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Risikomanagement in der betrieblichen Altersversorgung. Proceedings zum 4. FaRis & DAV-Symposium am 14. Juni 2013

Abstract

Die betriebliche Altersversorgung ist neben der gesetzlichen und der privaten Altersvorsorge eine der drei Säulen der Alterssicherung in Deutschland. Ende 2012 beliefen sich die Deckungsmittel der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland auf 500,7 Milliarden Euro. Im Zeitraum 2009 bis 2011 hatten ca. 60% aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer eine Anwartschaft auf betriebliche Altersversorgung. Mit Pensionsplänen sind aus Sicht der Unternehmen Risiken verbunden, die es zu erkennen, zu bewerten und zu steuern gilt. Wie ist der aktuelle Stand des Risikomanagements in der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland? Dieser Frage ging das 4. FaRis & DAV-Symposium anhand ausgewählter Aspekte nach. Die Vorträge des Symposiums sind in diesem Konferenzband zusammengefasst.

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Risikomanagement in der betrieblichen Altersversorgung. Proceedings zum 4. FaRis & DAV-Symposium am 14. Juni 2013

Author: Knobloch, Ralf,Thurnes, Ralf,Gohdes, Alfred
Year: 2013
Source: https://cos.bibl.th-koeln.de/files/37/9_2013.pdf

Fo schung am IVW Köln, 9/2013
Ins i u ü Ve siche ungswesen
Risikomanagemen in de
be ieblichen Al e s e so gung
P oceedings zum 4. FaRis & DAV-Symposium
am 14. Juni 2013
Ral Knobloch (H sg.)
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Zusammen assung
Die be iebliche Al e s e so gung is neben de gese zlichen und de
p i a en Al e s o so ge eine de d ei Säulen de Al e ssiche ung in
Deu schland. Ende 2012 belie en sich die Deckungsmi el de
be ieblichen Al e s e so gung in Deu schland au 500,7 Millia den Eu o.
Im Zei aum 2009 bis 2011 ha en ca. 60% alle
sozial e siche ungsp lich igen A bei nehme eine Anwa scha au
be iebliche Al e s e so gung. Mi Pensionsplänen sind aus Sich de
Un e nehmen Risiken e bunden, die es zu e kennen, zu bewe en und zu
s eue n gil . Wie is de ak uelle S and des Risikomanagemen s in de
b
e ieblichen Al e s e so gung in Deu schland? Diese F age ging das 4.
FaRis & DAV
-Symposium anhand ausgewähl e Aspek e nach. Die Vo äge
des Symposiums sind in diesem Kon e enzband zusammenge ass .
Abs ac
Company pension plans cons i u e, oge he wi h legal and p i a e old-
age p o isions, he h ee columns o p o isions o he elde ly in Ge many.
A he end o 2012, he ac ua ial ese es o company pension plans
amoun ed o 500.7 Billion Eu o. In he yea s om 2009 o 2011,
app oxima ely 60% o he p
e sons being employed wi h social insu ance
paymen s we e en i led o a company pension plan. In he iew o a
company, pension plans a e isky. The isks ha e o be iden i ied,
quan i ied and con olled. Wha is he s a e o he a o isk managemen
o
company pensions plans in Ge many? This ques ion was discussed on
he basis o selec ed aspec s a he Fou h FaRis & DAV Symposium. The
p esen a ions o his symposium a e subsumed in his con e ence olume.
Au o en e zeichnis
1.
Risikomanagemen in de bAV - Ein üh ung in
die Thema ik
Ral Knobloch
2.
MaRisk VA ü Ein ich ungen de be ieblichen
Al e s e so gung
Geo g Thu nes
3.
E gebnisse de quan i a i en Auswi kungs-
s udie zu Pensionsein ich ungen in Eu opa
Al ed Gohdes
4.
