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Leitfaden im Trauerfall: Unterstützung beim Verlust eines Elternteils / einer erziehungsberechtigten Person: Projektbericht

Tres, Viviana; Wanner, Laura

Abstract

Im Auftrag der Schule Zofingen haben Viviana Tres und Laura Wanner das Projekt "Leitfaden im Trauerfall: Unterstützung beim Verlust eines Elternteils oder einer erziehungsberechtigten Person eines Schülers / einer Schülerin " erarbeitet. Dieser Leitfaden dient der Schulleitung und den Lehrpersonen der Schule Zofingen als Orientierungshilfe bei der Koordination im Falle eines Todesfalls von einem Elternteil oder einer erziehungsberechtigten Person einer Schülerin oder eines Schülers. Er enthält konkrete Handlungsempfehlungen, einen Methodenkoffer, vorformulierte Mitteilungen sowie Hinweise auf weiterführende Fachstellen. Der theoretische Bezugsrahmen behandelt die soziologische Systemtheorie nach Luhmann, die Theorie menschliche Grundbedürfnisse nach Obrecht und die Theorie Lebensbewältigung nach Böhnisch. Der Berufskodex der Sozialen Arbeit begründet unter anderem den Handlungsbedarf. Um die Bedürfnisse der Schulleitung und der Lehrperson zu eruieren, wurde durch Literaturrecherchen und Interviews eine Bedarfsanalyse erhoben. Das entstandene Produkt konnte abschliessend präsentiert und in einer ausgedruckten und digitalen Version an die Auftraggeberschaft übermittelt werden. Der Leitfaden kann beim Eintreten eines Todesfalls eines Elternteils eingesetzt werden und soll den Schüler*innen zur Unterstützung kommen.

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V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt V Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Modul 101 - Praxisprojekt Viviana Tres & Laura Wanner 31.08.2025 PROJEKTBERICHT: LEITFADEN IM TRAUERFALL: UNTERSTÜTZUNG BEIM VERLUST EINES ELTERNTEILS / EINER ERZIEHUNGSBERECHTIGTEN PERSON I Leitfaden im Trauerfall: Unterstützung beim Verlust eines Elternteils / einer erziehungsberechtigten Person Projektzeitraum von 26.04-25 bis 31.08.25 Viviana Tres und Laura Wanner Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Studienrichtung Sozialarbeit Begleitperson: Prof. Dr. Karin Andrea Stadelmann Eingereicht am: 31.08.2025 Diese Arbeit wurde am 25.09.2025 an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit eingereicht. Für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit wird durch die Hochschule Luzern keine Haftung übernommen. Studierende räumen der Hochschule Luzern Verwendungsund Verwertungsrechte an ihren im Rahmen des Studiums verfassten Arbeiten ein. Das Verwendungsund Verwertungsrecht der Studierenden an ihren Arbeiten bleibt gewahrt (Art. 34 der Studienordnung). Studentische Arbeiten der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit werden unter einer Creative Commons Lizenz im Repositorium veröffentlicht und sind frei zugänglich. 09-2022 Originaldokument gespeichert auf LARA – Lucerne Open Access Repository and Archive der Zentralund Hochschulbibliothek Luzern Urheberrechtlicher Hinweis: Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle NutzungKeine Bearbeitung 3.0 Schweiz (CC BY-NC-ND 3.0 CH) Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzuschauen, gehen Sie bitte zu https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten. Zu den folgenden Bedingungen: Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheberund Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders. Nicht kommerziell — Sie dürfen das Material nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Keine Bearbeitungen — Wenn Sie das Material remixen, verändern oder darauf anderweitig direkt aufbauen dürfen Sie die bearbeitete Fassung des Materials nicht verbreiten. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt. Jede der vorgenannten Bedingungen kann aufgehoben werden, sofern Sie die Einwilligung des Rechteinhabers dazu erhalten. Diese Lizenz lässt die Urheberpersönlichkeitsrechte nach Schweizer Recht unberührt. Eine ausführliche Fassung des Lizenzvertrags befindet sich unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch/legalcode.de Die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit empfiehlt diesen Projektbericht besonders zur Lektüre! V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt II Abstract Im Auftrag der Schule Zofingen haben Viviana Tres und Laura Wanner das Projekt „Leitfaden im Trauerfall: Unterstützung beim Verlust eines Elternteils oder einer erziehungsberechtigten Person eines Schülers / einer Schülerin “ erarbeitet. Dieser Leitfaden dient der Schulleitung und den Lehrpersonen der Schule Zofingen als Orientierungshilfe bei der Koordination im Falle eines Todesfalls von einem Elternteil oder einer erziehungsberechtigten Person einer Schülerin oder eines Schülers. Er enthält konkrete Handlungsempfehlungen, einen Methodenkoffer, vorformulierte Mitteilungen sowie Hinweise auf weiterführende Fachstellen. Der theoretische Bezugsrahmen behandelt die soziologische Systemtheorie nach Luhmann, die Theorie menschliche Grundbedürfnisse nach Obrecht und die Theorie Lebensbewältigung nach Böhnisch. Der Berufskodex der Sozialen Arbeit begründet unter anderem den Handlungsbedarf. Um die Bedürfnisse der Schulleitung und der Lehrperson zu eruieren, wurde durch Literaturrecherchen und Interviews eine Bedarfsanalyse erhoben. Das entstandene Produkt konnte abschliessend präsentiert und in einer ausgedruckten und digitalen Version an die Auftraggeberschaft übermittelt werden. Der Leitfaden kann beim Eintreten eines Todesfalls eines Elternteils eingesetzt werden und soll den Schüler*innen zur Unterstützung kommen. V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt III Inhalt 1. Einleitung .................................................................................................................... 1 1.1. Ausgangslage und aktuelle Situation ..................................................................... 2 1.2. Problemstellung/Fragestellung ............................................................................. 2 1.3. Projektmotivation und -begründung ...................................................................... 3 1.4. Aufbau des Berichts ............................................................................................. 3 2. Analyse der Situation - Theoretischer Bezugsrahmen .................................................... 3 2.1. Soziologische Systemtheorie nach L. Luhmann ..................................................... 4 2.2. Menschliche Grundbedürfnisse nach W. Obrecht ................................................. 4 3. Bestimmung, Bewertung und Begründung des Handlungsbedarfs aus Sicht der Sozialen Arbeit .................................................................................................................................. 