Fo schung am IVW Köln, 9/2013
Ins i u ü Ve siche ungswesen
Risikomanagemen in de
be ieblichen Al e s e so gung
P oceedings zum 4. FaRis & DAV-Symposium
am 14. Juni 2013
Ral Knobloch (H sg.)
Zusammen assung
Die be iebliche Al e s e so gung is neben de gese zlichen und de
p i a en Al e s o so ge eine de d ei Säulen de Al e ssiche ung in
Deu schland. Ende 2012 belie en sich die Deckungsmi el de
be ieblichen Al e s e so gung in Deu schland au 500,7 Millia den Eu o.
Im Zei aum 2009 bis 2011 ha en ca. 60% alle
sozial e siche ungsp lich igen A bei nehme eine Anwa scha au
be iebliche Al e s e so gung. Mi Pensionsplänen sind aus Sich de
Un e nehmen Risiken e bunden, die es zu e kennen, zu bewe en und zu
s eue n gil . Wie is de ak uelle S and des Risikomanagemen s in de
b
e ieblichen Al e s e so gung in Deu schland? Diese F age ging das 4.
FaRis & DAV
-Symposium anhand ausgewähl e Aspek e nach. Die Vo äge
des Symposiums sind in diesem Kon e enzband zusammenge ass .
Abs ac
Company pension plans cons i u e, oge he wi h legal and p i a e old-
age p o isions, he h ee columns o p o isions o he elde ly in Ge many.
A he end o 2012, he ac ua ial ese es o company pension plans
amoun ed o 500.7 Billion Eu o. In he yea s om 2009 o 2011,
app oxima ely 60% o he p
e sons being employed wi h social insu ance
paymen s we e en i led o a company pension plan. In he iew o a
company, pension plans a e isky. The isks ha e o be iden i ied,
quan i ied and con olled. Wha is he s a e o he a o isk managemen
o
company pensions plans in Ge many? This ques ion was discussed on
he basis o selec ed aspec s a he Fou h FaRis & DAV Symposium. The
p esen a ions o his symposium a e subsumed in his con e ence olume.
Au o en e zeichnis
1.
Risikomanagemen in de bAV - Ein üh ung in
die Thema ik
Ral Knobloch
2.
MaRisk VA ü Ein ich ungen de be ieblichen
Al e s e so gung
Geo g Thu nes
3.
E gebnisse de quan i a i en Auswi kungs-
s udie zu Pensionsein ich ungen in Eu opa
Al ed Gohdes
4.
Bewe ung on biome ischen Risiken in de
bAV
Ral Knobloch
2
Inhal s e zeichnis
AUTORENVERZEICHNIS .................................................................................................................................... 1
INHALTSVERZEICHNIS ....................................................................................................................................... 2
1 RISIKOMANAGEMENT IN DER BETRIEBLICHEN ALTERSVERSORGUNG - EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK .. 3
2 MARISK VA FÜR EINRICHTUNGEN DER BETRIEBLICHEN ALTERSVERSORGUNG ......................................... 7
3 ERGEBNISSE DER QUANTITATIVEN AUSWIRKUNGSSTUDIE ZU PENSIONSEINRICHTUNGEN IN EUROPA .... 9
4 BEWERTUNG VON BIOMETRISCHEN RISIKEN IN DER BETRIEBLICHEN ALTERSVERSORGUNG .................. 22
4.1 BIOMETRISCHE RISIKEN IN DER BETRIEBLICHEN ALTERSVERSORGUNG .................................................................... 22
4.2 DAS MODELL ............................................................................................................................................ 23
4.3 EXKURS RISIKOMAßE ................................................................................................................................... 25
4.4 EIN EINFACHES BEISPIEL ............................................................................................................................... 26
4.5 SCHLUSSBEMERKUNGEN .............................................................................................................................. 30
3
1 Risikomanagemen in de be ieblichen Al e s e so gung -
Ein üh ung in die Thema ik
Ral Knobloch
De Beg i „be iebliche Al e s e so gung“ - ku z bAV – wi d im Gese z zu Ve besse ung
de be ieblichen Al e s e so gung (Be AVG) in §1 Abs. 1 de inie . Diese Legalde ini ion
lau e :
„We den einem A bei nehme Leis ungen de Al e s-, In alidi ä s- ode
Hin e bliebenen e so gung aus Anlass seines A bei s e häl nisses om A bei gebe
zugesag (be iebliche Al e s e so gung), …“ 1
Somi is die bAV dadu ch cha ak e isie , dass ein A bei nehme on seinem A bei gebe
eine Ve so gung e häl . Die bAV is neben de gese zlichen und de p i a en Vo so ge eine
de d ei Säulen de Al e s o so ge. Als Du ch üh ungswege haben sich in Deu schland
• die Di ek zusage,
• die Pensionskasse,
• die Un e s ü zungskasse,
• die Di ek e siche ung und
• de Pensions onds
e ablie .