Bewe ung on biome ischen Risiken in de
bAV
Ral Knobloch
2
Inhal s e zeichnis
AUTORENVERZEICHNIS .................................................................................................................................... 1
INHALTSVERZEICHNIS ....................................................................................................................................... 2
1 RISIKOMANAGEMENT IN DER BETRIEBLICHEN ALTERSVERSORGUNG - EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK .. 3
2 MARISK VA FÜR EINRICHTUNGEN DER BETRIEBLICHEN ALTERSVERSORGUNG ......................................... 7
3 ERGEBNISSE DER QUANTITATIVEN AUSWIRKUNGSSTUDIE ZU PENSIONSEINRICHTUNGEN IN EUROPA .... 9
4 BEWERTUNG VON BIOMETRISCHEN RISIKEN IN DER BETRIEBLICHEN ALTERSVERSORGUNG .................. 22
4.1 BIOMETRISCHE RISIKEN IN DER BETRIEBLICHEN ALTERSVERSORGUNG .................................................................... 22
4.2 DAS MODELL ............................................................................................................................................ 23
4.3 EXKURS RISIKOMAßE ................................................................................................................................... 25
4.4 EIN EINFACHES BEISPIEL ............................................................................................................................... 26
4.5 SCHLUSSBEMERKUNGEN .............................................................................................................................. 30
3
1 Risikomanagemen in de be ieblichen Al e s e so gung -
Ein üh ung in die Thema ik
Ral Knobloch
De Beg i „be iebliche Al e s e so gung“ - ku z bAV – wi d im Gese z zu Ve besse ung
de be ieblichen Al e s e so gung (Be AVG) in §1 Abs. 1 de inie . Diese Legalde ini ion
lau e :
„We den einem A bei nehme Leis ungen de Al e s-, In alidi ä s- ode
Hin e bliebenen e so gung aus Anlass seines A bei s e häl nisses om A bei gebe
zugesag (be iebliche Al e s e so gung), …“ 1
Somi is die bAV dadu ch cha ak e isie , dass ein A bei nehme on seinem A bei gebe
eine Ve so gung e häl . Die bAV is neben de gese zlichen und de p i a en Vo so ge eine
de d ei Säulen de Al e s o so ge. Als Du ch üh ungswege haben sich in Deu schland
• die Di ek zusage,
• die Pensionskasse,
• die Un e s ü zungskasse,
• die Di ek e siche ung und
• de Pensions onds
e ablie .
Die Bedeu ung de bAV in Deu schland un e s eichen ih Ve b ei ungsg ad und die Höhe
de o handenen Deckungsmi el. Nach eine S udie des Bundesminis e iums ü A bei
und Soziales ha en in den Jah en 2009 bis 2011 ca. 60% alle sozial e siche ungs-
p lich igen A bei nehme (P i a wi scha und ö en liche Diens ) eine Anwa scha au
be iebliche Al e s e so gung.2 Die Deckungsmi el belie en sich Ende 2011 nach eine
Au s ellung de A bei sgemeinscha ü be iebliche Al e s e so gung (aba) au 500,7
Millia den Eu o. Da on en ielen übe die Häl e au Di ek zusagen und und ein Vie el au
Pensionskassen. De Res e eil e sich au Zusagen bei Un e s ü zungskassen (ca. 7%) und
Pensions onds (ca. 5%) sowie au Di ek e siche ungen (ca. 11%).3 Zum Ve gleich: Die
1 h p://www.gese ze-im-in e ne .de/be a g/index.h ml (10.09.2013).
2 Vgl. h p://www.bmas.de/Sha edDocs/Downloads/DE/PDF-Publika ionen/Fo schungsbe ich e/ b-429-
be iebliche-al e s e so gung.pd ?__blob=publica ionFile (10.09.2013).
3 Vgl. h p://www.aba-online.de/news/28/a-p ozen uale-au eilung-de -deckungsmi el-in-de .h ml
(10.09.2013).

4
Kapi alanlagen de Lebens e siche e belie en sich Ende 2012 au ca. 770 Millia den Eu o4,
die Ausgaben des Bundeshaushal s 2012 au ca. 312 Millia den Eu o5 und die
S aa s e schuldung (Bund, Lände , Gemeinden, Sozial e siche ung) Ende 2012 au ca.
2.114 Millia den Eu o6.
Be ach e man den Aus inanzie ungsg ad ü Leis ungszusagen on deu schen
Un e nehmen im in e na ionalen Ve gleich, so s ell man es , dass bei Un e nehmen im
DAX de Du chschni ca. 60% be äg , wohingegen e in e na ional ca. 75% be äg .7
Welchen Risiken is die be iebliche Al e s e so gung aus Un e nehmenssich ausgese z ?
