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Schriftenreihe CIplus, Band 3/2013 Herausgeber: T. Bartz-Beielstein, W. Konen, H. Stenzel, B. Naujoks FIWA - Methoden der Computational Intelligence f¨ur Vorhersagemodelle in der Finanzund Wasserwirtschaft (Schlussbericht) Thomas Bartz-Beielstein und Oliver Flasch
FIWA Methoden der Computational Intelligence für Vorhersagemodelle in der Finanzund Wasserwirtschaft (Förderkennzeichen 17N2309) Schlussbericht Förderlinie „IngenieurNachwuchs“ 2009 (Informatik) im Rahmen des Programms „Forschung an Fachhochschulen“ Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein Institut für Informatik Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften Fachhochschule Köln Inhaltsverzeichnis 1 Allgemeines 2 2 Vorhaben 3 2.1 Aufgabenstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 2.2 Voraussetzungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 2.3 Planung und Ablauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 2.4 Wissenschaftlich-technischer Stand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 2.5 Zusammenarbeit mit anderen Stellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 3 Wissenschaftlich-technische Ergebnisse 11 3.1 Modul M-1 „Genetic Programming“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 3.1.1 GP-1: Verallgemeinerung und Dokumentation des GP-Systems . . . . . . . . . . 12 3.1.2 GP-2: Entwicklung weiterer allgemeiner Zeitreihenanalysefunktionen . . . . . 13 3.2 Modul M-2 „Finanzwirtschaft“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 3.2.1 F-1: Entwicklung von auf Finanzzeitreihen spezialisierten Analysefunktionen . 16 3.2.2 F-2: Optimierung der Prognosemodellauswertung . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 3.2.3 F-3: Entwicklung eines Bewertungswerkzeugs für Finanzzeitreihen-Prognosemodelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 3.2.4 F-4: Evaluation der Prognosegenauigkeit für Finanzzeitreihen . . . . . . . . . . 18 3.2.5 CS-1: Vergleichende Übersicht: Prognosemodelle in der Finanzwirtschaft . . . 18 3.2.6 CS-2: Vergleich des FIWA-GP Prognosemodells mit anderen Modellen in der Finanzwirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 3.2.7 MT-1: Erstellung von Softwarepaketen für Finanzzeitreihen . . . . . . . . . . . 22 3.3 Modul M-3 „Wasserwirtschaft“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 3.3.1 W-1: Datenerfassung und GP-Anpassung für Daten aus der Wasserwirtschaft . 22
1 Allgemeines 3.3.2 W-2: Entwicklung von auf Wasserwirtschaftszeitreihen angepassten Analysefunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 3.3.3 W-3: Entwicklung eines Bewertungswerkzeugs für Wasserwirtschafts-Prognosemodelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 3.3.4 W-4: Evaluation der erreichten Prognosegenauigkeit für Wasserwirtschaftszeitreihen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 3.3.5 CS-3: Vergleichende Übersicht: Prognosemodelle in der Wasserwirtschaft . . . 26 3.3.6 CS-4: Vergleich des FIWA-GP Prognosemodells mit anderen Modellen in der Wasserwirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 3.3.7 MT-2: Erstellung von Softwarepaketen für Wasserdaten . . . . . . . . . . . . . . 29 3.4 Modul M-4 „Generalisierbarkeit“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 3.4.1 G-1: Unterschiede und Gemeinsamkeiten von GP-Systemen in der Finanzund Wasserwirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 3.4.2 G-2: Generalisierbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 3.5 Spezielle Arbeitspakete . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 3.6 Wissenschaftliche Publikationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 4 Voraussichtlicher Nutzen 31 5 Ergebnisse Dritter 32 6 Veröffentlichungen im Projekt 34 7 Literatur 39 Abkürzungsverzeichnis 42 1 |Allgemeines Dieser Schlussbericht beschreibt die im Projekt „Methoden der Computational Intelligence für Vorhersagemodelle in der Finanzund Wasserwirtschaft“ (FIWA) im Zeitraum von Juni 2009 bis einschließlich November 2012 erzielten Ergebnisse. Zuwendungsempfänger Institut für Informatik, Fakultät Informatik und Ingenieurwissenschaften, Fachhochschule Köln Projektleiter Prof. Dr. Thomas Bartz-Beielstein Förderkennzeichen 17N2309 Vorhabensbezeichnung Methoden der Computational Intelligence für Vorhersagemodelle in der Finanzund Wasserwirtschaft (FIWA) Laufzeit des Vorhabens 06/2009 – 11/2012 Berichtszeitraum 06/2009 – 11/2012 Projektpartner Dortmund Intelligence Project (DIP) GmbH, Technische Werke Emmerich am Rhein GmbH (TWE), TU Dortmund, Quaesta Capital GmbH, Vrije Universiteit Amsterdam 2
Der Bericht ist wie folgt gegliedert: Abschnitt 2 gibt einen Überblick über Aufgabenstellung, Voraussetzungen, Planung und Verlauf, wissenschaftlich-technischen Stand und über die Zusammenarbeit mit Dritten im Projekt FIWA. Abschnitt 3 beschreibt die erzielten wissenschaftlich-technischen Ergebnisse. Abschnitt 4 vergleicht den aktuellen Stand des Vorhabens mit der ursprünglichen Arbeits-, Zeitund Ausgabenplanung. Abschnitt 5 beschreibt Informationsrecherchen nach projektrelevanten Ergebnissen Dritter. Abschnitt 6 führt alle im Projekt erfolgten Veröffentlichungen auf. 2 |Vorhaben 2.1 Aufgabenstellung Das Projekt FIWA befasste sich mit der Entwicklung modularer Systeme zur Analyse und Prognose von Daten aus der Finanzund Wasserwirtschaft mittels Verfahren der Computational Intelligence (CI). Dabei liegt der methodische Fokus auf Ansätzen aus dem CI-Unterbereich Genetic Programming (GP). Sowohl in der Wasserwirtschaft als auch in der Finanzwirtschaft sind genauere Prognosen von Zeitreihen notwendig. Zukünftige Entwicklungen aus bestehenden Trends zu bestimmen kann Entscheidungs-, Handlungsund Kontrollstrategien mit dem notwendigen Wissen versorgen um erfolgreich zu sein. Sowohl in industriellen Prozessen als auch in ökonomischen Prozessen tauchen dabei häufig Probleme auf, deren Lösung die Berücksichtigung der hohen Komplexität und nichtlinearen Dynamik benötigen. Besonders für längerfristige Vorhersagen ergibt sich eine inhärent wachsende Unsicherheit. Rasch veränderliche Einflüsse aus Umgebung, Umwelt, Politik und Ökonomie sind zusätzlich zu beachten. Auf Grund dieser Schwierigkeiten sind klassische Methoden im Bereich der Zeitreihenprognose nur schlecht anzuwenden. Ziel dieses Vorhabens ist deshalb die Entwicklung und Anwendung moderner CI Methoden, vor allem im Bereich GP, die potentiell selbst komplexe Zusammenhänge in Zeitreihen gut abbilden können. Mit GP lassen sich zudem auch Komponenten der klassischen Zeitreihenprognose in ein neues Modellierungsframework integrieren. Damit ergibt sich die Möglichkeit automatisiert sowohl klassisch lösbare als auch hochkomplexe Zeitreihen zu modellieren. Im Projekt FIWA sollen die entwickelten GP-Systeme folglich für die Modellierung von Finanzzeitreihen (z.B. Aktienkurse) und Zeitreihen aus der Wasserwirtschaft (z.B. Füllstände von Reservoirs) verwendet werden. Dabei soll auch die Möglichkeit untersucht werden, neben den zu modellierenden Größen auch weitere Eingabedaten zu berücksichtigen (z.B. Text von Finanznachrichten oder Wetterdaten). Konkret werden aus dem Bereich der Finanzwirtschaft Daten der beteiligten KMU (Dortmund Intelligence Project (DIP) GmbH und Quaesta Capital GmbH) zur Verfügung gestellt. Auf bereits bestehenden Erfahrungen in GP und klassischen Methoden soll aufgebaut werden. Mit der Verbesserung dieser Methodik soll es den Projektpartnern ermöglicht werden, optimierte GP-Systeme zur Portfoliooptimierung oder zum Management von Accounts, Fonds oder strukturierten Produkten für alternative Investments in der Finanzwirtschaft einzusetzen. Im Bereich der Wasserwirtschaft ist der Einsatz besonders innovativ, da hier der Einsatz von GP 3