6 3.1. Berufskodex der Sozialen Arbeit ........................................................................... 6 3.2. Gesetzliche Grundlagen ....................................................................................... 8 4. Projektmethodische Fundierung und Auswertung ......................................................... 9 4.1. Zielgruppe und Ziele ............................................................................................. 9 4.1.1. Teilziel 1 (Leistungsziel) .................................................................................. 11 4.1.2. Teilziel 2 (Wirkungsziel)................................................................................... 11 4.1.3. Teilziel 3 (Leistungsziel) .................................................................................. 11 4.1.4. Auswertung der Ziele ...................................................................................... 11 4.2. Projektaufbau .................................................................................................... 13 4.2.1. Aufgaben und Rollenverteilung ....................................................................... 13 4.2.2. Werte der Zusammenarbeit ............................................................................ 14 V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt IV 4.2.3. Auswertung des Projektaufbaus...................................................................... 14 4.2.4. Prozessorientierte Evaluation ......................................................................... 15 4.3. Projektablauf ..................................................................................................... 16 4.3.1. Auswertung des Projektablaufs ....................................................................... 19 4.3.2. Ressourcen und Risiken ................................................................................. 20 4.3.3. Auswertung Risiken ........................................................................................ 22 4.3.4. Budget ........................................................................................................... 23 4.3.5. Auswertung des Budgets ................................................................................ 23 5. Methodisches Vorgehen............................................................................................. 24 5.1. Systematische Literaturrecherche ...................................................................... 24 5.1.2. Ergebnisse der systematischen Literaturrecherche ......................................... 25 5.2. Interviewbefragungen ......................................................................................... 26 5.2.1. Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ................................................................ 27 5.2.2. Ergebnisse der Interviews ............................................................................... 29 6. Schlussteil ................................................................................................................ 30 6.2. Sicherung der Nachhaltigkeit .............................................................................. 30 6.3. Schlussfolgerungen und Perspektiven ................................................................ 31 7. Literaturund Quellenverzeichnis ............................................................................... 32 8. Anhang ...................................................................................................................... 34 V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt V Abbildungsund Tabellenverzeichnis Abbildung 1: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) ……………………………………………13 Tabelle 1: Zielbaum (eigene Darstellung) ………………………………………………………………………..10 Tabelle 2: Projektablauf (eigene Darstellung) ………………………………………………………….………16 Tabelle 3: SWOT-Analyse (eigene Darstellung) ……………………………………………………….……….20 Tabelle 4: Risikoanalyse (eigene Darstellung, Inhalt gem. (Gesundheitsförderung Schweiz, 2015)) ……………………………………………………………………………………………………………………….21 Tabelle 5: Risikobeurteilung (eigene Darstellung, Inhalt gem. (Gesundheitsförderung Schweiz, 2015 …………………………………………………………………………………………………………………………21 Tabelle 6: Budget (eigene Darstellung) …………………………………………………………..………………23 V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 1 1. Einleitung Das Projekt «Leitfaden im Trauerfall: Unterstützung beim Verlust eines Elternteils / einer erziehungsberechtigten Person», welches wir, Laura Wanner und Viviana Tres, zusammen erarbeiteten, entstand im Rahmen des Modul 101. Als Auftraggeberin stellte sich uns die Schule Zofingen zur Verfügung, die durch die Schulleiterin Tamara Kaufmann vertreten wurde. Sie war zu diesem Zeitpunkt Schulleiterin des Zyklus 2 für die 5. und 6. Klassen. Bei unserem Projekt handelt es sich um ein Entwicklungsprojekt. Denn unser Endprodukt ist der Leitfaden im Trauerfall. Dieser Leitfaden soll in erster Linie der Schulleitung der Primarschule Zofingen als Handlungshilfe in solch einer schweren Situation dienen. Weiter ist er auch eine Unterstützung für Lehrpersonen und im weitesten Sinne auch für die Schüler*innen. Das Projekt erstreckte sich über eine Zeitspanne von 720 Stunden, was pro Person einen zeitlichen Aufwand von 360 Stunden ergab. Die Schule Zofingen, welche die auftraggebende Organisation für unser Projekt ist, ist eine umfassende Bildungsinstitution, die Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten bis zur Oberstufe begleitet. Neben dem Hauptstandort in Zofingen gehört auch der Standort Mühlethal zur Schule. Die Primarstufe ist in drei Zyklen unterteilt, wobei jeder Zyklus eine eigene Schulleitung hat, die für die pädagogische und organisatorische Führung verantwortlich ist. Insgesamt umfasst die Schule 66 Klassen, verteilt auf vier Schulhäuser, und wird von rund 180 Lehrpersonen getragen (Schule Zofingen, o. J.). Im Zentrum der schulischen Arbeit steht eine qualitätsorientierte pädagogische Führung. Das Leitbild der Schule Zofingen legt besonderen Wert auf Qualitätsmanagement, die Eigenständigkeit der Schulhäuser sowie die Gesundheit aller Beteiligten. Die Schule fördert die Schülerinnen und Schüler individuell und ermöglicht ihnen eine bestmögliche Entwicklung entsprechend ihrer persönlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse (Schule Zofingen, o. J.). V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 8 3.2. Gesetzliche Grundlagen Art. 19 BV – Recht auf Grundschulunterricht Jede Person hat Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht. Durch den Eintritt eines Todesfalls wird das ganze Schulsystem in Anspruch genommen. Die Schulleitung, die Lehrperson und die Schüler*innen sind davon betroffen. Er stellt für