Einen e s en Eind uck e häl man, wenn man sich die Lage- und Geschä sbe ich e de
Un e nehmen anschau . Als Bespiel be ach en wi hie die Baye AG:
Im Chancen- und Risikobe ich (Zi e 17.1.4. des Konze nlagebe ich s) de Baye AG 2012
wi d übe die bAV olgendes ausge üh :
„De Baye -Konze n ha Ve p lich ungen gegenübe je zigen und ühe en Mi a bei e n
aus Pensions- und ande en pensionsähnlichen Leis ungszusagen. Ve ände ungen
ele an e Bewe ungspa ame e , wie Zinssa z, S e bewah scheinlichkei en und Gehal s-
s eige ungs a en, können eine E höhung des Ba we s de Pensions e p lich ungen
bedingen, was zusä zliche Au wendungen ü Pensionspläne e o de lich machen kann
ode in olge de unmi elba e olgsneu al mi dem Eigenkapi al zu e echnenden
e siche ungsma hema ischen Ve lus e zu einem nied ige en Eigenkapi al üh en kann.
Ein G oß eil de Pensions e p lich ungen is du ch das Plan e mögen gedeck , …“ 8
Dabei is anzume ken, dass die Pensions ücks ellung in 2012 mi ca. 9,4 Millia den Eu o
und 18% de Bilanzsumme be ug und somi ein nich unwich ige Passi pos en is .
Neben den Di ek zusagen gib es bei de Baye AG noch eine Pensionskasse. Hie be äg
die Deckungs ücks ellung mi ca. 7,3 Millia den Eu o und 95% de Bilanzsumme. Die Baye
Pensionskasse üh in ih em Geschä sbe ich 2011 aus:
„Die Höhe de jäh lich neu zu e mi elnden Deckungs ücks ellung is auch on de Höhe
des zu G unde geleg en Rechnungszinses sowie biome ischen Ein luss ak o en wie
S e blichkei s- und In alidisie ungswah scheinlichkei en abhängig. Ve ände ungen diese
4 Vgl. h p://www.ba in.de/DE/Au sich /Ve siche e Pensions onds/Kapi alanlagen/kapi alanlagen_node.h ml
(10.09.2013).
5Vgl.
h p://www.bundes inanzminis e ium.de/Con en /DE/S anda da ikel/Themen/Oe en liche_Finanzen/Bundes
haushal /Bundeshaushal _2013/2012-08-15- inanzplan-2012-2016.pd ?__blob=publica ionFile& =3
(10.09.2013).
6 Vgl. h p://www.s aa s e schuldung.de/schuldenuh (10.09.2013).
7 Vgl. h p://www. owe swa son.com/de-DE/P ess/2013/04/Ak ualisie -DAX-Pensionswe ke-schlagen-
Benchma k (10.09.2013).
8 h p://www.geschae sbe ich 2012.baye .de/de/chancen--und- isikobe ich .aspx (10.09.2013).
5
Fak o en können die Höhe de Deckungs ücks ellung sowohl nach oben als auch nach
un en e ände n, so dass sich hie aus sowohl Chancen als auch Risiken e geben können.
…“ 9
Beiden Aus üh ungen kann en nommen we den, dass in de bAV Risiken bezogen au den
Rechnungszins, die Biome ie und die zukün ige Dynamik de Bezugsg ößen eine g oße
Rolle spielen. Da übe hinaus gib es je nach Du ch üh ungsweg u.a. Risiken bei de
Kapi alanlage, Risiken du ch die o zei ige Inansp uchnahme de Al e sleis ung und
Ha ungs isiken. Insgesam bleib es zuhal en, dass mi allen Du ch üh ungswegen de
bAV Risiken e bunden sind, die es zu e kennen, zu analysie en, zu bewe en und zu
s eue n gil .
Aus Sich de Be iebswi scha sleh e gehö Risikomanagemen bei Un e nehmen zu
eine wich igen S anda dau gabe de Un e nehmens üh ung. Die Li e a u zu Risiko-
managemen is iel äl ig und um ang eich. Die im Folgenden da ges ell en wich igs en
Beg i e und Sach e hal e dieses be iebswi scha lichen Konzep s sind dem Buch on
Sa o und Bou auel „Risikomanagemen kompak “ en nommen.10
• De ini ion Risiko: Risiko bezeichne die Möglichkei de nega i en Abweichung on
geplan en Zielen (Risiko im enge en Sinne, wi kungsbezogene De ini ion). Chance
bezeichne eine mögliche posi i e Abweichung on geplan en Zielen.
• Risikopoli ik und Risikos a egie: G undsä ze und Rahmen ü den Umgang mi
Risiken.
• Risiko ag ähigkei e gib sich aus den Risiken, die ein Un e nehmen agen kann
ohne die Exis enz zu ge äh den.