Die Bedeu ung de bAV in Deu schland un e s eichen ih Ve b ei ungsg ad und die Höhe
de o handenen Deckungsmi el. Nach eine S udie des Bundesminis e iums ü A bei
und Soziales ha en in den Jah en 2009 bis 2011 ca. 60% alle sozial e siche ungs-
p lich igen A bei nehme (P i a wi scha und ö en liche Diens ) eine Anwa scha au
be iebliche Al e s e so gung.2 Die Deckungsmi el belie en sich Ende 2011 nach eine
Au s ellung de A bei sgemeinscha ü be iebliche Al e s e so gung (aba) au 500,7
Millia den Eu o. Da on en ielen übe die Häl e au Di ek zusagen und und ein Vie el au
Pensionskassen. De Res e eil e sich au Zusagen bei Un e s ü zungskassen (ca. 7%) und
Pensions onds (ca. 5%) sowie au Di ek e siche ungen (ca. 11%).3 Zum Ve gleich: Die
1 h p://www.gese ze-im-in e ne .de/be a g/index.h ml (10.09.2013).
2 Vgl. h p://www.bmas.de/Sha edDocs/Downloads/DE/PDF-Publika ionen/Fo schungsbe ich e/ b-429-
be iebliche-al e s e so gung.pd ?__blob=publica ionFile (10.09.2013).
3 Vgl. h p://www.aba-online.de/news/28/a-p ozen uale-au eilung-de -deckungsmi el-in-de .h ml
(10.09.2013).
4
Kapi alanlagen de Lebens e siche e belie en sich Ende 2012 au ca. 770 Millia den Eu o4,
die Ausgaben des Bundeshaushal s 2012 au ca. 312 Millia den Eu o5 und die
S aa s e schuldung (Bund, Lände , Gemeinden, Sozial e siche ung) Ende 2012 au ca.
2.114 Millia den Eu o6.
Be ach e man den Aus inanzie ungsg ad ü Leis ungszusagen on deu schen
Un e nehmen im in e na ionalen Ve gleich, so s ell man es , dass bei Un e nehmen im
DAX de Du chschni ca. 60% be äg , wohingegen e in e na ional ca. 75% be äg .7
Welchen Risiken is die be iebliche Al e s e so gung aus Un e nehmenssich ausgese z ?
Einen e s en Eind uck e häl man, wenn man sich die Lage- und Geschä sbe ich e de
Un e nehmen anschau . Als Bespiel be ach en wi hie die Baye AG:
Im Chancen- und Risikobe ich (Zi e 17.1.4. des Konze nlagebe ich s) de Baye AG 2012
wi d übe die bAV olgendes ausge üh :
„De Baye -Konze n ha Ve p lich ungen gegenübe je zigen und ühe en Mi a bei e n
aus Pensions- und ande en pensionsähnlichen Leis ungszusagen. Ve ände ungen
ele an e Bewe ungspa ame e , wie Zinssa z, S e bewah scheinlichkei en und Gehal s-
s eige ungs a en, können eine E höhung des Ba we s de Pensions e p lich ungen
bedingen, was zusä zliche Au wendungen ü Pensionspläne e o de lich machen kann
ode in olge de unmi elba e olgsneu al mi dem Eigenkapi al zu e echnenden
e siche ungsma hema ischen Ve lus e zu einem nied ige en Eigenkapi al üh en kann.
Ein G oß eil de Pensions e p lich ungen is du ch das Plan e mögen gedeck , …“ 8
Dabei is anzume ken, dass die Pensions ücks ellung in 2012 mi ca. 9,4 Millia den Eu o
und 18% de Bilanzsumme be ug und somi ein nich unwich ige Passi pos en is .
