de P legeV eine komple e Kapi aldeckung zu
‘‘P lich de Ve siche ung‘‘.
P o . Rüdige : Die zwei Vo äge kann man m.E. wie olg zusammen assen: He Muschik
plädie ü die No wendigkei eine P lege e siche ung sowie eine zusä zliche Absiche-
ung. F au Schaba ke plädie mindes ens ü die Einhal ung de Gene a ionenge ech ig-
kei .
Ende 1994 wu de das P lich e siche ungsgese z e abschiede . Es wa die F age im Raum:
„Wie kann man die Äl e en p legen, wenn die Haushal e imme kleine we den und die
Anzahl de e we bs ä igen F auen s eig ?“ Auße dem wa en 80% de damals im Heim
P legebedü igen on de Sozialhil e abhängig. Im Jah e 2008 wa en es ca. 2,3 Mio. P le-
gebedü ige. Ein besonde es P oblem s ell en 40% diese P legebedü igen da . Sie be-
zogen Sozialhil e. Die Sozialhil e ha ü den Be eich P lege in 2008 3 M d. € ausgegeben.
In 2009 gab es 1,5 Mio. zusä zliche Absiche ungen im Be eich P lege. Wenn es diejenigen
sind, die le z endlich p legebedü ig we den, ha man die Diskussion nich . Die Ausgaben
de P lege e siche ung lagen bei ca. 19 M d. €, es wa en also 3 M d. € zu wenig.
In 2020 we den wi 2,9 Mio. P legebedü ige haben, das sind ca. 500.000 meh . Sind diese
be ei s in de zusä zlichen Absiche ung? Wa die Ein üh ung de P lich ich ig? Is diese
ich ig ausges al e ? Bspw. benö igen Demenzk anke eine daue ha e Be euung, wobei
die Absiche ung du ch eine P lege en e ( on He Muschik au ge üh ) nich aus eichen
wü de.
Ludzsowei k i isie die Unge ech igkei en du ch die P legep lich . Familien mi Kinde n
haben be ei s e hebliche Kos en und agen zu ih e Absiche ung im P lege all bei. Es zah-
len nich alle in die P legekasse ein. Die P lege las e somi au den Schul e n de A bei -
nehme . Vielen P legebedü igen wi d o z Ve mögen eine P leges u e zugewiesen.
P o Rüdige : Familien mi Kinde n e hal en keinen Bonus in Bezug au den P legebei ag.
Es e olg de Hinweis au das Ve siche ungsp inzip. Hie bei e lang man imme einen An-
sp uch de Höhe nach. Es wi d nich un e schieden, ob man e mögend is , da de Ve si-
che e Bei äge geleis e ha und somi einen Ansp uch au Leis ung besi z .
Ludzsowei : Es gib auch Unge ech igkei en ü ande e G uppen. Bei agszahle müssen
Ha z IV agen, dadu ch we den Pe sonen belas e , die meh bezahl haben.
Scha ba ke: Sie e mischen iele Sachen. ALG 2 dien in Deu schland de G undsiche ung.
Das un e scheide uns in Eu opa on Teilen des Res s de Wel . Da um is es in Deu sch-
land g undsä zlich so, dass ich nich s machen muss, z.B. keinen Schulabschluss habe und
- 48 -
nich a bei en gehe und o zdem nich e hunge n muss. Das können Sie ideologisch in
F age s ellen, is abe eine Ta sache.
P o . Rüdige : Sie müssen wei e e Aspek e be ach en. In de P lege e siche ung he sch
das indi iduelle Äqui alenzp inzip. De jenige, de p legebedü ig is , bekomm im Falle
des Ve siche ungs alles auch e was aus, abe na ü lich bekomm nich jede das was e
bezahl ha . Wenn z.B. 5 Leu e einzahlen bekomm am Ende eine on ihnen alles ausge-
zahl .
Muschik: Ein Beispiel aus de KFZ-Ve siche ung. Wenn ich 50 Jah e un all ei ge ah en bin,
ä ge e ich mich auch, dass ich die Ve siche ung bezahl habe und nie eine Leis ung be-
kommen habe. Abe ich hab das Risiko abgesiche .
Wo un e scheiden Sie zwischen Jünge und Äl e ? Ein Mensch, de am Sch eib isch a bei-
e , ha z.B. zwischen 25 und 75 die gleiche Leis ungs ähigkei .
Es müssen g undlegende Dinge geklä we den. De Vo eil bei dem kapi algedeck en
Modell is na ü lich, dass ich mi dem Geld wi scha en kann. Ha man ein ausschließlich
umlage inanzie es Modell, e schwinde das Geld im Top .
P o . Rüdige : Reden wi on de G undsiche ung. Wie sind Ih e S andpunk e, kapi alge-
deck ode umlage inanzie ?
Ludzsowei : Kapi algedeck , ü jeden selbe .
P o . Axe : Kapi algedeck .
Besche: Kapi algedeck , es is alle dings die F age, ob das ealis isch is .
Muschik: Mein Wunsch wä e ein kapi algedeck es und umlage inanzie es Sys em.
P o . Rüdige : Wann is umlage inanzie bzw. kapi algedeck sinn oll? Indien wü de sich
niemals Gedanken übe ein kapi algedeck es Sys em machen. Die UNO schläg g undsä z-
lich ein gemisch es Sys em o , weil beide Ve ah en Vo - und Nach eile haben.
Besche: Ein Gegne on Kapi aldeckung wü de bei heu ige Ma k lage ‘‘Nein‘‘ sagen zu
Kapi aldeckung.
P o . Rüdige : Wie ges al e man das Thema Kapi aldeckung in de PKV und GKV?
Scha ba ke: In de P lege is es ealisie ba , da diese iel kleine is .
Muschik: S ell den We de Kapi aldeckung in F age, wenn de S aa die Anlage o -
sch eib . Die Basis wä e ein Umlage e ah en, abe es soll e so iel wie möglich aus de
Kapi aldeckung kommen, wie in de Schweiz.
Das Risiko de P lege ha sich s a k lächendeckend ealisie . Es sind 2 Töp e no wendig.
Die Kos en müssen aus dem jeweilig zugehö igen Top en nommen we den und nich
übe g ei end. Ein Sys em, wie in de Sozialhil e is nich ich ig.
P o . Rüdige : Muss es eine P legezusa z e siche ung geben? Wie soll diese ausges al e
we den? P lich ode nich ?
P o . Axe : Selbs in solch einem Sys em kann es möglich sein auszus eigen.
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P o . Rüdige : Is P lich bei P legezusa z no wendig? Mi dem Sozialhil esys em in
Deu schland i imme jemand ü die Kos en ein. Es gib keine Pe son ohne Geld.
Scha ba ke: Aus diesem G und is auch die Ve siche ungsp lich in de K anken e siche-
ung no wendig. Es gib imme Jemanden, de behandel we den muss. Ä z e behandeln
o , auch wenn de Pa ien nich k anken e siche is .
Muschik: Ein A gumen zu Ve siche ungsp lich wä e die Eins ellung de Be ölke ung
‘‘De S aa zahl doch eh‘‘. Es wu den schon in de Ve gangenhei Angebo e on p i a en
Ve siche ungsun e nehmen gemach , um das P lege all isiko abzusiche n. Diese wu den
nich angenommen.
P o . Rüdige : Die eiwillige P lege e siche ung wa ühe alle dings unbezahlba . Das
Bewuss sein bei den Menschen ü das P lege all isiko is e s ä k .
Besche: Wegen de Möglichkei zu Sozialhil e, geh es nich ohne eine P lich , o z s ei-
gendem Bewuss sein.
Ludzsowei : Heu zu age ha man auch wenige Geld zu Ve ügung
P o . Axe : Da es imme Menschen gib , die nich o so gen, sonde n alles konsumie en,
geh es nich ohne P lich .
Muschik: Ich sehe es nich so ex em wie He Axe , abe es is ein ach so, dass die jungen
Leu e es zu lange o sich he schieben, ode die Meinung haben, dass de S aa sich schon
kümme n wi d. Dahe b auch man die P lich .
P o . Axe : Ja ich mein e auch nich , dass es böse Wille on den jungen Leu en is , de Mal-
lo ca U laub is ja auch okay, abe man muss hal auch o so gen.
P o . Rüdige : Also wä e eine kapi algedeck e P lege e siche ung wünschenswe . De zei
gib es 1,5 Millionen P legezusa z e siche ungen in Deu schland. Rösle woll e bis Ende
2010 eine P lich , is dann abe da on abgewichen. Seeho e neig auch zu P lich . F au
Scha ba ke, was sind Ih e E ah ungen zum Thema P lege und Demenz?
Scha ba ke: Bei de Beu eilung de P leges u e i häu ig das P oblem au , dass die
Menschen nach Ih en kö pe lichen Beein äch igungen beu eil we den. Ein Demenz-
k anke kann beispielsweise sich noch waschen, wenn man Ihm das sag , abe dennoch
benö ig e eine 24 S undenbe euung.
P o . Rüdige : Eine Anlei ung zu P ü ung gib es, abe es mag sein, dass diese nich imme
eingese z wi d.