2 Vorhaben erstmalig vorgenommen wurde. In diesem Bereich sind zugrunde liegende Prozessmodelle selten bekannt. Daher wird im Projekt FIWA auf datengetriebene Modellierung mit GP zurückgegriffen. Der Technische Werke Emmerich am Rhein GmbH (TWE) soll damit die Möglichkeit geboten werden vorausschauende Steuerund Regelungsaufgaben in abwassertechnischen Anlagen zu realisieren. Durch Veröffentlichungen und Kooperationen mit führenden Wissenschaftlern und Experten (Prof. Rudolph (TU Dortmund), Prof. Kleijnen (Tilburg University) und Prof. Eiben (Vrije Universiteit Amsterdam), Dr. Vladislavleva (Evolved Analytics)) aus den Bereichen CI und GP wird des Weiteren sichergestellt, dass auch der akademische Nutzen der im Projekt FIWA durchgeführten Forschung erzielt wird. 2.2 Voraussetzungen Das Projekt FIWA hatte eine Gesamtlaufzeit von 3 Jahren und 6 Monaten (01.06.2009 bis zum 30.11.2012) und wurde mit einer Gesamtsumme von 258.424,00 € (exklusive 10% Projektpauschale) gefördert. Davon entfielen 224.506,00€auf Personalausgaben, 22.456,00€auf sächliche Verwaltungsausgaben und 11.462,00€auf Gegenstände über 410 Euro (Investitionen). Inklusive der Projektpauschale von 10% betrug die Fördersumme also 270.737,60€. Durchgeführt wurde das Projekt am Institut für Informatik an der Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften am Campus Gummersbach der Fachhochschule Köln. An dieser Fakultät hat der Projektleiter seit Oktober 2006 eine Professur für Angewandte Mathematik inne. Zu Projektbeginn hatte er mehr als 50 Publikationen im Bereich Computational Intelligence (CI) veröffentlicht. Er arbeitete von 2000–2006 im Sonderforschungsbereich „Design und Management komplexer technischer Prozesse und Systeme mit Methoden der Computational Intelligence“ an der TU Dortmund in einem Projekt zur Umsetzung der Grundlagenresultate in praxisorientierte Algorithmen und Werkzeuge. Die vom Projektleiter entwickelte Sequentielle Parameteroptimierung (SPO) wurde als wichtiges Werkzeug zur Entwicklung einer Variante von GP, der algorithmischen Chemie [ 83 , 82 ], erfolgreich eingesetzt 1 . Die Zusammenhänge wurden in Bartz-Beielstein u.a. [64] veröffentlicht. Diese Zusammenarbeit führte zu weiteren Publikationen, in denen das Zusammenspiel von GP und SPO und von SPO–Anwendungen untersucht wurden [81, 87, 65, 86]. Der Projektleiter ist Mitglied in den Programmkomitees der führenden Konferenzen und Zeitschriften auf dem Gebiet der CI. Bereits zu Projektbeginn existierte eine intensive Zusammenarbeit des Projektleiters mit Forschern auf internationaler Ebene, unter anderem mit den Universitäten Antwerpen, Tilburg, Eindhoven und Leeds. Weitere Forschungsthemen, die in dieser Arbeitsgruppe behandelt werden, stammen aus den Bereichen DoE, Simulation und Optimierung. Ab Projektbeginn stand Herr Dipl-Inform. Oliver Flasch dem Projekt als verantwortlicher Sachbearbeiter in Vollzeit zur Verfügung. Herr Flasch besitzt ein Diplom der TU Dortmund und war vor Projektbeginn bei der DIP GmbH angestellt. Er besitzt hervorragende Kenntnisse im Bereich CI und war an der Entwicklung kommerzieller GP-Systeme beteiligt. Seine Zulassung zur Promotion des 1 SPO ist in Form des open-source Pakets Sequential Parameter Optimization Toolbox (SPOT) frei verfügbar. Siehe auch www.cran.r-project.org/package=SPOT 4
2.3 Planung und Ablauf Arbeitstitels „Methoden der Computational Intelligence für Vorhersagemodelle in der Finanzund Wasserwirtschaft“ in Kooperation mit der TU Dortmund war zu Projektbeginn bereits genehmigt. Die am Projekt beteiligten KMU DIP GmbH und Quaesta Capital GmbH hatten bereits sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz von GP für die Zeitreihenprognose. Deren GP-Systeme gehörten weltweit zu den Ersten im praktischen Einsatz in der Finanzwirtschaft. Zu Projektbeginn befanden sich keine GP-Systeme im praktischen Einsatz in der Wasserwirtschaft. Durch eine mehrjährige Kooperation mit der DIP GmbH und Quaesta Capital GmbH hat der Projektleiter gute Kontakte im Bereich der deutschen Finanzdienstleister. Gleichzeitig konnte das kommerzielle GP-System vTrader der DIP GmbH vor Projektbeginn an die Bedürfnisse der Branche angepasst und der erfolgreiche Markteintritt erzielt werden. Die DIP GmbH und Quaesta Capital GmbH stellte dem Projekt seit Beginn bei Bedarf tagesaktuelle Finanzzeitreihen kostenlos zur Verfügung und stand dem Projekt mit ihrem umfassenden Erfahrungsschatz in der Finanzwirtschaft beratend zur Seite. Im Bereich Wasserwirtschaft erklärte sich die Technische Werke Emmerich am Rhein GmbH dazu bereit, dem Projekt Prozessdaten aus Kläranlagen über einen Zeitraum von mehreren Monaten für eine Analyse und Erprobung zur Verfügung zu stellen. Prof. Günter Rudolph (Lehrstuhl für Algorithm Engineering, TU Dortmund) wendet CI-Verfahren zur Mehrzieloptimierung und industriellen Optimierung an. Prof. Rudolph betreut das Promotionsvorhaben des Projekts an der TU Dortmund. Ein langjähriger Kontakt des Projektleiters zu Prof. Agoston E. Eiben (Head of the Computational Intelligence Group, Head of the Department of Computer Science an der Vrije Universiteit Amsterdam) besteht im Bereich CI und der experimentellen Analyse von Algorithmen. Dieser Kontakt wurde seit Projektbeginn zum inhaltlichen Austausch genutzt. Durch diesen Kontakt besteht zusätzlich die Möglichkeit für Absolventen der FH Köln, eine Promotion an der Vrije Universiteit Amsterdam durchzuführen. Über die Kompetenzplattform Sustainable Technologies and Computational Services for Environmental and Production Processes (STEPS) bestand an der Fachhochschule Köln schon vor Projektbeginn ein Kolleg für alle Promovenden der Hochschule. 2.3 Planung und Ablauf Das Projekt wurde in vier Module mit insgesamt zwölf Arbeitspaketen aufgeteilt. Die Dimensionierung der Arbeitspakete wurde so gewählt, dass sie innerhalb eines Semesters zu bearbeiten waren (siehe Abbildung 1). Am Ende jeden Semesters wurde intern kontrolliert, ob die definierten Ziele erreicht wurden. Neben diesen projektbegleitenden Kontrollen wurden die folgenden Meilensteine definiert: MS-1: Abnahme des erweiterten GP-Systems für Wasserdaten. – Q4 / 2009 Mit dem planmäßigen Erreichen des Meilensteins MS-1 wurde erweiterte Funktionalität korrekt in das GP-System integriert, so dass auch Daten aus der Wasserwirtschaft modelliert werden konnten. Durch die Portierung des Kerns des vTrader-Systems in die beliebte und weit verbreitete freie Statistik-Softwareumgebung Rkonnte der Implementierungsaufwand durch die Nutzung von Open Source Software verringert werden. Gleichzeitig steht mit RGP nun erstmals ein leistungsfähiges freies GP-System in Rzur Verfügung.2 2 RGP steht unter http://rsymbolic.org zum freien Download bereit und wird auch nach Projektende aktiv weiterentwickelt. 5
2 Vorhaben MS-2: Abnahme Analysefunktionen für die Wasserwirtschaft – Q2 / 2010 Mit dem planmäßigen Erreichen des Meilensteins MS-2 wurde sichergestellt, dass die Schnittstellen für Daten aus der Wasserwirtschaft korrekt spezifiziert wurden, so dass im zweiten Teil des Arbeitspakets W-2 die Implementierung und die Tests durchgeführt werden konnten. Daten aus der Wasserwirtschaft konnten korrekt eingelesen werden und stehen nach einer Datenvorverarbeitung in einem standardisierten Format zur Verfügung. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Messwerte wie Niederschlagsmengen und Füllstände in Regenüberlaufbecken. MS-3: Abnahme des erweiterten GP-Systems – Q3 / 2010 Durch das planmäßige Erreichen des Meilensteins MS-3 wurden die Daten und Analysefunktionen für die Wasserwirtschaft (W-2) und die zusätzlichen Funktionen für das GP-System (GP-2) korrekt implementiert, so dass eine Freigabe der Funktionen erfolgen konnte. Das für eine Anwendung in der Wasserwirtschaft spezialisierte INT2Modell wurde in RGP integriert und Ergebnisse dieser Integration wurden auf wissenschaftlichen Konferenzen veröffentlicht [30]. MS-4: Festlegung der Prognosemodelle – Q1 / 2011 Dieser Meilenstein diente der Auswahl der Modelle und der Abnahme der Ergebnisse aus den Case-Studies CS-1 und CS-3. Der große Umfang dieser Case-Studies bedingte eine Abweichung von der ursprünglichen Planung. CS-1 („Vergleichende Übersicht: Prognosemodelle in der Finanzwirtschaft“) wurde als Masterarbeit MT-1 („Algorithmic Stock Trading as a Real-World Test Problem for Time Series Prediction Methods“) vergeben und Anfang 2011 erfolgreich abgeschlossen. CS-3 („Vergleichende Übersicht: Prognosemodelle in der Wasserwirtschaft“) wurde bereits in 2009 im Masterstudiengang „Automation & IT“ von drei Studenten durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen. MS-5: Bewertung der Vorhersagegüte für Daten der Finanzund Wasserwirtschaft. – Q3 / 2011 Mit dem Erreichen dieses Meilensteins wurde sichergestellt, dass die in den Paketen F-4 und W-4 entwickelten Prognoseund Bewertungswerkzeuge korrekt entwickelt wurden. Durch die Ausrichtung der GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE 3 2011, eines internationalen Wettbewerbs für Prognosesysteme für die Finanzwirtschaft, konnte die Evaluation der Prognosewerkzeuge in erweitertem Umfang erfolgen. So erfolgte nicht nur ein Vergleich mit klassischen Methoden der Zeitreihenprognose, sondern auch mit modernsten Methoden aus der CI. MS-6: Abnahme der Ergebnisse aus den Vergleichen – Q1 / 2012 Mit dem Erreichen dieses Meilensteins wurde überprüft, ob die Vergleiche in den Case-Studies CS-2 und CS-4 korrekt durchgeführt wurden. Für die Bearbeitung der Case-Study CS-4 („Vergleich des FIWA-GP Prognosemodells mit anderen Modellen in der Wasserwirtschaft“) sowie für die Masterarbeit MT-2 („Erstellung von Softwarepaketen für Wasserdaten“) konnten keine geeigneten Studierenden gewonnen werden. Daher mussten die für das Erreichen der Meilensteine notwendigen Arbeiten von dem im Projekt beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiter übernommen werden. Durch den gesteigerten Arbeitsaufwand 3 Bei der Genetic and Evolutionary Computation Conference (GECCO) handelt es sich um eine der wichtigsten Konferenzen des Forschungsbereiches. 6