die Betroffenen einen Ausnahmezustand dar. Trotzdem ist es die Pflicht der Schule gemäss Bundesverfassung Art. 19, «ausreichenden» Grundschulunterricht zu bieten. Ein Todesfall darf die ausreichende Bildung nicht beeinträchtigen. Durch den Todesfall wird das Teilsystem Schule irritiert. Diese Irritation hat Einfluss auf die weiteren Teilsysteme Lehrpersonen, Klasse, Schüler*innen. Wie bereits im Theorie-Teil der Systemtheorie nach Luhmann beschrieben, konnten die Lehrpersonen durch die Irritation den Bildungsauftrag nicht mehr vollständig ausführen (Berghaus, 2022, S. 62-63). SAR 411.211 - Verordnung über die Anstellung und Löhne der Lehrpersonen (VALL) Art. 5 Abs. 1 «Die Schulleitungen tragen die Führungsverantwortung für die ihnen unterstellten Lehrpersonen.» (Kanton Aargau, 2024b). Im vorliegenden Fall gemäss konnte die Schulleitung ihrer Verantwortung als Führung gegenüber der Lehrperson nicht nachkommen. Somit konnte die Schulleitung ihren gesetzlich vorgeschriebenen Auftrag nicht erfüllen. Duch den Todesfall konnte das Sicherheitsbedürfnis der Schulleitung nicht erfüllt werden, da keine klaren Handlungsvorgaben vorhanden waren. Dies führt gemäss W. Obrecht zu einem Orientierungsverlust, welcher wiederum die Führungsverantwortung zu Teilen beeinträchtigt hatte (Schmocker, 2015, S.8). V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 9 4. Projektmethodische Fundierung und Auswertung In diesem Abschnitt werden die Ziele, Zielgruppen, Projektaufbau, Projektablauf und die entsprechenden Auswertungen behandelt. 4.1. Zielgruppe und Ziele Primäre Zielgruppe: Schulleitung Die primäre Zielgruppe des Projekts ist die auftraggebende Schulleitung der Schule Zofingen. Der Leitfaden kann von der Schulleitung bei Situationen, wie sie oben beschrieben sind, als Unterstützung zur Hand genommen werden. Der Leitfaden soll einen Rahmen vorgeben, wie gehandelt werden kann und welche Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen. Zudem soll die Schulleitung Materialien und Methoden für die Klassenlehrperson bereithalten, damit diese in der Ausnahmesituation die Bildung gewährleisten können und die Klasse so wie die betroffene Schülerin oder den betroffenen Schüler auffangen können. Sekundäre Zielgruppe: Lehrpersonen Wie oben bereits erwähnt wollen die Schulleitungen die Lehrpersonen begleiten und unterstützen. Aus diesem Grund sind die Lehrpersonen die sekundäre Zielgruppe. Sie sind in der Klasse und im Kontakt mit den Erziehungsberechtigten. Die Lehrpersonen sollen Materialien und Methoden zur Verfügung bekommen, damit sie das Vorgefallene in der Klasse thematisieren und das betroffene Kind unterstützen können. Tertiäre Zielgruppe: Schüler*innen Als tertiäre Zielgruppe werden die Schüler*innen definiert. Wenn der Leitfaden von den Schulleitungen und den Lehrpersonen genutzt wird, profitiert sowohl die Klasse wie auch das betroffene Kind davon, weil die Klassenehrperson weiss, wie sie handeln kann. Die Klasse bekommt dadurch eine angemessene Begleitung und kann so ihre Anteilnahme zeigen. Das betroffene Kind wird im Rahmen der Schule aufgefangen. V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 10 Zielbaum: Fernziel In der Schweiz verfügen alle Schulen über ein einheitliches Konzept, das Schulleitungen und pädagogischen Fachkräften klare Handlungsleitlinien bietet, um bei Todesfällen im familiären Umfeld von Schüler*innen professionell zu reagieren. Dadurch wird eine schulübergreifende Kultur der Fürsorge und Unterstützung gefördert, in der betroffene Schüler*innen und ihr Umfeld in der Trauerarbeit begleitet werden. Hauptziel Ein Leitfaden für die Schulleitung der Primarstufe der Schule Zofingen ist entwickelt, welcher bei einem Todesfall einer erziehungsberechtigten Person von Schüler*innen eine angemessene und strukturierte Handlungsfähigkeit gewährleistet und gleichzeitig die betroffenen Zielgruppen bestmöglich unterstützt. Teilziel I Teilziel II Teilziel III «Es liegen praxisnahe Erkenntnisse vor, welche aus Interviews mit betroffenen Akteur*innen (Lehrperson, Expert*in, SL, SSA) stammen.» (Leistungsziel) «Es bestehen situationsgerechte Materialen sowie ein Methodenkatalog zur Handlungsunterstützung für Schulleitung und Lehrpersonen.» (Wirkungsziel) «Der Leitfaden ist erstellt, der Schulleitung präsentiert und übergeben.» (Leistungsziel) Indikatoren Indikatoren Indikatoren • Auseinandersetzung mit Literatur zu professioneller Interviewdurchführung ist erfolgt. • Es sind situationsgerechte Interviewfragen anhand der konsultierten Literatur erstellt. • Mind. drei Interviews mit betroffenen Akteur*innen sind durchgeführt. • Die Interviews sind ausgewertet und Erkenntnisse für den Leitfaden sind daraus abgeleitet. • Es sind eine Recherche und eine Zusammenfassung von max. fünf Büchern fachspezifischer Literatur für die Erstellung des Methodenkatalogs erfolgt. • Es sind mind. zwei situationsgerechte Kommunikationsvorlage n für die Schulleitung und die Lehrpersonen erstellt. • Im Leitfaden sind drei Fachstellen zur Triage aufgelistet. • Die Literatur für den Leitfaden ist zusammengefasst. • Der Leitfaden ist der Schulleitung präsentiert. • Der Leitfaden ist der auftraggebenden Organisation übergeben. Tabelle1: Zielbaum (eigene Darstellung (Willener, A. & Friz A., 2019, S. 187)) V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 11 4.1.1. Teilziel 1 (Leistungsziel) Die Durchführung der Interviews mit Lehrpersonen, Expert*innen, Schulleitung und der Fachstelle Schulsozialarbeit sollen praxisnahe Erfahrungen, Erkenntnisse und vorhandene Ressourcen für die Grundlage des Leitfadens liefern. Es soll einen Einblick in den schulischen Alltag bringen und die vorhandene Problemstellung aus anderen Sichtweisen beleuchten, damit im Leitfaden auf diese Themen eingegangen werden können. 4.1.2. Teilziel 2 (Wirkungsziel) Für eine praxisnahe Unterstützung der Schulleitung und Lehrpersonen sollen diverse Materialen in einem Methodenkoffer zusammengestellt werden. Zudem sind Kommunikationsvorlagen im Leitfaden zu finden, welche in herausfordernden Situationen angewendet werden können. Dieser Koffer soll ein praktisches Hilfsmittel für den Alltag der Lehrpersonen sein und basierend auf Fachliteratur zusammengestellt worden sein. 4.1.3. Teilziel 3 (Leistungsziel) Der Leitfaden wird zur Nutzung der Schulleitung und Lehrpersonen erstellt. Der Leitfaden wird der Schulleitung präsentiert, damit diese den Leitfaden als Orientierungshilfe und Handlungsunterstützung anwenden kann. Anschliessend wird die Rückmeldung der Schulleitung eingearbeitet und abschliessend wird der Leitfaden überreicht. 