Scha ba ke: Ich sehe auch eine Ge ah beim Auszahlen on P legegeld. P legegeld wi d z.B.
an die Schwiege och e ausgezahl um den Schwiege a e zu p legen. Hie bes eh eine
Mi nahmege ah .
P o . Rüdige : 1995 wu de das P legegeld einge ich e . Als Konsequenz dessen ging die
E we bs ä igkei im Os en un e . Das P legegeld häl F auen zu Hause, um Angehö ige zu
p legen, weil P legepe sonal eu e is .
- 50 -
Scha ba ke: Auße dem s ell sich die F age, ob man die Schwiege mu e wi klich ins Heim
schicken möch e. Es is die Au gabe des S aa es, Familienmi gliede zu Hause zu p legen.
Im Idealbild mach die komple e Kapi aldeckung keinen Sinn. Dies sp ich ü eine P lege-
zusa z e siche ungsp lich , abe nu wenn diese als Eins ieg ü das Kapi aldeckungssys-
em dien und nich ü imme .
Teilnehme in: Wie iel Kapazi ä kann eine Zusa z e siche ung bei s eigenden Kennzahlen
haben?
P o . Rüdige : Man muss dynamisie en. Bei Kapi aldeckung muss es sich auch de 70-
jäh ige leis en können und das könn e e nich . Und was is mi den je z schon P legebe-
dü igen, e siche man die auch noch? Das is nich kalkulie ba .
Besche: De Bei ag läss sich ‘‘ge ech ‘‘ e mi eln, wenn man ganze Kollek i e ha , übe das
Umlage e ah en. Die Kapi aldeckung ha sich bei ielen Un e nehmen aus inanzie . Ein
100jäh ige müss e 800€ m l. zahlen, wenn e nich p legebedü ig is .
P o . Rüdige : Die Du chschni s en e bei Männe n lieg bei ca. 800€! Neues Thema: Wie
kann man Umlage e ah en in kapi algedeck es Sys em umwandeln?
Scha ba ke: Ha man nich das Rech , selbe zu en scheiden und zu spa en? Ande she um,
Ve mögen muss bei P lege all belas e we den. Bei P lege läss es sich abbilden, man ha
keine explodie enden Kos en. Ande s als bei de K anken e siche ung.
Teilnehme in: Es is aglich ob man es kann. Ansons en wü de G undsiche ung wiede
no wendig sein.
P o . Rüdige : Es is na ü lich ein iesen Volumen, das Mach gib .
Teilnehme in: Sch i zu Zwangs e siche ung, wenn es bei P lege pass , dann auch bei de
K anken e siche ung.
Scha ba ke: Nu wenn es de Anlass zum Wechsel wä e mi Kapi aldeckung, wenn es nu
oben d au komm au keinen Fall.

- 51 -
2.4
A bei sg uppe Sach e siche ung
Elemen a schaden(p lich ) e siche ung – eine Ka as ophe? Lei ung P o . D . Di k-Ca s en Gün-
he , Ins i u ü Ve siche ungswesen, FH Köln
2.4.1 Ein üh ung P o . D . Gün he : En wicklung de Elemen a schaden e si-
che ung in Deu schland
Die Ve siche ung on Elemen a schäden gewinn zunehmend an Bedeu ung. Au g und
de globalen E de wä mung und des Klimawandels wi d die Häu igkei on Na u ka as o-
phen wei e zunehmen, in olle Schä e e s um die Jah hunde wende, e s e Vo bo en
gib es be ei s. Fe ne is im Zusammenwi ken mi wachsende E dbe ölke ung und s ei-
gende We ekonzen a ion eben alls mi eine ex emen Zunahme on In ensi ä und
Anzahl de du ch Na u ge ah en e u sach en Schäden zu echnen (zu Elemen a scha-
den e siche ung aus üh lich Langheid/Wand , Münchene Kommen a zum VVG, Band 1).
Eine ele an e Rolle spiel dabei die Elemen a schaden e siche ung nich nu ü die ein-
zelne P i a pe son ode ein Un e nehmen, sonde n auch ü den S aa . Im Falle on Na u -
ka as ophen ha de S aa in de Ve gangenhei meh ach die Folgen du ch di ek e inan-
zielle und sons ige Un e s ü zung abge angen (Beispielsweise e wa 7 M d. € im „Sonde -
onds Au bauhil e“ zu Finanzie ung de Hochwasse schäden aus de Flu ka as ophe an
de Elbe in 2002). Da übe hinaus is de S aa bei Na u ka as ophen indi ek in e hebli-
chem Maße du ch S eue aus älle be o en.
Die schlimms en humani ä en Ka as ophen e eignen sich häu ig in En wicklungs- und
Schwellenlände n. Gemessen an den Schadensummen und den e siche en Schäden e-
en die schwe wiegends en E eignisse hingegen in Eu opa, USA, Japan und in ande en
hoch indus ialisie en S aa en au , wobei s a ke Un e schiede au g und Besiedelung, We -
ekonzen a ion und Ve siche ungsdich e zum T agen kommen. De T end zu e meh en
We e ex emen is nach allgemeine na u wissenscha liche Au assung ein e s es Indiz
de allmählichen ein e enden Auswi kungen des beginnenden Klimawandels. Schwe e e
S ü me, meh S a k egen und dami e bunden eine endenziell höhe e Hochwasse ge-
äh dung sind auch in Deu schland zu e wa en (Münchene Rück Z V 2008, 43).
Die Gesam schäden des S u ms Ky ill im Janua 2007 beispielsweise belie en sich z.B. au
e wa 7,8 M d. €, da on allein in Deu schland 4,2 M d. €. Nach den S u mschäden sind
Schäden du ch Übe schwemmungen die häu igs en und auch schadenin ensi s en Vo -
kommnisse in Mi eleu opa. Die Hochwasse ka as ophe z. B. im Somme 2002 an Elbe,
Moldau, Donau und ih en Neben lüssen e u sach e eu opawei olkswi scha liche
Schäden in Höhe on 18,5 M d. US$, wobei e wa 3 M d. US$ e siche wa en (Münchene
Rück Topics 2002, Jah es ückblick Na u ka as ophen 2002, S. 2. E dbeben sind in Mi eleu-
opa sel ene und bislang wenige schadenin ensi . Das le z e g öße en E dbeben au
deu schem Gebie wa 1992 in de Niede heinischen Buch (Gesam schaden au deu -
schem und niede ländischem Gebie ca. 225 Mio. DM).
- 52 -
Na u - bzw. Elemen a ge ah en
Du ch die Elemen a schaden e siche ung soll eine kollek i e Risiko o so ge gegen Schä-
den du ch Na u ge ah en ge o en. Elemen a schäden we den danach e s anden als sol-
che, die au die Wi kung on Na u gewal en zu ückgehen. De VGH Baden-Wü embe g
(Ve sR 1988, 924) de inie Elemen a e eignisse im Sinne des Gese zes übe die Ve siche-
ung de Gebäude gegen Unwe e - und ande e Elemen a schäden als E eignisse de un-
behe sch en Na u gewal en, die du ch ein plö zliches Au e en und einen zei lich übe -
schauba en Geschehensablau cha ak e isie sind. Ob diese De ini ion zum damaligen
Elemen a schadengese z in Baden-Wü embe g aus Zei en de do exis ie enden Mono-
pol- und P lich e siche ung au die heu igen p i a ech lich ausges al e en Ve siche-
ungs e ags e häl nisse in allen Einzelhei en übe agba is , könn e zwei elha sein. Es
wi d zum Teil e e en, dass ein „plö zliches Au e en“ nich meh no wendige weise ü
die Annahme eines Elemen a schadens zu o de n sei ( gl. OLG Jena, U eil om 11.3.2009,
BeckRS 2009, 09902).
Maßgeblich ü die heu ige Rech slage sind die Fo mulie ungen in den Ve agsbes im-
mungen (Allgemeine und Besonde e Ve siche ungsbedingungen, Klauseln) sowie de en
Auslegung aus Sich eines e s ändigen, du chschni lichen Ve siche ungsnehme s. Da-
nach e gib sich ein uneinhei liches Bild hinsich lich de einzelnen Elemen a ge ah en, die
auch die F age de Abg enzung on du ch Menschenhand e u sach en Schäden au wi .
Ein om Menschen öllig unabhängiges Wi ken de Na u ge ah wi d nich (meh ) in je-
dem Fall ge o de . Beispielsweise gel en hinsich lich de Ve wi klichung de Elemen a ge-
ah E d u sch gg . auch solche an küns lich e ich e en Hängen als e siche Die Ausle-
gung des Beg i s Elemen a ge ah is somi konk e anhand de en sp echenden De ini i-
onen des e siche en Risikos o zunehmen.