Neben den Di ek zusagen gib es bei de Baye AG noch eine Pensionskasse. Hie be äg
die Deckungs ücks ellung mi ca. 7,3 Millia den Eu o und 95% de Bilanzsumme. Die Baye
Pensionskasse üh in ih em Geschä sbe ich 2011 aus:
„Die Höhe de jäh lich neu zu e mi elnden Deckungs ücks ellung is auch on de Höhe
des zu G unde geleg en Rechnungszinses sowie biome ischen Ein luss ak o en wie
S e blichkei s- und In alidisie ungswah scheinlichkei en abhängig. Ve ände ungen diese
4 Vgl. h p://www.ba in.de/DE/Au sich /Ve siche e Pensions onds/Kapi alanlagen/kapi alanlagen_node.h ml
(10.09.2013).
5Vgl.
h p://www.bundes inanzminis e ium.de/Con en /DE/S anda da ikel/Themen/Oe en liche_Finanzen/Bundes
haushal /Bundeshaushal _2013/2012-08-15- inanzplan-2012-2016.pd ?__blob=publica ionFile& =3
(10.09.2013).
6 Vgl. h p://www.s aa s e schuldung.de/schuldenuh (10.09.2013).
7 Vgl. h p://www. owe swa son.com/de-DE/P ess/2013/04/Ak ualisie -DAX-Pensionswe ke-schlagen-
Benchma k (10.09.2013).
8 h p://www.geschae sbe ich 2012.baye .de/de/chancen--und- isikobe ich .aspx (10.09.2013).
5
Fak o en können die Höhe de Deckungs ücks ellung sowohl nach oben als auch nach
un en e ände n, so dass sich hie aus sowohl Chancen als auch Risiken e geben können.
…“ 9
Beiden Aus üh ungen kann en nommen we den, dass in de bAV Risiken bezogen au den
Rechnungszins, die Biome ie und die zukün ige Dynamik de Bezugsg ößen eine g oße
Rolle spielen. Da übe hinaus gib es je nach Du ch üh ungsweg u.a. Risiken bei de
Kapi alanlage, Risiken du ch die o zei ige Inansp uchnahme de Al e sleis ung und
Ha ungs isiken. Insgesam bleib es zuhal en, dass mi allen Du ch üh ungswegen de
bAV Risiken e bunden sind, die es zu e kennen, zu analysie en, zu bewe en und zu
s eue n gil .
Aus Sich de Be iebswi scha sleh e gehö Risikomanagemen bei Un e nehmen zu
eine wich igen S anda dau gabe de Un e nehmens üh ung. Die Li e a u zu Risiko-
managemen is iel äl ig und um ang eich. Die im Folgenden da ges ell en wich igs en
Beg i e und Sach e hal e dieses be iebswi scha lichen Konzep s sind dem Buch on
Sa o und Bou auel „Risikomanagemen kompak “ en nommen.10
• De ini ion Risiko: Risiko bezeichne die Möglichkei de nega i en Abweichung on
geplan en Zielen (Risiko im enge en Sinne, wi kungsbezogene De ini ion). Chance
bezeichne eine mögliche posi i e Abweichung on geplan en Zielen.
• Risikopoli ik und Risikos a egie: G undsä ze und Rahmen ü den Umgang mi
Risiken.
• Risiko ag ähigkei e gib sich aus den Risiken, die ein Un e nehmen agen kann
ohne die Exis enz zu ge äh den.
• De ini ion Risikomanagemen : Au gabe de Un e nehmens üh ung - Sys ema ische
und kon inuie liche Iden i ika ion, Bewe ung, S eue ung und Übe wachung de
Risikopo en iale eines Un e nehmens.
• Ziele des Risikomanagemen s: Exis enzsiche ung, E olgssiche ung, Minimie ung de
Risikokos en.
• De ini ion Risikomanagemen p ozess: Risikoiden i ika ion, Risiko ele anz, Risiko-
bewe ung, Risikoagg ega ion, Risikos eue ung, Risikoübe wachung und Risiko-
kommunika ion.
• Rech liche Rahmen: KonT aG, BilReG, BilMoG, IDW 340, DRS 5, Basel II, Sol ency II,
MaRisk.