4.1.4. Auswertung der Ziele Das Hauptziel des Projekts, einen Leitfaden für die Schulleitung der Primarstufe der Schule Zofingen zu entwickeln, welcher bei einem Todesfall einer erziehungsberechtigten Person von Schüler*innen eine angemessene und strukturierte Handlungsfähigkeit gewährleistet und gleichzeitig die betroffenen Zielgruppen bestmöglich unterstützt, konnte erreicht werden. Die Teilziele konnten erfolgreich umgesetzt werden. Dies kann anhand der gesetzten und erreichten Indikatoren aufgezeigt werden. Im Einzelnen kann erkennt werden, dass das 1. Teilziel als Leistungsziel ein wichtiger Schritt für das Endprodukt war. Durch die Auseinandersetzung mit Literatur zur Interviewführung konnten wir adressat*innengerechte Interviews erstellen und mit drei Interviewpartner*innen durchführen. Die Erkenntnisse daraus wurden zu unserer Basis des Leitfadens. Wir konnten die Problematik und die dazu gewünschte Veränderung für die Alltagsarbeit der Zielgruppen erkennen und auf diese im Leitfaden eingehen. Ein Interview mit einer Expertin oder einem V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 12 Experten hat sich leider nicht ergeben, da wir mehrere Fachstellen kontaktiert haben, doch leider nur Absagen oder keine Antworten erhielten. Durch das Erarbeiten des oben beschriebenen Teilziels konnte anhand der gewonnenen Erkenntnisse fachspezifische Literatur für das 2. Teilziel ausgewählt werden. Der Indikator von maximal fünf fachspezifischen Büchern wurde angemessen berechnet, da die vorhergesehene Zeit für das Lesen und Zusammenfassen von drei Büchern in Anspruch nahm. Zudem konnten anhand der gelesenen Literatur drei Kommunikationsvorlagen im Leitfaden erstellt werden und womit der Indikator von mindestens zwei Vorlagen übertroffen wurde. Das letzte Leistungsziel als 3. Teilziel konnte fast erfolgreich abgeschlossen werden. Die Schulleitung erhielt den Leitfaden, welcher nach Rückmeldung zufriedenstellend ist. Es wurden allerdings nur zwei Fachstellen integriert, da nach dene Gesprächen mit dem schulpsychologischen Dienst und der Schulsozialarbeit klar wurde, dass diese für weitere Triagen zuständig sind. Die Schulleitung erhielt eine ausführliche Präsentation und nach dem Klären der Rückfragen sowie diversen Anpassungen konnte der Leitfaden der Schulleitung übergeben werden. Zusammenfassend kann bei der Evaluation der Ziele gesagt werden, dass die Schulleitung und die Lehrpersonen durch das Nutzen des Leitfadens eine strukturierte Handlungsfähigkeit gewährleistet werden kann. Auf die dargestellte Problematik der Ausgangslage konnte wirkungsvoll eingegangen und eine zweckmässige Lösung umgesetzt werden. Die gesetzten Ziele konnten grössten Teils erfolgreich erarbeitet werden. Die Indikatoren waren zweckmässig gewählt und in realistischen Anzahlen definiert. V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 13 4.2. Projektaufbau Folgend werden alle am Projekt beteiligten Personen und deren Zusammenarbeit aufgezeigt. Abbildung 1: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) 4.2.1. Aufgaben und Rollenverteilung Auf der strategischen Ebene haben wir unsere auftraggebende Organisation, die Schule Zofingen. Diese wurde durch die Steuerperson Tamara Kaufmann vertreten. Der Einfachheit halber und aus Ressourcen-Gründen hat sich das Kollegium der Schulleiterinnen und Schulleiter der Schule Zofingen entschieden, keine Steuergruppe zu stellen, sondern nur eine Steuerperson. Die Steuerperson brachte viel Wissen zur Organisation mit in das Projekt. Auf der operativen Ebene waren wir, Laura Wanner und Viviana Tres: Wir bildeten zusammen die Projektleitung. Unsere Hauptaufgabe war die Erarbeitung und die Umsetzung des Projekts. Eine weitere Aufgabe waren die Vorund Nachbereitungen von diversen Sitzungen, sowie die Durchführung. Aber auch die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteur*innen, welche am Projekt beteiligt waren. Als Begleitperson der HSLU wurde uns Karin Stadelmann zugeteilt. Frau Stadelmann unterstützte uns bei fachlichen Fragen zum Projekt und zu unserem Vorgehen. In einigen V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 14 wenigen Sitzungen konnten wir auch Fragen klären und sie konnte uns mit ihrem breiten Fachwissen Inputs geben. Ihre Funktion war begleitend und beratend. 4.2.2. Werte der Zusammenarbeit In unserem Projektteam legten wir während dem ganzen Projekts Wert auf Ehrlichkeit, Offenheit und Verlässlichkeit. Indem wir uns immer wieder Termine einplanten, schufen wir Raum für einen regelmässigen Austausch. Eine Kommunikation, welche lösungsorientiert und wertschätzend ist, war uns von Anfang an besonders wichtig. Uns war es beiden wichtig, eine wohlwollende Atmosphäre im Team zu haben und das gegenseitige Verständnis zu fördern. Somit gingen wir stets achtsam miteinander um und konnten auch dadurch unsere Verpflichtungen und Abmachungen verantwortungsvoll wahrnehmen. Auch in Momenten, in welchen es für die eine oder andere schwieriger war, sich auf das Projekt einzulassen, konnten wir das Verständnis für die Situation der anderen aufbringen. Dies half uns auch immer wieder, die Motivation für das Projekt zu finden. Denn zum einen hatten wir eine hervorragende Zusammenarbeit und zum anderen Ziele, welche wir uns gesetzt hatten. Das gegenseitige Vertrauen war bereits zu Beginn der Projektentwicklungsphase vorhanden und legte den Grundbaustein unseres Arbeitsbündnisses. 4.2.3. Auswertung des Projektaufbaus Der Projektaufbau stellte sich als zufriedenstellend dar. Die am Projekt beteiligten Akteur*innen hatten eine gute Kommunikation untereinander, was die Zusammenarbeit erleichterte. Dass am Projekt insgesamt nur vier Personen direkt beteiligt waren, erleichterte die Arbeitswege. Allenfalls wäre es trotzdem in gewissen Situationen interessant gewesen, man hätte eine Echogruppe gebildet, in welcher zum Beispiel ein Mitglied der Schulsozialarbeit dabei gewesen wäre. Durch eine solche Echogruppe wären die Feedbacks möglicherweise differenzierter ausgefallen und man hätte den Blick der Sozialen Arbeit spezifischer in das Projekt einbeziehen können. Jedoch hätten auch Schwierigkeiten entstehen können, da es sich bei der Schulleitung und der Schulsozialarbeit um zwei unterschiedliche Professionen handelt. Es war für uns sehr hilfreich, dass die Steuerperson Tamara Kaufmann wirklich zu fast jederzeit verfügbar war. Die Kommunikation mit ihr war sehr angenehm. Auch Kleinigkeiten konnten über Mail oder auch vereinzelt zwischen Tür und Angel sehr rasch geklärt werden. Wir merkten auch, dass Tamara Kaufmann uns sehr viel Vertrauen entgegenbrachte, was das Projekt betraf. Wir waren in der Gestaltung dadurch sehr frei und konnten mit ihr besprechen, ob unsere Überlegungen auch für sie stimmig sind. V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 15 Frau Stadelmann als unsere Begleitperson nahm die Begleitung im Auftrag der HSLU wahr. Auch bei ihr konnten wir bei Fragen eine E-Mail schreiben und hatten so einen niederschwelligen Austausch. Die Terminfindung