A en on Elemen a ge ah en
G undsä zlich kommen als Na u ge ah en ih em U sp ung nach a mosphä ische bzw. hyd-
osphä ische (S u m, S u m lu , Übe schwemmung, T ockenhei , Hi ze-/Käl ewelle, F os ,
Niede schläge, Bli zschlag, Schneed uck, Lawinen), geologische (E dbeben, E dsenkung,
E d u sch, Vulkanausb uch) bis hin zu kosmischen (Me eo i enabs u z, Kollisionen on
Himmelskö pe n) Risiken in Be ach . Die „klassischen“ Elemen a ge ah en S u m und Ha-
gel sind in alle Regel übe die p i a e Haus a - ode Wohngebäude e siche ung bzw. übe
eine gewe bliche S u m e siche ung abgedeck ( gl. Münchene Rück Z V 2008, 43). Ve -
gleichba es gil hinsich lich de Risiken Bli zschlag und F os , die im Rahmen de e siche -
en Ge ah en Feue bzw. Lei ungswasse mi e siche we den.
Geschich e de Elemen a schaden e siche ung
Nachdem sich die Gebäude e siche ung in olge de G oßb ände im Mi elal e und in de
F ühen Neuzei en wickel ha e, wu de diese eine Feue e siche ung im Zuge de Indus -
ialisie ung im Ve lau des 18. Jah hunde s au wei e e Ge ah en, auch Elemen a ge ah en
ausgedehn . So e olg e du ch die Badische Gebäude e siche ungsans al „B and-
Assecu a ions-Socie ä “ schon 1790 eine E wei e ung au Gebäudeschäden du ch zünden-
- 53 -
den Bli zschlag. Nach dem Zwei en Wel k ieg wu den in sieben Bundeslände n sowie in
Wes be lin insgesam zwöl ö en lich- ech liche Monopol e siche ungsans al en geg ün-
de , die Sonde ech e bei de Ve siche ung des Gebäudebes andes besaßen (G a , Ele-
men a isiken p i a e Haushal e, S. 76 ).
Teilweise bes and in Deu schland be ei s eine P lich e siche ung, die in Baden- Wü em-
be g und in Hambu g auch Elemen a schäden mi um ass e. Die Badische Gebäude e si-
che ungsans al in Ka ls uhe und die Wü embe gische Gebäudeb and e siche ungsan-
s al in S u ga üh en au g und landesgese zliche Regelung 1960 die e s e um assende
Elemen a schaden e siche ung ein, welche die Gebäude e siche ung um die Ge ah en
E d u sch, E dsenkung, Hagel, Lawinen, Schneed uck, S u m und Übe schwemmung e -
wei e e. 1971 wu de die Ge ah E dbeben e gänz . Im Rahmen de Scha ung des eu opäi-
schen Ve siche ungsbinnenma k es wa en die Monopol e siche ungsans al en (auße
hinsich lich Sozial e siche ung) zum 30. 6. 1994 au zulösen und die Ve äge in p i a -
ech liche Fo m übe zulei en. Den (p i a en) Ve siche ungsun e nehmen wa es bis 1991
lediglich möglich, im Rahmen de e bundenen Haus a - bzw. Wohngebäude e siche ung
die Risiken aus den Ge ah en Bli zschlag, F os , Hagel und S u m zu e siche n. E s 1991
wu de mi Genehmigung des damaligen Bundesau sich sam s ü Ve siche ungswesen die
E wei e e Elemen a schaden e siche ung einge üh .
S and de Ve siche ung wei e e Elemen a schäden in Deu schland
Bei de Analyse de S a is iken on Na u ka as ophenschäden äll au , dass nach wie o
bislang do nu ein ehe ge inge Teil de Schäden e siche is . Dies lieg eine sei s da-
an, dass bes imm e Fallkons ella ionen e agsgemäß nich om Ve siche ungsschu z
um ass sind. G öß en eils bes eh de G und in eine bislang gene ell ge ingen Ve siche-
ungsdich e bei de Ve siche ung on Elemen a schäden. Fü das Elemen a isiko S u m
bes eh au g und de üblichen Abdeckung in de Wohngebäude-, Haus a - ode S u m e -
siche ung eine hohe Ve siche ungsdich e on e wa 85 P ozen . Dagegen is in de e wei-
e en Elemen a schaden e siche ung bezüglich p i a e und gewe bliche Sach e siche-
ungen bundeswei bishe lediglich eine du chschni liche Ve siche ungsdich e on e wa
20-25 P ozen es s ellba . Es bes ehen jedoch e hebliche egionale Un e schiede. Au -
g und des e siche ungsgeschich lichen Hin e g unds is die Ve b ei ung in den neuen
Bundeslände n sowie im Gebie des Landes Baden-Wü embe g noch heu e besonde s
hoch. Höhe e Einschlussquo en als bei den p i a en und gewe blichen Sach e siche un-
gen bes ehen ü Elemen a isiken im Be eich de indus iellen Elemen a schaden e siche-
ung.
Die deu sche Ve siche ungswi scha geh da on aus, dass das bishe ige Angebo on
Elemen a isikoschu z sowie de bislang zu Ve ügung ges ell e Deckungsum ang in wei-
en Teilen mi el is ig auch in Zukun be ei ges ell we den kann. Alle dings können je
nach En wicklungs e lau gegebenen alls Anpassungen in Bezug au P ämien, Selbs be-
hal e ode e agliche Siche hei sobliegenhei en e o de lich we den. Eine s ä ke e Rolle
als bishe soll e die P ä en ion sowie die Scha ung und Einhal ung bes imm e Schu z-
no men einnehmen, z.B. E ablie ung on (F üh-)Wa nsys emen, Ve bo des Bauens in
hochwasse ge äh de en Gebie en, Anpassung on DIN-No men im Bausek o hinsich lich
- 54 -
de S abili ä und Wide s ands ähigkei on Gebäuden (Schneelas , S u m, Übe schwem-
mung, E dbeben, Fes igkei bei Lawinen ode E dsenkung), Ausweisung on Übe -
schwemmungsgebie en usw.
Elemen a schadendeckung in den neuen Bundeslände n
In de DDR gab es nu eine einhei liche Ve siche ungsmöglichkei in Fo m de „S aa lichen
Ve siche ung de DDR“. 1990 wu de die „Deu sche Ve siche ungs-AG“ geg ünde , die nach
de Wiede e einigung on de Allianz übe nommen wu de. Le z e e üh dahe die Ve -
äge im Bei i sgebie o . Du ch den E we b eines Wohngebäudes is de Ein i in ei-
nen solchen Al e ag auch noch heu e möglich. Die E wei e e Haushal e siche ung in
de DDR wa (bzw. is ) eine Kombina ion aus Haus a -, P i a ha p lich - und Reisegepäck-
e siche ung, bei de Elemen a schäden mi e siche sind. Auch bei de DDR-
Gebäude e siche ung, die damals ü Gebäudeeigen üme obliga o isch wa , sind Elemen-
a schäden, wie z.B. Übe schwemmung, mi um ass , so e n die en sp echende Zusa z-
Ve einba ung ge o en wu de. Dies e olg e in e wa 60 P ozen de Fälle, so dass au dem
Gebie de DDR eine – im Ve gleich zu Wes deu schland – seh hohe Ve siche ungsdich e
bes eh . Vom Einschluss des Übe schwemmungs isikos p o i ie en insbesonde e bei de
g oßen Elbe-Flu ka as ophe in 2002 au dem Gebie de neuen Bundeslände iele Inha-
be de Al e äge, die zu diese Zei noch und 3 Millionen Haushal e inneha en.
Diskussion eine P lich e siche ung on wei e en Elemen a schäden
Die Ein üh ung eine P lich e siche ung in Deu schland wi d – egelmäßig nach schwe-
en Kumule eignissen wie z. B. de Übe schwemmungska as ophe im Jah e 2002 – kon -
o e s disku ie ( gl. beispielsweise Land ag on Baden-Wü embe g, D ucks. 14/2917 .
26. 6. 200811, bislang jedoch e gebnislos (de in 2008 un e nommene Ve such de Baye i-
schen S aa s egie ung zu Ein üh ung eine obliga o ischen Elemen a schaden e siche-
ung schein eben alls geschei e , gl. VW 2009, 38 sowie Mülle VW 2009, 281). Die im
Jah 2003 un e de Fede üh ung des BMJ ins Leben ge u ene Bund-Lände -Kommission
konn e sich nich dazu en schließen, eine Elemen a p lich e siche ung wei e o anzu-
eiben. Neben den bes ehenden e assungs- und eu opa ech lichen P oblemen konn e
die F age de inanziellen Absiche ung (gg . du ch eine en sp echende S aa sga an ie)
nich geklä we den ( gl. Z V 2004, 460). Wäh end in de Be ölke ung eine P lich e siche-
ung allgemein au ge inge Resonanz s öß , s ehen die Ve siche e o dem bekann en
P oblem, dass ü hoch ge äh de e Übe schwemmungszonen wi scha lich kein Ve siche-
ungsschu z angebo en we den kann, wäh end es in wenige ge äh de en Gebie en an de
Nach age ehl .
11h p://beckonline.beck.de/? pa h=bibda a/komm/MuekoVVG_1_Band1/con /MuekoVVG.EV.glA.glII.gl5.h
m#FNID0E5MWIB
- 61 -
2.4.3 S a emen Oli e And é Haune , Lei e Sach- und Technische Ve siche-
ung, Schaden e hü ung, S a is ik, Gesam e band de Deu schen
Ve siche ungswi scha e. V.