9 h p://www.baye -pensionskasse.de/ ileadmin/use _upload/PDF/Baye -
Pensionskasse_Geschae sbe ich 2011.pd (10.09.2013).
10 Vgl. Sa o , F anz J.; Bou auel, Co ina: Risikomanagemen kompak , Oldenbou g Ve lag, München 2013.
6
Es s ell sich nun die F age, wie das Risikomanagemen in den un e schiedlichen
Du ch üh ungswegen de bAV ausges al e we den muss. Bei eine Di ek zusage gib es
eine unmi elba e Ve p lich ung des Un e nehmens gegenübe den A bei nehme n. Dahe
un e lieg eine Di ek zusage dem un e nehmensspezi ischen Risikomanagemen . Is z.B.
ein Un e nehmen au g und de Rech s o m e p lich e , im Rahmen des Jah esabschlusses
übe Chancen und Risiken zu be ich en, so gil dies auch bezüglich de bAV-Risiken. Auch
alle ande en An o de ungen an das Risikomanagemen übe agen sich au die
Ve p lich ungen aus de bAV. Bilanzie ein Un e nehmen nach IFRS, so sind zukün ig im
Bilanzanhang zusä zliche Angaben zu den Risiken on Pensionsplänen zu machen und
diese z.B. anhand on Sensi i i ä sanalysen zu wich igen e siche ungsma hema ischen
Pa ame e n zu belegen.11 Fü eine Un e s ü zungskasse gel en die gleichen Regeln wie ü
eine Di ek zusage. Bei eine Di ek e siche ung wi d die be iebliche Al e s e so gung übe
ein Lebens e siche ungsun e nehmen abgewickel , dahe beda das Risikomanagemen
bei diesem Du ch üh ungsweg keine besonde en Be ach ung. Pensionskassen und
Pensions onds we den zu Ein ich ungen de be ieblichen Al e s e so gung (EbAV) im
Sinne de Au sich zusammenge ass . Fü EbAV’s gel en die au sich s ech lichen Mindes -
an o de ungen an das Risikomanagemen (MaRisk VA). Alle dings sind dabei die Besonde -
hei en on EbAV’s zu be ücksich igen.
11 Vgl. h p://www.aon.com/ge many/downloads/aonhewi /aon_hewi _ak uell_neu assung- on-ias-19.pd
(10.09.2013).
7
2 MaRisk VA ü Ein ich ungen de be ieblichen
Al e s e so gung
Geo g Thu nes
Das Re e a be ass sich mi dem Risikomanagemen bei bes imm en Ein ich ungen de
be ieblichen Al e s e so gung (EbAV) in Deu schland. EbAV um assen beg i lich in
Deu schland die dem Ve siche ungsau sich s ech un e liegenden Du ch üh ungswege
de be ieblichen Al e s e so gung, die Pensionskasse (PK) und den Pensions onds (PF).
Auch ü EbAV inden die Mindes an o de ungen an das Risikomanagemen (MaRisk VA)
g undsä zlich Anwendung. Alle dings komm ge ade bei de übe wiegenden Anzahl de
EbAV - ähnlich wie bei seh kleinen Lebens e siche ungsun e nehmen - dem in den
MaRisk VA e anke en P opo ionali ä sg undsa z besonde e Bedeu ung zu. Un e
P opo ionali ä dü e in diesem Zusammenhang wenige die ein ma hema ische
P opo ionali ä , als ehe die ju is ische P opo ionali ä gemein sein, die im Sinne de
Ve häl nismäßigkei zu in e p e ie en is . Hie un e is zu e s ehen, dass Eing i e in die
Rech e eines Einzelnen, wie in die Handlungs eihei , zunächs einmal e o de lich sein
müssen. Des Wei e en dü en Eing i e nu au e laub e Maßnahmen au bauen, müssen
minimal sein zu E eichung des anges eb en Ziels und sollen ein g obes Miss e häl nis
zwischen anges eb em E olg und e wa e em Schaden ausschließen. Die MaRisk VA
spezi izie en die P opo ionali ä dahingehend, dass ih e An o de ungen s e s o dem
Hin e g und de un e nehmensindi iduellen Risiken, un e Be ücksich igung on A ,
Um ang, insbesonde e Komplexi ä des Geschä smodells und auch nu ü wesen liche
Risiken, also solche, die nachhal ig nega i wi ken können, auszulegen sind. Dies is ge ade