• De ini ion Risikomanagemen : Au gabe de Un e nehmens üh ung - Sys ema ische
und kon inuie liche Iden i ika ion, Bewe ung, S eue ung und Übe wachung de
Risikopo en iale eines Un e nehmens.
• Ziele des Risikomanagemen s: Exis enzsiche ung, E olgssiche ung, Minimie ung de
Risikokos en.
• De ini ion Risikomanagemen p ozess: Risikoiden i ika ion, Risiko ele anz, Risiko-
bewe ung, Risikoagg ega ion, Risikos eue ung, Risikoübe wachung und Risiko-
kommunika ion.
• Rech liche Rahmen: KonT aG, BilReG, BilMoG, IDW 340, DRS 5, Basel II, Sol ency II,
MaRisk.
9 h p://www.baye -pensionskasse.de/ ileadmin/use _upload/PDF/Baye -
Pensionskasse_Geschae sbe ich 2011.pd (10.09.2013).
10 Vgl. Sa o , F anz J.; Bou auel, Co ina: Risikomanagemen kompak , Oldenbou g Ve lag, München 2013.
6
Es s ell sich nun die F age, wie das Risikomanagemen in den un e schiedlichen
Du ch üh ungswegen de bAV ausges al e we den muss. Bei eine Di ek zusage gib es
eine unmi elba e Ve p lich ung des Un e nehmens gegenübe den A bei nehme n. Dahe
un e lieg eine Di ek zusage dem un e nehmensspezi ischen Risikomanagemen . Is z.B.
ein Un e nehmen au g und de Rech s o m e p lich e , im Rahmen des Jah esabschlusses
übe Chancen und Risiken zu be ich en, so gil dies auch bezüglich de bAV-Risiken. Auch
alle ande en An o de ungen an das Risikomanagemen übe agen sich au die
Ve p lich ungen aus de bAV. Bilanzie ein Un e nehmen nach IFRS, so sind zukün ig im
Bilanzanhang zusä zliche Angaben zu den Risiken on Pensionsplänen zu machen und
diese z.B. anhand on Sensi i i ä sanalysen zu wich igen e siche ungsma hema ischen
Pa ame e n zu belegen.11 Fü eine Un e s ü zungskasse gel en die gleichen Regeln wie ü
eine Di ek zusage. Bei eine Di ek e siche ung wi d die be iebliche Al e s e so gung übe
ein Lebens e siche ungsun e nehmen abgewickel , dahe beda das Risikomanagemen
bei diesem Du ch üh ungsweg keine besonde en Be ach ung. Pensionskassen und
Pensions onds we den zu Ein ich ungen de be ieblichen Al e s e so gung (EbAV) im
Sinne de Au sich zusammenge ass . Fü EbAV’s gel en die au sich s ech lichen Mindes -
an o de ungen an das Risikomanagemen (MaRisk VA). Alle dings sind dabei die Besonde -
hei en on EbAV’s zu be ücksich igen.
11 Vgl. h p://www.aon.com/ge many/downloads/aonhewi /aon_hewi _ak uell_neu assung- on-ias-19.pd
(10.09.2013).
7
2 MaRisk VA ü Ein ich ungen de be ieblichen
Al e s e so gung
Geo g Thu nes
Das Re e a be ass sich mi dem Risikomanagemen bei bes imm en Ein ich ungen de
be ieblichen Al e s e so gung (EbAV) in Deu schland. EbAV um assen beg i lich in
Deu schland die dem Ve siche ungsau sich s ech un e liegenden Du ch üh ungswege
de be ieblichen Al e s e so gung, die Pensionskasse (PK) und den Pensions onds (PF).