Die Fo de ung nach eine P lich e siche ung is schnell ges ell . Sie g ei abe iel zu ku z
und is de ini i de alsche Ansa z. Aus meh e en G ünden:
Die Ein üh ung eine P lich e siche ung is on Bund und Lände n be ei s eingehend ge-
p ü und abgelehn wo den
Nach de Elbe-Flu 2002 en schieden sich die Minis e p äsiden en de 16 Bundeslände
nach meh jäh igen, in ensi en Be a ungen gegen die Ein üh ung eine P lich e siche-
ung. Sie üh en in e s e Linie ju is ische Bedenken an:
Eine P lich e siche ung dien nach deu schem Rech e dem Schu z D i e , nich dem
Schu z des Ve u sache s. So is das e wa bei de K z-Ha p lich . Es gib jedoch keine P lich ,
sich selbs ode das eigene Haus zu schü zen. Genau dies wü de abe eine Elemen a scha-
denp lich e siche ung bewi ken. Au An a en des Bundesjus izminis e iums (BMJ) wu de
dahe die Idee eine solchen P lich e siche ung be ei s 2004 (im Nachgang Elbe lu ) nich
wei e e olg .
Die P lich e siche ung g ei ein in die Ve ags eihei de Ve siche e und de Ve siche -
en sowie in einen unk ionie enden Ma k . Exis ie ende P lich e siche ungssys eme
(bspw. in F ank eich, Spanien) beinhal en eine inanzielle Fö de ung du ch den jeweiligen
S aa , z.B. du ch p eiswe en unlimi ie en Rück e siche ungsschu z. In einigen Lände n
bes eh hie zu die Be ei scha , in Deu schland bes eh sie nich . Ohne diese Fö de ung
könn en die Sys eme nich alleine exis ie en bzw. müss en die P ämien um ein Viel aches
höhe sein. Sollen P lich e siche ungssys eme ohne s aa liche Deckung au gebau we -
den, kann Voll e siche ung nich meh angebo en we den (bspw. E dbeben in de
Schweiz). Einzelne Ge ah en müssen dann mi Höchs en schädigungen e sehen we den.
Bei g öße en E eignissen bedeu e dies, dass die Ve siche ungsnehme o z P lich e si-
che ung nu einen B uch eil des Schadens bezahl bekommen. Fü eine allgemeine
P lich e siche ung gib es keinen Beda . Zwei D i el alle Eigen üme sind sich de Na-
u ge ah en und de da aus esul ie enden Kos en o enba nich bewuss . Dabei sind und
99 P ozen alle Hausbesi ze in Deu schland p oblemlos gegen Hochwasse , Übe -
schwemmung, Lawinen und S a k egen e c. e siche ba . Fü e wa ein P ozen de Gebäu-
de muss eine indi iduelle Lösung ge unden we den, da die Häuse übe wiegend in s a k
du ch Hochwasse ge äh de en Gebie en s ehen. Kunden und Ve siche e müssen hie in
den Dialog e en und Themen wie schaden e hü ende Maßnahmen ode e höh e Selbs -
behal e ansp echen. Dennoch wi d es auch in Zukun Wohngebäude geben, ü die es
keine wi scha lich sinn olle Ve siche ungslösung gib , da es hie in seh ku zen Abs än-
den zu Übe schwemmungen komm . P ä en ion is hie de Schlüssel zu Ve siche ba kei .
Um die B ei e de Be ölke ung ü einen Schu z gegen die Folgen on Na u ge ah en zu
sensibilisie en, emp iehl de Gesam e band de deu schen Ve siche e (GDV) den Ve si-

- 62 -
che ungsun e nehmen, die Wohngebäude e siche ung inklusi e Na u ge ah enschu z
anzubie en. Hausbesi ze können somi ih Wohngebäude gegen Na u ge ah en e si-
che n ohne - wie bishe - einen zusä zlichen Ve ag zu benö igen.
Auch die Poli ik se z ein kla es Signal ü meh Eigen o so ge. So ha die baye ische Lan-
des egie ung au g und de zunehmenden Ex em-We e e eignisse eine In o ma ions-
kampagne ü Haus- und Wohnungsbesi ze sowie Mie e ins Leben ge u en. Da in klä sie
da übe au , wie Bü ge innen und Bü ge ech zei ig du ch eine Elemen a schaden e si-
che ung o so gen können (www.elemen a - e siche n.baye n.de). Wei e e Lände sind
dabei, diesem Beispiel zu olgen (u.a. Niede sachsen und Sachsen). Hie zu ha de F eis aa
Sachsen am 29. Juli 2011 eine Rich linie zu Na u ge ah enschäden e abschiede , in de es
u.a. heiß :
Zuwendungs o ausse zungen
Eine un e schulde e No lage lieg auch nich o , wenn de Be o ene e o de liche Vo -
so gemaßnahmen un e lassen ha ode wenn e bei Ein i des Schadense eignisses Maß-
nahmen de Selbs hil e nich e g i en ha , die nach den Ums änden E olg e sp echend
wa en. Zu den e o de lichen Vo so gemaßnahmen RL Elemen a schäden zähl insbeson-
de e de Abschluss eine Ve siche ung, sowei eine solche zu e e ba en wi scha lichen
Bedingungen abgeschlossen we den konn e.“
Eine P lich e siche ung e eue die Wohngebäude e siche ung.
Fü zwei D i el de Kunden wü de die Wohngebäude e siche ung eu e , wenn die Schä-
den hoch equen e Spi zen isiken sozialisie we den wü den. Eine P lich e siche ung ü
alle wä e de ac o auch keine Ve siche ung meh , sonde n quasi eine s eue inanzie e
Que sub en ionie ung zuguns en de s a k be o enen Hausbesi ze . Eine P lich e siche-
ung allein ü ex em hochwasse ge äh de e Gebie e (Ge äh dungsklasse 4 in ZÜRS Geo,
dem Zonie ungssys em ü Übe schwemmungen de deu schen Ve siche e ) wä e wiede-
um ü den Besi ze nich bezahlba . Auch die Poli ik ha be ei s 2004 e kann , dass diese
Ansa z nich ziel üh end is .
Eine P lich e siche ung kos e Geld und scha zusä zliche Bü ok a ie.
Eine P lich ohne Kon olle is sinnlos. Aus diesem G und gib es Kon ollins anzen, wie
e wa das K a ah zeug Bundesam . De S aa müss e dahe bei eine Elemen a schaden-
p lich e siche ung Hausbesi ze kon ollie en und gg . sank ionie en, dami sich niemand
aus de Zwangs e siche ung he auss iehl . De Au wand hie ü wä e un e häl nismäßig
hoch und eue . Auch ü die Bes ands e wal ung und Schaden egulie ung wä e om
S aa gg . ein eigenes Sys em au zubauen, zu e wal en und zu inanzie en. Am Ende wi d
de S eue zahle diese Rechnung begleichen müssen.
Eine P lich e siche ung ück Schu zmaßnahmen in den Hin e g und.
Die Eins ellung „Va e S aa ode de Ve siche e zahl schon den Schaden“ scha nach-
weisba keinen An eiz, das Gebäude o g öße en Schäden zu schü zen. Es en s eh eine
o lau ende nega i e Wechselwi kung aus mangelnde P ä en ion, zahl eiche en und
schwe e en Schäden und s e ig s eigenden P ämien. Angesich s de zunehmenden Schä-
- 63 -
den und de du ch den Klimawandel ges iegenen He aus o de ungen kann eine nachhal-
ige Ve siche ungslösung dahe nich in einem e zwungenen Schadenausgleich liegen.
Fazi
Die Ve siche ungsdich e ü Na u ge ah en konn e in den le z en Jah en signi ikan e höh
we den. Um Übe schwemmungen on Flüssen und Gewässe n isikoge ech kalkulie en zu
können, haben die deu schen Ve siche e das ZÜRS Geoin o ma ionssys em en wickel .
Mi E olg: Mi le weile sind und 99 P ozen de Menschen in Deu schland ohne P obleme
gegen Übe schwemmungen e siche ba . Lediglich e wa ein P ozen de Gebäude benö-
igen eine indi iduelle Lösung, da sie übe wiegend in Gebie en liegen, die s a k du ch
Hochwasse ge äh de sind. Indi iduelle P ä en ion und s aa liche Hochwasse schu z
(Deiche, Dämme, Polde e c.) wi ken sich posi i au die Ve siche ba kei aus. Wi wollen
abe nich da übe hinweg äuschen, dass es auch in Zukun Gebäude geben wi d, ü die
es keine wi scha lich sinn olle Ve siche ungslösung gib , solange keine wi ksamen P ä-
en ionsmaßnahmen e g i en we den. Die lächendeckende Ein üh ung eine P lich e si-
che ung ü alle Hausbesi ze is und bleib dagegen de alsche Weg.