2.4 Wissenschaftlich-technischer Stand ergab sich eine Verzögerung beim Erreichen des Meilensteins. Im letzten Semester des Projekts kam es zu einem äußerst starken und im Vorfeld nicht kalkulierbaren Anstieg der Studierendenzahlen. Mit 863 Erstsemestern war die Zahl im Winterhalbjahr gegenüber 2010 um fast die Hälfte angestiegen. Durch den erhöhten Betreuungsaufwand in den Lehrveranstaltungen kam es zu Verzögerungen bei der Bearbeitung der Arbeitspakete G-1 und G-2. Aus diesen Gründen wurde eine kostenneutrale Verlängerung des Projekts bis zum 30.11.2012 beantragt und genehmigt, was die Erreichung des Meilensteins MS-6 und damit einen erfolgreichen Projektabschluss ermöglichte. Die ursprüngliche Zeitund Meilensteinplanung kann der Vorhabensbeschreibung des Projekts entnommen werden. Abbildung 1 stellt den Projektverlauf in Form eines Gantt-Charts dar. Für die Arbeitspakete wurden die folgenden Bezeichnungen verwendet: GP: Genetic Programming, F: Finanzwirtschaft, CS: CaseStudies, MT : Master-Theses, W : Wasserwirtschaft, G : Generalisierbarkeit, D : Dissertation und K : Koordinierung. MS bezeichnet einen Meilenstein. 2.4 Wissenschaftlich-technischer Stand Die im Projekt FIWA behandelten Aufgabenstellungen lassen sich mit empirischen Modellierungsverfahren bearbeiten. In der Praxis werden Verfahren der linearen und nichtlinearen Regression, NN, SVM und viele weitere Verfahren sowie Kombinationen dieser Verfahren eingesetzt. Der Schwerpunkt des Antrags FIWA lag im Bereich der symbolischen Regression mittels GP, so dass sich die Beschreibung an dieser Stelle auf dieses Gebiet konzentriert. Schlittgen [93] , Brockwell u. Davis [67] und Tsay [97] stellen den aktuellen Stand der Forschung im Bereich Zeitreihenanalyse und -prognose dar. Genetic Programming Poli u. a. [89] präsentiert einen Überblick und eine umfassende Darstellung der GP-Forschung. Weitere GP-Operatoren bzw. Variationen bestehender Operatoren werden ständig weiter entwickelt. Lineares GP, Graph-GP und GP zur mehrkriteriellen Optimierung finden zunehmend Anwendung. Zu den wichtigsten (und erfolgreichsten) Anwendungsgebieten für GP zählen Modellierung, symbolische Regression, Bildund Signalverarbeitung, Finanzzeitreihenanalyse und ökonometrische Modelle, industrielle Prozesssteuerung, Medizin, Biologie und Bioinformatik. Beispielsweise entwickelte Kantschik [79]mit Hilfe von GP Schachprogramme. Die dabei gewonnenen Erfahrungen nutzte er zur Entwicklung eines komplexen GP-Systems, das von der DIP GmbH kommerziell eingesetzt wird. Seit einiger Zeit wird die sog. Multi-Objective Symbolic Regression (MOSR oder auch Pareto-GP) erfolgreich als Modellierungstechnik angewendet. Basierend auf GP sollen dabei zwei widersprüchliche Zielsetzungen, einerseits Modellqualität (Prognosegüte) und andererseits Modellkomplexität, optimiert werden [ 96 ]. Pareto-GP kann zur automatischen Variablenauswahl, Berechnung sehr großer Datenmengen und Entwicklung zuverlässiger Modelle eingesetzt werden. Verfahren zur Vermeidung von Overfitting und zur Identifikation von Ausreißern werden momentan entwickelt. Der Einsatz von Pareto-GP bettet sich sehr gut in die Vorgehensweise der experimentellen Versuchsplanung (Design of Experiments, DoE) ein. Der Antragsteller steht im intensiven Austausch mit Forschern der 7
2 Vorhaben Halbjahr II / 2009 I / 2010 II / 2010 I / 2011 II / 2011 I / 2012 II / 2012 Quartal Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Monat 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Semester Winter Sommer Modul Thema M-1 GP GP-1 GP-2 M-2 Finanz F-1 F-2 F-3 F-4 M-3 Wasser W-1 W-2 W-3 W-4 M-4 Gen. G-1 G-2 CS-1 CS-3 CS-2 CS-4 MT-1 MT-2 KKoord. K DDiss. D MS MS-1 MS-2 MS-3 MS-4 MS-5 MS-6 Case-Studies Master-Theses Meilenst. Abbildung 1: Projektverlauf als Gantt-Chart. Angegeben sind die aktuellen Semesterzeiten der FH Köln. Die den Modulen M-2 und M-3 zugeordneten Case-Studies und Master-Theses sind separat ausgewiesen. 8
3.1 Modul M-1 „Genetic Programming“ 2 4 6 8 10 12 −0.4 0.0 0.2 0.4 0.6 1: Damped Oscillator 1D −202468 0.5 1.0 1.5 2.0 2: Unwrapped Ball 1D 0 2 4 6 8 10 12 −0.5 0.0 0.5 3: Salustowicz 1D real predicted Abbildung 3: Plots univariater Testfunktionen für symbolische Regression durch GP, wie in RGP enthalten: Die wahren Funktionswerte sind durchgängig schwarz, die durch RGP erzeugten Lösungen schwarz gestrichelt dargestellt. × tsMaxrainfall history 3.14 Abbildung 4: Ein einfaches Beispiel eines GP-Individuums, dargestellt als Baum-Datenstruktur, wie sie in RGP verwendet wird. Als Beispiel soll der gültige gpL-Term 3 . 14 ×tsMax ( rainfall history )dienen. Dieser Term ist eine Funktionsanwendung und hat den Basistyp numeric . Die Funktion × hat den Funktionstyp ( numeric,numeric ) →numeric , die Funktion tsMax den Funktionstyp ( time_series ) → numeric , das Literal 3 . 14 den Basistyp numeric und die Eingabevariable rainfall history den Basistyp time_series . Abbildung 4 zeigt, wie dieser Term in der RGP Baum-Datenstruktur dargestellt wird. Um RGP für die Zeitreihenprognose einzusetzen, werden GP-Individuen des Typs ( time_series,..., time_series ) →numeric evolviert. Diese GP-Individuen werden als Zeitreihenprognosemodelle verwendet, indem sie als Funktionen auf ein Fenster der Eingabe-Zeitreihen angewandt werden. Der resultierende Wert des Basistyps numeric wird als Prognose interpretiert. Der Prognosehorizont, wie auch die zu prognostizierende Zeitreihe, ist in der Fitnessfunktion wie folgt kodiert: Als Trainingsmenge wird eine Zeitreihe historischer Daten von Star get , der zu prognostizierenden Zeitreihe, wie auch von S := {Sinput1,...,Sinputn} , der Menge der Eingabe-Zeitreihen verwandt ( Star get kann in S enthalten sein). Die Prognosegenauigkeit eines Individuums I zum Zeitpunkt t mit Prognosehorizont h wird wie folgt bestimmt: Alle Eingabe-Zeitreihen werden auf das Fenster [ t− ( h + w ) ,t−h ]beschnitten, hierbei ist w eine vorab gewählte Fensterlänge. Dann wird I auf die Menge der beschnittenen Eingabe-Zeitreihen angewandt, um die Prognose von I für Star get ( t )zu berechnen. Dann wird der quadratische Fehler (Squared Error, SE) zwischen dem wahren Wert der Zeitreihe Star get ( t )und dieser Prognose bestimmt. Der Root Mean Squared Error der Prognose wird approximiert, indem die Wurzel von einer großen Zahl von zufällig gezogenen SE-Werten der Trainingsmenge gezogen wird. 15
3 Wissenschaftlich-technische Ergebnisse Diese Approximation wird als Fitness des GP-Individuums Igenutzt. In der Praxis kann ein GP-Individuum I als Prognosemodell eingesetzt werden, indem es als R-Funktion auf ein Fenster der Länge wder Eingabe-Zeitreihen angewendet wird. 3.2 Modul M-2 „Finanzwirtschaft“ Ziel der Arbeitspakete im Modul M-2 war die Entwicklung von Zeitreihenanalyseund Prognosefunktionen für Anwendungen in der Finanzwirtschaft und deren Integration in das GP-System. Ein weiteres Ziel war die Optimierung der Prognosemodellauswertung, um die Effizienz des GP-Systems bei der Evolution von Handelssystemen zu steigern. 3.2.1 F-1: Entwicklung von auf Finanzzeitreihen spezialisierten Analysefunktionen Da sich die Statistik-Softwareumgebung Rin den letzten Jahren in der Finanzwirtschaft immer stärker verbreitet hat, stehen dem Projekt durch die Portierung des vTraderGP-Systems in Rbereits eine große Anzahl auf Finanzzeitreihen spezialisierter Analysefunktionen in hoher Qualität zur Verfügung. Diese Funktionen sind in RGP als GP-Bausteine nutzbar. 9 3.2.2 F-2: Optimierung der Prognosemodellauswertung Der Trading-Simulator der DIP GmbH, welcher den Handel mit Finanzinstrumenten unter realistischen Bedingungen simuliert, um die Prognosegenauigkeit anhand historischer Finanzzeitreihen realistisch bewerten zu können, wurde nach Rportiert. Die Effizienz des Simulators wurde im Rahmen dieser Portierung optimiert, wodurch die Gesamteffizienz der Anwendung von GP für die Finanzzeitreihenprognose gesteigert werden konnte. Gleichzeitig wurde der Trading Simulator nun als Open Source Software zur Verfügung gestellt und ist eigenständig nutzbar, was den Vergleich verschiedener Prognoseverfahren, auch über GP hinaus, sehr vereinfacht. Der Trading-Simulator kam bereits sehr erfolgreich zur Evaluation der Prognosegenauigkeit verschiedener CI-basierter Verfahren zur Finanzzeitreihenprognose zum Einsatz. Abbildung 5 zeigt ein Ablaufdiagramm zum Einsatz des Simulators. Abbildung 6 zeigt die akkumulierte Rendite beim Devisenhandel mit dem Währungspaar AUDUSD. Daten dieser Form werden durch den Trading-Simulator verarbeitet. 3.2.3 F-3: Entwicklung eines Bewertungswerkzeugs für Finanzzeitreihen-Prognosemodelle Im Rahmen dieses Arbeitspaketes wurden graphische und statistische Werkzeuge zur Bewertung der vom GP-System gelieferten Prognosemodelle anhand verschiedener Kriterien erstellt. Dazu wurden vorhandene und frei verfügbare graphische und statistische Werkzeuge der Softwareumgebung Rauf das Problem angepasst, wodurch der Aufwand gegenüber einer Neuentwicklung verringert wurde. Zusätzlich können Anwender aus der Finanzwirtschaft die für sie gewohnten R-basierten Werkzeuge zur Modellbewertung weiter nutzen. 9 Siehe beispielsweise http://cran.r-project.org/web/views/Econometrics.html für eine aktuelle Übersicht zu Finanzzeitreihen-Analysefunktionen für R. 16