gestaltete sich eher schwierig, dies jedoch aus verständlichen Gründen, da immer drei bis vier Personen an den Sitzungen beteiligt waren, welche auch sonstigen Verpflichtungen nachgehen mussten. Nichts destotrotz konnte immer ein passender Termin gefunden werden und die Sitzungen konnten im geplanten Rahmen stattfinden. Die im vorherigen Kapitel definierten Werte der Zusammenarbeit konnten erfreulicherweise stets erfüllt werden. Die regelmässigen Austausche waren für die Erarbeitung des Projekts von grosser Bedeutung. Sie fanden persönlich oder über Zoom statt und konnten so eine Transparenz sicherstellen. Der regelmässige Austausch half, die Effizienz im Projekt zu gewährleisten. Es war von grosser Bedeutung, dass sich die Projektleitung auch auf einer persönlichen Ebene gut verstand. Dies half dabei, Verständnis aufzubringen, wenn es manchmal eine schwere Phase zu bewältigen gab. Die Aufgabenteilung konnte fair gemacht werde, so wie es den Beteiligten von ihrer sonstigen Belastung möglich war und so, dass im Endeffekt beide Parteien gleichberechtigt am Projekt beteiligt waren. 4.2.4. Prozessorientierte Evaluation Unsere Meilensteinsitzungen waren nach den fünf Fragen nach Heiner (1994, S.135) aufgebaut. So konnte eine übersichtliche Sitzung durchgeführt werden, bei welcher vor allem die Steuerperson Tamara Kaufmann mitteilen konnte, ob sie das aktuelle Vorgehen unterstützt bzw. ob es noch wünschenswerte Punkte gibt. So hatte die Projektleitung stets einen engen Austausch und konnte auch der Steuerperson eine transparente Übersicht bieten. Es zeigte sich, dass Tamara Kaufmann uns grosses Vertrauern betreffend der Umsetzung des Projekts entgegenbrachte, denn es waren wenige Wünsche von ihrer Seite vorhanden. So konnten wir frei arbeiten und von Zeit zu Zeit bei ihr abholen, ob wir uns auf einem guten Weg befinden. Oft wurde das Zeitgefäss von einer Stunde nicht ganz ausgefüllt, dies aus dem oben genannten Grund, dass von der Schulleitung her keine direkten Vorstellungen vorhanden waren. Sollte die Projektleitung nochmals in einem Projekt zusammenarbeiten, möchten wir uns noch mehr Zeit nehmen für die Evaluation der Meilensteinsitzungen und dies auch mit der Steuerperson direkt im Gespräch anschauen und die Sitzungen nicht nur nach dem Modell durchführen. V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 16 4.3. Projektablauf Das Projekt ist in vier aufeinander aufbauende und aufeinander folgende Phasen gegliedert. Die Projektplanung wurde von den Zielen in Arbeitsschritte und Aktivitäten abgeleitet und Meilensteine wurden zur Kontrolle eingeplant. Die nachfolgende Darstellung diente uns als visualisierten Projektstrukturplan und zeigt die detaillierte Planung auf. KW 18 KW 19 KW 20 KW 21 KW 22 KW 23 KW 24 KW 25 KW 26 KW 27 KW 28 KW 29 KW 30 KW 31 KW 32 KW 33 KW 34 KW 35 KW 36 1 1 1 1 1 2 3 2 6 6 2 1 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 1 2 2 3 3 2 3 1 0 2 3 1 1 1 2 5 5 1 2 2 8 0 0 4 0 4 0 1 2 0 0 4 4 4 6 6 5 5 2 6 8 8 2 2 3 3 2 2 10 10 0.5 0.5 25 25 2 0 5 0 8 0 0 7 5 5 6 2 5 5 15 15 6 6 2 515 2 6 0 2 5 5 4 4 Interview: Schulleiterin Tamara Kaufmann (inkl. 1h Reisezeit) Transkription/ Dokumentation, Strukturlegetechnik Interviews Zusammenfassung Interview Schulleitung Literatur Transkription, Dokumentation, Zusammenfassen qualitative Analyse nach Mayring bei Transkription LP, Team LP (Online-Befragung) qualitative Analyse nach Mayring bei Zusammenfassung Expert:in Analyse Zusammenfassung SSA, Schulleitung, Gegencheck lesen Erkenntnisse von Analysen vergleichen und auswerten Fachstellen Anfragen Mail/Telefon Zusammenfassungen Trauer Projektleitersitzung (wöchentlich Juni, 1 Mal Begleitperson dabei, je 2h Reisezeit von der Projektleitung) Recherche Literatur in Anlehnung nach systematische Literaturanalyse 4 Bücher auswählen und besorgen Bücher lesen Recherche Fachstellen Nähe Schulhaus Recherche Literatur Methoden Zusammenfassung ausgewählter Methoden 25.- 31.Aug 01.- 07.Sep Vorbereitung Kick off Aktivitäten Vorbereitung: Koordination Interviewtermine (LP,Team,SSA, Expert*in) 14.- 20.Jul 21.- 27.Jul 28.Jul03.Aug 04.- 10.Aug 11.- 17.Aug 18.- 24.Aug 02.- 08.Jun 28.Apr04.Mai 05.- 11.Mai 12.-18. Mai 19.-25. Mai 26.Mai01.Jun 09.- 15.Jun 16.- 22.Jun 23.- 29.Jun 30.Jun06.Jul 1. Coaching Karin Stadelmann Kickoff mit Schulleitung & Begleitperson, unterschreiben Auftragsvereinabrung (inkl. 1h Reisezeit) 07.- 13.Jul Transkription: Interview LP Zusammenfassung: Interview Teamsitzung Projektphasen Arbeitsschritte Lead Viviana Tres Laura Wanner Karin Stadelmann Status Datum Interview Lehrperson (inkl. 1h Reisezeit pro Person) Leitfaden Interview: Teamsitzung LP Recherche Literatur Interviewtechnicken Leitfaden Interview: Lehrperson Erhebungsund Auswertungsphase Zusammenfassung: Interview SSA Leitfaden Interview Schulleitung: Trauerkultur Schulhaus April KW Interview Teamsitzung LP (inkl. 1h Reisezeit) Interview SSA (inkl. 1h Reisezeit) Vorbereitung Meilensteinsitzung Nachbearbeitung Meilensteinsitzung Literatur nach Mayring lesen qualitatvie Analyse der Interviews Zusammenfassungen Methoden Leitfaden Online-Befragung: Team LP 1. Meilenstein mit Steuergruppe: Präsentation Erkenntinsse Interviews, Recherchen, Vorschau und Bestätigung fürs Weiterarbeiten einholen (inkl. 1h Reisezeit pro Person) Selbstständige Recherche Literatur Umgang Trauer Zusammentragen aller Recherchen/ Zusammenfassungen Recherche Fachstellen Zusammenfassung von Literatur Umgang Trauer oder Gegencheck Recherche Methodenkoffer Erstellung Liste für Inhalt Methodenkoffer Wording mit Kindern 4 ausgewählten Bücher zusammenfassen Leitfaden Interview: Expert:in Trauerphase nach Entwicklung bei Kindern Soziale Arbeit und Umgang Trauer Todesverständnis bei Kindern Grundlagen Umgang Sterben Wissenaneignungsphase Online-Befragung: Mails versenden Leitfaden Interview SSA Interview Expert*in Projektleitersitzung (wöchentlich Mai, 1 Mal Begleitperson dabei) Online-Befragung zusammentragen Zusammenfassung: Interview Expert*in Vorbereitung Interviews Einwilligungserklärungen erstellen Durchführung Interviews V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 17 Tabelle 2: Projektablauf (eigene Darstellung) Erhebungsund Auswertungsphase In der ersten Phase der Projektumsetzung geht es um die systematische Datenerhebung und die darauffolgende Analyse. Wir verfolgen das Ziel, aus den geführten Interviews gezielte und relevante Erkenntnisse herauszufiltern, welche als fachliche Grundlage für die weiteren Projektphasen dienen. Die ersten Schritte werden zur Interviewvorbereitung gemacht. Dies beinhaltet das Recherchieren einer qualitativen Methode zur Interviewbefragung und das Aneignen von Interviewtechniken, damit unterschiedliche Interviewarten und Fragen erstellt werden können, da die Interviewpartner*innen verschiedene professionelle