Auch ü EbAV inden die Mindes an o de ungen an das Risikomanagemen (MaRisk VA)
g undsä zlich Anwendung. Alle dings komm ge ade bei de übe wiegenden Anzahl de
EbAV - ähnlich wie bei seh kleinen Lebens e siche ungsun e nehmen - dem in den
MaRisk VA e anke en P opo ionali ä sg undsa z besonde e Bedeu ung zu. Un e
P opo ionali ä dü e in diesem Zusammenhang wenige die ein ma hema ische
P opo ionali ä , als ehe die ju is ische P opo ionali ä gemein sein, die im Sinne de
Ve häl nismäßigkei zu in e p e ie en is . Hie un e is zu e s ehen, dass Eing i e in die
Rech e eines Einzelnen, wie in die Handlungs eihei , zunächs einmal e o de lich sein
müssen. Des Wei e en dü en Eing i e nu au e laub e Maßnahmen au bauen, müssen
minimal sein zu E eichung des anges eb en Ziels und sollen ein g obes Miss e häl nis
zwischen anges eb em E olg und e wa e em Schaden ausschließen. Die MaRisk VA
spezi izie en die P opo ionali ä dahingehend, dass ih e An o de ungen s e s o dem
Hin e g und de un e nehmensindi iduellen Risiken, un e Be ücksich igung on A ,
Um ang, insbesonde e Komplexi ä des Geschä smodells und auch nu ü wesen liche
Risiken, also solche, die nachhal ig nega i wi ken können, auszulegen sind. Dies is ge ade
ü EbAV ele an , da sie sich in alle Regel in ielen wesen lichen Punk en on
Un e nehmen de Lebens e siche ung un e scheiden. Hie zu zählen neben ande en
olgende Besonde hei en:
• eingesch änk e Un e nehmenszweck (meis ausschließlich Gewäh ung on
Ve so gungsleis ungen, wenige und o ein ache Leis ungssys eme, kein eigenes
Gewinns eben)
• meis ein a bei s ech lich kollek i e Bes andszugang (Ta i e ag ode
Be iebs e einba ung), was Selek ions isiken ausschließ ode zumindes seh
übe schauba häl
• bei egulie en PK müssen in den Au sich sg emien A bei nehme e e e ih en
Si z haben
• die e sp ochene Leis ung s eh imme im Zusammenhang mi einem
A bei s e häl nis;
de A bei gebe is bei allen Du ch üh ungsa en gem. § 1 Abs. 1 S. 3 Be AVG
subsidiä e p lich e
• bei PF un e liegen die Leis ungen auch de gese zlichen Insol enzsiche ung du ch
den Pensions-Siche ungs-Ve ein aG (PSV aG)
14
De o läu ige E gebnisbe ich on EIOPA benenn kla und eindeu ig die
Einsch änkungen und Vo behal e, die bei de In e p e a ion de E gebnisse beach e
we den soll en. Das is eine sei s e mu igend – weil die ange üh en G ünde die ech
massi en Schwächen de ganzen S udie e kennen lassen –, soll e ande e sei s abe auch
nich übe bewe e we den, da nich zule z im Zuge de Sol ency-II-Auswi kungss udien
die E kenn nis ge ei is , dass die Kommission o z de a ige Schwächen unbei ih en
Weg o se z .
M.E. ass diese Tabelle die g undlegenden Un e schiede zwischen den e schiedenen
Lände n zusammen. Ve gleich man die geschä z en E höhungen de Technischen
Rese en gegenübe dem S a us quo o Be echnung de B u o-
Sol abili ä san o de ungen, so e kenn man, dass I land mi ca. 70%
Ve p lich ungse höhung am Schlech es en abschneide . UK (das Land mi bei wei em dem
g öß en Volumen an Pensions e mögen) und Deu schland liegen bei ca. 40% ge olg on
den Niede landen und Belgien mi „nu “ ca. 25% Meh belas ung. Addie man alle dings
die E ek e übe alle Lände , e gib sich eine Meh belas ung on ca. 900 M d. Eu o, was
imme hin den Um ang des Re ungsschi mes unse e Gemeinscha swäh ung (dem ESM)
deu lich übe s eig .

15
Die Un e schiede in de du chschni lichen Ve mögensalloka ion sind m.E. eben alls
in e essan . Highligh s sind ü mich die maximale Gewich ung on Immobilien (die
Niede lande mi 9%) sowie die maximale Gewich ung on Ak ien bzw. S aa sanleihen
(I land mi 60% bzw. as 40%). In e essan is m.E. e ne , dass die eu opäischen
Pensions onds du chschni lich e wa 25% ih es Ve mögens in S aa sanleihen in es ie en.
Könn e man au diese Basis den Schluss ziehen, dass e wa ein Vie el de Ve p lich ungen
eu opäische Pensions onds gesam wi scha lich umlage inanzie sind?
16
In diesem Schaubild we den die Ve ände ungen im Deckungsg ad au g und de P ämissen
im Basisszena io de QIS gegenübe nach dem S a us quo zusammenge ass . Gezeig
we den p o Land zwei E gebnisse: die Übe - bzw. Un e deckung o und al e na i nach
Be ücksich igung de e o de lichen Sol abili ä san o de ungen. Die Si ua ion un e dem
gel enden Rech wi d dabei in blau, die un e de QIS in o da ges ell .