- 64 -
2.4.4 Podiumsdiskussion
P o . Wälde : „Is die Elemen a e siche ung e assungs ech lich umse zba ? Sind die
deu schen Bü ge nich in de Lage, sich selbs gegen Elemen a schäden zu e siche n?“
Haune : Die Übe agung des Schweize Modells au Deu schland is nich möglich. Die
Un e schiede wie ande e Risikolage, geog a ische Un e schiede, Ve siche ungsma k sind
zu beach en.“
S ie (AXA): De Beg i „Elemen a “ is ü den „du chschni lichen Ve siche ungsnehme
nich selbs e klä end. Is de Ve siche e in de P lich den Kunden au zuklä en? Weiß de
Kunde, dass e eine Elemen a schaden e siche ung b auch ? Is womöglich de Beg i
Elemen a schaden e siche ung alsch gewähl , bes eh e l. ein Ma ke ingp oblem?
Teilnehme : Inwiewei soll e de S aa mi in die Au gabe de Elemen a scha-
den(p lich ) e siche ung eingebunden we den? Ich seh hie seh g oße P obleme. Es gib
keine Ansp echpa ne und keine Ve eilungsschlüssel.“
F ischlede (Indus iemakle ): Eine Elemen a schaden e siche ung wi d doch mi le weile
lächendeckend akzep ie . Die Lösungsansä ze sind in de Schweiz m.E. wesen lich besse
umgese z . Mögliche G und könn e sein, das Risiko Elemen a ein iel g öße es P oblem
ü die Schweize da s ell . Es gib do ein ach ein iel höhe es P oblembewuß sein und
de Kunde is do übe das Risiko besse au geklä .“
P o Wälde : „Eine P lich e siche ung is m.E. ech lich möglich. Es gib hie zu ein Gu ach-
en. Abe is diese Ve siche ung auch wi scha lich sinn oll?
Teilnehme : „Wa um soll e de deu sche Bü ge eine Elemen a schaden e siche ung
übe haup abschließen, wenn im Schaden all de Bund bzw. die Lände ohnehin mi ih e
medienwi ksamen „Gummis ie elpoli ik“ Gelde zahlen?
S ie : Einige Lände haben be ei s eine EL-P lich e siche ung einge üh . Sie machen es
dahe in e na ional ä igen Ve siche e n seh schwie ig, do zu agie en. Hie sehe ich wi -
scha liche, abe auch EU- ech liche P obleme und bin seh skep isch, eine Elemen a scha-
denp lich e siche ung einzu üh en
Wü h ich: Was is das Schu zziel eine Elemen a schaden e siche ung? Doch die Bewah-
ung de wi scha lichen Exis enz. Da aus olg , dass m.E. hie P lich e siche ung nö ig
is “
F ischlede : Die Elemen a schaden e siche ung dien g undsä zlich dem Schu z des eige-
nen Gu es und eine Elemen a schaden e siche ung is keine Sozial e siche ung.
Teilnehme : Die P lich e siche ung g ei in die Ve ags eihei des Ve siche e s sowie in
einen unk ionie enden Ma k ein. Die P oduk e und die P eise sind gu , abe die Nach a-
ge nach eine Elemen a schaden e siche ung is nach wie o zu ge ing. Selbs nach g ö-
ße en Übe schwemmungse eignissen is es ja nich so, dass die Bü ge in die Agen u en
lau en und nach Deckung agen. Ich sehe also kein Angebo s-, sonde n ein Nach age-
p oblem.
- 65 -
Haune : Zu bedenken is , dass ohne s aa lichen Deckungsschu z P lich e siche ungssys-
eme mi eine Voll e siche ung nich alleine exis ie en können bzw. die P ämien müss en
um ein Viel aches höhe sein. Zudem is eine Elemen a schadenp lich e siche ung de
ac o eine s eue inanzie e Que sub en ionie ung zuguns en de wenigen be o enen
Hausbesi ze .
P o . Gün he : Wä e den ein Kon ahie ungszwang sinn oll? Selbs in de Schweiz gib es
keinen Kon ahie ungszwang, sonde n die Ve p lich ung du ch das Au sich s ech geh
dahingehend, dass de Ve siche e mi eine Feue e siche ung zwingend eine Elemen a -
schadendeckung anbie en muss. Niemand zwing abe den Ve siche e in de Schweiz,
den Feue e siche ungsan ag anzunehmen, so dass e es in de Hand, du ch die Nich an-
nahme dieses An ags eine Elemen a schadendeckung zu e hinde n.
Die Regelung in A ikel 33 des Schweize VAG sieh wie olg aus:
Elemen a schaden e siche ung A . 33
1
Ein Ve siche ungsun e nehmen da ü in de Schweiz gelegene Risiken das Feue isiko nu
decken, wenn es die Deckung on Elemen a schäden in die Feue e siche ung einschliess .
2 Deckungsum ang und P ämien a i de Elemen a schaden e siche ung sind ü alle Ve siche-
ungsun e nehmen einhei lich und e bindlich.
3 Die FINMA p ü au G und de on den Ve siche ungsun e nehmen o geleg en Ta i e und
de en sp echenden Be echnungsun e lagen, ob die da aus abgelei e en P ämien isiko- und
kos enge ech sind.
4 De Bundes a e läss nähe e Vo sch i en übe :
a. die G undlagen ü die Be echnung de P ämien;
b. den Um ang de Elemen a schadendeckung und de en Leis ungsg enzen;
c. A und Um ang de on den Ve siche ungsun e nehmen zu e s ellenden S a is iken.
5 E kann:
a. nö igen alls die Ve siche ungsbedingungen es se zen;
b. zu E eichung des Ausgleichs de Schadenbelas ung un e den Ve siche ungsun e neh-
men die no wendigen Massnahmen e g ei en, insbesonde e den Bei i in eine on den Ve -
siche ungsun e nehmen selbs be iebene p i a ech liche O ganisa ion ano dnen.
Abbildung 11: Die Elemen a schaden e siche ung in de Schweiz
Wü h ich: Das s imm . In de Ta gib es in de Feue e siche ung auch keinen Kon ahie-
ungszwang. Alle dings is die Schweiz seh konsensual gep äg . Nich alles, was ech lich
- 66 -
möglich is , wi d gemach . De ac o we den in de Schweiz alle Risiken gegen Feue und
dami auch gegen Elemen a schäden eingedeck .
S ie : Is sich nich jede selbs de Nächs e? Eine Elemen a schaden e siche ung is nun
einmal eine P i a sache und es geh um Eigen- und nich um F emdschäden wie in de K z-
Ha p lich e siche ung. Eine Ve s aa lichung hal e ich do nich ü sinn oll.“
F ischlede : Siche lich ich ig. Abe ge ade ü die Indus ie is eine Elemen a schaden e -
siche ung nebs en sp echende Be iebsun e b echungs e siche ung eno m wich ig. Es
bes eh schließlich die Ge ah de Exis enz e nich ung.“
P o . Wälde : Haben die Ve siche e hie womöglich Geschä e e schla en?
Haune : Die Bedeu ung de Elemen a schaden e siche ung ha sich e ände . Dies is
beding du ch den s ändigen Klimawandel und hie du ch s eig das Risiko du ch Na u ge-
ah en e heblich an.
S ie : Leide is die Sensibili ä au Kundensei e, na ü lich nich im Gewe be- ode Indus -
iebe eich, ich sp eche hie on dem „no malen“ Menschen au de S aße, ü die Wich ig-
kei eine Elemen a schaden e siche ung imme noch zu ge ing. Manchmal habe ich das
Ge ühl, ü manchen is es wich ige , sein iphone zu e siche n als ü ganz wenig Geld
eine Elemen a schaden e siche ung ü sein Haus abzuschließen.
P o . Gün he : Ich bin eigen lich zu e sich lich, dass die Ve siche ungsdich e ü Elemen-
a schaden du ch die Implemen ie ung de e wei e en Elemen a ge ah en im Rahmen
des P i a kundengeschä es in de Haus a - und Wohngebäude e siche ung in den VGB
2010 und VHB 2010, auch wenn dies im An ag anzuk euzen is und kein Kon ahie ungs-
zwang bes eh , deu lich zunehmen wi d.
Teilnehme : Wie g oß sind die Schadene eignisse de le z en Jah e gewesen, ech e igen
diese, eine P lich e siche ung zu beg ünden? Vo ausse zung ü eine P lich e siche ung
wä e in jedem Falle, eine gemeinsame Linie zwischen S aa und Ve siche ungswi scha
zu inden. Die Au gaben e eilung zwischen Bund, Lände , Kommunen und Ve siche e
spiel hie eine g oße Rolle.
S ie : Schu zmaßnahmen und –Vo keh ungen müssen iel besse we den. Wi , also die
Axa, e ans al en alle 2 Jah e eine Hochwasse übung hie in Köln. Wi a bei en dabei eng
mi de Feue weh und dem THW zusammen. Dies muss abe alles eigens ändig on uns
o ganisie we den.
P o . Gün he weis die E gebnisse de A bei sg uppe wie olg zusammen: Eine Elemen-
a schaden e siche ung is ein wich ige Ve siche ungszweig, de imme bedeu ende
wi d.