3.2 Modul M-2 „Finanzwirtschaft“ Training Time Series Trading Strategy Generator Training Phase Test Phase Test Time Series Trading Simulator Signal Quality (Sharpe Ratio) Trading Strategy Trading Simulator Signal Quality (Sharpe Ratio) Trading Strategy Abbildung 5: Ablaufdiagramm zum Einsatz des im Projekt FIWA entwickelten Trading-Simulators: Während eines GP-Laufs, also in der Training-Phase, wird die Qualität der durch GP als Trading Strategy Generator erzeugten Handelsstrategien durch simulierten Handel auf Basis von historischen Daten der Trainings-Zeitreihen geschätzt. In einer nachfolgenden unabhängigen Test-Phase wird die Qualität der durch GP erzeugten Handelsstrategien durch simulierten Handel auf Test-Zeitreihen validiert. −0.015 0.000 0.010 AUDUSD Date Accumulated Returns Apr Mai Jun Jul Abbildung 6: Akkumulierte Rendite beim Devisenhandel mit dem Währungspaar AUDUSD. Daten dieser Form werden durch den im Projekt FIWA entwickelten Trading-Simulator zur Schätzung der Genauigkeit von Prognosemodellen für Finanzzeitreihen genutzt. 17
3 Wissenschaftlich-technische Ergebnisse In Verbindung mit der im Arbeitspaket F-2 erstellten optimierten Prognosemodellauswertung bildeten die in diesem Arbeitspaket entwickelten Werkzeuge eine ideale Basis für die Ausrichtung eines internationalen Wettbewerbs zum Vergleich von Prognosesystemen für die Finanzwirtschaft unter realistischen Bedingungen. Abschnitt 3.6 und die Website http://gociop.de/ gecco-industrial-challenge/gecco-2011-industrial-challenge/ enthalten Details zu diesem Wettbewerb, der GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE 2011. Abbildung 7 zeigt das im Rahmen des Projekts weiterentwickelte Werkzeug zur graphischen Darstellung, Manipulation und Auswertung von Prognosemodellen in der Finanzwirtschaft. Gezeigt wird die graphische Analyse des Euro/Cable-Indikators, eines Indikators der technischen Finanzmarktanalyse. Diese Indikatoren liefern unter anderem Eingabedaten für die im Projekt entwickelten Prognosemodelle. 3.2.4 F-4: Evaluation der Prognosegenauigkeit für Finanzzeitreihen Die Evaluation der erreichten Prognosegenauigkeit für Finanzzeitreihen mit Hilfe der im Arbeitspaket F-3 entwickelten Werkzeuge konnte im Rahmen der GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE 2011 in erweitertem Umfgang erfolgen. Die Ergebnisse dieser Analysen werden ein Kernkapitel der im Projektrahmen erstellten Dissertation bilden. Dabei erfolgte nicht nur ein Vergleich mit klassischen Methoden der Zeitreihenprognose, sondern auch mit hochaktuellen Methoden aus der CI. Abbildung 8 zeigt eine Übersicht der Ergebnisse der ersten Runde der GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE 2011. Ziel des Wettbewerbs war die Entwicklung von erfolgreichen CI-basierten algorithmischen Strategien für den Devisenhandel, beispielsweise mit GP. Die Berechnung des Qualitätsmasses (Sharpe Ratio) erfolgte mit Hilfe des im Arbeitspaket F-2 erstellen Trading-Simulators. Zum Vergleich ist die gemessene Qualität einer einfachen Buy and Hold-Strategie, sowie die Qualität einer einfachen vom Projektpartner Quaesta Capital GmbH gelieferten Basis-Strategie (Simple Proprietary) ebenfalls dargestellt. Abbildung 9 zeigt das Verhalten einiger der zur GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE 2011 eingereichten Handelsstrategien im Vergleich zur einer einfachen Buy and Hold-Strategie. Als Datenbasis dienten Renditen des Währungspaares EURUSD. Die gezeigten Strategien erzielten relativ zur Buy and Hold-Strategie einen höheren Gewinn bei geringerem Risiko. 3.2.5 CS-1: Vergleichende Übersicht: Prognosemodelle in der Finanzwirtschaft Diese Case Study wurde als Masterarbeit MT-1 mit dem Titel „Algorithmic Stock Trading as a Real World Test Problem for Time Series Prediction Methods“ vergeben und Anfang 2011 erfolgreich fertiggestellt. 3.2.6 CS-2: Vergleich des FIWA-GP Prognosemodells mit anderen Modellen in der Finanzwirtschaft Diese Case Study wurde in erweitertem Umfang als GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE 2011 durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen. Wie bereits unter F-4 erwähnt, wird die Ergebnisanalyse ein Kernkapitel der im Projekt erstellten Dissertation bilden. Zu dieser Analyse werden Methoden der experimentellen Versuchsplanung und des neuen Experimentalismus (wie z.B. SPO) herangezogen. 18
3.2 Modul M-2 „Finanzwirtschaft“ Function parabolic SAR parabolic SAR :: Timeseries<OHLC> Real RealReal → Timeseries<Real> Description The function parabolic SAR is a method devised by J. Welles Wilder, Jr, to find trends in market prices or securities. It may be used as a trailing stop loss based on prices tending to stay within a parabolic curve during a strong trend. EURUSD (event stream) Euro/Cable indicator parabolic SAR xs pSAR(xs,s,m,i) start max increment OHLCs → closes OHLCs closes GBPUSD (event stream) RSI xs rsi(xs,w) window size 2 % 20 % 2 % WMA xs wma(xs,w) window size 10 mins 20 mins difference xs diff(xs,ys) ys difference xs diff(xs,ys) ys Abbildung 7: Werkzeug zur graphischen Darstellung, Manipulation und Auswertung von Prognosemodellen in der Finanzwirtschaft. Gezeigt wird die graphische Analyse des Euro/CableIndikators, eines Indikators der technischen Finanzmarktanalyse. Diese Indikatoren liefern unter anderem Eingabedaten für die im Projekt FIWA entwickelten Prognosemodelle. 19
3 Wissenschaftlich-technische Ergebnisse Round 1: Sharpe Ratio (Score) Sharpe Ratio 0.00 0.05 0.10 0.15 0.20 0.00 0.05 0.10 0.15 0.20 0.00 0.05 0.10 0.15 0.20 0.00 0.05 0.10 0.15 0.20 AUDUSD EURUSD GBPUSD sum Submission Buy and Hold CMA−ES Tuned Dynamic Linear Simple Proprietary Abbildung 8: Zusammenfassung der Ergebnisse der ersten Runde der GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE 2011. Ziel war die Entwicklung von erfolgreichen CI-basierten algorithmischen Strategien für den Devisenhandel, beispielsweise mit GP. Die Berechnung des Qualitätsmasses (Sharpe Ratio) erfolgte mit Hilfe des im Arbeitspaket F-2 erstellten Trading-Simulators. Zum Vergleich ist die gemessene Qualität einer einfachen Buy and Hold-Strategie, sowie die Qualität einer einfachen vom Projektpartner Quaesta Capital GmbH gelieferten Basis-Strategie (Simple Proprietary) ebenfalls dargestellt. 20
3.2 Modul M-2 „Finanzwirtschaft“ EURUSD Round 1: Buy and Hold (baseline) PnL: 0.0067 Sharpe Ratio: 0.0115715 Cumulative Return 0.000 0.005 0.010 0.015 0.020 0.025 0.030 14−Jun 21−Jun 28−Jun Signal Short Flat Long Dynamic Linear Trading System (Qinyuan Hong) PnL: 0.0498 Sharpe Ratio: 0.0925699 Cumulative Return −0.01 0.00 0.01 0.02 0.03 0.04 0.05 0.06 14−Jun 21−Jun 28−Jun Signal Short Flat Long CMA−ES Tuned Automatic FX Trading Strategy (Zhi Yuan) PnL: 0.0226 Sharpe Ratio: 0.0399919 Cumulative Return 0.00 0.01 0.02 0.03 14−Jun 21−Jun 28−Jun Signal Short Flat Long Abbildung 9: Verhalten einiger der zur GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE 2011 eingereichten CI-basierten Handelsstrategien im Vergleich zur einer einfachen Buy and Hold-Strategie. Datenbasis waren Renditen des Währungspaares EURUSD. Die gezeigten Strategien erzielten relativ zur Buy and Hold-Strategie einen höheren Gewinn bei geringerem Risiko. 21