Be ach e man die Si ua ion nach Be ücksich igung de Sol abili ä san o de ungen, so
e gib sich zumindes nach dem de zei igen Au sich s egime ü die deu schen EbAV noch
eine Übe deckung, wäh end I land, die Niede lande und UK selbs im S a us quo schon
eine Un e deckung auszuweisen haben.
E wa ungsgemäß wi d die Si ua ion du ch die QIS gene ell e schlech e , wobei
Deu schland noch ela i gu da on komm – mi einem Deckungsg ad on imme hin
übe 90%. Dagegen u sch I land ganz on de G a ik ab (also au einen Deckungsg ad
on un e 40%), die Niede lande au einen Deckungsg ad on e was übe 70% und UK au
einen on e was übe 60%. Schweden gib den „Mus e schüle “: Die E gebnisse nach de
QIS sind soga besse als die un e dem de zei igen Au sich s egime.
17
Hie wi d das Haup p oblem im QIS-Ansa z deu lich: de Rechnungszins ode ielmeh die
Zinss uk u ku e, die bei de Diskon ie ung de Ve p lich ungen zug unde geleg we den
soll. Bei eine du chschni lichen Du a ion de Ve p lich ungen on e wa 15 Jah en e gib
sich ein du chschni liche Rechnungszins on ca. 2,25%, de na ü lich im Ve gleich zu
einem de zei gül igen Du chschni szins on ca. 3,5% zu eine e wa ungsgemäß s a k
s eigenden Deckungs ücks ellung üh . De Benchma kzins (wie alle on diese
Zinss uk u ku e abgelei e en Ku en) ha abe da übe hinaus auch eine Reihe on
heo e ischen Unzulänglichkei en: Die Bes immung de „ isikolosen Zinss uk u ku e“ is
nämlich a bi ä und eben nich „ma k basie “, wie es das dekla ie e Ziel de Kommission
is , weil kein Finanzma k einen isikolosen Zinssa z zu Ve ügung s ell . Das Gleiche gil
ü die „ul ima e o wa d a e“ (UFR) in Höhe on 4,2% sowie ü die un e s ell
Kon e genzpe iode, übe die sich die ik i en „ om Ma k abgelei e en“ Zinsen sich de
ik i en UFR angleichen sollen.
18
Die in den le z en 18 Mona en on de Kommission bzw. EIOPA sch i lich bzw. mündlich
kommunizie en In o ma ionen und S andpunk e lassen eine Reihe on K i ikpunk en zu,
die in diese Folie zusammenge ass we den. Fes s ellen kann man gene ell, dass die
Kommission sich auch ü sachlich undie e K i ik unzugänglich zeig e und dass die on
de Kommission selbs ges eck en Ziele übe haup nich mi ih em Handeln in Deckung zu
b ingen sind.
19
Wenn man sich die F eihei nimm , zu k i isie en, soll e man auch konk e e
Gegen o schläge un e b ei en. Das haben wi auch sei ens des IVS (Ins i u de
e siche ungsma hema hema ischen Sach e s ändigen ü Al e s e so gung, einem
Zweig e ein de Deu schen Ak ua e einigung), de aba (A bei sgemeinscha ü
be iebliche Al e s e so gung) und ande e Ins i u ionen ge an. Dabei haben wi uns meis
au olgende d ei Themenbe eiche konzen ie :
• den Rechnungszins,
• die achlichen (quan i a i e Be ücksich igung de A bei gebe ha ung, de PSV-
Deckung und de Risikoma ge) und ech lichen Themenbe eichen (Klassi izie ung
on Leis ungska ego ien) sowie
• den P ozess, de de QIS zug unde lag.

20
Die aus meine Sich besonde s bedeu samen Vo schläge de Kommission bzw. de EIOPA
habe ich in d ei Ka ego ien un e gliede – in solche, die m.E. e mu lich bleiben we den,
solche die unbeding wei e en wickel (und e besse ) we den soll en und solche, die
(ho en lich) als unb auchba e kann we den.