Womöglich is noch nich abschließend die ech liche Zulässigkei de Ein üh ung eine
Elemen a schadenp lich e siche ung als Vo age eine jeden Diskussion (insb. Ve einba-
ung mi dem G undgese z und EU-Rech ) geklä . Als eine eine P lich e siche ung kann
eine Elemen a schaden e siche ung siche lich nich e olgen. Eine Umse zung und Kon-
olle wä e ga nich möglich. Selbs in de Schweiz wi d so nich o gegangen.

- 67 -
Ob ein Kon ahie ungszwang sinn oll is , hie übe läss sich jeden alls keine Einigung e -
zielen. Jeden alls die deu sche „Gummis ie elpoli ik“ wi d on allen Mi gliede n de A -
bei sg uppe abgelehn . Hie du ch we den alsche An eize gescha en, was dazu üh , dass
nich meh , sonde n wenige Elemen a schaden e siche ungen abgeschlossen we den.
Ande s als in de Schweiz, die hie o bildlich is , is eine Elemen a schaden e siche ung in
den Köp en de „no malen“ Ve siche ungsnehme noch nich angenommen. Hie muss
on Poli ik, Ve siche ungswi scha und Ve b auche sei e noch meh ge an we den. E l.
gib es hie auch ein Ma ke ingp oblem.
Eine Elemen a schaden e siche ung als Voll e siche ung du ch Ve siche e ohne Limi
wä e nu mi S aa shil e möglich. Übe den S aa wä e dies kaum inanzie ba .
Die P ä en ion au Ve siche ungsnehme sei e wi d wich ige . O kann man sich mi ge in-
gem inanziellen Au wand o Übe schwemmungen schü zen (z.B. du ch Tü schwellen, die
zwa nich gegen das Eind ingen on Wasse , jedoch on Schlamm, de zu den g öß en
Schäden üh , schü z ).
Mindes ens genauso wich ig is die P ä en ion du ch den S aa du ch e besse en Hoch-
wasse schu z, Auswei ung on Übe schwemmungsgebie en, keine Ausweisung ungeeig-
ne e Bebauungsgebie e und Ände ung bes ehende Bebauungspläne.
Bei besonde s p oblema ischen Risiken, auch und ge ade im Gewe be- und Indus iebe-
eich, soll e eine Konsenslösung e olgen, und auch im P i a kundengeschä soll e e -
s ä k e such we den, indi iduelle Lösungen zu en wickeln.
- 68 -
2.5
A bei sg uppe Ha p lich e siche ung
B auchen wi meh P lich -Ha p lich e siche ungen? Lei ung P o . D . Pe e Schimikowski,
Ins i u ü Ve siche ungswesen, FH Köln
2.5.1 S a emen P o . D . Hans-Pe e Schwin owski, Humbold -Uni e si ä zu
Be lin
I. G undannahmen ü und gegen Ha p lich e siche ungen
In den meis en Rech so dnungen diese Wel ha en Schädige ü Schäden, die sie e u -
sachen – gelegen lich wi d die Ha ung au Ve schulden beg enz . In manchen Lände n
und manchen Fallges al ungen (z.B. S aßen e keh /P oduk ha p lich ) wi d schon ü
Ge äh dung und ü den ange ich e en E olg (in Deu schland Tie hal e ha ung: § 833
BGB) geha e . De Schädige schein also mi dem Risiko de Inansp uchnahme du ch den
Geschädig en belas e zu sein. Dies gil alle dings nu ü Schädige , die übe ein aus ei-
chendes Ve mögen e ügen, um on ihnen ange ich e e Schäden auch a sächlich aus-
gleichen zu können. Schädige , die übe kein ode kein aus eichendes Ve mögen e ügen,
e lage n das Ha ungs isiko au die on Ihnen geschädig en Pe sonen/Un e nehmen,
wenn und sowei sie nich in de Lage sind, aus eigenem Ve mögen die e u sach en
Schäden zu begleichen. Nimm de Schädige nun eine Ha p lich e siche ung, so wi d
dieses (ökonomische) Risiko zu ück e lage . E , de Schädige , e üg nun übe ein hin-
eichendes Ve mögen (übe seinen Ha p lich e siche e ) und kann olglich die on ihm
e u sach en Schäden übe diesen Ve siche e ausgleichen.
In de Ökonomie wi d die Au assung e e en, dass de Schädige , de eine Ha p lich -
e siche ung nimm und da ü P ämie zahl , den Vo eil de Risiko e lage ung au den Ge-
schädig en e lie . Ob diese Möglichkei de Risiko e lage ung ökonomisch wi klich ein
Vo eil is , sei dahinges ell . Jeden alls in den Fällen, in denen de Schädige da au ange-
wiesen is , dass de Geschädig e ihm E sa z leis e (sei es aus Ve ag ode auch aus Delik ),
wi d dies nu dann geschehen, wenn de Schädige seine sei s die on ihm e u sach en
Schäden beglichen ha (Rezip ozi ä sp inzip – wie du mi , so ich di ). Ju is isch is die Ve -
lage ung des Ha ungs isikos au den Geschädig en in ga keinem Fall hinnehmba , denn
dami wü de de G undgedanke, dass de jenige, de Schäden e u sach , diese auch aus-
zugleichen ha , un e lau en we den. Die gesam e Ha ungso dnung eine Ma k wi scha
lie e lee und die da aus esul ie enden ökonomischen Fehlan eize wä en eno m. Vo al-
lem wü de das Ve auen in die gegensei ige Leis ungs ähigkei und die Leis ungsbe ei -
scha g undlegend ges ö sein – d.h. die Menschen wü den sich im ö en lichen Raum -
z.B. im S aßen e keh – seh iel zu ückhal ende als bishe bewegen. Das hä e e hebli-
che Rückwi kungen au die Absa zzahlen bei K a ah zeugen und dieses wiede um wü de
Hunde ausende on A bei splä zen e nich en und dami den Gesam wohls and de
Volkswi scha massi minde n. So gesehen is das Ha ungsp inzip ü eine ech lich e -
ass e Ma k o dnung, wie diejenige de Bundes epublik Deu schland ode auch ganz Eu-
- 69 -
opas absolu g undlegend und un e zich ba . Da au ha de be ühm e Ökonom Pigou
be ei s im Jah e 1932 hingewiesen.12
Dennoch we den Ha p lich isiken in ielen Fällen ge ade nich in e nalisie , sonde n den
Geschädig en au e leg . Vieldisku ie e Beispiele sind die aus alle Wel imme wiede ge-
melde en A zneimi elka as ophen. P ominen es Beispiel in Deu schland: Con e gan. Die
ka as ophalen Folgen des Niko in e b auchs ü Gesundhei ssys eme in alle Wel bele-
gen zudem, wie komplizie es is , ein Ha ungssys em du chzuhal en und du chzuse zen,
wenn g oße Teile de Be ölke ung – nachdem sie on de D oge abhängig gewo den sind
– sich gegen ein solches Sys em wenden, ohne dabei zu beg ei en, dass sie sich ge ade
selbs ganz e heblich schädigen. De Pes izideinsa z in wei en Teilen de Landwi scha
schädig nich nu die Ve b auche , die spä e belas e e Lebensmi el e zeh en, sonde n
belas e Böden und Saa gu selbs und üh zu e heblichen gesundhei lichen Beein äch-
igungen de Menschen, die – o allem in En wicklungslände n – ohne die no wendigen
Schu zanzüge mi hochgi igen Pes iziden ag äglich han ie en müssen. Ähnliche nich
in e nalisie e Risiken gib es im Be gbau, in de Öl ö de ungsindus ie (Beispiel ex eme
Umwel e schmu zung in den ussischen Fö de gebie en ode de Un all au de Ölpla -
o m im Gol on Mexiko). Hie hin gehö en abe auch Un älle on Chemiewe ken (Se eso)
ode on A omk a we ken (Fukushima). Hinzuweisen is au den zum Teil ka as ophalen
Zus and de T ink- und Abwasse ne ze in de Wel . Dadu ch s e ben meh e e Millionen
Menschen jäh lich, d.h. selbs in Rech so dnungen, die ü sich in Ansp uch nehmen, übe
ein unk ions ähiges Ha ungs ech zu e ügen, we den iel äl ige Risiken in Wi klichkei
au die Geschädig en e lage . Weil dies so is , ha Ronald Coase im Jah e 1960 Ve hand-
lungen zwischen Schädige n und Geschädig en im Vo eld on Schäden o geschlagen.