3 Wissenschaftlich-technische Ergebnisse 3.2.7 MT-1: Erstellung von Softwarepaketen für Finanzzeitreihen Wie bereits im Zwischenbericht 2010 erwähnt, konnte der Aufwand für Eigenentwicklungen von Softwarepakten für die Analyse von Finanzzeitreihen durch die Nutzung der Softwareumgebung R soweit gesenkt werden, dass eine Vergabe dieser Arbeiten als Masterarbeit nicht mehr nötig war. Wie bereits unter CS-2 beschrieben, ermöglichte dies die Vergabe der in der Vorhabensbeschreibung angekündigte Case Study CS-1 als Masterarbeit MT-1. Die Arbeit mit dem Titel „Algorithmic Stock Trading as a Real World Test Problem for Time Series Prediction Methods“ vergleicht vorhandene Modelle für die Finanzzeitreihenprognose aus der klassischen Statistik und aus dem Bereich CI und wurde Anfang 2011 erfolgreich fertiggestellt. 3.3 Modul M-3 „Wasserwirtschaft“ Im Modul M-3 wurden Daten und Testanwendungen aus der Wasserwirtschaft erfasst und dokumentiert. Außerdem wurden auf die Wasserwirtschaft angepasste Analysefunktionen entwickelt und in das GP-System RGP integriert. Ein weiteres Ergebnis stellt die erfolgreiche Entwicklung graphischer Werkzeuge für die Bewertung und Integration von Wasserwirtschaft-Prognosemodellen dar. 3.3.1 W-1: Datenerfassung und GP-Anpassung für Daten aus der Wasserwirtschaft Das Arbeitspaket W-1 befasste sich mit der Erfassung von Daten aus der Wasserwirtschaft. Dazu gehört die Aufnahme der Daten selbst, ihre Dokumentation und ihre Aufbereitung. Die Aufbereitung soll die Daten in einem standardisierten Format für die Analyse mit im Projekt eingesetzten Methoden zu Verfügung stellen. Zur Datenaufnahme gehörte dabei auch die Zusammenstellung von Problemstellungen die mit den Daten verbunden sind. Ein Anwendungsbereich dafür ist die Modellprädiktive Regelung von Füllständen in Regenüberlaufbecken, wie in Abbildung 11 zu sehen. Regenüberlaufbecken fangen Belastungsspitzen von von Kanalnetzen auf, um so ein Übertritt von Abwasser in die Umwelt bestmöglich zu verhindern. Die Vorhersage von Füllständen soll eine gezieltere Steuerung des Abflusses aus den Überlaufbecken erlauben. Zu diesem Zweck wurden Daten über die Füllstände selbst und Regenmengen aufgenommen. Die Daten über Regenmengen stammen von einem Niederschlagsmesser, wie in Abbildung 10 gezeigt. Abbildung 12 zeigt beispielhaft welche Daten für diese Applikation entstehen. Abbildung 10: Niederschlagsmessstation. 22
3.3 Modul M-3 „Wasserwirtschaft“ Abbildung 11: Leeres und leicht gefülltes Überlaufbecken. 3.3.2 W-2: Entwicklung von auf Wasserwirtschaftszeitreihen angepassten Analysefunktionen Hier wurden verschiedene Analysemethoden entwickelt und verglichen, die für Wasserwirtschaftszeitreihen geeignet sind. Ein in diesem Paket entwickeltes GP-basiertes Verfahren zur Vorhersage der Füllstände eines Regenüberlaufbeckens wird durch Flasch u. a. [ 37 ]beschrieben. Dabei konnte GP als alleinstehendes Modellierungswerkzeug keine geeigneten Vorhersagen generieren. 10 Als neue Entwicklung im Projekt FIWA wurde GP eingesetzt, um die Kernel Funktionen des INT2 Modells zu optimieren. Dieses neue hybride Verfahren aus analytischen Methoden auf dem Stand der Technik (INT2) und modernen CI-basierten Methoden (GP) konnte sehr gute Vorhersagen generieren. Ein Beispiel für die Unterschiede zwischen dem klassischen INT2 Modell und dem neuen hybriden Verfahren wird in Abbildung 13 gezeigt. Für das hybride GP/INT2 System wurde mit SPO eine Optimierung der Parameter vorgenommen. Dies ermöglichte eine zusätzliche Steigerungen der Vorhersagegenauigkeit. Für den entwickelten Ansatz ergibt sich damit das in Abbildung 14 abgebildete Schema. Auf der untersten Ebene benutzt das INT2 Modell die Regenund Füllstandsdaten um auf Basis der eingestellten Kernelfunktionen die Füllstände vorherzusagen. Die vorhergesagten Füllstände werden mit den echten verglichen, um den Fehler zu bestimmen. Dieser Fehler wird im GP-System benutzt, um die Qualität eines Satzes von Kernelfunktionen zu begutachten. Der Fehler des besten von GP gefundenen Satzes wird wiederrum von SPO genutzt, um die Güte einer Konfiguration von GP-Parametern zu bewerten und zu optimieren. Der Benutzer muss dabei nur selektieren, welche Parameter (z.B.: Populationsgrößen, Mutationsraten, Selektionsdruck) optimiert werden sollen. Am Beispiel von Support Vector Machines (SVM) für die Vorhersage von Überlaufbeckenfüllständen zeigten Koch u. a. [ 45 ], wie, neben der Datenanalyse selbst, auch die Datenvorverarbeitung mit SPO optimiert werden kann. Mit dem optimierten SVM-Ansatz konnten deutlich bessere Ergebnisse als mit dem klassischen INT2 Modell erreicht werden. Des Weiteren führten Flasch u. a. [ 30 ]einen Vergleich von verschiedenen Kombinationen aus Parameter-Optimierung und Prognosealgorithmen durch. Hier standen neben einem mit SPO optimierten, hybriden GP-System auch weitere CI-Verfahren wie Genetische Algorithmen und Neuronale Netze zum Vergleich. Auch in diesem Fall konnte das hybride GP/INT2 Modell die anderen Metho10Das auf klassischen Verfahren basierende INT2 Modell ist in [47]ausführlich beschrieben. 23
3 Wissenschaftlich-technische Ergebnisse 0 1000 2000 3000 4000 5000 0 20 40 60 80 100 Time(min.) Fill Level(%) 0.0 0.5 1.0 1.5 2.0 2.5 Rainfall(mm/min.) Abbildung 12: Daten über Regenmengen (oben) und Füllstände des Überlaufbeckens (unten). den in Hinsicht auf die Vorhersagegenauigkeit klar schlagen. Die Optimierung mit SPO zeigte eine signifikante Verbesserung. Dabei war neben einer Verbesserung der mittleren Vorhersagegenauigkeit vor allem eine deutlich bessere, also kleinere, Standardabweichung zu beobachten. 3.3.3 W-3: Entwicklung eines Bewertungswerkzeugs für Wasserwirtschafts-Prognosemodelle Analog zum Arbeitspaket F-3 wurden graphische und statistische Werkzeuge aus der Softwareumgebung R für die Bewertung der durch GP erzeugten Prognosemodelle angepasst. Zudem konnten die bereits in Arbeitspaket F-3 benutzten Tools aus der Finanzwirtschaft erfolgreich für Probleme in der Wasserwirtschaft angewendet werden. Die Ergebnisse kamen in der Folge auch im Rahmen der GECCO Industrial Challenge 2012 [40]zum Einsatz. Mit diesen Tools erstellte Visualisierungen eignen sich gut, um die Qualität von Vorhersagen einschätzen zu können, wie Abbildung 13 beispielhaft zeigt. Ein weiteres entwickeltes Tool zum interaktiven Umgang mit Zeitreihen zeigt Abbildung 15. 3.3.4 W-4: Evaluation der erreichten Prognosegenauigkeit für Wasserwirtschaftszeitreihen Die Prognosegenauigkeit für Zeitreihen der Wasserwirtschaft wurde mit Hilfe der im Arbeitspaket W-3 entwickelten Werkzeuge evaluiert. Dabei unterstützen die Tools vor allem die visuelle Überprüfung der Prognosen. Für die Resultate der in Abschnitt 3.3.2 beschriebenen Arbeiten kamen die in W-4 erstellten Methoden und Werkzeuge für die Bewertung zur Anwendung. Als etablierte Methoden wurden hier folgende Modellierungsansätze evaluiert und verglichen: • Nonlinear AutoRegressive neural networks with eXogenous inputs (NARX) 24
3.6 Wissenschaftliche Publikationen Chart des Projektverlaufs separat ausgewiesen (siehe Abbildung 1). 3.6 Wissenschaftliche Publikationen Durch die Mitarbeiter des Projektes FIWA wurden zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Dabei zählt Prof. Dr. Bartz-Beielstein zu den Forschern der FH Köln mit den meisten begutachteten Publikationen. Im Projektzeitraum wurden drei Bücher [ 3 , 15 , 14 ], sowie zahlreiche Buchbeiträge [ 34 , 27 , 15 , 21 , 24 , 27 , 43 ], Seminarund Abschlussarbeiten [ 1 , 29 , 56 ], Zeitschriftenaufsätze [ 47 ], Konferenzbeiträge [ 38 , 18 , 50 , 46 , 20 , 42 , 35 , 4 , 25 , 30 , 39 , 31 , 44 , 45 , 49 , 57 , 23 , 37 , 48 ], und Technische Berichte [ 33 , 19 , 2 , 8 , 9 , 10 , 11 , 12 , 13 , 17 , 26 , 36 , 58 , 53 , 5 , 54 ]veröffentlicht. Mehrere eingeladene Vorträge und Tutorien [ 6 , 7 , 51 , 16 , 22 , 32 ]und sonstige Vorträge [ 28 , 52 , 55 ] wurden im Projekt FIWA gehalten. Die im Projektplan angekündigten und im Rahmen des Masterstudiengangs “Automation & IT” durchgeführten Case-Studies konnten erfolgreich abgeschlossen werden, wobei die Arbeiten für CS-4 von dem im Projekt beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiter übernommen wurden. Des Weiteren wurde die Masterarbeite MT-1 erfolgreich fertiggestellt. Zusätzlich konnte eine weitere Masterarbeit im Projektrahmen initiiert und durchgeführt werden. Im Rahmen der Konferenz Genetic and Evolutionary Computation Conference GECCO 2011 konnte der Wissenschaftswettbewerb GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE zu Prognosemodellen in der Finanzwirtschaft mit großem Erfolg durchgeführt werden. Die Ergebnisse des Wettbewerbs wurden durch Flasch u. a. [ 35 ]beschrieben und analysiert. Auch im Folgejahr 2012 konnte die GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE erneut erfolgreich durchgeführt werden [40]und ist auch für 2013 wieder geplant. Die Nachwuchsförderung besitzt einen wichtigen Stellenwert im Projekt. Dazu gehört auch die regelmäßige Durchführung von Kolloquien.12 4 |Voraussichtlicher Nutzen Das Projekt FIWA (Methoden der Computational Intelligence für Vorhersagemodelle in der Finanzund Wasserwirtschaft) ist in einem sehr weit fortgeschrittenen Entwicklungsstadium, wichtige Meilensteine wurden plangemäß erreicht und interessante wissenschaftliche Ergebnisse konnten für Anwendungen sowohl der Finanzwirtschaft wie auch der Wasserwirtschaft erzeugt werden. Ein detaillierter Vergleich des Projektstands mit der ursprünglich veranschlagten Zeitplanung wurde bereits in Abschnitt 3 durchgeführt. Durch die Nutzung der freien Statistiksoftware R konnte der Entwicklungsaufwand einiger Komponenten zur Zeitreihenanalyse signifikant gesenkt werden. Dies führte auch zu Ersparnissen bei zu beschaffender Software. Durch den Einsatz von Open Source Software konnte die Reichweite der entwickelten Werkzeuge, auch für den Einsatz in der Lehre, stark erweitert werden. Gleichzeitig stieg jedoch durch den Wegfall des bei kommerzieller Software üblichen Supports der Arbeitsaufwand für den im Projekt beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiter. 12 Siehe http://fat70s236.eto.fh-koeln.de/ait/content/e183/e893/e1127/index_ger.html für eine Liste der Vorträge. 31
