Projektbericht Fachstellen-Lexikon Zug Für den Grundbedarf an Triagen für die Sozialen Dienste Asyl Zug Projektzeitraum von Januar 2025 bis Juli 2025 Isabell Eltschinger Laura Huser Heidi Tischhauser Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Studienrichtung Sozialarbeit Begleitperson: Barbara Marti Eingereicht am: Diese Arbeit wurde am 20. Juni 2025 an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit eingereicht. Für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit wird durch die Hochschule Luzern keine Haftung übernommen. Studierende räumen der Hochschule Luzern Verwendungsund Verwertungsrechte an ihren im Rahmen des Studiums verfassten Arbeiten ein. Das Verwendungsund Verwertungsrecht der Studierenden an ihren Arbeiten bleibt gewahrt (Art. 34 der Studienordnung). Studentische Arbeiten der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit werden unter einer Creative Commons Lizenz im Repositorium veröOentlicht und sind frei zugänglich
09-2022 Originaldokument gespeichert auf LARA – Lucerne Open Access Repository and Archive der Zentralund Hochschulbibliothek Luzern Urheberrechtlicher Hinweis: Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle NutzungKeine Bearbeitung 3.0 Schweiz (CC BY-NC-ND 3.0 CH) Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzuschauen, gehen Sie bitte zu https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch Sie dürfen: Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten. Zu den folgenden Bedingungen: Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheberund Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders. Nicht kommerziell — Sie dürfen das Material nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Keine Bearbeitungen — Wenn Sie das Material remixen, verändern oder darauf anderweitig direkt aufbauen dürfen Sie die bearbeitete Fassung des Materials nicht verbreiten. Keine weiteren Einschränkungen — Sie dürfen keine zusätzlichen Klauseln oder technische Verfahren einsetzen, die anderen rechtlich irgendetwas untersagen, was die Lizenz erlaubt. Jede der vorgenannten Bedingungen kann aufgehoben werden, sofern Sie die Einwilligung des Rechteinhabers dazu erhalten. Diese Lizenz lässt die Urheberpersönlichkeitsrechte nach Schweizer Recht unberührt. Eine ausführliche Fassung des Lizenzvertrags befindet sich unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/ch/legalcode.de
Die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit empfiehlt diesen Projektbericht besonders zur Lektüre!
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser Abstract Dieser Projektbericht beschreibt das von Januar 2025 bis August 2025 umgesetzte Praxisprojekt im Auftrag der Sozialen Dienste Asyl Zug. Ziel des Projekts ist die Erstellung eines digitalen Fachstellen-Lexikons, das eine systematische Aufgleisung und Übersicht über die Triage-Möglichkeiten an spezialisierte Fachstellen innerhalb des Kantons Zug bietet. Das Projekt richtet sich auf den erkannten Bedarf nach einer strukturierten Orientierungshilfe für die Triage im Rahmen der Sozialberatung. Dieses Lexikon soll den Sozialarbeitenden eine Arbeitserleichterung sein, indem es als praktisches Arbeitsinstrument für die professionelle Triage dient. Zudem unterstützt es die Klientel dabei, ihr individuelles Hilfsnetzwerk zu erweitern und ihre Integration in der Schweiz zu fördern. Ausserkantonale Fachstellen werden ebenfalls berücksichtigt, sofern sie ein Angebot aufweisen, welches innerhalb des Kantons Zug nicht vorhanden ist. Das Fachstellen-Lexikon fördert nicht nur eine gezieltere und eOizientere Triage, sondern trägt auch dazu bei, den Zugang der Klientel zu gesellschaftlichen Ressourcen zu verbessern. Die Rückmeldungen aus der Praxis verdeutlichen, dass das Instrument als nützlich, strukturiert und im Beratungsalltag problemlos anwendbar wahrgenommen wird. Das Fachstellen-Lexikon trägt sowohl zur Qualitätssicherung als auch zur nachhaltigen Wissenssicherung innerhalb der Sozialen Dienste Asyl Zug bei.