Hintergründe und Bezüge zur Situation mitbringen. Geplant waren zwei qualitative Interviews und eine offene Befragung mit anschliessender Online-Befragung mit dem Lehrpersonenteam. Die OnlineBefragung dient zur Nachfrage für weitere spätere Überlegungen oder Rückmeldungen. Nach den Interviews findet eine Projektleiterinnensitzung statt, um die Durchführung der Interviews gemeinsam zu reflektieren. Anschliessend folgt die Transkription der Interviews. Die Transkriptionen werden anhand der qualitativen Analyse nach Mayring ausgewertet. Durch diese Analyse werden Erkenntnisse gewonnen, welche uns aufzeigen, wo Recherchebedarf 4 4 1 3 2 2 3 3 2 2 2 1 10 2 2 7 6 2 5 2 5 1 1.5 6 2 6 6 2 1.5 2 6 6 5 5 3 3 0 0 6 5 5 2 1 10 8 0.5 7 7 5 5 2 2 4 4 3 3 0.5 0.5 1.5 2 2 1 1 2 2 2 5 5 25 25 10 10 15 15 5 5 5 1 1 360 360 20 Total: Präsentation Produkt Verfassung Projektbericht Projektjournal führen Puffer für Unvorhergesehenes Evaluation Steuergruppe Evaluation Projekleitung Präsentation üben Präsentieren und Erklären: Schulleitung (inkl. 1h Reisezeit pro Person) Erstellung finales Produkt und Übergabe Schulleitung Feedback Schulleitung Umsetzung Druck und Bindung Übergabe finales Produkt (inkl. 1h Reisezeit) Präsentation vorbereiten Evaluation Puffer für Coachingsitzungen Abschluss Abgabe HSLU Projektleitersitzung (wöchentlich August) Evaluation mit Begleitperson Produktentwicklungsphase Kapitel: Methodenkoffer (Rituale), Gegencheck Kapitel: Zugänge Kinder, Gegencheck weitere Kapitel & Anhang Methodenkoffer Materialien einkaufen gemeinsam Methodenkoffer Praxis erstellen, gemeinsam Quellenangaben Einzeln Produktentwicklung Leitfaden Projektleitersitzung (wöchentlich Juli, inkl. 2h Reisezeit pro Person) Kapitel: Kommunikation: Briefe und Mitteilungen erstellen, Gegencheck Kapitel Umgang Schule/Werte, Gegencheck Formatierung, Gegenkontrolle Abschlussphase Kapitel: Wiedereingliederung Schulalltag, Gegencheck Kapitel: Trauerphasen nach Entwicklung, Gegencheck Kapitel: Fachstellen, Gegencheck Nachbearbeitung Meilensteinsitzung 2. Meilenstein mit Steuergruppe: Präsentation Zusammenfassung Recherche und Inhaltsentwurf, Bestätigung einholen fürs Weiterarbeiten (inkl. 1h Reisezeit pro Person) Vorbereitung Meilensteinsitzung Feedback Begleitperson Umsetzung, Gegencheck Überprüfung Endprodukt und Umsetzung Feedbacks von 2 Gegenlesenden Personen Erstellung 1. Variante finales Produkt Druck Produktplanung Endfassung Überprüfung durch Begleitperson Gestalung Leitfaden Inhaltsverzeichnis erstellen mit Auswertung Analyse Einleitung Kapitel: Abläufe bei Todesfall Eltern, Erziehungsberechtigten, Gegencheck V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 24 5. Methodisches Vorgehen Die Erstellung des Produkts setzte eine vorgängige Datenerhebung anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring vor. Zudem wurde eine systemische Literaturanalyse durchgeführt, um eine fundierte Grundlage für die thematische Ausarbeitung zu erhalten. 5.1. Systematische Literaturrecherche Um unser Projekt umsetzen zu können, mussten wir Literatur konsultieren, da uns bewusst war, dass es zu unserem Thema bereits viel Literatur gab. Um diese Literatur einschränken zu können, beziehungsweise eine Strategie dahinter zu haben, entschieden wir uns für eine systematische Literaturrecherche. Da wir nicht unbegrenzt viele Stunden für unser Projekt zur Verfügung hatten, entschieden wir uns, eine angepasste Form der systematischen Literaturrecherche durchzuführen. 1. Forschungsfrage und Rechercheziel definieren Unser Ziel war es, über die Literaturrecherche als erster Schritt uns ins Thema Trauer bei Kindern einzulesen. Daraus entwickelte sich die Frage: Wie trauern Kinder in unterschiedlichen Altersstufen? Als zweiten Schritt widmeten wir uns dem pädagogischen Umgang mit Trauer an Schulen. Die Frage lautete: Wie können pädagogische Fachkräfte Kinder in Trauer begleiten? 2. Einund Ausschlusskriterien Wir hatten mit der Schulleitung in der Auftragsvereinbarung klar definiert, dass es sich bei unserem Projekt nur um einen Leitfaden im Trauerfall handelt, für die Situation, wenn ein Elternteil oder eine erziehungsberechtigte Person eines Schülers, einer Schülerin verstirbt. Somit haben wir die Situation, wenn eine Lehrperson oder ein*e Schüler*in verstirbt ausgeschlossen. Ebenfalls haben wir ausgeschlossen, dass es sich in unserem Leitfaden um eine religiöse Trauerbegleitung handelt. Auch wurde die Thematik von Suizid ausgeschlossen, beziehungsweise sollte diese nicht explizit behandelt werden. 3. Datenbanken Hauptsächlich haben wir mit der Datenbank der Hochschule Luzern Swisscovery gearbeitet. Es war uns wichtig, dass wir eine Datenbank haben, bei welcher wir sicherlich Zugriff auf die Literatur erhalten. Weiter haben wir mit der Google Suchmaschine gearbeitet oder direkt über Fachgeschäfte nach entsprechender Literatur gesucht. V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 25 4. Suchkomponenten definieren Nach den folgenden Begriffen haben wir gesucht: Trauer, Trauer bei Kindern, Trauer und Pädagogik, Trauer an Schulen, Sterben Schule, Umgang mit Trauer, Kindertrauer 5. Suchstring festlegen Diesen Schritt haben wir nicht durchgeführt. 6. Durchführung der Recherche Bei der Eingabe der Suchbegriffe sind wir sehr schnell fündig geworden. Wir haben uns auch darauf geachtet, welche Literatur immer wieder bei diversen Suchbegriffen vorgekommen ist. So haben wir uns dann auch für die entsprechenden Bücher entschieden. Auch weitere Literatur, welche sicherlich passend gewesen wäre, haben wir konsultiert, jedoch aus zeitlichen Gründen nicht genauer gelesen oder in den Leitfaden eingebaut. 7. Dokumentation Dieser Punkt ging bei unserer Recherche unter. Wir waren zu stark darauf fokussiert, möglichst schnell an Resultate zu kommen. Durchgeführt wurde die Systematische Literaturrecherche anhand der Arbeit von Dr. Eleonore A. Heil (2020) der Justus-Liebig-Universität Giessen. 5.1.2. Ergebnisse der systematischen Literaturrecherche Durch die angepasste Form der systematischen Literaturrecherche sind wir auf diverse passende Literatur gestossen. Wir haben für unser Projekt unterschiedliche Bücher, Artikel sowie Arbeitshefte von anderen Schulen verwendet. Dabei war es immer wieder wichtig zu schauen, dass die Ausschlusskriterien klar eingehalten wurden. Denn oft war die Literatur so aufgebaut, dass es immer zu unterschiedlichen Themen, die mit dem Thema Tod und Trauer zu tun haben, Inhalte hatte. Diese mussten wir rausfiltern. Auch war es gerade über die GoogleSuchmaschine herausfordernd zu erkennen, welches verlässliche Quellen sind, welche wir für unser Projekt benutzen können. V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 26 Folgende Literatur haben wir schlussendlich verwendet: Kachler, R. (2024). Kinder im Verlustschmerz begleiten: Hypnosystemische, traumafundierte Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen (Zweite Auflage). Klett-Cotta. Michel, K. (2011). Tod und Trauer in der Schule: Eine Handreichung. Trauernde Kinder Schleswig-Holstein e. V. Steffens, U. (2024). Trauer bei Kindern pädagogisch begleiten. Herder. Wendewardt, L. & Cantzler, A. (2022). Sich seiner Selbst Bewusstsein. Herder. Für ein weiteres Projekt können wir bei der Literaturrecherche sicherlich noch mehr in die Tiefe gehen. Trotzdem haben wir anhand der erwähnten Literatur uns einen guten Überblick verschaffen. 