ü EbAV ele an , da sie sich in alle Regel in ielen wesen lichen Punk en on
Un e nehmen de Lebens e siche ung un e scheiden. Hie zu zählen neben ande en
olgende Besonde hei en:
• eingesch änk e Un e nehmenszweck (meis ausschließlich Gewäh ung on
Ve so gungsleis ungen, wenige und o ein ache Leis ungssys eme, kein eigenes
Gewinns eben)
• meis ein a bei s ech lich kollek i e Bes andszugang (Ta i e ag ode
Be iebs e einba ung), was Selek ions isiken ausschließ ode zumindes seh
übe schauba häl
• bei egulie en PK müssen in den Au sich sg emien A bei nehme e e e ih en
Si z haben
• die e sp ochene Leis ung s eh imme im Zusammenhang mi einem
A bei s e häl nis;
de A bei gebe is bei allen Du ch üh ungsa en gem. § 1 Abs. 1 S. 3 Be AVG
subsidiä e p lich e
• bei PF un e liegen die Leis ungen auch de gese zlichen Insol enzsiche ung du ch
den Pensions-Siche ungs-Ve ein aG (PSV aG)
14
De o läu ige E gebnisbe ich on EIOPA benenn kla und eindeu ig die
Einsch änkungen und Vo behal e, die bei de In e p e a ion de E gebnisse beach e
we den soll en. Das is eine sei s e mu igend – weil die ange üh en G ünde die ech
massi en Schwächen de ganzen S udie e kennen lassen –, soll e ande e sei s abe auch
nich übe bewe e we den, da nich zule z im Zuge de Sol ency-II-Auswi kungss udien
die E kenn nis ge ei is , dass die Kommission o z de a ige Schwächen unbei ih en
Weg o se z .
M.E. ass diese Tabelle die g undlegenden Un e schiede zwischen den e schiedenen
Lände n zusammen. Ve gleich man die geschä z en E höhungen de Technischen
Rese en gegenübe dem S a us quo o Be echnung de B u o-
Sol abili ä san o de ungen, so e kenn man, dass I land mi ca. 70%
Ve p lich ungse höhung am Schlech es en abschneide . UK (das Land mi bei wei em dem
g öß en Volumen an Pensions e mögen) und Deu schland liegen bei ca. 40% ge olg on
den Niede landen und Belgien mi „nu “ ca. 25% Meh belas ung. Addie man alle dings
die E ek e übe alle Lände , e gib sich eine Meh belas ung on ca. 900 M d. Eu o, was
imme hin den Um ang des Re ungsschi mes unse e Gemeinscha swäh ung (dem ESM)
deu lich übe s eig .
15
Die Un e schiede in de du chschni lichen Ve mögensalloka ion sind m.E. eben alls
in e essan . Highligh s sind ü mich die maximale Gewich ung on Immobilien (die
Niede lande mi 9%) sowie die maximale Gewich ung on Ak ien bzw. S aa sanleihen
(I land mi 60% bzw. as 40%). In e essan is m.E. e ne , dass die eu opäischen
Pensions onds du chschni lich e wa 25% ih es Ve mögens in S aa sanleihen in es ie en.
Könn e man au diese Basis den Schluss ziehen, dass e wa ein Vie el de Ve p lich ungen
eu opäische Pensions onds gesam wi scha lich umlage inanzie sind?
16
In diesem Schaubild we den die Ve ände ungen im Deckungsg ad au g und de P ämissen
im Basisszena io de QIS gegenübe nach dem S a us quo zusammenge ass . Gezeig
we den p o Land zwei E gebnisse: die Übe - bzw. Un e deckung o und al e na i nach
Be ücksich igung de e o de lichen Sol abili ä san o de ungen. Die Si ua ion un e dem
gel enden Rech wi d dabei in blau, die un e de QIS in o da ges ell .
Be ach e man die Si ua ion nach Be ücksich igung de Sol abili ä san o de ungen, so
e gib sich zumindes nach dem de zei igen Au sich s egime ü die deu schen EbAV noch
eine Übe deckung, wäh end I land, die Niede lande und UK selbs im S a us quo schon
eine Un e deckung auszuweisen haben.