5 Ergebnisse Dritter Die Arbeitspakete F-3, F-4, sowie W-3 und W-4 wurden bedingt durch die Ausrichtung der GECCO INDUSTRIAL CHALLENGE 2011 und 2012 mit etwas erhöhtem Aufwand bearbeitet. Weiterer Nutzen lässt sich bereits in verschiedenen Bereichen beobachten. Hier sind zuerst der wissenschaftliche und der wirtschaftliche Bereich zu nennen. Die im Projekt FIWA entwickelten Methoden werden in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft eingesetzt, eine konkrete Beschreibung der Methoden bei den jeweiligen Anwendern ist allerdings nicht möglich. Darüber hinaus sind die neu entwickelten Methoden veröffentlicht worden, sodass sie auch in wissenschaftlicher Hinsicht Nutzen erzielt haben und weiter erzielen. Das FIWA GP-System, als typisiertes Graph-basiertes GP-System, ist für die Grundlagenforschung sehr interessant. Derartige GP-Systeme generieren Lösungen (Programme), die extern wie intern mit Daten verschiedener Typen (beispielsweise Zahlen, Zeichenreihen, Zeitreihen, etc.) arbeiten. Dies unterscheidet sie von untypisierten GP-Systemen und macht sie zudem für den Praxiseinsatz interessant. Basierend auf den entwickelten Methoden konnte das Interesse neuer Kooperationspartner geweckt werden, mit denen neue Projekte geplant oder bereits umgesetzt werden. Das in der Vorhabenbeschreibung geplante FIWA-Nachwuchsteam ist etabliert worden, es setzt sich mittlerweile aus deutlich mehr Studenten und Promovierenden zusammen als damals geplant. Darüber hinaus finden Treffen nahezu wöchentlich statt. Mittlerweile ist das Nachwuchsteam in der Forschungsgruppe SPOTSEVEN aufgegangen, einen aktuellen Überblick über Themen und Aktivitäten liefert deren Web-Seite www.spotseven.de. Die Inhalte und Ergebnisse des Projekts haben Einzug in verschiedene Vorlesungen genommen, so werden GP-Grundlagen mittlerweile in den Vorlesungen DDMO (Data Driven Modeling and Optimization) und APCO (Advanced Process Control and Optimization) des Antragstellers für den MasterStudiengang Automation & IT eingeführt und durch Beispiele aus dem Projekt ergänzt. 5 |Ergebnisse Dritter Während der Durchführung des Vorhabens wurde auch bei anderen Stellen die Anwendung von GP in der Finanzund erstmals auch in der Wasserwirtschaft erforscht. Mit einigen dieser externen Forschungsgruppen bestehen inzwischen Kooperationen. Genetic Programming Das amerikanische Unternehmen Evolved Analytics LLC und sein belgischer Partner Evolved Analytics Europe BVBA entwickelten das kommerzielle GP-System DataModeler auf Basis des Computeralgebra-Systems Mathematica der Wolfram Research LLC. Kommerzielle Lizenzen für DataModeler sind in 2012 allgemein verfügbar. 13 Das System wurde primär zur schnellen industriellen Datenanalyse, Dateninterpretation und Datenexploration multivariater Datensätze entworfen. DataModeler kann zur automatischen Erstellung von Zeitreihenprognosemodellen genutzt werden. Aus der Kooperation mit Evolved Analytics Europe sind gemeinsame Veröffentlichungen im Projektrahmen hervorgegangen. [38, 41] Eine Ausgründung der amerikanischen Cornell University, die Nutonian Inc., entwickelte das kommerzielle GP-System Eurequa. Im Gegensatz zu DataModeler und RGP basiert das System nicht 13Siehe http://www.evolved-analytics.com/?q=datamodeler für Details. 32
auf einer bestehenden statistischen oder mathematischen Standardsoftware, sondern wird als „standalone“-Lösung genutzt. Eurequa wurde primär zur Systemidentifikation entwickelt, d.h. zur Entdeckung von physikalischen Gesetzen auf Basis von multivariaten Messdaten. 14 Mit Anpassungen kann das System auch für Anwendungen in der Finanzund Wasserwirtschaft genutzt werden. Finanzwirtschaft Im Bereich der Anwendung von GP in der Finanzwirtschaft sind drei Veröffentlichungen von Interesse. Wilson u. Banzhaf [99] untersuchen die Verwendung von Linear Genetic Programmig (LGP) für den automatischen Devisenhandel für vier Leitwährungen. Fitnessfunktionen mit verschiedener Realitätstreue, durch die optionale Berücksichtigung des höchsten Verlustes (Maximum Drawdown) wurden untersucht. Weiterhin wurden verschiedene Fitnessarten für verschiedene Marktsituationen untersucht im Hinblick ihrer Performanz über die Zeit, der erzeugten Handelsstrategien und ihrer Gesamtrentabilität. Die Analyse der Handelsrentabilität zeigt, dass das LGP-System in der Lage ist, mit moderater Handelsaktivität Profit zu erzielen und Verluste zu vermeiden. In einer Folgeveröffentlichung untersuchen Wilson u. a. [100] die Verbesserung ihres LGP-Systems durch die Integration von Filtern. Unter anderem wird LGP auf verschiedene Intraday-Zeiträume angewandt, um ein Handelssignal zu erzeugen. Vier verschiedene Zeitreihen, die länger in die Vergangenheit reichen, werden untersucht. Zwei verschiedene Entscheidungsmechanismen für die Erzeugung des Gesamthandelssignals aus einem Ensemble von GP-Erzeugten Signalen aus allen Zeitbereichen werden ebenfalls untersucht, wobei einer auf Mehrheitsurteil und der andere auf der zeitgleichen Nähe des Kaufsignals beruht. Die Ergebnisse zeigen die Überlegenheit des Mehrheitsurteils. Weitere Analysen zeigen ausserdem, dass das Training auf längere Zeitreihen zu besseren Handelstrategien führt, sowohl in Märkten mit Aufwärtstrend wie auch in Märkten mit Abwärtstrend. [100] Sermpinis u.a. [95] vergleichen Psi Sigma Netze (PSI), eine moderne Variante künstlicher neuronaler Netze, mit dem Gene Expression algorithm (GEP), einer GP-Variante, bei der Vorhersage und dem Devisenhandel des EURUSD Wechselkurses. Als Benchmark dient die Performanz eines MultiLayer Perceptron (MLP), einem rekurrenten künztlichen neuronalen Netzwerk, die Performanz eines einfachen GP Basisalgorithmus (GP), die Performanz eines ARMA-Modells, sowie die Performanz des naiven Modells, welches den letzten bekannten Wert als Vorhersage verwendet. Bei simulierten Handel erreichen PSI und GEP vergleichbare Performanz. Beide Modelle erzielen höhere Performanz als alle Benchmarks (MLP, GP, ARMA, naiv), gemessen an jährlicher Rendite. Wasserwirtschaft Im Bereich GP-Anwendungen in der Wasserwirtschaft ist eine Veröffentlichung von dritter Seite von Relevanz. Londhe u. Dixit [84] beschreiben ein System für die Echtzeit-Schätzung von Wellenhöhen im Golf von Mexiko auf GP-Basis. Das System wendet einen GP-Algorithmus an, um fehlende Daten zu Wellenhöhen an Messstationen anhand von Daten anderer Stationen in der Umgebung möglichst genau zu schätzen, es handelt sich also um ein multivariates Regressionsproblem. Im empirischen Teil wurden die Daten von sechs regionalen Messstation zur Schätzung der Daten von fünf benachbarten Messstationen herangezogen. Ein Vergleich der Güte der Schätzung mit anderen modernen CI-Methoden zeigt die Überlegenheit von GP bei diesem Anwendungsproblem. 14Siehe http://www.nutonian.com/eureqa/ für Details. 33