5.2. Interviewbefragungen Um für die Schule Zofingen einen Leitfaden zu erstellen, welcher auf ihre Bedürfnisse angepasst ist, wurden Interviews mit betroffenen Personen durchgeführt. Zum einen war dies die Lehrperson, welche direkt vom Fall der Ausgangslage betroffen war. Aber auch mit der Teamleiterin der Schulsozialarbeit führten wir ein Interview durch, um herauszufinden, wie sie aus Sicht als Professionelle der Sozialen Arbeit die Situation wahrgenommen hat. Um uns noch eine breitere Übersicht zu verschaffen, führten wir an einer Sitzung der Primarstufenlehrpersonen ebenfalls eine Befragung durch, so konnten wir eine umfängliche Übersicht der Bedürfnisse sicherstellen. Da wir zwei qualitative Interviews durchführen wollten war es uns wichtig, Offenheit zu bieten, in dem wir möglichst offene Fragen formulieren. Da wir bei beiden Einzelinterviews von einer klaren Problemstellung ausgegangen sind, haben wir mit beiden Personen ein problemzentriertes Interview durchgeführt. Die verschiedenen Aspekte des Problems konnten auf einer dialogischen und gleichberechtigten Weise angeschaut werden (Schreier et al., 2023, S. 252-259). An der Lehrepersonen Sitzung führten wir eine schriftliche offene Befragung durch. Auch hierbei handelt es sich um eine qualitative Methode. Uns schien es wichtig, wie bereits erwähnt auf die Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen. Darum wurden qualitative Methoden und keine quantitativen Methoden angewendet. Für die Durchführung der offenen Befragung haben wir pro Klassenstufe die gleichen drei Fragen gestellt. So konnten wir zum einen die Bedürfnisse V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 27 anhand der Klassenstufen vergleichen, konnten aber auch eine gewisse Anonymität der Personen wahren. Dadurch hofften wir auf mehr Offenheit, da es sich um ein doch eher tabuisiertes Thema handelt (Schreier et al., 2023, S. 267-268). Zirka zwei Wochen nach der Befragung haben wir den Teilnehmenden noch per Onlineumfrage die Möglichkeit gegeben, allfällige weitere Gedanken zum Thema mitzuteilen. Auch hier wieder anonym. 5.2.1. Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring Für die Produktentwicklung wurden, wie in Kapitel 5.2 bereits erwähnt, im Vorherein Interviews mit Fachpersonen aus der Schule durchgeführt. Bei den Interviews wurde anschliessend die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (1994) angewendet (S.165). Dazu erfolgte die systemische Auswertung anhand der Bildung von Hauptkategorien des Transkripts und bei den Zusammenfassungen der Interviews. Das Ziel dabei war es, wichtiges Datenmaterial hervorzuheben, um das Inhaltsverzeichnis des Leitfadens zu erstellen und eine gezielte Literaturrecherche durchführen zu können. Die Analyse erfolgte in einer abgeschwächten Form auf die Grösse des Projekts angepasst. Als erster Schritt wurde das vorhandene Material bestimmt und eine Fragestellung formuliert. Die Fragestellung sollte die Auswahl der Hauptkategorien in einem ersten Schritt einschränken. Aus den Antworten wurden Stichworte zu den Kategorien herausgearbeitet. Somit konnten anschliessend aus der Analyse Ergebnisse und Gemeinsamkeiten gezogen werden, welche für das Erstellen des Leitfadens essenziell waren (ebd.). Folgendermassen wurde dieser Prozess bei den Interviews angewendet: Transkription betroffene Lehrperson: Material: Transkription eines Interviews mit der betroffenen Lehrperson Fragestellung: Welche Erfahrungen wurde im Fall gesammelt und welche Verbesserungswünsche sind vorhanden? Hauptkategorien mit Worten aus dem Interview: 1. Kommunikationsfluss: Nicht gut gelaufen, Kontakt Familie, Schulleitung als Kontakt Familie, Schulleitung übernimmt Verantwortung, Todesinformation per WhatsApp, Information in Weihnachtsferien, kein Notfall, Mail, andere Lehrpersonen später, bessere Kommunikation V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 28 2. Umgang Schüler: Nicht darauf ansprechen, Wunsch Familie, Konstante in der Schule, Situation hat Einfluss, Elterngespräch, Leistung hat nachgelassen, das Beste daraus machen 3. Unterstützung: Kind zur SSA, keine konkreten Massnahmen vorhanden, klarer Ablauf, Informationsfluss, Kondolenzkarte, Ansprechperson Familie, Klassenklima, Fachwissen, Bücher, Methoden Zusammenfassung Interview Team Lehrpersonen: Material: Zusammenfassung des Interviews mit dem Lehrpersonenteam Fragestellung: Welche Ressourcen und Unterstützungsmöglichkeiten sind bereits vorhanden und welche Wünsche haben die praxisnahen Fachpersonen für den Leitfaden? Hauptkategorien mit Worten aus dem Interview: 1. Vorhandene Ressourcen: SSA, Bücher Stadtbibliothek, kantonales Care-Team, Rückzugsmöglichkeit schaffen, Elternkontakt, Gespräche mit LP anbieten, Möglichkeit zu Hause bleiben, Geschichten thematisieren, Abschiedsritual mit Klasse, im Klassenrat besprechen, Rituale (Kerzen anzünden), Schulalttag bewahren 2. Unterstützungswünsche: Leitfaden, Material zum Thema, Trauerbox bei SSA, Besuch externer Fachperson, Coaching LP, wissen wem was kommuniziert werden darf, SSA können Fachstellen vermitteln, LP darf selbst entscheiden: Test/Absenzen, Sitzung mit LP und SL, Fachstellen für Eltern, Workshops, Telefonnummern, Übersichtsblatt, Räume und Personen zur Verfügung bekommen, Nachteilsausgleich (NTA) anwenden dürfen, Notfallseelsorge 3. Themen für den Leitfaden: Kommunikationsfluss, Ablauf, Fachstellen, Kompetenzen Entscheidungen, Dauer, Literaturliste, Careteam Transkription Schulsozialarbeiterin: Material: Transkription eines Interviews mit der Schulsozialarbeiterin Fragestellung: Wie beschreibt die SSA ihre Rolle und Handlungsoptionen bei einem Todesfall in der Familie eines Schülers und welche Themen sollten im Leitfaden vertreten sein? V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 29 Hauptkategorien mit Worten aus dem Interview: 1. Rolle SSA: Fokus Kind, systemischer Blick, triagieren zu externen Fachstellen (SPD mit Care Team, psychoonkologische Beratungsstelle Spital), Spiele für das Kind, Buch zum Thema Trauer, Coaching Kind/Eltern, Coaching/Unterstützung Lehrpersonen 2. Themen für den Leitfaden: Systemische Sicht einbauen: ganzes Familiensystem beachten, Koordination von Aufgabenverteilungen, Fachstellen