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 1 Inhaltsverzeichnis Abstract ............................................................................................................................. I 1 Einleitung .............................................................................................................. 3 1.1 Aufbau des Berichts ............................................................................................... 3 1.2 Allgemeine Informationen ....................................................................................... 3 1.3 Ausgangslage und aktuelle Situation ....................................................................... 4 1.4 Problemstellung ..................................................................................................... 6 1.5 Projektmotivation und -begründung ........................................................................ 7 2 Hauptteil ............................................................................................................... 7 2.1 Analyse der Situation – Theoretischer Bezugsrahmen ............................................... 7 2.1.1 SPSA .................................................................................................................. 7 2.1.2 Hartmut Rosa ..................................................................................................... 8 2.2 Bestimmungen, Bewertung und Begründung des Handlungsbedarfs aus Sicht der Sozialen Arbeit ....................................................................................................... 9 2.3 Projektmethodische Fundierung ........................................................................... 10 2.3.1 Zielgruppe und Ziele ......................................................................................... 10 2.3.2 Projektaufbauorganisation ................................................................................ 12 2.3.3 Projektablauf .................................................................................................... 14 2.3.4 Ressourcen und Risiken .................................................................................... 19 2.3.5 Budget ............................................................................................................. 21 2.3.6 Projektcontrolling und Steuerung ...................................................................... 23 2.4 Methodisches Vorgehen ....................................................................................... 24 2.4.1 Recherchephase Fachstellen-Lexikon ............................................................... 24 2.4.2 Bedarfserhebungsphase Fachstellen-Lexikon .................................................... 24 2.4.3 Umsetzungsphase der Online-Umfrage und der Fallvignetten ............................. 25 2.5 Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse .................................................... 26 2.5.1 Ergebnisse Fragebogen ..................................................................................... 26 2.5.2 Erstellen der Fallvignetten ................................................................................. 26 2.5.3 Berufliche Praxis ............................................................................................... 27 2.5.4 Schlussteil ....................................................................................................... 28 2.6 Zusammenfassung der Ergebnisse ........................................................................ 28 2.7 Empfehlung für die Auftraggeberin ........................................................................ 28 2.8 Evaluation und Sicherung der Nachhaltigkeit ......................................................... 29 2.9 Nachhaltigkeit und Perspektiven ........................................................................... 30 3 Literatur .............................................................................................................. 31 4 Anhang ................................................................................................................ 32
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 2 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Allgemeine Informationen zum Projekt (eigene Darstellung) ...................................... 3 Tabelle 2: Akteur*innen im Projekt (eigene Darstellung) ......................................................... 12 Tabelle 3: Projektphasen und methodisches Vorgehen (eigene Darstellung) ............................ 15 Tabelle 4: Ablauforganisation (eigene Darstellung) ................................................................. 17 Tabelle 5: Stärken & Schwächen (eigene Darstellung) ............................................................ 19 Tabelle 6: Risikoanalyse (eigene Darstellung) ........................................................................ 20 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Zielbaum (eigene Darstellung) .......................................................................... 11 Abbildung 2: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) ................................................. 12 Abbildung 3: Budget (eigene Darstellung) .............................................................................. 22