Die po enziell Geschädig en wü den den po enziellen Schädige n ein En gel ü die Scha-
dens e meidung anbie en.13 Solche Ve handlungslösungen sind aus zwei G ünden
schwie ig:
Zum einen sind die po enziell Geschädig en o ga nich hin eichend o ganisie , um e -
handeln zu können. We hä e im Vo eld de Ka as ophe on Fukushima mi den japani-
schen Ene gieanbie e n ü das japanische Volk übe einen höhe en S omp eis zu Ve -
besse ung de Siche hei als Folge on Tsunamis und E dbeben e handeln können? Olsen
ha da ü die Theo ie gelie e , wonach es e s dann mi Siche hei zu G ündung eines
Ve bandes komm , wenn de au das einzelne G uppenmi glied en allende Vo eil be ei s
die gesam en Kos en de In e essen e e ung übe s eig .14
Auße dem wissen die po enziell Geschädig en ga nich , wann sich die Ge ah und in wel-
chem Um ang sich die Ge ah e wi klich – d.h. sie wissen nich , wo übe sie inhal lich
e handeln soll en. Bei ielen A zneimi eln wi d e s im Nachhinein kla , welche schädli-
chen Nebenwi kungen sie haben, auch die Ka as ophe on Fukushima wu de im Vo eld
de E eignisse un e dem S ichwo „Res isiko“ eingeo dne , wobei alle da on ausgingen,
12 A.C. Pigou, The Economics o Well a e, London, 1932, 134 ., 174 ., 183-188.
13 P oblem o Social Cos s, Jou nal o Law and Economics, 1960, N . 3, S. 1-44.
14 M.J . Olson, The Logic o Collec i e Ac ion, Public goods and he heo y o g oups, Camb idge/Mass.
1965, passim.
- 70 -
dass sich Res isiken nie e wi klichen. Au diese Zusammenhänge ha e s mals Hans-
We ne Sinn hingewiesen.15
Selbs wenn wi uns also bemühen wü den, zukün ige Ge äh dungen im Vo eld zu e -
kennen und übe ih e Ve meidung zu e handeln, so wü de uns dies nich gelingen, zum
einen, weil wi die Ge ah en eilweise ein ach nich e kennen und zum ande en, weil es
den O ganisa ionsg ad ü wel wei e Ve handlungen nu in ex ems en Ausnahme ällen
gib . Dies üh – ins i u ionenökonomisch gesp ochen – dazu, En scheidungen un e Un-
gewisshei zu e en, also in Kau zu nehmen, dass Schäden ein e en, on denen man im
Vo eld nich weiß, dass sie ein e en könn en. Ökonomen sp echen in solchen Zusam-
menhängen on Ma k e sagen, d.h. de Ma k b ing nich die E gebnisse aus eigene
K a he o , die zum Ausgleich de In e essen (In e nalisie ung on Ha ungs isiken) üh-
en wü den.
II. Ausweg: P lich e siche ung
In diese Si ua ion s ell sich sei langem die F age, ob de S aa egulie end eing ei en
muss und was e eigen lich un kann. Vo geschlagen und disku ie we den d ei mögliche
Regulie ungen.
De S aa könn e eine In o ma ionsp lich ein üh en, die zukün ige Schäden e hinde .
Solche In o ma ionsp lich en gib es abe ge ade in den Fällen, in denen man die zukün i-
gen Ge ah en nich e kenn , nich . Eine In o ma ionsp lich , die dazu üh , dass ein Ve -
keh sun all nich en s eh , gib es nich . Mi eine In o ma ionsp lich allein konn e man
auch Fukushima nich e hinde n, obwohl im Vo eld de Ka as ophe bekann wa , dass
außen liegenden Pumpanlagen beim Zusammen e en eines Tsunamis mi einem E dbe-
ben e sagen muss en. T o z diese o handenen In o ma ion ha man keine Siche ungs-
maßnahmen e g i en, weil man da on ausging, dass beides zusammen (zei gleich) nich
passie en wü de (S ichwo : Res isiko).
De S aa könn e s a eine In o ma ionsp lich abe auch einen S eue -
Sub en ionsmechanismus ein üh en. S aa , Ve siche e , Schädige und Geschädig e müss-
en zusammenwi ken. Man müss e klä en, we on wem sub en ionie wi d und we eine
belas ende S eue zahlen muss. Das gesam e Ve ah en is auße o den lich au wändig,
bü ok a isch, langwie ig, in anspa en und eue . Deshalb gib es in keinem Land de Wel
ein solches S eue ungs e ah en.
Wah scheinlich gib es ein solches S eue ungs e ah en abe auch deshalb nich , weil es
P lich e siche ungen gib , die das P oblem de In e nalisie ung ex e ne Ha ungs isiken
ganz he o agend lösen. P lich e siche ungen e assen alle po enziellen Schädige und
e eilen au diese Weise die Ha ungs isiken au eine g oße Zahl on Schul e n. Als Folge
hie on sind die P ämien e häl nismäßig ge ing und es en s eh ein An eiz ü den Schä-
dige , sein Ve hal en umzus ellen, also Schäden möglichs zu e meiden. Wenn ihm diese
geling , so sink zugleich die Ve siche ungsp ämie. So g de S aa gleichzei ig da ü , dass
die Ve siche e mi einande im We bewe b s ehen – wie e wa bei de K z-Ha p lich – so
15 Ökonomische En scheidungen bei Ungewisshei , 1980, S. 346.
- 77 -
Beispiel Dioxinskandal
T o zdem is de o schnelle Ru nach wei e en P lich -Ha p lich e siche ungen unge-
b ochen. Denken Sie an den skandalösen Fall Dioxin kon aminie e Fu e e e zu Beginn
dieses Jah es. Die Landwi e de au Ve dach o übe gehend gespe en Hö e e hiel en
keinen E sa z ü ih e schließungsbeding en Einbußen. Eine um assende P lich -
Ha p lich e siche ung ü alle Fu e mi elun e nehmen müsse deshalb he . Mi eine
P lich e siche ung, so die Übe legung, bleib kün ig niemand au seinen Schäden si zen,
alles wi d p oblemlos e se z . Doch dies is ein I glaube.
Am Fall des Dioxinskandals läss sich seh gu zeigen, dass mi eine P lich e siche ung
iele P obleme e s an angen wü den: De zei leben die Fu e mi elun e nehmen gu mi
ih em Ve siche ungsschu z. Eine Rundum-So glos-Absiche ung im Rahmen eine um as-
senden Be iebsha p lich -, P oduk ha p lich - und ielleich soga noch Rück u kos en-
e siche ung ü alle Fu e mi elun e nehme - einschließlich iele Landwi e, die eben-
alls Fu e mi el he s ellen ode e eiben - wü de ih e Ve siche ungsp ämien d as isch
e eue n. Denn P lich e siche ungs egelungen o ien ie en sich g undsä zlich nu an
denkba en G oßschadenszena ien, unabhängig om a sächlichen Risiko des be e enden
Be iebes, de wegen seine B anchenzugehö igkei abe gleichwohl un e diese P lich -
e siche ungs egelung äll . S a e , e p lich ende Ve siche ungsschu z im Rahmen on
P lich e siche ungen eduzie zudem den An eiz zu ak i em Risikomanagemen des Ve -
siche ungsnehme s. Die Folge is , dass in P lich e siche ungssys emen e an wo ungs-
olle Un e nehmen auch ü „schwa ze Scha e“ mi bezahlen. Die E üllung de Ve siche-
ungsp lich muss wi ksam übe p ü we den, soll sie übe haup Wi kung en al en. Dies
üh zwangsläu ig zu meh Bü ok a ie und Meh kos en insbesonde e bei Behö den und
Un e nehmen. Ve siche e können mangels hohei liche Kompe enzen diese Übe wa-
chungsau gaben üb igens nich ausüben.
Da übe hinaus wü de im Dioxin all eine P lich -Ha p lich e siche ung ü Fu e mi elun-
e nehme noch nich einmal den geschädig en Landwi en hel en. Be iebsha p lich e -
siche ungen gehö en in Deu schland zum Ve siche ungss anda d. Die Ve siche ungsdich-
e im Be eich de Fu e mi el- und Landwi scha be äg deshalb heu e schon nahezu
100 P ozen . Wenn de Ve siche ungsnehme abe en wede nach dem Gese z ga nich
ha e ode diese den Schaden o sä zlich he beige üh ha , leis e auch eine P lich -
Ha p lich e siche ung nich . Ob hie Vo sa z im Spiel wa , wi d de zei noch s aa san-
wal scha lich gep ü . Die du ch Ve dach sspe ungen en s andenen Einbußen de Land-
wi e s ellen abe jeden alls keinen Ha p lich schaden da . Denn die zulässigen Dioxin-
G enzwe e ih e un e such en P oduk e wa en nich übe sch i en. Den gespe en Be-
ieben wä e also mi eine P lich -Ha p lich e siche ung in keine Weise gehol en. Die
ich ige An wo au diesem Ums and lau e dahe : P ä en ion s ä ken. Du ch die im Lau
dieses Jah es beschlossenen Maßnahmen zu Schadenp ä en ion könn e ein solche Fall
kün ig ielleich soga e mieden we den. In diesem Zusammenhang is auße o den lich
zu beg üßen, dass Bundes egie ung und Pa lamen gleich einen ganzen Ka alog wi ksa-
me Kon oll- und Schaden e meidungsmaßnahmen ü den Be eich de Fu e mi elwi -
scha beschlossen haben. Und ü den Landwi , de sich gegen solche Fälle, in denen D i -

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e nich gese zlich ha en, kün ig auße dem du ch eine Ve siche ung schü zen möch e,
ü den wä e eine E agsaus all e siche ung die ich ige Lösung.