E wa ungsgemäß wi d die Si ua ion du ch die QIS gene ell e schlech e , wobei
Deu schland noch ela i gu da on komm – mi einem Deckungsg ad on imme hin
übe 90%. Dagegen u sch I land ganz on de G a ik ab (also au einen Deckungsg ad
on un e 40%), die Niede lande au einen Deckungsg ad on e was übe 70% und UK au
einen on e was übe 60%. Schweden gib den „Mus e schüle “: Die E gebnisse nach de
QIS sind soga besse als die un e dem de zei igen Au sich s egime.
17
Hie wi d das Haup p oblem im QIS-Ansa z deu lich: de Rechnungszins ode ielmeh die
Zinss uk u ku e, die bei de Diskon ie ung de Ve p lich ungen zug unde geleg we den
soll. Bei eine du chschni lichen Du a ion de Ve p lich ungen on e wa 15 Jah en e gib
sich ein du chschni liche Rechnungszins on ca. 2,25%, de na ü lich im Ve gleich zu
einem de zei gül igen Du chschni szins on ca. 3,5% zu eine e wa ungsgemäß s a k
s eigenden Deckungs ücks ellung üh . De Benchma kzins (wie alle on diese
Zinss uk u ku e abgelei e en Ku en) ha abe da übe hinaus auch eine Reihe on
heo e ischen Unzulänglichkei en: Die Bes immung de „ isikolosen Zinss uk u ku e“ is
nämlich a bi ä und eben nich „ma k basie “, wie es das dekla ie e Ziel de Kommission
is , weil kein Finanzma k einen isikolosen Zinssa z zu Ve ügung s ell . Das Gleiche gil
ü die „ul ima e o wa d a e“ (UFR) in Höhe on 4,2% sowie ü die un e s ell
Kon e genzpe iode, übe die sich die ik i en „ om Ma k abgelei e en“ Zinsen sich de
ik i en UFR angleichen sollen.
18
Die in den le z en 18 Mona en on de Kommission bzw. EIOPA sch i lich bzw. mündlich
kommunizie en In o ma ionen und S andpunk e lassen eine Reihe on K i ikpunk en zu,
die in diese Folie zusammenge ass we den. Fes s ellen kann man gene ell, dass die
Kommission sich auch ü sachlich undie e K i ik unzugänglich zeig e und dass die on
de Kommission selbs ges eck en Ziele übe haup nich mi ih em Handeln in Deckung zu
b ingen sind.
19
Wenn man sich die F eihei nimm , zu k i isie en, soll e man auch konk e e
Gegen o schläge un e b ei en. Das haben wi auch sei ens des IVS (Ins i u de
e siche ungsma hema hema ischen Sach e s ändigen ü Al e s e so gung, einem
Zweig e ein de Deu schen Ak ua e einigung), de aba (A bei sgemeinscha ü
be iebliche Al e s e so gung) und ande e Ins i u ionen ge an. Dabei haben wi uns meis
au olgende d ei Themenbe eiche konzen ie :
• den Rechnungszins,
• die achlichen (quan i a i e Be ücksich igung de A bei gebe ha ung, de PSV-
Deckung und de Risikoma ge) und ech lichen Themenbe eichen (Klassi izie ung
on Leis ungska ego ien) sowie
• den P ozess, de de QIS zug unde lag.
20
Die aus meine Sich besonde s bedeu samen Vo schläge de Kommission bzw. de EIOPA
habe ich in d ei Ka ego ien un e gliede – in solche, die m.E. e mu lich bleiben we den,
solche die unbeding wei e en wickel (und e besse ) we den soll en und solche, die
(ho en lich) als unb auchba e kann we den.
21
22
4 Bewe ung on biome ischen Risiken in de be ieblichen
Al e s e so gung
Ral Knobloch
4.1
Biome ische Risiken in de be ieblichen Al e s e so gung
Biome ische Risiken in de be ieblichen Al e s e so gung (bAV) sind Risiken, die mi dem
Leben on Pe sonen zusammenhängen, und ein Un e nehmen inanziell belas en. Ha ein
Un e nehmen seinen Mi a bei e n eine bAV zugesag , so sind dies z.B. das Langlebigkei s-
isiko, das In alidi ä s isiko ode das Risiko, dass de Tod eines Mi a bei e s ode Be iebs-
en ne s eine Hin e bliebenen e so gung auslös .