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 3 1 Einleitung Das Projekt «Fachstellen-Lexikon Zug» wurde im Auftrag des Sozialen Dienstes Asyl Zug umgesetzt. Dabei handelte es sich um ein Entwicklungsprojekt. Der Projektbericht beschreibt die Vorgehensweise bei der Erarbeitung des Fachstellen-Lexikons, das zur Sicherstellung des gesetzlichen Auftrags und zur Entlastung der Sozialarbeitenden der Sozialen Dienste Asyl Zug beiträgt. Das Fachstellen-Lexikon ist das Endprodukt des Projekts, welches dem Auftraggeber am 12. Juni 2025 überreicht und präsentiert wurde. Die Verantwortung mit den Fachstellen in Kontakt zu treten sowie die Weiterführung und Aktualisierung des Fachstellen-Lexikons liegt bei den Sozialen Diensten Asyl Zug. 1.1 Aufbau des Berichts Der Projektbericht ist gegliedert in einen Einleitungs-, einen Hauptteil und einen Schlussteil. In der Einleitung werden allgemeine Informationen zum Projekt aufgeführt und die auftraggebende Organisation kurz vorgestellt. Zudem wird die Ausgangslage, Projektmotivation und die aktuelle Situation beschrieben. Der Hauptteil bezieht sich auf den theoretischen Bezugsrahmen, den Handlungsbedarf aus der Perspektive der Sozialen Arbeit im Kontext des projektmethodischen Vorgehens dargelegt und die Ergebnisse dazu vorgestellt. Im Schlussteil liegt der Fokus auf der Evaluation, der Nachhaltigkeit und den abschliessenden Schlussfolgerungen des Projekts. 1.2 Allgemeine Informationen Der nachfolgenden Tabelle sind die allgemeinen Informationen zum Projekt zu entnehmen. Titel des Projekts Fachstellen-Lexikon Zug Für den Grundbedarf an Triagen für die Sozialen Dienste Asyl Zug Sicherstellen des Gesetzlichen Auftrags (SHG Zug – BGS 861.4; SKOS-Richtlinien) Art des Projekts Entwicklungsprojekt Produkt Fachstellen-Lexikon Auftraggebende Organisation Zuständige Person Soziale Dienste Asyl Zug Neugasse 1 6300 Zug Tel: 041 728 48 00 Alexandra Petrovic Teamleitung, Steuergruppe & Auftraggeberin
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 4 Projektleitung Isabell Eltschinger Laura Huser Heidi Tischhauser Projektbegleitung Barbara Marti Hochschule Luzern – Soziale Arbeit Werftstrasse 1 Postfach 6002 Luzern 041 367 49 48
[email protected] Umfang Isabell Eltschinger: 12 ECTS / 360h Laura Huser: 12 ECTS / 360h Heidi Tischhauser: 12 ECTS / 360h TOTAL: 36 ECTS / 1080h Tabelle 1: Allgemeine Informationen zum Projekt (eigene Darstellung) 1.3 Ausgangslage und aktuelle Situation Dieser Teil des Projektberichts beschreibt die Ausgangslage und die auftraggebende Organisation. Die Sozialen Dienste Asyl sind eine Abteilung des kantonalen Sozialamtes in Zug und gehören zu der Direktion des Innern. Sie sind für die Unterstützung, Beratung, Betreuung sowie für die Unterbringung von Personen im Asyl-, Flüchtlings-, Härtefallund Nothilfebereich zuständig. Zudem sind sie zuständig für die Finanzierung der Unterbringung und Betreuung der Asylsuchenden und Geflüchteten. Dem Kanton Zug werden rund 1,5 Prozent aller in der Schweiz asylsuchenden Personen vom Bund zugewiesen (Soziale Dienste Asyl, o. J.b). Der Projektauftrag kam aus der Sozialberatung der Sozialen Dienste Asyl heraus und wird dementsprechend in der Sozialberatung umgesetzt. Das Lexikon wird von Betreuungspersonen in den zentralen Unterkünften (Kollektiv-Unterkünfte) ebenfalls genutzt werden. Nachfolgend wird die offizielle Abkürzung der Sozialen Dienste Asyl - “SDA” - verwendet. Die Aufgabe der Mitarbeitenden der Sozialberatung ist die Unterstützung und Beratung von Asylsuchenden und Geflüchteten, damit diese sich in der Schweiz langfristig integrieren können. Personen aus dem Asylund Fluchtbereich sollen sich nach ihren Möglichkeiten durch Beratung, Bildung und Arbeit in der Schweiz integrieren können und ihr Leben selbstständig bestreiten (KIP, 2022). Die meisten Beratungsund Unterstützungsleistungen beziehen sich auf die Themen: Auszahlung der wirtschaftlichen Sozialhilfe, Wohnen, Gesundheit und Sozialversicherungen. Die Aufklärung und Aufgleisung dieser Bereiche sollen eine soziale, berufliche sowie kulturelle Integration ermöglichen und fördern. Das Kennen der Gesetzesartikel als Basis der Arbeit ist von grosser Relevanz (Ineichen, unveröffentlichtes Dokument, 2020, S. 4). Die sozialarbeiterischen
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 5 Handlungen stützen sich auf eine Vielzahl gesetzlicher Grundlagen, wobei insbesondere das Sozialhilfegesetz des Kantons Zug zentral ist (SDA, o. J.a). Ergänzend orientiert sich die SDA Zug an den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, den sogenannten SKOSRichtlinien (A. Petrovic, persönliche Mitteilung, 2024, 10. Oktober), die als handlungsleitende Prinzipien für die Fachpersonen dienen. Die SKOS-Richtlinien sind die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe. Nachfolgend werden diese - “SKOS” – genannt. Der folgende Beschrieb der Ausgangslage stützt sich auf Äusserungen der Sozialarbeitenden der SDA Zug sowie deren Teamleitung – Alexandra Petrovic. Die Ausgangslage dient als Basis für die Erarbeitung unseres Konzeptes. Bei den SDA Zug gibt es ein Handbuch für die finanziellen Leistungen, welches als HauptArbeitsinstrument in der Arbeit mit der Klientel gilt. Was nicht vorhanden ist, ist ein Lexikon oder eine Aufstellung der Fachund Beratungsstellen im Kanton Zug. Aktuell bleiben die Klient*innen bei Ablösung aus der wirtschaftlichen Sozialhilfe für wenige Monate in der persönlichen Beratung, wenn die Klientel weiterhin Unterstützung benötigt. Danach ist die Klientel darauf angewiesen, dass sie adäquate Beratung von Fachpersonen ausserhalb der SDA Zug erhält. Es ist unklar, welche Angebote es in Zug gibt, wer zuständig ist und welche Kosten bei den Beratungen innerhalb der Fachstellen anfallen. Ebenso betrifft dies die Klientel, welche fachspezifische, fundierte Beratung benötigt, jedoch noch Leistungen der wirtschaftlichen Sozialhilfe bezieht. In der Sozialberatung der SDA Zug erhält die Klientel oft keine fundierte Beratung in spezifischen Bereichen. Gründe dafür sind fehlende zeitliche und finanzielle Ressourcen. Der Hauptgrund ist jedoch, dass die Sozialarbeitenden der SDA Zug Generalist*innen sind (wirtschaftliche Sozialhilfe) und keine Fachspezialist*innen. Für die Mitarbeitenden sind vertiefte, fachspezifische Beratungen eine zusätzliche Aufgabe, welche die Ausführung des gesetzlichen Auftrages erschweren. Das eigene Rollenverständnis der Sozialarbeitenden ist