auflisten, Entwicklungspsychologische Einordnung des Todes bei Kindern, Time-Out Karte für Schulkind, Trauercafé Oftringen 3. Selbstfürsorge: Abgrenzung Lehrpersonen und Schulleitung, Grenzen SSA erkennen, Triggerpunkte wahrnehmen, professionell handeln und Unterstützung holen bei Bedarf 5.2.2. Ergebnisse der Interviews Die Ergenisse der Anwednung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring auf die Interviews wurden folgenderweise ausgewertet: Auswertung Transkription betroffenen Lehrperson Bei der Auswertung des Interviews mit der betroffenen Lehrperson haben wir eine Fragestellung kreiert, welche uns helfen sollte, die Erfahrungen der betroffenen Lehrperson zu sammeln und was sie sich für den Leitfaden wünscht. Beim zweiten Schritt der Erstellung der Hauptkategorien anhand der Antworten, machten wir die Erkenntnis, dass wir die Fragestellung nicht vollständig beantworten können. Im Interview wurde von uns zu wenig nach den Wünschen für den Leitfaden nachgefragt. Somit konnten wir zwar herausfinden, dass es einige negative Erfahrungen gegeben hat, konnten allerdings keine konkrete Unterstützungswünsche für die Zukunft entnehmen. Wir haben aus den negativen Erfahrungen wie beispielsweise «keinen abgestimmten Kommunikationsfluss» herausgenommen, dass die Aufgabenverteilung für die Kommunikation intern und mit der Familie besser definiert werden sollte. Auswertung Zusammenfassung Interview Team Lehrpersonen Die Fragestellung konnte anhand der Angaben der Lehrpersonen angemessen beantwortet werden. Im Rahmen der Datenerhebung zeigte sich, dass die Lehrpersonen hinsichtlich gewünschter Unterstützungsangeboten klare Vorstellungen äusserten. Zudem wurde ersichtlich, dass bereits bestehende Ressourcen vorhanden sind, auf welche im Leitfaden V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 30 gezielt hingewiesen werden konnten. Das Thema Trauer in der Schule ist bei den Lehrpersonen präsent und der Wunsch nach einem strukturierten Leitfaden wurde ersichtlich. Auswertung Transkription Schulsozialarbeiterin Das Interview mit der Schulsozialarbeit (SSA) ermöglichte eine Klärung der Rolle, welchen Teil die SSA in den entsprechenden Fällen übernimmt. Zudem ergaben sich wichtige Hinweise für die Gestaltung des Leitfadens, wie beispielsweise die Time-Out Karte und das Triagieren zu externen Fachstellen. Bei der Analyse kristallisierte sich heraus, dass das Thema Selbstfürsorge wiederholt Bedeutung fand. Daraus leiteten wir das Kapitel «Unterstützung Lehrperson» ab. Es wurde immer wieder deutlich, dass auch die Lehrpersonen mit ihrer Emotionalität involviert sein können. Insgesamt kann gesagt werden, dass die drei Interviews unterschiedliche Erkenntnisse und ähnliche Wünsche für die Gestaltung des Produktes lieferten. Teilweise wurden klar formulierte Erwartungen formuliert und durch praxisnahen Perspektiven konnten praxisrelevante Inputs aufgenommen werden. Der Bedarf an einer strukturierten Handlungsempfehlung und unterstützenden Instrumenten wurde deutlich. 6. Schlussteil Im abschliessenden Teil wird zusammengefasst erläutert, wie die Sicherung der Nachhaltigkeit gewährleistet werden kann, und schlussfolgernd erklärt, welche Lernerfahrungen und Perspektiven aus dem Projekt gezogen werden. 6.2. Sicherung der Nachhaltigkeit Am Ende unseres Projekts haben wir ein Produkt erstellt, welches sich durch die Nutzung der Schulleitung und Lehrpersonen als nachhaltig definiert. Damit wir diese Nutzbarkeit garantieren können, waren wir im ständigen Austausch mit der Schulleitung und haben bei den Lehrpersonen nachgefragt, was im Leitfaden nicht fehlen darf. Somit dient der Leitfaden als Handlungsgrundlage und wurde anhand von praxisnahen Erfahrungen erstellt. Der Leitfaden wurde der Schulleitung präsentiert und übergeben. Durch die eingearbeiteten Rückmeldungen nach der Präsentation kann eine Anwendung im Berufsalltag garantiert werden. Die Schulleitung kennt den Leitfaden und weiss, wie er anzuwenden ist. Der Leitfaden kann immer wieder durch neue Erfahrungen und Bedürfnisse erweitert werden. Das Grundkonzept geht nicht verloren und V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 31 kann weiterhin genutzt werden. Zudem ist der Leitfaden nicht an eine bestimmte Person gebunden und kann aus diesem Grund auch bei Stellenwechseln weiterhin angewendet werden. Der Leitfaden wurde allgemein formuliert und kann für jede Altersstufe der Primarstufe in Ausnahmesituationen genutzt werden. Diese Orientierungshilfe wirkt entlastend für die beteiligten Fachkräfte. Dieser Aspekt stützt die Nutzung des Leitfadens und somit ebenfalls die Nachhaltigkeit. Der Leitfaden kann schulübergreifend genutzt und weitergegeben werden, da mehrere Schulhäuser und Schulleitungen kooperieren. Dadurch erhöht sich seine Reichweite und das Potenzial für eine langfristige, nachhaltige Verankerung im schulischen Alltag. 6.3. Schlussfolgerungen und Perspektiven Aus Sicht des Projektleiterteams bleibt das Projekt und die Zusammenarbeit als positive Erinnerung und grosse Lernerfahrung. Der Leitfaden ist ein Produkt von intensiver Zusammenarbeit im Team, interdisziplinären Gesprächen und fachlicher Auseinandersetzung in einem neuen Themengebiet. In hohen Belastungszeiten lernten wir damit umzugehen und durch Selbstreflexion konnten wir unsere Sozialkompetenzen und die Teamfähigkeit erweitern. Durch das Eintauchen in das Thema Trauer lernten wir neue Methoden und Ansätze kennen und durch die Interviews durften wir von neuen Blickwinkeln und Perspektiven profitieren. Durch die Gespräche mit der Begleitperson bekamen wir immer wieder spannende Anregungen und wertvolle Ideen mit auf den Weg. Die Zeitplanung war ein wichtiger Begleiter und zeigte erneut auf, dass ein genaues Zeitmanagement im Berufsalltag wichtig ist und gute Leitplanken vorgibt. Zudem empfanden wir die Ressourcenklärung zu Beginn wertvoll und konnten am Schluss des Projekts einen Gewinn an neuen Ressourcen verzeichnen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit förderte immer wieder die Zufriedenheit und gegenseitige Motivation. Abschliessend kann festgehalten werden, dass ein Produkt entwickelt wurde, welches nachhaltig einsetzbar ist, auf einer konstruktiven interdisziplinären Zusammenarbeit basiert und eine praxisnahe Unterstützung im schulischen Alltag bietet. V. Tres, L. Wanner Projektbericht 101/Praxisprojekt 32 7. Literaturund Quellenverzeichnis AvenirSocial (Hrsg.). (2010). Berufskodex Soziale Arbeit Schweiz: Ein Argumentarium für die Praxis [Broschüre]. Berghaus, M. (2022). Luhmann leicht gemacht: Eine Einführung in die Systemtheorie (4., überarbeitete und ergänzte Auflage). Böhlau Verlag. https://doi.org/10.36198/9783838557731 Böhnisch, L. (2016). Lebensbewältigung. Ein Konzept für die Soziale Arbeit. 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