Die Be iebswi scha sleh e de inie den Beg i „Risiko“ als die Möglichkei de nega i en
Abweichung on geplan en Zielen. Man sp ich dabei on „Risiko im enge en Sinne“ bzw.
de „wi kungsbezogenen De ini ion“ des Risikobeg i s.13 Ve wende man in bAV -
unabhängig on dem gewähl en Du ch üh ungsweg - als Zielg öße die Deckungsmi el, so
kann die Abweichung on geplan en Zielen als Di e enz on zukün ig benö ig en und
o handenen Deckungsmi eln de inie we den. Risiko im Sinne de Be iebs-
wi scha sleh e bedeu e dann, dass diese Abweichung posi i is . Biome ische Risiken,
d.h. die Möglichkei posi i e Abweichungen, we den z.B. e u sach du ch eine alsche
Einschä zung de zukün igen biome ischen Ve häl nisse. Abweichungen en s ehen abe
auch du ch zu ällige Schwankungen. D.h. obwohl die zukün igen biome ischen
Ve häl nisse ich ig eingeschä z we den, können du ch zu ällige Schwankungen die
benö ig en Deckungsmi el, die o handenen Deckungsmi el übe s eigen.
Man kann biome ische Risiken e gangenhei sbezogen ( e ospek i ) ode zukun s-
bezogen (p ospek i ) bewe en. Als e ospek i e Ansa z we den in de P axis die
a sächlichen und die echnungsmäßigen Häu igkei en on biome ischen E eignissen
(Tod, In alidi ä , …) übe ein ode übe meh e e Jah e e glichen. Dies en sp ich eine
Analyse de Kop zahlen ohne Be ücksich igung des dami e bundenen inanziellen
Aspek s. Dahe wi d in de P axis o ans elle de Kop zahlen die a sächlichen benö ig en
und echnungsmäßigen o handenen Deckungsmi el ü biome ische E eignisse übe
ein ode übe meh e e Jah e e glichen.
Bei den p ospek i en Ansä zen we den die biome ischen Risiken ausgehend on einem
Ve eilungsmodell mi hil e on Risikomaßen bewe e .14 Da abe bei de Bewe ung on
13 Vgl. Sa o , F anz J.; Bou auel, Co ina: Risikomanagemen kompak , Oldenbou g Ve lag, München 2013, S.3 .
14 Vgl. He mann, Richa d: Value-a -Risk, Tail Value-a -Risk und Schaden e eilung in de Pe sonen e siche ung,
Blä e de DGVFM, Volume 27, S.629-S.645.
23
biome ischen Risiken in de bAV lange Zei äume zug unde liegen, sind die dami
e bundenen Ve eilungsmodelle o schwe handhabba . Deshalb bie e es sich an, eine
Mon e-Ca lo-Simula ion du chzu üh en. Dazu wi d das Schicksal eines o gegebenen
Pe sonenbes ands übe einen länge en Zei aum (z.B. 80 bis 100 Jah e) mi hil e eines
Zu allsgene a o s „ausgewü el “. Anhand de Bes anden wicklung kann z.B. de Cash-Flow
und dessen Ba we abgelei e we den. Da man zu Bewe ung de biome ischen Risiken
mi Risikomaßen eine A „empi ische Ve eilung“ benö ig , soll e dieses „Auswü eln des
Bes andsschicksals“ hin eichend o , z.B. 100 ode 500 mal e olgen.
4.2
Das Modell
Die olgende G a ik zeig das in de bAV übliche weise e wende e Bes andsmodell.15
Gegeben sei ein be iebliches Ve so gungswe k (keine Vo gabe bezüglich des
Du ch üh ungswegs) mi
n
Pe sonen. De be ach e e Zei aum sei
T
Jah e. Es wi d die
olgende No a ion einge üh :
Zum Zei punk
0 =
o handene Deckungsmi el ü die
k
- e Pe son:
n,,2,1k , D
k
=
.
15 Vgl. Neubu ge , Edga : Ma hema ik und Technik be iebliche Pensionszusagen, Sch i en eihe Angewand e
Ve siche ungsma hema ik He 25, S.57.