divers und erschwert eine klare Abgrenzung der Zuständigkeit und dadurch eine allfällige Triage an Fachstellen. Ob die Klientel an die passenden Organisationen und Angebote triagiert wird, liegt am Engagement und der Vernetzung der einzelnen Sozialarbeitenden. Da keine Übersicht vorhanden ist, müssen die Sozialarbeitenden recherchieren. Hinzu kommt, dass aufgrund der Fluktuation in der Sozialberatung laufend regionales und fachspezifisches Wissen verloren geht. Die Einarbeitung der neuen Mitarbeitenden ist anspruchsvoll, aufgrund der begrenzten Zeitressourcen der anderen Mitarbeitenden. Die Zuständigkeiten für Flyer und Angebotsübersicht ist unklar, weshalb diese nicht aktuell und unvollständig sind. Eine Orientierung der internen und externen Angebote im Kanton Zug gestaltet sich anspruchsvoll. Die Angebotslandschaft ist breit, die Fachstellen wenig bekannt. Bei der Fallverteilung macht sich die Problematik ebenfalls bemerkbar. In der
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 12 2.3.2 Projektaufbauorganisation In der folgenden Abbildung werden die Akteur*innen im Projekt mit den dazugehörigen Rollen und Kompetenzen dargestellt. Es wird zwischen der strategischen und operativen Ebene unterschieden. Abbildung 2: Projektaufbauorganisation (eigene Darstellung) In der nachfolgenden Darstellung sind die Kompetenzen und Verantwortungen sowie die Aufgaben der verschiedenen Akteur*innen detailliert aufgeführt. Akteur*innen Kompetenzen / Verantwortung Aufgaben Auftraggeberschaft & Steuergruppe Teamleitung SDA Zug Alexandra Petrovic - Strategische Funktion - Entscheidungsund Weisungsbefugnis - Organisationsund Fachwissen - Wissen der Fachstellenlandschaft - Ansprechperson für Projektleitung - Definition von Rahmenbedingungen und Ressourcen - Teilnahme an Kick-off, Meilensteinund Abschlusssitzung - Absegnung der Meilensteine Projektleitung - Operative Funktion - Planungsund Umsetzungsbefugnis - Projektplanung und Bedürfnisklärung
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 13 Isabell Eltschinger Laura Huser Heidi Tischhauser - Fachwissen sowie Wissen der Fachstellenlandschaft - Organisation von Projektleitungssitzungen, Meilensteinsitzungen und Coachingsitzungen - Sicherstellung des Informationsflusses - Projektsteuerung und - controlling - Erstellung des FachstellenLexikons - Projektevaluation Fachteam Mitarbeitende SDA Zug - Operative Funktion - Organisationsund Fachwissen - Wissen der Fachstellenlandschaft - Teilnahme an Bedürfnisbefragung - Mitwirkung bei der Datenerhebung - Testung des Prototyps - Erprobung des FachstellenLexikon in der Pilotphase - Feedback an das Projektteam Projektbegleitung HSLU Barbara Marti - Beratungs-, Kontrollund Bewertungsfunktion - Fachwissen zur Projektmethodik und Sozialarbeit - Beratung und Begleitung der Projektleitung - Fachliches und methodisches Feedback - Teilnahme an Kick off und Abschlusssitzung Tabelle 2: Akteur*innen im Projekt (eigene Darstellung) Als Projektleitungsteam pflegten wir während der gesamten Projektlaufzeit einen regelmässigen und intensiven Austausch. Unsere Kommunikation war offen, ehrlich und auf Augenhöhe. Konstruktives Feedback hatte für uns einen hohen Stellenwert, und wir begegneten einander stets mit Wertschätzung. Gegenseitiges Vertrauen und Zuverlässigkeit bildeten die Grundlage dafür, dass wir unsere Aufgaben zielgerichtet und termingerecht umsetzen konnten. Unsere Zusammenarbeit war grösstenteils von einer positiven Arbeitsatmosphäre geprägt, was nicht hiess, dass die Zusammenarbeit von Höhen und Tiefen beeinflusst wurde. Gemeinsames Lachen, Humor und viel Metakommunikation halfen uns aus schwierigen Diskussionen heraus. Auch im Kontakt mit unserer Auftraggeberschaft pflegten wir einen respektvollen und professionellen Umgang. Fragen und Unklarheiten klärten wir stets rasch und unkompliziert. Dieser Kontakt lief reibungslos.
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 14 2.3.3 Projektablauf Die Herstellung des Fachstellen-Lexikons entsprach einem Entwicklungsprojekt mit hybridem Projektmanagement. Wir orientierten uns in unserem Vorgehen grösstenteils am klassischen Projektmanagement. Dies bedeutete, dass wir unser Projekt in einzelne, überschaubare Etappen aufteilten. Dadurch wurde ein abgestufter Planungs-, Entscheidungsund Konkretisierungsprozess ermöglicht. Vordefinierte Meilensteine dienten als Korrekturpunkte und zur Absicherung der bereits erarbeiteten Inhalte (Kuster et al., 2022, S. 20). In der Planungsund Erhebungsphase integrierten wir auch agile Anteile. Die einzelnen Arbeitsschritte überschnitten sich, da diese nicht strikt nacheinander, sondern teilweise parallel durchgeführt wurden oder je nach Bedarf flexibel an neue Anforderungen angepasst werden mussten (Kuster et al., 2022, S. 25). Die Projektgruppe wählte das klassische Projektmanagement, da, wie Kuster (2022) beschreibt, es eine klare systemische Struktur bot und half, Aufgaben und Termine sinnvoll aufeinander abzustimmen (S. 397). Dank der klaren Struktur des klassischen Projektmanagements behielten wir jederzeit den Überblick und konnten den Projektverlauf effizient steuern. Auch als sich herausstellte, dass die geplanten Interviews nicht wie vorgesehen durchgeführt werden konnten und eine Ersatzleistung notwendig wurde, ermöglichte uns die bestehende Planung, den zusätzlichen Aufwand realistisch einzuschätzen und die Umsetzung im Rahmen der übrigen Termine zu prüfen. Das Projekt wurde, mit wenigen Anpassungen, erfolgreich nach dem klassischen Modell umgesetzt und termingerecht abgeschlossen. In der folgenden Darstellung beschreiben wir die sechs Phasen unseres Projekts in einem Fliesstext. Anschliessend stellen wir in einer Matrix die einzelnen Arbeitsschritte detailliert dar und ergänzen diese um den geschätzten Zeitaufwand, welcher mit dem effektiven Aufwand ziemlich genau übereinstimmte, auch wenn es einzelne Abweichungen gab.