21
22
4 Bewe ung on biome ischen Risiken in de be ieblichen
Al e s e so gung
Ral Knobloch
4.1
Biome ische Risiken in de be ieblichen Al e s e so gung
Biome ische Risiken in de be ieblichen Al e s e so gung (bAV) sind Risiken, die mi dem
Leben on Pe sonen zusammenhängen, und ein Un e nehmen inanziell belas en. Ha ein
Un e nehmen seinen Mi a bei e n eine bAV zugesag , so sind dies z.B. das Langlebigkei s-
isiko, das In alidi ä s isiko ode das Risiko, dass de Tod eines Mi a bei e s ode Be iebs-
en ne s eine Hin e bliebenen e so gung auslös .
Die Be iebswi scha sleh e de inie den Beg i „Risiko“ als die Möglichkei de nega i en
Abweichung on geplan en Zielen. Man sp ich dabei on „Risiko im enge en Sinne“ bzw.
de „wi kungsbezogenen De ini ion“ des Risikobeg i s.13 Ve wende man in bAV -
unabhängig on dem gewähl en Du ch üh ungsweg - als Zielg öße die Deckungsmi el, so
kann die Abweichung on geplan en Zielen als Di e enz on zukün ig benö ig en und
o handenen Deckungsmi eln de inie we den. Risiko im Sinne de Be iebs-
wi scha sleh e bedeu e dann, dass diese Abweichung posi i is . Biome ische Risiken,
d.h. die Möglichkei posi i e Abweichungen, we den z.B. e u sach du ch eine alsche
Einschä zung de zukün igen biome ischen Ve häl nisse. Abweichungen en s ehen abe
auch du ch zu ällige Schwankungen. D.h. obwohl die zukün igen biome ischen
Ve häl nisse ich ig eingeschä z we den, können du ch zu ällige Schwankungen die
benö ig en Deckungsmi el, die o handenen Deckungsmi el übe s eigen.
Man kann biome ische Risiken e gangenhei sbezogen ( e ospek i ) ode zukun s-
bezogen (p ospek i ) bewe en. Als e ospek i e Ansa z we den in de P axis die
a sächlichen und die echnungsmäßigen Häu igkei en on biome ischen E eignissen
(Tod, In alidi ä , …) übe ein ode übe meh e e Jah e e glichen. Dies en sp ich eine
Analyse de Kop zahlen ohne Be ücksich igung des dami e bundenen inanziellen
Aspek s. Dahe wi d in de P axis o ans elle de Kop zahlen die a sächlichen benö ig en
und echnungsmäßigen o handenen Deckungsmi el ü biome ische E eignisse übe
ein ode übe meh e e Jah e e glichen.
Bei den p ospek i en Ansä zen we den die biome ischen Risiken ausgehend on einem
Ve eilungsmodell mi hil e on Risikomaßen bewe e .14 Da abe bei de Bewe ung on
13 Vgl. Sa o , F anz J.; Bou auel, Co ina: Risikomanagemen kompak , Oldenbou g Ve lag, München 2013, S.3 .
14 Vgl. He mann, Richa d: Value-a -Risk, Tail Value-a -Risk und Schaden e eilung in de Pe sonen e siche ung,
Blä e de DGVFM, Volume 27, S.629-S.645.
23
biome ischen Risiken in de bAV lange Zei äume zug unde liegen, sind die dami
e bundenen Ve eilungsmodelle o schwe handhabba . Deshalb bie e es sich an, eine
Mon e-Ca lo-Simula ion du chzu üh en. Dazu wi d das Schicksal eines o gegebenen
Pe sonenbes ands übe einen länge en Zei aum (z.B. 80 bis 100 Jah e) mi hil e eines
Zu allsgene a o s „ausgewü el “. Anhand de Bes anden wicklung kann z.B. de Cash-Flow
und dessen Ba we abgelei e we den. Da man zu Bewe ung de biome ischen Risiken
mi Risikomaßen eine A „empi ische Ve eilung“ benö ig , soll e dieses „Auswü eln des
Bes andsschicksals“ hin eichend o , z.B. 100 ode 500 mal e olgen.
4.2
Das Modell
Die olgende G a ik zeig das in de bAV übliche weise e wende e Bes andsmodell.15
Gegeben sei ein be iebliches Ve so gungswe k (keine Vo gabe bezüglich des
Du ch üh ungswegs) mi
n
Pe sonen. De be ach e e Zei aum sei
T
Jah e. Es wi d die
olgende No a ion einge üh :
Zum Zei punk
0 =
o handene Deckungsmi el ü die
k
- e Pe son:
n,,2,1k , D
k
=
.
15 Vgl. Neubu ge , Edga : Ma hema ik und Technik be iebliche Pensionszusagen, Sch i en eihe Angewand e
Ve siche ungsma hema ik He 25, S.57.