Biome isches Modell de bAV:
Ak i e Ausgeschiedene
A bei nehme A bei nehme
In aliden en ne
Al e s en ne Hin e bliebenen-
en ne
Ohne Ansp uch
30
Wi be ach en nun den Bes and aus Beispiel 2. Die Rücks ellung be äg in diesem Beispiel
7.527.195€. Das Ziel is es, das biome ische Risiko - e u sach du ch die zu älligen
Schwankungen und du ch eine Fehleinschä zung übe die zukün ige Biome ie - zu
bewe en. Bei Fehleinschä zung wi d da on ausgegangen, dass die zukün igen
S e blichkei en 10% un e dem Ni eau de RT 2005 G liegen. Bewe e man dieses Risiko
au Basis de Simula ion mi dem Value a Risk (5%), so e gib sich:
VaR4 + E wa e e Ba we 4(≈Rücks ellung4) – Rücks ellung2 =
= 261.860 + 7.845.727 - 7.527.195 ≈ 580 Tsd. € ≈ 7,7% de Rücks .
Bewe e man mi dem Expec ed Sho all(5%), so e häl man:
ES4 + E wa e e Ba we 4(≈Rücks ellung4) – Rücks ellung2
315.010 + 7.845.727 - 7.527.195 ≈ 634 Tsd. € ≈ 8,4% de Rücks .
Das oben besch iebene biome ische Risiko kann somi im o liegenden Beispiel mi 7,7%
bzw. 8,4% de Rücks ellung bewe e we den.
4.5
Schlussbeme kungen
Abschließend kann es gehal en we den, dass biome ische Risiken (wie im Beispiel
da ges ell ) au Basis eine Mon e-Ca lo-Simula ion mi hil e on Risikomaßen bewe e und
analysie we den können. Dies is deshalb wich ig, da die be ach e e Zu allsg öße (z.B.
die Abweichung) nich imme als no mal e eil angenommen we den kann. Mi eine
Mon e-Ca lo-Simula ion kann man sich on de No mal e eilungsannahme lösen.
O en bleib wie sich die Sachlage bei Pe sonenbes änden mi ak i en Mi a bei e n
da s ell . Die E gebnisse we den dabei siche lich om gewähl en Finanzie ungs e ah en
und de De ini ion de zukün igen Einnahmen abhängen. Dabei is auch zu beach en,
dass Abschläge au die S e blichkei en on ak i en A bei nehme n nich imme zu
Ve lus en üh en.
Imp essum
Diese Ve ö en lichung e schein im Rahmen de Online-Publika ions eihe
„Fo schung am IVW Köln“
.
A
lle Ve ö en lichungen diese Reihe können un e www.i w-koeln.de ode un e h p://opus.bsz-bw.de/ hk/index.php?la=de
abge u en we den.
Eine wei e e Publika ions eihe is die
Sch i en eihe des Ins i u s ü Ve siche ungswesen de Fachhochschule Köln
.
He ausgebe : Ve ein de Fö de e des Ins i u s ü Ve siche ungswesen an de Fachhochschule Köln e. V. Die Sch i en eihe kann
übe den Ve lag Ve siche ungswi scha bezogen we den (h p://www. w.de/).
Eine Übe sich alle He e de Sch i en eihe kann auch un e olgende Ad esse abge u en we den:
h p://www. 04. h-koeln.de/ akul ae /ins i u e/i w/in o ma ionen/publika ionen/00366/index.h ml
Köln, Ok obe 2013
He ausgebe de Sch i en eihe / Se ies Edi o ship:
P o . D . Reime s-Rawcli e
P o . D . Pe e Schimikowski
P o . D . Jü gen S obel
Ins i u ü Ve siche ungswesen /
Ins i u e o Insu ance S udies
Fakul ä ü Wi scha s- und Rech swissenscha en /
Facul y o Business, Economics and Law
Fachhochschule Köln / Cologne Uni e si y o Applied Sciences
Web www.i w-koeln.de
Sch i lei ung / Con ac edi o ’s o ice:
P o . D . Jü gen S obel
Tel. +49 221 8275-3270
Fax +49 221 8275-3277
Mail jue gen.s obel@ h-koeln.de
Ins i u ü Ve siche ungswesen /
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Gus a Heinemann-U e 54
50968 Köln
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Schmalenbach Ins i u ü Wi scha swissenscha en /
Schmalenbach Ins i u e o Business Adminis a ion
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