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 15 Projektphasen Beschreibung der Arbeitsschritte Abklärungsphase In dieser Phase analysierten wir die Ausgangslage anhand verschiedener Recherchen. Einerseits erarbeiteten wir Erklärungen auf Basis theoretischer Bezüge der Sozialen Arbeit, andererseits gewannen wir Erkenntnisse über mögliche Methoden der Datenerhebung. Durch diese Recherchen sowie die Erstellung der Auftragsvereinbarung inklusive der Projektablauforganisations-Matrix verschafften wir uns einen umfassenden Überblick über das bevorstehende Projekt. Daraus leiteten wir den konkreten Handlungsbedarf ab. Mit der Kick-off-Veranstaltung und der Unterzeichnung der Auftragsvereinbarung ging das Projekt schliesslich in die Umsetzungsphase über. Planungsphase In dieser Phase stand die Klärung der Bedürfnisse des Fachteams SDA Zug im Vordergrund. Wir entwickelten sowohl quantitative als auch qualitative Erhebungsmethoden zur Befragung. In einem ersten Schritt erstellten wir einen Fragebogen, mit dem wir die Kriterien für das Fachstellen-Lexikon ermittelten. In einem zweiten Schritt konzipierten wir einen niederschwelligen Austausch im Team, um das vorhandene Wissen über bekannte Fachstellen zu erfassen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entwickelten wir den strukturellen Aufbau des Fachstellen-Lexikons. Das Projektteam erfasste anhand einzelnen Angebotsreiter für die Filter. Die Resultate – die Filterkategorien - legten wir der Steuergruppe in der darauffolgenden Meilensteinsitzung zur Prüfung und Genehmigung vor. Anschliessend begannen wir mit der Recherche zur Fachstellenlandschaft im Kanton Zug. Parallel dazu bereiteten wir die Leitfragen für zwei geplante Interviews mit ausgewählten Fachstellen vor und gestalteten einen Fragebogen für die Kontrollgruppe der Pilotphase. Zur Umsetzung der Interviews kam es jedoch nicht. Daher erarbeiteten wir gemeinsam mit der Steuergruppe und der Projektbegleitung in der Planungsphase eine geeignete Ersatzleistung. Gestützt auf die bisherigen Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Gesprächen konzipierten wir exemplarische Fallvignetten. Diese sollten den Mitarbeitenden als Orientierung für eine sinnvolle Triage in der Praxis dienen.
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 16 Erhebungsphase In dieser Phase stellten wir die Daten von sechs Fachstellen zu einem Prototypen zusammen, der gemeinsam mit den beteiligten Fachstellen von der Steuergruppe geprüft und abgesegnet wurde. Auf dieser Grundlage erarbeiteten wir eine erste Rohfassung des Fachstellen-Lexikons, die knapp 60 Fachstellen umfasste. In der anschliessenden Pilotphase wurde das Fachstellen-Lexikon von einer ausgewählten Kontrollgruppe des Fachteams SDA Zug hinsichtlich seiner Praktikabilität überprüft. Die Rückmeldungen fielen durchweg positiv aus und enthielten wertvolle sowie nachvollziehbare Anmerkungen und Änderungswünsche. Parallel zur Ausarbeitung des Fachstellen-Lexikons entwickelten wir sechs ausführliche Fallvignetten mit konkreten Triagevorschlägen und Prioritätseinschätzungen anhand eines Ampelsystems. Nach der Erstellung einer ersten Rohfassung wurden diese durch die Steuergruppe geprüft und abgesegnet. Abschlussphase In dieser Phase überarbeiteten wir die Endfassung sowohl inhaltlich als auch im Hinblick auf das Layout. Um ein unvoreingenommenes Feedback zu erhalten, liessen wir unsere Arbeit von einer externen Beratungsperson begutachten. Die daraus gewonnenen Rückmeldungen flossen gezielt in die abschliessende Überarbeitung des Endprodukts ein. Die Fallvignetten finalisierten wir und liessen sie in einer weiteren Runde von der Steuergruppe bestätigen. Mit der Präsentation des Fachstellen-Lexikons, der Übergabe der Fallvignetten sowie des Handbuchs zur Anwendung und Aktualisierung schlossen wir das Projekt erfolgreich ab. Tabelle 3: Projektphasen und methodisches Vorgehen (eigene Darstellung)
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 17
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 18 Tabelle 4: Ablauforganisation (eigene Darstellung)
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 19 2.3.4 Ressourcen und Risiken Im Verlauf der Projektumsetzung haben sich die anfänglich genannten Risiken grösstenteils nicht bestätigt. Vielmehr konnten wir auf die vorhandenen Ressourcen nach der SWOT-Analyse nach Willner (2019) zählen und zurückgreifen (S. 201). Die im SWOT-Prozess als Chance erkannten Faktoren, insbesondere die professionelle und fachliche Unterstützung durch die Auftraggeberin sowie die berufliche und praktische Erfahrung der Projektleitenden, konnten wirkungsvoll in die Umsetzung mit eingebracht werden. Einzig die ursprünglich geplante Befragung von Expert*innen konnte aufgrund unterschiedlicher Bedürfnisse zwischen der Auftraggeberschaft und den Projektleitenden nicht wie vorhergesehen durchgeführt werden. Es wurden stattdessen eine inhaltlich