Biome isches Modell de bAV:
Ak i e Ausgeschiedene
A bei nehme A bei nehme
In aliden en ne
Al e s en ne Hin e bliebenen-
en ne
Ohne Ansp uch
30
Wi be ach en nun den Bes and aus Beispiel 2. Die Rücks ellung be äg in diesem Beispiel
7.527.195€. Das Ziel is es, das biome ische Risiko - e u sach du ch die zu älligen
Schwankungen und du ch eine Fehleinschä zung übe die zukün ige Biome ie - zu
bewe en. Bei Fehleinschä zung wi d da on ausgegangen, dass die zukün igen
S e blichkei en 10% un e dem Ni eau de RT 2005 G liegen. Bewe e man dieses Risiko
au Basis de Simula ion mi dem Value a Risk (5%), so e gib sich:
VaR4 + E wa e e Ba we 4(≈Rücks ellung4) – Rücks ellung2 =
= 261.860 + 7.845.727 - 7.527.195 ≈ 580 Tsd. € ≈ 7,7% de Rücks .
Bewe e man mi dem Expec ed Sho all(5%), so e häl man:
ES4 + E wa e e Ba we 4(≈Rücks ellung4) – Rücks ellung2
315.010 + 7.845.727 - 7.527.195 ≈ 634 Tsd. € ≈ 8,4% de Rücks .
Das oben besch iebene biome ische Risiko kann somi im o liegenden Beispiel mi 7,7%
bzw. 8,4% de Rücks ellung bewe e we den.
4.5
Schlussbeme kungen
Abschließend kann es gehal en we den, dass biome ische Risiken (wie im Beispiel
da ges ell ) au Basis eine Mon e-Ca lo-Simula ion mi hil e on Risikomaßen bewe e und
analysie we den können. Dies is deshalb wich ig, da die be ach e e Zu allsg öße (z.B.
die Abweichung) nich imme als no mal e eil angenommen we den kann. Mi eine
Mon e-Ca lo-Simula ion kann man sich on de No mal e eilungsannahme lösen.
O en bleib wie sich die Sachlage bei Pe sonenbes änden mi ak i en Mi a bei e n
da s ell . Die E gebnisse we den dabei siche lich om gewähl en Finanzie ungs e ah en
und de De ini ion de zukün igen Einnahmen abhängen. Dabei is auch zu beach en,
dass Abschläge au die S e blichkei en on ak i en A bei nehme n nich imme zu
Ve lus en üh en.

Imp essum
Diese Ve ö en lichung e schein im Rahmen de Online-Publika ions eihe
„Fo schung am IVW Köln“
.
A
lle Ve ö en lichungen diese Reihe können un e www.i w-koeln.de ode un e h p://opus.bsz-bw.de/ hk/index.php?la=de
abge u en we den.
Eine wei e e Publika ions eihe is die
Sch i en eihe des Ins i u s ü Ve siche ungswesen de Fachhochschule Köln
.
He ausgebe : Ve ein de Fö de e des Ins i u s ü Ve siche ungswesen an de Fachhochschule Köln e. V. Die Sch i en eihe kann
übe den Ve lag Ve siche ungswi scha bezogen we den (h p://www. w.de/).
Eine Übe sich alle He e de Sch i en eihe kann auch un e olgende Ad esse abge u en we den:
h p://www. 04. h-koeln.de/ akul ae /ins i u e/i w/in o ma ionen/publika ionen/00366/index.h ml
Köln, Ok obe 2013
He ausgebe de Sch i en eihe / Se ies Edi o ship:
P o . D . Reime s-Rawcli e
P o . D . Pe e Schimikowski
P o . D . Jü gen S obel
Ins i u ü Ve siche ungswesen /
Ins i u e o Insu ance S udies
Fakul ä ü Wi scha s- und Rech swissenscha en /
Facul y o Business, Economics and Law
Fachhochschule Köln / Cologne Uni e si y o Applied Sciences
Web www.i w-koeln.de
Sch i lei ung / Con ac edi o ’s o ice:
P o . D . Jü gen S obel
Tel. +49 221 8275-3270
Fax +49 221 8275-3277
Mail jue gen.s obel@ h-koeln.de
Ins i u ü Ve siche ungswesen /
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Gus a Heinemann-U e 54
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Schmalenbach Ins i u ü Wi scha swissenscha en /
Schmalenbach Ins i u e o Business Adminis a ion
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