Nachdem sich die Eu opäische Kommission im Wesen lichen aus den o genann en G ün-
den gegen die eu opawei e Ein üh ung eine P lich -Ha p lich e siche ung ü Fu e mi -
elun e nehmen en schieden ha , bleib zu ho en, dass sich nun auch die Bundes egie-
ung dem anschließ .
P lich e siche ungen nu im Einzel all sinn oll
Selbs e s ändlich gib es du chaus Beispiele gelungene P lich -
Ha p lich e siche ungen, wie z.B. die K z-Ha p lich e siche ung. Hie bei handel es sich
um homogene Massen isiken, die insbesonde e ein hohes Pe sonenschaden isiko au wei-
sen. Ve siche ungsschu z kann on seh ielen Ma k eilnehme n be ei ges ell we den
und es s ehen aus eichend s a is ische Da en zu Schadenhäu igkei und –höhe zu Ve ü-
gung s ehen. Vo allem abe wä e es gesellscha lich nich hinzunehmen, wenn einzelne
Risiken un e siche wä en. In ielen ande en Be eichen, in denen die Ein üh ung on
P lich -Ha p lich e siche ungen disku ie wi d – z.B. de Fu e mi elwi scha ode bei
gewe blichen Umwel ha ungs isiken – und in denen sich die Be iebe in ih em indi iduel-
len Risiko ganz e heblich oneinande un e scheiden, übe wiegen o die Nach eile eine
P lich e siche ung und de Ve siche ungsschu z wü de sich insbesonde e deu lich e -
eue n. Auße dem mach auch do eine P lich e siche ung keinen Sinn, wo de en Einhal-
ung nich wi ksam kon ollie we den kann ode soll.
Thesen
Es gib eine zunehmende Tendenz eu opäische und deu sche Poli ik, ungeach e de
Ve ügba kei on Ve siche ungsschu z, neue P lich -Ha p lich e siche ungen ein üh en
zu wollen.
Du ch P lich e siche ungen we den Handlungs eihei en besch änk . Dies kann nu dann
ge ech e ig sein, wenn die P lich e siche ung im konk e en Fall sinn oll is , die ange-
s eb en Ziele e eich und zu keine unangemessenen Belas ung üh .
Vo Ein üh ung wei e e P lich -Ha p lich e siche ungen is eine in ensi e P ü ung mög-
liche Nach eile du ch den Gese zgebe unbeding e o de lich. Nu wenn die Vo eile
übe wiegen, da eine P lich -Ha p lich e siche ung einge üh we den.
Bei de P ü ung und e s ech bei de Ein üh ung eine P lich -Ha p lich e siche ung is
au die Expe ise de Ve siche ungswi scha zu ückzug ei en.
Hohe Vollzugsde izi e bei ielen bes ehenden P lich -Ha p lich e siche ungen üh en
dazu, dass auch bei diesen P lich -Ha p lich e siche ungen keine höhe e Ma k dich e
en s eh , als wenn de en Abschluss eiwillig wä e.
- 79 -
2.5.3 Podiumsdiskussion
Die A bei sg uppe „Allgemeine Ha p lich e siche ung“ be ass e sich mi de F age, ob
meh P lich -Ha p lich e siche ungen in Deu schland benö ig we den. Als Expe en e e-
ie en He Nils Hellbe g (Lei e Ha p lich -, K edi -, T anspo - und Lu ah e siche ung,
S a is ik beim GDV, Be lin) und He P o . D . Hans-Pe e Schwin owski (Humbold -
Uni e si ä , Be lin). Die Ve ans al ung wu de on P o . D . Pe e Schimikowski (FH Köln,
Ins i u ü Ve siche ungswesen) mode ie . He Hellbe g zeig e eine zunehmende Ten-
denz eu opäische und deu sche Poli ik au , neue P lich -Ha p lich e siche ungen es -
sch eiben zu wollen. In Deu schland exis ie en be ei s und 300 P lich e siche ungen.
Besch änkungen de Handlungs eihei seien abe nu dann ge ech e ig , wenn die
P lich e siche ung im konk e en Fall sinn oll is , die anges eb en Ziele e eich und zu
keine unangemessenen Belas ung üh . Dahe sei o de Ein üh ung wei e e P lich -
Ha p lich e siche ungen eine in ensi e P ü ung mögliche Nach eile unbeding e o de -
lich. Nu wenn die Vo eile übe wiegen, dü e eine P lich -Ha p lich e siche ung einge-
üh we den. E wies da au hin, dass hohe Vollzugsde izi e bei ielen bes ehenden P lich -
Ha p lich e siche ungen dazu üh en, dass auch bei diesen P lich -
Ha p lich e siche ungen keine höhe e Ma k dich e en s ehe, als wenn de en Abschluss
eiwillig is .
P o . D . Schwin owski hiel in seinem S a emen dagegen, P lich -
Ha p lich e siche ungen so g en da ü , dass Ha p lich isiken on den Schädige n und
nich on den Geschädig en ge agen we den und se z en olglich das Ha ungssys em
eines Rech ss aa es du ch. Sie so g en (e wa du ch Bonus-Malus-Regelungen) da ü , dass
(po enzielle) Schädige ih Ve hal en ände n, sodass insgesam wenige Schäden en s ün-
den. P lich -Ha p lich e siche ungen seinen olglich billige als die Ve lage ung de
Schadens isiken au die Geschädig en. P lich -Ha p lich e siche ungen so g en schließ-
lich ü Wi scha swachs um und echnischen Fo sch i in ganz e heblichem Um ang,
indem sie dem Ve siche ungsnehme das Risiko abnehmen, die Folgen ge äh lichen Tuns –
e wa das Füh en eines K z - alleine agen zu müssen. In de anschließenden Diskussion
wu de die No wendigkei on P lich -Ha p lich e siche ungen bei bes imm en, beson-
de s b isan en Risiken nich in F age ges ell . Konk e wu de da übe disku ie , ob eine
P lich zum Abschluss eine P i a ha p lich e siche ung (PHV) und eine Be iebsha -
p lich e siche ung gese zlich es gesch ieben we den soll e. Aus dem K eis de Teilneh-
me wu de da au e wiesen, dass in de PHV eine Ma k du chd ingung on e wa 70% ge-
geben sei. Es gebe also die Ge ah , dass ein Geschädig e om Schädige keinen E sa z ü
seinen Schaden e häl . Alle dings wu de dieses Risiko on de Meh hei als ehe ge ing
einges u , weil in mode nen PHV-P oduk en eine so genann e Fo de ungsaus all-
Ve siche ung eingeschlossen sei. In Bezug au die BHV sahen die Teilnehme keinen Hand-
lungsbeda , weil die Ma k dich e nahe 100% liege. Meh hei lich sp achen sich die Teil-
nehme gegen neue P lich -Ha p lich e siche ungen aus.
Ein Vo schlag on P o . D . Schwin owski, eine P lich -Ha p lich e siche ung dann in Be-
ach zu ziehen, wenn sich he auss ell , dass ü bes imm e Ha ungs isiken kein aus ei-
- 80 -
chende Ve siche ungsschu z be ei ges ell ode keine aus eichende Ma k du chd ingung
e eich wi d, wu de mi Zus immung au genommen.
Kon ak /Imp essum
Diese Ve ö en lichung e schein im Rahmen de OnlinePublika ions eihe
„Fo schung am IVW Köln“
.
Alle Ve ö en lichungen diese Reihe können un e www.i w-koeln.de ode un e h p://opus.bsz-bw.de/ hk/index.php?la=de
abge u en we den.
Eine wei e e Publika ions eihe is die
Sch i en eihe des Ins i u s ü Ve siche ungswesen de Fachhochschule Köln
.
He ausgebe : Ve ein de Fö de e des Ins i u s ü Ve siche ungswesen an de Fachhochschule Köln e. V.
Die Sch i en eihe kann
übe den Ve lag Ve siche ungswi scha bezogen we den (h p://www. w.de/).
Eine Übe sich alle He e de Sch i en eihe kann auch un e olgende Ad esse abge u en we den:
h p://www. 04. h-koeln.de/ akul ae /ins i u e/i w/in o ma ionen/publika ionen/00366/index.h ml
Köln, Mä z 2012
He ausgebe / Edi o ship:
P o . D . Reime s-Rawcli e
P o . D . Pe e Schimikowski
P o . D . Jü gen S obel
Ins i u ü Ve siche ungswesen /
Ins i u e o Insu ance S udies
Fakul ä ü Wi scha swissenscha en /
Facul y o Economics and Business Adminis a ion
Fachhochschule Köln / Cologne Uni e si y o Applied Sciences
Web www.i w-koeln.de
Sch i lei ung / Con ac edi o ’s o ice:
P o . D . Jü gen S obel
Tel. +49 221 8275-3270
Fax +49 221 8275-3277
Mail jue gen.s obel@ h-koeln.de
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Gus a Heinemann-U e 54
50968 Köln
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