gleichwertige und methodisch sinnvolle Alternative, nämlich unterschiedliche Fallvignetten, erarbeitet. Durch den Einsatz von Fallvignetten und die dadurch eng entstehende Zusammenarbeit der SDA Zug Fachpersonen, konnten ein hoher inhaltlicher Erkenntnisgewinn erzielt werden. Die unten aufgeführten Stärken und Chancen bildeten die strategische Grundlage für unsere Projektumsetzung. Stärken Chancen Die Projektleitende verfügen bereits über Berufspraxis im Themengebiet der Triagen und bringen praktische Expertise aus diesem spezifischen Arbeitsbereich der Sozialberatung mit. Durch die Erfahrung und dem bereits bestehenden Wissen der Projektleitenden wird eine gewisse Basis mit ins Projekt gebracht. Die Projektleitenden verfügen über eine kompetente Auftraggeberin, die mit ihrem Fachwissen und Anforderungen zum Projekt die Projektleitenden unterstützt. Die Auftraggeberin bringt ihre fachliche Kompetenz, Fachwissen und Erfahrungen aktiv mit ins Projekt ein. Die Projektleitenden können aus ihrer bereits bestehenden Berufspraxis relevante Fragen und Kriterien zur Befragung (Fragebogen) der Expert*innen ableiten. Das Verständnis und der Respekt gegenüber aller dazu beitragenden Personen sind gegeben, da sie die Situation beidseitig abschätzen können. Schwächen Gefahren Die Institutionen, Stiftungen und Vereine müssen offen sein und zeitliche Ressourcen zur Verfügung stellen, damit dem Projektteam die notwenigen Informationen zu kommen. Fehlende Bereitschaft der Institutionen, Stiftungen und Vereine über ihr Informationsund Beratungsangebot zu informieren und die zeitliche
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 20 Ressource an einem Expert*innenfragebogen teilzunehmen. Fachlich kompetente Expert*innen stehen uns nicht zur Verfügung. Die Wahl der Expert*innen erbringt keinen Mehrwert und die Fragebogen werden qualitativ ungenügend und ungenau ausgefüllt. Die Projektleitenden sind stark in ihrem Familienleben eingebunden. Das Projekt könnte in der Umsetzungsphase durch Überlastung und Krankheit gefährdet werden. Tabelle 5: Stärken & Schwächen (eigene Darstellung) Risiko Ursachen Folgen Beurteilung Risiko Vorbeugende Massnahmen Ressourcenrisiko Unzureichende Bereitschaft der Institutionen, Stiftungen und Vereine ihr Informationsund Beratungsangebot offen zu legen. Fehlende zeitliche und personelle Ressourcen. Die Vollständigkeit des Informationsund Beratungsangebots ist unzureichend. hoch Zeitnaher Kontakt zu den Institutionen herstellen und ihre Informationsund Beratungsangebote vorgängig recherchieren. Passende Ansprechpartner*innen ermitteln. Personenrisiken Krankheitsausfälle während der InformationsBeschaffung und Ausarbeitung des Projekts. Zeitlicher Druck bei den ProjektLeitenden um (Teil-) Ziele zu erreichen. Ausfall und Unstimmigkeiten im Team führt zu Doppelbelastung. gering Gegenseitige Absprache über das Wohlbefinden, dem persönlichem Zeitmanagement und verfügbarer Ressourcen aller Beteiligten. Akzeptanzrisiko Fehlende Bereitschaft der Institutionen und Expert*innen um an Informationsund Beratungsangebot aktiv und ausreichend mitzuwirken. Das Interesse und die Verantwortung der mitwirkenden Personen nehmen ab. Sollten die Fragebögen mit den Institutionen und den Expert*innen nicht durchgeführt werden können, fehlt die Grundlage für die Erarbeitung des Fachstellen-Lexikons. mittel Vorgängige Abklärung über die Bereitschaft Ressourcen bereitzustellen und aktiv daran mitzuwirken.
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 21 Umsetzungsrisiko Es können keine Ressourcen für die Umsetzung des Lexikons bereitgestellt werden. Die zeitlichen Ressourcen der Organisation und den involvierten Personen lässt die weiterführende Pflege des FachstellenLexikons nicht zu. Das Informationsund Beratungsangebot ist nicht aktuell und vollständig. mittel Vorab Bedarf und Anforderungen klar definieren um geeignete Ansprechpartner*in innerhalb der Organisation ausreichend zu informieren. Tabelle 6: Risikoanalyse (eigene Darstellung) 2.3.5 Budget Für das Projekt des Fachstellen-Lexikons stand seitens der SDA Zug kein offizielles Budget zur Verfügung. Da es sich um ein studienbezogenes Projekt im Rahmen der Ausbildung an der Hochschule Luzern Soziale Arbeit handelte, konnte die Planung und Umsetzung unabhängig von einer formellen Kostengutsprache erfolgen. Trotz fehlender finanzieller Mittel wurde ein orientierender Kostenplan erstellt. Dieser diente als Hilfsmittel zur Abschätzung möglicher Ausgaben, die im Projektverlauf hätten anfallen können – beispielsweise für Material, technische Infrastruktur oder externe Beratungen. Die Projektgruppe orientierte sich bei der Struktur des Kostenplans an der Aufstellung von Kuster et al. (2022, S. 173–174). Der Budgetentwurf erfüllte damit eine planerische Funktion und unterstützte die Reflexion über ressourcenbezogene Aspekte des Projekts, auch wenn keine direkten Umsetzungskosten entstanden sind.