6 Veröffentlichungen im Projekt In dem ebenfalls in der Förderlinie Ingenieurnachwuchs 2009 geförderten Projekt SOMA (Prof. Dr. W. Konen, FH Köln) wurde erstmal SPO auf klassische Methoden des Machine Learning angewandt. Durch intensive Zusammenarbeit mit diesem Projekt stand FIWA eine Anzahl moderner Prognosemodelle als Benchmark zur Verfügung. SOMA beteiligte sich an der Beschaffung von Rechenknoten des in Abschnitt 3.4.2 erwähnten Rechenclusters und nutzte diesen Cluster gemeinsam mit FIWAMitarbeitern. Dadurch konnte über die gesamte Projektlaufzeit und auch nach Projektende eine effiziente und hohe Nutzung der Ressourcen des Clusters sichergestellt werden. 6 |Veröffentlichungen im Projekt [1] AL-BADDAI, Saad ; AL-SUBARI, Karema: Case-Study: Data Mining For Predictive Control In Environmental Technology. February 2010 [2] BARTZ-BEIELSTEIN, T: Optimierung von Prozessvariablen beim Spritzgießen /Cologne University of Applied Sciences. 2010. – Forschungsbericht [3] BARTZ-BEIELSTEIN, T. (Hrsg.) ; CHIARANDINI, M. (Hrsg.) ; PAQUETE, L. (Hrsg.) ; PREUSS, M. (Hrsg.): Proceedings of Workshop on Experimental Methods for the Assessment of Computational Systems joint to PPSN2010. 2010 (Computer Science series of the Dortmund University TR10-2-007) [4] BARTZ-BEIELSTEIN, Th. ; FLASCH, O. ; KOCH, P. ; KONEN, W.: SPOT: A Toolbox for Interactive and Automatic Tuning in the R Environment. In: HOFFMANN, F. (Hrsg.) ; HÜLLERMEIER, E. (Hrsg.): Proceedings 20. Workshop Computational Intelligence, Universitätsverlag Karlsruhe, 2010, S. 264–273 [5] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Sequential Parameter Optimization. In: BRANKE, Jürgen (Hrsg.) ; NELSON, Barry L. (Hrsg.) ; POWELL, Warren B. (Hrsg.) ; SANTNER, Thomas J. (Hrsg.): Sampling-based Optimization in the Presence of Uncertainty. Dagstuhl, Germany : Schloss Dagstuhl - Leibniz-Zentrum fuer Informatik, Germany, 2009 (Dagstuhl Seminar Proceedings 09181). – ISSN 1862–4405 [6] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Automatic and Interactive Tuning of Algorithms—The Sequential Parameter Optimization Toolbox (Invited talk). Leiden University NL, December 2010 [7] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Experimental Analysis of Optimization Algorithms. International Workshop on Nature Inspired Computation and Applications. University of Science and Technology of China, Oktober 2010 [8] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Performing Experiments Using the Sequential Parameter Optimization Toolbox SPOT /Research Center CIOP (Computational Intelligence, Optimization and Data Mining). Version: July 2010. http://maanvs03.gm.fh-koeln.de/webpub/CIOPReports.d/Bart10m.d/ Bart10m.pdf . Cologne University of Applied Science, Faculty of Computer Science and Engineering Science, July 2010 (06/10). – CIOP Technical Report. – ISSN 2191–365X [9] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Performing Meta Experiments Using the Sequential Parameter Optimization Toolbox SPOT /Cologne University of Applied Sciences. Version: Aug 2010. http://maanvs03.gm. fh-koeln.de/webpub/CIOPReports.d/Bart10o.d/Bart10o.pdf . Cologne University of Applied Science, Faculty of Computer Science and Engineering Science, Aug 2010 (08/10). – CIOP Technical Report. – ISSN 2191–365X 34
6 Veröffentlichungen im Projekt [10] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Sequential Parameter Optimization—An Annotated Bibliography /Research Center CIOP (Computational Intelligence, Optimization and Data Mining). Version:April 2010. http://maanvs03.gm.fh-koeln.de/webpub/CIOPReports.d/Bart10b. d/spotannotatedbib.pdf . Cologne University of Applied Science, Faculty of Computer Science and Engineering Science, April 2010 (04/10). – CIOP Technical Report. – ISSN 2191–365X [11] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Severity Testing as a Meta-statistical Principle for Comparing Algorithms / Institute of Computer Science. Faculty of Computer Science and Engineering Science, Cologne University of Applied Sciences, Germany, 2010 (05/2010). – Forschungsbericht [12]BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: SPOT: An R Package For Automatic and Interactive Tuning of Optimization Algorithms by Sequential Parameter Optimization /Research Center CIOP (Computational Intelligence, Optimization andData Mining). Version: June 2010. http://arxiv.org/abs/1006.4645 . Cologne University of Applied Science, Faculty of Computer Scienceand Engineering Science, June 2010 (05/10). – CIOP Technical Report. – ISSN 2191–365X. – Comments: Related software can be downloaded from http://cran.r-project.org/web/packages/SPOT/index.html [13] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Writing Interfaces for the Sequential Parameter Optimization ToolboxSPOT /Cologne University of Applied Sciences. Version: July 2010. http://maanvs03.gm.fh-koeln. de/webpub/CIOPReports.d/Bart10n.d/Bart10n.pdf . Cologne University of Applied Science, Faculty of Computer Science and Engineering Science, July 2010 (07/10). – CIOP Technical Report. – ISSN 2191–365X [14] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas (Hrsg.) ; CHIARANDINI, Marco (Hrsg.) ; PAQUETE, Luis (Hrsg.) ; PREUSS, Mike (Hrsg.): Experimental Methods for the Analysis of Optimization Algorithms. Berlin, Heidelberg, New York : Springer, 2010. http://dx.doi.org/10.1007/978-3-642-02538-9 . http://dx.doi.org/ 10.1007/978-3-642-02538-9 [15] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; CHIARANDINI, Marco ; PAQUETE, Luis ; PREUSS, Mike: Introduction— Experimental Methods for the Analysis of Optimization Algorithms. In: BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas (Hrsg.) ; CHIARANDINI, Marco (Hrsg.) ; PAQUETE, Luis (Hrsg.) ; PREUSS, Mike (Hrsg.): Experimental Methods for the Analysis of Optimization Algorithms. Berlin, Heidelberg, New York : Springer, 2010, S. 1–13 [16] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; DAVIS, David ; MEHNEN, Jörn: Evolutionary Computation in Practice track at Genetic and Evolutionary Computation Conference (GECCO). http://www.isgec.org/gecco-2009/ ecp.html. Version: 2009 [17] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; FLASCH, Oliver ; KOCH, Patrick ; KONEN, Wolfgang: SPOT: A Toolbox for Interactive and Automatic Tuning of Search Heuristics and Simulation Models in the R Environment / Cologne University of Applied Sciences. 2010. – Forschungsbericht [18] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; FLASCH, Oliver ; ZAEFFERER, Martin: Sequential Parameter Optimization for Symbolic Regression. In: GUSTAFSON, Steven (Hrsg.) ; VLADISLAVLEVA, Ekaterina (Hrsg.): GECCO 2012 Symbolic regression and modeling workshop. Philadelphia, Pennsylvania, USA : ACM, July 2012. – ISBN 978–1–4503–1178–6, S. 495–496 [19] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; FRIESE, Martina ; FLASCH, Oliver ; KONEN, Wolfgang ; KOCH, Patrick ; NAUJOKS, Boris: Ensemble-Based Modeling /Research Center CIOP (Computational Intelligence, Optimization andData Mining). Version:June 2011. http://maanvs03.gm.fh-koeln.de/webpub/CIOPReports. 35
6 Veröffentlichungen im Projekt d/Bart11e.d/Bart11e.pdf . Cologne University of Applied Science, Faculty of Computer Scienceand Engineering Science, June 2011 (06/11). – CIOP Technical Report. – ISSN 2191–365X [20] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; FRIESE, Martina ; ZAEFFERER, Martin ; NAUJOKS, Boris ; FLASCH, Oliver ; KONEN, Wolfgang ; KOCH, Patrick: Noisy optimization with sequential parameter optimization and optimal computational budget allocation. In: Proceedings of the 13th annual conference companion on Genetic and evolutionary computation. New York, NY, USA : ACM, 2011 (GECCO ’11). – ISBN 978–1–4503–0690–4, 119–120 [21] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; LASARCZYK, Christian ; PREUSS, Mike: The Sequential Parameter Optimization Toolbox. In: BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas (Hrsg.) ; CHIARANDINI, Marco (Hrsg.) ; PAQUETE, Luis (Hrsg.) ; PREUSS, Mike (Hrsg.): Experimental Methods for the Analysis of Optimization Algorithms. Berlin, Heidelberg, New York : Springer, 2010, S. 337–360 [22] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; PREUSS, Mike: Experimental research in evolutionary computation–The Future of Experimental Research (Tutorial). Genetic and Evolutionary Computation Conf. (GECCO 2009), Montreal, CA, July, 2009 [23] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; PREUSS, Mike: The future of experimental research. In: ROTHLAUF, Franz (Hrsg.): GECCO (Companion), ACM, 2009. – ISBN 978–1–60558–505–5, S. 3185–3226 [24]BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; PREUSS, Mike: The Future of Experimental Research. In: BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas (Hrsg.) ; CHIARANDINI, Marco (Hrsg.) ; PAQUETE, Luis (Hrsg.) ; PREUSS, Mike (Hrsg.): Experimental Methods for the Analysis of Optimization Algorithms. Berlin, Heidelberg, New York : Springer, 2010, S. 17–46 [25] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; PREUSS, Mike: Tuning and experimental analysis in evolutionary computation: what we still have wrong (Tutorial). Genetic and Evolutionary Computation Conf. (GECCO 2010), Portland, OR, July, 2010 [26] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; PREUSS, Mike ; SCHMITT, Karlheinz ; SCHWEFEL, Hans-Paul: Challenges for Contemporary Evolutionary Algorithms /Faculty of Computer Science, Algorithm Engineering (Ls11), TU Dortmund. 2010 (TR10-2-003). – Technical Report [27] BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; PREUSS, Mike ; SCHWEFEL, Hans-Paul: Model Optimization with Evolutionary Algorithms. In: LUCAS, K. (Hrsg.) ; ROOSEN, P. (Hrsg.): Emergence, Analysis, and Evolution of Structures— Concepts and Strategies Across Disciplines. Berlin, Heidelberg, New York : Springer, 2010, S. 47–62 [28] DAVTYAN, Artur: SPO-optimzed NARX for fill-level prediction in stormwater tanks (Vortrag). COSAKolloquium, Cologne University of Applied Sciences, Februar 2010. – http://fat70s236.eto. fh-koeln.de/ait/content/e183/e893/e1127/index_ger.html [29] DAVTYAN, Artur ; OYETOYAN, Daniel T. ; TAMUTAN, Michael: Case-Study: Fill-level prediction in stormwater tanks. February 2010 [30] FLASCH, O. ; BARTZ-BEIELSTEIN, Th. ; DAVTYAN, A. ; KOCH, P. ; KONEN, W. ; OYETOYAN, T.D. ; TAMUTAN, M.: Comparing SPO-tuned GP and NARX prediction models for stormwater tank fill level prediction. In: FOGEL, Gary et a. (Hrsg.): Proc. IEEE Congress Evolutionary Computation (CEC), 2010, S. 1579–1586 [31] FLASCH, O. ; BARTZ-BEIELSTEIN, Th. ; KOCH, P. ; KONEN, W.: Clustering Based Niching for Genetic Programming in the R Environment. In: HOFFMANN, F. (Hrsg.) ; HÜLLERMEIER, E. (Hrsg.): Proceedings 20. Workshop Computational Intelligence, Universitätsverlag Karlsruhe, 2010, S. 33–46 36