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 28 2.5.4 Schlussteil Im Schlussteil werden die wichtigsten Erkenntnisse festgehalten. Das Fachstellen-Lexikon wurde so aufgebaut, dass es im Alltag schnell und einfach genutzt werden kann. In der Pilotphase zeigte sich, dass die Struktur verständlich ist und die Inhalte gut anschlussfähig an die Praxis der SDA Zug Fachpersonen sind. Besonders geschätzt wurden die Übersichtlichkeit und die Möglichkeit, Fachstellen gezielt nach Bedarf zu nutzen. Die Fallvignetten bieten zusätzliche Unterstützung, um Triagen einzuschätzen und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Aus Sicht der Projektgruppe besteht Potenzial, das Lexikon weiterzuentwickeln. Abschliessend wurde ein Handbuch erstellt und der Auftraggeberschaft übergeben. Es enthält technische Anleitungen zur Weiterführung und Anpassung des Fachstellen-Lexikons sowie Erläuterungen zum Verständnis der vorhandenen Daten und zum Umgang mit Datenschutz. 2.6 Zusammenfassung der Ergebnisse Im Projektverlauf wurde ein praxisorientiertes Fachstellen-Lexikon für die Sozialen Dienste Asyl Zug entwickelt. Ziel war es, eine niederschwellige, klar strukturierte und fachlich fundierte Orientierungshilfe bereitzustellen, die Fachpersonen in ihrem Arbeitsalltag zielgerichtet unterstützt. Die Ergebnisse der durchgeführten Online-Befragung haben deutlich gemacht, dass bei den Mitarbeitenden der SDA Zug ein hoher Bedarf an einer strukturierten Übersicht über das Beratungsund Unterstützungsangebot besteht. Dabei wurde insbesondere der Wunsch nach Übersichtlichkeit, inhaltlicher Relevanz und klaren Kriterien geäussert – Aspekte, die im finalen Produkt berücksichtigt wurden. Das ergänzend entwickelte Ampelsystem der Fallvignetten bietet eine hilfreiche erste Orientierung bei Triagen, ohne den fachlichen Ermessensspielraum der beratenden Fachperson einzuschränken. Insgesamt konnte das Projektziel vollumfänglich erreicht werden: Die Kombination aus theoretischer Fundierung, partizipativer Entwicklung und praktischer Umsetzbarkeit resultierte in einem bedienungsfreundlichen Produkt, das in der Pilotphase von Fachpersonen als relevant, verständlich und hilfreich eingestuft wurde. 2.7 Empfehlung für die Auftraggeberin Aus Sicht der Projektgruppe ergeben sich folgende Empfehlungen für die Auftraggeberin Alexandra Petrovic und die SDA Zug: • Institutionalisierung: Das Fachstellen-Lexikon sollte als verbindliches Arbeitsinstrument verankert und aktiv im Beratungsalltag genutzt werden. • Regelmässige Pflege: Eine halbjährliche Überprüfung und Aktualisierung sichert Relevanz und Qualität des Inhalts.
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 29 • Verantwortlichkeiten klären: Eine ausgewählte Fachperson sollte als Ansprechperson für die Pflege und Weiterentwicklung des Fachstellen-Lexikons fungieren. • Einbindung in Onboarding-Prozesse: Das Fachstellen-Lexikon sollte neuen Mitarbeitenden frühzeitig zur Verfügung gestellt und erläutert werden. • Langfristige Evaluation: Eine Folgeerhebung nach rund einem Jahr wäre sinnvoll, um die Wirkung und allfällige Optimierungspotenziale zu eruieren. Die kontinuierliche Einbindung der Auftraggeberin während des gesamten Projektverlaufs stellte einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Durch den regelmässigen Austausch, das entgegengebrachte Vertrauen sowie die fachliche Begleitung konnte das Projekt zielgerichtet entwickelt und umgesetzt werden. Die Auftraggeberin Alexandra Petrovic unterstützte die Projektgruppe aktiv, brachte wertvolle Impulse ein und förderte die Ausrichtung des Fachstellen-Lexikons an den praktischen Bedürfnissen der SDA Zug. Diese enge Zusammenarbeit trug wesentlich dazu bei, die Relevanz und Anschlussfähigkeit des Endprodukts sicherzustellen. 2.8 Evaluation und Sicherung der Nachhaltigkeit Die Evaluation des Projekts orientierte sich an den fünf Evaluationskriterien EOektivität, EOizienz, Beteiligung, Richtigkeit und Nachhaltigkeit (Willener & Friz, 2019, S. 116–221). Dabei wurden qualitative Rückmeldungen aus der Pilotphase ebenso berücksichtigt wie die Zielerreichung im Abgleich mit der Projektplanung. In der Pilotphase wurden zwei Veränderungswünsche aus dem Team geäussert, die sich jedoch als nicht umsetzbar er wiesen und nach Rücksprache mit der Steuergruppe gemeinsam verworfen wurden. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz der Fünf-Finger-Methode als niedrigschwellige Reflexionsform im Projektteam (Rotter, 2024, S. 105). Diese ermöglichte eine oOene Kommunikation über Rollen, Belastungen und Arbeitsprozesse und wurde als zentrales Instrument der Selbststeuerung genutzt. Durch die regelmässige Reflexion konnten Herausforderungen frühzeitig erkannt und die Teamdynamik aktiv gestärkt werden. Die Zielkontrolle wurde anhand der definierten Hauptund Teilziele durchgeführt. Die Projektgruppe konnte dokumentieren, dass sämtliche Zielsetzungen erreicht wurden – sowohl inhaltlich als auch organisatorisch. Die Übergabe eines technischen Handbuchs mit Pflegehinweisen und Empfehlungen zur Weiterentwicklung bildet eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Nutzung des Projektergebnisses.
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 30 2.9 Nachhaltigkeit und Perspektiven Die Ergebnisse aus der Pilotphase und die Rückmeldungen der SDA Zug Mitarbeitenden zeigen, dass das Fachstellen-Lexikon im Berufsalltag gut einsetzbar ist und echten Mehrwert bietet. Besonders hervorgehoben wurden die Übersichtlichkeit, der klare Aufbau und die Nähe zur Praxis. Das Lexikon hat sich in den Beratungsgesprächen als hilfreiches Werkzeug bewährt, um schnell passende Fachstellen zu finden und die eigene Einschätzung gezielt zu unterstützen. Um die Wirkung des Projekts zu überprüfen, wurde ein Auswertungsgespräch mit der Auftraggeberschaft geführt. Dabei wurden die bisherigen Erfahrungen mit dem Fachstellen-Lexikon besprochen und erste Rückmeldungen aus der Praxis reflektiert. Die Fachpersonen empfanden das Lexikon als einfach in der Handhabung und hilfreich für den Arbeitsalltag. Auch die ergänzend entwickelten Fallvignetten wurden positiv aufgenommen. Sie dienen neuen Mitarbeitenden als Orientierungshilfe und bieten wertvolle Gedankenanstösse für mögliche Triage-Möglichkeiten in Beratungssituationen. Im Rahmen der Evaluation wurde zudem geprüft, ob die Hauptund Teilziele erreicht wurden – was bestätigt werden konnte. Die gute Zusammenarbeit im Team und die regelmässige Abstimmung mit der Auftraggeberin haben wesentlich zum Gelingen beigetragen. Das FachstellenLexikon bietet auch in Zukunft Potenzial. Es könnte auf weitere Themenbereiche innerhalb der SDA Zug ausgeweitet oder gezielt an neue Bedürfnisse angepasst werden. Die bereits umgesetzte digitale Version mit Suchund Filterfunktionen unterstützt eine schnelle und zielgerichtete Nutzung im Alltag. Durch laufende Aktualisierungen und mögliche Ergänzungen kann der Nutzen des Lexikons langfristig erhalten und weiter ausgebaut werden. Ein grosser Dank geht an die Sozialen Dienste Asyl Zug. Die OOenheit, das Vertrauen und die aktive Mitwirkung aller Beteiligten haben entscheidend dazu beigetragen, dass das Projekt erfolgreich umgesetzt werden konnte.
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 31 3 Literatur AvenirSocial. (2010). Berufskodex Soziale Arbeit Schweiz: Ein Argumentarium für die Praxis [Broschüre]. Ineichen, J. (2020). Ausbildungskonzept [Unveröffentlichtes Dokument]. Soziale Dienste Asyl, Sozialdienst. Kuster, J., Bachmann, C., Hubmann, M., Lippmann, R. & Schneider, P. (2022). Handbuch Projektmanagement: Agil – Klassisch – Hybrid (5. Aufl.). Springer Gabler. DOI: 10.1007/978-3-662-65473-6 Rawls, J. (1975). Eine Theorie der Gerechtigkeit (H. Vetter, Übers.). Suhrkamp. (Originaltitel: A Theory of Justice, 1971) Rosa, H. (2019). Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung. Suhrkamp. Rotter, C. (2024). Team Excellence – Menschsein im Business: Wie du Als Führungskraft Die WIR-Intelligenz in Deinem Team aktivierst. Springer Gabler. https://doi.org/10.1007/978-3-662-69078-9 Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS). (o. J.). SKOS-Richtlinien: Allgemeiner Teil. https://rl.skos.ch/lexoverview-home/lex-RL_A_3?effective-from=20210101 Soziale Dienste Asyl. (o. J.-a). Unsere Themen. https://zg.ch/de/direktion-des-innern/kantonales-sozialamt/soziale-dienste-asyl Soziale Dienste Asyl. (o. J.-b). Über uns. https://zg.ch/de/direktion-des-innern/kantonales-sozialamt/soziale-dienste-asyl#Publikationen Kantonale Integrationsagenda (KIP). (o. J.). Integrationsagenda. https://www.kip-pic.ch/kip/integrationsagenda/ Staub-Bernasconi, S. (2018). Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft (2., überarb. Aufl.). Verlag Barbara Budrich. Willener, A. & Friz, A. (Hrsg.). (2019). Integrale Projektmethodik. Interact. https://doi.org/10.5281/zenodo.3521543
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 32 4 Anhang A. Online Umfrage Auswertungen zu den Themen Kategorie und Feedback Rohfassung
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 33
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 34
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 35
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 36
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 37
Projektbericht «Fachstellen-Lexikon Zug» Isabell Eltschinger, Laura Huser, Heidi Tischhauser 44