6 Veröffentlichungen im Projekt [32] FLASCH, Oliver ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Sequential parameter optimization applied to evolutionary strategies for portfolio optimization. Third International Conference on Computational and Financial Econometrics (CFE 09) and Second Workshop of the ERCIM Working Group on Computing & Statistics (ERCIM 09). Limassol, Cyprus, October 2009 [33] FLASCH, Oliver ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Towards a Framework for the Empirical Analysis of Genetic Programming System Performance /Research Center CIOP (Computational Intelligence, Optimization and Data Mining). Version: May 2012. http://maanvs03.gm.fh-koeln.de/webpub/ CIOPReports.d/Flas12a.d/ciop0512.pdf . Faculty of Computer Science and Engineering Science, Cologne University of Applied Sciences, Germany, May 2012 (05/12). – CIOP Technical Report. – ISSN 2191–365X [34] FLASCH, Oliver ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: A Framework for the Empirical Analysis of Genetic Programming System Performance. In: RIOLO, Rick (Hrsg.) ; VLADISLAVLEVA, Ekaterina (Hrsg.) ; MOORE, Jason H. (Hrsg.): Genetic Programming Theory and Practice X. Ann Arbor, USA : Springer, Mai 2013 (in print) (Genetic and Evolutionary Computation) [35] FLASCH, Oliver ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; 1, Daniel B. ; KANTSCHIK, Wolfgang ; STRACHWITZ, Christian von: Results of the GECCO 2011 Industrial Challenge: Optimizing Foreign Exchange Trading Strategies /Research Center CIOP (Computational Intelligence, Optimization and Data Mining). Version: December 2011. http://maanvs03.gm.fh-koeln.de/webpub/CIOPReports.d/ Flas11a.d/Flas11a.pdf . Cologne University of Applied Science, Faculty of Computer Scienceand Engineering Science, December 2011 (10/11). – CIOP Technical Report. – ISSN 2191–365X [36] FLASCH, Oliver ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; DAVTYAN, Artur ; KOCH, Patrick ; KONEN, Wolfgang ; OYETOYAN, Tosin D. ; TAMUTAN, Michael: Comparing CI Methods for Prediction Models in Environmental Engineering /Research Center CIOP (Computational Intelligence, Optimization and Data Mining). Version:Feb 2010. http://maanvs03.gm.fh-koeln.de/webpub/CIOPReports.d/Flas10a.d/ ciop0210.pdf . Faculty of Computer Science and Engineering Science, Cologne University of Applied Sciences, Germany, Feb 2010 (02/10). – CIOP Technical Report. – ISSN 2191–365X [37] FLASCH, Oliver ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; KOCH, Patrick ; KONEN, Wolfgang: Genetic Programming Applied to Predictive Control in Environmental Engineering. In: HOFFMANN, Frank (Hrsg.) ; HÜLLERMEIER, Eyke (Hrsg.): Proceedings 19. Workshop Computational Intelligence. Karlsruhe : KIT Scientific Publishing, 2009, S. 101–113 [38] FLASCH, Oliver ; FRIESE, Martina ; VLADISLAVLEVA, Katya ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; MERSMANN, Olaf ; NAUJOKS, Boris ; STORK, Joerg ; ZAEFFERER, Martin: Comparing Ensemble-based Forecasting Methods for Smart-Metering Data. In: Conference on Applications of Evolutionary Computation (EvoApplications), Springer, 2013 (LNCS) [39] FLASCH, Oliver ; MERSMANN, Olaf ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: RGP: An Open Source Genetic Programming System for the R Environment. In: PELIKAN, Martin (Hrsg.) ; BRANKE, Jürgen (Hrsg.): Genetic and Evolutionary Computation Conference, GECCO 2010, Proceedings, Portland, Oregon, ACM, 2010, S. 2071–2072 [40] FRIESE, M.: GECCO 2012 Industrial Challenge. http://www.sigevo.org/gecco-2012/ competitions.html#ic. Version: 2012 37
6 Veröffentlichungen im Projekt [41] FRIESE, Martina ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; VLADISLAVLEVA, Katya ; FLASCH, Oliver ; MERSMANN, Olaf ; NAUJOKS, Boris ; ZAEFFERER, Martin ; STORK, Jörg: Ensemble-Based Model Selection for Smart Metering Data. In: HOFFMANN, Frank (Hrsg.) ; HÜLLERMEIER, Eyke (Hrsg.) ; Institut für Angewandte Informatik/Automatisierungstechnik am Karlsruher Institut für Technologie (Veranst.): Proceedings 22. Workshop Computational Intelligence Institut für Angewandte Informatik/Automatisierungstechnik am Karlsruher Institut für Technologie, KIT Scientific Publishing, 2012, S. 215–228 [42] FRIESE, Martina ; ZAEFFERER, Martin ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; FLASCH, Oliver ; KOCH, Patrick ; KONEN, Wolfgang ; NAUJOKS, Boris: Ensemble Based Optimization and Tuning Algorithms. In: HOFFMANN, F. (Hrsg.) ; HÜLLERMEIER, E. (Hrsg.): Proceedings 21. Workshop Computational Intelligence, Universitätsverlag Karlsruhe, 2011, S. 119–134 [43] HUTTER, Frank ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; HOOS, Holger ; LEYTON-BROWN, Kevin ; MURPHY, Kevin P.: Sequential Model-Based Parameter Optimisation: an Experimental Investigation of Automated and Interactive Approaches. In: BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas (Hrsg.) ; CHIARANDINI, Marco (Hrsg.) ; PAQUETE, Luis (Hrsg.) ; PREUSS, Mike (Hrsg.): Experimental Methods for the Analysis of Optimization Algorithms. Berlin, Heidelberg, New York : Springer, 2010, S. 361–414 [44] KOCH, Patrick ; KONEN, Wolfgang ; FLASCH, Oliver ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Optimization of Support Vector Regression Models for Stormwater Prediction. In: HOFFMANN, F. (Hrsg.) ; HÜLLERMEIER, E. (Hrsg.): Proceedings 20. Workshop Computational Intelligence, Universitätsverlag Karlsruhe, 2010, S. 146–160 [45] KOCH, Patrick ; KONEN, Wolfgang ; FLASCH, Oliver ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Optimizing Support Vector Machines for Stormwater Prediction. In: BARTZ-BEIELSTEIN, T. (Hrsg.) ; CHIARANDINI, M. (Hrsg.) ; PAQUETE, L. (Hrsg.) ; PREUSS, M. (Hrsg.): Proceedings of Workshop on Experimental Methods for the Assessment of Computational Systems joint to PPSN2010. TU Dortmund, 2010 ( TR10-2-007), 47–59 [46] KOCH, Patrick ; KONEN, Wolfgang ; NAUJOKS, Boris ; FLASCH, Oliver ; FRIESE, Martina ; ZAEFFERER, Martin ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Tuned Data Mining in R. In: HOFFMANN, F. (Hrsg.) ; HÜLLERMEIER, E. (Hrsg.): Proceedings 21. Workshop Computational Intelligence, Universitätsverlag Karlsruhe, 2011, S. 147–160 [47] KONEN, W. ; ZIMMER, T. ; BARTZ-BEIELSTEIN, T.: Optimized Modelling of Fill Levels in Stormwater Tanks Using CI-based Parameter Selection Schemes (in german). In: at-Automatisierungstechnik 57 (2009), Nr. 3, S. 155–166. http://dx.doi.org/10.1524/auto.2009.0756. – DOI 10.1524/auto.2009.0756 [48] KONEN, Wolfgang ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Reinforcement learning for games: failures and successes. In: GECCO ’09: Proceedings of the 11th Annual Conference Companion on Genetic and Evolutionary Computation Conference. New York, NY, USA : ACM, 2009, S. 2641–2648 [49] KONEN, Wolfgang ; KOCH, Patrick ; FLASCH, Oliver ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Parameter-Tuned Data Mining: A General Framework. In: HOFFMANN, F. (Hrsg.) ; HÜLLERMEIER, E. (Hrsg.): Proceedings 20. Workshop Computational Intelligence, Universitätsverlag Karlsruhe, 2010 [50] KONEN, Wolfgang ; KOCH, Patrick ; FLASCH, Oliver ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas ; FRIESE, Martina ; NAUJOKS, Boris: Tuned Data Mining: A Benchmark Study on Different Tuners. In: KRASNOGOR, Natalio (Hrsg.): GECCO ’11: Proceedings of the 13th Annual Conference on Genetic and Evolutionary Computation, 2011, S. 1995–2002 [51] MEHNEN, Jörn ; BARTZ-BEIELSTEIN, Thomas: Evolutionary Computation in Practice track at Genetic and Evolutionary Computation Conference (GECCO). http://www.sigevo.org/gecco-2010/ecp.html . Version: 2010 38
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